29.06.2021 Aufrufe

Die Malteser-Zeitung 2/2021

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seine Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seine Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 2/<strong>2021</strong><br />

Gemeinsam wertvolle Zeit verbringen<br />

KulturGut, Heiligen begegnen<br />

Anna, ein besonderes Kind


INHALT<br />

IMFOKUS<br />

04 Ordenshaus – ein ganz besonderes Haus<br />

06 Ordenshaus – heimelig und modern zugleich<br />

08 Ordenshaus – lebendige Farb- und Lichtwelten<br />

09 Ein guter Platz zum Arbeiten<br />

KULTURGUT<br />

11 Der Krisenhelfer<br />

RELIGIONAKTUELL<br />

14 Heilige Messe via Facebook<br />

15 Das Wort Gottes bereits in<br />

704 Sprachen übersetzt<br />

LEBENSWERT<br />

16 Anna – ein besonderes Kind mit<br />

einem besonderen Lächeln<br />

18 Lassen wir unsere Sterbenden nicht allein!<br />

04<br />

11<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

20 Berichte aus den Bereichen:<br />

Vielfältige Initiativen und <strong>Die</strong>nste<br />

20<br />

44<br />

MALTESERWELTWEIT<br />

44 <strong>Die</strong> Hoffnung auf ein ganz normales Leben<br />

46 Papstbesuch gibt den Menschen im Irak<br />

Hoffnung<br />

47 Sauerstoff, Schutzausrüstung und<br />

psychosoziale Unterstützung<br />

47 Covid-19-Prävention für Kinder,<br />

Schwangere und junge Mütter<br />

MEDIZINAKTUELL<br />

49 Ein Wunder<br />

50 Wo Licht ist, kann auch Schatten sein<br />

49 56<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

53 Interessante Neuerscheinungen<br />

RUNDSCHAU<br />

56 „Exodus 90“ – wenn der Name Programm ist<br />

68 Wir trauern um<br />

Spenden<br />

Bitte verwenden<br />

Sie den beiliegenden<br />

Zahlschein!<br />

2<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong><br />

IHRE SPENDE IST<br />

STEUERLICH<br />

ABSETZBAR


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

Einsamkeit ist ein großes Thema unserer Zeit, vor allem in<br />

der Anonymität von Großstädten. Durch die Corona-Pandemie<br />

ist sie ein noch größeres Thema geworden – und zwar<br />

nicht bloß in Zusammenhang mit älteren, nicht mehr berufstätigen<br />

Menschen. Auch junge Menschen haben darunter<br />

gelitten, ihre Freunde nicht treffen, ihre Lieblingslokale und<br />

Sportvereine nicht besuchen zu können.<br />

Menschen in Senioreneinrichtungen hatten den Vorteil,<br />

durch Pflegekräfte, Mitarbeiter und die Bewohner Ansprache<br />

zu haben. Sie konnten sich in dieser Gemeinschaft gut aufgehoben<br />

fühlen. Wenngleich Besuche von außen phasenweise<br />

gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich waren, hatten<br />

sie ihre sozialen Kontakte, die für das psychische Wohlergehen<br />

so wichtig sind. In unserem Altenwohnheim, das schon<br />

bald ins neue <strong>Malteser</strong> Ordenshaus übersiedelt, wurde neben<br />

analog auch online gebetet und – mit entsprechendem Abstand<br />

– auch gemeinsam gegessen.<br />

Besonders gefordert waren unsere Mitarbeiter: Sie haben<br />

sich zum Teil in Privatquarantäne begeben, um die Bewohner<br />

nicht zu gefährden. Sie haben die soziale Komponente,<br />

die sonst die Angehörigen und ehrenamtlichen Besucher<br />

übernehmen, abgedeckt. Sie alle waren großartig!<br />

Ebenso wie in der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe und in der mobilen<br />

Pflege von <strong>Malteser</strong> Care haben unsere Helfer und Pflegekräfte<br />

im (noch) Haus Malta Unglaubliches geleistet. <strong>Die</strong><br />

Bewohner und unsere Betreuten wurden gut und sicher versorgt.<br />

Sie wurden keinem Risiko ausgesetzt oder gar alleine<br />

gelassen.<br />

Alle unsere ehrenamtlichen Strukturen haben rasch ihre<br />

Aktivitäten angepasst und digitale Kontaktnetze ins Leben<br />

gerufen, Briefe und Bastelpakete versandt und Einkaufsdienste<br />

eingeführt – alles neben den Rettungsdiensten und<br />

laufenden Projekten. Im Aufbau und laufenden Betrieb von<br />

Test- und Impfstraßen wurde wesentlich mitgewirkt und es<br />

wurde ein umfangreiches, spirituelles analoges und digitales<br />

Programm auf die Beine gestellt.<br />

Das ist eine enorm starke Leistung einer wahrlich starken<br />

Gemeinschaft. Ich danke Allen aus tiefstem Herzen!<br />

Norbert Salburg-Falkenstein<br />

Prokurator<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden (<strong>Malteser</strong>orden),<br />

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesg. 2, T: 01/512 72 44,<br />

E: presse@malteser.at<br />

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren<br />

dieser Ausgabe: Wolfgang J. Bandion, Dominik Batthyany, Erzabt<br />

Dr. Korbinian Birnbacher OSB, Georg Eltz, Familie Emathinger,<br />

Antonia Franckenstein, Alexa Gaspari, Ulrich Glaunach, Clemens<br />

Grill, Lisa Hammer; Bartolomäus Khevenhüller, Thomas Kissich,<br />

Severin Knoflach, Gloria Krenn, Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn,<br />

Andreas Mensdorff-Pouilly, Clemens Mirbach-Harff, Richard Mischak,<br />

Paula Mutas, Michael Prügl, Johannes Reinprecht, Norbert<br />

Salburg-Falkenstein, Claudia Schober, Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath,<br />

Lisa Schoenmeier, Peter und Pia Seilern, Richard<br />

Steeb, Verena Trentini, Cordula Wasser, Manuel Weinberger, Susanne<br />

Wick, Tobias Zöhrer, Alexia Zwitkovits<br />

Bildrechte: CHAI/<strong>Malteser</strong> International, Rosa Elena Haack/Mal-<br />

teser International, Kreativagentur-inShot, KHM Museumsverband,<br />

LOFT Kreativagentur, Shutterstock-1788659135-Maxx-Studio, Andreas<br />

Tischler, UNIDO Foto – United Nations Industrial Development<br />

Organization (UNIDO), Youth Forum Foto – United Nations Office<br />

on Drugs and Crime (UNODC). Hinweis: Aus Gründen der besseren<br />

Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher<br />

Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten<br />

gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.<br />

Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at<br />

Lektorat: Edith Holzer, Franziska Holzheimer<br />

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050 Wien.<br />

Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung<br />

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und<br />

seiner Werke, sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der<br />

Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: Mai <strong>2021</strong><br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 3


EIN GANZ BESONDERES HAUS<br />

<strong>Die</strong> Bauarbeiten für das neue Ordenshaus der MALTESER in Wien Landstraße gehen zügig voran. Mit großer Vorfreude<br />

dürfen wir der Eröffnung Ende <strong>2021</strong> entgegensehen.<br />

Von Andreas Mensdorff-Pouilly<br />

Ein Hausbau ist immer eine Herausforderung. Der Umbau<br />

eines Hauses zu einem Ordenshaus, in dem unterschiedlichste<br />

Menschen miteinander leben, arbeiten,<br />

sich umeinander kümmern und Anteil nehmen werden,<br />

ist mehr als nur herausfordernd. Er ist ungemein bereichernd.<br />

<strong>Die</strong> Herausforderung auf der einen Seite, die Bereicherung<br />

auf der anderen Seite: Sie werden sich nicht die<br />

Waage halten. <strong>Die</strong> Bereicherung wird überwiegen. Eindeutig!<br />

Dafür sorgen die Besonderheiten des Ortes, an<br />

dem das neue Ordenshaus entsteht, und die Menschen,<br />

die es mit Leben füllen werden. <strong>Die</strong> Lage ist unvergleichlich:<br />

mitten in Wien, an einem historischen Ort mit besonderer<br />

Gastlichkeit – sowohl in geschichtlich-traditioneller<br />

als auch in spiritueller Hinsicht. Auf einzigartige<br />

Weise werden hier auf engem Raum die Angebote des<br />

Franziskus Spitals, des Ordens der Elisabethinen und<br />

des <strong>Malteser</strong>ordens vereint.<br />

Flächenwidmung und Denkmalschutz<br />

Bis zum Umbau bedurfte es vieler durchaus profaner Arbeitsschritte.<br />

Gehen wir kurz zum Anfang des Projekts:<br />

4<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


IMFOKUS<br />

Das Haus steht für eine familiäre Atmosphäre, Gemeinschaft<br />

und Nächstenliebe<br />

Wochenendbesuch: die Familie ist beim gemeinsamen Essen<br />

im <strong>Malteser</strong> Ordenshaus herzlich willkommen<br />

Zunächst galt es, die Bebaubarkeit der Flächen zu eruieren<br />

und die Flächenwidmung unter Berücksichtigung der<br />

umliegenden Nutzung, des Grünraums, der Bauhöhe, der<br />

Belichtung und Beschattung sowie des Zugangs vom öffentlichen<br />

Grund rechtlich abzustimmen. Auch musste<br />

die bebaubare Fläche durch Untersuchung bestehender<br />

alter Einbauten aufbereitet und letztendlich die archäologische<br />

Befreiung eingeholt werden.<br />

Nicht zu vergessen ist das Zusammenspiel mit der bestehenden<br />

Bausubstanz in seiner Denkmalwürdigkeit, die Anforderungen,<br />

die durch die Erweiterung des Franziskusspitals<br />

gestellt waren, und die Neuausrichtung der Unterkunft<br />

der Elisabethinen! <strong>Die</strong> Bauabwicklung erfolgte im laufendem<br />

Betrieb. <strong>Die</strong> räumlich beengte Situation erforderte<br />

eine besonders gute Logistik und Disziplin aller Beteiligten<br />

– von der Anlieferung über die Krannutzung bis hin zur<br />

Terminplanung.<br />

Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit<br />

Was nach ungemütlichem Baulärm und viel Staub klingt,<br />

führt im Ergebnis zu einem wunderbaren, stillen und<br />

reinen Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit für die<br />

kommenden Benützer des Hauses. Dafür wurden räumlich<br />

durchdachte Konzepte geplant, sowohl in Bezug auf<br />

die Größe der Wohngruppen, der Aufenthaltsbereiche<br />

und der Freiräume, als auch in Bezug auf das Verhältnis<br />

zwischen Innen- und Außen.<br />

<strong>Die</strong> Appartements im Altbau wurden an die bestehenden<br />

Bausubstanz angepasst, was eine reizvolle Atmosphäre<br />

und ein gediegenes Umfeld schafft. <strong>Die</strong> Appartements<br />

im Neubau sind modern gehalten. Große Fenster und<br />

hohe Räume lassen ein helles und freundliches Zuhause<br />

entstehen.<br />

Kurze Wege ermöglichen leichte Orientierung<br />

Das Zusammenleben der Bewohner findet in offenen,<br />

großzügigen Gemeinschaftsbereichen statt. Individuelle<br />

Zonen ermöglichen einen geschützten Aufenthalt sowohl<br />

innerhalb der Wohngruppen als auch auf den Terrassen<br />

und im hauseigenen Garten. <strong>Die</strong> Wohngruppen<br />

sind im Neubau zentral organisiert, sodass die Wege im<br />

täglichen Ablauf kurz bleiben. Ein zentraler Stützpunkt<br />

fügt sich dezent in den Grundriss ein und ermöglicht<br />

eine gute Übersicht.<br />

Den Mitarbeitern stehen eigene Rückzugsbereiche und<br />

spezielle Betreuungsräume zur Verfügung. <strong>Die</strong> Verwaltung<br />

ist für die optimale Führung des Ordenshauses<br />

vom Tagesgeschehen getrennt. <strong>Die</strong> unterschiedlichen<br />

Innenhöfe bilden mit den Gebäuden einen besonderen<br />

Ort, einen Ruhepol inmitten der Stadt. Besondere Ruhe<br />

und Einkehr finden die Benutzer des Hauses zudem in<br />

der hauseigenen Kapelle.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 5


IMFOKUS<br />

HEIMELIG UND MODERN ZUGLEICH<br />

Das neue MALTESER Ordenshaus, in dem künftig auch die Bewohner der Seniorenresidenz Haus Malta ihr neues Zuhause<br />

finden werden, bietet professionelle Betreuung und Pflege rund um die Uhr sowie vielfältige Zusatzangebote. Hier die<br />

wichtigsten Informationen im Überblick.<br />

Von Thomas Kissich<br />

Das Ordenshaus ist ein Wohn- und Pflegeheim für pflegebedürftige<br />

Menschen. Im Sinne der <strong>Die</strong>nstleistung<br />

„Wohnen und Pflege“ werden seitens des Fonds Soziales<br />

Wien (FSW) Personen der Pflegestufen 3 bis 7 gefördert.<br />

Privatzahlende können auch bei einer niedereren<br />

Pflegestufe aufgenommen werden. Eine Pflegebedürftigkeit<br />

ist allerdings Grundvoraussetzung.<br />

Das Haus wurde nach den neuesten Standards und wissenschaftlichen<br />

Erkenntnissen im Bereich der stationären<br />

Langzeitpflege errichtet. Es verfügt über modernste<br />

Arbeitsmittel, um den Pflegealltag sowohl für die Bewohner<br />

als auch für die Mitarbeiter so angenehm wie<br />

möglich zu gestalten.<br />

Allgemeine Räumlichkeiten im neuen MALTESER<br />

Ordenshaus<br />

Das breite und vielfältige Angebot am Standort des<br />

Franziskus Spitals steht natürlich auch den Bewohnern<br />

des <strong>Malteser</strong> Ordenshauses zur Verfügung. Hier<br />

ein kleiner Einblick in die allgemeinen Räumlichkeiten:<br />

• Speisesaal, Bibliothek, Bridgezimmer<br />

• Ärzteraum<br />

• Räume für Therapie- und Rehabilitationsangebote<br />

• Sozialraum<br />

• Ruheraum<br />

• Räume für <strong>Die</strong>nstleistungen (Friseur, Pediküre)<br />

• Therapie- und Wellnessbad<br />

• Garderoben, Wäscherei, Werkstatt<br />

• Empfang<br />

6<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


IMFOKUS<br />

Wohngruppen im neuen Zubau<br />

<strong>Die</strong> sechs Wohnbereiche im Pflegehaus werden als<br />

Wohngruppen geführt. <strong>Die</strong>se bestehen aus einem zentralen<br />

Aufenthaltsbereich, von dem aus die Zimmer auf kurzem<br />

Weg erreicht werden können. Der Begegnungssalon mit Aktivitätenküche<br />

ist das Zentrum des täglichen Lebens: Hier<br />

wird gegessen, geplaudert und Kaffee getrunken.<br />

Das Konzept der Wohngruppen wurde ganz bewusst gewählt,<br />

weil dadurch eine familiäre Wohlfühlatmosphäre<br />

entsteht. Zudem haben Wohngruppen kleinere Strukturen,<br />

die unseren Bewohnern die Orientierung erleichtern.<br />

Für jeden das passende Konzept<br />

• Appartements sind als Einzelzimmer mit eigener<br />

Nasszelle und WC gestaltet. Sie verfügen über<br />

Satellitenanschluss, einen persönlichen Telefonanschluss<br />

und eine Notrufanlage. Alle Appartements<br />

sind barrierefrei und behindertengerecht.<br />

Der Wohn- und Schlafbereich kann mit persönlichem<br />

Mobiliar gestaltet werden. Im Klostertrakt<br />

können die Appartements selbst eingerichtet<br />

werden. Das Pflegebett wird aufgrund<br />

von gesetzlichen und hygienischen Bestimmungen<br />

sowie pflegerisch-medizinischen Vorgaben<br />

in jedem Appartement vom Ordenshaus gestellt.<br />

• Wohnen im Kloster: <strong>Die</strong> Appartements im Klostertrakt<br />

werden liebevoll in die ganz besondere Atmosphäre<br />

des historischen Gebäudeteiles integriert. <strong>Die</strong><br />

Grundrisse der Einheiten sind wegen der räumlichen<br />

Struktur des Klosters und der Vorgaben des Bundesdenkmalamtes<br />

unterschiedlich. Dadurch können auf<br />

Wunsch auch Doppeleinheiten geschaffen werden.<br />

Jede Einheit ist individuell mit einem gemütlichen<br />

Wohn- und Essbereich, einem eigenen Schlafzimmer<br />

sowie einem eigenen Bad mit WC ausgestattet.<br />

Leistungsumfang des Hauses<br />

• Wohn- und Pflegeappartements<br />

• Fachärztliche Betreuung, ganzheitliche und aktivierende<br />

Pflege<br />

• Sozialbegleitung und Animation, Aktivitäten mit<br />

Demenzkranken und Demenzbetreuung<br />

• Bewegungs- und Psychotherapie<br />

• Singen, Spielen, Literatur- und Malrunde<br />

• Durch <strong>Malteser</strong> ehrenamtlich organisierte Ausflüge,<br />

gemeinames Feiern der Hl. Messe am Sonntag<br />

• Seelsorgerische Betreuung, Kapelle im Haus<br />

• Saisonale Frischküche mit Menüauswahl, Kaffee, Tee<br />

und Saftbar<br />

• Friseur und Fußpflege<br />

Psychotherapie und Ausbildungsangebote<br />

Psychotherapeutische Betreuung: die psychotherapeutische<br />

Betreuung im Haus Malta wird auch im neuen<br />

Ordenshaus fortgeführt und sowohl für die Bewohner<br />

als auch für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Ausbildung:<br />

Für Studierende gibt es die Möglichkeit, im<br />

Zuge ihres Propädeutikums ein einjähriges<br />

Praktikum im Ordenshaus<br />

zu machen. Interessenten wenden<br />

sich bitte direkt an Dr. Dominik<br />

Batthyány, batthyany@gmx.at,<br />

T: +43 676 880 883 91<br />

Palliativbetreuung: Mit Würde<br />

und Nächstenliebe bis zuletzt engagieren<br />

sich die <strong>Malteser</strong> ehrenamtlich<br />

im Palliativbereich, natürlich<br />

auch im Ordenshaus. Ausbildung:<br />

Auch hier besteht die Möglichkeit,<br />

in Zusammenarbeit mit den <strong>Malteser</strong>n<br />

eine Palliativausbildung zu<br />

absolvieren. Wenden Sie sich bitte an Dr. Johannes<br />

Mlczoch, mpd@malteser.at, T: +43 664 411 88 69<br />

Im Klostertrakt können die Bewohner eingebettet in<br />

die christlichen Gemeinschaften des <strong>Malteser</strong>ordens<br />

ihren Alltag genießen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 7


IMFOKUS<br />

LEBENDIGE FARB- UND LICHTWELTEN<br />

Das neue MALTESER Ordenshaus mitgestalten zu dürfen, ist eine wunderbare Aufgabe! <strong>Die</strong> richtige Wahl von Farben,<br />

Licht und Formen spielt dabei eine entscheidende Rolle.<br />

Von Claudia Schober<br />

Der bewusste Einsatz von Farben, Licht und Bildern kann atmosphärisch,<br />

emotional und funktional vieles ermöglichen,<br />

gibt es doch spannende Erkenntnisse darüber, was Menschen<br />

im Alter besonders brauchen, was Pflegekräfte bei ihrer<br />

Arbeit unterstützt, was bei der wichtigen psychosozialen<br />

Betreuung hilft und was allen Freude bereitet! Bestimmte<br />

Farbkombinationen sind geeignet, ältere Menschen zu mobilisieren,<br />

anzuregen oder zu beruhigen. Sie dienen als Leitund<br />

Orientierungsgefüge, das die Menschen einbindet, aktiviert<br />

sowie schützt und attraktive Arbeitsplätze schafft.<br />

Das Besondere des neuen Ordenshauses ist die Verbindung<br />

von Alt und Neu: Zimmer, Aufenthaltsräume und Infrastruktur<br />

im denkmalgeschützten Elisabethinenkloster mit<br />

einer Kapelle aus dem frühen 18. Jahrhundert und angeschlossen<br />

der fünfstöckige Neubau. Für beide Häuser mit<br />

allen Auflagen eines Pflegebetriebes habe ich ein Gesamtkonzept<br />

für Farbe, Licht und Bilder erarbeitet. <strong>Die</strong> Mitarbeiter<br />

haben mit ihrer Erfahrung dazu beigetragen.<br />

Mit Bildern Freude erzeugen und motivieren<br />

Entscheidend für die Farbwirkung sind Flächengröße,<br />

Reinheit, Intensität sowie die Nachbarfarbe. Speziell berücksichtigt<br />

habe ich die Wahrnehmungsfähigkeit von<br />

Menschen im Alter. So ist das Blickfeld durch eine gebückte<br />

Haltung tiefer und die Aufmerksamkeit daher stärker<br />

auf den Boden gerichtet. Geringe Sehschärfe, verminderte<br />

Kontrastwahrnehmung, erschwertes räumliches Sehen und<br />

stark vermehrter Lichtbedarf bei gleichzeitig erhöhter Blendeempfindlichkeit<br />

können in älteren Menschen Unsicherheit<br />

erzeugen und die Lebensfreude mindern. Menschen<br />

mit Demenz nehmen vermehrt emotional wahr. Sehbehinderungen<br />

bewirken dann oft Überforderung und Stress.<br />

<strong>Die</strong> gute Nachricht: Alte Menschen erinnern sich an Farben<br />

und reagieren auf gewisse Farben äußerst positiv. Mit den<br />

richtigen Bildern kann man zusätzlich Freude erzeugen, an<br />

Erlebtes erinnern und auch motivieren, zum Aufenthaltsraum,<br />

auf die Terrasse oder in den Garten zu gehen.<br />

Emblem der Hilfswerke des Ordens (weißes Kreuz<br />

auf rotem Schild) als roter Faden<br />

Jedes Stockwerk des neuen Ordenshauses steht unter dem<br />

Schutz eines Heiligen. Entsprechend erhält jedes Stockwerk<br />

im Neubau zusätzlich eine Themenzuordnung – visualisiert<br />

mit Bildern aus Gottes Schöpfung in der Natur. Wände,<br />

Böden und die Einrichtung sind jeweils in einer dualen<br />

Farbwelt gestaltet. Eine motivierende und eine beruhigende<br />

Farbe sorgen für Geborgenheit und Wohlbefinden. Für<br />

eine bessere Orientierung der Bewohner wird eine Seite des<br />

Ganges in der motivierenden Farbe, die gegenüberliegende<br />

Seite in der beruhigenden Farbe gestrichen. So fällt es leichter,<br />

sich die Gehrichtung und den Rückweg zu merken. Ein<br />

transparentes Leitsystem mit dem Logo der <strong>Malteser</strong> ist der<br />

rote Faden durch die beiden Häuser.<br />

Mein nächster Schritt ist, das passende farbige Outfit für die<br />

Mitarbeiter zusammenzustellen. Ich freue mich jetzt schon<br />

auf den Moment, in dem Bewohner, Mitarbeiter und Besucher<br />

dieses liebevoll gestaltete Haus beleben werden.<br />

8<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


IMFOKUS<br />

EIN GUTER PLATZ ZUM ARBEITEN<br />

<strong>Die</strong> MALTESER sind Arbeitgeber für viele engagierte Pflegkräfte: Ob stationär oder mobil, ob für Erwachsene oder Kinder – die<br />

Einsatzbereiche sind vielfältig. Hier erzählen Mitarbeiter, warum sie sich für die MALTESER entschieden haben und wieso<br />

sie gerne zur Arbeit gehen.<br />

STECKBRIEF VERONIKA<br />

Tätigkeit: Diplomierte Gesunden- und Krankenpflegeperson Haus Malta/MALTESER<br />

Ordenshaus. Tätig seit: April 2020<br />

Das Besondere an meinem Job: <strong>Die</strong> freundliche und wertschätzende Atmosphäre. Es<br />

fühlt sich an, wie zu Hause zu arbeiten. Warum Pflege: Ich helfe gerne. Ich wollte schon<br />

als Kind Krankenschwester werden. Warum <strong>Malteser</strong>: Wir unterstützen uns gegenseitig,<br />

auch außerhalb der Arbeit. Wir sind hier eine Familie und halten zusammen.<br />

STECKBRIEF MIRNA<br />

STECKBRIEF ARMIN<br />

Tätigkeit: MALTESER Kinderhilfe/Hilde Umdasch Haus (HUH). Tätig seit: 2018<br />

Das Besondere an meinem Job: <strong>Die</strong> Arbeit mit Kindern und deren Angehörigen ist mir besonders<br />

wichtig. Im HUH profitiert man von der interdisziplinären Zusammenarbeit. Auch in<br />

Krisensituationen kann man sich auf jeden Einzelnen verlassen. Warum Pflege: Der Zivildienst<br />

hat mir einen Einblick in den Gesundheitsbereich geboten, woraufhin ich mich entschloss, die<br />

Ausbildung zum Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger zu machen. Warum <strong>Malteser</strong>:<br />

Der Beruf ist sehr abwechslungsreich, kein Tag ist wie der andere. Man arbeitet mit sehr vielen<br />

Menschen zusammen und lernt viel voneinander.<br />

Tätigkeit: MALTESER Care/Mobile Pflege, Case & Care Managerin Kinder und Jugendlichen<br />

Pflege. Tätig seit: 2016 Warum Pflege bei <strong>Malteser</strong> Care: Mir macht<br />

die Arbeit bei <strong>Malteser</strong> Care viel Freude. In der Betreuung von Kindern und Jugendlichen<br />

bemühen wir uns nicht nur um das Wohl der jungen Menschen, wir stellen<br />

sicher, dass es der ganzen Familie gut geht. Eine zufriedene Familie ist für mich das<br />

schönste Geschenk.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 9


IMFOKUS<br />

STECKBRIEF ROMANA<br />

Tätigkeit: MALTESER Kinderhilfe/Hilde Umdasch Haus (HUH). Tätig seit: 2015<br />

Das Besondere an meinem Job: Der Kontakt mit Menschen, die ganzheitliche Sicht des<br />

Lebens. Auch die Arbeitszeiten passen gut für mich. Besondere Freude macht mir die Zusammenarbeit<br />

mit anderen Berufsgruppen. Warum Pflege: Mit 16 hat mich der Beruf<br />

schon fasziniert. Ich war an einem Tag der offenen Tür in einer Krankenpflegeschule. Das<br />

Tätigkeitsfeld hat mich sehr angesprochen. Aber erst Anfang 20 habe ich mich für den Beruf<br />

reif genug gefühlt. Warum <strong>Malteser</strong>: Trotz der unterschiedlichen Persönlichkeiten und<br />

Berufe zählt jede Meinung und wird gehört. <strong>Die</strong> Zusammenarbeit im Team funktioniert gut.<br />

Viele Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten arbeiten harmonisch zusammen.<br />

STECKBRIEF GABI<br />

Tätigkeit: Heimhilfe Haus Malta/ MALTESER Ordenshaus. Tätig seit: Februar 2010<br />

Das Besondere an meinem Job: <strong>Die</strong> familiäre Atmosphäre. Warum Pflege: Weil mir<br />

schon immer die Beziehung zu alten Menschen wichtig war und ich leidenschaftlich gerne<br />

helfe und diene. Weil sich durch meine Arbeitskraft keine Konzernbosse bereichern können.<br />

Warum <strong>Malteser</strong>: Weil wir eine große Familie sind, uns gegenseitig unterstützen,<br />

füreinander da sind und das nicht nur in der Arbeit.<br />

STECKBRIEF INA<br />

Tätigkeit: MALTESER Care/Mobile Pflege Tätig seit: 2020<br />

Das Besondere an meinem Job: Es macht große Freude, mit Menschen zu arbeiten. Zu den<br />

Herausforderungen gehört, dass die Menschen so unterschiedlich und verschieden sind. Damit<br />

muss man umgehen können. Das macht diese Arbeit so umfangreich und man trägt eine sehr<br />

große Verantwortung. Warum Pflege: Mit zwölf Jahren wusste ich schon, dass ich Krankenschwester<br />

werden möchte. Hätten meine Eltern nicht darauf bestanden, dass ich maturiere, hätte<br />

ich schon mit 16 Jahren die Ausbildung zur Krankenschwester begonnen. Warum <strong>Malteser</strong>:<br />

Man wird bei den <strong>Malteser</strong>n als Mensch und nicht als Arbeitskraft betrachtet. Außerdem arbeitet<br />

man in einem hoch motivierten Team und nach einem ganzheitlichen Ansatz.<br />

ELTERN AUFGEPASST<br />

AM 11. NOVEMBER <strong>2021</strong> IST „BOYS’ DAY“!<br />

Bei dieser Art von Berufsmesse können Burschen soziale Berufe<br />

kennenlernen und persönliche Gespräche mit Männern<br />

führen, die in diesen Berufen arbeiten. Es wird gezeigt und<br />

erklärt, wie die Arbeit aussieht und warum dringend mehr<br />

Männer in Spitälern, Schulen, Betreuungseinrichtungen für<br />

Kinder und Jugendliche sowie Alten- und Pflegeheimen gebraucht<br />

werden.<br />

Nähere Infos: www.boysday.at/burschen<br />

10<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


KULTURGUT<br />

KULTURGUT<br />

DIE NEUE BEITRAGSREIHE DER MALTESER<br />

„Wenn wir Menschen nicht in die Museen können, kommen die Museen eben zu uns.“<br />

Unter diesem Leitgedanken haben wir für unser Magazin<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ eine neue Beitragsreihe gestaltet.<br />

Ab sofort wird in jeder Ausgabe ein bekanntes Gemälde<br />

eines oder einer Heiligen vorgestellt mit allerlei spannenden<br />

Informationen zur Entstehung, zur künstlerischen<br />

Darstellungsform oder auch zu Orten, an denen<br />

wir Abbildern dieser Heiligen begegnen.<br />

<strong>Die</strong> Auswahl der Porträts und Künstler, die in ihren<br />

Werken Geschichte und Religion auf einzigartige Weise<br />

verbinden, treffen unsere beiden kunst- und kulturversierten<br />

Ordensbrüder Professor Richard Mischak und<br />

Professor Wolfgang J. Bandion:<br />

Richard Mischak ist Fachbereichsleiter<br />

an der Fachhochschule<br />

Salzburg. Zuvor war der studierte<br />

Mathematiker mit Doktortitel von<br />

der TU Wien und MBA-Abschluss<br />

von INSEAD Fontainebleau viele<br />

Jahre lang in verschiedenen Ländern<br />

im Bereich Unternehmens-<br />

beratung und Managementconsulting tätig. Seit 2014<br />

kümmert er sich um die Digitalisierung des Bibliotheksbestands<br />

und Schriftenarchivs der <strong>Malteser</strong> in Österreich.<br />

Unseren Lesern ist er durch seine regelmäßigen<br />

Rezensionen bestens bekannt.<br />

Wolfgang Bandion studierte Geschichte,<br />

Philosophie und Kunstgeschichte<br />

in Wien und Rom. Seit<br />

1969 ist er in der Volksbildung<br />

tätig, publizierte zahlreiche kulturhistorische<br />

Aufsätze und war<br />

lange Zeit als Professor an der Religionspädagogischen<br />

Akademie<br />

der Erzdiözese Wien und der Universität<br />

für angewandte Kunst Wien aktiv. Er ist darüber<br />

hinaus Vorstandsmitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft<br />

Mauthausen, österreichischer Delegierter im<br />

Comité International de Mauthausen und Mitglied des<br />

Österreichischen P.E.N.-Clubs. 2011 wurde Bandion vom<br />

Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem mit dem<br />

Verdienstkreuz al merito geehrt.<br />

DER KRISENHELFER<br />

Den Auftakt zur neuen Beitragsreihe “KulturGut“ macht ein Porträt des Hl. Josef – der Krisenhelfer aus Nazareth. Er<br />

übernimmt Verantwortung für das Leben und die Schöpfung und gilt in Zeiten großer Herausforderungen als besondere<br />

Quelle der Inspiration.<br />

Von Richard Mischak<br />

Er hat kaum ein Wort gesagt, er kam in den Nachrichten<br />

seiner Zeit nicht vor, er war bescheiden und gehorsam:<br />

Josef der Nährvater von Jesus. Im Neuen Testament ist<br />

nichts von ihm überliefert, auch sein Tod wird nicht erwähnt<br />

– und doch hat Gott durch Josef von Nazareth<br />

große Dinge getan. Seine Attribute in der künstlerischen<br />

Darstellung sind das Jesuskind auf dem Arm, der<br />

blühende Stab, die Lilie, die Taube und das Winkelmaß.<br />

Schutzpatron der katholischen Kirche<br />

Am 8. Dezember 2020 wurde das „Josefsjahr“ verkündet.<br />

Anlass war der 150. Jahrestag des Dekrets „Quemadmodum<br />

Deus“, mit dem der selige Papst Pius IX<br />

den Hl. Josef zum Schutzpatron der katholischen Kirche<br />

proklamierte. Dazu hat aktuell Papst Franziskus ein<br />

apostolisches Schreiben mit dem Titel „Patris Corde“ (z.<br />

Dt.: „Mit väterlichem Herzen“) verfasst, indem er offizi-<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 11


KULTURGUT<br />

ell ein dem Hl. Josef geweihtes Jahr ausruft. Von Papst<br />

Johannes XXIII. wurde Josef neben der Gottesmutter<br />

Maria zum besonderen Schutzpatron des Zweiten Vatikanischen<br />

Konzils bestimmt.<br />

Vorbild für alle Väter<br />

Der Kirchenvater Hl. Hieronymus geht davon aus, dass<br />

Josef noch vor der Taufe Jesu, also vor seinem öffentlichen<br />

Auftreten, gestorben war. Der Hl. Josef stammt<br />

aus dem Geschlecht Davids und ist als Mann Marias<br />

der soziale Vater Jesu. Er flieht mit der Familie nach<br />

Ägypten und sorgt sich um seinen Ziehsohn. Josef widersteht<br />

Konventionen, ist einer der „Gerechten“ (Mt<br />

1,19). Vielleicht hat er noch andere Kinder. Dazu gibt<br />

es keine gesicherten Belege. Josef glaubt und handelt<br />

scheinbar stumm und klaglos in und aus Liebe zu Maria.<br />

Josefstag auch der Vatertag. Josef gilt hier als Patron<br />

der Ehepaare und Familien, Kinder, Jugendlichen und<br />

Waisen, der Jungfräulichkeit, der Kämpfer gegen den<br />

Kommunismus, der Arbeiter, Handwerker, Zimmerleute,<br />

Holzhauer, Schreiner, Wagner, Totengräber, Ingenieure,<br />

Erzieher, Pioniere, Reisenden und Verbannten, der<br />

Sterbenden, bei Augenleiden, in Versuchungen und Verzweiflung,<br />

bei Wohnungsnot, für einen guten Tod und<br />

als Förderer der Seelen, die sich ihm anempfehlen.<br />

Der Hl. Josef ist in seiner fundamentalen und einzigartigen<br />

Aufgabe als Ehemann Marias und irdischer Vater<br />

Jesu Vorbild für alle Väter. Heute ist er – mehr denn je<br />

– notwendig, denn immer häufiger kommt es zu einer<br />

sozialen Abwesenheit des Vaters. Sie muss durch die Gesellschaft<br />

ersetzt werden.<br />

Alter Mann oder junger, vitaler Handwerker?<br />

Gerade frühe Darstellungen der Christenheit zeigen Josef<br />

als alten Mann mit weißem Bart. <strong>Die</strong>se Vorstellung<br />

eines betagten Mannes geht auf folgenden Umstand<br />

zurück: Er soll vor seiner Ehe mit Maria schon einmal<br />

verheiratet gewesen sein. <strong>Die</strong> christliche Ikonographie<br />

macht ihn vor diesem Hintergrund eher zum Großvater<br />

Jesu. Jedoch heiratete ein Mann zu seinen Zeiten gewöhnlich<br />

im Alter von 18 Jahren. Josef konnte durchaus<br />

trotz zweiter Ehe ein junger Mann gewesen sein.<br />

Auffällig ist, dass sich etwa ab dem 17. Jahrhundert das<br />

Bild des Josef auch in der Kunst ändert: jünger, vitaler,<br />

als Handwerker fest zupackend, mit Alltagsszenen der<br />

Heiligen Familie.<br />

Josefstag als Vatertag und Tag der Arbeit<br />

Das Fest „Heiliger Josef, der Arbeiter“, hat Papst Pius<br />

XII. im Jahr 1955 als Gedenktag eingeführt. Es soll Josef<br />

mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai in Verbindung bringen.<br />

In Spanien ist, wie in vielen anderen Ländern, der<br />

Hl. Josef – Darstellung aus der Geburtskirche in<br />

Bethlehem<br />

12<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


KULTURGUT<br />

Der Heilige Josef<br />

interpretiert von Wolfgang J. Bandion<br />

<strong>Die</strong> „Heilige Familie mit einem Engel“ von Albrecht<br />

Altdorfer aus dem Jahr 1515 zeigt die Gottesmutter<br />

mit dem gesegneten Jesuskind. Das<br />

Bild irritiert zunächst durch die flankierenden<br />

irdischen Menschenbilder. Links die gedrungene<br />

ältere Gestalt des Heiligen Josef, dem Typ des<br />

Zimmermanns näher als dem Nährvater Jesu.<br />

Rechts als Diakon erkennbar, ein junger Mann<br />

mit fliehendem Kinn. <strong>Die</strong> Ideale von Schönheit<br />

und Ausgewogenheit der Proportionen, wie sie<br />

Antike und Renaissance verstanden, zeigen sich in<br />

der Darstellung Jesu. Der außerirdische Glanz der<br />

Krone Mariens verweist auf ihre besondere Auserwähltheit.<br />

Fruchtfestons geben dem Bild eine Einfassung.<br />

<strong>Die</strong> Kunst der Donauschule überrascht<br />

immer wieder durch ihre gewollte Ambivalenz von<br />

Realitätsferne und -nähe, von Mensch und Natur.<br />

Im Heiligen Josef werden sich viele Betrachter<br />

wiedererkennen. Er ist ganz Mensch und staunende<br />

Zuneigung zugleich.<br />

Kunsthistorisches Museum, Wien<br />

GRATIS, aber leider nicht kostenlos.<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ ist traditionell gratis und soll es auch bleiben.<br />

Denn es ist uns ein Anliegen, Sie über unsere Arbeit umfassend<br />

zu informieren. Doch die Produktion und der Versand<br />

sind leider nicht kostenlos. Bitte unterstützen Sie uns.<br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 1/<strong>2021</strong><br />

Konto lautend auf MALTESER Austria<br />

Verwendungszweck: „<strong>Zeitung</strong>“<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800<br />

Falls Sie, Ihre Freunde oder Ihre Familie über unsere Arbeit<br />

informiert werden wollen, senden wir Ihnen die <strong>Zeitung</strong> gerne<br />

regelmäßig zu. Scheiben Sie einfach an: presse@malteser.at<br />

Spenden an MALTESER Austria sind von der Steuer absetzbar!<br />

Ein Recht auf den Tod?<br />

Klinische Ethikberatung<br />

Wie die Väter, so die Söhne<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 13<br />

<strong>Malteser</strong><strong>Zeitung</strong> 1_21 ok.indd 1 04.03.21 17:29


RELIGIONAKTUELL<br />

Erinnerungen aus dem Jahr 2019<br />

HEILIGE MESSE VIA FACEBOOK<br />

März 2020: <strong>Die</strong> Anzeichen für einen Lockdown verdichten sich. Für zwei bis drei Wochen wird die<br />

Welt den Atem anhalten. Auch alle öffentlichen Gottesdienste sollen ausgesetzt werden. Ein gewichtiger<br />

Grund, aus der Not eine Tugend zu machen und kreativ zu denken.<br />

Von Clemens Grill<br />

Wir alle erinnern uns an diese Situation im März 2020: Wir<br />

waren sprachlos. Es war für die Allermeisten von uns das erste<br />

Mal überhaupt, dass so etwas eingetreten ist. Auch für mich<br />

und alle anderen Pfarrer war es gänzlich neu: Heilige Messen<br />

dürfen zwar gefeiert werden, allerdings unter Ausschluss<br />

der Öffentlichkeit. Doch ist es nicht gerade das gemeinsame<br />

Feiern, das unser kirchliches Leben so prägt? Ist nicht das<br />

Wort Communio etwas ganz Wesentliches für unser Selbstverständnis<br />

als Christen, besonders als Katholiken?<br />

Mit dem Brustton der Überzeugung habe ich mir und<br />

vor allem vielen anderen gesagt: Ab Montag, den 16.<br />

März, übertrage ich die heilige Messe täglich über Facebook.<br />

Ehrlich gestanden hatte ich zu dem Zeitpunkt<br />

noch keine Ahnung, wie das anzustellen ist. Ich hatte<br />

weder Kamera noch Mikrofone, noch sonst eine technische<br />

Ausrüstung. Nach ein paar Anrufen bei technikaffinen<br />

Menschen war es mir schnell klar: Es ist keine<br />

Hexerei, du schaffst das schon! Das Handy war die Kamera,<br />

ein ausgeborgtes Mikrofon sorgte für den Ton,<br />

mein Internetwürfel hat in der Kirche seinen Platz gefunden<br />

– und los ging‘s.<br />

Eine ungeahnt große Gemeinde<br />

<strong>Die</strong> Erfahrung nach der ersten gestreamten Messe war:<br />

In zwölf Priesterjahren hatte ich noch nie an einem Wochentag<br />

eine derart große Gemeinde – verstreut über<br />

ganz Österreich und darüber hinaus. Anschließend<br />

das Reflektieren, das Sprechen darüber. Für mich war<br />

es spannend und herausfordernd, mit einer Kamera –<br />

meinem Handy – die Messe zu feiern. Dass hinter der<br />

Kamera viele Menschen waren, die mitgefeiert haben,<br />

wurde mir erst im Laufe der nächsten Tage bewusst.<br />

Auf die erste Messe folgte die zweite, die dritte und, wie<br />

wir wissen, noch viele weitere. <strong>Die</strong> Reaktionen auf die<br />

Messen waren äußerst positiv. Viele Menschen haben<br />

mich über alle möglichen Kanäle kontaktiert, mit einigen<br />

bin ich heute noch in virtuellem Kontakt.<br />

Virtuelle Seelsorge<br />

Als der erste Sonntag kam, stand die Frage nach der musikalischen<br />

Begleitung im Raum. Drei geistliche Schwestern<br />

in einer meiner Pfarren haben mit mir live mitgefeiert,<br />

eine der Schwestern hat die Orgel gespielt. Schnell<br />

wurde uns bewusst: <strong>Die</strong> Situation wird sich so schnell<br />

nicht ändern. <strong>Die</strong>s war vor allem schmerzhaft, weil Ostern<br />

– das Fest aller Feste – bald vor der Tür stand. <strong>Die</strong><br />

Teilnehmeranzahl wurde auf fünf erhöht, dabei sind es<br />

am Palmsonntag meistens mehr als hundert mal so vie-<br />

14<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

DAS WORT GOTTES BEREITS IN 704<br />

SPRACHEN ÜBERSETZT<br />

<strong>Die</strong> komplette Bibel kann erstmals in über 700 Sprachen gelesen werden. Damit haben nun mehr als 7,5 Milliarden<br />

Menschen weltweit Zugang zum Wort Gottes.<br />

Das ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Statistik<br />

des Weltbundes der Bibelgesellschaften zur Bibelübersetzung.<br />

Mindestens ein Buch der Bibel ist in 3.435<br />

Sprachen übersetzt. Das Neue Testament kann bereits<br />

le! Trotzdem haben wir Ostern gefeiert, die drei<br />

Schwestern, mein Kaplan und ich: „Wo zwei oder<br />

drei in meinem Namen versammelt sind, da bin<br />

ich mitten unter ihnen!“<br />

Nach diesem Jesuswort waren wir physisch nicht<br />

viele mehr. Virtuell waren wir jedoch eine stattliche<br />

Gemeinde: Das steirische Liesingtal hatte trotz<br />

der Konkurrenz von ORF, Servus TV, Missio, St.<br />

Rochus sowie den diversen Stiften und anderen<br />

Pfarren einen ordentlichen Gottesdienstbesuch<br />

– mehr als sonst zu Ostern. Auch aus der großen<br />

<strong>Malteser</strong>familie hatten wir etliche Mitfeiernde.<br />

Viele der Reaktionen haben mir Mut gemacht und<br />

mir gezeigt, dass meine „Internet“-Ansage von<br />

Mitte März goldrichtig war. Einige Nachrichten haben<br />

mich auch zum Schmunzeln angeregt: „Es war<br />

so gemütlich, mit dir Messe zu feiern. Stell dir vor:<br />

Wir haben währenddessen gebruncht, danke für<br />

die Predigt übrigens.“<br />

Ebenso wichtig wie die virtuelle Seelsorge war das<br />

analoge Handeln vor Ort, also in meinen Pfarren.<br />

Bei meinen täglichen ausgedehnten Spaziergängen<br />

bin ich sehr vielen begegnet und konnte mit Menschen<br />

ins Gespräch kommen, die ich sonst nie bei<br />

irgendwelchen kirchlichen Veranstaltungen, von<br />

Gottesdiensten ganz abgesehen, angetroffen hätte.<br />

Dankbar, dass ich durch alle langen Monate dieser<br />

Pandemie gut durchgekommen bin, stelle ich fest: Es<br />

geht auch im Internet. Viel schöner ist es jedoch live<br />

vor Ort mit der physischen Präsenz vieler Menschen.<br />

in 1.571 Sprachen gelesen werden. Insgesamt gibt es rund 7.360<br />

Sprachen auf der ganzen Welt. Damit liegen für knapp 4.000 Sprachen<br />

bisher keine Übersetzung eines biblischen Buches vor. Geht<br />

es nach dem Wunsch des Weltbundes der Bibelgesellschaften, sollen<br />

daher in den nächsten 20 Jahren Übersetzungsprojekte in weiteren<br />

1.200 Sprachen realisiert werden.<br />

66 neue Übersetzungsprojekte<br />

Ein kleiner Meilenstein zu diesem ambitionierten Ziel wurde 2020<br />

erreicht. Im vergangenen Jahr konnten – trotz der Einschränkungen<br />

durch die COVID-19-Pandemie – 66 neue Übersetzungsprojekte<br />

finalisiert werden. Damit sind diese Texte weiteren 707 Millionen<br />

Menschen zugänglich. <strong>Die</strong> Übersetzungsprojekte umfassten<br />

einzelne biblische Bücher, Ausgaben des Neuen Testaments sowie<br />

Gesamtausgaben der Bibel. Darunter finden sich Neuübersetzungen<br />

und Überarbeitungen vorhandener Ausgaben ebenso<br />

wie Sprachen mit einer Erstübersetzung der Bibel. So wurde das<br />

Neue Testament in der indigenen Sprache Hano des Inselstaates<br />

Vanuatu (Ozeanien) fertiggestellt. Ebenso konnte die komplette<br />

Bibel erstmals in Dagaare herausgegeben werden, einer westafrikanischen<br />

Sprache mit insgesamt über einer Million Sprechern in<br />

Ghana und Burkina Faso.<br />

Mit Gottes Hilfe durch die Krise<br />

„Mit dem Blick auf zwei Jahrhunderte bibelgesellschaftlichen<br />

Wirkens und 75 Jahre gemeinsamen Arbeitens im Weltbund der<br />

Bibelgesellschaften danken wir Gott für seinen Segen, den er unserer<br />

Mission zuteilwerden lässt, allen Menschen die Bibel zur Verfügung<br />

zu stellen“, so Michael Perreau, Generaldirektor des Weltbundes<br />

der Bibelgesellschaften. „Jede Übersetzung, die fertiggestellt<br />

wird, ermöglicht mehr Menschen den Zugang zu Gottes Wort.“<br />

Das sei gerade jetzt in der weltweiten Krise besonders wichtig, so<br />

Perreau.<br />

*Der Text durfte mit freundlicher Genehmigung des Referats für<br />

Bibelpastoral der Erzdiözese Wien leicht modifiziert und gekürzt<br />

wiedergegeben werden.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 15


LEBENSWERT<br />

ANNA – EIN BESONDERES KIND MIT<br />

EINEM BESONDEREN LÄCHELN<br />

Für manche Eltern ist Down-Syndrom eine niederschmetternde Diagnose. Für andere ist sie ein Geschenk, das uns alle daran<br />

erinnert, worauf es im Leben wirklich ankommt.<br />

Von Peter und Pia Seilern<br />

Marie Czernin hatte uns im Jahr 2012 angerufen und gefragt,<br />

ob wir bereit wären, unsere Tochter Anna im Magazin<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ vorzustellen. Anna war damals<br />

gerade einmal eineinhalb Jahre jung und sollte in der<br />

Ausgabe 02/2012 allen Leserinnen und Lesern zeigen,<br />

dass auch dieses zarte Wesen mit Down-Syndrom ein<br />

Ebenbild Gottes und somit lebenswert ist.<br />

Nach gut neun Jahren darf sich Anna erneut der geneigten<br />

Leserschaft zuwenden und ihre Eltern, Pia und<br />

Peter, dürfen ein wenig über ihre Erlebnisse mit Anna<br />

erzählen: Anna wurde Anfang März zehn Jahre alt. Sie<br />

ist ein wunderbares Mädchen, liebt Musik über alles<br />

und tanzt leidenschaftlich gerne, sodass einem schon<br />

beim Zusehen schwindlig wird, wenn sie ihre Pirouetten<br />

dreht. Meistens kann sie sich sehr gut alleine beschäftigen,<br />

vor allem mit Spielsachen, die Musik oder Geräusche<br />

machen oder etwas sagen. Mit ihrem Charme<br />

wickelt sie neben ihrer Familie auch ihre Lehrerinnen,<br />

Therapeuten, Freunde und alle anderen um den Finger.<br />

Viel Zeit und Geld für gute Betreuung<br />

Bei Annas Geburt wurde auch ein Herzfehler diagnos-<br />

tiziert, der bereits eine Operation erforderte. Gottlob<br />

blieb Anna bis heute ein weiterer Eingriff erspart. Dennoch<br />

wird ihr Herz bis heute regelmäßig von einem Kardiologen<br />

untersucht. <strong>Die</strong> Krankenkassa trägt einen Teil<br />

der Kosten für die laufenden und regelmäßigen Therapien.<br />

Das ist natürlich eine große Erleichterung. Dennoch<br />

wenden wir viel Zeit und Geld auf, um unsere Tochter<br />

möglichst gut betreut zu wissen.<br />

<strong>Die</strong> Arztbesuche, die Therapien und manchmal auch ungeplante<br />

Klinikaufenthalte sind Begleiterscheinungen<br />

im Leben mit einem besonderen Kind. Da Anna manchmal<br />

der Meinung ist, sie brauche nicht zu trinken, kam<br />

es schon einige Male vor, dass sie wegen Dehydrierung in<br />

die Klinik aufgenommen werden musste. Eine Esslernschule<br />

in Graz war sehr hilfreich und zeigte Anna, wie<br />

sie sich mit unserer Unterstützung besser und gesünder<br />

ernähren kann.<br />

Großzügige Hilfe der MALTESER<br />

Segensreich war hier die Unterstützung des <strong>Malteser</strong>ordens,<br />

der sich bereit erklärt hatte, die Kosten für diese<br />

Therapie zu übernehmen. Vorangegangen war ein Ein-<br />

16<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


LELEBENSWERT<br />

kehrwochenende im Stift Admont, wo sich für Peter die<br />

Gelegenheit ergeben hatte, mit Ordensbruder Kommerzialrat<br />

Martin Auer-Arland ins Gespräch zu kommen und<br />

von Anna und ihren Besonderheiten und Bedürfnissen<br />

zu erzählen. <strong>Die</strong>s hatte im Sinne der Hilfe für die Herren<br />

Kranken dazu geführt, dass weitere Ordensbrüder ihre<br />

Unterstützung zusagten.<br />

Namentlich darf ich hier den Prokurator des Großpriorats,<br />

Norbert Salburg-Falkenstein, den Kanzler des<br />

Großpriorats, Dipl. Ing. Richard Freiherr von Steeb, sowie<br />

Heinrich Freiherr von Steeb nennen. Ihnen allen gebührt<br />

ausdrücklicher und herzlicher Dank. Ebenso war<br />

es ein schönes Erlebnis, in Gemeinschaft mit Personen<br />

des Alten- und Pflegeheimes bei einem Mittagessen in<br />

den Räumen der Steirischen <strong>Malteser</strong> zu Gast sein zu<br />

dürfen.<br />

Ein fröhliches Schulkind<br />

Anna ging gerne in den Kindergarten und geht jetzt<br />

schon das vierte Jahr in die Schule. Sie besucht die<br />

Sonderschule, da diese für sie gut geeignet ist – kleine<br />

Klasse, intensive Betreuung. Ihre Mitschüler sind<br />

ganz unterschiedlichen Alters. <strong>Die</strong> Spanne reicht von<br />

sieben bis 16 Jahre. Bei Anna wurde neben dem Down-<br />

Syndrom auch Autismus diagnostiziert, sodass sie in einer<br />

solchen Klasse besser aufgehoben ist. Auch gibt es<br />

im ländlichen Niederösterreich nicht so viele passende<br />

Schulen zur Auswahl. Viele Kinder mit Down-Syndrom<br />

besuchen allgemein die Volksschule und gehen danach<br />

in entsprechende weiterführende Schulen. Da Anna<br />

aber – im Unterschied zu vielen anderen Kindern mit<br />

Down-Syndrom – noch nicht spricht und da auch ihre<br />

sonstige Entwicklung verzögert ist, ist für sie die Sonderschule<br />

geeigneter.<br />

Anna besucht neben der Schule regelmäßig Therapien<br />

und Fördereinheiten. Leider muss davon einiges privat<br />

finanziert werden. Auch muss einiges an Fahrtweg<br />

und Fahrzeit in Kauf genommen werden, denn in unserer<br />

unmittelbaren Wohngegend gibt es kaum Möglichkeiten<br />

für Therapien oder Förderkurse. Auch ist es<br />

sehr unterschiedlich, wie viel und für welche speziellen<br />

Herausforderungen die betreuten Kinder Therapien benötigen.<br />

Jede Familie muss hier die für sie geeigneten<br />

Förderungen finden. Neben der Herzoperation als Baby<br />

hatte Anna im Alter von sechs Jahren einen Eingriff an<br />

beiden Hüftgelenken. Unter diesen Umständen tun ihr<br />

eine Hippotherapie und die Bewegung auf einem Therapiefahrrad<br />

sehr gut.<br />

Zeitreise mit eigenen Gesetzen<br />

Das Spektrum bei Menschen mit Down-Syndrom ist<br />

breit. Viele führen ein relativ selbstständiges Leben<br />

und könnten auch auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß<br />

fassen. Doch dazu bräuchte es mehr Arbeitgeber, die<br />

sich darauf einlassen und Menschen mit Down-Syndrom<br />

Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Möglicherweise<br />

wird Anna einmal eine große Musikerin oder<br />

Tänzerin.<br />

Wir lernen über Anna viele Menschen kennen, die wir<br />

sonst nie getroffen hätten. In Wien und Umgebung<br />

gibt es Spielgruppentreffen für Kinder mit Down-<br />

Syndrom und ihre Familien. Neben dem Spaß für die<br />

Kinder können sich hier auch die Eltern austauschen.<br />

<strong>Die</strong>ses Miteinander ist wichtig, denn das Leben mit<br />

Anna ist wie eine Zeitreise mit ganz eigenen Gesetzen.<br />

Auch wenn Anna uns viel abverlangt an Aufmerksamkeit<br />

und Betreuung, so lässt ihre Lebensweise so manches<br />

in anderem Licht erscheinen. Scheinbar wichtige<br />

Dinge werden zur Nebensache, die hektische Zeit wird<br />

entschleunigt und ihr meist frohes Gemüt lässt einen<br />

den Ärger des Alltags oft vergessen. Dazu kommt die<br />

Gewissheit, von Gott getragen zu sein und in ihrer Person<br />

Jesus zu begegnen.<br />

Ein ziemlich normales Leben<br />

Auch heute gilt noch das, was Pia schon 2012 gesagt<br />

hatte: Wir wollen über das Morgen nicht allzu viel nachdenken.<br />

Wir können alles nur Schritt für Schritt machen.<br />

Wenn man sich einmal auf solch ein besonderes Kind<br />

eingestellt hat, dann stellt man fest, dass wir eigentlich<br />

ein ziemlich normales Leben führen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 17


LEBENSWERT<br />

LASSEN WIR UNSERE<br />

STERBENDEN NICHT ALLEIN!<br />

Das Leben kann in allen Phasen ein großes Geschenk sein. Unabänderlich muss aber jeder von uns<br />

auch einmal sterben. Für die MALTESER hat dabei die Würde des Menschen höchste Priorität –<br />

gerade auf der letzten Wegstrecke, die wir selbst gehen oder auf der wir andere begleiten.<br />

Wir stehen derzeit vor großen gesetzlichen Veränderungen,<br />

die ältere und kranke Menschen künftig noch stärker<br />

unter Druck setzen könnten, als es derzeit ohnehin<br />

der Fall ist. Gerade weil wir wissen, dass Menschen heute<br />

mehr denn je Hilfe und Beistand beim Sterben brauchen,<br />

wollen wir Sterbende nicht allein lassen, sondern sie bewusst<br />

beim Sterben begleiten. Vermutlich wäre es besser,<br />

hier von Lebenshilfe als von Sterbehilfe zu sprechen.<br />

UNTERSTÜTZUNG DURCH DIE MALTESER<br />

Von Dr. Korbinian Birnbacher OSB<br />

Wir fordern deshalb allerhöchste Achtsamkeit bei dieser<br />

ebenso komplexen wie sensiblen Thematik und hoffen, dass<br />

sowohl Suizidprävention als auch Hospiz- und Palliativbetreuung,<br />

wo wir durch unser Engagement wertvolle Erfahrungen<br />

einbringen können, ausgebaut werden. Kein sterbender<br />

Mensch darf vereinsamen und sich überflüssig oder<br />

nutzlos vorkommen. Wir treten als <strong>Malteser</strong> dafür ein, dass<br />

nach einem beachtenswerten Vermächtniswort von Kardinal<br />

Franz König, niemand durch die Hand, aber ein jeder an<br />

der Hand eines Menschen sterben darf und soll.<br />

Ehrlichkeit und Liebe<br />

Persönlich bin ich nie glücklicheren Menschen begegnet<br />

als jenen, die ich beim Sterben begleiten durfte. Mit großen,<br />

gütigen und dankbaren Augen haben sie mich an-<br />

Der Palliativdienst sowie die Besuchs-, Kranken- und Pflegedienste der <strong>Malteser</strong> sehen es als ursächliche Aufgabe<br />

ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit an, Lebensqualität zu vermitteln und gegen Einsamkeit und Depression anzukämpfen.<br />

Sie gewährleisten eine gute medizinische Versorgung durch mobile Pflege – wie etwa bei <strong>Malteser</strong> Care – oder<br />

durch stationäre Betreuung und Pflege im <strong>Malteser</strong> Ordenshaus sowie bei der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe. In diesen<br />

Einrichtungen arbeitet das professionelle Pflegepersonal mit erfahrenen Psychologen, Therapeuten und Ärzten zusammen,<br />

um das ideale Maß an medizinischer Versorgung, Schmerztherapie, Gemeinschaft, Pflege und Förderung<br />

anbieten zu können und auch in schwierigen Situationen Lebensfreude zu ermöglichen beziehungsweise auf dem<br />

letzten Weg würdevoll und einfühlsam zu begleiten.<br />

18<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


LEBENSWERT<br />

SORGSAMER UMGANG MIT DEM<br />

THEMA STERBEHILFE<br />

Vor wenigen Wochen hat auf Einladung des Justizministeriums<br />

das Dialogforum Sterbehilfe stattgefunden.<br />

gelächelt – in vollem Bewusstsein, dass jetzt etwas kommen<br />

wird, was sie in dieser Einmaligkeit noch nie zuvor<br />

erfahren haben. Dankbar für jede Form von Anteilnahme<br />

an ihrem Leben, legten sie mir eine Art ungeschminkte<br />

Lebensbilanz vor und wollten wenigstens am Ende ihres<br />

Lebens ein Stück Ehrlichkeit und Liebe erfahren dürfen.<br />

Auch wenn ihnen klar war, dass das Leben nun unweigerlich<br />

zu Ende ging, waren sie dankbar für das Leben, so wie<br />

es ihnen geschenkt wurde. Sie waren jetzt einfach neugierig<br />

auf das, was nun kommen wird. Angst hatten sie nur,<br />

wenn sie allein und verlassen waren, wenn keiner sich<br />

mehr um sie kümmerte und niemand mehr an sie dachte.<br />

Verbittert waren sie nur, wenn ihnen schmerzlich bewusst<br />

wurde, dass man lediglich hinter ihrem materiellen Erbe<br />

her war. Nur völlig hilflose, vereinsamte und verzweifelte<br />

Menschen suchen einen Ausweg durch Selbsttötung.<br />

Ich kann nur appellieren: Lassen wir bitte unsere Sterbenden<br />

nicht allein! Tun wir alles, damit niemand aus Verzweiflung<br />

nur noch im Suizid einen letzten (Er-)Lösungsweg<br />

sieht. Tun wir alles, dass Menschen in Österreich auch<br />

künftig menschenwürdig leben und sterben können!<br />

Vertreter aus Medizin, Pflege, Hilfs- und Sozialeinrichtungen,<br />

Wissenschaft, Verfassungsdienst, dem Sozialministerium<br />

sowie der Religionsgemeinschaften nahmen<br />

an diesem Dialogforum teil, um eine gesetzliche Neuregelung<br />

der passiven Sterbehilfe zu diskutieren.<br />

„Mit der Gesetzesänderung geht die Gefahr einher, dass<br />

Menschen, die beispielsweise Pflege und Hilfe benötigen,<br />

sich als Last oder Belastung für andere empfinden und ihr<br />

Leben beenden möchten. Der Beschluss des Verfassungsgerichtshofes<br />

ist zu akzeptieren und trotzdem ist klar:<br />

Jedes Menschenleben ist lebenswert und wertvoll. <strong>Die</strong><br />

Würde eines Menschen ist unantastbar. Und das muss so<br />

bleiben“, so Erzabt Korbinian Birnbacher OSB, Vorsitzender<br />

der Österreichischen Ordenskonferenz.<br />

Prävention und Betreuung<br />

Um den Prozess der Gesetzesänderung gut zu begleiten,<br />

fordern die Ordensgemeinschaften Österreich einerseits<br />

die Suizidprävention auszubauen und andererseits die<br />

Hospiz- und Palliativbetreuung abzusichern. Geht es<br />

doch im Grunde darum, den Menschen in herausfordernden<br />

und schwierigen Zeiten Orientierung und Sicherheit<br />

zu geben. Es braucht in diesen Lebenssituationen ausreichend<br />

Raum und Zeit für Gespräche und die vorhandenen<br />

Strukturen und Einrichtungen, die Hilfe leisten und<br />

Halt geben.<br />

INDIVIDUELLE PFLEGE<br />

UND BETREUUNG<br />

IM EIGENEN ZUHAUSE<br />

MALTESER Care ist seit vielen Jahren als kompetenter<br />

Partner für Familien in ganz Österreich tätig. Wir<br />

bieten bestmögliche Pflege- und Betreuungsleistungen<br />

zu Hause an. Unsere diplomierten Gesundheits- und<br />

Krankenpflegepersonen beraten Sie gerne.<br />

Details zu unseren Leistungen unter<br />

+43 1 361 97 88 • office@malteser.care<br />

www.malteser.care<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 19


MALTESERÖSTERREICH<br />

EINE GELUNGENE<br />

PREMIERE<br />

Im Februar <strong>2021</strong> fand mit großem Erfolg erstmals das<br />

Wahlfach für Notfallkompetenz und Arzneimittellehre<br />

(NKA) an der Medizinischen Universität Wien statt, organisiert<br />

von den Vienna Premedics, den <strong>Malteser</strong>n sowie<br />

der Universitätsklinik für Notfallmedizin.<br />

NEU IN WIEN: ERSTE HILFE AM KIND<br />

Ab sofort bieten die MALTESER in Wien Erste-Hilfe-Kurse für die Versorgung von Kindern in Notfällen an. Der erste Kurs<br />

ist bereits erfolgreich über die Bühne gegangen.<br />

Von Antonia Franckenstein<br />

<strong>Die</strong> Teilnehmer des Kurses „Erste Hilfe am Kind“ lernen,<br />

was im Notfall zu tun ist, wenn ein Kind oder Säugling<br />

Hilfe benötigt. Ein Kind ist nicht einfach ein „kleiner<br />

Erwachsener“. Es reagiert im Notfall anders. Der neue<br />

Kurs der <strong>Malteser</strong> ist speziell darauf abgestimmt, die<br />

wichtigsten Lerninhalte zu Kindernotfällen zu vermitteln.<br />

Er richtet sich insbesondere an Eltern, Großeltern,<br />

Babysitter, werdende Mütter und Väter sowie Personen,<br />

die im Arbeitsumfeld viel mit Kindern zu tun haben. Im<br />

Rahmen von praktischen Übungen gewinnen die Teilnehmer<br />

Sicherheit, um im Notfall fachgerecht helfen zu<br />

können.<br />

Kontakt und Anmeldung: www.malteser.at<br />

<strong>Die</strong> Kursinhalte im Überblick:<br />

• Grundlagen der Ersten Hilfe, erweiterte Erste Hilfe<br />

• Notfallcheck am Säugling/Kind<br />

• Herz-Lungen-Wiederbelebung am Säugling/Kind<br />

nach den neuesten ERC-Guidelines<br />

• Umgang mit dem halbautomatischen Defibrillator<br />

• Erkrankungen und Notfälle des Kindes, Unfallverhütung<br />

• Maßnahmen bei plötzlichen Erkrankungen, Atemwegsverlegungen<br />

und Vergiftungen<br />

• Versorgung von Wunden sowie Knochen- und Gelenksverletzungen<br />

20<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

<strong>Malteser</strong> Kinderprogramm: Beim Projekt „Zorrom<br />

Chavore“ gestalten <strong>Malteser</strong> einen Nachmittag für<br />

Kinder aus Romafamilien. Auch diesmal standen<br />

Zeichnen, Malen und Ballspielen im Freien auf dem<br />

Programm. Jeder Einwurf, jeder Eckball wurde beim<br />

Fußball zu einem sportlichen Highlight. Auch beim<br />

Frisbee- und Ballspielen wurde gehüpft, gelaufen und<br />

gesprungen – über alle Sprachbarrieren hinweg.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

STEIERMARK<br />

<strong>Malteser</strong> testen ehrenamtlich: Hohen Besuch<br />

aus der Politik bekam die Antigen Teststraße<br />

für Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Steiermark<br />

unter anderem vom Landeshauptmann der<br />

Steiermark, Hermann Schützenhofer, sowie der<br />

Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort,<br />

Margarete Schramböck.<br />

Sanitäter kochen: Der Rettungsdienst verlangt laufenden<br />

Einsatz und viel Energie. Deshalb haben engagierte <strong>Malteser</strong><br />

beschlossen, für die jeweiligen diensthabenden Sanitäter vom<br />

Roten Kreuz sowie der <strong>Malteser</strong>n zu kochen. Jetzt macht die Arbeit<br />

allen gleich doppelt Freude!<br />

Valentinstag: Ein Anlass, den von den <strong>Malteser</strong>n<br />

betreuten Menschen Kärtchen zu schreiben, um<br />

zu sagen: „Schön, dass es Dich gibt!“<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 21


MALTESERÖSTERREICH<br />

Impfen im Haus Malta: Bewohner und Mitarbeiter sowie die im Haus Malta aktiven Ehrenamtlichen werden geimpft.<br />

<strong>Malteser</strong> leisten dabei ehrenamtlich Impfdienst – gemeinsam helfen für die Sicherheit der Bewohner!<br />

Impfdienst im Austria Center: In Zusammenarbeit mit der Berufsrettung<br />

Wien, dem Samariterbund Wien, der Johanniter Unfallhilfe und dem Roten<br />

Kreuz helfen die <strong>Malteser</strong> in der COVID-19-Impfstraße im Austria Center Vienna.<br />

Testen vor dem Einsatz: Vor<br />

dem Einsatz ist auch für die<br />

<strong>Malteser</strong> Rettungsteams testen<br />

angesagt.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

WIEN<br />

Wings for Life Run <strong>2021</strong>: <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> waren wieder dabei! Mit dem Startgeld<br />

und den Spenden wird die Rückenmarksforschung unterstützt. <strong>Die</strong> Heilung von<br />

Querschnittlähmung ist das Ziel! Laufend helfen, dort wo Not ist.<br />

Spätestens im Herbst geht es weiter mit dem 5. Kinderhilfelauf:<br />

Laufevent zugunsten der MALTESER Kinderhilfe am 3.10.<strong>2021</strong> in<br />

Amstetten, der Virtuell Run kann von 30.09-03.10 gelaufen werden.<br />

www.kinderhilfelauf.at<br />

22 DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 4/2020


MALTESERÖSTERREICH<br />

Im Einsatz für einen kleinen Patienten: Ein ehrenamtliches Krankentransportteam der <strong>Malteser</strong> hat einen<br />

kleinen Patienten aus einem Wiener Krankenhaus zur MALTESER Kinderhilfe im Hilde Umdasch Haus geführt. Auf<br />

der Fahrt von Wien nach Amstetten hat der kleine Patient die Herzen des Teams im Sturm erobert.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

WIEN<br />

Wir haben Zuwachs bekommen: Der Bereich Wien hat nun insgesamt<br />

sechs neue ehrenamtliche Rettungssanitäterinnen dazugewonnen! Nach<br />

erfolgreichem Abschluss der Ausbildung können sie nun den <strong>Malteser</strong> Rettungsdienst<br />

unterstützen! Danke für die Bereitschaft zur Fortbildung und<br />

für das ehrenamtliche Engagement!<br />

MALTESER Rettungsteam im Einsatz<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 23


Vor dem <strong>Die</strong>nstantritt: Fahrzeugcheck und danach zum stillen Gebet in den Dom zu St. Jakob<br />

Der Tiroler Rettungsdienst in Zahlen: Zum Rettungsdienst gehören unter Führung des Roten Kreuzes der<br />

Samariterbund Tirol, die Johanniter Unfallhilfe, die <strong>Malteser</strong> und der Österreichische Rettungsdienst. In Tirol werden<br />

pro Jahr rund 133.000 und am Tag etwa 364 Einsätze von 226 Rettungs- und 13 Notarztfahrzeugen bewältigt.<br />

Insgesamt konnten im Jahr 2019 356.000 Einsätze im Rettungsdienst und Krankentransport verzeichnet werden.<br />

<strong>Die</strong> rund 2800 Freiwilligen im Rettungsdienst Tirol leisten pro Jahr etwa 501.000 Stunden.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

TIROL/VORARLBERG<br />

Schutzausrüstung für den Rettungsdienst: Schon seit über einem Jahr gehören aufgrund der Covid-19-Pandemie<br />

erhöhte Hygienemaßnahmen zum Alltag unserer Sanitäter im Rettungsdienst. Nach einer Antigentestung der Mannschaft<br />

vor <strong>Die</strong>nstbeginn wird das Fahrzeug und das Material gründlich durchgecheckt. Im <strong>Die</strong>nst schützen sich die<br />

Sanitäter stets mit FFP2-Masken und bei Covid-19-Verdachtsfällen auch mit Schutzanzügen. Daneben wird das Fahrzeug<br />

regelmäßig desinfiziert und durchgelüftet.<br />

Einkaufsdienste: Wo Hilfe gebraucht<br />

wird, sind die <strong>Malteser</strong><br />

zur Stelle.<br />

<strong>Malteser</strong> Frühlings-Fahrradbotendienst:<br />

Danke den Gärtnereien für die Spende! So erhielten<br />

die von den <strong>Malteser</strong> betreuten Personen<br />

einen persönlichen Frühlingsgruß.<br />

Apothekeninventur:<br />

Muss auch sein.<br />

24<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


Heilige Messe: Gemeinsam mit den in Tirol Betreuten die Hl. Messe zu feiern, ist in der Pandemie leider nur in<br />

einem sehr kleinen Kreis möglich.<br />

Ostergräber in Innsbruck: Nach zwei Jahren war es heuer wieder möglich, mit negativem Corona-Test und allerlei<br />

Vorsichtsmaßnahmen in Zweier- und Dreiergruppen einige Ostergräber in Innsbruck zu besuchen. Für alle eine<br />

große Freude, besonders im Hinblick auf die Auferstehung unseres Herrn.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

TIROL/VORARLBERG<br />

Muttertag: Ausflug zu einer Wallfahrtskirche mit Betreuten. Der Pandemie<br />

geschuldet finden Ausflüge heuer in Kleingruppen statt. Der erste ging nach<br />

Locherbaden mit Gebet, wunderbarem Wetter und bester Laune!<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> gratulieren Loni P.<br />

recht herzlich zu ihrem 100. Geburtstag<br />

und wünschen viel Gesundheit!<br />

Nach dem Foto wurde<br />

auf der Innpromenade angestoßen<br />

und der Bürgermeister von<br />

Rum machte seine Aufwartung mit<br />

einem musikalisch untermalten<br />

Geburtstagsständchen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 25


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER Bruckfahrdienst: Freitags werden Kinder mit Beeinträchtigung aus der Wochenbetreuung in Bruck an<br />

der Großglocknerstraße abgeholt und zu ihren Familien nach Hause geführt, wo sie dann am Sonntag wieder abgeholt<br />

werden. Damit es auf der Fahrt nicht langweilig wird, werden unsere Einmalhandschuhe auch gerne einmal in<br />

Ballontiere verwandelt.<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

SALZBURG<br />

Spiritualität gemeinsam leben: Monatsmessen<br />

wie beispielsweise in der St. Michaels-<br />

Kirche oder wie anlässlich des Weltkrankentags<br />

in der Kajetankirche finden regelmäßig<br />

statt. Natürlich unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen<br />

im Zusammenhang mit<br />

der Covid-19-Pandemie.<br />

Erste-Hilfe-Fortbildung: <strong>Die</strong> regelmäßige<br />

Fortbildung für den Notfall ist auch den Salzburger<br />

Ordensmitgliedern sehr wichtig.<br />

26 DIE MALTESER 4/2020


NEUES AUS DEM BEREICH<br />

SALZBURG<br />

Vinzibus: Jeden ersten Mittwoch im Monat verteilen die <strong>Malteser</strong><br />

in der Nähe vom Schloss Mirabell belegte Brote und Obst an Obdachlose.<br />

Besuchsdienst: Das Frühlingswetter macht Besuchsdienste bei den von<br />

den <strong>Malteser</strong>n Betreuten im Freien möglich. Ein wahrer Grund zur Freude!<br />

NEUES AUS DEM BEREICH<br />

BURGENLAND<br />

MALTESER Kochteam in Notschlafstelle: Ein etablierter regelmäßiger <strong>Die</strong>nst, der allen große Freude macht<br />

und auch ein kulinarisches Highlight ist.<br />

HAUS MALTA/MALTESER ORDENSHAUS<br />

Feiern: Während des Lockdowns gab es natürlich nur wenig Besucher, dafür aber gemeinsame Feiern, wie zu St. Patrick.<br />

DIE MALTESER 4/2020<br />

27


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER KINDERHILFE<br />

EIN STÜCK LEBENSFREUDE SCHENKEN<br />

Ob Fasching, Ostern, ein abwechslungsreicher Spaziergang oder bunter Nachmittag im Garten – bei der MALTESER<br />

Kinderhilfe im Hilde Umdasch Haus, kurz HUH, ist immer etwas los! Das Haus ist für ganz besondere Kinder und Jugendliche<br />

eingerichtet, die spezielle Pflege, Therapie und Förderung benötigen. <strong>Die</strong> positive und familiäre Atmosphäre im Haus<br />

ist deutlich spürbar. Das ist dem Team der MALTESER Kinderhilfe, den Sponsoren und Unterstützern, den Familien und vielen<br />

ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Hier ein kleiner Rundblick mit schönen Momenten und berührenden Einblicken.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Hurra, hurra! Der Fasching im HUH ist da!<br />

Der Faschingsdienstag war auch im HUH der Höhepunkt der närrischen Zeit: Unsere „Glücksbärlis“ gestalteten mit<br />

den Kindern einen Tag des Feierns und Singens. <strong>Die</strong> gemeinsame Jause am Nachmittag schmeckte in dieser fröhlichen<br />

Runde besonders gut. Unsere Hausmutter, Praktikanten und Pädagogen hatten dafür eine bunte Vielfalt an<br />

köstlichen Leckereien hergerichtet. Kein Wunder, dass die Kinder nach diesem wunderbaren Tag so richtig müde ins<br />

Bett fielen. Gute Nacht, schlaft gut!<br />

Gut für dich, gut für mich<br />

Ein wohltuendes und gleichzeitig lehrreiches Bewegungserlebnis hatten die Mitarbeiter des HUH im Rahmen eines<br />

Kinästhetik-Workshops. Sie wurden von Kollegen über die gesundheitsfördernden Aspekte der Kinästhetik und deren<br />

Einsatz in der Pflege unterrichtet. Dabei lernten die Pfleger, durch die Sensibilisierung für die eigene Bewegung<br />

sowie die des Gegenübers jede Unterstützung an die Situation angepasst und gesundheitsfördernd zu gestalten. Danke<br />

für diese tolle Initiative!<br />

28<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Unterwegs zur Palmweihe<br />

<strong>Die</strong> Herz Jesu Kirche in Amstetten war am Palmsonntag das Ziel der jugendlichen Bewohner des Hilde Umdasch Hauses.<br />

Jeweils begleitet und betreut von einer Mitarbeiterin der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe, genossen sie den Ausflug und die<br />

Abwechslung. Mit dabei waren Osterkörbchen mit Palmzweigen, einer verzierten Weihwasserflasche und bemalten<br />

Ostereiern. Danke an Pfarrer Johann Schwarzl, der die jungen Besucher mit einer Fürbitte bedachte. Es ist ein schönes<br />

Gefühl, in der Pfarrgemeinde so gut eingebettet und aufgehoben zu sein!<br />

Muttertag und Dankeschön-Tag<br />

Auch dieses Jahr feierte die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe den Muttertag und ehrte die Mütter für ihre Fürsorge ihren Kindern<br />

gegenüber. Gleichzeitig zelebrierte das HUH den „Dankeschön-Tag“. Der Dank ging an die Pflegenden und Betreuenden<br />

im HUH für ihr Engagement und den liebevollen Umgang mit den Kindern und Jugendlichen. Als Anerkennung<br />

für ihre Leistungen, die sie 365 Tage im Jahr erbringen, erhielten die Mitarbeiter wunderbar duftende und liebevoll<br />

arrangierte Blumen von der Gärtnerei Fuchs aus Pöchlarn. Vergelt’s Gott!<br />

Orange Füße, gelbe Schnäbel<br />

Ein wunderschöner, kalter, aber sonniger Wintertag war für die<br />

<strong>Malteser</strong> Kinderhilfe die perfekte Einladung zu einem Ausflug ans<br />

Wasser. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen, sondern auch die<br />

Mitarbeiterinnen hatten großen Spaß daran, die übermütigen Enten<br />

im Wasser zu beobachten. Der Mund-Nasen-Schutz und der entsprechende<br />

Abstand durften in Zeiten von Corona natürlich nicht<br />

fehlen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 29


Kamishibai-Theater im HUH<br />

Eine Woche lang floss „<strong>Die</strong> Moldau“ durch das Hilde Umdasch Haus – freilich nur in Form von Musik und Theater. Das<br />

Musikstück von Friedrich Smetana hatte die Kinder zu einem interaktiven Theater inspiriert, das als Kamishibai-Theater<br />

aufgeführt wurde. <strong>Die</strong> Hintergrundbilder und die Stabfiguren waren von den Kindern selbst gemalt. Jede Szene<br />

wurde erzählt, dann wurde die Musik dazu gehört und schließlich die Szene dargeboten. Es wurde Wasser gespritzt,<br />

getanzt und mit Seidentüchern geschwungen.<br />

„Von mir bleibt mehr als nur Erinnerung“<br />

Viele Menschen wollen über das Leben hinaus helfen und Gutes bewirken. Viele regeln ihren Nachlass zugunsten<br />

ihrer Kinder und Familien und wollen dennoch einen kleinen Anteil auch nachhaltig sozial über den Tod hinaus wirken<br />

lassen. Andere haben keine Familie und möchten bestimmen, was nach ihnen mit ihrem Eigentum geschieht.<br />

Eine Möglichkeit ist eine Testamentspende – zum Beispiel an die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe. Sie ist Partner und Mitglied<br />

im Verein Vergissmeinnicht. Nähere Informationen: www.malteser-kinderhilfe.at/spenden/testamentspende/<br />

Danke, danke, danke!<br />

Eine großzügige Spende von 1.000 Euro durfte die <strong>Malteser</strong><br />

Kinderhilfe von der Raika Amstetten in Empfang nehmen. Wir sagen<br />

ein herzliches Danke und Vergelt’s Gott! Auch diese Spende<br />

trägt dazu bei, den Kindern und Jugendlichen durch individuelle<br />

Therapie- und Förderprogramme ein Stück mehr Lebensqualität<br />

und Lebensfreude zu schenken.<br />

Geschäftsleiter Dir. Johann Pambalk-Blumauer und<br />

DGKP Romana Weber Bereichsleitung Pflege<br />

30<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

FÜR DIE SCHAUKEL, SPENDEN, LOS!<br />

Seit Dezember 2020 läuft das Projekt „Traumschaukel“.<br />

Das Ziel: Kindern im Rollstuhl soll die sinnliche Erfahrung<br />

des Schaukelns ermöglicht werden. Mit der Veröffentlichung<br />

des eigens für das Projekt komponierten<br />

Songs startet nun eine große Spendenkampagne.<br />

Eine Amstettner Bürgerin hatte den Stein ins Rollen<br />

gebracht. „Ich wurde von ihr auf den Bedarf einer<br />

öffentlich zugänglichen Rollstuhlschaukel aufmerksam<br />

gemacht“, so Kulturstadtrat Stefan Jandl. Nahezu<br />

gleichzeitig hatten Georg Trimmel vom Stadtmarketing<br />

Amstetten und Patrick Losbichler von der LOFT Kreativagentur<br />

die Idee, gemeinsam mit einigen Amstettner<br />

Musikbands eine Benefizaktion ins Leben zu rufen. Kurzerhand<br />

wurde daraus eine gemeinsame Sache: Das Projekt<br />

„Traumschaukel“ war geboren.<br />

Von Lisa Hammer<br />

Club‘, ‚PÄM‘ und ‚Stereo Bullets‘ ein altes Volksmusik-<br />

Lied neu interpretiert und eigens für das Projekt zugeschnitten.<br />

So ist der Song ‚Hoch Hinaus‘ entstanden“,<br />

erklärt Patrick Losbichler, selbst passionierter Musiker.<br />

Georg Trimmel vom Stadtmarketing freut sich über den<br />

Zusammenschluss der regionalen Kultur- und Kreativszene:<br />

„Es ist schön zu sehen, dass sich die Kulturschaffenden<br />

und Kreativen der Region für ein so tolles<br />

Projekt zusammenfinden. Gemeinsam möchten wir<br />

möglichst viele Menschen erreichen und zum Spenden<br />

motivieren.“<br />

Highlight der Aktion wird schließlich das Benefizkonzert<br />

„Band Clash“ am 3. Oktober <strong>2021</strong> in der Pölz-Halle<br />

sein. Abgewickelt wird die Spendenaktion mit Unterstützung<br />

des Vereins „Amstetten Hilft“.<br />

„Hoch hinaus“ am 3. Oktober <strong>2021</strong><br />

„Mittlerweile haben die ‚Buffalo Bells‘, der ‚Penthouse<br />

Alle Infos unter: www.traumschaukel.at<br />

Wenn auch Sie die MALTESER Kinderhilfe unterstützen<br />

wollen, freuen wir uns sehr über Ihre Spende!<br />

Online: www.malteser-kinderhilfe.at/spenden/<br />

Spendenkonto: MALTESER Kinderhilfe<br />

IBAN: AT32 2011 1827 9642 5000<br />

Laufen Sie mit beim Charity Run „Laufend helfen“:<br />

www.kinderhilfelauf.at<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 31


XXXXX<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

LOURDES<br />

<strong>2021</strong><br />

Burgenland<br />

Steiermark<br />

Tirol<br />

Salzburg<br />

32<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

VIRTUELLE WALLFAHRT NACH LOURDES<br />

Traditionell begeben sich die <strong>Malteser</strong> am ersten Wochenende<br />

im Mai gemeinsam mit zahlreichen Kranken<br />

und Menschen mit Behinderung auf Wallfahrt nach<br />

Lourdes, um an der Grotte von Massabielle zu beten und<br />

Kraft zu tanken. Schon 2020 war es aufgrund der Pandemie<br />

leider nicht möglich, unsere Pilgerfahrt anzutreten,<br />

und auch heuer konnten wir das Risiko leider nicht<br />

eingehen – gerade auch, weil viele der uns anvertrauten<br />

Menschen zur Hochrisikogruppe zählen. Für viele von<br />

ihnen ist eine Wallfahrt ein großer Traum, eine Reise<br />

dorthin ein großes Geschenk, das neue Lebenskraft gibt.<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> haben daher beschlossen, heuer Lourdes<br />

zu den von uns betreuten Menschen kommen zu lassen,<br />

indem wir geweihte Fläschchen mit dem Wasser aus der<br />

Grotte persönlich überreicht haben.<br />

VERGISSMEINNICHT<br />

Vermächtnisse ermöglichen Außergewöhnliches – <strong>Die</strong> MALTESER sind Partner der Initiative für das gute Testament. Und<br />

es gibt wachsendes Interesse an Erbrecht und Testamentsspende.<br />

Meist vererben Testamentsspender moderate Vermögen<br />

und ermöglichen damit erst die laufende Arbeit gemeinnütziger<br />

Einrichtungen, wie Gregor Holfeld, Bereichsleitung<br />

<strong>Malteser</strong> Austria Tirol/Vorarlberg betont: „<strong>Malteser</strong><br />

helfen dort, wo Not ist – im Sozial-, Sanitäts- und Rettungsdienst,<br />

in der Pflege von Personen mit Handicap und<br />

Menschen im Alter, sowie im Kampf gegen Einsamkeit. In<br />

zahlreichen Projekten werden auch Kinder und Jugendliche<br />

aus einem sozial herausfordernden Umfeld oder mit<br />

Behinderung unterstützt. Jedes Vermächtnis an die <strong>Malteser</strong><br />

ermöglicht es uns, Nächstenliebe, Gemeinschaft und<br />

Spiritualität zu leben, ‚letzte‘ Herzenswünsche zu erfüllen<br />

und Lebensfreude zu schenken.“<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 33


Oberösterreich<br />

Burgenland<br />

Wien<br />

OSTERN<br />

Ostern – es wurde gebacken und verpackt, überbracht und zugesandt. Alle Bereiche<br />

der <strong>Malteser</strong> haben ihren Freunden und den von ihnen Betreuten Briefe,<br />

Süßigkeiten, Osterlichter und andere kleine Geschenke vorbereitet. Es gab<br />

Online-Messfeiern und Gebete und viele Telefonate, um das gemeinschaftliche<br />

Osterfest zu feiern und die Nächstenliebe spürbar zu machen.<br />

Salzburg<br />

Tirol<br />

34<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

GEMEINSAM STATT EINSAM DANK INTERNET<br />

In Zeiten von Corona bieten die neuen Medien ungeahnte Möglichkeiten, einander virtuell zu begegnen, gemeinsam zu beten,<br />

Delegationsabende zu veranstalten und sogar Vorträgen unseres Großkanzlers zu lauschen.<br />

Von Verena Trentini<br />

Schon im ersten Lockdown, im Frühjahr 2020, war meine<br />

Idee, gemeinsam via Internet zu beten, auf sehr fruchtbaren<br />

Boden gefallen. <strong>Die</strong> Johannesgemeinschaft griff<br />

die Anregung auf und veranstaltet seither regelmäßig<br />

Gebetsabende online. Im zweiten Lockdown im Herbst<br />

entstand die Idee, auch unsere Delegationsabende für<br />

den Bereich Tirol/Vorarlberg online abzuhalten.<br />

<strong>Die</strong> Freude war groß: Endlich konnten wir einander nach<br />

langer Zeit wieder sehen, wenn auch nur über unsere<br />

Webkameras. Nach einem Impuls unseres Delegationsgeistlichen<br />

Pater Robert Deinhammer SJ kamen alle<br />

Teilnehmer einzeln zu Wort. Jeder erzählte, wie es ihm<br />

ging und was ihm besonders am Herzen lag. Vor allem<br />

die Einsamkeit, der fehlende soziale Kontakt machte uns<br />

allen zu schaffen. Umso mehr genossen wir es, einander<br />

zumindest virtuell zu begegnen und ein Stück Gemeinschaft<br />

zu spüren.<br />

Sitzungen, Versammlungen und Vorträge<br />

<strong>Die</strong>ses positive Erlebnis hat uns darin bestärkt, unsere Delegationsabende<br />

weiterhin auf diese Weise zu organisieren.<br />

Ebenso werden Delegationratssitzungen online abgehalten,<br />

und auch die Delegationsversammlung mit der Wahl unseres<br />

neuen Schatzmeisters wurde auf diesem Weg bewerkstelligt.<br />

Erstaunlich, was mit den neuen Medien alles möglich ist!<br />

Selbst Vorträge lassen sich wunderbar online gestalten.<br />

So referierte Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddhin für Kandidaten,<br />

die sich zur Aufnahme in den <strong>Malteser</strong>orden<br />

vorbereiten, via Microsoft Teams. Aufgrund des großen<br />

Erfolges wurde der Vortrag für die Delegation sowie für<br />

die Ordensmitglieder anderer Delegationen wiederholt.<br />

Online-Diskussion zu aktuellen Themen<br />

Sogar Großkanzler Bailli Albrecht Boeselager betrat das<br />

virtuelle Podium, um im Rahmen eines Delegationsabends<br />

über sein mannigfaltiges Leben im <strong>Die</strong>nst des<br />

Ordens weltweit zu erzählen. 80 überaus interessierte<br />

Ordensmitglieder nahmen an dem Meeting teil, in dem<br />

es um aktuell besonders brisante Themen wie staatliche<br />

Souveränität, den diplomatischen Einsatz des <strong>Malteser</strong>ordens<br />

in muslimischen Ländern, die Unabhängigkeit des<br />

Ordens von Politik und Wirtschaft sowie den Einsatz gegen<br />

Menschen- und Organhandel ging.<br />

Es war eine große Freude, den Großkanzler an diesem<br />

Abend virtuell erleben zu dürfen! Danke dafür! Gerne<br />

nützen wir weiterhin die Vorteile der virtuellen Welt<br />

und der neuen Medien, die uns einander in Zeiten von<br />

Corona näherbringen und räumliche Distanzen überwinden<br />

lassen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 35


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER IM GESPRÄCH<br />

Unter diesem Titel ist ein neues Gesprächsformat für den Freiwilligenbereich entstanden. Es soll den Austausch und die<br />

Gemeinschaft unter den Mitgliedern fördern und Spiritualität sowie Lebenserfahrung vermitteln.<br />

Von Tobias Zöhrer<br />

in dieser Branche und zum Einfluss des Glaubens auf sein<br />

Handeln. Auch für sein Engagement im <strong>Malteser</strong>orden<br />

interessierten sich die Teilnehmer besonders. Seine vielfältige<br />

Lebenserfahrung und offene Art, mit der er auch<br />

kritische Fragen kompetent beantwortete, waren beeindruckend.<br />

Im Rahmen eines monatlich stattfindenden virtuellen<br />

Kamingesprächs geben interessante Persönlichkeiten<br />

der <strong>Malteser</strong> Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit. Als<br />

ersten Gast durften wir den Botschafter des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens, Sebastian Prinz von Schoenaich-<br />

Carolath begrüßen. Er erzählte von seiner spannenden<br />

Tätigkeit als Diplomat und in der Finanzwelt. Besonders<br />

in Erinnerung blieb die Diskussion zu ethischen Fragen<br />

In der zweiten Ausgabe durften wir uns mit Christoph<br />

Bazil, dem Präsidenten des Bundesdenkmalamtes, austauschen.<br />

Unter anderem ging es um Restitutionsverfahren<br />

von geraubten Kunstwerken, bei denen das Bundesdenkmalamt<br />

die Rückabwicklungen an die rechtmäßigen<br />

Besitzer durchführt. Speziell war der Ort, von dem aus<br />

der Präsident per Webcam zu unserem Talk zugeschaltet<br />

war: Sein Büro befindet sich im Schweizertrakt der Hofburg,<br />

im ehemaligem Audienzzimmer Kaiser Franz I./II.<br />

AKKREDITIERUNG BEI DER UNIDO<br />

Botschafter Granser überreicht das Beglaubigungsschreiben an UNIDO Generaldirektor LI Yong.<br />

Von Alexia Zwitkovits<br />

Mit der kürzlichen Überreichung des Beglaubigungsschreibens<br />

und der damit verbundenen Akkreditierung<br />

von Botschafter Günther Granser als Ständiger Vertreter<br />

des Souveränen <strong>Malteser</strong>ordens bei der Organisation<br />

der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung<br />

(UNIDO), wird ein weiterer Schritt in Richtung engerer<br />

Zusammenarbeit und auf eine gemeinsame Zukunft gesetzt.<br />

Seit einer Resolution der UN-Generalversammlung<br />

vom August 1994, besitzt der Orden Beobachterstatus<br />

bei den Vereinten Nationen und hat somit die<br />

Möglichkeit, auch im internationalen diplomatischen<br />

Feld aktiv mitzuwirken.<br />

S.E. Herr LI Yong, Generaldirektor der Organisation der<br />

Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO),<br />

mit Botschafter Günther Granser, Ständiger Vertreter des<br />

Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens bei der UNIDO<br />

© United Nations Industrial Development<br />

Organization (UNIDO)<br />

In seiner Antrittsrede brachte Botschafter Granser im<br />

Namen des <strong>Malteser</strong>ordens seine Anerkennung und<br />

Wertschätzung für die Arbeit und die Leistungen der<br />

UNIDO gegenüber Generaldirektor LI Yong zum Aus-<br />

36<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

druck. Insbesondere auf dem Gebiet der Armutsbekämpfung,<br />

der Globalisierung und der ökologischen<br />

Nachhaltigkeit gilt UNIDO als primärer Advokat einer<br />

nachhaltigen industriellen Entwicklung und Zukunft.<br />

Der Orden erfüllt mit seinen vielseitigen Tätigkeitsfeldern<br />

den offiziellen Auftrag der humanitären Diplomatie,<br />

indem er weltweit Menschen in verschiedensten<br />

Problemsituationen hilft und unterstützt.<br />

Botschafter Granser betonte gegenüber den<br />

UNITED NATIONS<br />

VIENNA<br />

YOUTH FORUM <strong>2021</strong> DER<br />

UNODC JUGENDINITIATIVE<br />

Am Rande der jährlichen, hochrangig besetzten Konferenz<br />

der Commission of Narcotic Drugs (CND) des United Nations<br />

Office on Drugs and Crime (UNODC) fand auch heuer<br />

wieder das bedeutende Jugendforum der UNODC Jugendinitiative<br />

statt, welches seit 2012 ein fixer Teil der UN<br />

Familie ist und jährlich mit Unterstützung des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens veranstaltet wird.<br />

Spezielle Situationen erfordern spezielle Maßnahmenund<br />

so wurde auch das Jugendforum im Zeitraum vom<br />

29. März bis 2. April <strong>2021</strong> basierend auf strikten Präventionsmaßnahmen<br />

gegen die COVID-19-Pandemie<br />

ausschließlich online abgehalten. Insgesamt wurden 62<br />

Jugendliche aus 41 Ländern für die Teilnahme am diesjährigen<br />

Forum ausgewählt.<br />

Das Hauptziel des Forums ist es, junge Menschen aus<br />

der ganzen Welt, die im Bereich der Drogenprävention,<br />

der Gesundheitsförderung und der Stärkung der Jugend<br />

tätig sind, zusammenzubringen. So können sich<br />

die Teilnehmer über Ideen, Visionen sowie unterschiedliche<br />

Perspektiven zum besseren Schutz der Gesundheit<br />

anwesenden hochrangigen Mitarbeitern der Vereinten<br />

Nationen, dass der Orden höchstes Interesse daran hat,<br />

Mittel und Wege für eine engere Zusammenarbeit mit<br />

der UNIDO zu finden und die bereits bestehende langjährige<br />

Beziehung weiterzuentwickeln.<br />

Von Paula Mutas<br />

und des Wohlbefindens Gleichaltriger austauschen und<br />

haben die Möglichkeit, ihre gemeinsame Botschaft an<br />

die politischen Entscheidungsträger auf globaler Ebene<br />

zu übermitteln. Das reine Online-Format hat die<br />

Jugendlichen nicht davon abgehalten, sich interaktiv<br />

auszutauschen, und so waren die Beteiligung sowie das<br />

Engagement aller bemerkenswert. Der technologische<br />

Fortschritt wurde in vollem Umfang genutzt – Gruppenaktivitäten,<br />

die normalerweise bei persönlichen Treffen<br />

stattfinden, wurden in die virtuelle Umgebung verlegt.<br />

<strong>Die</strong> diesjährige Eröffnungszeremonie war geprägt von<br />

hochrangigen Rednern: UNODC Executive Director Frau<br />

Ghada Waly betonte in ihrer Rede, wie wichtig die aktive<br />

Teilnahme sowie das Einbringen eigener Ideen seitens der<br />

Jugendlichen sei. Botschafter Günther Granser begrüßte<br />

die Teilnehmer im Namen des Souveränen <strong>Malteser</strong>ordens<br />

und versicherte ihnen, dass sie als „Botschafter des guten<br />

Willens“ fungieren, die sich für eine nachhaltigere Zukunft<br />

einsetzen. Er forderte die Jugendlichen auf, die Pandemie<br />

nicht als Hindernis, sondern als Chance für Wachstum und<br />

Entwicklung zu sehen und sich aktiv darum zu bemühen,<br />

© United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC)<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 37


MALTESERÖSTERREICH<br />

dass ihre Stimmen gehört werden. Auch Botschafter Mikhail<br />

Ulyanov, Ständiger Vertreter der Russischen Föderation<br />

in Wien, richtete motivierende Worte an die Teilnehmer.<br />

Obwohl das Forum abgeschlossen ist, werden die<br />

Jugendlichen weiterhin an Veranstaltungen zusammen<br />

mit der UNODC und der Jugendinitiative<br />

teilnehmen. In einem weiteren Schritt werden ganz<br />

individuelle Strategien entwickelt, die den Jugendlichen<br />

konkret helfen, die Erkenntnisse aus dem Jugendforum<br />

in ihrem persönlichen Umfeld in die Tat<br />

umzusetzen.<br />

DIE MENSCHENWÜRDE IM ZENTRUM<br />

UNSERES HANDELNS<br />

Bei der 46. Sitzung des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen im Februar <strong>2021</strong> in Genf betonte MALTESER Großkanzler<br />

Albrecht Boeselager die vielfältigen Herausforderungen, denen sich die humanitären Akteure im Zuge der<br />

COVID-Notlage stellen müssen.<br />

Quelle: orderofmalta.int<br />

„<strong>Die</strong> COVID-19-Pandemie mit ihren verheerenden Auswirkungen<br />

auf die Gesundheit und die Wirtschaft vieler<br />

Nationen gesellt sich zu den globalen Spannungen und<br />

Konflikten, den wachsenden Problemen des Hungers,<br />

der Umweltzerstörung, der Frage der Flüchtlinge und<br />

der vor Krieg, Terrorismus und Hunger Fliehenden sowie<br />

den vielen Formen der Gewalt, die die Menschenwürde<br />

demütigen und verletzen“, so der Großkanzler<br />

in seiner Ansprache. Er plädierte für „eine schnelle und<br />

flächendeckende globale Verteilung der Impfstoffe“.<br />

<strong>Die</strong>s sei nicht nur ein ethischer, sondern auch ein wissenschaftlicher<br />

und klinischer Imperativ und der beste<br />

Weg ist, die Pandemie zu stoppen.<br />

Beschämende Misshandlung von Migranten<br />

Darüber hinaus äußerte der Großkanzler seine tiefe<br />

Besorgnis über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen<br />

in vielen Teilen der Welt, vom Horn von Afrika<br />

über die Kaukasusregion bis hin zum kriegsgebeutelten<br />

Syrien: „Der Schutz der Rechte von Minderheiten, die<br />

oft Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sind,<br />

bleibt ein Gebot in einer Zeit, in der die Logik der Macht,<br />

des Nationalismus und des Populismus auf Kosten der<br />

Logik des Dialogs wächst.“ Weiters verwies Boeselager<br />

auf die Notlage vieler Migranten in Südosteuropa, die<br />

„in beklagenswerten, heruntergekommenen Lagern“<br />

untergebracht würden, „um die Ankunft anderer Migranten<br />

zu verhindern.“<br />

Glaubensbasierte Organisationen als zuverlässigste<br />

Ersthelfer<br />

Indem er die Bemühungen des <strong>Malteser</strong>ordens zur<br />

Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten während<br />

ihres Transits darstellte, betonte Boeselager die<br />

Notwendigkeit, an transnationalen Ansätzen zu arbeiten,<br />

die auf gemeinsamen Werten beruhen. In diesem<br />

Rahmen könne sich die Arbeit von glaubensbasierten<br />

Organisationen als besonders effektiv erweisen: „Bei<br />

massiven Menschenrechtsverletzungen sind die zuverlässigsten<br />

Ersthelfer für lokale Gemeinschaften sehr oft<br />

die glaubensbasierten Organisationen. Der <strong>Malteser</strong>orden,<br />

der über viel Erfahrung mit Interventionen in<br />

schwierigen Gebieten verfügt, die von ethnischen oder<br />

religiösen Feindseligkeiten betroffen sind, ruft zu einem<br />

engeren interreligiösen Dialog auf, der für die Hilfe für<br />

die Opfer in diesen Situationen von grundlegender Bedeutung<br />

ist.“<br />

38<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


XXXX<br />

KAMPF GEGEN DEN<br />

MENSCHENHANDEL<br />

Im Schatten der globalen Corona-Pandemie beobachten wir eine dramatische Zunahme des weltweiten Menschenhandels.<br />

Es gilt, diese moderne Form der Sklaverei entschieden zu bekämpfen.<br />

Von Botschafter Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath<br />

Menschenhandel bedeutet physische und psychische Ausbeutung<br />

sowie Ausübung von Gewalt, somit Zerstörung<br />

der Würde des Menschen, einem gerade für uns Christen,<br />

aber auch für alle anderen Menschen und Religionen so<br />

hohem Wert. Menschenhandel umfasst Zwangsarbeit,<br />

die Rekrutierung von Kindern als Soldaten und Arbeitssklaven,<br />

Zwangsprostitution, den Kauf und <strong>Die</strong>bstahl<br />

von Kindern für Adoption oder Missbrauch, Kinderpornographie<br />

für die Verbreitung im Internet, Organdiebstahl,<br />

Zwangskriminalität und Straßenbettelei.<br />

<strong>Die</strong> Vereinten Nationen gehen weltweit von rund 40 Millionen<br />

Betroffenen aus und vermuten in 13 europäischen<br />

Ländern etwa 800.000 Fälle. Allein in Österreich geht man<br />

von 15.000 bis 25.000 Fällen aus. Der Umsatz, der weltweit<br />

durch diese Form der Ausbeutung von Menschen erzielt<br />

wird, liegt bei etwa 150 bis 200 Milliarden Euro und<br />

damit an zweiter Stelle in der internationalen Kriminalitätsstatistik.<br />

Nach offiziellen Berichten ist Österreich ein<br />

Ziel- und Transitland, ein Tor für viele Osteuropäer und<br />

Menschen aus Afrika und Asien. <strong>Die</strong> häufigste Form des<br />

Menschenhandels ist die sexuelle Ausbeutung gefolgt von<br />

häuslicher Leibeigenschaft und erzwungener Bettelei.<br />

Menschen um 100 Euro<br />

War Sklaverei früher meist lokal organisiert, ist die moderne<br />

Form der Sklaverei globaler Natur. Menschen können<br />

um den Erdball im Darknet gehandelt werden, kriminelle<br />

Organisationen sind global vernetzt. Früher stellten Sklaven<br />

für ihre Herren einen hohen Eigentumswert dar. Heute<br />

gehen offizielle Stellen von durchschnittlichen Preisen<br />

um 100 Euro pro Person aus. Der Mensch ist „wertlos“.<br />

Was können wir dagegen tun? Wir müssen größeres Bewusstsein<br />

für dieses Thema schaffen und für die Würde<br />

der Betroffenen kämpfen. Best-Practice-Lösungen aus<br />

anderen Ländern sollten schnellstmöglich übernommen<br />

sowie Präventions-, Schutz- und Rehabilitationsmaßnahmen<br />

für Opfer verstärkt werden. Wir alle tragen eine Mitverantwortung<br />

für unsere Mitmenschen.<br />

MALTESER Sonderbotschafter gegen Menschenhandel<br />

Papst Franziskus hat zuletzt immer wieder sehr eindringlich<br />

auf das Thema hingewiesen und alle Menschen – besonders<br />

uns Katholiken – aufgefordert, hinzuschauen<br />

und aktiv zu werden. <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> haben diesen Auftrag<br />

angenommen und zwei Sonderbotschafter berufen, die<br />

sich auf internationaler Ebene mit diesem Thema beschäftigen.<br />

Wir liegen damit genau auf der Linie unseres<br />

Propriums: Verteidigung des Glaubens und Hilfe für die<br />

Schwächsten.<br />

Wenn wir dieser Sünde der Menschheit ein Gesicht geben<br />

wollen, dann kann es das der heiligen Bakhita sein, einesudanesischen<br />

Sklavin, die im Jahr 1941 als Nonne in Italien<br />

starb. Mit sieben Jahren wurde sie entführt, mehrmals<br />

verkauft und musste während ihrer Sklavenzeit sehr<br />

viel erleiden. Im Alter von 19 Jahren ging Bakhita zu den<br />

Kanossianerinnen nach Venedig. 1896 legte sie in Verona<br />

ihr Gelübde ab.<br />

Erfahren Sie mehr über die internationalen diplomatischen<br />

Aktivitäten des <strong>Malteser</strong> Ordens gegen Menschenhandel<br />

unter www.diplomatie-humanitaire.org<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 39


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER CARE<br />

WENN PFLEGE ZUR BERUFUNG WIRD –<br />

DANKE, ILSE!<br />

Was wäre MALTESER Care ohne sie gewesen? Wir sagen unserer langjährigen Pflegdienstleiterin Ilse Hummer ein herzliches<br />

„Vergelt`s Gott!“ und wünschen ihr alles erdenklich Gute für den wohlverdienten Ruhestand.<br />

Von Susanne Wick<br />

Als Ilse 1961 in Gmunden zur Welt kam, war ihr der Beruf<br />

der Krankenschwester noch nicht in die Wiege gelegt<br />

worden. Nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht,<br />

der Haushaltsschule und einer Lehre als Einzelhandelskauffrau<br />

beschloss Ilse vor 30 Jahren, die Ausbildung<br />

zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin<br />

zu absolvieren. Zu diesem Zeitpunkt war Ilse bereits<br />

verheiratet und hatte zwei kleine Töchter.<br />

Während der nächsten Jahre folgten Positionen in verschieden<br />

stationären Einrichtungen in Oberösterreich, wo<br />

Ilse zur Pflegedirektorin avancierte und neben den beruflichen<br />

Herausforderungen auch noch akademische Weiterund<br />

Sonderausbildungen im Pflegebereich absolvierte.<br />

Pflege mit hoher Qualität für die MALTESER<br />

Im Jahr 2010 wechselte Ilse in den mobilen Bereich und<br />

zu <strong>Malteser</strong> Care. Dort baute sie als Case & Care Managerin<br />

den Bereich Oberösterreich auf. Seit 2016 ist sie<br />

Pflegedienstleiterin von <strong>Malteser</strong> Care und als solche<br />

maßgeblich am Erfolg und an der Weiterentwicklung<br />

des Unternehmens beteiligt.<br />

Ideen im Team zu entwickeln und umzusetzen, persönliche<br />

Ressourcen und Fähigkeiten einzubringen und Entwicklungsprozesse<br />

mitzugestalten, liegen ihr besonders<br />

am Herzen. So hat sie mit Akribie und großem Zeitaufwand<br />

– neben ihrem täglichen Einsatz als Pflegedienstleiterin<br />

– den gesamten und aufwendigen Prozess der<br />

ÖQZ24-Zertifizierung begleitet. Damit wurde <strong>Malteser</strong><br />

Care zu einer der ersten zertifizierten Organisationen<br />

für Personenbetreuung in der 24-Stunden-Pflege und<br />

-Betreuung in Österreich.<br />

Humorvoll und immer auf Augenhöhe<br />

Ilse ist ein Mensch, der auf Augenhöhe mit anderen interagiert.<br />

Ehrlichkeit, Offenheit und Klarheit sind ihr<br />

immens wichtig, selbst wenn es einmal um unangenehme<br />

oder kritische Gespräche geht. Qualität im Umgang<br />

mit den Klienten, den Angehörigen, den Kollegen, den<br />

Personenbetreuern und all jenen, mit denen sie täglich<br />

in zahlreichen und endlos scheinenden Telefonaten in<br />

Kontakt steht, hat jederzeit Priorität.<br />

Immer lösungsorientiert, freundlich und höflich – sogar<br />

in oft sehr schwierigen und aufreibenden Situationen<br />

– schafft sie es, die Ruhe zu bewahren und ihrem Gegenüber<br />

ein Gefühl der Sicherheit und der Entlastung zu<br />

geben. Humor, Mut, Leidenschaft und Entschlossenheit<br />

sind Ilses unschlagbare Stärken. Damit meistert sie jede<br />

Situation.<br />

40<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

Ein neuer Lebensabschnitt<br />

Im Herbst tritt Ilse in den wohlverdienten Ruhestand.<br />

Wir werden sie sehr vermissen und lassen sie nicht ohne<br />

die guten Wünsche und Dankesworte ihrer zahlreichen<br />

Weggefährten gehen. Hier sind einige „O-Töne“ stellvertretend<br />

abgedruckt.<br />

Marlene: „Ilse ist das Herz von <strong>Malteser</strong> Care. Sie zeigt<br />

so viel Engagement, immer gepaart mit Herzlichkeit<br />

und echtem persönlichen Interesse am Gegenüber. Es<br />

wird schwer sein, die Lücke zu füllen, die sie hinterlässt.<br />

Sie ist mehr als eine Pflegedienstleitung. Ihre Wärme<br />

und Fürsorge hat uns zu einer Familie gemacht. Ich<br />

freue mich für sie, dass sie diese ganze Energie nun ihren<br />

Claudia: „Liebe Ilse, vielen Dank für deine Wertschätzung<br />

und dass du mir immer auf Augenhöhe begegnet<br />

bist. Mit dir als Fels in der Brandung ging es immer irgendwie<br />

weiter. Ich wünsche dir für die Pension die verdiente<br />

Ruhe und Zeit, um alles zu tun, was dir gut tut.<br />

Gesundheit soll dich und deine Lieben begleiten.“<br />

Robert: „Ilse war immer wie eine Mutter zu uns, hat<br />

immer ein offenes Ohr und ist jederzeit für alle da.“<br />

Sandra: „Ich bedanke mich bei Ilse für die gemeinsame<br />

Zeit bei <strong>Malteser</strong> Care und die gute Zusammenarbeit.<br />

Es war ein unkompliziertes Arbeiten mit ihr. Sie nahm<br />

sich immer Zeit für alle Probleme. Ich wünsche Ilse alles<br />

Gute für die wohlverdiente Pension.“<br />

Liebsten, den Enkelkindern und ausgewählten Herzensprojekten<br />

schenken kann. Mir wird sie sehr fehlen.“<br />

Jacqueline: „Liebe Ilse, du bist unser Vorbild, an dem<br />

wir uns orientieren können. Du hast uns immer zugehört<br />

und bist uns fortwährend beigestanden. Du hast<br />

wundervolle Eigenschaften. Du bist eine Teamplayerin,<br />

vertrauenswürdig, du warst immer respektvoll und fair,<br />

eine Visionärin, empathisch, mutig und authentisch.<br />

Ich danke dir für die schöne Zeit, die wir gemeinsam<br />

verbringen durften. Ich wünsche dir alles Gute für deine<br />

Pensionierung.“<br />

Andrea: „Ilse ist ein herzensguter Mensch, fürsorglich<br />

und war immer für alle da – der Inbegriff von Mutterinstinkt.<br />

Ich wünsche ihr nur das Beste, wundervolle Momente,<br />

Zeit für sich und viel Freude und Gesundheit bis<br />

ins hohe Alter.“<br />

Stefan: „Ihr begeisternder, beherzter, bewegter Lebensweg<br />

– innen wie außen. Ihre äußeren Bahnen wird sie in<br />

der Pensionierung anderswo ziehen. In der Erinnerung<br />

ist und bleibt sie aber eine von uns.“<br />

Margareta: „Für mich war Ilse wie eine Mutter, für uns<br />

alle. Sie hat mir immer geholfen, wenn ein großes Problem<br />

aufgetaucht ist, und sie war immer für mich und<br />

uns zur Stelle. Ich werde sie sehr vermissen. Für mich ist<br />

sie die beste Chefin, die ich jemals hatte.“<br />

Andrea und Karin: „Liebe Ilse, mit einem tränenden<br />

Auge lassen wir dich in deinen neuen Lebensabschnitt<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 41


MALTESERÖSTERREICH<br />

gehen und wünschen dir von ganzem Herzen das<br />

Allerallerbeste! Du wirst uns sehr fehlen! Deine<br />

Tür stand immer offen für uns und Du hast immer<br />

eine Lösung aus dem Ärmel gezogen. Natürlich<br />

auch dein Lachen, deine Fröhlichkeit, deine<br />

Gutmütigkeit und die tolle Zusammenarbeit.<br />

Persönlich werden uns deine extrem guten Torten<br />

und Mehlspeisen abgehen, mit denen du uns<br />

verwöhnt hast. Vielen Dank dafür!“<br />

Helmut: „Ilse ist unser „Grisu“: Wie der kleine<br />

Dache aus den bekannten KInderbüchern eine<br />

immer einsatzbereite Feuerwehr, wann und wo<br />

immer es Hilfe und Unterstützung braucht. Liebenswürdig,<br />

vertrauensvoll und mit einem gesunden<br />

Schuss an Optimismus, wodurch auch<br />

unlösbar scheinende Probleme zu einer für alle<br />

akzeptablen und guten Lösung kommen. Wenn<br />

Ilse im Herbst ihren wohlverdienten Unruhestand<br />

antritt wird, wird wohl erst so richtig klar<br />

sein, wo überall sie mit ihren zündenden Ideen<br />

und unermüdlichen Aktivitäten fehlt. Mir persönlich<br />

wird Ilse als Mensch und ganz wichtige<br />

Austauschpartnerin im beruflichen Kontext fehlen.<br />

Privat hoffe ich, dass Ilse die berufliche Heimat<br />

nie vergessen wird und uns oft und gerne<br />

besucht oder auch telefonisch mit uns allen in<br />

Kontakt bleibt! Ein ganz, ganz großes und herzliches<br />

Dankeschön für das gelebte Miteinander<br />

und Füreinander-Dasein, liebe Ilse!“<br />

MALTESER CARE<br />

WENN HILFE RICHTIG<br />

GUT ANKOMMT<br />

Von Susanne Wick<br />

In der Ausgabe 4/2020 unseres Magazins „<strong>Die</strong> MALTESER“<br />

berichteten wir über eine unserer Klientinnen, die 14-jährige<br />

Lea. Sie leidet aufgrund einer Schädigung des Gehirns an<br />

einer Lähmung der Arme und Beine und benötigt im Alltag<br />

umfassende Unterstützung. Bei der täglichen Pflege hilft<br />

nun ein Patienten-Deckenlift, der dank der großzügigen<br />

Spende von Mitarbeitern der Firma Takeda angeschafft werden<br />

konnte. Lea freut sich riesig über ihren Lift und sagt von<br />

ganzem Herzen DANKE!<br />

Wir haben für Sie geöffnet und freuen uns auf Ihren Besuch<br />

Erholung pur im Schloßhotel Mailberg! Hochzeiten, Veranstaltungen, Romantik im historischen Ambiente.<br />

42<br />

Schloßhotel Mailberg, 2024 Mailberg 1, Tel. +43 2943 30301, reservierung@schlosshotel-mailberg.at<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong><br />

www.schlosshotel-mailberg.at


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER CARE<br />

MOBILER DIENST AM NÄCHSTEN<br />

Als Serviceanbieter im Pflege- und Betreuungsbereich geht MALTESER Care mit der Zeit. Wir bieten nun in Wien durch<br />

den Fonds Soziales Wien (FSW) geförderte Leistungen an.<br />

Von Susanne Wick<br />

Gute Nachrichten für die Bewohner der Bundeshauptstadt:<br />

In Wien ist es <strong>Malteser</strong> Care gelungen, geförderte<br />

Leistungen durch den Fond Soziales Wien (FSW) im Rahmen<br />

der Hauskrankenpflege anbieten zu können.<br />

Heimhilfe<br />

Heimhelfer unterstützen bei Einkäufen, der Haushaltsführung,<br />

beim Aufwärmen von Mahlzeiten oder der Körperpflege.<br />

Sie kommen je nach Bedarf zu vereinbarten<br />

Zeiten zu den Klienten nach Hause, um sie dort zu unterstützen<br />

– auch am Wochenende.<br />

Hauskrankenpflege<br />

<strong>Die</strong> Hauskrankenpflege ist eine Pflege und Betreuung, die<br />

ausschließlich durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte<br />

sowie Pflegefachassistenten bei den<br />

Klienten zu Hause durchgeführt wird.<br />

Es handelt sich um eine aktivierende und reaktivierende<br />

Pflege. Dabei stehen die ganzheitliche Betreuung<br />

sowie Erhalt und Förderung der Selbstständigkeit im<br />

Vordergrund. So umfasst die Hauskrankenpflege beispielsweise<br />

Mobilisation, Körperpflege, Injektionen,<br />

Medikamentengaben und Sondenernährung. Auch vorbeugende<br />

Pflegemaßnahmen sowie Beratung und Pflegeanleitung<br />

für Klienten und deren Angehörige zählen<br />

zur Hauskrankenpflege.<br />

<strong>Die</strong>ser <strong>Die</strong>nst ist für jene Klienten, denen durch den FSW<br />

geförderte Leistungen wie Heimhilfe, Besuchsdienste<br />

und die mehrstündige Alltagsbegleitung angeboten wird.<br />

Begleit- und Besuchsdienst<br />

Der Begleit- und Besuchsdienst ist für jene gedacht, denen<br />

es aufgrund körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen<br />

schwerfällt, ohne fremde Hilfe das Haus<br />

zu verlassen. Geschulte Betreuer begleiten an allen Werktagen<br />

zu vereinbarten Terminen und unterstützen beispielsweise<br />

bei Arztbesuchen oder dringenden Erledigungen<br />

in der Apotheke oder bei der Bank.<br />

Mehrstündige Alltagsbegleitung<br />

Das Angebot der mehrstündige Alltagsbegleitung richtet<br />

sich an Menschen, die nicht, weder selbstständig<br />

noch mit Hilfe ihrer Angehörigen, zurechtkommen. Soziale<br />

Altagsbegleiter kommen zu vereinbarten Zeiten<br />

nach Hause und unterstützen bei der Zubereitung von<br />

Mahlzeiten, begleiten bei Arztbesuchen, Besorgungen<br />

oder Spaziergängen. Der Umfang der geförderten<br />

<strong>Die</strong>nstleistungen richtet sich nach dem persönlichen<br />

Pflegebedarf, der von einer Mitarbeiterin bzw. einem<br />

Mitarbeiter des Kundenservice des FSW erhoben wird.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 43


MALTESERWELTWEIT<br />

KROATIEN<br />

DIE HOFFNUNG AUF EIN GANZ<br />

NORMALES LEBEN<br />

Wie ein Kranker keinen größeren Wunsch hat, als die Rückkehr zu einem gesunden und normalen Leben, so sind die<br />

ethnisch gemischten Bewohner der „Banovina“ in Kroatien in dem einen gemeinsamen Wunsch vereint, nach Krieg und<br />

Erdbeben wieder ein ganz normales Leben zu führen.<br />

Von Georg Eltz<br />

<strong>Die</strong> Gegend um die Städtchen Sisak, Petrinja und Glina<br />

etwa 50 km südlich von Zagreb bezaubert durch ihr wunderschönes<br />

Hügelland. Doch die Region hat bereits viel<br />

mitgemacht: Während der Auseinandersetzungen des<br />

kroatischen Unabhängigkeitskrieges von 1991 bis 1995<br />

verlief die Grenzlinie der Serbischen Republik Krajna mitten<br />

durch das Gebiet. Tausende Familien wurden entwurzelt<br />

und vertrieben. <strong>Die</strong> darniederliegende wirtschaftliche<br />

Infrastruktur beschleunigte die Landflucht, die schon vor<br />

dem zweiten Weltkrieg eingesetzt hatte.<br />

25 Jahre nach dem Bürgerkrieg ist zwar die Armut immer<br />

noch sichtbar, aber dennoch ist ein normaler Alltag eingekehrt:<br />

das meiste wieder aufgebaut, die erkennbaren<br />

Narben des Krieges verheilt oder wenigstens übertüncht,<br />

etliche Wirtschaftsbetriebe im Aufschwung, mehrere aus<br />

EU-Mitteln finanzierte Infrastrukturprojekte im Bau und<br />

der Anschluss an die relativ reiche Hauptstadtregion –<br />

sichtbar in Form einer Autobahn – beinahe geschafft.<br />

Welle der Hilfsbereitschaft<br />

Dann, in den letzten Tagen des Jahres 2020, zwischen<br />

dem katholischen und dem orthodoxen Weihnachtsfest,<br />

wird die Gegend von einer Reihe von Erdbeben erschüttert,<br />

deren Nachbeben bis heute andauern. Der Erdstoß<br />

vom 29. Dezember mit seiner Stärke von 6,4 und einem<br />

Epizentrum nahe von Glina ist so stark, dass viele der<br />

oft uralten oder selbstgebauten Häuser einstürzen. <strong>Die</strong><br />

schwer beschädigten Wohnbauten, in die sich nur wenige<br />

zum Schlafen zurücktrauen, werden zum Dilemma: Ihre<br />

Bewohner müssen in der Winterkälte erst einmal Notunterkünfte<br />

finden, aber ihre Habe wollen und können sie<br />

nicht aufgeben.<br />

Eine beachtliche Welle der Hilfsbereitschaft erreicht Petrinja<br />

schon am folgenden Tag. Hilfstransporte aus Kroatien<br />

selbst und aus den Nachbarländern: Zelte, Decken,<br />

Wohncontainer, Lebensmittel. Glücklicherweise gibt es<br />

nur wenige Verschüttete, aber leider acht Todesopfer. Den<br />

materiellen Schaden erheben die kroatischen Behörden:<br />

Rund 20.000 Häuser wurden bisher für strukturell beschädigt<br />

erklärt, für über mehr als 4000 davon ein striktes<br />

Betretungsverbot sowie eine Abrissverfügung verhängt.<br />

Dazu zählen nicht nur Wohnhäuser, sondern auch Krankenhäuser,<br />

Ämter, Geschäfte, Arbeitsplätze, Schulen und<br />

Kirchen.<br />

Ein Fall für die MALTESER<br />

In dieser Situation fühlen sich die <strong>Malteser</strong> aufgefordert,<br />

zu helfen! Obgleich nur vier Ordensmitglieder in<br />

Kroatien leben, kann ein Spendenaufruf gestartet werden,<br />

der vor allem in Österreich gehört wird. Eine beträchtliche<br />

Summe kommt zusammen, die gemeinsam<br />

mit der Caritas Sisak und in Abstimmung mit der sich<br />

noch im status nascendi befindenden nationalen Caritas<br />

gewissenhaft eingesetzt wird. Letztere investiert die<br />

44<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

enormen Spendenmittel, die ihr vor allem aus der kroatischen<br />

Diaspora zufließen, zunächst in den Bau von 200<br />

winterfesten Wohncontainern, die in kürzester Frist neben<br />

den beschädigten Häusern aufgestellt werden und erst<br />

einmal sichere Schlafplätze bieten. Gleichzeitig stellt die<br />

kroatische Regierung ebenfalls Container auf, vor allem als<br />

geschlossene Siedlungen im städtischen Bereich.<br />

<strong>Die</strong>se freilich nützen den Kleinbauern aus den verstreut<br />

liegenden Dörfern im Hinterland nichts: Sie müssen sich<br />

weiter um ihre Tiere und Kulturen kümmern – sie sind ihre<br />

Lebensgrundlage. Um diesen Menschen zu helfen, kommt<br />

eine bewährte Lösung von 1992 aus Petrinja wieder zum<br />

Einsatz: Das Holzhaus der Organisation „Bauern helfen<br />

Bauern – Salzburg“ unter der Leitung von Doraja und<br />

Xandi Eberle: Ein zweistöckiges Holzhaus von insgesamt<br />

55m² mit einfacher, aber kompletter Ausstattung: Dusche,<br />

WC, Holzherd, kleine Küche. Erdbebensicher auf einen<br />

Betonsockel montiert, den derzeit die Stadt Petrinja samt<br />

dem Versprechen von Wasser- und Stromanschluss den<br />

gemeinsam ausgesuchten Empfängern bereitstellt, kann<br />

eine erfahrene Truppe das zweistöckige Haus binnen einer<br />

Woche fertigstellen.<br />

„Häuser der Hoffnung“ für Sisak<br />

Auch Zagreb wurde vor einem Jahr von einem heftigen<br />

Erdbeben heimgesucht: am 22. März 2020. Tausende von<br />

Gebäuden, darunter alle innerstädtischen Kirchen, wurden<br />

als schwer beschädigt eingestuft und daher behördlich<br />

geschlossen. Außer einigen privaten Renovierungen, die<br />

unter Missachtung der staatlichen Programme und der<br />

versprochenen Subventionen in Direktvergabe bereits abgeschlossen<br />

wurden, ist bis zum heutigen Tage praktisch<br />

nichts geschehen. Es gibt allenfalls vage Zusagen von Finanzierungen,<br />

aber bis heute weiß man nicht, wem die<br />

Verfügung über diese Mittel zufallen wird, und schon gar<br />

nicht, wann die Renovierungsarbeiten in der kroatischen<br />

Hauptstadt beginnen sollen. Alles ist und bleibt weiter geschlossen.<br />

Das lässt für die abgelegene Region Banovina<br />

wenig Gutes erwarten.<br />

In der Zwischenzeit versuchen die <strong>Malteser</strong>, den Menschen<br />

ein Bleiben zu ermöglichen. Das Projekt wurde von der Diözese<br />

Sisak „Häuser der Hoffnung“ getauft und in der Osterwoche<br />

den Medien vorgestellt. Es ist heute schon mehr<br />

als nur ein Versprechen: Zwei Häuser sind gerade im Bau,<br />

acht stehen bereits, eines davon auf dem Hof der Familie<br />

Bradara. Das Ehepaar Bradara hatte leider bisher nicht<br />

viel Glück im Leben: <strong>Die</strong> Zerstörung und Enteignung ihres<br />

Hofs, Verschleppung, Konzentrationslager, Vertreibung<br />

aus der bosnischen Heimat und einen Neuanfang in Kroatien<br />

haben sie bereits er- und überlebt. Und nun haben sie<br />

wieder das Dach über dem Kopf verloren. Trotzdem bewirteten<br />

sie liebenswürdig die Medienvertreter.<br />

<strong>Die</strong> kroatischen <strong>Malteser</strong> wollen hier mithelfen, Hoffnung<br />

auf einen Neuanfang zu machen. Das Holzhaus macht es<br />

dem Ehepaar Bradara möglich, am Hof zu bleiben, weiter<br />

zu wirtschaften und ihr Zuhause wieder aufzubauen. Der<br />

jüngste Sohn der Baradas, Danijel, ist mit einem Mädchen<br />

aus der Nachbarschaft verheiratet und will sich im Dorf<br />

eine Zukunft aufbauen. Das Holzhaus steht als Zeichen der<br />

Hoffnung für eine ganze Region.<br />

Bitte spenden Sie!<br />

Wie wird es weitergehen? Noch gibt es viele Menschen, die<br />

Hilfe und ein sicheres Dach über dem Kopf brauchen. Bitte<br />

helfen auch Sie und unterstützen Sie den Wiederaufbau in<br />

der Diözese Sisak mit Ihrer Spende! Vergelt’s Gott!<br />

SPENDENKONTO: MALTESER Austria<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800, BIC: GIBAATWW<br />

Spendenzweck: „Erdbeben Kroatien“<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 45


MALTESERWELTWEIT<br />

© Peace and Freedom Organization<br />

PAPSTBESUCH GIBT DEN<br />

MENSCHEN IM IRAK HOFFNUNG<br />

© wikipedia<br />

Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär von MALTESER International, bereiste Anfang März zeitgleich zum<br />

Besuch des Papstes die Ninewa-Ebene im Irak, um sich ein Bild der Projektaktivitäten der vergangenen drei Jahre<br />

zu machen. Er berichtet:<br />

Von Clemens Graf von Mirbach-Harff, Generalsekretär <strong>Malteser</strong> International<br />

„<strong>Die</strong> Zerstörungswut, welche durch den Vormarsch<br />

und die Rückzugsgefechte des sogenannten IS in der<br />

Ninewa-Ebene wütete, ist noch immer sichtbar. In den<br />

verkohlten Häusern riecht man den Brandbeschleuniger<br />

und den Sprengstoff, überall in den Straßen sieht<br />

man die Spuren der Zerstörung.<br />

In der Stadt Karakosch in der Ninewa-Ebene im Nordirak<br />

lebten vor dem Einmarsch des IS im Jahr 2014 etwa<br />

50.000 Menschen, die meisten davon Christen. Fast alle<br />

haben die Stadt auf der Flucht vor den Terroristen verlassen.<br />

Wer das nicht tat, war der Willkür des IS ausgesetzt<br />

und verlor nicht selten auf grausame Art sein Leben.<br />

Nur die Hälfte der Bevölkerung ist bislang zurückkehrt.<br />

Viele Vertriebene – insbesondere Christen – leben nach<br />

wie vor im Exil. Sie sehen oftmals keine wirtschaftliche<br />

Perspektive für eine Rückkehr oder fürchten noch<br />

immer um ihre Sicherheit. In den Gesprächen mit den<br />

Menschen vor Ort merkten wir: Das Trauma der Vertreibung<br />

und der Zerstörung ihrer Heimat sitzt bei vielen<br />

Einwohnern von Karakosch noch immer tief.<br />

Umfangreiches Programm für die Rückkehr Geflüchteter<br />

in die Ninewa-Ebene<br />

Christen, sunnitische und schiitische Araber, Jesiden,<br />

Turkmenen, sunnitische Schabak, schiitische Schabak,<br />

Kakae, Kurden – die Ninewa-Ebene ist Heimat für zahlreiche<br />

ethnische und religiöse Gruppen. Im Jahr 2018<br />

hatte <strong>Malteser</strong> International mit Unterstützung des<br />

Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit<br />

und Entwicklung (BMZ) ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm<br />

für Rückkehrer in der Ninewa-Ebene<br />

gestartet. Es war mit über 30 Millionen Euro das größte<br />

Projekt, das bislang von <strong>Malteser</strong> International begleitet<br />

wurde. <strong>Die</strong> Mittel waren vom Deutschen Bundestag<br />

freigegeben worden, insbesondere auf Initiative der<br />

Abgeordneten Volker Kauder und Rüdiger Kruse, die<br />

ursprünglich geplant hatten, mit in den Irak zu reisen,<br />

ihre Teilnahme aufgrund der scharfen Corona-Auflagen<br />

aber absagen mussten.<br />

Ziel unserer Arbeit in der Ninewa-Ebene war es, einen<br />

Beitrag für mehr Stabilität in der Region zu leisten. Dafür<br />

haben wir mit vielen lokalen Partnerorganisationen<br />

46<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

<strong>Malteser</strong> International Projekt Wiederaufbau in der Ninewa-Ebene<br />

die notwendige Infrastruktur geschaffen. Das Programm<br />

basiert insgesamt auf vier Säulen: dem Wiederaufbau<br />

zerstörter Häuser und der Infrastruktur, Maßnahmen<br />

zur Schaffung eines sicheren Einkommens für die Familien<br />

in der Region, einer Bildungskomponente und<br />

der Förderung des friedlichen Zusammenlebens in den<br />

Gemeinden. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie wurde<br />

eine fünfte Komponente mit Präventions- und Schutzmaßnahmen<br />

gegen das Virus ergänzt.<br />

Ein starkes Programm dank starker lokaler Partner<br />

Bei meinem Besuch in der Ninewa-Ebene habe ich viele<br />

unserer Partnerorganisationen vor Ort getroffen.<br />

Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement<br />

sie sich für ihre Projekte und den interreligiösen<br />

Dialog in ihrer Gemeinde einsetzen. Insgesamt haben<br />

wir seit Beginn des Programms im Jahr 2018 mehr als<br />

2.000 Häuser wiederaufgebaut. Mit der Auszahlung<br />

von Bargeld und mit Einkommen schaffenden Maßnahmen,<br />

an denen rund 35.000 Menschen teilnahmen,<br />

halfen wir dabei, den Lebensunterhalt der Familien zu<br />

sichern.<br />

Bildungsmöglichkeiten sind ebenfalls ein wichtiger<br />

Faktor dafür, dass Menschen wieder in ihre Heimat<br />

zurückkehren. Wir haben Schulen und Kindergärten<br />

wiederaufgebaut, neu ausgestattet und mit Beginn der<br />

Corona-Pandemie Online-Angebote für Schüler ermöglicht.<br />

All das ist aber wenig wert, wenn es keinen Frieden<br />

gibt. Daher ist uns die Förderung des friedlichen Zusammenlebens<br />

verschiedener religiöser und ethnischer<br />

Gruppen in unserem Programm besonders wichtig gewesen.<br />

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen<br />

haben wir neue Jugendzentren und Sporteinrichtungen<br />

gebaut sowie Sport-, Kultur- und Musikveranstaltungen<br />

angeboten, um Orte für Begegnungen abseits des normalen<br />

Alltags zu schaffen.<br />

Feiertag für Minderheiten nach Papstbesuch<br />

Zeitgleich zu unserer Reise besuchte auch der Papst<br />

erstmals den Irak. Sein Besuch war ein echter Lichtblick<br />

für die Menschen vor Ort. Wir hatten das Glück<br />

an der Feier der Heiligen Messe des Papstes in Erbil<br />

teilnehmen zu können. <strong>Die</strong> Stimmung dort war sehr<br />

besonders. Man spürte, wie froh die Menschen waren,<br />

sich als Gemeinschaft identifizieren und wahrnehmen<br />

zu können.<br />

<strong>Die</strong> Tatsache, dass die irakische Zentralregierung anlässlich<br />

des Papstbesuches einen Feiertag für Minderheiten<br />

ausgerufen hat, stimmt viele hoffnungsvoll.<br />

Sowohl Christen als auch Muslime haben uns erzählt,<br />

wie froh sie sind, dass die Minderheiten im Irak endlich<br />

nicht mehr als Gäste angesehen werden, sondern als Teil<br />

und Frucht einer Jahrhunderte alten friedlichen Koexistenz.“<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 47


MALTESERWELTWEIT<br />

Über das Hilfsprogramm der <strong>Malteser</strong> konnten im vergangenen<br />

Jahr rund 36.000 Behandlungen für die Menschen in<br />

Maracaibo ermöglicht werden.<br />

VENEZUELA<br />

COVID-19-PRÄVENTION<br />

FÜR KINDER, SCHWANGE-<br />

RE UND JUNGE MÜTTER<br />

Von Lisa Schoenmeier<br />

Für viele Familien in Venezuela wird<br />

die Lage immer schwieriger. Oft gibt es<br />

tagelang kein Wasser oder Strom und<br />

die Lebensmittelpreise sind so stark<br />

gestiegen, dass viele Familien ihre täglichen<br />

Bedürfnisse kaum decken können.<br />

Sieben Millionen Menschen sind<br />

auf Unterstützung angewiesen und die Corona-Pandemie<br />

verschlimmert die Lage für die Bevölkerung zusätzlich.<br />

Bereits vor der Pandemie war die medizinische Versorgung<br />

aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise unzureichend.<br />

Gemeinsam mit dem <strong>Malteser</strong>orden in Venezuela und der<br />

Partnerorganisationen SAHEP unterstützt <strong>Malteser</strong> International<br />

drei Krankenhäuser in der Hafenstadt Maracaibo<br />

in der Provinz Zulia im Nordwesten des Landes insbesondere<br />

bei der Versorgung von Kindern, Schwangeren und Stillenden.<br />

<strong>Die</strong> Partnerorganisationen liefern Medikamente,<br />

medizinische Ausrüstung, Reinigungs- und Managementmaterialien<br />

an die Krankenhäuser sowie Multivitaminpräparate<br />

für die Schwangeren und Stillenden. Darüber hinaus<br />

unterstützen sie die Instandhaltung der Notfall- und Kinderstationen,<br />

insbesondere auch im Hinblick auf Hygiene<br />

und Infektionskontrolle zur Covid-19-Prävention. Über das<br />

Hilfsprogramm konnten im vergangenen Jahr bereits rund<br />

36.000 Behandlungen für die Menschen in Maracaibo ermöglicht<br />

werden.<br />

48<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong><br />

NOTHILFE INDIEN<br />

SAUERSTOFF, SCHUTZAUS-<br />

RÜSTUNG UND PSYCHO-<br />

SOZIALE UNTERSTÜTZUNG<br />

Von Cordula Wasser<br />

<strong>Die</strong> Ausbreitung der Virusmutation<br />

B.1.617 führte Anfang Mai zu einer dramatischen<br />

Zuspitzung der Corona-Situation<br />

in Indien: Krankenhäuser konnten<br />

Patienten nicht mehr versorgen, es<br />

fehlte insbesondere an Pflegekräften,<br />

Intensivbetten und medizinischem Sauerstoff.<br />

<strong>Die</strong> Menschen starben vor den Krankenhäusern.<br />

Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation half <strong>Malteser</strong><br />

International schnell: Im nord-westlichen Bundesstaat<br />

Rajasthan wurden medizinische Masken und Hygieneartikel<br />

an Gesundheitspersonal und Lehrkräfte verteilt sowie<br />

Krankenhäuser mit Sauerstoff und Schutzausrüstungen<br />

ausgestattet. Pflegepersonal informierte die Menschen über<br />

die Verbreitungswege und mögliche Impfungen gegen das<br />

Virus. Parallel zur Ausbreitung der Virusmutation weiteten<br />

auch die <strong>Malteser</strong> ihre Hilfe im Nachbarland Nepal aus und<br />

stellten Ende Mai 100.000 Euro Soforthilfe für eine Impfkampagne<br />

in Indien bereit.<br />

Zusätzlich zu den lebensrettenden Maßnahmen haben<br />

die Helfer insbesondere auch die seelische Belastung der<br />

Menschen im Blick. Viele Betroffene sind durch die Einschränkungen<br />

völlig verarmt oder mussten miterleben, wie<br />

Familienmitglieder an Covid-19 verstarben. Auch diese Belastungen<br />

dürfen nicht vergessen werden. Jede Unterstützung<br />

wird weiterhin dringend benötigt.<br />

SPENDENKONTO: Spendenzweck „Indien“<br />

IBAN: DE103 70601201201200012, BIC: GENODED1PA7


MEDIZINAKTUELL<br />

EIN WUNDER<br />

Lilian kam drei Monate zu früh zur Welt. Nach 106 Tagen Intensivpflege und einer Corona-Erkrankung konnte sie als<br />

gesundes Baby aus dem MALTESER Krankenhaus der Heiligen Familie im Westjordanland entlassen werden.<br />

Eine Frühgeburt in der 27. Woche ist schon eine Herausforderung.<br />

Dazu noch coronapositiv zu sein, ist eine<br />

gewaltige Herausforderung. Unter diesen Umständen<br />

am Höhepunkt der Corona-Pandemie in Betlehem auf<br />

die Welt zu kommen und zu überleben, ist ein wahres<br />

Wunder – ein Lichtblick in einem ausgesprochen komplizierten<br />

Jahr.<br />

Von Noemi Penna*<br />

Unendlich dankbar<br />

Am 5. April konnte Lilian mit etwas mehr als zwei Kilo<br />

Gewicht die Intensivstation verlassen und durfte nach<br />

Hause zu ihrer Familie. „Während der Corona-Pandemie<br />

schwanger zu sein, war wirklich hart. Als unser<br />

Baby dann noch so früh geboren wurde, waren wir extrem<br />

besorgt. <strong>Die</strong> ganze Schwangerschaft und Lilians<br />

dreimonatiger Aufenthalt auf der Intensivstation waren<br />

die schwierigste Zeit meines Lebens. Ich bin dem Krankenhaus<br />

der Heiligen Familie unendlich dankbar für die<br />

medizinische Behandlung, finanzielle Unterstützung<br />

und psychologische Hilfe, die wir erhalten haben“, so die<br />

überglückliche Mutter.<br />

Lilian war von Anfang an ein sehr komplizierter Fall. Ihr<br />

fast noch durchsichtiger kleiner Körper wog ein halbes<br />

Kilo und hatte keine vollständig geformten Lungen. Der<br />

Inkubator wurde sofort nach der Geburt in einer eigenen<br />

Abteilung des Krankenhauses isoliert und von einem<br />

Spezialteam übernommen. Glücklicherweise hat<br />

die Covid-Infektion die Genesung der kleinen Lilian<br />

nicht beeinträchtigt. Sie wurde nach 14 Tagen negativ<br />

getestet.<br />

Helfen, wo Not ist<br />

Dass die Geschichte für Lilian so gut ausgegangen ist, ist<br />

den hochkompetenten Spezialisten des von den <strong>Malteser</strong>n<br />

geführten Krankenhauses der Heiligen Familie zu<br />

verdanken. <strong>Die</strong> Klinik ist die einzige im gesamten Westjordanland<br />

mit einer hochmodernen gynäkologischen<br />

Einrichtung. Jährlich werden hier rund 4.700 Kinder<br />

geboren. Unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit<br />

oder Zahlungsfähigkeit der Patienten wird hier<br />

jeder, der Hilfe benötigt, behandelt.<br />

*Der Beitrag von Noemi Penna wurde aus dem Italienischen übersetzt<br />

und gekürzt. Er darf mit freundlicher Genehmigung der Autorin hier<br />

abgedruckt werden.Quelle: https://www.lastampa.it/topnews/primopiano/<strong>2021</strong>/04/15/news/bimba-prematura-di-27-settimane-positiva-alcovid-dimessa-dopo-106-giorni-di-terapia-intensiva-1.40155988<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 49


MEDIZINAKTUELL<br />

WO LICHT IST, KANN AUCH<br />

SCHATTEN SEIN<br />

Mit Corona hat die Internetnutzung neue Dimensionen erreicht. Immer mehr Kinder sitzen stundenlang vor digitalen<br />

Geräten, nutzen Apps und spielen Online-Games. <strong>Die</strong>s schürt Ängste bei den Eltern. Zu Recht?<br />

„Es häuft sich die elterliche Sorge, dass die Kinder vom<br />

Internet nicht mehr loskommen und sich dann in der<br />

wirklichen Welt nicht mehr zurechtfinden könnten“,<br />

bringt der Wiener Psychotherapeut Dominik Batthyány<br />

das Thema auf den Punkt. „<strong>Die</strong> Digitalisierung hat<br />

unseren Alltag grundlegend verändert, und Corona hat<br />

diese Veränderung massiv beschleunigt. Sie zwingt uns<br />

zur Anpassung. Das kann bei manchen Menschen zu<br />

Problemen führen. Neue Medien und das Internet aber<br />

generell zu dämonisieren, wäre der falsche Weg. Wie bei<br />

allem im Leben und in der Medizin macht auch hier die<br />

Dosis das Gift.“<br />

Können Eltern also ganz beruhigt sein? Sehen wir uns<br />

einmal den neuen Corona-Alltag von Kindern an: Durch<br />

das Homeschooling sind viele verstärkt in den Kontakt<br />

mit digitalen Medien gekommen. Gleichzeitig ist der reale,<br />

persönliche Kontakt mit Freunden stark gesunken.<br />

Von Katharina Stögner<br />

<strong>Die</strong>ser fehlende Kontakt mit Gleichaltrigen macht es<br />

Kindern schwer, ihre eigene Identität und ein gesundes<br />

Wir-Gefühl zu entwickeln. Vor allem beim Einstieg in<br />

die erste Klasse Volksschule und nach einem Wechsel<br />

in eine andere oder weiterführende Schule spielen diese<br />

Mechanismen eine grundlegende Rolle für die weitere<br />

soziale Entwicklung der Kinder und einen natürlichen<br />

Ablösungsprozess von den Eltern.<br />

Strategien zur Problemlösung<br />

Damit nicht genug, wurden vielen Kindern – und auch<br />

Erwachsenen – gelernte und erprobte Problemlösungsstrukturen<br />

genommen. Dominik Batthyány: „Wir sind<br />

gewohnt, mit Problemen von außen oder mit Gefühlen,<br />

die von innen auf uns zukommen, umzugehen. Dazu<br />

entwickelt jeder für sich ganz unterschiedliche Strategien<br />

und Ventile. <strong>Die</strong> einen suchen sich Hobbies wie<br />

Theaterspielen, die anderen betreiben Sport oder verab-<br />

50<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


MEDIZINAKTUELL<br />

reden sich mit der besten Freundin. Durch die Corona-<br />

Pandemie wurden beziehungsweise werden viele dieser<br />

Problemlösungsstategien unterbunden. Viele Dinge,<br />

die zur persönlichen Stabilisierung wichtig waren, sind<br />

weggefallen. Hier können Computerspiele oder soziale<br />

Medien ein Ersatz sein beziehungsweise zur neuen Problemlösungsstrategie<br />

werden, wenn keine andere zur<br />

Verfügung steht.“<br />

Hat die neue Medienwelt die Kinder einmal in ihren<br />

Bann gezogen, „sind die Kids total abwesend“ und „überhaupt<br />

nicht mehr erreichbar“, wie Eltern zunehmend<br />

klagen. Oder es kommt zu „ständigen Streitereien“, obwohl<br />

die Familienstruktur grundsätzlich intakt ist. „Ich<br />

stelle dann häufig fest, dass der Grund für diese Unruhe<br />

im Fehlen eines funktionierenden Rahmens für die Mediennutzung<br />

liegt. <strong>Die</strong> meisten Familien haben einfach<br />

noch nicht festgelegt, wie mit den jeweiligen Medien<br />

in der Familie umgegangen werden soll“, so Batthyány.<br />

„Ich prüfe dann die Situation anhand von Fragen an<br />

das Kind. Wenn es Kontakt mit Freunden hat, Interessen<br />

nachgeht, Freude an anderen Aktivitäten hat, sich<br />

psychisch stabil und nicht außergewöhnlich belastet<br />

zeigt, habe ich wenig Sorge, dass es mediensüchtig ist.<br />

Vielmehr gehe ich davon aus, dass das Kind gerade im<br />

Sog des Computerspielens gefangen ist und erst lernen<br />

Dr. Dominik Batthyány ist Psychotherapeut in eigener<br />

Praxis in Wien und Spezialist auf dem Gebiet der<br />

Beobachtung von Verhaltensformen im Umgang mit sozialen<br />

Medien und virtuellen Technologien. Er ist Gründer<br />

und Leiter der Therapie- und Beratungsstelle für<br />

Verhaltenssüchte/Mediensucht und Leiter des Instituts<br />

für Verhaltenssüchte an der Sigmund Freud Privatuniversität<br />

in Wien.<br />

ONLINE-FASTEN ODER „DIGITAL DETOX“<br />

Erwachsene sollten nicht nur auf das Online-Verhalten ihrer Kinder achten. Sie sollten sich auch selbst beobachten<br />

und kritisch hinterfragen: Warum tue ich dies oder das im Internet? Ist das notwendig? Ist das noch ein<br />

gesundes Maß? Nutze ich das Internet als einen Rückzugsort, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, um mit<br />

niemanden reden, keine Fragen beantworten oder mich Problemen nicht stellen zu müssen?<br />

Versuchen Sie immer wieder einmal bewusst, auf Internet, Fernsehen, Online-Spiele und das Handy zu verzichten.<br />

<strong>Die</strong>se Art des Fastens ist sehr gesund und hat eine gute Vorbildwirkung für die eigenen Kinder. Wir zeigen<br />

ihnen auf diese Weise, dass auch wir Erwachsene immer wieder für uns abklären müssen, ob wir in einem Sog<br />

gefangen sind, ob wir noch ausreichend Zeit für uns selbst haben, für die Dinge und Menschen, die uns wichtig<br />

sind – oder ob das Internet diese Zeit auffrisst.<br />

Wie schon Paracelsus sagte: „Dosis facit venenum.“ Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Alle Dinge<br />

sind Gift, und nichts ist ohne Gift.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 51


MEDIZINAKTUELL<br />

muss, es richtig zu dosieren – angeleitet durch einen<br />

Rahmen, der in der Familie aufgestellt werden muß.“<br />

Soziale Medien als wichtiger Ankerpunkt<br />

Kritisch wird es dann, wenn das Kind das Interesse an<br />

anderen Dingen, am Kontakt mit anderen Menschen,<br />

verliert und die Online-Welt scheinbar zum einzigen<br />

Interesse geworden ist. „Versuchen Sie herauszufinden,<br />

wie es Ihrem Kind geht“, rät Batthyány, „zeigen Sie Interesse<br />

an dem, was Ihr Kind tut.“ Eltern<br />

sollten anerkennen, dass Computerspiele<br />

und die sozialen Medien ein<br />

wichtiger Teil des Lebens von jungen<br />

Menschen geworden sind. Das gilt in<br />

der Schule ebenso wie in der Freizeit.<br />

Arbeitsgruppen in der Schule stimmen<br />

sich über WhatsApp ab, Gruppenarbeiten<br />

werden über Online-Tools organisiert,<br />

und so gehört es auch dazu, bei<br />

Online-Spielen nach dem Schulunterricht<br />

Spaß zu haben. „<strong>Die</strong> Jugendlichen<br />

müssen sich verstanden fühlen. <strong>Die</strong> Eltern<br />

sollten die Online-Interessen ihres<br />

Nachwuchses daher nicht als etwas Unwichtiges abtun“,<br />

so Batthyány. Es ist hilfreich, wenn es gelingt, sich immer<br />

wieder die Frage zu stellen; „Wie geht es meinem<br />

Kind eigentlich?“. Es ist wichtig, mit den Kindern im<br />

Gespräch zu bleiben, ihnen das Gefühl zu geben, dass<br />

sie mit ihren Fragen und Problemen immer kommen<br />

können und nichts zu befüchrten haben.<br />

Natürlich muss sich die Internet-Aktivität der Kinder<br />

auch im Rahmen halten. Für junge Menschen ist es<br />

wichtig, eine Struktur zu haben, die Orientierung gibt.<br />

Das gilt auch für die Freizeit. Batthyány: „Im Bann des<br />

Bildschirms werden Gedanken und Gefühle gebunden,<br />

man schaltet ab und denkt in dieser Zeit nicht an die<br />

eigenen Gefühle. So können auch negative Gefühle und<br />

Probleme verdrängt werden. Kinder haben noch nicht<br />

die Impulskontrolle, sich bewusst und ohne Unterstützung<br />

diesem Sog entziehen zu können und zu sagen:<br />

‚Okay, Schluss mit dem Spielen, jetzt kümmere ich mich<br />

um meine Hausaufgaben.‘“<br />

Sicherer Rahmen und Alternativen<br />

Zugegeben: Dem Nachwuchs Regeln für Online-Zeit<br />

und eine gesunde Mediennutzung mitzugeben, ist kein<br />

einfaches Unterfangen. Dennoch: Es braucht diesen<br />

Rahmen, der Sicherheit vermittelt und das Verhalten<br />

regelt. Wichtig ist, konsequent zu bleiben und immer<br />

auch Alternativen anzubieten. Eltern sind eingeladen zu<br />

überlegen, was sie mit Kindern gemeinsam unternehmen<br />

könnten, wofür sie sie begeistern oder welche zusätzlichen<br />

Interessen sie wecken und etablieren könnten.<br />

Egal, ob Musikunterricht, Tanzgruppe, fixe Treffen<br />

mit Freunden auf dem Spielplatz oder Radfahren und<br />

Sporteln mit der ganzen Familie sind gute Alternativen<br />

zum Online-Gaming.<br />

Und wie schon gesagt: Das Internet darf nicht verteufelt<br />

werden. Batthyány: „Es ist in vielen Bereichen – gerade<br />

in dieser Krisenzeit – hilfreich. Es ermöglicht uns, Essen<br />

online zu bestellen, online einzukaufen und sich alles<br />

nach Hause vor die Tür liefern zu lassen. Es gibt großartige<br />

Kultur-, Unterhaltungs- und Fortbildungsangebote<br />

im Internet und natürlich wichtige Kontaktmöglichkeiten.<br />

Habe ich mich früher mit einem Freund extra getroffen,<br />

um ihm mein Herz auszuschütten, kann ich das<br />

heute über einen Videocall machen. Menschen, die sehr<br />

alleine, nicht mobil oder vielleicht an einem anderen<br />

Ort sind, kann man auf diese Weise sehen und hören.<br />

Das gibt ein gutes Gefühl von Gemeinschaft – sowohl<br />

für Kinder als auch für Erwachsene.“<br />

52<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


GELESENEMPFOHLEN<br />

DIE BIBEL<br />

IN REIMEN<br />

Ein Buch für die ganze Familie<br />

Von Michael Prügl<br />

<strong>Die</strong> „Bibel in Reimen“ ist das bisher herausforderndste<br />

Projekt, dem sich Thomas Brezina gestellt hat. Ursprünglich<br />

mit 100 Seiten veranschlagt, entstand im<br />

Laufe eines Jahres ein Buch mit 370 vollillustrierten<br />

Seiten und einem Gewicht von 1,2 Kilogramm.<br />

Schon länger arbeitete der beliebte Kinderbuchautor<br />

Thomas Brezina an verschiedenen Projekten in<br />

Reimform. Eines Tages kam die Idee, die Bibel in dieser<br />

Form zu gestalten, um den Geschichten aus dem<br />

Buch der Bücher auf den Grund zu gehen. In Reimen<br />

zu schreiben zwingt einen dazu, den Kern einer Sache<br />

zu erkennen und auszudrücken. Ursprünglich wurde<br />

das Projekt „Bibel in Reimen“ als Kinderbibel geplant,<br />

doch im Arbeitsprozess stellte sich heraus, dass hier<br />

ein weit größeres Werk entsteht und nicht nur Kinder<br />

angesprochen werden: <strong>Die</strong> Bibel ist ein Buch für die<br />

ganze Familie.<br />

Antworten auf wichtige Fragen<br />

Großartige Illustrationen von Pablo Tambuscio treffen<br />

auf die präzisen Reime des Bestseller-Autors. <strong>Die</strong> berührenden<br />

Geschichten aus dem alten und dem neuen<br />

Testament werden dadurch neu erzählt und beleuchtet.<br />

Sie geben Antworten auf Fragen, die sich nicht nur<br />

Autor und Illustrator während der Textarbeit gestellt<br />

haben, sondern die auch Leser immer wieder aufwerfen.<br />

Mit der „Bibel in Reimen“ drückt Brezina Hoffnung,<br />

Glaube und Zuversicht aus und verzichtet dabei auf<br />

Standardsätze und Allgemeingültiges. Im letzten Kapitel<br />

„Sieh die Welt als großen Garten“ heißt es etwa:<br />

„Staune über Gottes Wunder, fühle in dir seine Kraft.<br />

Statt auf andere zu warten, sei der Mensch, der Gutes<br />

schafft.“ Sätze wie diese können ob ihrer Schönheit tatsächlich<br />

zu Tränen rühren.<br />

Thomas Brezina. <strong>Die</strong> Bibel in Reimen. Joppy Verlag, März <strong>2021</strong>.<br />

368 Seiten, ISBN 978-3-99001-466-0, 24,95 Euro<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 53


GELESENEMPFOHLEN<br />

DES ESS MA MIA AM LIABSTN<br />

<strong>Die</strong> Passauer MALTESER haben ein Kochbuch herausgebracht und sammeln damit<br />

Spenden für finanziell benachteiligte Mitmenschen. Gemeinsam mit dem MALTESER-<br />

Projekt „Mahlzeiten-Patenschaften“ eine schöne Idee zum Nachmachen!<br />

Von Rosemarie Krenn<br />

Das Kochbuch bietet nicht nur köstliche Rezepte aus der<br />

großen und bunten <strong>Malteser</strong>welt. Es ist ein großartiges<br />

Gemeinschaftswerk, auch optisch eine Augenweide, und<br />

der Erlös kommt einem sozialen Zweck zugute. <strong>Die</strong> Idee<br />

dazu hatte die Altöttinger <strong>Die</strong>nststellenleiterin Elvira Dittler.<br />

Gemeinsam mit der Referentin Soziales Ehrenamt,<br />

Rosmarie Krenn, setzte sie sie in die Tat um. <strong>Die</strong> beiden riefen<br />

Haupt- und Ehrenamtliche, Senioren und Menschen,<br />

die den <strong>Malteser</strong>n nahestehen, auf, ihre Lieblingsrezepte<br />

auszuwählen und sie in einer gemeinsamen Kochaktion<br />

zuzubereiten. Begleitet von einem professionellen Fotoshooting<br />

wurden die Gerichte in Szene gesetzt.<br />

Köstliche Küche für die Praxis<br />

<strong>Die</strong> Speisen sind einfach zu kochen oder zu backen und<br />

enthalten keine ausgefallenen Zutaten – eine Küche für<br />

die Praxis eben! Durch Zugabe des jeweiligen Lieblingsgewürzes<br />

lässt sich jedem Gericht noch eine persönliche Note<br />

verleihen. Der Reinerlös des Buches kommt dem Sozialen<br />

Ehrenamt der <strong>Malteser</strong> zugute. „Wir sind in vielen Bereichen<br />

aktiv, um beeinträchtigten Mitmenschen und Senioren,<br />

einsamen Menschen und solchen, die in einer schwierigen<br />

Lebenslage sind, beizustehen, sie zu unterstützen<br />

und Freude und Licht in ihren oft nicht leichten Alltag zu<br />

bringen“, erklärt Rosmarie Krenn. „Des ess ma mia am<br />

liabstn“ ist nicht nur ein ganz tolles Kochbuch, sondern<br />

auch eine nette Geschenkidee, die Gutes tut.<br />

Bestellmöglichkeiten:<br />

E: rosmarie.krenn@malteser.org, T: +49 0 851 95666 45,<br />

18 Euro, zzgl. Versandkosten<br />

Mancher mag es gar nicht glauben, dass in unserer Überflussgesellschaft,<br />

in der täglich Tonnen von guten Lebensmitteln<br />

im Abfall landen, Menschen hungern müssen.<br />

Doch es gibt auch in unseren Breiten viele arme<br />

Menschen, die unverschuldet in diese Situation gekommen<br />

sind und die sich nicht einmal ein warmes Essen am<br />

Tag leisten können. Gesprochen wird darüber meistens<br />

nicht. <strong>Die</strong> Scheu der Menschen, Hilfe auch nur zu suchen,<br />

geschweige denn anzunehmen, ist groß. Altersarmut ist<br />

nicht salonfähig und findet hinter verschlossenen Türen<br />

statt.<br />

54<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


GELESENEMPFOHLEN<br />

UND MORGEN TREFFEN<br />

WIR UNS GESTERN<br />

Eine Geschichte über Demenz, die Mut macht.<br />

Das Leben hört nicht auf, weil jemand an Alzheimer erkrankt.<br />

Doch die Zeit, wie wir sie kennen, existiert für<br />

Demenzkranke nicht mehr. Der Tag beginnt nicht mehr<br />

am Morgen und endet nicht mehr am Abend. Mit Alzheimer<br />

lebt man nur im Hier und Jetzt.<br />

Aber ist Leben im Hier und Jetzt nicht das, was wir alle<br />

machen sollten? <strong>Die</strong>se Frage stellt Pfleger Micha der<br />

Medizinstudentin Anna, welche einen Patienten mit<br />

Spitznamen Fisch während seiner Demenzerkrankung<br />

begleitet. Sie wird dabei von Professor Luck unterstützt.<br />

Jedoch hört Anna nicht immer auf den Rat des Professors.<br />

Sie beschließt, Fisch seinen letzten Traum zu erfüllen<br />

und fliegt mit ihm kurzerhand nach Rom, um<br />

sich dort mit dessen Jugendliebe und Exfrau Sophia zu<br />

treffen. Auf der turbulenten Reise lernt Anna nicht nur<br />

mehr über die Krankheit Demenz, sondern auch über<br />

den Sinn des Lebens.<br />

Neue Perspektiven<br />

Mit dieser aufklärenden und zugleich romantischen<br />

Damit genau diese Menschen nicht in Vergessenheit geraten,<br />

haben die <strong>Malteser</strong> vor einigen Jahren das Projekt der Mahlzeiten-Patenschaften<br />

ins Leben gerufen. Das Prinzip ist ganz<br />

einfach: <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> suchen nach Paten, die ihnen Geld zur<br />

Verfügung stellen. <strong>Die</strong> Spenden kommen in einen großen Topf<br />

und die <strong>Malteser</strong> machen sich gezielt auf die Suche nach Menschen,<br />

denen es an Mitteln fehlt, sich wenigstens einmal am Tag<br />

etwas Anständiges zu essen zu leisten. <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> liefern das<br />

Essen kostenlos an die Empfänger aus.<br />

Informationen: www.malteser-passau.de<br />

Von Gloria Krenn<br />

Geschichte eröffnet der<br />

Autor und Arzt, Dr. med.<br />

Carsten Lekutat, in seinem<br />

Roman „Und morgen<br />

treffen wir uns gestern“<br />

eine ganz neue<br />

Perspektive auf Demenz. Gedanken, Gefühle<br />

und Eindrücke ab der Frühdiagnose bis zur fortgeschrittenen<br />

Krankheit werden ausführlich erzählt.<br />

Für die Angehörigen ist es oft schwer zu verstehen, was<br />

bei Demenz passiert. Beim Lesen des Buches hat man<br />

die Chance, Einblicke in die Gefühlswelt eines Demenzpatienten<br />

zu bekommen, und vielleicht ermöglicht dies<br />

auch den Angehörigen, die Erkrankten besser zu verstehen.<br />

Leben auf eine andere Art<br />

Vor allem bezieht sich Carsten Lekutat auf den Aspekt,<br />

dass Demenz nicht unbedingt von Traurigkeit oder Unglück<br />

begleitet wird. Vielmehr ist es ein Leben auf eine<br />

andere Art, die auch Glück und Freude miteinschließt.<br />

Das Buch ist sehr verständlich und einfach<br />

zu lesen. Im Anhang führt der Autor durch<br />

eine kurze wissenschaftliche Abhandlung.<br />

Er klärt auf, wie man Demenz erkennt, wie<br />

man vorbeugen kann, wie man den Verlauf<br />

einer bestehenden Erkrankung verlangsamt<br />

und was es bedeutet, achtsam durchs Leben<br />

zu gehen.<br />

Dr. med. Carsten Lekutat. Und morgen treffen wir<br />

uns gestern. Eine Geschichte über Demenz, die<br />

Mut macht. Becker Joest Volk Verlag GmbH & Co. KG,<br />

2. Auflage April 2018, 180 Seiten, ISBN 978-3-<br />

95453-144-8, 20,90 Euro<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 55


„EXODUS 90“ – WENN DER<br />

NAME PROGRAMM IST<br />

90 Tage, um sich von Gewohnheiten zu befreien. 90 Tage Verzicht und Gebet, um frei für<br />

Gott zu werden. Johannes Reinprecht, Leiter des Instituts für Ehe und Familie, im Interview<br />

über seine Selbsterfahrung mit der Askese-Challenge „Exodus 90“.<br />

Welche Rolle spielen Spiritualität und Glaube in<br />

Ihrem Leben und im Leben Ihrer Familie?<br />

Einerseits eine sehr große Rolle und andererseits eine immer<br />

noch zu kleine Rolle, denn ich ringe darum, ein noch<br />

hingebungsvollerer Mann für Christus zu sein. <strong>Die</strong> innere<br />

Freundschaft mit Christus halte ich für das Wesentlichste<br />

im Glauben. Alles Weitere – Caritas, Gebete, Zeit für andere<br />

– fließt aus dieser Freundschaft.<br />

Wie sind Sie auf „Exodus 90“ aufmerksam geworden?<br />

Ich hatte schon einmal davon gehört, doch es brauchte<br />

noch einen Freund, der mir von seiner persönlichen Erfahrung<br />

damit erzählt hat. Das ist wohl die wirksamste<br />

Evangelisationsmethode – etwas zu tun, sich für etwas<br />

zu interessieren, weil es jemand tut, dem ich vertraue, der<br />

mir nichts verkaufen will, der mich einfach an seiner Freude<br />

teilhaben lassen will, der es mir vergönnt, diese wunderbare<br />

Erfahrung auch machen zu können. Das hat mich<br />

überzeugt. So habe ich mich sofort angemeldet.<br />

Was haben Sie sich erwartet und wie haben Sie sich<br />

vorbereitet?<br />

Es gibt eine organisierte Vorbereitungsphase, in der jeder<br />

für sich das Warum, das persönliche Ziel, definiert. Es<br />

sollte möglichst konkret sein, Außenwirkung haben und<br />

der Familie, der Kirche, einem anderen Menschen dienen.<br />

Dann bin ich ins kalte Wasser gesprungen. Begleitet hat<br />

mich dabei eine App am Mobiltelefon, die durch die 90<br />

Von Katharina Stögner<br />

Tage führt. Es wird für jeden Tag ein Text aus dem Buch<br />

Exodus und das Tagesevangelium zum Lesen und Reflektieren<br />

angeboten. Zusätzlich gibt es Askeseübungen – wie<br />

etwa kalt zu duschen, der Verzicht auf gesüßte Getränke,<br />

auf Alkohol, Nikotin, Kaffee, aber auch auf oft subtil ablenkende<br />

Gewohnheiten, wie zum Beispiel zwischen den<br />

Mahlzeiten irgendetwas zu essen, fernzusehen oder nicht<br />

erbauliche Musik zu hören. Es geht dabei nicht um Askese<br />

um der Askese willen, sondern darum, frei zu werden<br />

von schlechten Gewohnheiten und Platz zu schaffen für<br />

die Vertiefung der persönlichen Beziehung mit Christus.<br />

In einem Tagesrückblick überlegt man, was gelungen ist,<br />

wofür man dankbar ist, wofür man Gott um Hilfe bittet.<br />

<strong>Die</strong> App zeigt laufend an, was man von seinem Pensum<br />

absolviert hat, motiviert für das, was noch bevorsteht und<br />

lobt für das, was man geschafft hat – ein fast spielerischer<br />

Zugang, der wohl gerade Männer besonders anspricht.<br />

Gibt es gemeinsame Treffen in Gruppen?<br />

Zu Beginn gab es bei uns ein Zoom-Treffen in der Großgruppe<br />

von rund 60 Männern. Da werden die Regeln erklärt<br />

und Kleingruppen zu in etwa acht Personen gebildet. <strong>Die</strong>se<br />

Kleingruppen treffen sich dann wöchentlich für 30 Minuten,<br />

wegen Corona leider nur online. Jeder der „Mitbrüder“<br />

berichtet dabei in 90 Sekunden, wie es ihm ergangen ist.<br />

Was hat Ihnen beim Durchhalten geholfen?<br />

In diesen 90 Tagen durchläuft man persönlich unterschiedlichste<br />

Phasen, Höhen und Tiefen. Zunächst über-<br />

56<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


RUNDSCHAU<br />

Wie haben Sie sich am 91. Tag gefühlt?<br />

Es war eine stille Freude da, dass ich es geschafft habe. Ich<br />

habe Gott Danke gesagt. Es war schön, ein Bier zu trinken<br />

und etwas Süßes zu essen. Aber das war mir gar nicht<br />

so wichtig. Viel wichtiger war, dass ich in den 90 Tagen<br />

ein Stück Freiheit errungen habe. Es ist schön, frei von<br />

Frustnaschen und Pausenespresso zu sein; frei von der<br />

Angewohnheit, mit Musik zu laufen oder an der U-Bahn-<br />

Station die E-Mails zu checken.<br />

wiegt die Begeisterung, dann stellt sich Gewohnheit ein<br />

und es kommt die erste Krise. Dabei hilft die wöchentliche<br />

Gruppe bzw. der „anchor“ – ein Kollege aus der Gruppe,<br />

für den man und der für einen betet und mit dem man<br />

sich regelmäßig austauscht, um einander zu stärken. <strong>Die</strong>ses<br />

Miteinander und auch das tägliche Lesen der Texte aus<br />

der Bibel helfen sehr. Sie sind gezielt gewählt und gut auf<br />

die Phasen, die man während des Programms durchläuft,<br />

abgestimmt.<br />

Was würden Sie Menschen sagen, die sich überlegen,<br />

an „Exodus 90“ teilzunehmen?<br />

Versuch’ es einfach, wenn du den Eindruck hast, das könnte<br />

etwas für dich sein! Probier’s! Wenn man es schafft, ist es ein<br />

großer Gewinn. Wenn man nicht bis zum Ende durchhält,<br />

ist das ja keine Tragödie. Man nimmt auf jeden Fall viel mit<br />

beziehungsweise kann man es nächstes Mal ja wieder neu<br />

versuchen.<br />

Wie ist es Ihrer Familie während der Challenge<br />

ergangen?<br />

Sie war sehr positiv, unterstützend und rücksichtsvoll.<br />

Sie haben meinen „Exodus“ keinesfalls belastend erlebt.<br />

Das ist auch wichtig! <strong>Die</strong> Erfinder dieses Programms legen<br />

großen Wert darauf, dass man vor allem mit seiner Ehefrau,<br />

aber auch mit seiner Familie darüber gesprochen und<br />

Einvernehmen hergestellt hat. Es geht um Befreiung, aber<br />

nicht über die Liebe zur Familie hinaus.<br />

Was war das Schwierigste bei der Challenge?<br />

Eiskalt zu duschen war die schwierigste Übung für mich.<br />

Geholfen hat mir dabei, dass ich sie für jemanden aufgeopfert<br />

habe. Wenn mir das brutal kalte Wasser über den Rücken<br />

gelaufen ist, habe ich eine Sekunde meinen Exodus-<br />

Brüdern „geschenkt“ und eine Sekunde für die beruflichen<br />

Herausforderungen geopfert. Das Opfer, dass man aus Liebe<br />

zu jemanden gibt, wirkt. <strong>Die</strong>ses Bewusstsein hat mich<br />

die Übung mit Freude tun lassen – damit war es leichter.<br />

Was war Ihre wichtigste Erfahrung bei<br />

„Exodus 90“?<br />

Das war das Erlebnis, nicht allein zu sein. Ich war Teil einer<br />

Gruppe mit sympathischen, jungen, modernen Männern –<br />

alles Menschen, bei denen ich das Gefühl hatte: Da ist ein<br />

Drive, da geht man gemeinsam diesen Weg. <strong>Die</strong> Spannung<br />

und Grenzen sind gut gehalten worden und haben nie ein<br />

gesundes Maß überschritten. Ich kann „Exodus 90“ nur<br />

empfehlen. Ich werde es wieder machen.<br />

WAS IST „EXODUS 90“?<br />

Der Titel bezieht sich auf das Buch Exodus: Gott nahm sein Volk an der Hand und führte die Israeliten aus Ägypten und aus<br />

der Sklaverei heraus. Im übertragenen Sinn werden Männer in diesem Programm an der Hand genommen und sanft ohne<br />

Zwang und ohne Gruppendruck zur Befreiung von inneren Zwängen, Süchten und Abhängigkeiten von Materialismus und<br />

Konsum geführt. Das Programm basiert auf den Kernelementen Gebet, Askese und Männergemeinschaft. Es lehrt Enthaltsamkeit<br />

in einem sehr umfassenden, befreienden Sinn. Weitere Informationen: https://exodus90.com/<br />

Ein ähnliches Programm gibt es auch für Frauen. Wir werden es in der nächsten Ausgabe von „<strong>Die</strong> MALTESER“ vorstellen.<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 57


RUNDSCHAU<br />

Gerold bei einem Rombesuch mit den MALTESERN in der<br />

Sixtinischen Kapelle<br />

ERÖFFNUNG<br />

ENDE <strong>2021</strong><br />

Jetzt anmelden!<br />

DANKE, DASS DU BEI UNS WARST!<br />

Traurigen Herzens mussten wir Abschied nehmen von Gerold<br />

Emathinger, der am Gründonnerstag im 24. Lebensjahr<br />

in den Armen seiner Familie friedlich eingeschlafen ist. In<br />

seinem Lachen und seinen freundlichen Augen war Gottes<br />

Liebe spürbar. Seine Geduld, Dankbarkeit, Ausdauer und<br />

Freundlichkeit waren vorbildlich. Gerold ist viel herumgekommen<br />

– nicht nur aufgrund seiner häufigen Krankenhausaufenthalte<br />

zwischen Wien, Passau und Chiemsee. Vor<br />

allem war Gerold mit uns <strong>Malteser</strong>n auf Reisen. Wir sind gemeinsam<br />

nach Lourdes gepilgert, waren in Venedig, Padua,<br />

Loretto, Mariazell und 2015 in Rom. Der absolute Höhepunkt<br />

dort war der Besuch der Sixtinischen Kapelle. Gerold<br />

konnte solche Räume mit seiner einzigartigen Akustik und<br />

Stimmung besonders wahrnehmen und genießen. Danke,<br />

Gerold, dass wir dich begleiten durften!<br />

MALTESER<br />

ORDENSHAUS<br />

Das neue MALTESER Ordenshaus wird<br />

als Senioren- und Pflegewohnheim in 1030<br />

Wien ab Ende <strong>2021</strong> die Aufgaben des derzeitigen<br />

Hauses Malta übernehmen.<br />

Sie können sich ab sofort anmelden oder<br />

voranmelden!<br />

WIR TRAUERN UM<br />

+ 25.03.<strong>2021</strong><br />

Alexander Reichsgraf Schaffgotsch<br />

Ehren- und Devotions-Ritter<br />

+ 01.04.<strong>2021</strong><br />

Gerold Emathinger<br />

Betreuter Bereich Oberösterreich<br />

+ 01.06.<strong>2021</strong><br />

Heidi Gräfin zu Castell-Castell<br />

Mitglied Bereich Salzburg<br />

✝<br />

www.malteser-ordenshaus.at<br />

R.I.P.<br />

58<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>


RUNDSCHAU<br />

MITARBEITER GESUCHT!<br />

Unser Team im Haus Malta, das bald ins neue Ordenshaus übersiedelt, wächst! Wir suchen zusätzliche<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die verschiedensten Bereiche. Auf www.malteserjobs.at finden Sie<br />

unsere aktuellen Stellenausschreibungen. Werden Sie Teil eines engagierten Teams in einem modern eingerichteten<br />

und neu gestalteten Ordenshaus, in dem Gemeinschaft, Nächstenliebe und Wohlfühlen für die<br />

Bewohner und Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen!<br />

JETZT BEWERBEN: www.malteserjobs.at<br />

Wir suchen:<br />

Assistenz der Geschäftsführung<br />

Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege<br />

Pflegefachassistenz (PFA)<br />

Pflegeassistenz (PA)<br />

Bewirb dich jetzt:<br />

www.malteserjobs.at<br />

#giveasmile<br />

KONTAKT<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95<br />

E: zentrale@malteser.at<br />

I: www.malteser.at<br />

MALTESER International<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser-international.org<br />

MALTESER Care<br />

Helmut Lutz<br />

T: +43 1 361 97 88 Fax 50<br />

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800<br />

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)<br />

E: office@malteser.care<br />

I: www.malteser.care<br />

MALTESER Kinderhilfe<br />

Olivier Loudon, Mag. Petra Hellmich, MA<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

I: www.malteser-kinderhilfe.at<br />

Haus Malta<br />

Dir. Mag. (FH) Thomas Kissich<br />

T: +43 1 597 59 91<br />

E: hausmalta@malteser.at<br />

I: www.hausmalta.at<br />

MALTESER Johannesgemeinschaft<br />

Priv.-Doz. Dr. Johannes Holfeld<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: mjg@malteser.at<br />

I: www.malteserorden.at/mjg<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong> 59


Komm ins<br />

Team Pflege,<br />

um gemeinsam<br />

wertvolle<br />

#giveasmile<br />

Zeit<br />

zu teilen.<br />

Jetzt bewerben:<br />

www.malteserjobs.at<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Katharina Stögner<br />

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90<br />

presse@malteser.at<br />

www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78<br />

zentrale@malteser.at<br />

www.malteser.at<br />

Österreichische Post AG<br />

MZ 11Z038858M<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

60<br />

DIE MALTESER 2/<strong>2021</strong>

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!