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WOLL Magazin Elternratgeber Ausbildung + Karriere im Sauerland 2021/2022 Kreis Olpe

WOLL Magazin Elternratgeber Ausbildung + Karriere im Sauerland 2021/2022 Kreis Olpe

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Sonderausgabe Elternratgeber 2021/2022

Worte, Orte, Land und Leute.

Über 450

Ausbildungsplatzangebote

im Heft

Elternratgeber

Ausbildung + Karriere

im Sauerland 2021/2022

Der Elternratgeber zur

Berufsorientierung und

Ausbildungsplatzsuche


Dirk Bannenberg

Herausgeber WOLL Magazin

Paul Senske

Chefredakteur

Daniela Weber

Projektleiterin

Liebe Eltern,

„Kind, lern doch was Anständiges“ oder „unsere Kinder sollen es einmal besser haben als

wir.“ Wir Eltern haben nicht selten eine konkrete Vorstellung über den zukünftigen Berufsweg

unserer Kinder. Doch passen unsere Ideen mit denen der Kids überein? Die Herausforderung

besteht darin, wie wir Eltern den Nachwuchs optimal bei der Berufsorientierung

unterstützen und begleiten können.

Immerhin liegt die eigene Ausbildung zumeist schon um die 20 Jahre zurück. In dieser

Zeitspanne hat sich die Berufswelt enorm gewandelt. Stichwort Digitalisierung und Akademisierung.

Wo stehen wir heute? Welche Möglichkeiten gibt es für unsere Kinder? Muss

es wirklich ein Studium sein oder ist eine duale Ausbildung vielleicht der geeignetere Weg?

Bei immerhin gut 30 % Studienabbrechern eine berechtigte Frage…

Hier, im ersten großen WOLL Elternratgeber zum Thema Ausbildung und Karriere, richten

wir uns gezielt an Sie, liebe Eltern. Sie erhalten einen Einblick über die aktuellen Ausbildungs-

und Karrierewege im Sauerland. Alle Geschichten und Berichte sind von hier –

und zwar zu 100 %. Echte Menschen, echte Unternehmen, echte Berufe und Erfahrungen.

Wir von der WOLL Redaktion möchten Sie nun herzlich einladen: Nutzen Sie diesen

Elternratgeber, um sich selbst über die heutigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten

zu informieren. Gehen Sie anschließend mit Ihren Kindern in ein offenes Gespräch und

schauen Sie sich dabei auch die Geschichten, Portraits und Ausbildungsplatzangebote der

beteiligten Firmen an.

Viel Spaß beim Stöbern und gute Gespräche mit Ihren Kindern wünschen

Dirk Bannenberg

Paul Senske

Daniela Weber

www.imsauerland.de/

elternratgeber

Kontakt:

redaktion@woll-magazin.de

facebook.com/wollmagazin

www.woll-magazin.de

www.imsauerland.de/elternratgeber

WOLL Elternratgeber - 3


Inhalt

ELTERNINFORMATIONEN

06 Erfolgsmodell duale Ausbildung

12 Jugendpsychologin Jutta Sniehotta

18 Akademikereltern – Handwerkerkinder?

20 Metall- und Elektro-Industrie bietet Perspektiven

22 Müllmann vor Hochschulprofessor

24 Digital in die Zukunft

26 Anpassung an die Digitalisierung

30 Berufliche Orientierung mit KAoA

33 DGB-Ausbildungsreport

36 Duales Studium

38 Unbeliebt – und gut bezahlt

40 Heimische Handwerk hat riesigen

Bedarf an Auszubildenden

42 Ausbildungsbotschafter werben in Schulen

44 Studienausstieg als Chance

56 Ausbildung weltweit

58 Industrie 4.0

60 Deutscher Qualifikationsrahmen

FIRMENPORTRÄTS

16 FALKE

28 Straßen NRW

42 Zimmermann-Haus

50 Hubert Mees GmbH

53 Franz Trippe GmbH

69 VOGT GmbH und Co. KG

72 GFO

79 Hotel Rimberg

ALLGEMEINES

03 Vorwort

04 Inhalt

98 Impressum

BERUFSFELDER

BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

46 Top Berufe

4 - WOLL Elternratgeber


ELEKTROTECHNIK

48 Alle Abteilungen durchlaufen

PFLEGE UND GESUNDHEITSPRÄVENTION

54 Glänzende Perspektiven in Pflegeberufen

PRODUKTION UND FERTIGUNG

74 Traditionelle Backkunst

96 Ausbildung zum Fleischer

WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

62 Ausbildung zum Kaufmann

für Büromanagement

64 Ausbildung zum Finanzwirt

LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

66 Traumberuf Landwirtin

68 Land, Forst, Garten

GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

76 Gasthof Schütte mit Erfolgsrezept

NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

80 Forscher und Entdecker von morgen

KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

82 Foto, Film und mehr

COMPUTER UND IT

26 Kauffrau/-mann für E-Commerce

VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

86 Diesel im Blut

SOZIALES UND PÄDAGOGIK

86 Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher

88 Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin

METALL UND MASCHINENBAU

70 Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik

WOLL Elternratgeber - 5


Erfolgsmodell duale Ausbildung:

Nachwuchs in allen Branchen dringend gesucht

Paul Senske

U

nsere Kinder sollen es einmal

besser haben als wir, sie

sollen studieren und Karriere

machen. Doch so verständlich der

Wunsch vieler Eltern ist, der akademische

Berufsweg ist bei weitem

nicht der wichtigste Schlüssel zur

erfüllenden Teilhabe in Arbeitswelt

und Gesellschaft. „Nicht nur Abitur

und Studium führen zur beruflichen

Erfüllung, es gibt auch andere

Wege“, sagt Andreas Rother, der Präsident

der IHK Hellweg-Sauerland.

Die berufliche Bildung, also die duale

Ausbildung im Betrieb und in den

beruflichen Schulen, ist für ihn eine

„echte Herzensangelegenheit“. Über

300 dual erlernbare Ausbildungsberufe

bieten gute bis glänzende Perspektiven.

6 - WOLL Elternratgeber


Anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern,

das ist die spannende Aufgabe im Gastgewerbe.

Foto: AdobeStock_278250604_davit85

WOLL Elternratgeber - 7


Einig sind sich Arbeitsmarktexperten,

dass die duale Ausbildung entscheidenden

Anteil an der geringen

Jugendarbeitslosigkeit hat. „Die Bildung

in den Betrieben ist genauso viel

wert wie die an Universitäten“, betont

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Der Münchner Philosophie-

Professor Julian Nida-Rümelin warnt

vor einem „Akademisierungs wahn“.

IHK-Chef Rother zieht den Vergleich:

„Rund 50 Prozent der Jugendlichen

machen Abitur und studieren.

In der Wirtschaft brauchen wir aber

im Verhältnis einen Akademiker und

zehn Facharbeiter. Die Ausbildung

muss jungen Menschen jedoch auch

Spaß machen“, so Rother, der als

„Self-Made-Man“ mit Mittlerer Reife

und Ausbildung zum Industriekaufmann

das in Ense-Bremen ansässige

IT-Unternehmen ahd gründete und

zu einer Marke entwickelte.

Glänzende Perspektiven

in Pflegeberufen

Treffend bringt der Caritas-Verband

Brilon, mit 1.150 MitarbeiterInnen

ein bedeutender Arbeitgeber, die Ausbildungs-Philosophie

zum Ausdruck.

„Den Fachkräftemangel zu beseitigen

und jungen Menschen eine berufliche

Perspektive bieten – das motiviert

uns, selbst ein Ausbildungsbetrieb zu

sein“, sagt stellvertretend Marketing-

Leiterin Sandra Wamers. Die Caritas

bildet Pflegefachfrauen/Pflegefachmänner,

Heilerziehungs pflegerInnen,

Hauswirtschaftskräfte und ErzieherInnen

aus.

Im Jahr 2020 hat die Caritas Brilon

34 Azubis eingestellt. Hinzu kommen

fünf Anerkennungspraktikanten

als Erzieher und Heilerziehungspfleger.

Die Bezahlung der Azubis

„kann sich sehen lassen“: Eine Pflegekraft

(früher Krankenschwester) verdient

im ersten Jahr 1.140 Euro, im

zweiten 1.202 Euro, im dritten Jahr

1.303 Euro pro Monat. Die Caritas

Brilon arbeitet in der Ausbildung

u. a. mit dem LWL Marsberg, dem

DRK Meschede, dem Kran kenhaus

Brilon, dem Esta-Bildungs werk und

der Gesundheitsakademie SSMP

Geseke zusammen. Vergleichbare

Strukturen weisen die Caritas Meschede

(450 MitarbeiterInnen) und

Arnsberg-Sundern (1.400) auf. Der

Caritas Verband Arnsberg-Sundern

kooperiert mit dem Klinikum Hochsauerland

in der gemeinsamen „Bildungsakademie

der Gesundheitsund

Sozialwirtschaft Hochsauerland

gGmbH“. Der Caritasverband für

den Kreis Soest ist mit 1.3000 MitarbeiterInnen

der führende Anbieter

sozialer Dienstleitungen in der Hellweg-Region.

„Jeder, der sich bei uns

meldet und sich auf die Arbeit mit

pflegebedürftigen Menschen einlassen

kann, erhält bei uns die Perspektive

auf einen Ausbildungsplatz“: So wirbt

die Soester Caritas um Nachwuchs.

Die privaten Pflegedienste sind ebenso

intensiv auf Nachwuchssuche. Das

gilt natürlich auch für die Krankenhäuser

und Kliniken, die teilweise

eigene Pflegeschulen haben oder eng

mit Pflegeschulen kooperieren. Die

Schule für Gesundheit und Krankenpflege

am Städtischen Krankenhaus

Maria Hilf Brilon bietet 75 Ausbildungsplätze.

Die Al brecht-Schneider-

Akademie am Klinikum Stadt Soest

(„Haus am Park“) weist 155 Ausbildungsplätze

auf. Die gemeinsam mit

der Caritas betriebene Bildungsakademie

des Klinikums Hochsauerland

mit ihren zwei Schulstandorten in

Arnsberg und Meschede ist mit 450

Ausbildungsplätzen ein großer Player.

Metall- und Elektroindustrie

mit großem Berufsspektrum

Intensiv um Nachwuchs wirbt auch

die Metall- und Elektroindustrie mit

8 - WOLL Elternratgeber

Die Gesundheitswirtschaft

ist mit rund 90.000

Beschäftigten eine von 5

Kernbranchen in ganz

Südwestfalen.

Foto: Michael Bahr /

Südwestfalen Agentur GmbH

In der Metall- und Elektroindustrie

gibt es ein sehr breites

Spektrum an Berufen und

Karrierewegen.

Foto: Südwestfalen Agentur

GmbH/Dominik Ketz


großen Kampagnen in der Region.

Der Fachkräftemangel ist in allen

Branchen zu finden. „Die Metallund

Elektroindustrie bietet ein breites

Spektrum an Berufen mit sehr

guter Ausbildung, Weiterbildungsmöglichkeiten

und sehr guter Bezahlung“,

erklärt Dr. Volker Verch,

der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte. „Ein

Facharbeiter verdient einschließlich

Zulagen usw. knapp 55.000 Euro

im Jahr. Es sind also sogenannte auskömmliche

Berufe.“ Ausdrücklich

lobt Verch dabei die „streitbaren,

konstruktiven und sachlichen

Ta rifverhandlungen“ mit der

IG Metall.

Insgesamt sei es

nicht leicht, geeignete

Kandidaten

für die Ausbildung

zu finden. Wichtig

sei, das Interesse

schon früh für die

MINT-Fächer (Mathematik,

Informatik,

Naturwissenschaften,

Technik) zu wecken, um

Kinder und Jugendliche für

die Berufswelt der Metallund

Elektroindustrie zu sensibilisieren.

Foto: AdobeStock_1183225271_Ljupco

„Vom Wissen zum Werk“

im Handwerk

Riesig ist der Bedarf an Nachwuchs

und Facharbeitern auch im Handwerk.

„Vom Wissen zum Werk“ war

2020 der Titel einer Sonderausstellung

im Hagener Freilichtmuseum.

„Besser kann man das Handwerk

nicht beschreiben“, erklärt Markus

Kluft, der Pressesprecher der Handwerkskammer

Südwestfalen. „Zudem

ist die Berufswelt im Handwerk

so breit angelegt, dass jeder und jede

einen Beruf finden kann, der

Spaß macht und greifbar ist.“ Meinolf

Niemand, der Hauptgeschäftsführer,

meint: „Im Handwerk kommt

man aus dem Staunen nicht heraus.“

Für den Nachwuchs bieten sich große

Chancen: „Die Babyboomer gehen

jetzt in Rente und hinter lassen

in den Betrieben große Lücken“, so

Pressesprecher Kluft. Die HWK Südwestfalen

unterhält eine zehn Personen

umfassende Abteilung Fachkräftesicherung.

Während der HSK

zur Handwerkskammer Südwestfalen

gehört, ist die Hand werkskammer

Dortmund für den Kreis Soest zuständig.

Sie unterstützt ebenfalls

alle Zielgruppen bei der

Suche nach Ausbildungs-

Plätzen und Betriebe

bei der Besetzung von

Ausbildungsplätzen.

Dabei geht sie den

Weg über Projekte

wie Willkommensund

Bildungslotsen,

Ausbildungsoffensive

im Handwerk“

oder „Passgenaue

Besetzung“.

Neben der dualen Ausbildung

gibt es im Handwerk

noch das duale Studium

(Ausbildung mit Abschluss und

Beste Karriereaussichten im

Handwerk, zum Beispiel als

Elektroniker*in.

Foto: Jürgen Eckert

Shopping! Der Handel steht vor großen

Veränderungen. Von E-Commerce

über Groß- und Außenhandel bis hin

zum klassischen Einzelhandel.

Foto: business-888146.jpg

WOLL Elternratgeber - 9


IHK-Präsident Andreas Rother

Quelle: Tom Linke

„Duale Ausbildung ist

Herzensangelegenheit”

- Andreas Rother

Studium mit Bachelor) sowie die triale

Ausbildung mit Ausbildung, Studium

und Meisterbrief. Das duale Studium

und die triale Ausbildung richten sich

vor allem an Abiturienten und Fachabiturienten.

Hotel- und Gaststättengewerbe

ist Jobmotor

Ein Riesenmarkt für Azubis ist auch

das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Es ist ein Jobmotor, besonders im

Sauerland mit den Zentren Winterberg

und Schmallenberg. Der Hochsauerlandkreis

weist 445 Übernachtungsbetriebe

mit 26.227 Betten auf,

im Kreis Soest sind es 153 mit 8.274

Betten (Betriebe ab zehn Betten, August

2020). In der Gastronomie sieht

es wie folgt aus: Im HSK gibt es 191

anerkannte Ausbildungsbetriebe, im

Kreis Soest sind es 158. Die Ausbildungspalette

mit verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten

und Qualifizierungen

ist groß: Koch/Köchin,

Hotelfachmann/-frau, Hotelkaufmann/-frau,

Fachkraft für Systemgastronomie,

Restaurantfachmann/-

frau, Fachkraft im Gastgewerbe. „Der

Fachkräftemangel in der Gastronomie

droht nicht, er ist schon längst da“,

betont Angela Rademacher von der

IHK Hellweg-Sauerland.

Handel mit

Aufstiegschancen

Der Handel, speziell der Einzelhandel,

bietet ebenfalls einen attraktiven

Ausbildungsmarkt mit sehr guten

Aufstiegschancen. Der Beruf Einzelhandelskaufmann/-frau

ist begehrt

und landet in der „Hitliste“ der beliebtesten

Ausbildungsberufe regelmäßig

auf vorderen Plätzen. Dieser Beruf in

den Branchen Elektronik, Kosmetik,

Möbel, Lebensmittel und Bekleidung

lässt sich nach der Ausbildung gut mit

einem Studium kombinieren.

„Spurwechsel –

Karriere anders denken“

Für junge Menschen, die nicht studieren

wollen, bietet sich ein prall

gefüllter Ausbildungsmarkt unterschiedlicher

Couleur – mit glänzenden

Perspektiven. Er ist auch für Studienzweifler

und Studienabbrecher

offen.

Die Agentur für Arbeit Meschede-

Soest, die Handwerkskammer Südwestfalen

und die IHK Hellweg-

Sauerland arbeiten gemeinsam im

Netzwerk „Spurwechsel – Karriere

anders denken“. In diesem Netzwerk

erhalten junge Menschen individuelle

Unterstützung und Beratung beim

Studienfach- oder Hochschulwechsel,

bei der Suche nach einer Ausbildungsoder

Arbeitsstelle und nach finanziellen

Fördermöglichkeiten. ■

10 - WOLL Elternratgeber


Mit Sicherheit

IN DIE ZUKUNFT

Die Zukunft ist ein Sprung ins Ungewisse.

Wie wäre da ein Ausbildungsbetrieb, der die Sicherheit bietet,

flexibel sein zu können?

Ein sicherer Arbeitsplatz ist Gold wert. Das

merken wir insbesondere in Krisenzeiten. Der

Öffentliche Dienst – und somit auch die Bezirksregierung

Arnsberg – gehört nicht nur zum

größten Arbeitgeber in Deutschland, sondern

auch zum sichersten. Mit unseren rund 1.800

Mitarbeiter*innen sind wir für die mehr als 3,5

Millionen Einwohner*innen in unserem knapp

8.000 km 2 großen Regierungsbezirk zuständig.

Eine große Verantwortung.

Unseren Mitarbeiter*innen bieten wir darum ein

hohes Maß an Flexibilität: Homeoffice, Vereinbarkeit

von Beruf und Freizeit sowie gleitende

Arbeitszeit sind für uns kein Neuland, sondern

seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer

Philosophie. Und das Beste daran? Arbeiten in

einem tollen Team und ein Einsatz für das Gemeinwohl.

Denn bei uns kann man nicht nur die

eigene Zukunft, sondern auch die eines ganzen

Landes mitgestalten.

Mehr Infos unter: www.bra.nrw.de/karriere

Verantwortung übernehmen und aktiv die Region

auf die Zukunft vorbereiten – das sind große Aufgaben,

die wir nicht alleine übernehmen können.

Darum suchen wir ständig Verstärkung für unser

Team als:

• Verwaltungsfachangestellte*r

• Verwaltungswirt*in

• Regierungsinspektor*in (Bachelor of Laws)

• Verwaltungsinformatiker*in (Bachelor of Arts)

• Fachinformatiker*in

• Geomatiker*in

WOLL Elternratgeber - 11


Gemeinsam geht es besser: das richtige Berufsfeld erschnuppern.

Foto: AdobeStock_208707332

GEMEINSAM DAS RICHTIGE

BERUFSFELD ERSCHNUPPERN

Jugendpsychologin Jutta Sniehotta zur Rolle der Eltern

Christel Zidi

S. Droste

I

hr Kind ist in der 10. Klasse und weiß noch nicht,

was es werden will? Viel Zeit ist nicht mehr. Es müssen

Bewerbungen geschrieben werden. Aber für welchen Beruf?

So langsam werden die Eltern ungeduldig und stellen

sich die Frage: Sind die anderen Jugendlichen auch so unentschlossen

oder hinkt nur ihr Spross hinterher?

Die Jugendpsychologin Jutta Sniehotta kennt diese Probleme

und hat Tipps für die Eltern. Der wichtigste: „Gemeinsam

das richtige Berufsfeld erschnuppern und eine positive Motivation

aufbauen.“ „Es ist völlig normal, wenn Jugendliche mit

16 Jahren noch keine Vorstellung vom Berufsleben und ihrer

eigenen Zukunft haben“, erklärt die Jugendpsychologin Jutta

„Eine positive Motivation aufbauen“

(Jutta Sniehotta)

Sniehotta aus Warstein. „Viele sind mit 16 Jahren noch völlig

unreif.“ Diese Unreife und Ratlosigkeit erlebt sie auch oft bei

Abiturienten, die noch gar nicht wissen, welche Richtung sie

einschlagen sollen. Es sei eine unglaublich schwerwiegende Entscheidung,

die ein junger Mensch in dieser Phase seines Lebens

zu treffen habe: In einer Phase, mit 16 oder 17 Jahren, in der er

vielleicht den Girls- oder Boysday mitgemacht hat, mit etwas

Glück ein Praktikum, so die Psychologin. Wie können Eltern

ihre Kinder da unterstützen?

Bei ihren Patienten geht Sniehotta klientenzentriert vor. So stellt

sie sich auch den idealen Umgang der Eltern mit deren Kindern

vor. „Man muss Fragen stellen. Was wünscht du dir? Wovon

träumst du? Erst wenn dieses – nennen wir es mal Brainstorming

– erfolgt ist, kann man abklopfen, ob der Berufswunsch

12 - WOLL Elternratgeber


ealisierbar ist.“ Und sie betont: „Ganz wichtig ist, dass man eine

positive Motivation aufbaut, damit die Jugendlichen erzählen,

wovon sie träumen. Nicht gleich sagen, das ist unrealistisch, das

schaffst du nicht.“ Das Kind muss spüren, dass auch die Eltern

wollen, dass es einen Beruf ergreift, der zu ihm passt. Auf keinen

Fall sollten sie ihm ihre eigenen Wunschvorstellungen aufdrücken.

Eltern müssen sich immer wieder mit ihrem Kind auf die Berufssuche

begeben, immer wieder das Gespräch suchen und Anregungen

geben, so Jutta Sniehotta. Aber dem Kind soll auch

Zeit gelassen werden, damit es selbst überlegen kann, welcher

Beruf ihm liegt. Teilweise dauert das bis zu drei Jahren, bis ein

junger Mensch eine Idee davon entwickelt hat, wo er sich beruflich

sieht, wenn er erwachsen ist. Deshalb rät die Psychologin:

Man fängt mit der Suche am besten schon an, wenn das Kind

in der 8. Klasse ist. Durch die richtigen Fragen komme es zu

einem Annäherungsprozess, das Feld werde immer enger. „Und

hinterher landet man bei zwei, drei Berufen, die dann in Frage

kommen könnten. Und dann kann man sagen: Komm, jetzt

mach doch mal ein Praktikum.“

Fleißkärtchen oder ein Eis als Belohnung dafür, dass sie sich für

Englisch interessieren, das funktioniert nicht mehr.“ Anders liege

der Fall, wenn der Jugendliche z. B. englische Songtexte selbst

übersetzen will. In diesem Moment würde er erkennen, welchen

Nutzen ihm das Englischlernen bringt.

Die Anschlussverpflichtung der Schulen

Jutta Sniehotta betont auch die besondere Rolle der Schulen

bei der Berufsorientierung. Die Schulen können und sollten

mithelfen, das richtige Berufsfeld „vorsichtig und abwartend

zu erschnuppern“. Die große Verantwortung und Verpflichtung

sei, das zu ergänzen, was das Elternhaus vorlegt – oder

auch nicht. Erschwerend – so Jutta Sniehotta – komme hinzu,

dass sich die Berufsfelder und -bezeichnungen inzwischen

auch dramatisch geändert haben. Eine Orientierung zu finden,

sei unglaublich schwierig. „Es gibt keine Elektriker mehr, keine

Gut sei es, wenn Eltern die Talente ihrer Kinder sehen oder

erspüren können. Das funktioniere z. B., wenn ein Elternteil

handwerklich sehr begabt ist und sein Kind mit in die Werkstatt

oder auch in die eigene Gartenwerkstatt nimmt. Aber nicht alle

Eltern haben die Möglichkeit, das auszutesten und Talente zu erkennen.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Kinder vor allem

in der jetzigen Krise nur noch zuhause sitzen, sich wenig bewegen

und nur noch mit digitalen Medien arbeiten. Eltern können

Tipps geben, wie „Du könntest ins Soziale passen“. Wenn der

Jugendliche sich das auch vorstellen kann, sollte man das am

besten mal durch ein Praktikum austesten. Überhaupt können

Praktika immens entscheidend sein. „Mit etwas Glück ergib sich

aus einem Praktikumsverhältnis später ein Ausbildungsverhältnis.“

Jugendliche brauchen „intrinsische Motivation“

In der Psychologie spricht man von intrinsischer und extrinsischer

Motivation. Eine extrinsische Motivation ist z. B. das Verteilen

von Fleißkärtchen oder Stempeln an Grundschüler. Die

Kinder lernen: Wenn ich etwas mache, bekomme ich etwas

dafür. Belohnung für Leistung funktioniere gut bei den Kleinen,

Pubertierende aber seien mit Belohnungen kaum mehr

zu ködern. „Sie brauchen eine intrinsische Motivation“, erklärt

Jutta Sniehotta, „weil sie noch nicht wissen, was sie wollen. Ein

Dipl.-Psych. Jutta Sniehotta, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

aus Warstein

WOLL Elternratgeber - 13


„Talente der Kinder erspüren“

(Jutta Sniehotta)

Schlosser. Selbst wir Eltern haben manchmal Schwierigkeiten

auf Fragen zu antworten, was z. B. ein Mechatroniker macht.“

Deutliche Worte findet Jutta Sniehotta auch zum Thema Null-

Bock-Generation: „Es gibt in jeder Generation Jugendliche, die

sich erst einmal finden müssen und eine Zeitlang dafür brauchen.

Eine Generation als Null-Bock-Generation zu bezeichnen,

das würde ich nicht tun.“ Eltern sollten sich von der scheinbaren

Coolness der Kinder nicht blenden lassen. Hinter einem „Ach,

ist mir doch egal“ stecke oft die Unsicherheit introvertierter junger

Menschen, die sie hinter dieser Maske verbergen.

Eltern benötigten immer wieder viel Fingerspitzengefühl,

sind vielleicht auch mal geschockt, wenn die Kinder mit dem

Wunsch ankommen, einen Beruf zu erlernen, bei dem sie sich

„einen Porsche leisten können“. Die Eltern könnten dann beispielsweise

so argumentieren: „Mmh. Dann brauchst du einen

Beruf, mit dem du richtig viel Geld verdienen kannst. Mehrere

tausend Euro brauchst du im Monat, damit du auch gut sparen

kann. Wo kannst du so viel verdienen? Höchstwahrscheinlich

reicht dein Hauptschulabschluss nicht, sondern du brauchst

einen Beruf, der höher qualifiziert ist. Kannst du dir vorstellen,

noch zwei Jahre zur Schule zu gehen?“

Problematischer Akademisierungswahn

Den Akademisierungswahn hält die Psychologin für problematisch.

„Wir haben heute viele Berufe, die akademisiert sind, in

denen man dann den Bachelor macht, aber trotzdem nicht für

den Beruf qualifiziert ist. Es gibt einfach Kinder, die sind nicht

so intellektuell, handwerklich dafür aber sehr gut. Ganz wichtig

ist: Das, was das Kind tut, muss zum Kind passen, nicht zu den

Wünschen der Eltern.“

Wenn Jugendliche nach dem Gymnasium mit einem Studium,

besonders in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,

Technik) beginnen, sei das sehr schwer. „Die

Jugendlichen wissen noch nicht wirklich, was das Studium bedeutet.

Das lockere Studentenleben früherer Zeiten gibt es nicht

mehr. Zwei Schnuppertage während der Schule reichen noch

nicht aus, zu verstehen, was Studium bedeutet.“ Das Lernen

an der Uni sei so rasant schnell, die Zahl der Studienabbrecher

hoch. Ein junger Mensch, der vielleicht Ingenieur werden will,

ist möglicherweise an der Fachhochschule wesentlich besser

aufgehoben, weil das Praxisbezogene eher seinem Lernstil entspricht.

Oder er könne eine Lehre beginnen. Ein solcher „Spurwechsel“

sei lohnend, das mache auch nichts mit dem Ego. „Wer

rechtzeitig erkennt, dass ihn das Studium überfordert, ist kein

intellektueller Versager, sondern handelt weitsichtiger“, betont

Jutta Sniehotta.

Das Vorstellungsgespräch mit Eltern?

Sollten Eltern eigentlich beim Vorstellungsgespräch mit dabei

sein? „Das ist ein Würfelspiel“, sagt die Warsteiner Psychologin.

Die Frage sei: Wie wird das von den Arbeitgebern ausgelegt?

Wirkt mein Kind unselbständig, wie ein Muttersöhnchen, das

nicht in der Lage ist, sich selbst zu präsentieren? Oder wird es

positiv ausgelegt, wenn sich die Eltern kümmern? „Auf jeden

Fall ist es gut für die Motivation des Jugendlichen, wenn er den

Schritt allein geschafft hat.“ ■

Pubertät und Adoleszenz

Pubertät bezeichnet die Entwicklung s-

phase junger Menschen (Mädchen 10-

14 Jahre, Jungen 12-16 Jahre), die die

anatomische und physiologische Reifung

des Körpers umfasst.

Während es in der Pubertät mehr um

körperliche Veränderungen geht, entwickelt

sich in der anschließenden Entwicklungsstufe,

der Adoleszenz, die geistig-seelische

Reife. Schüchternheit und

Unsicherheit ist ein deutliches Zeichen

der mittleren Adoleszenz (14-17 Jahre).

In der Zeit der späten Adoleszenz (16 bis

ca. 20 Jahre) stellt sich für gewöhnlich

auch ein gewisses Verantwortungsgefühl

für die eigene Zukunft ein. Der junge

Mensch hat nun einen gewissen Grad

an Reife erreicht und kann bereits seine

Fähigkeiten und Grenzen einschätzen.

14 - WOLL Elternratgeber


Atemberaubendes Farbenspiel am Abendhimmel nach Sonnenuntergang, fotografiert zwischen Alten- und Neuenkleusheim.

Foto: Christoph Deik

WOLL Elternratgeber - 15


FALKE – WITH YOU EVERY STEP

Unsere Produkte begleiten unsere Kundinnen und Kunden seit 125 Jahren in jeder Lebenslage und auch als Ausbildungsbetrieb

begleiten wir junge Menschen seit jeher bei ihren ersten Karriereschritten.

Ein attraktiver Arbeitsplatz mit Zukunft

Auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber sind neben spannenden Aufgabenbereichen,

einem angenehmen Arbeitsklima und Aufstiegschancen Sicherheit und Zukunftsperspektiven wichtige Faktoren

für die Entscheidung. FALKE ist ein Unternehmen mit einem breiten Angebot an Ausbildungsberufen und vielfältigen

Tätigkeitsfeldern. In vierter Familiengeneration geführt, mit über 125-jähriger Erfahrung und international ausgerichtet

bietet das Unternehmen mit ca. 3.000 Mitarbeiter/innen beste Voraussetzungen für den Start ins Berufsleben.

Ausbildung bei FALKE: Professionelle Betreuung von Anfang an

Unsere Auszubildenden profitieren von der kompetenten

Betreuung durch erfahrene Ausbilder/innen innerhalb

der einzelnen Fachbereiche und lernen die Entstehungsgeschichte

der hochwertigen FALKE Produkte kennen - angefangen

bei der ersten Idee bis hin zum weltweiten Vertrieb

in den Bereichen Legwear, Bekleidung und Sport.

Neben dem Einsatz in den Fachabteilungen werden zahlreiche

interne und externe Schulungsmaßnahmen, abgestimmt

auf den Ausbildungsstand, angeboten und Sozialund

Methodenkompetenz weiterentwickelt.

Das breite Spektrum von Ausbildungsberufen bei FALKE spricht

viele verschiedene Interessen und Stärken an. Grundsätzlich

unterscheiden wir zwischen kaufmännischen und gewerblichtechnischen

Ausbildungen.

Neben bekannten Berufen wie Industriekaufleuten, Fachinformatikern/innen

und Industriemechanikern/innen, bildet FALKE

unter anderem auch Textillaborant/innen, Produktveredler/innen

und Textil- und Modenäher/innen bzw. -schneider/innen aus.

Seit 2019 bieten wir zudem neu entstandenen Ausbildungsberuf

Kaufmann/-frau im E-Commerce an. In Zeiten des digitalen

Wandels und des aufstrebenden Online Handels ein Beruf

mit starker Zukunftsperspektive sowie spannenden und hochmodernen

Aufgabenfeldern.

Die Nachwuchsförderung hat bei FALKE einen sehr hohen Stellenwert

– denn diese sichert die erfolgreiche Zukunft unseres

Unternehmens. Interessierten, engagierten und begeisterungsfähigen

Schüler/innen und Schulabgänger/innen bieten wir

im Rahmen von Praktika, Berufsfelderkundungstagen oder Betriebserkundungen

vielfältige Möglichkeiten, Einblicke in die

Berufspraxis eines internationalen, innovativen und inhabergeführten

Markenunternehmens der Textilbranche zu erlangen.

16 - WOLL Elternratgeber


Übernahme nach Ausbildung

Die Ausbildung bei FALKE ist bedarfs- und zukunftsorientiert ausgerichtet. Daraus ergeben sich hohe Übernahmechancen

nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung sind so

vielfältig wie das Unternehmen und seine Produkte selbst. Je nach Stärken und Interessen finden wir gemeinsam mit den

ehemaligen Auszubildenden ein passendes Einsatzgebiet und entwickeln sie dort zu Fachspezialisten/innen.

Perspektiven für die Zukunft

Zielgerichtetes, motiviertes Arbeiten ist bei FALKE wichtig und wird durch Personalentwicklungsinstrumente sowie jährliche

Mitarbeitergespräche und Zielvereinbarungen unterstützt. Individuelle Fortbildungen und berufsbegleitende Studien

unterstützen wir gern. Es gilt das Prinzip Fördern und Fordern – dann sind der Entwicklung keine Grenzen gesetzt.

Teil der FALKE Family werden

FALKE begleitet Menschen jeden Alters und in jeder Lebensphase auf Schritt und Tritt mit neuen Ideen und modernen

Produkten. Diese entstehen dank der Mitarbeiter/innen, die tagtäglich ihr Bestes geben und dabei über sich hinauswachsen.

FALKE ist immer auf der Suche nach engagierten Menschen, die Teil der FALKE Family werden und zum

Unternehmenserfolg beitragen möchten.

FALKE – Zahlen und Fakten:

• 1895 gegründet

• Über 3.000 Mitarbeiter/innen weltweit an 7 Standorten

• 240 Mio. Euro Umsatz in 2019 – davon 50% im

Ausland

• FALKE Produkte sind in fünf Kontinenten und

in über 60 Ländern verfügbar.

Angebote für Azubis – diese Ausbildungsberufe

gibt es bei FALKE:

• Duales Studium zum Bachelor of Arts BWL (m/w/d)

• Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (m/w/d)

• Fachinformatiker Systemintegration (m/w/d)

• Kaufleute im E-Commerce (m/w/d)

• Industriekaufleute (m/w/d)

• Industriemechaniker (m/w/d)

• Produktveredler Textil (m/w/d)

• Textillaboranten (m/w/d)

• Textil- und Modenäher /-schneider (m/w/d)

Nähere Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen

gibt es auf unserer Homepage unter:

https://www.falke.com/de_de/company/karriere/

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WOLL Elternratgeber - 17


AKADEMIKERELTERN –

HANDWERKERKINDER?

Christel Zidi

I

mmer mehr junge Menschen studieren. Die Zahl

der Studierenden in Deutschland ist von 2,2 auf

2,7* Millionen angestiegen. Einige sprechen in

diesem Zusammenhang gar vom „Akademisierungswahn“.

„Bildung für alle!“. Denn immerhin stammen

nur 27 Proozent der Studierenden aus Arbeiter- und

Handwer kerfamilien?**

Können sich Akademikerkinder wirklich frei für ein Studium

entscheiden oder sitzen ihnen die Eltern „im Nacken“?

Und: Führt dieser Druck nicht zwangsläufig zu einem Studienabbruch?

Noch immer halten Akademikereltern ihre

Kinder zum Studium an, Nicht-Akademikereltern raten

zu einer „handfesten und soliden“ Ausbildung. Die Schere

zwischen den Milieus klafft in diesem Bereich weit auseinander.

Akademikereltern haben natürlich mehr Ressourcen, um

ihre Kinder zu fördern, wobei Nicht-Akademiker die

Kosten oftmals überschätzen. Eine gute Beratung diesbezüglich

ist sicherlich empfehlenswert. Letztlich hat ein

Hochschulabschluss noch immer einen sehr hohen sozialen

Stellenwert.

Aber egal, in welche Richtung die Beratung zielt, entscheidend

sollten der Wille des Kindes und dessen Fähigkeiten

und Talente sein. Wenn ein junger Mensch auf Anraten

seiner Eltern einen für ihn falschen Weg gegangen ist

und feststellen muss, dass ein Studium nicht das Richtige

für ihn ist, sollte er sich nicht unnötigerweise länger damit

herumquälen, sondern nach Möglichkeiten suchen, auf

einem anderen Weg zu seinem Traumberuf zu kommen.

Außerdem ist es für Studienabbrecher in der Regel kein

Problem, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Jeder

dritte Betrieb hat schon einmal einen Studenten ohne Abschluss

als Azubi eingestellt, belegt eine aktuelle Studie des

Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Mehr als drei

Viertel der Unternehmen sind bereit, Studienabbrecher

auszubilden. „Sie sind die Führungskräfte und Unternehmensnachfolger

von morgen“.

Zum Schluss sollte man auch einmal die Ausdrucksweise

überdenken, wenn wieder von „bildungsfernen“ Familien

die Rede ist. Einen Handwerksmeister oder Techniker als

bildungsfern zu bezeichnen, entspricht nicht der Realität.

Selbst ein einfacher Arbeiter kann sich neben seinem Beruf

zeitlebens weitergebildet haben und es durchaus mit dem

einen oder anderen Akademiker aufnehmen. ■

Quellen:

* Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 4.1, SS 2020

**Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung GmbH

(DZHW)

Mit dualen Studiengängen bieten

Universitäten Brücken zum

Ausbildungsmarkt an

18 - WOLL Elternratgeber


Auszubildung

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WOLL Elternratgeber - 19


„Arbeitsmarktpolitik ist auch

Schulpolitik“ (Volker Verch)

„WIR SUCHEN

NICHT NUR DIE

Volker Verch und Egbert Neuhaus (v.l.)

OLYMPIATEILNEHMER“

Metall- und Elektro-Industrie bietet glänzende

Ausbildungs- und Berufsperspektiven

Paul Senske

Marc Niemeyer

Die Metall- und Elektro-Industrie gilt als „das Herz der Wirtschaft“ mit sehr guten Ausbildungs- und

Berufsperspektiven. Damit „dieses Herz weiter im Takt schlägt“, nimmt die Ausbildung des Nachwuchses

eine bedeutende Rolle ein. Die Zah len für die M+E-Unternehmen im Hochsauerlandkreis und Kreis Soest

sind beeindruckend: Die Ausbildungssituation ist trotz der pandemiebedingten Krise mit 1,6 Stellen für eine Bewerbung

mehr als gefestigt, der Anteil der Auszubildenden beträgt gute fünf Prozent der Ge samtbelegschaft. „Unsere

Unternehmen zeichnet ein hohes Ausbildungsengagement aus“, erklären Egbert Neuhaus und Dr. Volker Verch.

„Eigene, gut ausgebildete Azubis sind ein Pfund für die Zukunft, auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels

in der Region.“

Egbert Neuhaus ist (ehrenamtlicher) Vorsitzender,

Dr. Vol ker Verch Geschäftsführer des Unternehmensverbandes

Westfalen-Mitte, der im Hochsauerlandkreis, im

Kreis Soest, in der Region Hamm sowie im Kreis Unna

die Interessen von 360 Betrieben mit 60.000 Beschäftigten

vertritt und ihnen ein breites Leistungsspektrum anbietet.

Neuhaus und Verch wissen, wovon sie reden und registrieren,

dass sich „der Ausbildungsmarkt zu einem Nachfragemarkt“

entwi ckelt hat. Die demografische Entwicklung und

die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen studieren

(wollen), berei ten den Unternehmen Probleme. „Das Studium

ist nicht das Maß aller Dinge“, so Verch. „Die duale

Ausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie bietet genug

Möglichkeiten, junge Menschen zu fördern, sich nach

der Ausbildung wei terzubilden und auch zu studieren.“

MINT-Fächer spielen

eine wichtige Rolle

Vor diesem Hintergrund nimmt die Nachwuchswerbung

beim Unternehmensverband eine bedeutende Rolle ein,

der Verband geht buchstäblich voran. „Mit großer Freude“

erinnern Neuhaus und Verch sich an ihre Besuche in

20 - WOLL Elternratgeber


Kindergärten und Grundschulen. „Diese landesweite Aktion

war eine Riesensache, Kinder für technische Berufe zu

begeistern und zu zeigen, dass Technik kein Zauberwerk

ist.“ Großen Wert legt der Verband auf die Vermittlung

von Kenntnissen in den sogenannten der MINT-Fächern

(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

und unterstützt entsprechende Projekte in Kindergärten,

Grundschulen und allen weiterführenden Schulen. Die

landesweit für Aufsehen sorgenden, riesigen M+E-Info-Trucks

informieren über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten.

Erfolgreich arbeiten auch die Arbeitskreise

Wirtschaft/Schule, in denen sich die Lehrkräfte u. a.

über die Berufsfelder in den Betrieben informieren und

den Schülerinnen und Schülern ihre Erfahrungen und Erkenntnisse

weitervermitteln können.

Apropos Schulen: Sie nehmen bei der Berufsvorbereitung

eine bedeutende Rolle ein. „Die Weggabelung findet im

Elternhaus und in der Schule

statt“, betont Verch. „Die

Grundverantwortung

liegt im Elternhaus,

die Schulen haben

aber einen

Ergänzungsauftrag.“

Für

den Unternehmensverband

steht

klipp und

klar fest: „Die

Arbeitsmarktpolitik

ist auch

Schulpolitik.“ Daher

begrüßen Neuhaus

und Verch insbesondere

die NRW-weite Initiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss“, mit

der die Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe

bei der Berufs- und Studienorientierung unterstützt werden.

Der Unternehmensverband pflegt engen Kontakt zur Bezirksregierung

in Arnsberg, die diese Initiative seit Jahren

umsetzt.

Volker Verch

Egbert Neuhaus

„Die soziale Herkunft darf kein

Kriterium sein.“ (Egbert Neuhaus)

Der Unternehmensverband ist sich in diesem Zusammenhang

seiner sozialen und gesamtgesellschaft lichen Verantwortung

bewusst: „Die soziale Herkunft darf kein Kriterium

bei der Berufs- und Studienwahl sein“, erklärt Neuhaus mit

Nachdruck. „Für Schülerinnen und Schüler, die vor dem

Antritt einer Lehre schulischen und sozialen Nachholbedarf

haben, gibt es für die M+E-Betriebe einen Tarifvertrag zur

Förderung der Ausbildungsfähigkeit.“ Schulische Defizite

sollen abgebaut und soziale Kompetenzen erworben werden,

um Ausbildungsfähigkeit zu erwerben. „Wir suchen

als Nachwuchs nicht nur die Olympiateilnehmer“, meint

Verch. Die Metall- und Elektroindustrie bietet rund 40 Ausbildungsberufe

mit hoher Übernahm-Quote in den Betrieben.

Die Palette reicht vom Anlagenmechaniker über den

Industriekaufmann, Mikrotechnologen und Werkstoffprüfer

bis zum Zerspanungsmechaniker. Als „besonderes Beispiel“

nennt Verch den Beruf des Gießereimechanikers „mit

exzellenten Entwicklungschancen, die auch zur Promotion

führen können. Gießerei mechaniker sind begehrt.“

Was die Bezahlung der Azubis betrifft, so liegen die Gehälter

in der M+E-Industrie vielfach höher als in anderen

Branchen. Ein(e) Industriemechaniker(in) und ein(e) Industriekaufmann/frau

erhalten im Tarifbezirk NRW im

ersten Ausbildungsjahr rund 1.000 Euro. Ein Facharbeiter

kann im Laufe seines Berufslebens in der M+E-Industrie

auf einen Verdienst von gut 55.000 Euro jährlich kommen.


WOLL Elternratgeber - 21


MÜLLMANN VOR

HOCHSCHUL-

PROFESSOR!

Ein bisschen Statistik gefällig?

Christel Zidi

Ein bisschen Statistik gefällig?

Obwohl viele Menschen Statistiken

gegenüber sehr skeptragsabschlüsse

auch anhand der Ge-

Fachinformatiker und der Elektroniker.

Das Bundesamt entschlüsselte die Veran

der Kfz-Mechatroniker, es folgen der

Müllmann

tisch sind,

vor

ist es

Hochschulprofessor!

doch immer schlechterverteilung. Und die sieht immer

wieder Text: Christel interessant, Zidi einen Blick da rauf noch recht traditionell aus: Mädchen haben

sich meist für das Büromanagement, wichtiger und beliebter

Pflegeberufe – immer

zu werfen. Besonders dann, wenn

man vor der Qual der Wahl steht. den Beruf der Medizinischen Fachangestellten

sehr oder skeptisch für eine Ausbildung sind, ist es doch im Ein-

immer Das Statistische Bundesamt gab auch

Obwohl viele Menschen Statistiken gegenüber

wieder interessant, einen Blick darauf zu werfen. Besonders dann, wenn man vor der Qual

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte

in diesem Jahr die Zahl der Verfrau

steht bei ihnen erst auf Platz 19. eine Ausbildung in einem Pflegeberuf

zelhandel entschieden. Automobilkauf-

bekannt, dass 2019 71.300 Menschen

der Wahl steht.

tragsabschlüsse (2019) im Ausbildungsbereich.

Das Statistische Und so Bundesamt sieht das Ranking veröffentlichte aus: in nische diesem Berufe Jahr die an Zahl erster der Vertragsabschlüsse Stelle. Allen vor-

(2019) Seit 2009 im ist die Zahl somit um 25 %

Bei den Jungen stehen nach wie vor tech-

begannen. 8,2 % mehr als im Vorjahr.

Ausbildungsbereich. Und so sieht das Ranking aus:

gestiegen.

Ausbildungsberuf Anzahl %

1 Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel 26.109 5,1

2 Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement 26.061 5,1

3 Kraftfahrzeugmechatroniker/in 22.113 4,3

4 Verkäufer/in 21.360 4,2

5 Industriekaufmann/-kauffrau 16.899 3,3

6 Fachinformatiker/in 16.212 3,2

7 Medizinische(r) Fachangestellte(r) 16.176 3,2

8 Elektroniker/in 14.340 2,8

9 Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 12.918 2,5

10 Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel 12.714 2,5

11 Industriemechaniker/in 12.615 2,5

12 Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) 12.255 2,4

13 Fachkraft für Lagerlogistik 10.572 2,1

14 Bankkaufmann/-kauffrau 9.048 1,8

15 Friseur/in 9.042 1,8

16 Mechatroniker/in 8.565 1,7

17 Hotelfachmann/-fachfrau 8.142 1,6

18 Tischler/in 7.893 1,5

19 Koch/Köchin 7.800 1,5

20 Elektroniker/in für Betriebstechnik 7.062 1,4

75 % der Anfänger sind weiblichen Geschlechts.

Aber die Männer holen auf:

2009 lag dieser Wert bei 19 %, jetzt immerhin

schon bei 25. Mit 41 % hat dabei

besonders die Altenpflege in den Jahren

von 2009 bis 2019 einen starken Zuwachs

zu verzeichnen.

Gute Verdienstchancen

Wenn es darum geht, in welchem Beruf

man später richtig gut verdienen kann,

kommt es natürlich stark auf die Neigung

und das Talent an, manchmal auch

auf die körperliche Konstitution. Gut

22 Das

- WOLL

Bundesamt

Elternratgeber

entschlüsselte die Vertragsabschlüsse auch anhand der Geschlechterverteilung. Und

die sieht immer noch recht traditionell aus: Mädchen haben sich meist für das Büromanagement, den

Beruf der Medizinischen Fachgestellen oder für eine Ausbildung im Einzelhandel entschieden.


verdienen kann man auf jeden Fall als

Elektroniker

für Betriebs- oder Automatisierungstechnik.

Aber man muss schon recht technikaffin

sein. Bei Berufen in Richtung Informatik

kommt man ohne das Interesse an

mathematischen Zusammenhängen und

guten Englischkenntnissen nicht aus.

Auch der Straßenbauer verdient nicht

schlecht, muss aber kräftig zupacken

können. Ach ja, der Bankkaufmann bzw.

die Bankkauffrau ist finanziell recht gut

gestellt. Aber wie gesagt – auch diese Art

von Tätigkeit muss einem liegen.

Ehre, wem Ehre gebührt

Bei einer Forsa-Umfrage aus dem Jahre

2019 ging es darum, welche Berufe in

der Bevölkerung ein besonderes Ansehen

genießen. Spitzenreiter: der Feuerwehrmann!

Ihm folgen Arzt, Kranken- und

Altenpfleger. Danach die Polizisten und

Erzieher – noch vor dem Richter.

Dann ein Platz, der vielleicht für Verwunderung

sorgen wird: Wenn es um das

Ansehen geht, liegt der Beruf des Müllmanns

noch vor dem des Piloten und

Hochschulprofessors!

Berufe im Trend

Die vielen Veränderungen in unserem

Alltagsleben, die Globalisierung und Digitalisierung

machen sich auch bei den

Berufen bemerkbar. Von der Homepage

gehalt.de wurde vor Kurzem eine Liste

der „Trendberufe“ veröffentlicht. Performance-Marketing-Manager

im Social

Commerce, Cloud-Architekten und

Pflegefachkräfte in der Beatmungs- und

Intensivpflege sind demnach besonders

nachgefragt.

Und wer sich (noch) nichts darunter vorstellen

kann: Cloud-Architekten kümmern

sich um die Vernetzung und Verwaltung

der komplexen Cloud-Strukturen,

die für den Homeoffice-Bereich immer

wichtiger werden. Der Performance-Marketing-Manager

hat besonders mit dem

Social Commerce zu tun, also dem Verkauf

über Social-Media-Plattformen.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen

hat sich gezeigt, dass verstärkt Pflegefachkräfte

in der Intensivpflege, Laborassistenten

und Virologen benötigt werden.

Zukunftsfähig sind demnach auch Berufe

in der Lebensmitteltechnik und Spieleentwicklung.

Die meisten davon können

auch ohne Studium erlernt werden. ■

Die Grafi k zeigt, dass sich immer noch wesentlich mehr

Männer für einen handwerklichen Beruf entscheiden.

Pflegeberufe – immer wichtiger und immer beliebter

WOLL Elternratgeber - 23


Die Digitalisierung wird in Zukunft

alle Branchen verändern.

Wie die Digitalisierung die Ausbildung verändert

Sonja Nürnberger

DIGITAL IN DIE ZUKUNFT

Die Digitalisierung schreitet stetig voran. Das

merkt man in vielen Bereichen des Lebens

und natürlich auch in der Berufsaus bildung:

Bewerbungsabläufe, Lernmethoden und Arbeitsfelder

verändern sich oder werden neu geschaffen. Die jungen

Leute und auch die Betriebe müssen sich anpassen.

Schon für die Suche nach der richtigen Ausbildungsstelle

ist digitales Knowhow gefragt – zur Zeit mehr denn je. Die

Agentur für Arbeit hat sich in den vergangenen Monaten an

die veränderte Situation angepasst und vermehrt digitale Angebote

für Ausbildungsstellensuchende geschaffen: Berufsberatung,

Berufsfelderkundungstage, die Aktionswoche der

Ausbildung, Elterncafés oder Podcasts – alles online.

Bewerbungen über Onlineportale

Digitale Skills sind einfach unerlässlich: Bewerbungen

werden digital verschickt oder über ein unternehmenseigenes

Onlineportal – teilweise mit digitalem Eignungstest

– versendet. „Am Ende ist die heutige Bewerbung nichts

anderes als die frühere, nur eben digital“, so Torsten Milinski,

Berufsberater der Agentur für Arbeit an den Gymnasien

im Arnsberger Raum. „Auch Bewerbungsgespräche,

die per Videotelefonie stattfinden, müssen am Ende genauso

ernst genommen werden, wie die in Präsenz. Ein ordentliches

Auftreten und Redebereitschaft vor der Kamera werden

ganz selbstverständlich vorausgesetzt.“

Vor allem müssen die Ausbildungsstellensuchenden ganz

genau wissen, auf welchen Beruf sie sich bewerben. Denn

manchmal ist es gar nicht mehr so eindeutig, was hinter

welcher Berufsbezeichnung steckt. Manche Berufsfelder

haben sich durch die Digitalisierung drastisch verändert,

manche sind weggefallen und manche ganz neu entstanden.

Andreas Canisius, Teamleiter in der Berufsberatung bei der

Agentur für Arbeit Meschede-Soest, weiß: „Es ist wichtig,

dass man sich nicht nur die altbekannten Berufe anschaut,

sondern auch ganz gezielt die neuen, die vielleicht viel besser

zu den eigenen Interessen passen.“ Torsten Milinski ergänzt:

„Jugendliche, die das Digitale nicht nur zum Spielen nutzen,

haben nun große Vorteile. So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt, dass die Bewerber

beispielsweise MS Office beherrschen.“ Das wird

jedoch nicht immer in der Schule vermittelt und so ist auch

Eigeninitiative gefragt.

Vorteile für Schule und Arbeitsplatz

Gerade während der Pandemie zeigt sich, wie hilfreich die

Digitalisierung ist, wenn es etwa um ortsunabhängiges Arbeiten

und Lernen geht. „Wir arbeiten schon länger mit ei-

24 - WOLL Elternratgeber


“So wie früher ein Tastaturschreibkurs

erwartet wurde, wird heute vorausgesetzt,

dass die Bewerber beispielsweise

MS Office beherrschen.”

-Torsten Milinski

nem komplett papierlosen Büro. So ist der Zugriff schneller

und jederzeit möglich, was den Arbeitsalltag enorm

erleichtert“, erzählt Melanie Süggeler, Auszubildende zur

Industriekauffrau bei JUMA. Auch Denis Weigel, der

eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration

absolviert, meint: „Dadurch, dass wir ein zentra les

IT-System haben, in dem alle Anfragen zu finden sind,

die bislang abgewickelt wurden, und zusätzlich mit einer

Art internem Wiki ausgestattet sind, in dem alle Prozesse

abgespeichert sind, ist es auch für einen Auszubildenden

beinahe von Anfang an möglich, komplett selbstständig

zu arbeiten.“

Noah Kunisch, Auszubildender zum Industriekaufmann,

erzählt: „Ich habe mein Notebook und kann es überall im

Betrieb anschließen. Einen festen Arbeitsplatz brauche ich

nicht mehr.“ Diese Vorteile, die durch die Digitalisierung

entstehen, gelten aber natürlich nicht nur für den Arbeitsplatz,

sondern auch für die Berufsschule. Neue digitale

Lernmittel wie Lernvideos, spezielle Apps oder Plattformen

werden spätestens seit dem vergangenen Jahr überall

eingesetzt. „Wir nutzen in der Schule digitale Tools wie

MS Teams oder One Note, auf die jeder jederzeit und

von überall Zugriff hat. Dort können Dinge noch einmal

nach gelesen werden und auch die Kommunikation zwischen

Schülern und Lehrern ist damit an vielen Stellen

einfacher und schneller geworden.“ Die dafür benötigten

digi talen Tools und Devices werden von Schule und Arbeitgeber

zur Verfügung gestellt.

Die Digitalisierung wird in Zukunft alle Branchen verändern.

„Sie schreitet jetzt unaufhaltbar voran. Auch die

Generation, die immer noch das Ruder in der Hand hält,

hat erkannt, dass es kein Zurück mehr gibt“, so Torsten

Milinski. „Wenn die jungen Leute da am Ball bleiben und

sich auch eigenständig fortbilden, sind sie auf einem guten

Weg. Der junge Weg der Digitalisierung wurde endlich

eingeschlagen. Und er geht hoffentlich weiter.“ ■

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Wir bilden junge Talente in

folgenden Ausbildungsberufen aus:

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- Industriekaufmann (m/w/d)

- Kaufmann im E-Commerce (m/w/d)

- Betriebswirt (VWA) - Bachelor of Arts (B.A.) (m/w/d)

- Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (m/w/d)

- Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/d)

- Fachkraft für Lagerlogistik (m/w/d)

- Fachlagerist (m/w/d)

- Industriemechaniker für Instandhaltung (m/w/d)

- Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d)

Wir freuen uns auf deine Bewerbung.

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Die richtige Wahl getroffen: Florian Kuka und Laura Herud

sind mit ihrer Ausbildung bei Falke sehr zufrieden.

ANPASSUNG AN DIE DIGITALISIERUNG

UND NEUE HERAUSFORDERUNGEN

Ausbildung in der Textil- und Bekleidungsbranche

Hermann J. Hoffe

Frank Gries

W

enn es um Beinbekleidung geht, kommt niemand

an der Marke FALKE vorbei. Das Sauerländer

Unternehmen aus Schmallenberg ist ein

bedeutender Hersteller und die wohl bekannteste Marke

dieser allseits geschätzten Beinbekleidung.

Für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens hat die

Nachwuchsförderung bei FALKE einen sehr hohen Stellenwert.

Interessierte, engagierte und vor allem begeisterungsfähige

Schüler/innen sowie Schulabgänger/innen erwarten in

dem äußerst innovativen, internationalen und inhabergeführten

Markenunternehmen der Textilbranche reichlich Einblicke

in eine kreative, berufliche Praxis.

Kauffrau für E-Commerce

Die zunehmende Digitalisierung aller geschäftlichen Prozesse

verändert die Anforderungen an die zukünftigen Mitarbeiter/

innen von FALKE. Seit 2019 bildet das Industrieunternehmen

daher ganz gezielt Kaufleute für E-Commerce aus. Gerade die

aktuelle Entwicklung in der Corona-Pandemie zeigt deutlich,

wie wichtig qualifizierte Fachkräfte sind, die die Chancen

und Möglichkeiten im elektronischen Handel erkennen und

entsprechend handeln können. Laura Herud, 19 Jahre, aus

Schmallenberg hat im vergangenen Jahr die Ausbildung zur

E-Commerce-Kauffrau begonnen. Nach dem Abitur hatte

sich Laura zunächst für den Beruf der Industriekauffrau entschieden,

sich dann aber von dem neuen Ausbildungsberuf

bei FALKE begeistern lassen.

In den ersten Monaten ihrer Ausbildung hat die junge Schmallenbergerin,

die während der Schulzeit gerne in der Freizeitwelt

Sauerland gejobbt hat und eine begeisterte Turnerin ist,

das Unternehmen FALKE im Stammwerk Schmallenberg von

Grund auf kennengerlernt. Unter anderem standen dabei das

Kennenlernen der Logistik und des großen FALKE-(Zentral)-

Lagers auf dem Ausbildungsplan. Seit Januar dieses Jahres ist

Laura, wie fast alle Mitarbeiter/innen von FALKE, im mobilen

Arbeitsrythmus. Dabei steht sie täglich im engen Online-Kontakt

mit den Kolleginnen und Kollegen aus der FALKE E-

Commerce-Abteilung. Sie unterstützt das Team beim Einstellen

von Beiträgen auf den Social Media-Plattformen, pflegt die

Stammdaten neuer Produkte in der Datenbank oder überprüft

eingestellte oder geteilte Berichte in den verschiedenen Kanä-

26 - WOLL Elternratgeber


Laura Herud

Florian Kuka

len. Der theoretische Austausch mit anderen Auszubildenden

in Sachen E-Commerce erfolgt regelmäßig in der Berufsschulklasse.

Hierfür fährt Laura Herud in normalen Zeiten mindestens

einmal pro Woche nach Dortmund. In etwas mehr

als zwei Jahren ist die anspruchsvolle Ausbildung zur Kauffrau

für E-Commerce abgeschlossen. Die Schmallenberger Fachkraft

für E-Commerce wird dann im World-Wide-Web dafür

sorgen, dass Strümpfe und Socken aus dem Sauerland noch

häufiger gefunden, direkt gekauft und von Schmallenberg in

alle Welt geliefert werden.

Vom Produktionsmechaniker Textil zum

Allround-Industriemechaniker

Als Marktführer im Bereich Beinbekleidung steht FALKE für

bedingungslose Qualität, handwerkliche Perfektion und Innovation.

Um diese Ansprüche zu erfüllen, benötigt es Fachleute

in allen Unternehmensbereichen und besonders Spezialisten

in der Produktion, die das Fachwissen von Anfang an

erlernt haben. FALKE setzt hier seit Generationen auf Nachwuchskräfte

aus den eigenen Reihen und bildete viele Jahre

Produktionsmechaniker/innen Textil selbst aus. Doch die

textile Welt in Deutschland ist klein und der Bewerbermarkt

rückläufig. Die Ausbildungsberufe der Textil- und Bekleidungsbranche

sind weniger bekannt und so wurde es immer

schwieriger Nachwuchskräfte zu finden.

Um auch den zukünftigen Einsatz von Fachleuten aus den

eigenen Reihen als Textilmaschinenführer/innen und Mechaniker/innen

sicherzustellen und gleichzeitig ein attraktives

Ausbildungsangebot zu schaffen, hat sich der Ausbildungsbetrieb

2019 entschieden, statt der textilspezifischen Produktionsmechaniker/innen

die generalistischen Industriemechaniker/innen

auszubilden. Die Umstellung bringt viele positive

Effekte für den Betrieb wie auch die Auszubildenden mit sich.

Zum einen handelt es sich um einen allgemein bekannten

Ausbildungsberuf, der eine große technikbegeisterte Zielgruppe

anspricht. Die Auszubildenden profitieren vom der

Berufsschulunterricht am Berufskolleg Meschede des HSK

sowie der Abnahme der Prüfung vor der hiesigen Industrieund

Handelskammer, während die Produktionsmechaniker/

innen in Münchberg oder Mönchengladbach im Block beschult

wurden und zur Prüfung an die jeweiligen IHKs überstellt

werden mussten. Nach Abschluss der Ausbildung stehen

den ausgebildeten Industriemechaniker/innen die Türen auch

zu anderen Branchen offen.

Florian Kuka, 18 Jahre, aus Schmallenberg hat nach dem

Abschluss an der Christine-Koch-Hauptschule verschiedene

Praktika absolviert. Dabei begeisterten Florian Arbeiten, die

etwas mit Instandhaltung, Reparatur und handwerklichem

Geschick zu tun haben, immer besonders. Durch seine Eltern

hat Florian von dem Beruf des Industriemechanikers bei

FALKE erfahren und sich dort beworben. Dass man mit der

Ausbildung als Industriemechaniker auch in anderen Unternehmen

in der Produktion tätig sein kann, gefällt ihm an der

Ausbildung besonders. Die Spezialisierung an den Strickmaschinen

bei FALKE macht dem zukünftigen Industriemechaniker

Spaß und er macht sie besonders gerne. Im Herbst

vergangenen Jahres hat die Ausbildung des Jungen aus der

Strumpfstadt Schmallenberg begonnen, der in seiner Freizeit

in der Jugend des SV Schmallenberg-Fredeburg Fußball

spielt. Nach Abschluss

der Ausbildung in etwa

zwei Jahren wird Florian

gewiss mit einigem Stolz

seine ganz individuell,

auf einer der zahlreichen

Strumpf-Strickmaschinen

bei FALKE angefertigten

Socken anziehen

können. ■

Chancen für Schüler

Praktikum, Ausbildung

oder duales Studium

WOLL Elternratgeber - 27


Anzeige

Schon als Kind war der 25-jährige Fabian

Hömberg von Technik fasziniert

DER MIX MACHT’S

Aus- und Weiterbildung im öffentlichen

Dienst beim Landesbetrieb Straßen NRW

Spannend und kommunikativ, teamorientiert

und eigenverantwortlich, kreativ und zukunftssicher

– das sind die Beschäftigungsmöglichkeiten

beim Landesbetrieb Straßenbau NRW. Aber was macht

der Landesbetrieb Straßenbau NRW überhaupt? Kurz

gesagt, plant, baut und betreibt er die Bundes- und Landesstraßen.

„In unserer Regionalniederlassung, die die

Kreise Höxter, Paderborn, Soest und den Hochsauerlandkreis

(HSK) umfasst, sind das allein für die beiden

letztgenannten 414 Kilometer Bundesstraßen und 1059

Kilometer Landesstraßen“, berichtet Sven Koerner,

Leiter der Niederlassung Sauerland-Hochstift. Hinzu

kommen die zugehörigen Radwege. Mehr als 400 Mitarbeiter*innen

in Innen- und Außendienst kümmern

sich darum, das Straßen- und Radwegenetz zu unterhalten.

Zum Innendienst gehören Planungs- und Bauingenieur*innen

sowie Kollegen, die sich mit der Vermessung,

dem Betrieb der Straßen und dem Verkehr

beschäftigen. Zudem sorgen an acht Standorten unsere

Straßenwärter*innen für eine sichere und ordnungsgemäße

Straße. Junge, motivierte Menschen in spannenden

Berufsfeldern auszubilden, hat sich der Landesbetrieb

ebenfalls zur Aufgabe gemacht.

reich abgeschlossen. Seitdem ist er in der Planung am Standort

Meschede tätig. „In der Ausbildung habe ich das Arbeiten

mit verschiedener Software gelernt und verschiedene Abteilungen

durchlaufen“, erklärt er. Als Grundlage hat Floren in

seiner Lehrzeit nicht nur Vermessungsarbeiten durchgeführt

oder Straßen- und Verkehrsführungen errechnet, auch das Erstellen

von Gelände- und Entwurfsplänen für Straßen, Bauwerke,

Geh- und Radwege standen auf dem Plan. „Radwege

sind heute mein Spezialgebiet“, erklärt der 31-Jährige. „Aber

ich arbeite auch an Ausschreibungen mit, stelle Kostenberechnungen

auf oder schaue mal bei laufenden Baumaßnahmen

vorbei – die Abwechslung ist es, die meinen Job ausmacht“,

weiß er.

Seit kurzem bietet die Regionalniederlassung Sauerland-

Hochstift auch den Dualen Studiengang zum Bauingenieurwesen

mit einer Ausbildung zur/zum Bauzeichner*in an.

„Mein Traum ist es, als Bauleiter die

unterschiedlichen Baustellen zu überwachen

und zu koordinieren“

„Radwege sind heute mein Spezialgebiet“,

sagt Marvin Floren

Abwechslungsreich – der Ausbildungsberuf als

Fachkraft für Straßen und Verkehrstechnik

Seine Ausbildung zur Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik

hat Marvin Floren bereits vor sieben Jahren erfolg-

28 - WOLL Elternratgeber


„Als Kind war Legotechnik meine große Leidenschaft“, erklärt

Fabian Hömberg. Die Technik-Faszination hat den

25-jährigen im Berufsleben immer begleitet. Und so wundert

es nicht, dass der gebürtige Lennestädter heute als Bauingenieur

in der Abteilung Betrieb & Verkehr bei Straßen.

NRW tätig ist. „Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich

werden wollte und hatte meinen Fokus zunächst auf eine

Ausbildung gelegt“, erläutert Hömberg. Ein Hinweis aus

dem Bekanntenkreis ließ ihn umschwenken. Er begann vor

rund vier Jahren sein Duales Studium zum Bauingenieur/

Bauzeichner bei Straßen.NRW. An vier unterschiedlichen

Ausbildungsstätten, der Regionalniederlassung Südwestfalen,

der Berufsschule und der Uni Siegen sowie einem

externen Ausbildungszentrum lernte Hömberg nicht nur

in Fächern wie Statik, Straßenbautechnik oder Bauchemie

wichtige Grundlagen für den späteren Berufsalltag, auch der

praktische Anteil kam mit Baustelleneinsätzen, in der Bauüberwachung

oder -planung nicht zu kurz. Hinzu kamen die

Ausbildungsphase zum Bauzeichner sowie die praxisnahen

Ausbildungsteile im Bildungszentrum mit den berufsnahen

Handwerkstätigkeiten von Maurern, Schreinern und Co.

„Ich würde das duale Studium jedem empfehlen, der technisches

Interesse, mathematisches und naturwissenschaftliches

Verständnis und Spaß an allen Bereichen des Bauwesens

hat“, so Hobby-Mountainbiker Hömberg.

Theorie und Praxis vereint –

der Ausbildungsberuf Straßenwärter*in

Reizvoll ist es für viele auch, die Straßen und Wege in Schuss

zu halten. Der abwechslungsreiche Beruf als Straßenwärter*in

kann im Landesbetrieb in einer dreijährigen Ausbildung

erlernt werden. „Ich wollte immer einen Job, in dem

ich praktisch und draußen arbeiten kann“, erklärt Jan Rademacher,

Auszubildender zum Straßenwärter. Sein Traum

hat sich erfüllt. Der 16-Jährige ist im ersten Ausbildungsjahr

und erlernt die theoretischen Grundlagen der Baustoffkunde

und Geometrie in der Berufsschule. Daneben erlangt er

die praktischen Fertigkeiten in seinem Berufsalltag auf der

Straße sowie in Fortbildungs kursen für einzelne Hand werke,

wie zum Beispiel des Gärtner- oder Maurer-Handwerks.

Pflasterarbeiten, der Umgang mit Beton und Asphalt, Grünpflege

oder ein Großgeräteeinsatz von Baggern und Bankettfräsmaschinen:

Sein Job ist zu jeder Jahreszeit von Abwechslung

geprägt. „Heute kleine Ausbesserungsarbeiten, morgen

Grünschnitt oder ein plötzlicher Wintereinbruch – das ist

das Spannende an meiner Ausbildung zum Straßenwärter“,

fasst Rademacher zusammen. ■

Von der Ausbildung zum Vermessungstechniker

bis zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich

Bevor Floren und Hömberg überhaupt mit ihrer Planung

beginnen können, benötigen sie die Daten des örtlichen

Geländes. Dafür zuständig ist der Vermessungsbereich des

Landesbetriebs Straßenbau NRW, der eine Viel zahl von Ausbildungs-

und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. An erster

Stelle steht der Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers.

Gerade technikbegeisterte junge Menschen kommen

hier voll auf ihre Kosten, denn mit hochmodernen Geräten

wie Tachymeter, Satelliten gestützten Empfängern, Laserscannern

und innovativen Vermessungsdrohnen können sie

die Umgebung aus einem neuen Blickwinkel erfassen. „Vom

Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers über das duale

Studium mit Fachrichtung Vermessungswesen bis hin zur Inspektorenausbildung

im Vermessungsbereich – hier ist einiges

möglich“, weiß Koerner.

Jan Rademacher, Auszubildender

zum Straßenwärter

Regionalniederlassung Sauerland-Hochs

Lanfertsweg 2 | 59872 Meschede

Telefon: 0291-298-108

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WOLL Elternratgeber - 29


Ingo Maschoty, Maria Büse-Dallmann und Andreas Kremer (v. l.).

„ES GIBT NIEMANDEN,

DER NICHTS KANN“

Mit KAoA Perspektiven aufzeigen und Kompetenzen entfalten:

Berufliche Orientierung als Kernbereich an NRW-Schulen

Paul Senske

S. Droste

J

unge Menschen frühzeitig

auf lebenslanges Lernen vorbereiten,

berufliche Perspektiven

aufzeigen und vor allem

Kompetenzen erkennen und entfalten:

Die Berufliche Orientierung

nimmt an allen NRW-Schulen der

Sekundarstufe I und II inzwischen

eine überragende Rolle ein, hat große

gesellschaftliche Relevanz und

macht die Schulen lebensnäher und

lebendiger. Mit der NRW-Landesinitiative

„Kein Abschluss ohne Anschluss

– Übergang Schule - Beruf in

NRW“ (KAoA) ab der 8. Klasse aller

Schulformen, wurde ein einheitliches

und effizientes Übergangssystem

von der Schule in Ausbildung und

Studium geschaffen. Ein Schwerpunkt

ist die Steigerung der Attraktivität

der dualen Ausbildung.

„Die jungen Menschen sollen bei der

beruflichen Orientierung so früh wie

möglich in den Schulen unterstützt

werden“, sagt Maria Büse-Dallmann,

Leitende Regierungsschuldirektorin

bei der Bezirksregierung Arnsberg.

„Sie sollen ihre Kompetenzen, Talente

und Ressourcen erkennen. Ihnen

sollen Wege der dualen Ausbildung,

des Studiums und berufliche Perspektiven

aufgezeigt werden. Dabei geht

es um die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit

und auch um Wertschät -

z ung für Berufe und Tätigkeiten jeder

Art.“ Ingo Maschoty, Fachberater

der „Koordinierungsstelle Berufliche

Orientierung“ der Bezirksregierung

Arnsberg, die gemeinsam mit den

zwölf Kommunalen Koordinierungen

den KAoA-Prozess begleitet und

unterstützt, bezeichnet den Ansatz so:

„Für die Jugendlichen ist es wichtig,

den Blick darauf zu werfen, was sie

können. Denn egal, welche berufliche

Ausbildung sie machen/wählen,

sie ist immer der Startpunkt in eine

erfolgreiche Karriere. Es gibt nur den

richtigen individuellen Weg.“ Für

Dezernent Andreas Kremer, zuständig

30 - WOLL Elternratgeber


für die Gesamt- und Sekundarschulen

im Kreis Olpe und Siegen-Wittgenstein,

steht fest: „Es gibt niemanden,

der nichts kann.“

KAoA bei der Bezirksregierung

hoch angesiedelt

Das Landesvorhaben KAoA, 2011

vom Ausbildungskonsens NRW („Jeder

junge Mensch in NRW, der ausgebildet

werden will, wird ausgebildet“)

ins Leben gerufen, ist bei der Bezirksregierung

hoch angesiedelt und wird

gemeinsam mit den kommunalen

Akteuren mit großem Engagement

umgesetzt. Die rasche Integration aller

Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf

in Ausbildung, Arbeitswelt

oder Studium ist gerade vor dem

Hintergrund des Fachkräftemangels

von großer Bedeutung. „Mit dem Elternhaus

und der Schule gibt es zwei

Leitplanken für die Entwicklung der

Jugendlichen. Den größten Einfluss

haben die Eltern, die Schule berät und

informiert“, so Büse-Dallmann. „Die

Einbindung der Eltern in den Prozess

der beruflichen Orientie rung ist für

uns elementar.“

Mit KAoA geht NRW neue Wege.

„Ein Lebensweltbezug und damit

auch die Arbeitswelt ist eine Grundlage

für jeden Unterricht“, betont

Andreas Kremer. „Die berufliche Orientierung

und damit einhergehend

das Erkennen und die Entwicklung

von überfachlichen Kompetenzen ist

Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe

für alle Schulfächer, in denen

auch diese Kompetenzen vermittelt

werden.“ Wichtig seien vor allem soziale

Kompetenzen. „In allen Unterrichtsfächern

werden auch soziale

Kompetenzen (Teamgeist, Fairness

usw.) entwi ckelt, die im Berufsleben

wichtig sind. Und der Besuch eines

Bauernhofes im Erdkundeunterricht

der 5. Klasse beinhaltet auch erste

Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt“,

so Kremer. Für die berufliche

Orientierung gibt es an jeder Schule

eine Koordinatorin bzw. einen Koordinator

(StuBo) oder ein Stubo-Team.

Potenzialanalyse ist

wichtige Säule

Der Berufsorientierungs-Prozess an

allen Schulen ab Klasse 8 ist strukturiert,

standardisiert und verbindlich.

Nach der Elterninformation startet der

Prozess mit einer Potenzialanalyse der

Schülerinnen und Schüler. Sie findet

eintägig bei außerschulischen Bildungsträgern

statt. In der Analyse werden

persönliche Potenziale wie Motivation

oder Leistungsbereitschaft, praktische

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„Unabhängig von Corona ist eine Ausbildung auch in den nächsten

Jahren eine der besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg

und ein sicheres berufliches Weiterkommen. Weniger junge

Leute und mehr Ältere, die in Rente gehen, führen gerade in den Kreisen

Hochsauerland, Soest und Olpe im Vergleich mit anderen Regionen

zu besonders guten Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Ausbildungsbetriebe

einerseits und Schülerinnen und Schüler andererseits

sollten alle Möglichkeiten nutzen, sich gegenseitig kennenzulernen und

vorzustellen zum Beispiel auch durch Praxisphasen in den Betrieben oder

durch Videokonferenzen. Die Betriebe können dem Fachkräftemangel

entgegenwirken, wenn sie sich mit ihren beruflichen Angeboten den jungen

Nachwuchskräften präsentieren, sich um sie bemühen und den Wert

der dualen Ausbildung oder eines dualen Studiums aufzeigen.“

Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident Arnsberg

Kompetenzen (Handgeschicklichkeit,

Sprachkompetenz), methodische

Potenziale (strukturiertes Vorgehen

oder Aufgabenverständnis) und soziale

Potenziale wie Team- und Kommunikationsfähigkeit

beobachtet. Die

Potenzialanalyse wird durch die Schule

vor- und nachbereitet. Die Eltern

und die Bundesagentur für Arbeit

werden miteinbezogen. Die Ergebnisse

sind Grundlage für den weiteren

Prozessverlauf. Dieser wird mit einer

dreitätigen betrieblichen Berufsfelderkundung

in mindestens drei Berufsfeldern

fortgesetzt. „Die Schülerinnen

und Schüler schnuppern in der

Berufswelt“, betont Büse-Dallmann.

„Sie erhalten erste praxisnahe Einblicke.“

Als weitere Stufe folgt in der Jahrgangsstufe

9 oder auch 10 ein zweibis

dreiwöchiges Praktikum in Betrieben,

Verwaltung oder Institutionen.

Es besteht zudem die Möglich keit

eines zweiten verbindlichen Schülerbetriebspraktikums,

die Ent scheidung

darüber fällt die Schulkonferenz. Weitere

Kurzzeitpraktika sind an allen

Schulformen möglich. Schülerinnen

und Schüler mit gymnasialer Oberstufe

können ein Praktikum durchführen,

das akade mische Berufsfelder

oder entspre chend ge eignete

duale Ausbildungskurse in den Blick

nimmt. Jugendliche mit Handicaps

können an Praxiskursen teilnehmen

und die KAoA-STAR-Angebote nutzen,

die sie entsprechend ihrer individuellen

Bedürfnisse begleiten.

Konkrete

Anschlussvereinbarung

Der Prozess wird mit der Erarbeitung

einer individuellen Anschlussperspektive

abgeschlossen. Diese wird mit einer

konkreten Anschlussvereinbarung

dokumentiert. Ein „persönlicher und

zugleich wichtiger Begleiter“ im Orientierungsprozess

der Jugendlichen ist

der Berufswahl-Pass, ein Ordner mit

farbigen Registerblättern. Er ist ein

wichtiges Informations-, Planungs-

und Dokumentationsinstrument,

mit dem die Jugendlichen ihr Lernen

eigenverantwortlich gestalten und

sich vor allem ihr Kompetenz-Profil

bewusst machen. Er richtet sich auch

an die Eltern.

Kein Abschluss ohne Anschluss:

KAoA gilt inzwischen als Erfolgsmodell

mit Vorbildcharakter in den unterschiedlichen

(Aus-)Bildungswegen.

„Wir haben in NRW vor dem Hintergrund

des lebenslangen Lernens

ein hervorragendes Bildungssystem

mit vielen Säulen, Übergängen und

großer Durchlässigkeit“, sagt Kremer.

„Vor allem wegen der dualen Ausbildung

werden wir weltweit beneidet.“


32 - WOLL Elternratgeber


JUGENDLICHE

WOLLEN

SELBSTSTÄNDIG

UND MOBIL

SEIN

DGB-Ausbildungsreport: 70 Prozent

sind mit der Ausbildung zufrieden,

„aber noch Luft nach oben“

Paul Senske

DGB

Der DGB-Ausbildungsreport 2020 für

NRW zeigt: 70 Prozent der Jugendlichen

sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Der

Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht aber

„noch Luft nach oben“ und moniert „gravierende

Mängel“ bei der Ausbildungsqualität und dem

Einhalten gesetzlicher Vorgaben. Die Jugendlichen

wünschten gute Ausbildungsbedingungen

und eine „vernünftige“ Vergütung.

„Die Jugendlichen wollen heute selbstständig und

mobil sein“, betont Ingo Degenhardt, der DGB

Regionsgeschäftsführer Südwestfalen (HSK,

Olpe, Siegen-Wittgenstein) im WOLL-Interview.

Ausdrücklich lobt Degenhardt das Netzwerk

Karriere hier“, das „sehr gute Arbeit“

leiste.

„Jugendliche wollen gute

Ausbildungsbedingungen

und vernünftige Vergütung“:

Ingo Degenhardt,

DGB Regionsgeschäftsführer

Südwestfalen.

WOLL Elternratgeber - 33


WOLL: Den Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW

gibt es seit 13 Jahren. Im letzten Jahr haben gut 5.000

Auszubildende daran teilgenommen: Wie war die Resonanz

in Südwestfalen?

Ingo Degenhardt: Es hat uns wieder besonders gefreut,

dass weit über 1.000 Jugendliche aus Südwestfalen an unserer

schriftlichen Befragung teilgenommen haben. Und

das unter viel schwierigeren Bedingungen, denn unsere

Berufsschultouren konnten wir nur eingeschränkt anbieten.

Die starke Beteiligung zeigt aber, wie wichtig gute

Ausbildungsbedingungen sind.

WOLL: Ein Ergebnis ist, dass 70 Prozent der Jugendlichen

mit ihrer Ausbildung zufrieden, 30 Prozent eher

unzufrieden sind: Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

Ingo Degenhardt: Die 70 Prozent an sich sind ein guter

Wert, hier gibt es aber auch noch viel Luft nach oben. Leider

sind auch weiterhin gravierende Mängel bei der Ausbildungsqualität

und dem Einhalten gesetzlicher Vorgaben

festzustellen. So wird jedem siebten Auszubildenden kein

Ausgleich für angefallene Überstunden gewährt, obwohl

dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auch zeigt unser Report, wie flexibel junge Menschen bei

ihrer Berufswahl sind oder sein müssen. So haben nur 31

Prozent der Befragten einen Ausbildungsplatz in ihrem

Wunschberuf erhalten, die Mehrheit wählte eine ungeplante

Alternative (23 Prozent) oder einen anderen interessanten

Beruf (39 Prozent). Das widerspricht der häufig

vorgetragenen Klage, junge Menschen seien unflexibel.

Das Gegenteil ist der Fall. Daneben müssen die Arbeitgeber

auch die Frage beantworten, wie die duale Ausbildung in

Zeiten des Fachkräftemangels attraktiver gemacht werden

kann. Die Auszubildenden formulieren in diesem Report

klare Anforderungen: Sie wollen gute Ausbildungsbedingungen,

eine vernünftige Ausbildungsvergütung – um

schon während der Ausbildung nach Möglichkeit auf eigenen

Füßen stehen zu können und daran anschließend eine

gute berufliche Perspektive mit Entwicklungsmöglichkeiten.

Jugendliche wollen heute selbstständig und mobil sein,

nicht mehr bei den Eltern im „Kinderzimmer“ wohnen

müssen.

Forderung nach

bezahlbaren Wohnungen

WOLL: Das Thema „Wohnen und Mobilität“ war der

Schwerpunkt der Umfrage. Viele Azubis wollen in ihren

eigenen vier Wänden wohnen, auch als Zeichen einer

beginnenden Selbstständigkeit: Wie ist die Situation

in Südwestfalen? Reicht die Ausbildungsvergütung aus

Sicht der Jugendlichen dafür aus?

Ingo Degenhardt: Hier gibt der Report wenig Grund zur

Freude. So gaben nur vier von zehn (39 Prozent) Befragten

an, mit ihrer Ausbildungsvergütung »sehr gut« (7 Prozent)

oder »gut« (32 Prozent) selbständig leben zu können. Im

Umkehrschluss können über 60 Prozent »weniger gut«

oder »gar nicht« selbständig davon leben. Viele schaffen

es nicht, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen: Knapp

ein Drittel erhält finanzielle Unterstützung von den Eltern

und neun Prozent erhalten staatliche Leistungen.

Dazu kommt, dass fast jede und jeder siebte Auszubildende(r)

zusätzlich noch einem Nebenjob nachgeht. Von

der finanziellen Selbstständigkeit hängt natürlich auch ab,

wo Azubis wohnen können und wie sie zur Arbeit kommen.

Eine konkrete Auswertung für Südwestfalen gibt es

hier nicht. In Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt

fordern wir mehr bezahlbare Mietwohnungen.

Zudem brauchen wir attraktive Wohnheime in Form von

Azubi­Appartements.

WOLL: Das Thema Mobilität ist gerade in den ländlichen

Gebieten von großer Bedeutung. Wie sieht es

damit in Südwestfalen aus? Seit 2019 gibt es ja ein

günstiges Azubi-Ticket …

Ingo Degenhardt: Mit der Einführung eines Azubi tickets

in ganz NRW wurde eine gewerkschaftliche Forderung

aufgegriffen und ein erster Schritt getan. Es stößt auf

großes Interesse, während die aktuelle Preisgestaltung und

die Abdeckung mit dem ÖPNV weiterhin limitierende

Faktoren bleiben. Verbesserungen und ein Ausbau des

ÖPNV­Netzes sind daher wichtige Schritte dabei, jungen

Menschen Mobilität zu ermöglichen und die notwendige

Flexibilität auf dem Ausbildungsmarkt zu unterstützen.

Hier sind weitere finanzielle Entlastungen notwendig. Für

34 - WOLL Elternratgeber


Magazin für Schma lenberg, Eslohe und Umgebung

Worte, Orte, Land und Leute. Frühjahr

Auszubildende ist das Azubi­Ticket preislich zu teuer. Daher

ist es notwendig, einen fairen Preis einzuführen.

Großes Lob für Netzwerk „Karriere hier“

„Für Auszubildende ist das

Azubi-Ticket preislich zu teuer.

Daher ist es notwendig, einen

fairen Preis einzuführen“

WOLL: Der DGB fordert seit Jahren eine Ausbildungsgarantie:

Allen Jugendlichen müsse auf jeden Fall der

Eintritt ins erste Ausbildungsjahr möglich sein – über

berufliche Schulen oder bei beruflichen Ausbildungsstellen.

Im zweiten Jahr sollen sie möglichst in einen

Betrieb wechseln. In Südwestfalen, so die Bilanz im

letzten Jahr, gibt es auf einen Bewerber im Schnitt gut

zwei mögliche Ausbildungsstellen. Das heißt, hier ist

die Situation doch relativ komfortabel für die Auszubildenden


Ingo Degenhardt: Das stimmt, wenn man nur das reine

Zahlenmaterial betrachtet. Dennoch gibt es Unterschiede

zwischen Angebot und Nachfrage beziehungsweise dem

Angebot und dem Wunschberuf. Berufswahlorientierung,

die damit verbundenen richtigen Angebote und Hilfestellungen

von vielen regionalen Partnern sind dabei enorm

wichtig. Hier leistet das Netzwerk „Karriere­hier“ sehr

gute Arbeit, auch im Hinblick auf die Unterstützung von

Eltern bei der Berufsorientierung ihrer Kinder. Auch wir

als DGB sind Mitglied in diesem Netzwerk. Wichtig ist es,

die Chancen und Möglichkeiten von beruflicher Bildung

in unserem dualen System immer wieder hervorzuheben.

Aber auch der ein oder andere Arbeitgeber muss an seiner

Attraktivität arbeiten. Hier lohnt sich der Blick in unseren

Ausbildungsreport.

WOLL: Wie sieht Ihre Vision für den Ausbildungsmarkt

der Zukunft aus – auch und besonders vor dem

Hintergrund der Digitalisierung?

Ingo Degenhardt: Fest steht: Die Arbeitswelt braucht gut

ausgebildete und motivierte Fachkräfte. Das gelingt nur mit

einer qualitativ hochwertigen und attraktiv ausgestalteten

Berufsausbildung. Sie muss junge Menschen begeistern,

ihnen eine Perspektive nach der Ausbildung bieten und ihnen

die notwendige Wertschätzung zukommen lassen, die

sie verdienen. Dafür braucht es klare Weichenstellungen

und – bezogen auf die Digitalisierung – die Veränderung

von Berufsbildern. An diesen Veränderungen sind auch wir

als Arbeitnehmervertreter beteiligt. Ein Beispiel aus unserer

Region: Aktuell beschäftigt sich ein Projekt bei der Handwerkskammer

Südwestfalen mit der Herausforderung der

Digitalisierung in der Ausbildung in Handwerksbetrieben.

Hier geht es um aktuelle Anforderungen und zukünftig

notwendige Kompetenzen zur digitalen Vernetzung in der

überbetrieblichen Ausbildung. Zum Arbeitsalltag gehören

schon heute digitale Anwendungen und Produkte. Daher

ist es wichtig, dass bereits in der Ausbildung das Verständnis

für digitale Vernetzung integriert und vermittelt wird. ■

2021

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Duales Studium mit guten

Studienbedingungen und

Übernahme-Chancen

Praxisbezug

ist größter

Pluspunkt

Paul Senske

FH SWF/Michael May

ist ein Modell mit wertvoller Mischung aus

akademischem Wissen und praktischer

Es Unternehmenserfahrung: Das duale Studium

mit rund 1.500 Studiengängen an bundesweit

über 200 Hochschulen erlebt einen regelrechten Boom

und gilt als eines der Erfolgsmodelle der Bildungslandschaft.

Größer Pluspunkt ist der Praxisbezug für die

Studierenden - und für die Arbeitgeber, die frühzeitig

Fach- und Führungskräfte an sich binden können.

Nach dem Studium wechseln 90 Prozent der Absolventen

direkt in den Beruf.

Die Studiengänge beim dualen Studium beziehen sich primär

auf die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Das duale Studium wird an Universitäten, (Fach)Hochschulen,

Dualen Hochschulen und Berufsakademien angeboten.

Grundsätzlich ist das Studium mit Bachelor­Abschluss angelegt.

Wenige Hochschulen bieten auch ein Duales Masterstudium

an. Die Studiengänge beziehen sich primär auf

die Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesundheitswesen.

Kunst­, Geistes­ und Naturwissenschaften sind kaum

vorhanden. BWL, Wirtschaftsingenieurwesen, Pflegemanagement,

Maschinenbau, Bauingenieurwesen, Tourismusmanagement

und soziale Arbeit werden bevorzugt studiert.

BWL ist mit 101 Dualen Studiengängen an 68 Hochschulen

offensichtlich der Renner.

Fachhochschule Südwestfalen bietet

duales Studium an

Im Prinzip ist das Studium mit zwei Abschlüssen vorgesehen:

Bachelor und die berufliche Ausbildung. Die gängigste

Form ist das ausbildungsintegrierende Duale Studium mit

der Parallelität von Studium und beruflicher Ausbildung

mit Abschluss. Beim praxisintegrierenden Dualen Studium

absolviert der Studierende ein Langzeitpraktikum in einem

Betrieb. Der Nachteil: Er erreicht neben dem Bachelor kei­

36 - WOLL Elternratgeber


Das größte Plus des Dualen Studiums ist der enge Praxisbezug

und die damit verbundene früh erworbene Berufserfahrung.

90 Prozent der Studierenden werden übernommen

bzw. bleiben im Unternehmen. Die Studienbedingungen

sind gut. Überfüllte Hörsäle wie beim Vollstudium sind

selten. Die Finanzierung ist durch den Arbeitgeber gesichert.

Durch die Doppelbelastung lernen die Studierenden unter

Druck zu arbeiten, sich selbst gut und zielgerichtet zu organisieren

und wechselnde Bedingungen im Beruf und Studium

zu lösen.

Semesterferien gibt es nicht

Auf der anderen Seite können die komprimierte Wissensvermittlung

mit straffen Stundenplänen und der hohe Arbeitsaufwand

auch belastend sein, zumal es keine Semesterferien

gibt, sondern nur den „normalen Urlaub“. Durch die

frühe Festlegung auf einen Arbeitsbereich und die daraus

resultierende „Einengung“ fehlt zudem der befreiende Blick

über den Tellerrand hinaus. Auch ein Abbruch des Studiums

kann zu Problemen führen, der Arbeitgeber könnte

zum Beispiel die von ihm übernommenen Studiengebühren

zurückfordern. ■

nen zusätzlichen Berufsabschluss. Eine dritte Möglichkeit

ist das berufsintegrierende Duale Studium. Der Student

ist bereits berufstätig. Der Berufsalltag ist fester Bestandsteil

des Studiengangs, der zum beruflichen Aufgabenpro fil

passt. Die zeitliche und finanzielle Unterstützung durch

den Arbeit geber bildet den Unterschied zum nebenberuflichen

Studiengang und zum klassischen Fernstudium. Die

Fachhochschule Südwestfalen bietet an ihren Standorten in

Meschede und Soest das ausbildungs- und praxisorientierende

Duale Studium an.

Studium mit Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag

Die Voraussetzungen für ein Duales Studium sind Abitur

und Fachabitur. Aber auch ohne diese Voraussetzungen

kann man studieren. Eine abgeschlossene Berufsausbildung

mit mindestens dreijähriger beruflicher Tätigkeit, dem

Meisterbrief, dem Abschluss als Techniker oder Betriebswirt

und ähnliche Fortbildungsabschlüsse öffnen ebenfalls den

Zugang. Die Studierenden bewerben sich in der Regel bei

den Betrieben, die Partnerschaften mit den Hochschulen

unterhalten. Wichtig für die Zulassung ist ein Ausbildungsbzw.

Praktikumsvertrag.

WOLL Elternratgeber - 37


Besondere Berufe

UNBELIEBT -

GUT BEZAHLT

Für alle, die Nervenkitzel mögen:

der Beruf des Industrietauchers.

Christel Zidi

S

chnell gutes Geld verdienen.

Auch das kann ein entscheidendes

Kriterium für die Berufswahl

sein. Manch einer ist dazu bereit,

auch weniger angenehme, unter

Umständen auch gefährliche Arbeiten

zu übernehmen. Hier einige Beispiele

aus der Liste der unbeliebtesten, aber

gut bezahlten Berufe.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden

jeden Monat um die 10.000 Euro verdienen.

Welche Jobs kommen da in

Frage? Politiker, Börsenmakler, Künstler…

Berufe, bei denen ein Studium,

ein erstklassiger Schulabschluss oder

großes Talent Voraussetzung sind. Nun

ja, beim Künstler reichen manchmal

auch gute Kontakte. Aber selbst Studienabschluss

und großes Talent bieten

keine Erfolgsgarantie: Glück und Zufall

sind ebenso entscheidend.

Aber was, wenn Sie all das nicht besitzen?

Bleibt dann der Traum vom guten

Einkommen weiter ein Traum? Das

muss nicht sein, denn es gibt schließlich

auch Berufe, mit denen man sehr

gut verdient, sich dafür aber schon mal

die Hände schmutzig machen muss.

Allerdings nicht im übertragenen Sinne

– denn mit solchen Berufen möchten

wir gar nichts zu tun haben -, sondern

schmutzige Hände im wortwörtlichen

Sinn.

Beim ersten Job, den wir Ihnen vorstellen

möchten, darf man auf gar keinen

Fall zart besaitet sein. Denn ein Tatortreiniger

bekommt Dinge zu sehen,

mit denen wir hoffentlich nie zu tun

haben werden. Wenn Polizei und Spurensicherung

ihren Job gemacht haben,

rückt er an. Dieser „spezialisierte Gebäudereiniger“

entfernt die Spuren von

Gewaltverbrechen und Suiziden, Unfällen

sowie nach natürlichen Todesfällen.

Körperflüssigkeiten, Ungeziefer,

Verwesungsrückstände. Okay, gehen

wir nicht weiter ins Detail. Wenden wir

uns lieber dem Gehalt zu, das bei monatlich

bis zu 3.200 Euro liegt. Nicht

schlecht für den, der starke Nerven und

einen guten Magen besitzt. Einen festgelegten

Ausbildungsweg gibt es nicht,

aber wer Erfahrung als Gebäudereiniger

mitbringt, ist da sicherlich schon

einiges gewöhnt. Außerdem kann man

sich in wenigen Wochen zum Desinfektor

weiterbilden. Desinfektor…

Hört sich doch gut an, woll?

Nicht ganz so nervenaufreibend ist der

Beruf des Bestatters. Wer eine natürliche

Einstellung zum Tod hat und sich

nicht scheut, an Leichnamen zu arbeiten,

ist hier gut aufgehoben. Es geht

38 - WOLL Elternratgeber


normalerweise nicht sehr hektisch zu

und der Beruf ist darüber hinaus extrem

krisensicher, denn „gestorben wird

immer“. Das Bruttogehalt liegt bei bis

zu 2.650 Euro. Auch kann man sich

zum Bestattermeister weiterbilden.

Für den Müllentsorger fängt der Tag

früh an, dafür hat er auch früh Feierabend.

Eine gute körperliche Konstitution

ist Bedingung, denn die vollen

Tonnen zu bewegen, ist nicht so einfach.

Aber für das, was dann später

auf dem Konto landet, muss man sich

schon ein bisschen anstrengen. Dafür

verdient z. B. ein Müllentsorger

in München an die 6.000 Euro! Wer

dann noch den Müllwagen selber fahren

kann und darf, bekommt zusätzlich

noch etwas drauf. Doch wer schon bei

einer kleinen Maus auf den Tisch steigt,

ist in diesem Beruf vielleicht nicht so

gut aufgehoben, denn ein Müllentsorger

bekommt manchmal schon die ein

oder andere größere Ratte zu Gesicht.

Wer Nervenkitzel mag, sollte einen

Blick auf den Beruf des Industrietauchers

werfen. Hier kann es tatsächlich

richtig gefährlich werden. Die Arbeit

unter Wasser ist recht schwierig, außerdem

bestehen gesundheitliche Risiken

durch die ständige Druckbelastung

beim Tauchen. Die Einsatzbereiche

sind unterschiedlich, Industrietaucher

werden bei Wartungs-, Bau- und Reparaturarbeiten

unter Wasser in Klärwerken

und Bergminen eingesetzt.

Spannend wird es bei Einsätzen von

Feuerwehr, Militär und Polizei. Da

kann es durchaus mal vorkommen,

dass Sprengstoff entschärft werden

muss. Deshalb sind nicht nur gute

Nerven eine zwingende Voraussetzung,

sondern auch eine entsprechende Ausbildung

in diesem Bereich. Wer zum

Industrietaucher diese beginnen möchte,

die in der Regel zwei Jahre dauert,

sollte eine abgeschlossenen Ausbildung

als Handwerker mitbringen. Die Notwendigkeit

dieses Berufes – mit dem

verbundenen Risiko – wird gut bezahlt.

10.000 Euro sind der monatliche

Durchschnittsverdienst.

Nicht unter, sondern auch auf dem

Wasser zu arbeiten, kann recht lukrativ

sein. Dann nämlich, wenn der

Arbeitsplatz eine Bohrinsel ist. „Roustabouts“,

wie man die Bohrhelfer auch

nennt, müssen schwere, körperliche

Arbeiten verrichten, können sich dann

aber zum Bohrarbeiter, dem „Roughneck“

hocharbeiten, der vier- bis sechsköpfige

Teams leitet. Das englische

Wort „Roughneck“ steht übrigens auch

für Raubein. Durch die Arbeit an der

frischen, manchmal auch rauen Meeresluft,

kann man sich den Besuch

bei der Kosmetikerin sparen. Wer als

Bohrhelfer anfängt, kann auch ohne

Ausbildung schon bis zu 3.000 Euro

(netto) verdienen, mit Ausbildung

geht der Verdienst aber schneller in

die Höhe. Ein Bohrgeräteführer mit

fünf Jahren Berufserfahrung auf Bohrinseln

verdient schon mal um die 7.000

Euro netto im Monat. Dafür ist man

dann oft längere Zeit von Familie und

Freundeskreis getrennt.

Wer hätte das gedacht? Regelmäßig

taucht in den Top Ten der unbeliebtesten

Berufe der Versicherungsvertreter

auf. Relativ wenige schlagen diesen

Berufsweg ein. Wahrscheinlich, weil

diesem Beruf noch immer das Image

des Klinkenputzens anhaftet. Wer gut

verkaufen kann – und wir sprechen

hier von verkaufen, nicht vom Überden-Tisch-ziehen

– ist in diesem Beruf

gut aufgehoben und kann sich mit

Ehrlichkeit und Verkaufstalent einen

treuen Kundenstamm erarbeiten. Die

Verdienstmöglichkeiten sind gar nicht

schlecht: Für knapp 3.500 Euro kann

man das Image des Versicherungsvertreters

wieder blank polieren – und

schmutzige Hände bekommt man auch

nicht. ■

Arbeiten auf einer Bohrinsel: auch

ohne Ausbildung schon gut bezahlt.

WOLL Elternratgeber - 39


Heimisches Handwerk hat riesigen

Bedarf an Auszubildenden

Paul Senske

Tom Linke & Boris Golz

„Um ein Praktikum

bewerben und

Handwerk erleben“

Allein die Zahlen und Fakten sprechen für sich:

Über 130 Ausbildungsberufe, 12.500 Betriebe

im Hochsauerlandkreis, dem Märkischen Kreis,

in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Allein

3.000 von ihnen suchen in den kommenden Jahren einen

Nachfolger. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen

in den Ruhestand. Das Handwerk im Be zirk

der Handwerkskammer Südwestfalen

bietet schon immer glänzende Karrierechancen

und wirbt vor dem

Hintergrund des sich abzeichnenden

Fachkräftemangels intensiv

um Nachwuchs. „Der

Bedarf an Auszubildenden ist

riesig“, erklärt Hauptgeschäftsführer

Meinolf Niemand. Sein

Appell an die Jugendlichen:

„Erlebt das Handwerk, bewerbt

euch um ein Praktikum und

findet heraus, was euch gefällt.“

Jugendliche fürs Handwerk, eine der

Säulen der dualen Ausbildung, zu gewinnen,

ist eine der zentralen Aufgaben von Handwerkskammer

und Betrieben. Besonders im Hinblick auf

die Energiewende ist das Handwerk praktisch um jeden

Auszubildenden verlegen. Das Handwerk gilt nicht von

ungefähr als wichtiger Motor bei der Umsetzung neuer

Technologien, beim energieeffizienten Bauen und Modernisieren

und damit als bedeutender Impulsgeber

für Innovation und Modernisierung. „Das Image

des Handwerks gilt ebenfalls als gut“, so Niemand.

„Die Ausbildung im Handwerk bietet

eine sichere Perspektive mit exzellenten

Weiterbildungmöglichkeiten und

Führungsaufgaben, zumal rund 3.000

Betriebe in naher Zukunft einen Nachfolger

suchen.“

„Mit einem Praktikum Handwerk

erleben“: Meinolf Niemand.

40 - WOLL Elternratgeber


Arbeitsmarkt hat

sich zum „Bewerbermarkt

gedreht“

Der Blick auf die Entwicklung

der letzten Jahre

zeigt, das „sich der Markt

gedreht“ hat. „Wir haben

inzwischen einen Bewerbermarkt

mit mehr Ausbildungsstellen

als Bewerbern“, erklärt Fabian Bräutigam,

der für Berufsbildung und Recht zuständige

Geschäftsführer der Handwerkskammer. Natürlich

hat auch Corona Einfluss darauf. „Im Vergleich zu 2019

wurden im Kammerbezirk 2020 im Vergleich zu 2019

knapp zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen,

im NRW­Schnitt waren es knapp über zehn

Prozent.“ Für das kommende Ausbildungsjahr ab dem 1.

August sind noch einige Hundert Ausbildungsplätze im

Kammerbezirk unbesetzt, auch viele Prakika sind noch zu

vergeben, wie die Lehrstellenbörse der Kammer zeigt.

Unabhängig von Corona mit den unterschiedlichen

Auswirkungen auf die einzelnen Gewerke: Die Nachwuchsproblematik,

die auch mit der demografischen Entwicklung

und der Tatsache, dass immer mehr Jugendliche

studieren wollen, ursächlich zusammenhängt, bleibt

brandaktuell. Bei der Handwerkskammer ist dieses Thema

hoch angesiedelt. Auszubildende finden – Mitarbeiter

binden: Das Portfolio des inzwischen zehn Personen

umfassen den „Team Fachkräftesicherung“ der Kammer

kann besser nicht beschrieben werden. Mit umfangreichen

Maßnahmen wird um Azubis geworben. Bereits in der

8. Schul klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler im

Rahmen der Berufsfelderkundung Einblicke ins Berufsleben.

In der „mobilen Schülerwerkstatt“ können die

Jugendlichen in der Schule mit authentischen Übungen

ihr handwerkliches Geschick erproben. Beispielsweise für

den Beruf des Anlagenmechanikers für Sa nitär­, Hei zungsund

Klimatechnik: Am Tablet entwerfen die Schülerinnen

und Schüler ein Bad nach Kundenwunsch. Anhand einer

technischen Zeichnung

verbinden sie im

zwei ten Praxisteil dann

ein Rohrsystem. Auf

große Resonanz und

Begeisterung stößt auch

die Handwerks­Challenge,

eine Art Berufsolympiade.

Im Berufsbildungszentrum (bbz

Arnsberg) treten dabei drei Schulen

mit drei bis fünf Personen umfassenden

Teams aus den 9. Klassen bei hand werklichen

Aufgaben gegen einander an. Die siegreiche Klasse erhält

eine Geldpräme.

„Der Markt hat sich gedreht“:

Fabian Bräutigam.

Ausbildungsbotschafter „auf Augenhöhe“

mit den Jugendlichen

Lust aufs Handwerk sollen auch die Ausbildungsbotschafter

wecken. Sie sind selbst Auszubildende und

berichten den Schülern „auf Augenhöhe“ über die spannende

Berufswelt im Handwerk. Zuvor werden sie dafür

geschult. Durch ihre Tätigkeit stärken sie zudem ihre

fachlichen und persönlichen Kompetenzen und sind auch

„Botschafter“ ihrer Betriebe.

Auch Jugendliche mit Migrationshintergrund genießen

hohe Wertschät z ung durch individuelle Beratung und

Sprachkurse (Fachsprache). „Im Handwerk zählt, wo man

hin will und nicht, wo man herkommt“, betont Bräutigam.

Informationen über das Lehrstellenangebot unter

Lehr stellenbörse (https://ogy.de/soy7) bzw. Lehrstellen-Radar

(www. https://www.lehrstellen-radar.de/). ■

WOLL Elternratgeber - 41


Vielfältiges Handwerk:

Ausbildungsbotschafter

werben in Schulen

„Auf Augenhöhe“

Lust aufs Handwerk

wecken

Paul Senske

HWK Südwestfalen

Vermitteln Begeisterung fürs

Projekt Ausbildungsbotschafter/in:

Bianca Weickardt (l.)

und Anna-Katharina Hauck.

Anna-Katharina Hauck absolviert eine Ausbildung

zur Orthopädietechnik-Mechanikerin im

Medical Center Südwestfalen in Iserlohn. Das

Handwerk hat die 20-Jährige schon immer fasziniert.

Und diese Begeisterung gibt sie nun weiter: Die Neheimerin

ist Ausbildungsbotschafterin der Handwerksammer

Südwestfalen. Ihre Aufgabe: Schülerinnen und Schülern

authentisch vom Handwerk zu erzählen und Lust aufs

Handwerk zu wecken, voller Begeisterung und auf Augenhöhe.

„Wir wollen zeigen, wie vielfältig und spannend

die handwerklichen Berufe sind, und dass es noch andere

Wege einer erfolgreichen Karriere als ein Studium gibt.“

Anna­Katharina Hauck geht diesen Weg: Nach dem Abitur

vor zwei Jahren am St. Ursula­Gymnasium in Neheim war

klar, dass sie eine duale Ausbildung absolvieren wird: „Ich

bin gerne mit Menschen zusammen und arbeite mit Freude

handwerklich“, sagt sie. Ihre Zwischenprüfung hat sie kürz­

42 - WOLL Elternratgeber


Wie eine Mutter für die

Azubis: Bianca Weickardt.

„Ich brenne für das Projekt“

- Bianca Weickardt

Schulbesuche auf Augenhöhe:

Anna-Katharina Hauck.

chanikerin bei den Schulbesuchen

beispielsweise nicht nur Einlagen,

sondern auch Prothesen und Orthesen

mitbringt. „Wir wollen auch die

Vielfalt der Berufe vorstellen.“ Zunächst

sei es schon ein „komisches Gefühl“ gewesen,

vor 30 Leuten zu sprechen. Das habe sich aber

schnell gelegt, schließlich seien es „Gespräche auf einer

Ebene.“

Ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

lich mit Bravour absolviert. Im nächsten Jahr will sie ihre

Lehre abschließen, danach weitere berufliche Erfahrungen

sammeln und die Meisterprüfung ablegen.

Anna­Katharina hat ihren beruflichen Weg gefunden, die

Schülerinnen und Schüler der Klassen 8, 9 und 10 hingegen

müssen sich verständlicherweise noch orientieren. Das ist

keine leichte Phase. Hier setzt das Projekt der Ausbildungsbotschafter/innen

der Handwerkskammer Südwestfalen ein:

Auszubildende aus dem Kammerbezirk werben in den Schulen

fürs Handwerk. „Es gibt nichts Besseres, als wenn unsere

Auszubildenden mit den Schülerinnen und Schülern sprechen“,

betont Projektleiterin Bianca Weickardt, die die Botschafter/innen

bei ihren Einsätzen auch begleitet. „Es sind

Gespräche auf Augenhöhe. Die Azubis müssen Spaß an ihren

Berufen haben und authentisch sein. Diese Begeisterung

soll rüberkommen, dafür brauchen sie keine Rhetorik­Profis

sein.“ Für Anna­Katharina steht fest, dass „die jungen Auszubildenden

eher Zugang zu den Schülerinnen und Schülern

finden als vielleicht ältere Gesellen“.

Bei ihren Einsätzen in den Schulen stellen die Azubis ihre

Berufe vor, schildern ihre persönlichen Werdegänge, berichten

von ihren Erfahrungen im Ausbildungsalltag und in

den Berufsschulen, schildern Karrierechancen oder werben

für Praktika in den Betrieben. „Es sind keine Vorträge, die

gehalten werden. Wichtig ist es, mit den Schülerinnen und

Schülern ins Gespräch zu kommen und das Interesse fürs

Handwerk zu wecken“, erklärt die Projektleiterin. „Deutlich

soll auch werden, dass jeder Tag im Handwerk neue Herausforderungen

mit sich bringt und Kreativität gefragt ist“, so

Anna­Katharina, die als angehende Orthopädietechnik­Me­

Die Azubi­Botschafter/innen werden für ihre Einsätze fit gemacht.

„Wir stellen in einer Schulung die Situation in den

Klassenräumen nach und gehen die Themen durch“, berichtet

Bianca Weickardt. „Es ist ein Kommunikationstraining.

Die Auszubildenden verbessern ihre Präsentationstechniken

und rhetorischen Fähigkeiten. Durch ihre schulischen

Einsätze stärken sie ihre persönlichen und auch fachlichen

Kompetenzen. Es ist ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.“

Auch die Betriebe profitieren von den „betriebseigenen“

Botschafter/innen, die für Schulung und Einsätze freigestellt

werden. Außerdem steigert die öffentliche Präsenz

der Azubis, die auch bei Berufsinformationsabenden mit

Schülern und Eltern zum Einsatz kommen, den eigenen Bekanntheitsgra

des Betriebes.

Derzeit sind rund 80 Ausbildungsbotschafter/innen im

Kammerbezirk im Einsatz – in der Pandemiezeit auch online.

Insgesamt waren es bisher über 200 in 35 bis 40 Schulen.

„Ich freue mich über jeden Azubi, der mitmachen will“,

so Bianca Weickardt, die ihre „Handwerkshelden“ ins Herz

geschlossen hat. „Ich lasse auf sie nichts kommen und brenne

für das Projekt.“

Weitere Informationen unter www.hwk­swf.de,

bianca.weickardt@hwk­swf.de ■

„Es gibt noch andere Wege

als das Studium“

- Anna-Katharina Hauck

WOLL Elternratgeber - 43


Quelle: AdobeStock_277985361_tadamichi

Kooperation von Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer:

„Spurwechsel“ zeigt Perspektiven auf

Paul Senske

STUDIENAUSSTIEG AUCH ALS CHANCE

Allein die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Fast jeder dritte Studierende bricht vor allem an

Universitäten das Studium ab. Das betrifft auch

junge Erwachsene aus Akademikerfamilien, die offensichtlich

unter besonderem Druck der Eltern stehen. „Es gibt

einen großen Ehrgeiz unter Akademikern nach dem Motto:

Wir haben alle studiert und Du studierst auch“, sagte Ricarda

Steinmayr in einem Gespräch mit der WELT am 21.

März 2021. Aber nicht alle Kinder seien in der Lage, eine

akademische Laufbahn einzuschlagen. Die Eltern müssten

auch die Kompetenzen der Kinder berücksichtigen, betont

die Professorin für pädagogische Psychologie an der Technischen

Universität Dortmund. „Es ist eine große Fehlannahme

des Bildungsbürgertums, dass nur der eigene, akademische

Weg zum Erfolg führt.“

Auch wenn der sogenannte „Akademisierungswahn“ (Münchner

Philosoph Julian Nida-Rümelin) weiter anhält, Industrie,

Handwerk und Gewerbe haben längst das große Potenzial

der Studienabbrecher erkannt. „Auch Studienabbrecher sind

willkommen“, heißt es vermehrt in Stellenanzeigen der Betriebe.

Die „Absteiger“ mit einer hohen schulischen Qualifikation

können für die Wirtschaft ein attraktives Führungs- und

Fachkräftepotenzial entwickeln. Und vor allem: Die jungen

Erwachsenen wissen nach dem Abbruch und dem vermeintlichen

Abstieg, was sie wollen.

Vor diesem Hintergrund und auch des Fachkräftemangels haben

sich die Netzwerke „Spurwechsel“ gegründet. Im Hochsauerlandkreis

und Kreis Soest wurde das Netzwerk – Agentur

für Arbeit, Handwerkskammer und IHK – 2015 aus der Taufe

gehoben. Es zeigt mit großem Erfolg Anschluss-Perspektiven

auf und ermöglicht den vermeintlichen „Absteigern einen Aufstieg“.

Studienfachwechsel, duale Ausbildung, duales Studium

oder Seiteneinstieg: Die Palette der Angebote und Vermittlungen

ist vielfältig. Viele Wege führen im breitgefächerten

deutschen Bildungssystem zum beruflichen Erfolg: „Karriere

anders denken“, nach Enttäuschungen, die sich bietenden

Chancen zu ergreifen und das eigene Potenzial zu entfalten,

wie beim Spurwechsel. ■

E-Mail HSK:

Meschede.Spurwechsel-HSK@arbeitsagentur.de

E-Mail Soest:

Meschede-Soest.Spurwechsel-Kreis-Soest@arbeitsagentur.de

44 - WOLL Elternratgeber


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zugt online über azubiblog.viega.de zukommen lässt.

Kein Wunder also, dass Auszubildende bei Viega beste Voraus

setzungen für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben finden.

Eine fundierte Ausbildung ist für uns genauso selbstverständlich

wie die Aussicht auf langfristige persönliche Entwicklungspers

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WOLL Elternratgeber - 45


BAU, ARCHITEKTUR UND VERMESSUNG

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∙ Dachdecker/in

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Verkehrstechnik

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46 - WOLL Elternratgeber


Traumberuf? Häuser bauen!

Architektin zu werden, das war immer Laura Stöbers großer

Traum. Ein Schülerpraktikum in unserem Unternehmen

zeigte ihr dann aber eine für sie noch viel interessantere Alternative

auf: den Beruf der

Bauzeichnerin. Heute absolviert

die gebürtige Winterbergerin

bei uns die dazugehörige

Ausbildung und

ist mit ihrer Entscheidung

sehr zufrieden. Vor allem

die Tatsache, dass wir jedes

Gebäude individuell planen,

macht die Berufsausbildung

für die 20­jährige

immer wieder interessant

und herausfordernd.

Als Lauras Ausbildungsunternehmen freuen wir uns darüber,

Laura und andere zukünftige Bauzeichner, Zimmerer

und Bürokaufleute umfassend und praxisnah auszubilden

zu können, sie für die beruflichen Herausforderungen der

Zukunft zu wappnen und die Erfahrungen, die wir in unserem

Berufsleben erworben

haben, an die nächste

Generation weitergeben

zu können. Die familiäre

Atmosphäre unseres traditionsreichen,

finanziell

stabilen Unternehmens ermöglicht

es unserem Team

dabei, unseren Auszubildenden

bei Problemen stets

unterstützend zur Seite zu

stehen und sie ein Stück

weit auf diesem für sie so

wichtigen Abschnitt auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben

zu begleiten.

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WOLL Elternratgeber - 47


ELEKTROTECHNIK

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Lydia Wortmann fühlt sich rund

um wohl an ihrem Arbeitsplatz.

Neue Blickwinkel in der Ausbildung

Alle Abteilungen durchlaufen

Werner Riedel

48 - WOLL Elternratgeber


Die Gustav Hensel

GmbH & Co. KG,

ein mittelständisches

Unternehmen aus

Lenne stadt-Altenhundem

und Marktführer in den Themen

Elektroinstallationsund

Verteilungssysteme, beweist

seit längerem den Mut,

neue Zielgruppen für die

Ausbildung zu begeistern.

Die Ausbildung hat im Unternehmen

traditionell einen

sehr hohen Stellenwert – rund

45 Auszubildende hat das Unternehmen

bei deutschlandweit

550 Beschäftigten. Viel

beeindruckender ist aber,

dass rund 60 Prozent der Belegschaft

die Ausbildung im Unternehmen absolviert haben.

Und doch hat sich in den letzten Jahren auch bei

Hensel einiges geändert und der ein oder andere neue Weg

beim Thema Ausbildung wurde eingeschlagen.

Insbesondere hat man für Erstausbildung neue Zielgruppen

gewonnen: So werden mittlerweile regelmäßig Frauen

in gewerblichen Berufen ausgebildet, Geflüchtete haben

Ausbildungsplätze im Unternehmen gefunden, Quereinsteiger

drücken wieder die Berufsschulbänke und auch Azubis

mit erhöhtem Förderbedarf wurden eingestellt.

Die Erfahrungen des Unternehmens sind dabei durchweg

positiv. „Die Mischung an Charakteren, Lebenswegen und

Zielen unserer Azubis ist wirklich spannend. Aber eines

haben alle gemeinsam: Sie sind hochmotiviert “, so Jennifer

Pukall, Ausbildungsleiterin bei Hensel. Doch nicht

nur bei der Auswahl der Azubis wurde der Blickwinkel

stetig erweitert, auch das Angebot an Berufen selbst steht

immer wieder auf dem Prüfstand. So sind in den vergangenen

Jahren Alternativen hinzugekommen: Neben dem

„klassischen“ Elektroniker für Betriebstechnik wurde auch

der Industrieelektriker – ein zweijähriger Ausbildungsberuf

– eingeführt und bei den Lagerberufen wurde der

Fachpraktiker hinzugefügt. Ein Weg, der sicherlich nicht

immer einfach ist, aber den das Unternehmen gerne geht,

denn er ist für Hensel sehr erfolgreich.

Der Grundstein für die erfolgreiche Ausbildung wird

bereits zu Beginn der Ausbildung gelegt, wenn alle neuen

Azubis gemeinsam Veranstaltungen besuchen und die

verschiedenen Abteilungen im Unternehmen durchlaufen,

um den Teamgeist und das Verständnis füreinander zu

stärken. „Gerade das Miteinander spielt für uns eine entscheidende

Rolle“, sagt Holger Grafe, Personalleiter im Unternehmen.

„Die Tatsache, dass man als Azubi zu Beginn

der Ausbildung das ganze Unternehmen kennenlernt, stellt

sich im Laufe der Jahre als großer Vorteil dar. Nicht nur,

dass unsere Azubis wissen, was im Unternehmen passiert

und wie die Abteilungen zusammenarbeiten – sie sehen

auch, dass jeder Arbeitsplatz, jeder Mitarbeiter wichtig für

den Erfolg des Unternehmens ist. Diese Toleranz und Offenheit

sind von unschätzbarem Wert. Sie sind der Schlüssel

für ein gutes Miteinander und letztendlich auch für eine

erfolgreiche Ausbildung.

Und wie sehen das die Auszubildenden? Lydia Wortmann,

die erst als Produktionshelferin im Unternehmen eingesetzt

war und jetzt die Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin

absolviert, findet: „Ich habe mich von Beginn an gut

aufgehoben und eingebunden gefühlt.“ Und Edvin Kriger,

Fachpraktiker im Lagerbereich, fügt hinzu: „Ich komme

echt gerne zur Arbeit“. Pukall: „Und das ist es doch, worauf

es letztendlich ankommt und warum es sich lohnt, hin und

wieder die Perspektive zu wechseln.“ ■

WOLL Elternratgeber - 49


Abwechslungsreich

und kameradschaftlich

Die Brücke im Rahmen der Nordumgehung in Attendorn

ist ein erneuter Beweis für die Leistungsfähigkeit

des heimischen Bauunternehmens.

Werner Riedel

E

s ist eins der absoluten Traditionsunternehmen,

das sich seit nunmehr 92 Jahren einen hervorragenden

Ruf bis weit über die Grenzen des Kreises

Olpe erworben hat: Die Hubert Mees GmbH ist überregional

bekannt für Industrie-, Verwaltungs- und Ingenieurbauwerke.

Vom Abbruch und Wasserbau, über Erd-,

Kanal- und Straßenbau, alle Arten von Hochbau, bis hin

zu Sanierungen und Außenanlagen wird ein breites Spektrum

abgedeckt. Die markante hellblaue Firmenfarbe ist

regional allgegenwärtig. Das Familienunternehmen mit

rund 130 Mitarbeitern existiert seit 1929 am Standort

Altenhundem Lennestadt.

Die Anreise zum Arbeitsplatz erfolgt fast ausschließlich über

Fahrgemeinschaften für die Mitarbeiter. Die meisten Kollegen

werden mit firmeneigenen Kleinbussen auf der Fahrt zur

Baustelle zuhause abgeholt. Das habe sich, so die Geschäftsführer

Andreas und Thomas Ludwig, in der Vergangenheit

bewährt, da es den Geldbeutel der Mitarbeiter und die Umwelt

schont. Für die Ausbildung auf dem Bau spricht im Übrigen

der hohe Anteil an Eigenheimbesitzern unter den angestellten

Handwerkern.

Gelebte Integration

Bei der Firma Mees arbeiten verschiedenste Nationalitäten

miteinander, ohne über den Begriff Integration auch nur

nachzudenken. Es ist einfach normal. In einer Kolonne arbeiten

beispielsweise unter einem türkischstämmigen Polier

Mitarbeiter mit albanischen, polnischen und deutschen Wurzeln

im Team zusammen. Auch die vielen Aufstiegsmöglichkeiten

sind für alle gleich. Wer im Team überzeugt, hat die

Chance Verantwortung zu übernehmen.

Technische Entwicklung

Die Baubranche befindet sich im digitalen Wandel. 3D­Baggersteuerungen,

GPS Vermessungsrover und laserbasierte

Messarbeiten gehören schon fast zum Standard einer jeden

Baustelle. Moderne Geräte sind maßgebend für einen gesunden

Arbeitsalltag und zügige Kundenbedienung. Doch auch

die aktuelle Technik bedarf fachgerechter Bedienung und

kontinuierliche Eingliederung in den Arbeitsprozess. Hierbei

ist die technische Affinität junger Menschen von besonderem

Vorteil.

Ausbildung

Die Firma Mees bietet jedes Jahr sechs Ausbildungsplätze sowie

für zwei technische Angestellte das Duale Studium an.

„Wir freuen uns, wenn wir noch geeigneten Nachwuchs für

dieses Jahr finden können. Das geht notfalls auch sehr kurzfristig.

Der letzte Lehrvertrag wurde im vergangenen Jahr erst

50 - WOLL Elternratgeber


Anfang August geschlossen.“, so

Marvin Hanses, Ansprechpartner

für Ausbildung und Duales

Studium bei Mees. Wer ins

Team kommt, bleibt gewöhnlich

auch. Die Azubis werden fast

alle übernommen und die Firma

hat eine ungewöhnlich niedrige

Fluktuation. Das liegt nicht zuletzt

an flachen Hierarchien und

am angenehmen familiären Betriebsklima.

Thomas und Andreas

Ludwig legen großen Wert auf

Teamarbeit und gute Kommunikationsstrukturen.

„Die Zeiten,

in denen auf unseren Baustellen

herumgebrüllt wurde, sind

glücklicherweise lange vorbei.“

Draußen

Nico Drüecke ist begeistert von der Vielfalt innerhalb seiner Ausbildung bei der Firma Mees.

Die Arbeit im Freien hat ihre Herausforderungen. In den

Wintermonaten Dezember bis März gilt die Saison­Kurzarbeiter­Regelung

– früher schlechtwetterfrei genannt. Wenn

es in diesen Monaten zu kalt oder zu nass ist, dann bleiben die

Arbeiter zuhause. Das bringt den einen oder anderen zusätzlichen

freien Tag im Jahr bei gleichzeitiger angepasster Bezahlung.

„Man gewöhnt sich im Herbst langsam an die tieferen

Temperaturen und findet es nicht so kalt, als wenn man den

ganzen Tag im Haus sitzt und dann nur mal kurz raus muss.

Sicher es gibt Tage, an denen es schöner ist, wenn man eine

Indoor­Baustelle hat. Aber es gibt auch viele Tage, an denen

ich froh bin, draußen zu sein und nicht immer in derselben

Halle zu sitzen“, urteilt Nico Drüeke. „Letztes Jahr haben wir

bei traumhaftem Wetter in einer tollen Landschaft eine Brücke

gebaut. Da wollte ich mit niemandem den Job tauschen.“

Nico hat 2019 eine Ausbildung zum Maurer begonnen.

WOLL hat ihn gefragt, ob er seine Entscheidung „auf den

Bau“ zu gehen bisher bereut hat: „Nein auf keinen Fall. Es war

von Anfang an gut. Man wird langsam an alles herangeführt

und mittlerweile sind wir als Team zusammengewachsen. Ich

verstehe mich mit meinen Kollegen super. Wenn etwas beim

ersten Mal nicht klappt, dann zeigt es einem jemand noch

einmal. Das kommt inzwischen aber nicht mehr so häufig

vor. Nach einem Jahr wird einem auch schon Verantwortung

zugetraut.

Am besten gefällt mir, dass der Alltag ziemlich abwechslungsreich

ist. Es wechseln sich einige Wochen Berufsschule und

Ausbildungszentrum (AWZ) mit einigen Wochen Baustelle

ab. Die Baustellen wechseln dann natürlich auch immer

wieder. Es war einfach toll, auf der Fahrt von Helden nach

Attendorn vom Bergrücken aus, die angestrahlte Großbaustelle

der Firma Viega zu sehen und beobachten zu können,

wie sie nach und nach wächst. Meine Freunde wissen auch

woran ich arbeite und fragen dann, „Was macht ihr da am

Krankenhaus?“ oder „Wann ist die Brücke fertig?“ Wir haben

bei Mees viele große Baustellen und Ingenieurbauwerke, die

fallen auf.

Im AWZ lernt man im ersten Grundjahr sehr viele verschiedene

Tätigkeiten kennen, Estrich legen, Verputzen, Schalungs­

und Betonbau, Pflastern. In der Berufsschule gibt es

natürlich den Austausch mit den anderen. Was wird in den

unterschiedlichen Firmen anders gemacht? Wir sind da mittlerweile

eine ziemlich gute Truppe geworden.

Danach kommen wieder einige Wochen auf der Baustelle.

Insgesamt ist die Arbeit da aber nicht so extrem anstrengend,

wie die meisten sich das vorstellen. Es gibt ja viele Hilfsmittel.

Wenn wir zum Beispiel große Schalungen versetzen, hebt die

der Kran oder der Manitou. Das geht schnell und ist angenehm.“

WOLL Elternratgeber - 51


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allen Bereichen des Straßen­, Tief­ und

Landschaftsbau stellen wir täglich unsere

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WOLL Elternratgeber - 53


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Glänzende Perspektiven in Pflegeberufen

Mit mehr als 1.600 Mitarbeitenden und über 60 Einrichtungen

im Kreis, ist der Caritasverband Olpe ein bedeutender

Arbeitgeber und bringt die Ausbildungs­Philosophie

treffend zum Ausdruck. „Dem Fachkräftemangel entgegen

zu wirken und mit jungen Menschen Zukunft zu gestalten

– das motiviert uns, weiter auszubilden und damit unserem

Auftrag ‚Caritas. Nah. Am. Nächsten‘. entsprechen zu können“,

sagt Karina Reimann, Geschäftsleitung für Unternehmenskommunikation

& Service.

Der Caritasverband bildet Pflegefachfrauen/Pflegefachmänner,

Heilerziehungspflegende, Hauswirtschaftskräfte und

Kaufleute für Büromanagement aus. Im Jahr 2020 hat die

Caritas im Kreis Olpe 35 Auszubildende eingestellt. Die Bezahlung

der Azubis im Bereich Pflege „kann sich sehen lassen“:

Eine Pflegefachkraft (früher examinierte Altenpflegekraft)

verdient im ersten Jahr 1.140 Euro, im zweiten 1.202

Euro, im dritten Jahr 1.303 Euro. Der Caritasverband Olpe

arbeitet in der Ausbildung im Olper Ausbildungsverbund

mit, in dem u. a. Klinken, Arztpraxen, ambulante Pflegedienste,

Seniorenhäuser die Ausbildung im Kreis Olpe gemeinsam

gestalten. Die theoretische Ausbildung erfolgt in

enger Abstimmung mit der Pflegeschule in Rhode. Hier besteht

eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit,

die jeden Auszubildenden individuell in den Blick nimmt

und betreut.

Und nach der Ausbildung?

Auch hier erweist sich der Caritasverband für den Kreis Olpe

als verlässlicher Partner!

„Gerne übernehmen wir unsere Auszubildenden mit unbefristeten

Arbeitsverträgen und freuen uns damit das Team

der Caritas zu erweitern. Dass man bei uns gerne arbeitet,

zeigen die wiederholten Auszeichnungen als ‚Great Place to

work®‘ und ‚Familienfreundliches Unternehmen‘“, so Jutta

Weiland als Leiterin Personalentwicklung­ und marketing

beim Caritasverband Olpe.

Sie haben Freude an einer sinnstiftenden Arbeit? Sie sind

gerne mit Menschen in Kontakt? Und suchen noch einen

Ausbildungsplatz? Dann freuen wir uns auf Sie an Ihrem

künftigen #lieblingsarbeitsplatz! Weitere Infos unter: www.

caritas­mit­sinn.de oder unter Tel: 02761 9668­1062.

54 - WOLL Elternratgeber


Praktikum im Ausland: Niko Remmert hat vier

Wochen in einem Betrieb in China gearbeitet.

Niko Remmert absolvierte mit dem Programm

AusbildungWeltweit” ein Auslandspraktikum

Anke Kemper

S. Droste & Privat

Ein unbeschreibliches

Erlebnis in China

heißt das Förderprogramm

des Bundesministeriums für

AusbildungWeltweit“

Bildung und Forschung (BMBF), das

Auszubildenen aus allen Bereichen ermöglicht, eine

praxisorientierte Fortbildung in einem Land ihrer

Wahl zu absolvieren. Niko Remmert aus Werl entschied

sich für China und setzte alle Hebel in Bewegung,

in seinem zweiten Ausbildungsjahr als Industriekaufmann

diesen Schritt zu setzen.

„Da war schon einiges an Planung, Organisation und

Eigeninitiative nötig“, beginnt der 24­Jährige. Die Kooperation

des Berufskolleg Berliner Platz des HSK mit

seinem Ausbildungsbetrieb Tillmann & Schroyen in

Arnsberg machte es für den angehenden Industriekaufmann

möglich. „Für die meisten Ausbildungsbetriebe ist

das alles Neuland. Ich bin bei meinen Ausbildern und der

Geschäftsleitung mit meiner Idee aber sofort auf offene

Ohren gestoßen und bekam hierfür grünes Licht“, erzählt

er weiter. Nicht zuletzt wegen des Einsatzes der stellvertretenden

Schulleiterin des Berufskollegs, Uta Heitmann,

die für die Lernaufenthalte der Schüler im Rahmen des

Förderprogrammes Erasmus+ und AusbildungWeltweit

verantwortlich ist und diese mit Leidenschaft an die jungen

Erwachsenen heranträgt.

Nanjing, China – ein komplett

anderes Arbeitsleben

Eine fremde Kultur, eine völlig andere Arbeitsweise und

eine strikt gegliederte Hierarchie: Niko Remmert arbeitete

vier Wochen in einem Betrieb mit 2.000 Mitarbeitern.

Größtenteils in der Abteilung Materialwirtschaft und Disposition,

teilweise auch in der Produktion. Anweisungen

bekam er ausschließlich von seinem direkten Vorgesetzten

und es galt, diese ohne Wenn und Aber auszuführen. Auf

Englisch konnte er sich mit seinen Kollegen gut verständigen

und auch außerhalb der Arbeit die Kultur, das Land und

seine Bewohner kennenlernen – ein unbeschreibliches Erlebnis

für den Auszubildenen. Die gewonnenen Eindrücke

sind nicht nur für ihn eine wertvolle Erfahrung, auch für

den Ausbildungsbetrieb bedeutet die persönliche und berufliche

Weiterentwicklung einen enormen Mehrwert.

56 - WOLL Elternratgeber


Einladung nach Berlin

Im November 2019 wurde Niko Remmert mit vier weiteren

Absolventen des Programmes AusbildungWeltweit

nach Berlin ins Ministerium für Bildung und Forschung

eingeladen. Deutschlandweit hatten in dem Jahr allein aus

dem kaufmännischen Bereich 155 Personen die Möglichkeit,

an diesem Förderprogramm teilzunehmen. Neben

Fachinformationen standen die Erfahrungsberichte von

Vertretern der Ausbildungsbetriebe und der Auszubildenen

im Zentrum der Veranstaltung. Niko Remmerts

Fazit: „Man sollte auf jeden Fall einen Auslandsaufenthalt

machen! Man muss es gut vorbereiten – aber es lohnt sich

und ich würde es wieder tun.“ Das bestätigten auch die

anderen vier anwesenden Azubis und deren Ausbilder.

Im Jahr 2020 konnte Niko Remmert seine Ausbildung

zum Industriekaufmann erfolgreich abschließen und

wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Jetzt

arbeitet er dort im Vertrieb. Wohin die Reise auch gehen

mag, Niko Remmert kann auf eine lehrreiche Zeit zurückblicken

und durch einen Erfahrungsschatz gestärkt in die

Zukunft blicken. ■

AusbildungWeltweit des

Bundesministeriums für

Bildung und Forschung:

Erasmus+ - EU-

Programm für allgemeine

und berufliche Bildungt:

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120 Jahren Tradition und einem klaren Weg in die Zukunft:

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WOLL Elternratgeber - 57


Das Zeitalter von Industrie 4.0: Elektronische Steuerungen

prägen sowohl das Arbeitsleben als auch den Alltag

Christel Zidi

INDUSTRIE 4.0 UND DIE ZUKUNFT DER FACHARBEITER

W

ir sind im Zeitalter Industrie 4.0. angekommen.

Im Zeitalter der elektronischen Steuerungen

und smarten Techniken. Längst sind diese

Technologien weit fortgeschritten. Wer zukunftsgerichtet

denkt, hat sich in diesen Bereichen fortgebildet. Aber es

gibt auch sehr viele, die die Digitalisierung verunsichert

hat. Erleichtern smarte Technologien die Arbeitsprozesse

oder führen sie dazu, dass viele Berufe überflüssig werden?

Seit der Industrialisierung (1.0) zu Beginn des 19. Jahrhunderts

hat sich viel verändert. Viele zuvor von Hand durchgeführte

Arbeiten wurden nach und nach von Maschinen ersetzt. 1833

wurden die ersten Fließbänder in den Werkhallen eingebaut,

die Arbeiten erfolgten im Takt der Maschinen (Industrie 2.0),

1941 begann mit der ersten programmgesteuerten binären

Rechenmaschine von Konrad Zuse das Computerzeitalter (Industrie

3.0).

2021 befinden wir uns im Zeitalter 4.0. Und das nicht nur

im Arbeitsleben, sondern auch in unserem Zuhause. Elektronische

Steuerungen sind selbst in den alltäglichsten Dingen eingebaut:

Fernseher, Waschmaschinen und auch in Kühlschränken.

Sie alle sind „smart“ geworden. Smart bedeutet intelligent,

bei smarten Technologien bedeutet das, dass der Eingriff von

Menschen (­händen) kaum noch erforderlich ist. Befördert sich

der Mensch also selbst aus dem Arbeitsleben heraus?

Professor Jürgen Bechtloff aus Eversberg hat sich mit den technischen,

betriebswirtschaftlichen und strategischen Herausforderungen

der „Industrie 4.0“ ausgiebig auseinandergesetzt.

Er ist der Meinung, dass „die vierte industrielle Revolutio

gerade bei den Facharbeitern zu einer sich weiterentwickelnden

Zukunft führt.“ Und er erklärt: „Sie werden durch den

fortschreitenden Einsatz von cyberphysischen Systemen von

Routinearbeiten entlastet. Sie steuern und organisieren die

Produktionsprozesse stärker, was die Tätigkeiten abwechslungsreicher,

aber auch anspruchsvoller machen wird.“

KI-Systeme zur Unterstützung

Also keine Panik, dass Facharbeiter angesichts der vielen neuen

und vor allem smarten Technologien irgendwann über­

58 - WOLL Elternratgeber


flüssig sein werden? Professor Bechtloff: „Umso besser die

Facharbeiter qualifiziert sind, umso wichtiger werden sie in

der Produktion. Ihr Einsatz wird flexibler, abwechslungsreicher

und projektbezogener. Entscheidungen werden auch in

Zukunft nicht ausschließlich von KI-Systemen (künstliche

Intelligenz) getroffen, sondern sie werden den Facharbeiter in

seinen Entscheidungsfindungen unterstützen. Diese Entscheidungen

führen zu sichererem und zielgerichtetem praktischen

Handeln.“

neuen Möglichkeiten, sieht, wo an die neuen Technologien angeknüpft

werden kann. Facharbeit ist und bleibt qualifiziertes

Arbeiten – im Zusammenspiel mit anderen Menschen, Maschinen

und neuen Technologien. Und: Facharbeiter gestalten

ihre Umgebung mit. Sicherlich werden manche Berufe wegfallen,

aber auch spannende neue geschaffen. Berufe, die wir

uns jetzt noch nicht vorstellen können … ■

Also kein Grund zur Panik, vielmehr zum Umdenken. Wie

gut, dass da unser Bildungssystem sehr flexibel eingestellt ist

und die Zukunft im Blick hat. Die Digitalisierung spielt in fast

allen Ausbildungsberufen eine große Rolle. Besonders jüngere

Menschen sind mit Smartphone und Co. schon so vertraut,

dass Vernetzung für sie eine selbstverständliche Angelegenheit

ist.

Fortschritt wird immer weitergehen, das liegt in der Natur

der Sache. Jetzt liegt es an uns, mitzugehen – oder stehenzubleiben.

Wer mitgeht, entdeckt auch die vielfältigen

Professor

Jürgen Bechtloff

„Umso besser die Facharbeiter qualifiziert

sind, umso wichtiger werden sie

in der Produktion“- Prof. Bechtloff

Quelle: FH-SWF

WOLL Elternratgeber - 59


AUF GLEICHER STUFE

IM BILDUNGSSYSTEM

Deutscher Qualifikationsrahmen

sorgt mit acht Kompetenzniveaus

für mehr Transparenz

Paul Senske

Er

ist relativ unbekannt, aber wichtig, weil

er die Orientierung im umfangreichen

deutschen Bildungs- und Ausbildungssystem

erleichtert und maßgeblich zur Vergleichbarkeit

deutscher Qualifikationen in Europa beiträgt. Der

deutsche Qualifikationsrahmen für ein lebenslanges

Lernen (DQR) charakterisiert alle Qualifikationen und

ordnet sie in acht Kompetenzstufen ein. Der am 1. Mai

2013 in Kraft getretene DQR vergleicht dabei direkt alle

schulischen, akademischen und beruflichen Abschlüsse

in ihrer Wertigkeit und ist ein bedeutendes Dokument

der Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen

Bildung. So hat ein Industriemeister die gleiche Wertigkeit

wie ein Bachelor-Abschluss an einer Hochschule.

Beide sind der (hohen) Kompetenzstufe 6 zugeordnet.

Ausbildungsberufe mit drei- bzw. dreieinhalbjähriger

Ausbildung sind in der Stufe 4.

Kein Anlass für „akademischen Dünkel“

Wenn man so will, ist der Deutsche Qualifikationsrahmen

ein „amtliches Dokument“, das die Vorstellung, allein die

akademische Bildung mache „selig“ und nur sie eröffne

glänzende berufliche Perspektiven, zumindest theoretisch

widerlegt. Er zeigt zudem, dass kein Anlass für den sogenannten

„akademischen Dünkel“, der sich bisweilen durch

Überheblichkeit und Ignoranz der beruflichen Bildung

gegenüber äußert, besteht und die Akademisierungsquote

zum zentralen Maßstab der Bildungspolitik zu machen,

fragwürdig war und ist. Auch ist der DQR ein Indikator

für die Weiterbildung als Schlüssel für Aufstieg und damit

Erfolg im Berufsleben.

Der DQR, der das achtstufige europäische Modell (EQR)

auf Deutschland überträgt, hilft dabei, die eigenen Kompetenzen

einzuordnen und gibt Hinweise darauf, welche

Fähigkeiten und Fertigkeiten man für die Weiterbildung

noch benötigt. Sei es als Referenzrahmen, Übersetzungshilfe

oder als Argument für lebenslanges Lernen: Der

DQR zeigt, welche Kompetenzen und Fähigkeiten sich

hinter einer Qualifikation verbergen, was auch für Arbeitgeber

und deren Personalchefs wichtig ist. Nicht zuletzt

werden im Zuge der europäischen Harmonisierung die

nationalen Qualifikationen besser verständlich. Die duale

Ausbildung ist im europäischen Ausland kaum vorhanden.

In Deutschland ist sie daher ein Alleinstellungsmerkmal

auf höchstem Niveau.

Fach- und Personalkompetenzen

werden beschrieben

Grundsätzlich gilt bei dem achtstufigen Kompetenzmodell:

Je höher das Niveau, desto höher sind die erworbenen

fach lichen und persönlichen Kompetenzen. Die acht Stufen

beschreiben die Fachkompetenz (Wissen, Fertigkeiten)

und die Personalkompetenz (Sozialkompetenz und Selbstständigkeit).

Die Stufe 1 (Berufsausbildungsvorberei tung)

ordnet die Kompetenzen u. a. „zur Erfüllung einfacher

60 - WOLL Elternratgeber


Niveau 8

Niveau 7

Niveau 6

Niveau 5

Niveau 4

Niveau 3

Niveau 2

Niveau 1

Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten

Lern­ oder Arbeitsbereich“ ein. Gefordert wird

„allgemeines elementares Wissen“. Die Erfüllung der

Aufgaben erfolgt „unter Anleitung“. Die höchste Stufe 8

(Promotion) sieht u. a. Kompetenzen zur Gewinnung von

Forschungsergebnissen in einem wissenschaftlichen Fach

oder zur Entwicklung innovativer Lösungen und Verfahren

in einem beruflichen Tätigkeitsfeld vor.

Für die berufliche Bildung gilt: Ausbildungsabschlüsse

mit zweijähriger Ausbildungszeit sind dem DQR­Niveau

3 zugeordnet, die mit drei­ bzw. dreieinhalbjähriger Ausbildungszeit

der Stufe 4. Die Stufe 4 beschreibt Kompetenzen,

die zur „selbstständigen Planung und Bearbeitung

fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich

verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld

benötigt werden“. Bei der Fachkompetenz werden

„vertieftes allgemeines Wissen oder fachtheoretisches Wissen

in einem Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld“

erwartet.

Abschlüsse der höheren Berufsbilder wie Fachwirt, Meister

oder Fachkaufleute gehören der Kategorie 6 an und sind

damit auf derselben Stufe wie der Bachelor der Hochschulen.

Eine Stufe höher (7) sind Abschlüsse als Betriebswirt,

Technischer Betriebswirt oder Berufspädagogen angesiedelt

und damit gleichrangig zum Master und Diplom der

Hochschulen. Wichtig: Das jeweilige DQR­Niveau wird

auf den Aus­ und Weiterbildungszeugnissen ausgewiesen.

Neue Bezeichnungen für höherqualifizierte

Berufsausbildung

Um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer

Bildung zu dokumentieren, wurden ab dem 1. Januar

2020 neue Abschlussbezeichnungen für die höherqualifizierte

Berufsausbildung festgelegt. Abschlüsse der

Niveaustufe 6 erhielten die Bezeichnung „Bachelor Professional“

(Berufs­Master), die der Stufe 7 die Be zeichnung

„Master Professional“ (Berufs­Bachelor). Diese neuen Bezeichnungen

sind teilweise auf Kritik gestoßen. Beispielsweise

sieht Dr. Regina Flake, eine ausgewiesene Expertin u.

a. für Aus­ und Weiterbildung sowie Fachkräftesicherung

des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, die neuen

Bezeichnungen fragwürdig. Es werde durch diese „Etiketten“

versucht, die hochwertige berufliche Qualifizierung

an die Marke Studium anzulehnen, anstatt auf die Eigenständigkeit

des dualen Systems zu setzen, so Flake. Insgesamt

müssten die Vorzüge der dualen Ausbildung besser

kommuniziert werden, um junge Menschen für diese

Berufswege zu gewinnen.

Auch wenn weiterhin einige Kategorien schwer „zu grei fen

sind“, weil zu abstrakt gesehen werden: Insgesamt wird

dem jährlich aktualisierten Deutschen Qualifikationsrahmen

große Bedeutung attestiert. Er ist eine wichtige

Orientie rungshilfe im deutschen und europäischen Bildungssystem.

Lebenslanges Lernen ist keine leere Floskel,

sondern in der Berufswelt überlebenswichtig. ■

WOLL Elternratgeber - 61


WIRTSCHAFT, VERWALTUNG UND HANDEL

Top Berufe

∙ Automobilkaufmann/-frau

∙ Bankkaufmann/-frau

∙ Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk

∙ Industriekaufmann/-frau

∙ Kaufmann/-frau

- für Büromanagement

- für Versicherungen &

Finanzen

- im Groß- und Außenhandelsmanagement

- im Einzelhandel

- im E-Commerce

∙ Steuerfachangestellte/r

∙ Verkäufer/-in

∙ Verwaltungsfachangestellte/r

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Nils Thiele (21) berichtet von

seiner Ausbildung zum Kaufmann

für Büromanagement

„Man merkt gar nicht,

dass man Azubi ist“

Daniela Weber

sabrinity

F

reundlich und kommunikativ – diese beiden Eigenschaften treffen perfekt auf Nils Thiele aus Winterberg zu.

Kein Wunder also, dass sich der 21-Jährige für eine Ausbildung entschieden hat, bei der ihm seine offene Art zugutekommt:

Im zweiten Lehrjahr absolviert der junge Mann eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement

bei der Paul Köster GmbH in Medebach und ist „sehr zufrieden“.

Dass er Kaufmann werden möchte, das war Nils bereits zu

Schulzeiten klar. Nach dem Fachabitur mit dem Schwerpunkt

Wirtschaft und Verwaltung wollte er aber erst einmal auf

Nummer sicher gehen und absolvierte ein freiwilliges Jahrespraktikum

bei der Paul Köster GmbH, um zu sehen, ob Kaufmann

für Büromanagement wirklich das Richtige für ihn ist.

Das Praktikum gefiel dem Winterberger so gut, dass dann

„alles seinen Lauf nahm.“ Mit dem Ausbildungsvertrag in der

Tasche startete Nils 2019 in die Arbeitswelt.

Fußball als Ausgleich

Während der dreijährigen Ausbildung durchläuft er die verschiedensten

Abteilungen: Ob Bestellungen tätigen im Einkauf,

Rechnungen schreiben in der Buchhaltung oder Angebote

verfassen im Vertrieb, langweilig wird dem freundlichen

jungen Mann bei seiner Ausbildung definitiv nicht. „Der

Beruf ist sehr abwechslungsreich. Am meisten liegen mir die

Buchhaltung und der Einkauf.“ Seine Kenntnisse aus dem

62 - WOLL Elternratgeber


Kaufmann/Kauffrau

für Büromanagement

Kaufleute für Büromanagement erledigen kaufmännische

Tätigkeiten in Bereichen wie Auftragsbearbeitung,

Beschaffung, Rechnungs wesen, Marketing und

Personalverwaltung. Die duale Ausbildung dauert

drei Jahre.

Die Arbeit findet hauptsächlich am Computer statt,

aber auch Kundenkontakt zählt zum Arbeitsalltag.

Nach der Ausbildung finden Kaufleute für Büromanagement

in den verschiedensten Branchen eine Anstellung:

in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche,

in der öffentlichen Verwaltung und auch

bei Verbänden, Organisationen und Interessenvertretungen.

Fachabi weiß er im Unternehmen sehr gut zu nutzen: „Vieles

habe ich schon in der Schule kennengelernt. Das spielt mir

definitiv in die Karten. Für mich ist es sehr spannend, die

Theorie in die Praxis umzusetzen.“ Besonders gut gefällt dem

Winterberger, dass er „voll eingebunden“ ist und viele Aufgaben

selbstständig erledigen darf. „Man merkt gar nicht, dass

man Azubi ist. Auch im Praktikum war ich schon super integriert.

Das hatte mich schon positiv überrascht“, schwärmt er.

Denn eines ist klar: „Je mehr man selber machen darf, desto

höher ist auch die Motivation“, bringt er es auf den Punkt.

Und was sollte man mitbringen, um Kaufmann/Kauffrau für

Büromanagement zu werden? „Sorgfalt, Kommunikationsstärke

und vor allem Spaß daran, am Computer zu arbeiten.“

Wie man sich am besten nach einem langen Tag im Büro auspowern

kann, weiß der Winterberger auch. Nämlich mit einer

ordentlichen Portion Sport: „Ich spiele Fußball im Verein.

Das ist wirklich gut nach acht Stunden am Schreibtisch. Man

kann sich dann einfach mal die Seele aus dem Leib rennen“,

lacht Nils Thiele.

Wie es nach der Ausbildung weitergehen soll, steht auch

schon fest: Erst einmal möchte er im Betrieb bleiben. Denn

eine einjährige Übernahme nach der Lehre ist garantiert.

„Weiterbildung ist natürlich auch ein Thema für mich. Möglich

wäre Fachkaufmann oder Betriebswirt.“ ■

WOLL Elternratgeber - 63


Julian Franke (24) blickt zufrieden

auf seine Ausbildung

zum Finanzwirt zurück

„Hinter den Zahlen

stecken Lebenssachverhalte“

Monika Loerchner

Matthias Koprek

Ausbilderin Lena Ringe und Julian Franke haben

als Finanzwirte einen krisensicheren Job.

J

ulian Franke, 24, hat beim Finanzamt Soest eine

Ausbildung zum Finanzwirt gemacht. Er besuchte

das Hubertus-Schwartz-Berufskolleg und wurde

dort über eine Jobbörse und einen Vortrag auf den Beruf

aufmerksam.

Während seiner praktischen Ausbildung im Finanzamt konnte

Julian Franke zuhause wohnen. „Ich hatte einen geregelten

Tagesablauf und Zeit für meine Freunde und Hobbys. Das

war schon toll.“ Zur theoretischen Ausbildung ging es dann

an die Landesfinanzschule nach Wuppertal, wo für die Azubis

Unterkünfte bereitstehen. „So hatte ich im Gegensatz zu

anderen Lehrlingen keine langen Fahrten“, erzählt der Werler.

„Außerdem kann man dort gegen ein geringes Entgelt in der

Kantine essen. Das ist super, weil man sich so um nichts anderes

kümmern muss und sich voll aufs Lernen konzentrieren

kann.“ Mit der Betreuung durch die Dozenten war Julian

Franke sehr zufrieden. „Wir hatten immer bis mittags Unterricht,

aber die Dozenten waren bis 16 Uhr ansprechbar und

nahmen sich viel Zeit für uns Schüler.“ Auch in den praktischen

Teilen sind die Lehrlinge bestens betreut. Ausbilder wie

Lena Ringe unterrichten angehende Finanzwirte in lokalen

Arbeitsgemeinschaften und helfen ihnen, „einen Fuß in den

Beruf zu kriegen“.

Eine gute Note in Mathe spielt übrigens, laut Julian Franke,

nur eine untergeordnete Rolle. „Viel wichtiger ist es, teamfähig

und zuverlässig zu sein und eine hohe Lern­ und Leistungsbereitschaft

mitbringen“, urteilt die Ausbilderin. Und Julian

Franke ergänzt: „Wichtig sind auch gute Deutschkenntnisse,

um die Gesetzestexte zu verstehen, die ja oft sehr kompliziert

und verklausuliert sind.“ Auch Organisationstalent und

Selbstdisziplin gehören zu den Eigenschaften, die man für

die Ausbildung mitbringen solle. Da Steuerrecht nicht immer

nur schwarz und weiß ist, gehört auch eine gewisse Entscheidungsfreudigkeit

mit zum Beruf.

64 - WOLL Elternratgeber


“Viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern”

Immer dieselben Formulare ausfüllen und nachprüfen – so

manch einer stellt sich die Arbeit eines Finanzwirtes langweilig

und dröge vor. Julian Franke widerspricht dem vehement:

„Das ist eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit mit

viel Teamwork und Kontakt zu den Bürgern! Es geht ja um

Lebenssachverhalte, die hinter den Zahlen stecken. Und die

sind immer anders.“ Diese praktische Anwendung seiner

Kenntnisse ist es, die der Finanzwirt an seinem Beruf am

meisten mag. „Und, dass er krisensicher ist.“

Da sich die Steuergesetze ständig ändern, gehört die jährliche

Fortbildungen zum Pflichtprogramm eines jeden Finanzwirtes.

Zum Glück fällt Julian Franke das Lernen leicht. Er

hat nach erfolgreicher Ausbildung noch ein Studium für die

Laufbahngruppe 2.1 (ehemals gehobener Dienst) absolviert.

„So habe ich einfach eine noch eine größere Vielfalt, was ich

machen kann.“

Welchen Rat würde er Schülern geben, die sich für diese

Ausbildung interessieren? „Am besten einfach mal an einem

Schnuppertag hier im Finanzamt vorbeischauen.“ ■

Finanzwirt/in

Die duale Ausbildung zum/r Finanzwirt/in dauert zwei

Jahre. Voraussetzung dafür ist ein mittlerer Bildungsabschluss

(Fachoberschulreife oder ein vergleichbarer

Abschluss). Während der theoretischen Ausbildung

werden die Schüler auf dem Campus der Landesfinanzschule

NRW (LFSch NRW) in Wuppertal untergebracht.

Der Einführungslehrgang dauert drei Monate,

der Zwischenlehrgang ca. zwei Monate und der schlusslehrgang ca. drei

Ab­

Monate.

Die berufspraktische Ausbildungszeit von insgesamt 16

Monaten findet in einem Finanzamt statt. Währenddessen

werden die Azubis in ihrem Lehrbezirk in Kleingruppen

betreut. Die Tätigkeit eines/r Finanzwirt/in

umfasst die Bearbeitung von Steuererklärungen, den

Einsatz in der Zahlungsabwicklung oder im Bereich

der Erbschaft­ und Schenkungsteuerbearbeitung sowie

die Arbeit als Revisor/in in den Spielcasinos des Landes

Nordrhein­Westfalen.

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Ausbildung Finanzwirt/in (m/w/d)

Ausbildungsbeginn September 2022

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Studium Diplom-Finanzwirt/in FH (m/w/d)

Studienbeginn September 2022

Wir erwarten:

Fachoberschulreife oder einen

vergleichbaren Bildungsabschluss

Wir erwarten:

Allgemeine Hochschulreife

oder Fachhochschulreife

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Wir bieten:

• eine zweijährige duale Ausbildung im

Finanzamt kombiniert mit Unterricht

an der Landesfinanzschule NRW

in Wuppertal oder Bonn

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge

von ca. 1.300,- Euro

PLUS VIDEOS

Wir bieten:

• ein dreijähriges duales Studium

an der Hochschule für Finanzen NRW

in Nordkirchen, Hamminkeln oder Herford –

mit Praxisteilen im Finanzamt

• berufliche Sicherheit

• mtl. Ausbildungsbezüge von ca. 1.350,- Euro

auch während der Studienzeiten

Erwünscht sind auch Bewerbungen von Schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen. Diese Ausschreibung wendet sich ebenfalls ausdrücklich an Menschen

mit Migrationshintergrund. Du solltest im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staats mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen.


LANDWIRTSCHAFT, NATUR UND UMWELT

Top Berufe

∙ Fachkraft Agrarservice

∙ Forstwirt/-in

∙ Florist/-in

∙ Gärtner/-in Garten und

Landschaftsbau

∙ Landwirt/-in

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Traumberuf

Landwirtin

Nora Joch kümmert sich um

Kühe, Milch - und ums Image

Britta Melgert

S. Droste

Acht Uhr morgens in Rösenbeck … rund 100 Milchkühe

machen sich, frisch gemolken und gestärkt,

auf den Weg. Den kennen sie gut, da sie ihn täglich

gehen. Aber keine von ihnen würde eilig vorpreschen,

denn eines ist klar: Es geht immer brav hinter Nora her!

Nora Joch ist eine moderne, junge Frau aus dem Sauerland, 20

Jahre alt. Ihr Beruf ist selten geworden. Sie ist Landwirtin! „Ich

bin zwar keine Bauerntochter, aber zuhause in Wiemeringhausen

war ich immer am liebsten irgendwo auf den Höfen bei

den Tieren“, erzählt sie. So wunderte man sich nicht, als sie

verkündete, dass sie nach dem 10. Schuljahr Bäuerin werden

möchte. „Na ja, anfangs hätte sich mein Vater wohl eine andere

Berufskarriere für mich gewünscht, aber meine Entscheidung

stand bereits fest“, erzählt die junge Frau.

Die Ausbildung solide – die Aufgaben umfangreich

Die Grundausbildung dauert in der Landwirtschaft drei Jahre.

Es ist dabei üblich, jährlich den Ausbildungsbetrieb zu wechseln,

um möglichst viele verschiedene Tätigkeiten kennenzulernen.

„Das gesamte Spektrum von Ackerbau bis Tierzucht kann

halt oft nicht nur auf einem einzigen Hof vermittelt werden“,

weiß sie. Und so landete sie dann irgendwann beim Rösenbe­

66 - WOLL Elternratgeber


cker Biohof Schmidt, um dort alle Aufgaben rund um die Milcherzeugung und Rinderaufzucht

zu erlernen.

Fans für Nora

Üblicherweise zieht der Azubi für diese Zeit auf den jeweiligen Bauernhof. „Der Tag

geht bei uns schließlich früh mit Stallarbeit los und zieht sich bis in den Abend“, erklärt

sie. „Ab sechs Uhr herrscht Hochbetrieb an der Melkanlage. Das Vieh bekommt sein

Futter und die Boxen müssen gesäubert werden, bevor es dann - sehr zur Freude der

Tiere - endlich raus zur Weide geht.“ Sie wissen schon, liebe Leser: Nora voran und ihre

vierbeinigen Fans brav hinterher – damals schon!

Apropos Fans: Einer auf zwei Beinen kam bald hinzu. Jungbauer Stefan Schmidt erkannte

schnell, dass da die Richtige ins Haus gekommen war. Wir gehen jetzt nicht

allzu sehr ins Detail, aber wer die beiden zusammen sieht, der weiß, dass die bekannte

RTL-Sendung das nicht besser hätte hinbekommen können. „Stimmt, es passte halt

gleich auf Anhieb“, erzählt Nora, „und auch mit den Schwiegereltern in spe klappt es

gut; ganz wichtig in einem Familienunternehmen“.

Erfahrungen sammeln in der großen,

weiten Welt – und im Sauerland

Nicht leicht gefallen ist dann jedoch der Abschied, als Nora im ersten Gesellenjahr

für sechs Monate nach Neuseeland ging. „Das war lange geplant, und es ist

nie verkehrt, mal etwas gänzlich anderes kennenzulernen. Aber diese Dimensionen!

Dort zählt man nicht die Rinder, sondern die Herden“, berichtet sie beeindruckt.

„Letztlich bin ich froh, wieder hier zu sein. Wir haben zwar auch keine Vornamen

für unsere Tiere, aber wenn Stefan beim Mittagessen erzählt, dass die Nummer 37

krank ist oder die 94 stur war, dann weiß jeder am Tisch, wovon er spricht.“

„Ein starrer Bürojob wäre nicht mein Ding“, weiß Nora. „Der Arbeitstag in der

Landwirtschaft ist zwar lang, aber abwechslungsreich. Und er lässt Freiraum, zwischendurch

beispielsweise mal shoppen zu gehen oder eine Mopedtour zu machen.

Und wenn wir abends feiern möchten, dann treffen wir hier im Ort oft auf Freunde,

die selbst morgens zeitig in den Stall müssen und unseren Rhythmus kennen.

Oder die Schwiegereltern sind so nett und übernehmen die erste Schicht“, sagt die

Jungbäuerin und schmunzelt.

Blick in die Zukunft

Nora ist sich sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, und sie bleibt am

Ball. Ab Herbst geht’s zum BWLbüffeln in die Mescheder Fachschule für Agrarwirtschaft.

Und ihre Vision für den Hof in 20 Jahren? „Auf alle Fälle weiterhin

ein offener Betrieb und die Sicherung des Tierwohles. Wir Landwirte kämpfen

für ein gutes Image. Also Leute, kommt gern her und schaut selbst, was wir

leisten und wie es unseren Tieren geht. Wir freuen uns über jeden interessierten

Besucher.“ ■

“Es ist nie verkehrt, mal etwas gänzlich

anderes kennenzulernen”

Nora Joch über ihre Zeit in Neuseeland


LAND, FORST UND GARTEN

„G

arten bedeutet nicht, ein paar Blumen

zu pflanzen und alle zwei Wochen Rasen

mähen. Garten bedeutet für uns Leben.

Leben im Freien. Garten bedeutet Familie, Freunde,

Farben, Lachen und Genuss. Zum Spielen, Feiern, Relaxen

und Erholen. Permanente Weiterentwicklung durch

Mitarbeiterschulungen und konsequente Besetzung von

Arbeitsstellen ist für uns selbstverständlich. Wir sind ein

Team aus reinen Fachkräften, das ständig an der Verbesserung

des eigenen Maschinen- und Fahrzeugparks arbeitet

und kontinuierliche Investitionen in den aktuellen

Stand der Technik durchführt“, so Firmenchef Thomas

Kramer in Olpe. Der Gartenbautechniker gründete seine

Firma im Juli 1990 in Olpe. Im Jahre 2010 hat sich die

Firma einen neuen Namen gegeben. Heute firmiert das

Unternehmen unter Kramer Garten GmbH & Co.KG.

39 Mitarbeiter in 13 Berufen

beschäftigen sich aktuell mit allen Themen rund ums Grün.

Thomas Kramer weiß um die Attraktivität seines Unternehmens

und der gesamten Branche. In den letzten Jahren hat er

registriert, dass auch zahlreiche junge Menschen ihre akademische

Ausbildung als Student aufgegeben haben und stattdessen

in den Garten- und Landschaftsbau wechselten. Jungen

Naturliebhabern kommt er offen entgegen: „Du bist ein intelligenter

junger Mensch, hast dich ausreichend über den Beruf

des Landschaftsgärtners informiert, ein Praktikum absolviert

und erkannt, dass dieser Beruf genau der richtige für dich ist?

Kramer Team: Die schon legendären Azubi-Taufen bilden einen Höhepunkt im

Arbeitsjahr beim Garten- und Landschaftsbau- Unternehmen Kramer in Olpe

Werner Riedel

Dann brauchst du jetzt nur noch den richtigen Ausbildungsbetrieb.

Wo man sich mit gleichgesinnten Azubis austauschen

kann, wo man gefördert wird und wo es Spaß macht zu arbeiten.

Du brauchst einen Betrieb mit moderner Technik und

Maschinen für jeden Einsatz, statt tagelang nur mit der Schubkarre

zu fahren. Du brauchst permanent feste Ansprechpartner

und Meister, die dir Antworten auf deine Fragen liefern. Du

brauchst einen Betrieb, wo das Betriebsklima gut ist und wo

der Mensch im Mittelpunkt steht.“

Jonas Fick (16):

„Ich habe mich für Kramer Garten entschieden, weil ich schon

beim Praktikum gemerkt habe, dass Kramer ein Betrieb ist,

der sehr viel Wert auf seine Mitarbeiter legt. Auch die Auszubildenden

sind sehr hoch angesehen und es wird alles dafür gegeben,

einen guten Landschaftsgärtner aus ihnen zu machen.

Außerdem waren es die freundlichen Mitarbeiter, die einen

großen Anteil zu meiner Entscheidung beigetragen haben.“

Constantin Brensing (19):

„Ich habe mich für Kramer Garten entscheiden, weil der erste

Eindruck zählt. Schon beim ersten Gespräch war mir klar, hier

möchte ich hin. Die Ausbildung des Landschaftsgärtners ist

hier überdurchschnittlich gut. Zusätzlich werden wir Auszubildende

durch weitere Unterrichtseinheiten wie dem Azubiunterricht

fachlich, aber auch privat gefördert. Das Team ist

hilfsbereit und unterstützt jeden.“ ■

68 - WOLL Elternratgeber


Advertorial

Rechts Michael Schütte, Produktmanager Johanna Siebert Rechts Simon Schulte, Key Account Manager

Professionelle Technik für perfekte

Landschaftspflege und Jobs mit Perspektiven

Im Markt der Landschaftspflege zählt die Sauerländer Firma

VOGT GmbH & Co. KG aus Schmallenberg­Felbecke

zu den führenden Unternehmen in Deutschland. Der

1926 gegründete Familienbetrieb hat sich zu einem dynamischen

Handelsunternehmen mit innovativer Technik

und internationalen Partnern entwickelt. Am Stammsitz

in Felbecke, Standort Süd mit großer Ausstellungshalle in

Untermünkheim sowie zwei weiteren Vertriebsstützpunkten

in Güstrow und Stadtroda sind

insgesamt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt.

Wichtiger Grundstein für die Entwicklung

ist die Aus­ und Weiterbildung.

Alle Auszubildenden der vergangenen

20 Jahre wurden übernommen und sind

in der Konstruktion, im Vertrieb oder im

Service tätig. Geschäftsführer Andre Vogt

setzt für den Fachkräftebedarf auf dieses bewährte

Ausbildungskonzept mit langfristigen

Karriereperspektiven: „Wir bilden alle

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, wir behalten sie im

Unternehmen und entwickeln sie individuell weiter.“ Von

den Auszubildenden bei VOGT stellen sich stellvertretend

vier junge Sauerländerinnen und Sauerländer vor.

Duale Weiterbildung

Simon Schulte war nach der Ausbildung mehrere Monate

im Ausland tätig und hat sich danach für eine duale

Weiterbildung entschieden. Neben der Tätigkeit im Vertriebsinnendienst

absolviert Simon ein Wirtschaftsingenieur­Studium

und strebt eine Position im Key­Account­

Vertrieb an.

Digitale Kompetenz

Mit der Digitalisierung in Handel und Vertrieb beschäftigt

sich Michael Schütte in seinem Studium, zuvor hat er eine

Andy Schütte, Außendienst

Ausbildung zum Groß­ und Einzelhandelskaufmann abgeschlossen.

Zurzeit schreibt er seine Abschlussarbeit und

wird danach als Produktmanager die wichtige Schnittstelle

zwischen Marketing und Vertrieb betreuen.

Firmeninterne Qualifizierung

Neben der der externen Aus­ und Weiterbildung legt

VOGT großen Wert auf eigene Maßnahmen.

Durch Schulungen bereitet sich Johanna Siebert

im letzten Ausbildungsjahr auf eine

Stelle im Controlling vor.

Bundesweite Aufgaben

Dank der vielen Kunden ergeben sich

im Vertrieb und Service interessante

Aufgaben. Andreas Schütte ist seit seiner

Ausbildung als Außendienst­Mitarbeiter

mit Dienstfahrzeug und Vorführmaschinen

auf dem Anhänger unterwegs. So kann

er interessierte Kunden von den Vorzügen

der VOGT­Produkte überzeugen.

Bei Interesse an einer Ausbildung oder Karriereperspektiven

bei VOGT steht Aline Urban für Fragen und Informationen

per Mail (a.urban@vogtgmbh.com) oder telefonisch

unter 0 29 72 ­ 97 62 800 gerne zur Verfügung.

VOGT GmbH & Co. KG

Alte Straße 3 · 57392 Schmallenberg­Felbecke

02972 9762­0 · info@vogtgmbh.com

www.vogtgmbh.com

WOLL Elternratgeber - 69


METALL UND MASCHINENBAU

Top Berufe

∙ Feinwerkmechaniker/-in

∙ Industriemechaniker/-in

∙ Maschinen- und

Anlagenführer/-in

∙ Metallbauer/-in

- Konstruktionstechnik

- Metallgestaltung

∙ Stanz- und Umformmechaniker/-in

∙ Technische/r

Produktgestalter/-in

∙ Verfahrenstechnologe/-in

∙ Werkzeugmechaniker/-in

∙ Zerspanungsmechaniker/-in

Dieses Berufsfeld

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Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

Planung, Konstruktion und Fertigung

von Bauteilen mit modernster Lasertechnik

Werner Riedel

Robert Lippold und Valer Baltat sind die Geschäftsführenden Gesellschafter der Firma SLT Sauerland Laser

Technik GmbH, die sich im Industriegebiet in Würdinghausen befinden. Das Vorgängerunternehmen V-I-A

Lasertec wurde 2013 an die SLT übergeben. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter. Gegenstand

der Firma ist die Planung, Konstruktion und Fertigung von Bauteilen für die unterschiedlichsten Branchen mithilfe

modernster Lasertechnik. Dafür wurden in den letzten acht Jahren elf (Laser-)Anlagen für die unterschiedlichsten

Fertigungsbereiche angeschafft. SLT Lasertec verfügt über eine Ladehalle mit circa 500 Quadratmetern und eine Produktionshalle

von 720 Quadratmetern.

70 - WOLL Elternratgeber


Die Auszubildende Jana Wagener

mit ihren Chefs Robert Lippold

und Valer Baltat.

Jana Wagener (20, aus Lennestadt): Ausbildung statt Studium

Lippold: „Mit unserer Schneid- und Schweißtechnologie bedienen

wir unter anderem folgende Branchen: Automobilindustrie

(60 Prozent Umsatz), Werkzeugbau/Prototypenbau (17

Prozent), Heizung/Klimatechnik (15 Prozent) und Maschinen/Anlagenbau

(acht Prozent). Unsere Tätigkeitsfelder sind:

2D / 3D-Laserschweißen, Laser Rohr- und Profilbearbeitung,

3D-CAD-Konstruktion (Catia), CAD/CAM-Anbindung,

CNC-Messen, Vorrichtungs- und Musterbau, Fertigung von

Prototypen/Mustern, Vorserien und Kleinserien.“ Baltat: „Verarbeitet

werden die Materialien Stahl, CrNi-Stähle – auch

einseitig foliert, Aluminium, Messing sowie Titan.“ Das Laserstahlschneiden

ermöglichen hohe Prozessgeschwindigkeiten,

geringe Schnittspalten, hohe Kantenqualitäten und trennen

der Werkstoffe. Baltat weiter: „Unsere flexiblen 5-Achs Laseranlagen

mit Leistungen bis fünf Kilowatt ermöglichen die

Bearbeitung fast jeder dreidimensionalen Geometrie. Zudem

bieten wir Dienstleistungen an wie die Transportübernahme.“

Ich bin über einen Ferienjob in die Firma gekommen. Mit

dem langfristigen Ziel, später zu studieren. Mir ist relativ

schnell bewusst geworden, dass mir das Arbeiten hier Spaß

macht. Die praktische Arbeit und der Vorteil, schließlich das

fertige Werkstück in Händen zu halten, war für mich entscheidend,

diese Ausbildung einem Studium vorzuziehen. Obwohl

es bis dahin nicht das Berufsfeld war, was ich in Aussicht

hatte, hat mich vor allem auch das freundliche Betriebsklima

dazu bewogen, mich für diese Ausbildung zu bewerben.

Besonders schön ist es, einen Einblick in die verschiedenen

Arbeitsgänge zu bekommen, und so den gesamten Produktionsprozess

von der Planung bis hin zu Fertigstellung verfolgen

zu können. Die tägliche Arbeit bringt viel Abwechslung

mit sich. Als Azubi kann ich meist bei auftretenden Problemen

nach eigenen Lösungen suchen. Im Zweifelsfall steht mir

mein Ausbilder aber mit Rat und Tat zur Seite. Kleinere Projekte

kann ich von der Konstruktion über das Einstellen der

Laseranlage bis hin zur Fertigung eigenhändig ausführen. ■

WOLL Elternratgeber - 71


Alle Standorte und Ansprechpartner findest

Du in unserer Ausbildungsbroschüre.

Wir freuen uns über Deine Bewerbung an:

Liane Scheele · Tel. 02761 9265-20

liane.scheele@gfo-online.de

72 - WOLL Elternratgeber


WOLL Elternratgeber - 73


PRODUKTION UND FERTIGUNG

Top Berufe

∙ Bäcker/-in

∙ Brauer/-in und Mälzer/-in

∙ Chemikant/-in

∙ Fleischer/-in

∙ Konditor/-in

∙ Holzbearbeitungsmechaniker/-in

∙ Holzmechaniker/-in

∙ Produktionstechnologe/-in

∙ Medientechnologe/-in

∙ Packmitteltechnologe/-in

∙ Papiertechnologe/-in

∙ Verfahrensmechaniker/-in

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TRADITIONELLE BACKKUNST

Werner Riedel

T

raditionelle

Backkunst mit viel Liebe zum Produkt – das ist einer der Grundsätze der alteingesessenen Bäckerei

Tröster. Seit über 45 Jahren ein fester Bestandteil in unserer Region, ist das Unternehmen mit seinen

mittlerweile 16 Filialen auch als Ausbildungsbetrieb nicht mehr wegzudenken.

Seit der Gründung im Jahr 1974 ist es Josef und Jörg Tröster ein Anliegen, jungen Menschen eine Ausbildung in ihrem

Unternehmen zu ermöglichen. Sie sehen es nicht nur als gesellschaftliche Verantwortung, sondern auch als Berufung, das

Wissen des Bäckerhandwerks an weitere Generationen weiterzugeben. „Sowohl in der Produktion als auch in den Filialen

– den sogenannten Back­ und Caféhäusern – nehmen ein gesundes Arbeitsklima und ein freundschaftliches Miteinander

einen hohen Stellenwert ein.“, so Jörg Tröster. Dabei stehen die Ausbildungsberufe Bäcker/in und Bäckereifachverkäufer/

in im Vordergrund. Jährlich bildet die Bäckerei einen Azubi zum Bäcker/zur Bäckerin und vier Bäckereifachverkäufer/innen

74 - WOLL Elternratgeber


Kann auf eine erfolgreiche

Ausbildung in der Bäckerei Tröster

zurückblicken: Violeta Jefkaj

und ihr Chef Jörg Tröster.

aus. Die schulische Komponente der Ausbildung absolvieren

die Azubis an der Berufsschule in Siegen, zudem besteht eine

enge Zusammenarbeit mit der Bäckerfachschule Olpe, wo

zum Beispiel die überbetriebliche Unterweisung und Fortbildungen

durchgeführt werden.

Besonderen Wert legen Trösters auf die langfristige Bindung

der Mitarbeiter ans Unternehmen. Aus dieser Philosophie heraus

ergeben sich für die Auszubildenden hohe Chancen auf

eine Übernahme sowie eine langfristige Beschäftigung in der

Bäckerei.

Portrait Violeta Jefkaj

Auf dem klassischen Weg der Ausbildung zur Fachverkäuferin

im Nahrungsmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei kam

auch Violeta Jefkaj im August 2016 in das Unternehmen. Ihre

Ausbildungszeit absolvierte sie in der Filiale „T-Haus“ in Attendorn.

Im Juli 2019 absolvierte sie erfolgreich ihre Abschlussprüfung

und wurde daraufhin in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis

übernommen. Violeta bildet sich auch nach ihrer

Ausbildung regelmäßig weiter und hat verschiedene Schulungen

besucht. Ein erfahrener Barista hat ihr die Tricks rund um

den Kaffee beigebracht und sie schult jetzt das Personal an der

Siebträgermaschine für den perfekten Latte Macchiato.

Mittlerweile leitet Violeta die Filiale, in der sie ausgebildet

wurde. Jörg Tröster: „Wir bilden nicht nur Verkäuferinnen

und Verkäufer aus, auch Bäcker/in haben eine gute Zukunft

in unserem Familienunternehmen und einen sicheren Arbeitsplatz.“


WOLL Elternratgeber - 75


GASTRONOMIE UND DIENSTLEISTUNG

Top Berufe

∙ Drogist/-in

∙ Fachkraft im Gastgewerbe

∙ Friseur/-in

∙ Hauswirtschafter/-in

∙ Hotelfachmann/-frau

∙ Koch/Köchin

∙ Restaurantfac hmann/-frau

∙ Sport- und

Fitnesskaufmann/-frau

∙ Tourismuskauf -

mann/-frau

∙ Veranstaltungskaufmann/-frau

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WERTSCHÄTZUNG UND AUSBILDUNG AUF HOHEM NIVEAU

Hotel- und Gaststättengewerbe kämpft mit Nachwuchsproblemen:

Gasthof Schütte mit Erfolgsrezept

Paul Senske

S. Droste

Das Azubi-Car des Hotels steht allen Auszubildenden zur Verfügung. Darüber freuen sich Marie,

die im Sommer ihre Prüfung zur Hotelfachfrau absolviert, und Karl Anton Schütte.

76 - WOLL Elternratgeber


Das Hotel- und Gaststättengewerbe gilt als

starkes Stück Wirtschaft mit bestem Service

und hochwertigen Produkten, hat allerdings

mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Ungünstige

Arbeitszeiten, geringe Vereinbarkeit von Beruf und

Privatleben, Stress: So lauten einige (Vor-)Urteile, die

viele Jugendliche abschrecken. Karl Anton Schütte ist

heute Hotelier, Gas tronom sowie gelernter Koch aus

Leidenschaft und weiß, dass die Lage für seine Branche

„insgesamt schwierig“ ist. Er ist Inhaber des Landhotels

Gasthof Schütte in Schmallenberg-Oberkirchen und beschäftigt

elf Auszubildende bei insgesamt 75 Mitarbeitern.

Ausbildung auf hohem Niveau, die Berufe und

die Mitarbeiter wertschätzen“, so lautet sein Erfolgsrezept.

„Das Gewerbe muss mit den Vorurteilen aufräumen.“

Schütte hat alle Arbeitsplätze in seinem Vier­Sterne­Hotel

und im Restaurant, das mit dem „Bib Gourmand“ (Michelin­Qualitätslabel

für sorgfältig zubereitete Speisen, die zu

einem besonders guten Preis­Leistungsverhältnis angeboten

werden) ausgezeichnet ist, besetzt. Vier der elf Auszubildenden

lernen den Kochberuf, einer wird Restaurantfachmann

und sechs Hotelfachmann/frau. Schütte kennt die Vorbehalte,

die die Arbeitszeiten der Branche betreffen und verweist

dabei auf sein Modell: Der Betrieb ist sieben Tage

in der Woche geöffnet, jede/r der 75 Mitarbeiter/innen hat

eine Fünf­Tage­Woche, gearbeitet wird in zwei Schichten,

ein Arbeitsplatz ist mit drei Personen besetzt. „Die Dienstzeiten

sind flexibel, auf persönliche Wünsche nehmen wir

Rücksicht. Berufsschultage sind zudem Arbeitstage. Das

gilt auch für die anderen Betriebe der Region.“ Wenn der

gelernte Koch über seinen Beruf spricht, dann öffnet sich

sein Herz, er räumt dabei mit weiteren Vorurteilen und

Erwartungen auf: „Kochen auf hohem Niveau ist ein sehr

schöner und kreativer Beruf mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten.

Handarbeit und Geschicklichkeit sind aber die

Basis“, sagt Schütte.

„Die TV­Kochsendungen mit bereits geschälten Kartoffeln

oder geschnittenen Zwiebeln und einem Gläschen Sekt zwischendurch

entsprechen nicht der Küchen­Realität, es sind

Zerrbilder. Kochen ist Handwerk, ein anspruchsvoller Beruf

mit hoher Leistungsbereitschaft, der aber Spaß macht.“ Falsche

Vorstellungen vom Koch­Beruf ließen manchen Azubi

die Ausbildung abbrechen. Von großer Bedeutung sei auch

die Bereitschaft „zu dienen und den Beruf wertzuschätzen.

Es sind Dienstleistungen, die wir erbringen. Die Menschen

schätzen es sehr, wenn sie bedient werden.“ Daher sei es

wichtig, dass die Mitarbeiter/innen gute Menschenkenntnisse

haben und anpassungsfähig seien. „Sie erhalten von

den Kunden eine direkte Beurteilung ihrer Leistung. Sie

müssen erkennen, wo der Gast mit seinen Gefühlen ist und

ihn abholen. Das gilt auch fürs Service­Personal.“

Nicht von ungefähr, so Schütte, stammt das Wort „Restaurant“

etymologisch vom lateinischen Verb „restaurare“

(wiederherstellen, erneuern) bzw. später vom französischen

„restaurer“ (sich stärken, etwas zu essen geben) ab.

Für Schütte, einen der Initiatoren der erfolgreichen Hotel­

Kooperation „Die Sterne des Sauerlandes“, sind eine profunde

Ausbildung und die Wertschätzung der Azubis von

überragender Bedeutung, eben der Schlüssel. Neben der

Ausbildung im eigenen Betrieb können seine Auszubildenden

mit Abitur und Fachhochschulreife ihre Ausbildung

(Koch/Köchin und Restaurantfachmann/frau) nach dem

sogenannten FHG­Modell mit drei Abschlüssen in der För­

Die Sterne im Sauerland

Es sind „Leuchttürme“ der gehobenen Hotel­Gastronomie

mit vier und fünf Sternen,

die bezeichnenderweise unter der Dachmarke

„Die Sterne im Sauerland“ kooperieren und

gemeinsame Ziele verfolgen. Es ist eine

Zusammenarbeit für die Region Sauerland,

für die Stärkung der einzelnen Betriebe, um

im umkämpften Markt besser wahrgenommen

zu werden und sich besser zu positionieren.

Alle Betriebe sind familiengeführt. Sie

zeichnet ein hoher Qualitätsanspruch und

­standard aus. Die Hotels: Romantik­ &

Wellnesshotel Deimann, Landhotel Gasthof

Schütte, Hotel Waldhaus Ohlenbach,

Hotel Jagdhaus Wiese, Hotel Rimberg (alle

Schmallenberg), Diedrich Wellnesshotel

& Spa (Hallenberg), Romantik Landhotel

Knippschild (Rüthen­Kallenhardt), Hotel

Platte (Attendorn).

WOLL Elternratgeber - 77


derschule in Bad Überkingen (bei Stuttgart) absolvieren, wie

sein zweitältester Sohn Carl, der im Sommer nach der Koch­

Lehre noch eine Ausbildung als Landwirt beginnen will. Der

FHG e. V. versteht sich als der Förderer der in der Hotellerie

und Gastronomie Beschäftigten und Auszubildenden. Schüttes

ältester Sohn Nils ist angehender Restaurantfachmann im

dritten Lehrjahr, der Jüngste im Bunde, Jakob, startet im August

die Kochausbildung. Noch unentschlossen ist Lioba, die

14­jährige Tochter. „Wir haben die Jungs bei der Berufswahl

nicht beeinflusst, sie haben alle selbst entschieden.“ Schütte

selbst musste als Kind im Karneval immer als Koch auftreten,

so wollten es jedenfalls die Eltern …

Was die weitere Wertschätzung der Ausbildenden betrifft, so

richtet Schütte in der Pandemiezeit einmal pro Woche einen

Schulungs­Nachmittag aus. Es werden Themen behandelt,

die in der Berufsschule zu kurz kommen. „Sie kommen gerne

zur Schulung.“ Zudem wird für die Mobilität gesorgt. Das

„Azubi­Car“ steht auch zur privaten Nutzung bereit.

„Top-Ausbildungsbetrieb“ DEHOGA-Initiative

Beteiligen will sich Schütte – wie weitere Sauerländer Betriebe

– an der Initiative des Deutschen Hotel­ und Gaststättenverbandes

(DEHOGA) „Top­Ausbildungsbetrieb“. Es

ist ein Qualitätssiegel mit zwölf Leitsätzen. „Wir achten auf

die Balance von Arbeit und Privatleben“, „Wir wertschätzen

die Persönlichkeit der/s Auszubildenden“, „Das Arbeitsklima

ist geprägt von Weltoffenheit, Fairness, Toleranz und Respekt“

oder „Ausbildung auf fachlich und menschlich hohem

Niveau“ lauten vier wesentliche Leitsätze. Kernelement im

Zertifizierungsprozess ist die aktive Einbindung der Auszubildenden:

Sie müssen die Einhaltung der Leitsätze in den Betrieben

bestätigen. ■


„TV-Kochsendungen vermitteln

Zerrbilder“ - Karl Anton Schütte

MACH NICHT „IRGENDWAS MIT MEDIEN“.

MACH WAS MIT ZUKUNFT.

Schon seit Jahrzehnten könnt Ihr bei uns eine Ausbildung absolvieren.

Für jedes Ausbildungsjahr vergeben wir mehrere Lehrstellen

zur Restaurantfachfrau & zum Restaurantfachmann

Bewerbungen nehmen wir gerne und im ganzen Jahr entgegen. Noch

lieber ist es uns, wenn wir uns bei einem Praktikum kennen lernen. So

wird schon im Voraus klar, ob wir zusammenpassen und zweieinhalb oder

auch drei Lehrjahre erfolgreich zusammen verbringen werden.

Bewerbungen sendest Du bitte an Herrn Karl Anton Schütte,

info@gasthof-schuette.de oder an:

Landhotel Gasthof Schütte | Eggeweg 2 | 57392 Schmallenberg-Oberkirchen

Telefon 02975 82-0 | www.gasthof-schuette.de | /GasthofSchuette

DAS SAUERLAND

IST BESONDERS

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78 - WOLL Elternratgeber


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Jahr bis zu 15 neue

Ausbildungsplätze

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NATURWISSENSCHAFT UND LABOR

Top Berufe

∙ Baustoffprüfer/-in

∙ Chemielaborant/-in

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Konzentration im Labor

80 - WOLL Elternratgeber

Das Berufskolleg Olsberg stellt

die Weichen für eine erfolgreiche

Karriere in der Wissenschaft

Die Forscher und

Entdecker von morgen

Anne von Heydebrand

S. Droste


Schutzbrille, Handschuhe, wei ßer Kittel – in den

Ausbildungslaboren des Berufskollegs Olsberg arbeiten

die angehenden Biologisch-technischen Assistenten

(kurz: BTA) konzentriert mit Gefahrenstoffen

wie ätzenden Säuren oder Laugen. Jeder falsche Schritt

kann schwerwiegende Folgen haben. Doch die Schülerinnen

und Schüler wissen genau, was sie tun. Aber Gefahrenstoffe

und Säuren – sind wir aus Versehen bei den

Chemikern gelandet?

„Unsere Biologieschüler müssen sich auch in der Chemie

auskennen und absolvieren zunächst auch ein Chemiepraktikum“,

erklärt Dr. Bernd Wilmers, der mit seinen Kollegen

für die Ausbildung der BTA am Berufskolleg Olsberg verantwortlich

ist. Aktuell absolvieren hier rund 120 junge Menschen

diese Ausbildung und haben sich damit für einen Beruf

mit idealen Karrierechancen entschieden.

Zertifizierung werden Teile der Ausbildung an den Hochschulen

direkt anerkannt. Die Absolventen haben dank dieses

„Diploma Supplement“ die Möglichkeit, ihr Studium um bis

zu ein Jahr zu verkürzen oder es auf den Numerus Clausus

anrechnen zu lassen. Viele Studierende ergattern, auch dank

der fundierten Ausbildung am Berufskolleg, direkt einen begehrten

Job als studentische Hilfskraft ihre Universität.

Im Labor nebenan untersuchen die angehenden BTA unterdessen

die Wirkung von Antibiotika an einer mit Bakterien

infizierten Milchprobe. Sie sollen untersuchen, ob bereits Resistenzen

vorhanden sind. Ein extrem wichtiges Aufgabenfeld

in unserer heutigen Zeit. Sterilität ist oberstes Gebot. Und das

haben die Schüler bereits verinnerlicht – auch im Privatleben.

„Wenn man einmal weiß, wie viele Bakterien überall lauern

können, wäscht man sich automatisch öfter die Hände“, versichern

sie lachend. ■

„Die Berufsaussichten sind so

gut wie lange nicht mehr“

„Aktuell herrscht eine riesige Nachfrage an Fachkräften. Die

Berufsaussichten sind so gut wie lange nicht mehr“, bestätigt

Dr. Bernd Wilmers. Und dafür müssen die Absolventen später

noch nicht einmal das Sauerland verlassen. „Viele unserer

Ehemaligen arbeiten mittlerweile am Fraunhofer Institut in

Grafschaft. Aber auch in den Brauereien in der Umgebung,

bei Saatgutherstellern, in der Nahrungsmittelindustrie oder

beim Chemischen­ und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen“,

erklärt Wilmers. Die breite Aufstellung der Ausbildung

erleichtert den Berufseinstieg.

Damit die BTA immer bestmöglich auf den Berufsalltag ausgebildet

sind, werfen Dr. Bernd Wilmers und seine Kollegen

regelmäßig einen Blick in die aktuellen Stellenausschreibungen

der Unternehmen und passen auch ihren Lehrplan dementsprechend

an. Derzeit stehen vor allem Molekular­, Zellund

Mikrobiologie im Vordergrund der Ausbildung.

Im Studium direkt voll durchstarten

Doch nicht immer zieht es die Absolventen direkt ins Berufsleben.

Etwa die Hälfte der BTA beginnen nach der Ausbildung

ein Studium. Zum Beispiel in der Biologie, Humanoder

Veterinärmedizin. Für Abiturienten, die sich für eine

Ausbildung zur BTA entscheiden, bietet das Berufskolleg

Olsberg eine besondere Möglichkeit. Dank einer speziellen

Biologisch-technische

Assistenten

Das Berufskolleg Olsberg bietet in der Fachrichtung BTA

je nach Abschluss einen dreijährigen oder einen zweijährigen

Bildungsgang für Schüler mit Abitur an. In dem

dreijährigen Bildungsgang ist es möglich, eine Doppelqualifikation

zu errei chen: einen Berufsabschluss als BTA

und gleichzeitig die Fachhochschulreife. Die Ausbildung

schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die Klausuren,

eine mündliche Prüfung und eine praktische Prüfung inhaltet.

be­

Weitere Informationen unter:

www.berufskolleg­olsberg.de

WOLL Elternratgeber - 81


KUNST, GESTALTUNG, MEDIEN

Top Berufe

∙ Gestalter/-in für visuelles Marketing

∙ Mediengestalter

- Digital und Print

- Gestaltung und Technik

∙ Raumausstatter/-in

∙ Schilder- & Licht reklamehersteller/-in

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FOTO, FILM

UND NOCH

VIEL MEHR ...

Filipa Fernandes de Almeida

und Tom Krippendorf

Werner Riedel

Auf den Kommunikationswegen im Rahmen von B2B (Business-to-Business) und B2C (Business-to-Consumer)

berät die FACT-Werbeagentur seit über 30 Jahren Kunden aus den Bereichen Industrie und Handwerk, Handel

und Dienstleistung sowie soziale und öffentliche Einrichtungen. Die Leistungen erstrecken sich über die

Bereiche Foto und Film, Online-Marketing und Online-Service sowie die klassische Werbung. Ein eigenes Fotostudio

mit über 280 Quadratmetern und die Verwaltung befinden sich in Altenhundem. „Zwölf Mitarbeiter arbeiten im

Bereich spezielle Medien oder crossmediale Lösungen“, so Geschäftsführer Hubert von Berg. Seit 30 Jahren hat das

Geschwister-Unternehmen Foto Gehrig ein professionelles Fotostudio aufgebaut. Heute bietet das Fotografen-Team

aus fünf Mitarbeitern Foto- und Filmaufnahmen für Firmenpräsentationen, Sach- und Werbeaufnahmen für Produktkataloge

und 360 Grad Filmaufnahmen für bewegte Produktpräsentationen an. Für Open-Air stehen Drohnen

für Foto- und Filmaufnahmen bereit. G.

82 - WOLL Elternratgeber


Pia Schütte (23), Auszubildende, 2. Lehrjahr:

Durch unser Studio liegt mein Schwerpunkt der

Ausbildung in dem Bereich Portraitfotografie.

Das kreative, kommunikative und abwechslungsreiche

Zusammenarbeiten mit unseren

Kunden ist das, was diesen Beruf für

mich ausmacht. Ich lerne hier das Fotografieren

von der Pike auf, den Bildaufbau

und Komposition und die digitale Bildbearbeitung.

Durch die Zusammenarbeit

mit FACT habe ich zudem die Möglichkeit,

meine Fähigkeiten in der Produkt- und Werbefotografie

auszubauen.

Tom Krippendorf, 2. Ausbildungsjahr:

Ich habe durch FACT die Möglichkeit bekommen,

meine Leidenschaft für die Fotografie

zum Beruf zu machen. Aufgrund meiner zuvor

erworbenen fotografischen Kenntnisse

konnte ich direkt ins 2. Ausbildungsjahr

starten. Das Filmen und Schneiden sowie

das Animieren von Videos und Imagefilmen

ergänzen meine Aufgaben. Eigene

Ideen werden entweder dem Kunden präsentiert

oder auf unseren Social Media Konten

veröffentlicht. Durch eine umfassende Ausbildung,

größtenteils in Betrieb und Schule habe ich

sicherlich gute Chancen, sowohl hier im Betrieb als auch dem

Arbeitsmarkt.

Cedric Hebbeker (21), Auszubildender im 1. Lehrjahr:

Der Schwerpunkt meiner Ausbildung liegt im Bereich

der Portrait- und People-Fotografie. Seit Tag eins

habe ich durch Foto Gehrig die Möglichkeit

erhalten, mich kreativ und gestalterisch

einzubringen und mich so stetig weiterzuentwickeln.

Zu meinen Aufgaben zählen

zudem das Bearbeiten von Fotos und das

Rahmen von Bildern. Besonders positiv

empfinde ich den Kontakt mit vielen Menschen.

Pia Schütte Filipa Fernandes de Almeida, 1. Lehrjahr:

Ich habe mich für die Ausbildung zur Fotografin

entschieden, da es ein sehr kreativer Beruf ist und man seine

Ideen verwirklichen kann. Ich durfte schon früh

verantwortungsvolle Aufträge übernehmen,

weil das Vertrauen in meine Fähigkeiten vorhanden

war. Außerdem haben wir außer

der Fotografie noch den Videodreh, was

auch sehr herausfordernd und interessant

ist. Als Schwerpunkt haben wir die Industrie-Fotografie.

Jedoch habe ich bei FACT

noch die Möglichkeit, im Videoschnitt sowie

Composing tätig zu sein.

Cedrik Hebbeker

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WOLL Elternratgeber - 83


VERKEHR, TECHNIK UND LOGISTIK

Top Berufe

∙ Berufskraftfahrer/-in

∙ KFZ-Mechatroniker/-in

∙ Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in

∙ Fachkraft für Lagerlogistik

∙ Fachlagerist

∙ Kaufmann/-frau für

Spedition und Logistikdienstleistungen

Dieses Berufsfeld

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Diesel

im Blut

Hermann-J. Hoffe

Oliver Placke, Auszubildender zum Berufskraftfahrer,

20 Jahre aus Bamenohl, 2. Ausbildungsjahr

Oliver hat sich schon als kleiner Junge für große Autos beziehungsweise LKWs interessiert. Einmal wurde er bei einem

Spaziergang mit seinem Vater von einem Langholzfahrer eingeladen ein Stück des Weges im Langholzwagen vorne

in der Kabine mitzufahren. Nach anfänglicher Skepsis wurde dies ein unvergessliches Erlebnis, dass er bis heute immer

noch in schöner Erinnerung hat: „Irgendwie gab es schon immer den Traum so einen großen Lastkraftwagen zu fahren.“

84 - WOLL Elternratgeber


Zunächst hat Oliver nach dem Schulabschluss eine Ausbildung

als Landwirt begonnen. Dort war auch das Fahren

von großen Traktoren und Maschinen der besondere Reiz.

Die anderen Tätigkeiten eines Landwirtes haben ihm dann

aber nicht so zugesagt und er hat sich nach einer anderen

Ausbildung umgeschaut.

Ein Freund hat ihn auf die HUFNAGEL SERVICE GMBH

hingewiesen. Aus seinem Bekanntenkreis arbeiteten schon

einige Freunde bei HUFNAGEL. „Die Firma hatte einen

guten Ruf und dann habe ich da mal angerufen und mich

beworben.“ Das mittelständische Familienunternehmen

kümmert sich seit vielen Jahren mit Begeisterung um alle

Aufgabenstellungen rund um das Thema Abfall. Nicht nur

im Sauerland, auch vielfältige überregionale Aufgaben im

gesamten Bundesgebiet und im benachbarten Ausland werden

übernommen.

Oliver ist LKW-Fahrer mit Leidenschaft. Er ist stolz auf den

Beruf und auch darauf, dass er im 2. Ausbildungsjahr schon

auf einem großen Fahrzeug eigene Touren ins Ruhrgebiet

und zu den Kunden im Sauerland fahren darf. Und in Bamenohl,

dort wo Oliver wohnt, ist der lange HUFNAGEL-

LKW, nach Feierabend häufig am Straßenrand zu sehen.

Berufskraftfahrer/in

Berufskraftfahrer/in ist ein anerkannter 3-jähriger Ausbildungsberuf

im Güterverkehr und in der Personenbeförderung.

Sie transportieren Güter mit Lkws aller Art. Im Personenverkehr

führen sie Linien- bzw. Reisebusse. Vor dem

Fahrtantritt führen sie eine Übernahme- und Abfahrtskontrolle

am Fahrzeug durch. Dabei überprüfen sie beispielsweise

die Räder, den Motor und die Funktionsfähigkeit der

Bremsanlagen. Anschließend nehmen sie das Transportgut

oder das Gepäck der Fahrgäste an. Sie sorgen für die gleichmäßige

Gewichtsverteilung, Sicherung der Ladung und

kontrollieren die mitzuführenden Papiere und die je nach

Fracht erforderliche Beschilderung des Fahrzeugs. ■

Der Auszubildende lernt das Führen und Bedienen moderner

Entsorgungsfahrzeuge, die Pflege und Wartung des

Fahrzeuges aber auch den Umgang mit modernen Kommunikationstechniken.

Die Voraussetzungen? Ein erfolgreicher

Hauptschulabschluss wäre schön, ist aber keine Pflicht, ein

ordentliches Maß an Flexibilität, Teamfähigkeit und Engagement.

„Ich hatte schon immer Interesse an den Fahrzeugen

und moderner Technik“, erzählt der 20-Jährige.

Der HUFNAGEL SERVICE GMBH liegt sehr am Herzen,

jungen Menschen den Einstieg in das Berufsleben zu

ermöglichen. Die Erfahrung der Älteren wird im Team mit

der Dynamik der Jungen kombiniert. Derzeit beschäftigt

das Unternehmen 15 Auszubildende in den Berufen Industriekaufmann-/frau

und Berufskraftfahrer-/innen. Darunter

befinden sich aktuell vier junge Frauen. Besonders

stolz sind sie, dass auch zwei weibliche Auszubildende zur

Berufskraftfahrerin ausgebildet werden. „Hier tun wir sehr

viel“, sagt Marc Hufnagel, Geschäftsführer der HUFNA­

GEL SERVICE GMBH. Die Berufskraftfahrer bilden die

größte Facharbeitergruppe des Unternehmens, sie sind Repräsentanten

vor Ort bei den Kunden.

KARRIERE BEI HUFNAGEL

WIR DENKEN

HEUTE SCHON AN

ÜBERMORGEN.

Für das Ausbildungsjahr 2021 suchen wir mehrere

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Alle Informationen und deine Vorraussetzungen für die Stelle findest du auf:

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WOLL Elternratgeber - 85


SOZIALES UND PÄDAGOGIK

Top Berufe

∙ Erzieher/in.

∙ Erzieher/in - Jugendund

Heimerziehung.

∙ Fachlehrer/in - musisch -

technische Fächer.

∙ Förderlehrer/in.

∙ Sozialpädagogische/r Assistent/in

/ Kinderpfleger/in.

∙ Sportlehrer/in.

Dieses Berufsfeld

erkunden auf

karriere-hier.de

Firmenportraits und

Ausbildungsangebote

aus der Region auf

www.imsauerland.de

Viviane Fleischer (20) hat mit

der Ausbildung zur Erzieherin

ihre Bestimmung gefunden

„Spielpartner

auf Augenhöhe“

Daniela Weber

Hermann-J. Hoffe

Für Viviane Fleischer ist klar: Als Erzieherin muss man

auch selber noch ein bisschen Kind sein dürfen.

86 - WOLL Elternratgeber


P

ädagogisch arbeiten und auch manchmal „selber noch

ein bisschen Kind sein dürfen“ - eine Mischung, die für Viviane

Fleischer (20) den Reiz am Beruf des Erziehers/der

Erzieherin ausmacht. Zurzeit absolviert die sympathische und

offene junge Frau ihr Anerkennungsjahr im Familienzentrum St.

Severinus Möllmicke in Wenden und eines weiß sie schon jetzt

ganz genau: „Dieser Beruf liegt mir.“

Viviane Fleischer

„Guten Morgen Kinder“ – mit einem

Strahlen im Gesicht begrüßt Viviane

die Kinder vom „Kükennest“. So heißt

die Kindergartengruppe, in der die

sympathische 20-Jährige ihr Anerkennungsjahr

absolviert. Dass der Beruf

der Erzieherin ihr Traumjob werden

sollte, das war der Wendenerin nach

der zehnten Klasse aber noch nicht

klar: „Ich wusste nicht so genau, was

ich werden möchte. Ich entschied mich

dann für das Abitur Plus. So nannten

wir dieses Modell in der Schule. Ich

habe also Voll-Abi mit den Schwerpunkten

Deutsch und Erziehungswissenschaften

gemacht und direkt im

Anschluss startete das Anerkennungsjahr“,

erklärt Viviane, für die der Gedanke

Abitur und Ausbildung zu vereinen,

„genau richtig war“.

Erste Arbeitsluft schnupperte die Wendenerin

bei vier verpflichtenden Praktika

schon während der Oberstufe.

Seit August 2020 ist sie nun voll im

Arbeitsleben angekommen und fühlt

sich dabei pudelwohl. Als Erzieherin

im Anerkennungsjahr betreut sie zusammen

mit ihrer Ausbilderin fünf

Kinder in ihrer Gruppe. Ob Brettspiele,

Spaziergänge oder Projektarbeiten,

Abwechslung wird dabei genauso groß

geschrieben wie die Bedürfnisse und

Wünsche der Kinder. Als Erzieherin

ist man aber nicht nur immer „mitten

drin im Spiel“, sondern fungiert auch

als Beobachter, um zu sehen, ob die

Kinder altersentsprechend entwickelt

sind. „Und wir sind zusammen mit den

Eltern auch dafür zuständig, Werte zu

vermitteln. Wir bilden den Grundbaustein,

wie die Gesellschaft später aussieht.“

„Kinder denken nichts kaputt“

Was Viviane an ihrem Job besonders

gefällt? „Man ist eigentlich nur auf

Trab und die Kinder sind so dankbar

und fordern auch unsere Betreuung.

Wir sind Ansprechpartner bei Fragen

und Spielpartner auf Augenhöhe“,

trifft es Viviane auf den Punkt.“

Auch die Neugierde und Offenheit

der Zwei- bis Sechsjährigen begeistert

die junge Frau, denn: „Kinder denken

nichts kaputt, sie machen es einfach.“

Für alle, die sich vorstellen können, Erzieher/in

zu werden, hat Viviane auch

einige Tipps parat: „Kinder haben keine

Hemmungen und daher darf man

die Kinder nicht mit seinen eigenen

Hemmungen einschränken. Man muss

bereit sein, sich auf die Kinder einzulassen.“

Wie es nach der Ausbildung weitergeht,

weiß Viviane auch schon ganz genau.

Den Übernahmevertrag hat sie nämlich

bereits in der Tasche. „Ich könnte

mir gut vorstellen, irgendwann mal

Gruppenleiterin zu werden und ich

würde gerne eine Fortbildung zur Entspannungspädagogin

machen.“ ■

Erzieher/in

Die schulische Ausbildung zum

Erzieher/zur Erzieherin kann

an Fachschulen, Fachakade-

mien und Berufs kollegs absolviert

werden. Erzieher/

innen betreuen und fördern

Kinder, Jugendliche und jun-

ge Erwachsene. Sie sind vor

allem in der vorschulischen

Erziehung, in der Kinder-

und Jugendarbeit so wie in der

Heimerziehung tätig. Erzieher/

innen finden Beschäftigungen

in Kindergärten, Kinderkrippen,

in Kinder- und Jugendwohnheimen,

in Familienberatungsgestellen

und auch in

Tagesstätten oder Wohnheimen

für Menschen mit derung.

Behin-

WOLL Elternratgeber - 87


Anzeige

Traumberuf Erzieher*in:

Kinder brauchen Sie!

Beste Berufsaussichten in einer der 182 katholischen Kitas in der Region

3.086

,91

nach der Ausbildung? „Das ist

Euro brutto im Monat

als Berufseinsteiger direkt

immer ein großer Wow-Effekt, wenn es um die Vergütung

geht”, sagt Kirsten Tischer, Fachbereichsleiterin Personal,

zuständig für die rund 3.000 Mitarbeitenden in den katholischen

Kitas im Kreis Soest, der Stadt Hamm, dem HSK,

dem Kreis Olpe und im Kreis Siegen-Wittgenstein. „Im

Vergleich zu vielen anderen Berufen werden Erzieher und

Erzieherinnen gut bezahlt”, so Tischer weiter. Und auch

mit einem anderen Vorurteil möchte sie direkt aufräumen:

“Man kann ruhig zu seinem Partner ziehen, auch wenn

man nicht verheiratet ist, das ist völlig okay.” An diesen und

vielen anderen Punkten sind die katholischen Kita-Träger

deutlich liberaler als vielleicht angenommen.

Anspruchsvoll, krisensicher und

mit Aufstiegschancen

Die Aufgaben von Erzieher*innen sind sehr anspruchsvoll geworden,

denn es geht um viel mehr als um die reine Beschäftigung

von Kindern. „Manche Berufseinsteiger haben oft ein

verklärtes Bild darüber, was Erzieher und Erzieherinnen den

ganzen Tag machen”, sagt Michael Stratmann, neben Josef Mertens

Geschäftsführer der Kita gem. GmbHs. Es geht um vieles

mehr als um die reine Betreuung von Kindern. Erzieher*innen

leisten Bildungsarbeit und fördern die Kinder im Spiel. Dieses

erfolgt auf Basis des Entwicklungsstandes, der Motivation und

des Sozialverhaltens jedes Kindes. Mitarbeitende arbeiten sowohl

im Team der Kita zusammen wie mit externen Kooperationspartnern

(Therapeuten, Frühförderstellen, Logopäden usw.).

Elternarbeit und Kommunikation sind ebenso wesentliche Teile

der täglichen Arbeit, wie die Arbeit mit der EDV und digitalen

Medien. Die Tätigkeit in den Kindertageseinrichtungen ist

damit breit gefächert, abwechslungsreich und anspruchsvoll zugleich

Mit einer Erzieher-Ausbildung in den katholischen Kitas ist man

für die Zukunft bestens gerüstet. Spätere Leitungsfunktionen

können übernommen werden, es gibt zahlreiche Weiterbildungsangebote

für bestimmte Fachbereiche (z. B. Inklusion, U3-Betreuung,

Heilpädagogik oder Sprachförderung). Und auch der

Masterstudiengang im Bereich Frühpädagogik kann dual, also

berufsbegleitend an der FH Südwestwestfalen absolviert werden.

88 - WOLL Elternratgeber


Mehr Männer und

Quereinsteiger gesucht

Oft möchten junge Frauen den Erzieherberuf erlernen, dabei

sind Männer für die frühkindliche Erziehung eine wichtige

Bezugsgröße. Die direkte Arbeit mit Kindern ist zwar mitunter

etwas anstrengend, dafür aber besonders erfüllend und

sinngebend. Kirsten Tischer berichtet von einem Mann, einem

gelernten Banker, der in seinem Wirtschafts-Job nicht

zufrieden war und sich dann in einer katholischen Kita zu

einem Erzieher hat ausbilden lassen. „Wir erhalten regelmäßig

Bewerbungen von Quer-Einsteigern für eine Ausbildung.

Diese haben bei geeigneter Qualifikation gute Chancen, auch

wenn sie schon älter sind”, ergänzt Tischer dazu.

Zwei Ausbildungswege

Die katholischen Kitas in der Region bieten zusammen mit

den verantwortlichen Berufskollegs zwei Ausbildungswege an:

Die „klassische” Variante mit schulischer Ausbildung und Anerkennungsjahr

(EiA) sowie die neue „Praxisintegrierte Ausbildung

(PiA)”. Der Theorie-Unterricht findet dabei an zwei

bis drei Tagen pro Woche statt. In der übrigen Zeit erfolgt der

praktische Einsatz in der Kita. ■

Starke Argumente für die Ausbildung in den kath.

Kindertageseinrichtungen Hellweg, Hochsauerland-Waldeck

und Siegerland-Südsauerland:

• Circa 3.000 Mitarbeitende sind in den 182

katholischen Kitas in der Region beschäftigt

Ausbildungsvergütung im 1. Jahr der

PiA-Ausbildung: 1.165,69 €

• Vergütung im Anerkennungsjahr: 1.627,02 €

• 3.086,91 € Einstiegs-Monatsgehalt ab dem

ersten Tag nach der Ausbildung

• 13,2 Monatsgehälter (Urlaubs- und

Weihnachtsgeld + Leistungszulagen) werden

im Schnitt pro Jahr vergütet

• Bis 33 freie Tage: 31 Tage Urlaub, Heilig Abend

und Silvester zählen nicht als Urlaub, sind

dennoch frei Vermögenswirksame Leistungen

• Zusätzliche Altersversorgung durch die

kirchliche Zusatzversorgungskasse

• Freistellung für Exerzitien und Einkehrtage

• Ausschließlich unbefristete Arbeitsverträge

• Besondere Konditionen für ausgewählte

Produkte und Dienstleistungen durch die

Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in

Deutschland (WGKD)

Katholische Kindertageseinrichtungen

Siegerland-Südsauerland gem. GmbH

Tim Nicksteit

Tel.: 0291-9916 83760

Friedrichstraße 4 | 57462 Olpe

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hellweg gem. GmbH

Christine Sauermann

Tel.: 0291-9916 82760

Severinstraße 12 | 59494 Soest

Katholische Kindertageseinrichtungen

Hochsauerland-Waldeck gem. GmbH

Kristin Koch

Tel.: 0291-9916 81760

Stiftsplatz 13 | 59872 Meschede

WOLL Elternratgeber - 89


„Man muss mit

Menschen können

– und wollen“

Erzieher und Erzieherin:

Viel mehr als „Irgendwas

mit Menschen“

Stefan Schröder

Gaby Selbach

„E

rzieher/innen beobachten das Verhalten

und Befinden von Kindern, Jugendlichen

und jungen Erwachsenen, betreuen und

fördern sie, analysieren die Ergebnisse nach pädagogischen

Grundsätzen und beurteilen z.B. Entwicklungsstand, Motivation

oder Sozialverhalten.“

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Patrick Bicher, 31, Leiter

der Katholischen Kindertageseinrichtung St. Antonius in

Rönkhausen und Nina Gloessner, 27, Heimerzieherin in der

zum Josefshaus der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen

zu Olpe gehörenden Klärungsgruppe „Mia I“, diese

Zeilen im Klassiker „Beruf aktuell“ der Bundesagentur für

Arbeit lasen.

Patrick Bicher empfängt uns am Eingang seines Arbeitsortes.

Er startete seine Berufslaufbahn nach einem Realschulabschluss

mit einer Lehre zum Maurer, spürte jedoch über seine nebenberufliche

Tätigkeit im Jugendzentrum Attendorn und im Ganztag

der Albert Schweitzer-Schule in Attendorn rasch zusätzliche

Begabungen. Darauf musste er zum Teil auch hingewiesen

werden: „Irgendwann meinte eine Mitarbeiterin, die mir immer

eine Mentorin gewesen war, du machst das so gut hier, kannst

du dir nicht auch vorstellen, Erzieher zu werden? Werd´ doch

so cool wie ich!“ Gesagt, getan. Scheinbar sind solche persönlichen

Wegweiser an der richtigen Stelle gerade im sozialen Bereich

wichtig.

„Man braucht als Mann schon einigen Mut für diese Ausbildung

und die Gelassenheit, auch mal dumme Sprüche aus dem

Freundeskreis auszuhalten“, erläutert er. Dabei sind gerade in

unserer „untervaterten“ Gesellschaft männliche Bezugspersonen

gefragter denn je. Mittlerweile hat Patrick auf seinen Abschluss

als staatlich anerkannter Erzieher einen Bachelor in Sozialpädagogik

und Sozialmanagement gesattelt. „Man kann sagen,

ich leite jetzt ein mittelständisches Unternehmen“, schmunzelt

er, während er uns durch die helle Kindertagesstätte führt, in

der aktuell 63 Kinder durch zehn Fachkräfte gefördert werden.

Neben den konkreten erzieherischen Arbeiten kommen auf eine

pädagogische Fachkraft Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben

zu sowie teils herausfordernde Gespräche mit Personensorgeberechtigten.

„Diese Mischung macht es immer wieder

spannend“, zieht Patrick sein Fazit und stellt kurz vor Feierabend

noch rasch ein Kuscheltier zurück aufs Gruppensofa.

90 - WOLL Elternratgeber


„Empathie und Vielseitigkeit“ sind laut Nina Gloessner die

Kernkompetenzen des Berufes. Sie öffnet die Tür zum Wintergarten

der Klärungsgruppe. Hier wohnen Kinder nach familiären

Krisen, zu deren Lösung Familien und Jugendämter

zunächst ein Getrenntleben der Kinder bevorzugen. Ihr Nachtdienst

beginnt, es wuselt in der Gruppe, Übergänge in die nächste

Tagesphase sind immer etwas wackelig, aber sie nimmt sich

Zeit. „Das hier muss man können. Und man muss es wollen“,

antwortet sie bestimmt auf unsere Frage nach ihrer Motivation.

Nach Fachabitur, einigen Semestern Germanistik an der Uni

und einem Bundesfreiwilligendienst in einer heilpädagogischen

Waldorfschule absolviert sie nun eine „Praxisintegrierte Ausbildung“.

„Drei Tage bin ich hier im Betrieb, zwei an der Schule“,

erläutert sie. Was ist, ihrer Erfahrung nach, eine unabdingbare

Voraussetzung für die erziehende Arbeit mit Menschen? „Man

muss es bedingungslos tun und nicht, weil man Dankbarkeit

oder Anerkennung erwartet. Diese Kinder sind keine Problemkinder.

Das Problem liegt eher an den Umständen und an dem

System, in welchem sie ihre ersten Lebensschritte gemacht haben“,

fasst Nina druckreif zusammen, bevor sie in die Gruppe

zurückkehrt, um den Kindern Halt, Struktur und Ressourcen

zu geben.

Kindertagesstätten und Einrichtungen der stationären Jugendhilfe

sind hauptsächliche Tätigkeitsfelder für Erzieher und Erzieherinnen.

Daneben finden sie Anstellung beispielsweise in

der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen oder Suchtberatungsstellen.

Die Ausbildungswege variieren von Bundesland

zu Bundesland und sind auch innerhalb der Bundesländer recht

vielfältig. Wie wir an Patrick und Nina gesehen haben: Wo ein

Wille ist, ist immer auch ein Weg. ■

WOLL Elternratgeber - 91


Ein Bekenntnis zur

Region von Marie Ting,

Südwestfalen Agentur

Starke Region –

starke Perspektiven

Marie Ting

Michael Bahr & Sinan Muslu

Fühlt sich in Südwestfalen wohl: Marie Ting hat

hier in der Region ihren Traumberuf gefunden.

Als Eltern betrachten Sie

Ihre Kinder mit großen

Augen … Schule geschafft!

Und jetzt? Möchte Ihre Tochter bzw.

Ihr Sohn eine Ausbildung machen

oder doch lieber erst studieren?

Möchte Ihr Kind gerne in der Region

bleiben, oder will es gerne ein neues

Kapitel an einem ganz neuen Ort

aufschlagen? Ich weiß noch, dass ich

Schwierigkei ten hatte, herauszufinden,

welchen Weg ich gehen soll und

welcher Job zu mir passt. Es bieten

sich so viele Möglichkeiten nach der

Schule, so viele Gründe, sich für oder

gegen eine Variante zu entscheiden,

dass der Traumberuf unerreichbar

scheint. Es wäre schön gewesen, hätte

ich damals die Gelegenheit gehabt,

mich einfach in verschiedenen Jobs

auszutesten und ein paar Unternehmen

von innen kennenzulernen.

Vielleicht geht es Ihrem Kind genauso

… und vielleicht führen Sie derzeit

viele Dis kussionen am Küchentisch,

mal hitzig, mal nach denklich, mal

gelangweilt – und versuchen, Ihr

Kind bestmöglich zu unterstützen

und zu beraten.

Heute habe ich meinen Traumberuf

gefunden, in dem ich Projekte entwickeln

kann, die junge Menschen bei

diesen Entscheidungen unterstützen:

Zum Beispiel das „Gap Year Südwestfalen“.

Schulabgänger/innen, Hochschulabsolvent/innen

und auch junge

Menschen mit einer abgeschlossenen

Berufsausbildung können mit diesem

Programm drei Praktika bei jeweils drei

unterschiedlichen Top-Arbeitgebern

aus der Region machen. Und das Beste

daran: Man braucht nur eine Bewerbung

zu schreiben – und zwar online

unter www.gapyear-suedwestfalen.com.

92 - WOLL Elternratgeber


So kann man in relativ kurzer Zeit viel

Praxiserfahrungen sammeln, wertvolle

Kontakte in die Wirtschaft knüpfen,

neue Perspektiven entdecken oder

sogar ein berufliches Zuhause finden.

Und für diejenigen, die sich mal im

Studieren testen möchten, gibt es die

„Gap Year“-Variante „Work & Study“.

Hier kann man ein sechsmonatiges

Vorstudium an der Uni Siegen mit

einem anschließenden dreimonatigen

Praktikum verbinden.

In vielen Produkten steckt ein

Stück Südwestfalen

Denn gute Chancen gibt es hier genug:

Mehr als 150 Weltmarktführer und

zahlreiche, oftmals international ausgerichtete

Unternehmen tragen dazu

bei, dass Südwestfalen der stärkste Industriestandort

NRWs ist. Wussten Sie

zum Beispiel, dass ohne Südwestfalen

wahrscheinlich Ihr Auto nicht fahren

würde? Ja, denn über 500 Unternehmen

aus der Automotive-Branche

machen Südwestfalen zu dem Standort

für Automobilzulieferer. In vielen Produkten,

die uns im Alltag begegnen,

steckt ein Stück Südwestfalen: So ist

beispielsweise in Ihrem iPhone sehr

wahrscheinlich Technik von der Firma

Berghoff aus Drolshagen verbaut und

wenn man am Flughafen wartet, ist es

gut möglich, dass man auf Sitzen von

der Firma kusch+co aus Hallenberg

sitzt.

Hohe Ausbildungsqualität

Während andere ihre Heimat verlassen

müssen, weil es dort zu wenig

Arbeitsplätze gibt, haben junge Menschen

in Südwestfalen hier die Qual

der Wahl: Ob ein Studium an einer

der vier Hochschulen in der Region,

“Alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet Ihr

genau genommen direkt

vor der Haustür”

ein Praktikum in einem großen, internationalen

Unternehmen oder

in einem kleinen mittelständischen

Familienbetrieb, eine Ausbildung in

der Metall- und Elektroindustrie, im

Handwerk, in Pflegeberufen, in der

Bauwirtschaft, im IT-Bereich oder,

oder, oder ... Wer sich in Südwestfalen

für eine Ausbildung entscheidet, trifft

eine gute Wahl – und sorgt für eine

solide Basis. Die Unternehmen und

Betriebe in Südwestfalen sind bekannt

für ihre hohe Ausbildungsqualität!

Danach kann es weitergehen: Mit einem

Meister, einem Studium oder

einer kontinuierlichen und verlässlichen

Mitarbeit im Unternehmen. Dass

WOLL-

Newsletter

Hallo Wochenende!

Jeden Freitag gibt’s hier die schönsten Tipps

für’s Wochenende im Sauerland.

Jetzt anmelden unter:

www.woll-magazin.de

oder QR-Code scannen


man nach der Schule noch nicht genau

weiß, wo die Reise hingehen soll, verwundert

also nicht, schließlich gibt es

hier in Südwestfalen über 80.000 Unternehmen

und damit natürlich auch

sehr viele berufliche Möglichkeiten.

Um ein bisschen Orientierung in diesem

Meer von Möglichkeiten zu geben,

kann man sich beim „Gap Year

Südwestfalen“ einfach in verschiedenen

Jobs ausprobieren oder testen, ob

nicht doch ein Studium besser passt.

Starke Wirtschaft und

wunderschöne Natur

Aber natürlich sollte auch das Umfeld

passen, denn zu guter Lebensqualität

zählt zweifelsfrei auch die Zeit nach

dem Feierabend. Nach der Arbeit, der

Uni oder dem Praktikum raus in die

Natur und rauf aufs Bike, im Sommer

an einem der fünf Sauerland-Seen ein

paar Bahnen schwimmen und relaxen

und im Winter ab auf die Pisten.

Südwestfalen bringt starke Wirtschaft

und wunderschöne Natur zusammen.

Hinzu kommen die niedrigen Mietund

Kaufpreise für Wohnungen und

Häuser, das rege Vereinsleben und die

bodenständigen Menschen hier. All

das, was wir alle an unserer Heimat im

Sauerland oder Siegen-Wittgenstein so

schätzen.

Sagen Sie Ihren Kindern: Geht ruhig in

die Welt – aber geht nicht, ohne euch

vorher bewusst zu machen, welche

Optionen euch die Region bietet.

Und wenn ihr geht, denkt daran: Ihr

habt eine starke Heimat, auf die man

stolz sein kann. In die man zurückkehren

möchte. Oder bleibt gerne hier:

Denn alles, was es zum Glücklichsein

braucht, findet ihr genau genommen

direkt vor der Haustür. ■

Digitale

Reichweite

im Sauerland?

Haben wir!

Digitales Marketing im Sauerland

Über 18,5 Millionen Impressions und mehr als 83.000 Fans +

Follower in den sozialen Netzwerken sind eine echte, digitale Wucht.

Starten Sie mit der Kooperation imsauerland, WOLL digital durch:

94 - WOLL Elternratgeber

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WOLL Elternratgeber - 95


Eine Zukunft

bei Metten

Mamoudou Sadio Diallo (29)

aus Guinea macht eine

Ausbildung zum Fleischer

bei Metten in Finnentrop

Hermann-J. Hoffe

E

rst

seit 2015 lebt Mamoudou Sadio Diallo in Deutschland. Nachdem er aus seinem Heimatland Guinea geflüchtet

ist, hat er zunächst drei Jahre in einer Flüchtlingsunterkunft in Drolshagen gelebt. Für ihn war es schwer,

eine Arbeit zu finden. Inzwischen ist er im dritten Ausbildungsjahr bei der Firma Metten in Finnentrop.

In Guinea hat der 29-Jährige eine

Hochschule besucht. Auf der Flucht

nach Deutschland musste er auch arbeiten,

um Geld zu verdienen. Unter

anderem hat er auch bei einer Metzgerei

in Algerien gearbeitet. Die Jobsuche

in Deutschland ist mühselig. Nach einem

Praktikum in der Metallindustrie

war er sehr enttäuscht, weil er dort keine

Ausbildung machen konnte. Dann

stand er irgendwann vor der Entscheidung:

Bäckerei oder Metzgerei?

Obwohl Mamoudou Moslem ist, hat er

sich 2018 für die Ausbildung zum Fleischer

entschieden. „Ich musste mich

entscheiden, und eine Arbeit finden,

um Geld verdienen zu können“, erklärt

der Guineer. Der Kontakt zur Firma

Metten wurde hergestellt und kurz

darauf begann er seine Ausbildung.

„Die Ausbildung macht mir Freude,

die Kolleginnen und Kollegen sind alle

freundlich und hilfsbereit und machen

es mir leicht“, so der 29-Jährige.

Die Firma Metten bietet insgesamt

elf Ausbildungsberufe an. Neben dem

kaufmännischen Bereich sind neun gewerbliche

Berufe mit dabei. Die Metten-Gruppe

ist bereits in der vierten

Generation tätig und setzt seit jeher

den Fokus auf hochwertige Qualität.

Mit rund zehn Prozent des Umsatzes

ist sie auch im europäischen Fleischwarenmarkt

tätig. Wichtig ist Metten die

Wertschätzung ihrer Mitarbeiter. Die

Firma fördert Weiterbildung, Eigeninitiative

und Übernahme von Verantwortung

bilden außerdem die Basis für

die Karriere im Unternehmen.

In der Klasse an der Berufsschule in

Siegen ist er der einzige Schwarze.

Doch der Auszubildende lässt sich da-

96 - WOLL Elternratgeber


von nicht verunsichern. „Wenn ich merke, dass mich deswegen

jemand anstarrt, dann schaue ich einfach zur Seite“, so Mamoudou.

Am liebsten macht er die Arbeit in der Brühwurstabteilung,

wo die „Dicken Sauerländer“ und die Rostbratwurst hergestellt

werden Aber er lernt auch die Zubereitung von Speisen, das Bedienen

von Kunden, das Zerlegen von Schweine- und Rinderfleisch

und alles andere, was heute mit dem Beruf des Fleischers

zu tun hat. Die 3-jährige Ausbildung findet bei Metten in der

Produktion sowie im Werksverkauf statt. Dazu gehören unter

anderem die Bereiche Verpackungstechnik und die maschinelle

Weiterverarbeitung von Fleischwaren. Metten betreibt seit

mittlerweile rund 20 Jahren keine eigene Schlachtung und Zerlegung

mehr. Das Fleisch wird täglich von zertifizierten Unternehmen

zugekauft.

Fleischer – Fachrichtung:

Herstellung besondere Wurstwaren und Verpackungen

Fleischer stellen Fleisch- und Wurstwaren, Feinkosterzeugnisse,

Gerichte und Konserven her. In Fleischerläden präsentieren

und verkaufen sie die Produkte und beraten Kunden. Die Ausbildung

dauert in der Regel drei Jahre. ■

GESCHMACKVOLLE PERSPEKTIVE!

DEIN KARRIERESTART BEI METTEN.

Die Metten-Gruppe, gegründet 1902, ist kompetenter Partner für qualitativ hochwertige Fleisch- und Wurstspezialitäten. Neben der „Dicke Sauerländer“

Bockwurst produzieren 450 eigene Mitarbeiter in Finnentrop/Sauerland ein vielfältiges Sortiment mit weit über 100 Produkten für die Bedientheke und

den SB-Bereich. Die Unternehmensgruppe vertreibt ihre Produkte in Deutschland sowie in zahlreichen europäischen Ländern.

Wir bilden in folgenden berufen aus:

Gewerbliche Ausbildung (m/w/d):

• Maschinen- und Anlagenführer

• Fachkraft für Lebensmitteltechnik

• Fleischer

• Fleischereifachverkäufer

• Industrieelektriker

• Fachkraft für Lagerlogistik

• Mechatroniker

• Industriemechaniker

Kaufmännische Ausbildung (m/w/d):

• Industriekaufmann

• Kaufmann für Büromanagement

• Informatikkaufmann

Du suchst einen qualifizierten und anspruchsvollen Ausbildungsberuf? Dann freuen wir uns auf Deine Bewerbung!

Schicke Deine vollständigen Bewerbungsunterlagen in digitaler Form per Email an: bewerbung@metten.net.

Metten Fleischwaren GmbH & Co. KG · Bamenohler Str. 244 · 57413 Finnentrop · www.metten.net/karriere


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Gedanken werden Zukunft

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Dieses Druckprodukt wurde auf FSC-zertifizierten Papier gedruckt und stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

WIR ROCKEN SÜDWESTFALEN!

Was passiert, wenn herzergreifende Geschichten

aus unserer Heimat auf über

300.000 Print-Lesende pro Quartal und

über 83.000 Fans und Follower in den

sozialen Netzwerken treffen? Richtig:

Es entsteht allerfeinstes Kopfkino!

Und wozu ist das für Firmen gut? Nun,

wenn man alles richtig macht, wird man

zur Marke.

Mit einer Marke kann man die attraktiveren

Kunden gewinnen, höhere Preise

durchsetzen und als Arbeitgebermarke

die besten Talente der Region anziehen.

Wir von axo.media helfen mit einem Team

aus über 40 festen und freien Redakteuren,

Fotografen, Videoleuten, Medienberatern

und Grafikern dabei, aus Firmen

echte Sauerland-Marken zu machen.

98 - WOLL Elternratgeber

axo.media west GmbH I Briloner Straße 27 I 59909 Bestwig

02904 711 80-00 I www.axo.media


SAUERLAND LESEN!

Willze machen? Isso.

Kurzgeschichten aussem Sauerland.

ISBN 978-3-948496-20-3

14,90

Sauerländer. Besser geht’s nicht.

Alles, was man über die Eingeborenen

der tausend Berge wissen sollte.

ISBN 978-3-943681-89-5

19,90

Wem Hörsse?

Das astreine Wörterbuch für das

ganze Sauerland.

ISBN 978-3-943681-73-4

14,90

Fragen Sie Dr. Nürsel! Ihr lustiger

Ratgeber für Sauerländisch,

die schönste Sprache der Welt.

ISBN 978-3-943681-64-2

14,90

Sollteste Kennen:

Das astreine Wörterbuch für

Unnütze Fakten „Sauerland“.

ISBN 978-3-943681-85-7

14,90

Herzkartoffel.

Roman

ISBN 978-3-943681-91-8

14,90

Sauerländer Platt:

Ein Wörterbuch.

So kuirt de Sauerlänner

ISBN 978-3-943681-99-4

24,90

Die katholische Mutter. Glaube. Heimat. Liebe.

Aus Tagebüchern und Briefen

1938-2005.

ISBN 978-3-948496-13-5

14,90

Wandertage.

Zwei Freunde erleben das Sauerland

in den „Siebzigern“ des vorigen

Jahrhunderts.

ISBN 978-3-948496-27-2

14,90

Alle Titel gibt es in den heimischen Buchhandlungen, im WOLL-Onlineshop

www.woll-onlineshop.de oder per Mail an info@woll-verlag.de

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