Vom Drahtverhau zur FGR

fliegergrupperenchtal

Chronik der Fliegergruppe Renchtal e.V.
Erstellt und Copyright Dieter Steggemann, Oberkirch

Entstehung der Fliegergruppe Renchtal e.V.

Auf dem Pilotensitz Otto Bruder , Oppenau Unter der Tragfläche Otto Hodapp, Oppenau

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Cover-Bild:

by

Fliegergruppe Renchtal e.V.

Dieter Hoferer/FGR

Tilman Fuchs/FGR

Dieter Steggemann/FGR

2


M

Vorwort

it dieser Chronik habe ich den Versuch unternommen

unsere Vereinsgeschichte zu dokumentieren.

1995 begann ich mit Interview Videoaufzeichnungen

von Gerd Meier und Egon Muschal als

Grundlage zur historischen Aufarbeitung. Es gibt

leider nur noch wenige Zeitzeugen aus den Gründerjahren

der Fliegergruppe Oppenau und dem Luftsportclub

Oberkirch die man noch befragen könnte.

Auch die schriftlichen Aufzeichnungen sind sehr

lückenhaft. Von Oberkirch ist am wenigsten vorhanden.

Ab dem Zusammenschluss beider Vereine 1976 zur

Fliegergruppe Renchtal, konnte ich dann auf die von

Martin Kiefer erstellten chronologischen Kurzfassungen,

Pressespiegel sowie Sitzungs-Protokolle als

Leitfaden der jüngeren Geschichte zurückgreifen.

Ich habe versucht, Personen, Ereignisse und Daten

nach den noch vorhandenen Unterlagen und persönlichen

Gesprächen zu erfassen.

Nachdem die erste Ausgabe fertiggestellt war, haben

sich einige historische Veränderungen herausgestellt,

die den Beginn der fliegerischen Tätigkeiten

im Renchtal betreffen. Auch sachliche und personelle

Korrekturen und Ergänzungen habe ich berücksichtigt

soweit sie mir bekannt wurden. Ebenfalls

habe ich eine Fortschreibung der Chronik bis zur JHV

2019 vorgenommen.

Die ursprüngliche Annahme, dass in Oberkirch bereits

im Jahr 1907 die Gebrüder Schoch mit dem Bau

eines Gleiters begonnen hätten, konnte auch in den

Berichten vom Neffen keine Bestätigung finden.

Die fliegerische Betätigung im Renchtal begann mit

dem Zusammenschluss idealistisch gesinnter junger

Männer 1 und Beginn zum Bau des "Drahtverhau"

ab 1909 2 in Oppenau.

Eigentümer eines eigenen Flugplatzes zu sein, war

seit den 50er Jahren schon immer Wunschdenken im

Verein. Daher ist diesem Thema ein eigenes Kapitel

gewidmet.

Für das Korrekturlesen der Oppenauer Vereinsgeschichte

darf ich ganz besonders Dieter Hoferer und

Egon Muschal danken. Mit Informationen vom Luftsport

Club Oberkirch konnte mir Karl Thoma, Robert

Lauck und Richard Welsch weiterhelfen. Auch allen

anderen die ich mit Fragen gelöchert oder von denen

ich Dokumente und Bildmaterial erbeten und erhalten

habe, darf ich mich herzlich bedanken.

Lautenbach, 2019

Dieter Steggemann

3


Oppenau 1914

1) Ernst Bächle 2) Gustav Schoch 3) Karl Schoch

A

uf dem Bild präsentieren sich Erbauer, Helfer

und interessierte Gäste (soweit namentlich

bekannt), in Erwartung des ersten Fluges,

am 28. Juni 1914. Startplatz war Oppenau, unterhalb

der "Farnhöfe".

Das Fluggerät bestand aus mit Ölpapier überzogenen

Bambusstäben, die mit Drähten verbunden und so

zusammengehalten wurden.

4


1) Carl Bächle 2) Leopold Bächle 3) Otto Hodapp

D

as fertige Produkt, als "Drahtverhau" titulierte

Fluggerät, hat leider seinen ersten und einzigen

Flugversuch nicht heil überstanden. Überlieferungen

zufolge, hatte sich der Bruchpilot "Otto Peter"

den Arm gebrochen.

Unfallort war Oppenau, oberhalb des "Rittersbächle".

Als im August 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, wurden

die Flugzeugteile im Speicher des "Gasthaus

Linde" in Oppenau eingelagert. Bei einer Renovierung

des Gebäudes wurde die historische Bedeutung

der Bruchstücke des Fluggerätes nicht erkannt und

leider entsorgt.

5


D

ieter Hoferer, Mitglied der Fliegergruppe Oppenau

seit 1951 und Ehrenmitglied der Fliegergruppe

Renchtal e.V., hat sich oft mit seinem Onkel

Otto Bruder über die Anfänge der Fliegerei in

Oppenau unterhalten können und diese Informationen

zu Papier gebracht.

Über den Bau des "Drahtverhau" genannten Gleiters

(heute Segelflugzeug)

hatte ich mich mit

meinem Onkel Otto

Bruder immer wieder

unterhalten.

Onkel Otto kam auf

mich zu, als er erfahren

hatte, dass ich

mich für die Fliegerei

begeistert habe. Dies

war etwa im Jahr

1953. Er zeigte mir das

Foto vom "Drahtverhau"

und erzählte mir

in einem Überblick den Werdegang der Planung, Versuche

und auch vom Bau des Gleiters. Sein Foto als

Pilot im fertigen "Flugapparat" war der bislang einzig,

sichtbare Nachweis.

Wir führten in den nächsten 20 Jahren viele Gespräche

über die heutige Fliegerei und wie es früher war. Das

Bild schenkte er mir als er erfuhr, dass ich die PPL-

Prüfung bestanden habe.

Nach seinen Erzählungen war die federführende Person,

für die Ideen, Otto Hodapp und für die Umsetzung,

der Sohn vom Lindenwirt in Oppenau Otto Peter. Er

war auch immer dann auf Reisen, wenn er von Neuerungen

im Flugzeugbau erfahren hatte, um daraus zu

lernen. Aktiv mitgearbeitet haben Otto Bruder (Brauerei

Bruder), Leopold Bächle und Carl Bächle.

In den Räumen des Gasthauses "Linde Oppenau" war

auch die Werkstatt. Otto Peter war technisch und

handwerklich sehr begabt und hatte auch für die damalige

Zeit eine gut eingerichtete Werkstatt.

Aufzeichnungen von Carl Bächle (Sparkasse) wurden

erst später bekannt, als seine Tochter viele alte Dokumente

und Vorlagen an Gustav Hodapp (Schuhgeschäft

Oppenau) übergab. Dieser sichtete sie und gab

sie mir.

Wir hatten erstmals gesicherte Daten über den Beginn

der Arbeiten im Jahr 1909, der Fertigstellung, sowie

weitere Fotos vom Aufbau und Erstflug des "Drahtverhau"1914

am Farn, unterhalb der Farnhöfe und auch

vom Unfallort oberhalb des Rittersbächle.

"Farn" Luftaufnahme vom 25.03.1972, Stadtbauamt Oppenau

Das Bild zeigt die rekonstruierte "Drahtverhau"

Flugbahn des ersten und einzigen Fluges.

6


1932

D

Dr. Ing. Georg Gros 3

er erste Weltkrieg hat die Anfänge der Fliegerei

auch im Renchtal unterbrochen.

Im Jahre 1932, als der deutsche Segelflugsport Weltgeltung

erreicht hatte, war es Dr. Ing. Georg Gros,

der mit einigen Segelflugsport-Freunden, sich mit

Tatkraft um diesen Sport in Oppenau einsetzte und

ihn zu "schöner Blühte"

führte. 4

Dr. Gros war Chemiker

und leitete in Oppenau die

Fa. Andre` Sohn. Erfindungen

und Patente zeichneten

Ihn aus. Die Produkte

seiner Fa. wurden weit

über die Grenzen des

Renchtal hinaus bekannt.

Sein Hobby war die

Fliegerei. Er gehörte

zu den ersten 14

Piloten, die in Offenburg

flogen.

Ab 1932 waren die

Offenburger in der

glücklichen Lage,

vor ihrer Haustür in

Hildboltsweier eine

Fliegerschule zu

haben. Damals

konnte man in

Offenburg das Motorfliegen

erlernen.

Fritz Friedmann, Dr. Gros, Bert Rieder, Hans Heinz Leonard

Der 5. Mann ist nicht bekannt ( von links)

Unter den 14 ersten, jungen Männern, die eine größere

Fluggemeinschaft der aktiven Motorflieger

bildeten, befand sich auch Dr. Gros

Sie waren keine Luftikuse, sondern moderne Sportsleute

und hatten es zwischenzeitlich im Berufsleben

zu etwas gebracht, wie die Offenburger Zeitung vom

11. August 1962 anlässlich der Genehmigung zum

Bau einer neuen Landebahn, zu berichten weiß.

Dr. Gros mit einer "Bücker Jungmann" vor dem Offenburger

Vereinsheim

In Oppenau ermöglichte er den Neuanfang einer

beispielhaften Vereinstätigkeit. In einem Nebenraum

seiner Fabrik, durften Renchtäler Flugbegeisterte

einen Werkstattraum einrichten und benutzen. In

ihm konnte eine SG-38 gebaut werden. Dieses Flugzeug

ist dann leider in Bottenau bei einem Probeflug

zu Bruch gegangen.

Georg Gros verstarb viel zu früh 1949, im Alter von

50 Jahren.

Sein unermüdlicher Einsatz für den Flugsport im

Renchtal, wurde durch die Namensgebung des 1953

fertiggestellten Segelflugzeuges "Doppelraab" gewürdigt.

7


L

1950

uftfahrtinteressierte und ehemalige Mitglieder des Deutschen Luftfahrt Verbandes, hatten sich am

08. August 1950 zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden und nannten sich fortan

IGO „ Interessen – Gemeinschaft Segelflug - Oppenau ".

Im Gasthaus " Zum Tor " in Oppenau hat sich die IGO zu ihrer ersten konstituierenden Versammlung getroffen,

um gemeinsam die Fliegerei im Renchtal zu beleben und das interessante, anspruchsvolle Hobby zu betreiben.

Gerd Maier wurde von 25 Anwesenden, im Gasthaus "Zum Tor" in Oppenau, zum 1.Vorsitzenden gewählt.

A

Gerd Maier 5

us einem Jugendtraum entstand das Leben für

und mit der Fliegerei. Als Kind hat er zugeschaut,

wie auf der Zettelmatt in Oppenau und gegenüber

des "Bruhansen -Hofes" in Ibach", mit dem

Gummiseil die SG 38 gestartet und mit unglaublichen

"2 bis 5 Sec. Flugdauer" geflogen wurde. Als "Gummihund"

durfte er sogar mithelfen das Segelflugzeug

mit Hilfe eines langen Gummiseiles zu starten .

Eine SG 38 im Gummiseil-Start. Das Fluggelände kann auf dem

Kniebis-Zollstockhütte oder der Hornisgrinde gewesen sein. Beide

Gelände wurden damals zum Starten genutzt

Anmerkung:

Die Wiese gegenüber dem Bruhansen-Hof dient heute

als Landeplatz der Gleitschirmflieger, die vom Sandkopf

oder Schäfersfeld starten.

Seinen Beruf Wagner hat Gerd nur gelernt, weil er

seinem Vater das Versprechen abgerungen hatte,

sich der Fliegerei widmen zu dürfen. Mit 17 Jahren

besuchte er den Werkstattleiter Lehrgang, mit 18

erwarb er den A und B Segelflugschein. 1933 hat er

die ersten Modellflieger gebaut und 1934 damit den

"Badischen Bestflug" gewonnen. 1935 trat Gerd dem

"Badischen Luftfahrt Verband" bei, meldete sich

freiwillig zur Luftwaffe, hat fast alle, bis 2-Tonnen

schwere 2-motorige militärische Flugzeugmuster

geflogen und 1942 in Kaufbeuern den Fluglehrer und

Kunstflugschein erworben.

Ganz besondere Erinnerungen hatte er zu dem wohl

fortschrittlichsten und zur damaligen Zeit besten

Flugzeug, der Messerschmitt ME 109. Da in den Jahren

nach dem zweiten Weltkrieg, durch die "Alleierten"

ein generelles Flugverbot für Segel-und Motorflugzeuge

galt, hat Gerd die Schweizer-und Französische

Fluglizenz erworben. Im Polyigon in Straßburg

konnte mit der französischen Lizenz geflogen werden.

Man musste nur aufpassen, wenn die

"Flugruhte" über die Grenze nach Deutschland führte,

daß die Landung auch wieder in Frankreich erfolgte,

da sonst die Verhaftung drohte.

8


G

Burda Staffel

erd hat sein Hobby zum Beruf gemacht und

war Chefpilot der Burda Staffel, die zeitweise

aus bis zu 4-Piper Flugzeugen bestand. Anfänglich

unter Schweizer Flagge, da in Deutschland noch generelles

Flugverbot herrschte.

Gerd mit seinem Sohn Gerd, der als Chefpilot bis zu seiner Pensionierung

bei der Lufthansa den "747-Jumbo Jet" flog.

Gerd bei der Flugvorbereitung (erster von links)

In seinen 20 Berufsjahren gab es viele interessante

Begegnungen mit prominenten Gästen aus Politik,

Wirtschaft und Show-Business. Kaum ein Wochenende

bei dem er nicht an Flugtagen mit der Burda

Staffel teilnahm um sein hervorragendes fliegerisches

Können zu zeigen. Eine große Sammlung an

Preisen und Trophäen schmückte sein zu Hause.

Deutschlandflüge, Europaflüge, Ziellande Wettbewerbe,

Kunstflugdarbietungen, um nur einige zu

nennen, waren seine große Leidenschaft. Auch spektakuläre

Flüge und Landungen gehörten zu seinem

Fliegerleben. Er ist z.B. auf 14! Gletscher gelandet.

Einmal hat er ein Segelflugzeug von der Zugspitze

geschleppt, was im ersten Versuch fast in einem

Desaster endete, als er nicht die nötige Abhebegeschwindigkeit

erreichte und sich nur durch einen

Sturzflug unmittelbar nach der Felskante in die Tiefe

retten konnte.

Überregional bekannt

wurde der

von ihm grandios,

bei Flugtagen verkörperte,

fliegende

Bauer oder Professor.

Schirm an den

Flächenstreben

hängend und das

Fahrrad mit einem

Seil im Schlepptau

hat er das Publikum

begeistert.

Gerd als "fliegender Professor" auf

dem Weg zum Flugzeug.

1953 musste er aus beruflichen Gründen seinen

Vorsitz der IGO abgeben, war aber immer für die

Fliegergruppe ein kompetenter und wertvoller Ratgeber

geblieben.

Gerd starb am 06. Juli 2000 nach schwerer Krankheit

im Alter von 80 Jahren.

9


Auszug aus den "Amtlichen Nachrichten des Deutschen Aero Club e.V. " vom 12. Okt. 1950, Nr. 2.

Deutschland war nach dem Krieg in Besatzungszonen

der Siegermächte unterteilt. Das Renchtal gehörte

zur französischen Besatzungszone und konnte

nach deren Vorschriften schon früher mit den fliegerischen

Aktivitäten beginnen.

Gerd Maier sorgte dafür, dass der neugegründeten

IGO eine Unterkunft in der Steinenbach-Baracke in

Oppenau, für Unterrichts -und Werkstattzwecke zur

Verfügung stand. Zunächst konnten zahlreiche Jugendliche

gewonnen werden, die mit Flugmodellbau

begannen. Die Fa. Andre` Sohn hat die Fliegerkameraden

mit Klebstoffen und Lacken unterstützt.

Im ersten Mitgliederbuch vom September 1950,

waren 28 Mitglieder verzeichnet, deren Zahl sich ab

Januar 1951 bereits auf 44 erhöhte.

Die erste

Seite des

Mitgliederbuches

mit den

bestätigten,

bezahlten

Beiträgen

10


I

n Freiburg wird ein Luftfahrt Landesverband

gegründet. Gerd Maier und Fritz Wild vertreten

die Interessen der IGO. Hermann Sturm wird

1.Vorsitzender des Landes Verbandes Baden.

Gerd und Hermann Sturm aus Lahr, sind Fluglehrer,

Schweißarbeiten, der nahtlos gezogenen Metallrohre,

für die spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten

vorausgesetzt werden, hatten Alfred Hoch und Anton

Schmiederer übernommen.

So wurde ein komplett-Bausatz mit fertigem Rumpf angeboten

1951

A

us der Interessen Gemeinschaft Oppenau wird

die Flieger Gruppe Oppenau "FGO"

1. Vorstand Gerd Maier.

2. Vorstand Friedrich Haas

Kassenwart Richard Roth

Schriftführer Josef Vogler

Ab sofort ist die FGO dem "Deutschen Luftfahrt

Verband" DLV angegliedert.

Gerd bemüht sich, aus Straßburg Teile einer SG 38

zu erwerben um wieder ein solches Flugzeug bauen

zu können. Die Formalitäten einer Importgenehmigung

waren jedoch so umfangreich, dass von einem

Kauf der Teile Abstand genommen wurde.

In direktem, intensivem Kontakt zwischen Gerd und

Fritz Raab, Konstrukteur des Segelflugzeuges "Doppelraab",

wurde der Wunsch zum Bau eines Doppelraab

konkretisiert. Der Entschluss zum Bau eines

"Doppelraab"-Segelflugzeuges war alsbald gefasst

und die Vorbereitungen zur Beschaffung von Material

und Bauplänen wurde vorangetrieben. 6.000,00

DM mussten investiert werden. Die nächsten zwei

Jahre standen nun voll im Zeichen der Werkstattarbeiten

zur Fertigstellung eines eigenen Flugzeuges,

das selbständiges Schulen und natürlich Spaßfliegen

ermöglichen soll. Holme sowie jede einzelne Flügelrippe

wurden selbst angefertigt und anschließend

vom Prüfer "Heinz Sillmann" abgenommen Selbst

der Rumpf wurde nach den Plänen vom Konstrukteur

Raab vollständig in Eigenarbeit gefertigt. Die

Werkstatt-Mannschaft beim Doppelraab-Bau

1 Richard Roth 4 Alfred Huber 7 Heinz Hill

2 Dieter Hoferer 5 Eugen Hoch 8 Otto Hodapp

3 Werner Schmiederer 6 6 Gerd Maier

11


Alfred Hoch

Aktiver Pilot, ein gebürtiger Bad Griesbacher, hatte

sich in speziellen Lehrgängen die Qualifikation zum

"Flugzeugschweißer" erworben und die erforderliche

Prüfung abgelegt. Somit war er in der Lage, den

gesamten Stahlrohr-Aufbau des "Doppelraab"-

Segelflugzeuges zu schweißen. Alfred verstarb 1973,

im frühen Alter von 47 Jahren.

Gründungsmitglied der

IGO und FGO. Aktiver

Pilot bis 1958. Er erflog

bereits 1943 in Zabern-

Schalkendorf (Elsass)

seine B-Prüfung.

Als "Fahrzeugbauer",

war er handwerklich

sehr begabt, sodass er

u.a. auch maßgeblich

beim Bau des Doppelraab

und mehrerer Segelflugzeug

Transport-

Anhänger mitgewirkt

hat.

Eugen Hoch

Am 1. Mai 2018 feierte

die Fliegergruppe-

Renchtal ihr traditionelles

Fliegerfest in den

Werkstatträumen Ramsbach.

Als Überraschungsgäste

konnten Eugen Hoch und

Anton Schmiederer begrüßt

werden.

Anton Schmiederer

Er war einer derjenigen

flugbegeisterten Gönner,

die weder geflogen sind,

noch Mitglied der FGO

waren. Er hatte ebenfalls

die Fähigkeit schweißen

zu können und hatte unter

Anleitung von Alfred

Hoch, bei den aufwendigen

und speziellen

Schweißarbeiten am

Doppelraab tatkräftig

mitgeholfen.

Anton Schmiederer als

Gast beim Fliegerfest

am 01. Mai 2018

12


1953

D

ie Fliegergruppe zählte 15 Mitglieder,

darunter 5 ohne Lizenz, 1 mit

A, 3 mit B - und 6 mit C Prüfung.

Die erste 22 Seiten umfassende, vorläufige

Segelflug Betriebs Ordnung SBO liegt

vor.

Die erste Haftpflicht-Versicherung für ein

Segelflugzeug, den "Doppelraab D-8754"

wird abgeschlossen, mit 75.000,00 DM

Personenschaden, und 5.000,00 DM Sachschaden.

Jahresprämie "55,00 DM".

Dieser "Doppelraab" war der sechste

Doppelsitzer in ganz Deutschland, der in

Eigenarbeit gebaut wurde. 7

Es muß schon ein erhebendes Glücksgefühl

gewesen sein, als bei dem in Eigenarbeit

unter großen finanziellen Belastungen

und unermüdlichem Arbeitseinsatz

fertiggestellten Doppelsitzer, die technische

Abnahme erfolgen konnte um das

Flugzeug zur Einweihung der Öffentlichkeit

vorstellen zu können.

13


Z

ur Taufe des "Doppelraab"

auf dem Oppenauer

Kirchplatz, durch Frau

Gros und Gerd Maier, hatte

sich eine sehr große Zuschauermenge

eingefunden.

"Der stolze Vogel präsentierte

sich, bekränzt von dem Grün

der Girlanden, während an

den Masten die Flaggen der

Stadt, des Landes und des

Bundes wehten." 8

Davor hatten die Ehrengäste

und die Kirchspielskapelle

Oppenau Platz genommen.

Unter den Ehrengästen

waren u.a.:

Dr. Person ( MDL )

Dr. Joachim ( Landrat )

Bürgermeister Roth und

Herr Simon aus

Straßburg,(ein befreundeter

Förderer der FGO).

14


Auf dem Offenburger Flugplatz wurde der am 18. Mai 1954

zugelassene Doppelraab mit Fahnen, aber ohne "Pauken und

Trompeten", in gespannter Erwartung des ersten Fluges zum

Startplatz geleitet.

Der erste Start, bei nebligem, regnerischen Wetter, verlief

reibungslos. Die FGO konnte ab sofort mit ihrem eigenen Flugzeug

schulen.

15


" Fliegerromantik pur "

Fluglehrer Simon Offenburg Dieter Hoferer Rudi Schwarz

Erwin Rinkel, auf dem Langenhard in Lahr

Offenburg ( ca. 1954 / 55 )

Das beste Stück auf dem Offenburger Flugplatz war

dieses Seilrückholfahrzeug mit dem beziehungsvollen

Namen " Knatterton "

Bild rechts

16


JHV mit Neuwahlen

1. Vorstand Dr. Oskar Schmid, Chemiker,

Oppenau, Hauptstr. 19

2. Vorstand Friedrich Haas, Hauptlehrer,

Oppenau, Hauptstr. 34

Kasse Otto Hodapp, Postangestellter,

Oppenau, Hauptstr. 13

Schriftführer Josef Vogler, kaufm. Angestellter,

Bad-Griesbach, Hauptstr. 52

Der bisherige 1. Vorsitzende, Gerd Maier, konnte aus

beruflichen Gründen das Amt nicht mehr weiterführen.

Berthold Müller

Durch Zufall kam es am 20.08.2009, im " Braunberg-

Stüble" in Oppenau, zum Treffen mit einem FGO

Piloten der ersten Stunde.

Bertold schrieb an einer historischen Dokumentation

über Oppenau und war eigens zu Recherchen aus

seinem

Schweizer

Wohnort

"Oftringen"

angereist

Mit 14 Jahren

war er

bereits

Mitglied

der Oppenauer

Segelflieger

und ist,

seinen Angaben

zu

Folge, nie

ausgetreten.

Er war

bei der

Neugründung

mit

Gerd Maier

sofort dabei.

Während

seines Studiums hat er sich der Akaflieg Freiburg

angeschlossen. Als Chemiker war Berthold im

Labor von "Andre Sohn" in Oppenau tätig, bevor es

ihn beruflich u.a. nach den USA, Fa. Höchst und Fa.

Geigi in die Schweiz führte. 2006 hat er die aktive

fliegerische Tätigkeit bei der Segelfluggruppe Olden

in der Schweiz aufgegeben.

17


E

Dr. Oskar Schmid

ine Quelle, aus der Segelflieger und deren Förderer

entsprangen, war die Fa. Andre Sohn in

Oppenau. So auch Dr.

Oskar Schmid, von

Beruf Chemiker.

Bereits ab Gründung

der IGO 1950, war

Oskar mit dabei.

Am 28. November

1953 zum 1. Vorsitzenden

der FGO gewählt,

hat er dieses

Amt bis zur Fusion

der Fliegergruppe

Oppenau mit dem

Luftsport Club Oberkirch

1976 ausgeübt. Nicht das Fliegen, sondern der

Verein stand immer im Vordergrund. Wenn er schon

mal geflogen ist, dann nur mit Fluglehrer.

Am 12. Dezember 1976 wurde er für 23-jährige

ehrenamtliche Vereinstätigkeit zum Ehrenvorsitzenden

gewählt. 2010 ist er in Düsseldorf verstorben.

R

Friedrich Haas (Fritz)

ückblickend ist es schon erstaunlich, wie viele

engagierte Mitglieder es gegeben hat, die

überwiegend ehrenamtlich die Flieger unterstützten,

obwohl sie selbst nicht aktiv geflogen sind.

So auch "Fritz", mit der typischen Baskenmütze,

Zigarre und seinem "Bruchsaler Dialekt".

Sicher war er aufgrund seines körperlichen Erscheinungsbildes

und des zum damaligen Zeitpunkt sehr

geachteten Berufes als "Schulrektor" in Oppenau,

eine Respektperson des öffentlichen Lebens.

Daher war es ein Gewinn für die FGO, daß man ihn

1953 zum 2.Vorsitzenden wählen durfte.

Nachdem das von der FGO selbstgebaute Segelflugzeug

Doppelraab 4 aufgrund eines technischen

Fehlers zu Bruch

ging, war er es, der

für Verbindlichkeiten

bürgte. Die FGO

hatte nichts mehr.

Kein Flugzeug und

kein Geld.

1966 mußte die

FGO dann den Tod

von Fritz zur

Kenntnis nehmen.

S

Otto Hodapp

eit Beginn seiner Mitgliedschaft am 08.08.1950

in der IGO, zählt er zu den Dienstältesten. Eiserner

Wächter über die Finanzen der FGO. An ihm ging

kein Weg vorbei. Kassierer von 1952 bis 1954 und

dann 1957 bis

1976.Man sagt ihm

nach, daß er

durchaus ein Wochenende

damit

verbringen konnte

um einen Kassenfehlbestand

von

5-Pfennig aufzuklären.

Otto galt

als zuverlässiger

und korrekter

Postbeamter von

Oppenau. Selbstverständlich

kannte

er auch fast

jeden Oppenauer persönlich. Otto blieb der Fliegergruppe

treu, bis zu seinem Tod am 25.06.2001.

18


1954

D

ie Fliegergruppe Oppenau veranstaltet am

Sonntag den 14.02.1954, im Hotel Adler in

Oppenau, einen Kostümball. Hierzu werden die in

Bad-Antogast sich erholenden Kriegsheimkehrer

herzlich eingeladen. Dabei spielte die Tanzkapelle

Brüstle aus Ringelbach. Mit einem gewissen " Egon

Muschal " als Akordeonist.

Egon erlag der Werbung eines Oppenauer Fliegerkameraden

(verm. Dieter Hoferer ) womit Egons

zweites Fliegerleben begann.

Gerd Meier beginnt als Fluglehrer mit seiner Ausbildungsarbeit.

In Ermangelung eines eigenen Flugplatzes, wird in

Lahr auf dem Langenhard geflogen. Dabei war es

erforderlich, daß man sich in der Regel um 07.00 Uhr

morgens in Oppenau vor der Kirche traf. Entweder

fuhr man in einem Kombifahrzeug das die Fa. Andre`

Sohn zur Verfügung stellte, oder der Fahrer von

Hermann Sturm ist extra von Lahr mit seinem geschlossenen

Kastenwagen gekommen, hat alle eingeladen

und abends mit viel Bier im Bauch wieder nach

Hause gefahren. Wie Egon Muschal berichtet, fuhr er

selbst, mit einem geliehenen Moped in zweieinhalb

Stunden zum Langenhard und übernachtete dort im

"Hotel Schafstall"!!

Es war Fliegerromantik pur, zusammen mit den

Lahrer Fliegerkameraden unter Hermann Sturm.

1954 wurden 58 Starts auf dem Doppelraab und 18

mit einer SG 38-Boot erflogen, die der "Kinzigtaler

Fliegergruppe" gehörte.

1955

A

m 03. und 04.09.1955 wird mit dem Doppelraab

in Müllheim, anlässlich des dortigen Weinfestes,

mit Sondergenehmigung geflogen. Zum Aufbau

mußte bereits am Vortag (Freitag) angereist

werden, um rechtzeitig das Segelflugzeug startklar

zu haben.

Es wird innerhalb des Vereins darüber nachgedacht,

ev. einen einsitzigen Leistungssegler

"Olympia-51" (Olympia-Meise) von Ing. Hans Jacobs

selbst zu bauen.

Die Aufgabe ein solches Flugzeug in Eigenarbeit zu

bauen war zu groß. Gerd und einige Mitglieder vom

Fach, konnten die Zeit dafür nicht mehr erbringen.

Auf dem Segelfluggelände "Langenhard" in Lahr

von links:

Dieter Hoferer; Heinz Hill, Eugen Hoch; Hansfrieder Gros;

Otto Hodapp; Fine Bauer (Frau v. Udo)

19


Die Werkstatt der FGO

Ab 1951 konnte zunächst eine RAD-Baracke im Steinenbach

genutzt werden die jedoch alsbald abgerissen

wurde um sie oberhalb des Sportplatzes wieder

aufzubauen.

Nachdem wesentliche Holzbauteile verfaulten und

die Baracke unbenutzbar wurde, konnte man ins

Im Zuge des

Wohnungsbauprogramms

der

Stadt Oppenau

mußte

1959 das

ehemalige

Schützenhaus

dem

Neubau von

Mehrfamilienhäusern weichen. Das abgebaute und

wieder neu errichtete Gebäude stand ca. 150 Meter

vom alten entfernt und zu ca. 90% auf Gemarkung

Ramsbach, der kleinere Teil auf Oppenauer Seite. Die

Kosten beliefen sich auf ca. 10.000,00 DM. Der Großteil

aller Arbeiten wurden in Eigenleistung erbracht.

Eine neue Aufteilung der Grundriss-Gestaltung war

durch die gemeinsame Nutzung von FGO sowie

Turn-und Sportverein notwendig geworden. Der

FGO standen nun ca. 105 m² Werkstattraum zur

Verfügung.

leer stehende , benachbarte, alte Schützenhaus umziehen.

Die Räumlichkeiten wurden die zweite Heimat

der FGO.

Dieter Hoferer, Heinz Hill, Udo Bauer, Fritz Haas

20


1956

21


1958

Absturz Doppelraab D-8754 am 13.07.

Fluglehrer Simon aus Offenburg sitzend, Werner Riehl, liegend

D

ie Besatzung Kaspar Simon / Werner Riehl,

wurde Opfer eines Konstruktionsfehlers beim

"Doppelraab". Beim Start überrollte das Flugzeug mit

dem Schleppseil das Kufenrad. Beim erneuten Windenanzug

wickelte sich das Schleppseil um das Rad

und riss den "Raab" zu Boden. Ausklinken war unmöglich,

die beiden Piloten saßen in der Falle. Zum

Glück stoppte der Windenfahrer sehr schnell den

Hochschlepp, sodass der trudelnde "Raab" nur eine

relativ geringe Absturzhöhe hatte. Fluglehrer und

Flugschüler hatten großes Glück, wenn man den

Scherbenhaufen betrachtet.

Kaspar Simon kam mit dem Schrecken davon,

Werner Riehl musste 4 Wochen ins Krankenhaus. Ein

Schutzengel hat Piloten und Verein vor einer

menschlichen Tragödie bewahrt.

Ein Flugbetrieb mit dem Doppelraab konnte aufgrund

des Totalschadens nicht mehr erfolgen und

wurde am 02.12.1958 offiziell eingestellt

Das Schleppseil hatte sich im Rad verfangen.

22


Die Überreste des von der FGO in Eigenarbeit erstellten

Segelflugzeuges "Doppelraab" lagen lange Zeit

auf dem Speicher der

Werkstatt des verstorbenen

Schreinermeisters

Hans Gimpl.

Der Nachfolger räumte

den Speicher. Die

Reste der Maschine

wurden leider im

August 1975 auf den

Müllabfuhr-Platz entsorgt.

9

Das Bild rechts zeigt ein

original Bruchstück des Armaturenbrettes.

10

Den Piloten wurde in Ermangelung

eines Funkgerätes

durch verschiedene, beim Landetuch ausgelegte

Markierungen Anweisungen erteilt. Im Falle eines

gelben Winkels, musste z.B. der Pilot des Doppelraab

sofort landen.

Das Segelflugzeug konnte leider nicht allzu lange

geflogen werden. Es stellte sich bei einer späteren

Abnahme heraus, daß das zulässige Gesamtgewicht

bei zwei Personen weit überschritten wurde.

Man durfte

nur noch

einsitzig

fliegen. Die

Enttäuschung

war

groß. 1961

wurde das

Segelflugzeug

stillgelegt.

Ankunft der Mü-13E auf dem Flugplatz in

Offenburg

Wieder war die FGO ohne ein eigenes Flugzeug.

3 Jahre hat es gedauert, bis die Fluggemeinschaft

Baden-Baden gefunden wurde, die dieses Flugzeug

am 13. Juni 1964 für 3500,00 DM erworben hat.

Die Fliegergruppe hatte nun kein Flugzeug mehr.

Also hat man sich kurzfristig entschlossen, einen

neuen ( gebrauchten ) aber modernen Doppelsitzer

zu erwerben. Gerd Maier hatte gute Verbindungen

zur Akaflieg München, mit der man sich, nach einer

Besichtigung vor Ort, auf den Kauf einer MÜ 13E zu

einem Preis von 4.000,00 DM geeinigt hatte.

Das wäre jedoch nicht möglich gewesen, hätte nicht

Fritz Haas für die Anschaffungskosten gebürgt.

In Österreich war das Segelfliegen schon ab 1950

erlaubt. So konnte die Mü 13E als erste deutsche

Nachkriegskonstruktion dort gebaut und ab 19. August

1951 unter dem Taufnamen "Bergfalke" geflogen

werden. 11

Mü 13E

23


D

Elly Beinhorn

eutschlands bekannteste Sportfliegerin

kommt auf Einladung von Gerd Meier am

15.11. in das Hotel Adler nach Oppenau zu einem

Vortrag.

Sie nimmt die Ehrenmitgliedschaft der FGO an.

1959

Z

um 01.01. konnte die FGO 49 Mitglieder verzeichnen.

Es werden durch Vermittlung von

Egon Muschal 46 Parkbänke zu je 70,00 DM gebaut.

Abnehmer waren die Gemeindeverwaltung Bad

Griesbach und das Gasthaus Zuflucht. Das war jedoch

nicht das Ende dieser Parkbank Aktion. So dürften

zuletzt etwa die doppelte Anzahl hergestellt worden

sein. In einem durch die Fa. Doll zur Verfügung gestellten

Raum, wurden die Beton, Eisen- und Holzelemente

angefertigt. Die Erlöse wurden für ein neues

Segelflugzeug angespart.

Durch Blutspenden waren Einnahmen von 1200,00

DM zu verzeichnen.

1963

A

m 19.04 fanden im Rahmen der Jahres Hauptversammlung,

im Hotel Adler in Oppenau,

Neuwahlen statt.

Elly Beinhorn

* 1907 † 2007 in München

Im Dezember 1931 brach sie zu einer Weltumrundung

auf. Nach mehr als sieben Monaten erreichte sie Buenos

Aires. Sie war damit die erste Frau, die die Welt im

Alleinflug umrundet hatte. Drei Notlandungen und

lange Fußmärsche durch die persische Wüste, politische

Unruhen, wiederholte Umbauarbeiten am kleinmotorigen

"Klemm" Flugzeug, sowie eine mühsame

Schiffspassage über den "Stillen Ozean" führten zu der

langen Reisezeit.

Die legendäre Me 108 "Taifun" verdankt Ihren Beinamen

der Fliegerin Elly Beinhorn, die das richtungsweisende

Flugzeug sehr schätzte.

Gerd Meier und Elly Beinhorn flogen u.a. auch gemeinsam

einen Deutschlandflug, den sie als

"Erste" gewannen.

1. Vorsitzender Dr. Oskar Schmid

2. Vorsitzender Fritz Haas

Schriftführer Dieter Hoferer

Kassier

Otto Hodapp

Am 05.07. wurde eine Außerordentliche Hauptversammlung

angesetzt. Einziger Tagesordnungspunkt,

Beschluss über die Eintragung des Vereins in das

Vereinsregister und die Annahme der

1. Satzung der "Fliegergruppe Oppenau e.V."

Die Abstimmung erfolgte ohne Gegenstimmen und

ohne Enthaltungen.

Eingetragen wurde die " FGO e.V." am 06.09.1963

durch Justiz-Oberinspektor Herr Kimmig, im

Amtsgericht Oberkirch.

24


1964

J

HV im Gasthaus "Brauerei Bruder", in Oppenau.

Zustimmung zum Kauf eines doppelsitzigen Segelflugzeuges,

"Scheibe Bergfalke 3",

für 12.700,00 DM.

Im Spätjahr soll das Segelflugzeug "MÜ 13 E" zum

Verkauf ausgeschrieben werden.

Die MÜ 13 E, einschließlich Transportanhänger

konnte sodann nach Baden-Baden verkauft werden.

Wie man unschwer erkennen kann, wurden Werte

geschaffen, die ohne den bedingungslosen, gemeinsamen

Willen fliegen zu wollen, nicht möglich gewesen

wären.

Es wurden immer wieder Parkbänke gebaut

( Stückpreis 70,00 DM ) die heute noch genutzt werden,

Blut gespendet ( 420 cm³ Konserve erbrachte

30,00 DM ),

Holzwellen

gebündelt

und vieles

mehr, deren

Erlöse dem

Verein zu

Gute kamen.

Der Geist,

einer für alle

und alle für

Einen, hat dem

Verein in oftmals

schwierigen

Zeiten seine Existenz gesichert.

Diese Bänke z.B. stehen am "Panoramaweg" in

Oppenau

Dr. Hölder, Dieter Hoferer, Fritz Wild, Bernhard Meier

Dr. Hölder ( Krankenhaus Oberkirch ) war ein sehr

freundlicher und der Fliegerei wohlgesonnener Fliegerarzt

und Motorpilot aus Schutterwald. Vielen

"Renchtäler" Piloten dürfte er noch in guter Erinnerung

sein.

Assistent

Blutspender Oskar Schmiederer

Nach dem Blutspenden stand Fritz Haas am Ausgang

bereit und sammelte sofort das erhaltene Geld ein,

um es der Vereinskasse zuzuführen. Danach ging es

in eine Wirtschaft und es wurde kräftig gebechert !!

25


1965

Flugzeug-Taufe, Bergfalke 3, D-8889

wurde, auf dem in enormer Eigenleistung und dank

der hochgeachteten LVB-Präsidentin Lore Sturm, in

mehreren Etappen eine ganz neue Fliegerhalle erbaut

werden konnte.

Flugzeugtaufe im Stadtgarten Oppenau

D

ie Fliegergruppe hat es immer wieder verstanden,

die Oppenauer und auch Renchtäler

für die Fliegerei zu begeistern. Nur so ist es zu verstehen,

daß viele interessierte Zuschauer dem Taufakt

des neu erworbenen, doppelsitzigen Segelflugzeuges

"Bergfalke 3" im Stadtgarten Oppenau beiwohnten.

Die Zahl der Förder-Mitglieder, und die Spendenbereitschaft

ist spürbar gestiegen. Eine Randsportart,

wie die Segelfliegerei, der breiten Bevölkerung positiv

zu präsentieren, hatte nicht zuletzt auch dazu

geführt, daß später im Ramsbach-Höfle, der FGO ein

Grundstück von der Gemeinde angeboten

26


1966

J

HV mit Neuwahlen des Vorstandes am 22.04. im

Hotel "Adler" in Oppenau

1. Vorsitzender Dr. Oskar Schmid

2. Vorsitzender Oskar Schmiederer

Schriftführer Dieter Hoferer

Kassier

Otto Hodapp

Oskar Schmiederer

Ein Bruder von Anton, ebenfalls kein aktiver Pilot,

war jahrelang Werkstattleiter der FGO. Er wurde

zum 2.Vorsitzenden gewählt und hatte das Amt bis

zur Fusion mit dem Luftsport Club Oberkirch 1976

inne. Oskar, ein Glücksfall für die Oppenauer Flieger,

war Meister in der Fa. Fahrzeugbau Doll. Er und sein

Doll-Team benutzten oft nach Feierabend große

Werkstatträume für alle möglichen und unmöglichen

Vereinsarbeiten.

Unvergessen auch der Dank an die stets unterstützenden

Firmenchefs der Fa. Doll.

Fritz Haas, ehem. 2. Vorsitzender ist leider verstorben

1969

D

ie Motorflug Kommission tagt am 02.12. im

Hotel "Adler" in Oppenau. Schirmherr ist Franz

Burda, Initiator Gerd Maier.

JHV mit Neuwahlen des Vorstandes am 13.12. im

Gasthaus "Zur Linde" in Oppenau.

1. Vorsitzender Dr. Oskar Schmid

2. Vorsitzender Oskar Schmiederer

Schriftführer Dieter Hoferer

Kassier

Otto Hodapp

Hansfrieder Gros

Sohn von Dr. Ing. Georg Gros war immer dem Verein

wohlgesinnt. Er hat die FGO und nach 1976 die FGR

immer großzügig mit Farben, Lacken, Klebstoffen ec.

für Instandsetzungsarbeiten von Flugzeugen oder

Werkstatt versorgt.

Heinz Hill

Mitglied der

FGO und aktiver

Pilot hat

aufgrund seines

Berufes als

Elektriker, den

ersten Werkstattbau

in

Ramsbach-

Höfle mit der

notwendigen

Elektroinstallation

versorgt.

Befragte man

Heinz nach Art

und Arbeitsumfang,

bekam

man todsicher nach der Erklärung den Anhang:

" Mann, da steckt aber Arbeit drin ! "

1970

I

n diesem Jahr wurde die Anschaffung eines Motorseglers

, SF 27 M der Fa. Scheibe für 23.640,00

DM zum herausragenden Ereignis. Hatte man bislang

doch nur das reine Segelfliegen im Sinn.

Dr. Heinz Krüger aus Schwanau, hat sich mit

5.000,00 DM am Kaufpreis beteiligt und konnte

somit den Motorsegler mitbenutzen. Von der FGO

hatten Dieter Hoferer und Egon Muschal die

Motorsegler-Berechtigung.

27


Die SF-27 wurde in der Version SF-27 M als erster

Motorsegler mit Klapptriebwerk in Serienproduktion

gebaut. Der Motor mußte mit einem

Seilzug im Cocpit gestartet werden, was durchaus zu

einer schweißtreibenden Arbeit ausarten konnte.

kurzfristig den Anforderungen angepasst) Schrift

führer der FGO bis 1976.

Nach der Fussion mit Oberkirch hatte er das Amt

noch bis 1992 inne. 2007 wurde Dieter in Anerkenntnis

seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den

Verein, die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Bis zum heutigen Tag berät er die FGR in Steuerangelegenheiten

und erstellt den Jahresabschluß.

Dieter ist noch der einzige FGO / FGR Zeitzeuge, der

von Anfang an dabei ist.

Dieter

Hoferer bei

den Start

vorberei

tungen

zu einem

Flug ins

Renchtal.

Daher wollte man auch einen elektrischen Anlasser

nachrüsten, was jedoch nicht genehmigt wurde.

Dieter Hoferer

1936 geboren, lernte er im Alter von 15 Jahren Gerd

Maier aus Oppenau kennen, der ihn 1951 auf den

Flugplatz Polygon in Straßburg mitnahm, wo er

einen Motorflug miterleben durfte. Gerd hatte die

schweizer - und französische Motorflug Lizenz.

Dieses Elebnis war so prägend, daß er sich

entschloß, am 01. Oktober 1951 der FGO

beizutreten. 1954 begann die Schulung zum

Segelflugzeugführer, auch mit schweizer und

östereichischer Berechtigung. 1962 erwarb er den

Motor-flugschein und 1970 das Beiblatt 3 zur

Motorsegler Berechtigung.

1952 bis 1954 und 1955 bis 1957 war Dieter

Kassenwart. Ab 1953 (die Ämter wurden damals

Dieter Hoferer im Flug über Oppenau.

Film Aufnahme aus der Piper von Gerd Maier

28


1971

D

ie Fliegergruppe Oppenau gestattet der Segelfluggruppe

Straßburg, (Aero Club D`ALSACE)

vom August bis September die Benutzung des Segelflugzeuges

Bergfalke 3 (D-8889). Das Flugzeug wird

im Schulbetrieb eingesetzt und nur mit Fluglehrer

geflogen. Es wird zu diesem Zweck, vorübergehend

auf dem Flugplatz Straßburg-Neudorf ( Polygon )

stationiert.

Im September wurde der Bergfalke der Sportfliegergruppe

Calw e.V. für 8750,00 DM verkauft.

1974

J

HV mit Neuwahlen des Vorstandes, am 23.03. im

Gasthaus "Rebstock" in Oppenau.

1.Vorsitzender

2.Vorsitzender

Schriftführer

Kassier

Dr. Oskar Schmid

Oskar Schmiederer

Dieter Hoferer

Otto Hodapp

Einnahmen aus Flügen mit dem Motorsegler

SF 27 M ergaben 3.000,00 DM/Jahr, durch die Gruppe

Muschal, Krüger, Armbruster. 68 Starts, 248 Std.,

bei 38 Motorstunden.

1975

D

er Motorsegler SF 27 M wurde am 07.12. zu

einem Preis von 19.850,00 DM an eine Haltergemeinschaft

nach Giesen verkauft. Das Miteigentum

von Dr. Krüger mußte natürlich an ihn ausbezahlt

werden.

Die Gründe für den Verkauf lagen einerseits bei der

geringen Auslastung und zum anderen die in Vorbereitung

befindliche Fusion mit dem Luftsport Club

Oberkirch. Die geringe Auslastung ist nicht zu Letzt

auch auf die sich enorm entwickelnde 2.Leidenschaft

von Egon Muschal zurückzuführen, der dieses Flugzeug

gerne flog. Der Bau und die Eröffnung, "seiner"

Matten Sprungschanze in Bad-Griesbach mit anschließenden

Trainingslehrgängen, hatte den Einsatz

unter der Woche, speziell für die SF 27 M, stark beschnitten.

Die technische Weiterentwicklung ging ungemein

rasch weiter, und die SF 27 M wurde, trotz ihrer

guten Eigenschaften, alsbald zum mitleidig belächelten

Oldtimer für Einsitzer. Daher war die logische

Folge des Verkaufs durchaus gerechtfertigt.

Die FGO hatte sich auf 12 Mitglieder reduziert.

Alfred Hoch, gebürtiger Griesbacher, ein exzellenter

Schweißer, verstarb.

Oskar Schmiederer, 2. Vorsitzender, ist am

24.11.1976 im Alter von 54 Jahren gestorben.

29


13.11.1976

Außerordentliche Hauptversammlung im Gasthaus Brauerei Bruder in

Oppenau.

W

ichtigster Tagesordnungspunkt: Zusammenschluss der Fliegergruppe Oppenau mit der Fliegergruppe

Oberkirch. Die Mitglieder sehen in dem Zusammenschluss eine größere fliegerische Erweiterung, zumal

in Oppenau auch in Zukunft, aufgrund der topografischen Gegebenheiten kein Fluggelände ausgewiesen

werden kann.

Kassenstand:

14.003,89 DM

Im Kassenbericht von Otto Hodapp war vermerkt, /.../ " man möchte sagen, somit sind wir kein armer Verein".

Otto, als letzter Kassenwart der FGO, war 22 Jahre dem Verein mit akribischer Genauigkeit dienlich.

In seinem Bericht betonte er, /.../ " ich habe es gerne für euch getan".

Es wurde beschlossen:

1.) Die FG Oppenau e.V. tritt in die neue Flieger Gruppe Renchtal e.V. ein.

2.) Die FG Oppenau e.V. bringt das gesamte Vermögen in diese Gemeinschaft ein.

Alle anwesenden Mitglieder stimmten zu.

Die neue Vereinssatzung wurde genehmigt.

30


31


32


I

Gebrüder Schoch 12

hre Wiege stand in Betzenhausen im Breisgau. Dort

wurden die Zwillingsbrüder Karl und Gustav am 26. Juni

1884 geboren. Ihre Kindheit und Jugendzeit verbrachten sie

in Oberkirch. Beide gingen hier zur Schule und erlernten

danach das Malerhandwerk. Weil sie nach Höherem strebten,

zog es sie in die Ferne, nach München, Schweiz, Italien

und Frankreich. Die Wander, Lehr-und Reifejahre mit Unterricht

bei Privatlehrern fanden einen vorläufigen Abschluss

durch den Besuch der Kunstgewerbeschule

Karlsruhe. Das war im Jahre 1912 und 1913. Beide teilten

das Interesse fürs Fliegen.

In Aufzeichnungen von "Otto Bruder" Oppenau (der Onkel

von Dieter Hoferer) kann man lesen: " Der Bau eines Segelflugzeuges

soll schon 1907 von den Gebrüdern Gustav-und

Karl Schoch, beide Kunstmaler in Oberkirch, begonnen worden

sein" . (Leider nicht verifizierbar)

Nach dem ersten Weltkrieg war die Begeisterung so groß,

dass sie mit dem Bau eines Motorflugzeuges anfingen. Es

sollte ein doppelschwanziges, mit zwei BMW-Motoren ausgerüstetes,

aus einem Leichtmetallgerippe und verzinkter

Blechverkleidung versehenes Flugzeug werden. Die Brüder

beabsichtigten, irgendwann einmal, nach Afrika zu fliegen.

In den Bau des Flugzeuges steckten sie jedes erübrigte Geld

( damals Mark und Pfennig ). Aber ihre bescheidenen Mittel

reichten nicht aus, um das Werk zu vollenden. Als erklärte

Verneiner der Nazi-Politik, standen sie von vornherein auf

der "Schwarzen Liste". Verleumdungen und Anzeigen taten

Vor ihrem Flugzeug Karl und Gustav

ein Übriges. 1938 mussten sie ihren Arbeitsplatz räumen. Als sie gerade Deckengemälde der katholischen Pfarrkirche

"St. Peter u. Paul" in Bad Peterstal restaurierten, wurden sie von der Gestapo verhaftet und ins KZ Buchenwald

( bei Weimar ) deportiert. Sie wurden aus allen Hobbyvereinen, selbst aus dem Roten Kreuz, ausgeschlossen.

Weil während des 2.Weltkrieges auch die Kirchen-glocken und andere Metalle zur Munitionsherstellung abzugeben

waren, wurde das im Hof der Familie Schoch in Oberkirch Butschbacher Straße stehende, für nichts mehr

nützliche Metallgerüst vom Vater der Gebrüder abgebaut und somit der kriegerischen Weiterverwertung entzogen.

Karl und Gustav Schoch gelten als die ersten, namentlich bekannten Flug-Pioniere, des im Jahr 1951 gegründeten

"Luftsport Club Oberkirch".

33


Entstehung der Fliegergruppe Renchtal e.V.

Oberkirch 1951 bis 1976

Segelflugzeug " SG 38 Oberkirch " wird zum Fliegen aufgerüstet

( Flugplatz Offenburg )

34


1951

In Oberkirch haben sich ein ehemaliger Wehrmachtspilot, Handwerker, Lehrer und weitere Luftsport interessierte

Personen zusammengefunden, und am

16.05.1951 den " Luftsport Club Oberkirch "

ins Leben gerufen. nachfolgend " LCO " genannt.

Die Gründungsversammlung fand im "Gasthaus Sonne" in Oberkirch statt.

Aus der Gründerzeit bis zum Zusammenschluss mit der Fliegergruppe Oppenau 1976, gibt es leider nur noch

wenige schriftliche Dokumente und Zeitzeugen. Hinweise auf Ereignisse mit Datum dürfen als verlässlich gelten

oder sind mit entsprechender Endnote gekennzeichnet.

Die Gründungsmitglieder des LCO

Hauck Theo

Hildenbrand Adolf

Höffinghoff Günter

Lauck Robert

Meyer Eugen

Müller Albert

Roth

Schwarz Rudolf

Schwarz Hermann

Frei Hubert

Kenz Werner

Söllner Fritz

Bross Franz

Huschle Franz

Dr. R. Brandsch

Dr. Ruhr Reinhold

Zeiher Heinz

Angestellter der Stadt Oberkirch

Sanitär Meister, Oberkirch

Kaufmann, Oberkirch

Berufsschul-Lehrer, Oberkirch

Schreiner Meister, Oberkirch

Uhrmacher Meister, Oberkirch

Kohlenhandlung, Oberkirch

Rundfunk Mechaniker Meister, Oberkirch

Gießer Meister bei Fa. Link, Oberkirch

Ingenieur bei Sägewerk Streif, Oberkirch

Fahrer bei Fa. Koehler

Gewerbeschullehrer, Oberkirch

Schulleiter

35


E

rste Vorstandswahl des Luftsportklub Oberkirch

1. Vorsitzender Rudolf Schwarz

2. Vorsitzender Adolf Hildenbrand

Kassier Hubert Frei

Schriftführer Werner Kenz

Rudolf ( Rudi ) Schwarz

Bei der Gründungsversammlung

wurde Rudi Schwarz

aus Oberkirch, Inhaber des

Fachgeschäftes " Radio-

Schwarz", zum ersten Vorsitzenden

des LCO gewählt.

Er leitete die Fliegergruppe

mit seiner ganz besonderen,

aus seinem Beruf bekannten

akribisch genauen Art bis

1966. In dieser Zeit wurde

auch der "L-Spatz gebaut".

Als er soweit war, dass die Tragflächen bespannt

werden mussten, haben Vereinskameraden ihm,

wohlwissend seiner Genauigkeit, einen Streich gespielt.

»Man vermittelte ihm glaubhaft, ein Schnittmuster für

den Bespannstoff zu benötigen, um ihn exakt zurechtschneiden

zu können, was er auch mit größter Sorgfalt

übers Wochenende erarbeitete. Mit dem Schnittmusterbogen

kam er am Montag in die Werkstatt um nach

dieser Vorlage den Stoff zurecht zu schneiden. Was er

nicht wusste, seine Fliegerkollegen hatten die Tragflächen

an "einem" Abend schon fertig bespannt !«

Zum Verständnis dieser Aktion sei angefügt, Rudi

war ein Perfektionist, aber in der Praxis muss nicht

immer alles 100-prozentig vorausgeplant, berechnet

oder gezeichnet sein.

2005 verstarb Rudi im Alter von 86 Jahren.

Adi ( Adolf ) Hildenbrand

Sanitär Meister, hatte ebenfalls

einen eigenen Betrieb

in Oberkirch, Renchenerstraße.

Er war ein sehr

guter Handwerker. So hat

sich eine multitalente Mannschaft

geformt, die vieles in

Eigenregie erledigen konnte.

Adi verstarb am 17. Februar

1982

Eugen Meyer

Schreiner- und Glasermeister

mit eigenem Betrieb

in Oberkirch, im Loh,

gegenüber dem Stadtgarten.

Ebenfalls Gründungsmitglied

des LCO. 1941

begann er mit der Segelflugschulung

auf der "SG-

38" beim NS-Fliegerkorps

Südwest in Straßburg.

Überwiegend in Kehl und Offenburg fliegend erwarb

er 1971 die Motorsegler-Berechtigung. Aufgrund

seiner hervorragenden handwerklichen Fähigkeiten

durfte die Werkstattleiter-Prüfung, die ihn zum Bau

von Gleitflugzeugen befähigte, nicht fehlen. Er war

maßgeblich am Bau des Segelflugzeuges "L-Spatz"

involviert. Das Anfertigen von kunstvollen und bis

ins kleinste Detail ausgearbeitete Intarsien waren

ein weiteres Hobby von Ihm. Einige Werke verzieren

heute noch den Vereinsraum der FGR.

Eugen verstarb am 17.11.1995 im Alter von 69 Jahren.

36


D

Theo ( Theodor ) Hauck

er erfahrenste Pilot der Fliegergruppe, war der

1917 in Oberkirch geborene Theo.

Seine Segelflugausbildung begann 1934 bei der Fliegerlandesgruppe

9, auf dem Fluggelände der Segelflughauptübungsstelle

Teck. 1935 konnte er dort die

B-Prüfung ablegen.

Danach begann die militärische Ausbildung 1938 in

Karlsruhe, um dann in Lechfeld, seinem zukünftigen

Standort, mit 21 Jahren als Gefreiter zum Flugzeugführer

ausgebildet zu werden. Von 1938 bis 1942

war er als Fluglehrer tätig. In dieser Zeit am

26.10.1939 hat ihm, bei einem dramatischen Absturz,

ein Schutzengel das Leben gerettet.

Mit 24 Jahren befehligte Theo als Feldwebel eine

Schülerkompanie der Kampffliegerschule 3. Er flog

nach Aussagen seiner Frau, über 20 verschiedene

Flugzeug-Muster und erwarb den Blindflugschein

A/B für zahlreiche, sich im militärischen Einsatz

befindliche Flugzeugtypen.

Theo war ein begeisterter Flugmodellbauer und hat

gerne sein Wissen und seine Fertigkeiten den jungen

und alten Hobby-Bastlern weitergegeben.

Ihn kannte fast jeder in Oberkirch unter dem Pseudonym

"Gasmann-Theo" . Er hat u.a. Gas, Strom-und

Wasserverbrauch in den einzelnen Haushalten abgelesen.

Er war immer zu einem Scherz aufgelegt.

1956 erwarb er die Segelflug - "C-Lizenz" auf dem

Bohlhof bei Fluglehrer Lienert und 1959 die "Silber

C" mit dem vereinseigenen " L-Spatz " während eines

Fluglagers des LCO in Unterwössen im Chiemgau.

Als Gründungsmitglied des LCO hat er die Geschicke

des Vereins, nach 1976 auch die der FGR immer

aktiv mitgestaltet .

Theo verstarb unerwartet am 14.Oktober 1997.

37


I

n Oberkirch an der Rench, beim jetzigen Gymnasium,

der sogenannten "Renchmatten", konnte

auf Bitten des LCO der Bau einer Unterkunft, (Baracke)

genehmigt und mit vereinten Kräften errichtet

werden. (Die Genehmigung erfolgte auf jederzeitigen

Widerruf.) 13

Ab- und Aufbau der alten RAD Baracke in Urloffen, Marke "Hausbau

Streif" aus Oberkirch

Die Zeiten nach dem Krieg waren hart. Einen finanziellen

Grundstock gab es nicht. Also hat man sich um

eine alte RAD-Baracke in Urloffen bemüht, sie demontiert

und am erwähnten Standort in etwas verkleinerter

Größe wieder aufgebaut. Franz Bross,

Gründungsmitglied des LCO, hat die erforderlichen

Innenausbau-Arbeiten überwiegend selbst durchgeführt.

Das Interesse am Flugsport, ganz besonders der

Jugend war so groß, dass zunächst eine Flugzeug

Modellbau Gruppe gebildet werden konnte. Mit

Uhrmacher Meister Albert Müller als Modellbau Referent

Theo Hauck, Josef Männle und Hermann

Schwarz, hatten leidenschaftliche Modellbauer die

Fliegergruppe unter der Oberkircher Bevölkerung

bekannt gemacht.

38


Die Renchtal Zeitung berichtet am 09. Juni 1951 14 ,

»Es wurde auf der Hauptversammlung zur Bedingung

gemacht, dass jedes Mitglied das einmal selbst fliegen

will, zunächst ein eigenes Modell baut. Es wurde darauf

verzichtet eine Unmenge von Modellen zu konstruieren,

sondern es werden bestbewährte Modelle in

Serien hergestellt, die gleichzeitig für die Idee des

Luftsports werben sollen«.

Bild oben

Das Ergebnis intensiver Arbeit und Förderung der

Jugend, waren dann doch eine Vielfalt von Flugmodellen,

die hier auf dem linken Renchdamm, gegenüber

der Fliegerbaracke gezeigt wurden. Manch

neuer Flugschüler konnte so für die Fliegerei mit

großen Flugzeugen gewonnen werden.

39


1953

J

ahreshauptversammlung im Gasthaus "Schwarzer

Adler" in Oberkirch.

Mit Rücksicht auf den baldigen Beginn der Flugtätigkeit

wurde die Vorstandschaft erweitert. Sie wird

nun wie folgt gebildet:

1. Vorsitzender Rudolf Schwarz

2. Vorsitzender Willi Eitel

(*1929 † 2013)

Kassier

Theo Hauck

Schriftführer

Günther Höfinghoff

Flugbetriebsleiter Adolf Hildenbrand

Segelflug-Werkstattl. Eugen Meyer

Modellbau-Werkstattl. Michael Hinger

Man wünschte sich möglichst bald mit einem eigenen

Flugzeug fliegen zu können und erwarb einen

Schulgleiter "SG-38", der am Weinfestsonntag getauft

werden soll.

In Ermangelung eines eigenen Flugplatzes, aber guter

Beziehungen zur Offenburger Fliegergruppe,

wurde dann vorwiegend auf deren Flugplatz geflogen.

Der SG 38 war zur Einsitzer-Schulung besonders

geeignet, da er auch härtere Landungen leicht

wegstecken konnte. Kaum ein Gleitflugzeug wurde

häufiger gebaut und geflogen. Tausende von Piloten

machten ihre ersten Sprünge auf einer SG 38. Die

Abkürzung "SG" bezieht sich ursächlich nicht auf die

Bezeichnung Schulgleiter, sondern auf die Firma

Schneider in Grunau.

* 1925 † 2013

Höfinghoff Günter

Günter Höfinghoff,

Gründungsmitglied und ab

1953 Schriftführer des LCO,

war einer der ersten Piloten,

der seine A-Prüfung auf diesem

Schulgleiter ablegen durfte.

Anlässlich des Oberkircher Weinfestes am

13./14. September, das erste fand 1949 statt, soll ein

Flugtag auf den Renchmatten stattfinden. Es sind

Demonstrationsflüge mit dem neu erworbenen

Schulgleiter "SG-38" und einem Doppelsitzer-

Segelflugzeug "Kranich" der Fliegergruppe Offenburg

vorgesehen. Schon zwei Jahre zuvor begannen die

Vorbereitungen. 16 Grundstückseigentümer und

Anlieger mussten gefragt werden die auch ihr Einverständnis

erteilten die Wiesen nutzen zu dürfen.

Herr Rinkel, amtlicher Sachverständiger für Segelflug

und Segelfluggelände, erarbeitete ein zweiseitiges

Gutachten. Zustimmen musste auch das Innenministerium

von Baden-Württemberg und das "Zivile

Luftamt der Alliierten Hohen Kommission" in Frankfurt/Main,

bevor das Regierungspräsidium in Freiburg

die endgültige Genehmigung erteilte.

40


A

m Weinfest-Sonntag den 14.Sept. 11:00 Uhr,

wurde im Stadtgarten die Taufe des neu erstandenen

Schulgleiters "SG-38" vorbereitet. Reden vom

1. Vorsitzenden Rudi Schwarz, Bürgermeister Erwin

Braun und dem 1. Vorsitzenden des "Badischen Luftsport

Verbandes" Herr Reinhard folgten. Mit einem

Glas Wein wurde dann die Taufe auf den Namen

" Oberkirch" vollzogen. Mit passender Blasmusik

umrahmte die Stadtkapelle Oberkirch den Taufakt.

Nachmittags gab es einen Festumzug durch die Stadt.

Der LCO hat sich mächtig ins Zeug gelegt und ein

"Flugzeugbruch"

speziell für

diesen Tag

in der

Firma

Koehler

zusammengebaut

um ihn mit

einem

Wagen im Umzug mitzuführen. Es war sicher ein

spektakuläres Bild für die Zuschauer.

Die Beschriftungen "Lufthoheit" und "EVG" sollten

auf durch die Kriegsereignisse

verlorengegangene

fliegerische

Eigenständigkeit

und zukünftige

"Europäische Verteidigungs

Gemeinschaft"

hinweisen.

Bild oben: Eugen Meyer

zieht mit seinem PKW den

Umzugswagen

Bild rechts: Robert Lauck

mit einem Propeller im

Arm.

»Der von Robert Lauck im Arm befindliche große Propeller,

war eine Leihgabe des Oberkircher Schwanenwirts,

der dieses Relikt als Erinnerung an seine militärische

Fliegerei im Gasthaus aufbewahrte, wo der LCO

seinen Stammtisch hatte«.

Desweiteren mußte der Schulgleiter SG-38 zum Flugfeld

auf die Renchmatten transportiert werden. Damit

die Zuschauer etwas zu sehen bekamen, wurde

das Flugzeug aufgerüstet im Tross des Weinfestumzuges

mitgeführt

Umzugsstrecke, im Hintergrund das frühere Rathaus davor

Gasthaus Sonne. In der Mitte Eugen Meyer

Mit einer Spannweite von 10 Meter war das nur quer

zur Laufrichtung möglich. Da bei der Konstruktion

der Transporträder (Hund bzw. Kuller) diese nicht

drehbar angeordnet waren, mußte das Flugzeug per

Muskelkraft zum Fluggelände "getragen" werden.

Wie Robert Lauck zu berichten weiß, wollte man im

Anschluss Schauflüge mit dem Schulgleiter auf den

Renchmatten durchführen, was jedoch an einer defekten

Seilschlepp-Vorrichtung scheiterte. Das

Schleppseil klinkte beim Seilanziehen immer wieder

aus.

41


Im Windenschlepp konnte mit Gästerundflügen der

Segelflugsport, den begeisterten Zuschauern näher

gebracht werden. Das war auch sehr wichtig, hatte

man doch schon damals immer den Wunsch, in

Oberkirch ein eigenes Segelfluggelände zu besitzen.

Geflogen wurde u.a. mit dem Segelflugzeug Doppelsitzer

"Kranich 3" der Offenburger Fliegergruppe.

Fluglehrer Lienert (Offenburg) und Theo Hauck

(LCO) erreichten z.B. bei Windenschlepps 350 Meter

Ausklinkhöhe, mit einer Flugdauer von ca. 5 Min.! 15

Richard Welsch, aktives Mitglied des LCO ab 1961

erinnert sich, dass der Schulgleiter innerhalb der

Werkstattbaracke nach einem Einbruch von Unbekannten

mutwillig zerstört und somit unbrauchbar

wurde.

Ein Jahr später stellte der Luftsport Club einen entsprechenden

Antrag an die Stadt, die am Flugtag

genutzten Renchmatten als eigenes Fluggelände

nutzen zu können. Leider blieb dieser Wunsch nur

ein Traum, denn das Gelände wurde vorgehalten und

mit dem jetzigen Gymnasium und einer Umgehungsstraße

bebaut

Über den Traum eines eigenen Flugplatzes in

Oberkirch, wird später noch ausführlich zu berichten

sein.

1956

E

s wird begonnen das einsitzige Leistungs-

Segelflugzeug "L-Spatz" in Eigenarbeit zu bauen.

Nachdem ab 28. April 1951 der Segelflug in Deutschland

wieder erlaubt war, stieg in den Segelflugvereinen

auch der Bedarf an einsitzigen Flugzeugen für

den aufstrebenden Leistungssegelflug.

Mit dem "Spatz-A" entwickelte die Fa. Scheibe als

zweite Konstruktion die einsitzige Ergänzung zur

"Mü 13 E / Bergfalke I". Obwohl sich die Spatzen als

sehr wendig auszeichneten, hatten sie aufgrund ihrer

geringen Flügelschränkung (ausgenommen

"L Spatz III" ) die schlechte Eigenschaft, bei überzogenem

Flugzustand, ohne besondere Vorwarnung

über die Fläche abzukippen und ins Trudeln überzugehen.

Dieser Zustand konnte jedoch durch schnelles

Gegenseitenruder (Standardverfahren) sofort beendet

werden Die Flugzeuge der Baureihe Spatz waren

mit ca. 500 gebauten Exemplaren das erfolgreichste

Produkt der Firma Scheibe-Flugzeugbau GmbH. 16

Segelflugzeug im Endanflug auf das Landefeld Renchmatten

42


Bild oben

Hanno Huber Rudi Schwarz Robert Lauck

beim Bearbeiten der linken Tragfläche des L-Spatz

Robert Lauck

Als Gründungsmitglied und aktiver Pilot des LCO, ist

Robert der einzige Zeitzeuge, der mit seinen rüstigen

85 Jahren (2013), von den

Anfängen bis weit in die FGR

Zeit zu berichten weiß und so

einen nicht unerheblichen

Beitrag zur chronologischen

LCO Aufarbeitung der Vereinsgeschichte

beigetragen

hat. Robert arbeitete in den

Straßburger Junkers Werken

an Motoren und Verstell-

Luftschrauben und konnte

dort in einer firmeneigenen Segelfluggruppe den

C-Schein erwerben. Robert war als Industriemeister,

Technischer-Lehrer in Maschinenbau, Kfz.-und

Kunststofftechnik an der "Gewerblichen Berufsschule"

in Oberkirch tätig. Somit konnte er seine handwerklichen

Fähigkeiten im LCO, z.B. beim Bau des

L-Spatz und der FGR einbringen.

1978 beendete er die aktive Fliegerei und 1992 dann

auch seine passive FGR-Mitgliedschaft.

Von links: Theo Hauck, Hermann Schwarz (*1925 †1995)

Eugen Meyer, Männle, Robert Lauck

Man könnte glauben, am L-Spatz wird nur im Sakko

und Krawatte gearbeitet, wenn nicht wenigstens

einer (Robert) demonstrativ im erkennbar angegriffenen

Arbeitskittel tätig wäre !!

L-Spatz im Rohbau ohne Bespannung

43


1957

Anlässlich der Monatsversammlung

im März 1957

war nebenstehender Zeitungsbericht

in der Renchtalzeitung

erschienen.

Bild unten

Gastwirt Franz Buchter

"Badischer Hof" in Oberkirch,

überreichte das Stammtisch-Symbol,

den "L-Spatz" über den Tannenwipfeln.

Von links:

Franz Buchter, Hermann Schwarz,

Theo Hauck, Günther Höfinghoff,

Rudolf Schwarz

44


1959

D

er bisherige Standort der Werkstattbaracke

muß städtebaulichen Maßnahmen weichen. In

Verhandlungen mit dem Landwirt Josef Huschle,

Pächter des zukünftig vorgesehenen Platzes, Herrn

Stadtbaumeister Rhein und dem 1. Vorsitzenden des

LCO Rudolf Schwarz verlaufen positiv.

Der L-Spatz bekam das Luftfahrt-Kennzeichen " D-8806 "

Der Leistungssegler "L-Spatz" konnte nach knapp

zweijähriger Bauarbeit der Oberkircher Segelflieger

fertiggestellt werden. In Offenburg fand die technische

Abnahme des Flugzeuges durch den amtlichen

Luftfahrt Sachverständigen statt. »Infolge der sorgfältigen

und gewissenhaften Werkstattarbeit, die bei

den Oberkircher Segelfliegern geleistet wurde, erfolgte

die Abnahme ohne jede Beanstandung.« 17

Im kommenden Jahr wollen die Fliegergruppen

Offenburg, Lahr, Oberkirch, Oppenau, Kinzigtal und

Achern einen gemeinsamen Flugbetrieb durchführen.

Bei einer Zusammenkunft der Vorstände in

Offenburg erklärten alle Gruppen grundsätzlich ihre

Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit in einer

Fluggemeinschaft. Der Flugbetrieb soll auf dem

Offenburger Flugplatz und auf dem Langenhard bei

Lahr durchgeführt werden.

Um theoretischen Unterricht als Vorbereitung auf

die Lizenz-Prüfung durchführen zu können, hat auf

Antrag des LCO die Stadt Oberkirch genehmigt, dass

für Unterrichtszwecke ein beheizter Raum ( Handarbeitssaal

) jeden Mittwoch zwischen 20:00 und

22:00 Uhr im früheren "Musikhäuschen" ( Nebengebäude

der Gewerbeschule ) genutzt werden darf.

Wiederaufbau auf den Renchmatten hinter dem damaligen Schafstall.

Zu sehen ist die Fundamentierung für den Aufbau der Baracke.

Die drei Personen konnten leider nicht identifiziert werden.

Die Werkstatt-Baracke mußte abgebaut und etwas

westwärts, auf städtischem Gelände / Gewann

Fuchsmatt, wieder neu aufgebaut werden.

Werkstatt, Theo Hauck, ??, Karl Thoma, ( v.l. )

45


1960

J

ahreshauptversammlung am 10. Februar mit

Wahlen.

1. Vorsitzender Rudolf Schwarz

2. Vorsitzender Adolf Hildenbrand

Kassier

Karl Thoma

Schriftführer Theo Hauck

Seit Fertigstellung des L-Spatz, konnten 415 Starts

und 216 Stunden im Bordbuch vermerkt werden. Es

ist bemerkenswert, berichtet der 1. Vorsitzende,

dass kein Oberkircher Pilot einen Unfall oder eine

Beschädigung des Flugzeuges verursachte !

L-Spatz beim Überflug des Renchtal-Stadions, kurz vorm Ballabwurf

Anlässlich der Einweihung des neu erbauten Renchtal-Stadions

am 30.Juli, gab es eine besondere Flugeinlage.

Bevor ein Fußballspiel der Altherrenmannschaft

des SV Oberkirch und der Traditionsmannschaft

des 1. FC Kaiserslautern angepfiffen wurde,

flog der L-Spatz des LCO, pilotiert von Eugen Meyer

über den Platz und hat den Fußball zum Erstaunen

der Zuschauer abgeworfen.

Danach landete er westlich des Stadions auf einer

Wiese. Die Vorbereitungen zu dieser Aktion erforderten

Probeabwürfe auf dem Offenburger Flugplatz,

bevor ein F-Schlepp von dort bis zum Ausklinken

über dem Fürsteneck folgte. Ob diese Aktion vom

RegPräs genehmigt war läßt sich nicht mehr ermitteln

!

Es wurde beschlossen den LCO als "e.V." eintragen zu

lassen.

Im Protokoll der JHV war u.a. verzeichnet:

»Beim Ab-und Wiederaufbau der Werkstattbaracke,

die an anderer Stelle ihren Standort bekam, hat sich

die Jugendgruppe unter der Leitung von ?_Sauer und

?_Klemm besonders rege beteiligt.«

1963

D

er auf dem Segelflugzeug Anhänger transportierte

L-Spatz wurde beim Transport, infolge

eines Verkehrsunfalles im Bereich der Kugeleck-

Kurven in Oberkirch, von einem entgegenkommenden

PKW gerammt. Der Hänger war kaputt. Zwar

war das Flugzeug nur leicht beschädigt, aber die

Sicherheitsvorschriften verlangten eine Überholung

im Herstellerwerk. Bei dieser Überholung erhielt der

Segler noch eine geblasene Vollsichthaube und eine

aerodynamisch geformte neue Rumpfverkleidung.

Da die Fliegergruppe kein eigenes Fluggelände besaß,

flog man in Lahr. Es wurden 104 Starts meist an

der Winde gezählt, bei denen Ausklinkhöhen von

durchschnittlich 400 Meter erreicht wurden. Dabei

wurden erstmals Versuche mit einem Sprechfunkgerät

durchgeführt »die allmählich günstige Ergebnisse

zeigten !«.. Das bewog den LCO zum Einbau eines

solchen Funkgerätes.

46


Lieber Fliegerkamerad Rudi !

Am 04. März 1963

berichtet die Renchtalzeitung

18 sehr umfangreich

über das

"Deutsche Motorfliegertreffen"

im Hotel

Obere Linde in Oberkirch.

Organisiert von

Gerd Maier

So beginnt das zweiseitige Schreiben vom 30. August

1963, an Rudi Schwarz, den ersten Vorsitzenden des

Luftsport Club Oberkirch. Geschrieben von Egon

Muschal ( ab 1976 erster Vorsitzender der Fliegergruppe

Renchtal "FGR" ) Darin beklagt er u.a. :

»Ob wir uns in diesem Jahr nochmals auf dem

Kampfgelände in Hildboltsweier sehen, ist fraglich«

Wie aus dem Schreiben herauszulesen war, muß die

Stimmung am früheren Flugplatz Offenburg nicht die

beste gewesen sein. Eine gewisse "Gereiztheit" unter

den Fliegerkameraden hat Egon offensichtlich so zu

schaffen gemacht, dass er erwägt, wie er weiter

schreibt,

»../.../das erscheint mir weit näher zu liegen, der

Meine geht, bevor mir das Fliegen verleidet «.

Dann kommt er zum eigentlichen Grund seines Briefes.

» Bitte, überlege Dir in aller Ruhe noch einmal die

Möglichkeit zur Schaffung eines Oberkircher Segelfluggeländes.

Ohne durch die rosarote Brille zu

schauen/../.dürfte uns klar sein, Nachwuchs für die

Fliegerei kannst Du nicht mehr in Versammlungen

oder Werbeabenden heranziehen. Lass uns zuerst

fliegen und dann beginne zu werben. «.

Schon damals hatten FGO und LCO erkannt, dass ein

eigenes Fluggelände in Oberkirch, möglichst als eine

unter "einem" Namen fusionierte Fliegergruppe, den

erfolgreichen Fortbestand des Vereinslebens gewährleisten

würde.

Wunsch und dringende Notwendigkeit für einen

eigenen Flugplatz zu kämpfen, waren schon immer

Ansporn und Motor, dieses Ziel erreichen zu wollen.

Wie sich später herausstellen sollte, waren alle Bemühungen

ein "Kampf gegen Windmühlen", bzw. die

übermächtige Lobby der Landwirtschaft.

47


1965

Jahreshauptversammlung im März mit Neuwahlen.

1. Vorsitzender Adolf Hildenbrand

2. Vorsitzender Hanno Huber

Kassier Karl Thoma

Schriftführer Theo Hauck

Werkstattleiter Eugen Meyer

Robert Lauck

Besonderer Dank galt dem bisherigen 1. Vorsitzenden

Rudolf Schwarz, der seit der Gründung des Luftsportclub

Oberkirch diese Tätigkeit /---/ mit einer

vorbildlichen Exaktheit und Umsicht ausführte/.../

wie aus einem Bericht der Renchtalzeitung vom

16.03.1964 zu entnehmen ist.

Hanno Huber

Hanno ist der neue 2. Vorsitzende

des LCO. Er zählte zu den

besten und aktivsten Segelflieger

Piloten. Leider starb er viel zu

früh bei einem Flugzeugabsturz

1972 auf Teneriffa.

Das "Convair CV-990 Coronado"

Flugzeug der Fluggesellschaft

Spantax, welches u.a. Busunternehmer

auf einer Studienreise

von der Insel nach München

bringen sollte, war offensichtlich überladen und

gelangte nach dem Abheben auf der relativ kurzen

Startbahn in einen überzogenen Flugzustand, was

dann zum Absturz führte. Alle 148 Passagiere und 7

Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Mit

an Bord war auch Busunternehmer "Max Meier" aus

der Butschbacher-Straße in Oberkirch.

1969

Ein Segelflugzeug Doppelsitzer "Ka-7/D-4323"

konnte gebraucht zu einem Preis von 9.550,00 DM

erworben werden. Somit war eine Schulung im Doppelsitzer

auch autark im Verein möglich.

Den Transportwagen baute u.a. Robert Lauck .

Die "Ka-7" wurde 1976 bei der Fusion zur FGR mit

eingebracht

1973

D

ie Fliegerkameraden des LCO hatten immer

auch ein gutes Verhältnis und Miteinander zu

den älteren Piloten. So kann man aus einer Einladung

des LCO vom 23.10. entnehmen:

»Einladung zum Treffen alter Fliegerkameraden«

»/.../.in die Einladung sind eingeschlossen, Ehefrauen,

Bräute oder ähnlicher Anhang/.../ Harald Hirt wird

mit seinem Akkordeon unterhalten, für Unentwegte ist

"Ringelpitz mit Anfassen" durchaus im Bereich des

Möglichen !«

L

eider gibt es vom Luftsport Club Oberkirch fast keine Protokolle

bzw. Niederschriften mehr, so dass detailliertere Ausführungen

der zurückliegenden Jahre leider nicht möglich sind.

48


49


Fusion der Fliegergruppe Oppenau mit dem Luftsportclub Oberkirch

Flieger-Gruppe Renchtal e.V. (FGR).

1976

zur

50


51


1976

E

Egon Muschal

gon ist 1. Vorsitzender der neu gegründeten

Flieger Gruppe Renchtal e.V. " FGR "

Ohne seinen unermüdlichen Einsatz für die

Fliegergruppe, würde die FGR weder eine so

exzellente Heimat in Ramsbach Höfle ( Werkstatt,

Halle und Vereinsheim ), noch einen

absolut modernen Flugzeugpark von 5

Flugzeugen ihr Eigen nennen können.

Im Jahr 2010 besaß die FGR einen

Doppelsitzer DG-505, einen Doppelsitzer

ASK 21, einen

einsitzigen

Leistungssegler

LS-8, einen

einsitzigen

Diskus und

einen Motorsegler

Super

Dimona HK-36.

Geboren 1926, hat Egon in jungen Jahren

mit dem Bau von Modellflugzeugen den

Grundstock zu seiner fliegerischen Leidenschaft

gelegt. 1941 begann er mit der

Segelflugausbildung in Unterbaldingen

Nähe Geissingen. Im gleichen Jahr konnte

er auf dem Wartenberg die A-und B Prüfung

und 1942 am Ballenberg die C erwerben.

Es folgte 1943 der L-Schein.

Nachdem er 1943 zum RAD (Reichs Arbeits-Dienst

) eingezogen wurde, besuchte Egon die

Luftkriegsschulen Berlin Gatow und Fürstenwalde/Spree.

Bis zum Kriegsende flog er die unterschiedlichsten

Flugzeugtypen der Luftwaffe.

1957 hat er wieder mit der Fliegerei begonnen und

ist seither der Fliegergruppe treu geblieben.

Als Fluglehrer, den er 1963 erworben hatte, wurden

von ihm unzählige Flugschüler ausgebildet. Ein Markenzeichen

waren seine unüberhörbaren

"Ausbildungsanweisungen" an die Schüler

im Fluge, die man selbst am Boden noch

deutlich wahrnehmen konnte.

Seine Frau Inge einschließlich Kinder

waren meistens mit am Flugplatz

dabei. Egon macht Inge in seiner

unnachahmlichen Art folgendes

Kompliment:

»/../mein Oberkircher Lehrertöchterlein

zum Lautenbacher

Altar geführt, ein

Glück für mich! Hätte ich

die Falsche(n) ausgesucht,

wären mindestens zwei

Scheidungen fällig gewesen/../«

Ab 1964 begann Egon mit einer

seiner Lieblingsbeschäftigungen,

dem Bau von Skisprung-Matten-

Schanzen, bei der natürlich auch

die Mitglieder der Fliegergruppe

kräftig mitgeholfen hatten. Sonst

könnte die FGR heute nicht die

erwähnten Flugzeuge und Werkstatträume

ihr Eigentum nennen.

1995 gab er den Vorsitz an seinen

Ziehschüler Ludwig Treier

weiter.

Egon wurde aufgrund seiner Verdienste um die

Fliegergruppe, zum "Ehrenvorsitzenden" ernannt.

52


Karl Thoma

Karl begann 1956, im Alter von 19 Jahren, das Fliegen

als Mitglied des LCO (Luftsport Club Oberkirch),

der damals mit der Offenburger Fliegergruppe gemeinsam

den dortigen Flugplatz nutzte. Die Ausbildung

in Offenburg verlief zeitweise etwas schleppend,

was zum Teil an den ungünstigen Verkehrsverbindungen

gelegen hatte. So haben sich mehrfach

Mitglieder zusammengefunden die in Unterwössen

ihrem Hobby nachgehen konnten. Karl hat dort auch

seinen Freiflug absolviert.

Als Angestellter

der

Sparkasse

und ab 1969

als jüngster

Sparkassendirektor

Baden

Württembergs,

hatte

Karl dann

folgerichtig 1962 das Amt des Kassier übernommen.

Ab der Fusion FGO/LCO 1976 war er noch Kassier

der FGR bis 1980. Das Amt des 2. Vorsitzenden folgte

bis 1989. Danach beendete er zwar seine Vorstandstätigkeit

und aktive Fliegerei, ist aber bis heute der

FGR in Treue verbunden.

2007 wurde ihm aufgrund seiner Verdienste um den

Luftsport die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Noch heute ist er bei jeder Jahreshauptversammlung

zugegen und zeigt nach wie vor großes Interesse am

Vereinsleben.

Das Wandern in der Bergwelt der Alpen war und ist

immer seine große Leidenschaft. Und so ist es für ihn

ein besonderes Erlebnis, im Motorsegler Super-

Dimona, als Co-Pilot "seine" bekannte Bergwelt der

Alpen aus der Luft zu erkunden.

Richard Welsch

Richard, Landwirtschaft Mechaniker Meister, begann

1961 im Alter von 19 Jahren beim Luftsport-Club

Oberkirch die Fliegerei mit dem ersten Flug im Segelflugzeug

"Bergfalke". Richard erkannte schon

frühzeitig, dass der LCO alleine nicht überlebensfähig

ist und war dann auch innerhalb des Luftsportclubs

Oberkirch "Motor"

eines Zusammenschlusses

beider Renchtäler Fliegergruppen.

Die Gründungsversammlung

der FGR

wählte ihn 1976 zum

2. Vorsitzenden und aufgrund

seiner herausragenden

Flugerfahrung zum

Segelflug-Referenten. Differenzen

mit Egon und die

Art der Abstimmung und

Kündigung einer Fortführung der Flugsportgemeinschaft

mit den Kehler Kameraden, zu Gunsten der

Fliegergruppe Freudenstadt/Musbach 1982, war für

ihn der Grund den Verein zu verlassen. Fortan flog er

mit seinem Privatsegelflugzeug in Kehl und Offenburg.

1977

Es wurde ein Zweijahresvertrag als „Flugsport-

Gemeinschaft Kehl-Renchtal“ geschlossen. Die Zukunft

sieht jedoch nicht gerade rosig aus. Die FGR ist

an die Satzung des Aero Clubs Kehl gebunden. Die

Suche nach Alternativen beginnt, aber niemand kann

und will der FGR ein Segelfluggelände bereitstellen.

Oberkirch, Zusenhofen, Erlach, Honau, alles vergebens

53


1979

G

erd Maier, Egon Muschal und Dieter Hoferer

fahren zur Bundesanstalt für Flugsicherung

(BfS) nach Frankfurt um das Flugplatzprojekt „Urloffener

Schlauch“ zu aktivieren. Die BFS sagt überraschend

positive Stellungsnahme zu, sofern auch die

Kanadier einverstanden sind, die in Söllingen einen

Militärflughafen betreiben. Mit Hilfe von Hermann

Sturm, auch dort Zusage mit gewissen Auflagen.

Noch amtiert als Ortsvorsteher und Befürworter des

Segelfluggeländes Richard Schmidt (Urloffen).

Die letzten Tage der alten Werkstatt in Oppenau sind

endgültig gezählt. Aber für eine neue Werkstatt

braucht man Geld. Dr. Schmid hat einen Auftrag für

den Verein. Es werden ca. 40 bis 50 sogenannte

"Farbmühlen" gebaut. Das waren achteckige Trommeln

mit einem Einlass, die mittels Motor in Rotation

versetzt wurden. Darin konnten durch feinkörnige

Kügelchen dann z.B. "Brillengestelle" oder

Schreibmaschinen "Schrift-Typen" gereinigt werden.

Das war ein beachtlicher finanzieller Grundstock

zum Bau eines neuen Werkstatt-Gebäudes.

1980

J

ahreshauptversammlung am19. April im "Gasthof

Pflug" in Oberkirch mit Neuwahlen.

1. Vorsitzender Egon Muschal

2. Vorsitzender Karl Thoma

Kassier Otto Hodapp

Schriftführer Dieter Hoferer

Am 16. Juni besichtigen Herr Ast vom Reg. Präsidium

Freiburg und Egon Muschal das geplante Segelfluggelände

in Urloffen. Der AERO-Club Kehl befürchtet in

ca. 3-Jahren ihren Flugplatz aufgeben zu müssen.

Darum wäre es wichtig, rechtzeitig ein eigenes Fluggelände

zu besitzen. Die Kommunalwahlen in Urloffen

mit einem neuen Ortsvorsteher, der einen Flugplatz

ablehnt, machen das Projekt "Segelfluggelände"

auf deren Gemarkung jedoch zunichte. Völlig unverständliche

Kehler Vorwürfe wegen angeblichen Alleinganges

der Renchtäler in der Geländefrage erhitzt

die Gemüter. Gespräche beider Vorstände zugunsten

der Eigenständigkeit der FGR verlaufen

erfolglos. Die "Pflichtjahre" in Kehl sind gezählt.

Am 2. Dezember finden in Freudenstadt, erste Gespräche

zwischen den Vorständen der FG Freudenstadt

und FGR statt, um eine neue fliegerische Heimat

zu erkunden. Es wurde grundsätzliches Einverständnis

darüber erzielt, als selbstständige Gruppe

in Untermusbach mitfliegen zu dürfen.

Das war einmal die Fliegerwerkstatt in Oppenau, sie mußte einem

Neubaugebiet weichen.

54


1981

D

er Oppenauer Stadtrat schlägt den Mattenhof

in Ramsbach, plus einem bemerkenswerten

Startkapital, für eine neue Werkstatt vor. Am 17.November

erteilt das Landratsamt Ortenaukreis die

Genehmigung

zum

Bau des

ersten

eigenen

Werkstattgebäudes

im Mattenhof

Das neue Werkstattgelände in Ramsbach Höfle

weg in

Oppenau/Ramsbach.

Einsprüche aus der Nachbarschaft

führen jedoch zu einem vorübergehenden Baustopp.

So konnten erst nach einer Winterpause die Bauarbeiten

fortgeführt werden.

In einer Blitzaktion wurde am 11. Oktober das einsitzige

Segelflugzeug Ka-6e mit Hänger von einer

Haltergemeinschaft aus Heidenheim gekauft. Möglich

wurde dies, weil ein Vorstandsmitglied für den

Kaufpreis von 17.000,00 DM eine Bürgschaft übernahm.

Die

FGR schöpft

alle Geldquellen

aus

und fand in

der Not viele

treue Freunde

und Gönner.

Ka-6e mit ihrer original Lackierung

Bei einer Besprechung 2013 mit dem Prokuristen

der Fa. Schempp Hirth Herr H.G. Berger, in Kirchheim

Teck, anlässlich des Kaufs eines neuen Doppelsitzers

"Duo Discus XL", kam man im Gespräch auf die

"Ka-6e/D-0160" der FGR mit ihrer schönen blauweißen

Design-Lackierung und deren guten Flugeigenschaften

zu sprechen. Dabei stellte sich heraus,

dass er in den 70er Jahren, dieses Flugzeug nach

einem

Totalschaden

in

mühevoller

Kleinarbeit

wieder

hergerichtet

und

verkauft

hatte.

Die Ka 6e/D-0160 mit Totalschaden,

1982

E

in mit viel Emotionen geprägtes Thema beherrscht

die Jahreshauptversammlung am 22.

Januar im Gasthof "Brauerei Bruder" in Oppenau..

» Fortbestand oder Kündigung der Flugsportgemeinschaft

mit dem Aero Club Kehl «

Es werden die passiven Mitglieder gebeten, bei dieser

Abstimmung nicht mitzustimmen. Die Entscheidung

wo 1982 geflogen werden soll ist von den aktiven

Fliegern zu entscheiden.

Mit einer Stimme Mehrheit beschließen die 11 anwesenden,

stimmberechtigten Mitglieder, ab 1982 in

FDS-Musbach als selbständige Fliegergruppe zu fliegen.

Der Flugbetrieb in Musbach läuft reibungslos an.

55


Rainer Herr

Einer der schwärzesten Tage seit Bestehen der Fliegergruppe,

sollte der 02. Juli 1981 werden.

Rainer verbrachte einige Flugtage auf dem Fluggelände

in Reutte/Höfen (Tirol), von wo er mit dem

Kehler Segelflugzeug "Twin" in Begleitung seiner

Freundin Susanne (Susi) Urban zu einem erwartungsvollen

Flug startete.

Gegen 19:20

Uhr kreiste er

mit anderen

Flugzeugen

zwischen

Reute und

dem Hausberg

"Tauern", als

in gleicher

Flughöhe

unvermittelt

ein weiterer

Segler seine

Flugrichtung

so änderte,

dass er die

Flugbahn von

Rainer kreuzte. Durch sofortiges Nachdrücken versuchte

er dem kreuzenden Segler noch auszuweichen,

was jedoch aufgrund der kurzen Distanz nicht

mehr gelang. Das Leitwerk wurde dabei so geschädigt,

dass eine Steuerung nicht mehr möglich war.

Rainer mit Susi stürzten aus einer Flughöhe von ca.

650 Metern in die Tiefe. Der 23-jährige Rainer überlebte

den Absturz nicht.

Susi, 20 Jahre jung, überlebte wie durch ein Wunder,

jedoch schwer verletzt mit Quetschungen sowie,

Arm-und Beinbrüchen. Sie mußte über ein Jahr im

Krankenhaus verbringen.

Egon Muschal und

Karl Thoma trafen

eine Woche später

auf eine unverzagte

Susi im Krankenhaus

Reutte.

Zur Unfallursache

schreibt der Leiter

der Unfallkommission

Dr. Kurt Bauer in

seinem Gutachten

u.a.: Der Unfallschuldige,

ein 81 jähriger

Studiendirektor a.D.

aus Osnabrück, » konnte wegen seiner geringen

Körpergröße und einer ungenügend hohen Sitzunterlage

den Luftraum nicht in der erforderlichen

Art beobachten«.

Unfallursache: » Nachlässigkeit bei der Beachtung

anderer Luftfahrzeuge.« 19

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich der Unfallverursacher

nicht ein einziges Mal nach dem Befinden

von Susi erkundigt hat.

Später befreundete sich Susi mit einem Fluglehrer

aus Kehl, der in der Nähe von Weitenung/Bühl, bei

einem Motorseglerflug mit Flugschüler abstürzte

und dabei ums Leben kam.

Das Schicksal meinte es nicht gut mit Susi. Sie heiratete

einen in der Luftfahrt beschäftigten Piloten, der

bei einem Checkflug 2002 über der Hornisgrinde

tödlich verunglückte.

Sie hat aus dieser Ehe 2 Kinder und derzeit einen

Freund, man mag es kaum glauben, "er ist auch ein

Pilot" !

56


N

achdem die Baugenehmigung für das Werkstattgebäude

mit 7x15 Metern erfolgte, konnte

kurzfristig noch im Nachgang die Grundfläche auf 10

x 15 Meter genehmigt werden.

Die Werkstatt steht komplett. Das stolze Schmuckstück

und die neue Eigenständigkeit wecken bei der

FGR ein ganz neues Zusammengehörigkeits-Gefühl.

Ein großer Teil der Arbeiten wurde durch Eigenleistungen

erbracht, was einen großen Zeiteinsatz aller

Beteiligten bedeutete. An Ostern 1983 konnte dann

Richtfest gefeiert werden.

Der erste Bauabschnitt im Rohbau

Natürlich mußte die Fertigstellung zünftig gefeiert werden.

57


1983

J

ahreshaupversammlung am 15. November 1983

im Gasthaus Pflug in Oberkirch mit Wahlen.

Der bisherige Vorstand wurde bestätigt.

Egon Muschal hält Rückschau auf erfreuliche und

weniger erfreuliche Umstände der letzten "zwei

Jahre " und berichtet u.a. : »Als unsere geliebte Bude

stand (Werkstattbau), waren dann auch die letzten

besorgten Stimmen aus dem Siedlungsgebiet "Höfle"

verstummt. Die Feuertaufe Instandsetzung der Ka-7 ,

Ka-6e und Herstellung von 17! Sitzbänken, alles in

einem Raum, hat die Fliegerbude bestanden. « Die

Erwartungen mit dem für uns unbekannten Flugbetrieb,

neu aus betriebstechnischer Sicht, neu von der

Umgebung her, neu durch die schwäbische Mentalität

haben sich voll erfüllt. Dennoch blieben zunächst

noch offene Fragen, die, legt man Segelfliegermaßstäbe

zugrunde, kameradschaftlich gemeinsam zu

bereinigen waren.

Und als Fazit stellt er fest, Zitat: ».../und aus dieser

Erfahrung heraus war ich von der Integrierung der

"Gelbfüßler mit den Spätzleschwaben überzeugt " «

1984

K

auf eines gebrauchten einsitzigen Segelflugzeugs

"Standard-Cirrus" mit geschlossenem

Hänger für 35.000,00 DM aus Gingen/Fils. Finanziert

werden konnte der Segler in Kunststoffbauweise,

aus von Kehl zurückgezahlten Flugzeug-Anteilen,

zinslosen Darlehen, Spenden, sowie einem LVB-

Zuschuss. Die Firma Peterstaler Mineralquellen, zuverlässiger

Förderer seit Jahren, hilft mit beachtlichem

Zuschuss, für Werbung auf dem Hänger. Eine

Seite Rippoldsauer die andere Peterstaler.

Ausstellung des "Standard Cirrus" im Oppenauer Stadtgarten am

06. Mai.

Die Auf-und Ausstellungs-Mannschaft von links:

Otto Hodapp, Ludwig Treier, Berthold Bengel, Ludwig Huber,

Michael Huber, Gerhard Roth, Tomaschefski, Karl Thoma, Robert

Lauck, Dieter Hoferer, Egon Muschal.

58


1985

Hans Joachim Kaminski

Fluglehrer Hajo kommt

von Steinberg / Niedersachsen

zur FGR und

entlastet Egon bei den

Schulungen.

Hajo, wie er nur genannt

wurde, verließ berufsbedingt

leider all zu früh die

Fliegergruppe wieder.

Etwa 8.000 Matten werden benötigt. Das war der

Anfang einer beispiellosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

ohne deren Einnahmen es den folgenden,

modernen Flugzeugpark und die vorbildlichen

Werkstatträume in Ramsbach nie gegeben hätte.

Egon hat einen neuen Job für die Segelflieger: Es

werden Matten aus Kunststoffborsten produziert.

Erstes Projekt ist die vergrößerte Matten-

Sprungschanze in Bad-Griesbach.

Die neue mit Matten belegte Bad-Griesbacher Ski Sprung Schanze

Egon prüft die am Kopfende verklebten und gepressten Matten

59


1986

J

ahreshauptversammlung mit Wahlen, am 07.März

im Gasthof "Ochsen" in Oberkirch.

Der bisherige Vorstand wurde bestätigt.

Big Boss Egon wird 60 Jahre jung. In der “Döttelbacher

Mühle“ wird entsprechend gefeiert. Hermann

Sturm, überreicht ihm die Silberne Ehrennadel des

LVB für besondere Leistungen um den Luftsport.

Hermann Sturm,

(Bild links) ein Maschinenbauingenieur

aus

Hamburg und ehemals

Eigentümer einer Zigarettenfabrik

in Lahr,

war Präsident des

Luftsport-Verbandes

Baden. Er war es, der

sich 1952 maßgebend

für die Wiedergründung

und den Aufbau

des LVB einsetzte. Mit Gerd Maier begleitete er den

Bau des Oppenauer "Doppelraab". Hermann verstarb

am 14.März 1989. Seine Frau Lore hat seither als

Präsidentin das Amt in seinem Sinne weitergeführt.

1987

M

it 3 bepackten Hängern sind zusätzlich Reparaturen

oder Winterüberholungen der Flugzeuge

im vorhandenen Werkstattraum äußerst

schwierig und anfällig für zufällige Schäden durch

Platzmangel. Daher ergeben sich Überlegungen eines

Anbaues von 7 Meter Länge. Ziel soll sein, alle

Hänger und Flugzeuge innerhalb der Werkstatt unterzubringen

und dabei gute Arbeitsmöglichkeiten

zu haben. Es werden Kosten von ca. 16.000,00 DM

alleine für Material veranschlagt.

1988

E

rster Werkstattanbau mit zwei Garagen wird

beschlossen.

Das Segelflugzeug "Standard-Cirrus" mit Anhänger,

konnte im November für 32.000,00 DM an einen

priv. Käufer nach Feldkirchen verkauft werden.

1989

J

ahreshauptversammlung mit Wahlen, am 13.Jan.

im Gasthaus "Rose" in Ramsbach.

1. Vorsitzender Egon Muschal

2. Vorsitzender Ludwig Treier

Kassier Otto Hodapp

Schriftführer Dieter Hoferer

Karl Thoma wird als 2. Vorsitzender verabschiedet.

Er wurde für seine Verdienste als langjähriger 2.

Vorsitzender der FGR und Kassier der LCO sowie für

sein Wirken für die Fliegerei im Renchtal besonders

geehrt.

Der erste Werkstatt-Anbau in Ramsbach steht kurz vor seiner

Fertigstellung

60


Im Winter wurde die Ka-6e grundüberholt und mit

einer blau-weißen Designlackierung verschönert.

Jetzt liebevoll “Aphrodite“ genannt.

Der Vorstand wurde zum Kauf eines neuen oder

gebrauchten, einsitzigen Kunststoff-Segelflugzeuges

ermächtigt. »Der finanzielle Rahmen soll so ausgestattet

sein, dass zum Jahresende keine Verbindlichkeiten

mehr aus dem Kaufpreis des Segelflugzeuges

bestehen.«

Am 7.5. findet erstmals ein Tag der offenen Tür u.a.

mit Vorstellung des aktuell erworbenen, gebrauchten

"DISCUS". statt. Dieses Flugzeug wurde beim

Luftfahrttechnischen Betrieb Falk-Borowski in Winzeln

aus einem Schadensereignis hergerichtet.

1990

Einer kompletten Runderneuerung werden die Flächen

der Ka-7 unterzogen. Dazu mußte die Bespannung

entfernt, die Holzoberflächen gereinigt und

abgeschliffen werden. Instandsetzung einiger Blessuren,

die

erneute Bespannung

und Lackierung

rundeten

die Erneuerungsarbeiten

ab.

Im nächsten

Werkstattjahr

folgt

dann noch

der Rumpf.

An der Ka-7 Fläche arbeiten von links:

Max Meier, Eugen Meyer, Klaus Böhme

Von links: Unbekannt, Gerd Maier, unbekannt, Anton Schmiederer,

Frau von Gerd, Erwin Rinkel und Frau.

Um langfristig die Flugzeugflotte zu modernisieren

wird der Kauf eines Kunststoff Doppelsitzers beschlossen.

Dazu konnten Probeflüge mit dem Prototyp

des Wunsch-Doppelsitzers

" DG500 ELAN TRAINER " in Musbach durchgeführt

werden.

Bewertungen der FGR-Streckenflüge sollen künftig

unter dem Namen der FGR verbucht werden. Bislang

wanderten die Punkte auf das Konto der FG-FDS.

61


Klemens Schmiederer

Seine fliegerische Laufbahn begann in Straßburg mit

Fallschirmspringen. 1980 wurde er Mitglied der FGR,

und erwarb 1983 im Alter

von 24 Jahren den Segelflugschein.

Intensives Fliegen

und Teilnahme an Wettbewerben

waren danach die

besten Voraussetzungen zur

Fluglehrer Ausbildung, die er

1990 bei der BWL-Flugschule

auf dem Hornberg mit Erfolg

absolvierte. Klemens wird ab

sofort Egon bei der Ausbildungsarbeit,

in Theorie und Flugausbildung der

Flugschüler,

entlasten.

Er ist heute

"dienstältester",

aktiver Fluglehrer

der FGR

Klemens mit Flugschüler in der Ka-7 der

FGR, auf dem Flugplatz Musbach.

Die berufliche

Laufbahn sei

hier in Kurzform

wiedergegeben.

Technisches

Gymnasium

Offenburg-

Abitur, Studium

der Fachrichtung

Luft- und

Raumfahrttechnik

an der Universität Stuttgart mit Abschluss. Diplom

Ingenieur 1987, Postgraduate Master of Science Course,

Imperial College, London 1986, seit 1987 bei Behr

GmbH & Co KG Stuttgart in verschiedenen Verantwortungen

tätig, Berechungsingenieur in der Vorentwicklung,

Leiter thermodynamisches Prüffeld/ Klimawindkanäle,

5-Jahre in den USA, Chief Engineer bei Behr

Heat Transfer Systems, Charleston, South Carolina.

Danach Leiter der Produktlinie Klimatisierung

Deutschland/Übersee seit 2003 Mitglied der Geschäftsführung.

Verantwortung für Technik, Operations

und Qualität.

Während seines mehrjährigen USA Aufenthaltes kam

das Fliegen natürlich nicht zu kurz.

Seit 1994 Segelfluglizenz (Glider USA) 1995 Motorfluglizenz

(Single Engine Land USA), 2002 JAR-FCL

(Motorfluglizenz SE Piston und TMG Motorsegler)

Klemens bei einem seiner Motorsegler-Ausflüge mit der FGR-

"Super-Dimona", bei einer Zwischenlandung in Kempten 2012.

Mit über 2450 Starts, und 900 Flugstunden im Segelflug,

sowie 550 Starts und 230 Flugstunden Motorflug,

ist Klemens der erfahrenste aktive Pilot der FGR.

62


1991

Z

um Ehrenmitglied der FGR wird Gerd Maier

ernannt. Unzählige Ehrungen wurden ihm bereits

zuteil. Der ehemalige Chefpilot der legendären

"BURDA-Staffel" verzeichnet 12.000 Motorflug, 360

Segelflug - und 180 Helikopter-Flugstunden in seinen

Flugbüchern.

D

Martin Kiefer wird Pressereferent

er Fotoapparat ist Martins ständiger Begleiter

mit dem er seit seiner FGR-Mitgliedschaft für

die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit

wertvolles und

zurückschauend,

historisches

Bildmaterial

gesammelt

hat. Die

von ihm veröffentlichten

Pressemitteilungen

hat er

im jährlichen

"Pressespiegel"

zusammengefasst.

Ausstellungen,

Tage der

"Offenen

Tür", Schaukasten,

Werbematerialien

u.s.w. wurden überwiegend in seinem

Verantwortungsbereich erarbeitet

Die Grundüberholung des Ka-7 Rumpfes kommt zum

Abschluss. Verstärkung des Cockpits mit Glasfasermatten

durch Hansi Rothfuß

( Fliegergruppe Freudenstadt )

und die blau-weiße Design-

Lackierung komplettieren die

Grundüberholung. Ka-7 und Ka-

6e werden nun überall wegen

ihrer Optik und ihres guten technischen

Zustandes hoch gelobt.

Hansi Rothfuß

Bild oben

Bild links

Ka-7

Ka-6e

Kaum eine Fliegerwerkstatt dürfte diese Auslastung

haben, wie die der FGR. Zunächst die Ka 7 Rumpfüberholung,

Flugzeug-Hänger Instandsetzung, Metallbearbeitung

sowie Skimatten-Herstellung. Somit

war es für jeden ein Klacks, die geforderten Mindest-

Werkstatt Sollstunden im Laufe des Jahres abzuleisten.

63


1992

J

ahres Hauptversammlung mit Wahlen am 08.

Februar im "Romantik Hotel-Obere Linde".

1. Vorsitzender Egon Muschal

2. Vorsitzender Ludwig Treier

Kassier Gerhard Roth

Schriftführer Martin Kiefer

Nach 31 Jahren

ehrenamtlicher

Tätigkeit

beendet

Otto Hodapp

sein Amt als

langjähriger

Kassier.

( Bild links )

Gerhard Roth

aus Ramsbach

wird sein

Nachfolger

und ist es

noch bis zum

heutigen Tag.

Dieter Hoferer, seit 1955 im Vorstand, übergibt sein

Amt als Schriftführer an Martin Kiefer.

Klemens Schmiederer wird Ausbildungsleiter.

Über eine neue Vereinsjugend-Ordnung wird diskutiert.

Ludwig Huber

Die passiven Mitglieder

erhalten mit Sprecher

Ludwig Huber einen Sitz

und somit eine Stimme im

Vorstand. Damit will man

sicherstellen, dass die

Passiven mit ihren bisher

einzelnen Stimmrechten,

die aktiven Mitglieder bei

wichtigen Entscheidungen

nicht überstimmen können.

Diese Regelung stieß

bei einigen passiven Mitgliedern nicht gerade auf

Gegenliebe.

1982 kam Ludwig gerade zum richtigen Zeitpunkt

zur Fliegergruppe, als diese im Begriff war die Werkstatt

von Oppenau nach Ramsbach zu verlegen. Als

gelernter Stahlbauschlosser und Industriemeister

bei der Fa. Fahrzeug Doll in Oppenau, war er u.a.

zuständig für die TÜV Abnahme und Überführungen

der Spezialfahrzeuge. Da er im Betriebsgelände seine

Wohnung hatte, war er nicht nur für betriebliche

Probleme immer zur Stelle. Auch für die FGO und

FGR konnte man, wenn immer möglich, mit seiner

Hilfe rechnen. Beim Windenbau z.B. war er u.a. auch

die Verbindung zum Firmeninhaber Heinrich Doll

(ein großer Förderer der Fliegergruppe) in dessen

Werkstatträumen ein erheblicher Teil der mechanischen

und hydraulischen Arbeiten erledigt werden

konnten.

Was man Ludwig ganz besonders hoch anrechnen

konnte, er ist nie geflogen, war ein "aktiver Passiver"

und hat nur aus Freude am Verein immer tatkräftig

mitgearbeitet.

64


Fachliches Spezialwissen und handwerkliches Können

waren bei der Modifizierung und Instandsetzung

der Freudenstädter Seilwinde gefragt. Aber die

Mannschaft um Ludwig Treier hat sie in 335 Arbeitsstunden

vorbildlich auf Vordermann gebracht.

Eine ASK13 (48.000,00 DM), D-3977, Baujahr 1976,

vom "Luftfahrtverein Grünstadt e.V." ersetzt die

Ka-7, D-4323, die für 15.000,00 DM verkauft werden

konnte.

Bürgermeister Grieser aus Oppenau informiert sich

über den neuen Doppelsitzer "DG500 Elan Trainer",

D-8532.

Ein Fluglager in Bad Königshofen vom 06. bis 18. Juli

wird den 17 teilnehmenden Piloten gerne in Erinnerung

bleiben, wenn auch interne Auseinandersetzungen

des AERO-Club Königshofen, die zum Rücktritt

des Vereinsvorstandes führten, zu unangenehmen

Begleiterscheinungen führten.

Auch ein neues Seilrückholfahrzeug wurde in Zusammenarbeit

mit dem Autohaus Hubert Meier in

Oberkirch, zur Nutzung auf dem Segelfluggelände

Musbach gebaut. Der Mercedes um 60 cm gekürzt,

bekam u.a. einen 65 PS Dieselmotor und ein Automatikgetriebe

eingebaut. Auf dem Dach komplettierte

eine raffinierte, hydraulisch auslösbare Seilhalte-

Vorrichtung das Rückholfahrzeug.

Flugplatz Aero Club Bad-Königshofen

Fliegerisch und kameradschaftlich war es auf jeden

Fall eine Bereicherung für die FGR. Erstmals nach

dem "Mauerfall", konnte man mit eigenen Augen den

Grenzverlauf zur früheren DDR mit seinen gewaltigen

Ausmaßen, aus dem Segelflugzeug bestaunen.

65


D

ie Produktion von Matten für Sommer-

Skisprung-Schanzen läuft auf vollen Touren.

Für Egon bedeutet dies "Vollbeschäftigung" Arbeitskräfte

jeden Alters durften "freiwillig" helfen, sofern

Egon beim Verkleben von Matten

sie die Düfte von Klebstoffen und Lösungsmittel gesundheitlich

verkraften konnten. Selbst Jugendliche

aus der Nachbarschaft halfen Egon bei seiner Arbeit.

So konnten im Laufe der Jahre tonnenweise Kunststoffmatten

hergestellt werden.

Die Schanzen wurden

in der Regel von Egon

kpl. geplant und unter

seiner Regie beim Auftraggeber

fachmännisch

eingebaut.

Egon montiert die Schanzen

Anlaufspur

Als ich (der Autor) im

März 2013 Egon nach

der Anzahl seiner

Mattenschanzen

befragte die er unter

seiner Aufsicht gebaut

oder beliefert

hatte, konnte der

heute 87-jährige aus

dem Gedächtnis sofort

über 17! Projekte

aufzählen. Darunter

sind Schanzen im

Erzgebirge, Harz,

Schwarzwald, Bayern,

in Österreich,

Schweiz und Frankreich.

Bei manchen

Schanzenbauten

waren u.a. auch

einige Arbeitskräfte

der FGR

mit dabei.

Vorwiegend aus

Erträgen dieser

Arbeiten war es

möglich, den

modernen Flugzeugpark

und

die Werkstattgebäude

zu erwirtschaften.

Bild links: Klebepresse

Schanzen Untergrund Vorbereitung

zur Matten-Verlegung

66


1993

J

ahres Hauptversammlung am 22.01.1993 im

"Brudersaal" in Oppenau

Die anwesende Präsidentin des "Luftfahrt Verbandes

Baden" Lore Sturm, plädiert für die vorliegende Fassung

der "VJO", (Vereins Jugend Ordnung).

Sie beschreibt die Situation der Jugend heute und

schließt mit den Worten:

»Ein Verein der keine Jugendarbeit macht, stirbt«

In der folgenden Abstimmung wurde die "VJO" einstimmig

angenommen.

Mit dem 29 jährigen

diplomierten Betriebswirt

Ralf Ruprecht hat

die Fliegergruppe nun

neben Egon Muschal und

Klemens Schmiederer

ihren dritten Segelfluglehrer.

Ralf ist seit 1992

auch Bezirksjugendleiter

im "Badischen

Sportbund".

Ralf Ruprecht

Martin, FGR-Mitglied

und Pilot

war u.a. "der" gefragte

Spezialist,

wenn es um

Fahrzeuge jeglicher

Art und

deren Motoren

und Elektrik ging.

Er betrieb in

Oberkirch eine

Kfz Werkstatt.

( Bosch Meier )

.

Martin Meier

Aus Haftungsgründen, steuerlichen Notwendigkeiten

und um die Gemeinnützigkeit des Vereines nicht zu

gefährden, wurde die "FGR-Sportgerätebau GmbH"

gegründet, mit deren Geschäftsführer Martin Meier.

Unter dieser Firmierung können alle einnahmerelevanten

Arbeiten durchgeführt und abgerechnet werden.

Die Verwaltung, Buchführung und Bilanzerstellung

übernimmt Dieter Hoferer.

67


Leslie Grieser, Tochter des Oppenauer Bürgermeisters,

tauft das neue Flaggschiff der FGR, den Doppelsitzer

" DG500 Elan TRAINER / D-8532, auf den Namen

„Stadt Oppenau“.

Die Fliegergruppe

Renchtal läd

ein, zu einem "Tag der offenen

Tür" mit Taufe der neuen "DG-500 Elan-Trainer", bei

der Fliegerwerkstatt in Ramsbach Höfle. Anläßlich

dieses Ereignisses wurde eine 48-seitige Vereinsbroschüre

herausgegeben, in der bedeutsame Ereignisse

aus dem Vereinsleben, ab FGR-Gründung

1976, zusammengefasst wurden.

Das Programm begann um 10:30 Uhr unter

Mitwirkung der Stadt-und Kirchspielkapelle Oppenau,

mit Stadtkapellmeister Börsig. Egon Muschal

bedankte sich für die stetige Unterstützung der Stadt

Oppenau. Bürgermeister Grieser ging in seiner Rede

auf die Fluggeschichte Otto Lilienthals ein, der

bereits 1891 die ersten Flugversuche unternommen

hatte. Weiter führte er aus,..» die Stadt Oppenau

habe gerne die Patenschaft für den neuen eleganten

Segler übernommen «.. Lore Sturm, Präsidentin des

Badi-schen Luftsport Verbandes, würdigte die

Leistungen der Fliegergruppe Renchtal und plädierte

für eine zukunftsweisende Vereinsjugendarbeit.

Sie trug 15 Gebote für den Täufling vor und begann

mit dem ersten Gebot

"Du, weißer Vogel, erfülle den Menschen den ewigen

Traum vom Fliegen"

und endete mit..

"Ich wünsche Dir allezeit guten Flug und sichere Landungen"

!

68


D

ie zweite und somit letzte Erweiterung der

Werkstatt, mit Pack-und Aufenthaltsraum,

konnte in einer Gewaltaktion fertiggestellt werden.

Nun waren alle Voraussetzungen geschaffen um über

den Winter alle Segelflugzeuge mit Hänger

unterstellen und die notwendigen Wartungsarbeiten

durchführen zu können.

Grundriss des 1., 2. und 3. Bauabschnittes mit Packraum im

Dach-Geschoss.

Ludwig Treier (Werkstattleiter) war froh, dass die

Arbeiten weitestgehend beendet sind.

Seine Feststellung: »Das Tempo war sehr hoch und

die Kasse ist leer !«

69


1994

W

ährend der Jahreshauptversammlung am

22.Januar. im Gasthaus "Döttelbacher Mühle"

in Bad Peterstal, wurde die Sitzung durch einen besorgten

Hotelwirt um 20:34 Uhr unterbrochen.

Der Grund, laut Sitzungsprotokoll:

»Ein Roter Golf (OG-NE 34) parkt auf Fischteich !«

Allgemeines Gelächter.

»Georg Basler war über den abgedeckten Fischteich

gefahren und hatte dort geparkt. Georg fuhr sein Auto

weg. Fortsetzung am 20:35 Uhr.«

Die Seilwinde auf dem Flugplatz in Musbach schwächelt.

Sie hat keine Leistungsreserven um schwere,

doppelsitzige mit Wasserballast gefüllte Kunststoff-

Doppelsitzer bei kritischen Windverhältnissen auf

ausreichende Ausklinkhöhe zu schleppen.

Ludwig Treier, Allroundmann der FGR, will für mehr

Sicherheit sorgen und erstellt erste Konzepte für

eine Startwinde im Eigenbau. Diese Seilwinde soll

nach Fertigstellung dem Flugplatzbetrieb in Musbach

zugeführt werden.

1995

J

ahres Hauptversammlung am 17.Februar im

"Romantikhotel-Obere Linde" in Oberkirch mit

Wahlen

Dieses Jahr stand unter dem Zeichen personeller

Veränderungen in der Vereinsführung.

1. Vorsitzender Ludwig Treier

2. Vorsitzender Dieter Steggemann

Schriftführer Martin Kiefer

Kassier

Gerhard Roth

Teilnehmerliste der JHV am 17. Februar 1995

70


E

gon Muschal, dem der Verein für seine Tätigkeit

großen Dank und hohen Respekt zollt,

wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Egon war seit 1963 als Fluglehrer und seit Gründung

der Fliegergruppe Renchtal e.V. 1976 als deren erster

Vorsitzender tätig. Egon bleibt weiterhin als Fluglehrer,

Ausbildungsleiter und "Mattenpapst" im Verein

aktiv.

Für besonders hervorragende Verdienste um den

Luftsport erhält Egon, von Lore Sturm die Goldene

Ehrennadel mit Urkunde des BWLV überreicht

Marco Knöpfler

überreicht von

der Vereinsjugend

einen riesigen

Teddybär

mit

"Egon-T-Shirt".

Von der FGR erhielt Egon eine aus Holz geschnitzte

DG 500 mit eingebautem Barometer.

Eugen Meyer

machte Egon

eine wunderschöne

selbstgemachte

Intarsien-Arbeit

zum Geschenk,

auf der Segelflugzeuge

im

Gebirge eingearbeitet sind.

71


S

Ludwig Treier

>>Das Multitalent der Fliegergruppe <<

chon 1966 ist er der Fliegergruppe Oppenau

beigetreten und bis heute aktive, treibende Kraft

der FGR.

Aber eines nach dem anderen:

Bereits im ersten Jahr seiner Zugehörigkeit zur FGO

bestand er im Alter von 16 Jahren die A-Prüfung und

1967 nach lediglich 52

Starts die C-Prüfung. Erflogen

mit dem vereinseigenen

Segelflugzeug

" Bergfalke 3".

Als Monteur bei der Fa.

Gatter-Link in Oberkirch

mußte er berufsbedingt

einige Jahre pausieren.

Der Wiedereinstig in die

Segelfliegerei begann

1980 in Kehl-Sundheim.

Es war damals die fliegerische

Heimat der Fliegergruppe Renchtal, bevor der

Verein 1982 bis zum heutigen Tag in Musbach/Freudenstadt

als selbständiger Gastverein sein

zu Hause fand.

1989 wurde Ludwig zum 2. Vorsitzenden der FGR

gewählt. Als Werkstattleiter stellte er seit Anfang der

80er Jahre seine handwerklichen und organisatorischen

Fähigkeiten in beispielhaftem Einsatz bis heute

in den Dienst der FGR.

Innerhalb seines Wirkungsbereiches herausragende

Projekte wie der erste, zweite und dritte Werkstattbau

in Ramsbach Höfle, die Planung und der Bau

einer hochmodernen Winde, die Suche und Planung

eines eigenen Flugplatzes und vieles mehr. Für die

Fliegergruppe Freudenstadt ist er immer der Spezialist

und Ansprechpartner, wenn es um Windenprobleme,

Lepo Konstruktionen oder Modifikationen

usw.geht.

Ein sichtlich zufriedener Ludwig nach der Landung auf

Wangerooge

1995 wurde Ludwig von der JHV zum ersten Vorsitzenden

der FGR gewählt.

Segelfliegen

war immer

seine große

Leidenschaft.

Dabei stand

das Lustfliegen,

möglichst

im

Doppelsitzer,

an erster

Stelle. Mit der

Motorsegler Lizenz erweiterte Ludwig seinen fliegerischen

Aktionsradius. Zunächst mit dem Motorsegler

der Fliegergruppe Freudenstadt, deren Mose in

der vereinbarten Nutzungsgemeinschaft eingebracht

war.

Die FGR hat sich 2008 zum Kauf eines in sehr gutem

Zustand befindlichen, eigenen Motorsegler entschlossen.

Ein Motorenwart-Lehrgang folgte. Was lag

näher, als dass sich Ludwig nun auch um dieses moderne

Flugzeug intensiv kümmert. Seither ist dieses,

vorzugsweise sein meistgenutztes Flugzeug für

Überland-und Passagierflüge.

72


Gerhard Roth

Als Nachfolger von Karl Thoma ist Dipl. Ing. Gerhard,

seit 1992 Kassier der FGR und ist es nach der neuerlichen

Wahl 2013, voraussichtlich mindestens bis

zum Jahr 2016. Mit Gerhard hat die FGR einen sehr

engagierten Wächter und Verteidiger der Vereins-

Finanzen.

Gerhard besuchte im Frühjahr 1976 eine Segelflugzeug-Ausstellung

der FGR auf dem Marktplatz in

Oberkirch. Vom Flugbazillus infiziert absolvierte er

noch im Mai des gleichen Jahres, im Alter von

19 Jahren, mit Fluglehrer Egon Muschal seinen ersten

Schulstart in einer Ka-2. Gerhard war ein so eifriger

Schüler, dass er im Monat Juli, ebenfalls im

gleichen Jahr, mit 42 Starts die C-Prüfung erreichte.

1978 begann gleich noch die Schulung in einem Motorsegler

SF-25. 1980 hatte er bereits die PPL-C -und

PPL-B Lizenz in der Tasche.

Mit einem Segelflugzeugwart-und Werkstattleiterlehrgang

hat er sich 1993 somit in der Leistungsträgerspitze

des Vereins etabliert.

Martin Kiefer

Großes Interesse am Fliegenlernen veranlasste Dipl.

Ing. Martin Kiefer, sich bei den Fliegergruppen Kehl,

Offenburg und Renchtal zu informieren. Dabei hat es

ihm bei der FGR wohl am besten gefallen, denn er

trat 1988 im Alter von 25 Jahren in die FGR ein. Ab

den ersten Schulstarts am 24.04.1988 mit Egon

Muschal wurde

klar, die Fliegerei

wird ihn nicht

mehr los lassen.

Ein Jahr später

erfolgte der erste

Alleinflug und

1990 hatte er

bereits die C-

Lizenz in der

Tasche. Es folgte

1991 die Ausbildung

zum

Windenfahrer.

Als fliegerisches

Naturtalent

durfte 1995 die

Weiterbildung zum Fluglehrer natürlich nicht fehlen.

Ergänzend absolvierte Martin einen Lehrgang für

Segelkunstflug. 1998 wurde er Ausbildungsleiter der

FGR. Es folgte 1999 die Motorsegler Lizenz, 2000 die

TMG Lehrberechtigung und 2014 die Erweiterung

auf LAPL(A) für einmotorige Flugzeuge bis 2000 kg

Abflugmasse. Seit 1993 ist Martin ununterbrochen

Schriftführer der FGR. Seine unzähligen

Presseberichte wurden von ihm seit 1991 zur

allgemeinen Information regelmäßig im

"Pressespiegel" zusammengefasst.

Für seine freundliche und ruhige Art, wird ihm

allgemein hohe Wertschätzung entgegengebracht.

73


Dieter Steggemann

Bereits im Jahr 1957 ist Dieter in den Luftsportklub

Oberkirch eingetreten. Grund dafür war sein damaliger

Chef der Fa. Radio Schwarz in Oberkirch und

1.Vorsitzender des LCO Rudi Schwarz . War das Wetter

schön, mit Cumuli am Himmel, ist Rudi so oft wie

möglich mit seinen

Fliegerkameraden

zum

Fliegen aufgebrochen.

Dieter durfte

dann, wenn der

Chef außengelandet

war , ihn zurückholen.

Erst 1987 hat er

dann im Alter von

47 Jahren mit der aktiven Fliegerei begonnen. 1995

wurde Dieter zum 2.Vorsitzenden der FGR gewählt.

Sein Beruf als Radio-und Fernsehtechniker Meister

brachte es mit sich, dass er sich z.B. mit der Avionik

der Flugzeuge befasste, die gesamte Elektro-

Installation des dritten Bauabschnittes der Werkstatt

übernahm, aber auch mit Ludwig zusammen

versuchte, für die FGR ein eigenes Fluggelände zu

realisieren. Was letztendlich leider zu den Akten

gelegt werden mußte.

Die Aktiven-Versammlung am 24. März beschließt

den Bau einer Startwinde in modularem Aufbau mit

zunächst zwei Trommeln. Qualifizierte Fachleute bei

FGR und Fa. Doll sind vorhanden. Im April starten

Berechnungen und Konstruktionen. Baubeginn soll

im Dezember sein.

Größere Mattenaufträge sind derzeit nicht absehbar.

Die Finnen drücken die Preise nach unten. Es wird

immer schwieriger lukrative Aufträge zu akquirieren.

Ein Tag der offenen Tür am Sonntag, 30. April, bei

der Fliegerwerkstatt in Ramsbach Höfle, mit Flugzeugausstellung,

Dias, Videos, Filmen, Kaffee und

Kuchen soll der Bevölkerung einen Einblick in das

Wirken der Fliegergruppe Renchtal e.V. ermöglichen.

Das Wetter zeigte sich launisch, es begann immer

wieder zu regnen. Den beiden Kunststoff-

Segelflugzeugen DG-500 und Discus machte es nichts

aus und die Gäste zogen sich in die geräumige Werkstatt

zurück.

Von Donnerstag den 20. bis Samstag 22. Juli ging ein

Dutzend Oberkircher Realschüler, im Rahmen von

"Projekttagen", mit Segelflugzeugen bei hochsommerlichen

Temperaturen, vom Fluggelände Musbach

in die Luft. Es konnten 51 Segelflüge verzeichnet

werden.

In der Werkstatt war Hochbetrieb. Es wurden Erdanker

für den DAeC , 20 Materialwagen für die Fa.

Erdrich gefertigt und der ASK-13 Rumpf in 430

Stunden grundüberholt.

74


Neubau der Startwinde SW 8024

D

ie Fliegergruppe entwickelte eine völlig neue

Startwinde für Segelflugzeuge, mit innovativem

hydraulischen Antrieb. Die Startwinde

zieht über ein 960 Meter langes Seil ein Segelflugzeug

etwa 300 bis 400 Meter in die Höhe.

Im Frühjahr 1995 beschloss die FGR den Eigenbau

der Startwinde. Der erste Vorsitzende Ludwig Treier

erstellte im Spätjahr erste Entwürfe und Zeichnungen.

Im Frühjahr 1996 folgte die Konstruktion und

Anfertigung in der Fliegerwerkstatt in Ramsbach, in

mehr als 3500 Arbeitsstunden. Auf der Oberrheinischen

Freizeit-und Frühjahrsausstellung "ORFA" in

Offenburg im April 1998, präsentierte die FGR erstmals

die neue Startwinde der Öffentlichkeit. Danach

befand sich die Startwinde zur erfolgreichen Erpro-

bung auf dem Segelfluggelände in Musbach Freudenstadt

Einige technische Daten:

Motor:

Antrieb:

Abflugmasse:

290 PS Diesel / 2100 U/Min.

2-Trommel hydraulisch,

auf 4 erweiterbar

800 kg

Leider fand die Winde bei der Freudenstädter Vereinsführung

nicht die erforderliche Akzeptanz, so

dass im Jahr 2000 die Abrüstung und der Verkauf

aller Baueinheiten beschlossen wurde.

75


1996

J

ahreshauptversammlung am 09.02. im Gasthaus

"Rose" in Ramsbach.

1762 Werkstattstunden wurden für die Mattenproduktion

"Schanze Klingental" aufgewendet.

Die DG-500 kann kurzfristig am 30.03. für

110.000,00 DM dem "Luftsportverband Helmstett

e.V." verkauft werden. Im Juli wird eine neue DG-505

Orion geliefert. Dieses Flugzeug hat Winglets und

eine um 2-Meter größere Spannweite. Die je 1-Meter

langen Winglets können bei Kunstflug abgenommen

werden.

Ein mögliches Segelfluggelände am Kugeleck in

Oberkirch ist in greifbare Nähe gerückt. Der ausbleibende

Bau der B-28 Umgehungstraße, fehlende

Flurbereinigung und ein geschütztes Orchideen Feld

machen jedoch große Sorgen.

Martin Kiefer hat mit seiner im Juli 1996 erworbenen

Segelfluglehrer-Lizenz an 26 Tagen geschult.

Martin führt ab sofort ein Ausbildungshandbuch, in

dem alle wichtigen Daten über den Ausbildungsbetrieb

der FGR gesammelt und ausgewertet werden

können.

Bei einer Ausstellung des Flugmodell Clubs Renchtal

e.V. am 20. April in der Stadthalle Oberkirch, konnten

wir unseren Discus-b, kpl. aufgebaut auf der

Bühne präsentieren.

Ein regenreiches Fluglager in Eschenlohe vom 03. bis

17. August war fliegerisch mit 4 Flugtagen nicht sehr

ergiebig. Die gemeinsamen kameradschaftlichen

Unternehmungen jedoch, hatten das Manko aufgewogen.

Im Gasthof "Alter Wirt" in

Eschenlohe

Flugplatz unter

Wasser

Um die Jugend für den Luftsport zu gewinnen und

die FGR der Öffentlichkeit besser darzustellen, werden

Schnupperkurse für Segelfliegen auf dem Flugplatz

Musbach angeboten.

Joachim Treier, 17 Jahre alt, erhält seinen Pilotenschein

und belegt gleich beim Jugendvergleichsfliegen

in Leibertingen den ersten Platz.

76


1997

J

ahreshauptversammlung am 18. Januar, im Cafe-

Restaurant "Hoferlesmühle" in Oppenau.

Egon Muschal wird zum Ehrenvorsitzenden der FGR

ernannt.

Egon muss mit Vollendung seines 70.Lebensjahres

und nach 33 Jahren die ehrenamtliche Fluglehrertätigkeit

einstellen. Er erhält die 1. Ehrenmedaille für

Fluglehrer des BWLV.

Lothar Schwark, von der Fliegergruppe Freudenstadt

übernimmt vorübergehend die Tätigkeit des Ausbildungsleiters

Auf der Oberrheinischen Frühjahrsausstellung

"ORFA" in Offenburg vom 12. bis 20. April, präsentierten

sich die Fliegergruppen Renchtal, Offenburg

und der Aero Club Kehl auf einem gemeinsamen

großen Messestand. Das Motto lautete:

»Ein Segelflieger fliegt in der Natur und mit ihr«

Die Besucher Resonanz während der Ausstellung

war sehr groß, jedoch hinterher, Funkstille !

Trotzdem wollen alle im nächsten Jahr nochmals bei

der "ORFA" teilnehmen.

1998

D

ie Jahres Hauptversammlung am 23.01. mit

Wahlen, fand erstmals im neuen Vereinsheim

in Ramsbach-Höfle statt.

Der Vorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung

wieder bestätigt.

Es kann von sehr guten Erfahrungen berichtet werden,

mit der vereinbarten Schulungs-und Nutzungsgemeinschaft

zwischen beiden Vereinen, der FGR

und FG-FDS. Die Fluglehrer können sich ihre ehrenamtliche

Ausbildungsarbeit aufteilen, für die ihnen

die beiden ASK-13 Schulungs-Segelflugzeuge der FG-

FDS und FGR zur Verfügung stehen.

Martin Kiefer wird Vereinsausbildungsleiter der FGR.

Nach 3200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und mit

Unterstützung von vielen Sponsoren, wird die Startwinde

SW8024 fertiggestellt. Sie wird im August für

die Sponsoren im Fliegerheim sowie im Stadtpark

beim Stadtfest Oppenau der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Erprobung erfolgt in Musbach.

77


E

rstmals wird die von der FGR völlig neu entwickelte

Startwinde, vom 18. bis 26 April auf der

Frühjahrsausstellung "ORFA" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Fliegergruppen Offenburg, Lahr-Altdorf und

Renchtal, der Aero-Club Kehl, der Ortenauer Drachenflieger

und Ballonsport Dreisamtal, präsentieren

sich und ihren Sport auf mehr als 600 Quadratmetern

Ausstellungsfläche.

Im Romantik Hotel "Obere Linde" in Oberkirch fand

am 07. November die Siegerehrung des Schwarzwald-Cubs

statt. Die FGR erreichte 1996 den 10.

Platz, 1997 Platz 8 und 1998 immerhin den 6. Platz,

was Ludwig Treier dann so kommentierte:

»Ihr könnt euch ausrechnen, wann die FGR den

1. Platz erreicht«!

Oberkircher Weinprinzessin

Diana Schweiger bei der

Begrüßungsansprache.

Lore Sturm, Ludwig Treier

Bild:

Bericht im Stadtanzeiger

Auch das einsitzige Leistungs-Segelflugzeug Discus b

der Fliegergruppe Renchtal war ein Anziehungspunkt

für viele interessierte Ausstellungs-Besucher.

Martin Kiefer hat in allen wesentlichen Printmedien,

für die FGR werbewirksame Berichte platziert.

Sieger des diesjährigen Schwarzwald-Cubs mit Lore Sturm (Mitte)

78


1999

J

ahreshauptversammlung am19.Februar im

Fliegerheim.

Ein Tag der "offenen-Tür" im Fliegerheim in Ramsbach

am 25. April erweist sich als großer Publikumserfolg.

Joachim Treier wird

in Rojtzschora, (30

km nördlich Leipzig)

Deutscher Meister

der Junioren in der

Standard-Klasse. Er

ist damit Mitglied im

C-Kader der Junioren-Nationalmannschaft

und hat sich

für die Junioren-WM

2001 qualifiziert.

Joachim Treier

Geb. 1979 als Sohn des seit 1995 ersten Vorsitzenden

der FGR Ludwig, Electronic Ingenieur, fliegt seit

dem 14. Lebensjahr. Schon früh nach Erwerb der

Segelfluglizenz hat er sich bei regionalen Landesmeisterschaften

die Erfahrungen bis zum Gewinn

der Deutschen Meisterschaft gesammelt. Mit der

erweiterten Motorsegler Lizenz und als Fluglehrer,

ist er einer der erfahrensten Piloten der FGR.

Im September erhielt die FGR ihre nagelneue

LS-8a. Der supermoderne Leistungssegler wurde

nicht mehr rechtzeitig zur Deutschen Meisterschaft

von Joachim geliefert, so dass er sich eine LS-8 ausleihen

musste.

LS-8 auf dem Flugplatz in Offenburg

Anlässlich einer Feier in der Fliegerwerkstatt gratulierten der Ortsvorsteher

von Ramsbach Ludwig Mayer, Bürgermeister von Oppenau

Thomas Grieser und Ortsvorsteher von Ibach Martin Springmann

( v.links).

Martin Kiefer und Joachim Treier haben damit begonnen

eine "Homepage" der Fliegergruppe für das

Internet zu erstellen. Zunächst mit einer Kontaktund

Info Seite. Somit war die FGR schon recht frühzeitig

in diesem zukünftig sehr wichtigen Kommunikations-Medium

präsent.

79


Brigitte Treier

Brigitte ist die Frau des ersten Vorsitzenden Ludwig

Treier und Mutter zweier Söhne, von denen Joachim

die Fliegerleidenschaft

seines Vaters geerbt hat.

Sie fliegt zwar nicht

selbst, aber mit Ludwig

geht sie gerne mal in die

Luft. Meistens konnte

man sie ein Buch oder

eine Zeitschrift lesend

am Flugplatz antreffen.

Sie ist die Seele des Vereins.

Ohne sie ist kein

Fest vorstellbar.

Wegen mangelnder Akzeptanz der FG-FDS Vereinsführung

wird die von der FGR gebaute Startwinde

SW 8024 demontiert und in Komponenten verkauft.

Die Fluggebühren Abrechnung wird umgestellt auf

das System der Fliegergruppe Freudenstadt.

Es wird beschlossen, den Flugzeugpark zu modernisieren.

Die ASK13, D-3977 wird nach London und die

Ka-6e, D-0160 nach Holland verkauft.

Der DISCUS CS, D-5770 von der FG-FDS wird mit

Tandemhänger erworben. Somit besteht der Flugzeugpark

nur noch aus Segelflugzeugen in Kunststoffbauweise

2000

Anlässlich eines Umzugs des Feuerwehrfestes in

Oppenau, zeigte die Mittelbadische Presse mit ihrer

Ausgabe vom 12. September, den auf dem Flugzeuganhänger

befestigten Ka-6e Rumpf, in dem die 16-

jährige Schülerin Christiane Frech aus Bad Griesbach

am "Steuerknüppel" saß. Christiane hatte in diesem

Jahr ihre ersten drei Alleinflüge mit Erfolg absolviert

und war somit eine ausgezeichnete Repräsentantin

der FGR.

Der Niederländische Ka-6e Käufer kommt immer mal wieder in

Musbach mit seinem Segelflugzeug vorbei und berichtet von

erlebnisreichen Flügen und dass er um das schöne Flugzeug

beneidet wird.

Am 06.07. verstirbt Ehrenmitglied Gerd Maier, drei

Wochen vor seinem achtzigsten Geburtstag. Die Segelflieger

verdanken. Gerd u.a. die Wiedergründung

des Vereines nach dem Krieg.

80


2001 2002

U

m die verkaufte ASK 13 zu ersetzen, wurde

eine gebrauchte ASK 21 von der Fliegergruppe

"Urbach/Remstal e.V." erworben. Der Allgemeinzustand

entsprach nicht den Vorstellungen der FGR.

Daher wurde beschlossen, das Flugzeug neu lackieren

zu lassen, die

vordere Haube zu

ersetzen, ein

Spornrad, ein

neues Funkgerät

und GPS einzubauen

sowie das

Cockpit optisch

zu überholen.

Das Segelflugzeug "Discus-B"/EM konnte am

20.März für 35.000,00 € an einen Privatpiloten nach

Holland verkauft werden.

Matthias Armbruster hat die FGR Homepage überarbeitet

und mit neuem Design und erweitertem Info-

Angebot ins Netz gestellt.

2003

D

ie ASK 21/RO wird in der Schulungsgemeinschaft

von Renchtäler und Freudenstädter

Piloten gerne und viel geflogen.

Der "DISCUS"/RF und der FG-FDS Motorsegler "Falke

D-KIAH" werden ebenfalls in die inzwischen vereinbarte

Nutzungsgemeinschaft eingebracht.

Johannes Tisch aus Oberachern, absolviert erfolgreich

den Segelfluglehrer-Lehrgang in Laucha, Thüringen.

Er ist ab 2004 ehrenamtlich als Segelfluglehrer-Anwärter

tätig.

Dieses Jahr konnte wieder ein Pfingst-Fluglager in

Agathazell im Allgäu durchgeführt werden.

Mathias Armbruster erhielt als jüngster Pilot in Baden

Württemberg den Pilotenschein für Segelflug.

81


2004

D

ie ASK 21 / RO wird im Luftfahrttechnischen

Betrieb der Fa. Güntert Kohlmetz GmbH in

Bruchsal wie vorgesehen generalüberholt. Sie

erhält eine komplett neue Lackierung, Sitzbezüge

aus Alcantara blau, eine neue Haube, Haubenverschlüsse

nach neuestem Sicherheitsstand und ein

Spornrad. In der Fliegerwerkstatt werden ein neues

Funkgerät und zwei Halterungen für Standardbatterien

eingebaut.

Nach Entfernung der alten Lackschicht hat sich zudem

noch ergeben, dass das Höhenruder zu schwer

und eine Abnahme daher nicht möglich war. Also

mußte auch noch das Höhenruder ersetzt werden.

Aber nach Abschluss aller Arbeiten bekam die FGR

letztendlich dann doch ein rundum technisch und

optisch hervorragendes Flugzeug.

Während der Oberkircher Handwerker Messe "OH"

am 17. und 18. April auf dem Gelände des Obstgroßmarktes,

konnten die

Segelflugzeuge

der FGR, ASK

21, LS-8 und

DG 505 ausgestellt

werden,

was mit

positiver Resonanz

belohnt

wurde.

Herr Oberbürgermeister Mathias Braun zeigte sich

sehr interessiert. Ludwig und Dieter konnten dabei

einen ersten Gesprächstermin bezüglich Wiederaufname

der Planung eines eigenen Segelfluggeländes

vereinbaren.

Ein neues Vereins-Logo,

das modern, aktuell und

eine frische Darstellung

kombiniert, hat Dieter

Steggemann entworfen.

2005

N

ach der ASK-21 Generalüberholung hat die

Stadt Oberkirch, durch Vermittlung von Kulturamtsleiter

Herr Hermann Josef Müller, mit einer

beachtenswerten Spende und der Werbebeschriftung

"Oberkirch", die Fliegergruppe Renchtal e.V.

unterstützt. Im Verlauf des Erdbeerfestes in Oberkirch,

hat Oberbürgermeister Matthias Braun die

Taufe vorgenommen.

Taufe der ASK-21 auf dem Marktplatz in Oberkirch

Ludwig Treier, Oberbürgermeister Matthias Braun,

Josef Müller, Dieter Steggemann (von links)

Zur Vereinfachung der Gebührenabrechnungen wird

für Flugschüler eine sehr günstige Pauschale bis zum

ersten Alleinflug angeboten. Auch für die übrigen

Aktiven werden neue Gebühren Pauschalen eingeführt.

82


F

liegerkamerad Hans Brandt (91 Jahre ) aus

Oberkirch, hält am 25.11. im Gasthaus "Pfauen"

in Oberkirch den Vortrag,

»Mein Leben im Flug-starten und landen«.

Hans Brand, war ein hoch dekorierter Testpilot im

2.Weltkrieg. Vom Wasserflugzeug He 42 über die

JU-52 oder den Heinkel

Bomber He-111

hat er die damals

aktuellen Flugzeug-

Typen geflogen.

Die entscheidende

Wegmarke in seinem

Leben war das Jahr

1931. Er kam als

Primaner zum Luftsportverein

Hannover

und lernte an den

Hängen des" Ith" das

Segelfliegen. » Für

mich ist das Segelfliegen

die faszinierendste

Sportart. Fliegen ohne Motor, sich mit dem Segelflugzeug

eins fühlen, sich wie ein Vogel von den Luftströmungen

tragen zu lassen« beschreibt er so in

seinen Memoiren. Es war der Beginn seiner fliegerischen

Laufbahn.

Ab 1945 wurde er

Geschäftsführer der

Konzertdirektion

Stuttgart, ab 1963

Geschäftsführer der

UHU-Werke in Frank

reich und ist ein

begnadeter Freizeitgärtner

u.v.m. 20

Hans Brand hat sich

sehr für die Fliegergruppe Renchtal interessiert und

sie auch dankenswerterweise finanziell unterstützt.

2006

D

ie Stadtverwaltung verfolgt die Planung

"Segelfluggelände", wegen landwirtschaftlicher

Befindlichkeiten nicht weiter. Hubert Gmeiner

und Rudolf Huber, beide Jäger aus Bottenau die um

ihre Jagdpfründe bangen, sammeln in Bottenau Unterschriften

contra Segelfluggelände.

Neue Fluggebiete kennenlernen, sich mit den örtlichen

Luftraumvorschriften

vertraut machen,

Flugerfahrung

sammeln,

kameradschaftliches

Zusammenleben,

das

ist immer wieder

Motivation um ein Fluglager zu organisieren. So

auch dieses Jahr wieder. Ziel war der in einer Höhe

von 860 Metern gelegene Flugplatz Hütten/Hotzenwald,

am südlichsten Ausläufer des

Schwarzwaldes, in unmittelbarer Nähe zur Schweizer

Grenze.

Ludwig mußte zeitweise die

ausgefallene Kommunikation-

Einrichtung zur Winde ersetzen

Und zum Feierabend ein zünftiges

Bier !!

83


2007

J

ahreshauptversammlung am 17.03. im Vereinsheim

in Ramsbach mit Wahlen.

Der Vorstand wurde in der bisherigen Zusammensetzung

bestätigt.

2008

J

oachim Treier hat seine Fluglehrerausbildung

abgeschlossen und ist nun der vierte FGR Fluglehrer.

12./13. April

Der Flugmodell "Club FMC-Renchtal" veranstaltet in

der Erwin Braun Halle in Oberkirch eine Flugmodell-

Ausstellung, bei der die FGR, nach 1996 zum 2.Mal

auf der Bühne ihren einsitzigen Leistungssegler Discus-b

aufgebaut präsentierte.

(Bild unten)

Dieter Hoferer und Karl Thoma werden aufgrund

ihrer Verdienste in der Fliegergruppe zu Ehrenmitgliedern

ernannt.

Alle Segelflugzeuge erhalten das Kollisionswarngerät

"Flarm". Hiermit können Flugzeuge mit der gleichen

Ausrüstung rechtzeitig vor gefährlichen Annäherungen

gewarnt werden. Damit unterstreicht die FGR

ihre sicherheitsbetonte Verantwortung.

19.Juli

Im Renchtal-Stadion zeigt die FGR, im Rahmen der

"Sparkassen-Helikopter-Tour" zwei Segelflugzeuge.

Es wird immer wieder versucht, durch Ausstellungen,

Werbung in Schulen, Presseberichte und vieles

mehr, Flugschüler jeden Alters für unseren Sport zu

begeistern. Leider mit mäßigem Erfolg. Das größte

Handikap ist wohl, dass die FGR keinen eigenen

Flugplatz besitzt und der Aufwand nach Freudenstadt-Musbach

zu gehen nicht angenommen wird.

84


05.Okt.

Ab diesem Jahr wird die Flugzeugflotte durch einen

Motorsegler erweitert. Im Oktober holen Ludwig

Treier und Martin Kiefer den supermodernen Reisemotorsegler

"Super Dimona HK 36 TTC 115", in

Weissenhorn bei Ulm ab.

Ein Sommerfluglager bei der Fliegergruppe Weissenhorn,

bietet optimale fliegerische Erlebnisse. Mit

Weissenhorn ist eine ungewöhnliche Kameradschaft

gewachsen.

Mit dem extrem leisen Motorsegler können zum

einen berechenbare Flugziele angesteuert werden

und zum anderen ist das Schleppen von Segelflugzeugen

möglich. Dafür ist eine Schleppseil Einzugsvorrichtung

fest eingebaut.

2009

D

as endgültige "AUS" für ein eigenes Segelfluggelände

der FGR wird von der Behörde beschlossen.

Der Verzicht auf acht (!) Kühe sollen einen

großen landwirtschaftlichen Betrieb aus Lautenbach

in seiner Existenz bedrohen.

Ein runder Tisch am 13. Mai mit allen Beteiligten

verläuft seitens der Landwirte und deren Vertreter

des Landwirtschaftsamtes Offenburg äußerst emotional,

destruktiv und letztendlich erfolglos für die

FGR. Die Stadt Oberkirch bzw. Herr Oberbürgermeister

Matthias Braun, stuft die Belange der Landwirtschaft

höher ein als diejenigen der Luftsportler.

Vor der Flugzeughalle in Weissenhorn (von links)

Christa Ebert, Martin Kiefer, Christoph Schweiger, Brigitte und

Ludwig Treier, Klemens Schmiederer, Markus Kohler, Dieter Steggemann.

Die Super Dimona wird sehr viel und gerne geflogen.

Alle Renchtäler und einige Freudenstädter Mose-

Piloten wurden eingewiesen. Über die Wintermonate

steht die DIMONA und zeitweise auch die ASK 21 in

der Halle des Flugplatz Offenburg. In diesem ersten

Jahr wurde die Dimona mit ihren neuen fliegerischen

Möglichkeiten gut angenommen.

85


2010

J

ahreshauptversammlung am 27.02 im Vereinsheim

in Ramsbach mit Neuwahlen.

1. Vorsitzender Ludwig Treier

2. Vorsitzender Markus Kohler

Kassier Gerhard Roth

Schriftführer Martin Kiefer

Dieter Steggemann hat den 2.Vorstand für eine zukünftige

Verjüngung der Vereinsführung abgegeben.

Für seine Verdienste um den Luftsport wurde ihm

vom ersten Vorsitzenden die bronzene Ehrennadel

des BWLV verliehen. Dieter war seit 1995 als zweiter

Vorsitzender der FGR aktiv und hat sich u.a. bei der

Planung eines eigenen Segelfluggeländes außerordentliche

Verdienste erworben.

Markus Kohler

Mit dem 31 jährigen Markus Kohler hat die FGR einen

engagierten, redegewandten und in seinem Auftreten

durchsetzungsstarken Vertreter des Vorstandes

gewonnen. Als Vertriebsleiter eines großen metallverarbeitenden

Unternehmens und DRK - Kreisbereitschaftsleiter

kann er seine betriebswirtschaftlichen

und organisatorischen Kenntnisse

einbringen.

Ludwig ehrt Gerhard Roth für seine Verdienste um

den Luftsport mit der bronzenen Ehrennadel des

BWLV. Gerhard fliegt derzeit nicht mehr aktiv, ist

aber dennoch seit 1992 als Kassier im Vorstand tätig.

Sein Interesse an der Fliegerei führte ihn zur FGR.

1993 absolvierte er den ersten Schulungsflug, 1994

den Alleinflug, 1997 die PPL-C und anschließend

noch die PPL-B Prüfung (Motorsegler).

In der Zeit zwischen 1998 und 2004 hat er die Aufgaben

des Jugendleiters übernommen.

Der vereinseigene Motorsegler "Super Dimona" zählt

inzwischen zu seinem beliebtesten Flugzeug, das er

als Motorenwart und auch abrechnungsmäßig mit

betreut.

86


28.März

Bei der Benefizveranstaltung zugunsten krebskranker

Kinder, in und um die neue Halle der Druckerei

Drescher in Zusenhofen, war auch die FGR mit 2

Flugzeugen

vertreten.

Während einer

Konzertpause

in der Halle

fand eine große

Verlosung

statt. Die Fliegergruppe

stellte unter anderem einen Alpenflug zur Zugspitze

und Rundflüge über den Schwarzwald zur Verfügung.

18.Juli.

Sonntagnachmittag, schönstes Flugwetter.

Mit einem Kumpel als Passagier, startete der jüngste

FGR Pilot zu einem Rundflug vom Fluggelände Musbach

mit dem Vereinsdoppelsitzer ASK-21. Entgegen

der Absprache mit einem anwesenden Fluglehrer,

den Gleitbereich des Platzes nicht zu verlassen, wagte

er sich selbst überschätzend, zu einem 2,5 stündigen

Flug über den Schwarzwald. Er endete letztendlich

mit einer unkontrollierten Außenlandung in

Sichtweite zum Flugplatz Offenburg. Mit der rechten

Tragfläche einen Obstbaum entwurzelnd, drehte sich

das Flugzeug in ein Getreidefeld. Eine höhere Macht

ließ beide Personen unverletzt aus dem erheblich

beschädigten Flugzeug steigen.

Eine ausführliche Flugunfall Analyse ist dem Bericht

des Ausbildungsleiters Martin Kiefer zu entnehmen.

Die ASK-21 war ein Jahr nicht mehr einsatzbereit.

Der glückliche Ausgang und die Aufarbeitung dieses

Unfalls wird die Sicherheitskultur im fliegerischen

Bereich positiv beeinflussen.

24.Sept

Das SWR Landesschau-Mobil berichtete über die

Stadt Oberkirch und vom Luftsport der Renchtäler

Segelflieger. Dabei befragte die Reporterin

Sibylle Möck als Flugschülerin im Cockpit des Segelflug-Doppelsitzers,

am Boden und in der Luft, den

Fluglehrer Joachim Treier.

87


2011

U

m die Kosten der Segelflugzeuge in einem Sockelbetrag

gegen zu finanzieren, haben sich 5

Piloten zur Zahlung einer Flatrate entschlossen. Dadurch

ist eine verlässliche Kosten/Nutzen-

Kalkulation möglich.

02. Juli

Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, hat sich der

"Umzug" gelohnt. So konnten in uriger Umgebung, einige schöne

Flüge absolviert werden.

Die ASK-21 soll wegen unzureichender Auslastung

verkauft werden. Ein gutes Angebot liegt bereits vor.

Die Mannschaft von links:

Markus Kohler, ein Gast der FGR, Martin Kiefer, Clemens Schmiederer,

Tilman Fuchs, Daniel Huber, Jürgen Huber

Fluglager waren und sind immer wieder ein kameradschaftlich

und fliegerisch besonderes Ereignis. So

wurde dieses Jahr Bayreuth als Ziel ausgesucht. Leider

spielte das Wetter nicht mit, so dass kurzfristig

ein Umzug nach Weissenhorn vollzogen wurde. Somit

war die FGR schon zum dritten Mal Gast bei den

"Weissenhorner" Fliegerkameraden.

Es wird eifrig nach einem gebrauchten Duo Discus

Ausschau gehalten.

Die ASK-21 konnte an die "Flugsportvereinigung

Wächtersberg" verkauft werden

Durch den Verkauf der DG-505 Orion (2008) und der

ASK-21 entstand eine schmerzliche "Doppelsitzer"

Lücke. Ein passendes, gebrauchtes Flugzeug ist jedoch

derzeit in hochwertiger Qualität auf dem Markt

nicht erhältlich.

88


2012

J

ahreshauptversammlung am 10. März, im

Vereinsheim in Ramsbach.

Markus Kohler übergibt Ludwig Treier, 1. Vorsitzender

der FGR, die silberne Ehrennadel des BWLV mitsamt

Urkunde. Das ist die zweithöchste Auszeichnung

des

BWLV und

würdigt sein

ehrenamtliches,

langjähriges

Engagement

in

der Fliegergruppe.

Egon Muschal-Ehrenvorsitzender, Ludwig Treier-

1.Vorsitzender, Markus Kohler-2.Vorsitzender (v.l.)

30. Juni

Tilman Fuchs

im Discus CS

Unterwegs im

Gebiet Wank

In Eschenlohe

ist die FGR das

3. Mal zu einem

Fluglager Gast.

Diesmal auf

dem neuen

Fluggelände der

Werdenfelser

Fliegergruppe.

2013

J

ahreshauptversammlung am 02. Febr., im

Vereinsheim in Ramsbach.

Auf der Tagesordnung stehen u.a. Neuwahlen.

1. Vorsitzender Ludwig Treier

2. Vorsitzender Markus Kohler

Kassier Gerhard Roth

Schriftführer Martin Kiefer

Zunächst wollte Ludwig Treier seinen Vorsitz abgeben

um einer jüngeren Führungsspitze Platz zu machen.

Die Nominierung geeigneter "Freiwilliger"

gestaltete sich jedoch äußerst schwierig, so dass er

sich nochmals bereit erklärte, den Vorsitz für die

nächsten 3 Jahre letztmalig zu übernehmen. Während

der folgenden Legislaturperiode zeichnet sich

allerdings dann vermutlich eine sich verändernde

Entwicklung der Vorstandspersonalien ab.

Eine ganz besondere

Ehrung wurde Dieter

Hoferer (Ehrenmitglied

der FGR) zu

Teil. In Anerkennung

seiner 60-jährigen

Mitgliedschaft und

Tätigkeit im Verein,

wurde ihm die

"Wolf-Hirth Medaille"

in Silber

verliehen.

Diese Medaille steht

für Förderer und

Gönner des Luftsports,

sowie deren außergewöhnliche, nachhaltige,

ideelle oder materielle Hilfe. 21

89


Johannes Tisch

Neu im Vorstandsteam ist der 34-jährige Johannes.

Er ist Maschinenbau-Ingenieur und seit 1995 aktives

Mitglied der FGR. Nach der Segelflug-Lizenz PPL-C

1998, erweiterte er seine Ausbildung 2003 zum

PPL-C Fluglehrer. Es folgten ab 2004 die PPL-B Motorsegler

Lizenz und 2005 auch die entsprechende

Lehrberechtigung. Ultraleicht 2008 und PPL-A 2012

runden derzeit seine fliegerischen Ambitionen ab.

Als Ausbildungsleiter wird er zukünftig die Aufgaben

von Martin Kiefer übernehmen.

E

s wurde einstimmig beschlossen, ein neues

Doppelsitziges Segelflugzeug im Wert von ca.

120.000,00 € zu kaufen. Dabei handelt sich um den

"Duo-Discus XL" von Schempp Hirth.

Taufe des Duo Discus XL auf den Namen "Dollenberg" durch

Hotelier " Meinrad Schmiederer " am 19. Oktober 2013.

Johannes Tisch mit "geistlichem" Beistand

Tilman Fuchs, hat den Zellenwart

Lehrgang absolviert und

wird zukünftig als Werkstattleiter

zur Entlastung von Ludwig

Treier beitragen.

90

Tilman Fuchs

Das Wettbewerbs-Kennzeichen " RD " steht für

Renchtal - Dollenberg

Dem Beschluss, ein so teures, neues Segelflugzeug zu

erwerben, gingen viele Gespräche und Abwägungen

ob gebraucht oder neu und welcher Typ voraus. Es

steht außer Frage, der Verein braucht auf jeden Fall

einen Doppelsitzer, nachdem die DG 505 und ASK 21

wegen zu geringer Akzeptanz nicht mehr haltbar

waren. Der DUO ist natürlich eine "Orchidee" unter

den doppelsitzigen Segelflugzeugen ihrer Klasse. Es

ist nur zu hoffen und wünschen, dass die fliegerische

Auslastung, die Anschaffung rechtfertigen wird.


2014

J

ahreshauptversammlung am 08. März, im

Vereinsheim in Ramsbach.

Ausbildungsleiter Johannes Tisch erwähnt die abgelegten

Prüfungen: Christine Balz-Goral, z.Zt. einzige

weibliche Pilotin, erneuert Segelflug-Lizenz. Gerhard

Roth erneuert Segelflug-Lizenz mit TMG (Motorsegler).

Markus Kohler und Martin Kiefer erhalten LAPL

(A) mit TMG. Klemens Schmiederer, Joachim Treier

und Johannes Tisch legen CVFR-Prüfung ab. Jürgen

Huber ist derzeit einziger Segelflugschüler.

Jugendleiter Matthias Armbruster will mit Tilmann

Fuchs die FGR-Homepage überarbeiten und aktuell

halten. Insbesondere sollen Videos mit Tilmanns

GOPRO-Kamera erstellt werden.

16. Januar

Wann fliegt ein Flugzeug?

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Siebtklässler

der Werkrealschule Oppenau mit ihrem Lehrer Thilo

Becker im Rahmen des MNT - Unterrichts ( Materie,

Natur und Technik ). Vier Schüler bekamen die Aufgabe,

ein Referat über das Fliegen zu erarbeiten,

darunter auch Manuel Huber. Dieser ließ seine

"Beziehungen" zu seinem Onkel Ludwig Treier spielen,

der Vorsitzender der Fliegergruppe Renchtal ist.

Um den Vortrag lebendiger zu gestalten, brachte

Treier ein Einsitzer-Segelflugzeug mit 15 Metern

Spannweite im Schulhof in Stellung, was Manuels

Referat natürlich sehr belebte und anschaulicher

machte. 22

91


2015

J

ahreshauptversammlung am, 21. März, im

Vereinsheim in Ramsbach.

Die Fliegergruppe hat zur Zeit 13 aktive - und

89 Fördermitglieder. Es wird immer schwieriger

neue Flugschüler egal welchen Alters zu gewinnen.

Ein Segelflugschüler befindet sich in Ausbildung.

Joachim Treier arbeitet ein Strategiepapier aus,

um die Flugzeugflotte zu verjüngen. Die 1999 erworbene

"LS 8" (RE) soll demnach von einem

"Discus 2" abgelöst werden.

2016

J

ahreshauptversammlung am 19. März., im

Vereinsheim in Ramsbach.

Auf der Tagesordnung stehen u.a. Neuwahlen.

1. Vorsitzender Ludwig Treier

2. Vorsitzender Markus Kohler

Kassier Gerhard Roth

Schriftführer Martin Kiefer

Martin Kiefer informiert über die Auslastung der

Flugzeuge im vergangenen Jahr.

Starts / Stunden

Duo-Discus 32 / 46

Discus 13 / 53

LS 8 5 / 14

Dimona / 122

Dem Verkauf der "LS 8" an die "Fluggemeinschaft

Heiligenberg e.V." Nähe Bodensee und Erwerb eines

neuen Hochleistungsseglers "Discus 2C" wurde

mehrheitlich zugestimmt.

Jugendleiter Matthias Armbruster stellt neuen Flugschüler

Timo Hildenbrand vor.

Am 11. Dezember 1976 fusionierten die Fliegergruppe

Oppenau und der Luftsportklub Oberkirch

zur Fliegergruppe Renchtal e.V. (s. ab Seite 48).

40 Jahre FGR will man am 01. Mai im Rahmen eines

Fliegerfestes gebührend feiern.

Ludwig Treier hat sich entgegen seiner Ankündigung

2013 nicht mehr zu kandidieren, ein endgültig letztes

Mal für die Amtszeit von 3 Jahren entschieden.

92


01. Mai

Unter dem Motto

"40 Jahre Fliegergruppe Renchtal e.V."

stand das diesjährige Fliegerfest. Viele Besucher

hatten sich trotz widriger Wetterverhältnisse eingefunden.

Zwei aufgebaute Segelflugzeuge, ein Videofilm

mit Beiträgen aus der 40-jährigen FGR Geschichte,

ein Flugsimulator, Kaffee und Kuchen, deftige

Speisen und gute Stimmung in den beheizten Hallen,

sorgten für eine gelungene Festveranstaltung.

93


2017

J

ahreshauptversammlung am, 11. März 2017 im

Vereinsheim in Ramsbach.

Förder - und Sponsor Gelder,

sowie die finanzielle Unterstützung

der "Karl und Elisabeth

Thoma - Stiftung" ermöglichen

den Kauf des neuen Hochleistungs

- Segelflugzeugs "Discus

2C". Die Anschaffungskosten

konnten nicht zuletzt durch die

sehr gute Vorplanung von Joachim

Treier auf einen für die

FGR tragbaren Rahmen festgelegt

werden.

Um neue Flugschüler für unseren

schönen Sport zu gewinnen,

wird Markus Kohler, im

Einvernehmen mit der Fliegergruppe

Offenburg, Schnupperfliegen

mit der "Super Dimona"

organisieren.

Die in der Gebührenordnung

vom 11. März 2017 festgelegte

Flatrate hat sich bewährt und

wird weiterhin von 5 Piloten

genutzt. Damit wird eine gewisse

Grundsicherung der

laufenden Kosten des Flugzeugparks

erreicht.

94


2018

J

ahreshauptversammlung am 10. März, im

Vereinsheim in Ramsbach.

Die FGR hat derzeit 12 aktive Mitglieder.

Die Beschaffung des neuen Hochleistungs-Seglers

"Discus 2C" ist abgeschlossen und kann ab sofort

geflogen werden.

Obwohl die Anschaffung ca. 120.000 € gekostet hat,

konnte Kassier Gerhard einen soliden Kassenstand

verkünden.

Markus Kohler koordiniert das "Schnupperfliegen

für einen Tag". Im gesamten vergangenen Halbjahr

2017 konnte jedoch kein Termin für die angemeldeten

Interessenten, in Offenburg, gefunden werden.

Dabei hat das schlechte Wetter einen Großteil dazu

beigetragen.

Zum Ende der JHV hat Ludwig seinen endgültigen

Entschluss bekanntgegeben, 2019 nicht wieder bei

den Neuwahlen des Gesamtvorstandes, als erster

Vorsitzender zur Verfügung zu stehen.

1. Mai

Dieses Jahr stand das inzwischen jährliche Fliegerfest

ganz im Zeichen des neu erworbenen Seglers

"Discus 2C". Am Vormittag, noch bei recht kühlem

und bedecktem Wetter, begrüßte der erste Vorsitzende

Ludwig Treier das Oppenauer Stadtoberhaupt

Herr Uwe Gaiser mit seiner Frau Christine und Tochter

Amelie. Weiterhin durfte er den stellvertretenden

Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Offenburg/Ortenau

Herr Karl Bähr sowie Ehrenmitglied

der Fliegergruppe Karl Thoma, Dieter Hoferer und

Ehrenpräsident Egon Muschal begrüßen.

Fluglehrer

Klemens Schmiederer,

wurde im Auftrag

der "Bundes -

Kommission Segelflug

im DAEC", von

Ludwig Treier

(1. Vorsitzender)

die goldene Ehrennadel

für 27 Jahre

ehrenamtliche

Ausbildungstätigkeit als Fluglehrer überreicht.

Martin Kiefer mahnt eindringlich zur "Umsicht" vor

der zunehmend gefährlichen Entwicklung durch

Drohnen im Luftraum. Besonders in Flugplatznähe

bei Start-und Landung können diese Fluggeräte zu

folgenschweren Zwischenfällen führen. Man kann

nur hoffen, dass sich alle Drohnenpiloten ihrer Verantwortung

bewusst sind.

Amelie, die junge Tochter des Oppenauer Bürgermeisters,

taufte den Segler mit einer Sektdusche

über das Cockpit auf den Namen „Stadt Oppenau“

und wünschte allzeit tolle Flüge sowie „Hals- und

Beinbruch“. Der Schriftzug mitsamt rotem Stadtwappen

ziert nun beidseitig den Cockpitbereich des

eleganten Seglers.

95


Förderung durch Regionalstiftung der Sparkasse

Die Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau

unterstützte die Anschaffung des Segelflugzeuges.

Den symbolischen Scheck überreichte

Karl Bähr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender

an den Vorstand der Fliegergruppe Ludwig Treier.

Karl Bähr würdigte besonders das ehrenamtliche

Engagement in der Fliegergruppe Renchtal.

So sind nicht nur vier Fluglehrer tätig, sondern auch

alle aktiven Mitglieder ermöglichen ehrenamtliche

und somit kostengünstige Flugausbildung, setzen

gemeinsame Projekte um und gestalten somit die

Zukunft des Luftsportes im Renchtal entscheidend

mit. Derzeit werden drei Flugschüler zum Segelflug

ausgebildet, zwei davon sind gerade mal 14 Jahre

jung. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Oberkirch

Herr Matthias Braun unterstütze die Regionalstiftung

der Sparkasse in ihrer Förderung der Fliegergruppe.

Der Oppenauer Bürgermeister Herr Uwe Gaiser lobte

die Bereicherung des Vereinslebens durch die Fliegergruppe,

denn sie hat ihre Wurzeln in Oppenau.

Die Fliegergruppe Renchtal e.V. entstand 1976 aus

der Fusion der Luftsportgruppen Oppenau und

Oberkirch. 23

v.l. Karl Bähr, Amelie-und Uwe Gaiser, Ludwig Treier

96


Traum vom Alleinflug erfüllt

Erstmals in der Vereinsgeschichte schafften dieses

Jahr gleich drei Flugschüler ihre ersten Soloflüge.

Timo Hildenbrand, Timo Roth und Florian Ebert.

Der Vorsitzende Ludwig Treier schaut zuversichtlich

in die Zukunft, da die Jugendförderung und die Modernisierung

des Flugzeugparks nun Früchte tragen.

Zu dieser positiven Entwicklung trägt nicht zuletzt

das alljährliche Fliegerfest am 1. Mai in der Fliegerwerkstatt

Ramsbach-Höfle bei. 24

12. August

Timo Roth (14 Jahre) war der nächste, der seinen

ersten Ausbildungsabschnitt in Musbach erfolgreich

mit dem Alleinflug abgeschlossen hat. Nach rund 50

Ausbildungsflügen hatte er in kurzer Zeit die Alleinflugreife

erlangt. Seine ersten Alleinflüge absolvierte

er anstandslos. Herzlichen Glückwunsch und „always

happy landings“! 26

02. Juni

Timo Hildenbrand (22 Jahre). Der "Glückliche" muß

nach altem Brauchtum eine kräftige Massage seines

Hinterteils mit einem Strauß Feld - und Wiesengewächsen

( überwiegend Brennnesseln ! ) über sich

ergehen lassen, um das Gefühl der "Thermik im Hintern"

zu sensibilisieren.

Axel Reich, Timo Roth

v.l. Christof Geißler, Timo Hildenbrand, Axel Reich 25

97


19. August

Florian Ebert (15 Jahre) war der dritte Glückliche.

Die beiden jungen Piloten Timo Roth und Florian

Ebert besuchen derzeit die Realschule in Oberkirch

und sind erst seit April aktive Mitglieder der FGR.

Auch Florian durfte das ganze Ritual der Fliegertaufe

über sich ergehen lassen.

Bei einem zünftigen Bier (Limo !) wurde dieses Ereignis

mit anwesenden Fliegerkameraden gebührend

gefeiert.

v.l. Martin Kiefer, Karl Pfau, Florian Ebert, Constantin Wiegert,

Dem Vater von Florian, Martin Kiefer, Fluglehrer der

FGR, kann man auf diesem Bild die Freude über das

Erreichte seines Sohnes wohl ansehen !

Papa Martin, Florian, Constantin Wiegert-Fluglehrer und

Karl Pfau 2.Vorsitzender FG-Freudenstadt.

Timo Roth und Florian Ebert in ihrem Schulflugzeug

98


21. Oktober

Zum Ende der Flugsaison organisieren in der Regel entweder die Fliegergruppe Renchtal oder die Fliegergruppe

Freudenstadt ein gemütliches Beisammensein. In diesem Jahr hat die Fliegergruppe Freudenstadt eine Wanderung

im Renchtal organisiert. Start war an der Renchtalhütte und führte die Wandergruppe über den Wiesensteig

zur Kaffeepause in das Gasthaus Herbstwasen und danach zurück zur Renchtalhütte um beim Abendessen

und Gesprächen unter Kameraden den Tag ausklingen zu lassen.

99


2019

J

ahreshauptversammlung am, 23. März 2019 im

Vereinsheim in Ramsbach.

Die Tagesordnungspunkte sehen auf den ersten Blick

so aus wie immer.

1. Begrüßung und Tätigkeitsbericht des Vorstandes

2. Bericht des Schriftführers

3. Bericht des Kassenwarts

4. Bericht der Kassenprüfer

5. Berichte der Referenten der Fachausschüsse

6. Entlastung des Vorstandes

7. Neuwahl des Vorstandes

8. Festsetzung der Jahresbeiträge und Gebühren

9. Anträge der Mitglieder

10. Verschiedenes

11. Wahl der Kassenprüfer

Beim Punkt 7 jedoch, "Neuwahlen des Vorstandes",

gibt es eine Veränderung der Vereinsführung.

Der 1. Vorsitzende Ludwig Treier und der

2. Vorsitzende Markus Kohler stellen Ihre Ämter für

geeignete Nachfolger zur Verfügung.

Der neue Vorsitzende Klemens Schmiederer würdigt

ausführlich die ehrenamtlichen Aktivitäten von

Ludwig Treier und Markus Kohler und bedankt sich

jeweils mit einem Weinpräsent.

( Im Bild von links: Klemens Schmiederer, Ludwig Treier,

Markus Kohler, Matthias Armbruster )

Die neue einstimmig gewählte Vereinsführung:

1. Vorsitzender Klemens Schmiederer

2. Vorsitzender Matthias Armbruster

Kassier

Gerhard Roth

Schriftführer Martin Kiefer

Ausbildungsleiter Johannes Tisch

Werkstattleiter Tilman Fuchs

Jugendleiter Timo Hildenbrand

100


Matthias Armbruster

Tilman Fuchs

Nachdem Tilman 2013 auf dem Klippeneck den Zellenwart

Lehrgang absolvierte, entlastete er bereits

als Werkstattleiter den 1.Vorsitzenden Ludwig

Treier.

Sein Interesse an der Fliegerei hat sich schon im

Kindesalter beim Bau von Flugzeugen aus Karton

gezeigt. Er hatte dann mit 12 Jahren Egon Muschal in

der FGR Werkstatt beim Mattenkleben geholfen und

nach einiger Zeit einen "Freiflug" dafür bekommen.

Ab da war das Interesse dann so groß, dass dem

Beitritt zur FGR, mit 12 Jahren, nichts mehr im Wege

stand.

Hans Furler Gymnasium, Technisches Gymnasium

Offenburg und Hochschule Karlsruhe mit Studium

Wirtschaftsingenieurwesen bildeten, dem 1987 geborenen

Matthias, die Grundlage zum weiteren Geschäftsführer

des elterlichen Betriebes in Oberkirch.

( PAN+Armbruster GmbH)

2001 erster Flug, 2003 praktische Prüfung PPL-C,

2004 als Webmaster Inbetriebnahme der FGR-

Homepage, 2005 Jugendleiter und ab JHV 2019 nun

2. Vorsitzender.

Mit 20 Jahren hat er 1997 das Gymnasium mit Abitur

verlassen. Es folgte im Anschluss die Ausbildung zum

Logistik Assistenten und er arbeitet heute als Disponent

für die Binnenschiffstransporte im Kehler Hafen.

Bei einem Rundflug 1988 anlässlich eines Kehler

Flugfestes, ergab sich ein erster Kontakt mit der

Fliegerei. Durch einen Klassenkameraden der bereits

mit der Segelflugausbildung begonnen hatte, begann

1992 die aktive Piloten-Ausbildung in Kehl, die 1992

mit dem Pilotenschein "PPL-C" abschloss.

Ab 2008 wurde er Mitglied in der Fliegergruppe

Renchtal e.V. Als Windenfahrer und Flugleiter gehört

Tilman zu den aktivsten Piloten im Verein.

Nachdem Ludwig Treier ab der JHV 2019 die Vereinsarbeit

auf mehrere Schultern verlagert hat, ist

Tilman nun als Werkstattleiter u.a. verantwortlich

für die Segel-Flugzeug Instandhaltung.

101


Timo Hildenbrand

Nach 2-jähriger Berufsfachschule für Elektrotechnik

hat der 1996 geborene Timo seine technischen Interessen

im Technischen Gymnasium für Umwelttechnik

weiterverfolgt um dann das Studium Elektrische

Energietechnik mit Physik folgen zulassen.

Die Ausstellung und Präsentation der FGR auf dem

Stadtfest in Oppenau 2015 hat ihn so inspiriert, dass

er im selben Jahr noch dem Verein beigetreten ist.

Dem Erstflug am 20.09.2015 folgte die Praxis, die mit

dem ersten Alleinflug am 02.06.2018, einen wichtigen

Teil der Gesamtausbildung markiert.

Als neu gewählter Jugendleiter wird er zukünftig

deren Interessen innerhalb des Vereines vertreten.

102


Aktiv fliegende FGR - Piloten / 01. Mai 2019

Von links:

Joachim Treier, Matthias Armbruster, Markus Kohler, Klemens Schmiederer, Ludwig Treier,

Florian Ebert, Timo Hildenbrand, Gerhard Roth, Johannes Tisch mit Tochter, Timo Roth,

Tilman Fuchs, Christian Weßler, Martin Kiefer, Christine Balz-Goral.

103


104


1

Flugplatz Chronologie

105


D

as schwarz eingerahmte Titelbild dieser Chronologie

soll Symbol für ein vorläufiges Ende

sein, von langen, intensiven Bemühungen, ein eigenes

Fluggelände zu besitzen. Aber alles der Reihe

nach.

S

"Renchmatten" 1954

chon kurz nach Gründung der beiden Renchtäler

Flugsportvereine haben sowohl der "Luftsport

Club Oberkirch" als auch die "Flieger-Gruppe Oppenau"

alles daran gesetzt, den Traum vom eigenen

Fluggelände zu verwirklichen. Die Oppenauer hatten

die schlechteren Karten, denn wo gab es schon ein

entsprechend großes Gelände im hinteren Renchtal.

In Oberkirch, bzw. im vorderen Renchtal durfte etwas

optimistischer an Geländeplanungen gedacht

werden.

1954 versuchte die LCO Vereinsführung dieses Gelände

als zukünftigen Flugplatz nutzen zu können.

Ein Antrag an die Stadt Oberkirch wurde abgelehnt,

denn das Gelände sollte für zukünftige Baumaßnahmen

vorgehalten werden. Heute steht dort das Hans

Furler Gymnasium und nordwestlich kreuzt die Reifeisenstraße.

A

"Eichmatt" 1956

uf der "Eichmatt", im Westen Oberkirchs, zwischen

Rench / Bahngleisen und Bahnübergang

B-28, bis vor Müllen hatte man, auch für heutige

Vorstellungen, ein optimales Gelände ausgemacht.

Selbst ein Pachtvertrag-(Vorschlag) der bis 1965

gelten sollte wurde bereits erstellt. Dem Antrag

konnte nicht entsprochen werden, da eine Vielzahl

von Kleinparzellen (auf dem Plan "Eichmatt 1988"

sehr deutlich erkennbar) und somit eine Vielzahl von

Pächter und Eigentümer die vorrangig landwirtschaftliche

Ansprüche geltend machten, einer Genehmigung

entgegenstanden.

Zum Zeitpunkt der Planung waren die Grundstücke

vorwiegend Wiesenflächen die später einer intensiven

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zugeführt

wurden.

Segelfluggelände Renchmatten

Zum Oberkircher Weinfest 1953 wurde ein Fluggelände

zum Zweck von Demonstrations-und Gästeflügen

durch alle maßgeblichen Behörden genehmigt.

106


A

"Urloffener Schlauch" 1980

m 16. Juni 1980 besichtigen Herr Ast vom

Reg. Präsidium Freiburg und Egon Muschal

ein mögliches Segelfluggelände in Urloffen.

Der AERO-Club

Kehl befürchtet in

ca. 3-Jahren ihren

Flugplatz aufgeben

zu müssen. Darum

wäre es wichtig,

rechtzeitig ein

eigenes Fluggelände

zu besitzen.

Urloffener Schlauch, oben Nord

unten rechts Urloffen

Die Kommunalwahlen

in Urloffen

mit einem neuen

Ortsvorsteher, der

einen Flugplatz auf

Urloffener Gemarkung

ablehnt, machen

das Projekt

"Segelfluggelände"

auf deren Gemarkung jedoch zunichte. Völlig

unverständliche Kehler Vorwürfe wegen angeblichen

Alleinganges der Renchtäler in der Geländefrage

erhitzt die Gemüter.

107


"Eichmatt" 1988

Ein erneuter Versuch wurde 1988 unternommen.

Mit einem Antrag vom damaligen ersten Vorsitzenden

der FGR Egon Muschal an die Stadt Oberkirch 27

( Zu diesem Zeitpunkt war noch Willi Stächele Bürgermeister

der Stadt Oberkirch, später Staatsminister

und Finanzminister von Baden-Württemberg ) In

dieser Zeit waren landwirtschaftliche Flächenstilllegungen

angedacht, für die Oberkirch entsprechende

Ausgleichsflächen zur Verfügung stellte. Egon schilderte

die damalige Situation des Vereines sehr eindringlich,

untermauerte das Anliegen nach einem

geeigneten Fluggelände mit Vereinsdaten, fliegeri-

schen Nutzungsmöglichkeiten und dem gesellschaftlichen

Auftrag, auch Jugendliche für diese anspruchsvolle

Sportart zu begeistern.

Angedacht war das Gelände unterhalb der unteren

Rench-Brücke, zwischen Bundesstraße 28 und

Rench. ( Eichmatt- Löffelsmatt )

Es folgte ein Gespräch bei der Stadtverwaltung, mit

den Herren Beigeordneter Seiler und Erdrich, sowie

von der FGR, Egon Muschal und Karl Thoma. Das

Ergebnis war eindeutig. Die angedachten Flächen

werden aufgrund des Flurbereinigungsverfahrens im

Zuge der B-28 Umfahrung, intensiver, landwirtschaftlicher

Nutzung zugeführt. 28 Somit war eine

Nutzung als Flugplatz ausgeschlossen.

So hätte ein Segelfluggelände auf der Eichmatt/Löffelmatt aussehen können

108


Im Gespräch mit Stadtverwaltung und der FGR, hat

Egon einen alternativen Vorschlag unterbreitet.

»Eine ca. 900 Meter lange Start - und Landebahn, am

Eingang zum Bottenauer Tal zwischen B-28 und

Landstraße nach Durbach,« 29 . Es war bekannt, dass

einige Probleme zu lösen sein würden, wie z.B. eine

20000 Volt Hochspannungsleitung unter die Erde

legen und sich mit ca. 2-3 Privat-Grundbesitzern

einigen.

Am 10.12.1988 konnte Egon dann schon auf eine

Planausarbeitung des Herrn Beigeordneten Seiler

schriftlich antworten. Optimistisch hat Egon detailliert

eine Planbeschreibung des zukünftigen Flugplatzes

erarbeitet und mit dem Satz geschlossen,

»Wir hoffen, Ihnen mit der Darlegung unserer Vorstellungen

eine behutsame Weiterentwicklung ermöglicht

zu haben.« 30 Es war Optimismus angesagt !

1989

D

a keine Reaktion seitens der Stadtverwaltung

zu erkennen war, hat sich Egon am 20.03.1989

nach dem Stand der Bearbeitung unseres Anliegens

erkundigt. Es war klar, dass eine langwierige Vorbereitungsphase

notwendig sein würde. Einen Monat

später antwortet Herr Beigeordneter Seiler wie

folgt: 31

»Im Bereich des Taleingangs Bottenau - Talebene,

zwischen Kugeleck und der Landstraße Nr. 98 b nach

Durbach, sind derzeit keine grundsätzlichen Änderungen,

die das Vorhaben der Fliegergruppe Renchtal -

Bau eines Segelfluggeländes in Frage stellen können,

der Trasse der neu zu bauenden Bundesstraße B-28

bekannt. Wir weisen darauf hin, daß für endgültige

Planungen dieses Projektes die Planfeststellung der

B-28 -Umgehung Oberkirch- abgewartet werden

muß.«

" Die Hoffnung stirb zuletzt " besagt eine alte Weisheit.

So durfte auch die FGR weiter hoffen.

1991

J

üngsten Pressemitteilungen zufolge steht das Ende

des Planfeststellungsverfahrens B-28 Umgehung

Oberkirch kurz bevor, oder konnte zwischenzeitlich

abgeschlossen werden« schreibt Egon in einem Brief

an die Stadt Oberkirch und bittet um weitere Informationen.

32

4-Wochen später erhält die FGR eine Antwort, auszugsweise

mit folgendem Inhalt:

» ... teilen Ihnen mit, dass sich an den Grundstücksverhältnissen

noch nichts geändert hat, weil wir auf die

Fortführung des Planfeststellungsverfahrens für die B-

28, Ortsumgehung Oberkirch, warten. Sobald uns die

Pläne vorliegen und die weiteren Gespräche stattfinde

können, werden wir unaufgefordert auf die Angelegenheit

zurückkommen.«

1996

D

ie Stadt Oberkirch ist nie in den vergangenen

5 Jahren unaufgefordert auf den Verein zugekommen,

um ev. Gespräche über eine Konkretisierung

der Flugplatz-Pläne zu sprechen. 1995 gab es

einen Wechsel der Vereinsführung.

Ludwig Treier, bisher zweiter Vorsitzender, wurde

zum ersten und Dieter Steggemann zum zweiten

Vorsitzenden der FGR gewählt. Der Wunsch nach

einem eigenen Flugplatz war nach wie vor allgegenwärtig.

Nur so glaubten die beiden, für die Zukunft

das Interesse am Flugsport in unserer Region stärken

und u.a. die Jugendarbeit besser fördern zu können.

109


Die Planfeststellung der B-28, weiterhin Achillesferse

der Flugplatz-Planung, war immer wieder angeblich

kurz vor einem Abschluss. So haben sich Ludwig

und Dieter dem Thema " eigener Flugplatz " wieder

neu gewidmet.

Es wurden im Vorfeld einer erneuten Anfrage an die

Stadt, zahlreiche Gespräche mit zukünftig Betroffenen

geführt. Das waren u.a. Landwirte die auf dem

Gelände "Ettigswald" ihre Wiesen bewirtschafteten,

Jäger, BLHV ( Badisch- Landwirtschaftlicher-

Hauptverband), Staatliches Liegenschaftsamt in

Freiburg, Überlandwerk Achern, Wasserwirtschaftsamt,

Regierungspräsidium Freiburg, Naturschutz

u.s.w. .

Mit Erkenntnissen aus vielen dieser Gespräche hatte

man dann den Mut gefasst, erneut bei der Stadt um

Unterstützung für den Bau eines Flugplatzes zu werben.

Mit Schreiben vom 20.09.1996 hat dann die Stadt

u.a. geantwortet:

»/.../ hat sich der Bau und Umweltausschuss mit der

Angelegenheit befasst und wir müssen Ihnen leider

mitteilen, daß für die Realisierung des Projektes auf

der genannten Fläche keine Aussicht auf Erfolg besteht,

da die mit der B-28 zusammenhängenden Probleme

in absehbarer Zeit nicht zu klären sind /.../«

Weiter heißt es,

»/.../aus den genannten Gründen empfehlen wir der

Fliegergruppe Renchtal e.V. dringend nach anderen

Möglichkeiten für das Anlegen einer Start-und Landebahn

für den Segelflugbetrieb einschl. der Erstellung

eines Vereinsheimes Ausschau zu halten/.../«

Es gab nun zwei Möglichkeiten: 1.) Das Vorhaben

endgültig zu begraben, oder 2.) weitermachen und

nach alternativen Standorten zu suchen.

A

"Hengsthof" 2001

n Weihnachten, im Jahr 2000, tobte ein gewaltiger

Sturm namens "Lothar" über den

Schwarzwald, der große Waldgebiete in der Ortenau

dem Erdboden gleich machte.

Die Flugsaison hatte begonnen. Am sonnigen 01. Mai

2001 startete Ludwig mit Johannes Tisch zu einem

der ersten Segelflüge des Jahres vom Offenburger

Flugplatz Richtung Moos. Dabei konnte man das

ganze Ausmaß der zerstörerischen Naturgewalt von

Lothar erkennen. Ludwig, immer mit Flugplatzplänen

im Kopf, hatte eine Freifläche oberhalb des

Hengsthofes in Ödsbach ausgemacht. Da könnte doch

ein Fluggelände reinpassen !! Solch eine Idee konnte

nur Ludwig einfallen.

09.05.

Ludwig und Dieter besichtigen die Freifläche aus

allen möglichen Richtungen und Höhen. Die Idee ist

nicht abwegig. Also sind beide gleich zum Hof vom

"Hengstbauer" gegangen und haben den Senior,

Herrn Huber angetroffen und diese Idee vorsichtig

erläutert. Herr Huber war sofort begeistert und will

mit seinem Sohn darüber sprechen.

04.06.

Im Gespräch mit Herrn Josef Huber Jun. konnten

Ludwig und Dieter mit deutlich erhöhtem Adrenalin-

Spiegel, aufgrund sehr positiver Einstellung des

Grundstückseigentümers, den Heimweg antreten.

Was danach folgte waren sich überstürzender

Schriftverkehr, Gesprächs-und Besichtigungstermine,

mit nachweislich 16 !! Organisationen und Behörden.

Alles deutete darauf hin, dass ein Flugplatz

hoch oben im Moosgebiet, unterhalb des Moosturmes,

zu realisieren wäre.

110


2002

Ludwig hat alle für das Bauvorhaben notwendigen

Pläne erstellt und Dieter den gesamten Schriftverkehr

abgewickelt. Es wurden u.a. geologische Bodenuntersuchungen

durchgeführt, das Gelände genau

vermessen

und

immer wieder

mit der

Stadt korrespondiert.

Das Regierungspräsidium hat ganz zum Schluss zur

Auflage gemacht, die Bahn am nördlichen Teil um ca.

2 Meter tiefer zu legen, was Felsabtragungen, Sprengungen

und Hangsicherungsmaßnahmen zur Folge

gehabt hätten. Daran scheiterte letztendlich das

Vorhaben, ein eigenes Fluggelände zu besitzen.

Ludwig mit dem Geologen, beim Setzen von Messfühlern, die für

Ultraschall Messungen in festgelegten Abständen im Boden positioniert

werden.

07.10.

Mit einer ca. 1,8 Meter breiten, von Dieter angefertigten,

animierten Panoramaansicht wurde dann, nach

mehrmaliger Verschiebung das Projekt dem Bau-und

Umweltausschuss von Oberkirch vorgetragen. Das

Projekt stieß auf wohlwollendes Interesse.

In einem Schreiben vom 12.November 2002 teilte

die Stadt mit, »/.../ dass er (der Bauausschuss) dem

genannten Vorhaben zur Einrichtung eines Segelflugplatzes,

im Gebiet Schallengrund, grundsätzlich positiv

gegenüber steht. Die Beschlussfassung erfolgte vorbehaltlich

eines gleichlautenden Beratungsergebnisses

des Ortschaftsrates Ödsbach /.../«

Das Projekt wurde von Dieter und Ludwig bereits am

27.02.2002 dem Ödsbacher Ortschaftsrat vorgetragen,

der keine grundsätzlichen Einwände gegen dieses

Flugplatz Vorhaben hatte.

Die Animation zeigt den Bahnverlauf und unten rechts im Bild die

geplante Flugzeughalle.

111


09.12.2003

Mit diesem Datum mußte der Stadt Oberkirch u.a. folgendes mitgeteilt werden:

»/.../ die Planungen zum Bau eines Segelflugplatzes im Gebiet der Moos sind soweit fortgeschritten, dass ein Genehmigungsverfahren

eingeleitet werden könnte.

Auflagen des Regierungspräsidiums haben wir durch Planungsergänzungen-und Änderungen soweit erfüllt, dass

eine fliegerische Nutzung vom Flugsicherheitsinspektor und Flugplatzgutachter des Baden Württembergischen

Luftfahrtverbandes befürwortet würde.

Die voraussichtlichen Kosten Haben sich gegenüber der Planung jedoch mehr als verdreifacht. Unsichere und allgemein

schlechte, wirtschaftliche Perspektiven haben zur Folge, dass Zuschüsse in ihrer Höhe reduziert und Sponsor-

Gelder nicht mehr in der erwarteten Höhe zur Verfügung stehen.

Wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein solches Projekt leider nicht durchführen und müssen es bis auf Weiteres

ruhen lassen/.../«

Wenn Dieter im Moosgebiet wandert, trifft er oft den Geländeeigentümer Herrn Huber ( Hengsthof ), der ihn mit

Sicherheit auf die zurückliegenden Planungen eines Segelflugplatzes auf seinem Gelände anspricht. Er bedauert

es nach wie vor, dass dieses Projekt nicht verwirklicht werden konnte.

112


113


114

Segelflugplatz Oberkirch Ettigswald


2004

I

n Oberkirch findet auf dem Gelände

des Obstgroßmarktes die 2. Oberkircher

Handwerkerausstellung statt. Auch

die Fliegergruppe Renchtal e.V. ist mit von

der Partie. Zwei Segelflugzeuge, die ASK

21 und LS 8 konnten kpl. aufgebaut den

Besuchern gezeigt und Fragen zum Flugbetrieb

beantwortet werden.

Auch Herr OB Matthias Braun und Hauptamtsleiter

Müller informierten sich über

unser Hobby.

Diese Gelegenheit haben sich Ludwig

Treier und Dieter Steggemann nicht entgehen

lassen und sprachen wieder über

den sehnlichsten Wunsch, einen eigenen

Flugplatz zu besitzen.

OB Braun sagte seine Unterstützung zu

und lud Ludwig und Dieter zu einem Gespräch

ins Rathaus ein.

28.04.

Gespräch bei OB Braun und Stadtbaumeister Bercher.

Die beiden Vorsitzenden der FGR konnten aus den

vorangegangenen Genehmigungsverfahren ihre

Kenntnisse über die baulichen Besonderheiten eines

Flugplatzes in diesem sehr zeitnahen Gespräch vortragen.

Das Planfeststellungsverfahren der B 28 Umfahrung

Oberkirch ist abgeschlossen. Jetzt darf man

optimistisch der Realisierung eines eigenen Fluggeländes

entgegensehen

16.06.

Bild von links: OB Matthias Braun, Dieter Steggemann, H. Josef Müller, Ludwig Treier.

Mit dem ersten Planabstimmungsgespräch im Rathaus,

beginnt eine Zeit des Herantastens an die unterschiedlichsten

Betroffenheiten von Behörden,

Organisationen, Grundstückseigentümern und Pächtern.

In dieser Sitzung wurden alle bis dahin gesammelten

Erkenntnisse der FGR vorgetragen und diskutiert.

Die beteiligten Personen waren:

Herr Bercher Stadtbaumeister

Herr Haber Amt für Wasserwirtschaft / Boden

Herr Nolasco Regionalverband südl. Oberrhein

Herr Franz Regionalverband südl. Oberrhein

Herr Drewitz Regionalverband südl. Oberrhein

Herr Münch Naturschutz BUND / NABU

Herr Schäffner Naturschutzbeauftragter Oberkirch

Herr Treier FGR 1.Vorsitzender

Herr Steggemann FGR 2.Vorsitzender

115


N

achfolgend werden nur Auszugsweise einige markante Ereignisse aufgezeigt, der noch Jahre andauernden

Vorbereitung, auf das endgültige Bebauungsplanverfahren.

25.10.2004

F

lugplatzsachverständiger Herr

Plötz/Architekt

Vorort-Termin, Herr Plötz kann keinen Punkt erkennen,

der dem Einrichten eines Segelfluggeländes

entgegen steht. Die schriftliche Geländebeurteilung

liegt bereits am 27.10. vor.

14.02.2005

B

au und Umweltausschuss Oberkirch ( nichtöffentlich

)

Projekt vorgestellt, unterstützt durch eine Power

Point Präsentation.

In Folge auch in Bottenau und Ödsbach.

116


J

etzt galt es die Mitglieder der FGR über den aktuellen Stand zu informieren. Stehen sie zu diesem Vorhaben

? Oder müssen Ludwig und Dieter ihre Bemühungen, einen vereinseigenen Flugplatz zu besitzen,

einstellen ?

18.06.

A

ußerordentliche Mitglieder Versammlung

im Fliegerheim Ramsbach

(Protokoll- Auszug )

Um 20:05 Uhr Begrüßung durch Ludwig Treier. Einziges

Thema ist, Information und Abstimmung über die

Weiterführung der Projektierung des Segelfluggeländes

Oberkirch-Kugeleck. Ludwig erklärt gleich zu

Beginn, dass der erste und zweite Vorsitzende der FGR

persönlich haften und für ein eigenes Segelfluggelände

keine untragbaren Schulden machen werden.

Dieter Steggemann benennt Markus Kohler als Diskussionsleiter.

Dieter stellt den aktuellen Stand des Segelfluggeländes

dar.

Ein Gesamtkostenplan zeigt alle anfallenden Kosten

der Endausbaustufe. Ein Anfangskostenplan zeigt die

erste Ausbaustufe. Positive Beschlüsse vorausgesetzt,

könnte frühestens 2007 Baubeginn sein. Der Bauausschuss

von Oberkirch hat sich einstimmig für das Projekt

ausgesprochen und dem Gemeinderat eine entsprechend

positive Empfehlung ausgesprochen. OB

Matthias Braun sieht für die Entscheidung im Gemeinderat

„kaum Probleme“. Dieter ist für die Weiterführung

der Projektierung des Segelfluggeländes und

zeigt eine detaillierte Chronik der Bemühungen um ein

SFG in Oberkirch. Demnach haben die Renchtäler

Segelflieger schon immer ein eigenes Gelände angestrebt.

Bereits 1988 hat Egon Muschal erste Anfragen

an Oberkirch gestellt.

Abhängig vom Ergebnis der AMV wird folgendes

weitergeführt.

Montag, 20.06.2005 Gemeinderatssitzung

Dienstag, 21.06.2005 ARZ-Bericht von Redakteur

Rüdiger Knie zum Segelfluggelände und der

Chronik dazu.

Es folgte eine rege Diskussion, in deren Verlauf sich,

mit Ausnahme von zwei Mitgliedern, alle für eine

Fortführung der Planungen ausgesprochen haben.

Somit steht der weiteren Planung eines eigenen

Flugplatzes der FGR nichts mehr im Wege

117


20.06.

Auszug aus der Niederschrift über die öffentliche Sitzung des Gemeinderates

118


119


28.06.

D

ie im An-und Abflugbereich befindliche 20 KV

Hochspannungsleitung wird unter die Erde

verlegt. Dadurch wird eine erste, genehmigungsentscheidende

Maßnahme erfüllt.

Lageplan des Fluggeländes

Der Hochspannungsleitung Netzbetreiber beim Verlegen der

Erdleitung Richtung Bottenau.

Es müssen genaue Geländebeschreibungen, deren

Baupläne und fliegerische Nutzung unter Berücksichtigung

von luftrechtlichen Bestimmungen, Hallenplänen,

Infrastruktur usw. erarbeitet werden, um

sie u.a. dem Regierungspräsidium in Freiburg, Referat

75 >Luftverkehr< , zur Genehmigung einzureichen.

Zu diesem Zeitpunkt war noch Herr Ast Leiter

der Behörde

Längsschnitt des Fluggeländes mit An-und Abflug Korridoren

120


E

Naturschutz

in ganz wichtiger Aspekt war die Einbeziehung

des Naturschutzes. Frühzeitig, bereits 1996, wurde

Herr Münch als sehr engagierter Natur und Umweltschützer

in das Vorhaben " Flugplatz " auf Gelände

Ettigswald mit einbezogen. Herr Münch war immer ein

kritischer, sachlicher und

konstruktiv agierender

Gesprächspartner. Er

hatte den Standpunkt

vertreten

" kein Flugplatz " wäre

ihm am liebsten. Aber die

intensive Nutzung der

Landwirtschaft auf diesem

Gelände beeinflusst

die Flora und Fauna sehr

negativ. Daher ist ein

Flugplatz, der überwiegend

nicht gedüngte,

große Grünflächen auf-

Das breitblättrige Knabenkraut

weist, jeder anderen

Nutzung vorzuziehen.

Herr Münch hatte bis

zuletzt immer engen Kontakt

mit Dieter aufrecht erhalten. Probleme mit verschiedenen

Biotopen und einer Orchideen Wiese konnten

gelöst werden.

2006

B

esichtigungen, Anträge, Gutachten, Gespräche,

Schriftverkehr und das Warten auf Stellungnahmen

betroffener Behörden, haben wieder ein Jahr ins

Land gehen lassen.

Das von der FGR benötigte Gelände liegt in einem

"Überregionalen Grünzug". Hier dürften normalerweise

keine Bauwerke errichtet werden.

In einem Schreiben des RVSO

Oberrhein> hat Herr Dr. Dieter Karlin die rechtlichen

Gegebenheiten erläutert. Aber gleichzeitig zur

Lösung dieses Problems, da die FGR ein Verein ist,

auch gleich die Lösung vorgeschlagen. Danach kann

durch den positiven Ausgang eines "Ziehlabweichungverfahrens",

zwischen dem RVSO und der Stadt Oberkirch

ein "Raumordnerischer Vertrag" geschlossen

werden. Somit wäre eine Bebauung möglich.

Kartierung des "Überregionalen Grünzuges"

Herr Dr.Karlin hatte gleich einen entsprechenden Vertrag

ausgearbeitet. Herr Dr.Wolfang Scholze, Referat

Umwelt und Natur des DAeC (Deutscher Aero Club

e.V. ) erarbeitet nach Rücksprache mit Herrn Münch,

eine " Fachliche Stellungnahme zur Naturschutzverträglichkeit

eines neu anzulegenden Segelfluggeländes in

Oberkirch ".

Ergebnis: Positiv, selbst Herr Münch ist angetan !

Es wuchs die Hoffnung, bald mit den Bauarbeiten beginnen

zu können.

121


21.07.

Es wurde immer öfter auch in der ARZ (Acher Rench

Zeitung) über das zukünftige Flugplatz-Projekt der

Fliegergruppe Renchtal e.V. berichtet, was natürlich

auch vereinzelt Wiederstand gegen das Flugplatz -

Projekt zur Folge hatte. Ein eklatantes Beispiel sei

nachfolgend aufgezeigt. Zur Vollständigkeit muß

erwähnt werden, dass ein großer Teil der Unterschriften

von nicht ständig im näheren Umfeld wohnenden

Personen des geplanten Flugplatzes stammten.

122


Diese unnötige Aktion konnte nicht wirklich ernst

genommen werden. Die Planungen wurden hierdurch

nicht beeinträchtigt. Zahlreiche Leserbriefe als

Fürsprecher für einen Segelflugplatz folgten.

07.12.

Die Finanzierung eines solchen Projektes mußte auf

einen langen Zeitraum verteilt sicher gestellt werden.

Dazu sind Zuschüsse von Seiten des Verbandes,

Bankdarlehen, Spenden und laufende Beiträge aller

auch der zukünftigen Mitglieder der FGR einzurechnen.

So hat sich auch ein Förderer des Flugsports in

Oberkirch angetragen, das Gelände zu finanzieren

und dem Verein gegen eine " humane " Pacht zur

Verfügung zu stellen.

Das schwierigste Problem

Es war nun wichtig zu versuchen, die notwendigen

landwirtschaftlich genutzten Wiesenflächen pachten

bzw. erwerben zu können.

Der größte Teil des Ettigswald-Geländes befindet

sich im Besitz des Landes "Baden- Württemberg". In

12 Einzelgrundstücke aufgeteilt, wurden sie von

verschiedenen Landwirten bewirtschaftet. Ein Landwirt

aus Lautenbach hatte dort die größte Fläche

gepachtet. Das sollte die Achillesverse des gesamten

Projektes werden.

Der Landwirt aus Lautenbach wollte auf Teile seiner

Pachtwiesen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten

nicht verzichten. Zu Beginn der Bemühungen um ein

Flugplatzgelände hatte er ca. 1,7 ha bewirtschaftet.

Bis zum Juli 2008 waren es dann bereits schon

3,0 ha !! ( Ein Schelm wer böses dabei denkt )

In vielen Sitzungen, mit viel Schriftverkehr und unzähligen

Einzelgesprächen war die FGR einem eigenen

Fluggelände nie näher als jetzt.

Die Landwirtschaft hat immer Vorrang !

Die Landwirte haben eine Lobby die so mächtig ist,

dass ein kleiner Verein wie die FGR, keine Chance

zur Verwirklichung ihrer Pläne haben kann.

Das wurde so richtig klar beim wohl letzten offiziellen

Gespräch, dem sogenannten " Runden Tisch "

vom 13.05.2009 im Ratssaal des Rathauses Oberkirch.

Dem anwesenden Lautenbacher Landwirt

währe die Futtergrundlage für weniger als 8!! Rindviecher

verloren gegangen. » Er hatte zu diesem

Zeitpunkt ca. 120 Stück Vieh «

Das sollte angeblich diesen Betrieb wirtschaftlich

ruinieren !!

Herr Oberbürgermeister Matthias Braun hätte spätestens

bei dieser Gesprächs-Runde der Fliegergruppe

den Rücken stärken können. Aber aus Rücksicht

auf landwirtschaftliche Belange tat er das nicht.

Ludwig und Dieter waren zu tiefst enttäuscht das

Ziel, in Oberkirch für die " Fliegergruppe Renchtal

e.V. " einen eigenen Flugplatz einrichten zu können,

nicht erreicht zu haben.

Noch heute werden beide immer wieder auf den

"Segelflugplatz" angesprochen.

Geblieben ist die Erinnerung an viele interessante

Begegnungen, Erfahrungen und die unendlich zähe,

langsame Bürokratie.

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Vorstand-IGO/FGO 1950 bis 1976

Vorstand-LCO 1951 bis 1976

1. Vorstand

1951 - 1953 Gerd Maier

1953 - 1976 Dr. Oskar Schmid

2. Vorstand

1951 - 1956 Friedrich Haas

1966 - 1976 Oskar Schmiederer

Kassier

1951 - 1952 Dieter Hoferer

1952 - 1954 Otto Hodapp

1955 - 1957 Dieter Hoferer

1957 - 1976 Otto Hodapp

Schriftführer

1951 - 1953 Josef Vogler

1953 - 1976 Dieter Hoferer

Werkstattleiter

1. Vorstand

1951 - 1964 Rudolf Schwarz

0000 - 0000 Adolf Hildenbrand

2. Vorstand

1951 - 0000 Adolf Hildenbrand

0000 - 0000 Willi Eitel

Kassier

1951 - 0000 Theo Hauck

1962 - 1976 Karl Thoma

Schriftführer

1953 - 0000 Höfinghoff Günter

0000 - 0000 Theo Hauck

Werkstattleiter

1951 - 0000 Söllner

1951 - 1953 Gerd Maier

1953 - 0000 Oskar Schmiederer

0000 - 0000 Ludwig Huber

136


Vorstand - FGR 1976 bis 2019

1. Vorstand

1976 - 1995 Egon Muschal

1995 - 2019 Ludwig Treier

2019- Klemens Schmiederer

2. Vorstand

1976 - 1980 Richard Welsch

1980 - 1989 Karl Thoma

1989 - 1995 Ludwig Treier

1995 - 2010 Dieter Steggemann

2010 - 2019 Markus Kohler

2019- Matthias Armbruster

Kassier

1976 - 1980 Karl Thoma

1980 - 1992 Otto Hodapp

1992 - Gerhard Roth

Schriftführer

1976 - 1992 Dieter Hoferer

1992 - Martin Kiefer

Erweiterte Vereinsführung

Werkstattleiter / Technischer Leiter

1976 - 0000 Eugen Meyer

1980 - 0000 Berthold Bengel

2001 - 0000 Werner Treyer

1983 - 2013 Ludwig Treier

2010 - 0000 Christoph Schweiger

2013 - Tilman Fuchs

Die Jahres-Einträge -0000- konnten nicht ermittelt werden.

Ausbildungsleiter

1976 - 1996 Egon Muschal

1992 - 1998 Klemens Schmiederer

1998 - 2013 Martin Kiefer

2013 - Johannes Tisch

Jugendleiter

0000 - 0000 Ralf Ruprecht

1992 - 1994 Sebastian Köller

1994 - 0000 Marco Knöpfler

1998 - 2004 Markus Kohler

2005- 2019 Matthias Armbruster

2019 - Timo Hildenbrand

Segelflug Referent

1976 - 1980 Richard Welsch

1980 - 0000 Gerhard Roth

1992 - 0000 Klemens Schmiederer

Segelflugzeugwart

1983 - 0000 Berthold Bengel

1989 - 0000 Gerhard Roth

1993 - 0000 Martin Meier

Fallschirmwart

1986 - 0000 Berthold Bengel

1989 - 0000 Ralf Ruprecht

1986 - 0000 Ludwig Treier

1994 - 0000 Georg Basler

1998 - 0000 Bernd Späth

0000 - 0000 Werner Treier

Aktiven Sprecher

1992 - 0000 Martin Meier

Passiven Sprecher

1992 - 2004 Ludwig Huber

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Fluglehrer - FGO/FGR

Maier Gerd

Ruprecht Ralf

Muschal Egon

Kiefer Martin

Schmiederer Klemens

Treier Joachim

Kaminski Hajo

Tisch Johannes

138


Ehrenmitglieder

1976 Dr. Oskar Schmid ( Ehrenvorsitzender )

1991 Gerd Maier ( Ehrenmitglied )

1995 Egon Muschal ( Ehrenvorsitzender )

2007 Dieter Hoferer ( Ehrenmitglied )

2007 Karl Thoma ( Ehrenmitglied )

139


Inhalt

Fliegergruppe Oppenau

Jahr

Seite

1914 04

1932 07

1950 08

1951 11

1953 13

1954 19

1955 19

1956 21

1958 22

1959 24

1963 25

1964 25

1965 26

1966 27

1969 27

1970 27

1971 29

1974 29

1975 29

1976 30

Luftsport Club Oberkirch

1951 35

1953 40

1956 42

1957 44

1959 45

1960 46

Jahr

Seite

1963 46

1965 48

1969 48

1973 48

Fliegergruppe Renchtal e.V.

1976 52

1977 53

1979 54

1980 54

1981 55

1982 55

1983 58

1984 58

1985 59

1986 60

1987 60

1988 60

1989 60

1990 61

1991 63

1992 64

1993 67

1994 70

1995 70

1996 76

1997 77

1998 77

1999 79

2000 80

2001 81

140


Jahr

Seite

Fluglehrer FGO, FGR

2002 81

2003 81

2004 82

2005 82

2006 83

2007 84

2008 84

2009 85

2010 86

2011 88

2012 89

2013 89

2014 91

2015 92

2016 92

2017 94

2018 95

2019 100

Maier Gerd 138

Muschal Egon 138

Schmiederer Klemens 138

Kaminski Hajo 138

Ruprecht Ralf 138

Kiefer Martin 138

Treier Joachim 138

Tisch Johannes 138

Flugplatz Chronologie

Renchmatten 106

Eichmatt 1956 106

Urloffener Schlauch 107

Eichmatt 1988 108

Hengsthof 110

Ettigswald 114

141


Flugzeugtypen FGO

Seite

SG 38 127

Doppelraab 127

Mü 13 E 127

Bergfalke 3 128

Motorsegler SF 27 M 128

Flugzeugtypen LCO

SG 38 129

L-Spatz 129

ASK 7 129

Flugzeugtypen FGR

ASK 7 130

Ka 6 E 130

ASK 13 130

Standard Cirrus 131

Discus 131

DG 500 Elan Trainer 131

DG 500 Orion 132

LS 8 132

ASK 21 132

Discus CS 133

Super Dimona HK 36 133

Duo Discus XL 133

Discus 2C 134

142


Personenbeschreibung

FGO, LCO, FGR

Seite

Armbruster Matthias 101

Beinhorn Elly 24

Brandt Hans 83

Fuchs Tilman 101

Gros Georg Dr. 07

Gros Hansfrieder 27

Haas Friedrich 18

Hauck Theodor 37

Herr Rainer 56

Hildenbrand Adolf 36

Hildenbrand Timo 102

Hill Heinz 27

Hoch Eugen 12

Hoch Alfred 12

Hodapp Otto 18

Hoferer Dieter 28

Höfinghoff Günther 40

Huber Hanno 48

Huber Ludwig 64

Kaminski H.J. 59

Kiefer Martin 73

Kohler Markus 86

Lauck Robert 43

Maier Gerd 08

Meier Martin 67

Meyer Eugen 36

Müller Berthold 17

Muschal Egon 52

Roth Gerhard 73

Seite

Ruprecht Ralf 67

Schmid Oskar Dr. 18

Schmiederer Anton 12

Schmiederer Klemens 62

Schmiederer Oskar 27

Schoch Gebrüder 33

Schwarz Rudolf 36

Steggemann Dieter 74

Sturm Hermann 60

Sturm Lore 60

Thoma Karl 53

Tisch Johannes 90

Treier Brigitte 80

Treier Ludwig 72

Treier Joachim 79

Welsch Richard 53

143


Verweise

1

Bildband von Elise Krolikowski "Mein liebes Oppenau"

2 Vermerk zum Segelflug, von Carl Bächle, vom 03. Nov. 1953

3 Bilder und Daten vom Sohn Hans Frieder Gros

4 Renchtal-Zeitung vom 09. Nov.1953

5 Notizen aus Video-Interview vom 05. November 1994, mit Martin Kiefer und Dieter Steggemann.

6 Werner Schmiederer ist ein Bruder von Anton und Oskar

7 Video Protokoll von Gerd Maier

8 Renchtal-Zeitung vom 09. Nov.1953

9 Notiz auf Rückseite von Dokument 19.02.1975 bzw. Rechnung v. 08.08.1975

10 Von Bernhard Maier der FGR zur Verfügung gestellt

11 Aus Museumsberichten der Wasserkuppe

12

Notizen aus Gespräch mit dem Onkel der Gebrüder Schoch aus Oberkirch, Butschbacher Str. und Dieter Steggemann.

Lebenslauf auch veröffentlicht, ausschließlich der Fliegerei, in "Geschichte der Stadt Oberkirch" Band 3,

von Dr. Hans-Martin Pillin

13 Stadtarchiv Oberkirch

14 Stadtarchiv Oberkirch

15 Aus Flugbuch Nr. 1 von Theo Hauck , am 11.10.1953

16 Wikipedia

17 Zitat aus Renchtalzeitung von 1957

18

Stadtarchiv Oberkirch

19 Alle Angaben von Rainers Vater und original Gutachten.

20 Auszüge aus seinem Büchlein "Hans Brandt: Mein Leben im Flug"

21 Ehrungsrichtlinien des BWLV vom 31.01.1981

22 Zeitungsbericht Thilo Becker

23

Presseausschnitte und Bilder von Martin Kiefer

24

Textausschnitte von Martin Kiefer

25

Bild Fliegergruppe Freudenstadt

26

Bilder und Text Fliegergruppe Freudenstadt

27 Antragsschreiben vom 17.08.1988

28 Aktenvermerk der Stadt Oberkirch vom 18.10.1988

29 dto.

30 Schreiben an die Stadt Oberkirch vom 10.12.1988

31 Schreiben der Stadt Oberkirch vom 24. Mai 1989

32 Schreiben FGR an Stadt Oberkirch vom 10.09.1991

144