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Arabische Pferde IN THE FOCUS 2/2021 (Vol. 26) - public

Zeitschrift für Liebhaber und Züchter arabischer Pferde. Haupt- und Landgestüt Marbach - Die neuen Ägypter sind da! Amurath Sahib - Der "Dampfross" unter den Arabern Denkanstöße - Der Schauring und seine Rolle für das Arabische Pferd ZSAA-Körung 2021 - "Yes, we can!" Körung in Pandemiezeiten Helden der Geschichte - Homage an Tibor Pettkó-Szandtner II Von Kunst und Künstlern - Victor Adam und die Pferde aus den Ställen des Königs Distanzreiter-WM - Guter Sport in San Rossore

Zeitschrift für Liebhaber und Züchter arabischer Pferde.
Haupt- und Landgestüt Marbach - Die neuen Ägypter sind da!
Amurath Sahib - Der "Dampfross" unter den Arabern
Denkanstöße - Der Schauring und seine Rolle für das Arabische Pferd
ZSAA-Körung 2021 - "Yes, we can!" Körung in Pandemiezeiten
Helden der Geschichte - Homage an Tibor Pettkó-Szandtner II
Von Kunst und Künstlern - Victor Adam und die Pferde aus den Ställen des Königs
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Arabian Horses

Arabische Pferde

in the focus

2/2021 (Vol. 26) • 6,50 €

Die neuen Ägypter Pettkó-Szandtner

für Marbach

in El Zahraa

www.in-the-focus.com/magazine

www.in-the-focus.com

Kunst & Künstler -

Victor Adam


Natürlich!

Nasheed Al Amal Hoor

Arabisches Vollblut *01.02.2010, Schimmel

Vater: Hafez Al Ahd Hoor (Hengstlinie: Jamil el Kebir über Anter)

Mutter: Aneedah EAO (Stutenlinie: Saklawi Gidran)

Gestüt Hoor Al Oyoun, Philippe Paraskevas, Besichtigung: Feb. 2019 / Nov. 2019, Abflug Kairo: 19. April 2021, Ankunft Marbach: 19. April 2021

Haupt- und Landgestüt Marbach mit Landesreit- und Landesfahrschule – das älteste staatliche Gestüt Deutschlands

72532 Gomadingen-Marbach | Tel. (073 85) 96 95-0 | www.gestuet-marbach.de


Editorial

Unfortunately, this is only the case on paper, because nature plays

Der

Kulturaraber

Wir Araberfreunde schwärmen ja immer gerne von den Pferden der Beduinen,

und wie die harte Umwelt und die Züchtungskunst dieser Nomadenstämme

diese Pferde zu dem gemacht haben, was sie (heute) sind. Und

obendrein glaubt so mancher, wenn wir nur die Blutlinien rein erhalten,

dann behalten wir auch das authentische Beduinenpferd, wie es vor 200,

500 oder 1000 Jahren war.

Leider ist dem nur auf dem Papier so, denn die Natur spielt dem Züchter

allerhand Streiche. Da gehen Genvarianten verloren, andere bilden sich

durch Mutationen neu. Wenn dann die Umweltbedingungen andere sind

als in der Wüste, wenn die Selektionskriterien andere sind als die der Beduinen

und wenn wir eine ganz andere Nutzung der Pferde anstreben, als es

die Beduinen taten, dann wird sich das Pferd über kurz oder lang in seiner

Erscheinungsform, in seinem Interieur, aber auch in seinem Metabolismus

verändern. Es hilft nichts, wir züchten heute „Kulturaraber“ und keine Wüstenpferde

mehr!

Wenn wir diesem Diskurs bis hierher gefolgt sind, können wir uns die Frage

stellen: Was macht den Araber russischer Blutlinien aus, was den Araber

ägyptischer Linien? In meinen Augen sind es die angewandte züchterische

Selektion und die Umweltbedingungen. Bei den Russen waren dies

Rennen, die vor allem als Gesundheits- und Funktionalitäts-Check dienten.

Dadurch wollte man gesunde, athletische Pferde erhalten. Die Rennbahn

war sozusagen der Ersatz für die Raubzüge der Beduinen. Nicht sehr „beduinisch“

ist das Klima im Nordkaukasus, wobei es im Sommer durchaus

trocken und heiß sein kann. „Unbeduinisch“ ist auch die Zucht in großen

Herden, die extensive Aufzucht mit viel Bewegung, aber ohne die allzu

enge Bindung an den Menschen. Das schafft einen ganz eigenen Pferdetypus,

den wir uns dann nach Hause holen – zum Beispiel nach Deutschland.

Hier werden diese „Russen“ zwar in einem ähnlichen Klima gehalten, aber

vielleicht mit mehr Stallhaltung und weniger Auslauf, mit mehr Menschennähe,

aber gehaltvollerem Futter, ohne Rennbahn, dafür mit Spaziergängen.

Denken wir zwei, drei Generationen in die Zukunft – wird das Produkt

noch ein „russisches Pferd“ sein? Vielleicht auf dem Papier, weil es durchgehend

russische Vorfahren hat. Aber ohne die gleichen Selektionsbedingungen

werden die Härte, Ausdauer und Athletik verloren gehen, wenn

diese Kriterien nicht mehr abgefragt werden und anderen Eigenschaften

werden die Oberhand gewinnen.

Ähnliches gilt für die Ägypter – hier hatten schon die ägyptischen Paschas

vor 150 Jahren die Haltungsbedingungen gravierend geändert: Das Beduinenpferd,

importiert aus Saudi Arabien, Syrien oder Bahrain, wurde

plötzlich in Ställen gehalten, und wenn man den zeitgenössischen Berichten

folgt, standen die Beduinenstuten nun bis zum Bauch in ihrem eigenen

Mist, hatten keinen Auslauf und wurden von Parasiten geplagt. Man

stellte europäische Gestütsmanager ein, die natürlich europäisches Gestütsmanagement

und Zuchtmethoden einführten, beides weit entfernt

von Beduinentraditionen. Lediglich das Klima ist in Ägypten noch etwas

„arabischer“ als in Europa. Auf dem Papier sind diese Pferde „Ägypter“, aber

Beduinenpferde sind es nicht mehr. Und wenn sie nach Europa kommen,

umso weniger, weil hier weder das Klima noch die Ernährung an die arabische

Halbinsel erinnern.

Wir müssen uns damit abfinden: Wir können hier keine „Beduinenpferde“

züchten, wir züchten Kulturaraber. Wenn wir so weit gekommen sind,

stellt sich die Frage – ob denn dann die „Reinheit“ noch eine so große Rolle

spielt? Diese Frage darf jeder für sich selbst beantworten.

The

Cultural

Arabian

As Arabian horse afficionados, we always like to rave about the

horses of the Bedouins, and how the harsh environment and the

breeding skills of these nomadic tribes have made these horses

what they are (today). And on top of that, some believe that if we

only keep the bloodlines pure, then we will also keep the authentic

Bedouin horse as it was 200, 500 or 1000 years ago.

all sorts of tricks on the breeder. Gene variants are lost, others are

formed anew through mutations. If the environmental conditions

are then different from those in the desert, if the applied selection

criteria are different from those of the Bedouins and if we strive for

a completely different use of the horses than the Bedouins did, then

sooner or later the horse will change its appearance, change in its

interior, but also in its metabolism. It doesn't help, today we breed

“cultural Arabians” and no more desert horses!

If we have followed this discourse this far, we can ask ourselves

the question: what makes the Arabian of Russian bloodlines, what

makes the Arabians of Egyptian lines? In my opinion it is the applied

breeding selection and the environmental conditions. For

the Russians, these were races, which mainly served as a health

and functionality check. The aim was to maintain healthy, athletic

horses. The racetrack was, so to speak, the substitute for

the Bedouin raids. The climate in the North Caucasus is not very

"Bedouin-like", although it can be dry and hot in summer. "Non-

Bedouin" is also breeding in large herds, extensive rearing with a

lot of exercise but without a very close connection to humans. This

creates a very special type of horse that we then bring home - for

example to Germany. Here these “Russians” are kept in a similar

climate, but perhaps with more stable time and less exercise, with

closer proximity to people, but more substantial feed, without a

racetrack, but with walks. Let's think two or three generations into

the future - will the product still be a “Russian horse”? Maybe on

paper because it has Russian ancestry throughout. But without the

same selection conditions, the toughness, endurance and athleticism

will be lost because these criteria are no longer queried and

other characteristics gain the upper hand.

The same applies to the Egyptians - here the Egyptian Pashas had

already drastically changed the keeping conditions 150 years ago:

The Bedouin horse, imported from Saudi Arabia, Syria or Bahrain,

was suddenly kept in stables, and if you follow contemporary reports,

the Bedouin mares were now standing up to their stomach

in their own menure, had no paddock time and were plagued by

parasites. European stud managers were hired, who of course introduced

European stud management and breeding methods, both of

which were far removed from Bedouin traditions. Only the climate

in Egypt is a little more “Arab” than in Europe. On paper these horses

are “Egyptians”, but Bedouin horses they are no longer. And when

they come to Europe, all the less, because neither the climate nor the

food here are reminiscent of the Arabian Peninsula.

We have to come to terms with this: we cannot breed “Bedouin

horses” here, we breed cultural Arabians. When we have come this

far, the question arises - whether "purity" still plays such a big role?

Everyone can answer this question for themselves.

Editorial

2/2021 - www.in-the-focus.com

Gudrun Waiditschka

Chefredakteurin / Chief Editor

3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

und die Pferde aus den Ställen des Königs 56

Artikel

Haupt- und Landgestüt Marbach -

Die neuen Ägypter sind da! 6

Amurath Sahib -

Der "Dampfross" unter den Arabern 16

Denkanstöße - Der Schauring

und seine Rolle für das Arabische Pferd 22

ZSAA-Körung 2021 -

"Yes, we can!" Körung in Pandemiezeiten 26

Helden der Geschichte -

Homage an Tibor Pettkó-Szandtner II 42

Von Kunst und Künstlern - Victor Adam

Inhaltsverzeichnis

Distanzreiter-WM -

Guter Sport in San Rossore 62

Rubriken

News 31

GestütsParade 2021 38

Termine 64

Impressum, Vorschau 65-66

Seit 2019 wurde gerätselt, wann denn nun die Pferde aus Ägypten

im Haupt- und Landgestüt Marbach eintreffen werden. Jetzt war es

soweit: Mitte Mai wurden die Pferde aus dem Gestüt Paraskevas bei

einem Pressetermin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Since 2019 we all have been puzzled as to when the horses from Egypt

will arrive at the State Stud Marbach. Now the time has come: Mid-May

the horses from Paraskevas Arabians were presented to the public

at a press conference.

Betty Finke berichtet von der ZSAA-Körung, die trotz widrigster

Bedingungen zum zweiten Mal mit Corona-Auflagen stattfand,

und doch mit einer Rekordbeteilung aufwarten konnte: drei von

fünf vorgestellten Vollblutaraber wurden gekört.

Unser Titelbild

Nasheed Al Amal Hoor

(Hafez Al Ahd Hoor / Aneedah)

*2010 im Haupt- und

Landgestüt Marbach

Nasheed Al Amal Hoor (Hafez

Al Ahd Hoor / Aneedah)

*2010 at the German State

Stud Marbach.

Foto: G. Waiditschka

4

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Content

Articles

Table of Content

German State Stud Marbach -

The New Egyptians are here! 12

Amurath Sahib -

The "Dampfross" of Arabian Breeding 19

Food for Thought - The Show Ring

and its Role for the Arabian Horse 24

Heroes of History -

Homage to Tibor Pettkó-Szandtner II 50

Man muß mittlerweile schon recht weit hinten in den Pedigrees

suchen, um seinen Namen zu finden, aber Amurath Sahib war

einer der besten Vertreter der Bairaktar-Linie und wichtiges Bindeglied

zwischen den russischen und polnischen Zuchtlinien.

You have to look far back in today’s pedigrees to find his name, but

Amurath Sahib was one of the best representatives of the

Bairaktar line and an important link between the

Russian and Polish breeding lines:

miscellanea

Shows & Events 2021 64

Mast Head 65

Preview 66

Table of Content

In diesem zweiten Teil wird das Leben und Wirken von Tibór

Pettkó-Szandtner im ägyptischen Staatsgestüt El Zahraa

beleuchtet, wo er eine neue Lebensaufgabe fand: das Zuchtprogramm

zur Erhaltung „der Quelle“ neu aufzubauen.

In this second part, the life and work of Tibór Pettkó-Szandtner

in the Egyptian state stud El Zahraa is examined, where

he found a new life task: to rebuild the breeding program to

preserve "the source".

Victor Adam portraitierte zwischen 1842-1848 die Pferde aus

Ägypten, aus Muscat und Marokko, die der franzsösische König

Louis-Philippe zum Geschenk erhielt. Heraus kam eine der schönsten

Litho-Serien über das arabische Pferd.

2/2021 - www.in-the-focus.com

5


Haupt- und Landgestüt Marbach

Zucht

Die neuen

Ägypter

sind da!

Seit 2019 wird gerätselt, wann denn nun die Pferde aus Ägypten im Haupt- und Landgestüt

Marbach eintreffen werden. Nun war es so weit: Am 19. April kamen die neun Pferde aus

dem Gestüt Paraskevas Arabians in Marbach an, Mitte Mai wurden sie bei einem Pressetermin

der Öffentlichkeit vorgestellt. Wann sie aber von den Besuchern in den Ställen und

Weiden bewundert werden können, hängt nicht zuletzt von der Corona-Lage ab.

6

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Die Kooperation zwischen Philippe

Paraskevas aus Ägypten und dem

Haupt- und Landgestüt Marbach hatte

sich über mehrere Jahre angebahnt. Seit

Paraskevas auf einer Deutschlandtour, auf

der er sein Buch „Die Ägyptische Alternative“

vorstellte, auch in Marbach vorbeischaute,

ist er ein großer Fan dieser Einrichtung, die

sich auch dem Erhalt des Erbes von König

Wilhelm I. verschrieben hat. Genau diese

Tatsache, dass hier Stuten- und Hengstlinien

seit über 200 Jahre erhalten werden, hat

ihn überzeugt, dass Marbach der richtige

Platz auch für seine Pferde sei. Im Februar

2019 flog dann Landoberstallmeisterin Astrid

von Velsen-Zerweck zusammen mit dem

(damaligen) Interims-Zuchtleiter des VZAP,

Burchard Schröder nach Ägypten. Neben einem

Besuch im Staatsgestüt El Zahraa stand

auch ein Besuch bei Philippe Paraskevas auf

dem Plan, wo man eine erste grobe Auswahl

treffen konnte. Astrid von Velsen hat auch

den einen oder anderen Hengst in der Wüste

geritten und war von deren Ausdauer und

Reiteignung sehr angetan.

Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg

und Landoberstallmeisterin Astrid von Velsen-Zerweck begrüßten die neuen Pferde aus

Ägypten und stellten sie der Öffentlichkeit vor.

alle Fotos: G. Waiditschka

Zucht

Auf Besichtigungstour in Ägypten

Nun wurden die Pläne konkreter. Anläßlich der

Hengstparade im September 2019 verkündete

der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum

und Verbraucherschutz, Peter Hauk, dass er

zusammen mit der Landoberstallmeisterin im

November nach Ägypten reisen werde, um

sich nach geeigneten Araberhengsten umzuschauen.

Im November 2019, zur internationalen

Araberschau im Staatsgestüt El Zahraa,

reiste dann tatsächlich eine Delegation aus

dem Schwabenland nach Ägypten. Hauptanlaß

aber war natürlich ein (weiterer) Besuch

bei Paraskevas Arabians, um die Pferde konkret

auszuwählen. Es sollte nun Corona-bedingt

weitere eineinhalb Jahre dauern, bis die

Pferde tatsächlich ihre Reise antreten konnten

– aber seit dem 19. April sind sie im Gestüt angekommen.

Zumindest „physisch“, denn für

die überwiegend jungen Pferde, die bislang

nur Sand und Wüste kannten, ist die Ankunft

in Deutschland ein Kulturschock, und die neue

Heimat auf der Schwäbischen Alb bietet eine

unglaubliche Fülle von neuen Eindrücken!

„Sie müssen erst noch lernen, dass man Gras

direkt vom Boden fressen kann und dass man

auch darauf laufen kann, nicht nur auf Sand.

Selbst Asphalt kennen sie nicht, sie laufen wie

auf Eiern, denn in ihrem Heimatgestüt ist alles

Sand“, erklärt die Landoberstallmeisterin. Minister

Hauk erläuterte ganz plastisch: „Wenn

man das Tor des Gestüts öffnet, fängt dort

direkt die Wüste an! Diese Pferde kennen nur

Sand.“

„Wir wollen den Pferden jetzt erst noch eine

Weile Zeit zum Eingewöhnen geben. Sie mußten

vor ihrem Abflug drei Monate in Quarantäne

verbringen, in einer Militärkaserne, mitten

in Kairo. Dort hatten sie kaum die Möglichkeit,

sich zu bewegen. Daher müssen wir ihre Kondition

erst wieder langsam aufbauen“, erklärt

Astrid von Velsen, und erläutert weiter: „Außerdem

stehen sie auch hier sicherheitshalber

noch in Quarantäne, weshalb sie dem Publikum

noch nicht zugänglich sind“.

Insgesamt hat Philippe Paraskevas dem Gestüt

neun Pferde – fünf Hengste und vier

Stuten – übergeben, „zu einem symbolischen

Preis“, wie Minister Hauk es ausdrückte.

Philippe Paraskevas verbindet mit diesem

Vermächtnis die Hoffnung, dass seine

züchterische Arbeit der letzten 30 Jahre hier

fortgeführt wird, denn leider haben seine

Kinder kein großes Interesse an der Pferdezucht

– es ist dies hier wie dort ein Problem

der Privatzüchter. Deshalb sind Staatsgestüte

als Garant für Kontinuität so wichtig.

Philippe Paraskevas schreibt in seiner Grußbotschaft,

da er selbst Corona-bedingt nicht

nach Deutschland kommen konnte: „Der

ägyptische Vollblutaraber ist ein anerkanntes

Kulturerbe Ägyptens und unser Vermächtnis

aus der arabischen Wüste. Die E.A.O., unser

Staatsgestüt, ist der Ursprung der Rasse und

reinster Quell arabischen Blutes weltweit. Außerhalb

Ägyptens, im Herzen Europas, ist das

Haupt- und Landgestüt Marbach der älteste

und beste Zufluchtsort des Wüstenarabers.

Aufgrund seiner reichen Historie, seiner Mission

und Zuchtphilosophie gebührt Marbach

höchste Anerkennung. Es ist mir eine Ehre,

diese neun Pferde aus der Paraskevas-Zucht

an das Haupt- und Landgestüt Marbach zu

übergeben, in Einklang mit meinem Ziel, die

mir anvertrauten Blutlinien langfristig zu bewahren.“

Nasheed Al Amal Hoor (Hafez Al Ahd Hoor / Aneedah) *2010 gehört der

Hengstlinie des Jamil El Kebir an, wie seinerzeit der Marbacher Hauptbeschäler

Gharib. - Nasheed Al Amal Hoor belongs to the sire line of Jamil El

Kebir, just like Marbachs's chief sire Gharib in the 1970ies.

2/2021 - www.in-the-focus.com

7

Übrigens steht das Land Baden-Württemberg

nach wie vor hinter dem Ende 2019

verkündeten Maßnahmenpaket für Marbach

über 40 Millionen Euro, mit dem die Instandsetzung

und Sanierung der Gebäude,

viele davon denkmalgeschützt, ermöglicht

werden soll. Damit können auch diverse

Umbauten und Neubauten realisiert werden,

um die Pferdehaltung auf den neuesten

Stand zu bringen. Diese Vorhaben

werden sich vielleicht aufgrund der pandemie-bedingt

angespannten Haushaltslage

zeitlich in die Länge ziehen, aber „wir stehen

voll dahinter, schließlich geht es hier um

Tierschutz und Tierwohl“, so der Minister.

Und um auch die letzten Unklarheiten zu

beseitigen – nein, die 40 Millionen haben

rein gar nichts mit den neuen Pferden aus

Ägyptern zu tun!

Die „neuen Ägypter“

Und wer sind nun die „neuen Ägypter“, und

was macht sie so besonders?

Der Star der Gruppe ist der 11-jährige Nasheed

Al Amal Hoor (Hafez Al Ahd Hoor /

Aneedah) *2010. Der Schimmelhengst gehört

väterlicherseits der Hengstlinie Jamil El

Kebir über Anter an. Auch der Rapphengst

Gharib, der 1970 durch die Initiative des damaligen

Landoberstallmeisters Dr. Wenzler

nach Marbach kam, gehörte dieser – heute

selten gewordenen Linie – an. Nasheed ist

ein Enkel von Ghallab El Ateyah, dem wichtigsten

Beschäler bei Paraskevas Arabians –

auf diesem Hengst ist seine Zucht aufgebaut.

Nasheeds Mutter Aneeda stammt von Rashdan,

einem Hengst aus El Zahraa. Mütterlicherseits

geht Nasheed auf die Saklawi-Gidran-Stute

Roga El Beida zurück, über die

legendäre Moniet El Nefous. Nasheed ist ein

würdiger Hauptbeschäler, der auch bereits

fünf Fohlen im Gestüt Paraskevas vorweisen

kann. Er ist trocken in der Erscheinung, mit


Zucht

Day Al Kamar Hoor gehört der Hengstlinie El Deree und der Stutenlinien

Kuhaylah Krush an, eine Linie, die es sonst in Deutschland nicht

gibt. Rechts sein Vater Zai Al Hawa. - Day Al Kamar Hoor belongs to the

sire line El Deree and the dam line Kuhaylah Krush, a dam line that does

not exist in Germany otherwise. On the right, his sire Zai Al Hawa.

kräftigem Exterieur und starken Gelenken –

ganz anders als die von „Dish“ und Feinheit

geprägten Araber aus anderen Linien. Aber

er ist dennoch sehr ausdrucksstark, maskulin

und souverän, d. h. ein Hengst auf den ersten

Blick, eine Eigenschaft die manchem Schaupferd

verloren gegangen ist. Philippe Paraskevas

ist übrigens dafür bekannt, dass er

seinen Pferden bedeutungsvolle, poetische

Namen gibt, und so lautet die Übersetzung

von Nasheed Al Amal „The Poem of Hope“

oder „Das Gedicht der Hoffnung“.

An zweiter Stelle ist Tag Al Ola Hoor (Shaer

Al Nil Hoor / Kawkab Al Shark Hoor) *2016

zu nennen, ebenfalls Schimmel. Auch er entstammt

der Jamil-El-Kebir-Hengstlinie, denn

Ghallab El Ateya ist sein väterlicher Urgroßvater.

Er ist fünfjährig und noch nicht ausgereift.

Er hat ein athletisches Exterieur, wenngleich

man sich seinen Hals etwas eleganter wünschen

würde. Seine Mutter Kawkab Al Shark

ist eine Vollschwester zu Zay El Hawa, dem

Vater von Day El Kamar, dem Dritten im Bunde

der Neuzugänge. Kawkab geht ebenfalls

auf die Mutterlinie Roga El Beide über Moniet

8

El Nefous zurück. Sein Name bedeutet „The

Crown of Achievements“ oder „Die Krone der

Erfolge“.

Day Al Kamar (Zay El Hawa / Gebeen Al

Kamar Hoor) *2016 gehört der in Deutschland

ausgestorbenen Hengstlinie El Deree

an, die auch in Ägypten recht selten ist. Er

zeichnet sich durch längere Linien aus, hochgewachsen

und elegant, aber noch sehr jugendlich

– Ägypter sind eben sehr spätreif.

Seine Mutter Gebeen Al Kamar gehört dem

Kuhaylan-Krush-Stamm an, der ansonsten

in Deutschland nicht vorhanden ist. Alle drei

genannten Hengste haben auch die Stute

Aneedah (v. Rashdan) im Pedigree, entweder

als Mutter oder Großmutter. Sein Name bedeutet

„Moonlight“ / „Mondlicht“.

Kaf Al Kadar Hoor (Ashham / Robaeyat

El Khayaam Hoor) *2017 ist der vierte im

Bunde und ein Vertreter der Saklawi-I-Linie.

Sein Vater ist Ashham, ein Fuchshengst mit

bildschönem Gesicht, den Paraskevas von El

Zahraa gekauft hat. Dessen Vater ist Halim

El Zahraa von Gad Allah – alles Pferde von

Rang und Namen im ägyptischen Staatsgestüt.

Auch dieser Dunkelschimmel ist noch

reichlich unreif, verfügt aber über ein ruhiges

Auge bei geradem Profil und wirkt insgesamt

kräftig mit guten Gelenken. Er gehört der

Stutenlinie Rodania an und ist damit ein Koheilan

Rodan. Sein Name bedeutet „The full

Force of Destiny“ oder „Die ganze Kraft des

Schicksals“.

Der einzige „Nicht-Schimmel“ der Gruppe ist

Lesa Faker Hoor (Agad x Leilat Al Eid Hoor)

*2017. Auch er entstammt der Hengstlinie

Saklawi I, denn sein Vater Agad ist ein Sohn

des viel zu früh gestorbenen Tagweed aus

El Zahraa. Dieser wiederum entsprang der

Traumanpaarung Gad Allah x Tee. Lesa Faker’s

Mutter Leilat Al Eid Hoor ist eine Tochter

des Hauptbeschälers Ghallab El Ateyah und

eine der schönsten Stuten im Gestüt Paraskevas:

Typvoll, mit schöner Halsung, breit in der

Brust, tief im Rumpf, ganz wie es sich für eine

Zuchtstute gehört. Aufgrund dieser Herkunft

kann man noch hoffen, dass Lesa Faker Hoor

noch etwas „auslegt“, bislang ist er eher zierlich

und (zu) fein. Mütterlicherseits geht er

auf die Gründerstute El Obeya Om Grees zu-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Pferdewirtschaftsmeister

Jochen Ott war für die

Eingewöhnung der "neuen

Ägypter" in ihrem neuen

Zuhause verantwortlich. Hier

mit Tag Al Ola an der Hand, ein

Hengst aus der Hengstlinie des

Jamil El Kebir. Unten sein Vater

Shaer El Nile.

Jochen Ott was responsible for

the "new Egyprians" during their

acclimatisation in their new

home. Here holding Tag Al Ola, a

stallion of the Jamil El Kebir sire

line. Below his sire Shaer El Nile.

Zucht

Eid eine Vollschwester zu dem oben erwähnten

Lesa Faker ist, und damit eine Obeyan.

Die Rappschimmelstute ist ausgesprochen

typvoll und steht ganz im Saklawi-Typ. Ihre

Halbschwester Shahd Al Radab gehört dem

seltenen Kuhaylan-Krush-Stamm an, der in

Deutschland wohl nur durch diese Paraskevas-Pferde

vertreten ist. Der Name Shahd Al

Radab bedeutet „Sweetness of a Kiss“ / „Die

Süße eines Kusses“, während Zahret El Eid

„Flower“ oder „Blossom of Eid“ / „Blume“ oder

„Blüte von Eid“ bedeutet (Eid ist ein islamisches

Fest).

Die Jüngste im Bunde ist Saherat Alehwerar

Hoor (Ashham x Robaeyat Al Khayyam

Hoor) *2019, eine Vollschwester zum oben

genannten Kaf Al Kadar Hoor. Ihr Name bedeutet

„The one with the Enchanting Gaze“

/ „Die mit dem bezaubernden Blick“ und sie

wird sicherlich ihrem Namen alle Ehre machen,

wenn sie einmal ausgewachsen ist.

rück und gehört damit dem Stamm Obeyan

an. Sein Name lautet übersetzt „He who still

remembers the Past“ oder „Er, der sich noch

an die Vergangenheit erinnert“.

Kommen wir zu den Stuten. Die älteste ist

Set El Kol Hoor (Agad / Al Set Hoor) *2017,

eine Schimmelstute, die über kraftvolle Bewegungen

verfügt und eine ausgesprochen

elegante Halsung. Sie ist gedeckt von Paraskevas’

Hauptbeschäler, dem Hengst Ghallab

El Ateyah – und hoffentlich auch tragend. Ihre

Mutter Al Set Hoor ist kräftig, dynamisch, eine

Stute, die man satteln und reiten möchte –

wie man sich eben eine Kriegsstute vorstellt.

Set El Kol entstammt einer Kombination der

Saklawi-I-Hengstlinie mit dem Saklawi-Gidran-Stamm

der Roga El Beida. Ihr Name bedeutet

„The Matriarch“ /„Die Matriarchin“.

Die drei anderen Stuten sind erst zwei- und

dreijährig. Es sind dies die beiden Agad-Töchter

Shahd Al Radab Hoor (a.d. Naghamet

Al Karawan Hoor) *2018 und Zahret El Eid

Hoor (a.d. Leilat Al Eid Hoor) *2018. Beide

entstammen somit der Saklawi-I-Hengstlinie,

wobei Zahret El Eid dank ihrer Mutter Leilat El

2/2021 - www.in-the-focus.com

9

Blutauffrischung für Marbach

Mit diesem Import steht nach rund 50 Jahren

wieder eine Blutauffrischung für die

Marbacher Araberzucht zur Verfügung, d.h.

Blutlinien, die eben keine so hohe Inzucht

auf Nazeer aufweisen und anderen Hengstlinien

entspringen. Denn insbesondere mit

Nasheed, Tag El Ola und Day El Kamar stehen

Hengste aus den eher seltenen Hengstlinien

Jamil El Kebir und El Deree zur Verfügung, die

einem Outcross nahekommen. Das könnte

wirklich zu einem genetischen Heterosiseffekt

führen. Für dieses Jahr ist geplant, dass

Nasheed und Tag El Ola in der Hauptgestütsherde

eingesetzt werden. Nächstes Jahr stehen

sie voraussichtlich auch Fremdstuten zur

Verfügung, wenn die Züchter die ersten Fohlen

in Marbach sehen können.

Und wie schrieb Philippe Paraskevas so

schön in seiner Grußansprache: „In der Gewissheit,

dass dieses kostbare Erbe hier in

Marbach eine langfristige Zukunft findet,

überlasse ich sie den fähigen Händen der

engagierten Männer und Frauen von Marbach;

den Menschen, die nun zur Familie

gehören.“ Möge die Saat auf fruchtbaren

Boden fallen.

Gudrun Waiditschka


Hengstlinie / Sireline Gamil El Kebir

(Vollblutaraber blau = EAO, Hamdan, etc., rot = Paraskevas, gelb hinterlegt = in Deutschland)

Zucht

Jamil El Kebir, F., Z: Pr. Ahmed Kemal

Jamil El Ahmar, B., a.d. Sabha El Zarka

Dahman El Azrak, Sch., a.d. Farida El Debbani

Rabdan *1897, Sch., a.d. Rabda

Ibn Rabdan *1917, F., a.d. Bint Gamila

Ibn Fayda *1927, B., a.d. Fayda - Inshass

El Moez *1934, Sch., a..d. Bint Zareefa - Inshass

Sameeh *1944, Sch., a.d. Samira

Ibn Hafiza *1959 a.d. Hafiza

Zahi *1970, B., a.d. Bint Bukra

Mefdal *1986, F., a.d. Marzouka

Sultan *1961, F., a.d. Lubna

Saheel *1976, F., a.d. Jehan

El Moutawakil *1964 a.d. Bint Bukra

Seef El Arab *1964, B., a.d. Shadia I

Aseel *1967, B., a.d. Inas

Rahhal *1978, R., a.d. Rawayeh

Mobtaheg *2001, Sch., a.d. Mobhega

Shahloul *1931, Sch., a.d. Bint Radia

Mashhour *1941, B., a.d. Bint Rustem

Seef *1959, Sch., a.d. Elwya

Mortadi *1974 a.d. Jehan

El Sareei *1942, B., a.d. Zareefa

Asfour *1961, Br., a.d. Ghandourah El Saghirah

Hakem *1983, Br., a.d. Bint Hakeema

Hakeem KSB *2003, a.d. Kharmaa

Tasama *2010, Br., a.d. Sameramis

Tuhotmos *1962 a.d. Moniet El Nefous

Madian *1972, B., a.d. Naama

Naga, *1972 (1973), F., a.d. Naama

Maleeh *1989, a.d. Mali

Hamdan *1936, Sch., a.d. Bint Radia

Anter *1946, F., a.d. Obeya - Inshass

Wahag *1964, Sch., a.d. Kamar

Hafid Anter *1975, B., a.d. Basima

Hoor *1988, Sch., a.d. Kaderah

Kasemy *1992, F., a.d. Iman

Kassam *2003, Sch., a.d. Mosana

Misk *1979, F., a.d. Nazeema

SEA Ateya *1986, F., a.d. SEA Farah

Rezk Allah *1993, a.d. Haneyyat

Ghallab El Ateya *2002, a.d. Shameya

Hafez Al Ahd Hoor, a.d. Shams Kareem

Nasheed Al Amal Hoor *2010, Sch., a.d. Aneedah (exp. GER)

Rafeec Al Omr Hoor *2006, Sch., a.d. Roushan

Shaer Al Nil Hoor *2009, Sch., a.d. Bedayah

Misk Al Arab *2013, Sch., a.d. Razan

Hamel Al Akhtaam *2014, Sch., a.d. Asmahan

Tag Al Ola Hoor *2016, Sch., a.d. Kawkab Al Sharq Hoor (exp. GER)

Misk Al Atiq *2016, Sch., a.d. Wadouda

Gawad Al Nile *2010, Sch., a.d. Shams Karim

Badr Al Doga *2011, Sch., a.d. Wed El Mousa

Hafid Ghalab *2011, Sch., a.d. Tabasheer

Fares *2007, F., a.d. Ataah

Diwan Al Arab *2008, Sch., a.d. Bedayah

Qalb El Leil *2011, D'Br., a.d. Tasaheel

Gharib *1965, R., a.d. Souhair (exp. GER)

Naskhi *1977, Sch., a.d. Nabya

Shahin Ibn Naskhi *1995, R., a.d. Sulamith II

PA Shah Mashhar *1999, R., a.d. Moseedah

Ryad *2019, R., a.d. Rubia

FM Shah Nasaa *2004, Sch., a.d. Dahmraks Asja Bint Ashira

Sharaf Fareed AB *2013, R., a.d. Heart of Fire

Samhan, F., a.d. Om Dalal

Ibn Samhan *1919, F., a.d. Nafaa El Saghira

Kheir *1924, Sch., a.d. Badouia

Gassir *1941, Sch., a.d. Badia

Sabeel *1967, Sch., a.d. Shahbaa

Mourad *1968, Sch., a.d. Mabrouka

Wasel *1983, B., a.d. Wasla

Gomaa *1991, Sch., a.d. Mabkhoota

Gabal *1992, a.d. Altaf

Rawy *2010, Br., a.d. Rayat

Serag El Din *1992, Sch., a.d. Safinaz

Malaak *2012, F., a.d. Malayka

Masrour *2014, Sch., a.d. Mais AlReem

Balance *1928, Sch., a.d. Farida

Amlam (Emam) *1945, Sch., a.d. Komeira

Fawzan *1966, Sch., a.d. Foze (exp. USA)

Nasralla *1956, Sch., a.d. Sehr

Amoon *1967, B., a.d. Naama

Moufeed *1970, Sch., a.d. Fathia

Moataz *1973, Sch., a.d. Enayat

I. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. IX. X. XI. XII. XIII. XIV. XV. Gen.

10

Nasheed Al Amal Hoor (Hafez Al Ahd Hoor /

Aneedah) *2010

Tag Al Ola Hoor (Shaer Al Nil Hoor / Kawkab Al

Shark Hoor) *2016

Gharib (Anter / Souhair) *1965

Hauptbeschäler in Marbach 1970-1990

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Hengstlinien / Sirelines El Deree & Saklawi I (via Nazeer; Ausschnitt / extract)

(Vollblutaraber blau = EAO, Hamdan, etc., rot = Paraskevas, gelb hinterlegt = in Deutschland)

El Deree *1920, Sch., DB

Sid Abouhom *1936, Sch., a.d. Layla

Amrulla *1955, Sch., a.d. Zaafarana

Akhtal *1968, Sch., a.d. Hagir

Morhaf *1977, F., a.d. Mahlaha (exp. GER)

Al Sachra Ibn Morhaf *1982, Br., a.d. Om El Arab

Al Sachra Kaythoum *1982, F., a.d. Kaythara

Raqqas *1984, Br., a.d. Bint Ragawat

Afuk *1985, F., a.d. Afrah Al Badeia

JM Nafuk *2001, Sch., a.d. Bint Bint Nizr

Moablat *1989, F., a.d. Bint Kasr El Nil

Dabrock Fayoum *1990, F., a.d. Ruala Fedala

Dabrock Gilf Kebir *1995, Br., a.d. Dabrock Gazbeya

Taymour *1979, Sch., a.d. Wahida (exp. GER)

Galeeh *1985, Br., a.d. Golson

Ibn Akhtal *1979, F., a.d. Looza

Mansy *1986, F., a.d. Sali

Derre Al Saharaa *1991, Sch., a.d. Bint El Akhtal

Saged / Sajed, R., a.d. Ateyat

Gabbar *1998, Sch., a.d. Haneyat

Zai Al Hawa, a.d. Aneedah

Day Al Kamar Hoor *2016, Sch., a.d. Gebeen Al Kamar (exp. GER)

Sawwah *2011, Sch., a.d. Lekaa Al Sehab

Zai Al Badr *2013, Sch., a.d. Roushan

Zai Al Asil *2013, Sch., a.d. Tasaheel

Gobran a.d. Shameya

Hafid Sajed *2012, R., a.d. Cinderella SEA

Rashed *1995, F., a.d. Intishar

Ibn Adaweya *1980, F., a.d. Adaweya

SEA Seed El Melach *1986, F., SEA Basma

Shaker *1992, F., a.d. SEA Nagaf

Zain El Abedeen *1995, Br., a.d. Haneyyat

Aybac *1982, F., a.d. Nagham

Rashdan *1987, Sch., a.d. Randa

Rawwah *1997, Sch., a.d. Ramia

Hasem *2011, Sch., a.d. Mobtasema

Wassaf *2006, Sch., a.d. Wagfa

Qusay *2015, Sch., a.d. Baqa

Raad *2011, Sch., a.d. Tayees

Soyouf *2004, Sch., a.d. Safeerah

Baly, Br., a.d. Iglal

Ala Baly *2014, Br., a.d. Ataa

Farag Allah *1984, F., a.d. Nagham

Khafeef *1989, a.d. Hanoona

Habeeb Al Rooh *2007, Sch., a.d. Rooh El Foad

Khafeef Al Zeil *2010, F., a.d. Cinderella SEA

Nil *1951, Sch., a.d. Malaka

Naslednik *1961, Sch., a.d. Nitochka

Mashab *1972, Sch., a.d. Madera

Karizmanov *1982, F., a.d. Kira

Tern *1974, Sch., a.d. Toska

Kamschatka *1986, Sch., a.d. Kaprice

Karavan *1975, Sch., a.d. Carolina

Erbakan *1994, Sch., a.d. Elsa

Hermes *1995, Sch., a.d. Helwa

I. II. III. IV. V. VI. VII. VIII. IX. Gen.

Morhaf (Akhtal / Mahlaha) *1977

Beschäler im Gestüt Brigittenhof

Day Al Kamar Hoor (Zai Al Hawa / Gebeen Al

Kamar Hoor) *2016

Zucht

Nazeer *1934, Sch. (Mansour / Bint Samiha)

Morafic *1956, Sch. (a.d. Mabrouka)

Shaarawi *1961, Sch. (a.d. Bint Kamla)

Adeeb *1973, Sch. (a.d. Nawal)

Gad Allah *1983, Sch. (a.d. Omnia)

Baydoun *1998, Sch. (a.d. Bint Ibtisam)

Marouf *2010, Sch. (a.d. Maysaa)

Durry *2013, Sch. (a.d. Nakeyah)

Gondoul, Sch. (a.d. Watfa I)

Gady *2004, Sch. (a.d. Zakya)

Halim El Zahraa *2005, F. (a.d. Wadha)

Ashham *2010, (a.d. Shahabiyah)

Kaf Al Kadar Hoor 2017, Sch., a.d. Robaeyat Al Khayaam (exp. GER)

Tagweed *2004, Sch. (a.d. Tee)

Agad (a.d. Fekrah)

Fayadan Al Nile *2016, Sch., a.d. Zahret Al Nile

Shaer Al Wadyan *2017, Br., a.d. Shayret Al Wedyan

Lesa Fakr Hoor *2017, F., a.d. Leilat Al Eid (exp. GER)

Boulboul Al Shark *2017, Sch., a.d. Razan

Obay Al Nil *2018, Br., a.d. Zahret Al Nile

Rasheed Al Fikr *2018, Br., a.d. Tasaheed Al Nile

Shafea *2010, Sch. (a.d. Shafaat)

Al Waleed *2014, Sch. (a.d. Khokha)

Awad Allah *2001, Sch. (a.d. Adalat)

I. II. III. IV. V. VI. VII. Gen.

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11

Kaf Al Kadar Hoor (Ashham / Robaeyat El

Khayaam Hoor) *2017

Lesa Faker Hoor (Agad x Leilat Al Eid Hoor)

*2017


German State Stud Marbach

Zucht

The new Egyptians

are here!

Kaf Al Kadar Hoor in the stable of 1852, the year when King Wilhelm

I. received his first horses from Egypt. - Kaf Al Kadar Hoor im Stallgebäude

aus dem Jahr 1852, dem Jahr, als König Wilhelm I. seine

ersten Pferde aus Ägyptern erhielt. all photos: G. Waiditschka

12

Since 2019 we all have been

puzzled as to when the horses

from Egypt will arrive at

the State Stud Marbach.

Now the time has come: on

April 19, nine horses from

Paraskevas Arabian stud arrived

in Marbach, one month

later they were presented

to the public at a press conference.

But when they can

be admired by visitors in the

stables and pastures depends

not least on the corona

situation.

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The cooperation between Philippe Paraskevas

from Egypt and the State Stud

Marbach in Southwest Germany developed

over several years after Paraskevas

visited Marbach on a tour of Germany while

promoting his book "The Egyptian Alternative”.

Since that visit, he has been a big fan of

this institution, which is committed to preserving

the legacy of King Wilhelm I. The fact

that dam and sire lines have been preserved

here for over 200 years convinced him that

Marbach is the right place for his horses. In

February 2019, stud director Astrid von Velsen-Zerweck

flew to Egypt together with the

(then) interim breeding manager of the German

Arabian Horse Society, Burchard Schröder.

In addition to a visit to the El Zahraa

State Stud, a visit to Philippe Paraskevas was

on the agenda, where they would make a

first rough selection. Astrid von Velsen rode

two stallions in the desert and was very impressed

with their endurance and suitability

to ride.

With this legacy, Philippe Paraskevas hopes

that his breeding endeavor of the last 30

years will be continued at Marbach. Unfortunately,

his children are not very interested

in horse breeding, so he intends to reduce

his stock - both here and there, this being

a problem for private breeders. That is why

state studs are so important as a guarantee

of continuity.

Philippe Paraskevas wrote a greeting message

as he was unable to come to Germany

due to the Corona pandemic: “The Egyptian

Arabian horse is recognized as a National

Treasure of Egypt and is our heritage from

the desert of Arabia. The E.A.O., our State

Stud, is the fountainhead of the breed and

a pristine source of purebred bloodlines the

world over. Outside of Egypt, in the heart of

Europe, Marbach State Stud is the premier

safe haven for the Desert Arabian horse. In

an effort to give back to the breed, consistent

with my goals of preservation of the

bloodlines under my care, I am honoured to

present to Marbach State Stud these 9 horses

of Paraskevas Arabians breeding. This

will be my modest contribution to Marbach

State Stud breeding goals”.

Incidentally, the state of Baden-Württemberg

is still behind the package of measures

for Marbach, which was announced at the

end of 2019 and is worth over 40 million euros.

With this money repair and renovation

of the buildings, many of which are listed

as protected monuments, should be made

possible. This means that various conversions

and new buildings can be carried out to

bring horse keeping up to date. These projects

will perhaps take a longer time due to

the tense budget situation caused by the

pandemic, but "we are fully behind it, after

all, this is about animal welfare", said the

minister. And to clear up the last remaining

ambiguities - no, the 40 million have absolutely

nothing to do with the new horses from

Egypt!

On inspection tour in Egypt

Now the plans became more concrete. On

the occasion of the stallion parade at Marbach

in September 2019, the Minister for

Nutrition, Rural Areas and Consumer Protection,

Peter Hauk, announced that he would

travel to Egypt in November, together with

stud director Astrid von Velsen, to look for

suitable Arabian stallions. In November

2019, a delegation from Swabia traveled to

Egypt to visit Paraskevas Arabians to specifically

select the horses. During this trip the

delegation also attended the International

Arabian Horse Show at the El Zahraa State

Stud. Due to the corona pandemic, another

year and a half would pass before the horses

would start their journey and finally arrive

at Marbach Stud on April 19. For the predominantly

young horses, who previously only

knew sand and desert, the arrival in Germany

is a culture shock and the new home

in the Swabian Alb offers an unbelievable

wealth of new impressions! “They have yet

to learn that you can eat grass right off the

ground and that you can walk on it, not just

on the sand. They don't even know asphalt,

they walk like on eggs, because everything is

sand in their home stud”, explains the stud

director. Minister Hauk explained very vividly:

“When you open the gate of Paraskevas

Stud, the desert begins right there! These

horses only know sand." “We want to give

the horses some time to get used to their

new environment. Before their departure,

they spent three months in quarantine, in a

military facility in the middle of Cairo. There

they hardly had the opportunity to move.

Therefore, we have to slowly build up their

condition again,” explains Astrid von Velsen.

“In addition, to be on the safe side, they are

still in quarantine, which is why they are not

yet accessible to the public”.

In total, Philippe Paraskevas gave the stud

nine horses - five stallions and four mares -

"at a symbolic price," as Minister Hauk put it.

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13

The "new Egyptians"

And who are the “new Egyptian Arabians”

and what makes them so special?

The star of the group is 11-year-old Nasheed

Al Amal Hoor (Hafez Al Ahd Hoor / Aneedah)

*2010. On his father's side, the grey

stallion belongs to the sire line Jamil El Kebir

via Anter. The black stallion Gharib, who

came to Marbach in 1970 through the initiative

of the then stud director Dr. Wenzler,

belonged to this line, which has become rare

today. Nasheed is a grandson of Ghallab El

Ateyah, the head sire of Paraskevas Arabians

Jamil el Kebir line – most of his breeding

is based on this stallion. Nasheed el Amal’s

dam Aneeda comes from Rashdan, a stallion

from El Zahraa. On the dam's side, Nasheed

goes back to the Saklawi-Gidran mare Roga

El Beida, via the legendary Moniet El Nefous.

Nasheed el Amal is a worthy chief sire who

already has five foals at the Paraskevas stud.

He is dry in appearance, with a strong body

and strong joints - very different from the

Die neuen Hengste -

The new stallions

Nasheed Al Amal Hoor (Hafez Al Ahd Hoor /

Aneedah) *2010

Tag Al Ola Hoor (Shaer Al Nil Hoor / Kawkab Al

Shark Hoor) *2016

Day Al Kamar (Zay El Hawa / Gebeen Al Kamar

Hoor) *2016

Kaf Al Kadar Hoor (Ashham / Robaeyat El

Khayaam Hoor) *2017

Lesa Faker Hoor (Agad x Leilat Al Eid Hoor)

*2017

Zucht


Zucht

Lesa Faker Hoor, a grandson of Tagweed at El Zahraa, of the dam

line El Obeya Om Grees. On the left his dam Leilat El Eid. - Lesa Faker

Hoor, ein Enkel von Tagweed in El Zahraa. Er gehört der Stutenlinie El

Obeya Om Grees an. Links ist seine Mutter Leilat El Eid abgebildet.

Arabians of other bloodlines, who are characterized

by "dish" and delicacy. He is also

very expressive, masculine, and sovereign, i.e.

a stallion, at first sight, a quality that some

show horses have lost. Incidentally, Philippe

Paraskevas is known for giving his horses

meaningful, poetic names. The translation of

Nasheed Al Amal reads: "The Poem of Hope".

In second place is Tag Al Ola Hoor (Shaer Al

Nil Hoor / Kawkab Al Shark Hoor) *2016,

also grey. He also comes from the Jamil El

Kebir sire line, and Ghallab El Ateya is his

paternal great-grandfather. He is five years

old and has not yet fully matured. He has an

athletic body, although one would wish his

neck a little more elegant. His mother, Kawkab

Al Shark, is a full sister of Zay El Hawa,

the sire of Day El Kamar, the third member

of the group of newcomers. Kawkab el Shark

also goes back to the dam line Roga El Beida

via Moniet El Nefous. His name means "The

Crown of Achievements".

Day Al Kamar (Zay El Hawa / Gebeen Al

Kamar Hoor) *2016 belongs to the stallion

line El Deree, which is extinct in Germany

and which is also quite rare in Egypt.

He is characterized by longer lines, tall and

elegant, but still very youthful - Egyptians

are maturing very late. His mother Gebeen

Al Kamar belongs to the Kuhaylan-Krush

strain, which otherwise does not exist in

Germany. All the three stallions mentioned

have also the mare Aneedah (by Rashdan)

in their pedigree, either as mother or grandmother.

His name means "moonlight".

Kaf Al Kadar Hoor (Ashham / Robaeyat El

Khayaam Hoor) *2017 is the fourth in the

league and a representative of the Saklawi

I sire line. His father is Ashham, a chestnut

stallion with a beautiful face that Paraskevas

bought from El Zahraa. His sire in turn is

Halim El Zahraa from Gad Allah - all horses

of high standing in the Egyptian state stud.

This dark grey horse is still quite immature,

14

but has a very nice, calm eye with a straight

profile, and looks overall strong with good

joints. He belongs to the dam line Rodania

and is therefore of the strain Koheilan Rodan.

His name means "The full Force of Destiny".

The only "non-gray" in the group is Lesa

Faker Hoor (Agad x Leilat Al Eid Hoor)

*2017. He also comes from the stallion

line of Saklawi I. His sire, Agad, is a son of

Tagweed from El Zahraa, who died much

too early. Tagweed, in turn, comes from the

dream mating Gad Allah x Tee. Lesa Faker’s

dam Leilat Al Eid Hoor is a daughter of the

chief sire Ghallab El Ateyah and one of the

most beautiful mares at the Paraskevas

Stud: Typey, with a beautiful neck, broad in

the chest, deep in the body, just as it should

be for a broodmare. Because of this origin,

there is still hope that Lesa Faker Hoor will

still become a bit wider; so far he has been

rather delicate and (too) fine. On his mo-

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Zucht

Set El Kol Hoor, a powerful mare with elegant neck, who is in foal to Ghallab

for late Autumn. On the right side her dam Al Set Hoor. -

Set El Kol Hoor, eine kraftvolle Stute mit eleganter Halsung, tragend von

Ghallab für den Spätherbst. Auf der rechten Seite ihre Mutter Al Set Hoor.

ther's side, he goes back to the founding

mare El Obeya Om Grees and thus belongs

to the Obeyan strain. His name translates as

"He who still remembers the past".

Let's have a look at the mares. The oldest is

Set El Kol Hoor (Agad / Al Set Hoor) *2017,

a grey mare with powerful movements and

a very elegant neck. She is (hopefully) in foal

to Paraskevas’ chief sire, the stallion Ghallab

El Ateyah. Her dam Al Set Hoor is a strong

and powerful mare that you want to saddle

up and ride - just as you would with a war

mare. Set El Kol comes from a combination

of the Saklawi-I stallion line with the Saklawi

Gidran line of Roga El Beida. Her name

means "The Matriarch".

The other three mares are only two and three

years old. These are the two Agad daughters

Shahd Al Radab Hoor (out of Naghamet

Al Karawan Hoor) *2018 and Zahret El

Eid Hoor (out of Leilat Al Eid Hoor) *2018.

Both come from the Saklawi I sire line, whe-

2/2021 - www.in-the-focus.com

15

reby Zahret El Eid is a full sister to the above-mentioned

Lesa Faker, thanks to her dam

Leilat El Eid, and thus an Obeyan. The dark

grey mare is extremely typey and resembles

the Saklawi type. Her half-sister Shahd Al

Radab belongs to the rare Kuhaylan Krush

strain, which is probably only represented

in Germany by these two Paraskevas horses.

The name Shahd Al Radab means "Sweetness

of a Kiss", while Zahret El Eid means

"Flower of the celebration”.

The youngest of the group is Saherat Alehwerar

Hoor (Ashham / Robaeyat Al Khayyam

Hoor) *2019, a full sister to the above-mentioned

Kaf Al Kadar Hoor. Her name

means "The one with the Enchanting Gaze"

and she will certainly live up to her name

when she is fully grown.

Refreshment of blood for Marbach

With this import, after around 50 years,

blood refreshment is available again for

the Marbach Arabian breeding program,

i.e. bloodlines that do not have high inbreeding

on Nazeer and originate from

other stallion lines. In particular with Nasheed,

Tag El Ola, and Day El Kamar, stallions

from the rather rare stallion lines Jamil

El Kebir and El Deree - provide outcross

opportunities. That could lead to a genetic

heterosis effect. This year it is planned that

Nasheed and Tag El Ola will be used in the

main stud herd. Next year they will probably

also be available for foreign mares when

the breeders can see the first foals in Marbach.

And as Philippe Paraskevas wrote so

beautifully in his greeting address: “In the

certainty that this precious legacy will find

a long-term future here in Marbach, I leave

it to the capable hands of the committed

men and women of Marbach; the people

who are now part of the family.” May the

seeds fall on fertile ground.

Gudrun Waiditschka


Zuchtgeschichte

Amurath Sahib –

„ der Dampfross“

der Araberzucht

Zucht

Man muß mittlerweile schon recht weit hinten in den Pedigrees suchen, um seinen

Namen zu finden, aber er war einer der besten Vertreter der Bairaktar-Linie und wichtiges

Bindeglied zwischen den russischen und polnischen Zuchtlinien: Amurath Sahib,

über den die großen Züchter und Pferdeleute ihrer Zeit überweigend Gutes zu sagen

wußten, sei es Andrzej Krzysztalowicz, Hans Fellgiebel oder Dr. Ekkehard Frielinghaus.

Geboren wurde Amurath Sahib bei Teresa Raciborska,

die ein kleines, aber feines Privatgestüt

namens Breniow unterhielt. Gegründet

wurde es 1919 mit dem Kauf von zwei Stuten

aus Bábolna, Donka (Schechan-Schammar

/ 80 Koheilan II) 1910 und Mersucha (Mersuch

/ O’Bajan) 1908, sowie der Stute Rusalka

(Czorsztyn / Polenta) 1911 aus Slawuta. Als

1927 das erste Treffen der privaten Züchtervereinigung

in Lemberg stattfand, und mit

diesem Anlaß auch die ersten Araberrennen,

war Teresa Raciborska mit ihrer

Stute Sahiba dabei und gewann

auf Anhieb das Derby. Sahiba bewies

sich aber nicht nur auf der

Rennbahn, sondern später auch

als Zuchstute: Sie brachte eine

Reihe guter Rennpferde hervor,

so auch Ibn Nedjari (v. Nedjari)

1931 und unseren Protagonisten

Amurath Sahib (v. 35 Amurath

II) 1932.

Aber schauen wir uns das Pedigree

von Amurath Sahib etwas

genauer an: In der Großelterngeneration

finden wir Amurath

1881 „Weil“, den Jahrhunderthengst

aus der Zucht des Königlichen Privatgestüts

Weil, der über seine Radautzer

Nachkommen die Welt des Vollblutarabers,

aber auch die Sportpferdezucht nachhaltig

beeinflußt hat. Über ihn ist bereits viel geschrieben

worden, sodass wir uns hier kurz

halten wollen. Er wurde in Radautz mit der

Original-Araber-Stute Fatme (in Radautz „186

Fatme“) angepaart, über die es im Radautzer

Stutbuch heißt: „Durch den k.u.k. Rittmeister

Wenzel Wolf von einem Gendarmerie-Offizier

in Syrien um 1300 Franks angekauft und

Amurath Sahib, Sieger des "Preises des Landwirtschafstministeriums"

in Lwów 1936. -

Amurath Sahib, winner of the "Prize of the

Ministry of Agriculture" in Lwów 1936.

Foto: Dr. L. Zaturaki,

Jeździec i Hodowca, Jhg. 1936, Nr. 36

am 17. Juli 1905 als Pepinierestute in Stand

genommen. Am 5. Oktober 1915 dem Pferdeschlächter

um 80 Kronen verkauft.“ Sie soll

dem Stamm Obayan angehört haben, war

1899 geboren und eine kleine, harte, sehr

edle und feine Fuchsstute. Von ihren neun

Fohlen

wurden

zwei Landbeschäler in Galizien und zwei

Töchter Mutterstuten in Radautz. Einer dieser

beiden Landbeschäler war 35 Amurath II, der

ab 1911 im Hengstdepot Sadow-Wisznia, Galizien,

aufgestellt wurde. Er war ein hellbrauner

Hengst, über den W. Wnukowski schreibt:

„Harmonisch gebaut, gut verbunden, mit korrekten

Hinterbeinen. Dieser Hengst ist auch

mit viel Charme ausgestattet, mit Typ und

Adel, wenngleich seine Bewegungen nicht

so gut sind wie die von 239 Amurath III.

Seine Maße sind 152-169-19,5 cm.“

Auf der mütterlichen Seite finden

wir in der Großelterngeneration

ebenfalls einen Weiler Hengst,

Nana Sahib I (Selim / Smyrna)

*1907. Dieser wurde im April

1910 an das k.k. Ackerbauministerium

in Wien um 3500

fl. verkauft, von dem er nach

Radautz überstellt wurde,

1911 in das Hengstdepot

Sadowa-Wisznia und 1918

nach Janow Podlaski. Über ihn

sagt Wnukowski: „Edel, mit klar

ausgeprägtem Widerrist, guter

Oberlinie und schwungvollen Bewegungen.

Maße: 155-176-19,5 cm.“

Es sind jedoch nur zwei Nachkommen

aus Privatzucht von ihm überliefert, eine

davon ist Sahiba, die leider viel zu früh starb

und nur vier Fohlen hinterließ: Die Hengste

Amurath Sahib (v. 35 Amurath II), Ibn Nedjari

(v. Nedjari) und Sumak (v. Kuhailan Haifi). Ihre

Tochter Siniora (v. Kuhailan Haifi) führte die

Linie noch kurze Zeit fort, aber sie ging vermutlich

durch Kriegseinwirkung verloren. Sahibas

Mutter ist Donka, die Gründerstute von

Teresa Raciborska aus Bábolna. Der „Pole“

16

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Amurath Sahib geht also in der Großelterngeneration

zu 50 % auf die Weiler Zucht zurück,

zu 25 % auf die Zucht des ungarischen

Staatsgestüts Bábolna und zu 25 % auf Wüstenblut

und ist zudem in II. / IV. Generation

auf Amurath 1881 Weil ingezogen. Es ist eine

glückliche Fügung der Geschichte, dass die

polnischen Privatzüchter auf diese Pferde

zurückgegriffen haben, denn letztendlich ist

Amurath Sahib bzw. sein Vater 35 Amurath II

der genetische Flaschenhals, durch den die

Bairaktar-Linie gehen mußte, bevor sie wieder

zu Weltruhm aufblühen konnte.

Auf der Rennbahn

Im Alter von drei Jahren schickte seine Züchterin

Amurath Sahib auf die Rennbahn. Am

Ende der Saison lag er an 10. Stelle von 40

Pferden, die 1935 auf der Rennbahn liefen

(nach Gewinnsumme). Zu richtiger Form lief

er 4-jährig auf, als er unter anderen auch den

„Preis des Landwirtschaftsministers“ in Lwów

über 3200 m gewann, was ihn auf Platz 3 der

gewinnreichsten arabischen Pferde 1936

brachte. Als Sieger dieses Rennens wurde er

vom Staat aufgekauft und erst ins Hengstdepot

Boguslawice und 1943 nach Janow

Podlaski überstellt. Hier lernte ihn Andrzej

Krzysztalowicz kennen, der sich wie folgt an

ihn erinnerte: „Amurath Sahib war ein relativ

großer Hengst mit mehr Kaliber als Witraz

und wesentlich mehr als Wielki Szlem. Er hatte

einen guten Rahmen, einen langen Hals

und einen nicht allzu edlen Kopf, aber mit

ausdrucksvollen Augen, guten Ganaschen

und einem geraden Profil. Seine Beine waren

nicht allzu trocken, mit Kötenbehang, aber

mit starken Knochen und korrekter Stellung.

Als ein Pferd mit guten, aber nicht außergewöhnlichen

Bewegungen ging er sehr gut

unter dem Sattel, allerdings hatte er Gurtenzwang.

Aufgrund seiner Größe wurde er auch

in der Partbredzucht eingesetzt und sogar

die Deutschen ritten ihn gerne. Er war recht

gut in Hindernisrennen, wie der St. Hubertus-Jagd.“

Rennleistung von Amurath Sahib

1935-1936 - 24/2 (7 / 5 / 8) 16.640 zl.

Bahn Datum Länge Pl. Preisg.

Lublin 14.07.1935 1600 3 80

Lublin 21.07.1935 1600 3 80

Lublin 03.08.1935 1800 1 800

Lublin 10.08.1935 2000 3 100

Lwów 22.08.1935 1800 1 800

Lwów 29.08.1935 1600 2 300

Lwów 08.09.1935 2000 2 300

Lwów 10.09.1935 1800 3 100

Lwów 17.05.1936 1800 2 300

Lwów 14.06.1936 2400 1 1.000

Lwów 07.07.1936 1800 2 360

Lublin 18.07.1936 2000 3 100

Lublin 29.07.1936 2400 3 100

Lublin 02.08.1936 2000 1 1.000

Lublin 09.08.1936 2400 3 400

Lwów 25.08.1936 2000 2 300

Lwów 01.09.1936 2400 1 1.000

Lwów 08.09.1936 2600 3 120

Lwów 20.09.1936 2800 1 1.400

Lwów 27.09.1936 3200 1 8.000

In vier Rennen war er nicht unter den ersten drei platziert.

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Eine selten gesehene Aufnahme von Amurath Sahib als junger Hengst. - A rare photograph of

Amurath Sahib as a young stallion.

photo: Archiv A. Mikulska

Ignacy Jawarowski, Direktor des Gestüts

Michalow, erinnerte sich an Amurath Sahib

wie folgt: „Amurath Sahib war ein Schimmel

mit einem trockenen, ausdrucksvollen, mittelgroßen

Kopf, langem Hals und einer perfekten

Oberlinie und waagerechten Kruppe,

die er oft an seine Nachkommen weitergab.

Er hatte ein korrektes Fundament, maskulinen

Ausdruck und gute Bewegungen, wenngleich

etwas schmal in der Brust. Seine Fohlen

erbten seinen Rahmen, aber manchmal

fehlte ihnen der Typ und die Trockenheit,

und sie waren etwas zu lang in der Lende.

Nichtsdestotrotz waren seine Töchter außergewöhnlich

gute Zuchtstuten.“

Dr. Ekkehard Frielinghaus, der während der

deutschen Besatzung in Janow Podlaski als

Tierarzt arbeitete, sagte über Amurath Sahib:

„Nach Ansicht vieler Experten war es sehr

unwahrscheinlich, dass Amurath Sahib ein

führender Beschäler in einem polnischen

Staatsgestüt werden sollte, und zwar aus

drei Gründen: Er war in einem Privatgestüt

geboren worden, er hatte ein „nicht-polnisches“

Pedigree, und er repräsentierte den

Saklawi-Typ, wohingegen in Polen der Kuhailan-Typ

bevorzugt wurde. Nichtsdestotrotz

entschied Gustav Rau, der die Weiler Blutlinien

sehr gut kannte, ihn versuchsweise in

Janow Podlaski einzusetzen. Amurath Sahib

hatte viele Vorzüge in Hinsicht auf Exterieur,

Bewegungen, gutes Temperament und Ausdauer.

Als er 1943 nach Janow kam, war ich

begeistert, als ich ihn das erste Mal ritt – er

war einfach das geborene Reitpferd!“

1939 wurde Hans Fellgiebel von Gustav Rau,

der nun Oberstintendant und Beauftragter

für Pferdezucht und Gestütswesen in den besetzten

polnischen Gebieten war, nach Janow

Podlaski berufen, wo er ab 1940 die Leitung

übernahm. Ankunft und Wirken von Amurath

Sahib fiel damit in seine Dienstzeit und so soll

17

Hans Fellgiebel ausführlich zu Wort kommen

(aus seinem maschinenschriftlichen Manuskript

„Das polnische Araber-Hauptgestüt Janow

Podlaski 1919-1946“):

„1943 erhielt das Gestüt die beiden Hengste

Amurath Sahib ox und Kastor (Ar.Hb1.) als

Hauptbeschäler zugewiesen. Der Jahrgang

1944 war zahlen- sowie qualitätsmässig der

beste. Diese Verbesserung der Qualität ist vor

allem dem hervorragenden Vererber Amurath

Sahib zu verdanken:

Amurath Sahib war ein verhältnismässig

grosser Hengst mit langen Linien, dem es etwas

an Tiefe mangelte. Trotzdem waren alle

seine Fohlen tief genug. Er hatte eine vorbildliche

Oberlinie, auffällig an ihm war sein

fehlerfreies Fundament mit besonders gutem

Sprunggelenk, und seine schwebenden,

raumgreifenden, korrekten Bewegungen.

Der edle, kleine Kopf wurde von einem schön

geformten, mächtig langen Hals getragen.

Das ganze Pferd war von großer Schönheit

und Harmonie. Was in dem Hengst an Erbkraft

steckte, gehört zu den Einmaligkeiten.

Ich möchte ihn als den 'Dampfroß der Araberzucht'

bezeichnen. Er war ein Allesverbesserer.

Seine Fohlen hätte man in der Herde auch

mühelos herausgekannt ohne ihre weissen

Stiefel und breiten Blessen. Sie hatten alle

die herrlichen Linien und die erstklassigen

Beine ihres Vaters geerbt. Auch seinen wunderbaren

Hals und Aufsatz, sowie die gute

Schulter hatte er ihnen durchweg mitgegeben.

In den meisten Fällen hatten sie auch

seine gute Oberlinie und waren durchweg

tiefer als er selbst. Sie zeigten viel Rippenwölbung,

guten Schluß und beste Proportionen.

Amurath Sahibs Fohlen hatten alle einen typischen

Siglavi-Kopf mit gerader Stirn und

grossen Nüstern. Amurath Sahib war der Universal-Hauptbeschäler,

der zuständig für alle

Abteilungen war. Auch die schlechteste Stute

Zucht


Zucht

gab mit ihm immer noch ein brauchbares

Fohlen. Brachten Stuten mit anderen Hengsten

kein vernünftiges Produkt, dann gingen

sie zu Amurath Sahib und das Fohlen war gut.

Besonders bei den Jugoslawenstuten erzielte

man mit ihm beste Erfolge. Seine Fohlen

von Kaduna, En Nasira IX, Marzouk II, Kadina

XX, Lava und Hamdani IX gehörten zu den

besten. Zwei erstklassige Stutfohlen brachte

auch Laleczka Ewuni. Eine entzückende,

hochedle Schimmelstute brachte auch die

rein gezogene Araberhalbblutstute Izyda.

Leider hatte dieses Fohlen anfangs starken

Muskelschwund in der Hinterhand. Ein

Klassepferd versprach die Tochter der arabischen

Halbblutstute Stateczna zu werden.

Das war das erste gute Fohlen dieser hervorragenden

Stute, die mit Efendi nur schlechte

Produkte gab. Die angloarabische Halbblüterin

Imatra brachte 2 sehr starke, großrahmige

Hengste und 1 Stutfohlen, das leider

an Lähme einging. Der ältere namens Edelmarder

war stark und schwer und gehörte

zu den besten seines Jahrganges. Der andere,

der ein Jahr jüngere Felsztyn, zeigte noch

bessere Qualität als sein Bruder. Ein Hengstfohlen

mit Hauptbeschälerqualität war der

1946 geborene Wilgasohn. Ein noch besseres

Hengstfohlen brachte im selben Jahr die

angloarabische Halbblüterin Calabria (Proch

xx a.d. Igraszka von 428 Amurath), die schon

wegen Typlosigkeit ausgemustert werden

sollte. Ihr Fuchshengst von Amurath Sahib

war das weitaus beste Fohlen des Jahrganges

1946. An Wucht, Knochenstärke, Rahmen,

Korrektheit, Adel und Ausdruck kaum

zu übertreffen. Sogar die schlechte, eckige,

unharmonische, ausdruckslose Stolnik-Tochter

Christine (a.d. Wladczyni) brachte ein

erstklassiges Amurath Sahib-Fohlen mit viel

Ausdruck und beachtlicher Knochenstärke,

das ein sehr guter Landbeschäler zu werden

versprach. Die kleine unschöne Bajeczka

hinterliess eine hochedle, bildschöne Stute

namens Ekbatana, die, obwohl Halbblüterin,

ganz im Typ des edelsten Vollblutarabers

stand. Sehr gute Erfolge erzielte man bei der

Paarung von Efendi-Töchtern mit Amurath

Sahib.

1946 brachten Circe, Cartagena, Caluga,

Cremona tadellose Fohlen von ihm. Das beste

von diesen war die Schimmelstute von Circe,

bei der sich die gewaltige Tiefe und Breite

Efendis mit dem Rahmen und der Eleganz

Amurath Sahibs zu einem harmonischen Ganzen

vereinigte. Die ersten Erfolge in der angloarabischen

Vollblutzucht wurden erst durch

Amurath Sahib herbeigeführt. Die weitaus

besten Fohlen von ihm brachte Ugmuza x. Ihr

Sohn Filar x war bereits einjährig zum späteren

Hauptbeschäler ausersehen. Er stellte die

beste Vereinigung arabischen und englischen

Blutes dar, die ich bisher gesehen habe. Wenn

alle angloarabischen Vollblüter so wären wie

dieser Schimmel, dann würde ihre Zucht

Berechtigung haben. Filar x hatte von jeder

Seite wirklich nur das Gute geerbt. Er war ein

Musterbeispiel für Korrektheit, Trockenheit,

Rahmen, Linie, Harmonie, Knochenstärke,

Adel und Ausdruck. Seine rechte Schwester

Galeria x war ebenfalls sehr gut, jedoch nicht

ganz so harmonisch wie er. Auch Pogon x und

Beguinet brachten sehr gute Fohlen von ihm.

In der Vollblutaraberzucht gab man trotz der

drei guten Amurath-Sahib-Töchter Balalaika,

Lala und Amneris doch Witraz den Vorzug.

Dieser war wohl schwerer anzupaaren, gab

dafür aber Pferde im reinen Wüstentyp, was

bei den Amurath Sahib-Kindern nicht immer

der Fall war. Sie waren bereits mehr Kulturaraber.

Trotzdem brachten Wilga und Pieszczota

sehr gute Fohlen von ihm.“

Der Stutenmacher

Wie es bereits bei Fellgiebel anklingt, war

Amurath Sahib - wie viele Hengste aus der

Bairaktar-Linie - ein „Stutenmacher“. Seine

besten Produkte waren Lala, Amneris und

Balalajka, die in den Jahren seiner Landbeschälerzeit

in Privatgestüten geboren wurden.

Insbesondere Balalajka setzte sich mit

Bandola und Bask ein Denkmal. Dann Arwila,

Adis Abeba, Darda, Daribba, Estokada, Gwadiana

und Epigona aus seiner Hauptbeschälerzeit

in Janow Podlaski und später in Klemensow.

Hier ist insbesondere Estokada zu

nennen, die die Begründerin der berühmten

E-Linie im Gestüt Michalow wurde, welche

Pferde wie Emigracja und Emandoria hervorbrachte.

Und dann war da noch das Stutfohlen

aus der Blaga [ex 211 Kuhaylan Zaid],

das in utero nach Ungarn exportiert wurde,

als die ehemals Babolnaer Stute nach dem

Krieg 1952 wieder an Ungarn zurückgegeben

wurde. Dieses Stutfohlen wurde als 25 Amurath-Sahib

bekannt, und es ist eine Kapriole

der Geschichte, dass die letzte „asile“ Stute

aus der alten Bábolnaer Zucht ausgerechnet

aus Polen kam.

Unter Amurath Sahibs Söhnen sind in erster

Linie Gwarny und Arax zu nennen, die diese

Linie in die Zukunft führten, der eine – Gwarny

– in Polen, der andere – Arax – in Russland.

Gwarny war derjenige, der seinem Vater am

nächsten kam und ihm am ähnlichsten sah,

während Arax wohl eher nach seiner mütterlichen

Linie geriet. Direktor Andrzej Krzysztalowicz

erinnerte sich an Gwarny als „sehr

korrekt gebaut, mit besonders guten, trockenen

Beinen, obwohl sie etwas Kötenbehang

hatten. Er hatte einen langen Hals, einen etwas

schweren Kopf, der nicht sehr vorteilhaft

im Übergang zum Hals angesetzt ist. Seine

Bewegungen sind korrekt, aber etwas durchschnittlich.“

Arax hingegen war von brauner Farbe und

stand im Kuhaylan-Typ, beides nicht typisch

für die Bairaktar-Linie, auch wenn „die drei

Tajars“ in Weil aus dieser Linie ebenfalls die

braune Farbe hatten. Arax wurde spärlich in

Polen zur Zucht eingesetzt und 1958 nach

Russland verkauft. Dort wurde er mehr geschätzt

und gründete seine eigene Dynastie

mit Nabeg als dem wichtigsten Vertreter. Dieser

wiederum brachte zwei Söhne, Tallin und

Menes, wobei Tallin die Leistungslinie verkörperte

und 1984 zurück nach Polen verkauft

wurde. Dies ermöglichte Pferde wie Wojslaw

und Druid, Emanor, Werbum und Sabat, allesamt

Pferde, die sich auf der Rennbahn bewährten.

Die Menes-Nachkommen hingegen

machten sich einen Namen im Schauring,

man denke nur an Balaton.

Wie auch der Trakehnerhengst Dampfroß

aus der Privatzucht kam und die Staatszucht

maßgeblich beeinflußte, so gelang dies auch

Amurath Sahib in der polnischen Araberzucht,

wo er sich insbesondere als Muttervater

einen Namen gemacht hat. Nur schade,

dass es für solche Hengste naturgemäß

schwierig ist, eine (Hengst-)Linie zu erhalten.

Aber die Linie hing bereits bei Amurath Sahib

und seinem Vater 35 Amurath II an einem

seidenen Faden, und so bleibt zu hoffen, dass

sein Erbe auch in männlicher Linie für die Zukunft

erhalten bleibt.

Gudrun Waiditschka

Amurath Sahib (zweiter von rechts) beim

Ausritt in Nettelau, wohin die Janower Pferde

während des Zweiten Weltkriegs evakuiert

wurden.

Amurath Sahib (second from right) hacking

out in Nettelau, where the Janow horses were

evacuated during the Second World War.

photo: Archiv T. Andrzejewskiego

18

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Breed History

Amurath Sahib –

„the Dampfross“

of Arabian Breeding

You have to look far back in today’s pedigrees to find his name, but he was one of the best

representatives of the Bairaktar line and an important link between the Russian and

Polish breeding lines: Amurath Sahib, of whom the great breeders and horse people

of their time had to say mainly good things, be it Andrzej Krzysztalowicz,

Hans Fellgiebel or Dr. Ekkehard Frielinghaus.

Zucht

Amurath Sahib was born at Teresa Raciborskas

Breniow stud, a small but

fine private stud near Lwów (Lemberg)

in Poland. It was founded in 1919

with the purchase of two mares from Bábolna,

Donka (Schechan-Schammar / 80

Koheilan II) *1910 and Mersucha (Mersuch /

O’Bajan) *1908, as well as the mare Rusalka

(Czorsztyn / Polenta) *1911 from Slawuta.

When the first meeting of the private breeders'

association took place in Lemberg in

1927, and with this occasion also the first

Arab races after WW I, Teresa Raciborska

was there with her mare Sahiba and immediately

won the derby. Sahiba not only proved

herself on the racetrack, but later also

as a broodmare: She produced some good

race horses, such as Ibn Nedjari (by Nedjari)

*1931 and our protagonist Amurath Sahib

(by 35 Amurath II) *1932.

But let's take a closer look at Amurath Sahib's

pedigree: In the grandparents' generation

we find Amurath 1881 "Weil", the stallion

of the century from the breeding of the

Royal Private Stud in Weil, who, through his

Radautz offspring, has had a lasting influence

on the world of the purebred Arabian,

but also on sport horse breeding. Much has

already been written about him, so we want

to keep this brief. In Radautz, he had only

few purebred Arabian foals, one of which

was out of the original Arabian mare Fatme

(in Radautz “186 Fatme”), about whom

it says in the Radautz stud book: “Imported

through the k.u.k. Rittmeister Wenzel Wolf,

she was bought from a gendarmerie officer

in Syria for 1,300 francs and stood as

a pepiniere mare as of July 17, 1905. Sold to

2/2021 - www.in-the-focus.com

Ein seltenes Portrait von Amurath Sahib, das sein gerades Profil mit kurzen Ohren, starken

Ganaschen und großen Nüstern zeigt. Das Auge ist eher klein.

A rare portrait of Amurath Sahib, showing his straight profile, his small ears, the strong jaw and

large nostrils. The eye is rather small.

photo: Archiv A. Mikulska

19

the horse butcher for 80 kroner on October

5th, 1915.“ She is said to have belonged to

the Obayan tribe, was born in 1899 and a

small, tough, very noble and fine chestnut

mare. Of her 9 foals, two stallions stood at

stallion depots in Galicia and two daughters

became broodmares in Radautz. One

of these two state sires was 35 Amurath II,

who was stationed in the Sadow-Wisznia

Stallion Depot, Galicia, from 1911. He was

a light brown stallion about whom W. Wnukowski

writes: “Harmoniously built, well

connected, with correct hind legs. This stallion

is also endowed with a lot of charm,

type and nobility, although his movements

are not as good as those of 239 Amurath III.

His measurements are 152-169-19.5 cm. "

On the maternal side, we also find a stallion

from Weil Stud in the grandparents' generation,

Nana Sahib I (Selim / Smyrna) *1907.

In April 1910, he was sold to the k.k. Ministry

of Agriculture in Vienna for 3500 florins,


Amurath Sahib, der Begründer des polnischen

und russischen Zweigs der Bairaktar-Linie

Amurath Sahib, the founder of the Polish and

Russian branches of the Bairaktar-Line

Zucht

Amurath Sahib war - für damalige Zeiten - ein relativ großer Hengst

mit den Maßen 156-175-20 cm. Seine wichtigsten Söhne waren

Gwarny (aus der Gwara) oben rechts, und Arax (aus der Angara)

*1952 unten rechts.

Fotos: Archiv Waiditschka

from where he was transferred to Radautz.

In 1911, he was sent to the Sadowa-Wisznia

stallion depot and in 1918 to Janow Podlaski.

Wnukowski says about him: “Noble,

with clearly defined withers, good topline

and sweeping movements. Size: 155-176-

19.5 cm.“ However, only two privately-bred

offspring from him are known to us, one

of them is Sahiba, who unfortunately died

much too early and only left four foals:

Apart from the above mentioned Amurath

Sahib and Ibn Nedjari (by Nedjari), it was

Sumak (by Kuhailan Haifi), and a daughter

Siniora (by Kuhailan Haifi), the latter continued

the line for a short time, but was probably

lost as a result of the war. Sahiba's

dam is Donka, the founding mare of Teresa

Raciborska from Bábolna. In the grandparents'

generation of the "Polish" Amurath

Sahib, 50% goes back to the breeding

of Weil Stud, 25% to the breeding of the

Hungarian state stud Bábolna and 25% to

desert blood. Apart from that he is inbred

in II. / IV. generation to Amurath 1881 Weil.

It is a fortunate coincidence in history that

the Polish private breeders resorted to these

horses, because ultimately Amurath Sahib

or his father 35 Amurath II is the genetic

bottleneck through which the Bairaktar

line had to go before it could flourish again

to world fame.

On the racetrack

At the age of three, his breeder sent Amurath

Sahib to the racetrack. At the end of

the season he was 10th out of 40 horses

that ran in the racing season of 1935 (based

on earnings). At the age of 4 he got into the

right shape when he won the "Prize of the

Minister of Agriculture" in Lwów over 3200

m, which brought him to third place in 1936

among the most profitable Arabian race

horses. As the winner of this race, he was

bought by the state and first transferred to

the Boguslawice stallion depot and then to

Janow Podlaski in 1943. Here Andrzej Krzysztalowicz

met him, who remembered him

as follows: “Amurath Sahib was a relatively

tall stallion with more caliber than Witraz

and considerably more than Wielki Szlem.

He had a good frame, a long neck and a not

too noble head, but with expressive eyes,

good movements and a straight profile. His

legs weren't all that dry, with feathers, but

they were of strong bones and correct. As

a horse with good, but not extraordinary

movements, he was very good under the

saddle, although he had problems when

fastening the girth. Due to his size, he was

also used in Partbred breeding and even

the Germans liked to ride him. He was quite

good at obstacle races like the St. Hubertus

hunt. "

Ignacy Jawarowski, director of the Michalow

stud, recalled Amurath Sahib as follows:

“Amurath Sahib was a grey horse with

a dry, expressive, medium-sized head, long

neck and a perfect topline and horizontal

croup, which he often passed on to his

offspring. He had correct feet and legs, masculine

expression and good movements,

albeit a bit narrow in the chest. His foals inherited

his frame, but sometimes lacked the

type and dryness, and were a little too long

in the loin. Nonetheless, his daughters were

exceptionally good broodmares."

Dr. Ekkehard Frielinghaus, who worked as a

veterinarian in Janow Podlaski during the

German occupation, said of Amurath Sahib:

“In the opinion of many experts, it was

very unlikely that Amurath Sahib would

become a chief sire in a Polish state stud,

for three reasons: He was born in a private

stud, he had a "non-Polish" pedigree, and

20

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


he represented the Saklawi type, whereas

in Poland the Kuhailan type was preferred.

Nevertheless, Gustav Rau, who knew the

Weil stud bloodlines very well, decided to

try him in Janow Podlaski. Amurath Sahib

had many merits in terms of conformation,

movement, good temperament and stamina.

When he came to Janow in 1943, I was

thrilled when I rode him for the first time -

he was simply born to be a riding horse!"

In 1939 Hans Fellgiebel was appointed to

Janow Podlaski by Gustav Rau, who was

now the chief director and representative

for horse breeding and stud farms in the occupied

Polish territories, where in 1940 he

took over the management. The arrival and

influence of Amurath Sahib thus fell into his

service time and so Hans Fellgiebel should

have a detailed say (from his typewritten

manuscript "The Polish Arabian State Stud

Janow Podlaski 1919-1946"):

“In 1943 the stud was assigned the two

stallions Amurath Sahib ox and Kastor

(Arabian Partbred) as chief sires. The 1944

foal crop was the best in terms of numbers

and quality. This improvement in quality

is mainly thanks to the excellent sire Amurath

Sahib. Amurath Sahib was a relatively

tall stallion with long lines that lacked a

little depth. Still, all of his foals were deep

enough. He had an exemplary topline, and

what was striking about him was his faultless

feet and legs with particularly good

hocks, and his floating, ground covering,

correct movements. The noble, small

head was carried by a beautifully shaped,

mighty long neck. The whole horse was of

great beauty and harmony. The hereditary

strength of the stallion is one of the

unique features. I would like to call him the

"Dampfroß of Arab breeding" [with reference

to the Trakehner stallion Dampfroß].

He was an all-rounder. One would have

easily recognized his foals in the herd without

their white leg markings and wide

blazes. They had all inherited their father's

beautiful lines and superb legs. He had

also given them his wonderful neck and

attachment, as well as his good shoulder.

In most cases they also had his topline and

were consistently deeper than he himself.

Amurath Sahib's foals all had a typical Siglavi

head with a straight forehead and

large nostrils. Amurath Sahib was the universal

main sire who was responsible for

all departments. Even the worst mare still

produced a usable foal with him. If mares

did not bring a reasonable product with

other stallions, then they went to Amurath

Sahib and the foal was good.

Especially with the Yugoslav mares one

achieved the best results with him. His

foals by Kaduna, En Nasira IX, Marzouk

II, Kadina XX, Lava and Hamdani IX were

among the best. Laleczka Ewuni also produced

two first class fillies. The Arabian

half-blood mare Izyda also brought a delightful,

very noble grey filly. Unfortunately

this foal had strong muscle atrophy

2/2021 - www.in-the-focus.com

in the hindquarters at the beginning. The

daughter of the Arabian half-blood mare

Stateczna promised to be a first class

horse. That was the first good foal of this

excellent mare who only gave bad products

with Efendi. The Anglo-Arab halfbreed

Imatra produced two very strong,

large-framed colts and one filly, which

unfortunately died of paralysis. The older

one, named Edelmarder, was strong

and heavy and was one of the best of his

year. The other, Felsztyn, who was a year

younger, showed an even better quality

than his brother. Wilgas colt, born in 1946,

was a colt with main stallion quality. In

the same year, an even better colt was

produced by the Anglo-Arab half-breed

Calabria (Proch xx out of Igraszka by 428

Amurath), who should be retired due to typelessness.

Her chestnut colt by Amurath

Sahib was by far the best foal of the year

1946. Hardly to be surpassed in terms of

power, bone strength, frame, correctness,

nobility and expression. Even the bad, angular,

inharmonious, expressionless Stolnik

daughter Christine (out of Wladczyni)

produced a first-class Amurath Sahib foal

with a lot of expression and considerable

bone strength, which promised to be a

very good chief sire. The unsightly little

Bajeczka left behind a very noble, beautiful

filly named Ekbatana, who, although

half-blood, was very much in the type of

the noblest purebred Arabian. The mating

of Efendi daughters with Amurath Sahib

was very successful.

In 1946, Circe, Cartagena, Caluga and

Cremona all produced flawless foals from

him. The best of these was the grey filly out

of Circe, in which the enormous depth and

breadth of Efendi was combined with the

frame and the elegance of Amurath Sahib

to a harmonious whole. The first successes

in Anglo-Arabian thoroughbred breeding

were only brought about by Amurath Sahib.

By far the best foals of his were given

us by Ugmuza x. Her son Filar x was chosen

to be the chief sire at the age of one. He represented

the best combination of Arabian

and English blood that I have seen so far.

If all Anglo-Arab thoroughbred horses were

like this grey colt, then their breeding would

be justified. Filar x had really only inherited

the good from each side. He was a prime example

of correctness, dryness, frame, line,

harmony, bone strength, nobility and expression.

His right sister Galeria x was also

very good, but not quite as harmonious as

him. Pogon x and Beguinet also produced

very good foals. In purebred Arabian breeding,

Witraz was preferred despite the three

good Amurath Sahib daughters Balalajka,

Lala and Amneris. Witraz was probably

more difficult to breed, but gave horses in

the pure desert type, which was not always

the case with the Amurath Sahib children.

They were already more cultural Arabians.

Nonetheless, Wilga and Pieszczota produced

very good foals from him."

21

The sire of broodmares

As it already sounds with Fellgiebel, Amurath

Sahib was - like many stallions from the

Bairaktar line - a "sire of broodmares". His

best products were Lala, Amneris and Balalajka,

which were born in private studs during

his years at the stallion depots. In particular,

Balalajka later set a monument for itself with

Bandola and Bask. Then Arwila, Adis Abeba,

Darda, Daribba, Estokada, Gwadiana and

Epigona from his time as chief sire in Janow

Podlaski and later in Klemensow. In particular,

Estokada should be mentioned here, who

was the founder of the famous E-line at the

Michalow stud, which produced horses like

Emigracja and Emandoria. And then there

was the filly out of Blaga [ex 211 Kuhaylan

Zaid], which was exported to Hungary in

utero when the former Babolna mare was returned

to Hungary after the war in 1952. This

filly became known as 25 Amurath-Sahib,

and it is a stroke of history that the last "Asil"

mare from the old Bábolna lines came from

Poland of all places.

Among Amurath Sahib's sons, Gwarny and

Arax should be mentioned in the first place,

who led this sire line into the future, one -

Gwarny - in Poland, the other - Arax - in Russia.

Gwarny was the one who came closest to

his sire and looked the most like him, while

Arax was more likely to follow his maternal

line. Director Andrzej Krzysztalowicz remembered

Gwarny as “very correctly built, with

particularly good, dry legs, although they

had some feathers. He had a long neck and a

somewhat heavy head that was not set very

favourably in the transition to the neck. His

movements were correct, but a bit average."

Arax, on the other hand, was bay in color and

was of the Kuhaylan type, both of which were

not typical of the Bairaktar line, even if "the

three Tajars" in Weil from this line were also

bay. Arax was sparsely used for breeding in

Poland and sold to Russia in 1958. There he

was valued more and founded his own dynasty

with Nabeg as the main representative.

Who in turn brought two sons, Tallin and

Menes. Tallin embodied the performance line

and in 1984 was sold back to Poland. This

made possible horses like Wojslaw and Druid,

Emanor, Werbum and Sabat, all horses that

have proven themselves on the racetrack. The

Menes descendants, on the other hand, made

a name for themselves in the show ring, just

think of Balaton.

Just as the Trakehner stallion Dampfroß

came from private breeding and had a decisive

influence on state breeding, so Amurath

Sahib also succeeded in doing this in Polish

Arabian breeding, where he made a name for

himself in particular as a sire of broodmares.

It's just a shame that it is naturally difficult

for such stallions to maintain a (sire-)line.

But the line already hung by a thread with

Amurath Sahib and his father Amurath II,

and so it is to be hoped that his legacy will

also be preserved in the male line for the future.

Gudrun Waiditschka

Zucht


Denkanstösse

Der Schauring und

seine Rolle für das

Arabische Pferd

Zucht

Shows machten das arabische Pferd populär, aber sie taten der Rasse auch einen Bärendienst.

Mit immer stärkerer Veredelung und längeren Linien wurden die Schaupferde

schließlich ungeeignet für den Reitgebrauch. Christine Jamar, eine angesehene Richterin

und langjährige Züchterin, erläuterte diese Entwicklung in einem Vortrag für das

"Forum ACA France" und nannte auch die Schuldigen dieser Entwicklung: die Richter.

In der Wüste sahen die Beduinen im arabischen

Pferd eine Form von Schönheit, die

sich von unserer heutigen Sichtweise unterscheidet.

Sie sahen es als ein funktionelles

Pferd für Krieg und Transport. Sie brauchten

ein gutes Pferd, das im Sand laufen konnte,

mutig und wendig war. Dieses Pferd musste

also ganz einfach ein kurzes Pferd sein. Daher

war das arabische Pferd im Rücken kurz und

hatte starke, kurze Röhrbeinknochen. Seine

wichtigste Gangart war der Galopp – nicht

der Trab, den wir heute auf den Shows beurteilen.

Auch waren diese Pferde eher klein,

etwa 1,44 bis 1,52 m groß. Und auch ihr Charakter

war sehr wichtig, da die Beduinen mit

ihren Pferden zusammen im Zelt lebten.

Vom Traum zur Wirklichkeit

Wie Sie anhand der Zeichnung aus dem 19.

Jahrhundert sehen können, hat der Künstler

Victor Adam bei dieser Kutsche nicht das

originale Araberpferd gezeichnet. Die Größe

dieser Pferde ist die Größe eines Warmbluts,

aber mit einem hübscheren, „gedishten“ Gesicht

und einem tollen Hals ... Im Grunde ist

es eine verherrlichte Version eines Warmblutpferdes.

Damals gab es in den Straßen von

Paris nicht so viele arabische Pferde, die als

Kutschpferde eingesetzt wurden.

Wenn wir diese Zeichnung betrachten,

möchte ich behaupten, dass jeder das Araberpferd

auf seine eigene Weise sieht – und

das ist nicht immer realistisch, nicht so, wie

das Arabische Pferd damals in der Wüste tatsächlich

war. Es ist eher ein Traumpferd, eine

Fantasie. Im Laufe der Jahre träumten die

Menschen von einem schönen Pferd, das es

noch nicht gab.

Die Wandlung

In der Zeit zwischen 1980 und heute hat das

arabische Pferd eine riesige vom Menschen

gemachte Evolution durchlaufen. In den letzten

40 Jahren können Sie die Veränderungen

sehen, die unsere Rasse durchgemacht hat:

1980 – 1990: Padron

•Kleiner als heutige Pferde und näher am ursprünglichen

arabischen Pferd.

•Schöne Augen, kurzes Röhrbein, kein so

langer Hals wie damals üblich in den USA,

aber in einem guten Verhältnis zum Körper.

1990 – 2000: Padron Psyche

•Größeres Pferd, längerer Hals, aber immer

noch starkes Röhrbein.

Ende 1990: Magnum Psyche

•Eleganteres Pferd mit längerem Hals und

längeren Beinen

Ende 1990: Drug

•Rennpferd des Jahres und Europa-Champion

im Schauring! Der letzte große Vertreter

der Allrounder, die alles konnten ...

Anfang 2000: Ekstern

•Kurzes Pferd mit gut geformtem Hals. Sein

Hals ist vielleicht nicht so lang, steht aber in

einem sehr guten Verhältnis zu seinem Körper.

Er hatte gute Röhrbeine, einen guten

Trab und einen guten Galopp auf der Rennbahn.

Er hatte auch diese Vielseitigkeit, für

die der Araber bekannt ist.

Mitte 2000: WH Justice

•Hübsches Gesicht, langer Hals, aber länger

22

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Drug (Prizrak / Karinka) *1985

Rennpferd des Jahres und Europa-Champion

im Schauring! Der letzte große Vertreter der

Allrounder, die alles konnten ...

im Körper – und das zeigt jetzt einige Probleme,

weil wir alle Aufmerksamkeit zu sehr auf

den Kopf gerichtet haben und nicht auf den

Körper und die Beine.

2010: Pianissima

•Extremer Typ, eine sehr ausgeglichene Stute,

feminin mit guter Bewegung. Nahe der

Grenze der Verfeinerung.

Arabische Pferde ganz global

Wie Sie sehen, haben wir den Araber genau so

hingezüchtet, wie wir ihn in unserer Vorstellung

sehen – das perfekte Pferd. Tatsächlich

ist dies jedoch eine subjektive Art der Zucht.

Aus diesem Grund sieht man auf der ganzen

Welt verschiedene Arten von Araberpferden

(z. B. in den USA andere als in Europa).

Meiner Meinung nach sehen die amerikanischen

Pferde eher wie American Saddlebreds

aus, mit langem Hals und flacher Schulter. Sie

sind groß und hinten länger. Meine Theorie,

meine Zuchtüberlegung, ist immer noch

diese – wenn man einen längeren Hals bekommt,

bekommt man automatisch auch

einen längeren Körper, und man bekommt

einen schwächeren Rücken und feinere Beinen.

Aber für ein gutes Pferd muß alles im

Gleichgewicht sein, denn das ist das Wichtigste

in der Araberzucht! Daher soll der Rücken

kurz sein, dann ist auch der Hals nicht so

lang. Das Röhrbein sollte 1/3 der Beinlänge

ausmachen. Es ist lächerlich, dass Menschen,

selbst wenn sie in ihrer Vorstellung eine Art

Statue sehen und sie erschaffen, nicht wissen,

wie sie mit den Folgen der Verformung

umgehen sollen.

In Europa legen wir mehr Wert auf den Kopf.

Die Pferde sind zwar im Hals kürzer, aber auch

im Rücken kürzer und wir legen viel Wert auf

den Trab. Ich muss die polnischen Pferde erwähnen,

da ich Züchter der polnischen Blutlinie

bin. Sie sind sportlich und wurden sowohl

für die Rennbahn als auch für den Showring

selektiert. In der Vergangenheit hatten die

polnischen Araber tolle Show- und Rennergebnisse.

Die Direktoren der polnischen

Staatsgestüte wählten die Pferde sehr sorgfältig

nach zwei Kriterien aus, erstens nach

der Verwendbarkeit als Pferd und zweitens

nach der Schönheit des Pferdes. Es gibt eine

2/2021 - www.in-the-focus.com

Ekstern (Monogramm / Ernestyna) *1995

Kurzes Pferd mit gut geformtem Hals, der

in einem sehr guten Verhältnis zu seinem

Körper steht. Er hatte gute Röhrbeine, einen

guten Trab und einen guten Galopp.

sehr wichtige Balance zwischen Verwendbarkeit

und Schönheit.

In Polen konnte man auch den Unterschied

zwischen den Staatsgestüten sehen, denn

jeder Direktor hatte seine eigene Vorstellung

davon, wie ein Araber in seinen Augen aussehen

sollte. Ich weiß nicht, ob Sie sich an

das Jahr 1990 und den russischen Hengst

Drug erinnern. Er war Rennpferd des Jahres

sowie Europameister im Schauring! Dies war

die perfekte Balance zwischen Leistung und

Schönheit.

Showpferde vs. Rennpferde

Doch seither ging das Zuchtprogramm der

Rennpferde genau in die entgegengesetzte

Richtung wie das Zuchtprogramm der

Schaupferde. Diese Spaltung in den Zuchtprogrammen

hat einige Konsequenzen nach

sich gezogen. So sehen die Rennpferde heute

eher wie kleine Vollblüter aus, da die Schnelligkeit

zum wichtigsten Merkmal wurde. Und

zum anderen wurden die Showpferde eleganter

und hübscher. Dies hatte aber auch

Folgen, wie zum Beispiel der Verlust der Knochenstärke

beim Pferd. In den Jahren 1980-

90 lag der Umfang des Röhrbeins noch bei

etwa 18-19,5 cm. In den Jahren 2000-2020

war der Röhrbeinumfang nur noch 17-18 cm.

Man hat die Köpfe veredelt (verfeinert), aber

damit auch die gesamte Knochenstruktur.

Auch sollte man bedenken, dass wir durch

die Verfeinerung der Gesichter oft kleinere

Augen beim Pferd bekommen. Eines der

wahren und typischen Merkmale des Arabers

sind aber seine großen Augen. Es wurden

auch die Nasenhöhlen kleiner und die Pferde

bekommen weniger Sauerstoff. Der Hengst

Pyrrus war zwischen 1980-90 ein Show- und

Rennpferd. Wie Sie anhand des Skeletts sehen

können, hat er eine große Nasenhöhle;

verfeinert man das Gesicht bzw. den Kopf,

reduziert man den Sauerstofffluss.

Showpferde werden also seltener geritten,

weil man sie weniger gut reiten kann, und

das ist schade. Ich weiß, es ist zu teuer, die

Showpferde zu reiten und Leistungsprüfungen

zu machen, aber es ist dennoch so wichtig,

die Qualitäten des Vollblutarabers als Rasse

zu erhalten.

23

Pianissima (Gazal Al Shaqab / Pianosa) *2003

Extremer Typ, eine sehr harmonische Stute,

feminin mit guter Bewegung. Nahe der

Grenze der Verfeinerung.

Deformation beim arabischen Pferd

Die Schuldigen, die diese Entwicklung zugelassen

und sogar forciert haben, sind die

Richter!

Solange wir hohe Noten für zu stark gedishte

Köpfe, ungewöhnlich lange Hälse, weiche

Rücken vergeben – sowie hohe Noten

für schlechte Beine und das trotz fehlenden

energischen und harmonischen Bewegungen

– werden wir die Qualität unserer kostbaren

Rasse verlieren. Vergessen Sie nicht,

dass diese Entwicklung auch bei anderen

Der Schädel des Hengstes Pyrrus von vorne

betrachtet mit den großen, ungehinderten

Luftwegen.

Rassen, wie beispielsweise bei den Hunden

vorkommt. Sie müssen sich nur den Deutschen

Schäferhund ansehen, um die Probleme

zu erkennen, die er mit einer solchen

Zucht hatte.

Abschließend möchte ich sagen, dass es heute

glücklicherweise immer noch hübsche

Pferde mit guten Beinen und tollen Gängen

gibt, die auch Shows gewinnen, wie zum Beispiel

Pepita!

Christine Jamar

Zucht


Food For Thought

The Show Ring

and its Role for the

Arabian Horse

Zucht

Shows made the Arabian horse popular, but they also did the breed a disservice. With ever

more refinement and longer lines, show horses finally became unsuitable for riding.

Christine Jamar, a respected judge, and longtime breeder, explained this development in a

presentation for the "Forum ACA France" and named the villains

for this development: The Judges.

In the desert, the Bedouins saw a beauty in

the Arabian horse that is different to our

point of view today. They saw it as a functional

horse for war and transport. They needed

a good horse that could run in the sand, was

brave and manoeuvrable. So, quite simply,

this horse had to be a short horse. Therefore

the Arabian horse was short in the back,

with strong short cannon bones. His most

important gait was the gallop – not the trot

as we judge it now at the shows. These horses

were also rather small, around 1,44 to 1,52 m.

And their character was very important, too,

as the Bedouins were living with their horses

together in the tent.

From Dream to Reality

As you can see in the drawing of the 19th

century, the artist Victor Adam didn’t draw

the original Arabian Horse in this city view

of Paris. The size of these horses is the size

of a Warmblood, but with a more pretty, dished

face and with a great neck… Basically,

it is a glorified version of a Warmblood. In

those days, there weren’t that many Arabian

horses in the streets of Paris to pull the

carriages.

As we look at this drawing, I would like to say

that everyone sees the Arabian horse in their

own way – and that is not always a realistic

way, not the way the Arabian horse actually

was, at that time in the desert. It is more like

a dream horse, an imagination. Through the

years, people were dreaming about a beautiful

horse that did not exist yet.

The Metamorphosis

Moving on to the current time, the Arabian

horse has gone through a huge man-made

evolution between 1980 and now. During

these last 40 years, you can see the changes

our breed has gone through:

1980 – 1990: Padron

•Smaller than today, and closer to the original

Arabian horse

•Beautiful eyes, short cannon bones, not

such a long neck as those horses in the USA

at that time but in proportion to the body

1990 – 2000: Padron Psyche

•Taller horse, longer neck but still strong

cannon bones

End 1990: Magnum Psyche

•More elegant horse with longer neck and

longer legs

End 1990: Drug

•Race Horse of the Year and European Champion

in the show ring! The last of the great

horses that could do it all…

Beginning 2000: Ekstern

•Short horse with a well shaped neck. His

neck may be not so long, but is in very

good in proportion with his body. He had

good cannon bones, a good trot and a

good gallop at the racetrack. He also had

that versatility, for which the Arabian horse

is known for.

The middle of 2000: WH Justice

•Pretty face, long neck, but longer in the

body – and this now starts to show some

problems because we have put all attention

too much at the face and not the body

nor the legs.

2010: Pianissima

•Extreme type, a very balanced mare, feminine

with good movement. Close to the

limit of refinement.

24

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Padron (Patron / Odessa) *1977

He was smaller than today's show horses,

and closer to the original Arabian horse, with

beautiful eyes, short cannon bones, not such

a long neck as those horses in the USA at that

time but in proportion to the body.

Arabian Horses around the World

As you can see, we have bred the Arabian horse

to the point as we see them in our imagination

– the perfect horse. But in fact, this is

a subjective way of breeding. That is why, all

over the world, you see different types of Arabian

horses (such as in the USA versus Europe).

In my opinion, the American horses look more

like American Saddlebreds, with a long neck,

flat shoulder. They are tall, and they are longer

in the back. My theory, my basis of breeding,

is still this – if you get a longer neck, you get

a longer body, and you get more weakness in

the back and in the legs. Everything must be in

balance, and that is the most important thing

in breeding Arabian horses! The back is short,

so the neck will be not so long. The cannon

bone should be 1/3rd of the leg. It is ridiculous

that, even if people see in their imagination a

kind of statue and create it, they do not know

how to handle the consequences of the deformation.

In Europe, we put more attention to the head.

The horses may be shorter in the neck, but

they are also shorter in the back and we place

a lot of emphasis on the trot. I must mention

the Polish horses as I am a breeder of the Polish

bloodline. They are athletic and were selected

for both the race track and the show scene. In

the past, the Polish Arabians had great show

and race results. The directors of the Polish

state studs selected the horses very carefully

based on two things, first the usefulness as a

horse and secondly on the beauty of the horse.

There is a very important balance between

usefulness and prettiness.

Even in Poland, you could see the difference

between the state studs, because every director

had his own idea of how an Arabian horse

should be in his eyes. I don’t know if you remember

the year 1990 and the Russian stallion

Drug. He was Race Horse of the Year as well

as European Champion in the show-ring! This

was the perfect balance between performance

and beauty.

Padrons Psyche (Padron / Kilika) *1988

He was taller than his sire, with a longer neck

but still strong cannon bones.

did the breeding program of the show horses.

This split in the breeding programs has caused

some consequences. First of all, the race horses

started to look more like thoroughbreds

because the speed became the most important

characteristic. And secondly, the show horses

became more elegant and pretty. This also

had its consequences, which is loss of bone

structure in the horse, for example. In the years

1980-90, the circumference of the cannon

bone measured around 18-19,5 cm. In the

years 2000-2020, the cannon bone was only

17-18 cm. So, the heads became more refined,

and so did the all over bone structure, is also

became more refined.

Also, one should consider that by refining the

faces, we often get smaller eyes in the horse.

One of the true and typical characteristics of

the Arabian horses are their big eyes. Finally,

the nose cavities became smaller and thus, the

horses get less oxygen flow. As you can see

on the skeleton of Pyrrus, this horse has been

a show and race horse between 1980-90. You

can see the large nose cavity; if you refine the

dish in the head, you reduce the oxygen flow.

Magnum Psyche (Padrons Psyche / A Fancy

Miracle) *1995

A more elegant horse with longer neck and

longer legs

So, show horses are less likely to be ridden,

because they are less able to, and that is a

shame. I know it’s too expensive to ride the

show horses and do performance tests, but

it is also so important to keep the qualities of

the Purebred Arabian breed.

Deformation of Arabian Horses

The villains in this story of the deformation of

the Arabian Horse are the judges!

As long as we give high scores for too dished

faces, unusual long necks, soft bodies – as

well as high scores for bad legs and despite a

lack of strong and balanced movement – we

will lose the quality of our precious breed.

Do not forget that these things happen also

in other breeds such as dogs. You only have

to look at the German Shepherd dog to see

the problems that they have had by breeding

such as this.

I end by saying that, thankfully, there are still

pretty horses with good legs and great movement

who win the shows these days, such

as Pepita!

Christine Jamar

Zucht

Show horses vs. race horses

But since then, the breeding program of the

race horses went in the opposite direction as

2/2021 - www.in-the-focus.com

WH Justice (Magnum Psyche / Vona Sher-Renea) *1999

Pretty face, long neck, but longer in the body – and this now starts to show some problems

because we have put all attention too much at the face and not the body nor the legs

25


ZSAA Körung Alsfeld 2021

Zucht

"Yes, we can!"

Aladin (Faa El Sharik / Akhira) *2018, der am

höchsten bewertete Vollblutaraber der diesjährigen

ZSAA-Körung.

Alle Fotos: Betty Finke

Betty Finke berichtet von der ZSAA-Körung, die trotz widrigster Bedingungen

zum zweiten Mal mit Corona-Auflagen stattfand

und dennoch mit einer Rekordbeteilung aufwarten konnte.

Als die ZSAA-Körung 2020 zum ersten Mal mit Corona-Auflagen

stattfand, hätte wohl niemand gedacht, dass es ein Jahr später

erneut so kommen würde. Es war sogar noch ein bisschen

spannender. Noch bis einen Tag vor der Veranstaltung bestand die

Möglichkeit, dass die Körung doch noch abgesagt wurde. Zum Glück

war das nicht der Fall.

Zwar konnte diesmal der ursprüngliche Termin eingehalten werden,

doch dafür waren die Auflagen noch strikter: ohne negativen

Corona-Test – der vor Ort am Eingang durchgeführt wurde – durfte

niemand das Gelände des hessischen Pferdezentrums betreten.

Die Maßnahme erwies sich als richtig, denn tatsächlich wurde eine

Hengstbesitzerin positiv getestet. Der Hengst durfte zwar teilnehmen,

sie hingegen nicht.

Wie im Vorjahr durchlief jeder Hengst innerhalb von 45-50 Minuten alle

Teilabschnitte der Körung hintereinander weg und wurde nach der wie

immer ausführlichen Besprechung durch Bruno Six verabschiedet, sodass

immer nur etwa ein halbes Dutzend Hengste mit ihren Betreuern

vor Ort waren. Mit einem Rekordaufgebot von 25 Hengsten war die

diesjährige Körung die größte seit 2015, sodass es schon Freitagmittag

losging; ein wahres Mammutprogramm für Kommission und Helfer, das

aber gewohnt reibungslos und perfekt im Zeitplan ablief.

Leider wurde in diesem Jahr kein einziger Shagya-Araber vorgestellt.

Nachdem diese Rasse, für die der ZSAA ursprünglich gegründet wurde,

in den letzten beiden Jahren gut vertreten war, fehlte sie diesmal

ganz. Von den 25 Kandidaten waren fünf Vollblutaraber, jeweils ein

Anglo-Araber, ein Englisches Vollblut, ein Partbred Spezial und ein

Pintabian, sowie 16 Vertreter der Abteilung Deutsches Edelblutpferd

(DE) bzw. "DE-Anhang", also mehr oder (meist) weniger arabisch beeinflusste

Warmblüter, darunter vier Trakehner. Am Sonntag wurden

nahezu ausschließlich Warmblüter eines einzigen Ausstellers präsentiert,

fast alles Dreijährige aus Belgien oder Holland mit überwiegend

holsteinischen Abstammungen. Die Kondition war teilweise nicht

unbedingt einer Körung angemessen und bei manchen hatte man

den Verdacht, dass sie nur deswegen auf der Körung eines arabischen

Zuchtverbandes waren, weil ihr Stockmaß nicht dem Standard für

Warmblüter entspricht. Ob sie irgendwann tatsächlich am Zuchtprogramm

des ZSAA teilnehmen, wofür sie arabische Stuten decken

müssten, darf man zumindest bezweifeln.

Gekört wurden letztendlich drei Vollblutaraber, alle weiteren Vertreter

der arabischen Rassen und der Vollblüter sowie 11 Warmblüter. Prämiert

wurden der englische Vollblüter Elegant Man xx, der Pintabian

Nor Cal Sierras Kir Royal sowie drei Vertreter des Deutschen Edelbluts.

Die höchste Wertnote errreichte Rudolphitals Adenauer, ein beeindruckender

Sohn des englischen Vollblüter Asagao xx mit dem Brand

des brandenburgischen Hauptgestüts Neustadt-Dosse.

Die Hengste im Einzelnen:

Vollblutaraber

Aladin (Faa El Sharik / Akhira) *2018. Der mit der Endnote 7,6 am

besten bewertete Vollblutaraber war ein reiner Ägypter, noch dazu

26

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


einer mit den bei uns eher seltenen Babson-Linien über seinen Vater.

„Ein noch sehr fohlenhaft wirkender Hengst“, beschrieb ihn Bruno

Six, „der aber trotz seiner Jugend Ausdruck besitzt. Im Gebäude sehr

ansprechende Partien, durchaus eine gefällige Oberlinie mit einem

deutlich ausgeprägten, weit in den Rücken reichenden Widerrist. Im

Fundament etwas fein, in der Brust noch etwas schmal, in der Stellung

durchaus korrekt. Im Schritt gelassen, schreitend. Auffallend,

dass das Pferd trotz seiner Jugend sehr sicher im Takt war, was bei

solchen Pferden ganz selten ist. Im Trab am Anfang etwas gebunden

und kam nicht aus der Schulter heraus, aber beim Freilaufen hat er ein

sehr engagiertes Hinterbein gezeigt und in der Mechanik des Vorderbeins

durchaus Raumgriff gezeigt. Im Galopp hat er einen ganz klar

erkennbaren Dreitakt mit genügend Raumgriff, vielleicht in der Bergauftendenz

noch zu toppen. Interessant das Verhalten am Sprung:

Anfangs hektisch, eher flüchtend, hat er zunehmend Übersicht gewonnen

und am Schluss direkt Klasse gezeigt.“

Maße: 155/173/19

GG Shawan (Madallan-Madheen / Shanah TH) *2004. Mit seinen

bereits 17 Jahren war dieser ebenfalls rein ägyptisch gezogene

Hengst der Senior der diesjährigen Körung und mit seinem Typ,

der mit einer 9 bewertet wurde, der Hingucker. „Ein Hengst, der im

Geschlechts- und Erscheinungstyp ganz ein Herr ist, im absoluten

Typ dieser Rasse“, fasste es Bruno Six zusammen. „Im Gebäude ist er

durchaus mit Points ausgestattet, insbesondere die Schulterpartie,

der Halsansatz, die Halslänge und die Bemuskelung, das alles ist beispielhaft.

Der Widerrist markant, könnte ein bisschen weiter in den

Rücken hereingehen, aber der Rücken ist gut bemuskelt und auch die

Kruppenpartie rassetypisch und harmonisch. Das Fundament ist sehr

trocken, leichte Stellungsmängel vorn und hinten, aber nicht weiter

gravierend. Der Schritt durchaus im Takt. Im Trab entsprechend

durchaus elastisch mit entsprechender Rückentätigkeit und genügend

Raumgriff. Der Galopp kraftvoll, nicht spektakulär, man würde

sagen rationell. Ein bisschen flach, ein bisschen mehr Bergauftendenz

vorstellbar.“ Am Sprung lobte die Kommission seinen Vorwärtsdrang,

Abstriche gab es aber für den zu strammen und festgehaltenen Rücken.

Maße: 153/170/19.5

Derbisz (Equator / Dagaria) *2016. Mit dem fünfjährigen Derbisz

wurde erstmals ein „moderner“ Pole in Alsfeld vorgestellt, ein Sohn

des Weltchampions Equator (v. QR Marc) mit zweimal Gazal Al Shaqab

im Pedigree. Trotz der modischen Abstammung zeigte sich dieser

Hengst überraschend solide. Bruno Six bescheinigte ihm sowohl

Ausdruck als auch Substanz und lobte seine schönen Partien, vor allem

Schulter und Kruppe, und den „schnurgeraden“ Gang auf dem

Hartplatz. Zu den einzelnen Gangarten: „Was uns gut gefallen hat,

war der Schritt: sehr gelassen, schreitend, durch den Körper gehend.

Was auffallend war: Beim Zulegen, wo viele Pferde Korrespondenzprobleme

mit Vor- und Hinterhand haben, hat er sehr viel Raumgriff

und Übertritt gezeigt. Der Trab sehr aktiv im Hinterbein, dynamisch,

nicht immer ganz losgelassen. Der Galopp rationell, nicht spektakulär,

genügend Untersprung, im Rücken teils stramm. Am Sprung unheimlich

schnelle Beintechnik und Reaktion, immer ein bisschen fest.

Am letzten Sprung Harmonie und Übersicht, sehr ansprechend in der

Manier.“

Maße: 157/187/20

GG Shawan (Madallan-Madheen / Shanah TH) *2004

Derbisz (Equator / Dagaria) *2016

Nor Cal Sierras Kir Royal (SH Royal Flush / N. C. Sierra Sno Flake) *2017

Zucht

Araber und Pintabian

Nor Cal Sierras Kir Royal (SH Royal Flush / Nor Cal Sierra Sno Flake)

*2017. Der einzige Pintabian im Körlot ist ein seltener Vertreter

dieser Rasse, der nicht auf den allgegenwärtigen Elitehengst Blaz

Ons Fancy Amir zurückgeht, und wurde mit der Gesamtnote 8.0 auch

prämiert. Bruno Six: „Ein Hengst, der sich hier und heute einfach gut

präsentiert. Wenn man den Typ anschaut, ist er auf den ersten Blick

ein Pferd, das gefällt. Im Gebäude sehr bedeutende Partien: die Schulterpartie

mächtig, der Hals gut angesetzt, vielleicht ein bisschen tief,

aber schön sich verjüngend. Dann hat er eine sehr schöne Oberlinie,

kräftig, durchaus elastisch, und eine hervorragende Kruppenform.

2/2021 - www.in-the-focus.com

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I’ll Win Domerguie (Potter du Manaou / Bahira da Domerguie) *2018


Zucht

Elegant Man xx (Manduro / Ella Gala) *2016

Lupinenhofs Latif Lounes (SH Limited Edition / Lup. Golden Laguna) *2018

Kirkland (Donauzauber / Kandela II) *2008

Elfen Ghostfire (Elfengeist / Elfenwirbel) *2017

Was uns gut gefallen hat, waren das solide Fundament, die trockenen,

kräftigen Gelenke, die straffe, aber elastische Fesselung und der gute

Huf. Im Schritt absolut im Takt. Wenn man kritisch sein wollte, könnte

man sagen, dass er in der Vorhand etwas gebunden ist. Dasselbe

gilt für den Trab. Ein Hengst, der sich in der Beinführung vorne etwas

flach gezeigt hat, aber hinten gut untergesprungen ist und beim

Freilaufen einen schwungvollen Rücken gezeigt hat. Der Galopp ist

durchaus bergauf gewesen, hat eine Tendenz zur Leichtfüßigkeit, war

gut durchgesprungen und hat auch guten Raumgriff. Am Sprung am

Anfang etwas ungleich im Vorderbein, hat aber dann sehr rhythmisch

taxiert, Zug nach vorne gehabt, war am Oxer genügend vorsichtig

und hat am letzten Sprung gezeigt, dass er auch hier eine gewisse

Qualität besitzt.“

Maße: 156/179/19.5

Anglo-Araber und Englisches Vollblut

I’ll Win Domerguie (Potter du Manaou / Bahira da Domerguie)

*2018. Dieser typische Vertreter der französischen Anglo-Araber-Zucht

ist mütterlicherseits ein Enkel des beim ZSAA gekörten

und prämierten L’Elu de Dun. „Ein Anglo-Araber, der uns im Typ sehr

gut gefallen hat, ein sehr gelassenes, ruhiges Auge hat“, beschrieb

ihn Bruno Six und lobte dazu ausdrücklich die sehr schöne Oberlinie.

„Ein Pferd, das von seiner Textur sehr trocken ist, von vorn und von

der Seite gesehen sehr schöne Gelenke, ausdrucksstark, trocken und

auch in der Fesselung fast ideal.“ Die Bewertung der Grundgangarten

wurde dadurch beeinträchtigt, dass sich der Hengst im Schritt zunächst

nicht losließ. „Er hat sich dann doch mehr zum Schreiten überreden

lassen“, stellte Bruno Six fest und fügte hinzu: „Der Übertritt ist

genügend für einen Mittelschritt.“ Auch im Trab zeigte er sich nicht

optimal, vor allem an der Hand, und ließ im Galopp Bergauftendenz

vermissen, zeigte aber Raumgriff. Beim Freispringen war er anfangs

etwas hektisch, demonstrierte am Schluss jedoch Vermögen und eine

ausgezeichnete Bascüle.

Maße: 170/200/22

Elegant Man xx (Manduro / Ella Gala) *2016. Der lackschwarze

Vollblüter gehört zu jenen Pferde, bei denen man zweimal hinsehen

muss, wirkte er auf den ersten Blick doch eher unscheinbar. Aber am

Ende erhielt er in allen Bereichen die 8 und war damit sogar für eine

Prämie gut. Bruno Six: „Ein Hengst, der auf den ersten Blick wenig

Geschlechtsausdruck zeigt, ein bisschen schmal wirkt in der Brust,

aber in der Bewegung im Freilauf unheimlich gewonnen hat. Der

Rassetyp ist gut, er ist ein Leistungstyp, ein Blüter, wie man ihn eigentlich

gerne hat. Das Gebäude: durchaus bedeutende Points, die

Schulterpartie für einen Vollblüter sehr gut gelagert, auch die Kruppe

zeigt Leistungsvermögen. Wenn man kritisch sein will, würde man die

betonte Niere kritisieren, das hat aber in der Bewegung keine Rolle

gespielt. Was uns sehr gut gefallen hat, war seine plastische Fesselung,

auch die Trockenheit im Fundament. Auffallend: ein Pferd, das

absolut korrekt in der Bewegung war, im Schritt und im Trab tatsächlich

gerade aufgefußt ist. Der Schritt sehr ergiebig, sehr fleißig und

sicher fußend. Der Trab dynamisch und energisch abfußend, elastisch.

Dasselbe gilt für den Galopp: Es ist kein Dressurgalopp, aber ein

Galopp, der federnd wirkt, der unheimlich ausbalanciert ist und sehr,

sehr geschmeidig. Am Sprung im Endeffekt ganz sicher und gelassen

mit einer ansprechenden Beintechnik und schöner Bascüle durch den

Körper springend. Auffallend das gute Hinterbein und die Konzentration

auf den Sprung.“

Maße: 162/189/21

Arabisch Partbred Spezial

Lupinenhofs Latif Lounes (SH Limited Edition / Lupinenhofs

Golden Laguna) *2018. Schon aufgrund seiner Farbe gehörte der

Falbschecke ebenfalls zu den Hinguckern der Körung. Durch seinen

Pintabian-Vater ist er mit Nor Cals Sierras Kir Royal verwandt, die Mutter

verbindet britische Palomino- und deutsche Vollblutaraberzucht.

„Ein Hengst, der mit seinem Auftritt im ersten Moment begeistert“,

schwärmte Bruno Six, „nicht nur von seiner Farbe, sondern auch von

seinem Typ und seinem Geschlechtsausdruck her. Er ist sehr hübsch,

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

28


ZSAA-Hengstkörung, Alsfeld, 23.-25. April 2021

Vollblutaraber

Hengst geboren Farbe Vater / Mutter (v. Mutter-Vater) Punkte Urteil

ALADIN 2018 Braun Faa El Sharik / Akhira v. KP Al Nahim

Typ 8 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 8 Trab 8 Galopp 7 Springen 8

Madallan-Madheen / Shanah TH v. Khaled El

GG SHAWAN 2004 Fuchs

Assuad

Typ 9 Gebäude 9 Fundament 7 Schritt 7 Trab 7 Galopp 7 Springen 6

7,6 gekört

7,4 gekört

Derbisz 2016 D'Braun Equator / Dagaria v. Pegasus

7,3 gekört

Typ 8 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 8 Trab 7 Galopp 7 Springen 7

Khemar ibn Machmuth 2015 Braun

Machmut Nur / Kadira Bint Kahiba v. MC

Menach

nicht gekört

HH Mirash 2016 Rappe SDA Al Asham / HH Magic Miracle v. Magid nicht gekört

Nor Cal Sierras Kir Royal 2017 Br'Schecke

Araber / Pintabian / Arabisch Partbred Spezial

SH Royal Flush / Nor Cal Sierra Sno Flake v.

Nor Cal Sierra Snoman

Typ 9 Gebäude 9 Fundament 8 Schritt 7 Trab 7 Galopp 8 Springen 8

Lupinenhof's Latif Lounes 2018 Br.-Isabell-Schecke

SH Limited Edition / Lupinenhofs Golden

Laguna v. Rainbow Golden Shannon

Typ 8 Gebäude 7 Fundament 7 Schritt 7 Trab 7 Galopp 8 Springen 8

Anglo-Araber / Englisches Vollblut

8,0 gekört

7,4 gekört

Zucht

Elegant Man xx 2016 Schw.'Braun Manduro xx / Ella Gala xx v. Galileo xx

Typ 8 Gebäude 8 Fundament 8 Schritt 8 Trab 8 Galopp 8 Springen 8

I’ll Win Domerguie AA 2018 Braun

Potter du Manaou AA / Bahira de Domerguie

AA v. L'Elu de Dun AA

Typ 8 Gebäude 7 Fundament 8 Schritt 7 Trab 6 Galopp 7 Springen 8

Deutsches Edelblut-Pferd

8,0 gekört

7,3 gekört

Rudolphitals Adenauer 2018 Schimmel Asagao xx / Kir Royal v. Kolibri 8,4 gekört

Nanthago 2018 Schw.'Braun Comthago / Valencia VI v. Nekton 8,1 gekört

Frascari ATG 2018 Rappe Frascino / Shakira v. Sandro Hit 7,85 gekört

Kirkland 2008 Braun Donauzauber / Kandela II v. Nandino xx 7,6 gekört

Elfen Ghostfire 2017 Braun Elfengeist / Elfenwirbel v. Perechlest 7,4 gekört

Darco Air 2018 Br. k. Sch. w. Dracosall de Revel / Vicenta v. Con Air 7,4 gekört

Red Up Chiqui Z 2018 Fuchs Rohan / Bellona v. Romantico 7,3 gekört

Coralimo 2018 Braun Cheetano / Greola v. Clarimo 7,3 gekört

Cascandillo 2018 Braun Canvaro / P-Candilla v. Candillo 7,0 gekört

Aktis 2015 Rappe Aktiv / Kachetia v. Chalif 5 [Halif] 7,0 gekört

Cornets Chindoctro 2018 Braun Cornet Obolensky / Edea L v. Indoctro 7,0 gekört

Belmonte D 2018 Schw.'Braun

Beetle Z 2018 D'Braun

2/2021 - www.in-the-focus.com

29

Donauabend / Belles Rives xx v. Soldier of

Fortune xx

Bentley van de Heffinck / Quick Lady 18 v.

Quintender

nicht gekört

nicht gekört

Christ Landor 2012 Braun Christ / Delana v. Landor S nicht gekört

Dimanche VH Reukenis Z 2018 Braun

Diamant de Semilly / Viancara vd Zuuthoeve

v. Darco

nicht gekört

SR Tri Top Z 2017 Braun Casino Grande / La Toya v. Lorgos GL nicht gekört


Shagya-Araber

Zucht

hat sehr viel Ausdruck, sehr viel Männlichkeit und ist trotz seiner Jugend

schon gut entwickelt. Im Gebäude korrekte Partien, insgesamt

trocken. Leider ist er ein bisschen schmal in der Brust und vorn im

Ellbogen etwas angedrückt, was die Bewegung etwas beeinträchtigt;

wobei man sagen muss, dass speziell die Partie Schulter-Hals-Widerrist

sehr schön geformt ist. In der Nierenpartie noch wenig Bemuskelung,

aber die Oberlinie selber ist durchaus schön. Der Schritt von

hinter her durchgeschwungen, sehr fleißig, und durch die Schulterund

Ellbogenpartie, immer ein wenig gebunden im Vorderbein. Ähnliches

gilt für den Trab, wobei bemerkenswert ist, dass der Hengst in

der Rückenpartie Schwung hat und im Hinterbein sehr aktiv dabei

ist. Im Galopp ist er sehr sicher im Takt. Was uns gut gefallen hat, war

seine ausgezeichnete Balance, er war sicher im Takt mit erkennbarer

Bergauftendenz.“

Maße: 156/170/19

Deutsches Edelblut

Rudolphitals Adenauer (Asagao xx / Kir Royal) *2018. Mit 8.4 erzielte

der schicke Schimmel die höchste Bewertung dieser Körung

und natürlich eine Prämie. Über seinen Muttervater Kolibri geht er auf

Amurath 1881 zurück, von dem auch die Schimmelfarbe kommt. „Ein

absolut klasse Halbblüter“, lobte Bruno Six. „Herrliche Proportionen,

trocken, tolle Textur. In der Korrektheit minimal zehenweit vorn links,

aber total korrekt fußend. Der Hengst ist ausgezeichnet mit drei guten

Grundgangarten. Taktvoll, losgelassen, schwungvoll. Am Sprung

vorsichtig, mit Energie und Leistungsbereitschaft.“

Maße: 165/190/20

Frascari ATG (Frascino / Shakira) *2018. Der westfälisch gezogene

Rappe war der zweite Warmbluthengst, der mit einer Prämie ausgezeichnet

wurde. Bruno Six lobte ihn als „mit allen Reitpferdepoints

ausgestattet, viel Ausdruck, edel, Klasse im Typ“ und verwies insbesondere

auf seine harmonischen Proportionen, auch wenn es im Fundament

Abstriche gab. In allen drei Grundgangarten gab es die 8 und

viel Lob für die Taktsicherheit, Schulterfreiheit, und das Unterschwingen

des Hinterbeins Richtung Schwerpunkt.

Maße: 160/189/20

Nanthago (Conthago / Valencia VI) *2018. Der dunkelbraune Niederländer

mit holsteinischen Wurzeln vervollständigte das Trio der

prämierten Edelbluthengste. Er zeigte sich sehr ausdrucksstark mit

einer auffallend guten Schulter, hervorragenden Oberlinie und einem

soliden, trockenen Fundament. Alle drei Grundgangarten wurden mit

der 8 ausgezeichnet und am Sprung zeigte er sich entspannt, konzentriert

und mit schöner Bascüle.

Maße: 164/190/21.5

Aktis (Aktiv / Kachetia) *2015. Der typvolle Trakehner Rappe aus

Tschechien hat im letzten Jahr in Marbach die HLP abgelegt und wurde

nun auch gekört. Er hat sich seitdem sehr positiv entwickelt, auch

wenn ihm Bruno Six in seiner Kommentierung mehr Textur wünschte.

Gelobt wurden die schön gelagerte Schulter, der gute Halsansatz und

das kräftige, trockene Fundament. Im Schritt war er taktsicher, ging

aber im Trab und Galopp etwas auf der Vorhand.

Maße: 166/201/22

Kirkland (Donauzauber / Kandela II) *2008. „Ein ausgesprochen

typvoller Hengst mit sehr viel Charme“, so beschrieb Bruno Six den

dunkelbraunen Trakehner und bescheinigte ihm schöne Linien, einen

fast idealer Reitpferdehals und sehr gute Bemuskelung. Deutliche Abstriche

gab es im Fundament, doch bei den Grundgangarten konnte

er mit seinem lässig schreitenden Schritt, seinem dynamischen,

schwungvollen Trab und seinem raumgreifenden, ausbalancierten

Galopp punkten.

Maße: 167/200/21.5

Elfen Ghostfire (Elfengeist / Elfenwirbel) *2017. Ein weiterer Trakehner,

der über beide Eltern auf die Arabertochter Elfe (v. Adamas

ox) zurückgeht und dazu Fetysz und Pomeranets in der Abstammung

führt, was man ihm allerdings kaum ansieht. Wie ein Hengst sieht er

derzeit auch nicht unbedingt aus, sodass Bruno Six feststellte, dass

„Geschlechtsausdruck noch nicht erkennbar“ sei. Punkten konnte er

dafür im Gebäude und vor allem im Fundament sowie mit drei guten

Grundgangarten, wobei vor allem die Taktsicherheit im Schritt und

Trab und der gleichmäßige und ausbalancierte Galopp gelobt wurden.

Maße: 160/190/20

Red Up Chiqui Z (Rohan / Bellona) *2018. Auch wenn man es kaum

glaubt, dieser Fuchs ist tatsächlich ein Partbred: Sein Vater Rohan

stammt aus einer AA-Stute, die den Shagya-Araber Bajar zum Vater

hat. Die Körkommission bescheinigte ihm genügend Hengstausdruck

und ein schönes Seitenbild und lobte besonders das Fundament

mit tief liegenden, ausgeprägten Gelenken und die absolute

Korrektheit im Schritt und Trab auf dem Hartplatz. Am Sprung zeigte

er sich ruhig und vermögend, was angesichts der Abstammung

nicht überrascht.

Maße: 165/180/21

Cascandillo (Canvaro / P-Candilla) *2018. Der holsteinisch gezogene

Braune war eigentlich noch nicht weit genug entwickelt für die

Körung. Bruno Six beschrieb ihn entsprechend als „sehr, sehr fohlenhaft,

etwas überbaut und schmal, noch kein Hengstausdruck.“ Dennoch

punktete er mit schön gelagerter Schulter, guter Oberlinie und

korrektem Fundament und zeigte sich auch in allen drei Grundgangarten

von der besten Seite. Am Sprung zeigte er Vermögen und eine

gute Bascüle.

Maße: 159/181/21

Coralimo (Cheetano / Greola) *2018. Ein weiterer Holsteiner, der

aber durch seinen mächtigen Aufsatz und die stolze Aufrichtung keinen

Zweifel daran ließ, dass er ein Hengst ist. Bruno Six lobte vor allem

das solide, trockene Fundament mit tief liegenden Gelenken, den

gelassenen und sicheren Schritt und den ausbalancierten Galopp,

während er sich im Trab etwas verspannt zeigte. Am Sprung demonstrierte

er Übersicht und Vermögen.

Maße: 163/191/21

Cornets Chindoctro (Cornet Obolensky / Edea L) *2018. Ein Sohn

des Cornet Obolensky, des vielleicht “arabischsten” aller Sportpferdevererber,

der etliche tausendmal (!) auf Bairactar zurückgeht und

das im Erscheinungsbild auch deutlich zeigt. Cornets Chindoctro ist

zwar kein Schimmel wie sein Vater, zeigte aber interessanterweise

eine leicht konkave Nasenlinie und einen hohen Schweifansatz –

letzteres wurde eher als Manko gesehen. Gelobt wurden vor allem

seine Gänge sowie das Springen. „Er ist zum Springen geboren“, bescheinigte

ihm Bruno Six, was angesichts der Abstammung kaum

verwundert.

Maße: 166/190/22

Darco Air (Darcosall de Revel / Vicenta) *2018. Bei diesem holsteinisch

gezogenen Hengst ist die konzentrierte arabische Abstammung

aus dem Hintergrund ans Licht getreten. Gerade mal 155 cm

groß, dreijährig bereits Fliegenschimmel, mit riesigen Augen und

hoch getragenem Schweif im Trab – noch arabischer kann ein Warmblüter

kaum ausfallen! Bruno Six lobte seinen Körperbau mit langer

Kruppe und einem trockenen Fundament mit fast idealer Winkelung

und beschrieb seinen Trab als „unglaublich aktiv in der Hinterhand,

Raumgriff, Schwung“. Araberleute würden wohl sagen: Der trabt wie

ein Russe.

Maße: 155/187/19.5

Wie schon 2020 bleibt auch diesmal anzumerken, dass die notgedrungen

leeren Tribünen die Stimmung doch etwas trübten. Hoffen

wir also, dass diese immer gut organisierte und informative Veranstaltung

nächstes Jahr endlich wieder so stattfinden kann, wie es sein

sollte: vor einem interessierten Publikum aus ganz Deutschland.

Betty Finke

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

30


"Ausgezeichnete" Pferde des VZAP 2020

VZAP-Prämienstuten 2020 - Vollblutaraber

Name Abstammung geb. Züchter Besitzer

MAI CHERIN Monrach / MAI Carina 2017 Andrej Mertin Andrej Mertin

ISFANI AL GHALIYA Epifan / Ismah Al Ghaliya 2017 Svenja Stelse-Heine Svenja Stelse-Heine

AMURATH PALMYRA Pallaton K / AJ Pajora 2017 Bernd Zimmermann Bernd Zimmermann

BEL MAYLEEN AJ Mardan / Maryse OS 2017 Marcel Merkel Marcel u. Karin Merkel

MAKARRA Marwan Al Shaqab / SA Magic Karma 2016 Michael Byatt / USA Henrike Hörmann

WM DAHIMA Dschehim / Dafina 2016 Haupt- und Landg. Marbach Haupt- und Landg. Marbach

WM DAHNA Dschehim / Dukna 2016 Haupt- und Landg. Marbach Haupt- und Landg. Marbach

MS MALENKA Prinik Kossack / Muscata 2014 Maria Sens Harald Frey

AE EGYPTIAN JUNAH AE Haalim Jamil / Sheila V 2013 Katrin König Katrin König

FARIDA BINT MAYMOUNA Teymour B / El Thay Maymouna 2012 Gabriele Schuster Gabriele Schuster

GHYNA O A.F. Umoyo / Ghaniyah 2012 G.B. Heisterkamp Sonja Bock

PHILANAH Gaisyr / Patty KW 2012 Klaus Wollin Christiane Becker

GW STIVALYN Stival / Americaan Heir 2012 Elena Manzoni / NL Susanne Hoffmann

ISMAH AL GHALIYA IS Orlow / Israh Al Ghaliyah 2012 Svenja Stelse-Heine Svenja Stelse-Heine

KK SALEEMAH BINT SHAIGA Ghayatan / Shaiga 2012 Katrin Koch Katrin Koch

MAI NAJATA DG Maksus / DA Nizana 2012 Andrej Mertin Andrej Mertin

JOHARA MORAB Cullinan El Lethyf / Joia Fly NVC 2010 B. & R. Morato do Amaral / BRZ Bernd Zimmermann

AL TAIR TAMRIA Tahsin / Takrima 2010 Sabrina Scherling Sabrina Scherling

MAI NAKIRA DG Maksus / DA Nizana 2010 Andrej Mertin Günter Theunissen

MIB MEEKANA MIB Sandokan Ibn Abadan / Meenah Bey 2009 Michael u. Iris Buchtmann Hahn u. Harms GbR

LOULOU M.A. A.F. Esquire / Khira 2008 L.F.S. Metz-Snatager / NL Susanne Hoffmann

T.M. WERONA T.M. Aikor / T.M. Walijka 2007 Gabriele Hammerer Sonja Bock

KA NAWARI Miropol / Najada II 2005 Helga Glaser Alexandra Balz

BORODINA Piligrim / Molvina 2000 Gestüt Tersk / RUS Friedemann Reichert

PRIBALTIKA Balaton / Pantomima 1999 Gestüt Tersk / RUS Friedemann Reichert

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News

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Arabische Vollblüter

Wir suchen zum 1.11.2021 eine/n Pferdewirt/in (w/m/d). Aufgaben sind die Ausbildung und gezielte Förderung von Pferden, vor allem

Vollblutarabern, in der Remontenausbildung, ebenso zur Vorbereitung auf und Vorstellung bei Schauen, Leistungsprüfungen und

Turnieren, bei Präsentationen und Veranstaltungen. Tel. Auskunft: Markus Bauer, Personalleiter (0 73 85) 96 95-29 oder Dr. Astrid von

Velsen-Zerweck, Gestütsleiterin. Bewerbungen bitte bis 30.06.2021 an:

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2/2021 - www.in-the-focus.com

31

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Shagya-Araber

Zucht News

Da auch dieses Jahr der “Tag des arabischen

Pferdes” in Marbach pandemiebedingt

ausfallen mußte, wurde die

Fohlenpräsentation kurzerhand in einen Foto-Termin

umgewandelt. Gleichzeitig konnte

dieser Termin von den Azubis genutzt werden,

um das korrekte Vorführen der Pferde

unter „Realbedingungen“ zu üben.

Marbach - Fohlenzeit

Letztes Jahr hatte der vielseitig begabte

Hengst Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila)

*2004 ein „Stelldichein“ mit den Weil-Marbacher

Stuten. „Moritz“, wie er von seiner Reiterin

Emma Dorn liebevoll genannt wird, hat

mehr Weiler Blutanteile als die meisten der

Weil-Marbacher Stuten, und so wurden seine

Fohlen mit Spannung erwartet. Fünf Fohlen

des zweifach leistungsgeprüften Prämien-Hengstes

wurden gezeigt, das jüngste

gerade mal zwei Wochen alt. Hier gefiel

besonders das Fohlen aus der Shafali, die

leider kurz nach der Geburt gestorben ist.

Zum Glück hat Maaza das kleine Stutfohlen

angenommen, und nach entsprechender

Behandlung gibt sie sogar Milch, sodass die darunter der großlinige WM Muntaz aus der

kleine WM Shalea unbekümmert und gut Mardschana Bint Mahra. Ein weiteres Fohlen

sozialisiert in der Herde aufwachsen kann.

fiel von Al Habib (Mahadin / Mahmeya)

Die Mosri-Fohlen fallen insgesamt durch *2007, der ein Gastspiel in Marbach hatte,

ihre kräftige Hinterhand auf.

und nun wieder zurück ist bei seiner (Vor-)

Musab (NK Bolbol / Maaza) *2005 hatte Besitzerin.

ebenfalls fünf Nachkommen zu verzeich-

Gudrun Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

32

nen, seine Fohlen haben den meisten Typ

des diesjährigen Jahrgangs. Insbesondere

das Stutfohlen WM Nuhila punktete durch

sein Gangvermögen. Der jüngste Spross,

der erst zwei Tage alte WM Namas, hatte klar

den “Niedlichkeitsfaktor” für sich. Zwei weitere

Fohlen haben den leistungsgeprüften

Naoufil (Mahadin / Namije) *2010 zum Vater,

Stutfohlen WM Shalea (Mosri Al Dahab / Shafali) *2021, das letzte Fohlen

der Shafali, die nach der Geburt starb. Shafali hatte den höchsten

Weiler Blutanteil aller Marbacher Stuten der S-Linie, die über Sahmet

und Soldateska auf die Murana I 1808 zurückgeht.

Hengstfohlen WM Mumtaz (Naoufil / Mardschana Bint Mahra) *2021,

der den Rahmen seines Vaters geerbt hat, ist ein Vertreter der M-Linie,

die auf Malacha / Moheba zurückgeht. Diese Linie ist derzeit in Marbach

nur mit Mardschana und Maaza vertreten.

Hengstfohlen WM Daris (Mosri Al Dahab / WM Dahna) *2021, das erste

Fohlen der jungen Dschehim-Tochter WM Dahna aus der D-Linie, die auf

Dschihan ingezogen ist. Die D-Linie geht über Hamdi und Doris auf die

Murana I 1808 zurück.

Stutfohlen WM Nuhila (Musab / Nuala) *2021, eine Vertreterin der N-

Linie, die auf die in El Zahraa geborene Nadja (Nazeer / Nefisa) *1955

zurückgeht, die 1955 zusammen mit Hadban Enzahi nach Marbach

kam.

alle Fotos: Gudrun Waiditschka


Seit 2019 zahlt die ECAHO an die Besitzer

von 1.-3. plazierten Pferden am Nationalen

„Schau-Championat“ Preisgelder aus.

Seit diesem Jahr wird dies nun auch für die

Sportpferde der Fall sein, wofür bereits die

Niederlande, Belgien Österreich und Polen

ihre Turniere angemeldet haben. In Deutschland

fallen leider die Turniere in Aachen und

Lage-Hörste aus, womit kein geeignetes Araber-Turnier

zur Verfügung steht.

Konkret bedeutet dies, dass der Nationale

Araberzuchtverband (für Deutschland der

VZAP) das Turnier bei der ECAHO anmelden

muß. Dann erhalten die Besitzer der Pferde,

die einen 1.-3. Platz erreichen, jeweils 200 €.

Sollten weniger als drei Pferde in der Klasse

am Start sein, gibt es kein Preisgeld. Das teilnehmende

Pferd muß zum Nennschluß des

Turniers im nationalen Stutbuch eingetragen

sein. Es kann nur ein Nationales Championat

pro Jahr pro Land geben. Folgende Reitklassen

werden anerkannt: Dressur, Springen,

Reining, Trail, Ranch Riding, Classic Pleasure,

Western Pleasure, Traditional Arabian Riding

(Western & Classic), Ladies Side Saddle und

Hunter Pleasure. Pleasure-Klassen dürfen

erst ab 20 Teilnehmer geteilt warden, die 10

Besten jeden Durchganges reiten dann im

Finale um die Platzierung und das Preisgeld.

Die Pferde müssen 4-jährig oder älter sein,

Preisgeld für Nationales Sport-Championat

der Schwierigkeitsgrad der Prüfungen muß

mindestens „Advanced“ sein, wenn keine

„Master“-Klassen in diesem Jahr in dem entsprechenden

ECAHO-Mitgliedsland organisiert

werden. Wenn beide Schwierigkeitsgrade

angeboten werden, geht der Titel und das

Preisgeld an die „Master“-Klasse.

Die ECAHO-Levels „Advanced“ und „Master“

entsprechen in etwa: „Advanced“ in der

Dressur ca. L-Kandare, im Springen A** (100-

110 cm); „Master“ in der Dressur ca. Kl. M, im

Springen L (110-120 cm).

2019 führte die ECAHO den „ECAHO Breeders

Fund (EBF)“ ein, ein Programm zur

Unterstützung von Araberzüchtern in

ECAHO-Mitgliedsländern mit Unterstützung

und finanzieller Beteiligung der ECAHO. Die

Unterstützung durch die EBF in Form von

Preisgeldern wird an die Züchter ausgezahlt,

die am National-Championat und/oder an

der ECAHO-Europameisterschaft (Schau) teilnehmen.

Die drei Erstplatzierten des National-Championats

erhalten jeweils 200 € und

die fünf Erstplatzierten der Europameisterschaft

je 500 €.

Wer die Idee des ECAHO Breeders Fund unterstützen

möchte, kann Partner werden –

Anfragen richten Sie bitte an das ECAHO Büro

office@ecaho.org.

-gw- / ECAHO

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Sportliche News Araber

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2/2021 - www.in-the-focus.com

33


Stutenleistungsprüfung in Marbach

Araber-Turnier des FSAT

Shagya-Araber

Zucht News

Amurath Palmyra beim Freispringen, der Disziplin, die ihr besonders lag.

Foto: Kim Unger

Am 18. Juni legten 18 Reitpferdeund

2 Reitponystuten ihre Stutenleistungsprüfung

in Marbach ab,

darunter waren auch 2 Vollblutaraberstuten.

Zum einen war dies WM Manidja (WM Malakil

/ Mardschana Bint Mahra) *2017 vom

Haupt- und Landgestüt Marbach, die mit

einer 6,83 abschloß, sowie Amurath Palmyra

(Pallaton K / AJ Pajora) *2017 aus dem Gestüt

Amurath mit der Endnote 6,68; beide Züchter

sind dafür bekannt, dass sie regelmäßig

ihre Jungstuten zur SLP schicken, bevor sie

dann gegebenenfalls in die Zucht gehen.

Mit einer glatten 7,0 konnte sich WM Manidja

in der Dressur bewähren, während Amurath

Palmyras Stärke eher im Freispringen

lag, hier erreichte sie die Note 6,75. Besitzer

Bernd Zimmermann war insbesondere

vom Fremdreiter angetan: „Palmyra lief unter

dem Fremdreiter deutlich besser, er war

wirklich überragend und konnte sich aufgrund

seines reiterlichen Könnens schnell

auf diese Stute einstellen und hat ihr sehr

viel Sicherheit gegeben.“

„Insgesamt“, so Bernd Zimmermann, „liegt

den Arabern die Stationsprüfung deutlich

besser als die Feldprüfung, da bei der Feldprüfung

nur der Prüfungstag gewertet wird

und keine Trainingsnote gegeben werden

kann. Ebenfalls werden keine Interieurnoten

vergeben, was den Vollblutarabern (zumindest

unseren Pferden) hilft, und sie meist in

der Gesamtnote eine halbe Note nach oben

zieht.“

-gw-

Korrektur / Nachtrag zur Kuhailan Adjuze-Linie

In den Bericht über die Koheilan Adjuze-Linie

in der letzten Ausgabe hat sich leider

ein Fehler eingeschlichen: der auf S. 11

erwähnte Kosmonaut-Enkel Kosmos Al Samarra

stammt nicht von Komet, sondern von

Olymp. Außerdem fehlt in der Auflistung der

(oben) Kosmos Al Samarra (ShA) (Olymp (ShA)

/ Kalinka (ShA)) *2016

Foto: Betty Finke

(rechts) Hadrian (Wersal / Helwa) *1997

Foto: Privat

Wersal-Söhne auf S. 13 der Hengst Hadrian

*1997 (a. d. Helwa). Hadrian geht auch über

seine Mutter, eine Susdal-Tochter, auf die

Koheilan-Linie zurück und ist als letzter Wersal-Sohn

noch aktiv in der Zucht.

Betty Finke

In Kooperation mit dem Reitverein Aukrug

e. V. (RV Aukrug) veranstaltet der "Verein zur

Förderung des Shagya-Arabers im Klassischen

Turniersport e. V." (FSAT) auf dem Heidkaten

Hof in Aukrug (Schleswig-Holstein) vom

24. bis 25. Juli 2021 erstmals ein Spring- und

Dressurturnier für arabische Sportpferde.

Nach – Corona-bedingt – zwei Online-Turnieren

laden der FSAT und der RV Aukrug am

letzten Juli-Wochenende Reiterinnen und

Reiter ein, in insgesamt fünf Dressur- und sieben

Springprüfungen der Klassen E bis L mit

ihren arabischen Pferden in Schleswig-Holstein

an den Start zu gehen. Teilnahmeberechtigt

sind Shagya-Araber (ShA), Vollblutaraber

(ox), Araber, Anglo-Araber (AA, x) und

Arabisch Partbred (APb, mit mind. 12,5 %

arabischem Blutanteil). Das Turnier ist offen

für Teilnehmer aus ganz Deutschland und

20 Gastreiter. Die Dressurprüfungen finden

am Samstag, voraussichtlich zusammen mit

zwei Springprüfungen der Klasse A, statt. Am

Sonntag stehen dann die weiteren Springen

von E bis L auf dem Programm.

Die Ausschreibung sowie alle wichtigen Informationen

für Gastreiter und Sponsoren

stehen auf den Internetseiten des Vereins

unter https://www.turniersport-shagyaaraber.de/das-turnier/

und https://www.turniersport-shagyaaraber.de/english/the-tournament/

zur Verfügung und zum Download.

Im Februar konnte sich der Verein mit diesem

Turnier erfolgreich bei der FN-Initiative

#endlichwiederturnier 2021 als Erstveranstalter

bewerben. Für den FSAT eine zusätzliche

Motivation, das Turnier nach dem Corona-bedingten

Ausfall im Gründungsjahr erfolgreich

durchzuführen und allen Beteiligten eine tolle

Veranstaltung zu bieten!

Der Verein zur Förderung des Shagya-Arabers

im Klassischen Turniersport e. V. wurde 2020

gegründet. Mit Turnieren, Informationsveranstaltungen

und öffentlichen Auftritten will

der Verein die über 200 Jahre alte Kulturpferderasse

des Shagya-Arabers wieder in den

Fokus der Öffentlichkeit bringen und vor allem

junge Amateure aus den Bereichen Dressur,

Springen und Fahren für den Shagya-

Araber als modernes Reit- und Sportpferd zu

begeistern.

Weitere Infos: https://www.turniersport-shagyaaraber.de

FSAT

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

34


Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung

des VZAP fanden sich rund 40 Mitglieder

in der Reithalle in Alsfeld ein, wo

die letzten Jahre die Verbandshengstschau

stattfand. Dieser ungewöhnliche Versammlungsort

war – was sonst – den Corona-Bestimmungen

geschuldet und da man zum

Zeitpunkt der Einladung nicht genau wußte,

wie die Bestimmungen zum Zeitpunkt der

Veranstaltung aussehen würden, ist man diesen

ungewöhnlichen Weg gegangen, um sicherzustellen,

dass die MGV 2021 stattfinden

kann, die ja letztes Jahr ausgefallen ist.

Anja Daniels ist Zuchtleiterin

Die vielleicht erfreulichste Meldung des

Tages kam gleich am Anfang: Anja Daniels

ist von nun an offiziell die Zuchtleiterin des

VZAP – der stellvertretende Vorsitzende Alexander

Hofmann beglückwünschte Frau

Daniels und bedankte sich (in Abwesenheit)

bei Diether von Kleist für seine Tätigkeit als

Interims-Zuchtleiter. Ein eher trauriges Thema

war die Ehrung der verstorbenen Mitglieder

der letzten zwei Jahre, es waren dies

Wolfgang Eberhardt, Jan Calis, Ferdinand

Denzinger, Magdalena Horn-Herbig, Ernst-Albert

Berr, Antje Gebel, Dr. Hans Voigt, Phlipp

Kauderer, Peter Claußen, Hedi Fischer und

Almuth Ismer.

Der stellv. Vorsitzende berichtete auch, dass

das Landgericht Hannover die Klage des

EBT (European Breeder’s Trust) gegen den

VZAP vollumfänglich abgewiesen hat; das

Urteil ist zwischenzeitlich rechtskräftig und

der EBT wurde aufgefordert, die offnen Zahlungsansprüche

von Seiten des VZAP zu begleichen.

Alexander Hofmann erläuterte außerdem,

dass die Vorbereitungen für den All

Nations Cup (ANC) angelaufen seien. Die Veranstaltung

wird mit einem erheblich reduzierten

VIP-Bereich durchgeführt, was auch

geringere Einnahmen zur Folge hat. Daher

wird man auf die Durchführung des (defiziitären)

ANC-Turniers verzichten.

Als weitere positive Mitteilung nannte Alexander

Hofmann, dass der VZAP künftig

auch die Vollblutaraber in Albanien stutbuchmäßig

betreuen wird, das sind derzeit etwa

40 Importe und 35 Fohlen. Die albanischen

Züchter müssen alle damit in Zusammenhang

stehenden Kosten tragen (Übersetzung

der Formulare, Reisekosten der Eintragungskommission,

etc.).

Frau Daniels erläuterte einige Punkte der

Verbandsarbeit. Unter anderem hat sich der

Turniersport-Ausschuß an die Überarbeitung

der Sportpferdeplaketten gemacht. Da die

Plaketten anhand der FN-Ranglistenpunkte

vergeben werden, waren bislang die Springpferde

benachteiligt, denn ein arabisches

Pferd schafft eher eine M-Dressur als ein

M-Springen, die FN aber setzt beide Prüfungsniveaus

gleich und vergibt demgemäß

für beide Disziplinen die gleichen RLP. Daher

wurde die Mindestpunktzahl der jeweiligen

Disziplinen dem Vermögen des arabischen

2/2021 - www.in-the-focus.com

Mitgliederversammlung des VZAP

Pferdes angepasst. Auch soll das ANC-Turnier

in Zukunft Western- und Pleasureklassen

enthalten, da sich diese Disziplinen immer

größerer Beliebtheit erfreuen. Zudem sollen

keine Pferde von „nicht-arabischen Zuchtverbänden“

mehr zugelassen werden, unabhängig

vom Anteil an „Araberblut“.

Weiter erläuterte Frau Daniels Änderungen

an den diversen Zuchtprogrammen der vom

VZAP betreuten Rassegruppen. Im Einzelnen

kann das dann in den jeweiligen Zuchtprogrammen

nachgelesen werden.

Erfolgreiche Eintragungsreise

Die Eintragungsreise 2020 war laut Zuchtleiterin

Anja Daniels ein Erfolg, und für sie

persönlich eine gute Einführung in die arabischen

Rassen durch den Besuch von verschiedenen

Zuchtstätten. Hervorgehoben wurden

als „Bester Eintragungshengst 2020“ A Magic

Man of Kossack (SMA Magic One / Abakana

Kossack) *2017, der der Kommission u.a. besonders

durch seinen taktvollen, raumgreifenden

und durch den Körper schwingenden

Trab gefiel. Besitzer Harald Frey erhielt eine

besondere Plakette aus der Hand des stellv.

Vorsitzenden. Der Hengst MK Naranjo (Black

Shetan / Z Exotic Pure) *2012 wurde als bester

Körhengst in Abwesenheit der Besitzerin

Petra Hattab geehrt.

Für 2021 ist wieder eine Eintragungsreise

geplant, bislang sind bereits 40 Hoftermine

angemeldet und es stehen 20 Hengste zur

Eintragung sowie acht zur Körung an.

Anschließend stellte Frau Daniels den Geschäftsbericht

vor: Der Mitgliederrückgang

beträgt ca. 100 Mitglieder zum Vorjahr und ist

in einer Größenordnung, wie es bei anderen

Verbänden auch der Fall ist. Der Zuchtpferdebestand

reduzierte sich zum Vorjahr um

16 VA-Hengste und 33 Zuchtstuten, dem gegenüber

stehen 45 Neueintragungen (+14)

bei den VA-Hengsten und 160 (+8) bei den

VA-Stuten, was ein positives Zeichen ist. Die

Fohlengeburten von 2020 stagnieren im Vergleich

zu 2019, sodass man insgesamt annehmen

kann, dass die Talsohle erreicht ist. Frau

Daniels erwartet, dass sich die Fohlengeburten

zwischen 400-600 Fohlen einpendeln

werden.

Finanziell kam der Verband gut durch das

Corona-Jahr, obwohl der ANC 2020 abgesagt

werden mußte; das daraus entstandene

Defizit konnte durch Rücklagen abgefangen

werden. Auch die Immobilie des Verbandes

ist nun abbezahlt.

Die Kassenprüfung der Jahre 2019 und 2020

verlief ohne große Auffälligkeiten und so

wurde auch dem Vorstand dieser beiden

Geschäftsjahre die Entlastung erteilt. Es

folgten die mit Spannung erwarteten Nachwahlen,

die durch den Tod des Vorsitzenden

Wolfgang Eberhardt 2019 und den Rücktritt

von Corinna Knaack-Lindemann im Januar

2020 notwendig wurden. Als Erstes trat

Alexander Hofmann vom Amt des stellvertretenden

Vorsitzenden zurück, um sich für

35

die Wahl zum Vorsitzenden aufstellen lassen

zu können. Er wurde mit großer Mehrheit

und ohne Gegenkandidat gewählt; Barbara

Schwarz kandidierte für den Stellvertreterposten,

Corinna Knaack-Lindemann für den

3. Stellvertreter, beide wurden in diese Ämter

des geschäftsführenden Vorstandes gewählt,

der mit Walter Fath als 2. Stellvertreter

nun wieder vollzählig ist. Walter Kampmann

wurde in den Zuchtausschuß gewählt und

von diesem zum Vorsitzenden bestimmt.

Als Kassenprüfer wurden Barbara Julius und

Barbara Merkel gewählt, mit Sirid Hahn als

Stellvertreter.

Imagepflege für den Araber

Aufgrund diverser Anträge aus der Mitgliederschaft

folgte eine angeregte Diskussion

zum Thema "Image-Verbesserung des arabischen

Pferdes". Frau Daniels erläuterte, dass

sie mit Hilfe von Social Media eine Umfrage

starten wolle, um ein Gefühl dafür zu bekommen,

wie groß der Bekanntheitsgrad

und Wissensstand in Bezug auf das Arabische

Pferd in der "allgemeinen Pferdeszene"

ist. Diese Information soll als Basis für

weitere Maßnahmen verwendet werden.

Es wurde auch klar, dass es ohne Engagement

aus der Züchterschaft nicht zu machen ist,

denn Eigenschaften des Arabischen Pferdes,

wie "menschen-zugewandter Charakter" lassen

sich am ehesten auf den Gestüten vor Ort

erleben ("Tag der offenen Tür"). Der Sinn von

reinen Araberklassen im Turniersport wurde

diskutiert, wobei diese angeschlossen an "rasse-offenen"

Turniere kritisch gesehen werden,

weil der Eindruck entstehen könnte, dass die

Araber eben nicht mit den anderen Rassen

konkurrieren können. Ein Engagement des

VZAP im Distanzsport (z.B. Sponsoring der

Deutschen Meisterschaft) wurde kritisch gesehen,

weil der Ruf des Distanzsports insgesamt

sehr gelitten hat. Dennoch ist es unter

sportlichen Gesichtspunkten die Disziplin mit

den meisten arabischen Pferden, und die einzige

Disziplin, wo arabische Pferde im rasseoffenen

Wettstreit brillieren können.

In diesem Zusammenhang stand auch ein

weiterer Antrag, dass der VZAP eine "Pressereferenten/in"

auf Honorarbasis berufen

möge, der/die insbesondere für die allgmeine

Pferdepresse zuständig sein soll und diese

mit (positiven) Meldungen und journalistischen

Beiträgen aus Araberzucht und -sport

versorgen soll. Mit einer aktiven Imagepflege

durch seriöse und fundierte Beiträge soll das

Arabische Pferd wieder ins Bewußtsein der

Pferdeliebhaber gerückt und der "Wirkungskreis"

(Markt) für das arabische Pferd vergrößert

werden. Dieser Antrag wurde mit großer

Mehrheit angenommen, und der VZAP wird

mit Betty Finke in Verhandlung treten.

Insgesamt verlief die Jahreshauptversammlung

2021 sehr harmonisch und konstruktiv,

und man kann nur hoffen, dass sich dieses in

der Verbandsarbeit auch so fortsetzt.

Gudrun Waiditschka

Sportliche News Araber


Rekordstrafe für die UAE

Wir gedenken...

Shagya-Araber

Zucht News

Die Vereinigten

Arabischen

Emirate haben

im vergangenen

Winter zwei

bedeutende Distanzrennen

als nationale

Veranstaltungen

durchgeführt, obwohl zahlreiche

internationale Reiter daran teilgenommen

haben. Dies wurde von der FEI als „schwerer

Verstoß“ gegen die FEI-Regeln bezeichnet

und als „wissende und bewusste“ Reaktion

auf die neuen FEI-Distanzregeln gewertet.

Die beiden Ritte, um die es geht, sind der 160

km Sheikh Mohammed Cups im Dubai Equestrian

Club (DEC) im Januar 2020 und der 160

km President's Cups im Emirates International

Endurance Village (EIEV) in Abu Dhabi im

Februar 2020.

Im vergangenen September suspendierte die

FEI den nationalen Verband der UAE, da diese

beiden Ritte (wie die Jahre zuvor) aufgrund

der hohen Beiteiligung ausländischer Reiter

als International Endurance Events (CEIs) hätten

ausgetragen werden sollen, aber als CENs

(nationale Ritte) durchgeführt wurden. CENs

sind auf vier Nationale Verbände (NFs) und/

oder nicht mehr als 15 ausländische Reiter

beschränkt, abgesehen von „Athleten, die

außerhalb ihres Landes leben“. Die Untersuchung

zeigte auf, dass 93 ausländische Reiter

aus 24 verschiedenen Ländern am Sheikh

Mohammed Cup und 88 Reiter aus 21 Länder

am President’s Cup 2020 teilgenommen

haben.

Der FEI-Vorstand kam zu dem Schluss, dass

die Verstöße beim Sheikh Mohammed Cup

vorsätzlich und beim President’s Cup „zumindest

fahrlässig“ waren, begangen, um durch

diese Neuklassifizierung die Anwendung der

neuen FEI-Distanzregeln, die seit 1. Januar

2020 gelten, zu vermeiden. Eine „erhebliche

Sanktion“ sei erforderlich.

Die UAE und die beiden Organisatoren legten

Berufung gegen die Entscheidung ein,

und so mußte sich der The Court of Arbitration

for Sport (CAS, Sportschiedsgericht) damit

befassen. Dieser hat die Berufung gegen die

Suspendierung abgewiesen. Der CAS reduzierte

jedoch einige der ausgesprochenen

Sanktionen, sodass die NF und die beiden Organisatoren

nur noch knapp über 800.000 €

an die FEI bezahlen müssen, die sich aus einem

Prozentsatz von den Preisgelder und

Gebühren zusammensetzt.

Dokumentarfilm über Tibor v. Pettkó-Szandtner

Im Haupt- und Landgestüt Marbach

herrscht Trauer um Hauptsattelmeister

Horst König, der am 2. April 2021 im Alter

von 58 Jahren gestorben ist. Horst König

war mit Leib und Seele Pferdemann. Aufgewachsen

im Lautertal, begann er seine Ausbildung

zum Pferdewirt im Gestüt im Jahr

1977. Seine berufliche Laufbahn führte ihn

dann zunächst ins Reitkommando Marbach,

als Fahrlehrer in die Landesfahrschule und

als Futtermeister und Magazinverwalter in

den Gestütshof Marbach. Von 1989 bis 1995

betreute er die Beschälplatten in Grißheim

und Blaufelden. Ab dem Jahr 2000 war er

für die Vollblutaraberhengste im Hauptbeschälerstall

verantwortlich, die er anlässlich

zahlreicher Schauen, Hengstparaden und

auf Distanzritten gekonnt vorstellte. Aufgrund

gesundheitlicher Probleme wechselte

er 2016 in die Gestütsverwaltung, wo er im

Bereich Pensionsfohlen und für das Archiv bis

zu seinem Tod tätig war.

Seine große Leidenschaft galt den Weil-Marbacher

Vollblutarabern, in deren Zuchtgeschichte

er sich tief eingearbeitet hatte und

die er fotografisch und künstlerisch über viele

Jahre intensiv begleitete. In der Klosterkirche

Offenhausen präsentierte Horst König mehrere

viel beachtete Ausstellungen seiner Gemälde,

die zum größten Teil sein Leben und

seine Arbeit mit den Pferden thematisieren.

„Wir haben einen menschlich und fachlich

hochgeschätzten Mitarbeiter und hilfsbereiten

Kollegen verloren. Sein früher Tod hat

uns tief betroffen. Wir nehmen Abschied

in großer Wertschätzung und Dankbarkeit.

Horst König wird unvergessen bleiben. Unser

tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen

beiden erwachsenen Kindern sowie seinen

Angehörigen“, heißt es in einem Nachruf von

Gestütsleitung, Personalrat, Kolleginnen und

Kollegen und Auszubildenden des Hauptund

Landgestüts Marbach.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

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Vor Kurzem wurde in Ungarn ein Film

über das Leben und Werk von Tibor

Pettkó-Szandtner veröffentlicht. Er

handelt von seiner Jugend über seine Zeit

als Gestütskommandant in Bábolna, seinen

kurzen “Zwischenstop” in Schweden,

bis nach Ägypten, wo er 10 Jahre lang Gestütskommandant

in El Zahraa war. Viele

historische Fotos und Filmsequenzen haben

die Initiatoren dieses Films zusammengetragen,

teilweise zum ersten Mal gezeigt. Insbesondere

die Freunde des Shagya-Arabers

werden durch die vielen Zeitdokumente auf

ihre Kosten kommen. Der Film endet mit der

Umbettung der Urnen und Beisetzung in

Bábolna im Jahr 2018.

Einziger Wehrmutstropfen – der Film ist (natürlich)

in ungarischer Sprache – aber die

Bilder sprechen für sich!

Der Film ist noch bis zum 19. August online:

https://mediaklikk.hu/video/


GestütsParade

HA Arabians

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: HA Arabians

Zuchthengste: keine

Sirid Hahn & Volker Harms

Zuchtstuten: 4 AV

Straße nach Pülzig 57

Jungpferde: 1 AV

06869 Coswig (Anhalt)

Zuchtrichtung: international

Tel.: +4917649032737

Verwendung: Freizeit, Western, Distanz

www.ha-arabians.de

Unser kleines familiäres Gestüt befindet

sich im Fläming nahe der Lutherstadt

Wittenberg. Unser Zuchtziel sind korrekte,

nervenstarke Pferde mit markantem arabischen

Typ, die ihrem Menschen zugewandt

sind und zuverlässig unter dem Sattel arbeiten.

Unsere Pferde werden viel im Gelände

geritten und müssen daher Ausdauer und

Rittigkeit mitbringen. Wir halten unsere

Pferde direkt am Hof in einer kleinen gut sozialisierten

Herde mit ganzjährigem Auslauf

auf großen eigenen Weiden – und in der

Wintersaison in einem geschützten, offenen

Laufstall mit großem Auslauf. Hin und wieder

haben wir ein Fohlen aus unserer Zucht

abzugeben. Unsere Fohlen kennen von Geburt

an den engen Kontakt zum Menschen,

sind bei Abgabe altersentsprechend erzogen,

werden regelmäßig geimpft und entwurmt

und kennen Schmied und Hänger.

CaFra Arabians

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: CaFra Arabians

Zuchthengste: -

Barbara Schwarz

Zuchtstuten: 3 AV

Jungpferde: -

21274 Undeloh

Zuchtrichtung: Russisch/international

mobile: +49 172 7166976

Verwendung: Zucht - Freizeit - Show

www.cafra-arabians.com

Gestüt Savona

Seit 2005 züchte ich Vollblutaraber auf der

Basis russischer Mutterlinien.

Die meisten meiner Stammstuten sind

VZAP-Prämienstuten, VZAP-Elitestuten und/

oder leistungsgeprüft (ZBO).

Die Nachzucht kann neben Erfolgen im

Rennsport, auf Distanzritten sowie auf

nationalen und internationalen Shows auch

zahlreiche Prämien- und mehrere Elite-Titel

vorweisen.

Meine drei Stuten – Al Janina CF v. Jenisseij

x Metallica, Mumtaz mon Amour CF v.

Borsalino K x Mudhessa und Medina CF v.

Stival x Metallica – stammen aus eigener

Zucht. Alle drei sind Prämienstuten des

VZAP und werden geritten. Medina CF hat

zusätzlich internationale Showerfolge.

Für 2022 erwarte ich ein Fohlen v. Botswana

x Mumtaz mon Amour CF.

Eingebettet von Feldern und Wiesen befindet

sich unser Gestüt Savona in Mecklenburg-Vorpommern,

nah an der Ostseeküste.

Auf dem Gestüt werden im Familienbetrieb

Vollblutaraber der Linien Murana I, Tifle,

Warda, Ukrainka und Woloszka gezüchtet.

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Brigitte & Manfred Jedzini

Zuchthengste: 6 VA

GbR

Zuchtstuten: 10 VA

Lindenweg 29/31

23974 Alt Farpen

Jungpferde: 3 VA

Tel.: 038427-409817

Zuchtrichtung: deutsch, russ., poln., crabbet

info@gut-altfarpen.de

Verwendung: Zucht, Freizeit, Sport

gestuet-savona.de

Die Zuchtstämme sind seit über 200 Jahren

in Europa registriert und haben bereits

erfolgreiche Pferde im Galopp- und Distanzsport

hervorgebracht.

Unsere Hengste gehen auf Hengststämme

wie El Deree, Ibrahim, Koheilan Adjouz,

Siglavy Bagdady, Kuhailan Haifi, Ilderim und

Bairactar zurück.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Gestüt Amal

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Amal

Zuchthengste: 2-3

Zuchtstuten: 15

Jungpferde: 15

Zuchtrichtung: AV, Pb, DR in Sonderfarben

Verwendung: Turniersport / Zucht / Freizeit

Horse of Endurance

A. Scheele + U. Intemann

27374 Visselhövede

mobile: 01703097578

www.gestuet-amal.de

myfleury@web.de

Unser kleines privates Vollblutaraber- und

Sportponygestüt , liegt am Rande der Lüneburger

Heide.

Neben unserem landwirtschaftlichen Betrieb

züchten wir Vollblutaraber- und deutsche

Reitponys für alle Sparten der Reiterei.

Unser Ziel in der Zucht besteht darin , wesensstarke,

sportliche und umgängliche

Pferde zu züchten. Unsere Hengste sind:

PC Amal (Sharkassow / Abla) eingetragen

und gekört beim ZSSE. Hat bereits mehrfach

prämierte und international geshowte

Nachzucht. Deckt im Natursprung.

PrH. Riverdance (Rheingold / Psyches Imperia),

mehrfacher Gold- und Silberchampion

auf internationalen Schauen. Gekört im

ZSAA und ZfdP. HLP 30 Tage in Neustadt/

Dosse. TG Samen - EU- und weltweiter

Versand.

Multichampion Kunar T, Prämienhengst u.

gekört im AVS , eingetragen im ZSAA, steht

im Natursprung und per TG zur Verfügung.

GestütsParade

Vogelsberg-Araber

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Gestüt Vogelsberg Araber,

Zuchthengste: 2 VA

Maria Sens und Harald Frey

Alsfelder Str. 45,

Zuchtstuten: 8 VA

35329 Gemünden

Jungpferde: 11 VA

www.vogelsberg-araber.de,

Zuchtrichtung: überwiegend russisch

maria.sens@web.de

Verwendung: Sport - Freizeit - Zucht

ph.: 0170 4431060

Unser Gestüt liegt zentral in Deutschland im

schönen Vogelsberg. Seit 1998 züchten wir

hier Vollblutaraber aus überwiegend russischen

Linien für den Sport und für den anspruchsvollen

Freizeitbereich. Unser Zuchtziel

ist das korrekte arabische Reitpferd mit

guten Bewegungen und guter Rittigkeit.

Neben der geforderten Solidität wünschen

wir uns aber auch den unverkennbaren

arabischen Adel. Unsere Nachzucht ist

erfolgreich unterwegs im Distanzsport bis

LDR und im Dressursport bis Klasse S.

Unser Hengst Kamerton (Elite) hat mittlerweile

mehr als 40 Nachkommen. Er ist in

Tersk geboren, aufgewachsen und auf der

Rennbahn gewesen.

Der Nachwuchshengst A Magic Man of

Kossack war 2020 Siegerhengst der VZAP

Hengsteintragung mit der Traumnote 8,5.

Mittlerweile ist er auch gekört und zugelassen

für alle Rassegruppen.

2/2021 - www.in-the-focus.com

Asil Araber Gestüt El Kadir

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Andrea Klein,

Zuchthengste: 2 VA

Pferdewirtschaftsmeisterin

Asil Araber Gestüt El Kadir

Zuchtstuten: 5 VA

Auf`m Hahnacker 1,

Jungpferde: 2 VA

66583 Spiesen-Elversberg

Zuchtrichtung: asil Babson/Turfa/Davenp.

Tel. 06821 86 90 900

Verwendung: offen für alles

www.el-kadir.de

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Asil arabische Pferde mit Typ, guten Nerven

und freundlichem Charakter, mit korrektem

Exterieur, starken Beinen und guten Bewegungen,

harmonisch und im Gleichgewicht

stehend – solche Pferde findet man auch

heute noch in authentischer Erscheinung

im schönen Saarland.

In fast 4 Jahrzehnten hat hier nicht die

Mode regiert, im Gegenteil! Die Pferde vom

Asil-Arabergestüt El Kadir von Andrea Klein,

sind seltene Unikate. Diese Zuchtstätte ist

derzeit in Europa die einzige, die sich seit

fast vierzig Jahren der Zucht asiler Pferde

aus älteren ägyptischen Linien (Babson)

und Wüstenpferden, die direkt aus Arabien

kamen (Turfa, Davenport), verschrieben hat.

Alle Pferde im Gestüt werden unter dem

Sattel ausgebildet. Eine artgerechte Haltung

und der tägliche Umgang sind ein weiterer

Garant für unkomplizierte Pferde.


GestütsParade

Haupt- und Landgestüt Marbach

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Haupt- und Landgestüt

Zuchthengste: 5 AV, 2 AA, 2 xx

Marbach

Zuchtstuten: 20 VA

Gestütshof 1

72532 Gomadingen-

Jungpferde: 26 VA (ein- bis dreijährig)

Marbach

Zuchtrichtung: Weil-Marbach, ägyptisch

Tel. +49 (73 85) 96 95-0

Verwendung: Distanz, Reiten, Zucht, Schau

www.gestuet-marbach.de

Das baden-württembergische Haupt- und

Landgestüt Marbach mit seiner über

500-jährigen Geschichte ist ein kulturelles

und historisches Juwel. Die verschiedenen

Gestütshöfe bilden die Grundlage für Gestütsbetrieb,

Ausbildung, Serviceleistungen

und Veranstaltungen.

Zuchthengste der Rassen Deutsches Reitpferd,

Arabisches Vollblut, Schwarzwälder

Kaltblut, Altwürttemberger, Englisches

Vollblut, Trakehner und Angloaraber stehen

den Pferdezüchtern zur Verfügung (EU

Besamungsstation). Als Hauptgestüt besitzt

Marbach zwei eigene Stutenherden mit

Warmblut- und Vollblutaraberstuten. Pensionsfohlen

wachsen mit gestütseigenen

Fohlen gemeinsam im Herdenverband auf.

In der staatlich anerkannten Prüfanstalt für

Hengste und Stuten werden jährlich rund

80 Pferde auf Charakter und Reiteigenschaften

geprüft.

Bock Arabians

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Sonja Bock

Zuchthengste: 0

Zuchtstuten: 2 VA

Jungpferde: 3 VA

Zuchtrichtung: international

Verwendung: Zucht - Schau - Reiten

Ahil Arabians

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Ahil Arabians

Zuchthengste: 1 AV

G. Wagner & P. Böhm

Zuchtstuten: 8 AV

Schmellnricht B3

Jungpferde: 2 AV

92342 Freystadt / Opf.

Zuchtrichtung: international

ph.: 08469 / 417

Verwendung: Reiten, Schau, Spaß

email: ahil90@yahoo.de

Ödbraunetsrieth 5

92709 Moosbach

+49 151 43166661

sonjawirth1@gmx.de

Facebook: Bock Arabians

Seit 1990 werden bei uns Vollblutaraber verschiedener

Blutlinien gehalten und gezüchtet.

Da es sich um eine reine Liebhaberzucht

handelt werden immer nur alle 2-3 Jahre

maximal 3 Fohlen geboren. Damit wollen

wir nie dem Zwang unterlieegen, Pferde aus

irgendeinem Grund verkaufen zu müssen.

Es wird versucht, altbewährtes Blut mit

modernen Linien zu kombinieren. Im Vordergrund

stehen hier immer der Charakter

und die Reiteignung.Die Schönheit ist die

Zugabe der Natur.Unsere Pferde sind Kinder

bzw Enkel von Ahil, Sawih ibn Wisznu, Ibn

Mohafez, Gazal al Shaqab, Narym, Kubinec,

Maysoun und Abbas Pasha.Unsere Nachzucht

ist überwiegend als Familienpferde

im Western und Freizeitsport zuhause.

Ebenso hat sich gezeigt, daß unsere Pferde

durchaus in der Lage sind, auf Schauen

vorne mitzumischn. Das eine darf eben das

andere nicht ausschließen.

Unsere kleine Zucht liegt idyllisch im schönen

Oberpfälzer Wald nahe der Tschechischen

Grenze.

Wir legen mit unserer Zucht sehr viel Wert

auf gute Charaktereigenschaften, Korrektheit

und Schönheit. Uns liegt die Vielseitigkeit

des Vollblutarabers sehr am Herzen.

Daher werden unsere Pferde früh an alle Alltagssituationen

gewöhnt, so daß sie später

zum unerschrockenen Freund des Reiters

werden und alle wichtigen Dinge von klein

auf kennen lernen . Wir sind auch regelmäßig

auf verschiedenen Veranstaltungen

und Kurse mit unseren Pferden unterwegs.

Wichtig ist uns auch eine optimale Aufzucht

mit viel Bewegung und Familienanschluss.

Besucher sind jederzeit nach Voranmeldung

willkommen. Zeitweise ist auch Nachzucht

abzugeben.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Bavaria Pferdesport

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Bavaria Pferdesport

Zuchthengste: 2-3 AV, 1 Holsteiner WB

Zuchtstuten: 6 AV, 1 APb, 6 Holsteiner

Jungpferde: ca. 10

Zuchtrichtung: US-domestic, poln., russ., ägypt.

Verwendung: Sport - Zucht - Freizeit

Angelika Bruckner

Wilmerting 20

94113 Tiefenbach / Ndb.

m: +49/171/7494947

www.bavaria-pferdesport.de

info@bavaria-pferdesport.de

Wir züchten seit ca 30 Jahren typvolle, leistungsbereite

Vollblutaraber und Holsteiner

für Sport und Freizeit. Die Zucht geht auf

zwei Elitestuten und einem Elitehengst

zurück. Die daraus hervorgegangen Pferde

stellen immer wieder in jeder Generation

ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Bei Distanzritten

bis hin zu WM/EM, SLP, HLP oder

auch als Therapiepferd für körperlich und

geistig gehandicapte Menschen und natürlich

auch als zuverlässiger Freizeitpartner.

Besonders beim AV geht es mir darum, den

„will to please“ zu erhalten.

Beide Elternteile unseres gekörter reinerbigen

Rapphengstes SHARAF FAREED AB

sind leistungsgeprüft. Viele seiner Verwandten

sind nachweislich im Sport bis WM/EM

hoch erfolgreich.

Unser Al ILAF THAMIN hat inzwischen eine

Stations HLP mit 8 Pkt. abgelegt. Hierbei

konnte er Rittigkeit, Fremdreitertest und

Konditionstest für sich entscheiden und auch

seine Fahrprüfung hat er sehr gut bestanden.

GestütsParade

El Bediya Arabians

Wir züchten unsere Traumpferde auf der

Grundlage der Seidlitz-Zucht. Dazu kommt

als Outcross die Blutlinie des Ibn Safinaz

über seinen herausragenden Sohn Safeen.

Charakter, Rittigkeit, gute Größe und Substanz,

Bewegung und Korrektheit ohne den

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Dr. Matthias Oster &

Zuchthengste: 1 VA

Gabriele Seidlitz-Oster

Zuchtstuten: 5 VA

Lechenroth 17 –

Muggenbach

Jungpferde: 3 VA

96145 Seßlach

Zuchtrichtung: ägyptisch / asil

tel: 09567-981030

Verwendung:

www.arabianheritagesource.com

Typ zu vernachlässigen sind unser Zuchtziel.

Besuchen Sie unsere Webseite, oder nach

Voranmeldung die Pferde in Natur.

Yeguada Schiefferegg - Finca La Cañada de Robledo Das Gestüt Schiefferegg, gegründet 1972

in Österreich, siedelte 1983 aufgrund der

besseren klimatischen Bedingungen nach

Spanien um. Den Grundstein unserer Zucht

legten rein asile iranische und ägyptische

Direktimporte. 2019 erhielten wir zudem

die Möglichkeit unsere Blutlinien mit dem

rein asil-iranischen DH GANJ BEIK II

zu veredeln und unseren iranischen Blutanteil

weiter zu erhöhen. Unser Ziel war und

ist immer der Erhalt des ürsprünglichen,

robusten, belastbaren AV, natürlich immer

im Hinblick auf gute Charaktereigenschaften

und Leistungsfähigkeit.

Das Gestüt befindet sich in Südspanien (Sierra

de Cádiz) und verfügt über 230 Hektar

anspruchsvolles Gelände in dem 63 Pferde

Pferdebestand Anzahl (Rasse) Adresse: Yeguada P.R.Árabe

Zuchthengste: 8 VA

Finca la Cañada, Apto 57

Zuchtstuten: 21 VA

E-11650 Villamartín/Cádiz

Ulrammirkoyeg.p.r.arabe@

Jungpferde: 24 VA

gmail.com

Zuchtrichtung: asil-iranisch u. ägyptisch

mobile: 0034 687 56 34 32

Verwendung: Freizeit / Sport / Zucht

(bitte nur WhattsApp)

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41

in Stuten- und Junghengstherden aufgeteilt

leben. Davon ausgenommen sind natürlich

unsere Zuchthengste und Wettkampfpferde,

die ebenfalls ganzjährig draußen,

jedoch in Paddocks gehalten werden. Diese

Haltung macht unsere Pferde zu trittsicheren,

verlässlichen und sozialen Reitpferden

für den ambitionierten Reiter.


Helden der Geschichte

Zucht Geschichte

Tibor Pettkó-

Homage an

Im ersten Teil der Lebensgeschichte

von Tibor Pettkó-

Szandtner wurden uns seine

Kindheit, Ausbildung und

Arbeit im Gestüt Bábolna

vorgestellt. In diesem zweiten

Teil wird sein Leben und

Wirken im Staatsgestüt El

Zahraa beleuchtet, wo er

eine neue Lebensaufgabe

fand: das Zuchtprogramm

zur Erhaltung „der Quelle“

neu aufzubauen.

Das Ehepaar Pettkó-Szandtner verließ Ägyptens kulturelles Erbe

seine Heimat und zog schließlich nach Wir können uns vorstellen, was für eine große

Schweden, wo Tibor (erlauben Sie mir, Chance dieser Auftrag für den pensionierten

ihn Tibor zu nennen, wie seine Freunde es

auch taten) eine Anstellung im Privatgestüt

von Dr. Arvid Aaby Ericsson fand. Während

seines Aufenthaltes in diesem Gestüt wurde

er 1948 von Seiner Exzellenz Mohammed Taher

Pasha, dem Präsidenten der Königlichen

Soldaten nach den scheinbar aussichtslosen

Jahren bedeutete. Ihm wurde volle Macht

und volles Vertrauen geboten, in dem Land,

das als „Quelle“ des Vollblutarabers gilt, da

die Vorfahren der ägyptischen Araberpferde

als die „Sahne“ der Pferde der Beduinen

Landwirtschaftsgesellschaft von Ägypten gelten, zusammengetragen einerseits aufgrund

(RAS), im Namen des ägyptischen Königs Farouk

I angerufen, der ihm ein besonderes Angebot

unterbreitete. Taher Pasha, ein Cousin

von König Farouk, hatte Bábolna vor dem

Krieg besucht und war sich der Zuchtkompetenz

des Generals genau bewusst. Er war sehr

beeindruckt von der Ordnung im Gestüt, der

Professionalität und der Qualität des Zuchtmaterials,

das er in Bábolna vorgefunden und

kennengelernt hat. Das Mandat, das er dem

General anbot, umfasste die komplette Reorganisation

des RAS-Gestüts. Der Auftrag wurde

gerne angenommen, aber Pettkó-Szandtner

konnte aufgrund des zwischenzeitlich

ausgebrochenen arabisch-israelischen Krieges

der geografischen Nähe zu Arabien

und andererseits aufgrund der Leidenschaft

der Herrscher und der Machtelite. Tibor

Pettkó-Szandtner war sich der Schwere der

Aufgabe bewusst, spürte und erkannte die

Bedeutung dieser Zucht für das Überleben

des Vollblutarabers und für die Pferdezucht

der Welt. Lassen Sie mich noch einmal seine

klare und präzise Definition aus dem Jahr

1942 hervorheben: „Alle Araber, die von einem

der Beduinenstämme gekauft wurden,

die sehr sorgfältig züchten und aus einem

gut gezüchteten Stamm (Strain) stammen,

werden als Original-Araber bezeichnet. Reinrassige

Araber sind Araberpferde, die nicht in

erst 1949 nach Ägypten reisen.

Arabien geboren sind, sondern nachweislich

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

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von aus Arabien importierten Original-Arabern

stammen und deren Blut nichts anderes

als Original-Araber-Blut enthält.“ Er war sich

auch der Situation bewusst, dass sich die Zahl

dieser Pferde und die Qualität des Zuchtbestandes

in ihrem Originalzuchtgebiet gefährlich

verringert und verschlechtert hatte.

Die RAS verfügte jedoch über einen

Zuchtstamm, der nach dem Willen des Gründers

Khedive Abbas Hilmi in den letzten Jahrzehnten

gewachsen war und im Einklang

mit dem ursprünglichen Zweck, nämlich der

„Erhaltung und Bewahrung der Arabischen

Pferdes als kulturelles Erbe Ägyptens“ stand.

Es war genau dieser Zuchtbestand, den Tibor

Pettkó-Szandtner mit seinem Fachwissen rekonstruieren

sollte. Die Aufgabe war klar und

deutlich, ebenso wie das ihm zugestandene

Vertrauen und die volle Autorität. Seine Auftraggeber

erwarteten, dass er moderne Prinzipien

nicht nur in der Zucht, sondern auch

in der Haltung einführen würde. Dafür erhielt

er die volle Macht und die nötige Unterstützung.

in Hengstdepots in den Provinzen „stationiert“

wurden. Anfangs waren dies englische

Vollblüter, aber der Versuch klappte nicht,

denn die Züchter mochten die Nachkommen

nicht. Daher war das neue Ziel, die Gestüte

mit Araberhengsten zu versorgen. Hier

können wir eine Parallele zum Experiment

in Bábolna sehen, wo, wie bereits im ersten

Teil des Artikels erwähnt, mit englischen Vollbluthengsten

experimentiert wurde, was

dann aber bald wieder aufgegeben wurde.

Der Zuchtbestand von Abbas Hilmi, der 1914

bei seiner Entthronung vom Khediven an die

RAS gespendet wurde, bildete die Grundlage

für die Araberzucht des in Bahteem bei Heliopolis

errichteten Nationalgestüts. Dieses

Gestüt blühte im Laufe der Jahre mit unzähligen

Spenden und Ankäufen auf. Allerdings

war Bahteem für die Zukunftspläne nicht geeignet,

auch die Nildelta-Region war für die

Arabischen Pferde nicht wirklich geeignet,

sodass die RAS den Zuchtbetrieb ins nahe

gelegene Kairo ins Wüstengebiet Ein Shams

verlegte. Die Zucht wurde hier in der neuen

Anlage des Gestüts Kafr Farouk fortgesetzt,

das von König Fouad nach seinem Sohn benannt

wurde. Kafr Farouks erster Gestütsleiter

war Dr. Branch, ein englischer Veterinär,

der Mitte der 1930er Jahre in den Ruhestand

ging. Er hatte während seiner Tätigkeit und

gleichzeitig als Mitglied des Jockey Clubs

eine wichtige Rolle in der Prüfung der Zuchttiere

auf der Rennbahn. Ihm folgte erst Dr.

Ahmed Mabrouk, ein ägyptischer Tierarzt,

der lieber „Outcross“-Hengste verwendete,

dann folgte Dr. Ashoub. Letzterer war ein

leidenschaftlicher Verfechter der Tierzucht

und leitete das Gestüt von 1941 bis 1949. Er

ist auch bekannt für die Erstellung des ersten

ägyptischen Stutbuches (1948). Seine Lieblingshengste

waren Shahloul (Ibn Rabdan /

Bint Radia), ein Saqlawi Jidran Ibn Sudan, und

Sheikh El Arab (Mansour / Bint Sabah), ein

Dahman-Shahwan-Hengst. Es ist auch ihm zu

verdanken, dass Tibor Pettkó-Szandtner, der

1949 ins Gestüt kam, viele edle Stuten auswählen

und seinen Plänen zuordnen konnte.

Europäisches Management

Bei seiner Ankunft musste sich der General

erheblichen Herausforderungen stellen:

nicht nur der fremden Kultur, sondern auch

den für Europäer ungewöhnlichen extremen

klimatischen Bedingungen. Von der Sprache

ganz zu schweigen, auch wenn ihm hier wie

in Bergstetten die hervorragenden Englischkenntnisse

seiner Frau geholfen haben müssen.

Das einzige Gebiet, das ihm nicht fremd

war, war die Zucht von arabischen Pferden.

Sein vorrangiges Ziel war es, die Bedingungen

des Gestüts zu verbessern. Tatsächlich

war das 50 Hektar große Gebiet von Kafr

Farouk in Ein Shams, abgesehen von den

Gebäuden, eine reine Wüste. „Wir haben hier

Die Anfänge der RAS

Die Tierzuchtabteilung der RAS, 1898 gegründet,

um die ägyptische Landwirtschaft zu

Szandtner

fördern, nahm 1908 ihre Tätigkeit auf. Da der

Staat eine große Anzahl Remonten für Militär

und Polizei benötigte, wurde die Pferdezucht

dahingehend vereinfacht, dass die Hengste

Zucht Geschichte

(oben links) Moniet El Nefous, die Lieblingsstute von Tibor von Pettkó-Szandtner. - (top left) Moniet El Nefous, the favourite mare of Tibor von

Pettkó-Szandtner.

(unten) Einige der El-Zahraa-Stuten mit Pettkó-Szandtner. - (below) Some of the mares at El Zahraa with Pettkó-Szandtner.

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Ibn Rabdan (Rabdan El Azrak / Bint Gamila)

*1917 - Pettkó-Szandtner hatte gerne seine

Söhne und Enkelinnen im Stutenpedigree.

Ibn Rabdan (Rabdan El Azrak / Bint Gamila)

*1917 - Pettkó-Szandtner liked to have his sons

and granddaughters in the mare's pedigree.

Foto: Agricultural Museum Cairo

Zucht Geschichte

im Grunde gar keine Weide, nur Wüstensand.

Von Ende November bis Ende Mai werden die

Pferde mit Grünklee, der im Sommer getrocknet

wird, und mit Gerste gefüttert“, schrieb

er in einem Brief an den verstorbenen deutschen

Hippologen Dr. Johannes E. Flade. Im

Gestütsbereich gab es nicht nur kein Gras,

sondern auch nur eine Reihe von Dattelpalmen,

die Schatten boten. Um die Situation

zu verbessern, begann er sofort, Bäume zu

pflanzen. Er wollte um sich herum eine Oase

schaffen, eine grüne Insel in der Wüste, angenehm

für Mensch und Tier. Darüber hinaus

reformierte er die Pferdefütterung sowie die

Produktion und das Einbringen des Futters.

Da er die sechs riesigen Gebäude bei seiner

Ankunft als unpraktisch empfand, baute er

die Ställe nach dem bewährten ungarischen

Muster um, um den Fohlen freie Bewegung

zu ermöglichen. Wie ein ehemaliger Mitarbeiter

und Freund von Pettkó-Szandtner, László

Monostory, der in die USA ausgewandert ist

und mit dem er regelmäßig korrespondierte,

dokumentierte, wurden auch Paddocks und

Höfe angelegt. „Er baute Trainingsbahnen

und für sich selbst vergrößterte er ein kleines

Bürogebäude, so daß er auch darin wohnen

konnte, damit er ständig in der Nähe seiner

geliebten Pferde war. Es fehlte auch eine Sattel-

und Geschirrkammer, die er dann bauen

ließ.“ Ein Artikel, der in der Juni-Ausgabe 1980

der „Arabian Horse World“ veröffentlicht wurde,

bietet eine detaillierte Beschreibung der

damaligen Situation von Kafr Farouk. Während

er die adäquaten Umstände und Bedingungen

für die Zucht bereitstellte, begann

er gleichzeitig mit der Auswahl des ererbten

Zuchtbestandes. Dies wurde durch Dr. Abdel

Alim Ashoubs „History of the Royal Agricultural

Society's Stud of Authentic Arabian

Horses“ unterstützt, die 1948 veröffentlicht

wurde und die auch als das erste Stutbuch

für arabische Pferde in Ägypten gilt.

Moniet El Nefous

Pettkó-Szandtner legte bei der Auswahl eines

jeden Pferdes strenge Kriterien an. Nach

dem Vorbild von Bábolna hielt er es neben

der Reinheit des Blutes für wesentlich, dass

nicht nur Aussehen und Bewegung des

Arabers, sondern auch seine inneren Werte

die üblichen und erwarteten Merkmale der

Rasse widerspiegeln. Er begann die Selektion

mit dem „Saatbeet“, den Stuten. Beim

Studium der Bestände und ihrer Abstammungen

war er sehr beeindruckt von dem

Kuhaylan-Mimreh-Hengst Mansour - und der

Anwesenheit von Ibn Rabdan im Pedigree,

einem Hadban-Inzahi-Hengst, der auch von

Raswan gelobt wurde. Kein Wunder also, dass

die Töchter von Sheikh El Arab und Shahloul

in auffallend hoher Zahl unter den sorgfältig

ausgewählten Stuten vertreten waren. Unter

ihnen war auch Moniet El Nefous (Shahloul

/ Wanisa), eine Saqlawiyah Jidraniyah, die

sein Augapfel war. Obwohl sie aufgrund der

detaillierten Beschreibung in seinem handgeschriebenen

Stutbuch (Notizbuch) auch

einige Schönheitsfehler aufwies, erfuhr diese

bemerkenswerte Fuchsstute, die dem

Ideal nahekam, in den kommenden Jahren

seine besondere Aufmerksamkeit. Laut Pettkó-Szandtner

besitzt sie einen einzigartigen

Typ mit einem edlem Kopf, gut gelagertem

Hals, gutem Widerrist, hohem Schweifansatz,

korrekten Vorderbeinen, wenngleich sie auch

leicht kuhhessig war, aber breit und tief genug

und mit korrektem Gang.

Moniet El Nefous ist von ausgezeichneter

Herkunft. Ihr Vater ist Shahloul, Sohn von Ibn

Rabdan, ihre Mutter ist die Wanisa, Tochter

von Scheikh El Arab, dessen Vater der bevorzugte

Mansour ist. In Pettkó-Szandtners

Notizbuch wird sie als „Saklavia Jidrania Ibn

Sudan“ erwähnt. Basierend auf den heutigen

wissenschaftlichen Möglichkeiten, einschließlich

der Ergebnisse von DNA-Tests,

wissen wir, dass ihre Stutenfamilie nicht mit

den Vorfahren von Ghazieh, der Stute von

Abbas Pasha, identisch sein kann, die nachweislich

mit dem Ibn-Sudan-Marbat verbunden

ist. Ich bin jedoch überzeugt, dass dies

ihren Zuchtwert nicht mindert. Obwohl der

Stamm der Moniet El Nefous aus einem anderen

Marbat (Unterstamm, Familie) stammt,

repräsentiert sie eine weitere wertvolle Saqlawi-Jidran-Familie,

die aus der Zucht von

Ali Pasha Sherif stammt und die durch Prinz

Ahmed Pasha Kemal an das RAS-Gestüt abgegeben

wurde.

Neben Moniet El Nefous zählte Pettkó-Szandtner

im Laufe der Jahre auch folgende

Stuten zu seinen Favoriten: die Dahmah-Shahwaniyat-Stuten

Bukra (Shahloul

x Bint Sabah), Maisa (Shahloul x Zareefa)

und Nefisa (Balance x Helwa) sowie wie die

Hadbah-Inzahi-Stuten Salwa (Ibn Rabdan

x Bint Rustem) und Shams (Mashaan x Bint

Samiha).

Hengstauswahl

Danach war ein weiterer wichtiger Schritt

die Auswahl der richtigen Hengste. László

Monostory erinnerte in seinem Artikel an die

Worte des Generals zu den Anfängen: „Die

Hengste, die 1949 anwesend waren, als ich

die Leitung des Gestüts El Zahraa übernahm,

waren meist alt, teilweise sehr alt. Viele hatten

erbliche Fehler und waren meist ungeeignet

in ihrer Qualität, die bei der Hengstwahl

angesetzt werden sollte, um das allgemeine

Niveau der Pferdezucht in Ägypten zu heben.

In den letzten sechs Jahren konnte ich

rund 50 Prozent dieses fehlerhaften Materials

beseitigen und durch junge, neue, bessere

Hengste bekannter Herkunft ersetzen.“

Bei den Stuten und Hengsten basierte die

drastische Selektion auf dem einzigartigen

Zuchtkonzept von Tibor Pettkó-Szandtner,

das er vor dem Hintergrund seiner fast

50-jährigen Erfahrung konsequent verfolgte.

Er wusste genau, dass das hier erworbene genetische

Erbe „wie Edelsteine glänzen wird,

wenn sie von Schlamm gereinigt sind“, wie er

es in einem Brief an Dr. Flade mit seinen eigenen

Worten formulierte.

Um die am besten geeigneten Hengste zu

finden, sammelte er alle aufgestellten Vollblutaraberhengste

aus dem ganzen Land im

damaligen RAS-Hengstdepot in Bahteem,

16 km von Kairo entfernt. Die Auserwählten

waren Sid Abouhom (El Deree / Layla), ein

Dahman Shahwan, Nazeer [Nazir] (Mansour

/ Bint Samiha), ein Hadban Inzahi. Es folgten

zwei Dahman-Shahwan-Hengste: El Sareei

(Shahloul / Zareefa) und Gassir (Kheir / Badia).

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Shahloul (Ibn Rabdan / Bint Ragia) *1931 war

ein "Stutenmacher" und hinterließ einige

exquisite Mütter, man denke nur an Moniet

El Nefous (Mutter von Tuhotmos), Kateefa

(Mutter von Alaa El Dine), Bukra (Mutter von

Ghazal) und Maisa (Mutter von Madkour).

Shahloul (Ibn Rabdan / Bint Ragia) *1931 was

a sire of exquisite dams, just think of Moniet

El Nefous (dam of Tuhotmos), Kateefa (dam

of Alaa El Dine), Bukra (dam of Ghazal) and

Maisa (dam of Madkour).

Wie in Bábolna legte er als Praktiker besonderen

Wert u.a. auf eine hervorragendes Fundament.

Daher sein bekanntes Sprichwort:

„keine Beine, kein Pferd“.

Warum hat er dennoch Nazeer zu einem seiner

führenden Hengste gewählt? Da er unter

praktischen Aspekten eine angemessene

Größe mit sich bringen müsste und Nazeers

Widerristhöhe nur 148 cm betrug, kann das

Kriterium für die Widerristhöhe ausgeschlossen

werden. Als Experte verstand er, dass ein

Zwanghuf und eine Verkürzung der Sehnen

keine eindeutig vererbten Merkmale sind,

sondern nur prädisponierende Faktoren

darstellen. Diese Eigenschaften haben sich

hauptsächlich aufgrund von Umweltfaktoren

und einem Mangel an Spurenelementen,

nämlich Zink und Kupfer, entwickelt. Daher

hat er sich im Fall von Nazeer nicht mit dieser

Frage beschäftigt. Umso mehr betonte er

die Strahlkraft und den schönen Arabertyp

des Hengstes. Er erklärte: „Unter den edelsten

Hengsten ist er der markanteste. Ein Schimmel

mit kurzem Röhrbein, sehr guten Bewegungen,

korrekten Beinen, und einer Haut,

die so fein war, dass man die Adern wie ein

Netz am ganzen Körper sehen konnte.“ Diese

Ausstrahlung verdeckte seine anderen unbestreitbaren

Schönheitsfehler. Außerdem hatte

Nazeer in der Vergangenheit auch auf der

Rennbahn gute Leistungen gezeigt.

Die Auswahl dieses Hengstes beweist deutlich,

dass Tibor Pettkó-Szandtner die Ansichten

der Beduinen teilte, wie er einmal

berichtete: Kuhhessig, Stellungsfehler im

Vorderbein und längere Hinterbeine werden

nicht allzu ernst genommen. Für die Beduinen

ist die reinrassige Blutlinie, die Ausdauer,

der echte arabische Typ und die allgemeine

Schönheit am wichtigsten.“

Wie er im Fall von Kuhaylan Zaid in Bábolna

gehandelt hatte, indem er in der Hoffnung

auf exzellente Nachkommen kleinere Schönheitsfehler

in Kauf nahm, folgte er in Ägypten

dem gleichen Prinzip, als er Nazeer als Hauptbeschäler

auswählte. Wie sich herausstellte,

gab die Zeit ihm recht.

Da er bei der Auswahl des Stutenstammes in

herausragender Zahl die Töchter von Sheik El

Arab auswählte, können wir mit Recht davon

ausgehen, dass er schon bei der Auswahl des

bereits 15 Jahre alten Nazeer auf der Suche

nach Mansour-Blut war. Schließlich züchtete

er sehr gute Nachkommen, indem er

2/2021 - www.in-the-focus.com

die Töchter von Sheikh El Arab mit Nazeer

kreuzte und Mansours Blut duplizierte. Und

obwohl Nazeer nicht einheitlich vererbte,

vererbte er seinen Nachkommen Typ und Gesamtqualität.

Zucht mit Weitsicht

Der Einsatz des anderen ausgewählten und

favorisierten Hengstes, Sid Abouhom (Nabeeh),

geboren 1936 als Hauptbeschäler,

wurde von mehreren Experten abgelehnt,

darunter Dr. Ameen Zaher. Aber Pettkó-Szandtner

setzte den leistungsstarken,

157 cm großen Schimmelhengst mit hervorragender

Fundament und guten Bewegungen

dennoch ein. Außerdem hatte der

robuste Hengst einen schönen, typvollen

Kopf und riesige, dunkle, ausdrucksstarke

Augen. Sid Abouhoms Vater war El Deree,

das erfolgreiche in der Wüste gezüchtete

Rennpferd des Saqlawi-Shaifi-Stammes, das

König Farouk der RAS schenkte. Seine Mutter

war Layla, die Tochter von Ibn Rabdan,

eine Dahmah-Shahwaniyah-Stute. Aufgrund

seiner für Rennpferde charakteristischen

Muniqi-Figur schnitt Sid Abouhom auf der

Rennbahn gut ab.

Seine Nachkommen entsprachen Pettkó-

Szandtners Erwartungen. Erinnern wir uns an

Mouna, die von ihm gezüchtete Tochter von

Moniet El Nefous, von der selbst Raswan in

Superlativen schwärmte. Zwischen 1949 und

1959 prägten neben der intensiven Nutzung

von Nazeer und Sid Abouhom auch El Sareei

und Gassir sowie Mashhour die nächste Generation.

In seinem 1993 veröffentlichten

Artikel unter Berufung auf das Buch von Colin

Pearson und Kees Mol mit dem Titel „The

Arabian Horse Families of Egypt“ lieferte R.J.

Cadranell (erschienen in Arabian Visions, Mai/

Juni-Ausgabe 1993) eine detaillierte Analyse,

wie viele Nachkommen eines Hengstes zur

Zeit von Pettkó-Szandtner geboren wurden.

Während Nazeer im Laufe der Jahre etwa 100

Fohlen zeugte, waren es von Sid Abouhom

laut Studie nur 70. Es mag überraschen, dass

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El Sareei, mütterlicherseits aus der Linie von

Bint El Bahreyn stammend, als äußerst elegant

beschrieben, mit brillanten Bewegung

und auffälliger Schweifhaltung, in dieser Zeit

weniger als 20 Nachkommen hatte. Dennoch

war dieser prächtige braune Dahman-

Shahwan-Hengst der Sohn des dominanten

Shahloul.

Gassir (Kheir / Badia, v. Ibn Rabdan), ein weniger

eleganter, kräftiger, aber bewegungsfreudiger

Schimmelhengst, dürfte aufgrund

seiner besonderen Herkunft einer der Auserwählten

gewesen sein, da er in seiner väterlichen

Linie die Hengstlinie von Jamil El Kebir

durch Samhan führt. Ein weiterer Grund für

seine Auswahl dürfte seine robuste Qualität

gewesen sein. Gassir zeugte in dieser Zeit

etwa 20 Fohlen.

Weitere bemerkenswerte Kandidaten könnten

die Nachkommen (ca. 10) von Mashhour

(Shahloul x Bint Rustem, v. Rustem)

sein, wiederum ein Hadban Inzahi. Dieser

1941 geborene Hengst wurde vom General

während der ersten und letzten Jahre seiner

Kommandantur eingesetzt. Andere Hengste

mit einem oder wenigen oder gar 10 Nachkommen

spielten für die Zukunft keine große

Rolle.

Die Inshass-Pferde

Ägypten erlebte in den folgenden Jahren

chaotische Zeiten. 1952 brach eine Revolution

aus, die zur Machtübernahme durch die

Armee führte. Während König Farouk nach

Italien emigrierte, versuchte das neue Regime,

alle Erinnerungen an die Monarchie zu

beseitigen. Der Name der Royal Agriculture

Society wurde in Egyptian Agricultural Organization

(EAO) und der Name des Nationalgestüts

von Kafr Farouk in El Zahraa geändert.

Glücklicherweise hatten diese Änderungen

keinen Einfluss auf die Arbeit von Tibor Pettkó-Szandtner.

Sein Wissen und seine Expertise

waren weiterhin gefragt. Er wurde in Ruhe

gelassen und konnte trotz organisatorischer

Veränderungen praktisch am selben Ort blei-

Zucht Geschichte


Kheir (Ibn Samhan / Badaouia) *1924 - er

hinterließ nur wenig Nachzucht; sein Sohn

Gassir wurde von Pettkó-Szandtner in der

Zucht eingesetzt.

Kheir (Ibn Samhan / Badaouia) * 1924 - he left

only a few offspring; his son Gassir was used as

a sire by Pettkó-Szandtner.

Foto: Agricultural Museum Cairo

Geschichte

ben und erhielt auch einen neuen Vorgesetzten.

Das königliche Gestüt in Inshass wurde

zu einer Militärbasis, und ein Teil der Pferde

des Inshass-Bestands wurde versteigert. Die

besten Pferde aber kamen in den Besitz der

EAO.

Die Pferde wurden von Pettkó-Szandtner persönlich

sorgfältig ausgewählt, aber separat

an einem anderen Standort gezüchtet. War er

vielleicht misstrauisch gegenüber der Zuchtgruppe?

Oder hat er die Zukunft vorausgesehen

und in der Genetik der Inshass-Pferde

eine spätere Möglichkeit entdeckt, Inzucht zu

vermeiden? Ich würde eher die letztere Theorie

unterstützen. Trotzdem wurden die beiden

Gestüte erst zusammengelegt, nachdem

der General seinen Posten verlassen hatte.

“Neu-Bábolna”

Der Ungar László Oláh, der von Buenos Aires

nach Kairo flog, um Tibor Pettkó-Szandtner

zu besuchen, bemerkte bei seinem Besuch

in „Neu-Bábolna“ folgendes: „Mein Fahrer

bremst, und wir finden uns plötzlich neben

einer gepflegten, grünen lebenden Hecke

wieder, umgeben von weiß gestrichenen

Koppelzäunen, einer Reihe junger Bäume...

Ich sehe sofort die hochaufragende Gestalt

des Generals. Er trägt einen Jagdhut, und

an seinem Umhang erkenne ich die rote

Manschette, die Farbe der ungarischen Generäle...

Die Tür geht auf, und wir werden

drinnen von der Hausherrin in einem für

ein Refektorium geeigneten Saal empfangen,

naja... Orientteppiche, Ledersessel, Tafelsilber,

Auszeichnungen... Eine Bibliothek,

bibliophile Ausgaben, schöne Einbände,

alles über Pferde, Geschirre, Kutschfahren...

Wir unterhalten uns... Ich vergesse den Lauf

der Zeit, werde aber geweckt durch den

metallischen Klang eines Horns, eines Signalrufs...

'Ja', mein Meister lächelte mich an:

'Futter! Auch hier habe ich diesen Hornruf

eingeführt, genau wie in Bábolna.’ – ‚Bábolna?’

fragte ich ihn. ‚Ja, das ist ‚Neu-Bábolna'',

antwortete er mir mit heiserer Stimme. Wir

gehen raus, um zu füttern. Die Stallwand ist

mit 'Bábolna-Gelb' bemalt, die Ahnentafeln

über den Türen, die Dekoration der kupfernen

Knöpfe sind alle dem Bábolna-Stil nachempfunden.

‚Ich habe Boxen für die Pferde

bauen lassen, sie erhalten reichlich Einstreu

und die Pferde sind nicht wie zu Hause angebunden.

Schauen Sie sich die Einzäunung

der Koppeln an, das sind echte importierte

siebenbürgische Kiefern. Schauen Sie sich

diesen Baum an, es ist eine echte ungarische

Akazie... Ich habe sie hier selbst pflanzen

lassen... Das ist mein Baum, wenn ich

ihn ansehe, stelle ich mir vor, auf dem Sand

des ungarischen Nyírség zu leben...' Im Stall

werden hundertfünfzig Araberstuten und

vierzig Hengste gefüttert... 'Schauen Sie sich

den Kopf dieses sanften Pferdes an, ich habe

noch nie einen so sanften und edlen Kopf

gesehen. Hier ist die Mutter, auch sie ist ein

edler Typ. Ich wurde vor fünf Jahren beauftragt...

Sie geben mir Frieden und Freiheit.

So wurde Neu-Bábolna geboren’, erklärt er

mir, und sein sonnengebräuntes Gesicht

und sein Lächeln sind, als träumte er von

seiner Heimat... Eine schwere, quietschende

Tür öffnet sich und wir betreten die Schatzkammer

des noblen Herrn, des edlen Kutschers.

Vom grünen Tischtuch... glänzt uns

eine Sammlung polierter Zaumzeuge und

Gebisse entgegen. An den holzverkleideten

Wänden hängen wie schwarze Mumien

komplette Geschirre für Vier- und Fünfspänner

in einer Reihe. ‚Wir gehen nirgendwo hin.

Ich bleibe lieber zu Hause zwischen meinen

siebenbürgischen Balken, ich mache die

gleichen Aktivitäten wie zu Hause.’ Aber ich

habe das Gefühl, seine Stimme versagt ihm

fast...

Ein Araber nähert sich dem Stall mit einem

großen Meißel. ‚Die Königskrone muss von

den Namenstafeln abgeschlagen werden,

da sie die königliche Macht von König Farouk

verkündet … Die Welt verändert sich

und auch meine Zeit geht zu Ende’, sagt er

mir leise. Wir gehen in den Garten. Die fünf

Jahre alten Bäume spenden über den Gartenmöbeln

bereits einen schönen Schatten.

Mein Blick wird vom Anblick eines kleinen

Erdhügels gefangen, der von einem Granitwürfel

bedeckt ist. ‚Es ist das Grab meines

geliebten Hundes Mischka. Er war bis jetzt

unser treuer Begleiter’, sagt der Hausherr...

Ich verabschiede mich. Die arabischen

Stallknechte zu Pferd stehen aufgereiht an

der Straße. Sie betrachten den General mit

militärischer Haltung, der hierher gekommen

ist, um zu versuchen, seine eigene verlorene

Welt auf dem Land des treibenden

Sandes neu zu erschaffen.“ ...

... was ihm wohl gelungen ist. Er konnte nach

seinen eigenen Ideen züchten und diese verwirklichen,

so wie er es einst zu Hause getan

hatte, in Bábolna, seiner geliebten Heimat. Er

führte das Zuchtbuch selbst und aktualisierte

die Daten zu jeder Bedeckung und Fohlengeburt.

Pettkó-Szandtner erzielte innerhalb

weniger Jahre bemerkenswerte Ergebnisse.

Seine Korrespondenz mit Dr. J. E. Flade legt

nahe, dass der General mit den Leistungen

zufrieden war. Es gelang ihm, mitten in der

Wüste ein bemerkenswertes Gestüt zu errichten,

mit ständigen Besuchern aus allen Ecken

der Welt, die den Ruf des hier angetroffenen

edlen Pferdebestandes weitertrugen. Einmal

schrieb er: „Ich bin glücklich und freue mich,

die Erfolge machen mich zufrieden.“ Käufer

tauchten Mitte der fünfziger Jahre auf. Als

erstes wurde ein Pferdeeinkaufskomitee aus

Deutschland entsandt. Dies wird von Monostory

wie folgt berichtet:

Ein Hengst für Marbach

„1955 reiste ein Komitee aus europäischen

Pferdezuchtexperten nach Ägypten, um

Zuchttiere zu kaufen. Über die sechsjährige

Tätigkeit von General Pettkó-Szandtner in El

Zahraa schrieben sie: ‚Wir sind auf viele Arabergestüte

auf der ganzen Welt gereist und

kennen das Maximum an Exzellenz auf diesem

Gebiet, haben aber noch nie so schöne,

edle und trockene Vollblutaraber gesehen

wie hier in El Zahraa.’ Zwei Jahre später berichteten

dieselben Experten dem General,

46

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Gassir (Kheir / Badia) *1941 war ein weniger

eleganter, kräftiger, aber bewegungsfreudiger

Schimmelhengst und Hauptbeschäler

zu Pettkó-Szandtners Zeit.

Gassir (Kheir / Badia) * 1941 was a less elegant,

strong, but actively moving grey stallion and

made chief stallion by Pettkó-Szandtner.

Foto: Judith Forbis

dass die Nachkommen der von El Zahraa gekauften

Stuten und Hengste schöner waren

als die anderen... Die europäischen Züchter

schrieben auch Folgendes über die Zucht

in El Zahraa: ‚Es ist auffällig, dass alle Pferde

einen hohen und besonders langen Widerrist

haben, der sich nach hinten erstreckt.

Sie haben typische Eigenschaften des arabischen

Vollbluts – sie sind zahm, anhänglich,

freundlich und klug – sie lernen extrem

leicht.’

Die Mitglieder der deutschen Delegation

bestanden aus den prominenten Mitgliedern

des deutschen Araber-Zuchtverbandes,

nämlich Dr. Ernst Bilke, dem Präsidenten des

Zuchtverbandes, Dr. Ekkehardt Frielinghaus,

dem Schriftführer, dem bekannten Autor

Herbert Rudofsky und Dr. Wenzler, dem Leiter

des Haupt- und Landgestüts in Marbach. Ihre

Mission war es, für Marbach einen Vollblutaraberhengst

zu kaufen.

Die Delegation kehrte nicht mit leeren Händen

nach Hause zurück. Sie brachten den

Hengst Kamel, Nazeers Sohn (aus der Bint Samiha),

einen Hadban Inzahi, nach Marbach,

wo er später Hadban Enzahi hieß und rund

70 Stuten zeugte und damit zur kompletten

Erneuerung des Zuchtbestandes beitrug. Dr.

Georg Wenzler, von 1949–1974 Leiter des

Gestüts Marbach, war mit dem Hengst sehr

zufrieden. Wie Pettkó-Szandtner an Dr. Flade

schrieb, verkaufte er schweren Herzens

diesen besonders edlen und unverfälschten

Hengst an Marbach, weil er ihn als Nachfolger

seines Vaters fördern wollte. Schließlich

verkaufte er ihn, weil sein Grundsatz lautete,

dass an ein renommiertes Gestüt nur ein

ganz besonderes Elite-Pferd verkauft werden

sollte.

Im selben Jahr kaufte der deutsche Fürst zu

Knyphausen einen weiteren Sohn von Nazeer,

Ghazal (aus Bukra), einen Dahman-Shahwan-

Hengst, und Moheba (Sid Abouhum / Halima),

eine braune Dahmeh-Shahwaniyah-Stute.

2/2021 - www.in-the-focus.com

Diese Käufe fanden in Europa ein beeindruckendes

Echo. Auch die Ungarn stellten sich

in die Schlange, um Pferde zu kaufen, genauer

gesagt, sie wollten zwei Hengste für

Bábolna kaufen. Pettkó-Szandtner empfahl

ihnen ganz besondere Pferde, doch sie kauften

sie schließlich nicht. Andere taten es, zum

Beispiel Richard Pritzlaff aus den USA. Er war

der erste in der Reihe der amerikanischen

Züchter, der nach dem Zweiten Weltkrieg

Pferde aus Ägypten importierte. Herr Pritzlaff

kaufte 1958 fünf Fohlen: das Hengstfohlen

Rashad Ibn Nazeer, ein Kuhaylan Rodan, und

vier Stuten: die Saqlawiyah-Jidraniyah-Stuten

Bint Moniet El Nefous (Nazeer x Moniet El

Nefous) und Bint El Bataa (Nazeer x El Bataa)

sowie die Dahmah-Shahwaniyah-Stuten Bint

Dahma (El Sareei x Dahma II) und Bint Nefisa

(El Sareei x Nefisa).

Das Filmprojekt

In diesem zweiten Teil des Artikels wollte ich

eigentlich meine Eindrücke aus El Zahraa mitteilen

und die Erinnerungen an das Werk von

Tibor Pettkó-Szandtner präsentieren. Nach

dem ursprünglichen Plan sollte ich als Mitglied

einer Gruppe nach El Zahraa reisen, um

Szenen für einen Dokumentarfilm über seine

Arbeit aufzunehmen. Und um persönliche Erfahrungen

zu sammeln, um das, was ich über

ihn aus Büchern erfahren hatte, sowie aus

Briefen und Erinnerungen von denjenigen,

die ihn persönlich kennengelernt hatten, zu

ergänzen. Die Pandemie griff jedoch ein und

die Reise wurde abgesagt. Hoffentlich nicht

für immer, und eines Tages komme ich an

den Ort, wo die Erinnerung an dieses Genie

der ungarischen Pferdezucht noch heute

bewahrt wird. Ich hoffe auch, dass die dokumentarische

Episode, die in Ägypten spielt,

eines Tages fertiggestellt wird, denn sein Erbe

als Züchter ist noch heute in Kairo zu finden,

einer Megapolis mit den rund 20 Millionen

Einwohner zählenden Vororten, rund um Kafr

47

Farouk, heute bekannt als El Zahraa, früher in

der Wüste gelegen.

Die Erinnerung an 'Neu-Bábolna' findet sich

in El Zahraa, vielleicht der reinsten Quelle

arabischer Pferde, und lebt weiter in den Pferden,

deren Vorgänger von unserem Helden

gezüchtet wurden. Damit wurde das Überleben

des Werkes legendärer Züchter – Abbas

Pasha, Ali Pasha Sherif, Lady Anne Blunt

– bewahrt und ihr Blut fließt bis heute in den

Vollblutarabern in allen Ecken der Welt.

Fest steht, dass Tibor Pettkó-Szandtner einen

langjährigen Beitrag zur Araberzucht in

Ägypten und gleichzeitig zur Araberzucht

in der Welt geleistet hat. Sein Verdienst ist

es, dass dieser einzigartige genetische Kulturschatz

revitalisiert wurde, den er dank

seiner Expertise für zukünftige Pferdezüchter

bewahrt und gesichert hat. Er schreibt:

„Wenn der liebe Gott mir noch ein paar Jahre

schenkt, möchte ich ein Buch über dieses besondere

Werk schreiben, das für einen Züchter

unbeschreiblich interessant ist. Ich muss

dem lieben Gott dafür danken, dass er mich

hierher gebracht hat.“

Leider konnte ich keinerlei Hinweise finden,

dass er tatsächlich begonnen hatte,

das Buch zu schreiben. Aufgrund seines

sich verschlechternden Gesundheitszustandes

verließ er 1959 Ägypten und zog nach

Deutschland. Obwohl sein Rat in El Zahraa

sehr gefragt war, da sein Vertrag noch in Kraft

war, wurde die Arbeit des berühmten Züchters

mit seinem Tod im Jahr 1961 leider eingestellt.

Tibor Pettkó-Szandtner kann nicht

nur fachlich, sondern auch aufgrund seiner

menschliche Qualitäten als Vorbild gelten.

Seine Asche wurde zusammen mit der Asche

seiner Frau in Bábolna begraben, in der von

ihm selbst gebauten Kapelle auf dem Territorium

des Gestüts, das während seiner Führung

als die reinste Quelle in Europa in Bezug

auf arabische Pferde galt.

Laszlo Király

Danksagung:

Dieser Artikel wurde erstmals im Jahr 2020

im Khamsat-Magazin veröffentlicht und hier

mit Genehmigung und besonderem Dank an

Autor und Herausgeber erneut abgedruckt.

Geschichte


Pettkó-Szandtner's NotizBuch

Geschichte

Auszug aus dem "Handbuch" von Tibor

von Pettkó-Szandtner. Das Buch wurde von

Frau von Pettkó-Szandtner an Dr. Ekkehard

Frielinghaus übereignet, dieser wiederum

übergab es dem Gestütsmuseum in Bábolna

1992 anläßlich der Enthüllung des Denkmals

für Tibor von Pettkó-Szandtner im Gestütshof.

Es handelte sich dabei um ein handgeschriebenes

Stutbuch mit Notizen zu allen Stuten.

Es enthält über 90 Stuten, die zu seiner

Amtszeit zuchtaktiv waren. Geschrieben in

deutscher und teils ungarischer Sprache.

Bemerkenswert seine ehrliche Beurteilung

der jeweiligen Stuten. Ein weiterer Band ist

im Besitz des ägyptischen Staatsgestüts El

Zahraa.

Als Beispiel dient die Transkription der Seiten

für die Stute Moniet el Nefous (Shahloul /

Wanisa) *1946

Fuchs mit Stern

Ganz besonders edel

Sehr edler Kopf

Gut angesetzter Hals

Guter Widerrist

Guter Rücken

Gutes Kreuz

Kreuzbein etwas hoch

Guter, hoch angesetzter Schweif

Korrekte Vorderbeine

Etwas kuhessig

Genügend breit und tief

Stellung und Gang korrekt.

gedeckt: Sid Abouhom 1953. II. 8-10, II.28-30;

1954.IV.24 kancacsikó (Stutfohlen)

gedeckt: Nazeer 1954.V.3-5, V.28-30;

1955.IV.25 méncsikó (Hengstfohlen)

gedeckt: Nazeer 1955 V.5-11.

gedeckt: Nazeer 1955.X.6-8; XII.6-8; 1956.III.3

1957.I.24 Kanca (Stute)

gedeckt: Nazeer 1957.II.5-7; V.6-8;

1958.II.28 kancacsikó (Stutfohlen)

gedeckt: Nazeer 1958.IV.8-10

gedeckt: Nazeer 1958.X.8-10; XI.1-3; Elvetélt

(verfohlt) 1959.VII.10

gedeckt: Sid Abouhom 28.-29. X. 1949;

1950 szept. (Sept.) 18. méncsikó (Hengstfohlen)

gedeckt: Sid Abouhom 28.-29. XI.1950;

1951 Aug. 7. kancacsikó (Stutfohlen)

gedeckt: Sid Abouhom 24.I.1952; 3.-5.III. 1952;

1953.I.27 kancacsikó (Stutfohlen)

Einige der Stuten wurden von Pettkó-Szandtner

auch fotografisch dokumentiert, hier

einige Fotobeispiele aus dem Notizbuch:

1 - Bint Samiha (Kazmeen / Samiha) *1925

2 - Kahila (Ibn Rabdan / Bint Rustem) *1934


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Pettkó-Szandtners NoteBook

Excerpt from the "Notebook" of Tibor von

Pettkó-Szandtner. The book was given by

Ms. von Pettkó-Szandtner to Dr. Ekkehard

Frielinghaus, who in turn handed it over to

the Stud Museum in Bábolna in 1992 on the

occasion of the unveiling of the monument

of Tibor von Pettkó-Szandtner in the stud

farm.

It was a handwritten stud book with notes

on all mares. It contains over 90 mares who

were active in breeding during his tenure.

Written in German and partly in Hungarian.

His honest assessment of the respective mares

is remarkable. Another volume is owned

by the Egyptian state stud El Zahraa.

The transcription of the pages for the mare

Moniet el Nefous (Shahloul / Wanisa) *1946

serve as an example:

Chestnut with star

Especially noble

Very noble head

Well set neck

Good withers

Good topline

Good back

Point of the Croup slightly too high

Good, high-set tail

Correct front limbs

Slightly cow-hocked

Sufficiently broad and deep

Conformation and gaits correct.

covered: Sid Abouhom 1953. II. 8-10, II.28-30;

1954.IV.24 kancacsikó (filly foal)

covered: Nazeer 1954.V.3-5, V.28-30;

1955.IV.25 méncsikó (colt foal)

covered: Nazeer 1955 V.5-11.

covered: Nazeer 1955.X.6-8; XII.6-8; 1956.III.3

1957.I.24 Kanca (filly)

covered: Nazeer 1957.II.5-7; V.6-8;

1958.II.28 kancacsikó (filly foal)

covered: Nazeer 1958.IV.8-10

covered: Nazeer 1958.X.8-10; XI.1-3; Elvetélt

(missed) 1959.VII.10

History

covered: Sid Abouhom 28.-29. X. 1949;

1950 szept. (Sept.) 18. méncsikó (colt foal)

covered: Sid Abouhom 28.-29. XI.1950;

1951 Aug. 7. kancacsikó (filly foal)

covered: Sid Abouhom 24.I.1952; 3.-5.III. 1952;

1953.I.27 kancacsikó (filly foal)

Some of the mares were also documented

photographically by Pettkó-Szandtner, here

are some photo examples from the notebook:


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3 - Bint Dalal (Hamran / Dalal) *1926

4 - Zamzam (Gamil III / Bint Radia) *1932


Heroes of History

Zucht History

Tibor Pettkó-

Homage to

In the first part of

the life story of Tibor

Pettkó-Szandtner, we were

introduced to his childhood,

education and work

at Bábolna Stud. In this second

part, his life and work

in Egypt, at the State Stud

El Zahraa from 1949-1959

is being illuminated where

he found a new task of life

in re-building the breeding

program to preserve

“the source”.

full power and full confidence in the country

which became the “source” of pure-bred

Arabian horses, as it was a well-known fact

that the ancestors of the pure-bred Egyptian

Arabian horses were the “cream” of the

collected horses of the Bedouins, due on the

one hand to the geographical proximity and

on the other hand, to the passion of the rulers

and the power elite. Tibor Pettkó-Szandtner

was fully aware of the severity of the task,

felt and acknowledged the importance of

the survival of the pure-bred Arabian horse

for the sake of the world’s horse breeding. Let

me highlight once again his clear and precise

definition published in 1942: “All Arabians

that were purchased from one of the Bedouin

tribes that breed very thoroughly and are

from a well bred family are called Original

Arabians. Pure-bred Arabians are Arab horses

that are not born in Arabia but provably

originate from Original Arabians imported

from Arabia and their blood does not contain

anything but Original Arabian blood.”

He was also aware of the situation that the

number of these horses and the quality of the

bloodstock had dangerously reduced and deteriorated

on their original breeding ground.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

50

The Pettkó-Szandtner couple, leaving their

homeland behind, finally moved to Sweden

where Tibor (allow me to call him

Tibor, as his friends also did) found a job in

the private stud of Dr Arvid Aaby Ericsson, not

surprisingly. It was during his stay in this stud

in 1948 that he was called by telephone by His

Excellency Mohammed Taher Pasha, President

of the Royal Agricultural Society of Egypt on

behalf of the Egyptian King Farouk I, proposing

a special offer. Taher Pasha, a cousin of

King Farouk, had visited Bábolna before the

war and was precisely aware of the general’s

breeding expertise. He was highly impressed

by the order, professionalism and quality of the

bloodstock that he found and got acquainted

with in Bábolna. The mandate he offered the

general included the complete reorganization

of the RAS stud. The commission was gladly

accepted, but due to the Arab-Israeli war that

had broken out in the meantime, he was not

able to travel to Egypt until 1949.

Egypt’s cultural heritage

We can imagine what a great opportunity

this mission meant for the retired soldier after

the seemingly hopeless years. He was offered


(left) Famous Nazeer (Mansour / Bint Samiha)

*1934 was chosen by Tibor Pettkó-Szandtner to

become Chief Sire at El Zahraa and described

him as "among the noblest stallions, he is the

most distinctive."

(links) Der berühmte Nazeer (Mansour

/ Bint Samiha) *1934 wurde von Tibor

Pettkó-Szandtner zum Hauptbeschäler von

El Zahraa bestimmt und er beschrieb ihn

als "unter den edelsten Hengsten, ist er der

markanteste."

(right) Tibor Pettkó-Szandtner and his wife at

El Zahraa.

(rechts) Tibor Pettkó-Szandtner und seine

Frau in El Zahraa.

beide Fotos: Archiv Laszlo Király

Zucht History

Jidran Ibn Sudan, and Sheikh El Arab (Mansour

/ Bint Sabah), a Dahman Shahwan. It is

also to his credit that Tibor Pettkó-Szandtner,

who joined the stud in 1949, could select and

assign many noble mares to his plans.

purpose of breeding being the “preservation

and perpetuation of Arab horse breeding as a

matter of Egypt’s cultural heritage.” It was this

very bloodstock that Tibor Pettkó-Szandtner

was called to reconstruct with his expertise.

The task was clear and evident, just like the

trust and full authority granted to him. His

principals expected that he would introduce

modern principles not only in breeding but

also in husbandry. He received full power and

all the support to do so.

From RAS to EAO

The livestock breeding section of the RAS,

founded in 1898 in order to encourage Egyptian

agriculture, began its operations in

1908. As the state needed a large number

of remounts for the military and police, the

organization “facilitated” horse breeding

in the provinces by outsourcing stallions to

several stallion depots. Initially, these were

English Thoroughbreds, but the attempt did

not work, and the breeders did not like their

offspring. Therefore, the new goal was to supply

the studs with pure-bred Arabian sires.

Here we can see a parallel with the experiment

applied in Bábolna, where, as previous-

2/2021 - www.in-the-focus.com

However, RAS had a bloodstock, which, according

to the will of the founder Khedive they experimented with and then abandoned

ly mentioned in the first part of the article,

Szandtner

Abbas Hilmi, had been destined for expansion

flourishing over the past decades stallions.

crossbreeding with English Thoroughbred

in harmony with the original purpose, the The basis for the Arab breeding of the national

stud established in Bahteem, near Heliopolis,

was provided by the bloodstock of

Abbas Hilmi, which was donated to the RAS

by the Khedive in 1914 at the time of his dethronement.

The national stud has flourished

over the years with countless donations and

purchases. However, Bahteem was not suitable

for the future plans, the Nile Delta region

was not really suitable for Arabian horses

either, so the RAS moved the breeding operation

to nearby Cairo, to Ein Shams, located

in the desert. The breeding continued here in

the new facility of Kafr Farouk stud, named

by King Fouad after his son. Kafr Farouk’s

first stud manager was Dr. Branch, an English

veterinarian, retired in the mid-1930’s, who,

during his work and as a member of the Jockey

Club at the same time, assigned an important

role to testing the breeding stock on

the racetrack. He was followed by Dr. Ahmed

Mabrouk, an Egyptian veterinarian, who preferred

using “outcross” stallions, then by Dr.

Ashoub. The latter was a devoted advocate

of livestock breeding and was the manager

of the stud between 1941 – 1949. He is also

known for compiling the first Egyptian Stud

Book (1948). His favourite stallions were

Shahloul (Ibn Rabdan / Bint Radia), a Saqlawi

51

European Stable Management

On his arrival, the general had to face significant

challenges: not only the foreign culture,

but also the extreme climatic conditions that

are unusual for Europeans. Not to mention

the language, although his wife’s excellent

knowledge of English must have helped him

here, just like in Bergstetten. The only area he

was not unfamiliar with was breeding Arabian

horses. His primary objective was to improve

the conditions of the stud. As a matter of fact,

Kafr Farouk’s 50-acre area in Ein Shams, apart

from stud buildings, was actually a mere desert.

“We basically do not have any pasture here at

all, only desert sand. From late November to

late May, horses are fed with green clover, which

is dried in the summer, and barley,” he wrote in

his letter to the late German hippologist, Dr. Johannes

E. Flade. Not only was there no grass in

the stud area, but the only shade was provided

by a row of date palms. In an effort to improve

the situation, he immediately commenced

to plant trees. He wanted to create an oasis

around him, a green island in the desert, pleasant

for both humans and animals. Furthermore,

he reformed the procedures of horse feeding,

fodder production and ingathering.


Mansour (Gamil Manial / Nafaa El Saghira)

*1921 was in high esteem by Tibor

Pettkó-Szandtner, especially on the dam's side

in combination with Ibn Rabdan on the sire's

side - Moniet el Nefous is a good example.

Mansour (Gamil Manial / Nafaa El Saghira)

*1921 wurde von Tibor Pettkó-Szandtner vor

allem mütterlicherseits in Kombination mit

Ibn Rabdan auf der Vaterseite sehr geschätzt

- Moniet el Nefous ist ein gutes Beispiel.

Foto: Agricultural Museum Cairo

Zucht History

As he did not find the six huge buildings practical

on his arrival, he reconstructed the stables

following the well-proven Hungarian pattern

allowing free movement for the foals. As documented

by a former employee and friend

of Pettkó-Szandtner, László Monostory, who

emigrated to the U.S. and with whom he was

in regular correspondence, paddocks and

yards were also made: “He built exercise courses

and enlarged a small office building to

provide himself with living quarters so that he

could be near the presence of his beloved horses

constantly. Lacking also had been a saddle

and harness room, which he had built.” The

article published in the June 1980 issue of Arabian

Horse World, provides a detailed description

of Kafr Farouk’s situation at the time. While

providing the adequate circumstances and

conditions for breeding, he also started the

selection of the inherited bloodstock. This was

aided by Dr. Abdel Alim Ashoub’s History of the

Royal Agricultural Society’s Stud of Authentic

Arabian Horses, which was published in 1948

and is also considered the first pure-bred Arabian

stud book in Egypt.

Moniet El Nefous

Pettkó-Szandtner applied a strict set of criteria

to the selection of each horse. Following

the example set in Bábolna, in addition to

purity of blood, he considered it essential

that not only the appearance and movement

of the Arabian horses, but also their internal

values should reflect the usual and expected

characteristics of the breed. He started the

selection of the bloodstock with the “seedbed”:

the mares. While studying the stock

and their pedigrees, he was highly impressed

by the Kuhaylan Mimreh stallion Mansour

- and the presence of Ibn Rabdan’s blood, a

Hadban Inzahi stallion, which had also been

praised by Raswan. Thus, it is no wonder that

the daughters of Sheikh El Arab and Shahloul

represented a striking number among the carefully

selected species. Among them, Moniet

El Nefous (Shahloul / Wanisa), a Saqlawiyah

Jidraniyah, who was the apple of his eyes. Although

she also had some appearance flaws

based on detailed reviews in his handwritten

stud book, this remarkable chestnut mare,

which was close to the ideal overall, received

special attention in the years to come.

According to the entry, she is a unique type

with a noble head, well-positioned neck,

good withers, high tail set, correct forelegs,

although slightly cow-hocked but wide and

deep enough, and with correct movement.

Moniet El Nefous is of excellent origin. Her

father is Shahloul, son of Ibn Rabdan, her

mother is Wanisa, daughter of Sheikh El Arab,

whose sire is the favored Mansour. The manuscript

mentions her as “Saklavia Jidrania Ibn

Sudan”. Based on the possibilities provided

by today’s science, including the results of

DNA tests, we now know that her mare family

cannot be identical with the ancestor of Ghazieh,

Abbas Pasha’s mare, provably linked to

Ibn Sudan marbat. However, I am convinced

that this does not reduce her breeding value.

Although originating from another marbat,

the family of Moniet El Nefous is another

precious Saqlawi Jidran family coming from

Ali Pasha Sherif’s breeding, which was transferred

to the RAS stud through Prince Ahmed

Pasha Kemal.

In addition to Moniet El Nefous, Pettkó-Szandtner

also mentioned the following

mares among his favorites over the years:

the Dahmah Shahwaniyat mares Bukra

El Sareei (Shahloul / Zareefa) *1942 was also

among the chosen chief sires of Pettkó-Szandtner.

He became later the sire of Tuhotmos and

many valuable brood mares.

El Sareei (Shahloul / Zareefa) *1942 gehörte

ebenfalls zu den ausgewählten Hauptbeschälern

von Pettkó-Szandtner. Später wurde

er Vater von Tuhotmos und vielen wertvollen

Zuchtstuten.

Foto: Judith Forbis

52

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Tibor Pettkó-Szandtner especially liked the

daughters of Sheikh El Arab (Mansour / Bint

Sabah) *1933 (left) and Shahloul, so they were

represented in a striking number in the brood

mare band.

Tibor Pettkó-Szandtner mochte besonders

die Töchter von Sheikh El Arab (Mansour /

Bint Sabah) *1933 (links) und Shahloul, so

dass sie in der Stutenherde auffallend zahlreich

vertreten waren.

Foto: Archiv Laszlo Király

(Shahloul / Bint Sabah), Maisa (Shahloul /

Zareefa), Nefisa (Balance / Helwa), as well as

the Hadbah Inzahi mares Salwa (Ibn Rabdan

/ Bint Rustem) and Shams (Mashaan / Bint

Samiha).

Stallion Selection

After that another important step was the

selection of the right stallions. In his article,

László Monostory recalled the general’s

words about the beginnings: “The stallions

which were present in 1949, when I took over

the management of the El-Zahraa stud farm,

were mostly old, partly very old. Many had

hereditary faults and were, mostly, unfit for

the standard which ought to be set for breeding

stallions to raise the general level of horse

breeding in Egypt. During the past six years

I was able to eliminate about fifty percent

of this faulty material and to replace it by

young, new, better stallions of known origin.”

In terms of mares and stallions, the drastic

selection was based on Tibor Pettkó-Szandtner’s

unique concept of breeding, which he

firmly carried out in light of his experience

covering almost 50 years. He perfectly knew

that the genetic heritage acquired here “will

shine like precious stones once they are cleaned

from sludge”, as he put it in his own

words in a letter to Dr. Flade.

In order to find the most suitable stallions, he

collected all the pure-bred Arabian stallions

on display from all over the country in the

then RAS stallion depot located in Bahteem,

10 miles from Cairo. The chosen ones were

Sid Abouhom (El Deree / Layla), a Dahman

Shahwan, Nazeer [Nazir] (Mansour / Bint Samiha),

a Hadban Inzahi. They were followed

by two Dahman Shahwan stallions: El Sareei

(Shahloul / Zareefa) and Gassir (Kheir / Badia).

As in Bábolna, he put special emphasis on

practicability, one of the basic conditions

of which is excellent leg structure. Hence his

well-known saying: “no legs, no horse”.

2/2021 1/2021 - www.in-the-focus.com

Why did he still choose Nazeer as one of his

leading stallions? Although practicability

must involve a suitable size, and Nazeer’s

height at withers was only 148 cm, therefore

the criterion for the height at the withers

can be excluded. As an expert, he understood

that a contracted hoof and the shortening of

tendons were not clearly inherited traits, only

predisposing factors. These traits mostly evolved

due to environmental factors and a lack

of trace elements, namely zinc and copper.

Hence, in Nazeer’s case, he did not deal with

this question. All the more, he emphasized

on the stallion’s radiance and nice Arabian

type. As he explained: “Among the noblest

stallions, he is the most distinctive. Grey with

short cannon bones, very good action, correct

legs, his skin was so fine that one could

see the veins like a network all over his body.”

This radiance obscured his other undeniable

appearance flaws. Moreover, Nazeer had also

performed well on the racetrack in the past.

The selection of this stallion clearly proves

that Tibor Pettkó-Szandtner shared the Bedouins’

views, as he once reported: ...“To

them, minor exterior faults such as a slightly

soft back, weak loins, sickle-hocks, cow

hocks, cow posture, a slightly improper placement

of the front legs, and longer posterior,

are not taken too seriously into account. To

them, the purebred bloodline, the stamina,

the true Arabian horse type, the overall beauty

are the most important.”

As he had acted in the case of Kuhaylan Zaid

back in Bábolna by accepting minor appearance

flaws in the hope of excellent offspring,

he followed the same principle in Egypt when

he selected Nazeer as his leading stallion. As

it turned out, time has justified him.

Since he chose Sheik El Arab’s daughters in

an outstanding number while selecting the

broodmare stock, we can rightly assume that

he was already looking for Mansour’s blood

when he selected Nazeer, who was already 15

years old when discovered.

53

Eventually, he bred splendid offspring by

crossing the daughters of Sheikh El Arab with

Nazeer, duplicating Mansour’s blood. And

even though Nazeer did not inherit uniformly,

he gave type and transmitted an overall quality

to his offspring.

Breeding with foresight

The promotion of the other selected and favoured

stallion, Sid Abouhom (Nabeeh), born

in 1936 to be a chief sire, was opposed by several

experts, including Dr. Ameen Zaher, but

Pettkó-Szandtner steadfastly encouraged the

use of the powerful, 157 cm high grey stallion

endowed with excellent leg structure and

good movement. Moreover, the robust stallion

also had a nice typical head and huge,

dark, expressive eyes. Sid Abouhum’s father

was El Deree, the successful desert-bred racehorse

of the Saqlawi Shaifi strain, donated to

the RAS by King Farouk. His mother was Layla,

Ibn Rabdan’s daughter, a Dahmah Shahwaniyah

mare. Due to his Muniqi-type figure

characteristic of racehorses, Sid Abouhum

performed well on the racetrack.

His offspring testify to Pettkó-Szandtner’s

sense. Let us recall Mouna, Moniet El Nefous’s

daughter, who was sired by him, whom even

Raswan referred to in superlatives. Between

1949 and 1959, in addition to the intensive

use of Nazeer and Sid Abouhom, El Sareei and

Gassir, as well as Mashhour played a role in

shaping the next generation.

In his article published in 1993, citing Colin

Pearson and Kees Mol’s book entitled “The

Arabian Horse Families of Egypt”, R.J. Cadranell

(released in the Arabian Visions, May/

June issue of 1993) provided a detailed analysis

as to how many offspring of a stallion were

born during the time of Pettkó-Szandtner. According

to the study, while Nazeer sired about

100 foals over the years, Sid Abouhom only

sired 70. It might be surprising that El Sareei,

on the maternal branch originating from the

line of Bint El Bahreyn, described as extremely

elegant, endowed with brilliant movement

and eye-catching tail posture, had less than

20 offspring during this time. Nevertheless,

this splendid bay Dahman Shahwan stallion

was the son of the dominant Shahloul.

Gassir (Kheir / Badia, by Ibn Rabdan), a less

elegant, more robust, but well-moving grey

stallion, may have been one of the selected

Zucht History


Gamalat (Ibn Samhan / Bint Gamila) *1934

Pettkó-Szandtner beschreibt sie wie folgt:

"Mäßig edler Kopf, die Zähne sind karpfenmäßig

(Unterbiss), schwaches Kreuz, breit,

gut angesetzter Schweif, gute Röhren, gute

Fesseln, im kleinen Maße gesäbelt, links

vorne mäßig nach innen gedreht." Die Stute

starb 1951.

Gamalat (Ibn Samhan / Bint Gamila) *1934

Pettkó-Szandtner describes her as follows:

"Moderately noble head, underbite, weak back,

broad, well set tail, good cannon bones, good

pasterns, slightly sickle hocked, left front slightly

turned inwards." The mare died in 1951.

History

ones due to his special origins, since on his

paternal line he transmitted the stallion line

of Jamil El Kebir through Samhan. An additional

reason for his selection may have been

due to his robust quality. Gassir sired about

20 foals during this time.

Further remarkable candidates may be the

offspring (ca. 10) of the Mashhour (Shahloul

/ Bint Rustem, by Rustem), again a Hadban

Inzahi. This stallion, born in 1941, was used

by the general during the first and last years

of his commandership. Other stallions siring

one or a few, or even 10 offspring did not play

an important role in the future.

The Inshass horses

Egypt saw chaotic times to come in the following

years. In 1952, a revolution broke out

leading to the army takeover. While King

Farouk emigrated to Italy, the new regime

tried to eliminate all the reminiscences of the

monarchy. The name of the Royal Agriculture

Society was changed to Egyptian Agricultural

Organization (EAO) and the name of the

national stud was changed from Kafr Farouk

to El Zahraa. Fortunately, these changes did

not affect Tibor Pettkó-Szandtner’s work. His

knowledge and expertise were still needed.

He was left in peace and could virtually remain

in the same place, although some organizational

changes occurred, and he also

received a new superior. The royal stud in Inshass

became a military base, and one part of

the Royal Khassa’s horses, the INSHASS stud

stock was partially auctioned, but the prime

horses came into the possession of the EAO.

The horses were carefully selected by Pettkó-Szandtner

personally, but bred separately

at another location. Was he perhaps distrustful

of the stock? Or did he foresee the future

and discover a later opportunity in the genetics

of the INSHASS horses to avoid inbreeding?

I would rather support the latter theory.

Nevertheless, the two studs were actually

merged only after the general’s leave.

“New Bábolna”

The Hungarian László Oláh, who flew from

Buenos Aires to Cairo to see Tibor Pettkó-Szandtner,

noted the following on his

visit to “New Bábolna”: ... “My driver brakes

and we suddenly find ourselves in front of a

fresh, well-groomed, green living hedge, surrounded

by white painted paddocks, a row

of young trees...I immediately glimpse the

general’s colossal figure. He is wearing a hunting

hat, and on his cape, I recognize the red

cuff, the colour of the Hungarian generals...

The door opens, and we are welcome inside

by the mistress of the house in a hall suitable

for a refectory as well... Oriental carpets,

leather armchairs, silverware on the tables,

set of awards... A library, bibliophilic editions,

beautiful bindings, all of them about horses,

harnessing methods, carriage driving... We

are chatting... I forget about the passage

of time, but am awaken[ed] by the metallic

sound of a horn, a bugle call... ‘Yes’ my master

smiled at me ‘foddering. I introduced this

bugle call here as well, just like in Bábolna.’ – ‘

Bábolna?’ I asked him. ‘Yes, this is “New Bábolna”’

he answered to me in a hoarse voice.

We go out to do the foddering. The wall of the

stable is painted “Bábolna-yellow”, tables of

pedigrees above the doors, the decoration

of the copper buttons all model the Bábolna

style. ‘I had boxes built for the horses, apply

abundant bedding, and the horses are not

bound just like at home. Look at the beams of

the paddocks, these are real imported Transylvanian

pines. Look at that tree, it is a real

Hungarian acacia... I had it planted here by

myself...This is my tree, whenever I look at it,

I imagine living on the sand of the Hungarian

Nyírség...’ In the stable, a hundred and fifty

Arabian mares and forty stallions are fed

with fodder... ‘Look at the head of this gentle

horse, I have never seen such a gentle and

noble head. Here is the mother, she is also

a noble type. I was commissioned five years

ago... They give me peace and freedom. This

is how New Bábolna was born’ he explains to

me, and his sun-tanned face and smile are

as if he was dreaming of his homeland... A

heavy, squeaking door opens, and we enter

the treasure chamber of the gentleman, the

noble carriage driver. From the green cloth

table... a collection of brightly polished bits

and bridles shines on us. Along the wood-covered

walls, complete sets of harnesses for

four- and five-in hand driving hang in a row

like black mummies. ‘We do not go anywhere.

I prefer to stay at home among my Transylvanian

beams, I do the same activities as

I would do at home.’ But I feel as if his voice

slightly choked up...

An Arab man approaches the stable with

a large chisel. ‘The royal crown must be cut

off the tables of pedigrees as it announces

the royal power of King Farouk... The world

is changing, and my time is also coming to

an end’ he quietly tells me. We are heading

for the garden. The five-year-old trees already

provide a nice shade over the garden

furniture. My eyes are caught by the sight of

a small earth mound covered by a granite

cube. ‘It is the tomb of my beloved dog, Mishka.

He was our faithful companion until now’

says the master of the house... I say farewell.

The Arab grooms mounted on horseback are

lined up on the road. They look at the general

with a military stance, who came here to try

to recreate his own lost world on the land of

the drifting sand.”....

.... which he seems to have managed, indeed.

He could breed and realize his own ideas as he

had once done at home, in Bábolna, his beloved

homeland. He managed the stud book

himself, updating the data regarding each covering

and foal birth. Pettkó-Szandtner achieved

remarkable results within a few years. His

correspondence with Dr. Johannes E. Flade

suggests that the general was satisfied with

the achievements. He managed to establish

a noticeable stud in the middle of the desert,

with constant visitors coming from all corners

of the world who promoted the reputation of

the noble horse stock encountered here. As he

once wrote: “I am lucky and pleased, the successes

make me feel content.” Buyers appeared

in the mid-fifties. First, a horse purchasing

committee was sent by Germans. This is reported

by Monostory as follows:

54

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


A Stallion for Marbach

“In 1955 a committee consisting of European

horse-breeding experts went to Egypt to buy

breeding stock. Of General Pettkó-Szandtner’s

six years of enterprise at El Zahraa, they

wrote: “We have traveled extensively to Arabian

horse farms across the world and are

acquainted with the maximum of excellence

in this field, but have NEVER, EVER seen such

beautiful, noble and dry Arabian purebreds

as those here at El Zahraa.” Two years later

these same experts reported to the general

that the offspring of the mares and stallions

purchased from El Zahraa were each one

more beautiful than the other... The European

breeders also wrote the following of the El

Zahraa breed: “It is conspicuous that all the

horses have high and notably long withers

extending to the back. They have characteristics

typical of the Arabian purebred — they

are tame, affectionate, friendly and smart —

they learn extremely easily.”

The members of the German delegation consisted

of the prominent members of the German

breeders’ association, namely Dr. Ernst

Bilke, the president of the breeders’ association,

Dr. Ekkehardt Frielinghaus, the secretary,

the well-known authority Herbert Rudofsky,

and Dr. Wenzler, the head of the State Stud in

Marbach. Their mission was to purchase pure-bred

Arabian horses for Marbach.

The delegation did not return home empty-handed.

They took the stallion Kamel,

Nazeer’s son (out of Bint Samiha), a Hadban

Inzahi, to Marbach, where he was later named

Hadban Enzahi and sired about 70 mares,

contributing to the complete renewal of

the breeding stock there. Dr. Georg Wenzler,

leader of the State Stud in Marbach between

1949–1974, was extremely pleased with the

stallion. As Pettkó-Szandtner wrote to Dr.

Flade, he sold this particularly noble and genuine

stallion to Marbach with a heavy heart

because he wanted to promote him as his sire’s

successor. Eventually, he sold him because

his basic principle was that a well-reputed

stud should only be sold a very special, elite

horse.

In the same year, the German Prince von

Knyphausen bought another son of Nazeer,

Ghazal (out of Bukra), a Dahman Shahwan

stallion, and Moheba (Sid Abouhum / Halima),

a bay Dahmeh Shahwaniyah mare. These

purchases had an impressive echo in Europe.

The Hungarians also joined the queue

to buy horses, more precisely, they wanted

to purchase two stallions for Bábolna. Pettkó-Szandtner

recommended to them really

special horses, but finally they did not buy

them. Others did, for example Richard Pritzlaff

from the U.S. He was the first in the line

of American breeders who imported horses

from Egypt after World War II. Mr. Pritzlaff

purchased five foals in 1958, a colt, Rashad

Ibn Nazeer, a Kuhaylan Rodan, and four fillies:

the Saqlawiyah Jidraniyah mares Bint

Moniet El Nefous (Nazeer / Moniet El Nefous)

and Bint El Bataa (Nazeer / El Bataa) as well

as the Dahmah Shahwaniyah mares Bint

Dahma (El Sareei / Dahma II) and Bint Nefisa

(El Sareei / Nefisa).

The film project

In this second part of the article, I had intended

to share my impressions gained in El

Zahraa and present the reminiscences of the

work of Tibor Pettkó-Szandtner. According to

the original plan, I was about to travel as a

member of a group to record scenes of a documentary

made about his work and gain

personal experiences in order to supplement

what I have learnt about him from books, as

well as the correspondences and recollections

of those who met him in person. However, the

pandemic intervened, and the trip was cancelled.

Hopefully not for ever, and one day

I will be able to get to the place where the

memory of this genius of Hungarian horse

breeding is still preserved today. I also hope

that the documentary episode set in Egypt

will be completed one day, since his heritage

as a breeder is present even today in Cairo, a

mega polis, with its suburbs counting 20 million

inhabitants nowadays, surrounding Kafr

Farouk, today known as El Zahraa, previously

located in the desert.

The memory of ‘New Bábolna’ can be found in

El Zahraa, perhaps the purest source of Arabian

horses, and continues to live in the horses

whose predecessors were bred by our hero,

who ensured the survival of the bloodstock of

legendary breeders - Abbas Pasha, Ali Pasha

Sherif, Lady Anne Blunt - and their blood continues

to flow in the pure-bred Arabian horses

in every corner of the world.

It can be firmly stated that Tibor Pettkó-Szandtner

made a longlasting contribution

to Arabian horse breeding in Egypt and

to Arabian breeding in the world at the same

time. It is his merit that this unique genetic

cultural treasure was revitalized which he,

thanks to his expertise, protected and secured

for future horse breeders. As he writes: “If

the good Lord grants me a few more years, I

wish to write a book about this special work

that is indescribably interesting for a breeder.

I must thank the good Lord for bringing me

here.”

Unfortunately, I could not find any indication

whatsoever that he had actually begun

to write the book. Due to his deteriorating

health, in 1959, he left Egypt and moved to

Germany. Although his advice was much

sought after in El Zahraa as his contract was

still in force, the famous breeder’s work had

sadly ceased by his death in 1961. Tibor Pettkó-Szandtner

can be regarded as a role model

not only in terms of his professional but

also human qualities.

His ashes, along with his wife’s ashes, are buried

in Bábolna, in the chapel built by himself

on the territory of the stud which counted as

the purest source in Europe in terms of Arabian

horses during his leadership.

Laszlo Király

Acknowledgements:

This article was first published in the Khamsat

magazine in 2020, re-printed here with

permission and special thanks to both author

and editor.

History

Hind *1942, a Saqlawiyah from the Sa'ud Royal

Family imported in 1945 to Egypt as a gift from

King Ibn Sa'ud to King Farouk.

Hind *1942, eine Saqlawiyah aus der königlichen

Familie Sa'ud, die 1945 als Geschenk

von König Ibn Sa'ud an König Farouk nach

Ägypten importiert wurde.

Foto: From Pettkó-Szandtner's Notebook

2/2021 - www.in-the-focus.com

55


Aus Von meinem Kunst und Buchregal

Künstlern

Adam Bücher

Von Kunst und Künstlern

Victor

Hamdani Blanc - ein Geschenk des Vize-

König Mehmed Ali, geboren 1835, imp. 1842,

hatte 35 Fohlen (S. B. F. 1er v. 2e éd. p. 441).

Jean Victor Adam (1801 - 1866) war ein französischer

Maler und Lithograf. Sein Vater Jean

Adam war ein anerkannter Kupferstecher und

so war es nicht überraschend, dass der Sohn

auf die Schule der Schönen Künste ging – mit

gerade mal 13 Jahren! Er lernte auch in anderen

Maler-Ateliers und stellte 1819 sein erstes

Werk aus. Das erregte auf Anhieb so viel Aufmerksamkeit,

dass er angestellt wurde, einige

Werke für das Museum in Versaille zu malen.

Die meisten seiner Werke dieser Zeit hatten

Schlachten oder Jagden zum Thema.

Ab 1823 versuchte er sich im Zeichnen auf

Stein und erreichte dabei eine gewisse

Virtuosität. Bis heute bleibt er als Lithograf

in Erinnerung, eine Technik, der er sich bald

ausschließlich widmete und in der er rund

8000 Kunstwerke signierte. Um schließlich

eine Vorstellung von der reichhaltigen Verbreitung

seiner Werke zu geben, sei daran

erinnert, dass viele seiner Platten gleichzeitig

in Paris, London und New York veröffentlicht

wurden, andere in Wien, Berlin, Leipzig,

Mannheim, Manchester, Madrid und Moskau.

Auch wenn wir ihn wegen seiner Pferdedarstellungen

kennen, er deckte auch andere

Themenbereiche ab: So schuf er ein recht

selbstironisches Werk „Un an de la vie d'un

jeune homme“ (Ein Jahr im Leben eines

jungen Mannes), eine wahre Geschichte in

17 Kapiteln, für Buffon’s „Histoire Naturelle“

(Naturgeschichte) lithografierte er zahlreiche

Vögel und Säugetiere, und auch die französische

Armee wurde in all ihren Rängen und

Uniformen porträtiert.

Um 1848 beginnt der Elan unseres Künstlers

abzukühlen und seine Produktion "fabrikmäßiger".

Das Pferd und vor allem die Kutsche

gehören zu seinen Lieblingssujets. Sein

Strich ist angenehm und leicht (einfach für

diejenigen, die sehr gut zeichnen können),

und seine Pferde zeigen dieselbe Leichtigkeit

in der Bewegung.

Seine Pferdedarstellungen – und hier insbesondere

die von arabischen Pferden – haben

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 4/2018 2/2021

56


Art and Artists

Tanger - ein Hengst aus Marokko, Geschenk

des Sultans Muley-abd-err-Rhamann an den

französischen König Louis-Philippe.

durchaus eine Ähnlichkeit mit denen von scher Pferde von Mehmed Ali, dem ägyptischen

Carle Vernet (1758–1836), ein Landsmann

Vize-König als Geschenk. Diese und an-

und vermutlich Vorbild in der Darstellung. dere Pferde porträtierte er in 6 Lieferungen à

Victor Adam hat etliche Serien geschaffen – 6 Lithografien. Ein solch „königlicher Auftrag“

Pferd und Reitweisen auf vier Kontinenten wird naturgemäß nur einem Künstler seines

(Afrika, Amerika, Europa und Asien), verschiedene

Faches übertragen, und Victor Adam war si-

Herrscher hoch zu Roß, oder auch die cherlich einer der führenden Pferdemaler

„Etudes de Chevaux“, Übungen zur Erziehung seiner Zeit. Victor Adams Pferde sind immer

des Pferdes, sei es beim Schmied, beim Verkauf

nobel und edel, egal welche Rasse sie dar-

oder bei der Zucht.

stellen, sie haben immer einen „Hauch von

Selten jedoch porträtierte Victor Adam spezielle

Araber“ mit dabei: Die Augen sind groß und

Pferde, also Pferde, zu denen der Name lebendig, das Profil konkav, der Hals ist stolz

bekannt ist. Eine dieser wenigen Gelegenheiten

getragen, alle Pferde sind makellos und äs-

sind die Pferde des Königs Louis-Philippe thetisch, vielfach werden sie auch in Bewe-

(1773-1850). Dieser erhielt eine Reihe arabigung

dargestellt – eine Augeweide.

2/2021 - www.in-the-focus.com

57

Nicht nur Napoleon war ein großer Verehrer

des arabischen Pferdes, auch König

Louis-Philippe war sich der Bedeutung der

Verbesserung der Pferdezucht bewußt. Er

machte sich daran, „die französischen Rassen

des Sattels, der Kutsche und der Arbeit zu

regenerieren, indem er sozusagen zu ihrem

besten Ursprung zurückkehrte, das heißt, indem

er die schönsten Typen, die wir noch erhalten

konnten, mit der reinsten arabischen

Rasse kreuzte“.

„Ende des Jahres 1842 schickte Mehmet Ali

an den König sieben seiner reinsten Hengste,

von ihm selbst ausgewählt und aus der wertvollsten

arabischen Rasse, der Nedjd-Rasse. In


Von Kunst und Künstlern

Adam

Victor

Nidjb, arabischer Hengst, war ein Geschenk

von Mehmed Ali (oder Ibrahim Pascha) an den

französischen König.

Mogador stammt aus Marokko als Geschenk

von Sultan Muley-abd-err-Rhamann und ist

hier mit einem marokkanischen Prunksattel

dargestellt.

58

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Saklawi Deuxieme ( auch Seklavi II), arabischer Hengst, Geschenk von

Mehmed Ali. Geboren 1838, importiert 1842, im königl. Gestüt bis 1848.

Hatte 2 Nachkommen im französichen Stutbuch (S. B. F. 1er v. 2e éd. p.

460). "Grauschimmel und fünfeinhalb Jahre alt, gehört dem Herzog von

Nemours als Parade- und Kriegspferd."

Art and Artists

Durzi, arabischer Hengst, 1,49 m groß, Geschenk von Mehmed Ali,

geboren 1828, importiert 1842, im königl. Gestüt bis 1851. Von ihm sind

5 Nachkommen im französischen Stutbuch registriert (S. B. F. 1er v. 2e

éd. p. 431).

"Dieses prächtige Tier ist dasselbe, das Ibrahim-Pascha in der Schlacht

von Nezib ritt, und auf dem er 40 Meilen galoppierte, ohne eine Minute

zu ruhen. Dieses Pferd, das in die Gewalt der Türken gefallen war, kaufte

sein Herr zurück, indem er im Gegenzug 1.200 Kamele gab."

Tachiani, arabischer Hengst, Geschenk von Mehmed Ali. Geboren 1939,

importiert 1842, im königl. Gestüt bis 1852. Von ihm sind 4 Nachkommen

im französischen Stutbuch registriert (S. B. F. 1er v. 2e éd. p. 453).

Dahmani, arabischer Hengst, Geschenk von Mehmed Ali, geboren

1834, importiert 1842, gestorben 1848. Von ihm sind 2 Nachkommen im

französischen Stutbuch registriert (S. B. F. 1er v. 2 e éd. p. 431).

"Dahmani trägt an der Innenseite seiner schneeweißen Beine die

schwarzen Zeichen, mit denen die Ägypter gewöhnlich Pferde von hoher

Rasse markieren."

(rechts) Hamdani Bai, arabischer Hengst, Geschenk von Mehmed Ali,

geboren 1835, importiert 1842. Von ihm sind 2 Nachkommen im französischen

Stutbuch registriert (S. B. F. 1er v. 2e éd. p. 441).

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Von Kunst und Künstlern

Adam

Victor

den ersten Monaten des Jahres 1843 gründete

Louis-Philippe für diese Pferde im Park von

Saint-Cloud ein Arabergestüt und schuf damit

eines der besten und schönsten Reitzentren,

die man je gesehen hat. Die ersten Tests hatten

schon bald die besten Ergebnisse, und neue

Hengste kamen aus Maskat und Marokko."

Neben den Nedjdi-Hengsten, die dem König

der Franzosen durch den Vize-König der Ägypter

geschenkt wurde, kamen auch Pferde aus

Marokko vom Sultan Muley-abd-err-Rhamann

und aus Muskat vom Imam von Muskat als Geschenk

ins königliche Gestüt.

Zu den Hengsten, die der Vize-König von

Ägypten schickte, gehörte auch Hamdani-Blanc,

über den Gayot schreibt: „Hamdani-Blanc

ist ein außergewöhnliches Pferd, ein

sehr edler Vertreter seiner Race, eine Ausnahme,

eine Seltenheit, eine herrliche Erscheinung.“

Züchterisch aber wurde der Hengst

nicht sehr viel eingesetzt, sehr zum Bedauern

von Gayot, der deshalb schrieb: „Man wird

den Fehler einsehen, wenn Hamdani-Blanc

nicht mehr da ist... Aus Furcht, ihn anzustrengen,

hat man ihn so geschont, daß man ihn

gar nicht verwendete... Hamdani-Blanc gehört

der Familie Saklawi-Gidran an, seine Geschichte

ist sehr interessant. Ein Hippologe erzählt in (ob. li) Nedidi Saihani, Ägyptische Stute

einem die Nedjd-Pferde betreffenden Aufsatze

im 'Journal des Haras' Folgendes: 'Ich sah

(u. li) Nedidi Yemani, Ägyptische Stute

in den Ställen des Ibrahim Pascha, und zwar

in dessen Gestüt zu Choubra, einen Hengst,

Silberschimmel mit einer leicht bläulichen

Färbung, dessen Haar so fein war, daß man es Die Lithografie-Serie "Les chevaux des

selbst mit den zartesten Fingern nicht fassen écuries du Roi" (die Pferde aus den Ställen

konnte. Dieses Pferd, der Familie Saklawi-Gidran

angehörig, die in der Wüste sehr selten Blättern, d.h. 36 Lithografien, die zwischen

des Königs) umfasst 6 Lieferungen mit je 6

zu werden beginnt, war von dem Scheik, der 1843 und 1848 entstanden sind. Im "Inventaire

du Fonds Français apres 1800" sind die

es besaß, dem Sieger von Konieh verweigert

worden. Ibrahim zögerte nicht, er überfiel Pferde namentlich aufgeführt und hier (so

den Stamm, zerstreute ihn und bemächtigte gut es zu recherchieren war) den einzelnen

sich des Pferdes.' Dieses Pferd war der Hamdani-Blanc."

Lieferungen zugeordnet.

Das königliche Gestüt St. Cloud hatte somit Die "Pferde aus dem Nedjd", die als

das Pferdematerial, um eine rein arabische Geschenk des Vize-Königs von Ägypten,

Zucht aufzubauen. Aber wie so oft in der Geschichte

des arabischen Pferdes wurden Pfer-

Hamdani-Blanc - Schimmelhengst; Durzy

Mehmed Ali, nach Frankreich kamen:

de, die mit viel Kosten und Mühen aus ihrer - Schimmelhengst; Tachiani - Schimmelhengst;

Kenhlan-Hamdani - Ägyptische

Heimat nach Europa kamen, züchterisch leider

nicht entsprechend genutzt. Zum Glück Schimmelstute; Kenhlan Yemani und Nedidi

jedoch können wir uns wenigstens an den - Ägyptische Stute mit Fohlen; Nedidi-Yemani

- braune Ägyptische Stute; Saklawi II -

herrlichen Darstellungen von Victor Adam erfreuen,

wodurch die Pferde zumindest vor unserem

inneren Auge wieder lebendig werden. Hengst; Dahmani - Schimmelhengst; Nedidi

Schimmelhengst; Hamdani-Bai - brauner

Gudrun Waiditschka

(ob. re) Fatime, Stute aus Muscat

(u. re) Larache, Hengst aus Marokko

Die Pferde aus den Ställen des Königs

Saïhani - Ägyptische Stute; Nidjb - Schimmelhengst;

Choa - brauner Hengst; Ahkerf

- Schimmelhengst

Die "Pferde aus Marokko", ein Geschenk

von Sultan Muley-abd-err-Rhamann:

Tanger - Rapphengst; Tétouan; Fez; Larache

- brauner Hengst; Marocain; Mogador -

Schimmelhengst

Die "Pferde aus Muscat", das Geschenk des

Imam von Muscat:

Hadjar - Schimmelhengst; Fatima II - braune

Stute, Mascate - braune Stute

Zu dieser Serie gehören auch Pferde

anderer Rassen, die im königlichen Gestüt

standen: Ada, Nina, Précieuse - englische

Vollblutstuten; Casba, Arlequinne alzanne

und Vénus - Limousin-Stuten; Victoire - Percheron;

Goettingue - Hannoveraner; sowie

die andalusischen Pferde Asombroso, Escanuelo,

Lucéna, Madrid, Cordove, Pinturéro.

60

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Art and Artists

Hadjar, arabischer Hengst mit "bloody shoulder" aus Muscat, ein

Geschenk des Imam von Muscat. Importiert 1846, im königl. Gestüt bis

1852. Von ihm wurden 8 Fohlen registriert ((S. B. F. 1er v. 2e éd. p. 440)

und er hat noch heute lebende Nachkommen.

Akherf, arabischer Hengst, Geschenk von Mehmed Ali

2/2021 - www.in-the-focus.com

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(links) Choa, arabischer Hengst, Geschenk von Mehmed Ali


Distanzreiter-WM 2021

Guter Sport

Sport

Salem Al Ktibi auf Haleh und Mansour Al Faresi auf Birman Aya (v. Simba

du Barthas) holten Gold und Silber in der Einzelwertung für die UAE.

in San Rossore

Drei deutsche Reiter nahmen an der FEI-Distanz-Weltmeisterschaft teil, um ihren Erfolg

von 2019 bei der Europa-Meisterschaft zu wiederholen - leider kam es nicht dazu.

Aber nach all den Desastern der letzten Jahre war diese Weltmeisterschaft endlich wieder

ein Lichtblick in Sachen "fairer und guter Sport".

Die Titelverteidiger aus Spanien holten

bei der diesjährigen FEI-Distanz-Weltmeisterschaft

in San Rossore, Italien,

erneut Teamgold, während die UAE sich bei

den Einzelmedaillen Gold und Silber sicherten.

Geschichte wurde geschrieben, als Boni

Viada de Vivero als erster chilenischer Distanzreiter

auf einem WM-Podest stand und

Bronze in der Einzelwertung gewann, während

das Team Brasilien ebenfalls seine erste

Silber-Medaille feierte, vor Frankreich mit

Team-Bronze.

In einem dramatischen Wettbewerb schien

der Einzeltitel auch in spanische Hände zu

fallen, als Omar Blanco Rodrigo und sein brillanter

Schimmel For Ferro nach der zweiten

Runde vom fünften auf den ersten Platz vorrückten

und bis zur Schlussphase vorne blieben.

Die Geschwindigkeit und überragende

Fitness der UAE-Pferde, Haleh, die für Salem

Hamad Saeed Malhoof Al Kitbi Gold holte,

und Birmann Aya, die für Mansour Saeed

Mohd Al Faresi die Silbermedaille errang,

sorgten jedoch dafür, dass sie in der letzten

Runde die Nase vorn hatten. Insgesamt gingen

74 Teilnehmer an den Start, 26 konnten

den Ritt in Wertung beenden.

Das deutsche Team

Für Deutschland waren die gleichen Pferde am

Start, die 2019 bei der Europameisterschaft

in Euston Park in Großbritannien die Bronzemedaille

im Team gewannen. Dies waren der

13-jährigen Wallach Bekele el Djem (Bidziil

AA / El Sa'irah) mit dem 53-jährigen Bernhard

Dornsiepen. Die beiden haben mittlerweile

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021

62


Die Strecke in San Rossore führt durch Pinienwälder

alle Fotos: FEI/Christophe Tabuere

Sport

schon mehrfache Championatserfahrung und

waren auch in Tryon/USA mit dabei. Ebenfalls

im Deutschen Team waren Ursula Klingbeil

mit der Vollblutaraberstute Aid du Florival (Aigoual

Tamer / Asra du Florival) *2007 und Merle

Röhm auf Dydin. Corona-bedingt war die

Meisterschaft der erste Wettkampf in diesem

Jahr, nicht unbedingt ideale Voraussetzungen,

aber „mein Pferd ist in Topform“, so Dornsiepen.

Ursula Klingbeil hatte mit Aid du Florival

bereits an den Weltmeisterschaften 2016

in Samorin teilgenommen und Platz 26 belegt.

Die Tierärztin aus Buch in Bayern ist seit mehr

als 20 Jahre im internationalen Distanzsport

erfolgreich und bringt viel Erfahrung mit. Dritte

im Team ist die 27-jährige Merle Röhm, die

mit ihrem zwölfjährigen Wallach Dydin ebenfalls

zum erfolgreichen Bronze-Team 2019 in

Euston Park gehörte. Aber bei einer WM sind

doch noch ganz andere Teams am Start als bei

der EM vor zwei Jahren.

Die Strecke in San Rossore bei Pisa hat so

ihre eigenen Herausforderungen. Zwar ist

sie landschaftlich ein Traum, kann aber durch

Pinienwurzeln (Stolperfallen) und -nadeln

(Rutschgefahr) auch tückisch sein. Auch die

langen Sandpisten sind mitunter schwer

einzuschätzen. Daher muß man sein Tempo

stets im Blick behalten.

Für Uschi Klingbeil mit Aid du Florival kam

bereits im ersten Gate das „Aus“ aufgrund

von Lahmheit. Ihr folgte Merle Röhm am vierten

Gate. Pech dann in Runde vier, als eine

Italienerin in der Gruppe Bekele anrempelte,

dieser stolperte und daraufhin „unrund“ lief.

Am 5. Vet-gate, nach 140 km, lahmte der Wallach

leicht – das war das endgültige „Aus“ für

die deutschen Reiter.

Viele Jahre auf hohem Niveau

Auch wenn der Ausgang dieser Weltmeisterschaft

für die deutschen Reiter nicht so erfolgreich

war wie bei der EM vor zwei Jahren,

wo sie Team-Bronze holten, so war die Veranstaltung

insgesamt nach dem organisatorischen

Desaster an den WEG 2018 in Tryon

doch ein Lichtblick. Auch gab es dieses Mal

keinen CI („catastrophic injury“, tödliche Verletzung),

nur wenige metabolischen Ausfälle,

ein Pferd wurde wegen „Hyposensibilität“

an den Beinen disqualifiziert, was unter den

neuen FEI-Distanzregeln möglich ist, einer

wegen Mißbrauchs, einer wegen „Nichteinhaltung

vieler Regeln“. Die anderen fielen

wegen Lahmheit aus, wie auch unsere

drei deutschen Reiter. Dennoch hat unser

deutsches Team guten Sport gezeigt und

kann auf seine Leistungen stolz sein, denn

über mehrere Jahre an solch hochkarätigen

Championaten mit dem selben Pferd teilzunehmen,

bedeutet, dass man alles richtig

gemacht hat!

Gudrun Waiditschka

Kampf um den 10. bis 12. Platz zwischen Reitern aus Brasilien, Frankreich

und Südafrika.

2/2021 - www.in-the-focus.com

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Boni Viava de Vivero, der erste

chilenische Reiter mit Bronze.


Termine 2021 / Shows & Events 2021

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Virus-Pandemie und durch den Ausbruch des Equine Herpes Virus,

informieren Sie sich direkt beim Organisator, ob eine Veranstaltung stattfindet oder nicht. Die entsprechenden Hinweise in

unserem Terminkalender sind nicht tagesaktuell!

Due to the restrictions caused by the Corona virus pandemic and outbreak of the Equine Herpes Virus,

please inquire with the organizer directly whether an event is taking place or not.

The information below is not up to date!

1.-4. Juli DM / DJM der Distanzreiter Ahlheim / DE www.zsaa.org

Termine

1.-4. Juli

3.-4. Juli

Nordic Arabian Sporthorse

Championship,

Antwerp Arabian Horse Diamond

Trophy (B, Ceur)

Näsbyholm / SE

Antwerpen / BE

www.ecaho.org

www.ecaho.org

10.-11. Juli Intern. Tage des arabischen Pferdes Ströhen / DE www.ecaho.org

18. Juli Hoffest bei EM Arabians Lengdorf / Kopfburg / DE elkewilfart@gmail.com

22.-25. Juli

European Championships for Sport

Arabians

Wiener Neustadt / AT

www.friends-of-arabian-sporthorses.at

24.-25. Juli

Turnier "Arabischen Sportpferde

im Norden"

N.N.

www.turniersport-shagyaaraber.de

24.25. Juli Elran Cup (B) Castle Alden Bisen / BE www.ecaho.org

abgesagt Kauber Platte Championat Kaub / DE www.kauber-platte-championat.de

7.8. August Arabian Futurity Europe Cup Langenbrettach / DE www.ecaho.org

7.-8. August Milan International Cup (B) Milano / IT www.ecaho.org

13.-15. August Poln. National-Championat Janow Podlaski / PL www.ecaho.org

20.-22. August Sommer-Festival Stadl Paura /AT www.araberfestival.at

20.-22. August Österr. National-Championat Stadl Paura / AT www.ecaho.org

28.-29. August Belgian Nat.Ch. & AJF Challenge N.N. / BE www.dawra.nl

29. August

5. September

VZAP-Stuten- und

Fohlenmusterung

VZAP-Stuten- und

Fohlenmusterung

Bad Oldesloe / DE

Coswig (Sachsen) / DE

www.vzap.org

www.vzap.org

24.-25. Sept. All Nations Cup Aachen / DE www.ecaho.org

abgesagt ANC Turnier Aachen / DE www.vzap.org

24.-26. Sept. HLP des ZSAA Luhmühlen / DE www.zsaa.org

10. Oktober

VZAP-Stuten- und

Fohlenprämierung

Kauber Platte / DE

www.vzap.org

16.-17. Oktober Brussels Arabian Masters Brussel / BE www.ecaho.org

30.-31. Oktober Europa-Championat Italien www.ecaho.org

neuer Termin!

10.-12. Dezember

Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Arabische Pferde IN THE FOCUS

ist dabei:

E UROPEAN

C HAMPIONSHIPS

S PORTS A RABIANS

Impressum

22.-25. July 2021

Masters Championships

Newcomer Championships

National Championships

www.friends-of-arabian-sporthorses.at

Impressum - Mast Head

Redaktion / Editor:

Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)

Entenstrasse 20

D-73765 Neuhausen a.d.F.

ph: 0049 (0)7158 - 67141

e-mail: arabische-pferde@in-the-focus.com

Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:

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Übersetzungen / Translations:

Gudrun Waiditschka, Alexandra Dietl

Mitarbeiter dieser Ausgabe /

Contributors to this issue:

Betty Finke, Christine Jamar-Demeerseman,

Laszló Király

Fotografen / Photographers:

Betty Finke, Judith Forbis, Agnieska Mikuslka,

Archiv Pettkó-Szandtner, FEI/Christoph Taniere

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Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wieder.

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Bearbeitung; Text- und Fotobeiträge

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Vorschau - Preview

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Ausgabe 3/2021 - erhältlich Ende September 2021

Issue 3/2021 - available at the end of September 2021

Vor über 20 Jahren haben Maria Sens und Harald Frey ihr Gestüt

Vogelsberg-Araber gegründet. Basierend auf alten russischen

Blutlinien, abgerundet mit einem gelegentlichen "Schuß"

modernem Blut, züchten die beiden Vollblutaraber,

die das Reiterherz höher schlagen lassen.

Das Europa-Championat für Sport-Araber in Wiener Neustadt

ist mittlerweile fest etabliert. Und dieses Jahr scheinen sogar

rekordverdächtig viele Reiter und Pferde teilzunehmen - trotz

Corona. Wir berichten darüber im nächsten Heft!

The European Championship for Sports Arabians in Wiener Neustadt

is now firmly established. And this year even a record number

of riders and horses seem to be taking part - despite Corona.

We will report on this in the next issue!

Das Europa-Championat der Shagya-Araber findet dieses Jahr Anfang

September im slowakischen Nationalgestüt Topolcianky statt.

Neben den Delegierten, die die ISG-Jahreshauptversammlung

besuchen, werden Pferde aus vielen Nationen erwartet.

The European Championship für Shagya Arabians will take place early

September at the Topolcianky National Stud in Slovakia. In addition to

the delegates attending the ISG annual general meeting,

horses from many nations are expected.

Die Stoffwechselerkrankung PSSM2 ist in aller Munde. Wir schauen

uns an, was sich dahinter verbirgt und ob genetische Tests

tatsächlich die Lösung bringen.

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