Festspielzeit Sommer 2021
Das Magazin der Bregenzer Festspiele
Das Magazin der Bregenzer Festspiele
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DAS MAGAZIN DER<br />
BREGENZER FESTSPIELE<br />
FESTSPIEL<br />
ZEIT<br />
AUSGABE 3 | BREGENZER FESTSPIELE 21. JULI – 22. AUGUST <strong>2021</strong><br />
»WIE KUNSTBLUMEN<br />
ERSCHAFFEN«<br />
Kostümbildnerin Kathi Maurer<br />
erfüllte sich mit Rigoletto<br />
einen Traum aus Farben<br />
ZWISCHEN LEBEN UND<br />
TOD, HIMMEL UND ERDE<br />
Michel van der Aas Filmoper<br />
Upload kombiniert Philosophie<br />
mit Science-Fiction<br />
IN DEN SOG<br />
GERATEN<br />
Das Deutsche Theater Berlin<br />
präsentiert Heinrich von<br />
Kleists Michael Kohlhaas
17<br />
Der Nibelungenschatz<br />
in Vorarlberg<br />
Der Palast Hohenems – wo die<br />
Erfolgsgeschichte begann<br />
INHALT<br />
4<br />
»Wie Kunstblumen<br />
erschaffen«<br />
12<br />
Sicher in den<br />
Festspielsommer<br />
Fragen und Antworten rund<br />
um das Sicherheitskonzept<br />
zu Covid-19<br />
Rigoletto-Kostümbildnerin Kathi<br />
Maurer im Interview über ihren<br />
wahr gewordenen Zirkustraum<br />
8<br />
Stetes Feilen an<br />
der Technik<br />
18<br />
Programmübersicht<br />
Das Programm der Bregenzer<br />
Festspiele <strong>2021</strong> im Überblick<br />
Zusätzliche Lautsprecher und<br />
neue Übertitel für noch mehr<br />
Genuss und Erlebnis am See<br />
14<br />
Wassernixen<br />
im Bodensee<br />
75 Jahre Bregenzer Festspiele<br />
mit Richard Wagners Rheingold<br />
2
28<br />
In den Sog geraten<br />
35<br />
Tickets<br />
Andreas Kriegenburg<br />
inszeniert die Kleist-Novelle<br />
Michael Kohlhaas<br />
Kartenpreise und Kontakt<br />
20<br />
Zwischen Leben und<br />
Tod, Himmel und Erde<br />
INHALT<br />
Das Multitalent Michel van der<br />
Aa über seine außergewöhnliche<br />
Oper Upload<br />
Impressum<br />
BREGENZER FESTSPIELE GMBH<br />
Platz der Wiener Symphoniker 1<br />
6900 Bregenz | Austria<br />
T +43 5574 407-5<br />
www.bregenzerfestspiele.com<br />
Herausgeber Bregenzer Festspiele GmbH<br />
Intendantin Elisabeth Sobotka<br />
24<br />
Zu wahr, um<br />
schön zu sein<br />
Ein Liederabend der anderen<br />
Art mit Nikolaus Habjan und<br />
der Musicbanda Franui<br />
32<br />
Vom Liebhaber<br />
zum Goldrausch<br />
Musik & Poesie im Seestudio<br />
Redaktion Kathrin Grabher, Lisa Kloos, Ingrid Lughofer<br />
Gestaltung moodley brand identity |<br />
Bregenzer Festspiele – Kathrin Grabher<br />
Druck Buchdruckerei Lustenau<br />
Lektorat Thorsten Bayer Text<br />
Tex te Jutta Berger (S. 4 ff.) | Arno Miller (S. 8 f.) |<br />
Bregenzer Festspiele (S. 12 f., S. 17) | Matthias Corvin<br />
(S. 14 ff.) | Julia Decker (S. 20 ff.) | Elisabeth Merklein<br />
(S. 24 ff.) | SWR4 (S. 27 l.) | Dallmayr Kaffee (S. 27 r.) |<br />
Juliane Koepp (S. 28 ff.) | Philip Fröwis, Olaf A. Schmitt<br />
(S. 32 f.) | Ö1 (S. 33 u.)<br />
Abbildungsnachweise Ralph@Larmann.com (Titelbild –<br />
Rigoletto, S. 2 l. u., S. 3 m. o, S. 13, S. 34) | Kathi Maurer<br />
(S. 2 l. o., S. 7 l.) | Dietmar Mathis (S. 2 m. u, S. 6) | Horst<br />
Jäger (S. 2 r. o.) | Stefan Kothner (S. 2 r. u.) | Sarah<br />
Wijzenbeek (S. 3 l. o, S. 20) | Toni Suter T+T Fotografie/<br />
Schauspielhaus Zürich (S. 3. l. u., S. 26) | Arno Declair<br />
(S. 3 m. o., S. 29, S. 31) | Anja Köhler, andereart (S. 3 m. u,<br />
S. 3 r., S. 7 r., S. 32) | Eva Bertram (S. 5) | Screenpix (S. 8) |<br />
Karl Forster (S. 10) | Michael Königshofer (S. 15) | Dshamilja<br />
Kaiser (S. 16) | akg-images, Fototeca Gilardi (S. 17) | Dutch<br />
National Opera (S. 23) | Theresa Pewal (S. 24) | SWR4<br />
(S. 27 l.) | Dallmayr Kaffee (S. 27 r.) | Ö1 (S. 33)<br />
Erschienen im Juni <strong>2021</strong>. Es gelten die<br />
AGB der Bregenzer Festspiele GmbH.<br />
Änderungen vorbehalten.<br />
Wir möchten darauf hinweisen, dass uns alle<br />
Geschlechter gleich wichtig sind, selbst wenn<br />
es uns manchmal nicht gelingen sollte, dies<br />
auch schriftlich auszudrücken.<br />
3
SPIEL AUF DEM SEE<br />
»WIE<br />
KUNSTBLUMEN<br />
ERSCHAFFEN«<br />
Kathi Maurer entwirft Kostüme. Für den Bregenzer Rigoletto schuf<br />
sie eine bunte Zirkuswelt.<br />
4
5<br />
RIGOLETTO
SPIEL AUF DEM SEE<br />
Sie kleiden das Rigoletto-Ensemble<br />
auf der Seebühne in bunte<br />
Farben, Fantasieuniformen,<br />
Glitzer. Schwelgen in Materialien<br />
und Farben. Wie kamen Sie auf<br />
diese Ideen?<br />
Kathi Maurer: Ja das stimmt, wir<br />
schwelgen in Farben. So eine Zirkuswelt<br />
entstehen zu lassen, da ist<br />
ein Traum für mich als Kostümbildnerin<br />
in Erfüllung gegangen. Mit<br />
Rigoletto für die Seebühne haben<br />
wir, Regisseur und Bühnenbildner<br />
Philipp Stölzl, Bühnenbildnerin<br />
Heike Vollmer und ich, uns mehr als<br />
zwei Jahre lang intensiv beschäftigt<br />
und großen Spaß dabei gehabt.<br />
Wie entstehen ganz generell Ihre<br />
Ideen für Ihre Arbeit?<br />
Zuerst einmal durch die Auseinandersetzung<br />
mit dem Werk und<br />
natürlich in vielen Gesprächen mit<br />
dem Regieteam. Erst dann setze<br />
ich mich an meinen Zeichentisch,<br />
blättere meine Bücher durch – die<br />
ganze Palette der Kunstgeschichte.<br />
Oder ich hole mir Anregungen in<br />
Filmen, in Ausstellungen. Es kann<br />
aber auch passieren, dass ich auf<br />
eine Idee komme, wenn ich zum<br />
Beispiel in der Straßenbahn einen<br />
interessanten Menschen sehe,<br />
der in das aktuelle Stück passen<br />
könnte. Die Figuren entwickle ich<br />
dann zeichnerisch, bis ich die<br />
ersten Entwürfe ans Regieteam<br />
zur Diskussion gebe.<br />
Findet der Gedankenaustausch via<br />
Bildschirm statt oder analog?<br />
Beides ist möglich. Mir ist aber das<br />
direkte Gespräch im Atelier lieber.<br />
Hier hängen alle meine fertigen<br />
Figurinen nebeneinander an der<br />
Wand. Man sieht sofort, ob sie<br />
zusammenpassen, ob sie korrespondieren.<br />
Man kann auch mal<br />
gemeinsam ein Buch durchblättern,<br />
Bilder abhängen, austauschen. Die<br />
künstlerische Zusammenarbeit ist<br />
viel inspirierender, wenn man sich<br />
wirklich gegenübersitzt. Es geht<br />
natürlich nicht immer, dass man<br />
sich trifft. Aber Philipp und ich<br />
wohnen beide in Berlin, da klappt<br />
das ganz gut.<br />
Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?<br />
Dass ich ganze Figuren erfinden<br />
darf und nicht nur ihre Kleidung.<br />
Zum Kostümbild gehört die Gesamterscheinung:<br />
Kleidung, Schuhe, Frisur,<br />
die Art, wie jemand geschminkt<br />
ist. Eigentlich ist das so, als würde<br />
ich Kunstblumen erschaffen, etwas<br />
zum Leben erwecken, das es noch<br />
nicht gibt.<br />
Wann wissen Sie, wer konkret in<br />
diesen Kostümen stecken wird?<br />
Im Idealfall, wenn ich noch zeichne.<br />
Dann kann ich mir das Gesicht, den<br />
Körper dazu vorstellen. Ich überlege,<br />
was an dem Menschen schön<br />
aussehen würde, wie er oder sie sich<br />
wohlfühlen könnte, und natürlich,<br />
was richtig wäre für die Theaterfigur.<br />
Die Künstlerinnen und<br />
Künstler sollen ja nicht ein Kostüm<br />
aufgepflanzt kriegen, das ihnen<br />
nicht entspricht.<br />
Sie haben 2019 zum ersten Mal für<br />
die Seebühne gearbeitet. Was ist<br />
in Bregenz anders?<br />
Die eigentliche Herausforderung ist<br />
die Größe der Bühne. Die Zuschauerinnen<br />
und Zuschauer sind sehr<br />
weit weg, die Figuren sind klein.<br />
Man muss schon sehr genau überlegen,<br />
wie man sie wiedererkennbar<br />
macht. Wir haben dazu für Rigoletto<br />
ein klares Farbkonzept geschaffen:<br />
Die Welt des Herzogs ist in Rottönen<br />
gehalten, Rot gilt als Farbe<br />
der Macht. Gilda trägt als einzige<br />
Blau, die Farbe der Sehnsucht.<br />
Rigoletto ist der Einzige in Gelb.<br />
Gelb war immer die Farbe der<br />
Narren. Die zweite große Herausforderung:<br />
Es gibt Fernseh-Aufzeichnungen,<br />
und die Kostüme<br />
müssen auch aus der Nähe gut<br />
wirken, den Kameras standhalten.<br />
Jedes Kostüm lebt ja durch das<br />
Detail. Oft sind es die Knöpfe, die<br />
Dekorationen oder die Nähte, die<br />
es erst lebendig machen.<br />
Und dann wäre da noch das Wetter ...<br />
Ja, es kann sehr heiß werden oder<br />
auch in Strömen regnen. Das alles<br />
muss ein Kostüm aushalten.<br />
Der Hofstaat des Herzogs als buntes Gauklervolk - das Regieteam von Rigoletto versetzt Verdis Oper in eine fantastische Zirkuswelt.<br />
6
Vom Entwurf, der sogenannten Figurine, auf die Bühne: In Handarbeit wurden<br />
die Kostüme für Rigoletto im Atelier der Bregenzer Festspiele erschaffen.<br />
RIGOLETTO<br />
Manchmal muss das Kostüm ja auch<br />
ins Wasser ...<br />
Dann pocht das Herz der Kostümbildnerin<br />
heftig. Aber unsere Kostüme<br />
haben bis jetzt alles gut überstanden.<br />
Sie sind fast noch schöner<br />
geworden, durch das Leben, das da<br />
reingekommen ist.<br />
Bei der Materialauswahl muss man<br />
am See wahrscheinlich umdenken?<br />
Das dachten wir anfänglich auch,<br />
es ist aber eigentlich nicht so. Für<br />
die Livreen haben wir beispielsweise<br />
Stoffe einer englischen Firma<br />
verwendet, die seit Jahrhunderten<br />
Uniformstoffe herstellt, aus richtig<br />
strapazierfähiger Wolle. Das funktioniert<br />
sehr gut. Auch die anderen<br />
Stoffe sind ganz gebräuchliche,<br />
aber eben qualitativ hochwertige<br />
Kleiderstoffe und haben alle Strapazen<br />
gut überlebt.<br />
Muss eine Kostümbildnerin eigentlich<br />
nähen können?<br />
Nein. Im Nähatelier der Bregenzer<br />
Festspiele mit der Kostümchefin<br />
Lenka Radecky und der Gewandmeisterin<br />
Janina Kobinger arbeitet<br />
ein tolles Team. Aber natürlich<br />
muss man sich als Kostümbildnerin<br />
mit Stoffen und Materialien gut<br />
auskennen und auch ein Gespür<br />
dafür haben.<br />
Sie haben auch Bühnenbild studiert,<br />
warum konzentrieren Sie sich aber<br />
auf das Kostüm?<br />
Richtig, ich habe bei einem wunderbaren<br />
Professor, Achim Freyer,<br />
an der Hochschule der Künste in<br />
Berlin Bühnenbild studiert. Ich fand<br />
das damals vernünftig, weil sich<br />
viele Theater nicht beides, Bühnenbildnerinnen<br />
und Kostümbildnerinnen,<br />
leisten können und habe es<br />
tatsächlich nie bereut. Trotzdem<br />
bin ich zu meiner großen Liebe, dem<br />
Kostüm, zurückgekehrt. Ich wollte<br />
das immer schon machen.<br />
Immer schon?<br />
Bereits als kleines Mädchen habe<br />
ich für die Puppenstube historische<br />
Kleider, die ich im Museum gesehen<br />
hatte, geschneidert. Rokoko-Kostüme<br />
und Kleider der 1920er-Jahre<br />
haben mir besonders gefallen. Die<br />
Mutter meiner besten Freundin war<br />
Schneiderin, in deren Werkstatt<br />
sind wir gesessen, haben genäht<br />
und Radio gehört.<br />
7<br />
Haben Sie die Entscheidung für<br />
das Theater während des vergangenen<br />
Jahres bereut?<br />
Nein. Es war zwar traurig, dass<br />
geplante Inszenierungen nicht<br />
stattfinden konnten und vielleicht<br />
auch nie stattfinden werden. Die<br />
Figurinen liegen in der Schublade<br />
und warten auf ihren Auftritt … Ich<br />
habe die unerwartet viele Zeit mit<br />
meiner Familie sehr genossen und<br />
wieder mehr gemalt. So ist ein gemaltes<br />
Corona-Tagebuch entstanden.<br />
Es zeigt, wie ich meine Umwelt<br />
in diesem Jahr erlebt habe.<br />
KATHI MAURER<br />
ist Kostümbildnerin für Oper<br />
und Schauspiel, u. a. für die<br />
Staatsoper Unter den Linden<br />
und die Deutsche Oper Berlin,<br />
die Kammerspiele München,<br />
die Volksoper Wien und das<br />
Theater Basel. Sie wurde in<br />
München geboren und studierte<br />
in London und Berlin, wo sie<br />
auch heute mit ihrer Familie lebt.
STETES FEILEN AN<br />
DER TECHNIK<br />
SPIEL AUF DEM SEE<br />
Die Bregenzer Festspiele bieten dem Publikum des Spiels auf dem<br />
See ein weltweit einzigartiges Klangerlebnis. Dahinter steht unter der<br />
Abkürzung BOA 2.0 ausgeklügelte Technik. Sie garantiert die<br />
akustische Raumsimulation auf höchstem Niveau. Dieses Jahr kommen<br />
270 schlanke Lautsprecher hinzu und verstärken bei den Besucherinnen<br />
und Besuchern den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein.<br />
Rund 100 Lautsprecher (grün) sind im Rigoletto-Bühnenbild versteckt und ermöglichen gemeinsam mit jenen im Zuschauerraum ein<br />
Raum- und Richtungshören. Den Röntgenblick mit allen technischen Installationen gibt's online auf vtour.bregenzerfestspiele.com.
Das Spiel auf dem See ist nicht<br />
nur für opulente Bühnenbilder<br />
und außergewöhnliche<br />
Inszenierungen bekannt, auch das<br />
Klangerlebnis steht für höchste<br />
Qualität. Das Tonsystem Bregenz<br />
Open Acoustics (BOA) begeisterte<br />
bei seiner Einführung vor bald<br />
20 Jahren gleichermaßen Publikum<br />
und Fachwelt. In einem mehrjährigen<br />
Projekt wird es zu BOA 2.0 weiterentwickelt.<br />
29 Lautsprecher-Masten<br />
in drei unterschiedlichen Höhen<br />
rund um die Seetribüne ersetzten<br />
bereits 2019 in einem ersten Schritt<br />
das bis dahin verwendete Lautsprecher-Band.<br />
Das so erzielte ausgewogene<br />
räumliche Klangerlebnis wird<br />
ab dieser Saison mit 270 zusätzlichen<br />
Lautsprechern noch gesteigert.<br />
Diese Lautsprecher sind unter<br />
30 Sitzreihen im Zentrum des Besucherbereiches<br />
angebracht. Unauffällig.<br />
Denn das Publikum soll nicht<br />
davon abgelenkt werden, wie und wo<br />
die Bregenzer Festspiele die Magie<br />
des perfekten Klangs entfalten.<br />
SYNCHRON SEHEN UND HÖREN<br />
Ein enormer technischer Aufwand<br />
ist dafür notwendig, mit der hochinnovativen<br />
Computertechnologie<br />
des neuen Tonmischpults als Herzstück<br />
und beeindruckender Rechnerleistung<br />
im Server-Hintergrund.<br />
Es geht schließlich darum, in den<br />
riesigen Dimensionen von Seebühne<br />
und Tribüne die akustischen, also<br />
physikalischen Gegebenheiten mit<br />
den Eigenschaften des menschlichen<br />
Gehörs in Einklang zu bringen.<br />
Experten könnten sich stundenlang<br />
in der Schilderung der entsprechenden<br />
Details verlieren. Lassen wir<br />
Clemens Wannemacher, Leiter der<br />
Tonabteilung, wenigstens kurz zum<br />
entscheidenden Gesetz der ersten<br />
Wellenfront ausholen. Es besagt: Wir<br />
ordnen als Hörende alle, auch zeitverzögerte<br />
Schallsignale jener Richtung<br />
zu, aus der das erste Signal bei<br />
uns eintrifft. »Folglich sollte es bei<br />
einer Musiktheateraufführung von<br />
dort kommen, wo wir die Sängerin<br />
oder den Sänger optisch wahrnehmen.<br />
Dieses sogenannte Richtungshören<br />
haben die Bregenzer Festspiele<br />
bereits seit Jahrzehnten<br />
erfolgreich umgesetzt.«<br />
Laienhaft ausgedrückt, entscheiden<br />
aber auch die Schallreflexionen<br />
über Wohlklang oder Dissonanz –<br />
beispielsweise jene, die vom Boden<br />
ausgehen. Genau hier kommen<br />
die neuen 270 Lautsprecher ins<br />
Spiel und zünden die nächste Stufe<br />
des qualitativen Hörgenusses.<br />
Sie werden über nicht weniger als<br />
96 verschiedene Kanäle angesteuert.<br />
»Auch hier geht es um die Synchronisation<br />
von Sehen und Hören: Die<br />
unterschiedlich langen Wege, die der<br />
Schall zwischen den verschiedenen<br />
Quellen auf der Seebühne und den<br />
weit auseinander liegenden Sitzplätzen<br />
auf der Tribüne zurücklegen<br />
würde, müssen überbrückt werden«,<br />
erklärt Wannemacher. Um diese<br />
Herausforderung an einer Zahl<br />
festzumachen: 70 Millisekunden<br />
beträgt die Verzögerung, mit der ein<br />
Ton aus der vorderen Mitte der Seebühne<br />
bei der entferntesten Reihe<br />
mit darunter verbauten Lautsprechern<br />
ankommt, gegenüber jener,<br />
die sich am nächsten befindet.<br />
70 Millisekunden klingen nach sehr<br />
wenig, sind in Wirklichkeit jedoch<br />
deutlich wahrnehmbar.<br />
NEUE ÜBERTITEL-ANLAGEN<br />
Die zusätzlichen Lautsprecher sind<br />
nicht die einzige technische Neuerung<br />
in diesem Festspielsommer.<br />
Eine weitere Verbesserung betrifft<br />
die beiden Übertitel-Anlagen links<br />
und rechts der Seebühne. Mobilkran<br />
und Taucher standen im Mai im Einsatz,<br />
um die zwei 4x1 Meter großen<br />
Installationen auszutauschen und<br />
im Seegrund zu verankern. Wurden<br />
bisher die Textzeilen auf Reflexionsflächen<br />
projiziert, kommt ab diesem<br />
Jahr LED-Technik zum Einsatz.<br />
»Damit lässt sich die Lichtstärke<br />
exakt steuern und optimal anpassen«,<br />
erklärt Adrian Boss von der<br />
Lichtabteilung, »der größte Vorteil<br />
für unser Publikum aber ist, dass<br />
die Übertitel nun auch aus extremen<br />
Blickwinkeln ohne Einschränkungen<br />
bestens lesbar sind.«<br />
SPIEL AUF DEM SEE<br />
RIGOLETTO<br />
Giuseppe Verdi<br />
Oper in drei Akten (1851) | Libretto<br />
von Francesco Maria Piave nach<br />
Victor Hugos Le Roi s'amuse (1832) |<br />
In italienischer Sprache mit<br />
deutschen Übertiteln<br />
Premiere<br />
22. Juli <strong>2021</strong> – 21.15 Uhr<br />
Vorstellungen<br />
siehe Spielplan in der Heftmitte<br />
RIGOLETTO<br />
9
»Spektakulär<br />
berührend«<br />
MAGAZIN »DIE BÜHNE« ÜBER RIGOLETTO<br />
Gute Unterhaltung wünschen die Hauptsponsoren
SICHER IN DEN<br />
FESTSPIELSOMMER<br />
FRAGEN UND ANTWORTEN RUND UM IHREN FESTSPIELBESUCH UND<br />
DAS COVID-19-PRÄVENTIONSKONZEPT DER BREGENZER FESTSPIELE<br />
BREGENZER FESTSPIELE<br />
Genuss und Sicherheit gehören<br />
diesen <strong>Sommer</strong> bei<br />
Veranstaltungen zusammen.<br />
Damit keines von beiden zu<br />
kurz kommt, haben die Bregenzer<br />
Festspiele auf Basis der Regelungen<br />
der österreichischen Regierung und<br />
in enger Abstimmung mit Behörden,<br />
Expertinnen und Experten ein<br />
Präventionskonzept erarbeitet.<br />
Nachstehend finden Sie alle Informationen<br />
rund um Ihren Besuch im<br />
Zusammenhang mit Covid-19.<br />
Welche Einlassregelungen<br />
gelten für die Veranstaltungen<br />
im Festspielsommer?<br />
Für die Teilnahme an den Veranstaltungen<br />
müssen alle Festspielgäste<br />
geimpft, genesen oder getestet<br />
sein. An Spielabenden werden<br />
die »3G« am Vorplatz des Festspielhauses<br />
kontrolliert. Einer der<br />
folgenden Nachweise, ausgestellt in<br />
englischer oder deutscher Sprache,<br />
ist verpflichtend zu erbringen:<br />
GETESTET Alle Gäste verpflichten<br />
sich dazu, einen von offizieller Stelle<br />
zertifizierten Test auf SARS-CoV-2<br />
mit negativem Ergebnis vorzuweisen.<br />
Gültig sind zertifizierte Selbsttests<br />
(24 h), von medizinischem<br />
Personal durchgeführte Antigen-<br />
Tests (48 h) und PCR-Tests (72 h).<br />
Der Nachweis kann in digitaler<br />
oder ausgedruckter Form vorgewiesen<br />
werden.<br />
GENESEN Ausgenommen von der<br />
Testpflicht sind Personen, die in<br />
den vergangenen sechs Monaten an<br />
Covid-19 erkrankt sind. Folgende<br />
Möglichkeiten eines Nachweises<br />
stehen zur Verfügung: ärztliche<br />
Bestätigung, Nachweis über neutralisierende<br />
Antikörper (für einen<br />
Zeitraum von drei Monaten), behördlicher<br />
Absonderungsbescheid<br />
(nach § 4 Abs. 18 EpiG).<br />
GEIMPFT Ab dem 22. Tag nach der<br />
ersten Impfung ist der Impfnachweis<br />
als Einlassdokument gültig.<br />
Als Nachweis gilt ein offizielles<br />
Impfdokument, das zum Zeitpunkt<br />
des Besuchs gültig ist.<br />
Welche Hygienemaßnahmen<br />
gelten für die Veranstaltungen<br />
im Festspielsommer?<br />
Es gelten die zum Zeitpunkt der<br />
Veranstaltungen vorgeschriebenen<br />
Abstands- und Hygienevorschriften.<br />
Details hierzu werden<br />
basierend auf den jeweiligen Öffnungsschritten<br />
in unserer Besucherinformation<br />
veröffentlicht.<br />
Wie erfolgt die Platzierung der<br />
Besucherinnen und Besucher?<br />
Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen<br />
ist im Festspielsommer<br />
eine Vollbelegung der Spielstätten<br />
möglich. Daher werden alle Sitzplätze<br />
belegt.<br />
Werden meine Festspielkarten<br />
personalisiert?<br />
Beim Kartenkauf werden bereits<br />
folgende Daten des Kartenkäufers<br />
gemäß der Datenschutzerklärung<br />
erhoben und verarbeitet: Vorname,<br />
Nachname, Adresse, Telefonnummer<br />
und/oder E-Mail-Adresse. Bei<br />
Verdacht auf eine Infektion werden<br />
diese Daten an die Gesundheitsbehörde<br />
weitergegeben. Der Kartenkäufer<br />
verpflichtet sich im Falle<br />
einer Covid-19-bedingten Kontaktnachverfolgung,<br />
alle Besucherinnen<br />
und Besucher seines Auftrags sowie<br />
der betreffenden Veranstaltung<br />
zu benennen und die entsprechenden<br />
behördlichen Hinweise an diese<br />
weiterzuleiten. Eine Personalisierung<br />
der einzelnen Tickets wird<br />
nicht vorgenommen.<br />
Welche Stornobedingungen<br />
gelten für den Festspielsommer?<br />
Wenn aufgrund von Einreisebestimmungen<br />
bzw. der Quarantäneregelung<br />
eine Teilnahme an der<br />
Veranstaltung nicht möglich ist,<br />
erstatten die Bregenzer Festspiele<br />
den Kartenwert. Bitte wenden<br />
Sie sich in diesem Fall per Mail an<br />
ticket@bregenzerfestspiele.com.<br />
Bitte beachten Sie aber, dass bei<br />
einer Erkrankung bzw. einer Absonderung<br />
Tickets nicht zurückgenommen<br />
werden. Wir empfehlen<br />
diesbezüglich den individuellen<br />
12
Keine<br />
Veranstaltung<br />
ohne Ticket!<br />
Anders als in den Vorjahren<br />
benötigen Festspielgäste<br />
in diesem <strong>Sommer</strong> auch<br />
bei kostenlosen Veranstaltungen<br />
Karten. Sie garantieren, dass die<br />
limitierte Anzahl der Personen<br />
im Publikumsbereich nicht überschritten<br />
wird. Für folgende<br />
Veranstaltungen werden Zählkarten<br />
ausgegeben:<br />
FESTSPIELGESPRÄCHE<br />
Gemeinsam mit dem ORF veranstaltet<br />
der Verein der Freunde der<br />
Bregenzer Festspiele auch heuer<br />
wieder morgendliche Festspielfrühstücke<br />
mit Künstlerinnen und<br />
Künstlern. Philipp Stölzl, Julia Jones<br />
und Hanna Herfurtner sind dabei<br />
von ihrer persönlichen und privaten<br />
Seite zu erleben. Bereits um 9.00 Uhr<br />
öffnet das Seefoyer zum Frühstück,<br />
das Gespräch selbst dauert von 9.30<br />
bis ca. 10.15 Uhr.<br />
SICHER IN DEN FESTSPIELSOMMER<br />
Abschluss einer Reiseversicherung<br />
mit entsprechendem Ausfallschutz.<br />
Welche Bestimmungen gelten für<br />
die Einreise nach Österreich?<br />
Zusätzliche Einblicke in ein Leben<br />
auf der Bühne bietet Kammersängerin<br />
Brigitte Fassbaender mit<br />
einer Lesung aus ihrer Biografie<br />
Komm' aus dem Staunen nicht heraus.<br />
Aktuelle Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen<br />
finden Sie auf<br />
der Website des Österreichischen<br />
Außenministeriums sowie auf der<br />
Seite von Österreich Tourismus:<br />
www.bmeia.gv.at | www.austria.info<br />
Wie verhalte ich mich, wenn<br />
Krankheitssymptome auftreten?<br />
Bei Auftreten von Krankheitssymptomen<br />
bitten wir Sie, von<br />
Veranstaltungen fernzubleiben.<br />
Detaillierte Informationen zu<br />
möglichen Beschwerden bei einer<br />
Covid-19-Erkrankung finden Sie<br />
unter anderem auf der Seite des<br />
Österreichischen Gesundheitsportals:<br />
www.gesundheit.gv.at.<br />
Die hier angeführten Informationen<br />
basieren auf dem Stand<br />
zum Redaktionsschluss dieses<br />
Magazins. Bitte informieren Sie<br />
sich vor Ihrem Festspielbesuch<br />
über die aktuell gültigen Bestimmungen<br />
auf unserer Website<br />
www.bregenzerfestspiele.com<br />
13<br />
EINFÜHRUNGSVORTRÄGE<br />
Die Einführungsvorträge zu den<br />
Orchesterkonzerten finden jeweils<br />
45 Minuten vor Beginn des Konzertes<br />
statt. Für das Opernstudio am<br />
Kornmarkt und die Produktionen<br />
auf der Werkstattbühne werden<br />
dieses Jahr keine Einführungsvorträge<br />
angeboten.<br />
Die Termine dieser Veranstaltungen<br />
finden Sie in der Heftmitte.<br />
Zählkarten erhalten Sie telefonisch<br />
unter +43 5574 407-5 sowie online<br />
unter www.bregenzerfestspiele.com.
ORCHESTERKONZERTE<br />
WASSERNIXEN<br />
IM BODENSEE<br />
Die Wiener Symphoniker feiern 75 Jahre Bregenzer Festspiele mit einer<br />
halbszenischen Aufführung von Richard Wagners Oper Das Rheingold.
Es gibt viele magische Musikmomente,<br />
doch dem Anfang<br />
von Richard Wagners Oper<br />
Das Rheingold wohnt ein ganz besonderer<br />
Zauber inne. Aus der Tiefe<br />
des Orchesters erwächst aus einem<br />
einzigen Ton allmählich das fließende<br />
Leben der Natur – geheimnisvoll<br />
und majestätisch zugleich. Wagners<br />
erste Oper der weltbekannten Tetralogie<br />
Der Ring des Nibelungen ist<br />
nun im Bregenzer Festspielhaus in<br />
einer halbszenischen Aufführung zu<br />
erleben. Gefeiert wird damit der<br />
75. Geburtstag der Bregenzer Festspiele.<br />
Seit der ersten Stunde mit dabei<br />
sind die Wiener Symphoniker, in<br />
diesem Konzert dirigiert von ihrem<br />
neuen Chef Andrés Orozco-Estrada.<br />
WIENER SYMPHONIKER<br />
Die szenische Realisation verantwortet<br />
der deutsche Regisseur<br />
Johannes Erath. Bei den Bregenzer<br />
Festspielen inszenierte er zuletzt<br />
2018 Berthold Goldschmidts Oper<br />
Beatrice Cenci und 2016 außerdem<br />
die Kammeroper Make no noise<br />
des tschechischen Komponisten<br />
Miroslav Srnka. Er kennt sich also<br />
gut aus mit den Gegebenheiten vor<br />
Ort. Dennoch ist dieses Rheingold<br />
auch für ihn eine ganz besondere<br />
Herausforderung. Er bezeichnet sie<br />
als »Ritt über den Bodensee«, da<br />
die Probezeit für solch ein einzelnes<br />
Konzert relativ kurz ist. Gerade das<br />
mache die Sache für ihn aber auch<br />
so spannend, da viel Spontaneität<br />
gefragt sei, so Erath.<br />
Besonders reizt ihn die Aufgabe,<br />
Konzert und Opern-Inszenierung<br />
miteinander zu verbinden: »Die<br />
Atmosphäre einer konzertanten<br />
Aufführung soll in diesem Rheingold<br />
erkennbar bleiben, aber das Tor<br />
zum Musiktheater wird aufgestoßen.«<br />
Auf der Bühne arbeitet<br />
Erath unter anderem mit Filmeinspielungen,<br />
verrät er im Vorfeld.<br />
Auf der Leinwand werde sogar ein<br />
lokaler Bezug hergestellt, etwa zur<br />
75-jährigen Geschichte der Bregenzer<br />
Festspiele. Auch sonst passe<br />
Wagners Oper gut zu Bregenz,<br />
erklärt der Regisseur, denn »das<br />
schimmernde Rheingold liegt ja<br />
gleich ums Eck begraben, so kann<br />
man es sich zumindest vorstellen.<br />
Auch die den Schatz bewachenden<br />
Wassernixen geistern vielleicht im<br />
Bodensee herum.«<br />
Nicht alles soll im Vorfeld verraten<br />
werden. Vielleicht aber nur so viel,<br />
dass die Sängerinnen und Sänger in<br />
dieser halbszenischen Aufführung<br />
15
ORCHESTERKONZERTE<br />
Auch in der halbszenischen Fassung von Das<br />
Rheingold möchte Johannes Erath Neues wagen<br />
und sein Publikum zum Staunen bringen.<br />
an verschiedenen Positionen um<br />
das Orchester platziert sind. Immer<br />
wieder geht es Erath in seinen<br />
Arbeiten darum, Neues zu wagen.<br />
Daher sein leidenschaftliches Plädoyer:<br />
»Wir müssen wieder versuchen,<br />
die Menschen zum Staunen<br />
zu bringen, denn das haben wir ein<br />
wenig verlernt.«<br />
Dieser Satz passt gut zu Wagners<br />
Kunstanschauung. Der Komponist<br />
erfand die deutschsprachige Oper<br />
mit mythologischen Sujets völlig<br />
neu. Das Orchester gestaltete er<br />
eigenständig sinfonisch und wie<br />
einen Kommentar zur Szene. So<br />
entwickelte er seine Idee eines Gesamtkunstwerks,<br />
in dem Bühnenbild,<br />
Handlung und Musik miteinander<br />
verschmelzen. Die von Wagner<br />
selbst verfassten Operntexte schöpfen<br />
aus vielen Quellen und dringen<br />
in die Tiefe der menschlichen<br />
Psyche vor. Sein Hauptwerk Der<br />
Ring des Nibelungen (mit den vier<br />
Opern Das Rheingold, Die Walküre,<br />
Siegfried und Götterdämmerung) ist<br />
eine Fortsetzungsgeschichte über<br />
den Weltmythos. Im Grunde nimmt<br />
er damit sogar das Konzept neuzeitlicher<br />
Kino-Mehrteiler wie Star Wars<br />
oder Der Herr der Ringe vorweg.<br />
Die erste komplette Aufführung<br />
des Rings fand vom 13. bis 17. August<br />
1876 im extra dafür errichteten<br />
Bayreuther Festspielhaus statt. Das<br />
Publikum saß im weiten Halbkreis<br />
auf Holzsitzen, das Orchester wurde<br />
zugedeckt und der Zuschauerraum<br />
erstmals in der Operngeschichte<br />
abgedunkelt. Das Ergebnis war<br />
ein intensives Theater-Erlebnis<br />
ohnegleichen. Wagner erzählt im<br />
Ring bekanntlich eine ewig gültige<br />
Sage über Geld, Macht, Liebe und<br />
die Bewahrung der Natur. Die einst<br />
so mächtigen Götter haben ausgedient,<br />
den Menschen gehört die<br />
noch ungewisse Zukunft. Zur Heldin<br />
wird die Halbgöttin Brünnhilde, da<br />
sie durch echte Liebe und klaren<br />
Blick am Ende das einzig Richtige<br />
tut: den Rheintöchtern das geraubte<br />
Gold zurückgibt und so das Gleichgewicht<br />
der Natur wiederherstellt.<br />
Die männlichen »Erlöser« Siegmund<br />
und Siegfried hingegen scheitern<br />
und sterben tragisch. Das weiß auch<br />
Regisseur Erath, wenn er erklärt:<br />
»Alle Frauen warnen im Ring, und<br />
alle ihre Vorhersagen treffen auch<br />
ein, während die Männer den Karren<br />
einfach gegen die Wand fahren.«<br />
In der als »Vorabend« bezeichneten<br />
ersten Oper Das Rheingold ist<br />
die Essenz des Ring des Nibelungen<br />
in gut zwei Stunden zusammengefasst.<br />
Für Erath sagt das Stück<br />
bereits die abschließende Götterdämmerung<br />
voraus, denn als die<br />
Götter im Schlussbild von Rheingold<br />
über eine Regenbogenbrücke in die<br />
neuerbaute Burg Walhall einziehen,<br />
kommentiert der Feuergott Loge<br />
spöttisch: »Ihrem Ende eilen sie zu.«<br />
Beim Gang in die teuer und unehrenhaft<br />
bezahlte neue Heimstätte fühlt<br />
sich keiner von ihnen so richtig wohl.<br />
Für Erath ist Rheingold aber auch<br />
das »witzigste Stück von Richard<br />
Wagner« mit einer gewissen Situationskomik.<br />
Daher funktioniere<br />
diese Oper so wunderbar in einem<br />
Festkonzert, denn »es geht mir auch<br />
darum, eine sinnliche Matinee zu<br />
schaffen, die man genießen kann<br />
und von der man gut unterhalten<br />
wird«, so Erath. Das Publikum<br />
erwartet also ein Erlebnis für Augen<br />
und Ohren: mit prachtvollem Orchesterklang,<br />
singenden und spielenden<br />
Akteuren sowie szenisch-filmischen<br />
Elementen.<br />
Doch was haben uns diese uralten<br />
Götterwelten heute überhaupt noch<br />
zu sagen? Dazu meint Erath: »Wir<br />
sind in einer christlichen Kultur aufgewachsen,<br />
in der vermittelt wurde,<br />
dass Gott uns nach seinem Abbild<br />
geschaffen hat. Aber in den antiken<br />
und germanischen Mythologien und<br />
auch bei Wagner werden die Götter<br />
nach unserem Abbild erschaffen.«<br />
Wagners Götterfiguren sind demnach<br />
auch unser Spiegelbild, und<br />
wir erkennen uns in ihrem Verhalten<br />
wieder. Daher ist der ganze Ring<br />
für Erath auch immer »ein wenig<br />
wie Der Denver-Clan« – nur eben<br />
in einer ganz anderen Kunstform<br />
und mit einer zentralen Botschaft:<br />
Alles, was wir auf und mit der Welt<br />
machen, hat Konsequenzen.<br />
ORCHESTERKONZERT<br />
WIENER SYMPHONIKER<br />
Dirigent Andrés<br />
Orozco-Estrada<br />
Szenische Einrichtung<br />
Johannes Erath<br />
Richard Wagner Das Rheingold<br />
1. August <strong>2021</strong> – 11.00 Uhr |<br />
Festspielhaus<br />
Die Orchesterkonzerte<br />
werden präsentiert von<br />
16
DER NIBELUNGEN-<br />
SCHATZ IN<br />
VORARLBERG<br />
Mit der Wiederentdeckung der Handschriften C und A<br />
im Palast Hohenems begann im 18. Jahrhundert<br />
die Erfolgsgeschichte des Nibelungenliedes.<br />
Das Nibelungenlied gilt als das<br />
berühmteste Heldenepos der<br />
mittelhochdeutschen Literatur.<br />
Es erzählt vom Drachentöter<br />
Siegfried, der die schöne Königstochter<br />
Kriemhild umwirbt und heiratet,<br />
von dessen heimtückischer Ermordung<br />
durch Hagen, welcher auch<br />
Siegfrieds Schatz im Rhein versenkt,<br />
und von Kriemhilds blutiger Rache<br />
mit Hilfe des Hunnenkönigs Etzel.<br />
Um 1200 von einem unbekannten<br />
Dichter in Passau verfasst, beruht<br />
die strophische Dichtung auf den<br />
mündlich überlieferten Sagen vom<br />
Sieg der Hunnen über die Burgunder<br />
im Jahr 436 n. Chr. Zur Zeit der sogenannten<br />
Völkerwanderung trugen<br />
sich diese Geschichten bis weit über<br />
die Landesgrenzen hinaus.<br />
Künstler aller Gattungen verarbeiteten<br />
den Stoff in ihren Werken, so<br />
auch Richard Wagner in Der Ring<br />
des Nibelungen, und auch die Politik<br />
machte sich seine Helden zunutze.<br />
Seit 2009 zählen die Schriften zum<br />
Weltdokumentenerbe der UNESCO.<br />
In Hohenems widmet sich ein kleines<br />
Museum dem Nibelungen-Thema<br />
und dessen Umsetzung für Bühne<br />
und Leinwand (Öffnungszeiten auf<br />
www.schubertiade.at). Und wer weiß,<br />
vielleicht lohnt sich beim Besuch ein<br />
Umweg zum Hohenemser Alten<br />
Rhein, denn noch ist Siegfrieds<br />
Schatz verschollen …<br />
DAS NIBELUNGENLIED<br />
Im Laufe der Jahrhunderte geriet<br />
das Nibelungenlied in Vergessenheit.<br />
Das änderte sich, als 1755 und 1779 im<br />
Palast der Vorarlberger Kleinstadt<br />
Hohenems zwei Handschriften der<br />
Dichtung wiederentdeckt wurden.<br />
Es wird vermutet, dass die kunst- und<br />
literaturaffinen Grafen von Hohenems,<br />
Jakob Hannibal I. (1530 – 1587)<br />
und Caspar (1573 – 1640), die Schriften<br />
erworben hatten. Das Nibelungenlied,<br />
wahrgenommen als Kulturerbe<br />
der kämpferischen Germanen,<br />
wurde binnen weniger Jahrzehnte<br />
zum Epos einer ganzen Nation.<br />
In 39 Aventurien erzählt das Nibelungenlied von Liebe, Macht und Rachsucht.<br />
17
PROGRAMM<br />
ÜBERSICHT<br />
SPIELPLAN <strong>2021</strong><br />
SPIEL AUF DEM SEE<br />
RIGOLETTO<br />
Giuseppe Verdi<br />
Musikalische Leitung Julia Jones,<br />
Daniel Cohen<br />
Inszenierung Philipp Stölzl<br />
22., 23., 24., 25., 27., 28., 29.,<br />
30. und 31. Juli – 21.15 Uhr<br />
1., 3., 4., 5., 6., 7., 8., 10., 11., 12.,<br />
13., 14., 15., 17., 18., 19., 20.,<br />
21. und 22. August – 21.00 Uhr<br />
OPER IM FESTSPIELHAUS<br />
NERO<br />
Arrigo Boito<br />
Musikalische Leitung Dirk Kaftan<br />
Inszenierung Olivier Tambosi<br />
21. Juli und 2. August – 19.30 Uhr<br />
25. Juli – 11.00 Uhr<br />
THEATER AM KORNMARKT<br />
MICHAEL KOHLHAAS<br />
Heinrich von Kleist<br />
Inszenierung Andreas Kriegenburg<br />
Mit Max Simonischek u. a.<br />
23., 24. und 25. Juli – 19.30 Uhr<br />
WERKSTATTBÜHNE<br />
UPLOAD<br />
Michel van der Aa<br />
Musikalische Leitung Otto Tausk<br />
Inszenierung | Filmskript Michel van der Aa<br />
29. und 30. Juli – 20.00 Uhr<br />
THEATER KOSMOS<br />
LOHN DER NACHT<br />
Bernhard Studlar<br />
Inszenierung Jana Vetten<br />
5., 6. und 7. August – 20.00 Uhr<br />
OPERNSTUDIO AM KORNMARKT<br />
DIE ITALIENERIN IN ALGIER<br />
Gioachino Rossini<br />
Musikalische Leitung Jonathan Brandani<br />
Inszenierung Brigitte Fassbaender<br />
16., 18., 20. und 21. August – 19.30 Uhr<br />
SEESTUDIO | FESTSPIELHAUS<br />
MEISTERKLASSE<br />
BRIGITTE FASSBAENDER<br />
Solistinnen und Solisten des Opernstudios<br />
der Bregenzer Festspiele<br />
15. Juli – 19.30 Uhr<br />
WERKSTATTBÜHNE<br />
WIND<br />
Alexander Moosbrugger<br />
Raum Flaka Haliti<br />
Musikalische Leitung Michael Wendeberg<br />
19., 20. und 21. August – 20.00 Uhr<br />
FESTSPIELHAUS<br />
ALLES NICHT WAHR<br />
Mit Liedern von Georg Kreisler<br />
Puppenspiel | Gesang | Rezitation<br />
Nikolaus Habjan<br />
Musicbanda Franui<br />
11. August – 17.30 Uhr<br />
SEESTUDIO | FESTSPIELHAUS<br />
IHR SEID BEREITS EINGESCHIFFT<br />
Eine Kreation von Silvia Costa<br />
13., 14. und 15. August – 16.00 Uhr
TICKET CENTER<br />
T +43 5574 407-5<br />
ticket@bregenzerfestspiele.com<br />
www.bregenzerfestspiele.com<br />
FESTSPIELHAUS<br />
ORCHESTERKONZERTE<br />
WIENER SYMPHONIKER<br />
26. Juli – 19.30 Uhr<br />
Dirigent Andrés Orozco-Estrada<br />
Joseph Haydn Die Schöpfung<br />
SEESTUDIO | FESTSPIELHAUS<br />
MUSIK & POESIE<br />
25. Juli – 19.30 Uhr<br />
STROZZI – BACH – LARCHER<br />
Tenor Julian Prégardien<br />
Klavier Tamar Halperin<br />
1. August – 11.00 Uhr<br />
Dirigent Andrés Orozco-Estrada<br />
Szenische Einrichtung Johannes Erath<br />
Richard Wagner Das Rheingold<br />
8. August – 11.00 Uhr<br />
Dirigent Omer Meir Wellber<br />
Charles Ives The Unanswered Question<br />
Richard Strauss Konzert für Oboe und Orchester<br />
Anton Bruckner Symphonie Nr. 6 A-Dur<br />
KUNSTHAUS BREGENZ<br />
KONZERT IM KUB<br />
THE PRESENT<br />
10. August – 21.00 Uhr<br />
KINDER- & JUGENDPROGRAMM<br />
CROSSCULTURE<br />
BRASS EROICO BLASORCHESTERMATINEE<br />
Musikalische Leitung Martin Kerschbaum<br />
Absolventen des 5. Internationalen Blasmusik-<br />
Camps, Dozenten der Wiener Symphoniker<br />
15. August – 11.00 Uhr<br />
FESTSPIELHAUS<br />
ORCHESTERKONZERT<br />
SYMPHONIE ORCHESTER VORARLBERG<br />
22. August – 11.00 Uhr<br />
Dirigent Leo McFall<br />
Ludwig van Beethoven Ouvertüre zu Egmont, op. 84<br />
Joseph Haydn Sinfonia concertante Hob. I:105<br />
Thomas Larcher Symphonie Nr. 3<br />
1. August – 19.30 Uhr<br />
VERDI – BOITO – FACCIO<br />
HABE-Quartett<br />
Sprecher Olaf A. Schmitt<br />
8. August – 19.30 Uhr<br />
GOLD – GELD – GIER<br />
Erzähler Michael Köhlmeier<br />
Klavier Gabriel Meloni<br />
PFARRKIRCHE ST. GEBHARD<br />
FESTMESSE<br />
18. Juli – 10.00 Uhr<br />
Damen des Bregenzer Festspielchors<br />
Symphonieorchester Vorarlberg<br />
Dirigent Benjamin Lack<br />
Johann Michael Haydn Missa sub titulo<br />
Sancti Leopoldi<br />
FESTSPIELHAUS<br />
FESTSPIELGESPRÄCHE<br />
Festspielfrühstücke im Seefoyer<br />
Philipp Stölzl 18. Juli – 9.30 Uhr<br />
Julia Jones 1. August – 9.30 Uhr<br />
Hanna Herfurtner 15. August – 9.30 Uhr<br />
Lesung im Seestudio<br />
Kammersängerin Brigitte Fassbaender<br />
liest aus ihrer Biografie<br />
Komm' aus dem Staunen nicht heraus<br />
7. August – 11.00 Uhr<br />
SPIELPLAN <strong>2021</strong>
WERKSTATTBÜHNE<br />
20
»ICH MAG DIESEN<br />
PLATZ ZWISCHEN<br />
LEBEN UND TOD,<br />
UPLOAD<br />
ZWISCHEN HIMMEL<br />
UND ERDE«<br />
PHILOSOPHIE UND SCIENCE-FICTION: DER KOMPONIST UND REGISSEUR<br />
MICHEL VAN DER AA ERZÄHLT IN SEINER OPER UPLOAD VON EINER<br />
VATER-TOCHTER-BEZIEHUNG UND SPANNT EINEN BOGEN VOM SINN<br />
DES LEBENS ZU KÜNSTLICHER INTELLIGENZ. IM INTERVIEW ERZÄHLT<br />
ER, WAS IHN AN TECHNIK REIZT UND WAS IHN WIRKLICH BERÜHRT.
WERKSTATTBÜHNE<br />
Der Protagonist der Oper<br />
Upload möchte unsterblich<br />
werden, indem er seinen<br />
Geist nach seinem Tod in eine Art<br />
Cloud hochlädt. Wie sind Sie auf<br />
das Thema gekommen?<br />
Michel van der Aa: Vor einigen<br />
Jahren habe ich über genau diese<br />
Idee gelesen: Die theoretische<br />
Möglichkeit, seinen Geist nach dem<br />
eigenen Tod hochzuladen – mich<br />
hat diese Vorstellung nicht mehr<br />
losgelassen. Und da entstand irgendwann<br />
der Wunsch, eine Oper daraus<br />
zu machen. Ich bin ein Nerd, ein<br />
Technikfreak, mich interessiert, was<br />
in den Wissenschaften gerade los<br />
ist und welche technische Neuerungen<br />
es gibt. Ich habe mich dann mit<br />
den beiden Dramaturgen, Madelon<br />
Kooijman und Niels Nuijten zusammengesetzt<br />
und angefangen, zu dem<br />
Thema weiter zu recherchieren.<br />
Die Oper handelt von der Endlichkeit<br />
des Lebens. Sie sind Anfang 50,<br />
hätten Sie auch eine Oper über den<br />
Tod schreiben können, als Sie noch<br />
jünger waren?<br />
Ja. Ich mochte diesen Platz zwischen<br />
Leben und Tod, zwischen<br />
Himmel und Erde schon immer. Ein<br />
sehr interessanter Ort, den es lohnt,<br />
genauer zu betrachten. Ich habe ein<br />
Triptychon aus drei Opern gemacht,<br />
die erste hieß Afterlife, die zweite<br />
Sunken Garden. Damals war ich<br />
erst Mitte dreißig. Upload ist nun<br />
der Abschluss.<br />
Wen wollen Sie erreichen: die Jungen,<br />
die an die technischen Neuerungen<br />
gewöhnt sind oder die Alten, die sich<br />
Gedanken über das Ende des Lebens<br />
machen?<br />
Ich möchte natürlich beide Gruppen<br />
ansprechen. Mein Opernpublikum<br />
ist zum Glück sehr divers, vom Alter<br />
her und von den Interessen. Da kommen<br />
nicht nur strenge Opernfreunde<br />
im klassischen Sinne, sondern auch<br />
Menschen, die sich für Visual Art<br />
interessieren oder für Filmkunst.<br />
Meine Stücke behandeln immer<br />
Dinge, die mich persönlich faszinieren.<br />
Und dann hoffe ich, dass das<br />
viele andere Menschen anspricht<br />
und interessiert. Bei Upload sind es<br />
tiefe philosophische Fragen.<br />
Was ist denn die philosophische<br />
Essenz des Stückes?<br />
Die Frage, was es heißt zu leben.<br />
Der Vater und Protagonist der<br />
Oper denkt zu Beginn, dass es nicht<br />
unbedingt einen Körper braucht um<br />
zu existieren. Seine Tochter sieht<br />
das aber ganz anders. Sie möchte<br />
nicht, dass irgendjemand hochgeladen<br />
wird, und ist überhaupt nicht<br />
mit der Sicht ihres Vaters auf das<br />
Leben einverstanden.<br />
Aber es könnte doch jeder so<br />
entscheiden, wie er oder sie es<br />
für richtig hält?<br />
Eigentlich schon, aber die Entscheidung<br />
der Tochter wird ein großes<br />
Problem für den Vater: Seine Tochter<br />
wird älter werden und sterben, er<br />
jedoch beziehungsweise sein Upload,<br />
wird für immer im gleichen Alter<br />
bleiben. Ihm wird immer klarer, dass<br />
das ein hartes Los für ihn sein wird.<br />
Und eine einsame wie auch immer<br />
geartete Existenz.<br />
Muss man sich mit künstlicher<br />
Intelligenz auskennen, um Gefallen<br />
an Upload zu finden?<br />
Nein, gar nicht. Ich wollte keine<br />
Geschichte über die Möglichkeiten<br />
der Technologie erzählen. Ich wollte<br />
ein anderes, vielleicht größeres<br />
Thema anfassen: Was macht uns<br />
zu Menschen? Braucht man einen<br />
Körper, um Mensch zu sein?<br />
Haben Sie Antworten gefunden?<br />
Das Stück gibt keine. Aber es gibt<br />
Anregungen, um sich selbst auf<br />
die Suche nach Antworten zu<br />
machen. In der Oper geht es immer<br />
wieder um die Vor- und Nachteile<br />
des ewigen Lebens. Auch die ethischen<br />
Implikationen einer Kopie<br />
eines Menschen. Ist die Kopie immer<br />
noch der gleiche Mensch? Hat<br />
die Kopie die gleichen Rechte wie<br />
die biologische Version der Person?<br />
Auch ohne Körper?<br />
Der Vater in der Oper versucht,<br />
durch den Upload ein Trauma zu<br />
überwinden, um glücklicher zu<br />
sein. Ist das permanente Streben<br />
nach Glück im Leben sinnvoll?<br />
»Mir ist es lieber, wenn<br />
das Publikum angeregt<br />
über philosophische<br />
Themen diskutiert als über<br />
technische Finesse.«<br />
Auch das ist eine der Fragen im<br />
Stück. Würde man die Menschen<br />
von ihren Traumata befreien,<br />
wären sie noch dieselben? Es sind<br />
schließlich auch die schrecklichen<br />
Erlebnisse, die unsere Persönlichkeit<br />
formen und ausmachen. In der<br />
Oper sehen wir: Die Suche nach<br />
ständiger Glückseligkeit geht nicht<br />
unbedingt gut aus. Das lasse ich<br />
als Cliffhanger mal so stehen. Mehr<br />
verrate ich nicht.<br />
22
zusätzliches Instrument, das<br />
man in die Komposition einbauen<br />
kann. Seit der Band Kraftwerk<br />
und den Komponisten Karlheinz<br />
Stockhausen oder György Ligeti<br />
sind elektronische Klänge Teil der<br />
zeitgenössischen Musik. Sie klingen<br />
fast schon »alt«.<br />
In welchen Klangwelten bewegt<br />
sich Upload?<br />
Die szenische Uraufführung der Filmoper Upload ist diesen<br />
Festspielsommer auf der Werkstattbühne zu erleben.<br />
Warum erzählen Sie von einer<br />
Tochter und ihrem Vater und nicht,<br />
zum Beispiel, von einer Mutter und<br />
ihrem Sohn?<br />
Wir haben lange im Team diskutiert,<br />
in welchem Verhältnis die Protagonisten<br />
zueinander stehen sollen.<br />
Am Ende erschienen uns Vater und<br />
Tochter unter psychologischen Aspekten<br />
am interessantesten. Er ist<br />
alleinerziehend, eine Mutter kommt<br />
nicht vor. Die Entscheidung, seinen<br />
Geist hochzuladen, fällt er ganz allein.<br />
Darüber entfacht sich ein großer<br />
Streit, das ist der Beginn der Oper.<br />
Ihr Stück ist eine »Filmoper«. Was<br />
kann man sich darunter vorstellen?<br />
Die Inszenierung hat eine filmische<br />
Ebene. Aber der Film wird nicht so<br />
eingesetzt, dass die Handlung auf<br />
der Bühne stoppt und wir einen Film<br />
präsentieren. Der Film hilft, den<br />
Raum auf der Bühne zu vergrößern.<br />
Neben Filmsequenzen verwenden<br />
Sie eine Menge technischer Effekte.<br />
Welcher ist der eindrucksvollste?<br />
Jeder elektronische Effekt, die<br />
Filme, all die multimedialen Dinge<br />
stehen im Dienst des Librettos: Sie<br />
sollen die Geschichte möglichst<br />
gut erzählen. Mir ist lieber, wenn<br />
das Publikum nach Hause geht und<br />
angeregt über die philosophischen<br />
Themen diskutiert, als wenn es<br />
nur von der großartigen Bühne<br />
schwärmt oder von der wahnsinnigen<br />
technischen Finesse.<br />
Warum dann nicht auf diese<br />
Effekte verzichten?<br />
Wir sind täglich mit so viel raffinierter<br />
Technik umgeben, sind ständig<br />
mit unseren iPhones beschäftigt –<br />
unsere gesamte Kommunikation<br />
läuft über beeindruckende Technik.<br />
Es wäre komisch, keine technischen<br />
Neuerungen auf der Bühne zu<br />
verwenden. Deshalb möchte ich, als<br />
Regisseur im Jahr <strong>2021</strong>, alle diese<br />
Werkzeuge nutzen. Im 19. Jahrhundert<br />
haben die Komponisten auch<br />
die Tuba und das Schlagwerk zu<br />
ihren Werken hinzugefügt – völlig<br />
neue Erfindungen zu dieser Zeit.<br />
Ich nutze in meiner Inszenierung<br />
Motion-Capture-Verfahren und<br />
3D-Filme. Das ist eigentlich genau<br />
das Gleiche.<br />
Wenn es im Theater oder in Filmen<br />
um die Zukunft geht, wird gemeinhin<br />
oft mit elektronischen Klängen<br />
gearbeitet. Ist das ein Klischee?<br />
Für mich sind die elektronischen<br />
Klänge wie eine Extrafarbe, ein<br />
Die Vertonung beruht auf einem<br />
kammermusikalischen Ensemble,<br />
elektronische Klänge erweitern den<br />
Sound. Es geht von einem Solo der<br />
Hammondorgel bis zu großen orchestralen<br />
Klängen, die das Publikum<br />
komplett umhüllen, weil wir mit sehr<br />
vielen Boxen arbeiten.<br />
Sie haben komponiert, inszeniert,<br />
sich um das Filmskript gekümmert:<br />
Es scheint, Sie halten gerne alle<br />
Fäden in der Hand. Welchen Part<br />
hätte am ehesten eine künstliche<br />
Intelligenz übernehmen können?<br />
Keinen. Ich will eine ganz persönliche<br />
Geschichte erzählen. Das ist mir viel<br />
wichtiger als die ganze Technologie.<br />
Ich möchte die Menschen berühren<br />
und das kann nur ein Mensch richtig<br />
gut. Bisher zumindest.<br />
WERKSTATTBÜHNE<br />
UPLOAD<br />
Michel van der Aa<br />
Filmoper (<strong>2021</strong>) | Libretto vom<br />
Komponisten | In englischer<br />
Sprache mit deutschen Übertiteln |<br />
Szenische Uraufführung<br />
Premiere<br />
29. Juli <strong>2021</strong> – 20.00 Uhr<br />
Vorstellung<br />
30. Juli – 20.00 Uhr |<br />
Werkstattbühne<br />
Kompositionsauftrag und<br />
Koproduktion von De Nederlandse<br />
Opera, Amsterdam; Oper Köln;<br />
Bregenzer Festspiele; Park Avenue<br />
Armory, New York; Ensemble Musik-<br />
fabrik Köln; doubleA Foundation<br />
UPLOAD<br />
23
FESTSPIELHAUS<br />
24
ZU WAHR, UM<br />
SCHÖN ZU SEIN<br />
PUPPENSPIELER NIKOLAUS HABJAN UND DIE MUSICBANDA FRANUI<br />
LADEN ZU EINEM LIEDERABEND DER ANDEREN ART: IN IHREM NEUEN<br />
PROGRAMM ALLES NICHT WAHR WERDEN GEORG KREISLERS BITTER-<br />
BÖSE EVERBLACKS ZUM BESTEN GEGEBEN – VON EINER SCHILLERNDEN<br />
GRANDE DAME, DIE KEIN BLATT VOR IHR KLAPPMAUL NIMMT.<br />
ALLES NICHT WAHR<br />
Mit wehender Federboa und<br />
funkelnden Strasssteinaugen<br />
gibt sich Lady Bug<br />
leidenschaftlich Kreislers schwarzen<br />
Liedern hin. Die mondän gealterte<br />
Soubrette ist mit den Musikerinnen<br />
und Musikern von Franui auf Abschiedstournee.<br />
Und das schon seit<br />
17 Jahren! Im Lauf des Abends<br />
fordert allerdings ihr Künstlername<br />
einen fatalen Tribut: Lady Bug<br />
bedeutet übersetzt schließlich nicht<br />
nur Marienkäfer, sondern könnte<br />
auch auf einen Programmfehler hindeuten.<br />
Die Puppendiva muss nolens<br />
volens erkennen, dass hier nur mit ihr<br />
gespielt wird – und zwar von keinem<br />
Geringeren als Nikolaus Habjan.<br />
Der 33-jährige Grazer ist ein<br />
Multitalent, wie es im Buche steht:<br />
Puppenspieler, -designer und -bauer,<br />
Stimmenimitator, Schauspieler,<br />
Sänger, Autor, studierter Musiktheaterregisseur<br />
und fast nebenbei<br />
einer der besten Kunstpfeifer<br />
der Welt. Mit seinen verstörenden,<br />
berührenden und herrlich zynischen<br />
Puppenstücken für Erwachsene<br />
füllt er längst die großen Theaterund<br />
Opernhäuser im ganzen<br />
deutschsprachigen Raum, drei<br />
Nestroys kann er mittlerweile<br />
sein Eigen nennen.<br />
GROTESKE CHARAKTERKÖPFE<br />
Seine Berufung hat Nikolaus<br />
Habjan früh entdeckt. Als er mit fünf<br />
Jahren eine Aufführung des Salzburger<br />
Marionettentheaters von Mozarts<br />
Zauberflöte sah, standen die<br />
nächsten Geburtstags-, Weihnachtsund<br />
Osterwünsche fest: genügend<br />
Marionetten, um selbst Opern<br />
spielen zu können. Die Puppenvorstellungen<br />
im Kinderzimmer wurden<br />
für die Eltern und Gäste des Hauses<br />
fortan zum Pflichtprogramm, mit<br />
der Schreibtischlampe als Scheinwerfer<br />
und dem Luftbefeuchter<br />
als Nebelmaschine.<br />
Die lebensgroßen Klappmaulpuppen,<br />
die heute zum Einsatz kommen<br />
und die Habjan selbst entwirft<br />
und baut, hat er als Jugendlicher<br />
in Workshops bei Neville Tranter<br />
kennengelernt. Der Stil des australischen<br />
Puppenkünstlers sollte ihn<br />
maßgeblich prägen. Wie Tranters<br />
Figuren sind auch die Wesen aus der<br />
Habjan'schen Werkstatt groteske<br />
Charakterköpfe, mit Gesichtszügen<br />
so skurril wie das, was sie von sich<br />
geben. Und wie sein Lehrer bleibt<br />
Nikolaus Habjan auf der Bühne<br />
sichtbar – und rückt genau dadurch<br />
in den Hintergrund, denn die Puppe<br />
lenkt innerhalb kürzester Zeit alle<br />
Blicke auf sich.<br />
Gegenüber Marionetten haben die<br />
Klappmaulpuppen zudem einen entscheidenden<br />
Vorteil: Ihre Bedienung<br />
ist so einfach und direkt, dass sie<br />
dem Spieler viele Freiheiten erlauben<br />
und blitzschnelles Improvisieren<br />
möglich machen. Eine Spezialität<br />
Habjans, die ihm auch bei der Arbeit<br />
mit Georg Kreislers Liedern zugutekommt.<br />
Das ist nämlich eine weitere<br />
Passion, die bereits in jungen Jahren<br />
ihren Anfang nahm.<br />
25
FESTSPIELHAUS<br />
NIKOLAUS HABJAN sorgt mit seinen<br />
selbstgebauten Klappmaulpuppen im<br />
In- und Ausland für Furore. Er studierte<br />
in Wien Musiktheaterregie, als Puppenspieler<br />
und Kunstpfeifer ist er Autodidakt.<br />
Der Durchbruch gelang ihm 2012 am<br />
Wiener Schubert Theater mit dem eindringlichen<br />
Stück F. Zawrel – erbbiologisch<br />
und sozial minderwertig, das mit einem<br />
Nestroy ausgezeichnet wurde. Zu seinen<br />
neuesten Inszenierungen zählen Salome<br />
am Theater an der Wien, Die Entführung<br />
aus dem Serail an der Oper Dortmund<br />
und Der Leichenverbrenner am Wiener<br />
Burgtheater.<br />
VERHÄNGNISVOLLES<br />
TAUBENVERGIFTEN<br />
Schon in der Kindheit lief Kreislers<br />
Musik auf Kassette rauf und runter,<br />
und der kleine Nikolaus sang kräftig<br />
mit. Natürlich wählte er dann auch<br />
das berühmte Lied vom Taubenvergiften,<br />
als er in der Volksschule sein<br />
Lieblingslied vortragen sollte – woraufhin<br />
seine Mutter prompt bei der<br />
Direktorin vorgeladen wurde, um<br />
die bedenklichen tierquälerischen<br />
Neigungen des Sohnes zu erklären.<br />
Georg Kreislers Einfluss auf Habjans<br />
Schaffen ist unverkennbar.<br />
Der schwarze Humor, bei dem das<br />
Lachen im Hals stecken bleibt,<br />
und die tiefen Abgründe hinter<br />
gemütlicher Walzerseligkeit sind<br />
inzwischen zu seinem eigenen Markenzeichen<br />
geworden. Schon das<br />
erste Puppentheaterstück Schlag<br />
sie tot, mit dem er 2008 am Wiener<br />
Schubert Theater sein Debüt feierte,<br />
nahm das gleichnamige Kreisler-<br />
Lied zum Ausgangspunkt. Und die<br />
Liebe zu dem 2011 verstorbenen<br />
Wortjongleur zieht sich auch wie ein<br />
roter Faden durch seine Zusammenarbeit<br />
mit der Musicbanda Franui.<br />
AUF EINER WELLENLÄNGE<br />
Zwischen dem Puppenspieler und<br />
dem zehnköpfigen Ensemble aus<br />
Osttirol hat die Chemie auf Anhieb<br />
gestimmt. Seit sechs Jahren stehen<br />
sie regelmäßig gemeinsam auf der<br />
Bühne, zwei Kreisler-Produktionen<br />
haben sie bereits miteinander konzipiert:<br />
2017 feierte Wien ohne Wiener<br />
am Wiener Volkstheater Premiere,<br />
ein Jahr später folgte Ausschliesslich<br />
Inländer am Schauspielhaus Zürich.<br />
Die Musicbanda, die vor allem für<br />
ihre ungewöhnlichen Liedbearbeitungen<br />
von Franz Schubert, Robert<br />
Schumann, Johannes Brahms und<br />
Gustav Mahler bekannt ist, geht<br />
an Kreislers Werk genauso heran<br />
wie an die alten Meister. Denn die<br />
Melodien mögen zwar eingängige<br />
Gassenhauer sein, simpel sind<br />
sie keineswegs. Der Klavierpart<br />
wird für die unverwechselbare<br />
Franui-Besetzung aus Bläsern,<br />
Streichern und Volksmusikinstrumenten<br />
wie Zither und Hackbrett<br />
neu arrangiert und weitergedacht.<br />
Im kongenialen Zusammenspiel<br />
mit Habjan – und der fulminanten<br />
Frontfrau Lady Bug – entsteht<br />
daraus ein schräges Puppengesamtkunstwerk,<br />
das auch vermeintlich<br />
allzu bekannten Ohrwürmern unerhörte<br />
Facetten entlockt. Gerade<br />
weil nicht versucht wird, Georg<br />
Kreisler nachzuahmen, wird Alles<br />
nicht wahr dem Ausnahmekünstler<br />
mehr als gerecht. Seine Musik, sein<br />
zeitloser Humor und seine beißende<br />
Gesellschaftskritik erstrahlen im<br />
leuchtendsten Pechschwarz.<br />
FESTSPIELHAUS<br />
ALLES NICHT WAHR<br />
Musicbanda Franui | Habjan<br />
Mit Liedern von Georg Kreisler<br />
11. August – 17.30 Uhr |<br />
Festspielhaus<br />
26
EIN HAUCH VON<br />
»DOLCE VITA«<br />
Unsterblich<br />
mit Kaffee<br />
ENDLICH WIEDER EIN EVENTSOMMER MIT<br />
SWR4 BADEN-WÜRTTEMBERG<br />
Große Freude bei allen<br />
Fans, die wieder gemeinsam<br />
Musik und Konzerte<br />
erleben wollen: Nach langer<br />
Veranstaltungspause bietet SWR4<br />
Baden-Württemberg gleich sechs<br />
bemerkenswerte Abende mit<br />
großartigen Künstlerinnen und<br />
Künstlern. Beatrice Egli, Giovanni<br />
Zarrella und viele mehr können<br />
es auch kaum erwarten, endlich<br />
wieder ihre Musik live auf der<br />
Bühne zu spielen.<br />
Ein Hauch von »Dolce Vita« weht<br />
am 1. August <strong>2021</strong> über den Bodensee,<br />
wenn Giovanni Zarrella zu<br />
einem ganz besonderen <strong>Sommer</strong>abend<br />
lädt. Mit seinen Erfolgsalben<br />
La vita è bella und CIAO! schlägt<br />
der charismatische Sänger eine<br />
Brücke zwischen den größten Hits<br />
der jüngeren deutschen Musikgeschichte<br />
und der Sprache seines<br />
Elternhauses, wenn er Klassiker<br />
vollkommen neu interpretiert und<br />
sie auf Italienisch präsentiert. Von<br />
SWR4 bei den »Durchstartern<br />
2019« als »Newcomer des Jahres«<br />
geehrt, ist er nun auch im Fernsehen<br />
mit einer eigenen Samstagabend-Show<br />
vertreten. Der<br />
deutsch-italienische Comedian<br />
Roberto Capitoni eröffnet den<br />
Abend auf der Landesgartenschau<br />
in Überlingen.<br />
Mit dem »SWR4 Mundartsommer«<br />
kommen die Fans von Kabarett<br />
und Musik auf ihre Kosten.<br />
Im Zeitraum vom 8. bis 14. August<br />
<strong>2021</strong> unterhalten Mundartkünstler<br />
wie Gunzi Heil, Uli Boettcher oder<br />
Ernst Mantel in ihrem Heimatdialekt.<br />
Begleitet werden sie von<br />
der »kleinsten SWR4 Band«.<br />
Was passiert, wenn uralte<br />
philosophische Themen<br />
auf künftige Technologien<br />
treffen? Die Filmoper Upload wirft<br />
Fragen nach unserer Identität auf. Es<br />
geht um »virtuelle Auferstehung«,<br />
um die unsterbliche, digitale Version<br />
von uns selbst. Ein spannendes<br />
Gedankenspiel, zu dem wir uns erst<br />
einmal eine Tasse Kaffee machen.<br />
Schließlich wird bei tiefgründigen<br />
Gesprächen seit Beginn der Kaffeekultur<br />
die anregende Wirkung der<br />
Bohne geschätzt. Der französische<br />
Philosoph Voltaire nannte das wache<br />
Gefühl gar den »nüchternen Rausch«.<br />
Dass es im Upload-Universum<br />
weiterhin tollen Kaffee geben sollte,<br />
darüber sind wir uns einig. Dieser<br />
müsste allerdings mehr können, als<br />
jeden Morgen unser Bewusstsein aus<br />
dem Tiefschlaf in einen angenehmen<br />
Betriebsmodus zu bringen. In jeder<br />
Tasse Kaffee stecken für uns Gefühl<br />
und Leidenschaft. Die Freude am<br />
Genuss. Ein Erlebnis für die Sinne.<br />
Dallmayr wünscht Ihnen eine<br />
wunderbare <strong>Festspielzeit</strong>!<br />
PARTNER DER BREGENZER FESTSPIELE<br />
SWR4 Baden-Württemberg präsentiert<br />
diesen <strong>Sommer</strong> wieder die Stars. Mit<br />
dabei: Beatrice Egli und Giovanni Zarrella.<br />
Ein Highlight wird das Konzert<br />
von Beatrice Egli am 20. August<br />
<strong>2021</strong> beim SWR <strong>Sommer</strong>festival auf<br />
dem Stuttgarter Schlossplatz sein.<br />
Die bei den »SWR4 Durchstartern<br />
2018« als »Star des Jahres« ausgezeichnete<br />
Künstlerin begeistert<br />
durch ihre charmante und mitreißende<br />
Art, mit der sie ihre<br />
Songs präsentiert.<br />
27
THEATER AM KORNMARKT<br />
IN DEN SOG<br />
GERATEN<br />
Andreas Kriegenburg schnupperte einst als Tischler im Maxim Gorki Theater<br />
erstmals Bühnenluft. Heute gilt er als einer der stilprägendsten und bildstärksten<br />
Regisseure seiner Generation. In Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin<br />
zeigen die Bregenzer Festspiele diesen <strong>Sommer</strong> seine Inszenierung der<br />
Kleist-Novelle Michael Kohlhaas. Wie die Auseinandersetzung mit dem Werk sein<br />
Denken und damit seine Arbeit geprägt hat, erzählt er im Interview.<br />
28
MICHAEL KOHLHAAS
THEATER AM KORNMARKT<br />
Michael Kohlhaas ist nicht<br />
das erste Werk von Heinrich<br />
von Kleist, das Sie auf der<br />
Bühne umsetzen. Zuletzt inszenierten<br />
Sie 2018 Amphitryon am Schauspiel<br />
Frankfurt, ebenfalls mit Max<br />
Simonischek in der Titelrolle. Sind<br />
Sie ein Kleist-Fan?<br />
Andreas Kriegenburg: Das erste<br />
Mal begegnet ist mir Kleist sehr<br />
früh, noch zu Teenagerzeiten. Ich<br />
habe dann alles von ihm gelesen,<br />
die Stücke, aber auch Briefe. Die<br />
Lektüre seiner Biografie hat wahrscheinlich<br />
dann eine jugendliche<br />
Identifikationsbrücke von mir zu<br />
ihm gebaut. Vielem, was seine Person<br />
auszeichnet, habe ich mich nah<br />
oder verwandt gefühlt. Kleist war ja<br />
offensichtlich auch ein Soziophobiker,<br />
unsicher seiner künstlerischen<br />
Arbeit gegenüber und von unglaublichen<br />
Selbstzweifeln verfolgt.<br />
Außerdem habe ich mich in der<br />
Wahrnehmung seiner besonderen<br />
Sprache widerspiegeln können, in<br />
seinem Bedürfnis, komplex und visuell<br />
in der Sprache zu sein. Es ist eine<br />
unglaublich harmonische Sprache,<br />
sehr klanglich, sinntragend, aber vor<br />
allem musikalisch. Sprache ist bei<br />
Kleist immer auch Komposition.<br />
Sie haben das erste Mal einen<br />
epischen Text von Kleist bearbeitet.<br />
Wie war Ihr Weg von der Novelle<br />
Michael Kohlhaas zur Fassung auf<br />
der Bühne?<br />
Ich habe für mich zunächst grundlegende<br />
Entscheidungen getroffen,<br />
um das Denken zu ordnen. Auf<br />
der einen Seite wollte ich Michael<br />
Kohlhaas modern erzählen, aber<br />
nicht aktualisieren. Für mich war<br />
es wichtig, die Fragen nach unterschiedlichen<br />
Rechtsauffassungen<br />
und überhaupt die Frage nach der<br />
Stabilität eines Rechtssystems<br />
aus einer heutigen Perspektive zu<br />
betrachten, aus einer heutigen<br />
Erfahrungs- und Erlebniswelt,<br />
den Konflikt selbst aber nicht ins<br />
Heute zu transportieren. Ich habe<br />
mich an Kleists Geschichte und<br />
seine Sprache gehalten und den<br />
Pferdehändler einen Pferdehändler<br />
und keinen Autohändler sein lassen.<br />
Kohlhaas lebte seinerzeit in einem<br />
völlig anderen Rechtssystem, von<br />
Kleist in einer sehr vertrackten<br />
Sprache beschrieben. Dieser<br />
Ausführlichkeit stellen Sie sich in<br />
Ihrer Fassung. Ist das für uns heute<br />
interessant?<br />
Das ist schwer zu beantworten.<br />
Auf der einen Seite ist gerade auch<br />
heute die Frage des individuellen<br />
Widerstands gegen das Rechtssystem<br />
aktuell, die Überprüfung<br />
eines scheinbar oder tatsächlich<br />
stabilen Systems von Gesellschaftsverabredungen.<br />
Allein schon<br />
dadurch, dass man das eigene Recht<br />
oder die Durchsetzung desselben<br />
an den Staat abgibt, begibt man<br />
sich, um Kohlhaas zu zitieren, in den<br />
Schutz des Staates und entmündigt<br />
sich zugleich. Natürlich ist das<br />
grundsätzlich diskussionswürdig.<br />
Die Befragung von gesellschaftsprägenden<br />
Systemen ist auch im<br />
Theater immer wieder wichtig.<br />
Andererseits haben wir in der<br />
Arbeit gemerkt, dass für uns ein<br />
anderes Motiv, das im Kleist'schen<br />
Text gar nicht intendiert ist, viel<br />
stärker geworden ist. Und zwar das<br />
Motiv, dass Kohlhaas und alle in<br />
der Geschichte miteinander verwobenen<br />
Biografien, Handlungsstränge<br />
und Figuren einem bestimmten<br />
Denksystem entspringen und sie<br />
in diesem Denksystem, ebenso wie<br />
Kohlhaas, gefangen bleiben. Für<br />
mich war letztlich das der provozierendste<br />
und produktivste Blickwinkel<br />
auf den Text: dieses Denksystem,<br />
das ein sehr männliches, an<br />
Macht und Reputation orientiertes<br />
System ist, als gesamtes infrage zu<br />
stellen. Wenn ich also behaupte,<br />
dass die Verhaltensmuster fast<br />
aller Figuren die Möglichkeiten von<br />
Vergebung, Toleranz oder eines<br />
Kompromisses ausschließen.<br />
Wäre Kohlhaas für Sie heute<br />
ein Querdenker?<br />
Nein, ganz sicher nicht. Kohlhaas<br />
ist einerseits in seiner Geschichte,<br />
seinem Denken gefangen, einem<br />
in der Konsequenz sehr destruktiven<br />
Denken. Andererseits ist er im<br />
Recht. In dem Moment, in dem ihm<br />
dieses verweigert wird, ergibt sich<br />
für ihn aus dem Gefühl, vom System<br />
ausgeschlossen zu werden, die Berechtigung,<br />
sich zur Wehr zu setzen<br />
und die Korruption des Systems<br />
sichtbar zu machen. Natürlich zeigt<br />
sich an Kohlhaas das Problem, wie<br />
eine an sich funktionierende Gesellschaft<br />
durch Vetternwirtschaft,<br />
Reichtum und Standesunterschiede<br />
korrumpiert wird. Gleichzeitig<br />
sind es die Denkmuster, in denen<br />
Kohlhaas erzogen wurde, die es ihm –<br />
wie auch allen anderen Männern, die<br />
in diesen Konflikt verwickelt<br />
sind – unmöglich machen, dem<br />
fatalen Mechanismus zu entgehen,<br />
in den er dann hineingerät.<br />
Sie haben sich entschieden, die<br />
Geschichte von zwei Frauen erzählen<br />
zu lassen. Macht und Staat sind<br />
konditioniert durch eine Männerwelt<br />
und werden durch den Blick zweier<br />
weiblicher Stimmen kommentiert.<br />
Können Sie als Mann diese Perspektive<br />
überhaupt einnehmen?<br />
Für mich ist es faszinierend, auch<br />
meine Gefangenheit und Grenzen<br />
zu erleben. Nehmen wir nur den<br />
Anfang der Geschichte, bei dem<br />
erzählt wird, es handele sich um die<br />
Geschichte des Michael Kohlhaas,<br />
der als einer der anständigsten<br />
Menschen gelten konnte, wenn er<br />
nur nicht in einer Tugend übertrieben<br />
hätte, nämlich in seinem<br />
Rechtsgefühl. Alle Hörbücher und<br />
Texte, die ich gehört habe, sind<br />
natürlich von Männern gesprochen<br />
und implizieren von vornherein<br />
Kameradschaft, Verständnis oder<br />
Kompromissbereitschaft.<br />
30
Michael Kohlhaas, gespielt von Max<br />
Simonischek, wird vom Rechtssystem<br />
im Stich gelassen und bricht zu einem<br />
grausamen Rachefeldzug auf.<br />
Für mich war deshalb der Gedanke<br />
reizvoll, diesen Text von einer Frau<br />
gesprochen zu hören. Wenn sie dann<br />
sagt, »er hat es in einer Tugend<br />
übertrieben«, habe ich in keinem<br />
Moment das Gefühl einer geschlechterbedingten<br />
Solidarisierung. Die<br />
weibliche Stimme schafft eine andere,<br />
auch polemische Distanz und wir<br />
bekommen einen anderen Blickwinkel<br />
auf den Text. Es ist wichtig, dass<br />
innerhalb der Inszenierung auch die<br />
Gewichtung der Frauen eine andere<br />
ist als bei Kleist. Die zwei Frauen<br />
der Novelle, seine Ehefrau und die<br />
Wahrsagerin, sind wichtige, aber<br />
nur kurz auftauchende Randfiguren.<br />
Bei uns führen die Frauen nicht nur<br />
durch den Abend, sondern öffnen<br />
am Schluss auch die wesentliche,<br />
dem Stoff gegenüber polemische<br />
Perspektive. Sie machen Kohlhaas<br />
kenntlich als jemanden, der in seiner<br />
Geschichte gefangen bleibt. Insofern<br />
ist das Geschlechterverhältnis<br />
in der Inszenierung umgedreht. Die<br />
Männer sind dienend gegenüber<br />
den Frauen.<br />
Haben Sie während der Arbeit erneut<br />
Ihren Blick auf Kohlhaas geändert?<br />
Ja, sehr stark. Ich habe den<br />
männlichen Blick, die romantisierte<br />
Wahrnehmung, die die Inszenierung<br />
nun angreift, zunächst beibehalten<br />
wollen. Für mich war Kohlhaas tatsächlich<br />
ein »lonesome rider«, dem<br />
die eigene Geschichte über den Kopf<br />
wächst und der dann in politischen<br />
Machtkämpfen zerrieben wird. Ich<br />
habe in der Vorbereitung lange<br />
darüber nachgedacht, wie ich sein<br />
Handeln verteidigen könnte oder<br />
ob ich, meinen moralischen Kategorien<br />
folgend, ihn doch verurteilen<br />
müsste, wenn er grausame Gewalttaten<br />
begeht. Erst später habe ich<br />
bemerkt, dass mich die Suche nach<br />
der Rechtfertigung seines Handelns<br />
in den gleichen destruktiven Denkkosmos<br />
hineinführt, in dem Kohlhaas<br />
gefangen ist.<br />
Der Ausweg?<br />
Der Ausweg ist tatsächlich, so<br />
pathetisch das klingt, das Lernen<br />
von der Geschichte. Es gibt am Ende<br />
unserer Inszenierung zwei lakonische<br />
Schlusssätze. Nachdem eine<br />
Erzählerin Kohlhaas auffordert:<br />
»Die Bühne gehört noch einmal<br />
dir«, sagt sie: »Alles danach gehört<br />
deinen Kindern. Ich hoffe, sie vergessen<br />
dich.« Und so grausam das<br />
der grandiosen Novelle gegenüber<br />
klingt, gibt es natürlich die Hoffnung,<br />
dass auch Großkunstwerke,<br />
die ein bestimmtes Denken reproduzieren<br />
und stabilisieren, zwar<br />
nicht in Vergessenheit geraten,<br />
aber doch relativierend betrachtet<br />
werden sollten. Damit verbindet<br />
sich die Hoffnung, dass wir Männer<br />
nach und nach aus der Geschichte<br />
nicht völlig verschwinden, aber<br />
dass wir die Position, immer an<br />
vorderster Front und Geschichte<br />
prägen zu wollen, einbüßen. Dass<br />
uns das weggenommen wird und<br />
dass wir verschwinden.<br />
THEATER AM KORNMARKT<br />
MICHAEL KOHLHAAS<br />
Heinrich von Kleist<br />
Koproduktion mit dem<br />
Deutschen Theater Berlin<br />
Premiere<br />
23. Juli <strong>2021</strong> – 19.30 Uhr<br />
Vorstellungen<br />
24. und 25. Juli – 19.30 Uhr |<br />
Theater am Kornmarkt<br />
MICHAEL KOHLHAAS<br />
31
VOM GEHEIMEN<br />
LIEBHABER ZUM<br />
GOLDRAUSCH<br />
MUSIK & POESIE<br />
Die Programmvielfalt der Bregenzer Festspiele lässt sich auch<br />
dieses Jahr bei Musik & Poesie erleben. An drei Abenden im Seestudio<br />
eröffnen kammermusikalische Werke, Literatur und packende<br />
Erzählungen weitere Horizonte zu anderen Werken.<br />
Den Auftakt am 25. Juli<br />
machen der Tenor Julian<br />
Prégardien und die Pianistin<br />
Tamar Halperin mit einer gemeinsamen<br />
künstlerischen Reise durch<br />
England, Österreich, Deutschland<br />
und Italien sowie mit einem Brückenschlag<br />
vom Barock in unsere Zeit.<br />
Gestartet wird in London mit<br />
Oh Solitude, komponiert im 17. Jahrhundert<br />
von Henry Purcell, bearbeitet<br />
von Benjamin Britten. Nach dem<br />
musikalischen Weg von England<br />
nach Deutschland präsentiert<br />
Tamar Halperin am Cembalo einen<br />
gut 20-minütigen Ausschnitt aus<br />
Werken von Johann Sebastian Bach.<br />
Nächster Aufenthalt ist Venedig,<br />
der Geburtsort der 1619 geborenen<br />
Sängerin und Komponistin Barbara<br />
Strozzi. Ihr Werk L’amante segreto<br />
(Der geheime Liebhaber) erzählt von<br />
den Qualen der Liebe und zeugt von<br />
Strozzi als Meisterin des Liebeslieds.<br />
Als letzte Station besuchen<br />
Prégardien und Halperin die Heimat<br />
des österreichischen Komponisten<br />
Thomas Larcher, dessen<br />
dritte Symphonie im Konzert des<br />
Symphonieorchester Vorarlberg<br />
zum ersten Mal in Österreich zu<br />
Zu den Klängen von Richard Wagner und Franz Liszt erzählt der Vorarlberger<br />
Schriftsteller Michael Köhlmeier im Seestudio von Gold, Geld und Gier.<br />
hören ist. 2018 wurde seine Oper<br />
Das Jagdgewehr bei den Bregenzer<br />
Festspielen uraufgeführt und war<br />
anschließend bei dem von Benjamin<br />
Britten gegründeten Aldeburgh<br />
Festival zu erleben. Prégardien wagt<br />
sich als erster Sänger nach dem<br />
Widmungsträger Mark Padmore<br />
an Larchers A Padmore Cycle auf<br />
Gedichte von Hans Aschenwald und<br />
Alois Hotschnig.<br />
Der Komponist des Spiels auf<br />
dem See, Giuseppe Verdi, steht im<br />
Mittelpunkt der zweiten Veranstaltung<br />
von Musik & Poesie. Mit dem<br />
Komponisten der diesjährigen Oper<br />
im Festspielhaus, Arrigo Boito,<br />
verbindet Verdi eine kongeniale<br />
Zusammenarbeit. Boito verfasste<br />
die Libretti zu Verdis späten Opern<br />
Otello und Falstaff. Die Uraufführung<br />
von Otello 1881 dirigierte<br />
32
Franco Faccio, der wiederum<br />
1865 seine Oper Hamlet mit dem<br />
Librettisten Arrigo Boito entwickelt<br />
hatte. Zu erleben war sie 2016 bei<br />
den Bregenzer Festspielen. Von<br />
Verdis Opern hielten Faccio und<br />
Boito damals wenig, was in pikanten<br />
Äußerungen deutlich wurde.<br />
Jahre später kam es zu der heute<br />
legendären Zusammenarbeit.<br />
Musik & Poesie bringt sie alle zusammen:<br />
Das wohl seit langem nicht<br />
mehr gehörte Streichquartett<br />
Faccios und Verdis einzige Komposition<br />
für diese Gattung spielt das<br />
aus Musikern der Wiener Symphoniker<br />
bestehende HABE-Quartett.<br />
Aus dem abwechslungsreichen<br />
Briefwechsel Verdis und Boitos liest<br />
Olaf A. Schmitt.<br />
Am dritten und letzten Abend von<br />
Musik & Poesie begeben sich zwei<br />
Vorarlberger auf Schatzsuche: Der<br />
Schriftsteller Michael Köhlmeier<br />
und der junge Pianist Gabriel<br />
Meloni folgen den Spuren des<br />
Goldes, Geldes und der Gier danach,<br />
wie sie in Richard Wagners<br />
Das Rheingold besonders zum Ausdruck<br />
kommt. Mit einer Klavierkomposition<br />
für dessen Frau Mathilde<br />
erhoffte sich Wagner eine großzügige<br />
Leihgabe von Otto Wesendonck.<br />
Dieses Stück ist ebenso zu hören<br />
wie Franz Liszts Walhall mit<br />
Motiven aus Wagners Rheingold.<br />
Auf seine unvergleichlich faszinierende<br />
Weise erzählt Köhlmeier eine<br />
Kulturgeschichte des Geldes von<br />
der Antike bis heute und streift<br />
dabei den mythologischen Midas,<br />
Dagobert Duck und Charlie<br />
Chaplins Goldrausch.<br />
Alle Termine von Musik & Poesie<br />
finden Sie in der Heftmitte.<br />
SOMMERLICHES<br />
FESTSPIELVERGNÜGEN MIT Ö1<br />
PARTNER DER BREGENZER FESTSPIELE<br />
Von Oper bis Jazz, vom<br />
großen Orchesterkonzert<br />
bis zum Liederabend, von<br />
Worldmusic bis Kammermusik,<br />
von Uraufführung bis historische<br />
Aufführungspraxis. Mehr als 200<br />
Übertragungen von rund 30 österreichischen<br />
Festivals stehen heuer<br />
auf dem Programm von Ö1, darunter<br />
vier Konzertmitschnitte von den<br />
Bregenzer Festspielen.<br />
Am 21. Juli um 19.30 Uhr bringt<br />
Ö1 Arrigo Boitos Nero live aus dem<br />
Festspielhaus Bregenz. Mit den<br />
Wiener Symphonikern, Dirigent<br />
Dirk Kaftan, dem Prager Philharmonischen<br />
Chor und den Sängerinnen<br />
und Sängern Rafael Rojas, Lucio<br />
Gallo, Brett Polegato, Svetlana<br />
Aksenova, Alessandra Volpe, Miklós<br />
Sebestyén, Taylan Reinhard, Ilya<br />
Kutyukhin sowie Katrin Wundsam.<br />
Eine Übersicht aller Übertragungen<br />
finden Sie unter oe1.ORF.at<br />
PROFITIEREN SIE ALS<br />
Ö1 CLUB-MITGLIED!<br />
Ö1 Club-Mitglieder besuchen die<br />
Veranstaltungen der Bregenzer<br />
Festspiele mit 10 % Ermäßigung<br />
(beim Spiel auf dem See von Sonntag<br />
bis Freitag in den Kategorien<br />
3 bis 7). Die Ermäßigung gilt für<br />
zwei Personen.<br />
Einen besonderen Kulturgenuss<br />
bieten die Ö1 Club Exklusiv-Veranstaltungen<br />
mit Blick hinter die<br />
Kulissen der großen Festspielproduktionen.<br />
Informationen finden<br />
Sie online im neuen Ö1 Kalender<br />
unter oe1.ORF.at/kalender.<br />
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Sie eine Karte und die Kreditkartengebühr<br />
und genießen alle Vorteile<br />
der Ö1 Club-Karte und der Kreditkarte<br />
zugleich.<br />
33<br />
Weitere Informationen zum Ö1 Club und<br />
zur Ö1 Club-Kreditkarte erhalten Sie<br />
unter oe1.ORF.at/club, telefonisch unter<br />
+43 1 501 70-370 oder per E-Mail an<br />
oe1.club@orf.at.
TICKETS<br />
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TICKETS<br />
TICKET CENTER<br />
T +43 5574 407-5<br />
ticket@bregenzerfestspiele.com<br />
www.bregenzerfestspiele.com<br />
Spiel auf dem See Rigoletto<br />
Kategorie 1 2 3 4 5 6 7<br />
So – Do EUR 144 133 114 88 67 52 30<br />
Fr EUR 154 143 124 98 77 62 40<br />
Sa EUR 164 153 134 108 87 72 50<br />
Premium-Ticket So – Do Fr Sa<br />
EUR 258 268 278<br />
Festspiel-Lounge So – Do Fr Sa<br />
EUR 358 368 378<br />
TICKETS<br />
Oper im Festspielhaus<br />
Nero<br />
Orchesterkonzerte<br />
im Festspielhaus<br />
Wiener Symphoniker<br />
Kategorie 1 2 3 4 5 6<br />
EUR 150 132 115 98 58 28<br />
Kategorie 1 2 3 4 5 6<br />
EUR 86 72 58 40 28 20<br />
Premierenzuschlag<br />
pro Ticket EUR 25 (Kate gorie 1 & 2).<br />
Für die Premiere gilt ein eigener Sitzplan.<br />
Symphonieorchester Vorarlberg<br />
Kategorie 1 2 3 4 5 6<br />
EUR 52 44 36 30 25 20<br />
Werkstattbühne | Seestudio | KUB | Theater am Kornmarkt | Theater KOSMOS<br />
Die Italienerin in Algier<br />
Theater am Kornmarkt<br />
Kategorie 1 2 3 4<br />
EUR 52 42 32 22<br />
Alles nicht wahr<br />
Festspielhaus<br />
Kategorie 1 2 3 4 5 6<br />
EUR 52 44 36 30 25 20<br />
Michael Kohlhaas<br />
Theater am Kornmarkt<br />
Kategorie 1 2 3 4<br />
EUR 48 38 28 18<br />
Lohn der Nacht<br />
Theater KOSMOS<br />
EUR 25<br />
Upload, Wind<br />
Werkstattbühne<br />
EUR 34<br />
Ihr seid bereits eingeschifft<br />
Seestudio<br />
EUR 25<br />
Musik & Poesie<br />
Seestudio<br />
EUR 28<br />
Konzert im KUB<br />
Kunsthaus Bregenz<br />
EUR 18<br />
Bitte beachten Sie die Informationen zu den Einlass- und Sicherheitsbestimmungen auf den Seiten 12 - 13.<br />
Alle Informationen für Ihren Festspielbesuch erhalten Sie auf unserer Website www.bregenzerfestspiele.com<br />
unter der Rubrik »Besuch – FAQ«.<br />
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Viel Vorfreude wünschen<br />
die Partner der Bregenzer Festspiele.<br />
HAUPTSPONSOREN<br />
GREEN ENERGY<br />
PARTNER<br />
PRODUKTIONSSPONSOREN<br />
GrECo International AG<br />
Hilti Foundation<br />
LIEBHERR-Turmdrehkrane<br />
Wiener Städtische Versicherung AG<br />
CO-SPONSOREN & PARTNER<br />
AGM<br />
Coca-Cola<br />
Dallmayr Kaffee<br />
Hendrick's Gin<br />
Kryolan<br />
Leica Camera<br />
Mohrenbrauerei<br />
Paul Mitchell<br />
Pfanner & Gutmann<br />
Rauch Fruchtsäfte<br />
Red Bull<br />
Ricola<br />
Römerquelle<br />
Schlumberger (Wein- und<br />
Sektkellerei)<br />
SUBVENTIONSGEBER<br />
PARTNER