Kunstbulletin November 2020

kunstbulletin

Unsere November Ausgabe 2020, mit Beiträgen zu Peter Fischli, HSLU Design & Kunst, Julian Charrière, Connected Space, uvm.

November 2020 Fr. 10.–/€ 8.–

11/2020


*Aargauer Kunsthaus

6.9.2020–3.1.2021

Aargauerplatz CH–5001 Aarau

Di – So 10 –17 Uhr Do 10 – 20 Uhr

www.aargauerkunsthaus.ch

Julian Charrière

Towards No Earthly Pole

Julian Charrière

Towards No Earthly Pole, 2019

© 2020, Pro Litteris, Zürich


FOKUS

22 Peter Fischli — Zu sichtbare Welt. Daniel Morgenthaler

34 Hochschule Luzern Design & Kunst — Die Non-Akademie. Max Glauner

40 Julian Charrière — Die Erzählung der Welt aus dem Stein. Isabel Zürcher

52 Connected Space — Ein Staffellauf von Kunst- und Projekträumen. Adrian Dürrwang

56 Ansichten — Elodie Pong: Does the World Look Greener …? Damian Christinger

58 Arts et cinéma — regards échangés, regards croisés. Françoise Ninghetto

62 Studio Berlin — Domani, e domani e domani. Elisa Rusca

HINWEISE

64 Curator’s Choice — Animation /Tough / Baden — Hennric Jokeit

65 Baden — Giacomo Santiago Rogado / Basel/Riehen — Aceto, Hollinger, Linsi, Matusz

66 Basel — Roger Humbert / Basel — Marguerite Hersberger

68 Berlin — Eliška Bartek / Biel — Rudolf Steiner/Roger Eberhard / Karlsruhe — Romy Rüegger

70 Luzern — Andreas Züst / Mulhouse — Le monument, le labeur et l’hippocampe

72 Porrentruy — Barbezat-Villetard

73 Schaffhausen — Menschen sehen — Rheinfälle und Existenzen

74 Schönthal — Andrea Wolfensberger / Solothurn — Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler

76 Winterthur — David Claerbout / Winterthur — Keren Cytter

78 Winterthur — Street. Life. Photography / Zürich — Scalable Skeletal Escalator

80 Zürich — Varlin

81 Zürich — Krieg und Frieden / Zürich — Natur/Kunst/Tiere/Körper/Maschinen/Menschen/…

BESPRECHUNGEN

82 Altdorf — Valentin Magaro im Dialog mit Heinrich Danioth

84 Baden — Langmatt — Kunst im tiefen Keller

86 Basel — Taro Izumi — Solaris sehen

88 Basel — Thu Van Tran und Sharif Waked — Poesie des Zwischenraums

90 Berlin — Aby Warburg — Der Atlas, das Original, endlich!

92 Bern — Beat Streuli — Urbanes Leben in fiebriger Nervosität

94 Biel — Miriam Sturzenegger — Aufführung von Material und Raum

96 Chur — Als wir verschwanden — Kontemplation mitten im Sturm

98 Genf — Martha Jungwirth — Delos

100 Genf — Paul Paillet — Frühstück mit Drachenjagd

102 Langenthal — Max Hari/Soft Shell — Experimentierfeld Malerei

104 Schaffhausen — Hans Josephsohn — Suchendes Schauen

106 Susch — Evelyne Axell — Polyvalenz

108 Vevey — Monique Jacot — Dunkelkammer, Wunderkammer

110 Winterthur — Resisting Images, Images Responding — Erzählräume

112 Zürich — Dave Bopp — Die Chemie der Farbe

NOTIERT

114 KULTURPOLITIK / KUNSTRÄUME / GROSSANLÄSSE / AUSSENPROJEKTE

119 PREISE / AUSSCHREIBUNGEN / DIES UND DAS / BÜCHER

131 AGENDA

175 IMPRESSUM, MEDIADATEN, RÄTSEL

1


3.10.2020 – 20.2.2021

Giovanni Giacometti, Bildnis Richard Bühler im Segelboot, 1911


Editorial — Ausgerissen, angekohlt und aufgezogen

Schon sind wir mitten im Dilemma: Einerseits finden wir uns bei

denjenigenwieder,dieKunstalsreinesinnlicheErfahrungmöglichst

ungefiltert auf sich wirken lassen möchten. Andererseits teilen wir

die Neugier jener, die sich für die Machart und die Bildlegenden

eines Werks interessieren. Peter Fischli pariert mit seinen schwebenden

‹Papierarbeiten› im Kunsthaus Bregenz die Erwartungen

beider Gruppen. Er konfrontiert die einen mit der auratischen Wirkung

einer Serie leerer Bildflächen, die an Werke wie die schwarzen

Tafeln von Ad Reinhardt oder die weissen Gemälde von Bob Ryman

aus der Zeit des Abstrakten Expressionismus und der Minimal Art

erinnern. Für die anderen, das pragmatische Lager, schildert er im

Faltblatt zur Ausstellung den «zündenden» Moment am Küchentisch,

als er ein A4-Papier in Form gerissen und rundum mit einem

Feuerzeug angekohlt hat – klassisches «Zeuseln», vertraut aus Kindertagen.

Bedeutend schwieriger hört sich dann allerdings die Umsetzung

der über zwei Quadratmeter grossen Museumsformate an:

Er bestrich die Papierränder rückseitig mit Brandschutzfarbe, bearbeitete

sie mit Bunsenbrenner und Heissluftpistole und zog die

fragilen Teile auf Leinwand und Holz auf.

Während man sich das technische Vorgehen vor Augen führt,

beginnt man unweigerlich auch über Inhaltliches nachzudenken:

Was hängt man als Künstler oder Künstlerin an diese monumentalen

Sichtbetonwände? Wie besetzt man diesen sakralen Bau?

Fischli macht das Problem zur Lösung, lässt die lichtreflektierenden

Papiere zu Spiegeln werden, in denen all die Fragen aufblitzen,

die sich an diesem Ort stellen: nach dem Wert des Materials, der

Arbeit, der Idee, der Täuschung, der Transzendenz – und was einem

hier sonst noch alles durch den Kopf schiessen mag. Claudia Jolles

TITELBILD · Peter Fischli · Papierarbeiten, 2020, 16 Stück (Detail), Papier, Leinwand, Holz,

Ausstellungsansicht 3. OG, Kunsthaus Bregenz. Foto: Markus Tretter

3


20. September 2020 bis 10. Januar 2021

Kunsthaus Zug

Dorfstrasse 27, 6301 Zug | www.kunsthauszug.ch

Di bis Fr 12.00 – 18.00 | Sa und So 10.00 – 17.00

Olafur Eliasson, Analemma for Kunsthaus Zug, 2009, Schenkung des Künstlers

BeZug

Werke der Sammlung

Unterstützt durch


MUSÉE CANTONAL DES

BEAUX-ARTS LAUSANNE

Kiki Smith.

Hearing You with My Eyes

Kiki Smith, My Blue Lake, 1995, photogravure et lithographie en 3 couleurs sur papier Arches En-Tout-Cas, 110,5×139,1 cm, Courtesy Universal Limited Art Editions.

Photo © Courtesy Universal Limited Art Editions, Bay Shore, New York

9.10.2020

10.01.2021

mcba.ch


THEATER

ALTE

BILLETTKASSE

BASEL

Neuer

Projektraum

zwischen

Theater und Basel

14.11.2020– HOMO DESPERATUS Ameisen bespielen Landschaften

03.01.2021 von Dries Verhoeven menschlichen Leidens

theater-basel.ch

Photo: Willem Popelier

Palais de l’Athénée

2, rue de l’Athénée

1205 Genf

076 344 55 92

info@antonmeiergalerie.ch

www.antonmeier-galerie.ch

1973-2020

GALERIE ANTON MEIER GENÈVE

präsentiert ihre letzte Ausstellung:

MES

INDÉPENDANCES

12. NOVEMBER

-12. DEZEMBER 2020

Hommage auf die langjährige Freundschaft

mit den Künstlerinnen und Künstlern


Walter Pfeiffer, Untitled, 1989, Courtesy der Künstler, Galerie Gregor Staiger, Zürich

und Galerie Sultana, Paris © Walter Pfeiffer

23.10.2020—3.1.2021

Hannah Villiger, Skulptural, 1984/1985, C-Print von Polaroid auf Aluminium

© The estate of Hannah Villiger


27.September 2020 bis 18.April 2021

Claudio Hils: Heimatfront–Bühnenbilder des Krieges

Claudio Hils: Brandsimulationsanlage der Schule

für ABC-Abwehr und gesetzliche Schutzaufgaben, Stetten am kalten Markt,

Fotografie, ©2020 Claudio Hils

www.kunstmuseum.ch

Entdecken Sie 335 Museen, Schlösser

und Gärten in der Schweiz, Deutschland

und Frankreich und geniessen Sie das

reiche kulturelle Angebot der

Dreiländerregion.

20% Rabatt

mit Code

10KUNST20

www.museumspass.com

Gültig vom 01.10.2020 bis 30.11.2020. Nicht kumulierbar. Angebot gilt nur für Neukunden beim Kauf über den Onlineshop

www.museumspass.com. Irrtümer und Änderungen vorbehalten.


RUDOLFPOLANSZKY

Hypotetic

Gagosian Basel


Rembrandt Harmensz. van Rijn, Brustbild eines Mannes in orientalischer Kleidung, 1635, Rijksmuseum, Amsterdam


(na, fritze?) lakritze

DAS UNIVERSUM

DIETER ROTH

in der Sammlung Würth

8.5.2020 – 18.4.2021

Hanspeter Münch

LICHT.RAUM.FARBE

Sammlung Würth und Leihgaben

Bis 25. April 2021

Eintritt frei

Vom Künstler

zum Anthropologen

Sammlung Würth

und Leihgaben

VON A BIS Z

KÜNSTLERBÜCHER

in der Sammlung Würth

8.5.2020 – 18.4.2021

verlängert bis 10. Januar 2021

Ikarus XIV (Detail), 1992, Öl und Tempera auf Leinwand, 150 x 100 cm,

Sammlung Würth, Inv. 2301

José de Guimarães, Mexiko-Serie: Papeles Picados, 1996, Papier kaschiert auf

Leinwand, Acryl mit Sand und Flitter, 101 x 72 cm, Sammlung Würth, Inv. 3634

© José de Guimarães / 2020, ProLitteris, Zurich

www.forum-wuerth.ch

Amalia

Pica

29.10.–

17.1.2021

Zurich Art Prize 2020

hauskonstruktiv.ch


Welt am Draht

24.10.20–7.3.21

Karin Karinna Bühler

Silvie & Chérif Defraoui

Rainer Werner Fassbinder

Georg Gatsas

Andy Guhl

Alexander Hahn

Mona Hatoum

Peter Liechti

MANON

Matthew McCaslin

Norbert Möslang

Pipilotti Rist

Aleksandra Signer

Roman Signer

Keith Sonnier


Telos Kunstpreis 2019 / 2020

LUIGI

ARCHETTI

7.11.20

RAU

–14.2.21

SCHEN

Kunsthalle

8000

Zugerstrasse 180

8820 Wädenswil

www.kunsthalle8000.ch

Die Ausstellung wird unterstützt durch:


Museum Langmatt

Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown

Römerstrasse 30, CH-5401 Baden

langmatt.ch

WIEDER

ERÖFFUNG

1.3. –

6.12.20

Magisches Venedig

1.3.–6.12.20

Sandra Senn

1.3.–6.12.20

Raumfahrt IV

30.8.–6.12.20

HERZ30 Jahre Museum Langmatt

KAMMER

Foto: Lee Li; Design: Barbieri Bucher


KAROLINE SCHREIBER –

MITTELFRISTIGES SZENARIO

GERTRUD DEBRUNNER – SCHENKUNG

UND LEIHGABEN AUS DEM NACHLASS

25.Oktober – 22. November 2020

Vernissage: Sonntag, 25. Oktober 2020, 11 Uhr

Begrüssung: Philippe Rey, Präsident Kulturkommission Gemeinde Wettingen

Einführung: Sarah Merten, Leiterin Galerie im Gluri Suter Huus

anschliessend Performance: «Reinigungskraft» mit Karoline Schreiber

Finissage: Sonntag, 22. November, 15 Uhr

Ausstellungsrundgang und Gespräch mit Karoline Schreiber, Sarah Merten und

Susanne Lerch, Co-Kuratorin der Ausstellung von Gertrud Debrunner

Maskenpflicht während den Veranstaltungen in den Innenräumen des GSH.

Änderungen vorbehalten. Aktuelle Informationen auf der Webseite.

Galerie im Gluri Suter Huus

Bifangstrasse 1, 5430 Wettingen

www.glurisuterhuus.ch

Mi–Sa 15 – 18 Uhr, So 11 –17 Uhr

Abb.: Karoline Schreiber, Supper’s Ready, 2018, aus der Serie Drawing Account,

Ölstift auf Papier, 30× 42cm (Ausschnitt); Grafik: würmlibicker, Baden


Albert

Trachsel

1863–1929 EinE REtRospEktivE

KUNSTMUSEUM

SOLOTHURN

24. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

Dienstag bis Freitag, 11–17 Uhr

Samstag und Sonntag, 10–17 Uhr

www.kunstmuseum-so.ch


Taro Izumi, Tickled in a dream ... maybe? (The cloud fell) (Detail), 2017 Sammlung Takaki Torikoe, loaned to Hara Museum, ARC © Taro Izumi


freispiel ⇨ 14.11.2020—3.1.2021

⇨ kunstmuseum solothurn

⬂ graphisches kabinett

eine ausstellung des kunstvereins solothurn

Eine Ausstellung des Kunstvereins Solothurn

kunstverein-so.ch

Kunstmuseum Solothurn

Werkhofstrasse 30

4500 Solothurn

kunstmuseum-so.ch

Öffnungszeiten

Di–Fr, 11 – 17 Uhr | Sa/So, 10 – 17 Uhr | Mo geschlossen

Do, 24. Dezember 2020 / Do, 31. Dezember 2020, 11 – 15 Uhr

Sa, 26. Dezember 2020 / Sa, 2. Januar 2021, 10 – 17 Uhr

Fr, 25. Dezember 2020 und Fr, 1. Januar 2021: geschlossen


Miriam Sturzenegger, Presence (Detail), 2020, aus der

Werkgruppe / de la série Presence Information Value

Agency, Beton / béton, Courtesy the artist, Foto / photo:

Miriam Sturzenegger.

MIRIAM

STURZENEGGER

Manor Kunstpreis Kanton Bern /

Prix culturel Manor pour le canton de Berne

19.9.–22.11.2020

FRANCE-

LISE

McGURN

BODYTRONIC

France-Lise McGurn, The girly show, 2020, Öl, Acryl und

Spray auf Leinwand / Huile, acrylique et spray sur toile,

Courtesy the artist and Simon Lee Gallery, London, Foto /

photo: Ben Westoby

ÖFFNUNGSZEITEN HEURES D’OUVERTURE

Mi / me 12:00–18:00 Do / je 12:00–20:00 Fr / ve 12:00–18:00 Sa & So / sa & di 11:00–18:00

Seevorstadt 71 Faubourg du Lac / CH-2502 Biel/Bienne / T +41 32 322 55 86 / info@pasquart.ch / www.pasquart.ch


Kunst&Nachhaltigkeit

Vol. 13

Beat Streuli

Öffentliche Ausstellung «Matrix»

bis 4. Januar 2021. mobiliar.ch/kunst

Die Mobiliar

Bundesgasse 35

3001 Bern

Öffnungszeiten:

wochentags, 7–17 Uhr


«Jeder Schnitt etwas Bestimmtes …»

Das Werk von Meinrad Peier im Dialog mit Holzschnitten von

Alois Lichtsteiner, Scarlet Mara, Josef Felix Müller und Selina Dürrer

In Holz geschnitten

Werke aus der Sammlung, bis 8. November 2020

Raphael Stucky – Wind

im Dienstraum am Bahnhof Olten, bis 22. November 2020

MEMORY

Über die Erinnerung, unser Gedächtnis und das Vergessen

in postdigitalen Zeiten, 28. November 2020 bis 31. Januar 2021

www.derlift.tumblr.com

Überraschende Einblicke in unserem Blog «Der Lift»

Kunstmuseum Olten

Kirchgasse 8, 4600 Olten — www.kunstmuseumolten.ch

Di–Fr 14–17 Uhr, Do 14–19 Uhr, Sa/So 10–17 Uhr

Abb.: Roman Candio (*1935): Intérieur mit Figuren, 1967. Linolschnitt, Kunstmuseum Olten


FOKUS

Peter Fischli — Zu sichtbare Welt

Papierarbeiten, 2020, 16 Stück, Papier, Leinwand, Holz, Ausstellungsansicht 3. OG, Kunsthaus Bregenz.

Fotos: Markus Tretter

22 Kunstbulletin 11/2020


FOKUS // PETER FISCHLI

23


Fischli weiss – ohne Weiss. Peter Fischli weiss sich in seiner ersten

grossen Soloausstellung im Kunsthaus Bregenz zu behaupten.

Einen Gesprächspartner braucht er aber trotzdem: Statt

mit seinem 2012 verstorbenen Duopartner David Weiss tritt er

mit Kunsthaus-Architekt Peter Zumthor in Dialog – oder besser

gesagt in ein heftiges Streitgespräch. Daniel Morgenthaler

Media-Markt-Filiale. Kinderstube. Verpackungshalle. Das alles hatte Architekt Peter

Zumthor eher nicht im Kopf, als er 1990 das Kunsthaus Bregenz entwarf. Statt Bathos

(das Gegenteil von Pathos, also zum Beispiel Media Markt) war er, eingedenk seiner

anderen weltberühmten Bauten und seiner legendär gewordenen Kompromisslosigkeit,

wohl eher auf Pathos aus. Auf – eine Internet-Definition – «feierliche Ergriffenheit»

vor seiner Architektur.

Peter Fischli ist, eingedenk der weltberühmten Werke, die er mit seinem 2012

verstorbenen Duopartner David Weiss geschaffen hat, nicht auf «feierliche Ergriffenheit»

vor seinen künstlerischen Arbeiten aus. Sondern, so die Erwartung nach gut

dreissig Jahren Fischli/Weiss, eher auf so etwas wie «ernüchternde Ertapptheit».

Seine erste grosse Museumsausstellung im Alleingang, nach einer halbposthumen

Fischli/Weiss-Retrospektive, die er 2016 im Guggenheim-Museum in New York eingerichtet

hat, bestätigt diese Annahme. Peter Fischli schreibt in der Broschüre zur

Bregenzer Schau, ihn habe die Biografie des Hauses interessiert, «die aus den vergangenen

Ausstellungen der Künstler*innen besteht» – der Architekt Peter Zumthor

bleibt in diesem Statement frech unerwähnt, obwohl er im Kunsthaus Bregenz sonst

inflationär genannt wird. Dennoch fallen primär die kleinen Angriffe des ausstellenden

Künstlers auf den hausstellenden Architekten auf.

Verniedlichung von Architektur

Ein in Zürich-Oerlikon permanent im öffentlichen Raum installiertes Werk von

Fischli/Weiss könnte als Inspiration gedient haben für die Herangehensweise an

diese Ausstellung – und an dieses Gebäude: Das ‹Haus›, ursprünglich 1987 für die

‹Skulptur.Projekte› in Münster entwickelt, ist ein normales Haus, einfach im Massstab

1:5 gebaut. Es ist verniedlichte Gewerbearchitektur – ein Haus, nur wenig grösser

als ein Mensch.

Das Kunsthaus Bregenz ist viel grösser als ein Mensch – und lässt einen das

gerne immer mal wieder wissen. Der Künstlerkollege John Kelsey schreibt im – übrigens

selbst überdimensionierten und dem Haus gegenüber an verschiedenen Stellen

nicht unkritischen – Saalblatt von der «bunker-like vastness of Kunsthaus Bregenz».

Peter Fischli begegnet dieser «bunkerhaften Weite» gleich mal mit «Umbauten» im

Erdgeschoss, das bei schlechtem Wetter und Corona-Blues noch weniger einladendend

ist als sonst. Aber keine Sorge, Zumthor-Essenzialist*innen, ‹Umbauten› ist vor

allem der Titel der Arbeit, denn es handelt sich um wiedergutmachbare Veränderun-

24 Kunstbulletin 11/2020


Work, Summer 2018, HD-Video, mit Handy aufgenommen, Farbe, Ton, 12 Min., Loop, Ausstellungsansicht

EG, Kunsthaus Bregenz

FOKUS // PETER FISCHLI

25


Cans, Bags & Boxes, 2017–2019, ca. 300 Skulpturen, Karton, Ausstellungsansicht 1. OG, Kunsthaus Bregenz

26 Kunstbulletin 11/2020


FOKUS // PETER FISCHLI

27


gen, um günstige Pressspan-Verschalungen der edlen Foyer-Möblierung aus Massivholz.

Ein irreversibler Umbau – da hätte der Spass wohl aufgehört.Oder wäre es dann

im Gegenteil erst richtig losgegangen?

Jetzt geht es nur ersatzmässig los: Auf einem grossen Flachbildschirm laufen

so verführerisch wie verpixelt Werbungen für Action-Kameras der Marke GoPro, die

Peter Fischli – so erzählt er im Saalblatt – in der Media-Markt-Filiale Dietikon mit

seinem Handy aufgenommen hat. Alle Menschen darin sind scheusslich aktiv, die

Sonne gnadenlos gleissend, und die hochaufgelösten Drohnenaufnahmen lassen an

präzises Töten denken. Nicht: Sun, Fun, and nothing to do. Sondern: Sun, Fun – and

nothing you can do against it.

Für die ebenso verführerische Arbeit ‹Sichtbare Welt›, 1987–2001, haben Fischli/

Weiss noch auf Reisen ca. 3000 Fotos geschossen und dann auf einem Leuchttisch

ausgestellt, etwa auch in der Retrospektive ‹Fragen & Blumen›, im Kunsthaus Zürich

2007. Für dieses Videowerk hier, ‹Work, Summer 2018›, ist Peter Fischli nur noch vom

Atelier rüber in den Media Markt gepilgert (immerhin 23 Mal, wie er schreibt). Die

Welt ist heute auch vom Elektronikgeschäft aus sichtbar. Viel zu sichtbar.

Jedenfalls findet so das menschelnd Bathetische von Unterhaltungselektronik

Eingang in die wenig menschlich pathetische Architektur von Peter Zumthor. Diese

Geste wird im ersten Stock sekundiert von Sockeln, die alles andere als perfekt sind,

und von darauf ausgestellten ‹Cans, Bags & Boxes›, 2017–2019, die sich allesamt als

nur vermeintliche Dosen, Taschen und Schachteln herausstellen. Die Museumsaufseherin

zeigt anhand eines Musters, dass sowohl Sockel als auch die Sachen darauf

aus Karton sind, teilweise aufwändig mit Effektfarbe rostig gemacht. Die Installation

erinnert an die archetypische Film- und Cartoon-Szene, in der ein*e Protagonist*in

gelangweilt eine leergegessene Konservenbüchse wegkickt. Hier landet sie auf einem

gefakten Sockel – und kann als weiterer Kick gegen das architektonische Schienbein

des sehr unfaken, materialfetischistischen Gebäudes gelesen werden.

Vandalismus light

Während im zweiten Stock auch noch die (offenbar ganz gute) Kinderstube Peter

Fischlis Einzug ins Gebäude hält – mit skulpturalen Ausarbeitungen einer Affenzeichnung,

die der Künstler als Zehnjähriger gemacht hat –, sind die Werke an den

Wänden schon fast Anleitungen zum Vandalismus. Fischli hat nachts Sitzbänke oder

Laternenmasten fotografiert, die mit Rasierschaum verziert worden sind (oder verschmutzt,

je nachdem). Dieses Fotomaterial hat er auf Aluminiumplatten geklebt,die

ähnlich verführerisch glänzen wie die Verkleidung der Lifttüren gleich nebenan. Der

Rasierschaum klebt nur auf Ersatzaluminium. Aber die Idee ist doch mal im Raum.

Andere Künstler*innen gehen momentan eher darauf ein, was Jugendliche mit

ihren Klimademonstrationen erreichen, statt deren nächtlichen Minimalvandalismus

hervorzuheben. Eine antiautoritäre, subversive Haltung ihrer Autor*innen spricht aber

auch aus den weissen Schaumskulpturen, die Peter Fischli hier dokumentiert und appropiiert

– und die er indirekt auch gegen die Institution einsetzt, die ihn einlädt.

28 Kunstbulletin 11/2020


Monkeys, 2019, Reliefs, 26 Stück, expansiver Polyurethan-Hartschaum, diverse Masse, Ausstellungsansicht

2. OG, Kunsthaus Bregenz. Fotos: Markus Tretter

FOKUS // PETER FISCHLI

29


Wir Ungestalten, 2016–2020, Siebdruck und Inkjet-Fotocollagen auf Aluminium, 32x41 cm, Ausstellungsansicht

2. OG, Kunsthaus Bregenz. Foto: Markus Tretter

30 Kunstbulletin 11/2020


FOKUS // PETER FISCHLI

31


Peter Fischli im Kunsthaus Bregenz, 2019. Foto: Miro Kuzmanovic

32 Kunstbulletin 11/2020


Peter Fischli (*1952, Zürich), lebt in Zürich

1975/76 Academia di Belle Arti, Urbino

1976/77 Academia di Belle Arti, Bologna

Einzelausstellungen (Auswahl)

2017/18 ‹Cans, Bags & Boxes›, Gaga & Reena Spaulings, Los Angeles

2016 ‹Peter Fischli David Weiss: How to Work Better›, Guggenheim Museum, New York

(mit David Weiss)

2007 ‹Fragen & Blumen›, Kunsthaus Zürich (mit David Weiss)

1996 ‹In a Restless World›, Walker Art Center, Minneapolis, USA (mit David Weiss)

1995 Biennale Venezia, Schweizer Pavillon (mit David Weiss)

1981 ‹Plötzlich diese Übersicht›, Galerie Stähli, Zürich (mit David Weiss)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2018/19 ‹If everything is sculpture, why make sculpure? Artist’s Choice Peter Fischli›,

Museum of Modern Art, New York

2017 ‹Wade Guyton Peter Fischli David Weiss›, Aspen Art Museum, Colorado (mit David Weiss)

1997 Documenta X, Kassel (mit David Weiss)

1987 Documenta 8, Kassel (mit David Weiss); Skulptur.Projekte, Münster (mit David Weiss)

1980 ‹Bilder›, Kunstmuseum Winterthur

Es ist vielleicht diese jugendlich antiautoritäre und befreiend ironische Haltung,

die wir aus diesem potenziell insiderigen Kräftemessen zwischen Weltklassekünstler

und Weltklassearchitekt mit zurück in die Welt hinaus nehmen können. Eine

Welt, in der Kompromisslosigkeit nur noch zu weiterer Spaltung führt und männliche

Autorität sich noch einmal mächtig aufbäumt.

Peter Fischli nutzt sein über Jahrzehnte erarbeitetes Standing, um die sonst wenig

angegriffene Autorität eines Architekten, die dieser ebenso lange etabliert und

in dieses Gebäude betoniert hat, mit verschiedenen Taktiken zu hinterfragen. Schön

ist, dass er sich in diesem Duell nun doch schon älterer Männer vor allem vom Nachwuchs

Unterstützung holt, von jüngeren Künstlern und Theoretikern als Saaltextund

Katalogschreibern, vom Zürcher Grafiker Teo Schifferli als Gestalter all dessen.

Weniger schön ist, dass doch wieder fast alle Beteiligten Männer sind. Die sichtbare

Welt bleibt wohl noch eine Weile eine männliche.

Daniel Morgenthaler, freier Autor und Kurator am Helmhaus Zürich. dani_moergi@hotmail.com

→ ‹Peter Fischli›, Kunsthaus Bregenz, bis 29.11., Künstlerbuch in Vorbereitung

↗ www.kunsthaus-bregenz.at

→ ‹Arrows›, Gruppenausstellung in der Galerie Francesca Pia, bis 7.11. ↗ www.francescapia.com

→ ‹Haus›, permanent installiert in Zürich-Oerlikon ↗ www.stadt-zuerich.ch (→ Suchfeld: Fischli Weiss)

FOKUS // PETER FISCHLI

33


Hochschule Luzern Design&

Kunst — Die Non-Akademie

San Keller und Sebastian Utzni, alias San Sebastian. Fotos: Melk Imboden

Handwerk oder Kunst? Das hiess in der Schweiz lange Zeit salopp

gesagt, solide Fummelei oder Pfusch. Die Kunsthochschulen

haben sich bei der Ausbildung ihres Nachwuchses im Zweifel

immer für das Erstere entschieden. Das Bachelor-Studium

Kunst & Vermittlung an der Hochschule Luzern Design & Kunst,

HSLU, geht neue Wege. Sein Potential zeigte sich gerade während

der Corona-Krise – das Leiterduo, zwei ausgewiesene Künstler,

erproben neue Konzepte, Formate und Aufgaben. Ein Einblick aus

der Perspektive eines teilnehmenden Beobachters. Max Glauner

34 Kunstbulletin 11/2020


Anna von Siebenthal · Twenty-one Pieces of Toilet Paper, 2020, Installation, Reussbrücke, Luzern.

Am Brückengeländer wurden für zwei Tage Toilettenpapierhalter und -rollen mit 21 verschiedenen

Toilettenpapiersorten installiert. Foto: Margrit Grimmer

FOKUS // HOCHSCHULE LUZERN DESIGN & KUNST

35


Die derzeit beliebte Wendung, man müsse etwas «neu denken», legt den Verdacht

nahe, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gedacht wird. Im Gespräch mit den

Leitern des Bachelor-Studiengangs Kunst und Vermittlung der Hochschule Luzern

Design & Kunst, San Keller und Sebastian Utzni, fällt die akademische Floskel kein

einziges Mal. Dabei wagen sie wirklich Neues. Mit Bedacht. Ihre Zauberformel lautet

schlicht: machen!

Klingt das nicht etwas naiv? Kokett? Hört man den beiden zu, verflüchtigt sich

dieser Eindruck rasch. Der Begriff «machen» ist für «San Sebastian», wie sie den Studierenden

gegenüber auftreten, auch mit den Handlungsachsen der Kulturbotschaft

des Bundes 2021–2024 kompatibel: «Teilhabe», «Gesellschaftlicher Zusammenhalt»

und «Kreation und Innovation», wenn auch – das wird schnell klar – sehr demokratisch

auf einem Luzerner Sonderweg, jenseits von Bologna-Druck, Zürcher Fashion-

Codes oder Basler Diskursmarken.

Interaktive Medienreflexion, Männerphantasien und Klopapierrollen

Entsprechend bunt und lebendig nimmt sich die Truppe junger Studentinnen und

Studenten aus, die im vergangenen Semester unter erschwerten Corona-Bedingungen

ihren Abschluss vorlegten. Der Zwang zur Online-Kommunikation erwies sich

dabei für viele als vorteilhaft. Selbst bei jenen, die bisher kaum mit Video-Formaten

arbeiteten, zeigte sich ein hellwaches Bewusstsein für das Medium – so bei Regula

Brassel, die zum Abschluss die beeindruckende interaktive Medienreflexion ‹Seine

Fabienne Baumann · Shot Down, 2020, Acryl auf Leinwand, Acryl und Öl auf Dibond, 199,5 x 354 cm,

Ausstellungsansicht ‹Hauptsache – Anton Bruhin›, Haus der Kunst Altdorf, Uri

36 Kunstbulletin 11/2020


aunen Locken› inszenierte, während sie sich vorher vor allem mit Installationen und

Malerei beschäftigt hatte. Auch der Performer Dustin Kenel, der in seinen Versuchsanordnungen

Männer- und Geschlechterrollen eindrucksvoll und witzig thematisiert,

beeindruckte mit ‹Research for Performance Piece› online ebenso wie während des

‹All Inclusive Festival›, 2020, in dem sich die Studierenden in einem Überforderungsmarathon

vor dem Lockdown noch präsentieren konnten.

In einem bestimmten Kontext hellwach zu agieren und überzeugende Interventionen

herzustellen, scheint eine Stärke aller Luzerner Absolventinnen zu sein. Die

junge Künstlerin Anna von Siebenthal beispielsweise hatte leichtfüssig und von der

Stadtluzerner Öffentlichkeit vielbeachtet an der Reussbrücke eine Batterie Klopapierrollen

montiert – ‹Twenty-one Pieces of Toilet Paper›, ein fröhliches Fahnenmeer,

das an koprophile Freuden ebenso erinnern mochte wie an den Raubbau an

der Natur. Und auch in der musealen Umgebung bestehen die Abschlussarbeiten.

Der Bachelor Kunst & Vermittlung an der Hochschule Luzern Desgin & Kunst

Studiengang: 110 Studierende, 20 Dozierende und Gäste

Dauer: 3 Jahre, zentral sind die individuellen und kollektiven Projekte der Studierenden

Kunst & Vermittlung: Doppelstudiengang mit zwei möglichen Abschlüssen:

K+ (BA Bildende Kunst): ausgerichtet auf eine künstlerische Strategie, eine künstlerische Praxis

als Ausgangspunkt für Handlungen an allen Schnittstellen des Kunstbetriebs und der Gesellschaft

+V (BA Vermittlung von Kunst und Design): ausgerichtet auf eine kommunikative Grundhaltung und

eine Basis für künstlerische Handlungen zwischen Artistic Education und Social Engagement

Regula Brassel · Seine braunen Locken, 2020, interaktive Medienreflexion

FOKUS // HOCHSCHULE LUZERN DESIGN & KUNST

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Die junge Fabienne Baumann hatte sich, angeregt durch ihren jüngeren Bruder, mit

Video-Shooter-Spielen beschäftigt und dann beschlossen, eine ikonische Einstellung

im Grossformat fotorealistisch für die Ewigkeit in Acryl zu bannen, ‹Shot Down›.

Ihr gelang es, das Bild repräsentativ im Haus der Kunst Altdorf in Anton Bruhins Ausstellung

‹Hauptsache› zu platzieren – ein Belastungstest, den beide Künstler nicht

nur bestanden, sondern als gegenseitigen Gewinn verbuchen konnten.

Solide handwerkliche Tradition

Bis in die 1970er-Jahre fanden Schweizerinnen und Schweizer mit Ambitionen

zur Kunst als Beruf nur im benachbarten Ausland fundierte Ausbildungsmöglichkeiten.

Der Künstler, die Künstlerin ein Nomade, eine Nomadin. Erst nach und nach entwickelten

die kantonalen Fachhochschulen Curricula, die mit europaweit seit dem

16. Jahrhundert gegründeten Akademien, in denen zunächst die klassischen Königsgattungen

Malerei und Skulptur unterrichtet wurden, gleichziehen konnten. Dennoch

brachte die Schweiz beachtliche Künstlerinnen und Künstler hervor wie Heinrich

Füssli, Clara von Rappard, Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler, Sophie Taeuber-Arp,

Binia Bill oder in jüngerer Zeit Hans Schaerer, Markus Raetz und Miriam Cahn. Die

Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen.

Rückblickend lässt sich heute trefflich fragen, ob es angesichts hoher Mobilität in

einer globalisierten Welt überhaupt eines Kunststudiums im eigenen Land bedürfe, um

Künstlerin oder Künstler hervorzubringen, und wenn ja, wie der keimende Kunstwille

unterrichtet und wohin er geführt werden sollte. Die Schweiz – calvinistisch auch in

Dustin Kenel · Choose your Weapon, Performance, 2020, Südpol, Luzern. Foto: Ralph Kuehne

38 Kunstbulletin 11/2020


den katholischen Orten – setzte dabei vor allem und zuerst auf solide handwerkliche

Tradition und Ökonomie. Das ist an den grossen Kunsthochschulstandorten, Genf, Lausanne,

Zürich, Basel, Bern, bis heute zu spüren, selbst wenn es darum geht, mit neuen

Leitbildern und Lehrplänen die Kunstwelt im Elfenbeinturm täglich neu zu erfinden.

«Machen» heisst dort zuerst, eine Technik zu beherrschen, etwas vorzeigen oder aufführen

zu können, sich in einem Anerkennungs- und schliesslich Verwertungskreislauf,

egal, wie er definiert wird, anschlussfähig zu zeigen. Die akademisch vermittelte Kunst

soll sich süffig in die Kulturwirtschaft und ihre Diskursfelder einbringen.

San Sebastian

Das sehen San Sebastian freilich anders. Ihnen geht es primär um die künstlerische

Haltung der Studierenden, die Wahrnehmung ihres Umfeldes, ihre Positionierung

darin, aus der die unterschiedlichsten Setzungen entstehen können. Erst in diesem

Wechselspiel kann, so ihr Credo, ein Medium, ein Format beherrscht werden und

ein Ausdruck überzeugen. Bewerbungsmappen für das Bachelorstudium sind bei

ihnen nicht gefragt. Das Anliegen und die Bereitschaft zu einer künstlerischen Karriere

wird in Gesprächen eruiert, zum Herbstsemester komplett online und in einem

Chatroulette, zu dem neben den Bewerberinnen auch auswärtige Gäste als zufällige

Sparringpartner eingeladen waren. «Wir bewerben uns auch bei den Studierenden»,

kommentiert Utzni. «Durch Corona hat sich ein Online-Format mit Zukunft etabliert.»

49 Studierende sind für das Herbstsemester aufgenommen, so viel wie nie, die doppelte

Anzahl hat sich beworben.

Plan, act and re-act

San Sebastian haben sich in den drei Jahren ihrer Regie wider Willen Kultstatus

erworben, ihrer Skepsis gegenüber dem Vorbildkünstler zum Trotz.Ihre eigene künstlerische

Arbeit – San Keller kommt im weitesten Sinne aus dem Performancebereich,

Sebastian Utzni von der Konzeptkunst her – prägt ihre Aufgaben und die neuen Formate

mit. San Sebastian setzen vielmehr auf Kommunikation, Austausch und Kollektiv.

Und es geht ihnen nicht um ein gefälliges Statement, das nach Kunst aussieht,

aber nicht hält, was es verspricht. Es geht um mehr: im Kontext produzieren. «Wenn

einer ein Produkt herstellt, macht er bei uns den Laden dazu», erzählt San Keller.

Das sei echte Entrepreneurship, ergänzt Utzni, «nach dem Motto: plan, act and show,

check, re-act. Wir machen!»

Max Glauner, Kulturjournalist, Dozent für zeitgenössische Kunst, ihre Geschichte und Theorie an der ZHdK

und Forscher zu Formen künstlerischer Zusammenarbeit, lebt in Zürich und Berlin. maxglauner@gmx.net

→ Public Guest Lectures: Deborah Joyce Holman, 3.11.; Nuray Demir, Michael Annoff, 17.11.; Tomke

Braun, 24.11.; Lauryn Youden, 1.12.; HSLU, 2. Stock, 12.30–14 Uhr // Kassenschlager!: ‹Nike Concept-

Store› by Yves Möhrle, Manuel Gloor, Raphael Holzer, Bertilla Spinas, 26.–31.10.; ‹65 000 m 2 , 3 Stöcke,

fast 150 Geschäfte und kein Buchladen› by Boryana Yotova, 2.–7.11.; ‹The Vernissage› by The Winners,

9.–14.11., Shop 04, Einkaufszentrum ‹Mall of Switzerland›, Ebikon

↗ hub.hslu.ch ↗ kannichallesdarfichalles.com

FOKUS // HOCHSCHULE LUZERN DESIGN & KUNST

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Julian Charrière — Die Erzählung der

Not All Who Wander Are Lost, 2019, Ausstellungsansicht ‹Towards No Earthly Pole›, 2019, MASI Lugano

© ProLitteris. Foto: Jens Ziehe

40 Kunstbulletin 11/2020


Welt aus dem Stein

FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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Liebevoll ist Julian Charrière unserem Globus zugewandt. Was

nicht heisst, dass er auf grosses Geschütz verzichtet. Eine

Kanone aus seinem Berliner Studio ist auf dem Weg zur ersten

Antarktis-Biennale 2017 konfisziert worden – mitsamt Munition

aus bleiverschalten Kokosnüssen. Dafür wurde der Weg frei für

ein filmisches Grossprojekt. Nun schaut Charrière zurück und

nutzt das Aargauer Kunsthaus, um uns zu zeigen:Zwischen Aufklärung

und Verführung gibt es keine Konflikte. Isabel Zürcher

Sein jüngstes Filmwerk hat Spielfilmlänge und führt unter tiefem Rauschen, Knarren,

Dröhnen direkt an den Rand der Welt. Dort herrscht dunkle Nacht. Was immer der

Blick von der langsam vorbeiziehenden Topografie erfassen kann, erzählt von Kräften,

die ohne direkte menschliche Einwirkung Wasser und Eis in Bewegung halten.

In ‹Towards No Earthly Pole› hat Julian Charrière Bilder aus verschiedenen Eisregionen

zu einer überwältigenden Kamerafahrt aufgemischt. In ihren monumentalen

Dimensionen und in Tuchfühlung mit geologischen Prozessen trifft die Arbeit den

Nerv eines heutigen Zeitgefühls: So könnte es aussehen, wenn der Globus nach Ableben

des Homo sapiens sein Gleichgewicht zurückerobert. So hat es vielleicht ausgesehen,

bevor Himmel und Erde sich auf unbestimmte Zeit trennten.

Ambivalente Schönheit

An der Medienkonferenz im Aargauer Kunsthaus Anfang September bedankt sich

Julian Charrière zuerst bei seiner Crew. Der 32-Jährige bleibt, während er die Ambition

des Projekts aufrollt, ein kollegialer Zeitgenosse. Der Druck, den ihm eine Vita

des Erfolgs mit Unterstützung mehrerer international tätiger Galerien auferlegen

könnte, scheint ihn vom Kurs des neugierigen Experimentators nicht abzubringen. Im

Gegenteil: Charrière bewahrt seine Freude daran, unseren fatalen Einfluss auf das

globale Gleichgewicht in hinreissend schöne Bilder und Objekte zu fassen. Dass er

sich selber überraschen kann dabei, sei ein Motor seines Schaffens. Und Ambivalenz

unvermeidlicher Teil der Rezeption.

Schon seit seinen ersten Interviews wird Charrière als Explorateur, Forscher, auch

als Umweltaktivist international durch die Rezensionen getragen. Das nimmt er hin,

ja er weiss damit zu spielen: Die Wahl seiner Themen und Motive, sein teils investigatives,

teils experimentelles Vorgehen legen immer wieder den Bezug zu den Naturwissenschaften

nahe. «Ganz klar habe ich ein breites Interesse und habe auch den

Wissenschaften einiges abgekuckt.» Doch er relativiert die Stilisierung seiner Person

vor allem da, wo die Kunst als moralische Instanz dienen soll. «Ich bin nicht in der Lage,

den Leuten zu sagen, was gut oder nicht gut sei.» Und: «Auch wenn ich Themen bearbeite,

die wahrscheinlich wirklich wichtig sind: Jeder Künstler ist doch ein Forscher.»

Er selbst sei letztlich von den Situationisten in Paris der 1960er-Jahre gar nicht so weit

42 Kunstbulletin 11/2020


Empire, 2019, Ausstellungsansicht ‹Towards No Earthly Pole›, 2020, Aargauer Kunsthaus, Aarau

© ProLitteris. Foto: Jens Ziehe

FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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We Are All Astronauts, 2013, Ausstellungsansicht ‹Towards No Earthly Pole›, 2020, Aargauer Kunsthaus,

Aarau © ProLitteris. Foto: Jens Ziehe

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FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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Towards No Earthly Pole – Vostok (o.), Horseshoe (u.), 2019, Archival pigment prints © ProLitteris

46 Kunstbulletin 11/2020


Towards No Earthly Pole – Totten (o.), Concordia (u.), 2019, Archival pigment prints © ProLitteris

FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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entfernt. Und dass die mediale Präsenz der Klimakatastrophe seiner Kunst hohe Aktualität

attestiert, ändere nichts an dem Umstand, der mehr noch als das ökologische

System die Grundlage für sein Schaffen auszumachen scheint: «Es ist doch so, dass

die Wissenschaften genauso wie die Kunst den Überblick verloren haben!»

Was heisst «Natur»?

Raum für Raum legt die Ausstellung in Aarau Fährten aus zu einem Begriff von

«Natur» und deren Aggregatzuständen, die sich längst nicht mehr aus unserer kulturell

geprägten Optik lösen wollen. «Was kann Natur überhaupt sein heute, was bedeutet

sie uns? Und was haben wir von der Romantik geerbt?» Charrière weiss, dass

sich in unserem Verständnis des «Romantischen» eine kulturgeschichtliche Epoche

mit individueller, heutiger Sehnsucht kreuzt.

Farbaufnahmen von Sandstränden im Bikini-Atoll stellen gleich als Auftakt der

Schau das Ferientraumbild vor; eine mächtige Vitrine löst zauberhafte Eisblumen

aus dem verdunkelten Raum; schimmerndes Gestein wirft die Frage auf nach Herkunft,

Alter, Zusammensetzung vermeintlich geologischer Fundstücke. Dabei trügt

Julian Charrière (*1987, Morges), lebt in Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

2019–2021 ‹Towards No Earthly Pole›, Museo d’arte della Svizzera italiana MASI, Lugano; Aargauer

Kunsthaus, Aarau; Dallas Museum of Art, Texas

2019 ‹All We Ever Wanted Was Everything and Everywhere›, MAMbo, Bologna

2018 ‹As We Used to Float›, Berlinische Galerie, Berlin; ‹An Invitation to Disappear›, Kunsthalle Mainz

2016 ‹Future Fossile Spaces›, Musée Cantonal des Beaux-Arts, Lausanne

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2020 ‹Critical Zones›, ZKM Karlsruhe

2019 ‹La Fabrique du Vivant›, Centre Pompidou, Paris; ‹Wildnis›, Schirn Kunsthalle, Frankfurt a.M.

2018 ‹Adapt to Survive: Notes from the Future›, Hayward Gallery, Southbank Centre, London

2017 ‹Viva Arte Viva›, Arsenale, Biennale di Venezia

2015 ‹The Future of Memory›, Kunsthalle Wien

Julian Charrière. Foto: Johannes Förster

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Tropisme, 2014, Ausstellungsansicht ‹Towards No Earthly Pole›, 2020, Aargauer Kunsthaus, Aarau

© ProLitteris. Foto: Jens Ziehe

FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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der Schein. Charrières Bilder, seine Objekte und seine Arrangements sind ummantelt

von Geschichten, die dem Vertrauen in einen Urzustand von Raum und Materie zuwiderlaufen.

Radioaktiver Inselsand, kontaminiert durch US-amerikanische Tests von

Wasserstoffbomben in den 1940er- und 1950er-Jahren, hinterlässt weissen Nebel

auf dem Farbfilm, mit dem der Künstler das Palmen-Idyll im Pazifischen Ozean für

die Serie ‹Flathead – First Light›, 2016, ablichtete. In ‹Tropisme›, 2014, verspricht flüssiger

Stickstoff das Erbgut von Pflanzen zu konservieren, deren Überleben nach Millionen

Jahren nicht mehr ohne Weiteres gesichert scheint. Und in ‹Metamorphism›,

LVII, 2016, schürt ein sorgfältig beleuchtetes Mineralienkabinett zwar die Faszination

für Gesteinsproben, exponiert aber weit jüngeres Material: Wir sehen Laptopund

Smartphone-Komponenten, in den Hochöfen des deutschen Stahlherstellers

Thyssen-Krupp zum Schmelzpunkt getrieben.

Bewegliche Massstäbe

Charrières erste umfassendere Ausstellung bringt mehrere Werke aus den letzten

Jahren in einen Zusammenhang und lässt sie in einer grosszügigen Choreogra-

Towards No Earthly Pole, 2019, 4k Farbfilm, 32:9, 14.2 Ambisonics Sound, 104’30’’ © ProLitteris

50 Kunstbulletin 11/2020


fie aufgehen. Es sei für ihn eine Herausforderung gewesen, unabhängig voneinander

entstandene, in immer wieder andere Regionen und Medien vordringende Werke zu

einer Erzählung zu verweben. «Ich habe mir für diesen wimmernden Kosmos eine

Glasglocke vorgestellt, unter der sich alles befindet – wie im Innern des Obsidians.»

Der Wechsel von hellen und verdunkelten Situationen, Spiegelungen und Gegenüberstellungen

komme jetzt seiner eigenen Vorstellung seines bisherigen Schaffens nahe:

«Es sind jetzt mehrere Glocken, die offen sind.»

Als der Maler Caspar Wolf – in der Aargauer Sammlung gut vertreten – sich selbst

vor 250 Jahren als Winzling an den Rand seiner Alpenansichten pinselte, da stand

der Berg noch still. Die physische Anwesenheit des Künstlers machte Landschaft

als Ergebnis mächtiger geologischer Prozesse lesbar. Heute navigieren wir getrennt

von unseren Körpern durch das Bild der Welt. «Die Technologie», stellt Charrière fest,

«hat keinen menschlichen Massstab mehr.» Per Mausklick dreht sich der Globus am

Bildschirm nach unserem Willen, jeder haptische Gegenstand kann ein Vielfaches

seines eigenen Volumens an Daten erzeugen. Realität und ihr Abbild, Fiktion und Dokumentation

driften als Hybride auseinander oder aufeinander zu. Die Welt erscheint

zum Gegenstand geschrumpft und mutiert zugleich zum Atelier des Künstlers: Ihrem

Zustand zwischen Traum und Trauma gewinnt er immer neue Materialien ab.

Erzählungen über Kunst und Welt

Dieser Verlust von Massstäblichkeit stand auch am Anfang der Arbeit für

‹Towards No Earthly Pole›, die der ganzen Ausstellung den Titel gibt: Im Widerspruch

zur klischierten Ansicht der Arktis filmten Charrière und sein Team in der Nacht. Eine

Drohne schickten sie mit einem Scheinwerfer voraus, die zweite trug die Kamera.

Jetzt folgen wir wie Mücken dem Lichtkegel, während die Umgebung sich im Dunkel

laufend entzieht und vergessen macht, wo wir sind. Landschaft scheint eine Endlosschlaufe

von Erinnerung, ein Fantasma, das sich in körnigem Schwarzweiss doch

als Dokumentation tatsächlicher Formationen outet: Unbemerkt fast geht Kunst ins

Naturbild über.

‹We Are All Astronauts›, 2013, war der Titel von Charrières Diplomarbeit. Freundlich

kokettierend mit früheren Künstlermanifesten, hat uns diese Selbstermächtigung

im zweiten Raum mehrere, fast durchsichtige Weltkugeln vorgeführt. Ohne die

Lackschicht ihrer aufgemalten Kontinente wirken sie wie verletzliche Sonnen aus

einem anderen Planetensystem. Wir sind riesig neben ihnen, so, wie wir winzig waren

im ‹Towards No Earthly Pole›. Die Erzählung über Kunst schiebt sich über die Erzählung

über Welt. Gekonnt macht sich Charrière das Globale zu eigen – und sein

Schaffen reisetauglich auch für den internationalen Kunstbetrieb, dem die Welt am

Herzen liegen muss.

Isabel Zürcher arbeitet als Kunstwissenschaftlerin und freie Autorin in Basel und Mulhouse.

mail@isabel-zuercher.ch

→ ‹Julian Charrière – Towards No Earthly Pole›, Aargauer Kunsthaus, Aarau, bis 3.1.

↗ www.aargauerkunsthaus.ch

FOKUS // JULIAN CHARRIÈRE

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Connected Space — Ein Staffellauf von

Matteo di Giovanni ·

Buchpräsentation,

Choisy Bookshop

im Lehrerzimmer,

Februar/März, 2020

Jazmin Taco · Wellen und Täler,

Schwobhaus im Sexkino Corso, Januar,

2020. Foto: Florian Spring

Hygieia, Outside Rohling und La Rada, Simonsbrunnen,

September 2020. Foto: Francesco Marconi

Laura Grubenmann, BFF (Büro für Folgendes) im Coiffeur

Berset, Januar/Feburar, 2020. Foto: Pius Bacher

Adrian Fernandez Garcia/Kollektiv Peinture

Jaune in der Sattelkammer, November,

2019. Foto: Samuel Rauber

52 Kunstbulletin 11/2020


Kunst- und Projekträumen

Die Revolution der Normalität, Tour des Kollektivs Tun in der

alltägliche(n) Stadt, März, 2020. Foto: Nadina Aubry

Die Revolution der Normalität,

Tour des Kollektivs Tun in der

alltägliche(n) Stadt, März, 2020

Cécile Keller, Oleg Kaufmann · Gepard goes Wild,

Gepard 14 im Meinen Areal (ehem. Metzgerei),

November, 2019. Foto: Marco Giacomoni

FOKUS // CONNECTED SPACE

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Dezentral und offen, so versteht sich das gross angelegte Projekt

‹Connected Space›, das seit Herbst 2019 von zahlreichen

Kunsträumen aus der ganzen Schweiz gemeinsam realisiert wird.

Durch das Virus wurde der physische Austausch abrupt unterbrochen,

seit Ende August nimmt der Kunst-Staffellauf in Bern

wieder Fahrt auf. Adrian Dürrwang

Vom Champagnergenuss in einem Coiffeursalon im Monbijouquartier, so gedrängt

an der Eröffnung, dass die poetischen Texte von Laura Grubenmann auf dem Boden

kaum zu lesen waren, bis hin zum Blutturm an der Aare, wo neben den protheseartigen

Objekten eines Remy Erismann wagemutige Kunstschaffende mit Dosenbier im

Gebälk des Gemäuers zu elektronischen Beats tanzten – das sind Erinnerungen an

die ungezwungene Atmosphäre des ‹Connected Space› vor dem Lockdown.

Die Idee des physischen «Austauschs», wie sie Virginie Halter und Yvonne Lanz

aus dem Projektteam im Gespräch ausführen, musste im Frühling faktisch eingefroren

werden: «Das Konzept baut auf einen Staffellauf der Kunsträume und setzt sich

in den künstlerischen Produktionen aus drei Elementen zusammen, wie folgt: ‹Zu

Gast gehen›:Für die Dauer einer Aktion oder Ausstellung suchen sich die lokal ansässigen

Projekträume oder Initiativen einen nicht-kunstkonnotierten Gastort wie etwa

eine Metzgerei oder ein Altersheim. ‹Gastgeben›: Parallel dazu laden die Kunsträume

in Bern Kollektive aus einer anderen Schweizer Stadt ein, in ihren Räumen eine

Produktion zu realisieren. ‹Die mobile Struktur›: eine mobile und modulare Struktur

begleitet die Produktionen und kann zu Ausstellungs- und Vermittlungszwecken eingesetzt

werden.» Nachdem dann plötzlich all diese Formate brachlagen, wurde das

Gefäss ‹Intermezzo› geschaffen, das als digitale Gesprächsreihe und als Workshop

diente, in welchem die Lebensbedingungen der Kunstschaffenden umkreist werden

konnten. Die gesammelten Statements werden in ein Manifest «zu Wesen, Wert und

Wirkung von selbstorganisierten Kunsträumen» einfliessen, das die Diskussion um

die Nachwirkungen der Krise im Kulturbereich bereichern will.

Neustart nach dem Lockdown

Mit der 3. Staffel ist nach dem Lockdown ein gewisser Alltag zurückgekehrt. Man

traf sich wieder, etwa vor dem Projekt ‹Hygieia› des Kollektivs Rohling. Bei dessen

grotesk-bunten Brunnensäule an der Kramgasse konnte man zwar nicht die Hände

waschen, dennoch stahl sie sogar dem Nachbarn aus dem 16. Jahrhundert bei den

Touristen die Show und führte zu einem intensiven Dialog mit der Ortsansässigen.

Und auch für die 4. Staffel sind ab November ganz unterschiedliche Projekte geplant:

So lädt in der Cabane B, dem Nouvel’schen «Rosthäuschen» beim Bahnhof

Bümpliz, das sic! aus Luzern ein: Passend zur Krise thematisieren Daniela Brugger,

Künstlerin, und Laura Breitschmid, Kuratorin, mit Besuchenden sowie Kunstfachleuten

in einer Art «Spiel des Lebens», besser des «Überlebens», kreative (Überlebens-)

54 Kunstbulletin 11/2020


Strategien. Gruppenweise versetzen sich die Spielenden etwa in die Rolle eines oder

einer Mid-Career Artist und tauschen sich zu bestimmten Herausforderungen mit Peter

J. Schneemann aus, Professor für Kunstgeschichte der Moderne und Gegenwart

in Bern. Zudem sind über die Lautsprecher des altehrwürdigen Loeb-Warenhauses in

der ersten Monatshälfte Stimmen zu hören, die von Begegnungen erzählen. Dieses

Audiostück ist Teil der Soundarbeit ‹+41 (0)800 00 12 16 – A Voice Message Project›

von Johanna Kotlaris, Marc Norbert Hörler und Ines Marita Schärer. Und im ganzen

Monat ist im Kunstraum Dreiviertel der Basler Offspace Lotsremark Projekte mit

der Ausstellung ‹Transitorische Turbulenzen› zu Gast: Das Kuratorenduo Janine Stoll

und Harald Kraemer von Lotsremark setzt konzeptuelle, systemkritische Werke von

Künstlern wie Marcel Broodthaers (BE), Joseph Leung (HK) und George Steinmann

(CH) in Dialog. Ebenfalls Systeme, wenn auch in Raum und Architektur, befragen der

Künstler Matteo Taramelli (IT) und der Astrophysiker Adomas Valantinas (LI) im interdisziplinären

Format ‹Reagenz›, einer Reihe der Betreiberin des Dreiviertel, Anna Fatyanova.

Taramelli, auch ausgebildeter Architekt, und Valantinas diskutieren schon

seit einiger Zeit räumliche Fragen und Utopien, etwa die Besiedlung des Mars ...

Eher ein Lauffeuer als ein Feuerwerk

Zum Schluss der Versuch einer vorgezogenen Bilanz: ‹Connected Space› verfolgt

die Vernetzung sowie die Sichtbarkeit der Off-Initiativen in der Stadt und in der

Schweiz sowie den Austausch mit der Öffentlichkeit. Erfolgreich war Ersteres: Betreibende

und Kunstschaffende von ausserhalb, inklusive Publikum, waren in Bern

zu Gast und vice versa. Dennoch scheint es schwierig, das Wesen von ‹Connected

Space› präzise zu erfassen. Im Gespräch mit dem Projektleitenden wird zwar klar,

dass man weder einen neuen Brand noch ein Festival schaffen will, die Heterogenität

der Szene soll beibehalten werden: Man vergleicht sich nicht mit «einem Feuerwerk»

wie etwa das Kunsthoch in Luzern, sondern man sieht sich als «Lauffeuer».

Doch der Staffellauf über die lange Zeit vergibt bewusst gemeinsames Potenzial.

Man hätte sich nach dem gemeinsamen Auftakt weitere, teils kollektive, sichtbare

Aktion gewünscht. Gut gelungen ist dafür die Positionierung der Kunsträume als

wichtige Akteure in der Berner Kulturlandschaft: Hervorgegangen war das Projekt

aus dem etwas eingeschlafenen ‹Kollektiv Bern›, dem Zusammenschluss der Berner

Kunsträume. Dank der Projektförderung des Kulturfonds ist nun die Vernetzung

vorhanden, sodass das Projektteam selbstbewusst konstatiert: «Einzelne Initiativen

haben weniger Gewicht als wir im Kollektiv!»

Dies ist wohl mit der wichtigste Effekt des Projekts in einer Zeit des Galerienschwundes.

Es ist eine Zeit, in der Kunsträume plötzlich an einem Zurich Art Weekend erscheinen,

und eine von viel Eigeninitiative geprägte Szene, die sonst in den Diskussionen

eher unter «ferner liefen» figurierte, als selbstverständlich wahrgenommen wird.

Adrian Dürrwang. Kunsthistoriker, freier Autor und Lehrer, lebt in Bern. a_duerrwang@hotmail.com

→ ‹Connected Space›, Ein Kunst-Staffellauf von Berner Projekträumen und Initiativen in Kollaboration

mit Projekten aus allen Landesteilen der Schweiz; ‹4. Staffel›, bis 9.1. ↗ www.connected-space.ch

FOKUS // CONNECTED SPACE

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Ansichten — Elodie Pong: Does the

World Look Greener …?

Elodie Pong · Does The World Look Greener Through Green Eyes?, 2020, Installation, 9 Pflastersteine,

Moos & Sedum, Plexiglas, Sockel aus Steckplatten, Ausstellungsansicht ‹Our Unknown Known›,

jevouspropose, Zürich. Foto: Anne-Laure Franchette

56 Kunstbulletin 11/2020


Elodie Pong war auf Einladung von Gesa Schneider (auf Einladung

von Sabina Kohler) im Projektraum ‹jevouspropose› zu

Gast. Auf kleinstem Raum entwickelt sie einen künstlerischen

Essay, der um das Nichtwissen kreist. Eine Arbeit bündelt die

Ansätze der scharfen Beobachterin. Damian Christinger

Mit meiner Gesichtsmaske nähere ich mich vorsichtig (um anderen Besucher*innen

nicht zu nahe zu treten) der Skulpturengruppe ‹Does the World Look Greener Through

Green Eyes?›, 2020: grünbewachsene Pflastersteine, angerichtet wie auf einem Serviertablett.

Der handgehauene Baustein erinnert an das gewalttätige Potenzial von

Protesten und Aufständen, an den Geist der Pariser Kommunen oder die andauernden

Ausschreitungen in Portland oder Gaza. Diese Assoziationen verbinden sich auf

widersprüchliche Weise mit dem hoffnungsvollen Grün eines vegetativen Versprechens:

Geschöpfe wie Moose, Fetthennen oder die (wundervoll präzise benannte)

Luftpflanze Wunderblatt wachsen auf steinigstem Untergrund, mit wenig Wasser

und skizzieren so die nahe Zukunft einer Vegetation im Klimawandel.

Das morgendliche Aufstehen war für viele von uns immer schon ein heikler Moment.

Jene Zeit, in der wir den Kaffee oder Tee schlürfen, die Spinnweben vager Erinnerungen

aus dem Kopf schütteln und versuchen, klaren Blicks in die kommende Zeit

(meistens einfach den neuen Tag) zu schauen. Covid-19 hat diesen Moment noch prekärer

gemacht. Für die meisten von uns in der Schweiz – anders wohl als in Kampala

oder Delhi, Rio oder Hongkong – ist dies die erste unmittelbare, existentielle Krise

unseres Lebens. Eines wurde schnell klar: Unsere bisherigen westlichen Denkmuster

und künstlerischen Strategien stehen in Frage, unsere Unsicherheit verbindet sich

mit der Erkenntnis, dass unsere Wissenssysteme hegemonial sind, die globale Ungleichheit

zementieren und den Problemen des Anthropozäns nicht gewachsen sind.

Die Pandemie wird zu einem Prisma, das unser Nichtwissen, unsere Verlorenheit angesichts

der planetaren Fragen, unsere Unfähigkeit, die künstliche Dychotomie zwischen

Natur und Mensch zu überwinden, bündelt.

Den Miniskulpturen ist ein einzelner Pflasterstein vorangestellt, unschwer als gefallener

Würfel zu erkennen (alea jacta est). Sein englischer Titel ‹Die›, 2020, ist nicht

nur die Singularform des gebräuchlicheren Plurals «Dice», sondern auch die Grundund

Befehlsform des Verbs für «sterben». Die zukünftigen Besitzer*innen der unlimitierten,

wuchernden Kleinskulpturen können entscheiden. Einerseits brauchen diese

Gesteinsbrocken viel Liebe und Pflege, müssen sie (am besten morgens) doch immer

wieder mit einem feinen Wassernebel bestäubt werden. Andererseits ruht ihr revolutionäres

Potenzial der Strasse nur und kann jederzeit reaktiviert werden. In welche

Richtung bewegen wir uns? Ich bleibe unsicher, während ich meinen Kaffee schlürfe.

DamianChristingerlebt undarbeitet alsfreierKuratorundPublizistinZürich.damian.christinger@gmail.com

→ jevouspropose, eine kuratorische Serie von Sabina Kohler und Gästen ↗ www.jevouspropose.ch

→ Ansichten: ein Bild, ein Text – Autor/innen kommentieren eine visuelle Vorlage ihrer Wahl.

FOKUS // ANSICHTEN

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Arts et cinéma — regards échangés,

regards croisés

Marcel Duchamp · Rotorelief (disque optique), 1935/1953, édition de 1953, impression offset recto verso

en couleur sur carton, ø 20 cm, Musée des Beaux-Arts, Métropole Rouen Normandie © ProLitteris.

Photo : Agence Albatros

58 Kunstbulletin 11/2020


Exposition conçue sur une idée de Dominique Païni, présentée

à La Fondation de l’Hermitage, ‹Arts et Cinéma› documente les

échanges et les «liaisons heureuses» que l’on peut dresser en

portant une réflexion comparative sur ces domaines. L’exposition

montre comment le cinéma, dès ses débuts a été conçu

comme un art aussi plastique que narratif. Françoise Ninghetto

Quel spectateur qui, regardant le film ‹Barry Lyndon› de Stanley Kubrick (1975) – ce

récit de la vie d’un parvenu irlandais du 18 e siècle – n’a pas pensé, à un moment ou

à un autre, à un tableau de l’époque de l’âge d’or de la peinture anglaise? Perfectionniste,

le réalisateur voulait que son film, débutant au milieu du 18 e siècle et se

terminant en 1789, donne l’impression d’un documentaire, filmé avant même l’invention

du cinéma. Il avait, pour ce faire, étudié minutieusement les peintures de

Thomas Gainsborough, Joshua Reynolds, William Hogarth et John Constable. Hors du

propos – notamment temporellement – de l’exposition ‹Arts et cinéma›, cet exemple

dit tout de même quelque chose du lien qui peut exister entre cet art de la lumière et

de l’image-mouvement, «jeune, moderne et sans tradition», selon Fernand Léger et

celui de l’image-fixe, de la «statuaire paralysée de marbre» (Elie Faure) s’inscrivant

dans une longue histoire.

L’exposition se déroule chronologiquement et thématiquement dans les quatorze

salles et espaces de l’Hermitage. Elle débute par la période avant le cinéma jusqu’à

la naissance du cinéma, une salle qui peine à nous convaincre des liens établis.

Certes les peintres de la fin du 19 e siècle ont quitté l’atelier pour aller peindre en

plein air, sur le motif, amenant ainsi de nombreuses innovations artistiques. Si de

nombreux historiens du cinéma ont comparé les premiers films des frères Lumière

(dont la première projection a eu lieu en 1895) avec l’impressionnisme, alors que la

peinture connaît une inventivité extraordinaire, il est difficile d’établir une parenté

objective et on partagerait plutôt l’idée qu’avance Vincent Pomarède dans son texte

du catalogue qu’il faut aussi détecter ce qui provient de « l’air du temp». Avec les recherches

d’Eadweard Muybridge et d’Étienne-Jules Marey sur la décomposition du

mouvement, nous avançons plus clairement vers ce nouvel art qu’est alors le cinéma.

Et, avec ce que d’aucuns ont appelés les «tableaux vivants, animé […]» des frères

Lumière (des hommes sautant d’un tramway, une petite fille pêchant des poissons

dans un bocal), la continuité avec un tableau de Pierre Bonnard ou Camille Pissaro

paraît parfaite.

Charlot, un personnage inspirant

Il faut s’arrêter dans la salle intitulée ‹Charlot, peintre cubiste› car, si après le tournant

du 20 e siècle peintres et cinéastes vont suivre des recherches qui les mettent à

distance – avec, en peinture, la destruction de la forme et du récit et au contraire son

développement au cinéma –, l’intérêt porté par Fernand Léger pour ce personnage

FOKUS // ARTS ET CINEMA

59


découvert en France par Apollinaire est tout à fait passionnant. Il réalise alors un

‹Charlot cubiste›, un bois peint de 1924, et une sorte de pantin qui apparaît dans le

générique de son court métrage expérimental ‹Ballet mécanique› (1924) qui explore

le potentiel visuel, non-narratif du cinéma. Si Picasso (parmi d’autres) n’a guère fréquenté

le cinéma que comme un moment de détente, certains artistes s’y sont habilement

frottés – Francis Picabia, Marcel Duchamp, Hans Richter, Viking Eggeling – et

ont réellement tenté des jeux visuels en travaillant la richesse plastique des images

en mouvement. Les ‹Rotoreliefs›, 1935, et l’‹Anémic Cinéma› de Duchamp (1925) tout

comme les photogrammes ‹Spirals›, ca 1926, d’Oskar Fischinger ou ‹Symphonie diagonale›,

1921, de Viking Eggeling conservent un effet optique fascinant.

Des études de décors pour des films

Un des temps forts de l’exposition est abordé avec le mouvement expressionniste

et sa vision sombre du monde des années 1920–1925, particulièrement sensible en

Allemagne. Mais, pouvons-nous dire, dans cette présentation, c’est le cinéma qui

l’emporte. Les œuvres des peintres (sauf quelques exceptions dont un beau tableau

de Lyonel Feininger) sont essentiellement des études de décors pour des films.

Fernand Léger · Charlot cubiste, 1924, bois peint cloué sur contreplaqué, 73 x 33 x 6 cm © ProLitteris

60 Kunstbulletin 11/2020


Impressionnantes et remarquables, elles travaillent les contrastes entre ombre et

lumière et créent des espaces (recréés en studio) qui défient l’orthogonalité et les

lois de la perspective. Les fusains d’Hermann Warm et les photogrammes de Robert

Wiene pour son film ‹Le Cabinet du docteur Caligari›, 1919, (dont la brièveté de l’extrait

est frustrante) demeure un exemple inégalé. Bien que film de science-fiction,

‹Metropolis›, 1927, de Fritz Lang, justement rattaché au courant expressionniste, il

est également présenté à côté d’études au lavis et à la mine de graphite pour le décor.

De quoi frissonner devant cette vision inquiétante d’une gigantesque métropole

totalitaire. Tout comme devant le ‹Faust›, 1926, de F. W. Murnau, plus noir encore, et

les études préparatoires de Robert Herlth dont le fusain trace des lignes déchirées

et des surfaces que la lumière peine à traverser.

Peu développée dans l’exposition, la féconde période constructiviste et cubofuturiste

est centrée sur la prédominance du cinéma sous l’ère soviétique. Avec des extraits

de deux films de référence (malheureusement ingratement montrés) ‹L’Homme à

la caméra›, 1929, de Dziga Vertov fortement influencé par le futurisme italien et du ‹Cuirassé

Potemkine›, 1925, de Sergueï Eisenstein, accompagnés des affiches d’Alexandre

Rodtchenko et de Vladimir et Georgii Stenberg d’une efficacité visuelle absolue.

Multiples regards croisés

Un bref passage par le surréalisme qui,il faut bien le dire, mis à part Luis Buñel, n’a

pas tissé de riches et nombreux liens entre les arts plastiques, littéraires et l’image

en mouvement. L’après deuxième guerre mondiale qui voit le cinéma être reconnu

pleinement comme art ouvre sur la multiplicité des regards qu’échangent artistes et

cinéastes. Ces derniers filment les peintres au travail, s’attardent sur les gestes de

l’artiste. Et, exemple parmi les exemples, c’est bien à Jean-Luc Godard que revient

le rôle d’avoir marqué la réinvention du cinéma. Incontestable, la juxtaposition de

l’‹Anthropométrie›, 1960, d’Yves Klein à Jean-Paul Belmondo qui, dans ‹Pierrot le fou›,

1965, se peint le visage en bleu ou qui, dans ‹À bout de souffle›, 1960, vient mourir

devant l’atelier du peintre, là où il a réalisé une des versions de son photomontage

‹Le Saut dans le vide›.

Échanges, emprunts, appropriations de toutes sortes, ces multiples regards croisés

sont fréquemment fructueux et suggèrent que ces coups d’œil sont volontiers

des regards d’envie.

Françoise Ninghetto, historienne de l’art et conservatrice hon. au MAMCO Genève. f.ninghetto@bluewin.ch

→ ‹Arts et Cinéma›, Exposition réalisée en collaboration avec La Cinémathèque française et la Réunion

des musées métropolitains Rouen Normandie, Fondation de l’Hermitage, Lausanne, jusqu’au

3 janvier ; Catalogue sous la direction de Dominique Païni et Aurélie Couvreur, Coédition Fondation de

l’Hermitage, Lausanne et éditions Snoeck, Gand, 2020

↗ www.fondation-hermitage.ch

FOKUS // ARTS ET CINEMA

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Studio Berlin — Domani, e domani

e domani

Rirkrit Tiravanija · Morgen ist die Frage, 2020, Studio Berlin/Berghain, courtesy neugerriemschneider

Berlin. Foto: Noshe

62 Kunstbulletin 11/2020


Temporaneamente chiuso da marzo causa Covid-19, il Berghain,

leggendario club berlinese, ospita fino a dicembre la mostra Studio

Berlin. L’esposizione, organizzata dalla Boros Foundation,

presenta le opere di 117 artisti, tra cui anche Julian Charrière, che

partecipa con un’opera video. Elisa Rusca

‹Morgen ist die Frage›, dice la facciata dell’ex-centrale elettrica di Friedrichshain.

L’opera di Rirkrit Tiravanija ha echi medicei: ‹Del doman non v’è certezza›, infatti, e

se già non ce n’era per le creature lunari della scena elettronica berlinese – incerte

soprattutto sul luogo dell’after party – nell’era della pandemia questa frase assume

tutta un’altra tonalità. L’edificio industriale oggi mi accoglie insolitamente silenzioso:

le sue sale sono state allestite con la mostra STUDIO BERLIN, progetto voluto per

promuovere e sostenere la scena artistica della città, colpita anch’essa dalla crisi

sanitaria di quest’anno. Idea lodevole, anche se, aggirandosi per le immense sale del

Berghain, si incontrano principalmente i soliti noti di casa a Berlino, rappresentati da

gallerie ben affermate, restando a bocca asciutta se ci si aspettava di scoprire nomi

diversi o nuove, emergenti tendenze.

L’esposizione inizia senza presentare particolari sorprese, fatta eccezione per un

soundscape di Jesse Darling nel dancefloor, un’installazione di Christine Sun Kim a

Panorama Bar, e un’interessante tela di Nadira Husain nel passaggio verso i celebri

bagni. È però nella Halle, parte normalmente chiusa al pubblico, che ritroviamo

un senso di piacevole stupore e spaesamento: nella penombra della sala, sotto uno

sbiadito graffito di un occhio di Horo, troneggiano i bagliori di … Piazza Rezzonico. Si

tratta del video di Julian Charrière ‹And Beneath It All Flows Liquid Fire› (2019) filmato

proprio a Lugano e presentato al MASI nella mostra retrospettiva del settembre

scorso dedicata al giovane artista di Morges. L’immagine in loop ci mostra la fontana

di Antonio Bossi di notte, completamente in fiamme a causa del liquido infiammabile

usato al posto dell’acqua. La ricerca artistica di Charrière, improntata su questioni

relative alla civilizzazione e al suo impatto sull’ambiente, è sublimata da scelte formali

che prediligono la perfezione chirurgica dell’alta definizione. La fontana perennemente

in fiamme diventa così antitesi della fonte dell’eterna giovinezza: il vitale

liquido zampillante, intimamente associato a una natura generosa e rigenerante, si

trasforma nei suoi opposti simbolici di distruzione e fissità. Di conseguenza, si stravolge

anche il senso dell’incertezza epicurea del luogo in cui l’opera è mostrata, e la

sensazione di dover cogliere l’attimo non ha più la sete della ‹Canzone di Bacco›, ma

incarna il senso del ‹Domani, e domani e domani› di Macbeth: il mistero del lento,

ripetitivo avanzare verso quel domani che sarà l’ultimo.

Elisa Rusca è curatrice, scrittrice e dottoranda in Visual Cultures a Goldsmiths, University of London.

elisa.rusca@gmail.com

→ ‹Studio Berlin›, Berghain, Berlino, visibile fino a dicembre ↗ www.studio.berlin

FOKUS // STUDIO BERLIN

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HINWEISE

Animation / Tough

Curator’s Choice — Manche Gespräche mit den

Eltern kann man erst führen, wenn man selbst

erwachsen ist. Eines dieser Gespräche führt

Jennifer Zheng in ‹Tough› mit ihrer Mutter. Ihre

Mutter wuchs zur Zeit der Kulturrevolution in

China als Teil einer intellektuellen Familie auf.

Jennifer Zheng ist hingegen in Nordirland geboren

und aufgewachsen. Wie es war, während

der Kulturrevolution aufzuwachsen, möchte

Jennifer von ihrer Mutter wissen. Eine schwierige

Frage, mit einer komplexen Antwort. Die

Mutter war erst elf, als die Revolution begann

und ihre Eltern, intellektuelle Rotgardisten,

in Umerziehungslager geschickt wurden. Ihre

Kindheit habe sie ‹Tough› gemacht. Die beiden

Frauen sprechen über Identität, Herkunft, kulturelle

Differenzen und Zugehörigkeitsgefühle.

Jennifer Zheng untermalt dieses Gespräch in

den Farben der Kulturrevolution in China und

beendet die Geschichte mit zwei Origami-

Kranichen. Einem Symbol, das in China für

Weisheit und ein langes Leben steht. ‹Tough›

war das filmische Erstlingswerk von Jennifer

Zheng. Sie selbst beschreibt den Film als ihre

Art der Therapie und der Auseinandersetzung

mit ihren Gefühlen. Dies spiegelt sich auch in

den Figuren wider, die 2D-animiert sind und an

Handzeichnungen erinnern. ‹Tough› wurde an

zahlreichen Filmfestivals gezeigt und gewann

mehrere Preise. Dominique Marconi

Hennric Jokeit

Baden — Hennric Jokeit (*1963) geht in der

Galerie94 unter dem Titel ‹Diagnosing hope›

mit der Kamera der Welt auf die Spur. Ungewohnt

ist, dass der Fotograf sie in Negativen

darstellt, die oft melancholisch, geheimnisvoll,

zeitweise gar apokalyptisch anmuten. Wenn

eine Aufnahme vom Basler Rheinhafen wie eine

Geisterstadt wirkt oder ein Badezimmer mit

Füsschenbadewanne die Kulisse eines Thrillers

abgeben könnte, steckt Methode drin: Hirnforschung,

genau gesagt. Der vor dem Mauerfall in

Ostberlin zum Psychologen ausgebildete Hennric

Jokeit befasst sich mit den neurobiologischen

Vorgängen visueller Wahrnehmung. Seit

2001 leitet er das Institut für Neuropsychologische

Diagnostik und Bildgebung am Schweizerischen

Epilepsie-Zentrum Zürich. Salopp

gesagt: Professor Jokeit fotografiert nicht nur,

sondern untersucht, wie sich Gedanken und

Gefühle im Hirn manifestieren. Wer seine Negative

betrachtet, muss also Hirnarbeit leisten:

Ist die Welt so, wie sie die Kamera einfängt, wie

sie der Künstler wahrnimmt oder wie sie sich

im kollektiven Gedächtnis eingeprägt hat? So

gesehen mutiert eine düstere Szenerie zu einer

heiteren. Das stimmt zuversichtlich. FS

Jennifer Zheng · Tough, GB 2016, 4’49’’

↗ https://vimeo.com/223024285

Hennric Jokeit · Villa Irak Minusio, 2014,

Archival Pigment Print

→ Galerie 94 Baden, bis 5.12.; Einführung Brida

von Castelberg, 30.10., ab 18.30 Uhr

↗ www.galerie94.ch

64 Kunstbulletin 11/2020


Giacomo Santiago Rogado

Baden — Eine ausgewählte Reihe kleinerer

und daneben umso imposanter erscheinender

grossformatiger Malereien des Schweizers Giacomo

Santiago Rogado (*1979) sind derzeit im

Helvetia Art Foyer zu sehen. Farben, die lebendig

durcheinandersprühen, stehen grafischen

Mustern und zeichnerischen Elementen gegenüber.

An Schrift erinnernde Formen schneiden

ein Fragment Himmel aus einer Farbenwelt

und setzen es in einen neuen Kontext. Rogado

entwickelt immer neue Techniken; er arbeitet

prozessorientiert und kontrastiert einen Akt

der Befreiung mit der klar begrenzten Setzung

von Farbe. Dabei geht es auch um Entschleunigung

– im Raum. Als solchen empfindet Rogado

das Medium der Malerei. Nachdem er bereits

2007 den Swiss Art Award gewann, wurde nun

sein Katalog ‹Insight› mit dem Preis eines der

(insgesamt 25) «schönsten deutschen Bücher»

ausgezeichnet. Auch in der aktuellen Ausstellung

ist das Produkt zu bewundern. Es handelt

sich um ein fadengeheftetes, sich aus diversen

Papierarten zusammensetzendes Bündel

im Offsetdruck, das in einen aufklappbaren

Leineneinband mit geprägter Schrift gebettet

ist. Das Buch gibt Einblick in das Schaffen

Rogados und vermag dabei die durch Typografie,

Bildoptik und Haptik geprägte Atmosphäre

einer fast intimen Begegnung mit seiner Kunst

zu schaffen. Verlag und Designstudio ist die

junge School of Observation in Berlin. VMS

Giacomo Santiago Rogado · Chameleon, 2020,

Helvetia Art Foyer. Foto: V. Kolibàl

→ Helvetia Art Foyer, bis 19.11.

↗ helvetia.ch/kunst

Alfredo Aceto, Simone Holliger,

Raphael Linsi, Marie Matusz

Basel/Riehen — Vier Kunstschaffende in vier

Einzelausstellungen werden diesen Herbst

gleichzeitig in den sieben Räumen vom Kunst

Raum Riehen gezeigt. Was von der Kuratorin

und Kunsthistorikerin Kiki Seiler-Michalitsi als

eng verflochtene Gruppenausstellung geplant

war, wurde von den eingeladenen jungen

Kunstschaffenden als vier Einzelausstellungen

verstanden. «Ich habe die vier Künstler*innen

eingeladen, da ich ihr Schaffen schon länger

mitverfolge und in der Unterschiedlichkeit ihrer

Arbeiten auch viele Gemeinsamkeiten sehe. Die

Ausstellung hätte ‹Mise en Scène› geheissen,

da sich alle Kunstschaffenden mit Momenten

einer Inszenierung befassen», erzählt Seiler-

Michalitsi an der Vernissage.

Sich in den einzelnen Ausstellungsräumen

bewegend merkt man schnell, dass es durch

fehlende Distanzen und Leerräume schwierig

ist, die einzelnen Positionen nicht zusammen

zu betrachten. Nach den multimedialen

Ausstellungengsteilen ‹Answering phone calls

by email› von Raphael Linsi (*1982) und der

skulpturalen Installation ‹Kevin› von Alfredo

Aceto (*1981) kommt man durch Simone

Holligers (*1986) raumfüllende Papierinstallation

‹Struggeling structures› die Treppe hoch,

wo man auf weitere Werke von Aceto trifft.

Der in Turin geborene Künstler setzt sich mit

der Dekontextualisierung von ikonischen oder

auch antiheroischen Gegenständen auseinander.

So auch in den für ‹Kevin› entstandenen

Skulpturen ‹Half Plinth I› und ‹Portion of Plinth›,

2020. In einem sargähnlichen Gipsblock sind

glänzende Hotelglocken eingelassen, die an

Brüste erinnern. Sie scheinen aus dem Sockel

aufzutauchen. Die Skulpturen sind an die Forschungsstation

am «Pol der Unzugänglichkeit»

in der Antarktis angelehnt, auf der eine Lenin-

Büste platziert wurde. Zur Installation gehören

auch Readymades in Form von Theaterscheinwerfern,

die durch gezielte Spotsetzungen auch

ein überschneidendes Moment zur über zwei

Stockwerke hängenden Arbeit ‹Building Dwel-

HINWEISE // CURATOR’S CHOICE / BADEN / BASEL/RIEHEN

65


ling Thinking›, 2020, von Marie Matusz (*1994)

entwirft. Die in Toulouse geborene Künstlerin

zeigt im Rahmen von ‹Épochè› im obersten

Stockwerk weitere dieser kokonartigen, hängenden

Gebilde neben der Arbeit ‹Sediments of

Modernity›, 2020: fünf schmale, zur Hälfte mit

Grafitpulver gefüllte Plexiglaskästen. Von einer

Lampe angestrahlt geben sie Schichtungen

preis, die an Erdablagerungen erinnern.

Durch die beim Betrachten unweigerlich hergestellten

Verbindungen der beiden künstlerischen

Positionen stärken sich diese und

werden durch die Gegensätze wie auch Überschneidungen

eigenständiger. Damit stechen

sie vielleicht nicht als Einzelausstellung, dafür

als anregende Doppelausstellung hervor. GR

Alfredo Aceto · Kevin, Installation, 2020

Roger Humbert

Basel — Eine kleine, feine Ausstellung ist im

Bellevue zu sehen, einem Kunstort, der sich

seit vielen Jahren für Fotografie engagiert. Ein

Rückblick auf das Lebenswerk des 90-jährigen

Fotografen Roger Humbert zeigt nicht

nur seine bekannten Experimente aus der

Dunkelkammer, sondern legt den Fokus auch

auf stimmungsvolle Schwarzweissaufnahmen

aus seinem Frühwerk: poetische Szenen von

versunken spielenden Kindern, Nächtliches

aus Holland, Pariser Melancholie und natürlich

der Eiffelturm! Ein Meisterwerk einer präzis

konzipierten, quadratischen Komposition. Die

filigranen Eisenprofile füllen das Bildformat

wie ein ornamentales Netzwerk. Gleich beim

Betreten der Schau wird man von zwei programmatischen

Bildern empfangen – die Mona

Lisa und ein Augapfel: die Intelligenz der Technik

und des menschlichen Auges, als Empfänger

von Lichtstrahlen, die im Gehirn zu Bildern

verarbeitet werden. Und wie gemalt erscheint

die Gioconda – ein computergeneriertes Bild,

basierend auf einem Kupferstich. Die jüngste

Werkgruppe widmet sich ungegenständlichen

Farbbildern. Durch die Zerlegung des Sonnenlichts

in Spektralfarben sind wundersame

bunte Farbströme entstanden. Humbert baute

dazu eine spezielle Anlage mit Holzbrett und

Prismen. Im Dialog mit dem Licht und der

technischen Intelligenz der Apparatur befragt

Humbert die Fotografie als Medium. IK

Marie Matusz · Sediments of Modernity, 2020

Gianna Rovere, Master Kulturpublizistik, ZHdK

→ Kunst Raum Riehen, bis 8.11.

↗ www.kunstraumriehen.ch

Roger Humbert · Eiffelturm, 1957

→ Bellevue, bis 1.11.

↗ www.bellevue-fotografie.ch

66 Kunstbulletin 11/2020


Marguerite Hersberger

Basel — Das Museum Rappaz zeigt das Werk

von Marguerite Hersberger. Die Malerin und

Plastikerin, aus Zürich, hat sich seit den Siebzigerjahren

mit konkret-konstruktiven Arbeiten

einen Namen gemacht, der weit über die

Schweizer Grenze hinausreicht. Ein zentraler

Bestandteil ihres Schaffens sind Werke, die

den Dialog mit der Architektur führen. Gerade

wurde sie mit einem Kunst-am-Bau-Projekt

für Kassel beauftragt. Von einer verwandten

Formensprache geprägt sind auch die ausgestellten

Werke. Immer wieder ist man verführt,

Ausstellungsraum und Kunst im Dialog zu

betrachten. Wandobjekte der ‹Lightreflecions›

und prismatische Plastiken werden

im Erdgeschoss des Museums gezeigt und

sind eine wahre Freude für das Auge. Je nach

Blickpunkt und Lichteinfall verändert sich ihre

Erscheinung. Für diese Werkgruppe arbeitete

die Künstlerin mit Spiegel- und Acrylglas. Mit

Schmirgelpapier schliff sie geometrische Flächen

heraus, um die Reflexion und die Transparenz

der Materialien partiell zu brechen.

Durch die Überlagerung der verschiedenen

Bildebenen, Verschiebungen der rhythmischen

Komposition und eine akkurate Bemalung von

wenigen Farbfeldern wird der Blick in die Tiefe

des Bildraums gelenkt oder zurückgeworfen. So

entsteht ein irritierendes Spiel von Farb- und

Lichtstimmungen mit wechselnden Erlebnissen

von Raum und Fläche. Im Obergeschoss trifft

man auf die ‹Pliagen›, eine zentrale Werkgruppe,

die Hersberger seit den Neunzigerjahren

verfolgt. Aufschlussreich sind die kleinen

Arbeitsmodelle, die Einblick in das konzeptuelle

Vorgehen und die «selbstauferlegten»

Spielregeln geben. Ausgangslage sind lange

Streifen von Transparentpapier. Sie werden

gezielt, durch verschieden geneigte Faltungen,

in einzelne Kompartimente zerlegt, die vorderund

rückseitig unterschiedlich bemalt oder frei

gelassen werden. Der Farbauftrag, opak oder

transparent, manchmal mit sichtbarem Gestus

versehen, erzeugt optische Farbmischungen.

Ausschnitte aus den einzelnen Flächenformen

ermöglichen Durchblicke auf darunterliegende

Schichten, taktil bemalte Oberflächen

verweisen auf die Hand der Künstlerin. Auch

die jüngsten Serien der ‹Houses, Windows›,

‹Blinds› und ‹Spaces› sind in diesem Verfahren

entstanden. Trotz ihrer klaren Geometrie

wirken die Bilder nicht unnahbar, sondern

sinnlich, spielerisch und mit feinem Humor

versehen. Die Papierarbeiten wecken Assoziationen

an Architektur, wie Raumkompartimente

oder Sonnenlicht, das durch heruntergelassene

Storen dringt – Architektur und Licht werden

zum Bild. IK

Marguerite Hersberger · houses # 130, 2020,

60 x 60 cm, Acryl, Transparentfolie. Foto: Peter

Schälchli

→ Rappaz Museum, bis 15.11.

↗ www.rappazmuseum.ch

HINWEISE // BASEL

67


Eliška Bartek

Berlin — «Den Wind spüre ich», so die Künstlerin,

«den Regen und den Sonnenschein, und

ich denke mir, das muss ich mir merken, das

muss ich in meinem Aquarell ausdrücken. Ich

gehe nach Hause, voll von diesen Eindrücken,

voll von dieser Sehnsucht nach dem Leben

und nach dem Tod, und setze mich an meinen

Schreibtisch, wo ich zu aquarellieren beginne.»

Mit ‹Farbrausch – Frenesia di Colore – Color

Frenzy› widmet die Galerie Hilleckes Probst

Eliška Bartek eine Ausstellung zum 70. Geburtstag.

Der Titel passt zu dem Werk der in

der Tschechoslowakei geborenen und 1972 in

den Westen geflohenen, heute im Tessin und in

Berlin lebenden Künstlerin, die durch abstrakte

Gemälde, Fotogramme und Fotografien

bekannt geworden ist. Ein wahrer Farbrausch

sind ihre in den letzten Jahren entstandenen

Malereien, die von täglichen Spaziergängen

durchs Maggiatal inspiriert worden sind. ‹Diario

di Maggia› (2016–2018) heisst denn auch der

Zyklus, der die Veränderungen der Jahreszeiten

widerspiegelt: menschenleere, farblich expressive

Landschaften. Mit ‹Il mio piccolo paradiso›

(2020) reagiert sie auf die Corona-bedingte Einsamkeit

mit einer Überfülle, die, wie die Galerie

schreibt, ein Wesensmerkmal der Künstlerin

ist. «Eliška ist die tschechische Version des

Vornamens Elisabeth, und er bedeutet Mein

Gott ist Fülle.» Wir gratulieren! MW

Eliška Bartek · Il mio Paradiso III, 2020,

Aquarell auf Papier, 64 x 56 cm

→ Galerie Hilleckes Probst, 7.11.–16.1.

↗ www.hilleckes-probst.de

Rudolf Steiner / Roger Eberhard

Biel — «Faire des ricochets sur l’eau», sagt

man im Französischen, wenn man Kiesel über

eine Wasserfläche springen lässt. So flüchtig

wie die Berührungen der Kiesel mit dem Wasser

sind die Momente, die der in Biel lebende

Künstler Rudolf Steiner (*1964) mit der Kamera

einfängt. Unter dem Titel ‹Ricochet› versammelt

er Aufnahmen, die auf Streifzügen in und

um Biel und den Jura entstanden sind. Es sind

fotografische Notizen eines Flaneurs, der sich

nicht für das Grosse, das Beeindruckende, das

für alle Welt offen Sichtbare interessiert, sondern

für die kleinen, unscheinbaren Momente.

Das weiche Spiel des Lichts in einer Baumkrone,

die strenge Geometrie einer Schuppenfassade,

der helle Tanz eines Mückenschwarms

im schwindenden Licht des Tages. Es sind

geradezu Walser’sche Petitessen, poetisch, nur

schwer in Worte zu fassen und erst recht kaum

mit der Kamera zu bannen. Es sind Bilder, Motive,

die von stiller Geduld zeugen und von einem

besonderen Blick, der eigenwillig und unbeirrt

von grösseren Attraktionen an Strassenrändern

und Waldsäumen grast, in wirrem Gestrüpp und

verlassenen Industriezonen nach Momenten

der Verzauberung sucht. Nach dem Aufflammen

des Lichts am frühen Morgen und am

späten Abend, das ganz rasch nur die Netzhaut

berührt und das Herz – wie ein Kiesel eben, der

leicht übers Wasser flitscht und dabei doch

einen Nachhall erzeugt. Die Ausstellung betont

die Flüchtigkeit der Motive, indem ein Teil der

Bilder auf Zeitungspapier gedruckt gezeigt

wird, also auf einem leicht vergilbenden, rasch

vergänglichen Material.

Auch die Fotoarbeiten von Roger Eberhard

(*1984) beziehen sich auf kaum oder nicht mehr

Sichtbares. Der in Zürich lebende Fotograf hat

für seine Serie ‹Human Territoriality› ehemalige

Grenzen in aller Welt fotografiert. In brillanten

Farbaufnahmen zeigt er Orte, an denen Grenzen

durch politische Veränderungen aufgelöst

wurden oder schlichtweg vom ungebremsten

Wildwuchs der Natur überwuchert. Kurze

Texte begleiten die Aufnahmen und erzählen

von historischen Ereignissen, von manchmal

68 Kunstbulletin 11/2020


dramatischen, manchmal absurd-komischen

Episoden und immer vom ambivalenten Bedürfnis

des Menschen nach Abgrenzung, aber auch

Offenheit. AH

Rudolf Steiner · Federbaum, 2020, aus der

Serie ‹Ricochet›, Fotografie, Masse variabel

© ProLitteris

Roger Eberhard · Nobistor, Hamburg, Deutschland,

2020, Fotografie

→ Photoforum Pasquart, bis 22.11.

↗ www.photoforumpasquart.ch

Romy Rüegger

Karlsruhe — Tok. Tok. Tok. Stetig hallen die

Tropfgeräusche durch den Raum. Zeit verrinnt.

Irgendwann wird diese Zeit zu Geschichte.

Geschichte aus Erzählungen, Erinnerungen,

Deutungen. Und irgendwann entsteht daraus –

vielleicht – ein Archiv. Hier setzt das Interesse

der Künstlerin Romy Rüegger (*1983) an, die

nun eine grosse, mehrteilige Ausstellung im

Badischen Kunstverein eröffnet. Rüeggers

Arbeit beginnt oft mit Recherchen in Archiven,

dort, wo Geschichte definiert, konserviert

und wiedererzählt wird. Und sie fragt, wessen

Geschichte(n) fehlen, wessen Erzählungen sind

abwesend und welche Strukturen der Macht

und Unterdrückung offenbaren diese «Löcher»,

die bis ins Heute hineinreichen.

Die Ausstellung in Karlsruhe beginnt mit dem

Grundriss einer Wohnung, aufgezogen auf eine

niedrige Holzplattform. Eben ist man noch die

stattliche Treppe des historischen Gebäudes

hinaufgestiegen, da betritt man eine kleine

1-Zimmer-Wohnung, die Teil des von der

«Pionier»-Architektin Lux Guyer gestalteten

Zürcher Lettenhofs ist, wo es Frauen 1927

erstmals möglich war, eine eigene Wohnung zu

mieten. Diese räumlich-körperliche Erfahrung

begleitet die Besucher*innen der Ausstellungsräume,

die sich zwischen installativen Elementen,

Video und Ton, Texten und Farben bewegen,

die gleichsam Verkörperungen einer unabgeschlossenen

Geschichte sind. Die Künstlerin

Romy Rüegger arbeitet vor allem mit Sound und

Performance. So sind ihre Arbeiten keine reinen

Installationen, sondern Teile einer Aufführung,

einer Aktivierung von Stimmen und Zeugnissen,

von Ungerechtigkeiten und Unsichtbarem. Die

Performance ‹A Fabric in Turkey Red› beginnt

mit ebenjenen Tropftönen und entwickelt

sich zu einer vielsstimmigen Assemblage aus

Referenzen, Stimmen, Tönen, Bildern, Zeitgeschichte

und Gegenwart, die sich in Raum und

Kopf überlagern. Die Künstlerin orchestriert

diese Aufführung, die sich auch medial und im

Ich perspektivisch vermehrt. Nie ist da nur eine

Stimme, nur eine Zeit, es sind immer mehrere.

Dieses multiple Erzählen tritt in vielen Formen

HINWEISE // BERLIN / BIEL / KARLSRUHE

69


auf, etwa als raumfüllende Holzstruktur, auf der

eine bedruckte, rote Stoffbahn fliesst und historische

Fragmente, wie einen Zauberspruch,

ein Färberezept oder ein Augusto Boal-Zitat,

preisgibt. Die Künstlerin will ein nicht kanonisiertes

Wissen vermitteln, sichtbar machen, in

dem es um die Glarner Textilindustrie und ihre

inhärenten Arbeiter*innenkämpfe, kolonialen

Verstrickungen, Frauengeschichte und Migrationsgeschichte

geht. Zum Ende des Parcours

aus fünf Räumen offeriert Romy Rüegger eine

bequeme «wishful library», in die man eingeladen

ist, sich zu setzen und mit einem eigenen

Vorschlag für ein Buch die Bibliothek des

Kunstvereins zu erweitern. AHO

Romy Rüegger · A Fabric in Turkey Red,

Badischer Kunstverein, Karlsruhe 2020.

Foto: Felix Grünschloss

Romy Rüegger · Si Tu Vivais Ici, Badischer

Kunstverein, Karlsruhe 2020. Foto: Felix

Grünschloss

→ Badischer Kunstverein, bis 29.11.

↗ www.badischer-kunstverein.de

Andreas Züst

Luzern — Kreuz und quer bilden Linien auf dem

Papier scheinbar willkürliche Formationen von

reliefartigem Charakter. Das, was nach einer expressiven

Kohlezeichnung aussieht, ist in Wirklichkeit

nicht abstrakte Kunst, sondern eine

Aufnahme von kristallinen Mikrostrukturen.

Die 14-teilige Serie mit dem Titel ‹Ice-age (für

Louis Agassiz)› 1989, vereint die Anliegen des

vor einigen Jahren verstorbenen Künstlers und

Naturwissenschaftlers Andreas Züst (1947–

2000) auf prägnante Weise: Die mikroskopisch

vergrösserten Grisaille-Fotografien belegen

sowohl seine Passion für die Perspektivierung

der Natur durch die Linsen der Kunst und der

Naturwissenschaft als auch seine grosse Faszination

für Schnee- und Eisphänomene.

In der Schau in Luzern erhält Züsts Erkundung

des Elements Wasser in seinem festen Aggregatzustand

beinahe haptische Züge: Mal zeigt

sich seine forschender Neugier in der fotografischen

Fokussierung eines steil aufragenden

Eisblocks, dann in der visuellen Erfassung

gefrorener Strukturen auf der Molekularebene.

Als Bilderfolge in einem begehbaren Kubus dargeboten,

sozusagen einem Museum im Museum,

erhalten die Diapositive aus der Serie ‹Eis› Züge

eines dynamischen Bilderbandes.

Von der Faszination des Künstlers für ästhetisch-poetische

Aspekte von Naturphänomenen

zeugt auch die Serie ‹res.night›, 1978. Die

kleinformatigen Aufnahmen in Schnappschussoptik

gewähren Einblicke in die schneebedeckte

Umgebung und die speziellen Lichtverhältnisse

von Thule bei Grönland. Dort hat sich

der Künstler, der an der ETH Glaziologie und

Ozeanographie studiert hat, anlässlich einer

Forschungsreise mehrere Monate aufgehalten

und Eiskernbohrungen vorgenommen.

Seit einigen Jahren sind künstlerische Positionen,

die sich mit dem Thema ‹Eis› auseinandersetzen,

stark politisch gefärbt. So etwa

macht Sebastian Copeland mit drastischen

Aufnahmen schmelzender Eismassen auf die

Folgen der Klimakrise aufmerksam. Olafur

Eliasson tat 2018 dasselbe, allerdings durch

nicht ganz Co 2 -neutral vor die Tate Modern

70 Kunstbulletin 11/2020


in London hingeflogene Eismassen. Von einer

solchen Vereinnahmung sind Züsts Aufnahmen

aus den späten Siebzigerjahren noch frei: Nicht

die drohenden Folgen durch die steigende Erderwärmung

stehen im Fokus seines Schaffens,

sondern die beinahe sammelbildartige Kollektion

von Ansichten einer unwirtlichen Region

ganz im Norden.

Diesem Esprit eines Sammlers entspricht auch

die mit einem Ordnungssystem versehene

Bibliothek des Künstlers, die sich seit 2010 im

appenzellischen St. Anton befindet. 10’400 Titel

umfassen Themen wie Geologie, Astronomie,

Physik, Biologie, Fotografie und Kunst. In der

Ausstellung in Luzern ist zumindest ein Bruchteil

dieses stattlichen Bestandes zu bestaunen:

Zwischen den thematisch gebündelten Büchern

entdeckt man so neben Bildbänden über die

Polarregion auch Handbücher der Astronomie

oder Pilzatlasse, in die man sich – sofern man

sich die Zeit nimmt – vertiefen kann. TB

Andreas Züst · aus der Serie ‹Eis›, o.D., Diapositiv,

Galerie & Edition Marlene Frei, Zürich

→ Kunstmuseum Luzern, bis 22.11.; ‹Andreas

Züst, Pursuit of Wonders›, Publikation zum

Thema Eis im Patrick Frey Verlag, 2020

↗ www.kunstmuseumluzern.ch

Le monument, le labeur et

l’hippocampe

Mulhouse — Eine hübsche Vorstellung: mit

einem Seepferdchen im Gehirn schwerelos

durch die fluiden Weiten unserer Erinnerung

zu navigieren. Jedenfalls ist der Hippocampus

– der Sitz des Langzeitgedächtnisses im

menschlichen Gehirn – aufgrund der Ähnlichkeit

seiner Gestalt mit dem anmutigen

Meeresbewohner nach diesem benannt. In

der Ausstellung ‹Le monument, le labeur et

l’hippocampe›, übersetzt ‹Das Monument, der

Fleiss und der Hippocampus›, hat der Hippocampus

eine wichtige Funktion als Erinnerungsspeicher.

Ohne ihn sind auch Entwürfe

für die Zukunft nicht möglich. Die von Sandrine

Wymann kuratierte Schau handelt vom

individuellen und kollektiven Gedächtnis, von

der Erinnerung an eine Vergangenheit, die es

für die Gegenwart und Zukunft fruchtbar zu

machen gilt. Wir leben in einer Zeit des Umbruchs;

erlernte Fähigkeiten werden entwertet,

Lebensentwürfe von Entwicklungen überholt,

die nicht selten eng mit der Digitalisierung und

Automatisierung fast aller Lebensbereiche

verknüpft sind.

Eine Wand, gleich eingangs, mit Wörtern

übersät wie Rädsla, Otti oder Moire: Sind

es Namen – oder Begriffe? Wie etwa Povos,

portugiesisch für Völker? Das deutsche Wort

Angst findet sich auch auf Französisch und

Englisch. Alle Wörter oder Namen sind auf

weisses Leinen gestickt, die Buchstaben aus

Blumen- und Pflanzenornamenten gebildet.

Tanja Boukal hat für die Arbeit in den Archiven

von DMC, dem Flaggschiff der Mulhouser

Textilindustrie, recherchiert. Einst arbeiteten

10’000 Menschen in dem Betrieb; heute sind

es noch 250. In Workshops gab die Künstlerin

aus Wien das erarbeitete Wissen weiter. Es

bildete die Grundlage für Diskussionen und

den Austausch von Geschichten. Auch mit

einem partizipativen Stickereiprojekt arbeitete

sie an gegen eine Kultur ohne Vergangenheit.

Allen sieben Künstlern aus sechs Ländern geht

es um das Lernen aus der Vergangenheit, für

HINWEISE // LUZERN / MULHOUSE

71


Projekte, die in die Zukunft weisen. So legte

Véronique Arnold Einblicke und Einsichten, die

sie in Gesprächen mit Textilarbeiterinnen gewann,

in einer 44-teiligen Garnstickerei mit der

Nadel schriftlich nieder. Die in der Nähkunst

bewanderte Künstlerin lebt in Mulhouse und ist

in Ausstellungen in der Schweiz so präsent wie

in Frankreich. Die junge Französin Hélène Bleys

liess sich von floralen Motiven aus der Hochzeit

der Textilindustrie faszinieren. In grossformatigen

Zeichnungen und Malereien setzte sie

diese um. HDF

Véronique Arnold · I need your words, 2020,

Serie von 44 Stickereien auf Seide.

Foto: Dominique Bannwarth

Barbezat-Villetard

Porrentruy — Das französisch-schweizerische

Duo Barbezat-Villetard ist mit installativen

Raumerkundungen bekannt geworden. Licht

spielt dabei oft eine Rolle und die illusionistische

Kraft von Spiegeln. Vom Raum des Espace

d’Art Contemporain EAC in Porrentruy haben

sich Camille Villetard (Paris *1987) und Matthieu

Barbezat (Nyon *1981) zu einer Sound-

Licht-Installation anregen lassen. Blaue Folien

an den Fenstern erzeugen ein schwebendes

Gefühl im Raum. Gemeinsam mit Ken Gubler

vom Institute for Computer Music and Sound

Technology der ZHDK haben sie ein Programm

installiert, dessen Algorithmus immer wieder

neue Klänge arrangiert, die aus 14 Lautsprechern

wummern, rauschen, wispern, mal kraftvoll,

mal matt. Mit ihrer wechselnden Intensität

sollen die Computersounds an Tiere erinnern,

die umherstreifen und den Raum erkunden.

Das ist faszinierend in den stilleren Momenten,

doch manchmal schallt der Sound aus allen

Lautsprechern gleichzeitig. Ein echter Hingucker

ist indes die begleitende visuelle Intervention

im Aussenraum. Die beiden Zinkblech-

Objekte ‹Soleil des Loups›, 2018, stehen wie

grosse Satzzeichen im Arkadenhof des EAC. Am

Tag reflektiert ihre silbrig-raue Oberfläche das

Sonnenlicht und bei Nacht den märchenhaft

blauen Schimmer von LED-Lichtern. AH

Hélène Bleys · Équinoxe, Detail, Farbstifte,

300 x 50 cm, realisiert mit Unterstützung des

Ateliers Poulaillon

→ La Kunsthalle Mulhouse, bis 15.11.

↗ http://kunsthallemulhouse.com

Barbezat-Villetard · Soleil des Loups, 2018,

Zinkblech, Ansicht im Aussenraum des EAC

→ EAC, bis 22.11. ↗ www.eac-leshalles.ch

72 Kunstbulletin 11/2020


Menschen sehen — Rheinfälle

und Existenzen

Schaffhausen — Wer das Museum zu Allerheiligen

besucht, gerät leicht auf Abwege,

denn das Museum im ehemaligen Kloster ist

nicht nur ein Haus für Kunst, sondern auch

für Archäologie, Antike, Kulturgeschichte oder

Naturkunde mit entsprechenden Dauer- und

Sonderausstellungen. Auf dem Weg zur Kunst

locken derzeit etwa die Hühner, das ‹Unterschätzte

Federvieh›: eine Ausstellung, die,

ganz abgesehen vom ebenso informativen wie

brisanten Inhalt, durch ihre attraktive Form

besticht – drei Lebend-Installationen im Hof

eingeschlossen. Wer die Hühner buchstäblich

links liegen lässt, kann sich auf dem Weg zur

Sonderschau ‹Menschen sehen› kaum dem

einen oder andern Eindruck in den Räumen der

Kunstsammlung entziehen. Wie da etwa Josef

Gnädingers mächtiger Eichenstamm neben der

geträumten Frau im Baum von Velimir Ilisevic

mit Wilfrid Mosers abgründiger Stein- und

einer Pariser Stadtlandschaft ins Gespräch

kommt, oder wie, unmittelbar vor der Kabinettausstellung,

Menschen und Menschendinge in

Erscheinung treten. Dann die zwei Räume mit

Beispielen aus der Graphischen Sammlung der

Sturzenegger-Stiftung (zur Feier des 100-Jahr-

Jubiläums der die Stiftung alimentierenden

Bank) und Werken aus dem reichen Sammlungsbestand

von Rheinfalldarstellungen,

entstanden zwischen 1681 und 2007. In ihrer

Verschiedenheit bieten die grossen und kleinen

Blätter – vorwiegend Gouache, Aquarell, Feder

und Tusche auf Papier, auch drei Fotografien

sind darunter – eine intensive Erfahrung. Ob

ehrfürchtig als Naturereignis bewundert wie

im Zeitalter des Barock, romantisch verklärt,

biedermeierlich bestaunt, als Licht- und

Wasserphänomen wahrgenommen oder von

der Banalität des Alltags eingeholt: Die Werke

von Johann Ulrich Kraus, Louis Bleuler, William

Turner bis Michael Lio bieten eindrückliche

Veduten, atmosphärische Schaubilder und

widerständige ‹Ansichten›, in denen Haltungen

sichtbar werden.

Das ist im zweiten Raum, bei dem der Blick auf

Menschen gerichtet ist, nicht anders. Doch da

ist die Stimmung ungleich heftiger, subjektiver

– es dominieren Emotionen, ja, Momente

der Gewalt. Menschenbilder, die Geschichten

erzählen, fassbare und unfassbare, Innerstes

preisgebend, vielseitig und offen. Von den 18

Beispielen von 1570 bis 2019 mag Otto Meyer-

Amdens Knabenakt das zärtlichste sein. Das

Unheimliche aber, das Melancholisch-Zerrissene,

das Drohende, wie es aus den Blättern von

Käthe Kollwitz, Bernhard Sauter oder Martin

Disler spricht, klingt noch lange nach. AMA

J. M. William Turner · Der Rheinfall bei Schaffhausen,

1841, Bleistift, Feder und Aquarell

Martin Disler · Ohne Titel, 1984, Bleistift,

Kreide und Filzstift

→ Museum zu Allerheiligen, bis 6.12.

↗ www.allerheiligen.ch

HINWEISE // PORRENTRUY / SCHAFFHAUSEN

73


Andrea Wolfensberger

Schönthal — Seit einigen Jahren schon beschäftigt

sich Andrea Wolfensberger (*1961)

mit Klang und den Möglichkeiten seiner

medialen Transformation. Sei es die menschliche

Stimme oder die von Tieren, insbesondere

von Vögeln – das akustisch Aufgezeichnete

bildet den Ausgangspunkt eines konzeptuellen

Übersetzungsprozesses, dessen Ergebnisse

in ihrer materialen und medialen Erscheinung

ebenso überzeugen wie faszinieren. Da sind

zum einen grossformatige Skulpturen wie ‹Eine

Beziehungsweise. Uhu-Rufe›, 2020, die im Hof

des Klosters Schönthal präzise platziert ist. Die

Eternit-Module sind zu einer wellenförmigen,

in den Raum ausschwingenden Schichtung

gefügt, in der – wie der Titel signalisiert – zwei

Tonkurven zueinander in Beziehung treten. Sich

kreuzende Stimmen, die übereinander hinwegwandern

und aus deren Begegnung ein neuer,

material erfasster Klang resultiert. Man könnte

auch von einem Feld unendlicher Möglichkeiten

sprechen, das Wolfensberger aus den komplexen

Überlegungen in eine physische Konkretion

von grosser Sinnlichkeit überführt. Das Moment

von Bewegung und Zeitlichkeit springt als

Impuls auf die Betrachtung über und stimuliert

zahlreiche Assoziationen: Flügel und Fächer,

geologische Formation und skelettale Strukturen,

archaisch und zugleich ganz im Hier und

Jetzt. Es sind quasi atmosphärische Skulpturen,

die nicht nur mit ihren Umgebungsbedingungen

interagieren, sondern auch über das

Visuelle hinaus andere Sinneswahrnehmungen

evozieren. Hier kommt wieder der Klang ins

Spiel, die zeitlichen und leiblichen Dimensionen

von Sound, die ursächlich mit Kategorien

von Absenz und Präsenz verknüpft sind.

In den Zeichnungen bezieht sich die Künstlerin

auf vordigitale Aufzeichnungssysteme von

Klängen. Die vergrössterten und minutiös in

Bleistift umgesetzten Sonogramme von Vogelstimmen

muten wie kalligrafische Studien an,

wobei die Rasterpunkte dieser «Partituren»

(AW) auf die Quelle zurückverweisen, eine

Publikation über mitteleuropäische Vögel. Dass

Wolfensberger ihren Fokus insbesondere auf

Stare richtet, entspringt ihrem Interesse an

Schwarmverhalten und kollektiver Intelligenz,

das ihre Arbeiten seit den Neunzigerjahren

durchzieht. Mit der Stimme der Feldlerche

wiederum wird ein Klang in einer Zeichnung

greifbar, der mittlerweile aus unserer Umwelt

verschwunden ist, wodurch diese Arbeiten

auch den Charakter von Gedächtnisnotationen

eines dramatisch im Wandel begriffenen

Lebensraums erhalten. IM

Andrea Wolfensberger · Eine Beziehungsweise.

Uhu-Rufe, 2020, Faserzement,

300 x 400 x 150 cm. Foto: Werner Hannappel

Andrea Wolfensberger · Ausschnitte aus langen

plaudernden Subsongs der Elster (Pica pica)

mit Zwischenrufen des Partners, 2020,

Bleistift auf Papier, 36 x 108 cm (Detail).

Foto: Heiner Grieder

→ Sculptures at Schoenthal, bis 8.11.

↗ www.schoenthal.ch/aktuell.php

74 Kunstbulletin 11/2020


Pierre Haubensak / Eva Maria

Gisler

Solothurn — Mit der Doppelausstellung von

Eva Maria Gisler (*1983) und Pierre Haubensak

(*1935) arrangiert der Kunstraum Medici einen

Dialog über zwei Generationen von der Malerei

(Haubensak) zur plastischen Arbeit (Gisler).

Das gemeinsame Thema in diesem anregenden

Dialog ist die Arbeit mit rudimentären räumlichen

Strukturen. Beide Kunstschaffende

erforschen mit ihrer Arbeit die grundlegenden

Komponenten von Räumen.

Pierre Haubensak gestaltet seine jüngsten Bilder

mit der Maurerkelle. In zeichnerischen Arbeiten

hat Haubensak sich bereits intensiv mit

architektonischen Elementen beschäftigt und

in seiner Malerei spielen geometrische Strukturen

und Schichtungen von Farben immer wieder

eine starke Rolle. Für seine jüngsten Werke

verteilt er Acrylfarben mit einem Blechspachtel

auf körniger Leinwand oder Jute. Schwungvoll,

aber kontrolliert, von unten nach oben oder

von einer Seite zur anderen trägt er die Farbe

auf. Was im fertigen Bild nach abstrakten

Farbflächen aussieht, entsteht auf der Basis

einer lockeren Gitterstruktur, die manchmal

nur in einem Farbton ausgeführt wird, meist in

zwei Farbtönen, seltener auch drei. Haubensak

wählt kraftvolle, vitale Farbtöne: ein leuchtendes

Rosa, ein strahlendes Blaugrün, durch das

an einigen Stellen ein rötlicher, wie mattes

Gold schimmernder Ockerton zu sehen ist.

Die kräftigen Farben und Kontraste geben den

Bildern einen enormen ästhetischen Reiz. In

einigen Arbeiten lassen sich Teile der gitterförmigen

Grundstruktur noch erkennen, daneben

tauchen hier und da Anklänge an urbane oder

landschaftliche Motive auf. Manchmal arbeitet

Haubensak aber auch einfach nur mit Schwarz.

Und da kann es geschehen, dass stellenweise

die grobkörnige Jute oder Leinwand sichtbar

wird. Hier taucht noch einmal eine weitere,

tiefere Schicht der Gitterstruktur auf.

Auch aus den Objekten von Eva Maria Gisler

lassen sich tiefer liegende Gitterstrukturen

herauslesen. Ganz deutlich wird das, wenn in

einem Objekt aus grobporigem Beton die Struktur

der Armierungseisen durchschimmert. Die

Künstlerin arbeitet mit Beton, Holz, Eisen, aber

auch mit Schaumstoff, MDF-Platten – allem

eben, was im Bau Verwendung findet. Ihre

Arbeiten wirken auf den ersten Blick wie Fundstücke

von einer Baustelle, wie Bauteile, wobei

nicht ganz klar ist, ob hier etwas im Entstehen

oder Vergehen ist. Doch sind diese Objekte

alles andere als funktional. Die Betonteile sind

rätselhaft geformt. Eine kleine Treppe endet in

einem seltsamen Bogen. Schwer vorstellbar,

dass die Objekte Gislers in einen realen Raum

einsetzbar wären. Die Künstlerin unterstreicht

das bizarre Moment, indem sie die Stücke

partiell bemalt: mit einem scheuen Rosa oder

einem luftigen Grün. Die Farben sind nicht ganz

so leuchtend wie die bei Haubensak, ähneln

ihnen aber in der Tonlage. AH

Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler · Ausstellungsansicht,

Kunstraum Medici, 2020; Bilder

von P. Haubensak, Objekte von E. M. Gisler

→ Kunstraum Medici, bis 28.11.

↗ www.kunstraum-medici.ch

HINWEISE // SCHÖNTHAL / SOLOTHURN

75


David Claerbout

Winterthur — Schauen wir einen Film, so

bewegen wir uns meist in jener Zeit, die er uns

vorgibt. Ein Tag kann eine Minute dauern, eine

Stunde den gesamten Filmverlauf einnehmen.

Ähnlich verhält es sich, wenn wir eine Fotografie

betrachten. Eine Szene wird eingefangen,

womöglich gar ein Autounfall, dem Bewegung,

Zeit und die Wucht aufeinanderprallender

Körper vorausgingen. Wir können versuchen,

sie uns vorzustellen, vergessen dabei aber, wie

unsere eigene Zeit vergeht, wie unser eigener

Körper mit jeder Sekunde schwerer und älter

wird. David Claerbout (*1969, Kortrijk) spielt in

seinem Schaffen mit der Ausdehnung von Raum

und Zeit. Dies wird etwa in der Arbeit ‹The confetti

piece› deutlich, die er aus verschiedenen

fotografischen Elementen zusammensetze und

die im Kunst Museum auf zwei Wände projiziert

wird; sie zeigt ein Fest, lachende Gesichter,

die nach oben schauen, den Konfettischauer

bewundern, der irgendwann zu Boden gefallen

sein wird. An dieser Stelle setzt Claerbout an:

Er hat die bunten Papierblättchen animiert,

sodass das Fallen greifbarer wird – und mit ihm

die Vergänglichkeit des Moments. Durch die

raumgreifende Präsentation kann man in die

Szene eintauchen, kann sich vorstellen, wie laut

das Fest wohl gewesen sein muss, wie Jubeln

und Lachen gemeinsam mit dem Konfetti die

Luft füllten. Doch hier bleibt die Installation

ohne Ton – und scheint sich einem wieder zu

entziehen. Dadurch erhalten die Werke des

belgischen Künstlers etwas Hybrides. Er vermischt

das Laute mit dem Stillen, Freude mit

Leid, Bewegung mit Starre oder Geschehen mit

Nichtgeschehen, wie es der Titel seiner Ausstellung

bereits vorwegnimmt: ‹Laziness of Action›.

Dieses Spannungsfeld ist auch in seiner

neuesten Arbeit ‹Wildfire (meditation on fire)›

wiederzufinden. Auch hierbei handelt es sich

um eine raumgreifende Projektion, in die man

eintauchen könnte, aber irgendwie nicht möchte.

Denn die Animation zeigt ein Feuer, das

sich ausbreitet, grüne Wälder einnimmt und in

Flammen aufgehen lässt. Sturmartig muss es

sich wohl ausgebreitet haben, scheint sich im

Kunst Museum aber anders, vielleicht langsamer

zu bewegen, wodurch das Fürchterliche

etwas Meditatives erhält. Auch bei dieser Installation

bleibt der Ton aus. Die Zeit nimmt bei

David Claerbout vielschichtige Dimensionen an,

verläuft nie gleichmässig, folgt ganz eigenen

Gesetzen, die vor unseren Augen herumtanzen,

um sich uns sogleich wieder zu entziehen. GB

David Claerbout · The confetti piece,

2015–2018, 3D-Animation, Ausstellungsansicht

Kunst Museum Winterthur

© ProLitteris. Foto: Reto Kaufmann

David Claerbout · Wildfire (meditation on fire),

2019–2020, 3D-Animation, Ausstellungsansicht

Kunst Museum Winterthur

© ProLitteris. Foto: Reto Kaufmann

→ Kunst Museum Winterthur, bis 15.11.

↗ www.kmw.ch

76 Kunstbulletin 11/2020


Keren Cytter

Winterthur — Das ist der letzte Schrei. Mode,

die nicht laut sein muss. Sie vereinnahmt

ganz subtil. Dabei wirkt sich Mode durch die

Medienkultur viel komplexer auf unsere gesellschaftlichen

Strukturen aus, als zunächst

anzunehmen ist. Wahrheit und Lüge, Freiheit

und Zwang, Alltagsbanalitäten und tiefe Sehnsüchte

liegen nah beieinander, wie Keren Cytter

(*1977, Tel Aviv) in ihrer aktuellsten Videoarbeit

‹Fashions› offenlegt. Durch die Kopfhörer

ertönt der Song ‹Vibezz› von der Band Heloise

and the Savoir faire aus dem Album ‹Diamond

Dust›. Diamond Dust – erscheint passend.

Diamantenstaub lässt sich vielfach deuten und

ist im übertragenen Sinne auch in den Arbeiten

Cytters anzutreffen. Damit ein Diamant in

seiner Schönheit erstrahlen kann, ist ein langer

Prozess nötig. Die Geschichten in Keren Cytters

Videoarbeit sind langwierig, ausweglos, repetitiv

und der langersehnte Glanz zeigt sich eher

als Wunschvorstellung. Gezeigt werden vier

Videoarbeiten und Zeichnungen, die zwischen

1996 und 2020 entstanden sind. Sie verwendet

eine vielfältige Formensprache in einer collagenhaften

Technik, die sich diverser Genres der

klassischen und der experimentellen Filmgeschichte

sowie Werbung und Social Media

bedient. Durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher

Ton-, Sprach- und Bildsequenzen

kommt eine Komik zum Tragen, die einen auf

eine ebenso diskrete wie abrupt brutale Weise

einfangen kann.

Es ist der Heisshunger nach Veränderung, der

die Protagonisten beherrscht und einen an

den Flatscreen bindet. Während man auf ein

abgepacktes, noch blutendes Fleischstück

blickt oder auf den Bizeps eines Trainers, der

eine Frau nahezu erwürgt, packt einem der

Drang wegzurennen. Die Nachvollziehbarkeit

der versteckten Sehnsüchte lässt einen bleiben

und man erhascht sich dabei, dass man sich

mit dem Stumpfsinn, den die Protagonisten

verkörpern, identifiziert. Wer möchte nicht

ausbrechen aus der tristen Bürgerlichkeit?

Und wer kennt es nicht, das Spiel, das aus

der Identität ein Tauschobjekt werden lässt?

Idealvorstellungen und Idole verflüchtigen sich

im Übermass an Vorbildern und werden in ihrer

Austauschbarkeit zu Staubpartikeln. In einem

Interview beschreibt die Künstlerin, wie die

Schrecken im Alltag zur Normalität werden.

Dies übersetzt sie in ihrer intensiven Arbeit in

verspielte und schonungslose Szenen.

Die Hauptfigur in ‹Fashions› wirkt unterkühlt,

aber ihr Herz pocht zum Beat der Popmusik. Im

Treppenhaus dann, bei der Begegnung mit dem

Nachbarn, der erwartungsvolle Moment der

Offenbarung. Aber nein, die Romantik zündet

nicht, es ergibt sich keine gemeinsame Ebene,

auf die sich bauen lässt, und so antwortet er:

«It’s not love. – It’s passion.» Im Moment, als

er ihr den Rücken zuwendet, zeigt die Protagonistin

auf ein Symbol, das seine Jacke

ziert: ein Hakenkreuz. Provokativ und doch

losgelöst aus jedem Kontext. Naiv fragt sie:

«What’s that?» Er, ganz abgeklärt: «Fashion.»

Mode als Substitut von Gefühlen. Das Label

glänzt verführerisch und lässt die gefährliche

Symbolik verblassen. Es ist eine extrinsische,

von Äusserlichkeiten geprägte Haltung, die

trügerische Coolness einfordert. Keren Cytters

Videoarbeit ist eine Antwort auf ebendiese

Ignoranz und Verharmlosung. – Wer bei solchen

Szenen cool bleibt, sollte eventuell mal sein

Display beiseite legen. JM

Keren Cytter · Fashions, 2019, Videostill,

Galerie Nagel Draxler und Pilar Corrias Gallery

Jean Messmer, CAS Schreiben in Kunst und

Kultur, ZHdK

→ Kunstmuseum Winterthur beim Stadthaus,

bis 15.11. ↗ kmw.ch

HINWEISE // WINTERTHUR

77


Street. Life. Photography

Winterthur — «Auf Wiedersehen», winkt der

Junge beim Aussteigen, nachdem Loredana

Nemes (*1972, Rumänien) ihn mit ihrer zweiäugigen

Rolleiflex-Kamera geknipst hat. Zu

später Stunde streifte die Fotografin durch

Berlin, Paris, New York und Moskau, um für ihre

Serie ‹Under Ground›, 2005–2006, spontane

Begegnungen festzuhalten. Ihre Kamera hielt

sie dabei immer klar sichtbar vor dem Bauch,

denn sobald sie den Apparat anhebt und gezielt

durch den Sucher blickt, verliert der Moment

seine Authentizität. Doch wer möchte wo, wann

und wie gesehen werden? Was und wann darf

man fotografieren? Den Zug, die U-Bahn nennen

wir zwar öffentliche Verkehrsmittel, doch

vermischt sich darin die öffentliche mit der

privaten Sphäre. Fährt man jeden Tag dieselbe

Strecke mit der Bahn, so füllt man sie allmählich

mit eigenen Gewohnheiten, Erinnerungen

und Eindrücken: Der Raum wird privat. Jede

Fotografie zeigt auch immer, wie der Fotograf

oder die Fotografin die Welt sieht. Nemes steht

im Moment des Auslösens im Dialog mit den

Passagieren: Wer nicht aufs Foto will, gibt das

zu verstehen. Zugleich wahrt sie Distanz zu den

Menschen – vielleicht gerade deshalb wirken

ihre Bilder ruhig und zeitlos. Und dennoch

begibt sie sich, wie andere auch, bei ihrer Arbeit

in ethische wie rechtliche Grauzonen. Der

Amerikaner Philip-Lorca DiCorcia beispielsweise

wurde 2005 aufgrund der Veröffentlichung

eines Street-Photography-Porträts angeklagt,

jedoch vor Gericht mit Verweis auf die Kunstfreiheit

entlastet. Besonders gewagt ist die

Serie ‹Road Wallah›, 2011–2014, vom mehrfach

ausgezeichneten Dougie Wallace. Mittels

Blitzlicht und ohne Vorankündigung – like a

paparazzo – jagt der Fotograf Taxifahrer und

Passagiere in Mumbai durch die geöffneten

Fensterscheiben und lässt die Schnappschüsse

der Passagiere, die im Innern der Autos dem

hektischen Verkehrsgeschehen ausgeliefert

sind, zu krassen Bildern erstarren. Die abrupte

Nähe ist förmlich spürbar; man hört, schmeckt

und fühlt die dicht bevölkerte indische Metropole.

Auch Michael Wolf fotografiert aggressiv

und erweckt Unbehagen mit seiner Serie ‹Tokyo

Compression›, 2010–2013. Menschenmassen

werden in japanischen U-Bahn-Wagen zusammengepfercht,

gegen Scheiben und aneinander

gedrückt. Sie können sich kaum bewegen,

sich nicht gegen die Kamera wehren. Einige

verschliessen krampfhaft die Augen oder verbergen

gequält mit ihren Händen und Smartphones

das Gesicht und warten in gekrümmter

Haltung die nächste Station ab. Die Scheiben

feucht vom Kondenswasser, die Farbtöne

giftig violett, grün oder gelb – die Fotos wirken

beinahe morbide, als zeigten sie in Formalin

eingelegte, leblos verzerrte Körper. Ähnlich surreal

wirken Wolfgang Tillmans Aufnahmen. Er

zeigt, wie sich im Stossverkehr Tabus auflösen;

Je voller der Wagen, desto näher rücken sich

die Passagiere. Man kommt Fremden nah, man

berührt sich. Privatsphäre ade?

‹Street. Life. Photography› koppelt das Heute

an die Historie, indem die Ausstellung neue,

zeitgenössische Positionen mit Ikonen der

Fotografie – wie Lisette Model, William Klein

und Lee Friedlander – konfrontiert. Und es

funktioniert. Sie zeigt sieben Jahrzehnte Street

Life in seiner Komik und Tragik, mitsamt seinen

Widersprüchen und Spannungen. Ungeschönt

und doch nicht unzugänglich statt hochästhetisch

– genau so, wie das Street Life eben

ist. AB

Loredana Nemes · 2009, Paris, April 2005, aus

der Serie Under Ground, 2005–2006

Anouk Brunner, Master Kulturpublizistik, ZHdK

→ Fotomuseum Winterthur, bis 10.1.

↗ www.fotomuseum.ch

78 Kunstbulletin 11/2020


Scalable Skeletal Escalator

Zürich — Nun sitze ich hier, auf einem Sessel in

einer grossen Halle, ihre Wände mit Planen verhängt.

Neben mir ein weiterer Sessel, ein Sofa.

Um mich herum Plastikvorhänge auf Rollen, die

vielleicht aus einer Dusche, vielleicht aus einer

Quarantänestation stammen. Eine Tänzerin

und ein Tänzer dahinter. Ich sehe sie in diesem

unheimlichen Wohnzimmer, durch das transparente

Material hindurch, etwas verzerrt durch

die Falten. Sie sitzt auf seinen Schultern, ein

grosses Geschöpf, das sich mit roboterhaften

Bewegungen auf mich zu- und wieder von mir

wegbewegt. Dann trennt sie sich von ihm, steigt

von seinen Schultern, um durch den Raum zu

gehen, Vorhänge zu verschieben, mit einem

grossen Spiegel meinen Blick auf mich zurückzuwerfen.

Dann kommt ein dritter Tänzer auf

mich zu, ich höre das Schleifen seiner Schuhe,

das künstliche Knistern des Stoffes, den er

trägt. Er setzt sich zu mir, sagt zunächst nichts,

ich höre nur seinen Atem und einen mechanischen

Ton, der sich im Raum ausbreitet. Dann

spricht er, erzählt, wie alles verkehrt ist, sich

die Zähne ausserhalb der Lippen befinden, die

Haare im Inneren des Schädels, Körperflüssigkeiten

gegen den Strom fliessen, das Blut, der

Urin; der Schweiss, der in die Poren dringt.

Die performative Arbeit von Isabel Lewis breitet

sich im Keller und im dritten Stock der Kunsthalle

weiter aus. In der oberen Etage begegne

ich erneut den Tänzerinnen und Tänzern. Sie

nehmen den Raum mit ihren Körpern ein,

hinterlassen Leerstellen, die sie bald wieder

füllen – wie ein Sitzabdruck auf einem Sofa, der

bleibt, bis sich das Polster wieder ausdehnt.

Mehrere grossformatige Malereien werden

wie Segel hoch- und heruntergelassen, um

die eigene Achse gedreht. Ich sitze dazwischen,

schaue an den Stoffen hoch, Luftstösse

treffen auf meine Haut, währenddessen der

mechanische Ton aus aufeinandergestapelten

Lautsprechern lauter und leiser wird, das Licht

an- und ausgeht. ‹Scalable Skeletal Escalator›

erzeugt Denkbilder zum Körper, zu seinen

Verwandlungen und seinem Dahinscheiden,

wobei das Gebäude selbst zum Körper wird; die

Stoffe von Matthew Lutz-Kinoy zu Herzklappen,

der Ton von Labour zu seinem Schlag, die

gefundenen und rezyklierten Plastikplanen von

Dirk Bell zur Haut, die alt oder neu transplantiert

wurde. Wie Moleküle bewegen sich die

Tänzerinnen und Tänzer in diesem Organismus,

schwirren umher, hauchen ihm Leben ein, um

es ihm dann wieder zu nehmen. GB

Scalable Skeletal Escalator, 2020, Isabel Lewis

mit Dirk Bell, Mo Stern, Kewin Bonono, Lara

Dâmaso, The Field, Rafał Pierzyński, Mathias

Ringgenberg, Juliette Uzor, Marcelo Alcaide,

Yolanda Zobel, LABOUR, Matthew Lutz-Kinoy

und Sissel Tolaas, Ausstellungsansicht Kunsthalle

Zürich © ProLitteris. Foto: Annik Wetter

→ Kunsthalle Zürich, bis 8.11.

↗ www.kunsthallezurich.ch

HINWEISE // WINTERTHUR / ZÜRICH

79


Varlin

Zürich — Zwischen 1930 und 1960 war Varlin,

alias Willy Gugenheim, viel auf Reisen. Unspektakuläre,

«anspruchslose Orte» hatten es ihm

angetan. «Ich pflege, wenn ich in eine fremde

Stadt komme, mich nach Zuchthaus, Irrenanstalt,

Pferdemetzgereien zu erkundigen; dort

sind die ärmsten, also malbarsten Quartiere.

Dort verkehren Menschen, keine Kleiderständer.»

Varlin (1900, Zürich–1977, Bondo) malte

Clochards, Kellner, Freunde und Verwandte

und später auch Prominente. Damit schuf der

grosse Menschendarsteller eine wahre Comédie

humaine mit vom Leben gezeichneten, vielfach

verlorenen Figuren. Diese Verlorenheit begegnet

uns oft in seiner Darstellung von Bahnhofwartsälen,

Cafés oder Brasseries, die von kleinen,

schattenhaften Figuren bevölkert sind. Etwas

Dunkles, Unergründliches, das viele Figuren

und Porträtierte erkennen lassen, findet sich

ebenfalls in den Stadtlandschaften, in den

Darstellungen von Gebäuden, Fassaden und gespenstischen

Interieurs. So scheint die Fassade

der Irrenanstalt in Venedig, 1954, mit aus den

Fenstern blickenden Gesichtern vielstimmig zu

sprechen. Schon angedeutet im ‹Restaurant in

Arles›, 1938, schafft Varlin durch leere Flächen

oder stets extremere Perspektiven beunruhigende,

affektiv aufgeladene Räume.

In der Ausstellung im Atelier von Righini Fries

werden die motivischen und thematischen

Parallelen zwischen den Werken von Varlin und

den Arbeiten von Hanny Fries hervorgehoben.

Ihr Bildrepertoire zeigt erstaunliche Nähe zum

Werk von Varlin, zumal beide unspektakuläre

Sujets poetisch überhöhen. Beide waren oft an

denselben Gruppenausstellungen beteiligt und

Varlin war für Hanny Fries ein grosses Vorbild.

Beide gingen im Schatten der dominanten abstrakten

Strömungen den Weg der figürlichen

Malerei und entwickelten aber eine je unverkennbare

Handschrift. Ihr Unterschied zeigt

sich allerdings in der malerischen Arbeitsweise.

Die Kompositionen von Hanny Fries wirken

bodenlos dank ungewohnten Perspektiven,

auch durch Übermalen und Wischen, wodurch

die Dinge in der Schwebe gehalten werden.

Bei ihrer vorherrschenden hellen Palette

dominieren ungewöhnliche Zwischentöne und

Kontraste von kalt und warm. Dagegen wirken

Varlins Bilder in realistisch-expressivem Stil

oft skizzenhaft trotz des pastosen Auftrags.

Gerade die Porträts leben von karikierenden

Zuspitzungen. Beide vermochten das Lebensgefühl,

Stimmungen ihrer Zeit auf eindringliche

Weise festzuhalten. Besonders Varlins Œuvre

kann als Psychogramm des modernen Menschen

gelesen werden. DvB

Varlin · Irrenhaus in Venedig, 1954, Öl

auf Leinwand, Courtesy P. Guggenheim,

Bondo. Foto: Reto Pedrini

Varlin · Wartesaal des Bahnhofs in Montreux,

1936–1944, Öl auf Karton, Courtesy P. Guggenheim,

Bondo. Foto: Reto Pedrini

→ Atelier Righini Fries, bis 19.12.

↗ www.righini-fries.ch

80 Kunstbulletin 11/2020


Krieg und Frieden

Zürich — Unsere handfesten Vorfahren waren

einem flotten Hosenlupf nie abgeneigt, wie die

in der Schatzkammer der Zentralbibliothek

Zürich präsentierten Chroniken aus der Zeit der

Alten Eidgenossenschaft zeigen. Die sorgfältig

aufgebaute Ausstellung vermittelt nicht nur

einen detailtreuen Blick in die Jugendzeit der

heutigen Schweiz, sondern zeigt ebenso die

Entwicklung von den ersten, handschriftlich in

Latein abgefassten Texten zum farbig illustierten

Buchdruck in deutscher Sprache auf.

Die beiden Berner Patrizier Bendicht Tschachtlan

und Heinrich Dittling vollendeten 1470 mit

der ‹Berner Bilderchronik› das älteste erhalten

gebliebene Exemplar dieser Dokumente. 1548

begab sich der gebürtige Bruchsaler Johannes

Stumpf in die Druckerei des gebürtigen Allgäuers

Christoffel Froschauer und machte sich die

Technik der beweglichen Lettern zu Nutze. Der

Raum ist der vielen wertvollen und prächtigen

Originale aus eigenen und externen Beständen

wegen zurückhaltend ausgeleuchtet. Von der

Decke hängen Reproduktionen erbeuteter Banner

aus der Schlacht von Sempach. Holzkuben

mit Sitzgelegenheiten gliedern zusammen mit

den Vitrinen den Rundgang, den ein zeitgenössischer

Arbeitsplatz eines Chronisten ebenso

abschliesst, wie ihn eine Auswahl noch gar

nicht so alter Schulbücher eröffnet. TS

Natur/Kunst/Tiere/Körper/

Maschinen/Menschen/Gefühle

Zürich — Was sind sie? Ich weiss nicht genau,

kann diese eigenartigen Objekte nicht einordnen,

versuche sie zu beschreiben. Sie hängen

von Türrahmen herunter, mehrere Kabel

nebeneinander, aufgereiht, aufgedröselt. Die

einzelnen Kupferstränge ragen heraus, breiten

sich aus, versperren mir die Sicht, hängen wie

Fransen vor meinen Augen. Ich ducke mich,

um in den Raum zu sehen, hineinzugehen.

Bereits diese installative Arbeit von Vanessa

Billy (*1978, Genf) säuselt mir ins Ohr, welches

Spannungsfeld mich erwartet: eines, das

natürlich, künstlich, körperlich, maschinell und

emotionell zugleich ist. Ein wirres verwirrendes

Konstrukt, in dem ich mich zu orientieren versuche,

in analogen und digitalen Räumen wie

dem virtuellen von Mélodie Mousset (*1981,

Abu Dhabi). ‹HanaHana› ist eine archaisch,

postapokalyptisch anmutende Landschaft, in

der ich mich vom einen Punkt zum nächsten

teletransportiere, auf Knopfdruck kleine und

grosse Hände erschaffe, die wie Pflanzen aus

dem Boden spriessen, sich wie Türme übereinanderstapeln.

Es ist Ober- und Unterwasser,

Tag und Nacht, während die Prothesen mir mit

wackelnden Fingern zuwinken. GB

Heinrich Bullinger · Reformationschronik, Abschrift

von 1606, Kappeler Milchsuppe – Friedensmahl

am Ende des Ersten Kappelerkriegs

→ Schatzkammer der Zentralbibliothek Zürich

(Predigerchor), bis 12.12. ↗ www.zb.uzh.ch

↗ www.e-manuscripta.ch

Mélodie Mousset · HanaHana, Full Bloom,

2017/2020

→ Helmhaus Zürich, bis 15.11.

↗ www.helmhaus.org

HINWEISE // ZÜRICH

81


BESPRECHUNGEN

Valentin Magaro im Dialog mit Heinrich Danioth

Valentin Magaro und der Urner Heinrich Danioth, zwei figurativ

arbeitende Künstler unterschiedlicher Generationen, reflektieren

mit ihrer je eigenständigen Bildsprache existenzielle

Themen. Eine dialogische Ausstellung geht dem Gemeinsamen

der diversen Zeit- und Weltbilder auf den Grund.

Altdorf — Aus dem Sammlungsbestand der Dätwyler Stiftung, die im Haus für Kunst

Uri untergebracht ist, bilden das Gemälde ‹Atelier›, 1947, und die Studie zum Wandbild

‹Singstunde›, 1950, von Heinrich Danioth (1896–1953) den Anstoss für den nun

präsentierten Werkzyklus ‹Maler und Modell› von Valentin Magaro (*1972). Seit jeher

fertigt Magaro akribische Zeichnungen nach Modellen. Sie bilden ein wichtiges

Puzzleteil seines skurrilen, assoziationsreichen Bilderkosmos, der vor Fabulierlust

vibriert. Aus imaginierten und vorgefundenen Elementen, namentlich aus der Pop

Art, aus Comics sowie Horror- und Science-Fiction-Filmen, hat der Künstler im Lauf

der Jahre ein Rohstofflager an Formen und Mustern angelegt. Er integriert sie in seine

collagenhaft arrangierten Bildkompositionen oder kulissenähnliche Skulpturen,

variiert sie permanent, verschiebt Kontext und Bedeutungen. Seine Figuren weilen in

verschachtelten Architekturen, die Gedankenräume verkörpern.

Hochaktuell wirkt in einem Bild ein statuarische, futuristisch anmutende Figur: Mit

ihrer Linken umfasst sie eine gigantische Spritze und spricht von der gegenwärtig befürchteten

Zwangsimpfung. Die distanziert wirkenden Motive ermöglichen eine unbeteiligte

Betrachtung. Dadurch kann der Künstler jedes Thema angehen – sogar eine

Nonnen-Parodie. Die klavierspielende Nonne in Danioths ‹Singstunde› inspirierte Magaro

dazu, seine Modelle als Nonnen zu verkleiden. Mit teils provokativen Haltungen

verweisen sie auf überkommene weibliche Rollenbilder. Ähnlich kühn malte Magaro

schon 2010 eine Nonne – nackt bis auf Haube und Stiefel – in herrischer Attitüde neben

zwei weiteren Ordensfrauen. Zu ihren Füssen spielen Katzen mit Bällen und einem

Totenkopf, ihr zum Publikum gerichteter Blick geht ins Leere. Oft stehen die Figuren

in Magaros Bildern in keinerlei Bezug zueinander. Eine Ausnahme bildet der eine Frau

porträtierende Maler, der, sie fixierend, einen von einer Gloriole umkränzten Totenschädel

malt. So treffen sich Magaro und Danioth im generationenübergreifenden Dialog zu

existentiellen Fragen: Während Ersterer eine Art Welttheater vorführt, thematisierte

Danioth, der 1950 eine rote, damals umstrittene Teufelsfigur an die Wand der Schöllenenschlucht

malte, immer wieder Werden, Sein und Vergehen. Dominique von Burg

→ ‹Valentin Magaro im Dialog mit Heinrich Danioth›, Haus für Kunst Uri, bis 22.11.

↗ www.hausfuerkunsturi.ch

→ Valentin Magaro bei Sam Scherrer Contemporary vom 14.–28.11. ↗ www.samscherrer.ch

82 Kunstbulletin 11/2020


Valentin Magaro · o.T., 2010, Acryl auf Holz, 140 x 200 cm. Foto: Michael Lio

BESPRECHUNGEN // ALTDORF

83


Langmatt — Kunst im tiefen Keller

Kellerräume sind unheimlich und muffig. Nicht so in der Langmatt.

Hier hat man die Untergeschosse leergeräumt und Platz

geschaffen für junge Schweizer Kunst: Die vierte Ausgabe der

Ausstellungsreihe ‹Raumfahrt› mit Martin Jakob, Noha Mokhtar

und Frédéric Gabioud hebt in höhere Sphären ab.

Baden — ‹Raumfahrt›, so der Titel der Ausstellung, bezeichnet im doppelten Sinn die

Entdeckungstour durch frei gewordene Räume, aber auch das Abheben in geistigkonzeptuelle

Sphären. Und nie hat die Themenreihe besser gepasst als in diesen Zeiten,

in denen die Menschen auf ihre engste Umgebung zurückgeworfen sind. Fragt

sich also aktuell: Was bedeuten Räume? Wo ist unser Zuhause? Besitzen wir überhaupt

eines? Und wie kann man der Enge entfliehen?

Gleich drei Kunstschaffende aus der Romandie loten die Kellerräume der Langmatt

aus. Martin Jakob (*1989) fügt Metallstäbe von der Länge seiner eigenen Elle

aneinander, bis sich eine fortlaufende, spannungsgeladene Schlaufe durch den

Tankraum wälzt. Explosive Energie in Zeiten der Pandemie? Wie eine feingezeichnete

Raumkapsel hängt hingegen sein Objekt ‹Entourage› von der Decke des grossen

Kellers. Das ausschliesslich aus Schnur und Metallreifen bestehende Werk hebt ins

Weltall ab und symbolisiert so etwas wie das Entkommen ins unendlich Imaginäre.

Ebenso puristisch, aber von zarter Poesie muten die bonbonfarbenen Balkongeländer

der Lausanner Künstlerin Noha Mokhtar (*1987) an, die von irdischen Dingen erzählen.

Die an die Kellerwände applizierten Modelle arabischer Geländer gehören zu

einem Langzeitprojekt der Künstlerin, die den Balkon nicht nur als architektonisches

Element,sondern als Ort des sozialen Austauschs versteht.‹Scenes for balconies›,ein

im Raum aufliegendes Booklet, ergänzt die Installation mit Balkontratsch. «I was sixteen

when I got married to my cousin. My mother told me ‹Anything you’ll do with your

husband is halal, don’t be afraid› – ‹Your mother, your aunts, your married cousins…

nobody warned you?» Gesprächsfetzen, die von den Brüstungen herab und durch die

kleine Wäschevorrichtung der Brown’schen Villa zu purzeln scheinen – subversiv und

nicht ohne Humor. In geradezu ästhetischer Strenge präsentieren sich schliesslich

die Bildtafeln von Frédéric Gabioud (*1990). Der Lausanner nimmt die keramischen

Kacheln im Langmatter Verandacafé von Jugendstilgestalter Max Laeugner (1864–

1952) zum Vorbild und transponiert sie in stilisierte, monochrom bemalte Reliefs.

Dass sich der Romand vor allem «als Maler, und nur als Maler» versteht, zeigt der

schiefe Kubus in der Waschküche, auf dem der Künstler mit ausgespartem Farbauftrag

feine Halbbögen zeichnet. Sie verweisen auf den heute nur noch auf Fotografien

existierenden Portikus am Eingang zur Villa Langmatt. Feli Schindler

→ ‹Raumfahrt IV – Frédéric Gabioud, Martin Jakob, Noha Mokhtar›, Museum Langmatt Baden, bis 6.12.

↗ www.langmatt.ch

84 Kunstbulletin 11/2020


Raumfahrt IV, Ausstellungsansicht mit Werken von Noha Mokhtar und Martin Jakob, Museum

Langmatt, 2020. Foto: Severin Bigler

Raumfahrt IV, Ausstellungsansicht mit Werken von Frédéric Gabioud, Museum Langmatt, 2020.

Foto: Severin Bigler

BESPRECHUNGEN // BADEN

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Taro Izumi — Solaris sehen

Der japanische Künstler Taro Izumi bezieht sich in der Ausstellung

‹ex› auf Covid-19. Kugeln in Plexiglas, ein leerer Theatersaal

und funktionslose Roboter erzählen davon. Absurde Bilder

und kühne Kombinationen konfrontieren das Publikum mit der

Condition humaine, Erinnerungen und dem eigenen Verhalten.

Basel — Die erste Präsentation von Taro Izumis (*1976, Nara) Werk in der Schweiz

sollte zu Beginn der Art Basel eröffnen. Zum Glück wurde dies jetzt möglich. An der

Eingangswand prangen riesige gezeichnete Buchstaben, die seinen Namen und den

Titel der Ausstellung spiegeln. Allerdings hat der Künstler diese Lettern mit Radiergummi

ausgelöscht und mit den Bleistiftrückständen nur eine Spur hinterlassen.

Das Spiel von Präsenz und Abwesenheit, Stillstand und Bewegung wirkt programmatisch.

Ich könnte den in Plexiglas hermetisch verriegelten Billardkugeln folgen, die

am Boden herumliegen. Die eingeschlossenen Zahlen erinnern an zufälliges Glück,

der metaphorisch-sinnliche Titel dieser Arbeit ‹Cloud (licking the air)›, 2020, holt uns

auf den Boden der Realität zurück. Wie wäre es, Luft zu schmecken und zu lecken, die

jedoch infiziert sein könnte?

Die Installation ‹Cloud (pillow / raised-floor storehouse)›, 2020, erinnert an die Pandemie

und mutet surrealistisch an. Eine Art Guckkasten bestückt mit Messingschildern

und mit der Aufschrift wie «row 10 seat 1» ermöglicht Einblick in eine Bricolageszenerie

mit Theaterbühne und leeren Sitzreihen, in denen ein ausgestopfter Fuchs,

Pflanzen und Videobilder von lagernden Tomaten stellvertretend Platz nehmen. Ungewohnt

eintöniges, weisses Rauschen ist Teil dieser Arbeit. Es sind Aufnahmen der Stille

aus lahmgelegten Kulturhäusern auf der ganzen Welt. Der Zustand des Wartens, Erinnerungen,

aber auch zukunftsträchtige Fantasien stellen sich ein. So in den nächsten

Räumen, wenn ein Theaterplakat mit dem Titel ‹I Can See Solaris› auf Andrei Tarkowskis

Film über den Planeten ‹Solaris› verweist. Vor monoton flackernden Bildschirmen

können zudem reale und zugeschaltete Zuschauer einem imaginären Film beiwohnen.

Weist er damit auf die Unzulänglichkeit des menschlichen Verstands und darauf, dass

man sich erst von schwierigen Situationen lösen kann, wenn man sie akzeptiert? In der

Werkserie ‹Tickled in a dream … maybe?›, 2017, werden flüchtige Momente von Sportlern

in spektakulären Posen festgehalten, die bewegte Bilder und Skulpturen – hier

zeigt sich die Verbindung zu Tinguely – als Tableaux vivants aus Textilien, Pflanzen, Pelz

und Möbel kreieren. Irrwitz und Tiefsinn werden auch in weiteren Videoarbeiten deutlich:

Wenn ein Finger zugleich ein Baby und einen Pancake auf einem Bildschirm sinnlich

berühren möchte oder wenn ein Eingriff in die Natur geschildert wird. Ursula Meier

→ ‹Taro Izumi. ex›, Museum Tinguely, 15.11.; Katalog, Hatje Cantz

↗ www.tinguely.ch

86 Kunstbulletin 11/2020


Taro Izumi · Cloud (licking the air), 2020, Ausstellungsansicht Museum Tinguely. Foto: Gina Folly

Taro Izumi · Tickled in a dream … maybe?, 2017, Holz, Glühbirne und 2-Kanal-Videoinstallation,

Masse variabel, Ausstellungsansicht Museum Tinguely. Foto: Gina Folly

BESPRECHUNGEN // BASEL

87


Thu Van Tran und Sharif Waked — Poesie des Zwischenraums

Ein Navigieren im Innen und Aussen durch die Spuren der

eigenen und der kollektiven Identität wird in diesen beiden Ausstellungen

zum Antrieb für behutsame künstlerische Prozesse

der Offenlegung: Fragen nach dem, was bleibt, nach kultureller

Prägung und die Suche nach Zugehörigkeit oder Entfremdung.

Basel — «Warum haben sich die Mythen in Wünsche verwandelt?», fragt eine Frauenstimme

ins bewegte Bild der 2-Kanal-Videoinstallation ‹24 Stunden in Hanoi› von Thu

Van Tran (*1979). Die Künstlerin schickt darin eine Protagonistin durch eine Stadt,

in der sie ihre eigene Suche nach Heimat in einem vertrauten und zugleich fremden

Land visualisiert. Van Tran ist in Vietnam geboren; als sie zwei Jahre alt war, floh sie

mit ihrer Familie nach Frankreich, wo sie aufwuchs und später Kunst studierte.

Auch die in Bronze gegossenen, originalgrossen Bananen- und Kautschukblätter

vermitteln die tiefgreifende Aufarbeitung von Geschichte. Die im Vietnamkrieg eingesetzten

kontaminierenden Giftgase und die Ausbeutung und Zerstörung des Landes

während des Kolonialismus werden ebenso angesprochen wie aktuelle Ungerechtigkeiten:

Die Künstlerin belichtete Pappkartons, auf denen Frauen sassen, die als

Reinigungskräfte in Hongkongs Bürogebäuden arbeiten: zum stillen Protest auf öffentlichen

Plätzen. Van Tran hat damit das, was sonst keiner sieht, ganz konkret ins

Licht gerückt. Vor allem aber fragt sie immer wieder nach der Lesbarkeit von Spuren

oder wie wir mit deren Unlesbarkeit und letztlich auch mit Sprachlosigkeit umgehen.

Dabei ist sie nie anklagend, sondern bleibt in ihrer Sinnlichkeit immanent.

Im unteren Teil der Doppelausstellung begegnen wir Sharif Waked (*1964, Nazareth).

Auch er hinterfragt seine Herkunft in seiner ebenfalls ersten Einzelausstellung

in der Schweiz. Der abwechselnd in Israel und in Kalifornien lebende Waked arbeitet

politisch und bringt gesellschaftsrelevante Themenkomplexe in eigener künstlerischer

Sprache auf eine universelle Ebene. Eine Horde Smileys purzelt durch eine Videoaufnahme,

in der ein Mann, auf einer Leiter stehend, eine grosse Steinmaske von

der Wand abhackt. Die Szene ist bekannt: die Zerstörung der Kulturgüter im Mosul

Museum im Irak durch den IS (2015). Gleichzeitig scheinen die Emojis Sprache zu ersetzen.

Waked zeigt die enge Konjunktion zwischen Bild und Text, zwischen Zeichen

und Sprache auf. Ein Mann in der Montur eines Selbstmordattentäters liest aus den

Erzählungen Tausendundeine Nacht. Irritation wird hier zum Moment einer Neujustierung

der eigenen Denkmuster. Per Hand gezeichnete Arabesken werden erst durch

den Blick der Handkamera entzifferbar. In der Arbeit ‹Bath Time› sehen wir einen

Esel, angemalt wie ein Zebra: seine neue Rolle, nachdem der Zoo in Gaza ausgebombt

wurde. Das Tier steht in der Badewanne und wird mit Wasser abgeduscht. Die

Farbe verläuft – aber lässt sich Identität wirklich abwaschen? Valeska Marina Stach

→‹Thu Van Tran›, ‹Sharif Waked›, Kunsthaus Baselland, bis 15.11. ↗ www.kunsthausbaselland.ch

88 Kunstbulletin 11/2020


Thu Van Tran · Novel Without a Title #5, 2019; Arirang partition, 2016. Ausstellungsansicht Kunsthaus

Baselland. Foto: Gina Folly

Sharif Waked · Bath Time, 2012, Video, 00:02:13 min, 16:9, Farbe, Ton

BESPRECHUNGEN // BASEL

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Aby Warburg — Der Atlas, das Original, endlich!

Als das Haus der Kulturen der Welt entschied, den Bilderatlas

‹Mnemosyne› von Aby Warburg als Original zu zeigen, war es erst

eine Vermutung, dass dies überhaupt möglich sein könnte. Nun

sind die 63 Bildtafeln da, kongenial ergänzt mit Originalwerken

in der nahen Gemäldegalerie.

Berlin — Der Atlas des Kulturwissenschaftlers Aby Warburg war zwar viel zitiert, aber

im Original nicht greifbar. Dass er nun mit den originalen Fotografien, Passepartouts,

Buchseiten, Werbebildern und Briefmarken vorliegt, ist eine Sensation. Seit sein Autor

1929 63-jährig noch vor der geplanten Publikation gestorben war und seine Sammlung

an Büchern und Bildern zur Rettung vor den Nationalsozialisten 1933 von Hamburg

nach London transferiert worden waren, galt das Material dazu als verschollen. Doch

die Bilder waren bloss gut versteckt.Wieso niemand, auch das Warburg Institute selbst

nicht, auf die Idee kam, in der hauseigenen «Photographic Collection» nachzuschauen,

bleibt offen. Kurator Roberto Ohrt und seine Forschungsgruppe ‹Mnemosyne› begannen

2012, auf den Erkenntnissen vorangehender Recherchen aufbauend, sich mit dem

Atlas im Detail auseinanderzusetzen – angedacht war, ein paar Monate damit zu verbringen.

Es wurden Jahre. 2016 konnte im ZKM in Karlsruhe (→ Kunstbulletin 10/2016) der

Atlas als Ganzes präsentiert und erstmals zwei der insgesamt 63 Tafeln mit originalem

Bildmaterial als leise Vorahnung gezeigt werden. Nun sind, dank präziser Kenntnisse

des Materials, Hartnäckigkeit und Fingerspitzengefühl im wahrsten Sinne des Wortes

fast alle der 971 Originalreprodukte zum Vorschein gekommen.

Die Feierlichkeit der wolkenförmig in einzelne Segmente unterteilten Inszenierung

im HKW – teils den konservatorisch nötigen niedrigen Luxwerten geschuldet –

legt es nahe: ein Wunder. Nach 90-jähriger Vermisstmeldung sind die Materialien, mit

denen Warburg gemeinsam mit seinen Verbündeten zu den – der kategorialen Kunstgeschichtsschreibung

entgegenlaufenden – offenen Wanderwegen von Bildern geforscht

hat, plötzlich greifbar. Dazu noch in einer Farbigkeit, die das Zusammenspiel

der Motive und Gesten anders erleben und auch anders memorieren lässt. Endlich

kann in die von Warburg gepriesenen Details anstelle oberflächlicher Stilmerkmale

vorgedrungen werden. Zudem haben die Bilder Rückseiten, auf denen Informationen

neu zur Verfügung stehen und die noch völlig unerforscht sind. Der Atlas als Ausstellung

und eine Publikation im Folio-Format (Hatje Cantz) führen das Bilderlesen

der heutigen Zeit in neue Dimensionen. Das Original macht zudem deutlich, dass es

letztendlich um die Kunstwerke selbst geht. In der nahen Gemäldegalerie sind sie in

einer separaten Ausstellung zu erleben. Das alles ist nicht nur sehr geglückt, sondern

auch beglückend. Und führt den Atlas in neue Diskussionen. Ursula Badrutt

→ ‹Aby Warburg – Bilderatlas Mnemosyne›, Haus der Kulturen der Welt, bis 30.11. ↗ www.hkw.de

→ ‹Zwischen Kosmos und Pathos – Aby Warburgs Bilderatlas Mnemosyne›, bis 1.11. ↗ www.smb.museum

90 Kunstbulletin 11/2020


Aby Warburg, eine der letzten Tafeln im Bilderatlas Mnemosyne. Foto: Silke Briel / HKW

BESPRECHUNGEN // BERLIN 91


Beat Streuli — Urbanes Leben in fiebriger Nervosität

Der einzelne Mensch in der Masse, im ständig pulsierenden

Jetzt, das ist das dominierende Motiv im Schaffen des Fotound

Videokünstlers Beat Streuli. Die Mobiliar in Bern hat dem

global tätigen Künstler nun eine Ausstellung eingerichtet, die

seine Arbeit faszinierend verdichtet.

Bern — ‹La strada entra nella casa› heisst ein bekanntes Werk des Futurismus: ‹Die

Strasse dringt ins Haus›. 1911 hat Umberto Boccioni diese Fensterszene gemalt, in

der nicht mehr ein Subjekt im Zentrum steht, das im weiten Aussenraum das Echo

der eigenen Seele sucht. In Boccionis Fensterszene bedrängen Geräusch und Geschäftigkeit

von draussen das Innere. Die Unrast einer immer umtriebiger voraneilenden,

sich motorisierenden Zeit schwappt heran. Etwas mehr als hundert Jahre

später ist der Lärm der industriellen Moderne zu einem Sirren von Datenverbindungen

gedämpft. Aber das Tempo hat sich verschärft, die Dichte, die Vernetztheit. Wir

müssen kein Fenster zur Strasse mehr öffnen, um von Betriebsamkeit überflutet zu

werden. Es reicht ein Fenster am PC. Eine App auf dem Smartphone. Alle sind immer

überall mit allen und allem verbunden. Die hektische Welt lässt sich nicht mehr

durch ein Fensterglas im Zaum halten. Die Strasse mit ihrem anspruchsvollen Getöse

läuft gewissermassen mitten durchs Leben hindurch.

Beat Streuli (*1957, Altdorf) fotografiert und filmt seit Jahren auf Strassen in aller

Welt. Sein Blick dringt in die Menge ein und schält ein Individuum, ein Zufallsmoment

heraus. So erschafft der in Zürich und Brüssel lebende Künstler Porträts und Momentaufnahmen,

die direkt aus dem ständig pulsierenden Jetzt gegriffen scheinen.

Im Zentrum scharf, an den Rändern leicht verschwimmend – der Blick wandert schon

weiter, zum nächsten Gesicht, zum nächsten Fixpunkt. Die Ausstellung ‹Matrix› stellt

Fotos und Videos von Beat Streuli nun in eine räumliche Inszenierung, die Thema

und Vorgehensweise seiner Arbeit aufgreift, kongenial reflektiert und verdichtet. Die

Wände sind mit Fotos aus dem urbanen Leben tapeziert: Passanten, Fahrzeuge, Verkehrsschilder,

Plakate. Nicht nur die Stadt, die Welt drängt in den Ausstellungsraum,

der seinerseits zuweilen recht belebt ist. Auf diesen vielbebilderten Wänden hängen

Flachbildschirme, die Videoarbeiten von Beat Streuli zeigen. Diese Überlagerungen

erzeugen eine fiebrige Nervosität. Der Ausstellungsraum wird zur Echokammer des

gegenwärtigen Lebens mit seinem permanenten Aufmerksamkeits-Imperativ: Wir

wollen sehen und gesehen werden, immer mit allen und allem in Kontakt sein. Aber

Vernetztheit schützt nicht vor der eigenen Verletzlichkeit. Einige Videoarbeiten arbeiten

mit Ton. Aber braucht es den überhaupt? Die einander überlagernden Bilder

erzeugen auch so ein Schwirren und Sausen im Kopf, ein virtuelles Brummen und

Summen. Davon hätten die Futuristen nicht einmal zu träumen gewagt. Alice Henkes

→ ‹Beat Streuli – Matrix›, Die Mobiliar, Bern, bis 4.1. ↗ www.mobiliar.ch

92 Kunstbulletin 11/2020


Beat Streuli · Quai de l’Industrie, 2008–2019, Videos, 16’–23’; Quai de l’Industrie, 2008–2020,

Wallpaper, Ausstellungsansicht Die Mobiliar, 2020. Foto: Stefan Altenburger

Beat Streuli · Chiasso Città di Confine Estate 2014, 2014, Video 16’; Chiasso 14, 2020, Wallpaper,

Ausstellungsansicht Die Mobiliar, 2020. Foto: Stefan Altenburger

BESPRECHUNGEN // BERN

93


Miriam Sturzenegger — Aufführung von Material und Raum

Architektonisches und materiales Vokabular, ortsspezifische

Gegebenheiten sowie Herstellungs- und Formungsprozesse von

Werkstoffen stehen im Zentrum des künstlerischen Interesses

von Miriam Sturzenegger, der diesjährigen Manor Kunstpreis-

Trägerin des Kantons Bern.

Biel — Es erweist sich als absolutes Glück für die Preisträgerin 2020, dass die Ausstellung

des Manor Kunstpreises Bern im Kunsthaus Pasquart stattfindet: Mit dem

mehrfach umgebauten Gebäude steht Miriam Sturzenegger (*1983) ein Arbeitsfeld

zur Verfügung, wie sie es sich nicht besser hätte wünschen können. Die Baugeschichte

und das daraus resultierende, extrem differente Raumangebot bieten

der Künstlerin zahlreiche Ansatzpunkte für ihre skulpturalen Setzungen. ‹Intersecting

Scores› nennt sie eine Reihe von weissen, freistehenden Elementen, die in

einer Achse die stadtseitigen Räume durchziehen. Die schlanken, kannelierten oder

lamellenförmigen Säulen rhythmisieren die Enfilade und betonen deren Charakter

als architektonischen Parcours. Insbesondere die Anordnung der ‹Lamella Pillars›

bremst den vom Raum beeinflussten, zielgerichteten Schritt zu einem mäandernden

Schlendern. In den rechtwinklig dazu angelegten Sälen finden an Boden und Wänden

weitere Eingriffe statt: So legt Sturzenegger in ‹Mise en relief› den Unterboden des

Parketts an jener Stelle frei, wo vor dem Umbau des Hauses 1990 Wände standen;

die ‹Interruptions› hingegen, eine Gruppe von grauen, kubischen Objekten, erinnern

an Fertigbauteile. Die Schlichtheit der installativen Setzung korrespondiert mit einer

Lesart als «musikalisch geprägte» Intervention. Während den vertikalen Elementen

Beschwingtheit und zeitliche Linearität zu eigen sind, agieren die «horizontalen» Bodenarbeiten

als Zäsuren, als eine Art Kontrapunkt in Gestalt und Farbigkeit.

Auf die grosszügigen Ausmasse der Salle Poma reagiert Sturzenegger mit einer

radikalen Geste: ‹What Remains (Black Line)› zerschneidet diagonal den Raum, wobei

der mit Wasser und Steinkohle gefüllte Kanal je nach Standpunkt als dunkle Linie

oder Steg, als Hindernis oder regulierter Wasserlauf wahrgenommen wird. Hier tritt

Sturzeneggers Interesse an der Geschichte von Werkstoffen, an geologischen Prozessen

und materialsemantischen Assoziationen besonders deutlich hervor. Die urzeitlichen

Steinkohlebrocken werden zum Relief, das aufgrund der Verdunstung des

Wassers über die Ausstellungsdauer hinweg immer mehr an die Oberfläche tritt. Die

Art und Weise, wie Miriam Sturzenegger diese Räume liest und in ihren Arbeitsprozess

einbindet, beeindruckt ebenso sehr wie die Präzision der minimalen Sprache

und die Risikobereitschaft der Künstlerin – eine Ausstellung, die man im Herbst unbedingt

besuchen sollte. Irene Müller

→ ‹Miriam Sturzenegger›, Kunsthaus Pasquart, Biel, bis 22.11.; Gespräch und Buchvernissage, 12.11.

↗ www.pasquart.ch

94 Kunstbulletin 11/2020


Miriam Sturzenegger · Intersecting Scores, 2020, Ausstellungsansicht Kunsthaus Pasquart.

Foto: Stefan Rohner

BESPRECHUNGEN // BIEL

95


Als wir verschwanden — Kontemplation mitten im Sturm

Die Medienmitteilung des Bündner Kunstmuseums Chur schlägt

harsche Töne an: «Zukünftige Generationen werden uns nicht

verzeihen.» Vier – in monatlicher Folge – hierzulande erstmals

gezeigte Videos von Julian Rosefeldt, Superflex, Yuri Ancarani

und Julius von Bismarck sollen ihre Perspektive aufzeigen.

Chur — Fern erscheint diese Zukunft nicht, wenn im Video von Julian Rosefeldt

(*1965, München), ‹In the Land of Drought›, 2015/2017, Gestalten in weissen Schutzanzügen

und Mundschutzmasken Wüstenlandschaften, Ruinen oder ein Industriegebiet

erkunden. Unter den klischeehaften Ruinen wie aus früheren Zivilisationen

blitzen merkwürdigerweise Eisenstangen hervor. Tatsächlich gehört das Gelände, auf

dem sie stehen, zu den Atlas Filmstudios in Marokko, wie das Kleingedruckte verrät.

Diese Unsicherheit über das Gesehene relativiert den «göttlichen» Überblick, den

die Vogelperspektive des gänzlich mit Drohnen gefilmten Videos verspricht. Die Sicht

von oben auf die Erde sticht auch in anderen Videos auf dem Programm fast schon

penetrant ins Auge. Natürlich, es handelt sich um modernste Technologie, und diese

ermöglicht eine distanzierte Sicht auf die Auswirkungen menschlichen Handelns

in der Welt, wofür die Ausstellung ein ethisches Verantwortungsgefühl anstossen

möchte. Dabei ist der Grat zu einer unkritischen Ästhetisierung «der Natur» schmal.

Dieses Konstrukt zu vermeiden und es stattdessen zu hinterfragen, wird veranlasst

durch Skurrilitäten wie die erwähnte Ruinenkulisse, Strategien der Repetition in

den – allesamt lange dauernden – Videos, oder durch extreme Verlangsamungen wie

im Fall von Julius von Bismarcks (*1983, Breisach am Rhein) Aufnahmen des Hurricans

‹Irma to come in Ernest› von 2017, die im November zu sehen sein werden.

Wie variabel Landschaften interpretiert werden können,zeigt sich auch in ‹Kwassa

Kwassa›, 2015, von Superflex: Die den Film einleitenden Meereswogen erhalten im

Wissen über das Ertrinken von Flüchtenden im Mittelmeer beunruhigende Konnotationen.

Die Szenerie enthüllt sich als Indischer Ozean. Doch mit dem dort gelegenen

äussersten französischen Departement Mayotte wäre Europa allemal das Ziel

des Bootes, dessen Konstruktion wir beobachten. Parallel dazu führt eine Erzählung

des europäischen Entstehungsmythos, demzufolge Zeus Europa – eine libanesische

Frau – entführt habe, die Absurdität kontinental oder national begründeter Identitäten

und Machtansprüche vor. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit und den (brutalen)

Auswirkungen von menschlichem Tun und menschgemachten Ordnungen drängt sich

in Yuri Ancaranis (*1972, Ravenna) ‹The Roots of Violence – San Giorgio›, 2019/2020,

ebenfalls auf:Noch bis Anfang November bietet er Einblick in die unscheinbaren Orte

zur Aktenvernichtung von Finanzinstitutionen. Irène Unholz

→ ‹Als wir verschwanden – Vier Videoarbeiten›, bis 22.11. ↗ www.buendner-kunstmuseum.ch

96 Kunstbulletin 11/2020


Superflex · Kwassa Kwassa, 2015 © ProLitteris

Julian Rosefeldt · In the Land of Drought, 2015/2017 © ProLitteris, Zürich

BESPRECHUNGEN // CHUR

97


Martha Jungwirth — Delos

Die Einzelpräsentation der österreichischen Malerin Martha

Jungwirth (*1940) in der Genfer Galerie Mezzanin zeigt unter

dem Titel ‹Delos› Werke, die sowohl die griechische Mythologie

als auch die jüngsten politischen Ereignisse auf den griechischen

Inseln ansprechen.

Genf — Ein breiter Pinselstrich in Rot. Ein Schwung in Magenta. Rosa, Rot, Violett

übereinander gelagert. Rot. Auf den oft fragilen papiernen Untergründen in Martha

Jungwirths abstrakter Malerei dreht sich alles um diese eindringlichen Farben, die

bald Liebe, Lust, bald Blut und Tod anklingen lassen. «Das ist mein Luxus, den ich

brauche. Ich brauche nicht ein Rot, sondern zwanzig Rottöne; nicht ein Grün, sondern

viele Grün», erzählt mir die österreichische Künstlerin in Genf.

Die Bilder von Martha Jungwirth (*1940) sind kraftvoll, explosiv, aufregend, sinnlich,

emotional, und manchmal auch still und zart. Einzelne lose Linien durchqueren

mutig die Bildfläche, lassen auch viel Platz für Leere in den grossen Formaten. Und

an manchen Stellen gerinnen transparente Flecken und Felder von Ölfarbe auf Karton

und Leinwand zu intensiver Dichte. Der Prozess in ihrer Malerei ist gekennzeichnet

durch die Geschwindigkeit ihrer Gesten und intuitiven Bewegungen sowie durch

etwas, das die Künstlerin als «sensomotorischen Drang» bezeichnet, den Drang, in

einen fast archaischen Zustand zurückzukehren.

Von Anfang an ziehen sich kräftige Farben durch ihr Werk. Die Liebe zum Papier,

vorzugsweise mit Altersspuren, hat auch viele Aquarelle entstehen lassen, die eine

Zerbrechlichkeit und gleichzeitig Stärke in sich bergen. Seit zehn Jahren dringt die

österreichische Künstlerin wieder mehr ins Bewusstsein von Ausstellungsmachern.

Ihre monografische Ausstellung von 2018 in der Albertina in Wien hat dies eindringlich

gezeigt. Martha Jungwirths Ausstellung in der Galerie Mezzanin versammelt

neue Serien und Einzelwerke zum Thema ‹Delos› – ein Paradigma für alte und neue

Dramen. Ob Hera, die die von Zeus schwangere Leto bis nach Delos verfolgt, oder die

Flüchtlinge, die über die nahöstliche Mittelmeerroute auf griechische Inseln flüchten:

Betrug und Eifersucht, Flucht und Verfolgung sind damals wie heute Motor von

prekären Bewegungen. Deshalb malt die Künstlerin nicht nur mit Pinseln, «sondern

auch mit den Fingern, mit irgendwelchen Fetzen». Direkt, körperhaft. Der subjektive

Ausdruck jeder Farblinie, jedes Farbfleckens kennzeichnet diese Malerei, die aus den

formalen Gesten des Expressionismus der Neuen Wilden wie auch aus der amerikanischen

abstrakten Malerei schöpft. Das Dramatische kreiert sich aus Verbindungen

zwischen Geschichte und aktueller Kraft. Sibylle Omlin

→ ‹Martha Jungwirth›, Galerie Mezzanin, Genf, bis 7.11.

↗ www.galeriemezzanin.com

98 Kunstbulletin 11/2020


Martha Jungwirth · The Big Chinese, 2020, Öl auf Papier auf Leinwand, 203 x 100 cm © ProLitteris

BESPRECHUNGEN // GENF

99


Paul Paillet — Frühstück mit Drachenjagd

Als Zeuseln für Fortgeschrittene liesse sich umschreiben, wozu

uns Paul Paillet mit seinen hochreferentiellen Werken verführt.

Geschirr, Lektüre und Radio – alle feuergeboren – erzeugen vertraute

Frühstücksatmosphäre. Jedes Teil ist zugleich aber auch

ein Stück subversiven Designs und zielgenauer Konsumkritik.

Genf — Sparsam und clean präsentiert sich die Schau, die Paul Paillet (*1986)

im Centre d’édition contemporaine eingerichtet hat: am Boden eine Handvoll sich

windender Porzellanformen, an den Wänden fünf Alutafeln und die Matrix einer

übergrossen Schale oder Tasse. Im Einklang mit einem zeitgleich herausgegebenen

Zine ist alles in Weiss und in Silbertönen gehalten. Nur das teilweise angeflammte

Aluminium bringt eine dunklere Note mit ein. All dies überrascht, denn der Titel der

Ausstellung ‹fascination for fire› und die Bebilderung ihrer Ankündigung liessen ein

loderndes Flammenmeer erwarten. Ein Flämmchen entdeckt man dann aber doch

noch. Es flackert in einer aufgeschlitzten Blechdose und erfüllt, was auf einem der

Alugüsse zu lesen ist: «The meaning of things comes from their use.»

Dieses Shiften der Bedeutung ist allen Exponaten gemeinsam. So lenkt die Blechdose,

die de facto ein DIY-Radio ist, die Aufmerksamkeit auf den postfordistischen

Designer Victor Papanek und dessen Utopie, auch ärmere Menschen dank simplen,

dem Diktat der Ästhetik und der Marktwirtschaft entzogenen Geräten mit der Welt

zu verbinden. Papaneks produktionskritische Haltung trifft sich mit Paillets eigener

Skepsis. Diese wurde schon früh bei seiner repetitiven Arbeit als ausgebildeter Porzellandekorateur

geweckt und erfuhr in der Folge eine Ausweitung auf weitere Bereiche,

etwa auf die Musikbranche, die primär erfolgsgetrieben ist. Alternativ dazu

sind Motive der Gegen- und Subkultur in die Ausstellung eingestreut, beispielsweise

ein apokalyptischer Engel in Gestalt eines Posaunenmädchens. Wie die gotisierende

Schrift, die Paillet im Zine und auf einigen Werken verwendet, ist er vom Cover

eines Albums von Burzum inspiriert, einer als Brandstifter und Mörder in Ungnade

gefallenen Kultfigur der Black-Metal- und Dark-Ambient-Szene. Es eröffnen sich

also Abgründe, was umso mutiger ist, als der Künstler – ohne diesmal mit den dunklen

Ideologien zu sympathisieren – damit auch preisgibt, dass diese Musik einst den

Soundtrack zu Momenten seines eigenen Lebens schrieb.

Zwischen Kritik und Bekenntnis bewegt sich Paillet schliesslich auch bei den

Hauptexponaten: Die Porzellanobjekte – fragile, ungeschliffene Unikatgüsse, eigenhändig

produziert – erweisen sich nämlich aus der Nähe als zu weissen Drachen mutierte

Abkömmlinge des legendären McSpoon, eines ungewollt populären Teils des

Drogenbestecks der 1970er-Jahre. Die Fratze der Gegenwart spiegelt sich derweil im

Alu. Genauer: im Folienrauchen, im Jargon «den Drachen jagen» genannt. Astrid Näff

→ ‹Paul Paillet – fascination for fire›, Centre d’édition contemporaine, Genf, bis 11.12. ↗ www.c-e-c.ch

100 Kunstbulletin 11/2020


Paul Paillet · fascination for fire, Ausstellungsansicht, Centre d’édition contemporaine, Genf.

Foto: Sandra Pointet

Paul Paillet · Untitled (McSpoon), 2020, Porzellan, 5-teilige Unikatedition. Foto: Sandra Pointet

BESPRECHUNGEN // GENF 101


Max Hari / Soft Shell — Experimentierfeld Malerei

Das Kunsthaus Langenthal widmet sich in zwei Ausstellungen

ganz dem Medium Malerei. Dabei wird das kontinuierliche

Schaffen von Max Hari durch die Gruppenausstellung ‹Soft

Shell› gespiegelt, die fünf junge Positionen versammelt, welche

eine auffällige Experimentierfreude auszeichnet.

Langenthal — Ein schneller, gestischer Pinselschwung prägt das Diptychon ‹Minenprobe›,

2019, von Max Hari (*1950). Auf der einen Leinwand sind zwei Frauen im Wasser

zu erahnen, auf der anderen eine schreitende Figur. Hier verdichten sich viele

seiner Themen: etwa das Arbeiten in Serie – das Bildpaar ist Teil einer solchen – sowie

ein Interesse an der Darstellung der Bedrohung oder des Grauens. Hari verbindet

zwei Vorlagen, Rembrandts voyeuristischen Blick auf Susanna im Bade und ein Foto

aus dem Dritten Reich, das einen Gefangenen im Minenfeld zeigt. Dabei ist die Auseinandersetzung

mit den Referenzen weniger analytisch als vielmehr vom repetitiven,

handwerklichen Prozess geprägt. Oft spiegeln sich darin grundlegende Fragen der

Malerei – jene nach Tiefe und Fläche, Figur und Abstraktion. Dies verdeutlichen auch

ausdrucksstarke Papierarbeiten, die anlässlich von Haris aktueller Schau in einem

Katalog versammelt sind. Die Ausstellung verzichtet glücklicherweise auf eine Chronologie,

obwohl bei der Künstlerpersönlichkeit Hari, selbst Langenthaler und Mitbegründer

des Kunsthauses, ausreichend retrospektives Material vorhanden wäre.

Ergänzend dazu wird ‹Soft Shell› gezeigt, wo Eva-Maria Knüsel, Assistenz am

Haus, fünf jüngere, etwas experimentierfreudigere Malerinnen und Maler zeigt.

Natacha Donzé (*1991) etwa entwirft mit akribischem Pinselduktus und Airbrush-

Technik «tapetenartige Muster», eigentlich ein altes Thema. Doch ihre Formen wirken

wie eine digitale Gestaltung und erinnern an seltsame Hybride aus organischen,

floralen und anatomischen Elementen. Ebenso schwer zu bestimmen sind bei Anna

Shirin Schneider (*1992) die surrealen Wesen,welche seltsam flauschig oder fleischig

ihre Bilder bevölkern. Von den grossformatigen Arbeiten eines Ivan Mitrovic (*1985)

im Treppenhaus dagegen würde man repräsentativen Charakter erwarten. Aber das

‹Selbstporträt mit Piss-Ecke›, 2020, das einen Innenraum mit Designklassiker neben

verstreuten persönlichen Gegenständen zeigt, wirkt einfach, erinnert gar an Filzstiftzeichnungen.

Mitrovic, der sich der Bildtradition und klassischer Rollen der Malerei

sehr wohl bewusst ist, hinterfragt mit dem Schriftzug «Can’t we be honest» auf dem

selbstgeschnitzten Rahmen radikal all diese Symbolik. Mit dem Interesse an Technik

von Nora Steiner (*1981) und Ray Hegelbach (*1983), dessen Gemälde um Wahrnehmungsphänomene

kreisen, bietet die Schau zwei weitere, ganz unterschiedliche Ansätze,

die mit dem arrivierten Hari anregend kontrastieren. Adrian Dürrwang

→ ‹Max Hari – Ich schaue mir beim Sehen zu›; ‹Soft Shell›, Kunsthaus Langenthal, bis 15.11.

↗ www.kunsthauslangenthal.ch

102 Kunstbulletin 11/2020


Max Hari · Ich schaue mir beim Sehen zu, 2020, Ausstellungsansicht Kunsthaus Langenthal. Foto: CE

Ivan Mitrovic · Selbstporträt mit Piss-Ecke (Can’t we be honest?), 2020, Ausstellungsansicht Kunsthaus

Langenthal. Foto: CE

BESPRECHUNGEN // LANGENTHAL 103


Hans Josephsohn — Suchendes Schauen

Eigenwillig, konsequent, herausragend: Das ist der Bildhauer

Hans Josephson, der die menschliche Figur ins Zentrum seines

Schaffens stellte und Existenzfiguren schuf. Zu seinem 100. Geburtstag

widmet ihm das Museum Allerheiligen eine konzentrierte

Ausstellung.

Schaffhausen — Nicht mehr als zwei Liegende, drei Reliefs, ein Stehender, drei Halbfiguren

– und fast der ganze Kosmos von Hans Josephsohns Schaffen breitet sich

vor einem aus. In einem einzigen grossen Saal mit Tageslicht, im Wechselsaal; wenn

sich das Licht ändert, geben die schrundigen Oberflächen der Figuren immer wieder

Neues preis. Wer sich durch die klug gesetzte «Skulpturenlandschaft» bewegt, macht

eine starke körperliche Erfahrung, ohne die es bei diesen Plastiken, die sich durch die

Gegenwart des Betrachters, der Betrachterin behaupten, gar nicht geht. Man wird

in einen Dialog einbezogen, der sich nur bedingt in Worte fassen lässt. Suchendes

Schauen ist der Motor, Verstehen nicht das einzige Ziel.

Neun Werke also aus einem langen Bildhauerleben, vom noch flachen Relief von

1952 bis zur ‹Grossen Liegenden› von 2005, geschaffen von einem, der bei Otto Müller

in die Lehre ging, aber schon früh sehr eigenständig arbeitete. Einer, der (im am Rande

der Ausstellung gezeigten Film von Jürg Hassler, 1977) sagt: «Ich mache einfach,

was ich machen muss.» Der sagt, dass man das Äusserste wagen müsse. Für ihn,

Hans Josephsohn (1920–2012), heisst das: etwas schaffen, das vollkommen natürlich

wirkt. Der nicht zu bewältigenden Fülle des Lebens etwas entgegensetzen, das

«die Kraft vom Leben selber hat». Nicht an «den äusseren Natureindrücken hängen

bleiben», sondern zum «Kern der Sache» vordringen; klärende Reduktion. Dabei geht

der Künstler stets vom Leben aus, meist einem weiblichen Modell, baut seine Figuren,

oft in langwierigem Arbeitsprozess, mit Gips auf, bis sie seiner Vorstellung von

Körper entsprechen, dessen spurenreiche Oberfläche buchstäblich alles Mögliche

zusammenfasst. Erst dann werden sie in Messing gegossen – und Material und Licht

beginnen ihr eigenes Gespräch. Mit «Innere Ruhe und unbändige Kraft im Einklang»

charakterisiert Kurator Julian Denzler Josephsohns existenzielle Plastiken. Egal,

was sie, wenn überhaupt, ausdrücken wollen: In ihrem unbeirrbaren Vorhandensein

wirken sie ebenso modern wie archaisch, einer eigenen Geologie verpflichtet. Besonders

die amorphen Halbfiguren: wie aus Urtiefen der Zeit heraufgewachsen, bis sich

ihre Aussenhaut an der lebendigen Gegenwart erfüllt. Figuren, dies freilich mein sehr

subjektiver Eindruck, aus denen etwas herausmöchte, gleichzeitig Figuren, in denen

sich die Unverrückbarkeit des Augenblicks manifestiert. Angelika Maass

→ ‹Hans Josephsohn›, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen, bis 15.11. ↗ www.allerheiligen.ch

→ ‹Hans Josephsohn›, MASI Lugano, bis 21.2. ↗ www.masilugano.ch

→ Permanent im Sitterwerk St. Gallen und Museum La Congiunta, Giornico

104 Kunstbulletin 11/2020


Hans Josephson · Ruhende Frau, 1970 (vorne); Grosse Liegende, 2005 (links); drei Halbfiguren von

1990–2003 (rechte Saalseite); Wandreliefs 1952/1995, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen

Hans Josephsohn · Ohne Titel (Verena), 1990, Messing, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen

BESPRECHUNGEN // SCHAFFHAUSEN 105


Evelyne Axell — Polyvalenz

Die aktuelle Sonderausstellung im Muzeum Susch fügt sich in

die Programmatik, Positionen von Künstlerinnen zu zeigen, die

zu Lebzeiten nicht vollständig wahrgenommen wurden oder

werden konnten. Mit Evelyne Axell beweist das Haus Mut zu

Debatte und kesser Kanonkorrektur.

Susch — Evelyne Axell (1935–1972) war fast alles, was sich in der Vita einer Frau,

deren Lebzeit sich mit Studentenunruhen, Emanzipation und Kapitalismuskritik

überschneidet, an Klischees verdichten lässt: attraktiv, selbstbewusst, Schauspielerin

der Nouvelle Vague, Drehbuchautorin, Pop-Art-Malerin und Schülerin von

Magritte, junge Mutter und Gespielin in Dreierkonstellationen. Sie starb verfrüht und

tragisch bei einem Autounfall. Dass sie lustvoll Klischees ins Subversive kippen liess,

dafür eingesetzte weibliche Sexualität offen thematisierte und eine genderegalitäre

‹Utopie der bio-botanischen Freiheit› visionierte, wurde in der Ausstellung ‹Power

Up – Female Pop Art› in der Kunsthalle Wien 2011 erstmals herausgestellt.

Seither hat man die Künstlerin wiederentdeckt und ihre Werke zusammen mit

Arbeiten von Sister Corita, Dorothy Iannone und Marisol gezeigt. Parallel wurde ihr

Œuvre nach Phasen, Materialien und Projekten strukturiert: Kunststoffe und das Mythologem

des «Plastic Age» spielen dabei neben Öl und Leinwand eine zentrale Rolle.

2019 richtete ihr die belgische Provinz Namur eine Retrospektive aus.

Bei diesen Vorarbeiten setzt das von Anke Kempkes und Krysztof Kosciuczuk

für Susch in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass entwickelte Projekt an. Die

Ausstellung ist eine Accrochage mit Zeichnungen, Gemälden und Collagen aus allen

Werkgruppen. Den Auftakt markiert das Screening des Schwarzweissfilms ‹Das

Plüschkrokodil› von 1963. Axell als Drehbuchautorin spielt darin eine belgische

Schaufensterdekorateurin, die ein Verhältnis mit einem kongolesischen Studenten

in Brüssel hat. Im ersten grossen Raum sind einige der heute bekanntesten Werke

versammelt: Dazu gehört der schwerelose Reigen von vier gemalten Silhouetten,

den Axell 1967 mit ‹Die grosse Reise in den Weltraum› betitelte und zuerst für eine

Präsentation im Freien vorsah. Provokante Werke wie die weibliche Figur, die einen

Ice Cream Cone abschleckt, sind in Treppenhäusern als Gelenkstellen platziert und

erzeugen Spannungsmomente. Wo Voyeurismus aufscheint, wird er unterbrochen

und der Blick auf Auseinandersetzungen verschoben, wie sie Axell unter anderem

mit historischen Frauen wie Angela Davis und Yael Dayan führte, die auf umstrittene

Weise Zeitgeschichte der 1970er-Jahre mitgeschrieben haben.

Es ist ein Verdienst der Ausstellung, das Œuvre Axells nicht zu glätten, sondern es

über Fragestellungen in seiner Ambivalenz zu zeigen und auf Diskurse der globalen

Gegenwart im Jahr 2020 hin zu öffnen. Stephanie Manthey

→ ‹Evelyne Axell – Body Double›, Muzeum Susch, bis 6.12. ↗ www.muzeumsusch.ch

106 Kunstbulletin 11/2020


Evelyne Axell vor ihrem Werk ‹Le Mur du Son›, 1966, Courtesy Archives of Philippe Axel © ProLitteris,

Courtesy Muzeum Susch

BESPRECHUNGEN // SUSCH 107


Monique Jacot — Dunkelkammer, Wunderkammer

Die Fotojournalistin Monique Jacot wurde in diesem Jahr vom

Bund und von der Swiss Photo Academy für ihr Lebenswerk geehrt.

Das Musée Jenisch Vevey fokussiert zurzeit dagegen auf

die imaginative Druckgrafik, die ihre klassischen Aufnahmen

seit Jahrzehnten ergänzen.

Vevey — Monique Jacot (*1934, Neuenburg) hat als Fotojournalistin ab 1956 in den

damals fast jede Stube erreichenden Illustrierten den Leserinnen und Lesern einen

teilnehmenden Blick auf das Schicksal der Schwächeren zurückgeworfen. Sie unterstützte

damit Bewegungen, denen wir die Besserstellung der Frauen und viele weitere

soziopolitischen Errungenschaften verdanken. Zudem porträtierte sie zahllose

Kunstschaffende. Unerwartet stark schlugen die routinierte Ausstellungsgängerin

an der documenta 5 in Kassel 1972 jedoch die mit Federn bestückten Maschinen

von Rebecca Horn in Bann. Jacot begann nicht nur leidenschaftlich Federn wie auch

andere Relikte der Natur wie Häute und Haare zu sammeln. Die Fotojournalistin wurde

durch die legendäre Grossausstellung grundsätzlich darin bestärkt, ein subjektiveres

Werk zu entwickeln. Dies gelang ihr durch das Einstreuen metaphorischer

Aufnahmen in ihre Reportagen sowie die stärkere Konzentration auf die Gattungen

Landschaft und Stillleben. Zudem lernte sie, akademisch zu zeichnen, und begann

mit heliografischen Techniken zu experimentieren, die sie teils weit über das von ihr

bis anhin vornehmlich kultivierte Schwarzweissbild hinausführen sollten.

Dora Sogardoyburu, Konservatorin im Musée Jenisch Vevey, lässt nun zwei Stränge

von Monique Jacots druckgrafischen Arbeiten ab 1980 in einer leichtfüssigen Accrochage

Revue passieren. Zum einen sind die teils zu Montagen gerinnenden Bohrungen

der Künstlerin in ihrem Archiv zu sehen, die sie zu chromatisch verfremdeten

Monotypien verbindet, die auch dem Zufall die Tür öffnen. Sie schiesst dafür von

früheren Aufnahmen Polaroids und walzt dann die frische Farbe der sofort abgelösten

Negative in ein nasses Papier. Zum anderen wartet die Schau mit Arrangements

ihrer naturalistischen Schätze auf, die sie durch die aufwändige Technik des Heliogramms

wie filigrane Kupferstiche erscheinen lässt. Diese Arbeiten von Jacot sind

ohne Zweifel in eine Perspektive mit den parafotografischen Ansätzen auch anderer

Schweizer Kunstschaffender ihrer Generation zu setzen, darunter die grossen Berner

Franz Gertsch und Markus Raetz, aber auch ihr Mentor im Atelier de taille-douce

de Saint-Prex, Pietro Sarto (*1930, Chiasso). Die Polaroid-Transfers und Heliogramme

der ausgesprochenen Naturalistin Jacot zeichnet aus, dass die Künstlerin den feinen

Strukturen der Fauna und der Flora, die vor der Erfindung des mechanischen Bildes

dem Blick so gut wie vorborgen waren, schelmisch wieder etwas Betörendes zurückzugeben

vermag. Katharina Holderegger

→ ‹Monique Jacot: Transferts et héliogrammes›, Musée Jenisch Vevey, bis 6.12. ↗ museejenisch.ch

108 Kunstbulletin 11/2020


Monique Jacot · Sans titre [Crins, 2014–2015], Heliogramm, Cabinet cantonal des estampes,

Collection de l’État de Vaud, Musée Jenisch Vevey. Foto: Julien Gremaud

BESPRECHUNGEN // VEVEY 109


Resisting Images, Images Responding — Erzählräume

Welche dokumentarischen Strategien eignen sich, um gesellschaftspolitische

Realitäten zu beleuchten? Damit befassen

sich vier künstlerische Positionen in der Coalmine, indem sie

bestehende Narrative hinterfragen und Raum für neue schaffen,

ohne zu behaupten, klare Antworten zu kennen.

Winterthur — Dieser Ausstellungstitel spricht, fragt: Sollten wir der Versuchung widerstehen,

auf Bildern nur das zu erkennen, was wir zu erkennen gewohnt sind? Oder

sind es just diese Bilder, die uns widerstehen, sich weigern, uns ein simples Narrativ

offenzulegen? Diesem Wechselspiel widmet sich die Ausstellung ‹Resisting Images,

Images Responding› in der Coalmine. Darin erproben Eric Baudelaire, Rahima Gambo,

Judith Kakon und belit sağ verschiedene Strategien, um von Konfliktgebieten und

Traumata zu berichten, ohne Klischees zu reproduzieren, ohne die jeweiligen Protagonistinnen

und Protagonisten in eine feste, vorgefertigte Rolle zu pressen.

Ein Beispiel hierfür ist die Serie ‹Tatsuniya› von Rahima Gambo (*1986, London).

Seit rund drei Jahren dokumentiert die nigerianische Künstlerin den Alltag einer

Gruppe von Schülerinnen im Norden ihrer Heimat. Eine Region, in der die islamistische

terroristische Miliz Boko Haram aktiv ist, die westliche Bildung abschaffen will.

Davon betroffen ist auch die Schule in Maiduguri, wo die Serie von Gambo entstand.

Sie wirft kein weiteres Schlaglicht auf den Konflikt, sondern widmet sich der Alltagsrealität

der Schülerinnen und lässt sie selbst zu Wort kommen. ‹Tatsuniya› besteht

aus Fotografien und Videos, wobei die Künstlerin eng mit den Schülerinnen zusammenarbeitete.

Statt sie vor der Kamera auszustellen, eine Grenze zwischen Fotografierende

und Fotografierte zu ziehen, baut Gambo eine Beziehung zu ihnen auf, konzipiert

gemeinsame Workshops, die auf Schulaufgaben oder Erinnerungen basieren.

So entsteht ein partizipativer, künstlerischer Prozess, den Gambo dann festhält. Die

Serie bewegt sich irgendwo zwischen Alltagsrealität und Improvisation. Sie öffnet

einen Raum, in dem sich sowohl das Reale als auch das Imaginierte entfaltet. Daran

lehnt auch der Titel der Serie an: ‹Tatsuniya› bedeutet Fabel oder Rätsel auf Hausa.

Die Ausstellung in der Coalmine hinterfragt nicht nur die künstlerische Produktion,

sondern auch unsere Rezeption, was durch die Präsentation von ‹Tatsuniya› verdeutlicht

wird. Fotografien in unterschiedlichen Formaten hängen in verschiedenen

Höhen nebeneinander und betonen so, wie vielschichtig und fragmentarisch die Erzählungen

sind. Gleichzeitig werden zwei Videos auf Screens gezeigt, die unterhalb

der Fotografien auf dem Boden stehen, wodurch man nicht umhinkommt zu fragen:

Wie gewichtet man die gezeigten Bilder? Aus welcher Perspektive blickt man auf

sie? Giulia Bernardi

→ ‹Resisting Images, Images Responding›, Coalmine – Raum für Fotografie, bis 31.10.

↗ www.fotografie.coalmine.ch

110 Kunstbulletin 11/2020


Rahima Gambo · Tatsuniya II, 2019, C-Print, Courtesy die Künstlerin

Eric Baudelaire · Also Known As Jihadi, 2017, Filmstill, Courtesy der Künstler und Galerie Barbara

Wien, Berlin © ProLitteris

BESPRECHUNGEN // WINTERTHUR 111


Dave Bopp — Die Chemie der Farbe

Die Malerei ist eines der Genres, die sich in den letzten Dekaden

immer wieder neu erfunden haben. Mit Dave Bopp zeigt die

Galerie Mark Müller einen Vertreter einer jüngeren Künstlergeneration,

die sich dem Topos des gemalten Bildes ohne Scheu

vor Traditionen und medialen Transaktionen widmet.

Zürich — Zunächst dominiert der Eindruck einer chemischen, ja fast alchemistischen

Reaktion, die auf den grossformatigen Bildträgern stattgefunden haben muss. Glatte

Oberflächen wechseln mit blasigen, krümeligen Texturen, glänzende Partien stossen

an matte; und auch die Farbflächen weisen unterschiedliche Binnenstrukturen auf,

teils geschlossen wie eine Haut, teils von Graten und Vertiefungen unterbrochen. Es

ist schwer, sich eine gestaltende Hand hinter diesen kosmografischen Bildern vorzustellen

– doch der erste Eindruck täuscht. Denn die Gemälde basieren auf einem

von Erfahrung und Überraschung geprägten Prozess, den Dave Bopp (*1988, Basel)

anhand von Warten und Überprüfen, von Auftrag und Tilgung letztlich sehr gezielt

steuert. So überlässt der Künstler bei diesem «gelenkten Zufall» eigentlich nur der

Farbe ihre Eigendynamik, setzt auf die katalytische Wirkung beim Nass-in-Nass-Auftrag.

Im weiteren Entstehungsverlauf kommen fotografierte und digital bearbeitete

Zwischenstadien als geplottete Maskierungen zum Einsatz, womit die Komposition

weiter vorangetrieben wird. Daraus erklärt sich auch, dass Bopp sich viel mehr als

«Moderator» seiner Malerei sieht denn als ihr gestaltender Urheber.

Neben diesen materialprozessualen Charakteristika fällt bei den ausgestellten

Arbeiten eine organisch-amorphe Komponente ins Auge. Seien es Wucherungen wie

bei ‹Astral Beast N° 2›, 2019, oder molekulare Teilungsabläufe wie bei ‹Mock Suns›,

2020: Die Bildräume scheinen erdgeschichtlichen oder evolutionsbezogenen Verläufen

verpflichtet, sie rufen Assoziationen vom Urknall, von Makro- und Mikrokosmos

wach. Trotz der teils subtil gesetzten Andeutungen von Landschaft ist den Bildern

eine latente Beweglichkeit zu eigen, als ob die Farbe noch immer nass wäre, sich

ständig kriechend über den Träger bewegen würde. Daraus resultiert auch der Anschein,

hier nichtmenschlichen «Bild-Orten» ausserhalb unseres Planeten zu begegnen.

Dass die Massstäblichkeit ebenso im Vagen verbleibt wie die Blickrichtung,

d.h. ob es sich um eine Ansicht oder Aufsicht handelt, ist als Geste einer offenen

Bildkonzeption zu werten, in der Zentrum und Ränder, Ausschnitt und Dimensionen

in Verhandlung begriffen sind. Dave Bopp entwickelt somit Bilder, die den Bezug zu

zeitgenössischen Visualisierungspraktiken ebenso thematisieren wie ihre genuine

Weltverbundenheit: als fluide Bildräume, in denen sich Vorne und Hinten verfilzen,

Stillstand und Bewegung als selbstgewählte Momente zutage treten. Irene Müller

→ ‹Dave Bopp – floating icebergs with a taste of antimatter crazy physics›, Galerie Mark Müller, bis

17.10., danach bleiben einige Werke in der Galerie, Besichtigung auf Absprache. ↗ www.markmueller.ch

112 Kunstbulletin 11/2020


Dave Bopp · Boulder, 2019 (li) und Mock Suns, 2020 (re), Mischtechnik auf Aluminiumverbundplatte,

230 x 190 x 4 cm (li), 200 x 200 x 4 cm (re), Ausstellungsansicht Galerie Mark Müller. Foto: Conradin Frei

Dave Bopp · Astral Beast N° 2, 2019 (li) und Debris, 2020 (re), Mischtechnik auf Aluminiumverbundplatte,

270 x 165 cm (li), 205 x 170 cm (re), Ausstellungsansicht Galerie Mark Müller. Foto: Conradin Frei

BESPRECHUNGEN // ZÜRICH 113


NOTIERT // KULTURPOLITIK

UNESCO-Komitee für immaterielles Kulturerbe

Bern — Die Schweiz wurde in das Komitee

der UNESCO für die Bewahrung des immateriellen

Kulturerbes gewählt. Zum ersten Mal

nimmt das Land während vier Jahren in diesem

Ausschuss aus 24 Staaten Einsitz. Als zentrales

Organ legt er die Strategien zur Bewahrung

und Vermittlung des lebendigen Kulturerbes

fest. Im Oktober 2014 hat der Bundesrat eine

Vorschlagsliste von acht lebendigen Traditionen

der Schweiz verabschiedet, die der UNESCO als

Kandidaturen für eine Aufnahme in die Repräsentative

Liste des immateriellen Kulturerbes

der Menschheit laufend vorgelegt werden.

Die 2012 veröffentlichte ‹Liste der lebendigen

Traditionen in der Schweiz› ist Herzstück der

Umsetzung des Übereinkommens. Neben den

naheliegenden Themen wie Alpinismus, Umgang

mit Lawinengefahr, Jodel und Uhrmacherhandwerk

werden auch Schweizer Grafikdesign

und Typografie aufgeführt, «die aufgrund einer

reichen Tradition, einer guten Wirtschaftslage

und eines hervorragenden Ausbildungsniveaus

einen hohen Stellenwert» geniessen.

Aufgelistet werden zudem Konsenskultur und

direkte Demokratie: «Das gesellschaftliche

Zusammenleben und das Funktionieren der

politischen Institutionen sind in der Schweiz

ohne Konsenskultur undenkbar. Nicht allein

Mehrheiten, sondern auch Minderheiten sollen

über allen Fortbestand und Wandel verhandeln

und bestimmen. Jede und jeder darf mitreden.»

Beim Blick auf die aktuelle weltpolitische Lage

scheint diese Konsenskultur – gerade weil sie

den Dissens mit einschliesst – wichtiger den je.

↗ www.bak.admin.ch

↗ www.lebendige-traditionen.ch

KUNSTRÄUME

Gagosian Gallery

Basel — Die Pop-up-Galerie während der letztjährigen

Art Basel scheint erfolgreich gewesen

zu sein. Jedenfalls hat der Galeriegigant Larry

Gagosian ebendort, wo er 2019 zusätzlich zur

Präsentation auf der Messe temporär einen

Ausschnitt seines Programms zeigte, nun einen

permanenten Standort eingerichtet. Die Galerie

am Rheinsprung ist der zweite Gagosian-

Ableger in der Schweiz: 2011 wurde bereits ein

Standort in Genf eröffnet. Damit zählt das 1980

gegründete Unternehmen nun insgesamt 17 Lokalitäten

weltweit, nebst mehreren Galerien in

New York betreibt Gagosian etwa auch solche

in Athen, Hongkong, Paris oder Rom. Unter

den rund 90 vertretenen Positionen findet sich

fast alles, was Rang und Namen hat auf dem

Markt – Francis Bacon, Jeff Koons oder Andy

Warhol, um nur wenige zu nennen. Die Eröffnungsausstellung

in Basel ist damit bescheiden

Rudolf Polanszky (*1951) gewidmet, der für

seine Malerei und Skulptur vor allem in seiner

Heimatstadt Wien einen wichtigen Beitrag zur

Kunstlandschaft leistet.

Gagosian Gallery, Basel, Aussenansicht

→ Rudolf Polanszky, bis 28.11.

↗ www.gagosian.com

Karma International

Zürich — Seit 2009 sind Karolina Dankow und

Marina Olsen mit ihrer Galerie Karma International

in Zürich tätig – und dies äusserst

erfolgreich: Früh waren sie auf der Liste und

bald auch auf der Art Basel vertreten, 2015

hatten sie mit Pamela Rosenkranz’ Beitrag für

den Schweizer Pavillon einen Auftritt an der

Biennale von Venedig. Im selben Jahr eröffneten

sie zudem eine Dépendance in Los Angeles.

Nun hat das Duo, dessen Programm seit jeher

mit vielen starken, weiblichen Positionen aufwartet,

einen zweiten Raum in Zürich eröffnet,

114 Kunstbulletin 11/2020


und zwar just gegenüber dem bestehenden

Hauptstandort an der Weststrasse 75: «Die

Krise ist für alle spürbar, aber wir wollten in

dieser Zeit nicht stagnieren, sondern uns weiterentwickeln»,

erklärt Dankow den Schritt, der

getätigt wird, während die LA-Räumlichkeiten

auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben.

Der anhaltende Lockdown und das ungewisse,

«brennende» Klima in den USA sind die Gründe

dafür. Man setzt nun auf lokales Engagement in

der Heimat und vertiefte Auseinandersetzung:

«Denn die Leute brauchen jetzt, wo sie weniger

reisen, umso mehr Inhalt.» Das doppelstöckige,

ehemalige Ladenlokal an der Weststrasse 70

wollen die Galeristinnen vielfältig nutzen,

sprich neben klassischen Ausstellungen auch

kürzer getaktete Shows, Performances, Musik-

Events oder Dinners darin realisieren.

Zürich — Über die Grenzen von Zürich hinaus

ist das Familienunternehmen enSoie vor allem

bekannt für Qualitätsdesign aus Seide und

Keramik. Nachdem nun der Kinderladen ‹petit

enSoie› ins Hauptgeschäft an der Strehlgasse

26 überführt wurde, wird das leer geräumte

Ladenlokal im Niederdorf kulturell bespielt:

Ausgewählte Künstlerinnen, Fotografen,

Musikerinnen oder Designer erhalten jeweils

eine Carte Blanche, um ein Projekt auf Zeit im

‹Rindermarkt 23› zu zeigen. enSoie fungiert

dabei als Gastgeber im Hintergrund und unterstützt

das jeweilige Vorhaben mittels Kommunikation

und einem Eröffnungsapéro. Die Wahl

der gezeigten Positionen liegt bei den Betreiberinnen

von enSoie – den drei Töchtern von

Firmengründerin Monique und dem Musiker

und Künstler Dieter Meier. Nach dem Auftakt

im September mit der Malerin Ariane Vonmoos

steht nun im November ein buntes Programm

mit Kunst von Andreas Lumineau, Musik von

Sophia Seemann und eigenen Keramiken von

enSoie-Mitbetreiberin Eleonore Meier an,

aber auch eine Trikot-Aktion des FC Seefeld

ist geplant. Weitere Programmpunkte werden

laufend auf der Website angekündigt.

Rindermarkt 23, Aussenansicht mit Hinterglasmalerei

von Ariane Vonmoos, 2020. Foto: Rafael

Palacio Illingworth

Karma International, Weststrasse 70,

Aussenansicht

↗ www.karmainternational.ch

→ Andreas Lumineau: bis 8.11.; Sophia

Seemann: 19.11.; Eleonore Meier: 19.–22.11.

↗ www.ensoie.com/rindermarkt-23

Rindermarkt 23

Galerie Bromer

Zürich — Die neue «Galeriemeile» an der

Rämistrasse beim Kunsthaus Zürich wächst

weiter: Jetzt hat auch die Galerie Bromer hier

einen zweiten Standort eröffnet. Seit 2011 im

bernischen Roggwil angesiedelt, fokussiert

Bromer einerseits auf die Klassische Moderne

mit Namen wie Ernst Ludwig Kirchner, Giovanni

Giacometti und Ferdinand Hodler. Andererseits

vertritt sie Positionen der Nachkriegsära und

der zeitgenössischen Kunst wie Günther Förg,

Richard Long oder Jonathan Meese. Neben

einem hauseigenen Verlag ist die Galerie auch

zuständig für die Bromer Art Collection, die

NOTIERT // KULTURPOLITIK / KUNSTRÄUME 115


is 2018 am Standort der Galerie in Roggwil

gezeigt wurde. Galeriegründer und Sammlungsinhaber

ist der Immobilienhändler und Kunstliebhaber

René Brogli, der nach einem zähen

Start seiner Sammlungspräsentation 2013 bald

vermehrt auf den Kunsthandel fokussierte.

Sein junges Galerieteam ist nun, trotz Corona-

Krise, motiviert für die Expansion nach Zürich,

da man eine breitere Öffentlichkeit anstrebt

und überzeugt ist, «dass Kunst und Kultur nicht

auf Stand-by gehalten werden dürfen». In den

ehemaligen Räumlichkeiten von Bächtold Sport

zeigt man als Erstes den Schweizer Maler und

Zeichner Rudolf Urech-Seon (1876–1959).

unter anderem Häusler Contemporary, Lange +

Pult und Von Vertes zugegen. Sie stellen in den

Sektoren ‹Contemporary Art› bzw. ‹Modern +

Post War› aus. Andere Sektoren fokussieren auf

Kooperationen von Galerien und/oder Kunstschaffenden

oder auf Galerien, die weniger

als zehn Jahre alt sind. In der geförderten Kategorie

‹New Positions› präsentieren Galerien

jüngere Positionen aus ihrem Programm, Nagel

Draxler mit Hauptsitz in Köln etwa zeigt den

Zürcher Künstler Pedro Wirz (*1981).

Galerie Kleindienst, Art Cologne 2019.

Galerie Bromer, Rämistrasse, Aussenansicht

→ Rudolf Urech-Seon, bis 19.12.

↗ www.galeriebromer.com

GROSSANLÄSSE

Art Cologne

Köln — Nachdem die Durchführung der Messe

im April aufgrund der Pandemie nicht möglich

war, soll die Art Cologne nun im November

unter Einhaltung von Schutzmassnahmen

stattfinden: Die Gänge zwischen den Messeständen

wurden verbreitert, die Preview

auf zwei Tage ausgedehnt und der Ticketkauf

ist ausschliesslich online mit vollständiger

Registrierung möglich. Bis Redaktionsschluss

haben nur rund 25 ursprünglich zugelassene

Galerien ihre Teilnahme zurückgezogen, sodass

die 54. Ausgabe der Kölner Messe mit 151 Ausstellern

aufwarten kann. Aus der Schweiz sind

→ 19.–22.11.

↗ www.artcologne.de

AUSSENPROJEKTE

Licht-Sicht

Bad Rothenfelde — Zum siebten Mal werden

die Mauern der ehemaligen Salzgewinnungsanlagen

in Bad Rothenfelde, die heute zur Kur als

Freiluftinhalatoren genutzt werden, zur Projektionsfläche

für Licht-, Medien- und Videokunst.

Seit 2007 im Zweijahresrhythmus durchgeführt,

hat die ‹Licht-Sicht› internationale Kunstschaffende

wie Ryoji Ikeda, William Kentridge

oder Sigalit Landau präsentiert. Das neue

Leitungsteam um den Medienkünstler Michael

Bielicky wird das Projekt als Triennale fortführen

und setzt für diese Ausgabe einen Fokus auf

«asiatisch konnotierte Kunst». Augmented Reality

und datengesteuerte Formate gehören da

selbstredend mit dazu. So wachsen dank Tami-

116 Kunstbulletin 11/2020


ko Thiel Seerosen aus unserem Handy, während

Simon Weckert und Philipp Weiser ein Abbild

unserer Körper über die Leinwand schweben

lassen. Die Amerikanerin Nathalie Bookchin

hingegen zeigt mit Fundmaterial aus dem

Internet einen filmischen Loop zu den amerikanischen

Protesten gegen Gewalt an Schwarzen.

Erstmals werden auf dem rund einen Kilometer

langen Kunstparcours zudem in Kooperation

mit verschiedenen Kunsthochschulen auch

studentische Arbeiten präsentiert.

auf eine nicht spezifizierte Währung verweist

und 1972 zum ersten Mal für Computer codiert

wurde. In einer schmiedeeisernen Umsetzung

ist es nun unauffällig an der rechten, oberen

Ecke der Wand platziert, die in einem Grau,

typisch für Computeranwendungen, gestrichen

ist. Ergänzt wird es mit Lettern, ebenfalls

aus Schmiedeeisen, die Begriffe wie «Prime»,

«Trust» oder «Estate» formen und dem Jargon

globalen Immobilienhandels entnommen sind.

Für das gesamte Jahr, in dem Kakons Installation

präsentiert wird, werden wöchentlich

neue, welkende Blumensträusse an die Arbeit

gesteckt. Diese performative Geste lässt die

institutionelle Aussenwand zu einer zeitgenössischen

Vanitas-Darstellung werden, zu

einer Gedenkstätte für einen uneindeutigen

Adressaten, der sich irgendwo im Abhängigkeitsverhältnis

zwischen Geld, Markt, Zeit und

Wert lokalisieren lässt.

Miao Xiaochun · Gyro Dance/Gyroskop-Tanz,

2017, datengesteuerte Animation, Licht-Sicht

2020. Foto: Angela von Brill

→ Gradierwerke, bis 21.2., Projektionen jeweils

ab 17.30 Uhr

↗ www.lichtsicht-triennale.de

Judith Kakon

Basel — Die Rückwand der Kunsthalle Basel

wurde bis 2016 in regelmässigen Abständen

mit Projekten von internationalen und

Schweizer Kunstschaffenden bespielt. Wegen

Umbauarbeiten musste dieser öffentliche Auftritt

der Institution bis 2019 pausieren. Nach

einem Projekt zum 180-Jahre-Jubiläum des

Basler Kunstvereins im vergangenen Jahr soll

die Plattform nun wieder im jährlichen Wechsel

von künstlerischen Positionen bespielt werden.

Den Auftakt machte im September die Installation

von Judith Kakon (*1980, Basel), deren

Titel das Symbol ¤ ist. Es ist ein Zeichen, das

Judith Kakon · ¤, 2020, Kunsthalle Basel

Rückwand. Foto: Gina Folly

→ bis 15.8.2021

↗ www.kunsthallebasel.ch

Basis Kunst und Bau

Bern — Kunst am Bau hat eine andere Präsenz

als Kunst in Ausstellungsräumen. Sie steht im

Dialog mit ihrem architektonischen Kontext

und bleibt an ihn gebunden. Sie setzt sich der

Öffentlichkeit aus und muss sich mit der Frage

konfrontieren, was Öffentlichkeit ist – ein Begriff,

der in unserer Gegenwart einem starken

Wandlungsprozess unterliegt. Meist finanziert

NOTIERT // KUNSTRÄUME / GROSSANLÄSSE / AUSSENPROJEKTE 117


durch die staatliche oder kommunale Hand –

durch einen bestimmten Prozentsatz der

Bausumme –, stand die Kunst im Kontext von

Architektur schon immer unter besonderem Legitimationsdruck.

Die Ausstellung ‹Basis Kunst

und Bau – Macharten von Ost bis West› in der

Stadtgalerie thematisiert die vielfältigen Herausforderungen

rund um Kunst im öffentlichen

Raum mit einem Blick auf das vergangene Jahrhundert

und aktuelle Projekte. Eine Auswahl

von Dokumentationen, Modellen und Originalen

aus den ehemals sozialistischen Staaten DDR

und ČSSR gibt Einblick in eine umfassende

Kunst-am-Bau-Praxis, die aus heutiger Sicht

reguliert erscheint, Kunstschaffenden aber

sehr weitreichende Kompetenzen zur Gestaltung

der «gesellschaftlichen Umwelt» gab.

Demgegenüber werden Einblicke in momentan

laufende und abgeschlossene Wettbewerbsverfahren

von Stadt und Kanton Bern ermöglicht

– darunter Beiträge von Pamela Rosenkranz,

Nino Baumgartner, Florence Jung und

anderen. Am zusätzlichen Ausstellungsort an

der Hochschule der Künste Bern werden solche

Projekte auch in den Kontext einer Tagung zur

Zukunft von Kunst und Bau eingebettet.

Kader Attia

Zürich — Den Heimplatz vor dem Kunsthaus

Zürich überwacht neu ein Janusgesicht: Der

zwei Meter hohe «Kopf» mit seinen zwei

kriegsversehrten Antlitzen – eines vorne, eines

hinten – stammt von Kader Attia, dessen Soloschau

im Kunsthaus noch bis Mitte November

läuft (→ Kunstbulletin 10/2020, S. 44–51). Dort

zu sehen sind auch jene Holzbüsten, die Attia

von traditionellen Kunsthandwerkern in Afrika

nach Fotografien von kriegsversehrten Veteranen

des Ersten Weltkriegs herstellen liess. Eine

dieser Büsten ging 2015 in die Sammlung des

Kunsthauses Zürich ein. Nun hat der französische

Künstler mit algerischen Wurzeln nach

ähnlichem Prinzip erstmals und speziell für das

Kunsthaus eine Plastik für den Aussenraum

realisiert. Der Aluminiumguss wurde in der

Kunstgiesserei St. Gallen produziert und vom

norwegischen Mäzen Christen Sveaas gestiftet.

‹Janus› zeigt das vernarbte Gesicht eines

Afrikaners und eines Franzosen und verweist

damit – wie vieles bei Attia – auf die Kolonialgeschichte:

Im Ersten Weltkrieg nämlich kamen

rund 200’000 «Tirailleurs sénégalais» als Teil des

französischen Heers ums Leben. Zwar fehlt also

ein direkter Bezug zur Schweiz in diesem Monument,

doch erinnert die Skulptur in allgemeingültigem

Sinne an die blinden Flecken der westlichen

Geschichtsschreibung und an die Gewalt,

die Menschen an einander und besonders an

Schwarzen Menschen bis heute ausüben.

Karl-Heinz Adler, Friedrich Kracht · serielles

Formsteinsystem, 1973, Berlin. Foto: Archiv

Genossenschaft Kunst und Bau

→ Stadtgalerie Bern, bis 5.12.; Podium mit

Rachel Mader, Hannah Weinberger u.a.: 20.11.

→ Hochschule der Künste: Vernissage 12.11.

und 4.12., Ausstellung bis 19.12., Tagung 5.12.

↗ www.bakub.org

Kader Attia · Janus, 2020, Installationsansicht

Heimplatz Zürich © ProLitteris. Foto: Kunsthaus

Zürich/Franca Candrian

↗ www.kunsthaus.ch

118 Kunstbulletin 11/2020


PREISE

Pax Art Award

Basel — Bereits zum dritten Mal wurden im

September die Pax Art Awards vergeben. Damit

ehrt und fördert die Art Foundation Pax in

Kooperation mit dem Haus der elektronischen

Künste HeK in Basel Schweizer Positionen der

Medienkunst. Der Hauptpreis geht 2020 an das

Basler Künstlerduo Studer/van den Berg für sein

langjähriges, breites Schaffen, das sich stets

durch die einzigartige Nutzung von digitalen

Werkzeugen ausgezeichnet hat. Ihre digitalen

Settings sind geprägt von typisierten Formen

einer einfachen oder amorphen Natur, in denen

Fantasien über eine von technischer Innovation

durchdrungene Umwelt mitschwingen. Monica

Studer (*1960) und Christoph van den Berg

(*1962) fragen damit unter anderem danach, wie

weit die Technologie in die Darstellung des Realen

einfliessen oder sich Natur in einer unwirklichen

Verbindung mit Technologie manifestieren

kann. Ihr Preisgeld von CHF 30’000 fliesst zur

Hälfte in einen Werkankauf für die Sammlung

der Art Foundation Pax. Nach demselben Prinzip

wurden auch zwei weitere Preise à je CHF 15’000

an junge aufstrebende Medienkunstschaffende

vergeben. Die gebürtige Rumänin Maria Guta

(*1983) überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit,

die auf Mechanismen der Selbstdarstellung

fokussiert und Möglichkeiten und Grenzen von

Fotografie, Performance, Installation, sozialen

Medien und immersiven digitalen Werkzeugen

auslotet. Daneben wurde die Zugerin Simone C.

Niquille (*1987) prämiert. In mehreren Langzeitprojekten,

die sowohl tiefgreifende Forschungsinitiativen

als auch freche, ästhetische Versuche

seien, untersucht sie, wie sie selbst sagt, «die

Digitalisierung der Biomasse».

Studer/van den Berg; Maria Guta. Foto: Ladina

Bischof; Simone C. Niquille

Förderpreis Kunstwissenschaft VKKS

Bern — Dank Unterstützung der Alfred Richterich

Stiftung, Laufen, kann die Vereinigung

der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker

in der Schweiz VKKS jährlich zwei Förderpreise

vergeben. Den ‹Senior›-Preis erhält dieses Jahr

Sonja Gasser (*1985), die seit 2020 als Doktorandin

und wissenschaftliche Mitarbeiterin an

der Universität Bern tätig ist und seit 2012 auch

regelmässig für das Kunstbulletin schreibt.

Ihre Dissertation zum Thema ‹Visualization

and Communication of Digitized Collections of

Art – Visual Culture at the Intersection of Art

History and Media Technology› hat sie 2014 an

der LMU München im Schwerpunkt Digitale

Kunstgeschichte begonnen. Von 2017 bis 2020

war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der

Grafischen Sammlung des Kunsthauses Zürich.

Den mit CHF 6000 dotierten Förderpreis erhält

Gasser für den Text ‹Das Digitalisat als Objekt

der Begierde – Anforderungen an digitale

Sammlungen für Forschung in der Digitalen

Kunstgeschichte›, der als Teil des Tagungsbandes

‹Objekte im Netz› im transcript-Verlag open

access erscheint. Wir gratulieren herzlich!

Sonja Gasser

→ Preisverleihung: 12./14.11., Universität

Freiburg, im Rahmen des 19. Schweizer Nachwuchskolloquiums

für Kunstgeschichte

Willy Reber Kunstpreis 2020

Chur — Seit 2007 wird der Willy Reber Kunstpreis

in der Regel alle zwei Jahre im Bündner

Kunstmuseum Chur vergeben, um das Gesamtwerk

einer in der Schweiz lebenden Position der

bildenden Kunst zu ehren. Dieses Jahr geht die

CHF 30’000 starke Auszeichnung an Annelies

Štrba (*1947, Zug). Die ausgebildete Fotografin

wurde bekannt für ihre Schwarzweissfotos mit

NOTIERT // AUSSENPROJEKTE / PREISE 119


Motiven aus dem eigenen Familienleben. Ihre

Kinder waren die bevorzugten «Modelle». Um

2000 begann Štrba, ihre Aufnahmen farblich

und motivisch zu bearbeiten und digital zu

verändern. «Sie schafft damit geheimnisvolle,

mystische Bilder, welche für den aufmerksamen

Betrachter eine Entdeckungsreise bilden», heisst

es vonseiten der Jury. Annelies Štrba ist nach

Pipilotti Rist die zweite Künstlerin, die mit dem

Preis geehrt wird. Frühere Preisträger waren

Hans Ruedi Giger, Corsin Fontana, Franz Gertsch,

Rolf Iseli und Beat Zoderer. In der Regel erwirbt

die Willy Reber Stiftung, die an den gleichnamigen

Bündner Maler erinnert, auch eines oder

mehrere Werke der ausgezeichneten Position

und überlässt sie Museen zur Präsentation.

Gastjurorin Susanne Pfeiffer vom Museum für

Moderne Kunst Frankfurt. Das Preisgeld von

max. € 100’000 fliesst in einen Werkankauf für

die Sammlung des Museums Ludwig, das dem

Künstler wie üblich eine Präsentation und Publikation

widmet. Von Odenbach wird das exklusive

Konvolut der ‹Schnittvorlagen› erworben, eine

Art fortlaufendes Bildarchiv und gleichzeitig

aktuelle Arbeitsgrundlage des Künstlers.

Marcel Odenbach. Foto: Albrecht Fuchs, Courtesy

Galerie Gisela Capitain, Köln.

→ Preisverleihung: 16.11., Museum Ludwig

Women in Business

Annelies Štrba. Foto: Bernhard Schobinger

Wolfgang-Hahn-Preis 2021

Köln — Alljährlich ehrt die Gesellschaft für Moderne

Kunst mit dem Wolfgang-Hahn-Preis eine

Position der deutschen Gegenwartskunst, die

international erfolgreich ist, in Deutschland aber

eher noch wenig beachtet. Marcel Odenbach

(*1953) ist diesjähriger Gewinner. Der gebürtige

Kölner gilt als wichtiger Vertreter der Videokunst,

die er parallel zu Collagen und Zeichnungen

seit Mitte der 1970er-Jahre weiterentwickelt.

Er studierte Architektur, Kunstgeschichte

und Semiotik an der Technischen Hochschule in

Aachen und lehrt seit den 1990er-Jahren auch

an internationalen Kunsthochschulen – aktuell

in Düsseldorf. Sein Schaffen dreht sich um Fragen

der Identität im Kontext von Gender, Klasse

und Ethnie. «Experimentell in der Form sowie

theoretisch fundiert schafft Odenbach Werke,

die historische Verbindungslinien zwischen

Kolonialismus und Globalisierung wie auch

die Gewalt des Normativen und der Repräsentation

offenlegen und spürbar machen», sagt

Luzern — Fanni Fetzer, die seit 2011 als Direktorin

des Kunstmuseums Luzern amtet, gehört

zu den ‹Top 100 Women in Business›. Ebenfalls

aus dem Bereich der Kunst rangieren in dieser

Runde die Künstlerin Pipilotti Rist sowie Cathérine

Hug, Kuratorin am Kunsthaus Zürich. Zu

diesem Schluss kommt die Zeitschrift ‹Women

in Business›, die jährlich die 100 erfolgreichsten

Frauen aus der Schweizer Kultur, Wirtschaft und

Wissenschaft kürt. «In unseren Top 100 möchten

wir eine Bandbreite weiblicher Karrieren präsentieren,

die zeigt, dass Frauen in allen Bereichen

herausragende Leistungen erbringen und

Verantwortung übernehmen. Diese 100 Frauen

stehen stellvertretend für all die anderen Leistungsträgerinnen

in der Schweiz», heisst es von

Seiten des Magazins. Wir gratulieren herzlich!

Fanni Fetzer. Foto: Marc Latzel

Cathérine Hug. Foto: Caroline Minjolle

Pipilotti Rist, 2012. Foto: Gian Marco Castelberg

120 Kunstbulletin 11/2020


Manor Kunstpreis St. Gallen 2021

St. Gallen — Martina Morger (*1989, Vaduz)

ist Trägerin des nächsten Manor Kunstpreises

St. Gallen. Nach einem Studium in Medienwissenschaften

an der Universität Zürich

erlangte die in Balzers und Zürich lebende

Performance- und Multmediakünstlerin einen

Bachelor an der Zürcher Hochschule der Künste

und schliesslich 2019 einen Master an der

Glasgow School of Arts. Sie hatte in den letzten

Jahren europaweit Auftritte und Ausstellungsbeteiligungen

und ist zudem Co-Kuratorin des

Performance-Festivals ‹steroskop_› sowie des

Projekts ‹Perrrformat›. In ihrer Arbeit hinterfragt

Morger gesellschaftliche sowie ökonomische

Arbeits- und Lebensbedingungen,

insbesondere die Stellung der Frau und der

Künstlerin in der zeitgenössischen kapitalistischen

Gesellschaft. «Soziale Missstände

benennt sie beharrlich und überführt grundlegende

Fragestellungen unseres Daseins in

teils körperlich verausgabende, teils verstörende

Performances», so die Medieninformation.

Einhergehend mit dem Förderpreis von

CHF 15’000, der von der Manor AG jährlich in

verschiedenen Schweizer Städten vergeben

wird, erhält Morger 2021 eine Einzelausstellung

im Kunstmuseum St. Gallen.

gefragt, die sich mit dem Thema ‹grenzenlos›

in all seinen verschiedenen Facetten befassen.

Die Bildergeschichte sollte maximal vier A4-

oder A3-Blätter umfassen und postalisch an

die Veranstalter geschickt werden. Die 40 bis

50 nominierten Arbeiten werden am Festival im

Frühjahr 2021 ausgestellt und die nicht nominierten

Arbeiten in Mappen gezeigt.

→ Eingabeschluss: 4.1.2021

↗ www.fumetto.ch

Atelierstipendien 2021 und 2022

St. Gallen — Die visarte.ost und die Hedwig-

Scherrer-Stiftung schreiben zwei viermonatige

Atelieraufenthalte in der Cité Internationale

des Arts in Paris aus. Start der Residency ist

entweder November 2021 oder März 2022.

Kunstschaffende mit Heimatort oder Wohnsitz

(seit mindestens zwei Jahren) in den Kantonen

Thurgau, St. Gallen, beiden Appenzell oder

dem Fürstentum Liechtenstein können sich

mit einer digitalen Dokumentation ihrer Arbeit

und einer Projektskizze für den Parisaufenthalt

bewerben. Für Mitglieder von visarte.ost wird

der Aufenthalt unterstützt durch ein Stipendium

von CHF 3000 von der Hedwig-Scherrer-

Stiftung und die Übernahme der von der Cité

in Rechnung gestellten Nebenkosten (ca.

CHF 2500) durch die visarte.ost.

→ Eingabeschluss: 13.12.

↗ www.visarteost.ch

Martina Morger. Foto: Wei Zhang

AUSSCHREIBUNGEN

Fumetto

Luzern — Das bald dreissigjährige Comic-Festival

Fumetto schreibt erneut seinen Wettbewerb

aus. Er soll Comic-Schaffenden die

Möglichkeit bieten, sich einem internationalen

Vergleich zu stellen und der breiten Öffentlichkeit

zu präsentieren. Dieses Mal sind Comics

28. Internationales Trickfilmfestival

Stuttgart — Im Mai 2021 wird das Internationale

Trickfilmfestival ITFS zum 28. Mal durchgeführt.

Ab sofort stehen fünf verschiedene Wettbewerbskategorien

auf internationaler Ebene für

Bewerbungen offen: der ‹Internationale Wettbewerb›

für animierte Kurzfilme, der Studentenfilm-Wettbewerb

‹Young Animation›, ‹Tricks

for Kids› mit Zielpublikum Kind, ‹AniMovie› für

animierte Langfilme sowie der ‹Trickstar Nature

Award› als Wettbewerb für kurze Trickfilme, die

sich mit den Themen Klimaschutz, Artenvielfalt,

NOTIERT // PREISE / AUSSCHREIBUNGEN 121


Umwelt und Nachhaltigkeit auseinandersetzen.

In allen Kategorien sind Filme zugelassen, die

nach dem 1. Oktober 2019 fertiggestellt wurden.

→ Eingabeschluss: 1.12.

↗ www.itfs.de/branche

Adolf Dietrich-Förderpreis

Weinfelden — Die Thurgauische Kunstgesellschaft

vergibt im Dezember 2021 den 19. Adolf

Dietrich-Förderpreis. Der Preis ist mit

CHF 15’000 dotiert und verbunden mit einer

Ausstellung im Kunstraum Kreuzlingen. Angesprochen

sind junge Kunstschaffende, die eine

enge Beziehung zum Thurgau pflegen oder in

der Region Konstanz-Singen wohnhaft sind. Die

Bewerbung mit einem aktuellen Dossier (max.

20 Seiten, 12 MB) erfolgt per E-Mail an das Sekretariat

der Thurgauischen Kunstgesellschaft.

→ Eingabeschluss: 31.1.2021

Architecture Matters

Zürich — Die diesjährige Architekturbiennale

von Venedig wurde wegen der Pandemie auf

2021 verschoben. Als Organisatorin des Schweizer

Beitrags lanciert die Kulturstiftung Pro

Helvetia daher die Ausschreibung ‹Architecture

Matters›: Sie unterstützt mit einem einmaligen

finanziellen Beitrag Projekte, die jenseits akademischer

Forschung zur Reflexion, Recherche

oder Vermittlung von Architekturthemen

beitragen. Angesprochen sind Architektinnen

und Architekten sowie Personen verwandter

Berufsgruppen, welche die Schweizer Staatsbürgerschaft

besitzen oder hier ihren ständigen

Wohnsitz haben. Auch Institutionen wie Museen

oder Architekturforen können sich bewerben.

→ Eingabeschluss: 1.11.

↗ www.prohelvetia.ch

The Missing Link

Zürich — Zum achten Mal schreibt das Psychologische

Seminar der Universität Zürich

seinen biennal vergebenen Preis ‹The Missing

Link› aus. Er wird für neuere wissenschaftliche

Arbeiten, Projekte und Kunstwerke vergeben,

die auf einem interdisziplinären Austausch

zwischen der Psychoanalyse und einem anderen

Gebiet der Wissenschaft oder der Kultur

beruhen. Entscheidend ist, dass der Austausch

gegenseitig ist. In der Vergangenheit wurden

bereits mehrfach auch künstlerische Projekte

prämiert. In Aussicht stehen ein Hauptpreis à

CHF 5000 sowie ein Förderpreis für Personen

bis zum 35. Lebensjahr à CHF 2000.

→ Eingabeschluss: 28.2.2021

↗ www.psychoanalyse-zuerich.ch/missinglink

DIES UND DAS

Bone 2020 – Bern, ein Modell

Bern — ‹Bone›, das Berner Festival für

performative Tendenzen in der Gesellschaft,

würdigt in der diesjährigen Ausgabe die

bernische Ausprägung des «Common Sense».

Der Fokus liegt also auf Gemeinschaft und auf

Interaktion, die am «Modell Bern» erprobt wird.

Verschiedene nationale und internationale

Kunstschaffende – darunter Séverin Guelpa,

Florence Jung oder Christian Ratti, waren im

August 2020 eingeladen, eine Woche in Bern zu

verbringen und zwischen Burgerspital und

Reitschule, zwischen Stand und Aufstand eine

Ahnung von Berns «Bestand» zu entwickeln.

Den Themen ihrer künstlerischen Arbeit

entsprechend, waren sie bei sogenannten

Informantinnen und Informanten des Festivals

einquartiert. In täglichen Treffen tauschten sie

sich untereinander aus. Daraus ergaben sich 26

Szenarien. Während des Festivals im November

werden diese Szenarien mit «Strategien des

Zeigens und konspirativen Verbergens»

akzentuiert. Die Bernerinnen und Berner

werden das Festival also quasi selbst performen.

Als imaginäre Spielfigur führte die

Festival-Leitung (bestehend aus der Kunsthistorikern

Sibylle Omlin und dem Künstler San

Keller) zudem «Bernhard» ein, der das

122 Kunstbulletin 11/2020


Publikum auf das Beständige, das unverändert

Bewährte hinweisen und dafür sorgen wird,

dass dieses geschätzt wird.

Bern, Aareschlaufe aus der Vogelperspektive.

Foto: Bern Welcome

→ 23.–28. November 2020

↗ www.bone-performance.com

Remo Wiegand · Die Verkehrsinsel, 10.8.2017,

Performance. Foto: Katja Wissmiller

→ Ateliereinblick BiglerWeibel und Artists Talk:

4.11., 19.30 Uhr

→ Festival: 6./7.11.

↗ www.migma.ch

migma Performancetage

Emmenbrücke/Luzern — Seit 2009 findet alle

ein bis drei Jahre an wechselnden Orten im

Umkreis von Luzern das Performancefestival

migma statt. Die diesjährige 15. Ausgabe

breitet sich an drei Tagen auf der zwischengenutzten

Baubrache NF49 in Emmenbrücke aus

und macht diesen Umstand zu ihrem Motto:

‹Zwischen da und nutzen› heisst der Titel der

Veranstaltung, an der explizit vor allem auch

junge Schweizer Performerinnen und Performer

eine Plattform erhalten. Gezielt wurden zudem

einige Luzerner und ausländische Positionen

eingeladen. Wie immer werden alle möglichen

Ausprägungen der Performancekunst zu sehen

sein. Zudem wird neu dieses Jahr ein Performance-Bazar

realisiert, bei dem verschiedene

Langzeitperformances parallel ablaufen und das

Publikum nach Belieben «häppchenweise» in

mehrere Auftritte hineinschauen kann. Bereits

im Vorfeld der Veranstaltung bietet das Duo

BiglerWeibel, das derzeit im ‹Kulturellen Winkel›

in Luzern residiert und ebenfalls bei migma auftritt,

Einblick in sein Atelier, gefolgt von einem

Talk mit verschiedenen Kunstschaffenden des

Festivals zum diesjährigen Leitthema.

Festival Belluard Bollwerk International

Freiburg — Normalerweise ist die mittelalterliche

Festung in Freiburg im Sommer während

zehn Tagen ein Schauplatz für Theater, Tanz,

Performance und Musik. Doch dieses Jahr ist

nicht «normal», Grossveranstaltungen waren

im Sommer nicht möglich, und so hat das

transdisziplinäre ‹Festival Belluard Bollwerk

International› kurzerhand einen ‹Plan BB› auf

die Beine gestellt: Einige der ursprünglich

geplanten Produktionen werden abgewandelt

an verschiedenen Orten in der Schweiz gezeigt.

Erste Aufführungen konnten bereits im Juli und

August stattfinden, das Herbstprogramm enthält

unter anderem «eine bodenlose Reise in

die Tiefen der Subjektivität» mit dem Performer

Philippe Wicht oder ein neues Werk von Davide-

Christelle Sanvee (*1993), die letztes Jahr den

Performancepreis Schweiz gewonnen hat:

Unter dem Titel ‹Être la fortresse› untersucht

die schweizerisch-togolesische Künstlerin Zusammenhänge

zwischen Raum, Geschichte und

Identität. Zudem ist die französische antirassistische

Feministin Françoise Vergès für einen

Vortrag in der Kunsthalle Fri Art zu Gast.

NOTIERT // AUSSCHREIBUNGEN / DIES UND DAS 123


Genf — Zum zehnten Mal wird der Performancepreis

Schweiz vergeben, der jährlich an

wechselnden Standorten ausgetragen wird –

dieses Jahr im Genfer Theater Le Grütli. Sieben

künstlerische Positionen dürfen im Finale

des zweistufigen, offenen Wettbewerbs ihre

Performances vorstellen: Gabriele Garavaglia

(*1981), Monica Klingler (*1958) und Claudia

Barth (*1987) aus Zürich, das Basler Duo

Dorota Gawęda (*1986) und Eglė Kulbokaitė

(*1987) sowie Dorian Sari (*1989), ebenfalls

aus Basel, und die in Genf wohnhafte Jessica-

Maria Nassif (*1990). Ihnen stehen der Jurypreis

zu CHF 30’000 sowie ein Publikumspreis

zu CHF 6500 in Aussicht. Pandemiebedingt ist

die Platzzahl für die einzelnen Aufführungen

beschränkt, doch werden die meisten von ihnen

zweimal durchgeführt, womit sich die Veranstaltung

erstmals auf zwei Tage erstreckt. Am

Sonntagabend wird nach der Preisvergabe das

10-Jahre-Jubiläum des Prerformancepreises

gefeiert mit Konzerten von Les Nibardes &

Lucien und Les Reines Prochaines.

Leila Niederberger & Ilaria Vinci · Sunday Was

Already Today, Ausstellungsansicht WallRiss,

2020, Plan BB, Belluard Bollwerk

→ Philippe Wicht: Fri-Son, 5./6.11.; Davide-

Christelle Sanvee: Ancienne Gare 21.11.;

Françoise Vergès: Fri Art, 4.12.; weitere

Programmpunkte s. Website

↗ www.belluard.ch

Performancepreis Schweiz

Manifesto Reflex Collective · Shift The

Manifesto, 2019, Performancepreis Schweiz,

Aargauer Kunsthaus. Foto: Emmanuelle Bayart

→ Le Grütli, 31.10.

↗ www.performanceartaward.ch

↗ www.grutli.ch

Galerienwochenenden

Genf/Zürich — In den beiden städtischen

Zentren der West- und der Deutschschweiz

findet im Herbst traditionsgemäss ein Kunstbeziehungsweise

Galerien-Wochenende statt.

Am ersten November-Wochenende öffnen die

Institutionen, Kunsträume und Galerien, die

sich dem 2019 formierten Netzwerk genève.

art angeschlossen haben, ihre Türen. Mit

dabei sind nebst sämtlichen grösseren Genfer

Museen unter anderem die Galerien Laurence

Bernard, Skopia oder Xippas. Auch Führungen

auf Anmeldung sind vorgesehen. In Zürich wird

das Wochenende Mitte November seit 2011

vom Verein Die Zürcher Galerien dzg organisiert.

Galerien in der ganzen Stadt laden zu

Ausstellungsbesuchen, Vernissagen und Veranstaltungen,

darunter Brigitte Weiss, Lange +

Pult oder Mark Müller. Der Verein betont, dass

die Initiative in diesem besonderen Jahr auch in

der Hoffnung veranstaltet wird, coronabedingte

124 Kunstbulletin 11/2020


wirtschaftliche Einbussen abzufedern, und gibt

zu bedenken, dass gerade die Programmgalerien

«einen erheblichen Beitrag zur Förderung

von Künstlern und Künstlerinnen» leisten. Viele

von ihnen würden der aktuellen Krise mit kreativen

Ideen und noch stärkerem Engagement

begegnen. Die Medieninformation schliesst mit

einem Appell, dem wir uns nur anschliessen

können: «Alle sind aufgerufen, sich in diesen

gesellschaftlich und wirtschaftlich schwierigen

Zeiten zur Kunst zu bekennen.»

→ Week-end genève.art: 31.10./1.11.

↗ www.geneve.art

→ Galerien-Wochenende Zürcher Galerien:

21./22.11., jeweils 14–17 Uhr ↗ www.dzg.ch

Maya Rochat — Language of Color

Olten — Mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft

für die Kunst betreibt der frühere Marketing-

und Verkaufsfachmann Christoph Oeschger,

der auch als Musiker auftritt, seit 2018 das

Label ‹Nomadic Art Projects›. An wechselnden

Orten, im öffentlichen Raum oder in alternativen

Ausstellungsräumen, realisiert er Projekte

mit Schweizer, aber auch internationalen

Kunstschaffenden. Aktuell dient ein vorübergehend

leerstehendes Kleidergeschäft in Olten

als Ausgangspunkt für eine raumgreifende Installation

der Lausanner Künstlerin Maya Rochat

(*1985). In ihren farbstarken Werken verschmelzen

Überlagerungen von Fotografie, Malerei,

Video, Performance und Installation zu einem

nahezu psychedelischen Gesamterlebnis. Es

sind fantastische Farbwelten anorganische und

organische Materie – vielleicht Gesteine oder

Magma –, die laufend zu mutieren scheint. Die

suggestive Wirkung ihrer Rauminstallationen

in Olten wird durch einen meditativen Musikhintergrund

noch verstärkt. Mit ‹Language of

Color› wollen der Ausstellungsmacher und die

Künstlerin «in dieser belasteten Zeit möglichst

vielen Menschen ein weites und nachhaltiges

Zeitfenster öffnen, das Angst vergessen und

Hoffnung aufkommen lässt».

Maya Rochat · Fluid Desires, 2020,

Ausstellungsansicht Nest, Niederlande

→ Baslerstrasse 9, 31.10.–12.12.

↗ www. nomadicartprojects.com

Aware — Digitales Künstlerinnenlexikon

Paris — «In the history of art, women artists

are under-represented, if not completely

absent in art books, exhibitions and museum

collections», so steht es auf der Website der

Non-Profit-Organisation ‹Aware› (Archives of

Women Artists, Research and Exhibitions). Aus

diesem Missstand heraus gründete die Pariser

Kunsthistorikerin Camille Morineau 2014 die

Organisation mit dem doppeldeutigen Namen.

Fünfzig Mitarbeitende, Vollzeitangestellte,

Volunteers, Studierende und Vertreter*innen

wichtiger Kunstinstitutionen recherchieren, indexieren

und dokumentieren seither das Leben

und das Werk internationaler Künstlerinnen

des 20. Jahrhunderts. Ihre Kernaufgabe liegt

bei der digitalen Aufbereitung in Text, Bild und

Ton, was online mit Kunstkritiken, Reportagen,

Magazinbeiträgen und nützlichen Links ergänzt

wird. Ein Dokumentationszentrum, die Durchführung

von Symposien, Preisausschreibungen

und Museumsbesuchen decken den analogen

Teil ab. Sucht man auf der Website nach Künstlerinnen,

erfolgt dies aufgrund von Namen,

Land, Kunstgattung oder Zeitabschnitten. Aus

der Schweiz sind beispielsweise 17 Künstlerinnen

vertreten, etwa Hannah Villiger oder Sophie

Taeuber, aber auch Gegenwartskünstlerinnen

wie Silvia Bächli oder Gerda Steiner. Wert legt

NOTIERT // DIES UND DAS 125


man nicht nur auf Künstlerinnen aus Europa

und den USA, sondern insbesondere auch auf

solche aus dem osteuropäischen, asiatischarabischen

und südamerikanischen Raum, wo

noch grosse Dokumentationslücken klaffen.

In Zusammenarbeit mit dem Musée d’Orsay

selektioniert ein wissenschaftliches Komitee

dreimal pro Jahr die Vorschläge fürs Onlinelexikon.

Bis heute sind 660 Porträts aufgeschaltet.

Noch warten Tausende Künstlerinnen

des 20. Jahrhunderts auf einen Eintrag in der

Kunstgeschichte. Work in progress. FS

In der aktuellen Ausstellung sind Arbeiten von

Avantgarde-Künstlern wie Giovanni Giacometti

oder Max Gubler, aber auch jüngere Positionen

wie Claudia Comte, Tatiana Gerhard, Florian

Graf oder Daniel Karrer vertreten. Die Ausstellung

widmet sich vier Themenbereichen: der

Architektur, der Landschaft, der geometrischen

Ästhetik sowie der menschlichen Gestalt. Zudem

hat das Musée d’art de Pully vier Deutschschweizer

Kunstschaffende eingeladen, Werke

speziell für diese Ausstellung zu realisieren: So

setzen nun Albrecht Schnider, Monica Ursina

Jäger, Andriu Deplazes und Beni Bischof mit

ihren Arbeiten Akzente.

Sophie Taeuber-Arp in ihrem Atelier in Strassburg

um 1926. Foto: Aware – Archives of Women

Artists, Research and Exhibitions.

↗ www.awarewomenartists.com

Perspectives — Helvetia-Kunstsammlung

Pully — Im wohlhabenden Lausanner Vorort

Pully hat sich das Musée d’art der Förderung

von nationaler Kunst verschrieben. Nun gibt es

in der Ausstellung ‹Perspectives› Einblick in die

beachtliche Kunstsammlung der Helvetia Versicherung.

Angelegt seit den 1940er-Jahren und

zunächst fokussiert auf Malerei, hat sich das

Unternehmen, das auch jährlich einen Kunstförderpreis

vergibt, in seiner Sammlertätigkeit

nach und nach den Neuen Medien, der Skulptur

und der Fotografie geöffnet. Heute umfasst die

Sammlung mehr als 2000 Arbeiten und fächert

über ein Jahrhundert der Schweizer Kunst auf.

Thomas Huber · Farbiger Saal, 2006

© ProLitteris

→ Musée d’art, bis 6.12.

↗ www.museedartdepully.ch

Marinka Limat

Schweiz — Auf ihrer «Kunst-Pilger-Reise» von

Kassel nach Athen 2017 hatte die Freibuger

Performancekünstlerin Marinka Limat (*1983)

von Menschen, die ihr begegneten, Gegenstände

mit auf den Weg bekommen. Ausgehend

von diesen alltäglichen Objekten – gleichsam

Erinnerungsspeicher für das flüchtige Begegnungsmoment

– entfaltet die Künstlerin nun in

einem Buch in 44 poetischen Episoden einen

eigenwilligen Reisebericht. Ergänzt werden

diese Miniaturen durch Fussnoten in Form

von Kommentaren, Erwiderungen und Gedanken

von André Vladimir Heiz, Theoretiker und

Dozent an der F+F in Zürich. ‹L’étincelle – Vers

l’art à pied› oder ‹Funken – Zu Fuss zur Kunst›

126 Kunstbulletin 11/2020


heisst der zweisprachige Band, mit dem die

Künstlerin nun auch auf Lesereise geht: Begleitet

von einer dialogischen Lese-Performance

zwischen Limat und Heiz wird das Buch in den

kommenden Monaten an unterschiedlichen

Orten in der Schweiz vorgestellt.

gehen kann oder will: Via Fantoche-App und

der Augmented-Reality-Funktion Magic Eye

können alle Gewinnerfilme auch von zuhause

aus angeschaut werden.

Niki Lindroth von Bahr · Something to Remember,

SE 2019, ‹Best Film›, Fantoche 2020

→ mehrere Daten und Orte, bis Mai 2021

↗ www.fantoche.ch

Kurzfilmtage Winterthur

Objekte aus Marinka Limats Performance

‹Kunst-Pilger-Reise 3 (Kassel-Athen zu Fuss,

2017)›. Foto: Andy King

→ Buchpräsentation und Lese-Performance:

Musée jurassien des arts, Moutier, 8.11.;

Murten Museum, 12.11.; Centre Pasquart,

Biel, 8.1.2021; weitere Daten in Planung

↗ www.marinkalimat.ch

↗ www.edition-clandestin.ch

Fantoche — Best of Tour

Schweiz — Trotz Corona konnte die Jubiläumsausgabe

des Fantoche Festival für Animationsfilm,

das dieses Jahr 25 wurde, im September

stattfinden. Wer es verpasst hat, erhält dank

der ‹Best of Tour› nun die Möglichkeit, die

prämierten Filme doch noch zu sehen: In

15 Schweizer Städten wird seit Oktober eine

Auswahl der besten animierten Kurzfilme aus

dem Internationalen, dem Schweizer und dem

Kinderfilm-Wettbewerb präsentiert. Die Tour ist

gegliedert in zwei Programmblöcke, einen für

Erwachsene ab 16 Jahren und einen für Kinder

ab sechs. Und wer in diesem Jahr nicht ins Kino

Winterthur — Pandemiebedingt wird die

24. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmtage

Winterthur «in hybrider Form» durchgeführt:

Neben lokalen Screenings, etwa des Internationalen

und des Schweizer Wettbewerbs, werden

ausgewählte Programme online gezeigt. Installationen

und Interventionen loten die künstlerischen

Möglichkeiten des Kurzfilms aus, und

erstmals tritt das Festival auch im öffentlichen

Raum Winterthurs in Erscheinung, etwa mit

Screenings im Stadtpark. Informations- und

Weiterbildungsangebote sowie Vernetzungsplattformen

für die Branche werden hingegen

komplett in den digitalen Raum verlegt, was

eine internationale Teilhabe gewährleistet.

Auf geladene Gäste vor Ort – ausländische wie

schweizerische – wird dieses Jahr verzichtet.

Dafür weiten zwei Fokusprogramme den

geografischen Horizont: Ein thematischer Block

konzentriert sich auf das Kurzfilmschaffen Chinas,

das mit der Digitalisierung seit den späten

1990er-Jahren eine bis heute anhaltende

Blüte erlebt. Ein anderer Block ist der Ukraine

gewidmet und befragt die Bedeutung des

(Kurz-)Filmschaffens für gesellschaftliche und

politische Prozesse in einem kriselnden Staat.

→ 3.–8.11. ↗ www.kurzfilmtage.ch

NOTIERT // DIES UND DAS 127


SKKG Sammlungshaus u. Fördermittelvergabe

Winterthur — Die Stiftung für Kunst, Kultur

und Geschichte SKKG, die rund 80’000

europäische Kunst- und Kulturgüter umfasst,

plant den Bau eines Sammlungshauses mit

Betriebs- und Vermittlungsräumen. Damit wird

konkret, was Geschäftsführer Christoph Lichtin

Mitte Jahr bereits angedeutet hat (→ Kunstbulletin

6/2020, S. 48–55). Gebaut wird auf dem

Park-Areal in Winterthur Neuhegi, wo künftig

auch die Kulturstiftung sowie die Immobilienfirma

Terresta ihren Sitz haben sollen. Die

SKKG wie auch Terresta gehen zurück auf den

Winterthurer Immobilienmogul und Sammler

Bruno Stefanini (1924–2018), dessen Tochter

und Stiftungspräsidentin Bettina Stefanini den

Entscheid wie folgt erläutert: «Die Stiftung hat

ihren Stiftungszweck auf möglichst effiziente

und wirksame Weise umzusetzen. Um ihr Wirkungspotential

auszuschöpfen, muss die SKKG

deshalb auch mutig in die eigenen Strukturen

investieren.» Der Neubau wird frühestens 2026

bezugsbereit sein. Bereits im Oktober dieses

Jahres startete die Stiftung aber mit der Vergabe

von Fördermitteln an Museen und Sammlungen,

die mehr Partizipation im Kulturerbe

ermöglichen wollen, denn das Kulturerbe – so

die Überzeugung der Stiftung – ist der Kitt

unserer Gesellschaft. Gelder werden innerhalb

dreier verschiedener Programme mit Titel

‹Wagnis›, ‹Skalierung› und ‹Struktur› gesprochen.

Insgesamt stehen rund drei Millionen

Franken pro Jahr für die Förderung bereit.

↗ www.skkg.ch

Braucht die Schweiz ein Architekturmuseum?

Zürich — Die zeitgenössische Schweizer Architektur

geniesst internationales Ansehen und ist

in einschlägigen Publikationen, Ausstellungen

und Biennalen prominent vertreten. Dennoch

gibt es hierzulande keine zentrale Institution,

die sich dieses kulturellen Pfeilers bewahrend

annimmt – das Schweizerische Architekturmuseum

in Basel ist auf Wechselausstellungen

spezialisiert. Mit einer Abendveranstaltung

fragt das Zentrum für künstlerische Nachlässe

ZKN nun danach, ob ein Ort nötig wäre, an dem

Architektur systematisch gesammelt und Baukultur

in allen ihren Aspekten vermittelt wird.

Auf Inputreferate von Professor Stanislaus von

Moos und Anneke Abhelakh von der Universität

beziehungsweise der ETH Zürich folgt ein

Podium mit diesen beiden sowie Katharina Ammann,

Direktorin des Aargauer Kunsthauses,

Christine Binswanger vom Büro Herzog & de

Meuron und dem Zürcher Martino Stierli, seit

2015 Chefkurator für Architektur und Design

Museum of Modern Art, als Moderator.

Illustration verschiedener Säulenkapitelle.

→ Museum für Gestaltung, 24.11., 18.30 Uhr

↗ www.zkn.ch

Lutz & Guggisberg in der Villa Bleuler

Zürich — Seit 2016 treffen sich im Rahmen der

‹Villa Bleuler Gespräche› Schweizer Kunstschaffende

und -fachleute zum Dialog. Anhand

ausgewählter Werke werden gesellschaftliche,

technische und wissenschaftliche Aspekte

diskutiert. Als Nächstes sprechen Andres Lutz

und Anders Guggisberg über die grosse Frage

«Woher stammen die Babybelugajumboschneckenjets?»

sowie über das Kombinatorische

in ihrer Arbeit. Mit auf dem Podium sind

Felicity Lunn, Direktorin Kunsthaus Pasquart,

Biel, und Tabea Schindler, Abteilungsleiterin

Kunstgeschichte, SIK-ISEA. Die Reihe ist eine

Kooperation des Schweizerischen Instituts für

Kunstwissenschaft und des Kunstbulletins. Die

128 Kunstbulletin 11/2020


Veranstaltung ist kostenlos, es gilt Maskenpflicht,

eine Anmeldung ist erfolderlich.

→ SIK-ISEA, Villa Bleuler, Zollikerstr. 32, 3.11.,

18.30–20 Uhr; Anmeldung: 044 388 51 32,

susanne.oehler@sik-isea.ch ↗ sik-isea.ch

Kunst am Campus ETH

Zürich — Auf dem Campus der ETH Zürich

im Zentrum und auf dem Hönggerberg sind

über 100 Werke Schweizer Künstlerinnen und

Künstler zu entdecken. Die Kunstwerke gehören

zum Kunstinventar der ETH, denn seit dem

Ende des 19. Jahrhunderts tragen Kunstschaffende

dazu bei, das Areal der Eidgenössischen

Technischen Hochschule in Zürich mitzugestalten.

Darunter befinden sich international

bekannte Namen wie Augusto Giacometti, Max

Bill, Roman Signer und Sylvie Fleury. Nun hat

die Institution ihre sogenannten ‹Kunstrundgänge›

aufgefrischt und für mobile Endgeräte

optimiert. Eine responsive Website, die primär

auf die mobile Nutzung als Guide ausgelegt ist,

aber natürlich auch auf dem Desktop genutzt

werden kann, macht die Kunsttouren jederzeit

zugänglich. Zu jedem Werk steht nun auch eine

Audiospur zur Verfügung.

‹Schreiben über Kunst›. Die Reihe basiert auf

einem Workshop, den die Schweizer Sektion

der internationalen Kunstkritikervereinigung

AICA 2014 lanciert hat, um den Austausch über

das Schreiben zu fördern und der Kunstkritik

belebende Impulse zu liefern: Einen Nachmittag

lang werden ausgewählte Rezensionen

sowie die Frage diskutiert, was einen Text

lesenswert macht. Die erneut in Kooperation

mit dem Kunstbulletin realisierte Publikation

enthält eine Zusammenfassung des Workshops

von 2019 sowie Schreibregeln, die Fanni Fetzer,

Direktorin des Kunstmuseums Luzern, als Input

zur Veranstaltung präsentierte. Auch die Erwartungen

verschiedener Kuratorinnen und Kuratoren

an die Kunstkritik sind im aktuellen Band

enthalten. Filib Schürmann hat das Themenfeld

zeichnerisch interpretiert. Eine Buchvernissage

feiern wir anschliessend an den kommenden

Workshop, dessen Fokus Anfang November

kommuniziert wird. Eingeleitet wird der Nachmittag

dieses Jahr mit einem Input von Pablo

Müller, der an der HSLU unter anderem zur

Kunstkritik forscht. Die Platzzahl für Workshop

und Buchvernissage ist beschränkt.

Harald Naegeli · Einwohner mit anerkanntem

Schweizer Pass, 1977/78, Tiefgarage ETH

Zentrum, Zürich © ProLitteris

↗ www.art.ethz.ch

Schreiben über Kunst

Zürich — Bereits zum fünften Mal erscheint

als Beilage zum Kunstbulletin die Publikation

Filib Schürmann · Zeichnung für ‹Schreiben

über Kunst 2020›, 2020, Mischtechnik

→ Cabaret Voltaire, Workshop: 29.11.,

13.30–18 Uhr; anschliessend Buchvernissage;

Anmeldung: info@aica.ch ↗ www.aica.ch

NOTIERT // DIES UND DAS 129


BÜCHER

Dieter Koepplin empfiehlt

Wer sich mit dem Œuvre von Joseph Beuys

(1921–1986) beschäftigen möchte, sollte zuerst

(jedenfalls irgendwann) in den ca. 250 Werke

umfassenden ‹Block Beuys› eintauchen, den der

Künstler 1970 in sieben Räumen des Hessischen

Landesmuseums Darmstadt eingerichtet

hat. Wenn dabei lauter Fragen auftauchen, so

sei zunächst die Lektüre des von Volker Harlan

herausgegebenen Buches mit dem kecken

Fragetitel ‹Was ist Kunst? Werkstattgespräch

mit Beuys› empfohlen. Kein anderes Dokument

führt den Interessenten auf so prägnante und

lebendige Weise an Beuys’ Denkweise heran.

Das neue Buch von Harlan und Zumdick, das

Beuys’ ideelles Weltbild und Menschenbild

systematisch darstellt (und prinzipiell zum Weiterdenken

einlädt), geht Schritt für Schritt von

der Betrachtung einer einzigen diagrammatischen

Zeichnung aus. Beuys hat sie auf Harlans

Bitte hin am 1. Juli 1974 ebenso sorgfältig wie

locker mit dem Bleistift ausgeführt. Zu allen in

diesem Meditationsbild erscheinenden Begriffen

und Imaginationen hat sich Beuys in seinen

zahlreichen Interviews geäussert. Solche Denkund

Spracharbeit sowie die daraus folgende

«Sozialplastik» waren für Beuys – wie Skulpturen,

Zeichnungen oder Aktionen – Kunstwerke

gemäss seinem «erweiterten Kunstbegriff».

In den zahlreichen Äusserungen von Beuys,

die im neuen Buch ausgiebig herangezogen

werden, spüren wir eine hohe Dringlichkeit der

Aufklärung und der geforderten praktischen

Konsequenzen beispielsweise in den Schulen

und Universitäten oder in einer neuen Gestaltung

des Geldwesens. «Das, was am meisten

nach Gestaltung drängt», so Beuys im Gespräch

mit Frans Haks, «sind nicht die Bilder oder die

Skulpturen, die gemacht werden müssen, sondern

das Geld; das müsste umgeformt werden.

[…] Das ist mein Gestaltungsbegriff, und von daher

bin ich berechtigt zu sagen: Jeder Mensch

ist ein Künstler […] – womit auch natürlich

gesagt ist, dass er das vielleicht jetzt noch nicht

ist, aber dass er es prinzipiell sein kann: ein

Gestalter des Gesellschaftskörpers.»

Solche Perspektiven verfolgt das unvergleichliche,

reiche Beuys-Buch von Harlan und

Zumdick. Es widmet sich dem Werden oder dem

Nicht-Scheitern eines neuen, freien, kreativen

Menschen, der sich nicht durch falsche Egoismen

selber versklavt und glorios zugrunderichtet.

Beuys: «Was der Mensch in der Zukunft

sein wird, das wird vielleicht langsam erst ein

Mensch.» Vielleicht? «Ein Scheitern, würde ich

sagen, berechne ich nicht ein, weil ein Scheitern

auf dieser Linie meines Erachtens unmöglich

ist. Oder meine Diagnose, also meine Basis wäre

völlig falsch. Aber ich glaube, dass ich mich

auf der richtigen Basis befinde. Oder sagen wir,

das ist für mich gar kein Glaubensding, sondern

das ist für mich ein Sehen. Ich sehe es einfach

vor mir als eine Realität. Ich sehe nicht, dass es

eine andere Möglichkeit gibt. […] Man kann sagen,

ja der Beuys ist nicht sehr weit gekommen,

nicht, das könnte man schon sagen; gut, aber

ich hoffe doch auch, dass dann derjenige, der

eben das aufgreift, sozusagen es weitermacht,

weil er es einfach weitermachen muss, weil

es auf der Linie liegt. Da sind nur sehr geringe

Korrekturen wahrscheinlich notwendig. Man

wird sicher immer anerkennen müssen, dass

es prinzipiell die richtige Richtung war, und in

dieser Richtung gibt es kein Scheitern.» Mit der

grossen Raumplastik ‹Richtkräfte einer neuen

Gesellschaft (Berlin)› schuf Beuys 1974–1977

ein Werk, das Idee und künstlerische Praxis

zusammenführte.

Volker Harlan/Wolfgang Zumdick:

Mit Beuys Evolution denken.

Schirmer/Mosel, München 2020

130 Kunstbulletin 11/2020


AGENDA

Schweiz *0041

Aarau Aargauer Kunsthaus, Aarau, Aargauerplatz Julian Charrière –ı 3.1.

Auswahl 20 14.11.–24.1.

Forum Schlossplatz, Schlossplatz 4 Im Fluss –ı 10.1.

Naturama Aarau, Feerstrasse 17, *62 832 72 00 Braschler/Fischer –ı 14.3.

ARNOLD – Rahmenmanufaktur GmbH, Vordere Vorstadt 21 Wilfried Bolliger 7.11.–12.12.

Eck – der Raum für Kunst im Speck, Ecke Metzgergasse /

Zollrain, *78 830 33 44

Andrina Jörg

Isabell Bullerschen, Félicia

Eisenring

–ı 5.11.

13.11.–20.12.

Neue Galerie 6, Milchgasse 35, *79 541 6416 Elisabeth Widmer, Ali Pasandideh –ı 31.10.

Schule für Gestaltung Aargau, Weihermattstrasse 94 Ali Pasandideh, Elisabeth Widmer –ı 31.10.

Adligenswil z s u z s a’ s galerie, Luzernerstr. 15, *370 19 19 2020 Tandem Vol. 4 Christian 7.11.–17.12.

Herter, Samuli Blatter

Altdorf Haus für Kunst Uri, Herrengasse 2, *870 2929 Valentin Magaro im Dialog mit

–ı 22.11.

Heinrich Danioth

Appenzell Kunstmuseum Appenzell, Unterrainstrasse 5 Markus Weggenmann –ı 11.4.

Museum Appenzell, Hauptgasse 4, *71 788 9631 Chraanzrock ond Bechue –ı 14.3.

Arbon Galerie Adrian Bleisch, Grabenstr. 2, *71 4463 890 Rachel Lumsden –ı 14.11.

Arlesheim Forum Würth Arlesheim, Dornwydenweg 11, *61 705 95 95 Dieter Roth –ı 18.4.

Von A bis Z – Künstlerbücher –ı 18.4.

–ı 10.1.

Ascona Museo Comunale d’Arte Moderna, Via Borgo 34,

*91 759 81 40

Alexej von Jawlensky, Marianne

von Werefkin

Baden Museum Langmatt, Römerstrasse 30, *56 200 86 70 Magisches Venedig –ı 6.12.

Sandra Senn –ı 6.12.

Herzkammer –ı 6.12.

Frédéric Gabioud, Martin Jacob,

–ı 6.12.

Noha Mokhtar

TRUDELHAUS Ausstellungsraum, Obere Halde 36,

Sonja Feldmeier, Isabelle Krieg –ı17.1.

*76 282 0148

Galerie 94, Bruggerstrasse 37, Merker-Areal, *79 416 92 43 Hennric Jokeit –ı5.12.

Basel Antikenmuseum, St. Alban-Graben 5 Fotografien aus der Sammlung

–ı 13.12.

Ruth und Peter Herzog

Cartoonmuseum, St. Alban-Vorstadt 28 Brecht Evens –ı 31.1.

Helvetia Art Foyer, Steinengraben 25, *58 280 1530 Giacomo Santiago Rogado –ı19.11.

Kunsthalle Basel, Steinenberg 7 Kunstkredit Basel –ı8.11.

Raphael Hefti

–ı3.1.

Judith Kakon

–ı15.8.

Kunstmuseum Basel | Gegenwart, St. Alban-Rheinweg 60 Continuously Contemporary –ı 10.1.

Isa Genzken. Werke von 1973–1983 –ı24.1.

Rembrandt

–ı 17.1.

Kunstmuseum Basel | Hauptbau & Neubau, St. Alban-

Graben 16/20, *61 206 6262

Museum der Kulturen Basel, Münsterplatz 20,

*61 266 56 00

Rembrandts Orient 31.10.–14.2.

Grosse Gesten

–ı14.3.

Wissensdrang trifft Sammelwut

Gross

Memory

Basler Fasnacht

–ı22.11.

–ı27.6.

–ı5.7.

–ı31.12.

Museum Tinguely, Paul Sacher-Anlage 1 Danse Macabre IV: Pedro Reyes –ı15.11.

Taro Izumi

–ı15.11.

RappazMuseum, Klingental 11, *61 681 7121 Marguerite Hersberger –ı15.11.

Hans Jörg Glattfelder 20.11.–17.1.

Alte Billetkasse, Elisabethenstrasse 16 Homo Desperatus 14.11.–3.1.

Ausstellungsraum Klingental, Kasernenstrasse 23

Grandfather’s Axe

Bust Talk – Thomas Geiger

–ı15.11.

–ı 15.11.

BÜCHER — AGENDA // SCHWEIZ 131


Baden — Sonja Feldmeier, Trudelhaus

Basel — Giacomo Santiago Rogado,

Helvetia Art Foyer. Foto: V.Kolibàl

Basel — Samuel Buri, Galerie

Carzaniga © ProLitteris

Basel/

Frenkendorf

BelleVue, Breisacherstrasse 50 Roger Humbert –ı 1.11.

Büro (ShanghART & Waldburger Wouters), Sankt Johanns- 1, 2, 3 – Xu Zhen –ı 22.12.

Vorstadt 46

DOCK Kunstraum, Archiv und Ausleihe, Klybeckstr. 29,

*61 556 4066

Fachhochschule Nordwestschweiz Basel, Freilager-

Platz 1, *61 228 4077

Maeva Rosset

–ı31.10.

Sonja Lippuner 13.11.–10.1.

Armin Hofmann –ı 8.11.

Gagosian Basel, Rheinsprung 1 Rudolf Polanszky –ı 28.11.

Galerie Carzaniga, Gemsberg 10 Samuel Buri –ı 9.1.

Galerie Eulenspiegel, Gerbergässlein 6, Postfach 1946,

*61 263 70 80

Reinhard Voss

–ı 21.11.

Charles Blockey 26.11.–9.1.

Galerie Gisèle Linder, Elisabethenstr. 54 Nicole Miescher 31.10.–9.1.

Galerie Knoell AG, Luftgässlein 4 Meret Oppenheim –ı 31.10.

A. R. Penck 14.11.–13.2.

Galerie Knoell AG, Bäumleingasse 18 Dissonanzen –ı 31.10.

Galerie Marianne Grob, Amerbachstrasse 10,

*78 953 72 58

Bollag –ı 8.11.

Guillaume Daeppen | Gallery & Space for zines,

Müllheimerstrasse 144, *79 467 90 62

Behind the trick by The Warriors

Family

Paintings that walk by Atelier

McClane

–ı 21.11.

–ı 21.11.

Hebel_121, Hebelstr. 121, *61 321 1503 H_121 | T-shirts | Accrochage 7.11.–26.12.

Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G, Spitalstrasse 18 One month after being known in –ı 15.11.

that island

Kunstforum Baloise, Aeschengraben 21 Thomas Schütte –ı 30.4.

Laleh June Galerie, Picassoplatz 4, *61 228 7778 Christine Boillat –ı 14.11.

Nicolas Krupp, Rosentalstrasse 28, (Galerie im

Hinterhaus)

Michael Kunze

–ı 14.11.

Silvia Bächli, Karsten Födinger 21.11.–9.1.

Petershof, Petersgraben 19 Youssef Limoud –ı 30.10.

SGBK Ausstellungsraum, Spalenvorstadt 18, *61 361 61 48 Carmen Keller Zinck, Margret Senn –ı 31.10.

Angelika Steiger 6.11.–21.11.

STAMPA, Spalenberg 2, *61 261 79 10 Gerda Steiner, Jörg Lenzlinger –ı 31.10.

Katja Aufleger 5.11.–2.1.

Tony Wuethrich, Vogesenstrasse 29 Corsin Fontana –ı 31.10.

Villa Renata, Socinstr. 16, *79 743 8923 Christoph Hänsli –ı 13.12.

VITRINE, Basel, Vogesenplatz A Matter of Routine –ı 17.1.

von Bartha Basel, Kannenfeldplatz 6, *76 317 8463 The Backward Glance can be a

–ı 7.11.

Glimpse into the Future

Bernar Venet 21.11.–20.2.

Imi Knoebel 21.11.–20.2.

Wilde | Basel, Angensteinerstrasse 37, *61 311 70 51 Charlotte Herzig –ı 14.11.

–ı 23.12.

Skulpturengarten Claire Ochsner, Rüttigasse 7,

*61 901 8613

Claire Ochsner Skulpturen und

Bilder

132 Kunstbulletin 11/2020


Basel — Daniel Göttin, Hebel_121

Biel — Miriam Sturzenegger,

Kunsthaus Centre d’art Pasquart

Basel/

Münchenstein

HeK Haus der elektronischen Künste Basel, Freilager-

Platz 9, *61 283 6050

Real Feelings –ı 15.11.

Basel/Muttenz Kunsthaus Baselland, St. Jakob-Str. 170, *61 312 8388 Sharif Waked –ı15.11.

Thu Van Tran –ı 15.11.

Lena Eriksson –ı 31.12.

Basel/Riehen Fondation Beyeler, Baselstr. 101 Stilles Sehen – Bilder der Ruhe –ı 15.11.

Rehberger-Skulpturenweg –ı 31.12.

Roni Horn –ı 24.1.

Der Löwe hat Hunger... –ı 28.3.

Kunst Raum Riehen, Baselstrasse 71

A. Aceto, S. Holliger, R. Linsi,

–ı 8.11.

M. Matusz

Künstlerhaus Claire Ochsner, Baselstr. 88, *61 641 1020 Claire Ochsner – Mit Schwung –ı 7.3.

Galerie Lilian Andrée, Gartengasse 12 Sabeth Holland –ı 15.11.

Galerie Mollwo, Gartengasse 10, *61 641 1678 Durch alle Farben –ı 6.12.

Bedigliora Fondazione Casa Atelier Bedigliora, Via Vignóra 7,

Rudolfine P. Rossmann –ı 31.12.

*91 608 13 29

Bellinzona Museo Villa dei Cedri, Piazza San Biagio 9, *58 203 17 31 Hortus Conclusus. L’illusione di un –ı 8.11.

paradiso

Bern Berner Generationenhaus, Bahnhofplatz 2, *31 328 87 00 forever young. Willkommen im

–ı 28.3.

langen Leben

Alpines Museum der Schweiz, Helvetiaplatz 4

Werkstatt Alpen. Von Macherinnen –ı 10.1.

und Machern

Kornhausforum, Kornhausplatz 18 Hans Wilhelm Auer –ı 14.11.

Kunsthalle Bern, Helvetiaplatz 1 No Dandy, No Fun –ı 6.12.

Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 8–12 El Anatsui –ı 1.11.

Ernst Kreidolf und die Pflanzen –ı 10.1.

Crazy, Cruel and Full of Love –ı 14.2.

Tools for Utopia –ı 21.3.

Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern, Weltuntergang – Ende ohne Ende –ı 13.11.

Bernastrasse 15

Stadtgalerie, Waisenhausplatz 30, *31 321 76 47

Basis Kunst und Bau – Macharten –ı 5.12.

von Ost bis West

Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3 Annemarie Schwarzenbach –ı 3.1.

Mapping Klee –ı 24.1.

Affspace, Münstergasse 4, Postfach 509 Mireille Gros –ı 28.11.

ArchivArte, Breitenrainstr. 47, *31 331 26 66 Miniatur 5.11.–28.11.

Christine Brügger, Kramgasse 31 Christian Mühlethaler –ı 31.10.

Aschi Rüfenacht 8.11.–28.11.

Connected Space, 22 Berner Projekträume und Initiativen Palazzina –ı 20.11.

Stage for Disappearance 1.11.–21.11.

Transitorische Turbulenzen 7.11.–25.11.

4. Staffellauf von Connected Space –ı 9.1.

AGENDA // SCHWEIZ 133


Die Mobiliar – Öffentlicher Ausstellungsraum,

Bundesgasse 35

Kunst & Nachhaltigkeit Vol. 13 –

Beat Streuli

DuflonRacz Bern, Gerechtigkeitsgasse 40, *79 423 7550 An unsubstantial territory –ı7.11.

Kathrin Racz 21.11.–19.12.

/DuflonRacz/ProjektLinks/, Gerechtigkeitsgasse 40,

*31 311 4262 / *79 423 75 50

Galerie Art & Eigensinn, Gesellschaftsstrasse 18b,

*79 293 7944

Galerie Bernhard Bischoff & Partner, PROGR_Zentrum für

Kulturproduktion, Waisenhausplatz 30, *31 312 0666

Galerie da Mihi | KunstKeller, Gerechtigkeitsgasse 40,

*31 332 1190

Christophe Lambert,

Monsignore Dies

Jenkinson, Eichenberger, Robert,

Hodler

Reto Leibundgut

–ı4.1.

21.11.–19.12.

–ı25.11.

–ı28.11.

Willi Müller, Hans Josephsohn

–ı 7.11.

Schang Hutter, Lorenz Spring 20.11.–18.12.

Galerie Kornfeld Bern, Laupenstr. 41 Paolo Bellini, Cesare Lucchini –ı14.12.

Hochschule der Künste Bern, Fellerstr. 11

Basis Kunst und Bau – Macharten 12.11.–19.12.

von Ost bis West

Kunstraum36, Junkerngasse 36 Dino Rigoli, Egle Vido –ı7.11.

Outside Rohling, Justingerweg 4, *76 412 36 93 Lisa Lurati 31.10.–22.11.

videokunst.ch, Showroom: PROGR, Waisenhausplatz 30 Beate Gördes –ı28.11.

Biberist Schlösschen Vorder-Bleichenberg, Asylweg 15,

Karin Stauffer Eggenschwiler,

–ı 8.11.

*32 672 29 89

Norbert Eggenschwiler

Überleben 22.11.–13.12.

Biel/Bienne Kunsthaus Centre d’art Pasquart, Seevorstadt 71,

*32 322 5586

France-Lise McGurn

–ı 22.11.

Miriam Sturzenegger –ı 22.11.

Photoforum Pasquart, Seevorstadt 71–75, *32 322 4482 Roger Eberhard –ı 22.11.

Rudolf Steiner –ı 22.11.

Gewölbe Galerie, Obergasse 4+10, *32 323 49 58 Tonyl (Toni Lädrach) 13.11.–9.1.

Brig Galerie Zur Matze, Alte Simplonstr. 28, *27 946 01 22 Carlo Schmidt, Basile Richon 21.11.–13.12.

Brugg Zimmermannhaus Brugg, Vorstadt 19, *56 441 96 01 Martin Lorenz, Silva Reichwein –ı 30.10.

Marianne Badertscher, Jonas Studer 12.11.–13.12.

Bülach Kulturzentrum Sigristenkeller, Hans-Haller-Gasse 4, Ueli Gantner –ı 31.5.

*79 316 3027

Bulle Musée Gruérien, 25, rue de la Condémine Alan Humerose –ı 8.11.

Buochs Kulturraum am Seeplatz, Seeplatz 10 Guido W. Zelger, Rainer Otto

–ı 15.11.

Hummel

Burgdorf Altes Schlachthaus Bernhard Luginbühl, Metzgergasse 15, Hofkunst: Alfred & Sabina –ı 1.11.

*79 665 08 47

Museum Franz Gertsch, Platanenstrasse 3 Franz Gertsch. Gräser –ı 28.2.

Interieur – Exterieur. Die KWS-

–ı 7.3.

Sammlung zu Gast

Chiasso m.a.x.museo, Via Dante Alighieri 6 Donazioni II – Spazio Officina

–ı 15.11.

Chiasso

Alberto Giacometti –ı 10.1.

Chur Bündner Kunstmuseum Chur, Bahnhofstrasse 35 Dance Me to the End of Love. Ein –ı 22.11.

Totentanz

Yuri Ancarani, Julius von Bismarck, –ı 22.11.

Julian Rosefeldt, Superflex

Roman Signer. Skizzen. 1970–2020 –ı 17.1.

Die Geheimnisse des Willy Reber –ı 29.11.

Bündner Naturmuseum, Masanserstrasse 31 Sexperten 5.11.–31.3.

Forum Würth Chur, Aspermontstr. 1, *81 558 0558 Hanspeter Münch –ı 10.1.

Rätisches Museum, Hofstrasse 1 Vom Glück vergessen –ı 28.2.

Frauenspital Fontana, Lürlibadstrasse 118, *81 254 81 11 Etienne Krähenbühl –ı 30.4.

Galerie Loewen, Reichsgasse 69, *76 520 3130 Sara Masüger –ı30.10.

Luciano Fasciati, Süsswinkelgasse 25, *79 285 3457 Gian Häne 31.10.–28.11.

Davos

Kirchner Museum Davos, Promenade 82, Ernst Ludwig Ernst Ludwig Kirchner –ı 8.11.

Kirchner Platz

Iris Wazzau, Promenade 72, *81 413 3106 Künstler der Galerie –ı 31.12.

134 Kunstbulletin 11/2020


Diessenhofen Museum kunst + wissen, Museumsgasse 11, *52 533 11 67 Heidy Vital –ı 14.2.

Dornach Kloster Dornach, Amthausstr. 7, *61 705 10 80 Fritz Balthaus –ı30.4.

Dübendorf Galerie im Bettli, Bettlistrasse 35 Skulpturen von Annemarie 22.11.–20.12.

Waibel in der Galerie im Bettli in

Dübendorf

Ebnat-Kappel Museum Ackerhus, Ackerhusweg 20 Walther Wahrenberger –ı31.10.

Eglisau Galerie am Platz Eglisau, Obergass 23 Ursula Hürlimann –ı 21.11.

Erlenbach Go Green Art Gallery, Seestr. 2, *786 417 677 Spiegelungen –ı 13.11.

Flawil Lindengut Museum, St. Gallerstr. 83, *71 393 23 29 Walther Wahrenberger, Johann

–ı15.11.

Ulrich Steiger

Frauenfeld Shed im Eisenwerk, Industriestr. 23, *52 728 8982 Karin Reichmuth –ı 5.11.

Stadtgalerie Baliere Frauenfeld, Am Kreuzplatz,

Yvonne Roth 13.11.–29.11.

*52 724 5620

Kunstverein/Bernerhaus, Bankplatz 5, *52 723 2363 Rahel Müller, Markus Huber 7.11.–6.12.

Fribourg Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle, Rue de

Morat 2

M. S. Bastian & Isabelle L. –ı 27.6.

Fri Art Kunsthalle Fribourg, 22, Petites-Rames,

*26 323 23 51

Calla Henkel, Max Pitegoff

–ı 8.11.

Thomas Kern 21.11.–10.1.

Giulia Essyad 21.11.–10.1.

Silvain Monney & Samuel Patthey, 20.11.–24.12.

Ai & Rinaldo Wirz

Genève Centre d’édition contemporaine, 15, rue des Rois Paul Paillet –ı 11.12.

MAMCO Genève, 10, rue des Vieux-Grenadiers Olivier Mosset –ı 6.12.

Musée Croix-Rouge et Croissant Rouge, 17, av. de la Paix, Imagine. Réflexions sur la paix –ı 10.1.

*22 748 9528

Musée d’Art et d’Histoire Genève, 2, rue Charles-Galland Gilbert Albert –ı 15.11.

La Collection Beaux-Arts revisitée: –ı 31.12.

Dernière Etape

L’Enfant dans l’Art Suisse:

–ı 31.12.

D’Agasse à Hodler

Anton Meier, 2, rue de l’Athénée Mes Indépendances 12.11.–12.12.

Atelier-Galerie Jean-Jacques Hofstetter, 18, rue des

epouses, *26 323 2403

PPAF (Photographie

Professionnelle et Artistique

Fribourgeoise) – Jean-Jacques

Hofstetter

–ı14.11.

Espace Labo, 5, bvd St-Georges, *79 564 8295 Wall Paper – Group Show –ı 27.11.

Ferme de la Chapelle, 39, rte de la Chapelle Jérôme Stettler –ı9.11.

Société des Arts – Salle Crosnier, 2, rue de l’Athénée, Mathias Pfund 12.11.–12.12.

*22 310 4102

Galerie Mezzanin, 63 rue des Maraîchers, *22 328 3802 Martha Jungwirth –ı7.11.

Katrin Plavcak 12.11.–19.12.

Gowen Contemporary, 4 rue Jean-Calvin, *22 310 57 83 That’s the Way It Is. Digressions on –ı31.12.

Geometric Abstraction

Skopia, Vieux-Grenadiers 9 Silvia Bächli 31.10.–20.12.

Wilde | Genève, 24, rue du Vieux-Billard, *22 310 0013 Fabien Mérelle, Antoine Roegiers 31.10.–2.1.

Villa Bernasconi, 8 route du Grand-Lancy Hors ls murs –ı31.12.

Xippas Art Contemporain, Rue des Sablons 6 Pablo Atchugarry 31.10.–19.12.

Genève/CarougeLe Salon Vert, 15, rue Ancienne, *79 382 87 23 Jie Qiu 31.10.–28.2.

Genève/Pregny Musée des Suisses dans le Monde, 18, ch. de

Avant Demain –ı 13.12.

l’Impératrice, *22 734 9021

Glarus Kunsthaus Glarus, Postfach 665 Im Volksgarten –ı 29.11.

Gontenschwil Galerie Schlössli, Dorfstr. 399, *44 381 04 42 Schaufenster Intermezzo Denise –ı 30.11.

Bürgi

Greifensee Stiftung Schloss Greifensee, Im Städtli, *44 942 1333 Vitoria Pinto –ı13.11.

Grenchen

Kunsthaus Grenchen, Bahnhofstrasse 53, vis-à-vis

Bahnhof Grenchen Süd, *32 652 50 22

Yves Scherer – Candids

–ı 31.1.

Picasso – Suite Vollard –ı 31.1.

Grindelwald Hotel Alpenhof, Kreuzweg 36, *33 853 52 70 Hansueli Urwyler –ı31.12.

AGENDA // SCHWEIZ 135


Ligornetto — Vincenzo Vela, Museo

Vincenzo Vela. Foto: Claudio Tornieri

Luzern — Tatjana Erpen, Hilfiker

Kunstprojekte

Heiden Henry-Dunant-Museum, Asylstr. 2, *71 891 4813 Der Preis für den Frieden –ı 26.6.

Hochdorf Kunstraum Hochdorf, Lavendelweg 8 Gruppenausstellung –ı 1.11.

Interlaken Kunsthaus Interlaken, Jungfraustrasse 55, *33 822 1661 Kunsthaus Interlaken Konkret –ı 29.11.

Galerie IHB Spectrum, Postgasse 16 Hansueli Urwyler –ı 31.12.

Klosters Platz Kulturbox, Bahnhofstr. 11 Paul Sieber –ı31.12.

Kreuzlingen Kunstraum Kreuzlingen, Bodanstr. 7 a, *71 671 1528 Dream Factory 13.11.–12.12.

Museum Rosenegg, Bärenstr. 6, *71 672 8151 Richard Tisserand –ı 13.12.

Kriens Museum im Bellpark, Luzernerstr. 21 / PF Syd Mead –ı 1.11.

Ludovic Balland –ı 8.11.

Galerie Kriens, Obernauerstrasse 1, *320 4842 René Odermatt, Diana Seeholzer –ı 15.11.

Küsnacht Museum Haus C. G. Jung, Seestrasse 228 C. G. Jung – Das gestalterische

–ı 25.10.

Frühwerk

Langenbruck Kloster Schönthal, Schönthalstrasse 158 Andrea Wolfensberger –ı 8.11.

Langenthal Kunsthaus Langenthal, Marktgasse 13 Max Hari. Ich schaue mir beim

–ı 15.11.

Sehen zu

Galerie L. Leuebrueggli Langenthal, Jurastrasse 29, Anna Blum Ahmels, Barbara Blum 22.11.–13.12.

*79 602 1733

Laufenburg Rehmann-Museum, Schimelrych 12, *62 874 4270 Carl Walter Liner –ı 21.2.

Lausanne Espace Arlaud, Place de la Riponne 2, *21 316 3850 Des Seins à Dessein –ı 8.11.

Aimée Hoving, Guillaume Pilet –ı 8.11.

–ı 28.3.

Espace d’une Sculpture (visarte. vaud), Esplanade de

Montbenon

Laure Krayenbühl, Emmanuel

Mbessé

Fondation de l’Hermitage, 2, route du Signal, *21 312 5013 Arts et Cinéma –ı 3.1.

Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne, Plateforme 10, Jorge Macchi

–ı 22.11.

Place de la Gare 16, *21 316 34 45

Kiki Smith

–ı10.1.

Giovanni Giacometti –ı 17.1.

Musée historique Lausanne, Place de la Cathédrale 4 Lausanne XL-2 –ı 29.11.

Circuit, 9, av. de Montchoisi (accès quai Jurigoz),

Käthe Kruse

–ı31.10.

*21 601 4170

Galerie Vice versa, Place Saint François 2, *21 323 96 34 Sonia Morel, Julia Maria Künnap, 21.11.–24.12.

Bettina Speckner

Fabienne Levy, Avenue Louis-Ruchonnet 6 Jorge Conde –ı 14.11.

Norbert Bisky 25.11.–6.2.

Le Locle Musée des Beaux-Arts Le Locle, Marie-Anne-Calame 6, Benoît Jeannet –ı 10.12.

*32 933 8950

Lens Fondation Opale, Route de Crans 1, *27 483 46 10 Resonances –ı 4.4.

Lenzburg Stapferhaus, Bahnhofstrasse 49 Geschlecht. Jetzt entdecken 1.11.–30.10.

Leuk-Stadt Galleria Graziosa Giger, Badnerstrasse 1, *27 473 2442 Pierre-Alain Zuber –ı 31.8.

Ligerz Rebbaumuseum, Bielstrasse 66, *32 315 21 32 Oskar Binz –ı31.10.

Ligornetto Museo Vincenzo Vela, Largo Vela Vincenzo Vela –ı 5.12.

Locarno Museo Casa Rusca, Piazza Sant'Antonio 1 Gilbert & George –ı 6.1.

136 Kunstbulletin 11/2020


Locarno-

Solduno

Lugano

la rada, via della Morettina 2, *76 439 1866

S. Jermini, G. Miraglia,

C. Simonin & M. Lançon, V. Stäheli,

L. A. Stepanova

–ı31.10.

Fondazione Marguerite Arp, Via alle Vigne 46, *91 751 2543 Public Arp –ı 8.11.

Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Riva Antonio Caccia Angeli a Venezia –ı 19.12.

6/a, *91 980 08 88

MASI Lugano, Piazza Bernardino Luini 6, *58 866 4230 Die Sammlung –ı 31.12.

Gabriela Maria Müller –ı 1.11.

What’s New? –ı 13.12.

Vincenzo Vicari –ı 10.1.

Hans Josephsohn –ı 21.2.

PAM Paolo Mazzuchelli –ı 28.3.

Galleria Daniele Agostini, Via Cattedrale 11 Kaspar Ludwig –ı 31.10.

Lago Mio, Via Cattedrale 15

Johanna Bruckner, Till Langschied, 8.11.–20.1.

Diana Lelonek

Monica De Cardenas Lugano, Via Coremmo 11,

Lutz & Guggisberg –ı 23.12.

*79 620 9991

Spazio Choisi – Artphilein, Via F. Pelli 13, first floor, Non-gasoline stations –ı 31.10.

*78 976 0577

Collezione Giancarlo e Danna Olgiati, Riva Caccia 5,

*91 921 4632

What’s New? –ı 13.12.

Luterbach WorldsEndGallery, Güterstrasse 2, *796031757 Claudia Brander –ı31.12.

Luzern Hans Erni Museum, Lidostrasse 6, c/o Verkehrshaus der Michael Günzburger. Das Ende

–ı 8.11.

Schweiz

der Spur

Kunst-Stoff Plastik 26.11.–28.2.

Neue Sammlungspräsentation

–ı 31.12.

Hans Erni-Stiftung

Kommunikationswege. Hans Ernis –ı 7.5.

Wandteppiche für die PTT

Kunsthalle Luzern, Bourbaki/Löwenplatz 11, *412 0809 Die dunkle Seite des Löwen – The –ı 13.12.

dark side of the Lion

Kunstmuseum Luzern, Europaplatz 1, *41 226 78 00 Alles echt! –ı 22.11.

Andreas Züst –ı 22.11.

Michał Budny, Vittorio Santoro 31.10.–31.1.

Ahoi-Space, Furrengasse 11 Johannes Robert Schürch 31.10.–20.11.

B74 Raum für Kunst, Baselstrasse 74, *78 601 80 89 Regula Bühler-Schlatter –ı 7.11.

Galerie Apropos, Sentimattstrasse 6, *240 1578 Adriana Stadler 7.11.–28.11.

Galerie Urs Meile Luzern, Rosenberghöhe 4 Qiu Shihua –ı 31.10.

Michel Comte 19.11.–9.1.

Galerie Müller, Haldenstrasse 7 Lorenz Spring – Flower Power II –ı 29.12

Galerie Vitrine Luzern, Stiftstr. 4, *79 866 1233 Doğan Firuzbay –ı 19.12.

Hilfiker Kunstprojekte, Museggstr. 6, *266 0722 Tatjana Erpen –ı28.11.

KALI Gallery, Lädelistraße 4 Bastian Aubry –ı13.11.

o.T. Raum für aktuelle Kunst, Kunstpavillon/Sälistr. 24, Simone Holliger, Mahtola Wittmer –ı19.12.

*41 210 38 55

PTTH:// Pavillon Tribschenhorn Temporary Host,

Bigler Weibel, Olivia Wiederkehr

–ı7.11.

Sälisstrasse 24

Quartierlokal B102, Bernstrasse 102 Ernst Buchwalder 6.11.–22.11.

Martigny Le Manoir de la Ville de Martigny, 3, rue du Manoir Chetori –ı 15.11.

Meggen

Benzeholz Raum für zeitgen. Kunst, Seestrasse,

*377 1365

Irene Bisang

Irina Appelt, Odile Petitpierre,

Gisela Wohlgemuth

–ı 1.11.

14.11.–13.12.

Melano ARTRUST S.A., Via Pedemonte 1, *91 649 3336 51 steps – Street stars on stairs. –ı 18.12.

20+20=Quarantena –ı 18.12.

Mendrisio

Fondazione Teatro dell’architettura, Via Alfonso

Turconi 25

Le Corbusiers frühe Zeichnungen.

1902–1916

–ı 24.1.

AGENDA // SCHWEIZ 137


Monthey Parc de la Torma, Route de Morgins, *24 475 79 11 Brigitte Lustenberger –ı 31.12.

Moutier Musée Jurassien des Arts, Rue Centrale 4, CP 729,

*32 493 36 77

Entre femmes!

–ı 8.11.

Raphaël Imer –ı 8.11.

Mingjun Luo –ı 8.11.

Murg am seekultour, Alte Spinnerei, *76 338 8713 James Licini, Letizia Enderli –ı30.10.

Walensee

Muri AG Singisen Forum, Marktstrasse 4, *56 664 70 11 Hugo Suter –ı15.11.

Murten Museum Murten, Ryf 4 Sandro Godel –ı 8.12.

Romano Riedo –ı 13.12.

Neuchâtel CAN Centre d’art Neuchâtel, Rue des Moulins 37,

*32 724 01 60

la psychologie des serrures 15.11.–20.12.

Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel, Esplanade

Léopold-Robert 1, *32 717 79 20

Choc! Suchard fait sa pub

Permanent: Les automates Jaquet-

Droz

–ı 7.3.

–ı 31.12.

Ditesheim & Maffei Fine Art, 8, rue du Château,

Rolf Iseli, Traces –ı 15.11.

*32 724 5700

Galerie C, Esplanade Léopold-Robert 1a, *32 724 16 26 A. Huck, S. Pelletier, L. Rasti, Z. Bo –ı 31.10.

Des théâtres du silence 5.11.–19.12.

Nidau Galerie mnart, Beundenring 43, *76 401 63 15 Olaf Veit, Marcel Neuenschwander –ı 1.11.

Nicole Kretz, Doris Wüthrich 20.11.–29.11.

Oetwil am See Helen Dahm Museum, Chilerain 10, *44 929 6027 Helen Dahm –ı 31.10.

Olten Kunstmuseum Olten, Kirchgasse 8, *62 212 86 76 In Holz geschnitten – Werke aus

–ı 8.11.

der Sammlung

«Jeder Schnitt etwas

–ı 8.11.

Bestimmtes...»

Im Dienstraum: Raphael Stucky –ı 30.11.

Kunstverein Olten, Hübelistr. 30, *79 338 34 15 Regina Graber, Wädu Nützi 31.10.–29.11.

MOKKA RUBIN, Ringstrasse 16 Claudia Vogel, Karin Heinrich –ı 8.11.

Michael Scherer, Shannon Zwicker 14.11.–10.1.

Nomadic Art Space, Baslerstrasse 9 Maya Rochat 31.10.–12.12.

Pfäffikon SZ Vögele Kultur Zentrum, Gwattstrasse 14 zu Tisch 10.11.–21.3.

Pfäffikon ZH

–ı 8.11.

Forum Museum Eva Wipf, Hochstrasse 4, Altes

Bezirksgebäude, *44 950 33 48

Marianne Theis, Adrian Mira &

Gregor Müller

Plan-les-OuatesLa julienne, Route de Saint-Julien 116 Ruth Baettig –ı 13.11.

Porrentruy Espace d’art contemporain (les halles), rue Pierre- Barbezat-Villetard –ı 22.11.

Péquignat 9, *32 420 8402

Pratteln Schloss Pratteln, Obermattstrasse, *61 825 2111 Monica Germann, Daniel Lorenzi –ı 31.12.

Pregny- Château de Penthes, Chemin de l’Impératrice,

Avant Demain (1. Teil)

–ı13.12.

Chambésy *22 734 90 21

Pully Musée d’art de Pully, Ch. Davel 2, *21 729 5581 Perspectives –ı 6.12.

Rapperswil-

Jona

*KURATOR /, *ALTE FABRIK, Klaus-Gebert-Str. 5,

*55 225 74 74

IG Halle im Kunst(Zeug)Haus, Schönbodenstr. 1,

*55 214 10 14

Karol Radziszewski

–ı 1.11.

Designpreis 20/21 7.11.–10.1.

Weit 22.11.–7.2.

Kunst(Zeug)Haus, Schönbodenstrasse 1 4 x Baviera –ı 1.11.

Fanny Hauser, Viktor Neumann –ı 1.11.

Ex Libris. Literatur und Schrift in

–ı10.1.

der Sammlung Bosshard

Tomas Baumgartner. Ein sehr

–ı 7.2.

harter Winter ist, wenn ein Wolf

den anderen frisst

Galerie Textilaltro an der OST, Gebäude 5, 1. Stock

Ursula Waldburger 2.11.–18.12.

(Bibliothek), Oberseestrasse 10, *58 275 45 31

garagegalerie, Wiesenstrasse 11 Stefan Vollenweider 11.11.–30.12.

Rheinfelden Trinkhalle Kurbrunnenanlage, Habich Dietschy-Str. 14, kunst lokal rheinfelden 2020 6.11.–22.11.

*61 835 5208

Riggisberg Abegg-Stiftung, Werner Abegg-Str. 67 Arabische Weber – Christliche Könige –ı 8.11.

138 Kunstbulletin 11/2020


Neuchâtel — Rolf Iseli, Ditesheim &

Maffei Fine Art © ProLitteris

Rapperswil — Stefan Vollenweider,

Garagegalerie

Romanshorn Atelier Galerie Demarmels, Amriswilerstrasse 44,

Ludwig Demarmels –ı 22.12.

*71 463 1811

Mayer’s Kulturbad, Kastaudenstr. 11, *79 445 3411 Nina Ripbauer –ı 29.11.

Romont Vitromusée Romont, Au Château Aline Dold, Martin Stebler –ı1.11.

La redécouverte de la couleur

–ı28.2.

Rorschach Forum Würth Rorschach, Churerstrasse 10, *71 225 10 70 Von Kopf bis Fuss –ı 21.2.

José de Guimarães –ı 25.4.

Sachseln Museum Bruder Klaus Sachseln, Dorfstrasse 4,

*41 660 55 83

Weltenmachen

–ı 1.11.

Niklaus von Flüe –ı 1.11.

Sarnen Galerie Hofmatt, Rütistr. 23, *660 7340 Barbara Jäggi 8.11.–6.12.

Schaffhausen Museum zu Allerheiligen, Klosterstr. 16 Hans Josephsohn –ı 15.11.

Menschen sehen –ı 6.12.

Walter Pfeiffer, Hannah Villiger –ı 3.1.

Hühner – Unterschätztes Federvieh –ı 5.4.

–ı 6.12.

Vebikus Kunsthalle Schaffhausen, Baumgartenstrasse 19,

*52 625 2418

Rebekka Gnädinger, Sabina

Gnädinger, Joëlle Flumet, Kooni

Kammgarn West Zwischennutzung, Baumgartenstrasse 23 Jurierte Newcomer*Innen

20.11.–19.12.

Ausstellung

Schwyz Forum Schweizer Geschichte, Hofmatt/Zeughausstr. 5 Made in Witzerland – worüber die –ı24.1.

Schweiz lacht

Seengen Schloss Hallwyl Textil-Oktober auf Schloss Hallwyl –ı 1.11.

Vera Staub –ı 1.11.

Sigriswil Paradiesli, Feldenstr. 87, *33 251 51 55 Basler Künstlergesellschaft BKG –ı 8.11.

Sils/Segl-Maria Sils Museum, Haus Fonio, *44 242 3727 Täler der Frauen –ı 11.4.

Sion Musée d’art du Valais, Place de la Majorie 15, *27 606 4690 Flurina Badel, Jérémie Sarbach –ı 8.11.

Regarder le paysage à travers la –ı 31.12.

collection du Musée

Destination Sammlung –ı 10.1.

Ferme-Asile, Promenade des Pêcheurs 10, *27 203 2111 Valentin Merle –ı 15.11.

Sandrine Pelletier –ı 3.1.

Solothurn Kunstmuseum Solothurn, Werkhofstrasse 30 Michel Grillet –ı1.11.

36. Kantonale Jahresausstellung 14.11.–3.1.

Franziska Baumgartner, Matthias 14.11.–3.1.

Wyss, Roshan Adhihetty

Albert Trachsel –ı 7.2.

Altes Spital Solothurn, Oberer Winkel 2 Ich sehe was, das Du nicht siehst –ı 20.12.

Galerie ArteSol, Hauptgasse 50, Altstadt Vigierhof, Markus Oesch

–ı21.11.

*79 632 40 15

Galerie Löiegruebe, Löwengasse 10 Ulrich Studer –ı 31.10.

Haus der Kunst St. Josef, Baselstr. 27, *32 621 0980 Paul Lipp –ı15.11.

Clare Goodwin

–ı15.11.

Kunstforum Solothurn, Schaalgasse 9, *32 621 38 58 Caro Suerkemper –ı21.11.

Kunstraum Medici, Römerstrasse 1, *79 434 1512 Eva Maria Gisler, Pierre Haubensak –ı28.11.

AGENDA // SCHWEIZ 139


St. Gallen Ausstellungssaal am Klosterhof, Klosterhof 6D Die schönsten Seiten der Schweiz – –ı 8.11.

Geistliche Handschriften

Folcwins Gedächtnis –

–ı 6.1.

Ein Privatarchiv aus dem

frühmittelalterlichen Rätien

Historisches und Völkerkundemuseum, Museumstr. 50 Nomaden auf Zeit –ı 3.1.

Berufswunsch Malerin! –ı 31.1.

Mazandaran-Kelims –ı 31.1.

Kunst Halle Sankt Gallen, Davidstrasse 40 Gernot Wieland –ı 8.11.

Valentina Minnig –ı 8.11.

Kunstmuseum St. Gallen, Museumstrasse 32 Geta Brătescu –ı 15.11.

Adrian Schiess –ı 7.2.

Welt am Draht –ı 7.3.

Wechselspiele –ı 28.3.

Kunstmuseum St. Gallen – Lokremise, Grünbergstr. 7, Siobhàn Hapaska –ı 1.11.

*76 325 8251

Museum im Lagerhaus, Davidstrasse 44, *71 223 5857 Übermütter und Linda Naeff,

–ı 15.11.

Matricule II.

Stiftung Sitterwerk und Kesselhaus Josephsohn,

HOWTO

–ı31.10.

Sittertalstrasse 34, *71 278 87 09

Textilmuseum, Vadianstr. 1 Material Matters –ı 21.2.

AUTO ex NEXTEX, Wassergasse 47, *71 220 83 50

Remixing: Öffentlichkeit, Brunnen –ı 15.11.

und andere Geschichten

Gilgi Guggenheim, Johanna Nissen 26.11.–17.12.

Galerie Paul Hafner, Davidstrasse 40, *71 223 3211 Alexandra Maurer –ı20.12.

Galerie vor der Klostermauer, Zeughausgasse 8,

Hélène Kaufmann Wiss –ı 15.11.

*76 458 11 52

HILTIBOLD, Stützmauer an der Magnihalde/Goliathgasse 15 Katrin Keller, Jiří Makovec –ı7.11.

Kulturraum S4 Vadiana, Notkerstrasse 22, *58 229 32 50 Bella Ciao 12.11.–13.12.

Kulturzentrale, Felsenstrasse 45, *71 223 45 02

*5fünfstern – Offene Ateliers

Ostschweiz

–ı1.11.

St. Moritz Central Art Gallery St. Moritz, Via dal Bagn 15A,

*81 830 0070

Ernestina Abbühl

–ı 10.4.

Jan Geerk –ı 10.4.

Galerie Andrea Caratsch, Via Serlas 12, *81 734 0000 Accrochage – Gallery Artists –ı 30.11.

Hauser & Wirth St. Moritz, Via Serlas 22, *44 446 80 50 Seeing Touch –ı15.11.

Stäfa Roehrs & Boetsch, Dorfstrasse 7, *43 539 56 74 FitArt | Connected in Isolation –ı16.6.

–ı1.11.

Stans Nidwaldner Museum Winkelriedhaus, Engelbergstr. 54A,

*41 618 73 40

Heepä, Gigele, Gäitsche – Mundart

in der Deutschschweiz

Abenteuer Amerika – Pioniergeist

–ı3.1.

im Dienst des Klosters Engelberg

Nathalie Bissig – Gebt her eure 31.10.–7.2.

Äuglein

Philipp von Matt

–ı7.2.

Karl Felix Appenzeller

–ı28.2.

Nachhall und Witterung

–ı31.12.

Salzmagazin, Stansstaderstr. 23, *618 7514

Heepä, Gigele, Gäitsche – Mundart –ı1.11.

in der Deutschschweiz

Mutig, trotzig, selbstbestimmt

–ı1.11.

Steckborn Haus zur Glocke, Seestr. 91, *52 770 2450 Erwin Bossard, Jane Ingram Allen, 21.11.–12.12.

Rhona Mühlebach

Kirchgasse, Kirchgasse 11, *52 761 1608 Birgit Megerle, Robert Müller –ı7.11.

Steffisburg Kunsthaus Steffisburg, Dorfplatz/Schulgässli 15 Nancy Wälti – nivelliert –ı29.11.

Sursee Museum Sankturbanhof, Theaterstr. 9, *41 922 24 00 Unterwegs – Vom Aufbrechen,

–ı28.2.

Ankommen und Weiterziehen

Susch Muzeum Susch, Surpunt 78, *81 861 03 03 Evelyne Axell –ı6.12.

Teufen Zeughaus Teufen, Zeughausplatz 1, *71 335 8030 Grubenmanns Bäuche –ı13.12.

Miro Bannwart

–ı27.12.

140 Kunstbulletin 11/2020


Thalwil

ThalwilerHofKunst, Artbox Perron 4 + 6, Bahnhof Thalwil,

*44 720 78 56

Grubenmann-Museum –ı 31.12.

Hans Zeller –ı 31.12.

Katja Kunz –ı 31.1.

Helen Prates de Matos, Nora

–ı 31.1.

Rekade, Birgit Widmer

Hella Sturzenegger –ı 7.2.

Gret Zellweger –ı 11.4.

Zwischen Farben 22.11.–25.4.

ArtBox 97 – Stephan Forster –ı 2.11.

ArtBox 98 – Hochhinaus 6.11.–11.1.

Thun Kunstmuseum Thun, Hofstettenstrasse 14, *33 225 84 20 Johannes Itten –ı 22.11.

Marquard Wocher –ı 29.11.

Kunstraum Satellit Thun, Scheibenstrasse 2 Sabine Frei, Kornelia Gysel –ı 5.11.

Thun-Panorama, Hofstettenstrasse 14, Schadaupark,

*33 223 2462

Jenseits des Panoramas. Zur

Konstruktion von Landschaft

–ı 29.11.

Trun Museum Sursilvan, Via principala 74, *81 943 1139 Alois Carigiet 2020 –ı31.10.

Uetikon am See Förderverein Kunst- & Kulturfenster rechter Zürichsee im «Leuchte grell, Zitronengelb!»

–ı30.1.

Gemeindehaus Uetikon, Bergstrasse 90, *53 880 54 Hermann Hesse als malender

Dichter. Tessiner Aquarelle

1919–1937

Unterägeri lakeside gallery, Lorzenstrasse 5, *76 761 28 30 Simona Deflorin –ı 22.11.

Unterseen Kunstsammlung Unterseen, Dachstock Stadthaus, Oberländer Fotografen stellen aus –ı 8.11.

*33 822 08 74

Val Müstair Chasa Parli, Plaz d’Ora 12 Last Exit Eden –ı 31.12.

Versam Safiental Tourismus, Safiental Tourismus/Haus Signina, Art Safiental 2020

–ı1.11.

Hauptstrasse 35, *81 630 60 16

Versoix Galerie du Boléro, Chemin Jean-Baptiste Vandelle 8, Avant Demain (2. Teil) –ı 13.12.

*22 775 66 00

Vevey Musée Jenisch Vevey, 2, avenue de la Gare, *21 925 35 20 Monique Jacot – Transferts et

–ı 6.12.

héliogrammes

Marguerite Burnat-Provins

–ı24.1.

Visp Galerie zur Schützenlaube, Ecke Schützenhausgasse /

Stapfengasse, *27 923 1037

Heinz Julen

–ı 1.11.

Stefanie Salzmann 14.11.–6.12.

Wädenswil Kunsthalle 8000, Zugerstrasse 180 Luigi Archetti, Rauschen 7.11.–14.2.

Kunstkasten Wädenswil, Bahnhof, Bahnhofunterführung Malerei –ı 31.10.

Waldenburg Biennale «Ville des Arts» Waldenburg / BL, Zentrum 1. Biennale «Ville des Arts» –ı 31.10.

Walenstadt Museum Bickel, Zettlereistrasse 9, *81 710 2777 Mit allen Wassern –ı22.11.

Warth

Kunstmuseum Thurgau / Ittinger Museum, Kartause Claudio Hils

–ı18.4.

Ittingen, *58 345 1060

Wattwil Galerie 1923, Bahnhofstrasse 22, *716900037 Galerie Neueröffnung –ı29.11.

Wettingen Galerie im Gluri Suter Huus, Bifangstrasse 1, *56 426 2969 Karoline Schreiber –ı22.11.

Gertrud Debrunner

–ı22.11.

Museum Eduard Spörri, c/o Angelika Meier,

Schartenfelsstrasse 7, *79 460 5015

Freidimensional – Sachen & Dinge

im Weltformat

–ı29.11.

Wetzikon Galerie Kemptnertobel, Tobelweg 9, *76 231 8886 Kunst Art Rheintal im Zürioberland 6.11.–22.11.

Wil Kunsthalle Wil, Grabenstrasse 33, *71 913 53 73 Rebecca Kunz 8.11.–20.12.

Willisau Gefängnis Willisau, Vorstadt 9 eingefangen und ausgestellt –ı8.11.

Winterthur Fotomuseum Winterthur, Grüzenstrasse 44 + 45 Street. Life. Photography –

–ı 10.1.

Street Photography aus sieben

Jahrzehnten

Fotostiftung Schweiz, Grüzenstrasse 45, *52 234 1030 Robert Frank –ı 10.1.

Gewerbemuseum Winterthur, Kirchplatz 14, *52 267 51 36 Federn – wärmen, verführen, fliegen –ı 1.11.

Anna Rubin –ı 22.11.

Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus,

Museumstrasse 52, *52 267 51 62

Bewegte Bilder

–ı 15.11.

David Claerbout –ı 15.11.

Keren Cytter –ı 15.11.

AGENDA // SCHWEIZ 141


Zofingen — huber.huber, Kunsthaus

Zofingen

Zürich — Zheng Bo, Migros Museum

für Gegenwartskunst

Zürich — Léon Wuidar, Museum Haus

Konstruktiv © ProLitteris

Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten,

Stadthausstr. 6, *52 267 5172

Lutz & Guggisberg. Ofen, Geist und –ı 10.1.

Meister

Adriaen van Ostade

–ı 8.11.

Porträtminiaturen des Biedermeier –ı 31.1.

Modernité – Renoir, Bonnard,

–ı 20.2.

Vallotton

Kunsthalle Winterthur, Marktgasse 25, *52 267 5132 Adrian Schiess –ı 8.11.

Klaudia Schifferle 22.11.–24.1.

40 Jahre Kunsthalle Winterthur:

–ı 4.4.

Die Zukunft war schöner

Villa Sträuli, Museumsstr. 60, *52 260 0610

Karin Mächler, Helen Grossmann, 31.10.–22.11.

Kaspar Toggenburger

Atelier-Galerie raku-art, Tösstalstrasse 14, *52 203 10 88 Figuren und Gefässe –ı 14.11.

COALMINE Forum für Dokumentarfotografie, Turnerstr. 1,

*52 268 6868

Resisting Images, Images

Responding

–ı 31.10.

Galerie am Eulachpark, Ida-Sträuli-Strasse 73e Karl Sauter –ı 8.11.

oxyd – Kunsträume, Untere Vogelsangstrasse 4

Tim Hergersberg, Luca Harlacher, 21.11.–20.12.

Michaël Reinhold

Worb Atelier Worb, Enggisteinstrasse 2, *77 452 6219 Heinz Stähli –ı 8.11.

Yverdon-les- Centre d’art contemporain Yverdon-les-Bains,

Rock me baby –ı 23.12.

Bains

Place Pestalozzi, *24 423 63 80

Galerie d’Art Kaminska & Stocker, Rue de la Plaine 22, Max Roth, Mario Volpe –ı 31.10.

*24 425 6011

Zofingen Kunsthaus Zofingen, Gen. Guisan-Str. 12, *62 751 4829 huber.huber 14.11.–14.2.

Zug Kunsthaus Zug, Dorfstrasse 27 BeZug –ı10.1.

Galerie Carla Renggli, Ober-Altstadt 8 Maurice Ducret –ı 29.11.

GALERIE URS REICHLIN AG, Baarerstrasse 133 Claude Hermann –ı 21.11.

Hiroyuki Masuyama –ı 21.11.

Reto Bärtschi –ı 21.11.

Urs Holzgang –ı 21.11.

Christopher Lehmpfuhl –ı 9.1.

Zürich ETH Hönggerberg, Stefano-Franscini-Platz 5 Confinement –ı 18.12.

FEM-NET.ART, Dorfstrasse 9

throwback – eine Hommage an den –ı 21.11.

Sommer

Friedhof Forum, Friedhof Sihlfeld/Aemtlerstr. 149 Und was vom Ende bleibt –ı 28.1.

gta Ausstellungen, Stefano-Franscini-Platz 5 Drawings –ı 19.12.

Helmhaus, Limmatquai 31, *44 415 56 77

V. Billy, L. Bourgogne, St. Burger, –ı 15.11.

F. Germann, M. Mousset

Johann Jacobs Museum, Seefeldquai 17, *44 388 6190 Lebenslinien 12.11.–25.4.

Kunsthalle Zürich, Limmatstr. 270

Isabel Lewis: Scalable Skeletal

–ı 8.11.

Escalator

Kunsthaus Zürich, Heimplatz 1 Landschaften –ı 8.11.

Kader Attia –ı 15.11.

142 Kunstbulletin 11/2020


Zürich — Atelier Righini Fries

©P. Guggenheim, Bondo

Zürich — Federico Herrero, Edition

VFO

Zürich — Rudolf Urech-Seon, Galerie

Bromer

Im Herzen wild 13.11.–14.2.

Landesmuseum Zürich, Museumstrasse 2, *44 218 65 11 Der erschöpfte Mann –ı10.1.

Einfach Zürich –ı 31.1.

Sammlung im Westflügel –ı 31.12.

Familienausstellung –ı 31.12.

Geschichte Schweiz –ı 31.12.

Archäologie Schweiz –ı 1.1.

Migros Museum für Gegenwartskunst, Limmatstrasse 270 Potential Worlds 2: Eco-Fictions 24.11.–21.2.

Musée Visionnaire/Outsider Art, Predigerplatz 10,

Faxen Flausen Firlefanz –ı 20.12.

*44 251 6657

Museum für Gestaltung – Schaudepot,

Lee Miller

–ı3.1.

Pfingstweidstrasse 96

Museum Haus Konstruktiv, Selnaustrasse 25 Amalia Pica –ı17.1.

Léon Wuidar

–ı17.1.

Museum Rietberg, Gablerstrasse 15 Schattentheater aus Java –ı29.11.

Sehnsucht Natur

–ı17.1.

Museum Strauhof, Augustinergasse 9 Kosmos Dürrenmatt –ı 10.1.

Photobastei 3.0, Sihlquai 125, *44 240 2200 Zürich – Schwarz auf Weiss –ı6.12.

Stiftung BINZ39, Sihlquai 133 Vincent Kriste –ı14.11.

Issue de Secours 19.11.–20.12.

Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg,

Hottingerstr. 8, *43 818 5406

Renate Bodmer, Melanie Rüegg-

Leuthold

–ı 31.10.

Maria Pomiansky 12.11.–13.2.

Stiftung Righini-Fries, Klosbachstr. 150, *43 268 0530 Varlin –ı19.12.

Villa Patumbah, Zollikerstr. 128, *44 254 5790 Patumbah liegt auf Sumatra –ı 30.5.

Völkerkundemuseum/Univers. Zürich, Pelikanstr. 40 Samuel Schütz, Thomas Kaiser –ı6.12.

Seladon im Augenmerk

–ı7.3.

Ohne Honig hast du nichts zu essen 22.11.–30.1.

ZAZ Zentrum Architektur Zürich, Höschgasse 3 Zürich 1980. Bewegter Alltag –ı17.1.

Zentralbibliothek, Zähringerplatz 6 Krieg und Frieden –ı12.12.

Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, *415 68 68 «120 Tage im Rausch» –ı8.12.

A1 M.O.V.E., Bändliweg 20, *43 311 7010 Annika Schick –ı2.12.

AIA Art AG, Zeltweg 67

Breath / Taking Human Rights 20.11.–15.12.

through the prism of art

Andres Thalmann Zürich, Talstrasse 66, *44 210 2002 Eamon O’Kane –ı7.11.

Annemarie Verna Galerie, Neptunstrasse 42, *44 262 3820 Bishop, Francisco, LeWitt,

–ı19.12.

Mangold, Plimack Mangold

annex14, Limmatstrasse 270, *44 202 44 22

M. Linck, W. LInck, P. Clemens 31.10.–19.12.

Brand

BELETAGE Art Space, Utoquai 41, c/o Dr. Rai Winata Micah Lexier –ı23.12.

Christophe Guye Galerie, Dufourstrasse 31, *44 252 0111 Abstraktionen –ı22.11.

Erik Madigan Heck –ı 22.11.

Edition VFO, Verena-Conzett-Str. 7 When color becomes form –ı31.1.

AGENDA // SCHWEIZ 143


Zürich — James Turrell, Häusler

Contemporary. Foto: F. Holzherr

Zürich — Thomas Arnolds, Livie Fine

Art

Fabian & Claude Walter Galerie, Rämistrasse 18,

*44 440 4018

Collector’s Room

–ı 31.10.

Gabi Hamm –ı 31.10.

Hyperrealismus trifft Pop- 12.11.–28.11.

Surrealismus

Fabian Lang, Obere Zäune 12, *44 223 54 33 Mira Schor –ı 31.10.

Galerie am Lindenhof, Pfalzgasse 3 Thomas Pfister –ı1.11.

Luzian Spescha 4.11.–17.11.

Silvia Lüscher-Wiesmann 18.11.–24.11.

Emanuela Bottana, Isabella Bieri 25.11.–1.12.

Galerie Bromer Zürich, Rämistrasse 3, *62 918 10 80 Rudolf Urech-Seon –ı 19.12.

Galerie Eva Presenhuber, Maag Areal, Zahnradstr. 21,

*43 444 7050

Ugo Rondinone –ı 19.12.

Galerie Eva Presenhuber, Waldmannstrasse,

Waldmannstrasse 6

Joe Bradley

–ı 31.10.

Martin Boyce 14.11.–19.12.

Galerie Francesca Pia, Limmatstrasse 268 Arrows, curated by Eva Svennung –ı 7.11.

Galerie Gmurzynska Paradeplatz, Paradeplatz 2,

Arnulf Rainer –ı 30.11.

*44 226 7070

Galerie Gmurzynska Talstrasse, Talstrasse 37,

Arnulf Rainer –ı 30.11.

*44 226 7070

Kulturclub Lebewohlfabrik, Fröhlichstr. 23 Stefan Heinichen –ı 26.11.

Galerie La Ligne, Heinrichstr. 237, *43 205 2829 Aurelie Nemours –ı 28.11.

Galerie Lange + Pult Zürich, Rämistrasse 27, *44 212 2000 Henrik Eiben 31.10.–19.12.

Galerie Le Sud, Rotwandstrasse 52 Eugenia A. Burgo – The Bloom Series –ı 31.10.

Galerie Mark Müller, Hafnerstrasse 44 XXX die III. 7.11.–19.12.

Fabian Treiber 7.11.–19.12.

Galerie Orlando, Stockerstrasse 45, *43 497 2482

Geneviève Claisse, Auguste Herbin –ı 26.6.

und die abstrakte Vielfalt

Galerie Palü Pop up, Talacker 41, *79 267 04 92 Lukas R. Vogel –ı 31.10.

Fabian Albertini 10.11.–12.12.

GALERIE PHILIPPZOLLINGER ZÜRICH, Schlossgasse 5 Bea Orlandi, Arnaud Wohlhauser –ı 30.1.

Galerie Sylva Denzler, Gemeindestrasse 4 Klaus Born –ı 21.11.

Galerie Wenger, Mühlebachstr. 12, *43 211 30 33 Klaus Staudt –ı 31.10.

Galerie Wild, Limmatstr. 257 Reinhard Stangl, Michael Jastram –ı 21.11.

Graphische Sammlung ETH, Rämistrasse 101,

Franz Gertsch –ı 15.11.

*44 632 4046

Gregor Staiger, Limmatstr. 268, *78 759 3949 Vittorio Brodmann –ı 31.10.

Hard-Cover Art Gallery, Hardplatz 21 Regula Stettler –ı 14.11.

Hauser & Wirth Zürich, Limmatstr. 270 Rita Ackermann –ı 18.12.

Matthew Day Jackson –ı 18.12.

Livie Fine Art, Claridenstrasse 34 Thomas Arnolds, André Butzer –ı 17.12.

Häusler Contemporary Zürich, Stampfenbachstrasse 59,

*43 810 0426

James Turrell –ı 22.12.

144 Kunstbulletin 11/2020


Belgien *0032

Havana Galerie, B Liaskowski, Dienerstr. 30

Katharina Sochor-Schüpbach

–ı 31.12.

Bergwelten

Johanneskirche, Limmatstrasse 112 huber.huber –ı 9.6.

Karma International Zürich (75), Weststrasse 75,

Ser Serpas –ı 21.3.

*76 327 2278

Kellergalerie, Selnaustr. 15, *79 329 5856 Shiva Guruji –ı 11.11.

Kinderspital Zürich, Steinwiesstrasse 75

«My Light» – Ein Lichtraum des

–ı 6.12.

Künstlers James Turrell für das

Kinderspital Zürich

Last Tango, Gasometerstrasse 30 Marlene McCarty & Rasmus Myrup –ı 14.11.

Lévy Gorvy with Rumbler, Kirchgasse 50, *44 260 44 00 The World Upside Down – Georg

–ı 11.12.

Baselitz

Lullin + Ferrari, Limmatstrasse 214, *43 205 2607 Clare Goodwin –ı 5.12.

Mai 36 Galerie, Rämistrasse 37

Luigi Ghirri, Christian Lindow, Daan –ı 7.11.

Van Golden

Matt Mullican –ı 7.11.

Zang Kunkun 20.11.–9.1.

Ernst Caramelle, Jorge Méndez 20.11.–9.1.

Blake, Christoph Rütimann

Koenraad Dedobbeleer, Luigi

20.11.–9.1.

Ghirri, Giorgio Morandi

nano – Raum für Kunst, Röschibachstr. 57, *79 785 22 29 Carola Bürgi, Eva Stürmlin –ı 13.11.

Parkett-Ausstellungsraum, Limmatstr. 270, 2 nd Floor, Unique

–ı18.12.

*44 500 38 64

Photography Exhibit, Rote Fabrik, Seestrasse 395 Björn Allemann –ı14.11.

Rindermarkt 23, Rindermarkt 23 Andreas Lumineau –ı8.11.

sam scherrer contemporary, Kleinstr. 16, *44 260 4433 Ursula Steinacher –ı7.11.

Valentin Magaro 14.11.–28.11.

Visarte Zürich, Schoffelgasse 10, *44 252 4161 Tanja Trampe –ı 31.10.

Selina Zürrer 5.11.–7.11.

Arian Zeller 12.11.–14.11.

Michèle Scaramuzza, Hanspeter 19.11.–21.11.

Keller

Ursula Hirsch 26.11.–28.11.

Windhager von Kaenel, Aemtlerstrasse 74 Charles Benjamin –ı 31.10.

Antwerpen Tim Van Laere Gallery, Jos Smolderenstraat 50,

Adrian Ghenie –ı 28.11.

*3 257 14 17

Anvers Musée d’Art Contemporain Anvers, Leuvenstraat 32 Monoculture – Une histoire récente –ı24.1.

Brüssel BOZAR-Expo, Rue Ravenstein 23, *2 507 8200 Philippe Vandenberg –ı 3.1.

Danser Brut –ı 10.1.

HANGAR Brussels, 18 rue du Châtelain, Ixelles PhotoBrussels Festival 05 20.11.–23.1.

La Verrière, boulevard de Waterloo 50, *2 511 2062 Barbara Chase-Riboud –ı 5.12.

Centrale for contemporary art Bruxelles, Place sainte Xavier Noiret-Thomé, Henk Visch –ı 17.1.

catherine, 44, *279 6435

Xavier Hufkens, Sint-Jorisstraat 6–8 rue Saint-Georges,

*32 2 639 6730

Tracey Emin –ı 19.12.

Eupen

Gent

IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst, Rotenberg

12B, *87 560 110

S.M.A. K. – Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, jan

hoetplein, 1, *9 323 60 01

Unter gewissen Umständen

–ı 1.11.

Artconnection selected by IKOB 6.11.–8.11.

Francis Feidler 24.11.–31.1.

Marcel Broodthaers

–ı 31.12.

Panamarenko –ı 31.12.

Kris Martin –ı 3.1.

Meggy Rustamova –ı 17.1.

Anna Boghiguian 31.10.–21.2.

Richard Venlet –ı 21.2.

AGENDA // SCHWEIZ / BELGIEN 145


Kelmis Museum Vieille Montagne, Lütticher Straße 278,

*87 65 75 04

Leuven Museum Leuven, Leopold Vanderkelenstraat 28,

*16 272 929

Steffen Ademmer –ı 10.10.

M-collection

–ı 31.12.

Thomas Demand –ı 18.4.

Liège La Boverie, Parc de la Boverie Andy Warhol –ı 28.2.

MAMAC Musée d’Art Moderne et d’art contemporain, 3, She-Bam Pow POP Wizz –ı 28.3.

Parc de la Boverie

Dänemark *0045

Aarhus ARoS Aarhus Kunstmuseum, Aros Allé 2, *8 730 66 00 Joana Vasconcelos –ı 12.12.

Far From Home –ı 28.11.

Humlebæk Louisiana Museum of Modern Art, Gl. Strandvej 13 Fantastic Women –ı 8.11.

Anupama Kundoo –ı 31.1.

Ishøj Arken Museum of Modern Art, Skovvej 100, *43 540 222 Mark Dion –ı 10.1.

Deutschland *0049

Aachen Centre Charlemagne, Katschhof 1, *241 342 49 31 Der gekaufte Kaiser – Die Krönung

Karls V. und der Wandel der Welt

Ludwig Forum für internationale Kunst,

Jülicher Strasse 97–109

Suermondt Ludwig Museum, Wilhelmstr. 18

Ahrenshoop Kunstmuseum Ahrenshoop, Weg zum Hohen Ufer 36,

*38220 66 790

Christoph Mueller

Bon Voyage. Reisen in der Kunst

der Gegenwart

Dürer war hier – Eine Reise wird

Legende

–ı 24.1.

–ı 10.1.

13.11.–11.4.

–ı24.10.

Margret Middell

–ı 20.11.

Elisabeth Shaw –ı 22.11.

Alkersum Museum Kunst der Westküste, Hauptstr. 7 See Stücke | Fakten und Fiktion –ı 10.1.

Arnsberg Kunstverein Arnsberg, Königstrasse 24 Ariel Reichmann –ı22.11.

Aschaffenburg Kunsthalle Jesuitenkirche, Pfaffengasse 26,

Bernd Zimmer 7.11.–21.2.

*6021 218 698

Neuer Kunstverein Aschaffenburg, Landing Str. 16, Starke Frauen 2020 –ı 22.11.

*6021 299 278

Backnang Galerie der Stadt, Petrus-Jacobi-Weg 1 Vincent Tavenne –ı 15.11.

Riecker-Raum: Kinderreich! –ı 31.1.

Uta Zaumseil 21.11.–21.2.

Bad Homburg Museum Sinclair-Haus, Löwengasse 15, *6172 171 2120 Was ist Natur? –ı 24.1.

Bad Homburg Galerie Scheffel, Ferdinandstraße 19, *61 72 2 89 06 Dietrich Klinge –ı 14.11.

vor der Höhe

Bad Rothenfelde lichtsicht, Parkstraße 44

lichtsicht 7 Projektions-Triennale –ı 21.2.

Bad Rothenfelde

Bautzen Stadtmuseum Bautzen, Kornmarkt 1 Karten spielen –ı17.1.

Bergisch

Gladbach

Kunstmuseum Villa Zanders, Konrad-Adenauer-Platz 8,

*2202 142 334

Jutta Dunkel, Martin Rosswog

Neu aufgestellt –

Neuerwerbungen, Schenkungen,

Dauerleihgaben und mehr

–ı 22.11.

–ı 6.6.

Berlin Akademie der Künste, Hanseatenweg 10 Positionen zur europäischen Stadt –ı 22.11.

für das 21. Jahrhundert

Akademie der Künste Berlin, Pariser Platz 4 Bilderkeller –ı 31.12.

Kontinent – Auf der Suche nach

–ı10.1.

Europa

Alte Nationalgalerie, Bodestrasse 1–3, *30 2090 5801 Dekadenz und dunkle Träume. Der –ı 17.1.

belgische Symbolismus

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124–128 Gezeichnete Stadt –ı 4.1.

The Blow-Up Regime –ı 5.4.

–ı 11.4.

Deutsches Historisches Museum Berlin, Unter den

Linden 2

Von Luther zu Twitter. Medien und

politische Öffentlichkeit

Gemäldegalerie Berlin, Matthäikirchplatz Zwischen Kosmos und Pathos –ı 1.11.

Anthony Caro –ı 15.11.

146 Kunstbulletin 11/2020


Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7

Masculinities: Liberation through –ı10.1.

Photography

Otobong Nkanga –ı 13.12.

Hamburger Bahnhof, Invalidenstr. 50–51, *30 397 8340 Magical Soup –ı 3.1.

Katharina Grosse

–ı10.1.

Michael Schmidt –ı 17.1.

Haus am Lützowplatz, Lützowplatz 9, *30 261 3805 In weiter Ferne so nah –ı 8.11.

Zusammen. 30 Jahre

–ı 29.11.

Wiedervereinigung aus

künstlerischer Perspektive

Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30

Berta Fischer, Björn Dahlem, Naum

Gabo

–ı10.1.

KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Am

Sudhaus 3, *30 8 3215 9120

Lerato Shadi

–ı 7.2.

The Invented History –ı 21.2.

Ann Oren –ı 21.2.

Nik Nowak –ı 16.5.

Kulturforum, Sonderausstellungshalle, Matthäikirchplatz Status Macht Bewegung –ı10.1.

Kunstgewerbemuseum, Tiergartenstraße 6 Atmoism – Gestaltete Atmosphären –ı 10.1.

Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 8

Der unbekannte politische

Gefangene

–ı 21.2.

Märkisches Museum Berlin, Am Köllnischen Park 5,

*30 2400 2162

Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst,

Auguststrasse 69

Chaos & Aufbruch – Berlin

1920/2020

11. Berlin Biennale für

zeitgenössische Kunst

–ı 30.5.

Museum für Fotografie Berlin, Jebensstr. 2 Helmut Newton’s Private Property –ı 31.12.

Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestr. 128–129 Hans Haacke –ı 15.1.

Lost in America –ı 17.1.

Herta Müller –ı 31.8.

Schinkel Pavillon, Oberwallstr. 1, *30 2088 6444 John Miller –ı 13.12.

Stiftung Neue Synagoge Berlin, Oranienburger Straße Robert Capa. Berlin Sommer 1945 –ı 30.4.

28–30, *30 88 028 396

Times Art Center Berlin, Brunnenstraße 9, *30 247 81 038 Palm Reader –ı 12.12.

kajetan Berlin – Raum für Kunst, Gneisenaustr. 33, Bettina Blohm –ı 21.11.

*176 57 79 26 51

Alpha Nova & Galerie Futura, Am Flutgraben 3,

*30 37005547

Fragmented Narratives –ı 6.11.

–ı 1.11.

Buchmann Box, Charlottenstr. 75, *30 258 99929 Bettina Pousttchi –ı 31.10.

Buchmann Galerie Berlin, Charlottenstr. 13 Bettina Pousttchi –ı 31.10.

Clare Woods –ı 31.10.

C/O Berlin Foundation. Amerika Haus, Hardenbergstraße

22–24, *30 284 4416 0

Harald Hauswald, Michael Danner,

Felicity Hammond

–ı 23.1.

Capitain Petzel, Karl-Marx-Allee 45 Ross Bleckner –ı 7.11.

Dorothée Nilsson, Potsdamer Straße 65, *170 547 07 07 Sacha Weidner –ı 31.10.

Ebensperger Rhomberg Berlin, Plantagenstr. 30,

Marta Górnicka –ı 8.11.

*30 7469 1319

Galerie Hilleckes Probst, Suarezstraße 55 Eliška Bartek 7.11.–16.1.

Galerie Judin, Potsdamer Str. 83 (Hof), *30 3940 4840 Tom of Finland –ı 19.12.

Galerie Kornfeld Berlin, Fasanenstraße 26,

Tamara Kvesitadze –ı 15.11.

*30 889 225 890

Galerie Nordenhake Berlin, Lindenstrasse 34 Helen Mirra –ı 14.11.

Spencer Finch 20.11.–9.1.

Galerie oqbo, Brunnenstr. 63, *157 7536 6352 6 aus 192 –ı 19.12.

Kewenig, Brüderstr. 10, *30 3988 0380 Raimund Girke –ı 7.11.

Kunstverein Ost – KVOST, Leipziger Strasse 47,

Jürgen Wittdorf –ı 14.11.

*30 0177 442 2055

Rasche Ripken, Linienstrasse 148, *30 4005 4160 Jan Ros –ı 31.10.

Sprüth Magers Berlin, Oranienburger Str. 18 Andreas Gursky –ı 14.11.

AGENDA // BELGIEN / DÄNEMARK / DEUTSCHLAND 147


Bernau bei

Berlin

Tanja Wagner, Pohlstrasse 64 Grit Richter –ı 31.10.

WOLF KAHLEN MUSEUM, Am Pulverturm, *49 3338 75 31 75 Wolf Kahlen zum 80. Geburtstag: –ı 20.12.

RaumSegmente 1965–69

Bielefeld Kunstverein Bielefeld, Welle 61 The Immanent Horizon –ı1.11.

Bonn Bundeskunsthalle, Helmut-Kohl-Allee 4 Julius von Bismarck –ı24.1.

Max Klinger –ı 31.1.

Bonner Kunstverein, Hochstadenring 22 Anna-Sophie Berger –ı22.11.

Das Esszimmer – Raum für Kunst+, Mechenstr. 25, Matthias Aeberli

–ı16.1.

*228 5387 6612

Bordesholm Galerie Göldner, Holstenstraße 69 Thomas Ruckstuhl –ı7.11.

Borken FARB Forum Altes Rathaus Borken, Markt 15 Imi Knoebel –ı 10.1.

Sighard Gille

–ı17.1.

Bottrop Josef Albers Museum, Im Stadtgarten 20 Bernhard Fuchs –ı8.11.

Braunschweig Museum für Photographie Braunschweig, Helmstedter Albrecht Fuchs

–ı6.12.

Strasse 1

Bremen Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21 Alex Beriault –ı15.11.

Was machen Sie um zwei? Ich

–ı 20.12.

schlafe.

Kunsthalle Bremen, Am Wall 207

Kunstpreis der Böttcherstrasse in –ı1.11.

Bremen 2020

The Picasso-Connection 21.11.–21.3.

Künstlerhaus Bremen, Am Deich 68/69 Heinz Peter Knes –ı22.11.

Weserburg Museum für moderne Kunst, Teerhof 20 Neuspréch –ı13.12.

So wie wir sind 2.0 –ı 10.1.

Elina Brotherus

–ı21.2.

Celle Kunstmuseum Celle/Slg. Robert Simon, Schlossplatz 7 Parallel Worlds. Art, Science &

–ı28.2.

Fiction

Darmstadt Institut Mathildenhöhe, Olbrichweg 13 A Staging Identity –ı28.2.

Dessau Stiftung Bauhaus Dessau, Gropiusallee 38, *340 650 8250 Lebensraum Stadt –ı22.11.

Gestaltung von Lebenswelten –ı 10.1.

Donaueschingen

Dortmund

Museum Art.Plus, Museumsweg 1

Museum am Ostwall im Dortmunder U, Leonie-Reygers-

Terrasse

Jan Jelinek

–ı 15.11.

Flavio Paolucci 22.11.–14.3.

Vollgas – Full Speed

–ı11.4.

Print Print Print

–ı15.11.

Dresden Albertinum Dresden, Tzschirnerplatz 2 Gerhard Richter –ı29.11.

Intervention Caspar David

–ı 31.10.

Friedrich/Hermann Nitsch

Jägerhof, Köpckestr. 1 Geschöpfe schaffen & Welten bauen –ı 11.4.

Kraszewski-Museum, Nordstraße 28

Polen in meinen Augen. Die

–ı 31.1.

Heimreise

Kunsthaus Dresden, Rähnitzgasse 8 Nachbarschaften –ı 31.12.

Dresdner Erklärung der Vielen –ı 31.12.

Residenzschloss, Taschenberg 2, *351 49 14 2000 Stadtbilder Europas –ı 24.1.

Schloss Pillnitz, August-Böckstiegel-Straße 2,

*351 49 14 2000

Schönheit der Form

Common Knowledge – Design in

Zeiten der Informationskrise

–ı 1.11.

–ı 1.11.

Duisburg Cubus Kunsthalle, Friedrich-Wilhelm-Str. 64 Heinz Josef Klassen –ı22.11.

Lehmbruck Museum, Düsseldorfer Str. 51 Wilhelm Lehmbruck. Ein Leben –ı31.12.

Stephan Balkenhol

–ı21.2.

Sachlich. Realistisch. Magisch

–ı18.7.

Museum DKM, Güntherstrasse 13–15, *203 9355 5470 Sinn- und Endlichkeit –ı7.3.

Claudia Terstappen, Richard Long

–ı7.3.

Düsseldorf K21 Kunstsammlung NRW, Ständehausstr. 1, *211

8381204

Hito Steyerl

–ı 10.1.

Simon Denny –ı 17.1.

Kai 10/Arthena Foundation, Kaistrasse 10 A Long Time Short –ı 13.12.

Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4 Surprize –ı 1.11.

148 Kunstbulletin 11/2020


Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Grabbeplatz 5,

*211 8381204

Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4–5, *211 899 0200

Technology Transformation

–ı 24.1.

Thomas Ruff –ı 7.2.

Empört euch! Kunst in Zeiten des –ı10.1.

Zorns

Caspar David Friedrich und die

–ı 7.2.

Düsseldorfer Romantiker

Galerie Conrads, Lindenstr. 167 Guy Yanai –ı31.10.

Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen,

Grabbeplatz 4

Josef Strau

–ı 22.11.

Jahresgaben 2020 14.11.–22.11.

Sies + Höke Galerie, Poststrasse 2+3, *211 301 4360 Claudia Wieser –ı 2.11.

Ulrich Erben –ı 21.11.

Julius von Bismarck –ı 24.1.

Emden Kunsthalle Emden, Hinter dem Rahmen 13, *21 975 050 Helmut Sturm –ı 17.1.

Mit heißem Herzen –ı 17.1.

Essen Museum Folkwang, Museumsplatz 1, *201 884 5444 Keith Haring –ı 29.11.

Rettet die Liebe! –ı 29.11.

Esslingen/N Galerie der Stadt Esslingen, Pulverwiesen 25 Hoël Duret –ı15.11.

Frankfurt am

Main

Freiburg im

Breisgau

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V.,

Schaumainkai 41

Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43

Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, Schaumainkai 17

Museum MMK für Moderne Kunst, Domstrasse 10,

*69 2123 0447

Schirn Kunsthalle, Römerberg

Städel Museum, Schaumainkai 63

The Sound of Disney (1928–1967) –ı 10.1.

Häuser des Jahres 2020 – Die

–ı 17.1.

besten Einfamilienhäuser

Einfach Grün 14.11.–4.4.

Michelle Elie wears Comme des

–ı1.11.

Garçons

Anette Lenz

–ı3.1.

Rob Crosse, Richard Sides, Sung

–ı31.1.

Tieu

Meet asian art

–ı7.11.

ZOLLAMT MMK: Precious

–ı1.11.

Okoyomon. Earthseed

Frank Walter

–ı15.11.

MUSEUM MMK: Frank Walter. Eine –ı15.11.

Retrospektive

TOWER MMK: Sammlung –ı 30.5.

Ramin Haerizadeh, Rokni

–ı13.12.

Haerizadeh, Hesam Rahmanian

Niederländische Zeichnungen des –ı 10.1.

18. Jahrhunderts (AT)

Bernhard Knaus Fine Art, Niddastr. 84 Herbert Hinteregger –ı 31.10.

Wilma Tolksdorf Frankfurt/Main, Hanauer Landstr. 136,

*69 4305 9427

Axel Hütte

–ı7.11.

Öffentlicher Raum Stadt Freiburg i. Br., unterschiedliche Öko-logics. Die neuen Sphären

–ı29.11.

Orte in der Stadt

der Welt

Galerie für Gegenwartskunst, E-Werk Freiburg e.V.,

Eschholzstr. 77, *761 207 570

Museum für neue Kunst Freiburg/B, Marienstrasse 10a,

*761 201 2581

Museum Natur und Mensch, Gerberau 32, *761 201 2566

Archäologisches Museum Colombischlössle, Rotteckring 5

Fluid Bodies

Vikenti Komitski, Patrick Goddard

Modern Love

Ausgepackt! 125 Jahre

Geschichte(n)

Der römische Legionär – Weit mehr

als ein Krieger

–ı1.11.

–ı1.11.

–ı7.3.

Kunstverein Freiburg, Dreisamstr. 21 Jesse Darling –ı1.11.

Friedrichshafen Zeppelin Museum, Seestrasse 22, *7541 38 010 Marta Hoepffner, Willi Baumeister –ı1.11.

Vernetzung der Welt

–ı1.11.

Giessen Neuer Kunstverein, Ecke Licher Str./Nahrungsberg,

*641 250 9444

Erik Sturm

–ı21.11.

–ı 10.1.

–ı7.2.

AGENDA // DEUTSCHLAND 149


Halle

Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale), Friedemann- Karl Lagerfeld –ı 6.1.

Bach-Platz 5

Hamburg Altonaer Museum, Museumstraße 23 Fide Struck –ı 23.11.

Bucerius Kunst Forum, Rathausmarkt 2 Georges Braque –ı 24.1.

Hamburger Kunsthalle, Glockengiesserwall 5,

*40 428 131 200

Heart – 100 Artists. 1 Mission

–ı 8.11.

Max Beckmann –ı 24.1.

Die Absurde Schönheit des Raumes –ı 7.3.

Unfinished Stories –ı 29.8.

Hans Makart –ı 31.12.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz Peter Lindbergh –ı 1.11.

Susanne Kriemann –ı 31.1.

Syria 2087. Fossilien der Zukunft –ı 25.4.

Galerie Borchardt, Hopfensack 19 TRAK Wendisch OXID –ı 26.2.

–ı 8.11.

Salon der Gegenwart/Garten der Gegenwart,

Rothenbaumchaussee 145

Garten der Gegenwart – Katharina

Grosse, Claudia Comte, Alicja

Kwade, Ewa Partum u.a.

salondergegenwart, Alter Wall 20 10. salondergegenwart –ı 8.11.

Hannover Kestnergesellschaft, Goseriede 11 Azra Aksamijauser, Olivier

–ı 10.1.

Guesselé-Garai

Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz Elementarteile –ı 30.11.

Kunstverein Hannover, Sophienstrasse 2

Die Leichtigkeit des Fragilen (Slg. –ı 15.11.

Schürmann)

Hennef (Sieg) Susanne Neuerburg, Frankfurter Straße 91 Cherchez la femme II – Alle Kleider –ı22.11.

einer Frau

Herford Marta Herford, Goebenstr. 4–10, *5221 9944 300 Brigitte Waldach –ı 17.1.

Trügerische Bilder 31.10.–28.2.

Herne Flottmann-Hallen, Strasse des Bohrhammers 5,

Saligia – Die 7 Todsünden 31.10.–20.12.

*2323 162 951

Hörstel DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Klosterstrasse 10, Kunst in der Region –ı 22.11.

*2551 69 4200

Ingolstadt Museum für Konkrete Kunst, Tränktorstr. 6–8 Mind the Gap! Zwischen bekannten –ı 11.4.

und neuen Räumen

Kaiserslautern mpk – Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern,

de natura

–ı 1.11.

Museumsplatz 1, *631 364 7201

Lichtblicke –ı 17.1.

Vally Wieselthier 21.11.–11.4.

Karlsruhe Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Strasse 2–6 François Boucher 14.11.–7.2.

Volle Kanne Kunst

–ı14.3.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Lorenzstr. 19 Stephan von Huene –ı 10.1.

Ed und Urs Kiënder –ı 10.1.

Critical Zones

–ı28.2.

Writing the History of the Future. –ı21.3.

Die Sammlung des ZKM

Badischer Kunstverein, Waldstrasse 3 Romy Rüegger –ı29.11.

Kassel Schloss Wilhelmshöhe, Schlosspark 1, *561 316 800 250 Jahre Antikensammlung Kassel –ı 31.12.

Kerpen Haus Mödrath, An Burg Mödrath 1, *2237 603 6428 Dream Baby Dream –ı 20.12.

Kiel Kunsthalle Kiel, Düsternbrooker Weg 1, *431 880 5756 Jeppe Hein –ı 24.1.

Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Str. 31 Linking Transformations –ı 29.11.

Kochel am See Franz Marc Museum, Franz Marc Park 8–10, *8851 924 880 Franz Marc: Die Skulpturen –ı 31.1.

Anselm Kiefer –ı 21.2.

Köln

–ı 8.11.

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im

Mediapark 7

Bernd & Hilla Becher, Peter Weller,

August Sander

Martin Rosswog –ı 8.11.

Käthe Kollwitz Museum Köln, Neumarkt 18–24 Art Déco – Grafikdesign aus Paris –ı 10.1.

Kolumba, Kolumbastraße 4

Das kleine Spiel zwischen dem Ich –ı 16.8.

und dem Mir

Museum Ludwig Köln, Heinrich-Böll-Platz

John Dewey und die

Neupräsentation der Sammlung

–ı 31.12.

150 Kunstbulletin 11/2020


Russische Avantgarde im Museum –ı 3.1.

Ludwig – Original und Fälschung

Sisi privat. Die Fotoalben der Kaiserin –ı 24.1.

Andy Warhol. Now –ı 21.2.

Christian Lethert, Antwerpener Str. 52 Leidenschaft ist unser Antrieb –ı 31.10.

Galerie Boisserée, Drususgasse 7–11 Pablo Picasso – Dietrich Klinge. 13.11.–16.1.

Galerie Karsten Greve Köln, Drususgasse 1–5,

Ding Yi –ı 31.10.

*221 257 1012

Galerie Nagel Draxler Köln, Richard-Wagner-Str. 28 Christine Wang –ı 7.11.

Thomas Rehbein Galerie, Aachener Strasse 5 Heinz Breloh –ı 31.10.

Konstanz Rosgartenmuseum, Rosgartenstraße 3–5, *7531 900 2913 Schätze des Südens – Kunst aus

–ı12.4.

1000 Jahre

Städtische Wessenberg-Galerie, Wessenbergstrasse 43 Licht, Luft und Farbe –ı 10.1.

Galerie Bagnato, Bagnatosteig 20, *7533 1393 Christine Müller 8.11.–29.11.

Krefeld Kunstmuseen Krefeld, Joseph-Beuys-Platz 1,

Marcel Odenbach 12.11.–16.5.

*2151 975 580

Kummerow Schloss Kummerow, Am Schloss 10 Provincia –ı 1.11.

Leipzig Museum der bildenden Künste Leipzig, Katharinenstr. 10 Zero Waste –ı 8.11.

Leverkusen Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Str. 80 Svenja Wichmann –ı 15.11.

Bernd Zimmer –ı 28.2.

Lingen Kunsthalle Lingen, Kaiserstrasse 10 a Susa Templin –ı22.11.

Lörrach Dreiländermuseum, Baslerstr. 143, *7621 919 370 Die lieben Nachbarn –ı 2.12.

Kunst und Nationalsozialismus –ı 30.5.

Ludwigshafen Kunstverein Ludwigshafen, Bismarckstr. 44–48 Urbanität in Bearbeitung –ı 8.11.

Mainz Kunsthalle Mainz, Am Zollhafen 3–5 Enter the void –ı 1.11.

Mannheim Kunsthalle Mannheim, Moltkestrasse 9 Elsa Guillaume –ı 22.11.

Michael Buthe –ı 7.3.

Anselm Kiefer 13.11.–6.6.

Reiss-Engelhorn-Museen/Museum Weltkulturen D5 Jörg Brüggemann –ı 6.1.

Chromatik – Klang der Farbe in der –ı 17.1.

modernen Glaskunst

Marc Erwin Babej –ı 31.1.

Marl Skulpturenmuseum Glaskasten, Creiler Platz 1 Die Spielstraße München 1972 –ı1.11.

Memmingen MEWO Kunsthalle, Bahnhofstraße 1, *8331 850 770 Prinz Gholam –ı 1.11.

Josef Madlener, Wolfgang Niesner –ı 17.1.

Cornelia Renz –ı 31.1.

Mönchengladbach

Städt. Museum am Abteiberg, Abteistrasse 27 Hiwa K –ı 31.1.

–ı 29.1.

München Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Straße 27,

*89 5527 3060

About Us. Junge Fotografie aus

China

Alte Pinakothek, Barer Straße 27, *89 2380 5216 Raffael 1520–2020 –ı 8.11.

ERES-Stiftung, Römerstrasse 15

And the Forests will echo with

–ı 27.3.

laughter...

Galerie der Künstler, Maximilianstrasse 42, *89 220 463 Trost im jüngsten Tag –ı 31.10.

Bayerische Kunstförderpreise 10.11.–27.11.

Bildende Kunst 2019

Haus der Kunst München, Prinzregentenstrasse 1 Franz Erhard Walther –ı 29.11.

Michael Armitage –ı 14.2.

Cyrill Lachauer –ı 11.4.

Kapwani Kiwanga –ı 25.4.

Jüdisches Museum München, St.-Jakobs-Platz 16, Gabriella Rosenthal (1913–1975) –ı 14.2.

*89 2339 6096

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstrasse 8 Thierry Mugler –ı 28.2.

Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1

Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis –ı 10.1.

August Sander – Kunst der 20er

Jahre

Ready to go! Schuhe bewegen –ı 17.1.

AGENDA // DEUTSCHLAND 151


Münchner Schmuck 13.11.–5.4.

Museum Brandhorst, Theresienstr. 35a, *89 23805 2286 Lucy Mckenzie –ı 21.2.

Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42 Bernd Zimmer –ı 28.2.

Pinakothek der Moderne, Barer Strasse 40, *89 2866 9944 August Sander. Sardinien 1927 –ı 8.11.

Astrid Klein –ı 17.1.

Danner Preis 2020 –ı 17.1.

Au Rendez-vous des Amis –ı 28.3.

Anish Kapoor –ı 15.8.

Denkraum Deutschland II –ı 18.10.

BNKR, Ungererstraße 158 The Architecture of Deception –ı 20.12.

Galerie Biedermann, Barerstr. 44 Carlotta Brunetti –ı 26.11.

Arbeiten auf Papier 17.11.–15.1.

Gudrun Spielvogel, Maximilianstr. 45 Andreas Brandt –ı 31.10.

Nelly Rudin: Innen ist Außen –ı 28.11.

Smudajescheck Galerie, Schwindstr. 3, *173 311 0309 Sandra Tröger, Young Jun Lee 5.11.–14.11.

Städt. Galerie Lenbachhaus/Kunstbau, Luisenstrasse 33/

Königsplatz

Unter Freiem Himmel

–ı 6.6.

Die Sonne um Mitternacht schauen –ı 1.8.

Münster LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10 The Public Matters. Ausstellung –ı 15.11.

und Forum

Eine Frage der Herkunft.

–ı 10.1.

Geschichte(n) hinter den Bildern

Passion Leidenschaft –ı 14.2.

Westfälischer Kunstverein, Rothenburg 30 Camilla Steinum –ı 17.1.

Neuss Skulpturenhalle, Lindenweg/Ecke Berger Weg Bruce Nauman –ı 13.12.

Stiftung Insel Hombroich, Minkel 2, *2182 887 4000 Terunobu Fujimori –ı 29.11.

Dauerhafte Präsentation der Slg. –ı 31.12.

Karl-Heinrich Müller

Nürnberg Kunsthalle Nürnberg, Lorenzer Strasse 32 Marcel Odenbach –ı 10.1.

Kunsthaus Nürnberg, Königstr. 93 Kevin Coyne –ı 22.11.

Kunstvilla im KunstKulturQuartier, Blumenstr. 17 Dore Meyer-Vax –ı 21.2.

Galerie Sima, Hochstrasse 33, *911 263 409 Luca Hien –ı 14.11.

Institut für moderne Kunst im Atelier- und Galeriehaus Das Spiel von der Einverleibung. –ı 17.1.

Defet, Gustav-Adolf-Str. 33

Oberkrämer Schlossgut Schwante, Schlossplatz 1–3 Sculpture & Nature –ı 30.10.

Oldenburg Oldenburger Kunstverein, Damm 2a Adrian Sauer –ı 8.11.

Jonas Weichsel 20.11.–24.1.

Osnabrück Kunsthalle Osnabrück, Hasemauer 1, D-49074 Enttäuschung –ı 14.2.

Pforzheim Schmuckmuseum, Jahnstrasse 42 Max Ernst – Sammlung Würth –ı 17.1.

Potsdam Brandenburger Landtag, Alter Markt 1 Arbeit, Arbeit, Arbeit –ı 11.12.

Ravensburg Kunstmuseum Ravensburg, Burgstr. 9, *751 82 812 Der Blaue Vogel. Corneille aus

–ı 7.2.

Kinderaugen

Emeka Ogboh –ı 7.2.

Sammlung Selinka. Fokus:

–ı 7.2.

Expressionismus

Regensburg artspace Erdel, Fischmarkt 3 Astrid Schröder –ı 31.10.

Remagen Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1,

*2228 942 513

Reutlingen Kunstmuseum Reutlingen / konkret, Eberhardstraße 14,

*7121 303 2322

Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus,

Spendhausstrasse 4

Kunstmuseum Reutlingen / Galerie, Eberhardstr. 14,

*7121 303 2322

Salvador Dalí und Hans Arp

–ı 10.1.

Antonius Höckelmann –ı 24.5.

Gläserne Härten. Konkrete,

–ı 22.11.

generative und sonisch visionäre

Kunst 1960–2020

Urbane Landschaften. Stadt und

–ı 31.1.

Architektur in der Kunst auf Papier

von Max Beckmann bis Wolfgang

Mattheuer

Jenny Michel 13.11.–18.4.

Andrea Staroske –ı 6.1.

152 Kunstbulletin 11/2020


Riegel kunsthalle messmer, Grossherzog-Leopold-Platz 1 Fantastische Bildwelten – Bilder

–ı 31.1.

und Skulpturen

Rottweil Forum Kunst, Friedrichsplatz 2 Kunst im Setzkasten –ı1.11.

Saarbrücken Stadtgalerie Saarbrücken, St. Johanner-Markt 24,

*681 905 1842

Sabine Hertig

–ı 17.1.

In Transit –ı 17.1.

Schweinfurt Museum Georg Schäfer, Brückenstrasse 20 Karl Hagemeister –ı 21.2.

Schwerin Staatliches Museum, Alter Garten 3 Der Sturm. Neue Malerei von Alf Löhr –ı 8.11.

Siegen Museum für Gegenwartskunst, Unteres Schloss 1,

*271 405 7710

Nora Turato

–ı1.1.

Die Wolken und die Wolke –ı 10.1.

Sindelfingen Galerie Stadt Sindelfingen, Marktplatz 1 Fabian Krause –ı 21.2.

Jana Maria Dohmann –ı 21.2.

Beyond the pain –ı 30.5.

Singen Kunstmuseum Singen, Ekkehardstrasse 10, *7731 85 271 Meinrad Schade –ı10.1.

Thomas Kitzinger

–ı10.1.

–ı 1.11.

Solingen Kunstmuseum Solingen, Wuppertaler Str. 160,

*212 258 140

74. Internationale Bergische

Kunstausstellung

Stuttgart Künstlerhaus Stuttgart, Reuchlinstrasse 4b, *711 617 652 Arbeitsgruppen/Working-Groups –ı 19.12.

Kunstmuseum Stuttgart, Kleiner Schlossplatz 1

Der Traum vom Museum

–ı 1.11.

«schwäbischer» Kunst

Wände | Walls –ı 31.1.

Claudia Magdalena Merk –ı 19.9.

Staatsgalerie Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 30–32 Ida Kerkovius –ı 15.11.

Mit allen Sinnen! –ı 7.3.

Galerie Klaus Braun, Charlottenstraße 14, 5. OG,

*711 640 5989

Arthur Aeschbacher

–ı 31.10.

Christian F. Kintz – kleine Auswahl –ı 14.11.

Diet Sayler 6.11.–16.1.

Michael Sturm, Christophstrasse 6 Dave Bopp –ı 14.11.

Vanessa Henn 20.11.–31.1.

Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Schlossplatz 2 Actually, the Dead Are Not Dead –ı 17.1.

Tegernsee Olaf Gulbransson Museum, Kurgarten 5, *8022 33 38 Karikaturen und Zeichnungen von –ı8.11.

Pepsch Gottscheber

Tübingen Kunsthalle Tübingen, Philosophenweg 76 Supernatural –ı 7.3.

Ulm kunsthalle weishaupt, Hans-und-Sophie-Scholl-Platz 1 Intermezzo –ı 15.11.

Museum Ulm, Marktplatz 9 Hans Gugelot –ı 29.11.

Transhuman – Von der Prothetik –ı 13.12.

zum Cyborg

Paco Knöller –ı 17.1.

Schwarz auf Weiß –ı 31.1.

Waldkraiburg Städtische Galerie Waldkraiburg, Braunauer Strasse 10 Undine Goldberg –ı 20.12.

Weil am Rhein Vitra Design Museum, Charles-Eames-Strasse 1,

*7621 702 3200

Weilburg

fotobildlager7a + Archiv_Klaus Graubner*1938,

Friedrich-Ebert-Straße 7a

Rehberger-Skulpturenweg

Typologie. Eine Studie zu

Alltagsdingen

Home Stories. 100 Jahre,

20 visionäre Interieurs

–ı 31.12.

–ı 24.1.

–ı 28.2.

Gae Aulenti –ı 18.4.

Klaus Graubner

–ı31.12.

Weimar Bauhaus-Museum, Stéphane-Hessel-Platz 1 Magda Langenstraß-Uhlig, Ella

Bergmann-Michel

Goethe- und Schiller-Archiv, Hans-Wahl-Str. 4,

*3643 545 240

Alphabete der Natur. Der Sammler

Christian Wilhelm Büttner

–ı 4.1.

–ı 20.12.

Wolfsburg Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1 Barbara Kasten –ı 8.11.

↗ www.artlog.net/kunstbulletin

AGENDA // DEUTSCHLAND 153


Ulrich Hensel –ı 8.11.

In aller Munde. Von Pieter Bruegel 31.10.–5.4.

bis Cindy Sherman

Städtische Galerie Wolfsburg, Schloss Wolfsburg Birgit Brenner –ı 25.4.

Wuppertal Von der Heydt-Museum, Turmhof 8 Vision und Schrecken der Moderne 17.11.–28.2.

Skulpturenpark Waldfrieden (Cragg Foundation),

Hirschstr. 12, *202 317 2989

Sean Scully –ı 3.1.

Finnland *0358

Helsinki Ateneum, Kaivokatu 2 Magnus Enckell –ı 14.2.

Museum of Contemporary Art Kiasma,

Mad Love

–ı10.1.

Mannerheiminaukio 2

Frankreich *0033

Aix-en-

Provence

Albi

Hôtel de Caumont – Centre d’Art, 3, rue Joseph Cabassol Joaquín Sorolla –ı 1.11.

Centre d’art le LAIT, Moulins Albigeois/41 rue Porta,

*5 6338 3591

Jeremiah Day –ı 10.1.

Altkirch CRAC Alsace, 18, rue du Château, *3 8908 8259 Between Ears, New Colours –ı 31.12.

Angoulême Frac Poitou-Charentes, 63, Boulevard Besson Bey, Émilie Perotto

–ı19.12.

*5 4592 8701

Annemasse Villa du Parc, 12, rue de Genève, *4 5038 8461 Caroline Reveillaud –ı 20.12.

Alexandra Leykauf –ı 20.12.

Apt

Fondation Jean-Paul Blachère, 384 av. des Argiles, Ngaparou #2 / Sumegne –ı 13.3.

*43 252 0615

Arles

Fondation Vincent Van Gogh, 35, rue du docteur Fanton, La Collection Erling Kagge –ı 28.3.

*490 930 808

Musée Réattu, 10, rue du Grand Prieuré, *490 494 777 La Boîte de Pandore –ı 31.12.

Aubervilliers Les Laboratoires, 41, rue Lécuyer Nicholas Vargelis –ı 18.12.

Aurillac Musée d’art et d’archéologie, Les Ecuries, Jardin des Résonances et conspirations,

–ı28.11.

Carmes

collection du FRAC Auvergne

Besançon FRAC Franche-Comté, Cité des arts/Passage des arts 2 Cécile Barth 19.11.–3.1.

Biot Musée National Fernand Léger, Ch. du Val de Pome Gilbert & George –ı 16.11.

Blois Fondation du doute, 14 rue de la Paix Emilie Brout, Maxime Marion, John –ı 29.11.

Giorno

Bordeaux CAPC, Entrepot Lainé, 7, rue Ferrière Irma Blank –ı 31.10.

Samara Scott –ı 3.1.

Frac Nouvelle-Aquitaine Méca, Bassins à flot N° 1 Hugo Pernet, Hugo Schüwer-Boss –ı 3.1.

–ı 10.1.

Musée des arts décoratifs et du Design Bordeaux, 39, rue

Bouffard, *5610 1400

Playground – The Design of

Sneakers

Brétigny Centre d’art contemporain Brétigny, Espace Jules Verne/ Éric Giraudet de Boudemange

–ı5.12.

Rue Henri Douard

Caen FRAC Basse-Normandie, 9, rue Vaubenard Katinka Bock, Julien Creuzet,

–ı 3.1.

Véronique Joumard

Cajarc Maison des arts Georges Pompidou, route de Gréalou 24, Guillaume Constantin –ı 5.12.

*5 6540 7819

Cannes La Malmaison, 47, boulevard de la Croisette Kehinde Wiley –ı 1.11.

Suquet des Artistes, Rue Saint-Dizier 7, *4 970 645 21 Olivier Masmonteil –ı 6.12.

Carquefou FRAC des Pays de la Loire, La Fleuriaye Claude Closky 21.11.–4.7.

Cherbourg-

Octeville

Le Point du Jour, 109, av. de Paris, *22 9923 Lukas Hoffmann –ı31.1.

Clermont-

Ferrand

Douchy-les-

Mines

FRAC Auvergne, 6 rue du Terrail, *4 7331 8500

L’Etat de la Mer, Lame de Fond,

–ı 2.5.

2011–2020

Musée Bargoin, Rue Ballainvilliers 45, *4 4376 2550 Festival Fite –ı 28.3.

Centre Régional de la Photographie Nord pas-de-Calais, Flux, une société en mouvement –ı 22.11.

Place des Nations, *2731 3193

154 Kunstbulletin 11/2020


Dunkerque

Enghien-les-

Bains

Fontevraud

l’Abbaye

Gennevilliers

LAAC – Lieu d’Art et d’Action contemporaine, Jardin des Gérard Deschamps –ı 7.3.

sculptures, *3 2829 5600

Centre des Arts, 12–16, rue la Libération, *1 3010 8559 Nicky Assmann, Jan Robert Leegte –ı 20.12.

Centre Culturel de l’Ouest, *2 4151 7352 Vitraux d’artistes –ı 1.11.

Ecole municipale des beaux-arts, 3, pl. Jean Grandel,

*133 1 4085 6740

Jennifer Douzenel –ı 5.12.

Houilles La Graineterie, 27, rue Gabriel-Péri 13. Biennale de la jeune création –ı 7.11.

Ivry-sur-Seine Centre d’art contemporain d’Ivry – le Crédac, 25–29 rue La vie des tables –ı 13.12.

Raspail, *1 4960 2506

Lens Musée du Louvre-Lens, 99, rue Paul Bert, *3 2118 6262 Soleils noirs –ı25.1.

Lyon Le bleu du ciel, 12, rue des fantasques Arno Gisinger, Jürgen Nefzger –ı 28.11.

Musée d’art contemporain Lyon, 81, quai Charles de Gaulle Comme un Parfum d’Aventure –ı 3.1.

Edi Dubien –ı 3.1.

L’Isle-sur-la- Villa Datris, 7, avenue des 4 Otages Recyclage/Surcyclage –ı 1.11.

Sorgue

Malakoff La Maison des Arts, 105, av. du 12 février 1934,

Emilie Brout, Maxime Marion,

–ı 13.12.

*147 359 694

Agnès Thurnauer

Marseille FRAC PACA, 20, Boulevard de Dunkerque Nicolas Floc’h, Maïte Álvarez,

–ı 17.1.

Michèle Sylvander

Association Manifesta 13 Marseille, Rue Jobin 41 Manifesta 13 –ı 29.11.

Metz 49 Nord 6 Est – Frac Lorraine, 1, rue des Trinitaires Céline Condorelli –ı24.1.

Montluçon FRAC Auvergne Montluçon, Rue des Faucheroux,

Le Mauvais Œil –ı 10.1.

*4 7331 8500

Montreuil Centre d’art Mira Phalaina, 9, rue Dombasle, *1 4287 0868 Paul Maheke, Victorine Grataloup,

Jude Crilly

–ı 12.12.

Mouans-

Sartoux

Espace de l’Art Concret, Château de Mouans, *4 9375 7150

Herman De Vries, Philippe Durand,

Vidya Gastaldon

Mulhouse La Kunsthalle, 16, rue de la Fonderie, *369 776 647 Le monument, le labeur et

–ı 15.11.

l’hippocampe

Nanterre la terrasse : espace d’art de nanterre, 57, boulevard de Zohreh Zavareh

–ı19.12.

Pesaro

Nice Villa Arson, 20, av. Stephen Liégeard, *4 9207 7373 Violaine Lochu, João Fiadeiro –ı 28.12.

Nîmes Carré d’Art, Place de la Maison Carrée, *4 66 76 35 70 Tarik Kiswanson –ı 7.3.

Centre d’Art Contemporain de Nîmes (CACN), 25, rue

Saint-Rémy

Les mauvaises herbes résisteront –ı10.1.

Nogent-sur-

Marne

Maison d’Art Bernard Anthonioz, Rue Charles VII 16,

*1 48 71 90 07

Variations épicènes (Margaret

Gray, Catherine Guiral, Anette

Lenz, Fanette Mellier, Marie

Proyart, Susanna Shannon et

Sylvia Tournerie)

–ı 3.1.

–ı 13.12.

Noisiel La Ferme du Buisson, Allée de la Ferme Jérôme Dupeyrat, Laurent Sfar 7.11.–7.2.

Noisy-le-Sec La Galerie, 1, rue Jean Jaurès, *1 4942 6717 Félix Pinquier, Futurologies –ı12.12.

Orléans FRAC Centre, 12, rue de la Tour Neuve, *238 625 200 ailleurs… ou plus loin –ı 3.1.

Paris Bibliothèque nationale de France, Quai François-Mauriac Josef Koudelka –ı 16.12.

Centre Culturel Suisse, 32+38, rue Francs-Bourgeois Annemarie von Matt –ı 15.11.

Centre Pompidou, Place Georges Pompidou Global(e) Resistance –ı 4.1.

4 nommés du prix Marcel Duchamp –ı 4.1.

Institut Giacometti, 5, rue Victor Schoelcher, *1 4454 5244 l’Homme qui marche –ı 29.11.

Kadist Art Foundation, 19–21, rue des Trois Frères Asli Çavusoglu –ı 24.1.

Lafayette Anticipations, 9, rue du Plâtre Wu Tsang –ı 3.1.

Le Plateau Paris, Angle r. des alouettes et r. carducci David Douard –ı 13.12.

Musée d’Art et d’Histoire de l’Hôpital Sainte-Anne, Follement drôle –ı 31.3.

1 rue Cabanis, *1 45 65 86 96

Musée des Arts Décoratifs, 107, rue de Rivoli, *1 4260 3214 Un printemps incertain –ı10.1.

AGENDA // DEUTSCHLAND / FINNLAND / FRANKREICH 155


Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, 11, avenue du

Président Wilson

Musée Maillol/Fondation Dina Vierny, 61, rue de Grenelle,

*1 4222 5958

Victor Brauner, Sarah Moon,

Hubert Duprat

Esprit es-tu là?

–ı 10.1.

–ı1.11.

Musée Picasso Paris, 5, rue de Thorigny, *1 4271 2521 Mounira Al Solh –ı2.11.

Palais de Tokyo, 13, av. du Président Wilson

Ulla von Brandenburg, Kevin

–ı 3.1.

Rouillard

Anticorps

–ı3.1.

Villa Marie Vassilieff, 21, Villa Marie Vassilieff Euridice Zaituna Kala –ı19.12.

Almine Rech, 127, rue du Chevaleret Claire Tabouret –ı15.11.

Atelier des Lumières, Rue Saint-Maur 38 Yves Klein –ı31.12.

Bétonsalon, 9, esplanade Pierre Vidal-Naquet,

*1 4584 1756

Sâr Dubnotal

Euridice Zaituna Kala

–ı 5.12.

–ı19.12.

Centquatre, 5, rue Curial Alain Fleischer –ı6.12.

Cité de la Mode et du Design, 34, quai d’Austerlitz,

Après l’école – Biennale artpress des –ı 22.11.

*1 7677 2530

jeunes artistes – Saint-Étienne 2020

Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts, 13,

Jean Bedez 12.11.–17.1.

quai Malaquais, *1 4703 5000

Espace Culturel Louis Vuitton, 60, rue de Bassano,

*1 5357 5203

Anicka Yi –ı 10.1.

Espace Fondation EDF, 6, rue Juliette Récamier,

*1 4042 3535

Courants verts, Créer pour

l’environnement

Galerie Xippas Paris, 108, rue Vieille-du-Temple Marco Maggi –ı 19.12.

Lévy Gorvy Paris, Passage Sainte Avoye 4 Günther Uecker –ı 9.1.

Poitiers Le Confort Moderne, 185, fbg du pont-neuf, *5 4946 0808 Darja Bajagic´ –ı19.12.

Rennes 40mcube, 48, av. Sergent Maginot, *2 9009 6411 Florian & Michael Quistrebert –ı 19.12.

–ı 24.1.

Frac Bretagne Rennes, 19, avenue André Mussat CS 81123,

*2 9937 3793

«Parrathon» une retrospective de

Martin Parr

Musée d’art moderne Saint-Etienne Métropole, Rue

Fernand Léger

Musée Régional d’Art Contemporain, 146, av. de la Plage,

*67 323 305

–ı 31.1.

Robert Morris –ı 1.11.

La vie dans l’espace –ı 13.6.

La Criée, centre d’art contemporain, pl. Honoré Commeurec Mathis Collins –ı 30.12.

Rochechouart Musée départemental d’art contemporain, Place du Samuel Richardot

–ı13.12.

Château, *5503 7777

Rodez Musée Soulages Rodez, Jardin du Foirail, avenue Victor Hugo Femmes années 50 –ı 31.10.

Saint-Étienne Cité du Design, Rue Javelin Pagnon 3, *4 7749 7470 Après l’école – Biennale artpress des –ı 22.11.

jeunes artistes – Saint-Étienne 2020

Saint-Ouenl’Aumône

L’Abbaye de Maubuisson, rue Richard de Tour,

*1 3464 3610

Charlotte Charbonnel

–ı21.2.

Saint-Priesten-Jarez

Sérignan

Sète CRAC OCCITANIE, 26, quai Aspirant Herber, *4 6774 9437 Than Hussein Clark, Luigi Serafini –ı 3.1.

St-Paul-de- Fondation Maeght, 623, ch. des Gardettes, *493 9332 8163 Jacques Monory –ı 22.11.

Vence

Strasbourg Galerie Heitz, 2, pl. du Château, *3 8852 5000 Goethe à Strasbourg, l’éveil d’un 20.11.–22.2.

génie (1770–1771)

Musée d’art moderne et contemporain Strasbourg, 1,

Place Hans Jean Arp

L’Œil de Huysmans: Manet, Degas,

Moreau…

–ı17.1.

Musée des Beaux-Arts Strasbourg, 2, place du Château,

*3 8852 5000

Avant le Musée… À quoi servaient

les tableaux?

Musée Tomi Ungerer, 2, av. de la Marseillaise Friedrich Dürrenmatt –ı 31.10.

Frank Hoppmann, Michel Kichka. 6.11.–13.3.

Dans la ligne de Tomi Ungerer

Thiers Le Creux de l’Enfer, Vallée des Usines, *4 7380 2656 Cahin-caha d’Hélène Bertin 1.11.–7.2.

Valence Musée de Valence, Art et Archéologie, Rue Saint-Didier 4 Philippe Favier –ı 31.1.

Vallauris Musée National Pablo Picasso, Place de la Libération,

*4 9364 7183

Mounira al Solh –ı 2.11.

–ı2.8.

156 Kunstbulletin 11/2020


Vélizy-

Villacoublay

Micro Onde, 8, av. Louis Breguet, *134 580 335

La Photographie à l’épreuve de

l’abstraction

–ı 21.11.

Versailles La Maréchalerie, 5, av. de Sceaux, *1 3907 4027 Caroline Corbasson –ı13.12.

Villeneuve LaM, 1, Allée du Musée, *3 2019 6870

William Kentridge

–ı 13.12.

d’Ascq

Laure Prouvost –ı 31.3.

Villeurbanne URDLA Centre International Estampes & Livres, 207, rue

Francis-de-Pressensé

Gilles Pourtier

–ı31.10.

Griechenland *0030

Hydra

Italien *0039

Deste Foundation/Project Space, Slaughterhouse, Epar.

Od. Mandrakiou-Molou

199 –ı 1.11.

Bergamo Palazzo della Ragione Bergamo, Piazza Vecchia 8A, BG Daniel Buren –ı 1.11.

GAMeC, Via San Tomaso, 53, *35 270 272 Dan Perjovschi –ı 14.2.

Khvay Samnang, Soe Yu Nwe, Sung –ı 14.2.

Tieu u.a.

Nulla è perduto. Arte e materia in –ı 21.2.

trasformazione

Bologna Fondazione MAST, Via Speranza 42, *51 647 4345 Walead Behsty –ı21.11.

Museo Morandi, Palazzo Accursio Re-Collecting Morandi racconta –ı15.11.

Palazzo Albergati, via Saragozza, 28, *51 030 1015 Monet e gli Impresionisti –ı14.2.

Bolzano ar/ge kunst Galerie Museum, Museumsstrasse 29 Mohamed Bourouissa –ı 14.11.

Fondazione Antonio Dalle Nogare, Rafensteiner Weg 19, Robert Breer –ı 5.6.

BZ, *471 971 626

Museion Bolzano, Dantestr. 6, BZ Sonia Leimer –ı 17.1.

La Collezione di Erling Kagge –ı 14.2.

Capena Art Forum Würth, 2, Via della Buona Fortuna, *690 103 800 Art Faces. Ritratti d’artista nella

Collezione Würth

–ı 24.4.

Cinisello

Balsamo

Civitella

d’Agliano

MFC – Museo di Fotografia Contemporanea, Villa

Franco Grignani, Arianna Arcara –ı 1.11.

Ghirlanda/Via Frova 10

La Serpara, *761 914 071 La Serpara –ı 31.1.

Ferrara Palazzina Marfisa d’Este, Corso della Giovecca 170, FE XVIII Biennale Donna –ı22.11.

Palazzo dei Diamanti, Piazza del Municipio 2 Antonio Ligabue 31.10.–5.4.

Florenz Strozzina Centro di Cultura Contemporanea, Piazza

Strozzi, *55 277 6461

Tomás Saraceno –ı 1.11.

Gallarate MAGA Museo Arte di Gallarate, Via De Magri 1,

*33 170 6011

Genova

Palazzo Ducale Genova, Piazza Matteotti 9, GE,

*10 562 440

Etherea Art Gallery, Piazza Giacomo Matteotti 9, Palazzo

Ducale, GE

William Xerra

La Fantasia è un posto dove ci

piove dentro

–ı 15.11.

–ı 15.11.

Marzia Migliora –ı 13.12.

Obey

–ı 1.11.

Michelangelo Buonarroti –ı 24.1.

Disney. L’arte di raccontare storie –ı 20.2.

Nina & the Big Heads –ı 21.11.

Merano Merano Arte, Laubengasse 163 Sebastian Behmann, Olafur

–ı 17.1.

Eliasson

Milano Armani/Silos, Via Bergognone 40, MI Peter Lindbergh –ı 10.1.

Fabbrica del Vapore, Via Giulio Cesare Procaccini 45, MI Donatella Izzo –ı 31.10.

–ı 10.1.

Fondazione Prada Milano, Largo Isarco 2, MI,

*25 3570 9200

The Porcelain Room – Chinese

Export Porcelain

Soggettiva Danny Boyle

–ı16.1.

FuturDome, Via Giovanni Paisiello 6, MI, *393 40 40 233 Lea Porsager –ı15.12.

Andrea Bocca –ı 20.12.

Istituto Svizzero Milano, Via Vecchio Politecnico 3, MI Sophie Jung –ı14.11.

AGENDA // FRANKREICH / GRIECHENLAND / ITALIEN 157


Milano — Rä di Martino, Monica De

Cardenas

Bregenz — Peter Fischli, Kunsthaus

Bregenz. Foto: Miro Kuzmanovic

Museo del Novecento Milano, Palazzo dell’Arengario, MI,

*2 8844 4061

Loris Cecchini

Franco Guerzoni

–ı 31.1.

–ı14.2.

Padiglione d’Arte Contemp., Via Palestro 14, *2 683 330 Arte Contemporanea Giapponese –ı31.1.

Palazzo Reale Milano, Piazza del Duomo 12, MI,

Realismo Magico

–ı 7.2.

*2 3646 1394

Margaret Bourke-White

–ı14.2.

Divine avanguardie 31.10.–14.2.

Pirelli HangarBicocca, Via Chiese 2, MI, *2 6611 1573 Trisha Baga –ı 10.1.

Neïl Beloufa

–ı17.1.

Steve McQueen

–ı28.2.

Galleria Poggiali, Foro Buonaparte 52, MI, *2 7209 5815 Kennedy Yanko –ı 20.11.

Galleria Raffaella Cortese, Via A. Stradella 7, MI Franco Vimercati –ı5.12.

Monica De Cardenas Milano, Via F. Viganò 4, MI Rä di Martino –ı 28.11.

Modena Museo della figurina, Corso Canalgrande, 103 Anime Manga –ı10.1.

Palazzina dei Giardini, Corso Canalgrande, *59 222 100 Willie Doherty 7.11.–31.1.

Palazzo Santa Margherita, corso Canalgrande 103 Quayola –ı10.1.

Mario Cresci

–ı10.1.

Napoli Fondazione Morra Greco, Largo Avellino 17, *81 210 690 Ryan Mendoza –ı 6.1.

Nuoro Museo d’Arte Nuoro, Via Satta 15, NU, *784 252 110 Il Regno Segreto –ı 15.11.

Sardegna-Piemonte: una visione –ı 15.11.

postcoloniale

Palermo Palazzo Riso, Corso Vittorio Emanuele, 365 Il mare non ha paese nemmeno lui... –ı 31.12.

Parma Palazzo Tarasconi, Strada Luigi Carlo Farini 37, PR Antonio Ligabue –ı 30.5.

Perugia Galleria Naz. dell’Umbria, Corso Vannucci, *75 574 1257 Brian Eno –ı 10.1.

Piacenza XNL Piacenza Contemporanea, Via Santa Franca, 36, PC La rivoluzione siamo noi –ı10.1.

Prato Centro Arte Luigi Pecci, Viale della Repubblica 277, PO Protext! –ı 7.2.

Elena Mazzi, Sara Tirelli, Giorgio

–ı 14.2.

Andreotta Calò

Reggio Emilia Collezione Maramotti, Via Fratelli Cervi 66 Svenja Deininger –ı 6.12.

Mollino/Insides: Enoc Perez,

–ı 16.5.

Brigitte Schindler, Carlo Mollino

Rehang –ı 31.12.

Rivoli Castello di Rivoli, Piazza del Castello, TO Illy Present Future Prize 2019 4.11.–4.11.

William Kentridge

–ı31.12.

Giulio Paolini

–ı31.1.

Push the Limits

–ı31.1.

Anne Imhof 5.11.–28.2.

Rom Chiostro del Bramante, Via della Pace, *6880 9035 Banksy –ı 11.4.

MAXXI Museo Nazionale delle Arti del XXI Secolo, Via

Guido Reni 2, *96 7350

Palazzo delle Esposizioni Roma, Via Nazionale 194, RM,

*96 7500

Videoartweek

–ı 31.10.

Isaac Joulien –ı 17.1.

Alberto Boatto –ı 7.3.

MAXXI Bvlgari Prize –ı 5.4.

Quadriennale d’arte –ı 17.1.

158 Kunstbulletin 11/2020


Rovereto MART Museo d’Arte Moderna e Contemporanea,

Marco Lodola –ı 1.11.

Corso Bettini 43

San Giovanni La Fondazione La Verde-La Malfa, Via Sottotenente Pietro Ettore Frani

–ı11.4.

Punta (CT) Nicolosi 29

Torino Fondazione Merz, Via Limone 24, *11 1971 9437 Rosa Barba, Sophie Calle,

–ı 31.1.

Katharina Grosse u.a.

Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Via Modane 16 The Institute of Things to Come 2020 –ı 11.12.

Museo Ettore Fico, Via Francesco Cigna 114, *11 853 065 Zaza Calzia, Maria Lai, Lalla Lussu, –ı 20.12.

Rosanna Rossi

PAV – Parco Arte Vivente, Via Giordano Bruno 31,

Arahmaiani –ı 28.2.

*11 318 2235

Quartz Studio, via Giulia di Barolo 18/D, TO, *11 429 0085 Giovanni Kronenberg 6.11.–9.1.

Venezia La Casa dei Tre Oci, Fondamenta delle Zitelle, 43, Isola

della Giudecca, VE

Jacques Henri Lartigue –ı 10.1.

–ı 10.1.

Le Stanze del Vetro, Isola di San Giorgio Maggiore 1,

*41 523 0869

Venezia e lo Studio Glass

Americano

Museo Correr, Piazza San Marco 52 Fabrizio Plessi –ı15.11.

Palazzo Grassi, San Samuele 3231 Henri Cartier-Bresson –ı 10.1.

Youssef Nabil –ı 20.3.

Peggy Guggenheim Collection, 701 Dorsoduro Edmondo Bacci –ı11.1.

Punta della Dogana, Dorsoduro 1, VE

Marlene Dumas, Robert Colescott, –ı13.12.

Saul Fletcher u.a.

Ca’Pesaro, Santa Croce 2076, *41 72 1127 Umberto Moggioli –ı8.12.

Palazzo Ducale Venezia, San Marco 1, VE Vittore Carpaccio –ı24.1.

Venezia/Murano Berengo Centre for Contemporary Art and Glass,

60 Women in Glass –ı 7.1.

Campiello della Pescheria, *1241 3189

Verona Palazzo Forti, Via A. Forti 1, *45 596 371 Zannoni: Collezione privata –ı31.1.

Palazzo Maffei, Casa Museo/Piazza Erbe 38–38A, VR, La Collezione Carlon

–ı31.12.

*45 511 85 29

Vicenza Fondazione Coppola, Corso A. Palladio 1, VI, *444 043272 Markus Schinwald –ı 27.2.

Liechtenstein *0423

Vaduz

Luxemburg *0352

Kunstmuseum Liechtenstein mit Hilti Art Foundation,

Städtle 32

Luxemburg Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain, 41,

rue Notre Dame, *50 45

Mudam/Musée d’Art Moderne Luxembourg, 3, Park Dräi

Eechelen, *4537 851

Niederlande *0031

Parlament der Pflanzen

–ı 17.1.

Imi Knoebel –ı 31.1.

Hauptsache Malerei 6.11.–10.10.

Germaine Hoffmann –ı 29.11.

Charlotte Posenenske: Work in

–ı 10.1.

Progress

Leonor Antunes –ı 5.4.

Amsterdam Huis Marseille, Keizersgracht 401 Jean-Luc Mylayne –ı 22.11.

Van Gogh Museum, Paulus Potterstraat 7, *20 570 5200 Jean-Luc Mylayne –ı 22.11.

Dunkerque FRAC Grand Large, 503 Av des Bancs de Flandres,

*33 3 28 65 84 20

Un autre monde dans notre monde –ı14.3.

Norwegen *0047

Bergen Kunsthall Bergen, Rasmus Meyers allé 5, *559 310 Joar Nango –ı 8.11.

↗ www.artlog.net

AGENDA // ITALIEN / LIECHTENSTEIN / LUXEMBURG / NIEDERLANDE / NORWEGEN 159


Österreich *0043

Baden/W Arnulf Rainer Museum, Josefsplatz 5, *2252 2091 9611 Emilio Vedova – Arnulf Rainer –ı 5.4.

Bregenz Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz Peter Fischli –ı 29.11.

Lisi Hämmerle, Anton-Schneider-Strasse 4 A Jonny Hawaii –ı 31.10.

Dornbirn FLATZ Museum, Marktstrasse 33, *5572 306 4839 Hanna Putz –ı 9.1.

Kunstraum Dornbirn, Jahngasse 9 Atelier Van Lieshout –ı 8.11.

Feldkirch Johanniterkirche, Marktgasse 1 Oliver Laric –ı 12.12.

Graz Kunsthaus Graz, Lendkai 1, *316 8017 9200 Herbert Brandl –ı 3.3.

Künstlerhaus KM, Burgring 2, *316 740 084 Herbert Brandl –ı 7.2.

Neue Galerie Graz, Joanneumsviertel 2, *316 8017 9100 Dominik Steiger –ı 31.1.

Ladies First! –ı 21.2.

Julije Knifer 20.11.–25.4.

Hohenems Jüdisches Museum Hohenems, Schweizer Strasse 5 Die letzten Europäer –ı 3.10.

Innsbruck TAXISPALAIS Kunsthalle Tirol, Maria-Theresien-Str. 45, Iman Issa 8.11.–7.2.

*512 508 3178

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstrasse 15 If I can’t dance, I don’t want to be –ı 30.12.

part of your revolution

Klagenfurt Museum Moderner Kunst Kärnten, Burggasse 8,

fokus sammlung 06 –ı 10.1.

*50 5363 0542

Krems Kunsthalle Krems, Franz-Zeller-Platz 3 Robin Rhode –ı 30.11.

Linz Lentos Kunstmuseum, Ernst-Koref-Promenade 1 Franz Gertsch –ı 10.1.

Neuer Nationalismus –ı 10.1.

Nordico, Dametzstr. 23 Gebaut für Alle –ı 7.3.

Graffiti & Bananas –ı 21.3.

Schlossmuseum Linz, Schlossberg 1, *732 774 4190 Win >< Win

Lustenau

galerie wuensch aircube, Volksfeststrasse 36,

*69988796723

DOCK 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein,

Pontenstraße 20

Danino Bozic

Orestes Campos, Friedensreich

Hundertwasser

Nana Mandl

–ı 31.12.

–ı 31.3.

Mistelbach nitsch museum, Waldstraße 44–46, *2572 20 719 Hermann Nitsch – Neue Arbeiten –ı 25.4.

Neuhaus Museum Liaunig, Neuhaus 41, *56 21 115 Robert Schad –ı31.10.

Salzburg Galerie im Traklhaus, Waagplatz 1a, *662 8042 2149 A. Bechtold, M. Denz-Strolz,

–ı 28.11.

I. Rosc, M. Diamant

Museum der Moderne Rupertinum, Wiener-

Marina Faust –ı 14.2.

Philharmonikergasse 9

Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg 32 Friedl Kubelka vom Gröller –ı 1.11.

Orte des Exils –ı 22.11.

Galerie Fotohof, Inge-Morath-Platz 1–3, *662 849 2964 30 Jahre Schule für künstlerische –ı 21.11.

Fotografie Wien

im FOTOHOF archiv: Wolfgang 26.11.–23.1.

Vollmer

Wolfgang Vollmer 26.11.–23.1.

Thalheim b/Wels Museum Angerlehner, Ascheter Str. 54, *7242 224 4220 Monika Kus-Picco –ı 21.2.

Wien Albertina Museum, Albertinaplatz 1 Die frühe Radierung. Von Dürer bis –ı1.11.

Bruegel

Albertina Modern: The Beginning. –ı15.11.

Kunst in Österreich (1945–1980)

Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler. –ı 15.11.

My Generation. Die Sammlung

–ı 31.1.

Jablonka

Bank Austria Kunstforum, Freyung 8, *1 4315 37330 Gerhard Richter –ı 24.2.

Kunsthistorisches Museum, Maria Theresien-Platz,

*1 5 2524 4025

Tizian – Color femmina –ı 17.1.

–ı1.11.

160 Kunstbulletin 11/2020


Portugal *0351

mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien,

Museumsplatz 1

Misfitting Together

Ingeborg Strobl

Andy Warhol

Hugo Canoilas

–ı 6.1.

–ı10.1.

–ı 31.1.

6.11.–28.2.

James Coleman 16.11.–30.8.

Wiener Secession, Friedrichstrasse 12 Suellen Rocca –ı 8.11.

Edi Hila, Emily Wardill –ı 8.11.

Galerie Knoll, Gumpendorferstr. 18 Veronika Burger –ı 7.11.

Tony Cragg, Paul Horn, Hannes

Langeder

14.11.–9.1.

Lissabon Galeria Filomena Soares, Rua da Manutençao 80,

*218 624 122

Fernanda Fragateiro –ı 14.11.

Schweden *0046

Stockholm Nationalmuseum Schweden, S. Blasieholmshamnen 2,

*8 666 4250

The exhibition 18 th century –ı 11.4.

Spanien *0034

Badajoz Meiac Juan Barjola –ı 31.12.

Barcelona ACVIC, Sant Francesc, 1, *93 885 3704 Cerámicas 3. Sama Genís –ı7.11.

Relatos fotográficos 4 –ı 7.11.

Naturas muertas. Sama Genís

–ı7.11.

Frederic Amat –ı 30.12.

–ı1.11.

Caixa Forum Barcelona, Avenida del Marqués de Domillas

6–8, Barcelona

Dónde estamos. Dónde podríamos

estar

Centre d’Art Santa Mónica, Rambla de Santa Mónica 7 Gervasio Sánchez 4.11.–7.3.

Centro de Cultura Contemporánea, Montalegre 5 World Press Photo 2020 11.11.–13.12.

William Kentridge

–ı21.2.

Fondación Suñol, Passeig de Gràcia 98, *9349 6103 En tres actes –ı6.2.

Fundació Antoni Tàpies, Aragó 255, Barcelona Aziz Hazara –ı24.1.

Tapies als 30 –ı 6.6.

Fundaçio Joan Miro, Parc de Montjuic, Barcelona,

*93 443 9470

Fundacio Sunol, Carrer de Mejía Lequerica 14, Barcelona,

*934 961 032

Nalini Malani

No em sents

En tres actes

–ı 29.11.

–ı29.11.

–ı6.2.

Museu d’Art Contemporani, Plaça dels Angels, 1 Acció –ı7.2.

Tony Cokes

–ı7.2.

Felix Gonzalez-Torres –ı 21.3.

Fina Miralles 5.11.–5.4.

Museu Nacional d’Art de Catalunya, Parc de Montjuïc Nuar léspai: Aurèlia Muñoz –ı 31.12.

Museu Picasso Barcelona, Montcada 15–19, Barcelona,

*93 319 6902

Jamais Oscar Domínguez Pablo

Picasso

Palau de la Virreina, La Rambla 99, *93 316 1000 Tanit Plana: Puber –ı 24.1.

Manolo Laguillo –ı 24.1.

Sala Parés, Petritxol 5, Barcelona Juan Carlos Lázaro –ı 28.11.

Rafel Joan –ı 28.11.

Adn galería, Enric Granados, 49 Ella, lúll, el dit, la má –ı 14.11.

Galeria Àngels Barcelona, Carrer del Pintor Fortuny, 27 Mirko Mejetta, Mabel Palacín –ı 27.11.

Joan Prats, Rambla de Catalunya 54 Fernando Prats –ı 21.11.

La Capella, Hospital 56, *9 3442 7171 Esdevenir immortal i després morir –ı10.1.

Bilbao Bilbao Arte, Urazurrutia 32 Irati Urrestarazu –ı 20.11.

Guggenheim Museum, Abandoibarra Etorbidea 2 Lee Krasner –ı 10.1.

William Kentridge –ı 7.2.

Olafur Eliasson: In real life –ı 4.4.

Kandinsky 20.11.–23.5.

–ı 8.11.

AGENDA // ÖSTERREICH / PORTUGAL / SCHWEDEN / SPANIEN 161


Sala Rekalde, Alameda Rekalde 30 Agustín Ibarrola –ı4.7.

Burgos Centro de Arte Caja de Burgos, Saldaña s/n. David Magán –ı 24.1.

Álvaro Negro –ı 24.1.

Eduardo Cortils –ı 24.1.

Castellón Espai d’Art Contemporani, Carrer Prim s/n SOS –ı10.1.

Córdoba Casa Árabe Córdoba, Gener 9, Córdoba, *957 498 413 Dioses de la frontera –ı 26.11.

Cuenca Museo de Arte Abstracto, Casas Colgadas Descubrimientos Millares –ı 7.2.

Gijón

LABoral Centro de Arte y Creación Industrial, Los Prados,

121, *985 185 577

Girona Bolit Centre d’Art Contemporani, Pujada de la Mercè, 12,

*97 222 3305

Vida futura

Circuitos de Artes Plásticas 2019

–ı 12.12.

–ı12.12.

Illes d’arena –ı 31.1.

CaixaForum Girona, C/ dels Ciutadans 19, *97 220 9836 Poéticas de la emoción –ı 14.3.

Granada Centro José Guerrero, Oficios, 8 Jordi Teixidor –ı 29.11.

Las Palmas de

G.C.

León

Centro Atlántico de Arte Moderno, Balcones 9–13

Museo de Arte Contemporáneo, Avenida de los Reyes

Leoneses 24

Espacio CV

Dagoberto Rodríguez, Mwangi

Hutter

–ı 8.11.

–ı 15.11.

Paloma Navares

31.10.–28.2.

Tráfico de Arte 31.10.–28.2.

Ana Prada 31.10.–28.2.

Lleida Caixa Forum Lleida, Avinguda Blondel 3, Lérida Construyendo nuevos mundos. Las –ı 10.1.

vanguardias históricas 1914–1945

La Panera Centre d’Art, Pl. de la Panera 2, *973 262 185 Línies Vermelles –ı 10.1.

Hey we are –ı 10.1.

Madrid

–ı 31.1.

Caixa Forum Madrid, Paseo del Prado, 36, 60, Madrid,

*91 330 7300

El sueño americano: Del Pop a la

actualidad

Casa Arabe, Alcalà 62, Madrid, *91 563 30 66 Arcadia Arábiga –ı 22.11.

Desplazamientos –ı 10.1.

CentroCentro, Plaza de Cibeles 1 Botero –ı 7.2.

Circulo de Bellas Artes, Calle Alcala 42, *91 3605 400 Futures Photography 2020 –ı 22.11.

Fundación Mapfre Sala Recoletos, Paseo Recoletos 23, Lee Friedlander –ı 10.1.

*91 581 6100

Fundación Telefónica, Fuencarral 3, *91 9001 10707 Bill Viola –ı 10.1.

Buckminster Fuller –ı 13.3.

Matadero, Paseo de Chopera 12, Madrid Doce fábulas urbanas –ı 31.1.

Museo ICO, Zorrila, 3, *91 420 1242 Danny Lyon –ı 17.1.

Museo Nacional del Prado, Calle Ruiz de Alarcón 23 Invitadas –ı 14.3.

Museo Reina Sofía, Santa Isabel 52 Ignacio Gómez de Liaño –ı 2.11.

Léon Ferrari –ı 2.11.

Nino de Elche –ı 13.12.

Concha Jerez –ı 11.1.

Audiosfera –ı 11.1.

Petrit Halilaj –ı 28.2.

Disonata –ı 1.3.

Mondrian y De Stijl 11.11.–1.3.

Art and Culture in Morocco

–ı 8.3.

(1955–2010)

Niño de Elche –ı 26.4.

Museo Thyssen-Bornemisza, Paseo del Prado 8 Expresionismo Alemán –ı 14.3.

Palacio de Cristal, Parque del Retiro, *91 574 6614 Petrit Halilaj –ı 28.2.

Palacio Velázquez, Parque del Retiro, *91 573 6245 Anna-Eva Bergman –ı 4.4.

Sala Alcalà, Calle de Alcalà 31, Madrid José Luis Alexanco –ı 1.11.

Canal Isabel II, Santa Engracia 125, *91 545 1000 Juan Valbuena –ı 15.11.

Galería Elba Benitez, San Lorenzo 11, *91 308 0468 Carlos Bunga –ı 14.11.

Galería Elvira González, General Castaños, 3 Elena Asins –ı 10.11.

Galería Marlborough, Orfila 5 Hugo Fontela –ı 22.11.

Guillermo de Osma, Claudio Coello 4 Eduardo Scala –ı 6.11.

Oscar Domínguez 12.11.–15.1.

162 Kunstbulletin 11/2020


Málaga

Palma de

Mallorca

Helga de Alvear, Doctor Fourquet, 12 Lina Bo Bardi –ı 14.11.

La Casa Encendida, Ronda de Valencia 2, Madrid Carles Congost –ı10.1.

Álvaro Urbano

–ı10.1.

Inéditos 2020

–ı10.1.

Centre Pompidou Málaga, Pasaje Doctor Carrillo Casaux

s/n. 29016 Muelle Uno,*, Málaga, *95 192 62 00

Nicolas de Staël

–ı8.11.

De Miró a Barceló –ı 1.11.

Centro de Arte Contemporáne Malaga, Calle de Alemania Philippe Pasqua –ı 29.11.

Bosco Sodi –ı 6.12.

Museo Picasso de Málaga, San Agustín, 8, *952 127 600 Picasso visto por Otero –ı 30.11.

Caixa Forum, Plaza Weyler 3 Cámara y Cuidad 12.11.–7.3.

Esbaluard, Plaza Porta de Santa Catalina 10

Museu Fundación Juan March Palma, Sant Miquel 11,

Baleares

De la posguerra a la

–ı 1.11.

contemporaneïtat

Miguel Ángel Campano –ı 28.2.

Teresa Margolles –ı 28.3.

Cuixart –ı 6.2.

Salamanca Domus Artium, Avenida de la Aldehuela Listen to me! –ı2.11.

San Sebastián Tabacalera Donostia, Duque de Mandas 52 Zin Ex. De la abstracción al

–ı 31.1.

algoritmo

Santa Cruz de

Tenerifa

Tea Tenerife Espacio de las Artes, Avenida de San

Sebastian 10, *92 284 9057

Creano Espacios

–ı 20.11.

Fernando Higueras –ı 13.12.

Santander Centro Botín, Muelle de Albareda s/n, Kantabrien Retratos, esencia y expresión –ı 31.12.

Arte y arquitectura: un diálogo –ı 14.3.

Santiago de

Compostela

Sevilla

CGAC Centro Gallego de Arte Contemporáneo, Valle Inclán

s/n

CaixaForum Sevilla, C. C. Torre Sevilla, Calle López

Pintado, Sevilla

Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Monasterio de la

Cartuja, Sevilla

Francesc Torres

–ı 10.1.

Antón Patiño –ı 17.1.

La Ribot –ı 14.2.

Cristina García Rodero

–ı24.1.

Carmen Laffón: La sal

Hace 50 años

–ı 28.2.

–ı28.2.

John Akomfrah 13.11.–14.3.

Suzanne Lacy

–ı14.3.

Valencia Institut Valencia d’Art Modern, Guillem de Castro 118 Julio González: materia, espacio

–ı 17.1.

y tiempo

IVAM Centre Julio González, Guillem de Castro 118 ¿Cuál es nuestro hogar? –ı 31.1.

Des/Orden Moral –ı 21.3.

Valladolid Museo Patio Herreriano, Jorge Guillén 6 Eva Lootz –ı 8.11.

La ciudad inaudita

–ı10.1.

Vigo Museo Marco de Vigo, Príncipe, 54 Manuel Vilariño –ı 31.1.

Celeste Garrido –ı 2.2.

Vitoria-Gasteiz Artium Contemporary Art, Calle Francia, 24 Gema Intxausti –ı 15.11.

Moyra Davey –ı 7.3.

Montehermoso, Fray Zacarías Martínez 2 Nerea Lekuona –ı 15.11.

Ungarn *0036

Budapest Ludwig Museum, Komor Marcell u. 1. Keeping the Balance –ı 22.11.

Vereinigtes Königreich *0044

Birmingham Eastside Projects, 86 Heath Mill Lane, *121 771 1778 Emma Talbot –ı 12.12.

Susan Philipsz –ı 1.9.

Bristol Spike Island, 133 Cumberland Road, *117 929 2266 Denzil Forrester –ı17.1.

Bruton Hauser & Wirth Somerset, Durslade Farm, Dropping Lane Lee Lozano –ı 10.1.

Nicole Eisenman –ı 10.1.

Gateshead Baltic, South Shore Road Abel Rodriguez –ı 8.11.

King’Lynn Houghton Hall, Bircham Road, Norfolk Anish Kapoor –ı 1.11.

Leeds Henry Moore Institut, 74 The Headrow, *113 234 3158 Paloma Varga Weisz –ı 20.4.

AGENDA // SPANIEN / UNGARN / VEREINIGTES KÖNIGREICH 163


The Tetley, Hunslet Road Emii Alrai, Taus Makhacheva –ı29.11.

Liverpool Bluecoat, Bluecoat Chambers Jonathan Baldock, Frances Disley –ı 1.11.

Tate Gallery Liverpool, Albert Dock Mikhail Karikis –ı 22.11.

FACT, 88 Wood Street

Ariel Guzik, Amalia Pica, Rafael

–ı 13.12.

Ortega u.a.

Walker Art Gallery, William Brown Street Linda McCartney –ı 1.11.

London Camden Arts Centre, Arkwright Road The botanical mind (group show) –ı23.12.

Design Museum London, 224–238 Kensington High St Electronic: From Kraftwerk to The

Chemical Brothers

–ı 21.2.

Horniman Museum and Gardens, London Road 100,

Greater London

Permian Monsters: Life Before the

Dinosaurs

Tate Britain, Millbank Steve McQueen –ı 31.1.

Tate Modern, Bankside Klara Walker –ı 8.11.

Victoria & Albert Museum, Cromwell Road,

Kimono to Catwalk –ı 31.1.

*20 942 2000

Barbican Art Gallery, Silk St., *20 7588 9023 Toyin Ojih Odutola –ı 24.1.

CHELSEA space, 16 John Islip Street John Latham –ı 1.11.

Chisenhale Gallery, 64 Chisenhale Road Thao Nguyen Phan –ı 6.12.

Gasworks Gallery, 155 Vauxhall Street Eduardo Navarra –ı20.12.

Hauser & Wirth London, 23 Savile Row, *207 287 2300 Rashid Johnson –ı 23.12.

Hollybush Gardens, 3 Warner Yard, *20 79 6875 4967 Anne Tallentire –ı31.10.

Kate Macgarry, 27 Old Nichol St., *20 7613 0515 Rana Begum –ı31.10.

Matt’s Gallery, 42–44 Copperfield Rd, *20 8983 1771 Annie Whiles –ı31.10.

Newport Street Gallery, Newport St, *20 3141 9320 Damien Hirst –ı 7.3.

Pace Gallery, Burlington Gardens 6, Greater London, Trevor Paglen

–ı10.11.

*20 3206 7613

Serpentine Gallery, Kensington Gardens Jennifer Packer 18.11.–1.1.

Serpentine Sackler Gallery, West Carriage Drive,

Studio Formafantasma –ı 1.12.

Greater London

South London Gallery, 65 Peckham Road, *20 7703 6120 Ann Veronica Janssens –ı 29.11.

Whitechapel, 80–82 Whitechapel High St.

Gary Hume explores the Hiscox

–ı3.1.

Collection

Middlesbrough mima, Centre Square Otobong Nkanga –ı 21.2.

Nottingham Nottingham Contemporary, Weekday Cross, *115 948 9750 Grace Before Jones (Group show)

–ı 3.1.

Jimmy Robert –ı 3.1.

Wakefield Yorkshire Sculpture Park, West Bretton, *1924 832 631 Alfredo Jaar –ı 31.12.

Joana Vasconcelos –ı 3.1.

Damien Hirst –ı 1.4.

The Hepworth, Gallery Walk, *1924 247 360 Bill Brandt, Henry Moore –ı 1.11.

Walsall The new art gallery Walsall, Gallery Square 20 for 2020 (group show) –ı24.12.

Australien *0061

–ı 3.1.

Berriedale

Tasmania

Mona, 655 Main Road Jonathan Delachaux –ı 5.4.

Brasilien *0055

São Paulo

Ghana *0233

Accra

Hongkong *0852

Fundação Bienal de São Paulo, Parque Ibirapuera-

Portão 3, *11 3094 2820

ADA contemporary art gallery, Villaggio Vista, North

Airport Road, Airport Residential Area

Hong Kong Hauser & Wirth Hong Kong, 15–16/F, H Queen’s, 80

Queen’s Road Central, Hong Kong Island

34 th Bienal de São Paulo –ı 13.12.

Collins Obijiaku –ı 19.11.

Takesada Matsutani –ı 11.2.

164 Kunstbulletin 11/2020


Martinique *0596

Le François –

Martinique

Fondation Clément, Habitation Clément Wolfric –ı 29.12.

Südafrika *0027

Kapstadt

Zeitz Museum of Contemporary Art Africa, V&A Waterfont,

S Arm Road, Silo District, *87 350 4777

Vereinigte Arabische Emirate *0971

Abdoulaye Konaté –ı 11.1.

Dubai Isabelle van den Eynde, Street 8, Al Serkal Av., Unit 17 Hassan Sharif –ı 10.1.

Vereinigte Staaten *0001

Aspen Aspen Art Museum, 590 North Mill Street Rose Wylie –ı 1.11.

Kelly Akashi –ı 14.3.

Maren Hassinger –ı 14.3.

Atlanta High Museum of Art Atlanta, 1280 Peachtree Street, N.E. Picture the Dream –ı8.11.

Baltimore

–ı 17.1.

The Baltimore Museum of Art, 10 Art Museum Drive,

*443 573 1700

A Perfect Power: Motherhood and

African Art

Bentonville Crystal Bridges Museum of American Art, Museum Way 600 Ansel Adams in Our Time –ı3.1.

Boston Institute of Contemporary Arts Boston, 955 Boylston St. Beyond Infinity: Contemporary Art –ı28.2.

After Kusama

I’m yours: Encounters with Art in 18.11.–23.5.

Our Times

Museum of Fine Arts Boston, 465 Huntington Avenue, MA, Monet and Boston: Lasting

15.11.–28.2.

*617 267 9300

Impression

Buffalo Albright-Knox Northland, Northland Avenue 612, NY Swoon: Seven Contemplations –ı 10.1.

Chicago

Museum of Contemporary Art Chicago, 220 East Chicago

Av., MI

Just connect

Paint

Alien vs. Citizen

–ı 8.11.

–ı15.11.

–ı21.2.

Cleveland Cleveland Museum of Art, 11150 East Boulevard Ana Mendieta: Ochún –ı29.11.

Photography in the Era of the

–ı29.11.

Contact Sheet

Bruce Davidson

–ı28.2.

Dallas Dallas Museum of Art, North Harwood Street 1717, TX Flores Mexicanas: Women in

–ı 10.1.

Modern Mexican Art

Denver Denver Art Museum, 100 W 14 th Avenue Pkwy Shantell Martin –ı 31.1.

Detroit Museum of Contemporary Art Detroit, 4454 Woodward Crimes Against Reality

–ı 10.1.

Ave, *313 832 6622

Conrad Egyir –ı 10.1.

Peter Williams –ı 10.1.

Laguna Beach Laguna Art Museum, Cliff Drive 307, CA Granville Redmond –ı15.11.

Long Island City Moma PS1, 22–25 Jackson Ave at 46 th Ave, NY,

*718 784 2084

Marking Time: Art in the Age of

Mass Incarceration

Los Angeles ICA LA, East 7 th Street 1717, CA Harold Mendez –ı 10.1.

MOCA Pacific Design Center, 8687 Melrose Avenue, Barbara Kruger –ı 30.11.

*213 621 1741

UCLA The Hammer Museum, 10899 Wilshire Blv.,

Collective Constellation

–ı2.1.

*310 443 7000

Hauser & Wirth Los Angeles, 901 East 3 rd Street, CA Ed Clark –ı 10.1.

Minneapolis Walker Art Center, Vineland Place Jasper Johns –ı 3.1.

New Windsor Storm King Art Center, Museum Road 1, NY Kiki Smith River Light –ı9.11.

New York Bronx Museum of Arts, 1040 Grand Concourse at 165 th Street José Parlá –ı 10.1.

–ı 4.4.

↗ www.artlog.net/kunstbulletin

AGENDA // VEREINIGTES KÖNIGREICH / AUSTRALIEN / BRASILIEN / GHANA / HONGKONG / … 165


Sanford Biggers –ı 24.1.

Brooklyn Museum, 200 Eastern Parkway/Brooklyn African Arts Global Conversations –ı 15.11.

Jeffrey Gibson –ı 10.1.

Climate in Crisis –ı 20.6.

Metropolitan Museum, 5 th Av. 82 nd Street Jacob Lawrence –ı 1.11.

Morgan Library & Museum, 225 Madison Avenue at 36 th Betye Saar –ı 31.1.

Street

Queens Museum of Art, Flushing Meadows Corona Park Ulrike Müller and Amy Zion –ı 21.2.

Studio Museum of Harlem, 144 W 125 St. Black Refractions –ı 13.12.

The Shed, West 30 th Street 545, NY Howardena Pindell –ı13.4.

frosch&portmann, 53 Stanton Street, *646 820 9068 Eva Lake –ı31.12.

Hauser & Wirth New York, 548 West 22 nd Street, NY Luchita Hurtado –ı 31.10.

Mike Kelley –ı 25.11.

George Condo 5.11.–23.1.

Pace Gallery, 32 East 57 th St. Trevor Paglen –ı10.11.

Peter Blum Gallery, 176 Grand Street, NY Erik Lindman –ı31.10.

Luisa Rabbia 7.11.–9.1.

Vito Schnabel New York, Clarkson Street 43, NY Ariana Papademetropoulos –ı 16.1.

North Adams MASS MoCA, 87 Marshall Street, MA Shaun Leonardo –ı 20.12.

Philadelphia Pennsylvania Academy of the Fine Arts, North Broad Taking Space 19.11.–11.4.

Street 118, PA

Pittsburgh Carnegie Museum of Art, 4400 Forbes Ave. Trevor Paglen –ı14.3.

Salem Peabody Essex Museum, Essex Street 161, MA The Salem Witch Trials 1692 –ı 4.4.

San Francisco Asian Art Museum, Larkin Street 200, CA Jean Shin: Pause –ı10.11.

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Deutschland Köln Art Cologne 2020 19.11.–22.11.

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166 Kunstbulletin 11/2020


Odyssee

14.11. 20 –14. 02.21

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NOVEMBER

2020

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24.10. 2020–17.01.2021

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Sonja Feldmeier

Isabelle Krieg

Werkgespräch, Fr 11.12.2020, 18 h

Finissage/Film, So 17.01.2021, ab 15 h

Fr 14 –18 h, Sa/So 14 –17 h

www.trudelhaus-baden.ch

Ed Ruscha · aus: Road tested 2011, Hatje Cantz

AARGAU 167


Kunst

Raum

Riehen

Regionale 21

Un certain regard

28. November 2020 bis 3. Januar 2021

Kuratiert von Kiki Seiler-Mchalitsi

Samstag, 28. November, 11 bis 18 Uhr: Eröffnungstag

Mi–Fr 13 bis 18 Uhr, Sa–So 11 bis 18 Uhr

Kunst Raum Riehen

Baselstrasse 71, 4125 Riehen, Tel. 061 641 20 29

kunstraum@riehen.ch, www.kunstraumriehen.ch

Kunstverein Olten

Ausstellungsraum Hübelistrasse 30

Olten

Regina Graber

Wädu Nützi

31.10. – 29.11. 2020

Do. + Fr. 14 - 17 h, Sa. + So. 10 - 17 h

Picasso – Suite Vollard

Yves Scherer – Candids

25. Oktober 2020

bis 31. Januar 2021

KUNSTHAUS

INTERLAKEN

12.9.–29.11.2020 RITA ERNST

VERENA LOEWENSBERG

BENDICHT FRIEDLI

KARL GERSTNER

HANS JÖRG GLATTFELDER

CAMILLE GRAESER

KONKRET

Mi–Sa 14–17 Uhr

So 11–17 Uhr

Mo + Di geschlossen

GOTTFRIED HONEGGER

DOMINIK STAUCH

PETER WILLEN

www.kunsthausinterlaken.ch

vernissage &ausstellung 2020

guido w. zelger

rainer otto hummel

kulturraum amseeplatz •6374 buochs nw

samstag 24.oktober bis sonntag 15.november

vernissage: samstag 24.oktober 2020 17 Uhr

Bahnhofstrasse 53 | CH-2540 Grenchen

(vis-à-vis Bahnhof Grenchen Süd)

Mi bis Sa 14–17 Uhr | So 11–17 Uhr

Feiertage siehe www.kunsthausgrenchen.ch

168 Kunstbulletin 11/2020


NATHALIE

BISSIG

Gebt her

eure Äuglein

Vernissage

13.11.

Benzeholz

Raum für

zeitgenössische

Kunst

14.11. —

13.12.2020

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Odile

Petitpierre

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6045 Meggen

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31. Okt.

2020

— 7. Feb.

2021

Nidwaldner

Museum

Winkelriedhaus

www.nidwaldnermuseum.ch

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Simone Holliger

Mahtola Wittmer

19. November bis 19. Dezember 2020_____

Eröffnungen: Sa 14. November, ab 17 Uhr

Kunst im Gespräch: Sa 5. Dezember,

16 Uhr, mit den Künstlerinnen und Julia

Schallberger, Kunsthistorikerin, Basel_____

o.T. ot-raumfueraktuellekunst.ch

Do / Fr 16–19 Uhr, Sa 14–17 Uhr

Kunstpavillon, Sälistrasse 24, Luzern

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Netzwerk der Schweiz

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Fr 17 – 19 Uhr, Sa/So 12 – 17 Uhr

Nomadic Art Space, Baslerstr. 9, 4600 Olten

1.11. ––

12.12.

BASEL / SOLOTHURN / INNERSCHWEIZ 169


VALENTIN MAGARO

im Dialog mit

HEINRICH DANIOTH

12. September bis 22. November 2020

HAUS FÜR KUNST URI

Herrengasse 2, 6460 Altdorf

Do/Fr 14 –18Uhr,Sa/So 11 –17Uhr

041 870 29 29 www.hausfuerkunsturi.ch

Kunstraum

Kreuzlingen

Thurgauische

Kunstgesellschaft

13. November –12. Dezember 2020

Kunstraum und Tiefparterre

Dream Factory

Ausstellung und Performances

zum Thema Sommernachtstraum

Koproduktion UTK und Theater

Hochschule Konstanz

Vernissage mit Live-Präsentation

Freitag 13. Dez. 19:30 Uhr

Zulassung auf Anmeldung

HSLU.CH/INFOTAGE-DESIGN-KUNST

INFO-TAGE 2020

DESIGN &KUNST

20./21./22. NOV.

170 Kunstbulletin 11/2020

Performances am Freitag, Samstag und

Sonntag um19:30 Uhr

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Dienstag bis Donnerstag 17.00 –21:00 Uhr

Programm infos auf:

www.uni-konstanz.de/theater

www.theater.htwg-konstanz.de

www.kunstraum-kreuzlingen.ch

Kunstraum Kreuzlingen, Bodanstrasse 7a


Fabienne Lussmann

O P A K

Städtische Ausstellung

im Lagerhaus

13. November bis

6. Dezember 2020

Öffnungszeiten:

Dienstag bis

Sonntag 14–17 Uhr

Architektur Forum Ostschweiz,

Davidstrasse 40, 9000 St.Gallen

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AUSSTELLUNGSSAAL

Kantonsbibliothek VADIANA

Notkerstrasse 22

9000 St.Gallen

24. Oktober bis 6. Dezember

Rebekka Gnädinger &

Sabina Gnädinger

Joëlle Flumet

Und, haben sie sich entschuldigt?

Kooni

Do 18 – 20 Uhr

Fr 16 – 18 Uhr

Sa / So 12 – 16 Uhr

Kulturzentrum Kammgarn

Baumgartenstrasse www.vebikus.ch

CH – 8201 Schaffhausen

Es ist nie zu früh über

einen Dank an unsere

Kulturinstitutionen

nachzudenken, aber

vielleicht einmal zu

spät. Ein unerwarteter

Beitrag kann

Berge versetzen.

Spenden für kulturelle

Institutionen

25. Oktober 2020

11. April 2021

Markus

Weggenmann

kunstmuseumappenzell.ch

KUNSTMUSEUM

APPENZELL

172 Kunstbulletin 11/2020


ANDREAS LUETHI «INFINITY – NUMBERS AND LINES»

Ausstellung vom 3. Dezember 2020 bis 6. Januar 2021

Vernissage: Donnerstag, 3. Dezember, 17–21 Uhr

Keller Galerie | Selnaustrasse 15 | 8001 Zürich | www.kellergalerie.ch | kellergalerie@sunrise.ch

Öffnungszeiten: Mittwoch–Freitag, 13–18 Uhr | Samstag, 13–17 Uhr | Jeden Sonntag, 14–18 Uhr

* Bis 15. November 2020

* /NATUR/KUNST/TIERE/KÖRPER/

MASCHINEN/MENSCHEN/GEFÜHLE/

Annemarie von Matt / Eva Henn,Blutzger-Photo, 1967

So 1. November 2020, 11.30 Uhr

Parallelführung, Ateliertisch für

Kinder ab 5 Jahren und Erwachsene

Do 5. November 2020, 18.30 Uhr

Prothesen, intime Fremdkörper

Dialogischer Workshop mit

den Gründern von Circleg, Simon

Oschwald und Fabian Engel,

sowie Andre Frei, Prothesenträger

und Mitentwickler

Sa 14. November 2020, 14 Uhr

Kinderführung, Ateliertisch für

Kinder ab 5 Jahren

– – – – – – – –

H E L M H A U S

Z Ü R I C H

– – – – – –

Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr

Donnerstag 11 bis 20 Uhr

www.helmhaus.org

Facebook: helmhauszuerich

Instagram: helmhaus_zuerich

ANNEMARIE VON MATT–JE NE M’ENNUIE JAMAIS

ON M’ENNUIE

With : Mathis Altmann, Sophie Jung, Judith Keller,

Simone Lappert, Quinn Latimer, Céline Manz, Sam Porritt,

Manon Wertenbroek

11.10.20–15.11.20 EXHIBITION

STORMY WEATHER

With : Susanna Flock & Leonhard Mullner,Fragmentin,

Stefan Karrer, Till Langschied, Yein Lee, Marc Lee,

Christiane Peschek, Total Refusal, Christoph Wachter

& Mathias Jud

06.12.20–24.01.21 EXHIBITION

Centre culturel suisse. Paris

32–38 rue des Francs-Bourgeois 75003 Paris

+33 (0)1 42 71 95 70, ccsparis.com

Tuesday–Sunday, 1–7 pm, Free entrance

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Informiert sein zahlt sich aus

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174 Kunstbulletin 11/2020

art-tv.ch

das kulturfernsehen im netz


Neufrankengasse 4, CH-8004 Zürich

Telefon 0041 (0)44 298 30 30

info@kunstbulletin.ch, info@artlog.net

www.artlog.net

Onlineportal: www.artlog.net/kunstbulletin

Web App: www.artlist.net

Redaktion

Claudia Jolles (Chefredaktion)

Deborah Keller (Redaktion)

Claudia Steffens (Redaktion artlog.net, Agenda)

Ariane Roth (Administration, Vertrieb)

Françoise Ninghetto (Rédaction romande)

Boris Magrini (Redazione ticinese)

Satz/Druck/Papier

FO-Zürisee, Egg/FO-Fotorotar, Egg

Papier: Profibulk 1.1, Abokarte Maxi Offset

(FSC zertifiziert)

Designkonzept/Artdirektion

Susanne Kreuzer

www.susanne-kreuzer.com

Kontakt Deutschland

Miriam Wiesel

Fontanepromenade 3

D-10967 Berlin

Telefon 0049 (0)30 69 81 64 16

kunstbulletin@t-online.de

Herausgeber

Schweizer Kunstverein

Neufrankengasse 4

CH-8004 Zürich

www.kunstverein.ch

Autor/innen dieser Ausgabe

Anouk Brunner (AB), Alice Henkes (AH), Anke Hoffmann (AHO),

Angelika Maass (AMA), Dominique von Burg (DvB), Feli

Schindler (FS), Giulia Bernardi (GB), Gianna Rovere (GR), Hans

Dieter Fronz (HDF), Irene Müller (IM), Iris Kretzschmar (IK),

Jean Messmer (JM), Miriam Wiesel (MW), Tiziana Bonetti (TB),

Thomas Schlup (TS), Valeska Marina Stach (VMS)

ABONNEMENTE

Kunstbulletin Leserservice

Postfach, CH-4600 Olten

Telefon 0041 (0)41 329 22 29

aboservice@kunstbulletin.ch

PREISE

Kombi Abo Kunstbulletin und artlog.net

(10 Print-Ausgaben/Jahr plus E-Paper)

Für Kunstinteressierte: CHF 80/€ 53.90*

Für Institutionen (Agendaeintrag + E-Services):

CHF 145/€ 110*

Für Künstler/in, Professionals (+E-Services): CHF 86/€ 84.10*

*Auslandspreise zzgl. Porto

Kombi Abo reduziert:

Für Mitglieder SKV, SIK, visarte und SGBK/SSFA: CHF 70

Für Studierende: CHF 47/€ 35*

Mit Kulturlegi: CHF 40

ERSCHEINUNGSTERMINE

Ausgabe Erscheinungsdatum Anzeigenschluss

12 Dezember 27.11.2020 28.10.2020

1-2 Januar/Februar 08.01.2021 07.12.2020

3März 26.02.2021 27.01.2021

4April 26.03.2021 24.02.2021

Mediadaten (Inserate im Heft und online)

↗ www.artlog.net/media

Auflage

Druckauflage ca. 9000 Exemplare

Abonnemente ca. 8000 Exemplare

Direktvertrieb ca. 1000 Exemplare (Buchhandel und Kiosk)

ANZEIGENVERWALTUNG

Claudio Moffa, Anzeigenleitung

Telefon 0041 (0)44 928 56 31

Sandra Verardo, Administration

Telefon 0041 (0)44 928 56 35

kunstbulletin@fachmedien.ch

FACHMEDIEN

Zürichsee Werbe AG

Laubisrütistrasse 44, CH-8712 Stäfa

ISSN 1013 – 69 40

175


DAS GROSSE RÄTSEL

Parallelwelt

Roy’s Café, Mojawe-Wüste (USA), Mittwoch, 25.8.2010. Foto: SH

Als wären mir meine realen Reisen nicht schon Aufregung genug, flottieren meine

Gedanken manchmal auch noch durch ein Paralleluniversum, in dem das Unterwegssein

ein mystisch-melancholischer Zustand ist, eine Art Existenz-Trance, beleuchtet

von einem Dauersonnenuntergang, benieselt von leichtem Regen, belebt von geräuschlos

dahingleitenden Autos.

Ein arger Kitsch insgesamt, aber aus meinem Kopf partout nicht zu vertreiben.

Woran vielleicht auch die Schleusen schuld sind, die sich dann und wann zwischen

der realen Welt und meinem fliegenden Gehirnteppich auftun. Roy’s Tankstelle mit

Café und Motel ist so eine Schleuse. Zapfsäulen, ein rotes Flachdach, ein Pick-up

ohne Fahrer, Fähnchen warten auf Wind, ein riesiges Schild schreibt «Cafe» in den

Himmel. Pfeilgerade führt die Route 66 an der Tankstelle vorbei nach Westen. Am

Horizont rauchgrau die Tehachapi Mountains, dahinter schüttet sich die Sonne rotorange

in den Pazifik aus. Durch die Fensterritzen dringt ein Duft von heissem Eisen,

als sässe ich in einem Zug und nicht in einem Ford. Leise surrt die Klimaanlage vor

sich hin, ihr Wind streichelt mir zart übers Gesicht. Das Eindrückliche des Moments

rührt gerade daher, dass nichts geschieht, dass es nichts zu interpretieren, nichts zu

erwarten, keine Handlung vorzubereiten gibt.Tankstellenbilder von

kommen

mir in den Sinn. Dann steige ich aus, um mich nach einem Nachtlager zu erkundigen.

Es ist 45 Grad heiss. Jeder Schritt ist ein Schritt aus der Trance zurück in

die Realität. Die Schleuse schliesst sich. Ich habe meine Chance verpasst, wie immer.

Samuel Herzog

Samuel Herzog, freier Schreiber (Kunst & Kochen). herzog@hoio.org

Wo im Heft findet sich das im Text unkenntlich gemachte Kunstwerk? Mailen Sie uns bis zum 22.11. die

Seitenzahl. Unter allen Einsendungen werden drei Preistragende ermittelt: raetsel@kunstbulletin.ch

176 Kunstbulletin 11/2020


31.10. 2020 31.01. 2021

MICHAŁ

BUDNY,

VITTORIO

SANTORO

SCULPTURE/SCULPTURE

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