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ewe-aktuell 2/2021

Sonderausgabe zum Projekt Schulfee-Sambia

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Jahrgang 24 - Juli 2021

Das Projekt Schulfee - Schoolfee

Ein Projekt für Bildungsgerechtigkeit

A Project for Educational Equality


Seite 2 Seite 3

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Lieber Leser*innen,

Dear reader,

die Corona-Pandemie hat die Welt leider noch im

Griff. Auch wenn dank der Impfungen in den Ländern

des globalen Nordens allmählich Licht am Ende des

Tunnels zu sehen ist, ist dies in den Ländern des

globalen Südens wahrscheinlich noch lange nicht der

Fall. Denn hier stehen finanzierbare

Impfdosen nicht in ausreichender

Menge zur Verfügung. So ist auch

die Bevölkerung in Sambia leider

erst zu 0,79% erstgeimpft und nur

zu 0,2 % vollständig geimpft.*

Letztendlich ist es auch der

Pandemie geschuldet, dass wir

in diesem Sommer auch keine

Freiwilligen entsenden. Doch

wenn sich die Situation (Stand

Anfang Juli 2021) nicht gravierend

verschlechtert, kann sich der ewe

im August auf die Ankunft von zwei

Freiwilligen aus Sambia freuen.

In dieser Sonderausgabe wollen wir uns aber mit

dem Projekt „Schulfee“ befassen, das seit seiner

Entstehung dem ewe eng verbunden war, aber erst in

diesem Jahr seine Heimat im ewe gefunden hat. Wie

es dazu kam, was das Projekt bislang bewirkt hat und

welche künftigen Ziele angestrebt werden, ist hier

nachzulesen.

Vielleicht entschließt sich die eine oder der andere

anschließend ja zu einer Spende fürs Schulfee-Projekt.

Wir würden uns darüber sehr freuen!

Für den ewe und mit herzlichen Grüßen

Yoko Kuchiba

unfortunately, the Corona pandemic still has the

world in its grip. Even though thanks to vaccinations,

there is light at the end of the tunnel for the countries

of the global North, this is probably far from being

the case for the countries of the global South. Because

here, affordable vaccine doses

are not available in sufficient

quantities. Therefore only 0,79%

of the Zambian population has

been vaccinated for the first time

and only 0,2% have completed

vaccination.*

It is also due to the pandemic

that again there are no outgoing

volunteers this summer. But if the

situation as of the beginning of July

2021 does not deteriorate severely,

the ewe is looking forward to the

arrival of two volunteers from

Zambia in August.

However, in this special issue we want to look at the

„Schoolfee“ Project, which has been closely associated

with the ewe since its beginning, although it has not

found its home at the ewe before this year. How it

came about, what the project has achieved so far and

what goals we would like to achieve in the future can

be read here.

Perhaps some of you will then decide to donate to the

Schoolfee Project. We would be very grateful!

For the ewe and with kind regards

Yoko Kuchiba

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Bildung - das beste

Geschenk überhaupt!

Wirkung von

Schulfee

Schulsystem und

-kosten in Sambia

Teilhabe

ermöglichen

Struktur und

bisheriges

Spendenaufkommen

Editorial

Begünstigte erzählen

ihre Geschichten

Berufs- und

Beratungslehrerin

Ein Schulleiter zur

Wirkung von Schulfee

Bildungsgerechtigkeit

fördern

Infos

Wie kann gespendet

werden?

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Impressum

Herausgeber:

eine-welt-engagement e.V.

Postfach 100523, 52305 Düren

Email: redaktion@eine-welt-erleben.de

V.i.S.d.P.: Guido Schürenberg

Redaktion: Yoko Kuchiba

Layout: Jonas Höhmann

Die Ausgaben des Magazins werden auf der

Plattform www.yumpu.de veröffentlicht

und können dort als pdf-Dokument kostenlos

heruntergeladen werden.

Bildnachweis/Proof of Images

Die Fotos und Screenshots in dieser Ausgabe

wurden uns freundlicherweise, wie folgt, zur

Verfügung gestellt/

the photos and screenshots have been kindly

provided by:

Seite/Page 1,3,22-26 schulfee-sambia.de

S./P 2,3,10 ewe Archiv

S./P 3-4,6-8,12,14,17,18 Agnes Simoloka

Die Übersetzungen der Texte in die jeweils

andere Sprache wurde zunächst mit Hilfe der

Website www.deepl.com (kostenfreie Version)

vorgenommen und anschließend überarbeitet.

The translation of the texts into the respective

other language was done with the help of the

website www.deepl.com (free version) and then

revised.

* Daten vom 11.7.2021 von https://www.corona-inzahlen.de/weltweit/sambia/

* Data of 2021.07.11 from https://www.corona-inzahlen.de/weltweit/sambia/


Seite 4 Seite 5

Bildung - das beste Geschenk

überhaupt!

Education – The Best Gift Ever!

Ein Schriftsteller hat einmal geschrieben: „Bildung ist

ein Akt oder Prozess der Vermittlung oder des Erwerbs

von Wissen, der Entwicklung der Fähigkeiten logischen

Denkens und allgemein der eigenen Vorbereitung

oder der anderer auf ein mündiges Leben“. Gebildet

zu sein bedeutet, sich Wissen, Fertigkeiten, Werte,

Moral, Glauben und Gewohnheiten anzueignen, um

in der Gesellschaft seinen Platz zu finden.

Menschen nehmen Bildung aus verschiedenen

Gründen an: einige davon sind z.B. für eine

glückliche, vielversprechende, sichere Zukunft und

ein stabiles Leben (damit man die guten Dinge, die

die Welt zu bieten hat, genießen kann), für Gleichheit

(um die Welt als einen gerechten und fairen Ort mit

gleichen Chancen zu sehen), für Selbstständigkeit

(um finanziell unabhängig zu werden und eigene

Entscheidungen zu treffen), um die eigenen Träume

in die Realität umzusetzen (um im Leben unabhängig

von der Herkunft erfolgreich zu werden) und um sich

davor zu schützen hereingelegt zu werden (um die

Gelegenheiten zu reduzieren, ausgenutzt zu werden).

Ausgehend von diesen Überlegungen fassten die

Teilnehmer der Sommerschule 2013 (Deutsche und

Sambier) den Gedanken, den weniger privilegierten,

aber entwicklungsfähigen Kindern in den ländlichen

Gebieten der Diözese Monze Bildung zu schenken.

Dazu kam die Überlegung, dass ein solches

Empowerment, einmal gegeben und empfangen,

einem nicht mehr fortgenommen werden kann.

Wie das Sprichwort „Der Fluss füllt sich aus kleinen

Nebenflüssen“ sagt, war und ist Dreh- und Angelpunkt

der Initiative immer noch die Idee „SHARING THE

LITTLE WE HAVE“ (Das Wenige, was wir haben,

teilen.).

Dieser Leitspruch bzw. die Initiative hat sich seit

2014 bis heute in ihrer Kraft und ihren Ergebnissen

manifestiert. Das Interesse anderer als das eigene

Interesse im Blick zu haben, stand für die Teilnehmer

im Mittelpunkt und dieser Geist hat fortlaufend andere

angezogen, daher das Projekt „Schoolfee“ (Schulfee).

(Anmerkung der Redaktion: school fee bedeutet im

Englischen Schulgebühr.

One writer once wrote a statement saying, “Education

is an act or process of imparting or acquiring

knowledge, developing the powers to reasoning and

generally preparing oneself or others for mature life”.

Being educated so as to acquire the knowledge, skills,

values, morals, beliefs and habits so that one would

find their ground in society.

People embrace education for various reasons, some

of which are for a happy, promising, secure future and

stable life (to enable one enjoy the good things the

world has to offer), for equality (to see the world as a

just and fair place to be with equal opportunities), for

self dependency (to become financially independent

and make own decisions), to turn one’s dreams

into reality (to become successful in life despite the

background or angle) and to save one from being

fooled (minimizing the chances of being exploited).

It is from the above illustration that Summer School

Participants of 2013 (Germans and Zambians) deeply

thought of gifting education to the less privileged but

viable children in the rural areas of the Diocese of

Monze. The thought that such kind of empowerment

cannot be taken away from one once given and

embraced by the recipients was then conceived. As the

Teilnehmer*innen an der Summer School 2013/

Participants of Summer School 2013

Der Name des Projekts ist also einem englischdeutschem

Wortspiel entsprungen.)

Jedes Projekt hat einen Anfang und speziell der von

diesem ist sehr interessant. Der Besuch verschiedener

Schulen damals 2013 veränderte die Stimmung der

Teilnehmer, da sie durch das, was sie sahen, und was

sie von den Verantwortlichen der Schulen erfuhren,

bewegt wurden. Sie mussten leider feststellen, dass

gefährdete, aber Kinder mit Potential von der Schule

getrieben wurden, weil ihre Eltern sich keine 2€ -

damals der Gegenwert von 15 ZMW (sambische

Währung) - leisten konnten, selbst wenn sie bereits

eine Prüfungsklassen besuchten. Solche Umstände

führten dazu, dass Kinder zu Schulabbrechern wurden

oder im folgenden Jahr die gleiche Klasse wiederholen

mussten, während sich die wirtschaftliche Lage der

Eltern dieser Opfer keineswegs änderte, um den

Kindern Hoffnung geben zu können, ihre Ausbildung

fortzusetzen. Die Teilnehmer der Summer School

jenes Jahres fanden es daher angebracht, zum Wohl

anderer auf einige ihrer eigenen Interessen zu

verzichten und das Wenige, das ihnen zur Verfügung

stand, zu teilen.

In Sambia sagt man, dass „die jungen Bäume der Wald

sind“, was bedeutet, dass die jungen Menschen die

Zukunft von morgen sind. Aber wie können sie ohne

Bildung die Zukunft von morgen sein? wie können

sie Entwicklung bewirken, wenn sie keine Kenntnisse

haben? wie können sie ihre Zukunft sichern? wie

können sie ein stabiles Leben führen? wie können sie

die Welt als einen gerechten und fairen Ort ansehen?

wie können sie ihre Träume in die Realität umsetzen?

oder wie können sie die Möglichkeiten verringern,

ausgebeutet zu werden. Dies sind einige der Fragen,

auf die Bildung Antworten gibt - unabhängig davon,

wie sie erworben wird (formell oder informell). 2014

war ein erstaunliches Jahr, in dem sich die Initiative

„das Wenige, das wir haben, teilen“ zu entfalten

begann und aufblühte.

saying goes “the river fills up from small tributaries”,

was and is still the pillar and anchor of the initiative

“SHARING THE LITTLE WE HAVE”.

The theme or initiative has turned out to be

manifesting its power and results since 2014 to-date.

Having the interest of others at heart than one’s own

interest was at the heart of the participants and this

spirit has continued to attract others, hence the project

Schoolfee (Schulfee).

Every project has a beginning although this particular

one is very interesting. The visitation to different

schools that time (2013) changed the mood of

the participants as they were moved by what they

saw and heard from the school authorities. It was,

unfortunately, discovered that vulnerable but viable

children were chased from school because their

parents could not afford a € 2 equivalent to ZMW15

(Zambian Currency) that time, even when they were

in examinations grades. Such circumstances made the

children become drop outs or having to repeat the

same grade the following year, in the mean time the

economic statuses of the victims’ parents were not by

any means going to change to give the children hope

to continue with their education. The Summer School

participants of that year saw it fit to forego some of

their interests in honour of others and share the little

at their disposal.

It is usually said in the Zambian context that “the young

trees are the forest” meaning the young people are the

future of tomorrow. But without education how can

they be the future of tomorrow? how can they bring

development if they are not knowledgeable? how can

they secure their future? how would they have a stable

life? how would they see the world to be a just and fair

place to be? how would they turn their dreams into

realities? or how would they minimize the chances

of being exploited? These are some of the questions

education give answers to, regardless of how it is

acquired (formal or informal). 2014 was an amazing

year the initiative of “sharing the little we have” started

unfolding and blossomed.


Seite 6 Seite 7

Beschreibung der Begünstigten

Description of the Beneficiaries

Die Kinder sind die direkt Begünstigten des

Projekts, aber Eltern und Betreuende sind die

Hauptbegünstigten, weil ihnen die Verantwortung

obliegt, alle Bedürfnisse der Familie zu erfüllen,

einschließlich der Bereitstellung der Schulgebühren

für die schulpflichtigen Kinder.

Eine Betreuende wie Davison Muchindu´s

Großmutter hat in ihrem Alter nicht mehr die Kraft,

umherzulaufen, um Spenden für Essen, Kleidung und

Schulgebühren für die vielen Enkelkinder in ihrer

Obhut zu sammeln.

Charles‘ Vater ist chronisch krank und kann

keiner Arbeit nachgehen, um etwas Geld für den

Lebensunterhalt der Familie zu verdienen und

das Schulgeld für seine schulpflichtigen Kinder

zu bezahlen. So mussten seine Kinder die Schule

abbrechen, weil es keine stabile Einkommensquelle

für die Familie gibt. Die einzige Möglichkeit für die

Mutter von Charles, ein wenig Geld aufzubringen,

damit die Familie Lebensmittel kaufen kann, ist der

Verkauf von Frittiertem.

Charles und sein Vater/ Charles and his father

Davison und seine Großmutter/

Davison and his grandmother

Much as the children are the direct beneficiaries of

the project, the parents and guardians are the major

beneficiaries to a larger extent because they have the

responsibility of meeting all the needs of the family

including school fees for the school going children.

A guardian like Davison Muchindu’s grandmother, at

her age strength is no longer in her favour to run up

and down to fundraise for food, clothing and school

fees for her many grandchildren under her care.

Charles’ father is chronically ill and cannot do any

kind of work to earn some money to meet ends for

the family and pay school fees for his school going

children. As such his children had to drop out of

school because there is no stable source of income for

the family. The only way the mother of Charles raises

a bit of money to enable the family buy food is through

sale of fritters. The two scenarios are just some of the

many conditions the parents and guardians of the

sponsored children are in. Still others are in abject

poverty and prefer to have their children heard cattle

or help in fundraising ventures so that the families can

have some food on the table. Children are sometimes

Diese beiden Szenarien sind nur einige Beispiele

von vielen Bedingungen, in denen sich Eltern und

Betreuende der geförderten Kinder befinden. Es gibt

aber auch immer noch andere, die in bitterer Armut

leben und ihre Kinder lieber Vieh hüten oder bei

Aktivitäten helfen lassen, Geld zu verdienen, damit

die Familien etwas zu essen auf den Tisch bekommen.

Manchmal werden Kinder auch von ihren Eltern oder

Betreuenden aufgefordert, die Schule abzubrechen,

wenn der Schulweg weit ist (z.B. ca. 7 Kilometer)

und sie die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und

Schulgeld nicht aufbringen können. Einige der Eltern

sind Kleinbauern, die für ihre Ernte vom Regen

abhängig sind, um etwas Geld zu verdienen, damit sie

ihre Kinder zur Schule schicken können, aber in der

jüngsten Vergangenheit waren die Regenfälle nicht

ausreichend, besonders im Tal. Dies könnte auf die

Auswirkungen des Klimawandels zurückzuführen

sein.

Waisen und gefährdete Kinder bleiben die

Begünstigten des Schulfee-Projekts (Schoolfee). Es

sind diejenigen, die den Wunsch haben, in Zukunft

verantwortungsvolle Bürger ihres Landes Sambia zu

sein, deren Eltern oder Erziehungsberechtigte aber

mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Auf solche Familien zielt das Schulfee-Projekt ab,

damit diese Kinder an ihrem Recht auf Bildung

teilhaben können, auch wenn ihre Eltern nicht in der

Lage sind, ihnen die Wahrnehmung dieses Rechts zu

ermöglichen. Manche Kinder wollen unbedingt die

Schule besuchen – selbst ohne Schuhe oder Uniform,

aber aus Liebe zum Unterricht erscheinen sie auf dem

Schulgelände.

told by their parents or guardians to drop out of

school if the distance they have to cover to school is

long (say about 7 kilometres) and they cannot afford

to pay for accommodation, feeding and school fees.

Some of the parents are small scale farmers who rely

on the rains to grow crops from which they can raise

a bit of income to send their children to school but

in the recent past the rain patterns have not been

favourable, especially on the valley. This could be due

to the effects of climate change.

The orphans and vulnerable children will remain

the beneficiaries of the Schulfee (Schoolfee) Project.

These are those who have the desire to be responsible

citizens of their country Zambia in future but their

parents or guardians are struggling to meet ends

financially. It is such families that the Schulfee project

is targeting so that their children will have a share in

their right to education even when their parents are

not capable of fulfilling this right. Some children will

go to school even without shoes or uniform but for

the love of schooling they show their presence in the

school premises.

Kind auf dem Schulgelände/ Child on school premises


Seite 8 Seite 9

Ergebnisse des Schulfee Projekts

Results of the Schoolfee Project

Kleine Anfänge sollten nicht verachtet werden,

besonders nicht wenn sie mit Liebe verbunden

sind. Aus Liebe entstand die überzeugende Tat der

Teilnehmer des Sommerschulprogramms von 2013.

Durch ihre selbstlosen Spenden kam ein ansehnlicher

Betrag zusammen, mit dem bis zu 20 Schüler

unterstützt werden konnten.

Das Projekt begann klein, aber mit der Zeit kamen

viele andere Wohlwollende an Bord und trugen bei,

was sie konnten, um die Waisen und gefährdeten

Kinder zu unterstützen. Jedes Jahr, von 2014 bis 2021,

stieg die Zahl der unterstützten Kinder.

Bis heute, 2021, haben 495 Schüler von dem Projekt

profitiert.

Von den 495 haben 5 eine Hochschulausbildung

absolviert, 51 haben die 12. Klasse abgeschlossen,

während andere noch in der Schule sind.

Zu den Schulen, an denen die Begünstigten die Schule

besuchten oder noch besuchen, gehören die St. Marys‘

School in Monze, die Tiyamike Community School

und die Chirundu Secondary School in Chirundu, die

Kasenga Girls School und die Namwala Secondary

School in Namwala, die Niko Girls School in Choma

und die Nkandabbwe Secondary School in Maamba.

Neben der Unterstützung der Schüler mit Schulgeld hat

das Projekt auch einige der Kinder mit Schultaschen

und Trinkwasserflaschen ausgestattet.

Die gewährte Unterstützung hat viele Kinder

inspiriert, die sonst die Schule abgebrochen hätten.

Sie hat ihnen die Ruhe gegeben, sich auf das Lernen

zu konzentrieren, anstatt sich Sorgen zu machen,

von der Schule verwiesen zu werden oder sie ganz

Small beginnings cannot be despised, especially when

there is love attached to such. Love was the compelling

act by the participants of the Summer School Program

of 2013. As they made contributions selflessly, a good

amount to support up to 20 pupils was raised.

The project started small but with time many other

well wishers came on board and contributed what

they could in the quest of supporting the orphans and

vulnerable children.

Each year, from 2014 to 2021, numbers of supported

children increased.

To date, 2021, 495 pupils benefited from the project.

Among the 495, 5 were tertiary education, 51

completed grade 12 while others are still in school.

The schools which beneficiaries have attended or still

attend include St. Mary´s School of Monze, Tiyamike

Community School and Chirundu Secondary School

of Chirundu, Kasenga Girls School and Namwala

Secondary School of Namwala, Niko Girls School

of Choma and Nkandabbwe Secondary School of

Maamba.

Besides supporting the learners with school fees, the

project has also purported some of the children with

school bags and drinking water bottles.

The support given has inspired many children who

would have dropped out of school. It has given

them the peace of mind hence concentrate on their

studies than worrying of being evicted from school or

dropping out completely and it has given them hope

for a better tomorrow.

The pupils who have been supported by the Schoolfee

Project have continued to believe in themselves amidst

unclear circumstances their parents find themselves

economically.

abbrechen zu müssen, und sie hat ihnen Hoffnung auf

eine bessere Zukunft gegeben.

Die Schüler, die durch das Schulfee Projekt unterstützt

wurden, haben inmitten der unklaren Umstände, in

denen sich ihre Eltern wirtschaftlich befinden, weiter

an sich geglaubt.

Die Geste mag klein erscheinen, aber die Wirkung

ist wirklich unermesslich. Eine solche Unterstützung

hat die Träume vieler Kinder neu entfacht. Während

einige auf höhere Bildungseinrichtungen gehen

wollen, haben andere das Gefühl, dass sie mit dem

Erreichen der zwölften Klasse einige Verbindungen

haben können. Doch andere wünschen sich auch,

dass auch eine Hochschulausbildung gefördert werden

könnte, nach der sie sich selbst weiter entwickeln

können.

Der leuchtende Stern

Ein Licht, das hell leuchtet, kann nicht so leicht

verdeckt werden - so auch nicht die Wirkung des

Schulfee-Projekts.

Es ist koordinierten Anstrengungen zu verdanken,

dass viele gefährdete Kinder das Licht am Ende des

Tunnels ihres Lebens sehen können. Für viele ist ein

leuchtender Stern aufgegangen und sie können in eine

hellere Zukunft blicken.

Lassen Sie uns alle gemeinsam an einer besseren Welt

bauen, indem wir Bildung unterstützen.

„Bildung bleibt das beste Geschenk, das wir jedem

machen können, der es verdient“.

Das wundervollste Geschenk überhaupt!

The Shining Star

The light that shines bright cannot be covered so

easily, so are the impacts of the Schulfee Project.

It is because of the coordinated efforts that many

vulnerable children can see the light at the end of their

lives’ tunnel. A shining star has risen for many and

they can see a brighter future ahead.

Let us all join hands in building a better world by

supporting education.

“Education remains the best gift we will give to anyone

deserving”.

The Amazing gift ever indeed!

Gespendete Schultaschen und Trinkflaschen/

Donated schoolbags and water bottles

The gesture may look small in nature but the impact is

really immeasurable. Such a support has rekindled the

dreams of many children. While some wish to go to

higher learning institutions, others feel they can have

some connections having attained the twelfth grade.

Still others wish they could be sponsored for tertiary

education after which they can develop themselves.

Autorin:

Agnes Simoloka

Koordinatorin des Schulfee

Projekts

Diözesane Entwicklungsabteilung

Diözese Monze

SAMBIA

Author:

Agnes Simoloka

Coordinator of Schoolfee

Support Project

Diocesan Development Department

Monze Diocese

ZAMBIA


Seite 10 Seite 11

Begünstigte erzählen ihre

Geschichten

Beneficiaries Tell Their Stories

„Mein Name ist Charles Mazila. Ich wurde am 25.

Januar 2002 geboren. Ich bin das fünfte Kind in einer

sechsköpfigen Familie. Ich wurde 2009 eingeschult,

während mein Vater für Yalelo* in Siavonga arbeitete.

Als ich in der sechsten Klasse war, wurde mein Vater

sehr krank und konnte nicht mehr arbeiten, um das

Geld für mein Schulgeld aufzubringen. Zu diesem

Zeitpunkt brach ich die Schule ab, weil es niemanden

gab, der mein Schulgeld bezahlen konnte.

Im Jahr 2015 zogen wir von Siavonga nach Chirundu

und ich nahm den Unterricht an der örtlichen Schule

auf. Da aber mein Vater immer noch krank war und das

Schulgeld nicht bezahlen konnte, brach ich die Schule

wieder ab. 2016 brachten einige Gemeindemitglieder

Mittel auf und bezahlten für mich, bis ich die 7.

Klasse abgeschlossen hatte. Gerade als dieselben

Gemeindemitglieder erneut versuchten, Geld für mich

zu sammeln, damit ich 2017 in die 8. Klasse gehen

konnte, wurde ich vom Schulfee Projekt der Diözese

“My names are Charles Mazila. I was born on 25th

January 2002. I am the 5th born in a family of six. I

started school in 2009 while my father was working

for Yalelo in Siavonga. When I was in grade six my

father became very sick and could not work anymore

to raise money for my school fees. At that point I

dropped out of school because there was no one to

pay my school fees.

In 2015 we shifted from Siavonga to Chirundu and

I started school at a community school but because

my father was still sick and could not pay school

fees, I dropped out of school again. In 2016 some

community members mobilized funds and paid for

me until I completed grade 7. It was while the same

community members where trying to fundraise for

me to go to grade 8 in 2017 that the Schoolfee Project

implemented by Monze Diocese picked me for

support. My parents and I were very happy because

there was hope for me to go to school again. I worked

very hard and passed grade 9 exams seeing me into

grade 10.

It was not easy for my family to raise money because

the only source of income was sale of fritters which

I was also part of. Both of my parents are sickly and

that makes it difficult for us to meet ends. With this

situation, it is my younger sister and I who have to do

most of the house chores and sometimes miss school

because we have to sell the fritters to raise money to

buy food.

Monze ausgewählt und unterstützt. Meine Eltern und

ich waren sehr glücklich, denn es gab nun Hoffnung

für mich, die Schule weiter besuchen zu können. Ich

arbeitete sehr hart und bestand die Prüfungen der

Klasse 9, um in die Klasse 10 zu kommen.

Es war nicht einfach für meine Familie, Geld

aufzubringen. Denn die einzige Einnahmequelle

bildete der Verkauf von Frittiertem, an dem ich auch

beteiligt war. Meine Eltern sind beide kränklich und

das macht es schwierig für uns, über die Runden zu

kommen. In dieser Situation sind es meine jüngere

Schwester und ich, die den größten Teil der Hausarbeit

erledigen müssen und die manchmal die Schule

verpassen, weil wir Frittiertes verkaufen müssen, um

Geld für Lebensmittel zu verdienen.

Seitdem ich zur Förderung ausgewählt wurde, ist mein

Vater sehr glücklich, aber die Sorge um meine jüngere

Schwester ist geblieben, weil nur Wohlwollende ihr

bei den Schulgebühren helfen.

Ich bin so dankbar für diese Unterstützung. Möge

Gottes Segen weiterhin mit Ihnen sein.“

* Anmerkung der Redaktion: Bei Yalelo handelt es

sich um ein sambisches Aquakultur Unternehmen.

Since the time I was picked for support my father has

been very happy but the worry still remains with my

younger sister because only well wishers are helping

her with school fees.

I am so thankful to this support and may God continue

to bless you”.


Seite 12 Seite 13

“Mein Name ist Siaguuma Elvis von der Nkandabbwe

Day Secondary School of Excellence. Ich schreibe

diesen Beitrag, um meinen Dank für die Hilfe, die

mir durch das Schulfee Projekt der Summer School

zuteil geworden ist, zu bedanken. Zur Zeit bin ich in

der 12. Klasse und Schülersprecher der Nkandabbwe

Secondary School.

Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass meine Eltern

beide noch leben, aber sie haben Schwierigkeiten, mich

bei meiner Bildung zu unterstützen, denn wir sind

arm. Meine Eltern sind alt, sehr alt – so, dass sie nicht

mehr die Energie haben so zu arbeiten, wie sie es früher

getan haben. Schlimmer noch, sie sind Analphabeten

und hatten nicht die Möglichkeit einer geregelten

Anstellung. Auch führten entmutigende Umstände

dazu, dass sie Bildung als Zeitverschwendung ansahen.

Das liegt daran, dass niemand in der Familie Bildung

erhalten hat. Aus den oben genannten Gründen waren

meine schulischen Leistungen gesunken, verspätete

oder ausbleibende Zahlungen des Schulgeldes führten

dazu, dass ich einige Male in der Schule fehlte oder

zu spät kam. Dies brachte mich damals immer zum

Weinen, da ich immer die Schule besuchen wollte, um

eines Tages „jemand“ in der Gesellschaft zu werden.

Je höher ich versetzt wurde, desto schwieriger wurden

meine Probleme. Als Junge versuchte ich, meinen

Eltern zu helfen, indem ich mich an einigen Arbeiten

beteiligte. Aber noch schlimmer war, dass meine

Eltern Schwierigkeiten hatten, mich während des

Schulhalbjahres mit Essen zu versorgen, denn ich

bin wochenweise im Internat in der Nähe der Schule

untergebracht. Ich sehnte mich danach, zu denjenigen

zu gehören, die von der Monze-Diözese gefördert

wurden. Ich betete, dass ich eines Tages ausgewählt

werden würde, und es geschah 2019, als ich in der 10.

Klasse war. Ich wurde von den Beratungslehrern zu

Gesprächen gerufen, ohne zu wissen, was eigentlich

los war. Am nächsten Tag wurde ich wieder zu

denselben Beratungslehrern gerufen. Sie sagten mir,

dass ich als einer der Begünstigten der Diözese Monze

ausgewählt worden sei. Für mich ging ein Traum in

Erfüllung und ich war überglücklich, weil ich nun in

einer Situation war, in der ich noch nie zuvor gewesen

„My name is Siaguuma Elvis of Nkandabbwe Day

Secondary School of Excellence. I’m putting up this

piece of writing to appreciate the help that the Summer

School‘s Schoolfee Project has been rendering to me.

I’m currently in grade 12 and the school head boy for

Nkandabbwe Secondary School.

To start with, I would like to mention that my

parents are both alive but they have difficulties in

sponsoring me education wise because we are poor.

My parents are old, very old, as such they no longer

have the energies to work like they used in the past.

Worse still they are illiterate and they did not have an

opportunity to be in any formal employment. Also

discouragements were given to my parents regarding

education as a waste of time. This is because no one in

the family is educated. Because of these reasons above

war. Noch am selben Tag informierte ich meine Eltern

und als sie die Nachricht hörten, priesen sie Gott und

die beteiligten Lehrer, denn auch sie hatten auf einen

Wohltäter, der mir hilft, gehofft.

Zusätzlich zu dem, was Sie getan haben, hat sich

mein Leben verändert und ich bin jetzt ein anderer

Mensch, besonders in akademischer Hinsicht. Meine

Leistungen haben sich stark verbessert. Deshalb habe

ich keine Zweifel, dass ich die Prüfungen mit Bravour

bestehen werde. Ich bin sehr glücklich und wirklich

dankbar für die wunderbare Arbeit, die Sie für mich

und andere leisten. Man sagt, „eine gute Wendung

verdient eine weitere.“ Ich persönlich bete zu Gott,

dass er Türen des Segens von oben öffnet und er im

Überfluss über Sie kommen soll. Ich bete auch, dass

Sie Ihre Hilfe nicht mit der Sekundarstufe beenden,

sondern dass Sie sie bis in meine Tertiärstufe weiter

gewähren, denn es gibt niemanden in meiner Familie,

der mir helfen kann. Wenn sie schon in dieser Stufe

Schwierigkeiten haben, für meine Ausbildung

aufzukommen, dann erst recht in der Tertiärstufe, wo

riesige Geldsummen zu zahlen sind! Möge die Gnade

Gottes mit Ihnen sein, im Namen unseres Herrn Jesus

Christus.

Ich danke Ihnen vielmals.“

my performance at school had gone down, delayed or

no payment of school fees made me to miss out some

times of school or report late. This used to make me

cry as I have always wanted to be in school so that one

day I can become “a somebody” in society. Similarly,

the more my educational grade went up, the harder

my problems became. As a boy, I tried to help my

parents by engaging in some piece works. Worse still,

my parents were finding it difficult to provide food for

me throughout the term for I am a weekly border who

is squatting near the school. I yearned to be among

those who were being sponsored by Monze Diocese. I

was praying that one day I may be picked and it came

to pass in 2019 when I was in grade 10. I was called for

interviews by the guidance teachers without knowing

what was going on. The following day, I was called

again by the same guidance teachers. They told me

that I was picked to be one of the beneficiaries under

Monze Diocese. It was a dream come true and I was

over the moon because I was in the situation where I

had never been before. On the same day I informed

my parents and when they heard the news, they

praised God and teachers who were involved because

even them, they were hoping for a well-wisher to help

me.

In addition to what you did, my life has changed and

I’m now a changed person especially academically.

My performance has greatly improved. For this, I

have no doubt that I will pass with flying colors. I’m

very happy and really giving thanks to the wonderful

work you are doing to me and others. “They say one

good turn deserves another”. For me, I’m praying to

God that he opens doors of blessings from above and

they should come to you in abundance. It is also my

prayer that you do not end your help at secondary

level but that you continue up to my tertiary because

there is no one in my family who can help me. If at this

level they are finding it difficult to foot my education

requirements, what more at tertiary level where there

is need to pay huge sums of money! May the grace of

God be with you in the name of our Lord Jesus Christ.

Thank you so very much.“


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Eine Berufs- und Beratungslehrerin

zur Wirkung von Schulfee

A Careers and Guidance Teacher on

the Impact of Schoolfee Project

„Mein Name ist Clare C. Ndeleki, Berufs- und

Beratungslehrerin an der Nkandabbwe Secondary

School.

Ich schreibe, um die positiven und beeindruckenden

Auswirkungen des Schulfee Support Programms, das

von der Diözese Monze in Zusammenarbeit mit einem

deutschen Verein durchgeführt wird, zu bestätigen.

Das Programm wurde 2015 an unserer Schule

eingeführt - zu einer Zeit, als die meisten Eltern

und Erziehungsberechtigten von wirtschaftlichen

Herausforderungen und den Auswirkungen des

Klimawandels stark betroffen waren. Da es sich

um eine Gemeinde mit Kleinbauern handelt, haben

sie Probleme, genug Einkommen aus den Ernten

zu generieren, und sie sind auch nicht in der Lage,

ihr Kleinvieh zu verkaufen, da dieses auch an

Krankheiten stirbt. Diese Umstände hatten sie in

eine katastrophale Lage gebracht und sie hatten keine

stabilen Einkommensquellen. Wunderbarerweise

kam das Schulfee Projekts den Kindern zu Hilfe - denn

sie sind es, denen das Recht auf Bildung fortwährend

verwehrt bleibt, wenn die Eltern nicht für sie zahlen

können. Im Jahr 2015 wurde das Programm auf

die Nkandabbwe Secondary School ausgeweitet

und es wurden zunächst 10 Schüler unterstützt.

Erfreulicherweise stieg die Zahl der unterstützten

Kinder jedes Jahr und bis heute haben 171 Schüler

davon profitiert. Ich muss gestehen, dass das

Projekt seit seiner Einführung an der Nkandabbwe-

Schule vielen bedürftigen Kindern aus der örtlichen

Gemeinde geholfen hat. Da die Schule in einer

ländlichen Gegend liegt und von Dörfern umgeben

ist, gehen viele Eltern keiner bezahlten Arbeit nach

und können daher das Schulgeld für ihre Kinder nicht

bezahlen.

Die meisten der geförderten Kinder werden von

Großeltern versorgt, die zu alt sind, um zu arbeiten. Sie

sind darauf angewiesen, dass dieselben Enkelkinder

ihnen bei der Feld- oder Gartenarbeit helfen. Einige

wenige, die noch Arbeit haben, können es sich

dennoch nicht leisten, für ihre Kinder zu bezahlen,

weil sie in der nahe gelegenen chinesischen Mine, in

der sie arbeiten, nicht genug Lohn bekommen.

„My names are Clare C. Ndeleki, the Career and

Guidance teacher at Nkandabbwe Secondary School.

I write to attest to the positive and impressive impact

of the Schoolfee Support Program implemented

by Monze Diocese in partnership with a German

association.

The program was introduced to our school in 2015, a

time when most parents and guardians were heavily

affected by the economic challenges and the effects of

the climate change. Being a community of small scale

farmers, they have challenges in raising incomes from

the crops neither are they able to sell small livestock

as these are also dying from diseases. These situations

have put them in a devastating situation and they had

no stable sources of income. Amazingly, the Schoolfee

Support Program came to the aid of the children

because they are the ones who have continued to be

denied the right to education when parents cannot

pay for them. In 2015 the program was rolled to

Nkandabbwe Secondary School and 10 pupils were

supported to start with. Beautifully to say that the

numbers of supported children increased each year

and to-date, 171 pupils have benefited. I must confess

that from the time the project was introduced to

Nkandabbwe School, it has helped many vulnerable

children from the local community. The school being

in a rural area and surrounded by villages, many

parents do not work and therefore fail to pay for their

children’s school fees.

Most of the children that are sponsored are kept by

grandparents who are too old to work. They rely on the

same grandchildren to help them with field or garden

work. A few that are working still cannot afford to

pay for their children because they do not get enough

salaries at the nearby Chinese mine where they work.

The challenges faced by parents are forcing many

learners to drop-out of school due to lack of school

fees. However, with the coming of Summer School,

Schoolfee Project by Monze Diocese, most learners

have benefitted and those who were on the verge of

dropping out have been brought on board. Many

parents/guardians have appreciated this project and

Die Herausforderungen, mit denen die Eltern

konfrontiert sind, zwingen viele Schüler dazu, die

Schule abzubrechen, weil das Schulgeld fehlt. Doch

mit der Einführung des Schulfee Projekts der Summer

School und der Diözese Monze haben die meisten

Schüler davon profitiert, und diejenigen, die kurz

davor waren, die Schule abzubrechen, wurden wieder

in die Schule aufgenommen. Viele Eltern/Betreuende

schätzen dieses Projekt und spüren einen Bedarf,

die Zahl der zu fördernden Schüler zu erhöhen. Als

Nkandabbwe Schule wünschen wir uns, dass das

Projekt auf die Hochschulausbildung ausgeweitet

werden kann, da die meisten Schulabgänger

ungeachtet ihrer guten Ergebnisse in den Dörfern

bleiben. Ein weiterer Wunsch ist, dass auch diejenigen,

die nicht im Projekt sind, aber in der 12. Klasse bessere

Ergebnisse erzielen, für eine Förderung auf College-

Ebene in Betracht gezogen werden. Alles in allem

hat das Projekt die Einstellung der Schüler wirklich

verändert, da sie ermutigt wurden, zu lernen, auch

wenn es nur bis zur zwölften Klasse ist. Es wurde ein

Licht in ihr Leben gebracht und sie sehen sich selbst

als potenzielle Führungskräfte von morgen.“

Zusammengestellt von:

Chatabankana C (Mrs. Ndeleki)

Berufs- und Beratungslehrerin der Nkandabbwe

Secondary School

they feel there is need to increase the number of

learners to be sponsored. As Nkandabbwe, we wish

the project can be extended up to tertiary education

because most of the learners who complete school end

up staying in villages with their good results. The other

wish is that, even those who are not on the project but

achieve better results at grade 12 to be considered

for sponsorship at college level. All in all, the project

has really changed the attitude of learners as they

encouraged to learn even if it is up to the twelfth

grade. A light has been put in their lives and they see

themselves to be potential managers of tomorrow.“

Compiled by:

Chatabankana C (Mrs. Ndeleki)

Careers and Guidance Teacher of Nkandabbwe

Secondary School


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Ein Schulleiter zur Wirkung von

Schulfee

A Head Teacher on the Impact of

Schoolfee Project

Schulsystem und -kosten in Sambia

School System and Fees in Zambia

Die Monze-Diözese fördert derzeit einundfünfzig

Schüler von der 8. bis zur 12. Klasse. Die Förderung

beinhaltet alle Schulgebühren. Schnellstens sei

erwähnt, dass die Schule seit dem Beginn des

Programms beispiellose, positive Wirkungen erlebt

hat: Die meisten der Schüler im Programm sind

gefährdet, aber mit dieser Förderung hat sich ihre

Anwesenheit im Unterricht enorm gesteigert, da

sie nicht mehr nach Mitteln suchen müssen, um

ihren Verpflichtungen in Bezug auf das Schulgeld

nachzukommen. Die meisten dieser Schüler sind zwar

bedürftig, aber sie haben Potential. Diese Förderung

hat bei einigen dieser Schüler zu einer enormen

Leistungssteigerung geführt. Das gibt uns Hoffnung,

dass sie ihre Sekundarschulausbildung erfolgreich

abschließen werden. Da

die Schule das Fördergeld

in einem und sofort erhält,

macht es die Planung

und Ressourcennutzung

effizienter. Die Schule ist

so in der Lage, größere

Projekte auf einmal zu

realisieren. Die Schule ist

den Förderern zu großem

Dank für diese noble Geste

verpflichtet und wünscht

Ihnen Gottes Segen für

Ihren weiteren Dienst an

den Bedürftigen in der

Gesellschaft.

Von Munalula Jonah

Schulleiter der Nkandabbwe

Secondary School

The Monze Diocese is currently sponsoring fifty-one

(51) pupils from grade eight (8) to grade twelve (12).

The sponsorship includes all school fees. I should hasten

to mention that, since the programme started, the

school has seen unprecedented positive impact: Most

of the pupils on the scheme are vulnerable but with

this sponsorship, class attendance has tremendously

improved as they no longer have to look for resources

which are scarce, in order for them to meet their

school fees obligations. Most of these learners,

though vulnerable, they are viable. This sponsorship

has seen tremendous increase in performance levels

by some of these learners. This gives us hope that they

will successfully complete their secondary education.

Since the school receives this money as a block figure

and at once, it makes

planning and utilization of

the resources efficient. The

school is able to carry out

bigger projects at once. The

school is greatly indebted

to the sponsors for this

noble gesture and wishes

you God’s blessings as you

further pursue your service

to the needy in society.

Prepared by Munalula

Jonah

Head teacher of

Nkandabbwe Secondary

School

Das sambische und das deutsche Schul- bzw.

Bildungssystem unterscheiden sich nicht ganz

unerheblich, so dass zum besseren Verständnis

im Folgenden einige wesentliche Informationen

zusammengestellt wurden.

Nach dem „Zambia Qualifications Authority Act“

von 2011 steht Kindern bereits ab einem Alter von

6 Monaten frühkindliche Erziehung zu. Allerdings

beginnt die formelle und verpflichtende Bildung

(compulsary education) erst im Alter von 4 Jahren mit

der pre-primary education in einer pre-school über

den Zeitraum von 3 Jahren.

Die Schuljahre 1-7 gehören zur primary education.

Die Einschulung an einer primary school soll im

Alter von 7 Jahren erfolgen. Zum Ende der 7.Klasse

müssen die Schüler eine staatliche Prüfung ablegen,

von deren Ergebnis die Aufnahme an einer junior

secondary school abhängt. Wenn hier die Klassen

8 und 9 absolviert wurden, ist die Schulpflicht bzw.

compulsary education beendet.

Mit den Abschlussprüfungen am Ende der 9. Klasse

besteht die Möglichkeit sich für eine senior secondary

school zu qualifizieren (Klassenstufen 10-12). Nach

bestandener Abschlussprüfung der 12.Klasse erhalten

die Schüler dann das General Certificate of Education,

mit dem sich wiederum der Weg zur tertiary

education, also zum Studium an einem College oder

einer Universität, eröffnet.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit den technischen

oder berufsbildenden Bildungsweg einzuschlagen.

Eigentliche Schulgebühren sollen zwar erst ab der

secondary education, also ab Klasse 8, erhoben

werden. Dennoch ist Bildung auch in der pre-primary

und primary education nicht kostenfrei. Denn bereits

ab der pre-school gilt es Uniformen für die Kinder

zu bezahlen und es ist Geld für Unterrichtsmaterial

und Verpflegung in der Schule fällig. Werden diese als

association fees bezeichneten Kosten nicht bezahlt,

dürfen die Kinder nicht am Unterricht teilnehmen.

The Zambian and German school and education

systems differ considerably, so some essential

information has been compiled below for better

understanding.

According to the Zambia Qualifications Authority

Act of 2011, children are entitled to early childhood

education from the age of 6 months. However, formal

and compulsory education only begins at the age of

4 with pre-primary education in a pre-school over a

period of 3 years.

School years 1-7 belong to primary education.

Enrolment in a primary school should take place at

the age of 7. At the end of grade 7, pupils have to take

a state examination, the result of which determines

their admission to a junior secondary school. Once

they have completed grades 8 and 9, compulsory

education is over.

With the final examinations at the end of grade

9, there is the possibility of qualifying for a senior

secondary school (grades 10-12). After passing the

final examinations in grade 12, the students receive

the General Certificate of Education, which in turn

opens the way to tertiary education, that is to study at

a college or university.

There is also the option of pursuing technical or

vocational education.

Actual school fees are only to be charged from

secondary education, i.e. from grade 8. Nevertheless,

education is not free in pre-primary and primary

education. From pre-school onwards, children have

to pay for uniforms, teaching materials and meals

at school. If these costs, known as association fees,

are not paid, the children are not allowed to attend

classes. From secondary education onwards, school

and examination fees are added.

The Schoolfee Project therefore calculates the

following costs and fees for primary and secondary

education:


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Ab der secondary education kommen

zusätzlich Schul- und Prüfungsgebühren

hinzu.

Das Schulfee-Projekt rechnet daher für

primary und secondary education mit

Kosten und Gebühren in folgender Höhe:

Für die Stufen 1-7 association fees von ca.

200 ZMW (sambische Kwatcha) = 8 EUR

im Jahr.

Ab Stufe 8 Schulgebühren von 300-500

ZMW = 11-18 EUR je Trimester, also 33-

54 EUR im Jahr.

Bei Unterbringung im Internat 800-1200

ZMW = 30-44 EUR, 90-132 EUR im Jahr.

(siehe auch www.schulfee-sambia.de)

Auch im Studium fallen Studien- und

Prüfungsgebühren in Abhängigkeit vom Studienfach

an.

Wohl der teuerste und mit 7 Jahren der zeitlich

längste Studiengang ist ein Medizinstudium. An

der University of Zambia (UNZA) beispielsweise

betragen die Studiengebühren hierfür jährlich rund

25.000 ZMW, was rein rechnerisch „nur“ ca 930

EUR entspricht, aber für eine Durchschnittsfamilie

in Sambia einen ganz anderen Wert darstellt. Etwas

preiswerter und auch kürzer sind Studiengänge in

Ingenieurswissenschaften: über 4 – 5 Jahre werden

hier etwa 17.000 ZMW (ca 630 EUR) jährlich fällig.

Zur Veranschaulichung was diese Beträge in Sambia

bedeuten: laut Daten der Worldbank betrug 2017 das

Pro-Kopf GNI (Gross Net Income) in Sambia 1300

USD, in Deutschland hingegen 43.700 USD. (https://

data.worldbank.org/country/)

Immerhin gibt es staatliche Stipendien, die abhängig

von den Einkommensverhältnissen der Eltern bis

zu 100 % der Studiengebühren abdecken können.

Allerdings erhalten nicht alle Studienwilligen solch

ein Stipendium und oft sind die verbleibenden

Beträge immer noch so hoch, dass es gerade

die Familien, deren Kinder bereits während der

Schulausbildung erfolgreich von Schulfee gefördert

Schüler im/ Students of secondary education level

For levels 1-7 association fees of approx. 200 ZMW

(Zambian Kwatcha) = 8 EUR per year.

From level 8, school fees of 300-500 ZMW = 11-18

EUR per trimester, i.e. 33-54 EUR per year.

For boarding 800-1200 ZMW = 30-44 EUR, 90-132

EUR per year.

(see also www.schulfee-sambia.de)

Tuition and examination fees are also incurred during

studies, depending on the subject. Probably the most

expensive and, at 7 years, the longest course of study

is medicine. At the University of Zambia (UNZA),

for example, the annual tuition fees amount to about

25,000 ZMW, which is „only“ about 930 EUR, but

for an average family in Zambia it is quite a different

value. Somewhat cheaper and also shorter are courses

in engineering: over 4 - 5 years, about 17,000 ZMW

(approx. 630 EUR) per year are due here.

To illustrate what these amounts mean in Zambia:

according to Worldbank data, the per capita GNI

(Gross Net Income) in Zambia was 1300 USD in 2017,

whereas in Germany it was 43,700 USD. (https://data.

worldbank.org/country/)

At least there are government scholarships that can

cover up to 100 % of the tuition fees, depending on

the parents‘ income. But not everyone who intends to

study is granted a bursary. And often the remaining

amounts are so high that it is simply not possible for

families, whose children were already successfully

werden konnten, schlicht nicht möglich ist, diesen die

Hochschulausbildung zu finanzieren.

Mit der Eingliederung des Schulfee-Projekts in den

ewe und einer damit verbundenen breiteren Basis hat

der Verein nun begonnen, nach Wegen zu suchen, die

Förderung auf die tertiary education – also Collegeund

Universitätsausbildung - auszuweiten. Die bei

der letzten Mitgliederversammlung vom 29.6.2021

hierzu angestellten Überlegungen gehen zunächst

nur von einer jeweiligen Bezuschussung für einen

begrenzten Zeitraum aus. Abhängig davon, wie sich

die bislang sehr solide Finanzierung der Förderung

auch mit den erweiterten Plänen sicherstellen lässt

und wie zügig wir mit unseren sambischen Partnern

Auswahlkriterien und -verfahren festlegen können,

hoffen wir bald mit der Umsetzung dieses neuen

Projektbausteins beginnen zu können.

Zusammengestellt von Yoko Kuchiba

supported by Schoolfee during their school education,

to finance a university education for them.

With the integration of the Schoolfee Project into the

ewe and the resulting broader base, the association

has now started to look for ways to extend the support

to tertiary education. For a start, the considerations

made at the last general meeting on 29.6.2021 aim at

a subsidy for a limited period of time. Depending on

how the funding, which has been very solid so far,

can also be secured with the expanded plans and how

quickly we can define selection criteria and procedures

with our Zambian partners, we hope to be able to start

implementing this new project component soon.

Compiled by Yoko Kuchiba


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Bildungsgerechtigkeit fördern

Promoting Educational Equality

Es gibt im Leben einige Dinge, die man zwar mit

dem Verstand begreifen kann, deren wahres Wesen

jedoch erst durch konkretes Erleben greifbar wird.

Das Projekt Schulfee ist letztlich die Konsequenz eines

solchen Erlebnisses.

Im Jahr 2013 fand die bislang letzte Summer School

statt, ein Austauschprogramm zwischen Studierenden

in Sambia und Deutschland, das man vielleicht

als „Spin-Off “ des ewe Freiwilligenprogramms

bezeichnen könnte. In diesem Rahmen verbrachten

wir als Gruppe deutscher und sambischer Studierender

zwei Wochen in der Southern Province und lernten

Land und Leute kennen.

Natürlich war uns vor dem Reiseantritt bewusst,

dass wir aus einem reichen Land in ein armes

Land aufbrechen. Natürlich war uns bekannt,

dass wir hinsichtlich Gesundheit, Bildung und

Grundversorgung in Deutschland privilegiert sind.

Dennoch machte es uns betroffen, die Situation

einiger Familien vor Ort kennenzulernen: Familien,

die auch in Sambia als arm gelten. Familien, die durch

tragische Verluste, unstete Arbeitsverhältnisse oder

Missernten vor vielfältigen existenziellen Problemen

stehen.

Zu allem Überfluss sind es dann auch noch diese

Menschen, die mit Hürden zu kämpfen haben, die es

in Deutschland in dieser Form nicht gibt. Die Rede

ist hier von Gebühren, die von den Schulen erhoben

werden und mit dieser finanziellen Überforderung

dann häufig die letzte Möglichkeit rauben, die

die Kinder und Jugendlichen hätten, aus ihren

Lebensverhältnissen auszubrechen.

Die große Erkenntnis unserer damaligen Reise lag

nun darin, dass wir dieser Situation nicht ohnmächtig

gegenüber stehen. Natürlich können wir nicht die

Lösung aller Probleme bringen, aber es gibt ganz

einfache Maßnahmen, die wir mit Leichtigkeit

umsetzen können. Die Rede ist hier von den

Schulgebühren, die in 2013 für Schülerinnen und

Schüler bis Klasse 7 bei umgerechnet knapp 20€

lagen. Für uns in Deutschland ein banaler Betrag,

für die sambischen Studierenden schon von größerer

There are some things in life that can be understood

with the mind, but whose true essence only becomes

tangible through concrete experience. The Schoolfee

Project is ultimately the consequence of such an

experience.

Eifrige Schüler/ Eager students

In 2013, the last Summer School took place, an

exchange programme between students in Zambia

and Germany that could perhaps be described as a

„spin-off “ of the ewe volunteer programme. In this

context, we spent two weeks in Southern Province as

a group of German and Zambian students and got to

know the country and its people.

Of course, we were aware before we started our journey

that we were leaving a rich country for a poor one. Of

course, we knew that we were privileged in Germany

in terms of health, education and basic services.

Nonetheless, it affected us to get to know the situation

of some families on site: families who are considered

poor in Zambia as well. Families who are faced with

a variety of existential problems due to tragic losses,

unstable working conditions or failed harvests.

To make matters worse, these people have to deal with

Bedeutung, für einen der oben genannten jungen

Menschen aber die unüberwindbare Hürde für ein

ganzes Jahr Schulbesuch.

Wir entschlossen uns am Ende der Sommerschule,

unseren Wunsch zu helfen, in die Tat umzusetzen.

Das Projekt „Schulfee“ (school fee – Schulgebühr)

wurde unter dem Motto „sharing the little we

have“ geboren und bestand ganz schlicht und

simpel in einer Spendensammlung zum Zweck

der Schulgebührenfinanzierung. Die Sammlung

geschah übrigens ganz im Geist der Sommerschule

sowohl in Deutschland als auch in Sambia. Mit dem

Development Department hatten wir auch schon den

idealen Implementierungspartner an der Hand.

In den Jahren seither hat sich im Detail vieles getan. Von

Anfang an schon, aber spätestens seit der Umsetzung

des „Free Education Act“, der Schulgebühren für die

Klassen 1-7 endlich eliminierte, ist der sinnbildliche

Betrag von 20€ für ein Jahr Schule eine grobe

Vereinfachung. Abhängig von Jahrgangsstufe, Lage

und Form der Schule variiert er stark. Die höheren

Jahrgangsstufen und neuerdings auch begrenzte

Zuschüsse zu Ausbildungskosten bekamen mehr

Fokus.

Das Grundkonzept von Schulfee aber blieb und bleibt

erhalten: wir möchten erfolgreiche Schullaufbahnen

und darauf bauende Wege aus der Armut nicht

an Geldbeträgen scheitern lassen, die für uns in

Deutschland regelrecht alltäglich sind.

Lukas Görgen

Mitinitiator und Koordinator von Schulfee-Sambia

Unterricht an der Monze High School/

Class at Monze High School

hurdles that do not exist in this form in Germany. We

are talking here about fees charged by schools, which,

being a financial overload, often rob children and

young people of the last opportunity they would have

to break out of their living conditions.

So the great realisation of our journey had been that

we are not powerless in the face of this situation. Of

course, we cannot solve all the problems, but there

are very simple measures that we can implement

with ease. We are talking here about school fees,

which in 2013 were the equivalent of just under 20€

for pupils up to grade 7. For us in Germany, this is a

trivial amount, but for the Zambian students it is of

greater importance and for one of the young people

mentioned above, however, it is an insurmountable

hurdle for a whole year of school attendance.

At the end of the summer school, we decided to put

our wish to help into practice. The „Schoolfee“ project

was born under the motto „sharing the little we have“

and consisted quite simply of a fundraising campaign

to finance school fees. The collection was done in the

spirit of the summer school in Germany as well as in

Zambia. And with the Development Department, we

already had the ideal implementation partner at hand.

In the years since then, a lot has happened in detail.

From the very beginning, but at the latest since the

implementation of the „Free Education Act“, which

finally eliminated school fees for grades 1-7, the

symbolic amount of 20€ for one year of school is a

gross simplification. It varies greatly depending on the

grade, location and form of the school. Higher grades

and, more recently, limited grants for education costs

got more focus.

The basic concept of the Schoolfee Project, however,

remained and remains the same: we do not want

successful school careers and paths out of poverty that

build on them to fail because of amounts of money

that are commonplace for us in Germany.

Lukas Görgen

Founding member and

coordinator of the Schoolfee Project


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Teilhabe ermöglichen

Unser Beitrag zu

Chancengerechtigkeit durch Bildung

2013 wurden deutsche und sambische Studierende

auf die große Bildungsungerechtigkeit im Gastland

Sambia, aber auch weltweit, aufmerksam: Arme

Kinder und Jugendliche können trotz Schulpflicht und

Lernwilligkeit nicht regelmässig am Schulunterricht

teilnehmen, da sie zum Lebensunterhalt der

Familie beitragen müssen. Die Folge: Ohne (Schul-)

Ausbildung sind ihnen qualifizierte Berufe und erst

recht ein Studium versagt. Ein großer Teil von ihnen

verbleibt in prekären Verhältnissen. Die OECD weist

in ihren regelmässigen Bildungsuntersuchungen

immer wieder auf diesen weltweiten Zusammenhang

hin.

Projektstunde für die Kleinen/

project lesson for the little ones

Der ewe hat seit seiner Gründung 1995 genau hier

seine Partnerschaftsarbeit angesetzt. Schüler*innen

(der Anne-Frank-Schule) erwirtschafteten durch den

Verkauf fair produzierter und gehandelter Produkte

im Laden KUNTERBUNT Gewinne, mit denen sie

Ausbildungsprojekte und den Unterhalt von Schulen

in Sambia unterstützten.

Diese Idee des Teilens und der Solidarität mit

Menschen auf der ganzen Welt für eine gerechte und

lebenswerte gemeinsame Zukunft auf diesem Planeten

motiviert immer noch die Menschen im eine-weltengagement

in Deutschland und Sambia und sie

findet im Projekt Schulfee-Sambia oder SHARE THE

LITTLE WE HAVE, wie es in Sambia heisst, einen

konkreten Ausdruck.

Enabling Participation

Our contribution to equal

opportunities through education

In 2013, German and Zambian students became aware

of the great educational injustice in their host country

Zambia, but also worldwide: poor children and young

people are not able to attend school regularly despite

of compulsory education and their own willingness to

learn, because they have to contribute to their family‘s

livelihood. As a result, without (school) education,

they are denied qualified professions and even more

so university studies. A large proportion of them

remain in precarious circumstances. In its regular

education surveys, the OECD repeatedly points out

this worldwide correlation.

Since its foundation in 1995, the ewe has started

its partnership work precisely here. Pupils (of the

Anne-Frank School) earned profits by selling fairly

produced and traded products in the KUNTERBUNT

shop, which they used to support educational projects

in Zambia and the upkeep of schools there.

This idea of sharing and of solidarity with people

all over the world for a just and liveable common

future on this planet still motivates people in oneworld-engagement

in Germany and Zambia and

finds a concrete expression in the Schoofee Project

or “SHARE THE LITTLE WE HAVE”, as it is says in

Zambia.

The success is measurable and can be increased, both

in numbers and in qualifications. So far, 495 young

Klassenraumbeispiel/ Classroom example

Der Erfolg ist messbar und steigerungsfähig,

sowohl in der Zahl als auch in der Qualifikation.

495 Jugendlichen konnte bisher der Schulbesuch

ermöglicht werden, 5 von ihnen konnten sogar einen

Hochschulabschluss erlangen.

Dies wurde auch ermöglicht durch den ewe an der

Anne-Frank-Schule in Düren, der seit Beginn des

Projektes dies jährlich mit mehreren Tausend Euro

unterstützt und so seiner Gründungsidee treu bleibt.

Dass das Schulfee-Projekt nun Teil der Projektarbeit

des ewe geworden ist, passt zur Entwicklung

unseres Vereins und schliesst eine Lücke in unserem

Anspruch nicht nur den Austausch von Freiwilligen

in Sozialen Diensten zu ermöglichen, sondern auch

Bildungsprojekte in der Diocese of Monze zu fördern.

Die Katholische Hochschulgemeinde in Aachen hatte

die Idee der Studierenden nach der Sommerschule

2013 ermöglicht, die Öffentlichkeitsarbeit unterstützt

und die finanzielle Verwaltung sichergestellt. Ideell

waren der ewe und sein Partner Caritas der Diocese

of Monze von Anfang an beteiligt, auch an der

Durchführung der Sommerschule.

Die Ideen-Bringer*innen und Initiator*innen sind

längst dem Studierendenalter entwachsen, haben

Beruf und Familie und so freuen wir uns ihrem

Interesse an einer gerechten einen Welt im einewelt-engagement

e.V. einen Ort nicht nur für ihr

finanzielles Engagement bieten zu können, sondern

auch regelmässige Informationen, Erfahrungen und

Meinungen aus Sambia mit ihnen teilen zu können.

Der uns eng verbundene ewe an der Anne-Frank-

Schule wird seine Unterstützung nach Möglichkeit

aufrechterhalten.

Solomon Phiri, der leider viel zu früh verstorbene

Direktor der Caritas Monze, hat mit seinem

Team im Development Department Schulfee in

die Entwicklungsstrategie der Diözese integriert.

Seine bewährten Mitarbeiter*innen überprüfen die

Bedürftigkeit und den individuellen Förderungsbedarf

people have been enabled to attend school, and 5 of

them have even been able to obtain a university degree.

This was also made possible by the ewe at the Anne-

Frank School in Düren, which has supported the

project every year with several thousand euros since

the beginning, thus remaining true to its founding

idea.

Maamba Schule für Kinder mit Behinderung/

Maamba School for Children with Disabilities

The fact that the Schoolfee Project has now become

part of the ewe‘s project work fits in with the

development of our association and closes a gap

in our aspiration not only to facilitate the exchange

of volunteers in social services, but also to promote

educational projects in the Diocese of Monze.

The Catholic University Community in Aachen had

facilitated the students‘ idea after the summer school

in 2013, supported the public relations work and

ensured the financial administration. In terms of

ideals and aims, the ewe and its partner Caritas of the

Diocese of Monze were involved from the beginning

- also in the implementation of the summer school.

The initiators of these ideas have long since outgrown

their student years, have jobs and families. And so

we are pleased to be able to offer their interest in a

just one world a place - not only for their financial

commitment, but also to share regular information,

experiences and opinions from Zambia with them.

The ewe at the Anne-Frank School, which is closely


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Infos zur Struktur und zum

bisherigen Spendenaufkommen

Information on Structure and

Donations to Date

und in Zusammenarbeit mit den Schulen sorgen sie für

eine gerechte Verteilung der Schulfee-Unterstützung

nach einem transparenten Bewerbungs- und

Verteilverfahren. (siehe Artikel von Agnes Simoloka)

Wichtig war ihm, den Initiatoren und uns als ewe, dass

die Schulfee-Unterstützung die Empfänger*innen nicht

in eine Opferrolle oder in ein Abhängigkeitsdenken

stellt. Und es soll kein Strohfeuer sein, das nach

einem Schuljahr wieder erlischt. Deshalb fördern

wir Schüler*innen über mehrere Jahre bis zu einem

qualifizierten Abschluss.

Fleissiges Lernen/ Busy learning

Bei einem Reflektionsgespräch über die Wirkung

von Schulfee nach 5 Jahren bezeichnete Solomon

Phiri Schulfee-Sambia als das erfolgreichste und

nachhaltigste Projekt der Zusammenarbeit des ewe

und der Diocese of Monze.

Wir sind als ewe zuversichtlich, dass wir dies auch im

Jahr 2024 zum 10-Jährigen Jubiläum von Schulfee-

Sambia immer noch so sagen werden können - dank

Ihrer und Eurer Unterstützung.

Guido Schürenberg

Vorsitzender des ewe

associated with us, will maintain its support as far as

possible.

Solomon Phiri, the director of Caritas Monze, who

sadly passed away much too early, has integrated

Schoolfee into the development strategy of the diocese

with his team in the Development Department. His

proven staff assesses need and individual support

requirements, and in cooperation with the schools,

they ensure a fair distribution of Schoolfee support

according to a transparent application and distribution

process. (see article by Agnes Simoloka)

It was important to him, the initiators and us as ewe

that the Schoolfee support does not put the recipients

in a victim role or in a dependency mindset. And it

should not be a flash in the pan that goes out after one

school year. That is why we support pupils over several

years until they graduate with a qualification.

During a reflection discussion on the impact of

the Schoolfee Project after 5 years, Solomon Phiri

described Schulfee-Sambia as the most successful and

sustainable project of the cooperation between ewe

and the Diocese of Monze.

We as ewe are confident that we will still be able to

say this in 2024 on the 10th anniversary of Schulfee-

Sambia - thanks to your support.

Guido Schürenberg

Chairman of the ewe

Die Akteure

Partner des Schulfee Projekts auf sambischer Seite

ist die Entwicklungsabteilung (Development

Department) der Diözese Monze, auf deutscher Seite

nun der eine-welt-engagement e.V.. Das Development

Department verwaltet die erhaltenen Spendengelder

in Sambia und setzt sie nach festgelegten Kriterien

im Sinne des Projektes ein. Es wird jährlich ein

Verwendungsbericht erstellt.

Anträge für eine mögliche Förderung werden über

die Pfarreien bzw. deren Gemeindeleitungen an das

Development Department gerichtet, da die Gemeinden

den Grad einer Bedürftigkeit bzw. die Höhe der

benötigten Hilfe in der Regel besser beurteilen

können und auch bei der Antragstellung behilflich

sein können. Auf Grundlage einer Validierung der

Anträge und in Abhängigkeit der Verfügbarkeit

von Finanzmitteln werden die Fördergelder vom

Development Department bewilligt und direkt an die

Schulen, die die jeweiligen Antragsteller besuchen,

überwiesen, so dass sie unmittelbar den Schulbesuch

des Kindes ermöglichen.

Für den Auswahlprozess spielen auch die jeweiligen

Schulleitungen eine wichtige Rolle, da die Schule bei

Bedarf zu Rate gezogen wird, das Lernpotential der

Kinder einzuschätzen.

Das Antragsverfahren

Kinder über 12 Jahre müssen ihren Antrag selbst

und schriftlich stellen und bei ihrer zuständigen

Gemeindeleitung einreichen. Diese wiederum

leitet das Antragsschreiben sowie eine eigene

Empfehlung ans Development Department weiter.

Das Antragsschreiben des Kindes soll so detailliert

wie möglich sein. Hierzu gehören eine vollständige

Namensnennung, Angaben zur Herkunft und zum

Familienhintergrund, zur wirtschaftlichen Situation

der Familie und vor allem zur Art der benötigten

Unterstützung (z.B. Schulgeld, Unterrichtsmaterial

oder Schuluniform).

The parties involved

The partner of the Schoolfee Project on the Zambian

side is the Development Department of the Diocese

of Monze, on the German side it is now eine-weltengagement

e.V.. The Development Department

administers the donations received in Zambia and

uses them according to defined criteria in the spirit of

the project. A report on the use of the funds is to be

prepared annually.

Applications for possible funding are submitted to

the Development Department via the parishes or the

parish leadership, as the parishes are usually better

able to assess the degree of need or the amount of

aid required and can also help with the application

process. Based on a validation of the applications

and depending on the availability of funds, the

Development Department approves the grants

and transfers them directly to the schools that the

respective applicants attend, so that they directly

enable the child to attend school.

The respective school authorities also play an

important role in the selection process, as the school

is consulted as needed to assess the learning potential

of a child.

The application process

Children over the age of 12 must make their

application themselves and in writing and submit

it to their local parish leadership. The parish then

forwards the application letter in addition with a

recommendation to the Development Department.

The child‘s application letter should be as detailed

as possible. This includes the full name, information

on the origin and family background, the family‘s

economic situation and, above all, the type of support

needed (e.g. school fees, teaching materials or school

uniform).


Seite 26 Seite 27

Wie kann gespendet werden?

Bei Anträgen von Kindern unter 12 Jahren, die

selbst nicht in der Lage sind, ihren Antrag zu

schreiben und zu begründen, wird dies stattdessen

von der Gemeindeleitung übernommen. Dabei wird

vorausgesetzt, dass der oder die hierfür Beauftragte

das betreffende Kind persönlich interviewt.

Spendenaufkommen und Förderung 2014-2019

Spenden

und Schulgebühren

Quelle: www.schulfee-sambia.de

Die Grafik veranschaulicht gut, unser Bemühen

eine solide und nachhaltige Unterstützung zu

gewährleisten. Daher werden die Spendeneinnahmen

nicht auf einmal ausgegeben, sondern es werden

Rückstellungen gebildet, um eine Förderung auch in

Jahren geringeren Spendenaufkommens weiterführen

zu können.

Zusammengestellt von Yoko Kuchiba

In the case of applications from children under 12

years of age who are not able to write and justify their

application themselves, this will be done by the parish

leadership instead. It is assumed that the person in

charge will interview the child personally.

Donations and funding 2014-2019

Donations

and Fees

Source: www.schulfee-sambia.de

The chart illustrates well our efforts to ensure solid

and sustainable support. Therefore, donations are not

spent all at once, but reserves are set aside to be able

to continue support even in years of lower donations.

Compiled by Yoko Kuchiba

Ein Projekt zur Chancengerechtigkeit

durch Bildung und eine Idee von

sambischen und deutschen Studierenden

In Zambia: Share the little we have

Wir möchten Jugendlichen in Sambia,

deren Familien es sich sonst nicht leisten

können, finanziell helfen,

zur Schule zu gehen.

Mit uns hier gering erscheinenden Mitteln

können wir dort ungeheuer viel bewirken.

Die Kosten für ein Schuljahr (Schulgebühr,

Hefte und Stifte, evtl. Uniform)

ab der 8. Klasse betragen ca. 30€ (Secondary

School) bzw. ca. 120€ (Highschool)

Ihre Spende kommt ohne Abzüge vor Ort

an und wird ausschließlich zu diesem

Zweck verwendet.

Die Unterstützung soll die

Empfänger*innen nicht in eine Opferrolle

oder Abhängigkeitsdenken stellen und

soll kein Strohfeuer sein, das nach einem

Schuljahr wieder erlischt. Deshalb fördern

wir Schüler*innen über mehrere Jahre bis

zu einem qualifizierten Abschluss.

UNSERE SCHULFEE ZAHLT KINDERN DIE SCHOOLFEE - SCHULGEBÜHR

Spenden: eine-welt-engagement e.v.

Sparkasse Düren

IBAN: DE19 3955 0110 0056 3020 60

BIC: SDUEDE33

Betreff: Schulfee

eine-welt-engagement e.v. - Postfach 100523 - 52305 Düren

www.eine-welt-engagement.de

Schulfee-Sambia.de

schoolfee-zambia

Wichtig ist, beim Verwendungszweck nicht zu vergessen, „Schulfee“ anzugeben.

Denn sonst käme die Spende unserem anderen Vereinsziel, dem Freiwilligenaustausch, zu Gute.

Unabhängig davon kann die Spende steuerlich geltend gemacht werden. Hierfür reicht bei einem Betrag bis zu € 200 die

Kopie des Kontoauszuges.

Gerne stellt der Verein aber auf Anfrage auch bei einem Betrag hierunter eine Spendenquittung aus.

Allen Spender*innen sei schon an dieser Stelle herzlichst gedankt!

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

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