2021/08 | FRIZZ Magazin

suedwest.presse

AUGUST 2021 · NR. 345 · UNBEZAHLBAR

STADTGESCHICHTEN

Von Staig nach Südafrika mit

Rangerin Daniela Mates. S. 20

ULM, NEU-ULM UND DIE WELT

Reisestress mit Quarantäne und wie

Cocktails bei der Integration helfen. S. 14

STADTGESPRÄCH

Um die Welt im umgebauten Feuerwehrauto:

Bettina und Michael haben viel vor. S. 10


MOTORÖLE

ADDITIVE

Das geht

AUTOPFLEGE

runter wie Öl!

Seit Jahren gibt es für uns nur eine Richtung: nach oben! Das gilt für die Spitzenqualität unserer Produkte genauso

wie für die Beliebtheit unserer Marke. Wohl deshalb wählten uns die Leser*innen der führenden Automagazine

2021 erneut zu Deutschlands bester Schmierstoffmarke. Bei AUTO ZEITUNG sowie auto motor und sport bereits

das 11. Mal in Folge. Zudem glänzen wir bei AUTO ZEITUNG wiederholt mit Platz 2 in der Kategorie Pflegemittel.

Eine besondere Ehre, für die wir uns ganz besonders bei Ihnen bedanken!

** Die abgebildeten Produkte stehen stellvertretend für die jeweilige Produktgruppe.

2. Platz Kategorie

Pflegemittel **

LIQUI MOLY

1. Platz Kategorie

Schmierstoffe **

LIQUI MOLY

Ausgabe 15/2021

Ausgabe 7/2021

Ausgabe 6/2021

Ausgabe 4/2021

Ausgabe 4/2021

Ausgabe 17/2021

Ausgabe 17/2021

Ausgabe 9/2021

Ausgabe 6/2021


INHALT

IM AUGUST

IN DIE FERNE ...

In Zeiten von Navigationssystemen und

Google Maps wirken Stadtpläne recht

antiquiert, stimmt. Ich mag sie trotzdem.

Das fühlt sich einfach „ehrlicher“

an und ich habe damit ein leichtes „Survival-Gefühl“.

Daher ist die Karte ein

wichtiger Begleiter, wenn es mich in die

Ferne zieht. Beim nebenstehenden Bild

war das etwas anders. Da kam ich mir

als Ulmer, in Ulm mit nem Ulmer Stadtplan

eher dämlich vor …

Vom Reisen mit und ohne Karte handelt

auch das neue FRIZZ. Im Titelthema

„Ulm, Neu-Ulm und die Welt“ geht es

beispielsweise um Zirkusartistin Lea

Toran Jenner, die einiges an Strapazen

auf sich nehmen musste, als sie kürzlich

zurück in ihre Wahlheimat Kanada

reiste. Außerdem beleuchten wir auch

die andere Seite und stellen euch einige

Bewohner der Doppelstadt mit internationalen

Wurzeln vor. Als Bonus gibt es

dann noch einen speziellen Reisetipp.

Im Stadtgespräch erzählen unsere Titel-Models

von ihren Weltreiseplänen

und wie es dazu kam, dass sie einen

Feuerwehr-LKW dafür umbauen.

In den Stadtgeschichten geht’s von

Staig nach Südafrika. Daniela Mates

ist seit über zehn Jahren Rangerin im

Kruger-Nationalpark. Wie immer kommen

auch ansonsten wieder Menschen

aus der Region zu Wort. Dieses Mal

erzählen uns unter anderem Youssef,

Raha, Kate und Diane von „ihrer Reise“.

Das war’s natürlich noch nicht. Wir

werfen einen Blick hinter die Kulissen

des neuen vh-Cafés, besuchen den Boxenstopp

der Digitalen Agenda Ulm,

schauen uns das neue „me and all Hotel“

am Bahnhofsplatz an und bei unseren

Studies geht es diesen Monat zur

Blutspende.

Ich wünsche eine gute Reise durch die

folgenden Seiten.

Macht’s gut und bis demnächst,

Foto: Matthias Kessler

14

Foto: Marc Hörger

20

Foto: Matakataka

05

Foto: SüMa Maier GmbH

10

30

04 STADTLEBEN

Alles rund um die Doppelstadt

10 STADTGESPRÄCH

Bettina und Michael sind bereit für

ihre Weltreise

14 FERNWEH

Reisestrapazen in Pandemiezeiten,

das internationale Sprach-Tandem

in Ulm und ein Abstecher in die USA

20 STADTGESCHICHTEN

Die Ulmerin Daniela Mates kann

gut mit Tieren. Sie ist Rangerin in

Südafrika

24 NACHGEFRAGT

Diane will auf große Kreuzfahrt,

während Steve und Kate schon

angekommen sind – in Ulm.

fünf Menschen erzählen von

ihrer Reise.

28 AUSBILDUNGS-SPECIAL

Angebote der IHK Ulm und der

Hochschule Aalen

30 VERANSTALTUNGSTICKER

Die besten Events der Region auf

einen Blick

34 LETZTE SEITE

Das Letzte kommt zum Schluss |

Impressum

3

Foto: privat


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

Was passiert in der Doppelstadt?! Wir informieren über

Neueröffnungen, bevorstehende Ereignisse, Veranstaltungen,

Kulinarisches, Gastronomen, Lifestyle, Fashion, Food, Musik,

Kultur und vieles mehr. Bleib mit FRIZZ auf dem neuesten Stand,

was in Ulm und Neu-Ulm passiert.

KERSTIN

DIGITALER

BOXENSTOPP

MEIN

STADTGEFLÜSTER

Seit Mitte Juli findet man auf dem Ulmer Hans-und-Sophie-

Scholl Platz den „Boxenstopp – Mission für ein digitales

Morgen“. Das Ganze soll Ulmerinnen und Ulmer sowie die

Geschäftsstelle Digitale Agenda der Stadtverwaltung zusammenbringen.

Gemeinsam will man über Digitalisierung

sprechen und Ansätze für digitale Lösungen entwickeln. Verschiedene

Fragestellungen stehen dabei im Raum. Wie kann

Digitalisierung zur Stadtentwicklung beitragen? Welche Rolle

spielen offene Daten, freie Software und Transparenz in Ulm?

Das Team vor Ort informiert hierzu, beantwortet Fragen und

tritt in den Dialog mit den Besuchern.

Ist das Kunst? Nee, das kann

weg! Schmiererei in der Neidhardtstraße.

| Foto: Kerstin

Auernhammer

4

Urban Design Thinking und mehr

Im Rahmen des Boxenstopps gibt es ein „Urban Design Thinking

Lab“. Dieses Konzept sieht die Einwohner einer Stadt als

Experten ihres Alltags, welche am besten wissen, was getan

werden muss. Konkret heißt das, es werden nach und nach

Ideen erarbeitet und auch direkt in erste Prototypen umgewandelt.

Das Ziel ist es, sich damit gemeinschaftlich auseinanderzusetzen

und Lösungsansätze für die Ulmer Digitalisierung

zu erarbeiten. Gute Nachrichten für diejenigen, die nicht

vor Ort sein können: via Online-Beteiligung können alle Interessierten

auch bequem von Zuhause aus mitmachen.

Neben dem Urban Design Thinking Lab finden auch noch

zahlreiche weitere Veranstaltungen und Workshops statt.

Darunter unter anderem Programmierangebote für Kinder,

Sprechstunden zu digitalen Themen und Vorträge über smarte

Beleuchtung in der Stadt.

Beim Boxenstopp auf dem Hans-und-Sophie-Scholl Platz können Interessierte mit

dem Team der Digitalen Agenda fachsimpeln. | Fotos: Stadtarchiv Ulm und Stadt

Ulm

Text: Dominik Schele

zukunftsstadt-ulm.de/boxenstopp

Kunst ist Geschmackssache

– die Insekten in

der Friedrichsau gefallen

nicht jedem. | Foto: Lars

Schwerdtfeger

Wir müssen reden. Über Graffiti. Warum?

Weil es überall ist. In allen Farben, allen

Formen und in unterschiedlichsten künstlerischen

Ausprägungen. Da gibt es wunderschöne,

wie die fassadenfüllende junge Frau

in der Stuttgarter Straße beim Studentencafé.

Oder die Wand auf der Blauinsel beim

QMuh, auf der die Motive immer wieder

durchwechseln. Ich mag auch Bilder, die

nicht jedermanns Geschmack sind – wie

die Insekten am ehemaligen Bärengehege

in der Friedrichsau. Was ich nicht mag, sind

die überall in der Stadt verstreuten Tags und

Schmierereien. Gegenüber von unseren Redaktionsräumen

etwa steht in krakeliger

Schrift „Lauf, Brudi, lauf“. Was wollte mir

der Schreiber damit sagen? Und wenn er mir

nichts sagen will, wem dann? Und warum

macht er das über eine Hauswand und nicht

persönlich? Immerhin bekommen sie Aufmerksamkeit

– die Künstler, aber auch die

Schmierer. Wenn es das ist, was sie wollen,

haben sie ihr Ziel erreicht. Meine Bitte wäre

nur: Mehr Kunst, weniger Schmutz.


5

ÜBER DEN

DÄCHERN ULMS

FRISCHER WIND

IM VH-CAFÉ

Das neue „me and all“-Hotel am Bahnhofsplatz hat eröffnet. | Fotos: me and all hotels

Darauf haben viele gewartet: Das neue Hotel an den Sedelhöfen

hat geöffnet – und damit auch die Rooftop-Bar mit spektakulärem

Blick über die City. Mitte Juli eröffnete die „me and

all“-Kette ihr erstes Hotel in Baden-Württemberg, das fünfte

überhaupt. Das Vier-Sterne-Haus punktet aber nicht nur

durch seine Aussicht vom Dach, sondern auch durch modernes,

puristisch-urbanes Design und viel Grün.

„Ulm ist ein idealer Standort für unsere Boutiquemarke, da wir

hier eine 1A-Citylage belegen und in Ulm internationale Unternehmen

wie Ratiopharm, Iveco Magirus und Liqui Moly ihren

Deutschlandsitz haben“, sagt Otto Lindner, Vorstand der Lindner

Hotels AG. Er schätzt auch die Nähe zur künftigen schnellen

Bahnstrecke nach Stuttgart.

Die Rooftop-Bar heißt „Über“. Dort gibt es regionale Snacks

und Drinks von „Local Heroes“, wie Flotte Lotte, My Nüssle,

Berg Bier und Rosebottle. Außerdem ist ein kostenloses Eventprogramm

mit DJ-Sets und Wohnzimmerkonzerten für Hotelgäste

und Nachbarn geplant.

Hoch die Tassen! Amir Nurie ist der neue Pächter im Café der Volkshochschule

in Ulm | Foto: Matthias Kessler

Das Café in der Ulmer Volkshochschule hat einen neuen

Pächter. Es klingt ein bisschen wie im Film: Amir Nurie

kommt aus dem Iran nach Deutschland, macht an der vh Ulm

einen Deutschkurs und übernimmt jetzt das Café im Einsteinhaus.

Wer vorbeischaut, sieht: Der 39-Jährige hat ordentlich investiert:

eine neue Gastro-Espressomaschine und eine edle

Glasvitrine für Muffins und Sandwiches. Obwohl ihm alle

abgeraten hatten, in der Coronazeit ein Café zu eröffnen, hat

er sich nicht beirren lassen. Schon im Iran hatte er in der Gastronomie

gearbeitet, war Hochzeitsplaner. In den vergangenen

sechs Jahren arbeitete Nurie in Henry’s Coffee World in

der Hirschstraße. Nun war es an der Zeit, etwas zu verändern

– das Café kam Amir Nurie deshalb gerade recht.

WUNDERBARE

AUSSICHT

Auf der Dachterrasse samt

Rooftop-Bar kann man, neben

dem ein oder anderen

Getränk, auch die wunderbare

Aussicht genießen.

Text: Stefanie Müller

vh-ulm.de

URBANES DESIGN

Die Räumlichkeiten sind

sehr modern gehalten. Materialien

wie Sichtbeton,

Industrieglas und Massivholz

sind vorherrschend.

Text: Kerstin Auernhammer

meandallhotels.com


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

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5 FRAGEN ZUM

DIGITALEN IMPFPASS

Zu Besuch in der Ulmer Hisch-Apotheke. Apotheker

Philipp Klemm beantwortet Fragen zum digitalen

Impfpass.| Foto: Hirsch-Apotheke

FRIZZ: Was ist der digitale Impfnachweis

und welche Vorteile bietet er im

Vergleich zum haptischen gelben Impfbüchlein?

Philipp Klemm: Der digitale Impfnachweis

ist grundsätzlich erst mal nur eine

zusätzliche Möglichkeit, um Corona-Impfungen

bzw. -Genesungen nachzuweisen.

Erstmalig kann so ein Nachweis digital und

rechtssicher europaweit geführt werden.

Wenn zum Zeitpunkt der Impfung kein

gelber Impfpass vorlag, werden außerdem

diverse schriftliche Nachweise in eine einheitliche

Form überführt. In der App kann

der Nachweis so schnell und sicher kontrolliert

werden, während der schriftliche

Original-Nachweis sicher daheim aufbewahrt

ist.

Ab wann können Geimpfte diesen beantragen?

Sobald die Impfung erfolgt und in irgendeiner

Weise nachvollziehbar dokumentiert

wurde. Die Apps errechnen den Zeitpunkt

des „vollständigen Schutzes“ automatisch.

Wie wird der digitale Impfnachweis

ausgestellt?

Nach Prüfung der erforderlichen Dokumente

(Ausweisdokument und Impfnachweis)

wird in einer Software mit Schnittstelle

zum RKI das digitale Impfzertifikat

in Form eines QR-Codes erstellt und ausgedruckt.

Der Code enthält Name, Vorname,

Geburtsdatum, Art und Hersteller des

Impfstoffes, sowie Zeitpunkt der Impfung.

Kann der Nachweis auch für Angehörige

ausgestellt werden?

Mittlerweile ist die Ausstellung nur noch

für persönlich anwesende Personen möglich.

Ab wann kann eine nachgewiesene Infektion

digital zertifiziert werden?

Seit Mitte Juli. Dazu ist die Vorlage eines

positiven PCR-Tests erforderlich, der mindestens

28 Tage zurückliegt und nicht älter

als sechs Monate ist.

hirsch-apotheke-ulm.de

LUX OF LUMEN

ZHUANG HONG YI

JULI 2021 - SEPTEMBER 2021

Bahnhofstraße 41

89231 Neu-Ulm

Sterngasse 14

89073 Ulm www.venethausgalerie.de

6


BROT UND STÜHLE

AM JUDENHOF

INFOS AUF

DREI RÄDERN

UNT-Mitarbeiterin Christine

Mahnke ist mit der

mobilen Tourist-Info im

Einsatz. | Foto: Dirk Homburg

Entspannt Leute treffen und schmausen – bei Brot und Stühle am Judenhof. |

Foto: Heike Viefhaus

Wer bei „Brot und Stühle“ an einen Möbelladen denkt, liegt

etwas daneben. Als „clean und gemütlich“ beschreibt Tobias

Rocholl seine neue Gastroadresse am Ulmer Judenhof. Man

trifft sich dort mit Freunden „zum Frühstücken oder auf ein

Sandwich und ein Butterbrot mit unterschiedlichen Salzvarianten“.

Oder „kommt mit Kollegen beziehungsweise Familie

zum Mittag- oder Abendessen“. Bei einem Glas Wein den Sommerabend

ausklingen lassen – auch das ist möglich.

Wer dieser Tage durch Ulm und Neu-Ulm spaziert, hat vielleicht

schon das Lastenrad mit der auffällig roten Box erspäht.

Das ist die neue mobile Tourist-Information der UNT (Ulm/

Neu-Ulm Touristik GmbH). Mit dem Rad ist das Team an Ulmer

und Neu-Ulmer Hotspots unterwegs. Besucher und Einheimische

erhalten Auskünfte zu aktuellen Angeboten und

Veranstaltungen, Gastro-Tipps und mehr.

Text: Heike Viefhaus

brotundstuehle.de

Text: Dominik Schele

tourismus.ulm.de

Vorhang auf.

Für euch!

Das wird ein Sommer voller

Kunst und Kultur

Alle Künstler*innen, Veranstalter*innen,

Kommunen und ihr,

liebes Publikum, aufgepasst!

Macht mit, nutzt das vielfältige

Angebot auf der neuen digitalen

Plattform und lasst Bayern in

diesem Sommer wieder leuchten.

Hier geht es zur Plattform:

www.bayernspielt.info

7


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

WEINFEST HÄLT

DIE FAHNE HOCH

MEHR ALS

PERFEKTES HAAR

Das Ulmer Weinfest soll im August stattfinden. Allerdings mit zwei Belegungszeiten.

| Foto: Lars Schwerdtfeger

Kein Ulmer Zelt. Kein Volksfest. Kein Schwörmontag. Und

auch das Obstwiesenfestival wird 2021 nicht stattfinden.

Zum Redaktionsschluss hält das Ulmer Weinfest allein die

Fahne hoch. Das Fest auf dem südlichen Münsterplatz soll vom

4. bis 21. August stattfinden. Um die Hygieneregeln und aktuelle

Verordnung einhalten zu können, soll dieses Jahr mit zwei

buchbaren Belegungszeiten gearbeitet werden, wodurch täglich

bis zu 1.500 Menschen das Fest besuchen können.

Wer durch die Frauenstraße

fährt, wird im Haus mit

der Nummer 50 einen neuen

Friseursalon bemerken.

Der Salon mit dem Namen

„Perfect Hair“ gehört Anastasia

Chidiroglou. Die Eröffnung

ist für Anastasia

der Abschluss einer Reise.

„Mit 15 Jahren habe

ich mir meinen Traum

zur Realität gemacht.

Ich habe mit meiner

Friseurlehre angefangen“,

erzählt die Ulmerin.

Nach Stationen in

verschiedenen Salons,

Weiterbildungen im

Anastasia hat sich mit

ihrem Salon einen Traum

erfüllt. | Foto: privat

Make-up-Bereich und ihrer Ausbildung zum Friseur- und Perückenmachermeister

war die Zeit reif für etwas eigenes. Darüber

freut sich die junge Frau sichtlich: „Damit vollende ich

meinen Traum. Ich will mit all meinen gesammelten Erfahrungen

den ‚Reichtum der Schönheit‘ vermitteln.“

Text: Dominik Schele

ulmerweinfest.de

Text: Dominik Schele Telefon: 0152 22931035

RWK · 07/21 · Foto: AOK

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9

NUR EIN KLEINER

PIEKS

Die Studenten tun etwas Gutes und gehen Blutspenden.

Dabei zeigt sich: Sabrina kann mit Spritzen deutlich

besser umgehen als Felix.

DIE STUDIS

VON NEBENAN

TEIL 5

Direkt neben der FRIZZ-Redaktion

wohnen die Studenten

Sabrina, Felix und Tobias. Was

die drei außer studieren noch

so alles treiben, verraten sie jeden

Monat im FRIZZ.

Auch unter der Maske ist Felix kritischer

Blick zu sehen: Der Arme hat Schmerzen.

Vor vier Monaten waren wir zum ersten Mal Blutspenden

und versuchen, dies nun alle vier Monate

einmal zu tun. Nun waren wir zum zweiten Mal.

Vor Ort angekommen, muss man einige Angaben

zur Person machen. Dieses Prozedere verkürzt

sich, wenn man schon einen Blutspendeausweis hat

– den erhält nach dem ersten Mal. Nach dem Bürokratieteil

bekommt man einen kleinen Stich in den

Finger, um den Hämoglobinwert zu messen. Das

ist wichtig, da das Hämoglobin den Sauerstoff aus

der Lunge an die Blutkörperchen bindet. Ist dieser

Wert zu niedrig, hat man zu wenig Sauerstof im Blut

und darf kein Blut spenden. Danach sticht einer der

Mitarbeiter im Butspendezentrum eine Kanüle in

eine der beiden Armvenen gestochen und fängt an

Blut zu entnehmen. Der Pieks tut nur ein bisschen

weh – außer du heißt Felix und es sind Schmerzen

wie nach einem Bruch. Nach etwa 5 bis 10 Minuten

ist auch schon ein halber Liter Blut aus deinem Körper

und du wirst mit Getränken, Snacks und 5 Euro

Aufwands entschädigung entlassen.

Sabrina

Blut kann nicht synthetisch hergestellt werden,

deshalb ist die Spende so wichtig.

Warum sollte man Blut spenden?

Blut ist unersetzbar. Das heißt, dass es nicht möglich

ist, es synthetisch herzustellen. Das gespendete

Blut kann bis zu drei Leben retten, denn es werden

immer nur Bestanteile benötigt: Blutkörperchen,

Plasma und Blättchen.

Energiespeicher wieder auffüllen: Jeder

Spender bekommt Snacks.

Was habe ich davon?

Bei jeder Spende ist eine ärztliche Untersuchung

mit einbegriffen (Messung des Blutdrucks, Pulsmessung,

Blutbildkontrolle). Außerdem wird das

Blut auf Hepatitis B und C, HIV und Syphilis getestet.

Und da der Körper das Blut neu bilden muss,

braucht er Energie. Also: Alle, die eine gute Sommerfigur

wollen, ab zum Blutspenden!

Felix

DU MÖCHTEST AUCH

BLUT SPENDEN?

Wo: Institut für klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik

in der Helmholtzstraße am Oberen Eselsberg.

Wie: Termin vereinbaren über www.blutspende.de

Tobias

Kostenlose Hotline: 0800 11 949 11


STADT

GESPRÄCH

WELTREISE MIT

SIMBA

Wohnung und Job sind gekündigt, das eigene Geschäft an

eine Nachfolgerin übergeben. Es kann losgehen: Frei sein

und die Welt entdecken. Ein abenteuerlicher Gedanke – aber

genau das, wovon Betty (33) und Michael (35) aus Neu-Ulm

immer geträumt haben.

FRIZZ: Ihr wollt Neu-Ulm

den Rücken kehren und die

Welt entdecken. Was genau

ist euer Plan? Und wann soll

es losgehen?

Bettina Reichhart: Ende Oktober

wird gestartet. Mit unserem

Feuerwehr-LKW, den

wir „Simba“ genannt haben,

werden wir auf Weltreise gehen.

Unsere Route wird entlang

der alten Seidenstraße

sein. Vielleicht wird es auch

noch Abstecher nach Indien

oder Südostasien geben. Das

entscheiden wir ganz spontan.

Ist so ein Vorhaben nicht

kompliziert? Gerade auch

jetzt, wenn man die momentane

Weltsituation bedenkt?

Michael Eberhardt: Also,

wenn uns die Pandemie nicht

dazwischengefunkt hätte und

ich Betty in ihrer Spontanität

nicht ein wenig gebremst

hätte, wären wir vermutlich

schon unterwegs in ihrem

T5. Letzten Oktober stand

der Plan. Vier Wochen später

hätten wir ihretwegen auch

aufbrechen können. (beide lachen)

Aber blauäugig sind wir

nicht und fahren einfach so

drauf los. Im September hat

Michael noch eine Fallschirmsprungmeisterschaft

und die

muss er auf jeden Fall mitmachen.

Überhaupt ist noch viel

Organisatorisches vor der Abreise

zu erledigen. Und dann

muss ja auch unser Simba

noch fertig werden.

Unsere

Route wird

entlang der

alten Seidenstraße

führen.

Okay, das heißt in eurem

Fall nun nicht, ein „Round

the world“-Ticket fürs

Flugzeug zu buchen und die

Flugstrecken auszutüfteln,

so dass man innerhalb eines

Jahres möglichst viel von

der Welt sieht.

Nein, uns geht es nicht

darum, innerhalb von einem

Jahr möglichst die ganze Welt

zu sehen, vielmehr wollen

wir entspannt reisen, die verschiedenen

Gegenden, Länder

und Kulturen kennenlernen.

Und das Ganze machen wir

in unserem selbstgebauten

Reisemobil. Unser Iveco 90-16

AW war früher mal ein Feuerwehr-LKW,

den wir auf eBay

gefunden und für 10.000 Euro

gekauft haben. Jetzt bauen

wir ihn komplett um, damit er

für unsere lange Reise gut ausgestattet

ist. Jedes Wochenende

fahren wir zu Michas

Eltern nach Fulda, um daran

herumzubasteln.

Denn hinsichtlich Stabilität

und Funktionalität muss

unser Simba mehr können als

ein normales Wohnmobil. Er

muss gewappnet sein für Extremsituationen,

muss mehr

Hitze und auch mehr Kälte

standhalten, ohne dass wir

darin erfrieren. Außerdem

wollen wir ihn so konzipieren,

dass wir komplett autark

sein können. Das bedeutet, wir

brauchen eine große Photovoltaikanlage,

die uns ständig

genügend Strom liefert. Der

Wassertank muss groß genug

sein, um einige Tage mitten

in der Pampa auszukommen.

Auch das Gas darf uns unterwegs

nicht einfach so ausgehen.

Im Vorfeld habe ich zum

Thema „Energiehaushalt un-

10


11

Zur Person

Am 31. August übergibt

Bettina Reichhart

(33) ihr „Secrets“ an

ihre Nachfolgerin Anja

Schönfelder. Fünf Jahre

lang hat sie als „Brafitterin“

ihre Kundinnen

in der Dessous- und Bademodenboutique

am

Ulmer Kornhausplatz

beraten. In den sechs

Jahren davor war die

gelernte Bankkauffrau

mit ihrem Laden in Langenau

zu finden. Seither

immer mit dabei:

ihr Jack-Russel-Rüde

Jackson.

Foto: Marc Hörger

Zur Person

Michael Eberhardt

(35) ist promovierter

Elektroingenieur. Während

des Studiums der

Elektro- und Informationstechnik

an der

Bundeswehruniversität

in München strebte er

die Offizierslaufbahn

an, Für die Doktorarbeit

wechselte er an

die Technische Universität.

Danach führte ihn

sein Weg nach Ulm zur

Firma Hensoldt/Airbus

Defense and Space.


STADT

GESPRÄCH

terwegs“ ein Buch gelesen und

jetzt machen wir uns halt so

unsere eigenen Gedanken und

versuchen nicht nur in Sachen

Energie die besten und bezahlbaren

Lösungen für uns

zu finden.

Wichtig ist uns, dass wir

möglichst vieles selbst bewerkstelligen

können, ohne

eine Firma für Umrüstung

und Ausstattung des Reisemobils

hinzuzuziehen. Und das

klappt bisher sehr gut.

Wie weit seid ihr denn inzwischen

mit den Umbauarbeiten

an eurem Simba?

Nach etwa 500 Stunden

Planung und 600 Stunden reiner

Arbeit sind wir nun dran,

den Wohnkoffer zu bauen.

Wir planen alles selbst und

sind gerade dabei, das Gerüst

aus Aluminium zu schweißen.

Dann soll er mit Aluplatten

beplankt werden, gedämmt

und innen mit Holz verkleidet.

Wenn das soweit steht, holen

wir Simba hierher und machen

uns an den Innenausbau.

In dem 4,30 x 2,30 x 2 Meter

großen Raum darf es auch ein

wenig komfortabel sein, so mit

eigener Dusche und Toilette.

Ich verbringe gerne mal zwei

Wochen im Zelt, aber nicht

zwei Jahre. (lacht)

Michaels

handwerklich

begabte

Familie

unterstützt

uns.

Michaels handwerklich

begabte Familie unterstützt

uns. Sein Bruder ist Schreiner

und hilft beim Bau von Küchenzeile,

Schrank und Bett.

Seine Mutter ist Raumausstatterin

und bezieht zum Beispiel

die Sitze neu, sein Vater weiß

als Kfz-Mechaniker, wie man

ein Reisemobil instand hält

und hat uns bei der Verwandlung

vom Feuerwehrauto zum

geländegängigen LKW sehr

geholfen. Der beste Freund

der Familie kennt sich beruflich

mit Schweißarbeiten aus.

Von einer geräumigen

Wohnung, zieht ihr für unbestimmte

Zeit auf sehr

engem Raum zusammen.

Inwiefern ist es für euch

eine Herausforderung, auf

den gewohnten Komfort zu

verzichten, und Liebgewonnenes

zurückzulassen?

Insgesamt müssen wir uns

klein halten. Wir werden nur

das Nötigste an Kleidung und

Inventar mitnehmen. Und natürlich

Jackson, unseren Jack-

Russel-Terrier.

Wir freuen uns aber darauf,

dem stetigen Konsum zu

entsagen und aus dem bisherigen

Hamsterrad des Alltags

rauszukommen. Die anfängliche

Idee, die Lebenshaltungskosten

soweit zu senken,

ohne auf nette Annehmlichkeiten

im Alltag verzichten

zu müssen, ist absolut wasserdicht

und sollte mit unserem

Work-and-Travel-Projekt aufgehen.

Das ist ja schon spannend:

Neuanfang, Reisen – aber

auch ein Aufbruch ins Ungewisse,

Überraschende. Wie

ist das für euch?

Reise- und abenteuerlustig

war jeder von uns schon immer.

Michael ist mit dem Segelboot

über das Mittelmeer

geschippert, hat alleine China

bereist, er spricht neben Englisch

und Spanisch übrigens

auch Chinesisch und Russisch

… sowas kann bei einer Weltreise

sicher nicht schaden.

Und Betty liebt Backpacking-Touren.

Ja, ich habe mir oft ein-,

zweimal pro Jahr ein Flugticket

besorgt, ohne vor Ort

eine Unterkunft zu haben.

Damals in Georgien existierten

die Unterkünfte aus dem

Reiseführer nicht oder nicht

mehr. Keiner dort sprach Englisch

oder Deutsch, man hat

sich mit Händen und Füßen

verständigt und doch immer

einen Schlafplatz gefunden.

Auch mal bei Einheimischen

zuhause. Erst im Frühjahr

2020 haben wir uns kennengelernt.

Und sofort gemerkt,

wie gut wir zusammenpassen.

Wir sind beide sehr abenteuerlustig

und wollen ein

selbstbestimmtes Leben, sind

neugierig auf andere Länder

Hier prüft Michael gerade den neuen Durchstieg. Zwischen

Fahrerkabine und Wohnkoffer soll es nämlich

eine Verbindung geben.

Der alten Feuerwehrkabine ging es erstmal an den Kragen und das große Fahrerhaus für neun Personen

wurde in der Mitte auseinander geflext. | Foto: privat

Betty schleift noch

die letzten unebenen

Stellen, damit die

neue Rückwand später

perfekt passt.

| Fotos: privat

12


13

und Kulturen und möchten

am liebsten die ganze Welt

sehen. Und da wir offen für

Neues sind und keine Angst

davor haben, etwas zu wagen,

war die Weltreise schnell beschlossen.

Trotzdem muss man einiges

aufgeben. Ihr brecht ja auch

Eure Zelte hier ab ...

Michael hat bereits seinen

Job gekündigt, weil er

immer schon den Plan hatte,

etwas Eigenes auf die Beine

zu stellen. Und ich habe eine

Nachfolgerin für das „Secrets“

meinen Dessous- und Bademodenladen

in Ulm gefunden.

Als „digitale Nomadin“ werde

ich künftig von unterwegs

Social-Media-Betreuung machen

für Leute, die auch einen

Unterwäscheladen haben.

Auch Blogbeiträge werde ich

für sie schreiben oder deren

Online-Shop betreuen.

Als Tandemmaster

kann

ich vielleicht

irgendwo

Tandemsprünge

anbieten.

Wollt ihr so auch eure Reisekasse

füllen?

Das ist der Plan. Von

irgend etwas müssen wir unterwegs

schließlich leben.

Auch mein Fallschirm kommt

mit ins Gepäck – als Tandemmaster

kann ich vielleicht irgendwo

Tandemsprünge anbieten.

Und dann habe ich da

immer noch eine Produktidee

im Hinterkopf und eine Idee

in Sachen Persönlichkeitsentwicklung,

die ich verwirklichen

möchte.

Die Kamera sowie eine

Drohne begleiten uns ebenso

auf der Reise. Schließlich wollen

wir unsere Reiseeindrücke

dokumentieren und andere

Und natürlich ist auch Hund Jackson

immer dabei und beobachtet den

Umbau ganz gespannt.

Nachdem das Fahrerhaus seine

neue, braune Farbe bekommen

hat, wurden sämtliche kleineren

Teile, wie Stoßstange, Spiegel und

Felgen in einem kräftigen Orange

lackiert. Schließlich wollen die

Beiden kein langweiliges Expeditionsmobil.

| Fotos: privat

auf unserem Blog abenteuersuchtberatung.de

daran teilhaben

lassen. Dafür haben wir

einen Router an Bord und einen

Laptop mit dabei. Und wer

weiß, vielleicht wird ja auch

das Reisetagebuch von Jackson

ein Bestseller.

Text: Heike Viefhaus

Oben: Zum Vergleich: Ganz zu Beginn war es einfach nur ein normaler, älterer Feuerwehr-LKW…

| Mitte: …und nun, kaum zu glauben was innerhalb eines halben Jahres

aus ihm geworden ist. | Unten: Bei dem 300 kg schweren Zwischenrahmen war jede

helfende Hand Gold wert. Dank Michaels Familie war der Rahmen jedoch ruckzuck

geschweißt und nun kann darauf der Wohnkoffer entstehen. | Fotos: privat

Abenteuersuchtberatung

Michael Eberhardt und

Bettina Reichhart

Web: abenteuersuchtberatung.de

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ULM, NEU-ULM

UND DIE WELT

Foto: Marc Hörger

14

FERN


Fernweh hat wohl jeder

schon einmal verspürt.

Um das Thema Fernweh, Reisen und

internationale Erfahrungen geht es auch

bei unseren Titel-Models Betty und

Micha. Ihr Interview lest ihr auf Seite 10.

Reisen in andere Länder, Expeditionen ins Unbekannte

oder kurze Städtetrips. Gerade im

Sommer macht sich bei vielen die Sehnsucht

nach der Ferne bemerkbar.

Auf der einen Seite stehen die Bewohnerinnen

und Bewohner der Doppelstadt, die gerne mal

etwas anderes als das Münster und den Wasserturm

sehen möchten. Auf der anderen Seite

darf man aber nicht vergessen, dass es natürlich

zahlreiche Menschen gibt, für die Ulm und Neu-

Ulm jene fernen Städte sind, welche die Sehnsucht

befriedigen. Für manche wird aus dem

besuchten Ort sogar die neue Heimat. So wie für

Künstlerin Lea Toran Jenner, die nicht zuletzt

der Liebe wegen heute in Kanada lebt. Oder Bedouin,

Kate, Sohail und viele andere, die aus den

verschiedensten Ländern stammen und heute in

Ulm und Neu-Ulm leben.

ULM, NEU-ULM

UND DIE WELT

WEH

Globus designed by Freepik

15


ULM, NEU-ULM

UND DIE WELT

Artistin Lea Toran Jenner nutzte 14 Tage Quarantäne in

Kanada für ein neues Projekt. | Foto: Luis Tamaya

Nihat Ciftci mixt in seiner Mudita-Bar die Cocktails

beim Tandem-Meeting. | Foto: Christian Kammer

Häuser an der Hauptstraße von New Ulm im US-Bundesstaat

Minnesota | Foto: Bobak Ha‘Eri

16

Reisen war in den vergangenen Monaten

nicht einfach. Teilweise war das Überqueren

der Donau schon mit erheblichem

Aufwand verbunden. Von Trips ins Ausland

gar nicht zu sprechen.

Zirkusartistin Lea Toran Jenner kann ein

Lied davon singen. Da Shows und Auftritte

nicht möglich waren, verbrachte die

29-Jährige einige Zeit bei ihrer Familie in

Ulm. Doch um ihren Freund wiederzusehen

und sich auf die kommende Saison

vorzubereiten, beschloss sie, zurück in ihre

Wahlheimat Kanada zu reisen. „Ich bin

in meinem Leben schon sehr viel geflogen,

aber das war wirklich

die aufregendste Reise

meines Lebens“, erzählt

die Künstlerin. Offiziell

waren die kanadischen

Grenzen im Mai noch

zu – eine Einreise nur

mit dringendem Grund

möglich. Um ihren „dringenden

Grund“, die Beziehung

zu ihrem Freund, zu beweisen,

benötigte Toran Jenner ein von einem

kanadischen Notar unterschriebenes Dokument.

Die Unterzeichnung fand per

Videoanruf statt. Nachdem das Dokument

nach Kanada geschickt war, erhielt sie ih-

FUN FACT:

Die meisten Auswanderer

aus Ulm und Neu-Ulm

zieht es in die Schweiz,

nach Österreich und nach

Frankreich.

Während die einen Ulm verlassen und

sich anderswo ein neues Leben aufbauen,

passiert das andersrum natürlich genauso.

42 Prozent der Ulmer Bevölkerung hat

internationale Wurzeln. An einem lauen

Sommerabend im Juli treffen sich einige

von ihnen in der Mudita-Bar im ehemaligen

Gindele-Haus, die 2019 von Nihat

Ciftci eröffnet wurde. Um 20 Uhr soll es

losgehen. Das internationale Tandem-

Meeting steht an. Junge Menschen aus alre

Einreiseerlaubnis und es konnte losgehen.

48 Stunden vor Reiseantritt stand ein

PCR-Test an und 24 Stunden vor dem Abflug

noch ein Schnelltest am Donaubad.

Dann ging es von Stuttgart über Amsterdam,

wo ein weiterer Gesundheitscheck

notwendig war, nach Montreal. Bevor sie

in ein vom kanadischen Staat bestimmtes

Hotel für 300 kanadische Dollar pro

Nacht einchecken konnte, musste Toran

Jenner bei der Einreise viele, teils intime

Fragen zu ihrer Beziehung beantworten.

„Das war schon sehr unangenehm. Ich

war die ganze Reise über sehr angespannt.

Insgesamt war aber alles

doch gut organisiert

und lief reibungslos ab“,

berichtet die Künstlerin.

Nach drei Nächten im

teuren Hotel verbrachte

sie die Zeit der insgesamt

14-tägigen Quarantäne

in einem eigenen Appartement,

welches sie aber

nicht verlassen durfte – „sonst hätte ich

eine hohe Geldstrafe bezahlen müssen.“

Doch aus der Not machte sie eine Tugend.

Sie drehte verschiedene Lehrvideos, unter

anderem zur richtigen Ausführung eines

Handstands oder den Basics der Jonglage.

Die Videos sind beim extra dafür erstellten

„Pimster Club“ zu sehen. Laut Toran

Jenner sollen künftig auch noch weitere

folgen. „Mit den Videos will ich mein Wissen

und Können weitergeben“, erklärt die

Artistin ihr Projekt und ergänzt: „Gleichzeitig

habe ich die Möglichkeit, auch ohne

Shows und Auftritte ein bisschen Geld zu

verdienen.“

Mittlerweile ist ihre Quarantäne vorbei.

Nach einem letzten negativen Corona-

Test, konnte sie das Appartement nach

zwei Wochen endlich verlassen und ihren

Freund wieder in die Arme schließen.

ULM UND DIE WELT:

A NIGHT AT THE MUDITA-BAR

Piktogramme designed by macrovector/Freepik


17

ler Herren Länder treffen nach langer Corona-Pause

endlich wieder aufeinander.

Ein internationales Sprachtandem und

zugleich der Brückenschlag zu neuen Bekanntschaften.

Gemeinsam statt einsam.

IN 20 COCKTAILS

UM DIE WELT

Nihat mixt heute für das internationale

Treffen verschiedene Drinks. Die Auswahl

fällt ihm nicht leicht. Auf einem

Block hat er etwa 20 Cocktails verschiedenen

Ländern zugeordnet und entscheidet

sich jetzt für die klassischen Vertreter,

die auf keiner Karte fehlen dürfen.

Singapore Sling, Margarita, Piña Colada,

Negroni und eine Eigenkreation: Gül ve

Bal (Türkisch: Rose und Honig). Dafür hat

Nihat auf dem Istanbuler Wochenmarkt

kürzlich im Türkeiurlaub einen großen

Bottich Honig eingekauft. Die Basis bilden

Minzblätter. Sorgsam verrührt er den

türkischen Honig jetzt mit Rosenessenz.

Wer als Hauptspirituose Raki erwartet

hätte: weit gefehlt. „Bourbon harmoniert

super mit der Minze.“ Ein Schuss Raki

muss dann aber doch sein. Alles mit Crushed

Ice vermischt, aufgefüllt mit Soda:

fertig ist der Trank vom Bosporus. Suleman,

Youssef und Bedouin haben es sich

auf einer Bierbank gemütlich gemacht.

Suleman stammt aus Kanada und hat hier

in Ulm seine Liebe gefunden. Youssef aus

Marokko war zuletzt in Berlin. Hier arbeitet

er französische Geschäftsbeziehungen

aus. Bedouin kommt aus einem libanesischen

Dorf Namens Ehden. In Ulm hat

er seinen Master in Nachrichtentechnik

gemacht. „Als Christ ist es im Libanon

nicht einfach.“ Auch wenn er die Natur in

seiner Heimat vermisst, ist der Nachrichtentechniker

über seine

Freiheit hier froh. „Die

Deutschen sind ehrlich

und sehr loyal – wenn

man sie erst einmal kennengelernt

hat.“

FUN FACT:

Ulm und Neu-Ulm sind

beliebte Reiseziele. 2019

gab es hier über 900.000

Übernachtungen.

Viktoria aus Russland

und Kate aus Schottland

haben sich unter die freudige Menge gemischt.

Viktoria, die vor vielen Jahren

die Gruppe initiiert hat, strahlt. Yoga-

Lehrerin Raha aus dem Iran verrät später:

„Wir nennen sie die Queen von Ulm. Ohne

sie gäbe es das alles nicht.“ Roy bringt

seinen Indischen Namen mit einem Stift

zu Papier, den ihm sein Freund Sohail geschenkt

hat. „In Indien kosten diese Stifte

umgerechnet einen halben Cent“, wirft

Sohail ein. „Dabei sind sie unverwüstlich!

Ich bin jetzt so lange in Ulm, um promoviert

zu haben und habe in der ganzen

Zeit gerade einmal vier dieser Stifte verbraucht!“

Roy, Wissenschaftler an der

Uni Ulm, lacht. „Shoumik“, das ist mein

Name. Aber alle nennen mich bei meinem

Zweitnamen: Roy. Mein Vater hat mir erzählt,

dass mein erster Name die Bedeutung

des Trinkgefäßes hat, aus dem Lord

Shiva Alkohol trinkt. Ob das stimmt, weiß

ich nicht. Gut, oder?“

Sohail wirkt überrascht

und empört: „Lord Shiva

trinkt Alkohol?“

„Wenn du in einem Land

bist, in dem du niemanden

kennst, ist für

dich jeder Tag wie ein

Lockdown“, kehrt Roy zur Ernsthaftigkeit

zurück. „Du gehst zur Arbeit und dann

nach Hause. Das war’s.“ „Seit fast vier

Jahren ist er in unserer internationalen

Gruppe und hat so gut wie keine Veranstaltung

verpasst“, erzählt Viktoria. Nicola

aus Italien hat vor fünf Jahren seinen

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ULM, NEU-ULM

UND DIE WELT

schaffen kann, eine neue Sprache zu erlernen,

stets den Gedanken im Nacken,

dass man das Land vielleicht schon morgen

wieder verlassen muss. Fünf Jahre arbeitete

er bei der Agentur für Arbeit und

vermittelte internationale Arbeitssuchende.

Immer wieder hatte er mit der Koordinationsstelle

Internationale Stadt zu

tun. „Kooperationen entstanden.“ Es gab

diese stillen Momente, in denen er sich

dachte ‚Das wäre mein Job‘. Eines Tages

wurde die Stelle frei. Heute ist es sein

Job. „Oft bin ich als Kind die Hirschstraße

rauf- und runtergelaufen. Dann wusste

ich: Ulm ist meine Stadt.“

Cheers! Dante, Raha, Viktoria, Suleman, Amir, Katya, Kate und Youssef (v.r.n.l.) lassen sich beim Tandem-Meeting,

der Koordinationsstelle „Ulm: Internationale Stadt“, Cocktails aus aller Welt schmecken. | Bild: Julia Haaga

Text: Julia Haaga & Dominik Schele

18

Traum verwirklicht, Berufserfahrung im

Ausland zu sammeln. „Als Ingenieur ist

man in Deutschland genau richtig.“ Seine

internationale Truppe bringt ihn oftmals

zum Schmunzeln: „Wir haben dieselben

Themen, aber meistens völlig verschiedene

Blickwinkel.“ Vielleicht wird es ihn

eines Tages für die Arbeit in weitere Länder

verschlagen.

Nihat ordnet die Drinks entlang der Theke

an. Auch zukünftig wird er für den interkulturellen

Austausch

Plätze bereithalten.

„Wenn ich es Menschen

ermöglichen kann, sich

kennenzulernen, dann ist

das eine großartige Sache.

Gerade wenn man irgendwo

neu ist und noch niemanden

kennt. Ich mag

es auch sehr, wenn sich Menschen an der

Bar kennenlernen. Das hat eine ganz besondere

Energie.“

Manche sind zum ersten Mal hier. Viele

kennen Ulm und Neu-Ulm seit Jahren.

„Wir haben einiges gemeinsam erlebt und

durchgestanden. Ein Isländer und eine

Brasilianerin haben sich in unserer Gruppe

kennengelernt und letzten Sommer

geheiratet“, erzählt Initiatorin Viktoria,

die aus dem Westen Russlands, Smolensk,

stammt und Internationale Beziehungen

in Moskau und Politikwissenschaften in

Erlangen studiert hat. Heute ist sie stellvertretende

Geschäftsführerin des Instituts

für virtuelles und reales Lernen in

der Erwachsenenbildung an der Universität

Ulm.

INTERNATIONALE HEIMAT

FÜR ALLE NATIONEN

Vor mehr als vier Jahren hat sie, als Angestellte

der Koordinationsstelle „Ulm:

Internationale Stadt“, die Gruppe aus der

Mitmachen:

Für alle, die selbst beim

Sprach Tandem dabei sein

möchten: facebook.com/

groups/ ulminternational

Intention heraus gegründet, eine internationale

Heimat für alle Nationen und

natürlich auch für Ulmer und Neu-Ulmer

zu schaffen. Die Treffen stehen meistens

unter dem Zeichen „Tandem-Meeting“.

„Jeder Tisch wird durch Flaggen und

Schilder eindeutig einem Land zugeordnet.

Man setzt sich entweder zu seinem

eigenen Land oder geht an einen anderen

Tisch,“ wie Artan Balaj, Leiter der

Koordinationsstelle „Ulm: Internationale

Stadt“, erklärt. Für Artan eine großartige

Sache. Auch er weiß,

wie es ist, in ein Land zu

kommen und dabei niemanden

zu kennen. 1994,

mit sieben Jahren, ist er

mit seinen Eltern aus dem

Kosovo gekommen. Acht

Jahre war seine Familie

zunächst geduldet. „Es ist

dem Einsatz des damaligen Arbeitgebers

meines Vaters zu verdanken, dass wir

nach vielen Jahren eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung

bekommen haben.

Zuvor mussten wir alle drei Monate den

Titel verlängern.“

SPRACHE – DER ZUGMOTOR

DER INTEGRATION

Heute leitet er die Koordinationsstelle

und übernimmt die Mittlerrolle für Internationale

Ulmerinnen und Ulmer. Wer

keinen Anspruch auf einen Sprachkurs

vom Bund hat, erhält Deutschunterricht

von der Stadt. „Einzigartig in Deutschland.“

Artan Balaj weiß: Sprache bedeutet

vieles. Sie ist der Zugmotor der Integration.

„Wir sind alle Ulm. Diese Vielfalt

muss noch an manchen Stellen sichtbar

gemacht werden. Wir entwickeln derzeit

ein Diversity Konzept, das alle Bürgerinnen

und Bürger miteinbezieht – unabhängig

von ihren Vielfaltsmerkmalen“ .“

Vieles hätte er zu erzählen von den ersten

Jahren in Ulm. Dass man es gar nicht

DER KLEINE

REISETIPP

Dem Fernweh frönen, dabei aber

Ulmer Luft schnuppern. Wie

soll das gehen? Ganz einfach.

Im US-Bundestaat Minnesota

gibt es ein kleines, beschauliches

Städtchen namens „New Ulm“.

Die Bewohner sind stolz auf die

„deutscheste Stadt der USA“,

auch wenn einiges fast schon

wie eine Karikatur der deutschen

bzw. bayerischen Kultur

erscheint. Die New Ulmer haben

ein Starkbier- und jeden Herbst

ein Oktoberfest. Fasching wird

hier auch gefeiert. Außerdem

befindet sich hier nicht nur die

zweitälteste Brauerei der USA.

Die „August Schell Brewery“

braut auch nach dem deutschen

Reinheitsgebot.

Aber hat New Ulm auch Berührungspunkte

mit der Doppelstadt?

Absolut. Nicht nur war einer

der Gründerväter Ulmer, die

drei Städte pflegen seit langem

partnerschaftliche Beziehungen.

Unter anderem mit einem Berufsaustausch-Programm.

Foto: J. Stephen Conn


STADT

GESCHICHTEN

GANZ SCHÖN

WILD

Sie lebt wie in einem Film: Daniela

Mates aus Staig ist seit elf Jahren

Rangerin in Südafrika.

Foto: Matakataka

20


Mit Gästen zusammen Löwen beobachten,

Elefanten beim Spielen zuschauen, dem Konzert

der Vögel lauschen und das immer im

Einklang mit der Natur – so sieht der Alltag

der 42-jährigen Daniela Mates aus. Sie ist

Rangerin in Afrika. Da dies nicht gerade ein

klassischer Beruf ist, den man in Deutschland

einfach erlernen könnte, kam sie auf Umwegen

dazu. „Nach der Schule wusste ich nicht,

was ich beruflich machen sollte und bin dann

beim Finanzamt in Ulm gelandet“, so Mates.

Es folgten Stationen bei der Arbeitsagentur

und bei einer Unternehmensberatung – aber

insgesamt war ihr das alles zu langweilig.

„Ich wollte raus, etwas Aufregendes machen,“

so Mates. Dabei kam der Zufall zur Hilfe. Danielas

Vater unternahm eine Alpenüberquerung

mit dem Fahrrad. Auf der Reise begegnete

ihm eine Frau, die seiner Meinung nach

Daniela mehr als ähnlich sah – so kam er mit

ihr ins Gespräch. Wieder zuhause gab er Daniela

die Kontaktdaten mit dem Hinweis: „Ich

habe deine Zwillingsschwester kennengelernt.“

„Ich war natürlich neugierig, also habe

ich sie angeschrieben und wir haben Bilder

ausgetauscht. Ähnlichkeit gab es außer den

Locken nicht so viel, aber es kam raus, dass sie

bei RTL arbeitet und nach ein paar E-Mails

bot sie mir einen Job an.“ Genau das Richtige

für Daniela! Bevor es losging, wollte sie aber

noch ein wenig Urlaub machen, also flog sie

nach Südafrika. „Und was soll ich sagen: Ich

habe mich auf dieser Reise in das Land verliebt

– Tauchen, Küste, Wald, Einsamkeit und

die Weite, ich habe eine tiefe Verbindung gespürt

– es war der Wahnsinn.“ Also machte

sie ein- bis zweimal im Jahr dort Urlaub, der

Bezug zu Südafrika wurde jedes Mal stärker.

ihrem Leben. Sie hatte eine Menge zu lernen,

von Geologie über Sternenkunde bis zu ganz

praktischen Dingen wie Jeep fahren oder mit

scharfer Munition schießen, alle Kurse natürlich

auf Englisch. Das war nicht einfach, aber

Daniela ließ sich nicht beirren, sie wollte genau

das. „Wenn man nachts im Zelt liegt und

ein Löwe streunt vorbei, hat man das Gefühl

man gehört dazu, es ist nicht wie im Zoo –

man ist hier mittendrin. Das erdet einen, ganz

andere Sachen werden für einen wichtig“, sinniert

Daniela. Im letzten Sommer kam Daniela

für ein paar Monate zurück nach Deutschland

und musste wegen der Coronasituation

dann auch eine Weile auf den Rückflug nach

Südafrika warten. Ende Februar ging es dann

aber endlich zurück. „Als ich dort ankam,

war mein Haus mit Blumen und Ballons geschmückt

und Freunde hatten bereits meinen

Kühlschrank mit Lebensmittel vollgepackt.

Da bin ich ganz sentimental geworden! Nach

der Quarantäne haben wir uns alle getroffen

und das Wiedersehen gefeiert.“ Das Eingewöhnen

dauerte für Daniela nicht lange –

kein Wunder bei Sommer und ständigem Sonnenschein

nach dem langen, kalten Winter in

Deutschland. Allerdings hat Corona auch den

südafrikanischen Alltag fest im Griff. „Von

UNGLAUBLICHE

TIERSICHTUNGEN

Foto: Matakataka

Wenn man

nachts im

Zelt liegt

und ein

Löwe streunt

vorbei, hat

man das

Gefühl, man

gehört dazu.

Vom Fernsehjob mitten in

die Wildnis gekommen

„Bei RTL in Köln hatte ich damals eine richtig

spannende Zeit, da kam auch einfach mal der

Boxer Klitschko zur Tür rein oder Formel-1-

Legende Bernie Ecclestone, es war immer was

los. Eines Tages kam mir aber genau dort, mitten

im Büro, ein Geistesblitz: Ich werde Rangerin!

Das war eine ganz starke Eingebung –

wie aus dem Nichts und ich wusste: das ist es!“

Also kontaktierte Daniela mehrere Bekannte,

die sie auf ihren Reisen getroffen hatte und

bald stand fest, dass sie einen Jahreskurs zu

Rangerin machen würde. Im September 2010

ging es nach Südafrika, Daniela bezeichnet

dies rückblickend als die aufregendste Zeit in

Foto: Matakataka

DANIELA IST

MITTENDRIN IM

ABENTEUER

S. 21 & 22 designed by macrovector_official/Freepik

TIEFE

VERBUNDENHEIT

MIT DER ERDE

Foto: Matakataka

21 Illustrationen


STADT

GESCHICHTEN

FAKTEN ZUM

KRUGER-

NATIONALPARK

30

verschiedene

Ökosysteme

40°C

in der

Regenzeit

841

verschiedene

Tierarten

20.000

Quadratkilometer

Februar bis Mai hatten wir kaum Corona-Fälle,

nun ist Winter und die Fälle steigen wieder

an. Das ist frustrierend, weil ich gerade auch

die Zeit in Deutschland Anfang des Jahres

miterlebt habe, als täglich über 20.000 Fälle

registriert wurden“, erzählt Daniela. Der internationale

Tourismus ist praktisch für ein

ganzes Jahr zum Erliegen gekommen. Erst

seit Mai kommen wieder mehr Touristen aus

aller Welt – vor allem Amerikaner, da diese

mit ihrem Impfprogramm schon weit fortgeschritten

sind. Südafrika wurde lange als Virus-Variantengebiet

eingestuft, die dadurch

nötige Quarantäne bedeutet, dass nur wenige

Deutsche in Südafrika Urlaub machen. Das

ist für Daniela, die sich auf geführte Touren

und Safaris auf Deutsch spezialisiert hat,

natürlich nicht einfach. Aber die Anfragen

werden nun wieder täglich mehr: „Ich war

in den letzten Wochen mit sehr vielen Anfragen

beschäftigt. Ein paar noch für dieses

Jahr, ansonsten für 2022. Im Moment arbeite

ich relativ viel im Büro an neuen Angeboten.

Demnächst geht es aber wieder raus, mit zwei

anderen Guides reise ich in eine Berggegend

mit subtropischem Regenwald. Dort werden

wir auf eine kleine ornithologische Exkursion

gehen und darauf freue ich mich schon

sehr“, erzählt Daniela von ihrem Arbeitsalltag

in Südafrika. „Aber natürlich herrschen

auch hier striktere Regeln. Restaurants sind

geschlossen, Veranstaltungen und Feiern sind

nicht erlaubt und Masken sind seit letztem

Jahr Pflicht,“ schildert sie die Situation, die

unserer in den vergangenen Monaten nicht

unähnlich ist. Die Impfstrategie legt fest, dass

erst Menschen über 50 geimpft werden, „für

meinen Geschmack könnte das alles etwas

zackiger gehen, aber gut, Afrika ist halt auch

nicht Deutschland“.

Unendliche Weiten

gibt es in Südafrika

Gerade eben erst ist Daniela von zwei sehr

unterschiedlichen Touren durch die Weite

Südafrikas zurückgekommen: „Zuerst war

ich mit einem Pärchen aus der Schweiz unterwegs.

Von den unglaublich tollen Drakensbergen

bis zum Kruger-Park. Die Tiersichtungen

waren atemberaubend: sich paarende

Leoparden, Nashörner nur zwei Meter vom

Safari-Fahrzeug entfernt, brüllende Löwen,

kämpfende Zebras und eine große Elefantenherde

mit einem nur wenige Tage alten

Elefantenkalb“, schwärmt die Rangerin. Ein

paar Tage danach ging es für sie dann auf eine

AUCH MAL LUST AUF

SAFARI?

Daniela bietet auf ihrer Webseite eine

Auswahl an Touren an. Die Rangerin ist

sehr flexibel und hat viel Erfahrung mit

unterschiedlichsten Touren, deshalb

kann sie Touren auch auf Wünsche und

Bedürfnisse anpassen.

Webseite:

www.matakataka.com

Stiftung:

www.tshemboafricafoundation.com

Aktion:

www.burpeesforconservation.com

Daniela erkundet die Lage - was es wohl zu sehen gibt? | Foto: Matakataka

22


Safari zu Fuß, mit Rucksack, Zelt und Isomatte.

„Dies ist eine besonders intensive Erfahrung,

man kommt der Natur und den Tieren

unglaublich nahe. Man merkt dabei, was tatsächlich

wichtig im Leben ist und die Antwort

ist einfach: Wasser: Danach gräbt man selbst

auf so einer Wildnis-Safari, wie die Elefanten

dies auch tun. Das Essen führt man selbst mit

sich und muss es tragen. Man lernt, mit wie

wenig man eigentlich auskommt. Schutz ist

wichtig, entweder ein Zelt oder die Sicherheit

in der Gruppe. Wenn man durch den Busch

wandert, wird nicht gesprochen, denn nur so

hört man, ob sich Tiere in der Nähe befinden.

Es ist wie Meditation, plötzlich sieht, hört und

riecht man intensiver – dies alles hilft, um

sich bewusst zu werden, dass wir jetzt leben,

nicht im Gestern, nicht im Morgen.“

In der Coronazeit eine

Stiftung gegründet

Aber nicht nur mit der atemberaubenden

Natur füllt Daniela ihre Tage. Im Lockdown

hat sie zusammen mit anderen Naturliebhabern

eine Stiftung gegründet. Sie soll dazu

beitragen, dass Naturschutzgebiete erhalten

bleiben, dabei wird auch die lokale Bevölkerung,

die im Umkreis des Kruger-Parks lebt,

miteingebunden. „Unser aktuellstes Projekt

geht bald zu Ende und heißt ,BurpeesFor-

Conservation‘. Ein Burpee ist eine Kombination

aus Liegestütz und Strecksprung. Wir

konnten über 3.500 Menschen in 43 Ländern

weltweit dafür begeistern, Burpees zu machen

und zu spenden. 628.000 Burpees und

eine Million südafrikanische Rand kamen

dabei zusammen – darauf sind wir unendlich

stolz“, freut sich Daniela. Das Geld geht an die

Anti-Wilderer-Einheiten, die Hundestaffel

und Hundeführer der „Greater Kruger Environmental

Protection Foundation“. Sie sollen

dadurch eine bessere Ausbildung erhalten.

Schmerzlich vermisst:

Milchreis und Brot

Daniela genießt ihr Leben weit weg von

Deutschland. Ein paar Dinge vermisst sie aber

doch: „Meine Mama und ihre gute Küche, Familie

und Freunde, deutsches Brot, Quark,

Milchreis und ein paar andere Lebensmittel.

Was mir auch manchmal fehlt, sind diese

schönen langen und lauen Sommerabende, an

denen man im Städtle mit seinen Freunden

draußen im Restaurant oder im Biergarten

sitzt. Und die schöne Architektur und Gebäude

mit Geschichte und Charakter. Was

ich überhaupt nicht vermisse, sind grantige

Leute, die vergessen haben, dass man einfach

mal freundlich grüßen kann. Auch die konstant

negative Berichterstattung der Medien,

speziell jetzt während der Corona-Zeiten. Es

ist so, als ob alles Positive und Lustige nicht

mehr vorhanden wäre. An jedem Tag, gibt es

Zebras, Wasserbüffel und kleine Löwen – das alles entdeckt Daniela auf ihren Touren. | Fotos: Matakataka

Ich habe

gelernt,

dass es viel

wichtiger

ist, meinem

Bauchgefühl

zu folgen.

doch etwas, für das man dankbar sein kann.“

Und das ist Daniela jeden Tag. Dankbar für

die Chance, ihren Traum zu leben. Ein Ende

ist nicht abzusehen: „Ich bleibe offen für

alles, was in meinem Leben noch auf mich

zukommt. Ich habe gelernt, dass es viel wichtiger

ist, meinem Bauchgefühl zu folgen als irgendwelchen

hypothetischen, festgezurrten

Plänen. Ich lebe im Jetzt, und im Jetzt bin ich

äußerst glücklich.“

Text: Stefanie Müller

23


FRAGE?

ANTWORT!

ERZÄHL UNS VON

DEINER REISE ...

Raha: Mein ganzes Leben war eine

Reise – bis ich nach Ulm gekommen

bin. Aufgewachsen bin ich

in Teheran, im Iran. Meine Eltern

wollten nach den Unruhen und

der Islamischen Revolution 1979

unser Land verlassen und nach

Amerika aufbrechen – das angebliche

„Wonderland“. 14 Jahre sollte

es dann dauern, bis meine Eltern

endlich „Green Cards“ für Amerika

erhielten.

Statt das Wunderland zu finden,

kamen wir nach Houston, Texas,

wo wir in einem Randgebiet leben

mussten. Ich hatte eine schwere

Zeit auf der High-School. Danach

machte ich mich selbst auf die

Reise und zog nach San Francisco

zum Studieren. Hier traf ich in

meiner ersten Woche im Wohnheim

auf Yusuf, der aus Bremen

hierherkam, um auch zu studieren.

Er Architektur, ich Modedesign.

Yusuf: Für mich war es Liebe auf

den ersten Blick …

24

Raha: Nach dem Abschluss zogen

wir nach Santa Monica Beach,

eine schimmernde luxuriöse Welt,

in der immer etwas fehlte. Das

Wahre, das Echte. Es zog uns weiter

nach Los Angeles, aber auch

dort konnten wir den Inhalt nicht

finden. Dann ging es nach New

York. Überzeugt davon, hier das

Wunderland zu finden, von dem

mir meine Eltern erzählt hatten.

In Los Angeles hatte ich, wie so

viele andere, gleich mehrere Jobs.

Einen Hauptjob im Modedesign

– jeden Tag mindestens zehn Stunden,

mein eigenes Fashion-Label,

„By Raha“, und am Wochenende

Foto: Julia Haaga

„MEIN GANZES

LEBEN WAR EINE

REISE.“


25

„ICH SCHLUG VOR,

NACH DEUTSCHLAND

ZU ZIEHEN.“

unterrichtete ich Yoga. Die Menschen

dort arbeiten so hart, um

sich all das, was in der Werbung

versprochen wird, auch leisten zu

können. Die Ruhe und Gelassenheit,

die ich in meinen Yogaklassen

vermittelte, existierte in mir innerlich

nicht. Ich erkannte: Yusuf und

ich machen uns kaputt.

Yusuf: Ich schlug vor, nach

Deutschland zu ziehen.

Raha: Anfangs war ich davon gar

nicht überzeugt, weil ich diese

typischen Bilder von Deutschland

im Kopf hatte: Die Deutschen arbeiten

sehr hart, sind unendlich

kalt und trinken am Wochenende

Bier bis zum Umfallen und hören

dabei Schlager.

Yusuf: Ich machte ihr klar, dass

Deutschland uns besser tun wird.

Raha: Seit 2019 wohnen wir in

Ulm. Yusuf hat hier gerade ein

Architekturbüro eröffnet und ich

kann meine Yogaklassen geben.

Menschen zieht es immer so weit

weg und sie vergessen, dass die

Schönheit doch auch im Kleinen

existiert. In einer Stadt wie Ulm.

Yusuf: Wir haben hier die Freiheit,

jederzeit verreisen zu können

und vor allem eines: Mehr Zeit für

uns. Ich würde zum Beispiel gerne

auf die Philippinen reisen.

Raha: Für mich gibt es ein großes

Ziel für das ich brenne: Ägypten!

Ich interessiere mich für die altägyptischen

Kulturen. Seitdem ich

ein kleines Kind bin, begeistere ich

mich für die Pyramiden. Die große

Pyramide von Gizeh ist so ausgerichtet,

dass bei der Winter- und

Sommersonnenwende das Licht

immer den perfekten Winkel trifft.

Ein Meisterwerk!

Raha, 33 und Yusuf, 37

aus Ulm


FRAGE?

ANTWORT!

Wir sind aus der Nähe von Edinburgh

nach Ulm gezogen. Steven

ist 3D-Designer und hatte nach

dem Studium in Schottland keine

Jobaussichten. Er fragte mich,

was ich davon halte, in anderen

Ländern Ausschau zu halten. Ich

sagte: Das könnte ein Abenteuer

werden! Nach einem telefonischen

Vorstellungsgespräch bei einem

Ulmer Unternehmen kam sofort

die Zusage. Damals konnten wir

den Namen nicht einmal aussprechen.

Wir sagten „Olm“. Auf

YouTube fanden wir ein Video,

das uns Ulm als den Geburtsort

von Albert Einstein vorstellte –

mit dem höchsten Kirchturm der

Welt. Wir schauten uns Bilder vom

Fischerviertel an und kamen zu

der Überzeugung, dass ganz Ulm

so aussehen müsse. Mit Häuschen

wie aus einem Märchenfilm. Das

passte auch in unser Bild von

Deutschland. In Schottland glauben

viele an das bayrische Klischee

von Lederhosen und Wurst. Als

ich im Heimaturlaub Zeit mit meinen

Freunden im Pub verbrachte,

fragten sie mich direkt: Und, isst

du auch viel Wurst?

„WIR SIND AUS

DER NÄHE VON

EDINBURGH NACH

ULM GEZOGEN.“

Hintergründe S. 24-27: mons.design / Freepik

Foto: privat

Als wir in Ulm ankamen, lag

Schnee. Wir schlenderten durch

das Fischerviertel, aßen Schwäbisch

und machten ein Selfie vor

dem höchsten Kirchturm der Welt.

Wir hatten eigentlich geplant, nur

zwei Jahre zu bleiben. Das erste

Jahr verging jedoch wahnsinnig

schnell, während wir hier unser

neues Leben aufbauten. Im nächsten

Jahr wollten wir das auch

genießen. Inzwischen ist das über

vier Jahre her. Letzte Woche haben

wir unseren Aufenthaltstitel

bekommen. Und nächste Woche

geht´s zur C1-Deutschprüfung. Ich

möchte unbedingt wieder in einer

Redaktion arbeiten. So kann ich

meine guten Deutschkenntnisse

unter Beweis stellen.

Kate, 29 und Steve 29

aus Ulm

26


Wenn man am Nord-Ostsee-Kanal

in Schleswig-Holstein aufgewachsen

ist, wird einem die Liebe

zu Kreuzfahrten praktisch in

die Wiege gelegt. „Traumschiffe

gucken“ hieß es damals oft am

Wochenende und die weißen

Luxusdampfer begleiteten mich

durch mein Leben. Was als Kindheitstraum

begann, ist seit über 12

Jahren mein Hobby und brachte

mich schon von der Arktis bis nach

Rio de Janeiro und von der Karibik

bis nach Kuala Lumpur. Im Februar

2020 konnte ich nur noch eine

kurze Kreuzfahrt im Mittelmeerraum

genießen. Bereits gebuchte

Reisen für 2020 und 2021 mussten

dann leider pandemie-bedingt

ausfallen.

„EINE WELTREISE

AUF DEM SCHIFF

IST DAS NÄCHSTE

ZIEL.“

Seitdem aktualisiere ich die einschlägigen

Internet-Auftritte der

Reedereien beinahe täglich und

endlich ist wieder „Land in Sicht“

auf dem Wasser. Im Oktober gehen

mein Freund und ich in Venedig

für 14 Tage an Bord. Ziel ist das

östliche Mittelmeer und die Adria.

Auf Montenegro freuen wir uns

ganz besonders. Diese malerischen

Fjorde auf dem Weg nach Kotor

kennen wir sonst nur aus Norwegen.

Da nach der Kreuzfahrt für

uns vor der Kreuzfahrt ist, stehen

die nächsten Seereisen schon in

den Startlöchern: Die Karibik planen

wir schon ganz konkret. Eine

Weltreise auf dem Schiff ist dann

das nächste große Ziel. 105 Tage

auf See, einmal von Italien nach

Australien und zurück.

Diane, 55

aus Neu-Ulm

Foto: Stefanie Müller

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei

sein? Dann schreib uns deine

Antwort mit Bild bis zum

08.07.2021 an mag@swp.de

mit dem Betreff

„NACHGEFRAGT“.

Die nächste Frage:

Stichwort „Do it yourself“:

Was machst du selbst?

27


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

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IHK ULM BIETET

HILFE IM BERUFE-DSCHUNGEL

Wie geht es nach der Schule weiter? Viele

Schülerinnen und Schüler sind ratlos angesichts

der unzähligen Möglichkeiten.

Bei rund 330 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen,

70 Aufstiegsfortbildungen

Egal ob Ausbildung, Weiterbildung oder duales Studium:

die IHK Ulm unterstützt euch. | Foto: katemangostar/

freepik.com

und zahlreichen Dualen Studiengängen

haben junge Menschen oft die Qual der

Wahl. Vieles ist möglich, aber wie wählt

man das Passende aus? Die IHK Ulm berät

und unterstützt rund um das Thema Berufswahl

nach dem Motto „400 Chancen

für deine Karriere“. Dafür werden verschiedene

Instrumente eingesetzt:

Kompetenzcheck und Beratung

Der Kompetenzcheck bietet eine erste

Orientierung. In 90 Minuten analysiert

der online durchzuführende IHK-Kompetenzcheck

die Talente und Stärken der

Jugendlichen, die die Grundlagen für die

Berufswahl bilden. Es wird aufgezeigt, in

welchen Berufsfeldern diese gefragt sind.

In einem persönlichen Beratungsgespräch

geht es auf Basis des Kompetenzchecks

dann detailliert um die eigene Karriereplanung.

Online-Bewerbungsseminare

Die Bewerbungsunterlagen sind die Eintrittskarte

zum Vorstellungsgespräch.

Damit die Hürden rund um das Thema

Bewerbung erfolgreich gemeistert werden

können, bietet die IHK Ulm Online-

Bewerbungsseminare an. Das nächste Bewerbungsseminar

findet am 6. September

2021 statt.

Bewerbungs-Speed-Dating

Digitale Formate wie zum Beispiel das

IHK Speed-Dating sind für Jugendliche

und Unternehmen auch während der Pandemie

eine gute Gelegenheit, miteinander

in Kontakt zu kommen. Beim IHK Speed-

Dating bringt die IHK Ulm Jugendliche

und Unternehmen zusammen. Das nächste

IHK Speed-Dating findet am 30. September

2021 statt.

Infos unter

Tel. 0731 173-456 oder

beratung@ulm.ihk.de

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Zukunft? Safe.

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KREATIV UND TECHNIKBEGEISTERT

TECHNICAL CONTENT CREATORS

Technical Content Creation

Creators fotografieren in der

Lehrveranstaltung Fotografie

Produkte für digitale Assistenzsysteme.

| Foto: Studierende des

3. Semesters TCC & UX

„Menschen wollen keine Anleitungen lesen.

Sie wollen Produkte benutzen. Einfach

so. Wenn sie nicht weiterkommen

– dann wollen sie einen Assistenten, der

ihnen hilft, das Problem schnell zu lösen.

Technical Content Creators erstellen diese

kleinen digitalen Helferlein.“ So erklärt

Prof. Dr. Constance Richter von der Hochschule

Aalen den faszinierenden Studiengang

Technical Content Creation.

Die reale Welt verschmilzt mit der digitalen.

Alles ist miteinander vernetzt und

hängt zusammen. Produkte können mehr

und werden komplexer. Sie „sprechen“

untereinander. Damit kommt eine gigantische

Daten- und Informationsflut auf

uns zu. Da wäre doch ein kleiner digitaler

Helfer nützlich! Er organisiert den Tag –

auch einen Schulalltag. Er beantwortet

Fragen – auch bspw. die, wie man einen

Granatapfel öffnet. Er liefert die richtige

Information zum richtigen Zeitpunkt.

Technical Content Creators bezwingen

gigantische Informationsfluten und visualisieren

die Geheimnisse komplexer Produkte.

Sie nutzen situationsangemessen

Papier, das auf Augmented- oder Virtual-

Reality-Brillen lebendig wird.

Jana S. ist Technical Content Creator und

konzipiert in ihrer Forschungsarbeit ei-

nen virtuellen Helfer nach dem Vorbild

der Amazon-Alexa für Servicetechniker,

der Luftfahrtgeräte wartet. Der virtuelle

Helfer übernimmt die Überwachung und

meldet rechtzeitig Fehler oder die nächste

Wartung. Damit der digitale Assistent

Informationen nicht nur audiovisuell

präsentiert, sondern auch zuhören und

sprechen kann, muss Jana S. technikbegeistert,

sprachlich begabt und kreativ

veranlagt sein. Alle, die das auch sind,

sollten einmal bei Technical Content Creation

vorbeischauen.

Hochschule Aalen

Beethovenstr. 1 | 73430 Aalen

Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Constance Richter

Constance.Richter@hs-aalen.de

hs-aalen.de/constance-richter


WANN AM BESTEN

WOHIN ...

Foto: SüMa Maier GmbH

VERANSTALTUNGS

TICKER

16. DIGA GARTENMESSE

KLOSTER WIBLINGEN

13.-15. AUGUST 2021

WAS

GEHT

AB?!

Grüne Lebensart – ein Pflanzenparadies

in idyllischer Umgebung: Das ist die DI-

GA Gartenmesse im historischen Kloster

mit zauberhaftem Lustgarten.

Auch dieses Jahr bieten 100 Austeller ein

attraktives Angebot an Pflanzenvielfalt

und Garteninspiration an. Geöffnet ist

die Messe am Freitag und Samstag von

10-18 Uhr und am Sonntag von 11-18 Uhr.

Check In mit LUCA, Corona App oder

Kontaktformular. suema-maier.de

01 So

BÜHNE

Me, Myself and I

Performance der Strado Compagnia

Danza

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

MUSIK

Acoustic Pur

Musik-Frühstück

Blaustein, Spielburg Cafe, 10.00

KINDER

FÜHRUNG

Kunsthistorische Führung

Neu-Ulm, Edwin Scharff Museum,

11.30

SONSTIGES

Boxenstopp - Digitalisierung

in Ulm

Ulm, Hans-und-Sophie-Scholl-

Platz, 11.00-19.00

Sound Garten

Live Musik: DOTA

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

FÜHRUNG

Schwerer als Luft

Ulm, Tourist-Information

Ulm/Neu-Ulm, 10.00-11.30

SONSTIGES

Boxenstopp - Digitalisierung

in Ulm

Ulm, Hans-und-Sophie-Scholl-

Platz, 11.00-19.00

Sound Garten

mit DJ Antistatik

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

Boxenstopp - Digitalisierung

in Ulm

Urban Design Thinking Lab

Ulm, Hans-und-Sophie-Scholl-

Platz, 11.00-19.00

06 Fr

BÜHNE

Blind Date

Langenau, Pfleghof, 20.00

Me, Myself and I

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

30

Öffentliche Kinderführung

Ulm, Kunsthalle Weishaupt,

14.00

Zig Zag Zoderer

Interaktive Kinderführung

Ulm, Kunsthalle Weishaupt,

14.00-15.00

Das tapfere Schneiderlein

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 11.00, 16.00

04 Mi

BÜHNE

Me, Myself and I

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

KINDER

BiB – Bücherei im Bad: Sommer,

Sonne, Lesespaß

Langenau, nauBad, 15.00

05 Do

BÜHNE

Me, Myself and I

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Les Yeux d‘la Tete

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

MÄRKTE

Garten & Trödel

auf der Jungviehweide

Illertissen, Staudengärtnerei

Gaißmayer, 12.00-18.00

FÜHRUNG

Känguru-Kunst im Museum

Ulm, Museum Ulm, 11.00-11.45

Alle Angaben ohne Gewähr


Musikalische Stadtführung

Ulm, Stadthaus, 15.00-17.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Hugh Coltman

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

„Waldbaden - mal anders“

Ulm, Roter Berg - Parkplatz am

Waldkindergarten, 17.00-18.00

07 Sa

BÜHNE

Me, Myself and I

Performance der Strado Compagnia

Danza

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

Poetry Slam

mehr als Poesie!

Langenau, Pfleghof, 20.00

MUSIK

Orgelmusik zur Marktzeit

Langenau, Martinskirche, 11.00

FÜHRUNG

Die "Hexen" von Ghana

Führungen mit der Künstlerin

Ann-Christine Woehrl

Ulm, Stadthaus, 16.30, 18.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Takeshi‘s Cashew

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

08 So

BÜHNE

Me, Myself and I

Ulm, Stadthaus, 19.30-21.15

MUSIK

Matinee

INDAUNA Verein und Ponte

Kammermusikfestival

Ulm, Kulturbiergarten Liederkranz,

11.00

Zum Jahr der Orgel – Orgelmusik

von süffig bis seriös

Ulm, Ulmer Münster, 11.30

KINDER

Auf den Spuren des Löwenmenschen

Ulm, Museum Ulm, 15.00-16.00

FÜHRUNG

Beat Zoderer – Visuelle Interferenzen

1990–2020

Ulm, Kunsthalle Weishaupt,

14.00-15.00

Betonwerk der Festung Ulm

– Stützpunkt 58

Neu-Ulm, Parkplatz bei

Christoph-Probst-Realschule,

11.00-13.00

SONSTIGES

Bienenterrasse

Ebene 2, Ostflügel

Ulm, Stadthaus, 11.00-18.00

Kreatives Schreiben durch

die Stadt

Treffpunkt: vor der fbs

Ulm, Familienbildungsstätte,

9.00-12.00

Sound Garten

mit DJ BenJammin‘

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

10 Di

FÜHRUNG

Das tapfere Schneiderlein

von Ulm

Ulm, Tourist-Information

Ulm/Neu-Ulm, 10.00-11.30

11 Mi

KINDER

BiB – Bücherei im Bad: Sommer,

Sonne, Lesespaß

Langenau, nauBad, 15.00

FÜHRUNG

Mit Lilli Langohr durch die

historische Altstadt

Kinder- und Jugendführung

Ulm, Tourist-Information

Ulm/Neu-Ulm, 14.30-15.30

SONSTIGES

Sound Garten

mit DJ Oramiga

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

12 Do

BÜHNE

Flugschneider

Berblinger Jubiläum

Ulm, HEYOKA-Theater, 19.30

Wir suchen Sie!

Wir bieten Ihnen einen sicheren Arbeitsplatz

in einem dynamischen Team

Pfiffige Kollegen m/w/d in Voll- und Teilzeit

für die Bereiche Cafe, Kiosk, Küche, Versorgung

(hauswirtschaftlicher Bereich),

Patientenverpflegung, Reinigung und

Transportdienst gesucht.

Zudem suchen wir Ferienarbeiter m/w/d für

alle Bereiche, die das 18. Lebensjahr vollendet

haben.

Sie sind schichtbereit und flexibel?

Bewerbung an: bewerbung@duu-mbh.de

DUU, Dienstleistungsgesellschaft Universitätsklinikum

Ulm mbH, Albert-Einstein Allee 29,

89081 Ulm, Telefon 0731 / 500-69604

Kloster

Wiblingen

13.-15.8.

Das Verkaufs- und Informationsparadies

für Garten, Haus, Wohnen und Lebensart

Kontaktformular

luca

bei Ulm

Klosterhof und Lustgarten (Schlossstr. 38)

Fr. + Sa. 10-18 Uhr / So. 11-18 Uhr

Corona

WARN-APP

Besuchereintritt: 7,- Euro (Kinder bis einschließlich 14 Jahre frei)

SüMa Maier GmbH • Tel.: +49(0)7623 74192-0 • Alle Infos: www.suema-maier.de

31


WANN AM BESTEN

WOHIN ...

13 Fr

BÜHNE

Blind Date

Langenau, Pfleghof, 20.00

Flugschneider

Berblinger Jubiläum

Ulm, HEYOKA-Theater, 19.30

LITERATUR

Let's talk about books, baby!

Literaturgespräch mit freeFM

Ulm, Stadt- und Kinderbibliothek

Ulm, 20.00

VORTRAG

Mexiko – Geschichte und

Gegenwart

Ulm, Bischof-Sproll-Haus,

19.30

MESSEN

DIGA Gartenmesse

bis 15. August

Wiblingen, Klosterhof, 10.00-

18.00

14 Sa

BÜHNE

Das tapfere Schneiderlein

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 15.00

Der kleine Clown

Ulm, Stadthaus, 15.00, 19.00

Flugschneider

Ulm, HEYOKA-Theater, 17.00

MUSIK

Moltke & Mörike

Langenau, Pfleghof, 20.00

FÜHRUNG

Drum prüfe, wer sich ewig

bindet – Zeitreise durch die

Ehe

Ulm, Tourist-Info, 18.30-20.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Say Yes Dog

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

15 So

BÜHNE

Der kleine Clown

Ulm, Stadthaus, 15.00, 19.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit DJ Sitzspeck

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

18 Mi

KINDER

BiB – Bücherei im Bad: Sommer,

Sonne, Lesespaß

Langenau, nauBad, 15.00

SONSTIGES

Folk-Pop mit Liffey Looms

Ulm, Stadt- und Kinderbibliothek

Ulm, 19.30

Sound Garten

mit DJ Klaus Fumy

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

19 Do

FÜHRUNG

Die Sedelhöfe – neues Stadtquartier

Ulm, Mitte, Sedelhöfe, 17.00-

19.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Diana Ezerex

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

20 Fr

BÜHNE

Blind Date

Langenau, Pfleghof, 20.00

FÜHRUNG

Sprüche und Redewendungen

Ulm, Tourist-Info, 16.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Antiheld

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

21 Sa

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 20.00

FÜHRUNG

Die Überläufer-Tour

Ulm, Tourist-Info, 15.30-17.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live: Das Ding aus dem Sumpf

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

22 So

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 17.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit DJ Ray Riddler

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

23 Mo

FÜHRUNG

Moderne Kunst in der Sammlung

Kurt Fried

Ulm, Museum Ulm, 15.00-16.00

Die neue Pflegeausbildung !

Werden Sie Pflegefachmann (m/w/d) !

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AWO Seniorenzentrum Weststadt | AWO Seniorenzentrum Nellingen

Alle Infos unter: www.awo-wuerttemberg.de

Facebook/Instagram: AWO Württemberg

guenzburger-weizen.de

Alle Angaben ohne Gewähr


25 Mi

KINDER

BiB – Bücherei im Bad: Sommer,

Sonne, Lesespaß

Langenau, nauBad, 15.00

Unheimliche Erzählungen

mit Fee Katrin Kanzler

Ulm, Stadt- und Kinderbibliothek

Ulm, 20.30

SONSTIGES

Sound Garten

mit DJ Ray Riddler

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

26 Do

BÜHNE

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Berblinger Jubiläum

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit Dj BenJammin‘

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

FÜHRUNG

„Von der Höll ins Paradies –

Straßennamen in Ulm

Ulmer Extras

Ulm, Tourist-Information

Ulm/Neu-Ulm, 18.00-20.00

SONSTIGES

Sound Garten

Live Musik: Amistat

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

28 Sa

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 20.00

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

KINDER

Das Traumfresserchen

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 15.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit Magic Mumble Jumble

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

ZHUANG HONG -YI

„LUX OF LUMEN“

VENET HAUS GALERIE

Ost und West, Tradition und Moderne, Disziplin und

Freigeistigkeit: Künstler Zhuang Hong Yi vereint

diese scheinbaren Gegensätze und verdichtet sie in

Werken, die aufgrund ihres haptischen Charakters

weniger als Bilder denn als Wandinstallationen fungieren.

Die Ausstellung kann in der Venet Haus Galerie

in der Sterngasse 14 bewundert werden .

venethausgalerie.de

27 Fr

BÜHNE

Blind Date

Langenau, Pfleghof, 20.00

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 19.00

29 So

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 17.00

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

KINDER

Clown Dido lacht trotzdem

Musik, Jonglagen, mit Witz

und viel Schabernack

Langenau, Pfleghof, 11.00

Das Traumfresserchen

von Michael Ende für Kinder

ab 4 Jahren

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 11.00

FÜHRUNG

Kunstreichgewächse: Bitte

gießen!

Ulm, Museum Ulm, 15.00-16.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit Dj Klaus Fumy

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

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33


LETZTE

SEITE

Sommer 1995. Eine Zeit des Umbruchs.

Zu jener Zeit war ich auf der Suche nach

Abenteuern. Mein Umfeld war mir zu

klein geworden. Dingen wie Abendsgeht’s-wieder-heim-Freizeiten

ins Gesicht

spuckend, verschlug es mich in eine der

entlegensten Ecken der Welt: Erbstetten.

Nach einigen Stunden Marsch durch die

Fremde erreiche ich mein Ziel. Im Lager

beziehe ich mein Zelt, in dem bereits acht

andere ihre Schlafstatt errichtet haben.

Wir kommen ins Gespräch und ich erkenne:

Alles Gleichgesinnten! Und so werden

aus Fremden Kameraden. Aus Kameraden

Freunde und aus Freunden Familie. Ausgenommen

Paul. Paul kann keiner leiden.

ANGEBEREI GOTTES

Es war die richtige Entscheidung, mich

in diesem Ödland selbst herauszufordern.

Zuversichtlich steuere ich die dem Lager

gegenüber liegende Turnhalle an. Ich ziehe

mir eine Limo aus dem Automaten und

sehe sie: Sarah!

Ein Engel. Ein Wunder. Angeberei Gottes.

Ihre Haut weiß wie Schnee. Ihre Haare

schwarz wie Ebenholz und ihre Lippen

rot wie Blut. Gehüllt ist sie in ein FC-Bayern-Trikot,

FC-Bayern-Shorts und einer

FC-Bayern-Cap. Den Bruchteil eines Augenblicks

später passiert zweierlei. Ich

bin verliebt und habe die leise Vermutung,

dass Sarah Fußball aus München ganz

okay findet.

NARRENSICHERER PLAN

Die Geschichte schreibt sich ja eigentlich

selbst. Sarah und ich sind füreinander bestimmt.

Doch wie erobere ich ihr Herz?

Amor, Eros und ich beraten uns kurz. Der

Plan ist narrensicher. Wenige Augenblicke

später sitze ich an einem Biertisch und

male das FC-Bayern-Logo – mehr schlecht

RAUS IN

DIE WELT

als recht – auf ein rundes Stück Papier,

bevor ich es zu einem Button presse. Die

selbstgemachte Anstecknadel packe ich

im Anschluss in einen Briefumschlag, auf

welchem nichts drauf- oder drinsteht.

Den Umschlag schmuggle ich, unauffällig

pfeifend, in ihr Zelt. Der Rest ist easy:

Sarah wird den Briefumschlag finden, öffnen

und den Button erspähen. Direkt wird

sie den Zusammenhang zwischen ihr, mir,

der Limo und dem FC Bayern herstellen

und sich unsterblich in mich verlieben.

Ein simpler, aber effektiver Plan!

Mehrere Tage ziehen ins Land. Sarah tut

so, als gäbe es mich nicht. Vom Button

keine Spur. Selbst meinen letzten Powermove,

die zurückgedrehte Chicago-Bulls-

Cap bei der Minidisco, ignoriert sie. Okay.

Das war’s. Mit gebrochenem Herzen,

doch um eine wichtige Erfahrung reicher,

widme ich mich wieder meinem eigentlichen

Ziel – dem Abenteuer.

FOLGENSCHWERER FEHLER

Mehrere Teams werden im Abstand von

zehn Minuten losgeschickt, um im Wald

einer Spur aus Rätselfragen zu folgen.

Meine Gruppe hat bereits zahlreiche

Rätsel gelöst. Wir sind auf einem guten

Weg, die Schnitzeljagd in Rekordzeit zu

absolvieren und das obwohl wir Paul dabei

haben. Paul ist es dann auch, der einen

folgenschweren Fehler begeht. Aufgrund

seiner „100-Prozent-sicher-Lösung“ verlaufen

wir uns hoffnungslos im Wald. Seit

Stunden haben wir keinen Hinweis mehr

gefunden und unsere Trinkvorräte gehen

allmählich zur Neige, was vor allem daran

liegt, dass Paul konstant Durst hat.

Meinen Mitstreitern kann ich nicht verraten,

dass ich ebenso die Orientierung

verloren habe wie sie. Ein guter Anführer

gibt stets die Richtung vor. Selbst wenn

er nicht weiß, welche Richtung zum Ziel

führt. Durch seine dargestellte Selbstsicherheit,

erzeugt er bei seinen Kameraden

Hoffnung. Diese Weisheit wurde mir vom

klügsten Pionier überhaupt eingetrichtert

– Jean-Luc Picard.

Einige Zeit später stoßen wir unverhofft

auf zwei Ureinwohner. Trotz Verständigungsschwierigkeiten

gelingt es mir, eine

ungefähre Route zu erfahren. Sie würde

uns zurück ins Lager bringen. In wenigen

Schritten Entfernung stünde ein hölzernes

Brett, auf welchem „Erbstetten – 3

km“ geschrieben sei. Jener Tafel sollten

wir folgen.

STÜRMISCHE BEGRÜSSUNG

Alles auf eine Karte setzend, beschließe

ich dieser seltsamen Wegbeschreibung zu

folgen. Paul hat noch eine alternative Idee

für den Rückweg. Ich ignoriere ihn und

gehe voran.

Hier und da meine ich Bäume, Sträucher

und Wanderweg-Schilder wiederzuerkennen.

Wie nicht anders zu erwarten, zahlt

sich meine Chuzpe aus. Wir erreichen

das Lager und die Freude ist groß. Fäuste

werden in die Luft gestreckt. Willkommensschreie

durchbrechen die Abenddämmerung

und mit riesigem Brimborium

werden wir begrüßt. Einige Augenpaare

glitzern vor Freudentränen. Ich schaue

mich um und da hält Sarah auch schon

schnurstracks auf mich zu.

„Wusst‘ ich‘s doch ...“, denke ich breit grinsend

und breite die Arme aus, als Sarah an

mir vorbei stürmt und Paul in die Arme

schließt.

Dominik Schele

34

IMPRESSUM

FRIZZ, das monatliche Stadtmagazin,

Herausgeber:

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Tel: 0731 156-529

E-Mail: info@frizz-ulm.de

Internet: frizz-ulm.de

Verlagsleitung:

Stefan Schaumburg (verantwortlich),

Anschrift wie Verlag,

Yasmin Tan (Objektleitung)

Redaktionsleitung:

Stefanie Müller (verantwortlich),

Dominik Schele

SVH GmbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Gestaltung:

Tamara Saß (mediaservice ulm)

Titelbild:

Marc Hörger

Datenschutz:

datenschutz@swp.de

Druck:

fec - druck+medien GmbH & Co. KG

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn

Redaktionsschluss: 11.08.2021

Anzeigenschluss: 12.08.2021

Erscheinung: 01.09.2021

Veranstaltungen melden:

veranstaltungen@swp.de

Sie wollen mit einer

Anzeige dabei sein?

Wenden Sie sich an:

Yasmin Tan

Tel: 0731 156-529

Mobil: 0151 24091787

y.tan@swp.de

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