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MK-07-8-21-E-Mag

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ZKZ 4937

7/8 I 2021

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Mehr Anreize

So will der FSC den Anteil von

nachhaltigem Holz steigern

Foto: Schlaraffia

Qualitätspush mit

Mann und Maus

Wie sich MHK Logistik zum skalierbaren

Zukunftsmodell entwickelt

OUTDOOR-SPECIAL

DIE OPEN AIR-

TRENDSETTER

Erste Lehrfabrik: Ein Meilenstein

EMV: Große, weite Möbelwelt

Hardeck: City-Store in Hamburg

EHI: 35,4 Mrd. Euro Handelsumsatz

Schlaraffia: Attraktiver Preiseinstieg

Hästens: Mit Premium auf Erfolgskurs


PERSÖNLICHDR. DOMINIK BENNER

The Platform Group

Keine Zeit für

Pool-Urlaub

Dr. Dominik Benner ist CEO der Platform Group, die Online-Portale in

14 verschiedenen Branchen betreibt. Die Mission: Den stationären Handel

online stark machen. Zuletzt war der E-Commerce-Riese in der Möbelszene

auf Einkaufstour. Was die Gruppe mit Stylefy und Möbelfirst vorhat,

konnte die „möbel kultur“ in einem der engen Zeitfenster des Managers

herausfinden.

20 möbel kultur 7/8/2021


Herr Dr. Benner, die Keimzelle der Platform

Group ist ein Schuh-Portal gewesen,

1

das Sie vor neun Jahren gegründet haben.

Was war die Triebfeder?

Dominik Benner: Der Grundgedanke

war und ist auch heute noch, dass

ein stationärer, mittelständischer

Händler zwar einen Onlineshop

kaufen und aufsetzen, aber keine

Reichweite damit erzielen kann.

Er kann auch nicht die Schnittstellen

und das Bildmaterial erstellen,

die notwendig sind, um im Netz

erfolgreich zu sein. Und genau in

diesen Themen unterstützen wir die

Händler.

Als wir das erste Schuhgeschäft

angebunden haben, hat es auf

Anhieb 70 Paar Schuhe online verkauft.

Das war der Urknall, denn so

viel wurde nicht mal an einem Tag

am POS verkauft.

2

Und trotzdem sind Sie auch stationärer

Händler. Was steckt dahinter?

Dominik Benner: In unserer Benner

Familienholding ist der Einzelhandel

seit 140 Jahren ein Geschäftsfeld.

Und auch zu den Gründungszeiten

der Platform Group sind uns einige

Schuhgeschäfte in den Schoß gefallen.

Allerdings trennen wir diese

Vertriebswege im Management

sehr strikt, denn es sind zwei völlig

unterschiedliche Businesses.

Es hilft uns jedoch enorm, dass

wir als E-Commerce-Unternehmen

den stationären Händler und

seine Herausforderungen besser

kennen als andere: Wir wissen,

was es bedeutet, wenn die Energiekosten

steigen, wenn sich morgens

zwei Mitarbeiter krank melden

oder wenn bei einem Wasserschaden

die Versicherung nicht zahlen

will. Aus diesem Grund bieten wir

den Händlern auch entsprechende

Dienstleistungen an. Wir haben

Rahmenverträge für Gas oder Firmenwagen.

Wir vergeben Kredite

zu attraktiven Konditionen und

vermieten sogar EC-Terminals. Die

Platform Group ist nicht nur eine

Vertriebsplattform, sondern auch

ein B2B-Service-Portal.

3

Die Benner Holding ist 140 Jahre alt

und in ganz vielen Investment-Feldern

aktiv. Um welche Bereiche kümmern Sie

sich persönlich?

Dominik Benner: In der Holding kann

ich mich auf gute Geschäftsführer

und Prokuristen verlassen, die alle

auf ihrem Gebiet Top-Manager sind.

Ich kümmere mich in Vollzeit um

die Platform Group. Und das reicht

als Betätigungsfeld völlig aus. Denn

eines müssen Sie wissen: Wenn Sie

Immobilien haben, können Sie in

den Urlaub fahren. Wenn Sie Einzelhandel

betreiben, können Sie

ebenfalls Ferien machen. Wenn Sie

E-Commerce ernsthaft betreiben,

geht das nicht. Da ist ständiges

Trouble shooting angesagt.

4

Es kommt schon ein wenig der Eindruck

auf, dass Sie ein Workaholic sind.

Würden Sie das unterschreiben?

Dominik Benner: Um es mal so zu

sagen: Ich sitze nie am Pool.

(Lacht.) Wir haben als Familie

auch das Glück, das wir ein tolles

Au-Pair-Mädchen haben, das

sich um unsere zwei Kinder kümmert.

Sonst würde das Ganze nicht

funktionieren.

5

Woraus ziehen Sie Ihre Motivation?

Dominik Benner: Das waren im

Prinzip immer zwei Dinge. Erstens

wollte ich immer etwas aufbauen,

etwas gestalten – und nicht

verwalten.

Der zweite Punkt ist, dass ich für

meine Kinder etwas schaffen wollte,

sodass die einmal sagen können,

sieh mal, der Papa hat da in der

fünften Generation einen guten Job

gemacht.

6

Sie sind jetzt in 14 Branchen aktiv –

zuletzt sind Möbel und Apotheken dazugekommen,

und zwar über Akquisitionen.

Was sind Ihre Kriterien, um eine Plattform

zu übernehmen?

Dominik Benner: Zunächst schauen

wir darauf, wie viele Händler an ein

Portal angeschlossen sind. Zweites

Kriterium ist, dass die Produkte

nicht zu günstig sind, weshalb wir

beispielsweise von Lebensmitteln

oder Drogerie-Artikeln die Finger

lassen. Die dritte Voraussetzung ist,

dass die Händler mit einer digitalen

Warenwirtschaft arbeiten, damit wir

sie anbinden können. Deshalb fallen

beispielsweise Friseure oder Kioske

aus unserem Raster.

7

Wenn Sie ein Unternehmen übernehmen,

belassen Sie die Geschäftsführer in der

Firma. Warum ist das Ihre Strategie?

Dominik Benner: Wir glauben daran,

dass es der erfolgreichere Weg ist.

Die Geschäftsführer kennen ihre

Märkte besser als wir und haben

erfolgreiche Portale aufgebaut. Sie

müssen sich allerdings zu unserer

Wachstumsstrategie committen,

das ist die Voraussetzung. Wenn das

nicht der Fall wäre, dann kämen die

Verhandlungen aber auch gar nicht

zustande.

8

Und wie stark regieren Sie rein? Kommen

da auch E-Mails nachts um drei Uhr?

Dominik Benner: Nein, nicht nachts

um drei, höchstens um vier Uhr in

der Frühe. (Lacht.) Nein,im Ernst:

Wir sehen unsere Zusammenarbeit

mit den Portalbetreibern als Sparring,

von dem beide Seiten profitieren.

Da ist nächtliches Dauerfeuer

eher kontraproduktiv.

9

Wird sich die Strategie von Möbelfirst,

das sie gerade übernommen haben, nun

verändern?

Dominik Benner: Ursprünglich kommt

Möbelfirst von der Idee her, Ausstellungsstücke

digital zu vermarkten.

Doch der Neuwarenanteil ist

inzwischen auf 30 Prozent gestiegen.

Es gibt beispielsweise Marken

wie Stressless, die sich sehr gut

nachordern lassen und am Lager

deshalb schnell nachbesetzt werden

können. Der Anteil an Neuware bei

Möbelfirst soll deshalb strategisch

noch weiter ausgebaut werden,

denn immer mehr Händler haben

Interesse daran, ihren Online-Vertrieb

auszubauen und das nicht nur

wegen der Lockdowns.

Darüber hinaus werden Büromöbel

ein strategischer Sortimentsbereich

sein, den wir neu anfassen.

Dort soll der Neuwarenanteil sogar

bei 90 Prozent liegen.

Darüber hinaus steht die Ausweitung

des Händlernetzes auf dem

Programm. Denn unserer grundsätzliche

Logik ist: Je mehr Händler

wir angedockt haben, desto mehr

Angebote können wir bieten und

umso mehr Kunden können wir

ansprechen.

9

Ist das die Schnellboot-Strategie, mit

der Sie sich gegen Amazon absetzen

können?

Dominik Benner: Absolut. Es geht

immer darum, Nischen zu durchdringen.

Also zum Beispiel Schuhe

für ältere Frauen oder Möbel im

hochwertigen Bereich. In diesen

spitzen Segmenten honorieren die

Kunden dann ein breites Angebot.

Stehen weitere Akquisitionen auf

10dem Programm? Oder betreiben Sie

nur eine Plattform pro Branche?

Dominik Benner: Nein, wir können

auch mit mehreren Plattformen pro

Branche agieren, wenn es keine zu

großen Schnittmengen gibt. Im

letzten Monat haben wir deshalb

Stylefy übernommen, eine Plattform

für Mainstream-Möbel. Eine dritte

Übernahme im Einrichtungssegment

werden wir in diesem Jahr

sicherlich noch vermelden können.

Ist der Markt nach der Corona-Krise

11nicht überhitzt?

Dominik Benner: Nein, das stellen wir

bisher nicht fest. Klar, bei großen

Targets wie About You ist natürlich

viel Geld im Spiel. Aber das überstrahlt

die Bewertungen der kleineren

Player in einer Größenordnung

von 10 Mio. Euro Umsatz. Das ist

uns auch sehr recht.

Gibt es perspektivisch eine Gefahr für

12Ihr Business?

Dominik Benner: Ein Problem wäre

es, wenn große stationäre Händler

und Filialisten große Summen in das

E-Business investieren würde, um

es strategisch aufzumischen. Bisher

sehe ich da aber keine entsprechenden

Aktivitäten. Auch wenn Ikea und

XXXLutz sicher Gas geben, ist da

noch viel Luft nach oben. Und auf

der anderen Seite sind die Online-

Player längst noch nicht so groß, wie

sie sein könnten.

Der Ladenschwund macht mir

ebenfalls keine existenziellen Sorgen,

weil wir erst zwei oder drei

Prozent Durchdringung haben. Das

heißt, es müssten schon 90 Prozent

der Händler verschwinden , bis wir

an strukturelle Grenzen stoßen würden.

Und von so einer Quote gehe

ich auch langfristig nicht aus.

Die Gruppe ist jetzt acht Jahre alt.

13Wo sehen Sie die Platform Group in

acht Jahren?

Dominik Benner: Wir möchten der

führende Plattform-Anbieter sein –

dann in 30 Branchen. Wir möchten

Umsätze in Höhe von 500 Mio. Euro

machen – mit 8.000 bis 10.000

Partnern. Aktuell liegen wir bei 200

Mio. Euro Umsatz.

Herr Dr. Benner, ich muss zugeben,

13dass das mit 22 Minuten eines meiner

kürzesten und knackigsten Interviews

meiner Laufbahn als Journalist gewesen

ist.

Dominik Benner: Fragen Sie nur. Ich

habe noch acht Minuten. (Lacht.)

SASCHA TAPKEN

www.the-platform-group.com

7/8/2021 möbel kultur 21


TOP-THEMA/FSC

Mehr Anreize

für nachhaltiges Holz

Die Kosten für Holz und Holzwerkstoffe steigen derzeit enorm an. Für Ulrich Malessa

vom FSC Deutschland hat diese Entwicklung auch einen positiven Aspekt, denn der

Nachfrageüberhang erhöht die Motivation, sich zertifizieren zu lassen. Um die Anreize

zusätzlich zu steigern, wurden jetzt zudem in elf Ländern, darunter Deutschland, die

„FSC Furniture Awards 2021“ gestartet. Die „möbel kultur“, die offizieller Medienpartner

ist, hat nachgefragt, wer sich wie beteiligen kann und wie sich aktuell die Lage in der

Möbelindustrie in puncto nachhaltiges Holz darstellt.

Oben: Ulrich Malessa

ist Leiter Marktservices

beim FSC

Deutschland („Forest

Stewardship Council“).

Er wünscht sich, dass

das Ver trauen in die

Zertifizierung weiter

zunimmt. Und dass

das Bewusstsein der

Verbraucher:innen

für nachhaltiges Holz

weiter wächst.

Die Bekanntheit und

das Image des FSC-Labels

sind sehr hoch, sodass der

Druck der Kund:innen

stetig steigt.

Foto: FSC Deutschland; Foto: Rabe/Pixabay.com

22 möbel kultur 7/8/2021


möbel kultur: Holz ist derzeit ein starkes

Thema. Allerdings geht es aktuell

vor allem um die Lieferengpässe für Holz

und Holzwerkstoffe. Wie beurteilen Sie

die derzeitige Situation?

Ulrich Malessa: Die Nachfrage nach

Holz im Allgemeinen und FSC-zertifiziertem

Holz im Speziellen war

auch Covid-19-bedingt höher als das

Angebot. Die Preise für Schnittholz

und Holz befinden sich gleichzeitig

seit dem Sommer 2020 in einigen

der wichtigsten Exportländer wie

den USA, Kanada, Brasilien und

auch in Europa im Aufwärtstrend.

Die Situation wurde im Jahr 2021

noch schwieriger, da es zu Unterbrechungen

in den Transportsystemen

kam, Sägewerke vorübergehend

geschlossen wurden, die Nachfrage

der Verbraucher:innen stieg und die

Bautätigkeit deutlich zunahm. All

dies trug zu den aktuellen Engpässen

und dem deutlichen Preisanstieg für

Holz und Holzwerkstoffe bei, der

in vielen Teilen der Welt zu beobachten

ist.

Dass der Nachfrageüberhang am

Holzmarkt zu teilweise schmerzlichen

Preissteigerungen oder Lieferverzögerungen

führt, ist für den

FSC-Markt eine notwendige Voraussetzung,

damit wirtschaftliche Vorteile

auch am Anfang der Lieferkette

im Wald entstehen. Dies schafft

monetäre Anreize und Motivation

zur Zertifizierung bei Waldbesitzer:innen.

Wenn man sich also beim

allgemeinen Markt einen Ausgleich

zwischen Angebot und Nachfrage

wünscht, so wünschen wir uns für

den FSC einen gesunden Nachfrageüberhang.

Wir sorgen mit unseren

Kontakten zum Endkundenhandel,

den Markeninhabern und der Kommunikation

zu den Verbraucher:innen

dafür, dass dieser Nachfrage-

Motor gut geölt läuft.

möbel kultur: Wohnen und Einrichten hat

in der Bedeutung während der Pandemie

zugenommen. Auch das Thema Nachhaltigkeit

ist – nicht erst seit „Fridays for

Future“ – stärker in das Bewusstsein

der Menschen vorgedrungen. Verspüren

Sie seit dem vergangenen Jahr darüber

hinaus ein vermehrtes Interesse von

Seiten der Verbraucher: innen nach

nachhaltigem Holz?

Ulrich Malessa: Laut der Studie

„Healthy and Sustainable Living“

von Globescan aus dem Jahr 2020

sind der Klimawandel und die

Erschöpfung der natürlichen Ressourcen

für 60 Prozent der Verbraucher:innen

weltweit die größten

Umweltbedenken.

Die Konsument:innen sind zu -

nehmend daran interessiert, zu

erfahren, wie Unternehmen sozial

und ökologisch verantwortlich handeln.

Darüber hinaus wollen zwei von

drei Befragten weniger konsumieren,

um die Umwelt für zukünftige

Generationen zu erhalten, und über

50 Prozent wollen ihren Lebensstil

ändern, um gesünder und umweltfreundlicher

zu leben – vor allem die

junge Generation.

Verbraucher:innen bilden sich

immer mehr in Bezug auf Nachhaltigkeitskriterien

der gekauften Produkte.

Die Nachfrage steigt. Entsprechend

gibt es eine stetig wachsende

Zahl an Unternehmen, die ihren

Kunden:innen einen nachhaltigeren

Konsum anbieten wollen. Green Washing

ist out bzw. wird auch nicht

mehr honoriert.

FSC ist eine Lösung für kritische

Fragen bei der Materialherkunft und

von daher ein Topbeitrag, um die

heutigen Klima- und Biodiversitätsherausforderungen

zu bewältigen.

FSC genießt das Vertrauen von vielen

NGOs und Unternehmen und passt

perfekt zu den Bestrebungen dieser

verantwortungsbewussten Verbraucher:innen.

Mit weltweit gültigen

Standards, der beispiellosen Einbindung

aller relevanten Interessengruppen

und der Unterstützung

durch namhafte Unternehmen sowie

anerkannte unabhängige Umweltund

Sozialorganisationen, gilt FSC

als die glaubwürdigste Lösung für

nachhaltige Waldwirtschaft und ist

hinlänglich als die verlässlichste

Organisation für die Absicherung

wichtiger Umwelt- und Sozialstandards

im Wald anerkannt.

möbel kultur: Ist das auch ein Grund,

weshalb Sie gerade jetzt die ersten europäischen

„FSC Furniture Awards“ – in

elf Ländern – ins Leben gerufen haben?

Ulrich Malessa: Die „FSC Furniture

Awards“ wurden 2021 aus mehreren

Gründen auf weitere Länder

ausgeweitet: die wachsende Vorliebe

für FSC bei Top-Möbelmarken, die

Bedeutung des Möbelsektors in

Europa und natürlich der bisherige

Erfolg des Awards in Italien.

Wir glauben, dass dies der richtige

Impuls ist, um das Bewusstsein

für verantwortungsvoll beschaffte

Materialien in der Möbelbranche

zu schärfen, und eine Gelegenheit,

gesunde und widerstandsfähige

Wälder zu erhalten, für alle, für

immer.

möbel kultur: Wie waren Ihre Erfahrungen

mit dem Award in Italien?

Ulrich Malessa: Dieser wurde 2019 in

Italien ursprünglich ins Leben gerufen,

um das Engagement von FSCzertifizierten

italienischen Unternehmen

zu würdigen, die Produkte

und Kollektionen mit der Verwendung

von entsprechendem Holz für

Innenmöbel herstellen und liefern.

Ab der zweiten Ausgabe wurden auch

FSC-zertifizierte Unternehmen aus

FACTS

❯❯

FSC Furniture Awards 2021

❯❯

Teilnehmende Länder: Italien,

Deutschland, Österreich, Bosnien u.

Herzegowina, Kroatien, Tschechien,

Polen, San Marino, Serbien,

Slowenien und Großbritannien

❯❯

Anzahl der Preise: 12

❯❯

Kategorien: 3 (Indoor- und

Outdoormöbel, außerdem Special

Prices, siehe Extra-Kasten auf S. XX)

❯❯

FSC-zertifizierte Unternehmen in der

Möbelindustrie: 319 (in D und A) im

Bereich Wohnen, 233 im Segment

Gartenmöbel, jährliche Steigerung:

5 bis 10 Prozent

❯❯

Möbelhändler mit FSC-Werbelizenz:

23 (D und A)

❯❯

Preise: Zahlreiche Materialien,

mit denen die Gewinner ihr

Nachhaltigkeits-Engagement nach

außen tragen können

❯❯

Einsendeschluss: 14. Oktober 2021

www.fscfurnitureawards.com

7/8/2021 möbel kultur 23


TOP-THEMA/HARDECK HAMBURG

Der neue City-Store von Hardeck am

Gänsemarkt ist umgeben von diversen

Einzelhandelskonzepten. Unmittelbarer

Nachbar ist Urban Outfitters.

Touchpoints

auf allen Kanälen

Wie sehen Möbelhäuser in Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich viele

in der Branche. Hardeck hat jetzt (s)eine Antwort gefunden. Am 3. Juni konnte das

Begros-Mitglied, Pandemie-bedingt mit einem halben Jahr Verspätung, endlich

Einrichtungsladen & Küchenstudio am Hamburger Gänsemarkt eröffnen. Die

„möbel kultur“ war vor Ort und sprach mit Geschäftsführer Dirk Hardeck sowie dem

neuen Regionalleiter Nicholas Everts über das innovative Omnichannel-Konzept.

Freut sich als

Branchenfremder auf

die Herausforderungen

des Möbelhandels:

Regionalleiter

Nicholas Everts.

Normalerweise befindet sich

Möbelhandel im konsumigen

Segment eher auf der grünen

Wiese. Aber was ist in Zeiten des

E-Commerce noch normal? „So

weiter zu machen, wie bisher und

ausschließlich auf den stationären

Handel zu setzen, kann die Lösung

allein nicht sein“, waren die Überlegungen

bei Hardeck. Als logische

Konsequenz auf das veränderte Verbraucherverhalten

installierte das

Begros-Mitglied mit bis dato vier

Großflächen in Bochum, Bramsche,

Hilden und Bösensell deshalb 2018

selbst einen Onlineshop. Im Vergleich

zu anderen Branchen sicherlich

spät, im direkten Vergleich mit

Mitbewerbern durchaus auf der

Höhe der Zeit und manchem sogar

voraus. Geschäftsführer Dirk Hardeck

begründet den Zeitverzug mit

anderen Baustellen in der Unternehmensgruppe,

womit die diversen

Übernahmen von Staas (Bramsche

und Bösensell) und Vonnahme

(Hilden) gemeint sind, die Integrationsarbeit

erforderten, die nicht

mal eben nebenbei geleistet werden

kann. Mehr dazu im Interview auf

S. 28

Dass der E-Commerce noch viel

Potenzial für Hardeck birgt, zeigen

die zweistelligen Wachstumsraten

Jahr für Jahr. Doch damit allein

wollte sich das Unternehmen nicht

zufrieden geben, sondern suchte

auch stationär nach Veränderung

und entwickelte das Konzept des

26 möbel kultur 7/8/2021


Die Eröffnungskampagne war breit

angelegt. Im Store überraschen immer

wieder runde Deckenabhänger, Bodenaufkleber

oder auch eine Selfie-Box.

neuen City-Stores. Dass dieser ausgerechnet

in Hamburg eröffnet

wurde, kommt nicht von ungefähr.

Eine Metropole sollte es sein mit

einem wirklich guten Standort. Die

Wahl fiel auf den Gänsemarkt in

der Hansestadt, nur einen Steinwurf

von der Alster und der noblen Einkaufsmeile

„Neuer Wall“ entfernt.

„Zu der Wahl beigetragen hat auch,

dass aus Hamburg bereits viele User

im Onlineshop unterwegs waren“,

erzählt Regionalleiter Nicholas

Everts.

Bemerkenswerterweise hat es die

Marke Hardeck mit ihrer bundesweiten

TV-Werbung und Onlinepräsenz

bereits vor dem Start in Hamburg

auf eine Bekanntheit (ungestützt)

von fünf Prozent dort gebracht.

Die immensen Investitionen in

die Handelsmarke tragen Früchte.

Dank der zahlreichen Aktivitäten

rund um die Neueröffnung auf allen

Kanälen (Print, Radio, City-Lights,

Social Media) konnte dieser Wert

in den vergangenen neun Monaten

auf beachtliche zehn Prozent verdoppelt

werden. Dass diesbezüglich

noch mehr drin ist, steht für

Nicholas Everts außer Frage. „Zwar

könnte die Frequenz noch besser

sein, was allerdings auch etwas der

Pandemie-bedingten Zurückhaltung

derzeit geschuldet ist, doch mit den

Umsätzen sind wir zufrieden und

auch die Resonanz der Kunden fällt

sehr positiv aus“, so das Feedback

nach dem Start.

Und das hat seine Gründe. Großzügig,

transparent und einladend

wirkt die Ausstellung auf zwei Etagen.

Obwohl diese nur 1.500 qm

misst, entsteht keinesfalls das Gefühl

eines begrenzten Sortiments, eher

der Eindruck einer ausgewählten

Kollektion. Zudem kann alles, was

vor Ort nicht präsent ist, über den

Onlineshop bestellt werden. Ein

3D-Rundgang durch die Ausstellung

steht im übrigen ebenso online zur

Verfügung. „Wir verbinden stationär

und digital, so wie es die Textiloder

Beauty-Branche praktizieren“,

erklärt Nicholas Everts, der reichlich

Erfahrungen auf diesem Gebiet u. a.

bei Douglas oder Peek & Cloppenburg

sammeln konnte und deshalb

über viel Know-how verfügt, um

das moderne Omnichannel-Konzept

nach vorne zu bringen.

Eine Frage der Perspektive ist

genauso die Vermarktungsphilosophie:

„Wir verkaufen keine Möbel,

sondern Einrichten.“ Dementsprechend

wirkt der Ladenbau, der von

Umdasch The Store Makers konzipiert

und von Schleifenbaum Design

& Project realisiert wurde, leicht

und inspirierend. Zu den Highlights

gehören die sogenannten Frames

in strahlendem CI-Gelb, in denen

Einrichtungsideen eine besondere

Bühne bekommen. Hinzu kommen

zahlreiche Inszenierungen vor farbigen

Wänden, die den urbanen Vorschlägen

einen modischen und – die

wichtige Zielgruppe der Frauen vor

Wir wollen beim

Thema Einrichten der

beste Freund des

Kunden sein.

Nicholas Everts

Augen – bewusst femininen Touch

verleihen. Während im Erdgeschoss

das Thema Wohnen gezeigt wird,

lockt die erste Etage mit Schlafen,

Küchen und Speisen. Ein Regal

mit Stühlen, das sich durch beide

Stockwerke zieht, lenkt die Besucher

optisch nach oben.

Direkt im Eingangsbereich

soll auf Dauer ein kleines Bistro

die Gäste einladen, Speisen und

Getränke zu genießen, was zurzeit

aufgrund von Corona noch nicht

rentabel umsetzbar ist. Dafür gibt es

gegenüber schicke Polstermöbel im

Retrolook vor einem meterlangen,

deckenhohen Regal, in dem Wohnaccessoires

sowie Porzellan- und

Glas-Artikel nur darauf warten, mitgenommen

zu werden.

Beim Schlendern durchs Haus

wird das Publikum unweigerlich

auf digitale Touchpoints gestoßen,

wie Planungstische, Bildschirme

oder auch die Selfie-Box, in der

Kund:innen Fotos machen können,

die nach dem Post Gewinnchancen

auf einen Warengutschein

bieten. Darüber hinaus ist jeder

Mitarbeiter mit einem Tablet ausgestattet,

um Produkte, die nicht

FACTS

❯❯

Hardeck Möbel GmbH & Co. KG,

Werner Hellweg 2-30, 44803 Bochum

❯❯

Geschäftsführer: Karl-Ernst Hardeck,

Dirk Hardeck

❯❯

Umsatz 2020 geschätzt:

320 Mio. Euro

❯❯

Verband: Begros

❯❯

Standorte: Bochum (56.000 qm),

Bramsche (34.000 qm), Hilden

(36.000 qm), Bösensell (36.000 qm),

Hamburg (1.500 qm)

❯❯

Konzept Hamburg: Moderne, urbane

Ausstellung mit Omnichannel-Ansatz

❯❯

Ladenbau: Umdasch The Store

Makers (Planung), Schleifenbaum

Design & Project (Realisation)

❯❯

Onlineshop: seit 2018

❯❯

Technische Features:

3D-Online-Rundgang durch das Haus,

Planungstische und -terminals,

Beratung mit Tablets

www.hardeck.de

7/8/2021 möbel kultur 27


HANDEL/EHI-MÖBELREPORT

Illustration: Sale vector created by stories - www.freepik.com

Stationär

treibt

online an

Mit einem Plus von 1,2 Prozent

gegenüber 2019 kletterte der

Umsatz mit Möbeln hierzulande im

vergangenen Jahr auf 35,36 Mrd.

Euro. Drei Viertel davon konnte

der Möbelfachhandel generieren,

wie der aktuelle EHI-Möbelreport,

den der Mittelstandsverbund ZGV

in Auftrag gegeben hat, zeigt.

Starken Rückenwind erhielt

erneut der E-Commerce, der –

angetrieben von den stationären

Händlern – weiter zulegte. Wie

hoch das Wachstum ist und

weitere wichtige Ergebnisse des

Reports lesen Sie exklusiv in der

„möbel kultur“.

32 möbel kultur 7/8/2021


Das Corona-Jahr 2020 war für

den deutschen Möbelhandel

von Höhen und Tiefen

geprägt. Der sich verstärkende

Cocooning-Trend und mehrwöchige

Geschäftsschließungen sorgten

für ein Auf und Ab. Gleichwohl

konnte ein Umsatz mit Möbeln

in Höhe von 35,36 Mrd. Euro

erzielt werden. Laut dem aktuellen

EHI-Möbelreport im Auftrag des

Mittel standsverbundes ZGV entfielen

davon 32,41 Mrd. Euro auf den

privaten und 2,95 Mrd. Euro auf den

gewerblichen Verbrauch. Verglichen

mit 2019 wurde damit insgesamt

ein Zuwachs von 1,2 Prozent verzeichnet.

Gleichzeitig schnitt der

Möbelhandel etwas schlechter ab,

als der gesamte Einzelhandel, der

laut Handelsverband Deutschland

(HDE) ein Plus von 2,5 Prozent aufzeigte.

„Grund für das geringere

Wachstum des Möbelhandels war

die coronabedingte, mehrwöchige

Schließung der stationären Häuser“,

erläutert Dr. Marc Zgaga, Geschäftsführer

des Mittelstandsverbundes

ZGV. „Die Schließung erfolgte in

den Monaten März/April sowie ab

dem 16. Dezember 2020. Die Verluste

im Möbelhandel wurden vom

Statistischen Bundesamt im März

2020 auf rund 30 Prozent und im

April auf rund 40 Prozent im Vergleich

zum entsprechenden Monat

im Vorjahr beziffert.“

Gut drei Viertel des Umsatzes

(26,05 Mrd. Euro) geht traditionell

auf das Konto des Möbelfachhandels,

der seine wichtige Bedeutung

als Absatzkanal auch in Krisenzeiten

untermauert. Unternehmen, die

Einkaufsverbänden angeschlossen

sind, erzielten den Angaben zufolge

etwas mehr als 20 Mrd. Euro. Das

entspricht einem Marktanteil von

57 Prozent, 1,5 Prozent weniger

als 2019. Auf den verbandsunabhängigen

Facheinzelhandel entfielen

5,88 Mrd. Euro. Er nimmt damit

einen Marktanteil von 16,6 Prozent

ein. Das übrige Viertel wird

von branchenfremden Anbietern,

Direktabsatz und dem Großhandel

erzielt. Sie setzten 2020 Möbel

im Wert von 9,31 Mrd. Euro um.

Gewinner unter den branchenfremden

Anbietern bleiben die Versender,

vor allem der Onlinehandel. Während

der Lockdowns bestellten die

Verbraucher:innen die Einrichtung

im Internet, so dass der Onlineanteil

der Möbelumsätze von 10,1

Prozent auf 11,5 Prozent nach oben

Die Distribution von Möbeln 2020

Darstellung der Warenbewegung

2,8 %

Inlandsmarktversorgung (zu Herstellerabgabepreisen): 20.146 Mio. €

2,6 % 1,4 % 39,3 % 56,7 %

Großhandel

85 %

Objektgeschäft

Quelle: EHI Möbelreport 2020, Grafik: möbel kultur

15 %

0,2 %

DIY-

Märkte

40,8 %

Einkaufskooperationen des Möbelhandels

Büro-

FH

100 %

59,0 %

Einzelhandel gesamt

Versand Handel

(inkl. Online)

Möbel-

FEH

Sonstige

Anbieter

1,2 % 3,3 % 4,7 % 11,5 % 73,6 % 2,9 %

Marktvolumen (zu Endverbraucherpreisen): 35.360 Mio. €

davon privater Verbrauch: 32.410 Mio. €

davon gewerblicher Bedarf: 2.950 Mio. €

Die Distribution von Möbeln an den Endabnehmer 2020

Umsatz in Mrd. Euro Marktanteil in Prozent

Versandhandel inkl. Online-Pure-Player 1,2 3,17 3,54 4,07

9,3 10,1 11,5

2018 2019 2020 2018 2019 2020

Kooperierender Möbelfacheinzelhandel 20,23 20,47 20,17

59,2 58,6 57,0

Verbandsunabhäniger Möbelfachhandel 5,50 5,65 5,88

16,1 16,2 16,6

Fachhandel insgesamt 25,73 26,12 26,5

75,3 74,8 73,6

BBO/PBS-Fachhandel 1,87 1,87 1,66

5,5 5,4 4,7

Bau-, Heimwerker-, Gartenmärkte

Sonstige

Direktabsatz/Handwerk

Möbelgroßhandel

1,02 1,03

0,91 0,94

1,00 1,02

0,44 0,43

Insgesamt 34,14 34,95 35,36

100 100 100

davon an: Gewerbliche Kunden

2,97 2,96 2,95

- - -

davon an: Private Kunden

31,17 31,99 32,41

- - -

1,16

1,02

0,98

0,42

Quelle: EHI Möbelreport 2020, Grafik: möbel kultur

1

Umsatz in diesem Fall einschl. Fachsortimente 2 Wie bereits in den vergangenen Jahren, weist der

Versandhandel (hier speziell der Onlinehandel) mit mehr als 10 % gegenüber dem Vorjahr einen

überdurchschnittlichen Zuwachs auf. Der Fachhandel behält weiterhin seine hohe Bedeutung als

Absatzkanal und entwickelt sich immer mehr zum Dienstleistungs- und Serviceunternehmen, das

nicht nur Möbel verkauft, sondern den Kunden beim Arbeiten begleitet.

3,0 2,9

2,7 2,7

2,9 2,9

1,3 1,2

3,3

2,9

2,8

1,2

7/8/2021 möbel kultur 33


KÜCHE/MHK LOGISTIK

Qualitäts-

push mit

Mann & Maus

Schneller, besser, zukunftsorientierter: Mit diesen Attributen zeigt jetzt

die MHK Logistik GmbH nach intensiven Praxistest, was sie kann. In

Boom- Zeiten mit akutem Fachkräftemangel kommt der Verbandsservice

mit Zwischenlager und bislang 50 Montageteams gerade recht. Doch

die Initiative will mehr als nur eine Notlösung sein, sondern setzt auf

handfeste Qualitätsvorteile und durchgängige Prozessoptimierung mit

digitalen Mitteln. Wie sich das Logistik-Konzept zum skalierbaren Zukunftsmodell

entwickelt, erläuterten MHK-Vorstand Dr. Olaf Hoppelshäuser und

Mitgeschäftsführer Stefan Scheuermann vor Ort in Dietzenbach.

Noch entscheidender als der

Verkauf ist heute die Serviceleistung

für Erfolg und Misserfolg

im Küchenhandel. Mit dieser

Überzeugung wurden schon viele

Weichen in der MHK Group gestellt.

Und so steht auch die Verbundtochter

MHK Logistik für einen wesentlichen

Baustein im Strategiekonzept, wie

Dr. Olaf Hoppelshäuser beim Redaktionsbesuch

am Standort Dietzenbach

betont. Gerade jetzt, zu einer Zeit,

in der die Küchennachfrage boomt,

wird der Mangel an Monteuren umso

brisanter und oft müssen Aufträge

monatelang geschoben werden.

„Mindestens ein Drittel der Küchenhändler

bräuchte mehr Personalkapazitäten,“

stellt dazu Geschäftsführer

Stefan Scheuermann fest. Und weil

der Nachwuchs in der Branche fehlt,

werde der Engpass in absehbarer Zeit

noch drastischer.

Ein bekanntes Problem, das die

MHK schon seit einigen Jahren

beschäftigt und gefördert durch

den verstorbenen Verbandschef

Hans Strothoff zur Umsetzung

einer eigenen Lösung führte. Dabei

kam die Option zu Hilfe, dass 2017

der Logistikdienstleister KMS übernommen

werden konnte. „So mussten

wir nicht bei Null anfangen,“

erzählt Hoppelshäuser. Auch wenn

noch jede Menge verändert und neu

initiiert wurde, bevor und nachdem

die MHK Logistik GmbH 2019

gegründet wurde, und in diesem

Jahr der offizielle Rollout erfolgte.

Weil sich verstärkt Bedarf nach

Unterstützung zeigte, ist der Verband

langsam in das Thema hineingewachsen

und wurde das

Geschäftsmodell immer weiter professionalisiert.

„Wir mussten zuerst

die Anforderungen für die unterschiedlichen

Systemwelten lösen,

von den Reddy-Häusern über die

Musterhaus Küchen Fachgeschäfte

bis zu den größeren Magnet-

Filialisten, und Abläufe unter realen

Bedingungen üben,“ berichtet

46 möbel kultur 7/8/2021


Hoppelshäuser. Außerdem hieß es

auch für die MHK-Tochter, das entsprechende

Personal zu finden und

zu qualifizieren.

Rund 100 Mitarbeiter:innen sind

es heute, die Logistik und Montage

im Auftrag der angeschlossenen

Vertragspartner abwickeln – nicht

nur für Mitglieder des eigenen Verbandes,

sondern auch für andere

Händler und einige Hersteller. Am

Firmensitz in Dietzenbach, unweit

der MHK-Zentrale in Dreieich,

steht dafür eine 7.500 qm große

Halle zur Verfügung, seit März kam

der zweite Standort in Mönchengladbach

mit 600 qm Hallenfläche

dazu. Das Kerngebiet umfasst rund

50 km im Umkreis, aber das Ziel ist

die bundesweite Abdeckung, auch

durch weitere Standorte. Das Serviceportfolio

umfasst je nach Bedarf die

reine Einlagerung oder die komplette

Auslieferung und Montage beim

Kunden inklusive der Entsorgung

der Altküche. In Jahresverträgen

werden die gewünschten Leistungen

definiert, aber berechnet wird

nur nach Aufwand – „zu Marktpreisen“,

wie es heißt. Neben Einzelaufträgen

wird das Objektgeschäft

immer wichtiger. Referenzen sind

der „Grand Tower“ in Frankfurt mit

190 Wohnungen oder die Düsseldorfer

„WinWin“-Türme.

Rund 300 bis 350 Küchen werden

inzwischen in Dietzenbach

für die weitere Abwicklung innerhalb

von durchschnittlich 4 bis 5

Wochen eingelagert. Die Nachfrage,

gerade nach dem Rollout in diesem

Jahr, stoße fast an die Kapazitätsgrenzen.

„Wir könnten noch viel

mehr machen“, erklären die beiden

Geschäftsführer. Doch wiederum

bremst das Personalproblem den

Elan aus. Dabei unternehme die

MHK Logistik wirklich alles, um

neue Kollegen zu finden. Neben

Mitarbeiter:innen mit Ausbildung

im Schreiner- und Elektrohandwerk

wird auch Quereinsteigern eine

Expertenwissen mal zwei: Geschäftsführer

Stefan Scheuermann (l.), seit Februar 2019 bei

MHK Logistik, verfügt über Handelserfahrung

(Möbel Kempf) und Kompetenz als Sachverständiger.

Dr. Olaf Hoppelshäuser (r.), seit

2017 MHK­ Vorstand, hat beim Polster- und

Kastenmöbel hersteller IMS auch

die Logistik verantwortet.

Chance gegeben, nach intensiver

Schulung und Einarbeitung. Rund

die Hälfte der Zwei-Mann-Teams

sind Subunternehmer. Für besondere

Problemfälle auf der Baustelle

sind die Montageleiter da. Für die

Wasser-/Elektro-Installation gibt es

Spezialisten mit entsprechendem

TÜV-Zertifikat. Auch vier Auszubildende

werden beschäftigt.

Sowohl bei der Manpower als

auch bei den Abläufen ist Qualität

das A und O, wie die beiden

MHK-Logistik-Chefs immer wieder

betonen. Denn Reklamationen

schaden bekanntlich nicht nur dem

Image, sondern kosten im Streitfall

viel Geld. Hier kann Stefan Scheuermann

als vereidigter Möbelsachverständiger

sein Knowhow einbringen.

Die gängige Erfahrung: „Im

Zweifelsfall will es keiner gewesen

sein.“ Dabei fangen die Probleme

oft schon bei der Planung an. Weshalb

die Software Carat entsprechende

Kontrollmechanismen eingebaut

hat. Trotzdem wird in der

„Königsklasse der Möbelplanung“

noch viel vergessen.

Davon ausgehend, dass jede zweite

Kommission mit Mängeln behaftet

ist, liegen diesen etwa zu 8 bis 10

Prozent Montagefehler zugrunde.

Deshalb ist eine möglichst genaue

Dokumentation kriegsentscheidend.

Eigens dafür wurde ein „agiles

Prozess tool“ entwickelt, das künftig

jeder Monteur via Tablet bedient. Die

ersten Einsätze laufen bereits, bis

Jahresende sind sie bei der MHK

Logistik Standard. Das übliche

Abnahmeprotokoll wird dabei zum

7/8/2021 möbel kultur 47


SCHLAFEN

ABK-Geschäftsführer

Thomas Fehr (l.) und Jens

Hölper freuen sich auf

die Zusammenarbeit der

beiden Verbände.

10. ABK Open in Halle

Komfortabel

& nachhaltig

114 Aussteller nutzten die Gelegenheit, bei der

ABK Open neue Produkte für die Saison 2022 zu

zeigen. Mit strengen Hygienevorschriften konnte

die Messe vom 29. Juni bis 1. Juli erfolgreich im

OWL Event Center in Halle (Westfalen) über die

Bühne gebracht werden. Die „möbel kultur“

war vor Ort, um sich ein Bild zu machen.

Endlich wieder Messe! Die

Freude darüber war während

der ABK Open in Halle sowohl

bei den Ausstellern als auch bei den

Besuchern spürbar. Und so nahm

auch jeder, der noch nicht vollständig

geimpft oder Covid-19- genesen war,

den vorherigen obligatorischen Test

gerne in Kauf. Die 10. Ordermesse

für Schlaf- und Wohnkultur nutzten

114 Aussteller aus den Bereichen

Möbel, Matratzen, Schlafsysteme,

Bettwaren, Bettwäsche, Heim- und

Haustextilien, um ihre Neuheiten

für die Saison 2022 vorzustellen. Im

Fokus standen dabei vor allem die

Themen Schlafkomfort mit Funktionen

sowie Ergonomie, Nachhaltigkeit

und Individualität.

So hatten beispielsweise Stiegelmeyer

und Rummel Konzepte im

Gepäck, die Komfortbetten mit zahlreichen

Funktionen für ein selbstbestimmtes

Leben zu Hause. Gerade

die Pandemie hat gezeigt, dass hier

ein Bedarf besteht, der vom beratungsaffinen

Fachhandel gedeckt

werden kann. Beim Thema Matratzen

definiert Svane „one fits all“

mit „IntelliGel“. Die individuelle

Anpassungsfähigkeit der Gelwabe

demonstrierte Heiko Böcker, Market

Manager Central Europe, indem er

sich richtig ins Zeug legte und sich

zum Test auf die Matratze fallen ließ.

Das darauf platzierte rohe Ei blieb

unversehrt.

Gesundheit und Wellness stehen

darüber hinaus auf dem Programm

der Bettwarenanbieter. So präsentierte

Centa-Star neben „Regeneration“,

eine Bettdecke, unter der sich

die Muskeln nachweislich besser

erholen, auch 100 Prozent vegane

Kissen und Decken.

Im Segment der Bettwäsche

haben Natur-Dessins Hochkonjunktur.

Sowohl bei den Materialien als

auch bei der Verarbeitung geht ohne

den Blick auf den ökologischen

Fußabdruck nichts mehr. Schlafgut

konnte deshalb bereits das zur

Heimtextil 2020 vorgestellte Verpackungskonzept

aus recycelter Pappe

58 möbel kultur 7/8/2021


Für die

Wintersaison

hatte Sebastian

Ihling,

Geschäftsführer

Apelt,

ein Chaletthema

mit

Naturmotiven

dabei.

„Suite

eMotion“ von

Stiegelmeyer

bietet Schlafkomfort

auf

höchstem

Niveau.

Neue Bügel

zum Aufhängen

der

Spannbettlaken

ergänzen

den

POS-Auftritt

von Schlafgut.

Funktionen

waren ein

starkes

Thema bei

Rummel.

Estella-Geschäftsführer Daniel Heuser präsentiert

„Natürlich Estella“ in der trendigen

Stoffverpackung.

bestens platzieren, zumal die Farbrange

keine Wünsche offen lässt.

Estella nutzt einen Stoffbeutel im

Dessin der Gots-zertifizierten Kollektion

„Natürlich Estella“.

Obwohl das Jahr bisher für die

Industrie aufgrund der Corona-bedingten

Schließungen im Handel

schwierig war, zeigten sich die meisten

Aussteller dennoch optimistisch.

Der Grund dafür: ein florierendes

Onlinegeschäft und Click-and-Meet-

Umsätze der Bettenfachgeschäfte

sowie ein weiterhin hohes Interesse

der Endverbraucher am Thema

Einrichten.

Auf der Veranstaltung des ABK-

Verbands konnte Geschäftsführer

Thomas Fehr auch Garant-Geschäftsführer

Jens Hölper begrüßen. Am

Vorabend der Messe hatten die

beiden Verbundgruppen ihre

Koopera tion bekannt gegeben. Ein

entsprechender Letter of Intent ist

bereits unterzeichnet worden. Auf

der ABK-Cheftagung Ende September

soll der Gesellschafterbeschluss

zum Kooperationsvertrag erfolgen.

Damit kann die operative Zusammenarbeit

planmäßig am 1. Januar

2022 beginnen. Für die Folgejahre

ist eine schrittweise Intensivierung

der Partnerschaft vorgesehen.

„Wir werden das Ganze in Ruhe

angehen und uns Zeit nehmen,

alle Gesellschafter in den nächsten

Wochen zu informieren“, sagte

Thomas Fehr. Und Jens Hölper

ergänzte: „Viele Händler kennen sich

schon untereinander.“ Beide betonten

die Vorteile, von den jeweiligen

Kompetenzen des anderen profitieren

zu können. Während die 60

ABK-Fachhändler mit 80 Standorten

stark in der Vermarktung von Bettwaren-

sowie Heimtextilien seien,

bringen die 190 Garant Gutes Schlafen-Händler

mit 210 Outlets starke

Möbelkompetenz mit. Aber auch im

Matratzen- und Schlafsysteme-Segment

könne die Bündelung nur Vorteile

bringen. Mehr zur Kooperation

unter www.moebelkultur.de.

RITA BREER

Dank

„IntellliGel“

von Svane

zerbricht

das rohes Ei

nicht, obwohl

sich Heiko

Böcker auf

die Matratze

fallen lässt.

Seit 2015

klimaneutral:

In Casa.

Kernbuche und

Wildeiche sind

derzeit besonders

gefragt.

7/8/2021 möbel kultur 59


SCHLAFEN

2020 war unser bestes

Jahr überhaupt, und 2021

hat noch besser begonnen.

Hästens-CEO Jan Ryde leitet das

Unternehmen in fünfter Generation.

Hästens: Mit Hochwert auf Erfolgkurs

Enormes Wachstum

in den Top-Märkten

In aufwendiger Handarbeit stellt Hästens seit fast 170 Jahren seine hochwertigen

Boxspringbetten her. Dabei wird Gleichberechtigung in der Fertigung großgeschrieben.

Das Team begegnet sich auf Augenhöhe, ohne Hierarchien. Entsprechend muss sich

der Hersteller um das Thema Fachkräftemangel keine Sorgen machen. Ebenso wenig

wie um die wirtschaftliche Entwicklung, die im Corona-Jahr nochmals an Fahrt

aufnahm, wie CEO Jan Ryde im Interview mit der „möbel kultur“ verrät.

62 möbel kultur 7/8/2021


möbel kultur: Herr Ryde, die Möbelbranche

hat durch die Corona-Pandemie viele

Höhen und Tiefen durchlebt. Wie ist das

Jahr 2020 für Sie gelaufen und wie war

der Start ins Jahr 2021?

Jan Ryde: 2020 war unser bestes Jahr

überhaupt – und 2021 hat noch

besser begonnen. Wir befinden uns

in Bezug auf unsere Produkte in

einem ganz besonderen Segment.

In einer Welt, in der die Menschen

ein besseres Leben haben wollen

– gesünder, liebevoller, freundlicher

und friedvoller leben, um

ihr Immunsystem zu stärken –

erkennen sie, dass unsere Betten

sie wirklich zufriedenstellen. Aus

diesem Grund verzeichnen wir in

unseren Top-Märkten ein Wachstum

von mehr als 100 Prozent.

natürlich auch Auswirkungen auf

die Qualitätsprodukte. Wir haben

eine bevorstehende Preiserhöhung

im Oktober.

möbel kultur: Die Produktion Ihrer Betten

erfolgt in aufwendiger Handarbeit. Ist der

Fachkräftemangel ein Thema in Ihrem

Unternehmen?

Jan Ryde: Wir haben große Erfahrung

im Wachstum des Unternehmens,

wir konnten in den vergangenen 30

Jahren enorm zulegen. Die Wachstumsrate,

die wir jetzt erleben, entspricht

unserer üblichen Art und

Weise.

Wir bilden stetig Leute aus, um

sicherzustellen, dass die Handwerkskunst

von unseren Meistern

weitergegeben wird, um ständig

Pferdehaar (o.) ist eines der

wichtigsten Bestandteile in

den Hästens-Matratzen und

wird in drei von vier Modellen

eingesetzt. Per Hand

wird es gleichmäßig auf der

Schlafunterlage verteilt.

Unten: „Grand Vividus“

zählt zu den hochwertigsten

Betten der Welt.

möbel kultur: Materialengpässe und

steigende Rohstoffpreise machen den

Herstellern das Leben aktuell schwer.

Wie stark sind Sie davon betroffen und wie

gehen Sie mit der Situation um?

Jan Ryde: Aufgrund unserer engen

Beziehung zu Lieferanten, mit denen

wir seit Generationen zusammenarbeiten,

sind wir nur sehr geringfügig

betroffen. Jedes einzelne Material,

das in unsere Produkte eingeht, ist

im absolut höchstmöglichen Qualitätsbereich,

es gibt sehr wenige

Störungen im System, was es uns

leicht macht, weiterhin alles so zu

beziehen, wie wir es wollen. Wenn

es auf den Märkten zu allgemeinen

Preiserhöhungen kommt, hat das

Neues zu schaffen. Wir haben Generationen

derselben Familien, die in

unserer Produktion arbeiten und

ihre Kenntnisse teilen.

möbel kultur: In der Hästens Produktion

arbeiten Sie in einem Team von Gleichberechtigten,

ohne Hierarchien. Wie sind

Sie auf diese Idee gekommen und welche

Erfahrungen machen Sie damit?

Jan Ryde: Ich denke, das ist eine übliche

Arbeitsweise in Schweden. Wir haben

eine flache Organisation, in der wir

jede Person so behandeln, wie wir

selbst behandelt werden möchten.

Wir lieben, pflegen und respektieren

uns gegenseitig, als wären wir alle Teil

einer Familie.

Deutschland hat sich

in den vergangenen Jahren

kontinuierlich und sehr

positiv entwickelt.

7/8/2021 möbel kultur 63


SCHLAFEN

Im modernen Design

überzeugt das „my-

Nap“-Boxspring-Bett

die jüngeren Verbraucher:innnen.

Diese

können zwischen vier

Bezügen wählen.

Schlaraffia: Neue „myNap“-Kollektion

Eine einfache

Entscheidung

Für die jüngere Zielgruppe hat

Schlaraffia jetzt drei attraktive

Produkte im Preiseinstieg ge -

launcht: Ein modernes Boxspringbett

und zwei komfortable Matratzen bilden

die neue „myNap“-Kollektion,

die sich perfekt für den Einstieg in die

qualitativ anspruchsvolle Produktwelt

der Marke eignet. „Die Markteinführung

der ,myNap‘-Kollektion

bietet sowohl dem stationären Handel

als auch der wachsenden E-Commerce

Sparte attraktive Vorteile. Die

reduzierten Auswahlmöglichkeiten

in Kombination mit einem attraktiven

Preis bei gewohnter Schlaraffia

Premium-Qualität unterstützt vor

allem schnell Entschlossene bei ihrer

Kaufentscheidung“, erklärt Henning

Kantner, Commercial Director Bedding

bei Schlaraffia.

Herzstück der Kollektion ist das

„myNap“-Boxspringbett, das in zwei

Größen erhältlich ist. Um bei der

Kaufentscheidung eine größtmögliche

Unterstützung zu bieten, bilden

ein komfortables Kopfteil, eine Box

aus Echtholz und eine „myNap“-

Taschenfederkern Matratze mit

Topper-Effekt die Basis des Möbels.

Kund:innen müssen nur noch aus

vier verschiedenen Stoffen wählen –

oder sie nehmen gleich mehrere,

denn die Bezüge sind abnehmbar,

können nachgekauft und nach Lust

und Laune ausgewechselt werden.

Eine schnelle Entscheidung lässt

sich auch bei den „myNap“-Matratzen

treffen. Als qualitativ anspruchsvolle

Modelle verfügen sowohl die

Taschenfederkern- als auch die

Schaum-Variante über eine vordefinierte

Härtestufe. Die Bezüge

sind Oeko-Tex zertifiziert und be -

stehen komplett aus recyclefähigem

Material. Als praktisches Rollpack

verpackt lassen sie sich nicht zuletzt

unkompliziert transportieren.

Daneben überzeugen auch die

inneren Werte der Matratzen: Dank

ihres innovativen Aufbaus gewährleisten

beide Modelle eine optimale

Körperstützung sowie die ergonomisch

wichtige Druckentlastung. Mit

ihrem atmungsaktiven Aufbau sorgen

sie zudem ganzjährig für ein optimales

Schlafklima. Das unabhängige

Ergo-Support Test-Center hat sich von

den sehr guten Leistungseigenschaften

der „myNap“-Kollektion bereits

überzeugen lassen und diese entsprechend

zertifiziert. Dabei haben

die Experten vor allem die ergonomischen

Liegeeigenschaften und die

Dauerhaltbarkeit der Matratzen unter

die Lupe genommen.

Zum Verkaufsstart unterstützt

Schlaraffia den Handel mit einer

umfangreichen Marketing-Aktion.

Unter dem Motto „Guter Schlaf kann

so einfach sein“ hat der Hersteller

ein emotionales POS-Paket geschnürt

und gleichzeitig eine groß angelegte

crossmedialen Werbekampagne

gestartet, die gerade jüngere Verbraucher:innen

neugierig macht.

www.schlaraffia.de

66 möbel kultur 7/8/2021


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HAUSMESSE SÜD

Hausmesse Süd 2021

Spritzige Möbelideen

Zum 40-jährigen Bestehen lässt die Hausmesse Süd die Korken knallen mit einer Fülle an

neuen Ideen und Konzepten für die nächste Möbel-Saison. Im Vorfeld der Veranstaltung, die

vom 27. September bis 1. Oktober stattfindet, wollte die „möbel kultur“ von den sechs

Teilnehmern wissen, wie die Geschäfte aktuell laufen, wie stark sie von Lieferengpässen

betroffen sind und mit welchen Highlights sie die Besucher überraschen werden.

Illustration: VoodooDot / Julia-art / shutterstock.com

72 möbel kultur 7/8/2021

Rolf Benz

3D-Konfigurator ausbauen

Für Rolf Benz lief es 2021 bisher sehr positiv. Vor allem das Exportgeschäft

verzeichnet hohe Wachstumsraten gegenüber dem Vorjahr.

„Das Thema Einrichten hatte auch im ersten Halbjahr 2021 einen

sehr hohen Stellenwert bei den Endkunden: Wir konnten sowohl für

Deutschland als auch für den Export im Vorjahresvergleich deutlich

mehr Besucher auf unserer Website registrieren“, sagt Jens Kittel,

Brand Manager. „Dabei wird vor allem auch der neue 3D-Konfigurator

mit Augmented Reality Funktion auf unserer Website sehr gut angenommen.“

Aus diesem Grund werden die digitalen Tools, wie dieser

3D-Konfigurator, weiter ausgebaut. Zudem soll zur Hausmesse Süd

die Kollektion „Dining“ mit innovativen Stühlen und Tischen weiter

gestärkt werden. Für die Marke Rolf Benz gibt es darüber hinaus ein

umfangreiches, organisches Sofaprogramm. www.rolf-benz.com

Die Korken knallen lassen bedeutet

für die Teilnehmer der Hausmesse

Süd in erster Linie, die Besucher mit

jeder Menge Neuheiten, vor allem in

den Bereichen Wohnen, Schlafen

und Polstermöbel, zu begeistern.

3S Frankenmöbel

Premiere im Süden

Erstmals Teilnehmer der Hausmesse Süd ist 3S

Frankenmöbel. Der Massivholzmöbelspezialist aus

Unterhaid ergänzt das Produktportfolio der Marketinggemeinschaft

mit seinem vielfältigen Sortiment aus

den Bereichen Wohnen und Speisen, Schlafen, Babyzimmer, Garderoben und

Solitärmöbel. Dabei zeigt sich das Familienunternehmen mit dem ersten

Halbjahr 2021 sehr zufrieden. Der stationäre Handel stagnierte zwar, aber

der E-Commerce brachte erfreuliche Zuwächse. Doch auch 3S Frankenmöbel

macht sich Sorgen wegen der Lieferengpässe aufgrund der fehlenden

Rohstoffe – die wiederum zu Preissteigerungen führen. Gleichwohl wird

es zur Herbstmesse insbesondere Neuheiten in den Segmenten Wohnen,

Speisen und Schlafen zu sehen geben. Nachhaltigkeit ist zudem ein großes

Thema bei dem 2005 gegründeten Unternehmen. Zum einen konnte der

CO2-Verbrauch zuletzt deutlich gesenkt werden, zum anderen unterstützt

der Produzent die Waldaufforstung. Und seit diesem Sommer ist 3S Frankenmöbel

klimaneutral. www.3s-frankenmoebel.de

Gwinner

Innovation für neue Zielgruppen

Die Situation im Auftragseingang war stark von der Lockdown-Situation der

jeweiligen Länder abhängig. Aktuell ist es noch schwer einzuschätzen, inwieweit

der Nachfrageeinbruch durch Nachholeffekte im 2. Halbjahr kompensiert

werden könnte, ebenso die grundsätzliche Entwicklung der Konsumgüterkonjunktur“,

schätzt Tamara Gwinner, Brand Management, die Situation ein. Das

Interesse der Endkunden sei weiter vorhanden, „allerdings gehen wir davon

aus, dass Budgets wieder stärker in andere Bereiche, wie die Reiseplanung oder

Freizeitgestaltung, fließen werden. Dementsprechend rechnen wir auch mit einem

geringeren Nachholeffekt im zweiten Halbjahr 2021, als es 2020 der Fall war.“

Wie die meisten Unternehmen der Branche ist auch Gwinner von Lieferengpässen

und Preiserhöhungen betroffen. Das Problem der Materialverfügbarkeit

verschärfe sich zunehmend. Größere Produktionseinschränkungen aufgrund von

Engpässen hatte das Unternehmen aber bisher glücklicherweise nicht. Für die

Hausmesse Süd steht bei Gwinner der Ausbau der Planungsware auf der Agenda

sowie mit einer exklusiven Modellinnovation die Erschließung neuer Zielgruppen.

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Konzept „Schnelllieferprogramm“. „Mit verkürzten

Lieferzeiten stellen wir hierzu einige Artikel vor und bauen diesen Bereich

weiter aus. Auch das Thema Gwinner Markenstudio wird gemeinsam mit der

5-Jahres- Garantie präsentiert.“ www.gwinner.de


40 Jahre Hausmesse Süd.

Wenn das nicht ein Grund zum

Feiern ist. Im Jubiläumsjahr

öffnen die Showrooms vom

27. September bis 1. Oktober.

Himolla

„Mission Transformation“

Nach der Wiedereröffnung des deutschen Handels spüren wir einen

deutlichen Anstieg der Nachfrage. Im Export läuft das Geschäft

mit unserer Kernkompetenz – dem guten und innovativen Produkt – in

der ersten Monaten des Jahres bereits wieder über dem Niveau der

Vor-Pandemiezeit. Daher können wir durchaus mit der aktuellen

Geschäftsentwicklung zufrieden sein“, sagt Tamara Härty, Chefdesign/

Head of Product and Marketing. „Besonders stolz sind wir, dass der

eingeschlagene Kurs der Erneuerung und Transformation auch über die Pandemie

hinweg greift und die Modelle sehr gut ankommen.“ Auf etwaige Materialengpässe

hat sich Himolla frühzeitig eingestellt. „Schließlich ist es nicht das erste Mal,

dass Teile vielleicht etwas erhöhte Lieferzeiten haben können. Die Materialpreise

ent wickeln sich weiter nach oben, hier ist leider keine Entspannung zu sehen.“ Integraler

Bestandteil der Himolla Unternehmensstrategie sei die kontinuierliche Verbesserung

der Produkte, der Marke in allen Ausprägungen, sowie des Unternehmens

selbst. „Unsere ,Mission Transformation‘ gibt ganz klar eine stetige Erneuerung der

gesamten Kollektion vor. So werden nicht nur neue Modelle entwickelt, sondern

auch bewährte Modelle überprüft, verbessert und aufgefrischt. Selbstverständlich

dürfen Besucher der Hausmesse Süd deshalb im Herbst aufregende Neuheiten

erwarten!“www.himolla.com

Paidi

Kombi-Künstler für Kids

Die Nachfrage der Endkunden nach einer ergonomischen Ausstattung

fürs Homeschooling ist 2021 unverändert hoch: „Paidi verzeichnet

gute Umsätze bei den Artikeln aus der Schoolworld, mit denen Kinder zu

Hause ergonomisch lernen und ihre Hausaufgaben erledigen können“, sagt

Geschäftsführer Roland Mayer. „Allgemein betrachtet stehen wir bei Paidi

2021 vor sehr großen Herausforderungen. Nach dem ersten Corona-Lockdown

vor einem Jahr haben Familien das eigene Zuhause verschönert,

aktuell erkennen wir diesen Trend beim Kindermöbelkauf nicht mehr in gleichem Maße.“

Glücklicherweise war das Unternehmen von Lieferengpässen nur vereinzelt betroffen.

„Durch weitsichtige Planungen konnten wir unseren Materialbedarf weitgehend sicherstellen.

Dennoch betreffen uns die massiven Preiserhöhungen beim Wareneinkauf in

der Möbelfertigung. In der aktuellen Situation sind wir dennoch zufrieden mit unseren

Geschäften und überzeugt, dass wir von Paidi die Bedürfnisse der Familien mit unseren

Programmen optimal bedienen können. Während der Hausmesse Süd werden u. a.

Neuheiten aus der Babyworld präsentiert. Für größere Kinder bieten wir unseren Kunden

mit dem ,Tiny House‘ ein wandelbares Traumhaus. Die kreideweißen ,Tiago‘-Betten sind

wahre Kombinationskünstler in der Kidsworld. In der Paidi Schoolworld zeigen wir mit

der ,Sitness‘-Technologie und unseren ergonomischen Lernplätzen, wie Hausaufgaben

erledigen und lernen im Kinderzimmer gesund und schön gestaltet werden kann.“

www.paidi.de

RUF I Betten

Neues Segment im Visier

Gemessen an der Schwere der Corona-Lockdown-Maßnahmen

sind wir mit der Gesamtentwicklung bis dato zufrieden – es hätte

schlimmer kommen können“, sagt CEO Heiner Goossens.

„Wenn unsere Handelspartner die Häuser öffnen durften,

haben die Endgebraucher ein sehr vitales Kaufverhalten

gezeigt. Das Interesse an Möbeln hält an, allerdings verzeichnen

wir derzeit nicht die Hype-Situation wie im letzten

Jahr nach dem Frühjahrslockdown. Die Branche muss also

weiterhin das Kulturgut Möbel attraktiv und kompetent

anbieten“ Auf die Frage nach Materialengpässen

antwortet Goossens: „Durch langjährige Lieferbeziehungen

ist es uns gelungen, die Materialversorgung

sicherzustellen. Wir hoffen, dass dies weiter anhält.

Dennoch darf ich feststellen, dass sich eine derart

dramatische Situation wie seit dem 2. Halbjahr 2020

noch nie dargestellt hat, insbesondere auch, was

die horrenden Preisanhebungen auf Material- und

Transportseite betrifft.“ Für die Saison 2021/22 will das

Unternehmen die Marke mit einer wesentlich fokussierteren

Zielgruppenansprache und zukunftsgerechten

Kommunika tionsinhalten neu präsentieren. „Neben

Produktneuheiten im Bereich Polster- und Boxspringbetten haben

wir eine Überraschung und bieten ein neuartiges Konzept in einem

für uns neuen Sortimentssegment. Und natürlich haben wir die Zeit

genutzt, um die Digitalisierung weiter voran zu treiben, insbesondere

im Bereich Furnplan und weiteren Konfigurationskonzepten. Im 95.

Lebensjahr wird RUF I Betten moderner sein denn je!“

www.ruf-betten.de

Foto: Guenter Albers / shutterstock.com

7/8/2021 möbel kultur 73


MADE IN GERMANY

Verbände der Holz- und Möbelindustrie

Lehrfabrik

kann kommen

Jetzt kann es losgehen: Mit der Unterzeichnung der

Gründungsurkunde ist der erste Meilenstein auf

dem Weg zur Lehrfabrik Möbel in Löhne erreicht.

Schon im Herbst dieses Jahres soll der Spatenstich

für den Bau folgen, damit die Einrichtung Ende 2022

ihren Betrieb aufnehmen kann.

Fotos: VHK Westfalen-Lippe e.V, Vogelsänger Studios / Linda Schöwerling

Am 8. Juli trafen sich die Teilnehmer

an der Gründungsveranstaltung der

„Lehrfabrik Möbelindustrie“ im Marta

in Herford.

Mehr zur Lehrfabrik gibt‘s im

Podcast mit Jan Kurth (VHK-

VDM), Markus Kamann (Bang)

und Doris Bauer, Redakteurin

der „möbelfertigung“.

Aufsicht auf die Lehrfabrik mit

Schulungsräumen im Obergeschoss

und den Maschinenstraßen der

Fertigung im Erdgeschoss.

Um einem möglichen Fachkräftemangel

in der Möbelbranche

entgegenzuwirken,

haben die Verbände der Holz- und

Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen

unter Federführung des VHK Westfalen-Lippe

(Herford) in den vergangenen

zwei Jahren ein ehrgeiziges

Projekt vorangetrieben: die Errichtung

einer gemeinsamen Lehrfabrik.

Diesem Ziel sind sie jetzt ein enormes

Stück näher gekommen. Mitte Juli

saßen Vertreter aus Industrie, Wirtschaft,

Verbänden und Kommunen

zusammen, um die neue Institution

als Genossenschaft zu gründen, Gremien

zu besetzen und ähnliches. Vor

Ort im Marta Herford waren u. a. Jan

Kurth (VHK-VDM), der Landrat des

Kreises Herford Jürgen Müller, der

Baudezernent und Allgemeine Vertreter

des Bürgermeisters der Stadt

Löhne Ulrich Niemeyer, Projektleiter

und Bang-Geschäftsführer Markus

Kamann sowie Andreas Wagner, Vorsitzender

VHK Westfalen-Lippe und

Geschäftsführer Rotpunkt Küchen,

um die Gründungsdokumente zu

unterzeichnen.

Als nächster Meilenstein steht der

Spatenstich auf der Agenda, der in

diesem Herbst erfolgen soll. Zentrums-

und bahnhofsnah ist in Löhne

ein zweistöckiger Neubau mit 2.800

qm Grundfläche geplant. Im Untergeschoss

wird auf 2.100 qm die

eigentliche Fabrik einziehen mit zwei

Produktionsstraßen – je eine für den

Mitnahme- und den Montagebereich.

Die übrigen 700 qm belegen Laborund

Seminarräume sowie Verwaltung.

Voraussichtlich ab dem vierten

Quartal 2022 werden eine Vielzahl

an Bildungsmodulen für sechs

Berufsbilder angeboten und jährlich

rund 200 Nachwuchskräfte und

Lehrlinge einschließlich Umschülern

erwartet. Das Einzugsgebiet umfasst

einen Radius von 200 Kilometern.

Unterkunftsmöglichkeiten bietet

u. a. ein Boardinghouse, das in der

Nähe entstehen soll. Die Kosten für

das Projekt belaufen sich auf rund

neun Mio. Euro. Die Gelder stammen

vom Land Nordrhein-Westfalen,

interessierten Unternehmen

und Sponsoren, den Gesellschaftern,

den Möbelverbänden, dem Netzwerks

„Bang“, dem Kreis Herford sowie

verschiedenen Kreditinstituten.

www.vhk-herford.de

76 möbel kultur 7/8/2021


Germania

Attraktive Programme

Von Ende September bis Ende des

Jahres veranstaltet Germania wieder

seine Showroom-Tage in Schlangen.

„Wir werden den Fokus in diesem Herbst

noch einmal stark auf Neuentwicklungen

für das Jahr 2022 legen. In Zusammenarbeit

mit unseren Handelspartnern

entwickeln wir neue Programme, um im

Mai die nächsten Showroom-Tage und im

September 2022 die nächste M.O.W. mit

bekannter Lieferfähigkeit zu bestreiten“,

sagt Geschäftsführer Christian Pauly (u.).

„Außerdem fokussieren wir uns immer

stärker auf die Themen Nachhaltigkeit und

Digitalisierung.“ www.mygermania.com

Dr. Wieselhuber & Partner, VDM und Verbände der Holz- und Möbelindustrie NRW

„Let‘s talk Möbel“ über Lean und Robotik

Ist die smarte Fabrik in der Möbelbranche schon Realität oder noch Zukunftsmusik?

Diese Frage diskutierten jüngst beim W&P-Digital-Format „Let´s talk Möbel“,

veranstaltet mit dem VDM und den Verbänden der Holz- und Möbelindustrie NRW,

rund 40 Entscheider:innen aus Hersteller-, Handels- oder Zuliefererunternehmen

mit namhaften Branchenvertretern. „Das vergangene Jahr hat gezeigt: Sichere

Lieferfähigkeit ist das Thema der Industrie! Denn Wartezeiten sind inzwischen ein

Killer für die Endkunden – und smarte Wertschöpfungsketten damit ein Muss für

Player, die wettbewerbsfähig aufgestellt sein wollen“, erklärte Gastgeber Dr. Timo

Renz, W&P Partner und Branchenkenner, einleitend. Jan Kurth, Geschäftsführer

des VDM und der Verbände der Holz- und Möbelindustrie, beurteilt die Perspektiven

und Chancen nach der dritten Welle durchaus positiv: „Ich glaube, dass wir an zwei

Ecken gewinnen können: im Inland durch den bleibenden Fokus auf das Thema

Einrichten und im Ausland aufgrund des riesigen Potenzials, was die Steigerung der

Exportquote angeht!“ Die Möbler selbst beurteilen ihre Produktionsstrukturen unterschiedlich.

Während Ulrich Bühler, Gruppenleitung Marketing & Vertrieb der Egger

Unternehmensgruppe, auf smarte, digitale Prozesse setzt, stellte Holger Hanhardt,

Geschäftsführer der Hartmann Möbelwerke, die als handwerklich geprägtes Unternehmen

mit Naturprodukten arbeiten, klar, dass die Themen Lean und Robotik in

der Produktion sicher nie höchste Priorität haben werden. www.wieselhuber.de

Cabinet

Das Wunschmotiv als Front

Bei der Gestaltung individueller Stauraum-Lösungen geht

Cabinet jetzt noch einen Schritt weiter. Verbraucher:innen

können bei der Gestaltung ihres Schrankes nicht nur zwischen

unterschiedlichen Farben oder Materialien wählen und das

Innensystem nach eigenen Vorlieben planen, es ist jetzt auch

möglich, mit „Cabiprint“ die Front persönlich zu gestalten. So

bringt die Kerpener Schrankmanufaktur jedes Wunschmotiv vom

Urlaubsfoto über eigene Zeichnungen bis zu Detailaufnahmen

auf das Möbel. Für die Realisierung mit „Cabiprint“ stehen

insgesamt drei verschiedene Oberflächen zur Auswahl: Für eine

elegante Wirkung wird das Wunschbild hinter Glas aufgebracht.

Eine besondere Haptik bietet der Druck auf Stoff. Wer es minimalistischer

mag, kann eine kratzfeste Folie mit einer klaren

Oberfläche und einer präziser Farbwiedergabe wählen.

www.cabinet.de

7/8/2021 möbel kultur 77


ZKZ 4937

7/8 I 2021

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Open Air

Die Trendsetter – von Sonnenschutz

über Easy Living bis zur Gartenküche

Foto: Doppler

SPECIAL

/// Kettler Home & Garden: Virtueller Showroom-Besuch /// Niehoff: Drei neue Stilwelten /// Gardiente:

Alle Infos zur Gartenmesse im September /// Doppler: Emotional und langlebig /// Schaffner: Ganz nah am

Kunden /// Weishäupl: Kooperation mit Rose Bikes /// W. Schillig: Jetzt auch mit Polstermöbeln für draußen


OUTDOOR

Foto: Cassina „Trampoline“, Design Patricia Urquiola. De Pasquale und Maffini Campain

Wohnzimmer

ohne Wände

Top-Themen

in diesem Outdoor-Special:

Open Air-Trendsetter:

Top für die Draußenzeit

Gardiente-Preview:

Projektleiterin Verena

Westpfahl im Interview

Weißhäupl und Rose Bikes:

„Perfect Match“

Showroom-Besuche:

Zu Gast bei Niehoff und Kettler

Schaffner AG:

Ganz nah am Kunden

ZUM TITEL

Doppler holt mit der „Alu-Wood“-Serie die

Emotion von Holzstockschirmen zurück. Durch

den Materialmix sind die Newcomer aber so

beständig und pflegeleicht wie Metallschirme.

Die Beziehung zum eigenen Zuhause – und hier momentan

besonders zu Balkon, Terrasse und Garten – hat

sich durch Corona nachhaltig verändert. Die gestiegene

Wertschätzung spiegelt sich im Budget für die Möblierung

und Ausstattung wider. Das sorgt auch im zweiten

Pandemie- Sommer für gute Stimmung auf Anbieterseite.

Und der Markt verspricht Potenzial. Sicher ein Grund für

den Einstieg von W. Schillig in den Outdoor bereich. Wie

Pilze schießen zudem Outdoorküchen anbieter aus der

Erde, weil Kochen und Feiern mit Familie und Freunden

angesagter Lifestyle ist. Vergleichbar mit den Open Air-

Wohnzimmern, deren Möbel so bequem und funktional

wie drinnen sein sollen, darf auch die Küche im Freien

gern mit Kühlschrank und Geschirrspüler ausgestattet

sein – hochwertige Grills sind ohnehin bereits Standard.

Und trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Sorgen

bereiten den Gartenmöbel herstellern und -importeuren

die gestiegenen Container- und Rohstoffpreise sowie

die Beschaffung. Wenn der Vorlauf für Teakholz mittlerweile

ein Jahr im Voraus beträgt, wird deutlich, wie

langfristig geplant und geordert werden muss. Reichlich

Gesprächsstoff für die Gardiente, wo sich die Branche

vom 5. bis 7. September trifft. Ich freue mich darauf.


SUSANNE KRAFT

7/8/2021 möbel kultur 89


OUTDOOR

Top-Sonnenschutz Funktional müssen immer beweglichere Sonnenschirme

und Markisen sein und zunehmend auch schick. Neu bedruckt

Markilux Markisenstoffe im digitalen Direktdruck mit wetterbeständigen

Latexfarben. Im Durchlicht zeigt die Tuchunterseite coole „Smart Art“-Motive.

Open Air-

Trendsetter

Die Draußenzeit lässt sich mit

dem richtigen Equipment noch

mehr genießen. In dieser Saison

sind Balkon- und Terrassenmöbel

angesagt, die genauso gemütlich

sind wie die im Wohnzimmer

drinnen. Und gekocht, nicht mehr

„nur“ gegrillt, wird am liebsten

in einer Outdoorküche. Voilà, das

sind unsere Trendsetter.

Accessoires de

Luxe Ob beleuchtete,

per App steuerbare

„Elho“-Pflanzgefäße

oder spannende

LED-Lichtlösungen,

Stimmungsmacher sind

gefragt und Accessoires

wie Teppiche

und flauschige Decken

und auch klassische

Windlichter.

90 möbel kultur 7/8/2021

Hochwertiger Materialmix Die Zeit im Freien ist kostbar, deshalb dürfen es jetzt auch die Möbel sein.

Angesagt ist die Kombination von Metall, Holz und wetterfestem Geflecht. Hingucker sind die „Vera“-Stapelstühle

mit Flechtung aus Stringflex-Schnur sowie der Esstisch „Charlie“ mit Platte in Bootsform, beide Solpuri.


Daybed Es ergänzt Sofa und Sessel und

ist jetzt auch immer öfter im Freien anzutreffen.

Das „Pollux Lounge“-Modell von

Zebra zeichnet sich durch eine komfortable

Rückenverstellung aus, die es zum

perfekten Ort für Tagträumereien macht.

Anzutreffen sind Daybeds häufig auch mit

fester Überdachung oder in Muschelform

mit ausklappbarem Sonnensegel.

Outdoorküche Nachdem jahrelang bei Grillgeräten

„aufgerüstet“ wurde, ist nun das „Drumherum“

dran. Das Kochen im Freien transportiert pures

Urlaubsfeeling, besonders wenn die Gartenküche von

Hauser Naturstein (Foto) stammt. Die Zahl der Anbieter

auch individuell konfigurierbarer Freiluftküchen

in jedem Preissegment ist rasant gestiegen.

Indoor goes outdoor Wie ein Wohnzimmer für

draußen mutet die großzügig-dimensionierte Lounge-Landschaft

von Vetsak an. Gemütlich wie drinnen soll es sein,

nur dass die Materialien widerstandsfähiger sind.

Schaukeln Sich sanft bewegen, ob

in der Hängematte – hier das XXL-Modell

„Fat Hammock“ von Amazonas –,

einer modernen Hollywoodschaukel

oder einem Stuhl auf Kufen ist wunderbar

entspannend! Auch Hängesessel,

die an einem Baum oder in einem

Gestell baumeln, sind zurzeit Trend.

7/8/2021 möbel kultur 91


13 HERSTELLER / 8 LOCATIONS / 1 TERMIN

DAS MESSEEVENT IN OSTWESTFALEN VOM 19. BIS 23. SEPTEMBER 2021

EIN GUTES

STÜCK

ZUHAUSE

MOEBEL-MEILE.COM

MOEBEL-MEILE.COM

13 Unternehmen, unendlich viele Ideen für das Zuhause: Auf der Möbelmeile erleben Sie, wie die Möbelbranche #Authentizität,

#Vielfalt und #Geborgenheit in stilvolle Möbel übersetzt – und welche Lösungen die Branche für das Zuhause der Zukunft bietet. Und

zwar endlich wieder vor Ort mit echten Gesprächen und haptischen Erlebnissen. Besuchen Sie uns vom 19. bis 23. September 2021!

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