Tiroler Fischereiverband - Mitteilungen 01/2021

thymallus

Mitteilungsheft des Tiroler Fischereiverbandes (TFV)

Nr.1/2021 • 28. Jahrgang Österreichische Post AG SP 16Z040758 S

MITTEILUNGEN

DES TIROLER FISCHEREIVERBANDES

Renaturierter Abschnitt des Schlitterer Gießen. Foto: L. Baumgartner

TIROLER FISCHEREIVERBAND | MEINHARDSTRASSE 11 / 1. STOCK | 6020 INNSBRUCK | TEL.: +43 (0)512 58 24 58, FAX: DW 58 | tfv@tiroler-fischereiverband.at


KOLUMNENTITEL

TFV-1/21

iFisch – das neue TFV-Mitgliederportal

Jetzt kostenlos unter ifisch.tiroler-fischereiverband.at registrieren

Mit Ihrer gültigen Tiroler Fischerkarte können Sie sich beim TFV-Mitgliederportal „iFisch“ registrieren und Teil unserer digitalen Fischerei-Community

werden. Sie benötigen lediglich Ihre Kartennummer und Ihr Geburtsdatum. Nach der Registrierung können Sie alle Vorteile von iFisch nutzen.

Vorteile von iFisch

• Stammdaten selbst verwalten

• Einfache und zuverlässige Verlängerung der Tiroler Fischerkarte

bzw. der TFV-Mitgliedschaft (ab Herbst möglich)

• Online Fangtagebuch (ab Herbst online)

• Unkomplizierter und schneller Informationskanal zwischen Fischer*innen und dem TFV

INFO

Jetzt anmelden unter:

ifisch.tiroler-fischereiverband.at

Zusätzliche Funktionen für Bewirtschafter*innen:

• Bestellung von Gastfischerkarten (in elektronischer Form oder als Block)

• Bestellung und sofortiger Ausdruck der digitalen Gastfischerkarte

• Verwaltung und Meldung der Jahreslizenznehmer*innen und Anzahl der ausgegebenen Tageslizenzen (Fanglizenzverzeichnis)

• Verwaltung und Meldung der Fang- und Besatzstatistik (ab Herbst möglich)

• Überblick über die freien Lizenzeinheiten des Reviers

VERLÄNGERUNG IHRER TIROLER FISCHERKARTE BEACHTEN

Die Tiroler Fischerkarte gilt immer bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres. Die Verlängerung der Fischerkarte für das nächste

Jahr geschieht durch die rechtzeitige Einbezahlung des Mitgliedbeitrages beim Tiroler Fischereiverband. Sie können ab

November die Kartenverlängerung sicher und einfach von zuhause aus über das online TFV-Mitgliederportal iFisch abwickeln.

Wenn Sie nicht auf iFisch registriert sind, erhalten Sie per Post eine entsprechende Zahlungsinformation.

Wichtig: Wird der Mitgliedsbeitrag nicht bis zum 30. April eines jeden Jahres auf das Konto des Tiroler Fischereiverbandes

einbezahlt, ist eine Verlängerung der Tiroler Fischerkarte nicht mehr möglich. In diesem Fall muss bei der Bezirksverwaltungsbehörde

eine neue Tiroler Fischerkarte beantragt werden (sofern wieder eine gültige Fischerkarte gewünscht wird),

was wiederum mit zusätzlichen Mühen und Kosten verbunden ist.

2 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

EDITORIAL

Von Landesobmann Andreas Bachler

Liebe Fischer*innen!

iFisch

Langsam kehrt eine gewisse Normalität in unser Leben ein und

viele Branchen erwachen wieder zum Leben. Viele fischereiliche

Veranstaltungen mussten coronabedingt vertagt werden, dennoch

hat der Tiroler Fischereiverband – insbesondere die Geschäftsstelle

– einen sehr arbeitsintensiven Winter und fordernden Frühling

hinter sich. Zunächst galt es die neuen Aufgaben für die Fischerei

und den Verband, die das neue Fischereigesetz bzw. die neue Fischereiverordnung

gebracht haben, umzusetzen. Um die unliebsame

„Zettelwirtschaft“ zu minimieren, können nun sämtliche Kontrollen,

Bestellungen und Meldungen über unser eigens programmiertes

Mitgliederportal „iFisch“ abgewickelt werden. Die meisten unserer

Mitglieder haben erfreulicherweise die digitale Umstellung gut

angenommen und wir werden unser Mitgliederportal auch stetig

ausbauen. Ich darf an dieser Stelle alle unsere Mitglieder ermutigen

iFisch zu nutzen, gerade die Verlängerung der Fischerkarte kann

so unkompliziert und sicher verlängert werden.

Neues Geschäftslokal

Im Frühjahr 2021 konnte ein schon lang notwendig gewordenes

Projekt endlich gestartet werden. Es galt adäquate und repräsentative

Büroräumlichkeiten für die Landesgeschäftsstelle zu finden.

Der Landesverband hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt

und konnte sich und die Interessen der Fischerei auch

zusehends in der Öffentlichkeit verankern. Ein dazu passendes

Geschäftslokal, das zentral gelegen, von außen von nicht-fischenden

Personen wahrgenommen wird und wo vor allem die Verbandsarbeiten

professionell durchgeführt werden können, ist ein weiterer

wichtiger Schritt für uns und für die Fischerei in Tirol. In der

Meinhardstraße 11 hat sich die Möglichkeit ergeben vom Tiroler

Jägerverband – der im selben Haus sein Geschäftslokal hat – ein

Büro im 1. Stock anzumieten. Das Angebot unserer Freunde

haben wir gerne angenommen,

sodass wir im Frühjahr mit dem

Umbau und den Adaptierungsarbeiten

im neuen Büro starten

konnten. Gemeinsam mit dem

Jägerverband lassen sich nun

Synergien nutzen. So können wir

z. B. den modernen und geräumigen

Seminarraum des

Jägerverbandes für unsere

Veranstaltungen mitverwenden. LO Andreas Bachler

Während Sie das Mitteilungsheft durchblättern, werden noch die

letzten Feinarbeiten abgeschlossen und wir werden in der nächsten

Ausgabe gerne ausführlicher berichten. Aber bitte denken Sie

schon jetzt daran, dass wir für Sie ab sofort in der Meinhardstraße

11/1. Stock (6020 Innsbruck) zur Verfügung stehen.

Renaturierung Schlitterer Gießen

Doch es galt nicht nur Bauarbeiten im neuen Geschäftslokal zu

betreuen, sondern eine wichtige und lang erhoffte Renaturierung

am Schlitterer Gießen konnte im Frühjahr realisiert werden. Der

Verband war hier von Anfang an dabei und wir konnten mit dem

Bauteam vor Ort für eine deutliche fischökologische Verbesserung

herbeiführen. Einen ausführlichen Bericht dazu finden Sie auf der

Seite 4, wobei ich mich bei allen beteiligten Partnern für das gemeinsame

Engagement bedanken darf. Derartige lebensraumverbessernde

Maßnahmen sichern nachhaltig unsere Fischbestände,

deshalb werden wir uns als Verband auch weiterhin bei derartigen

Projekten fachlich wie monetär einbringen.

Sei es das Voranbringen von Renaturierungen oder der dringend

notwendige Fischschutz vor Verschmutzungen und Fressfeinden:

für uns heißt es weiterhin dicke Bretter bohren. Wir werden aber

nicht aufgeben!

Tight Lines

Landesobmann Andreas Bachler

INHALT AUF EINEN BLICK

4 – 8 Schlitterer Gießen renaturiert – Äschen können wieder laichen

9 – 11 Eibesatz: Eine Form der nachhaltigen Bewirtschaftung

12 – 13 Verbund legte als Kraftwerksbetreiber den Ziller trocken

14 – 16 PKD an der Großache nachgewiesen

17 Fischotter breitet sich in Tirol aus

18 – 19 Tödlicher Giftcocktail für Fische in Straßenabwässern und Räumschnee

20 – 27 Neue Fischereiverordnung bringt wichtige Änderungen für die Fischerei

28 – 29 Ein Fischereiverein stellt sich vor: Die Fischereigesellschaft Innsbruck

IMPRESSUM:

Medieninhaber, Herausgeber & Redaktion:

Tiroler Fischereiverband, Meinhardstraße 11 / 1. Stock,

A-6020 Innsbruck, Tel.: 0 512 / 58 24 58, Fax: DW 58,

E-Mail:tfv@tiroler-fischereiverband.at,

www.tiroler-fischereiverband.at

Redaktionsleitung:

Zacharias Schähle, MSc, Leiter der Geschäftsstelle

Herstellung:

Druckmanagement Wolfgang Herzig,

A-6020 Innsbruck

Druck:

MGP Produktionsagentur

Inh. Mario Grutsch, A-6020 Innsbruck

www.tiroler-fischereiverband.at

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NEUER FISCHLEBENSRAUM GESCHAFFEN TFV-1/21

Von Zacharias Schähle, MSc

Schlitterer Gießen renaturiert –

Äschen können wieder laichen

Vor über 5 Jahren zeigten Richard Rieser und Mitglieder des Revierausschusses Schwaz mir den unteren Abschnitt des Schlitterer Gießen. Vom

ehemaligen bedeutsamen „Äschenzubringer des Ziller“ war nicht mehr viel vorhanden. Begradigt, verschlammt und schlecht an den Ziller angebunden

zeigte sich der Gießenabschnitt und war als Fischlebensraum sowie Laichplatz nicht mehr geeignet. Das Potential des Gießens war aber augenscheinlich,

und eine Reaktivierung des Äschenlaichgebiets das Gebot der Stunde. Der TFV hat daraufhin eine grobe Projektidee entworfen und ist damit beim

Land Tirol, WWF und auch der Gemeinde Schlitters vorstellig geworden. Wir erhielten viel Zuspruch und Unterstützung, doch ein passendes Projekt

bzw. eine Finanzierung musste gefunden werden. Mit dem Interreg-Projekt „Innsieme“ ist dies dann auch schließlich gelungen.

INFO

Ein Kurzvideo über die Renaturierung

kann hier abgespielt werden:

https://vimeo.com/551946593

Warum eine Renaturierung

am Schlitterer Gießen?

Die Fischbestände des Inn und seiner Zubringer

befinden sich vielerorts in einem

besorgniserregenden Zustand. Die Einengung

des Gewässerbettes, zahlreiche

harte Uferverbauungen und Folgewirkungen

von Wasserkraftwerken führten im

letzten Jahrhundert dazu, dass es vielen

Fischarten an nötigen Teillebensräumen

und Laichplätzen fehlt. Des Weiteren sind

viele Zubringer vom Hauptfluss abgeschnitten.

So war auch der Schlitterer Gießen,

welcher in den Ziller mündet, für Fische

nicht ganzjährig passierbar.

Umsetzung

Durch die Errichtung einer Mittelwasserbuhne

im Mündungsbereich und die Etablierung

einer Tiefenrinne, soll hinkünftig eine ganzjährige

Fischpassierbarkeit gewährleistet

sein. Durch strukturelle Verengungen im unteren

Abschnitt des Gießens wird die Fließgeschwindigkeit

an mehreren Stellen erhöht

und so abgelagerte Feinsedimente und

Schlamm abtransportiert. Diverse Fischunterstände,

Aufweitungen, ein pendelnder

Bachlauf und eine Breiten- und Tiefenvielfalt

sorgen für die nötige Strukturvielfalt und

neue Laichplätze. Davon werden vor allem

Äschen, Forellen und Kleinfischarten profi-

Verengungen erzeugen einen Düseneffekt. Breiten- und Tiefenvielfalt. Fotos: Z. Schähle

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TFV-1/21 NEUER FISCHLEBENSRAUM GESCHAFFEN

Projektpartner

Land Tirol

WWF Österreich

Gemeinde Schlitters

Tiroler Fischereiverband

Bauausführung:

Baubezirksamt Innsbruck

Planung:

REVITAL

Integrative Naturraumplanung GmbH

Habitatverbesserung: links vorher und rechts nachher.

Fischunterstand in der Entstehung.

Fertiger Fischunterstand.

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NEUER FISCHLEBENSRAUM GESCHAFFEN TFV-1/21

Fischdurchgängigkeit.

Vor der Renaturierung war der Gewässergrund verschlammt und als

Laichplatz völlig ungeeignet.

tieren, welche im renaturierten Abschnitt

neue Teillebensräume vorfinden. Großes

Augenmerk wurde auch auf die Verbesserung

des Gewässerrandstreifens gelegt. Auf dessen

Filterwirkung und Kühlungseffekt darf

in Zeiten der Klima- und Gewässererwärmung

niemals verzichtet werden.

Erste Erfolge

Vom schnellen Eintreten der positiven fischökologischen

Verbesserungen waren wir ehrlich

gesagt selbst überrascht. Die Bauarbeiten

waren noch nicht abgeschlossen, konnten

bereits erste Forellen aus dem Ziller beim

Einwandern in den Schlitterer Gießen gesichtet

werden. Zudem waren wenig später

erste Laichgruben an den frisch angelegten

Kiesbereichen zu beobachten. Absolutes

Highlight war aber zweifelsohne die Sichtung

laichender Äschen im renaturierten Abschnitt,

wenige Wochen nach Fertigstellung der

Maßnahme.

Seitengewässer als bedeutende

Schlüsselhabitate für Fische

Während früher mehr als 30 verschiedene

Erste Forellen wandern in den Gießen ein. Laichgrube – der frische Kies wurde angenommen. Foto: C. Mallaun

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TFV-1/21 NEUER FISCHLEBENSRAUM GESCHAFFEN

Nach der Renaturierung herrscht wieder lockerer Kies vor, der für

die Kieslaicher essentiell ist.

Neuer Laichplatz.

Fischarten im Tiroler Inn nachgewiesen

wurden, kommen heute nur noch wenige

heimische Arten in größeren selbsterhaltenden

Beständen vor. Darunter befindet

sich z. B. die Äsche, wobei auch bei dieser

Art bestandsstützende Maßnahmen - wie

das Aussetzen von Eiern oder Jungfischen

- notwendig sind. Der Inn und der Ziller

sind durch unnatürliche Wasserstandsschwankungen,

verursacht durch die Wasserkraft,

stark belastet und ihrer natürlichen

Gewässerdynamik beraubt. Fischpassierbare

Seitengewässer nehmen hier eine

Schlüsselrolle ein. Sie dienen als Kinderstuben

für Jungfische, die dort vor dem

Schwall-Sunk des Hauptflusses sicher sind,

und stellen Ausweichlebensräume für größere

Fische dar. Deshalb ist es wichtig,

die Anzahl an fischpassierbaren und strukturreichen

Seitengewässern durch einen

naturnahen Rückbau wieder zu erhöhen.

Dafür setzt sich u. a. der Tiroler Fischereiverband

ein.

Dankeschön!

Besonders bedanken möchten wir uns

beim Team vom Baubezirksamt Innsbruck

Beschattung – Gewässerrandstreifen sind wichtig!

Krainerwände schützen Steilufer und bieten Unterschlupf für Fische.

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NEUER FISCHLEBENSRAUM GESCHAFFEN TFV-1/21

Erste Weiden treiben aus und beschatten den Fischunterstand.

– insbesondere bei Herrn Ing. Tomas Kraiser und Herrn

Michael Eberharter – für die perfekte Zusammenarbeit

und Umsetzung. Mit viel Herz und Engagement tüftelten

sie unermüdlich an einer gelungen fischökologischen

Umsetzung und hatten dabei immer ein offenes Ohr für

unsere Anliegen und Ideen. Dank gilt natürlich auch

dem gesamten Projektteam von INNsieme für die Unterstützung

und Finanzierung. Großer Dank gilt auch

der Gemeinde Schlitters bzw. dem Bürgermeister Friedl

Abendstein, der unsere Vision von Anfang an mitgetragen

hat und auch als Antragssteller zur Verfügung stand.

Die Maßnahme kostete insgesamt ca. € 100.000,- und

wurde finanziert durch EU-Mittel und mit Beiträgen des

Landes Tirol, WWF Österreich und des Tiroler Fischereiverbandes.

Die Renaturierung ist Teil des EU-Interreg

Projekts „INNsieme“.

Die Hintermänner Zacharias Schähle (TFV) und Michael Eberharter

mit seinem Team vom BBA Innsbruck (v.r.n.l.).

Unser Mann vor Ort – Richard Rieser mit Michael Eberharter vom

BBA Innsbruck.

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TFV-1/21 COCOONING UND ARTIFICIAL NESTS

Von Angela Friedle und Zacharias Schähle, MSc

Eibesatz: Eine Form der nachhaltigen Bewirtschaftung

Auch heuer wieder unterstützte der TFV Bewirtschafter und den Revierausschuss Innsbruck beim sogenannten Eibesatz. Beim Cocooning werden mit

Fischeiern befüllte Brutboxen in die Gewässersohle eingegraben. Beim Artificial Nest werden hingegen die Fischeier lediglich über ein Rohr in die Gewässersohle

eingebracht und so ein Laichplatz bzw. eine Laichgrube nachgeahmt. Beide Methoden kommen der natürlichen Vermehrung sehr nahe und

die Larven befinden sich von Anfang an im Lebensraum. Dadurch findet bereits im Eistadium eine Prägung auf das Gewässer statt. Die schlüpfenden

Fische sind dann gleich oder ähnlich gut angepasst wie ihre wilden Artgenossen. Dies ermöglicht, dass die adulten Fische instinktiv dem natürlichen

Trieb zum Ablaichen am Ort ihres Schlüpfens nachkommen können (sogenannter „Homing“-Effekt). Brutboxen und Artificial Nests sind deshalb

geeignet, um einen Laichtierbestand zu etablieren. Die beiden Methoden sind allerdings nur erfolgsversprechend, wenn der Gewässerlebensraum einigermaßen

intakt ist. So muss die natürliche Fischentwicklung, beginnend beim Eistadium, im Gewässer möglich sein.

Auf unseren Social-Media-Kanälen war das Interesse an unseren Bemühungen in puncto Eibesatz derart groß, dass

wir uns kurzerhand entschlossen haben eine Fotostrecke bzw. einen kurzen Leitfaden zusammenzustellen.

Große Expertise auf diesem Gebiet hat auch Herr DI Holzer Georg, den vielleicht noch einige aus unserem

TFV-Cocooning Workshop kennen.

Fotos: A. Friedle

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COCOONING UND ARTIFICIAL NESTS TFV-1/21


TFV-1/21 COCOONING UND ARTIFICIAL NESTS

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EINSATZ FÜR DIE FISCHEREI

TFV-1/21

Verbund legte als

Kraftwerksbetreiber den Ziller trocken

Fischereiverband und Bewirtschafter setzen sich für

ganzjährige Restwasserabgabe am Ziller ein

Weil kein Restwasser abgegeben wurde, verschwand der Fluss auf einem Kilometer Länge ab der Staumauer. So wurde ein wertvolles Artenschutzprojekt

– die Ansiedlung der bedrohten Tiroler Urforelle – zunichte gemacht. Dabei sieht die EU-Wasserrahmenrichtlinie generell eine

ausreichende Restwassermenge vor!

Was war geschehen?

Christoph Dornauer, der Fischer am betroffenen

Abschnitt des Ziller, musste diesen

Winter bzw. dieses Frühjahr mitansehen,

wie der Verbund als Kraftwerksbetreiber

den Oberlauf des Ziller trockenlegte.

Auf mehr als einem Kilometer Länge

war der Ziller verschwunden, mit ihm auch

das Leben unter Wasser. Dabei gilt er eigentlich

als Hauptlebensader des Zillertales

und liegt im Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler

Alpen. Dornauer war auch deshalb

empört, weil mit der Trockenlegung des

Zillers sein mühsam aufgebautes Artenschutzprojekt

wortwörtlich den Bach hinuntergegangen

ist. Gemeinsam mit dem

» Auf mehr als einem

Kilometer Länge war der

Ziller verschwunden, mit

ihm auch das Leben

unter Wasser. «

Das Bachbett des Ziller war nach der Staumauer des Speichers Zillergründl komplett ausgetrocknet.

Fotos: C. Dornauer

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TFV-1/21

EINSATZ FÜR DIE FISCHEREI

Bewirtschafter Christoph Dornauer im komplett ausgetrockneten

Bachbett des Ziller. Hier gibt es kein Leben mehr.

So sah der Ziller im Oberlauf mit genügend Wasser aus. Hier wurden

auch die Urforellen ausgewildert.

Aufsichtsfischer setzt er sich für die Wiederansiedelung

der bedrohten Tiroler Urforelle

ein. Bemühungen, die jetzt durch

das fehlende Restwasser zunichte gemacht

worden sind. Da er nicht mehr weiter

wusste, wandte er sich an den Tiroler Fischereiverband.

Gemeinsam entschied

man sich für den Schritt an die Öffentlichkeit,

um auf diesen Umweltfrevel aufmerksam

zu machen.

EU-Wasserrahmenrichtlinie

fordert Restwasser

Seit über 20 Jahren gibt es die EU-Wasserrahmenrichtlinie

und sie ist auch in

Österreich umzusetzen. Die Richtlinie sieht

klar vor, dass bei Wasserkraftwerken genügend

Restwasser in den Bächen verbleiben

muss. Leider erfolgt die Ökologisierung

von alten Bescheiden oft sehr

schleppend, wie das Beispiel Ziller zeigt.

Dabei ist der ausgetrocknete Ziller leider

kein Einzelfall. Es gibt durchaus weitere

Wasserkraftwerke in Tirol, an denen die

Betreiber immer noch keinen Tropfen Wasser

an den Bach abgeben und Bachabschnitte

dann einfach austrocknen. Es liegt

aber auf der Hand, dass das Ökosystem

eines Baches mit all seinen Lebewesen

nur dann funktioniert, wenn genügend

Wasser vorhanden ist.

Restwasserabgabe

muss selbstverständlich sein

Der Verbund setzt bei anderen Standorten

umfassende ökologische Maßnahmen um,

die dem Fischbestand zugutekommen.

Der Tiroler Fischereiverband erwartet sich,

dass der Verbund auch in Tirol hinkünftig

mit gutem Beispiel vorangeht und dem

Ziller u. a. genügend Restwasser zugesteht.

„Es sollte eigentlich selbstverständlich

sein, dass bei allen Kraftwerken in Tirol

ausreichend Restwasser abgegeben wird,

hier darf keine Zeit mehr vergeudet werden“,

befindet Schähle.

Verbund zeigt sich kooperativ

In der Zwischenzeit konnte mit der Verbund

Hydro Power AG bzw. den Verantwortlichen

für den Kraftwerksstandort Mayrhofen konstruktive

Gespräche geführt werden. Als Sofortmaßnahme

wurde in Aussicht gestellt,

dass die Restwassermenge im Sommer reduziert

und dafür ganzjährig abgegeben

wird. Entsprechende Vorversuche sollen klären,

welche mengenmäßige Aufteilung den

besten ökologischen Benefit bringen.

Schlussendlich ist aber die Politik bzw.

sind die Behörden gefragt, die alten Bescheide

naturverträglicher zu gestalten

und an die aktuellen europarechtlichen

Vorgaben anzupassen.

» Leider erfolgt die

Ökologisierung von

alten Bescheiden oft

sehr schleppend,

wie das Beispiel

Ziller zeigt. «

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PKD STUDIE TIROL

TFV-1/21

Foto: B. Tirala

Von Tiroler Fischereiverband und Urban Aufschnaiter, MSc

PKD an der Großache nachgewiesen

In den letzten elf Jahren hat sich der Bachforellenbestand bei der Messstelle an der Großache in Kössen um 87 Prozent verringert. Daraufhin

wurde vom Land Tirol eine Studie in Auftrag gegeben. Dabei wurde die PKD, eine parasitäre Nierenkrankheit, als einer der Gründe für den

Rückgang ausgemacht.

» Bei Wassertemperaturen

über 15° C kommt es zum

typischen Krankheitsbild

mit dunkler Färbung,

Hervortreten der Augäpfel,

Vergrößerung der Nieren

und Apathie «

Was ist PKD?

Die proliferative Nierenkrankheit bzw. Proliferative

Kidney Disease (PKD) wird durch

ein parasitisch lebendes Nesseltier (aus

dem Stamm der Myxozoa) verursacht.

Sein Lebenszyklus ist eng mit dem Vorkommen

von Moostierchen (Bryozoen)

gekoppelt (Abbildung 1). Die Infektion

von Fischen erfolgt über Kiemen und

Haut. Bei Wassertemperaturen über

15° C kommt es zum typischen Krankheitsbild

mit dunkler Färbung, Hervortreten

der Augäpfel, Vergrößerung der Nieren

und Apathie. Mit steigender Wassertemperatur

sind hohe Mortalitäten zu erwarten.

Die PKD-Studie des Landes Tirol

Diese wurde von der Veterinärmedizinischen

Universität Wien durchgeführt. Bei

den 210 untersuchten Bach- und Regenbogenforellen

wurden bei einem Viertel

der Erreger nachgewiesen. Dies dürfte

vor allem im Zusammenhang mit der Wassertemperatur

stehen. Aufgrund der Ergebnisse

in der Großache wird nun die

Studie auf ganz Tirol ausgeweitet, um zu

untersuchen, inwieweit auch andere Gewässer

Tirols von der PKD betroffen sind.

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TFV-1/21

PKD STUDIE TIROL

Abb. 1.: Übertragungszyklus des PKD-Erregers. Grafik: © Norbert Novak

Entnahmestellen sind in den Unterläufen

von Lech, Sanna, Melach, Sill, Ziller,

Weißache, Brixentaler Ache, Isel, Drau

und am Inn (bei Telfs, Rotholz und Ebbs)

geplant.

Gewässer mit mehr als 15 Grad

Temperatur betroffen

Die PKD greift das Nierengewebe der

Bachforelle an. Der Erreger wurde lediglich

bei Fischen entdeckt, welche aus Gewässern

stammen deren Wassertemperatur

wärmer als 15 Grad werden können. Gerade

aufgrund dessen wird der Uferbewuchs/Gewässerrandstreifen

immer wichtiger,

denn nur so kann der allgemeine

Anstieg der Wassertemperatur gedämpft

werden.

Prophylaxe

Krankheitserreger und Parasiten können

durch unbedachten Umgang zwischen Gewässern

verschleppt werden. Die Ausbreitung

kann durch kontaminierte

Fischereigeräte, feuchte Badehosen und

Sportgeräte sowie durch infizierte Besatzfische

erfolgen. Natürlich können Wasservögel

und andere Wildtiere Krankheiten

ebenfalls verbreiten. Durch prophylaktische

Maßnahmen beim Fischbesatz kann das

Verschleppungsrisiko von PKD und anderen

Krankheitserregern deutlich reduziert werden

(Gerster und Borer, 2006):

• Keine PKD-positiven Fische besetzen

• Besatzfische in kaltem

Quellwasser/Grundwasser aufziehen

• Keine Besatzfische und keine Laichfische

aus PKD-positiven Gewässern

entnehmen

• Besatzfische aus veterinärmedizinisch

geprüften Aquakulturanlagen beziehen

• Angelgeräte (Kescher, Wathose etc.)

immer nach dem Fischgang vollständig

durchtrocknen lassen und/oder

desinfizieren

www.tiroler-fischereiverband.at

INFO

Die PKD-Studie des Landes Tirol

kann hier nachgelesen werden:

www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/u

mwelt/wasser/Gewaesseroekologie/Gesamtbericht_PKD_Screening_Tirol_VetMed.pdf

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PKD STUDIE TIROL

TFV-1/21

» Die Gegenstände

sollten vollständig

durchgetrocknet sein

und/oder desinfiziert

werden, um das Risiko

einer Verschleppung von

Krankheitserregern zu

minimieren. «

» Der Erhalt bzw. die

Wiederherstellung eines

intakten Gewässerrandstreifen

muss mehr in den Fokus

gerückt werden. «

Solange Watstiefel, Netze, Angelutensilien

und dgl. noch feucht sind bzw. nicht desinfiziert

wurden, besteht ein Risiko, dass

Krankheitserreger daran überleben können.

Bei einem Wechsel zwischen Gewässern

bzw. vor der Begehung eines neuen Gewässers,

sollten sämtliche Gegenstände

(Schuhe, Netze, Angeln etc.) sauber und

frei von Krankheitserregern sein. Hierfür

sollten die Gegenstände vollständig durchgetrocknet

sein und/oder desinfiziert werden.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten,

dass sich Watstiefel mit einer Filzsohle

schwerer desinfizieren lassen und

auch eine längere Trockenzeit benötigen.

Generell stellt der UV-Anteil im Sonnenlicht

bei ausreichend langer (mind. 1 Tag) und

kompletter Exposition eine wirksame Methode

zur Abtötung von Krankheitserregern

dar.

Natürlich sollten auch die Gegenstände

des Freizeit- und Wassersportsektors (z.

B. Boote, Kajaks, Badehosen, Neoprenanzüge

etc.) der gleichen Behandlung unterzogen

werden, da diese auch ein Übertragungsrisiko

darstellen.

Speziell bei der PKD gilt es auch der generellen

Wassertemperaturerhöhung entschieden

entgegenzutreten, da ein PKD-

Ausbruch erst bei ca. 15 °C eintritt. Somit

muss hinkünftig der Erhalt bzw. die Wiederherstellung

eines intakten Gewässerrandstreifen

mehr in den Fokus gerückt

werden. Unnötige Kahlschläge, wie sie

leider oft an unseren Gewässern zu beobachten

sind, befeuern die PKD! Auch

Eingriffe in das Temperaturregime durch

Wasserausleitungen (Restwasserstrecken

erwärmen sich schneller) bzw. Einleitungen

von wärmerem Wasser aus technischen

Anlagen, muss kritischer als bisher beurteilt

werden.

PKD nicht einzige Ursache

für Fischrückgang

Nichtsdestotrotz muss festgehalten werden,

dass der PKD-Erreger nicht die ganzen

Rückgänge bei den Fischbeständen erklären

kann. Für den TFV ist die PKD viel

mehr ein weiteres Puzzleteil, da auch Bestandsrückgänge

bei anderen Fischarten

und in Gewässerabschnitten zu verzeichnen

sind, bei denen PKD als Ursache ausgeschlossen

werden kann.

Die Hauptursachen für die

Fischbestandseinbrüche sind

unserer Ansicht nach:

• die Auswirkungen der Wasserkraft mit

den extremen Wasserstandsschwankungen

(Schwall-Sunk)

• fehlendes Restwasser und Stauraumspülungen

bei Kraftwerken

• Verlust von Lebensräumen durch

naturferne Verbauungen und

Begradigungen von Flüssen

• starke Zunahme an Fischräubern

Literatur:

Gerster S., und Haertel-Borer S. (2006): PKD: Die Proliferative Nierenkrankheit.

Schweizerische Fischereiberatung (FIBER).

A-6060 Hall in Tirol

Siberweg 3

Tel.: 0 52 23 / 57 3 03

oder 0 800 / 400 1712 40

Fax: 0 52 23 / 57 3 99

gerhard.foissner@gesa-angelsysteme.at

www.gesa-angelsysteme.at

An alle Tiroler Fischer : „G’sund bleiben“! – Ihre GESA

16 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

VERBREITUNG DES FISCHOTTERS

Fischotter breitet sich in Tirol aus

Eine aktuelle Studie des Landes Tirol belegt, dass innerhalb der letzten 10 Jahre die Verbreitung des Fischotters in Tirol um den Faktor 10

zugenommen hat. Neben dem Schutz und der Sanierung der Gewässer fordert der Fischereiverband nun Maßnahmen, die die ohnehin

gefährdeten Fischbestände vor dem Fischotter schützen.

Sorge um den Fischschutz

Grundsätzlich ist es erfreulich, wenn sich

ehemals verschollene Arten wieder an unseren

heimischen Gewässern vorfinden lassen.

Aufgrund intensiver Schutzbemühungen

und dem Fehlen natürlicher Feinde, hat der

Fischotter fast ganz Österreich wiederbesiedelt.

Laut aktueller Studie des Landes

hat die Verbreitung des Fischotters in Tirol

in nur 10 Jahren um den Faktor 10 zugenommen.

Da die heimischen Fischbestände ohnehin

seit vielen Jahren unter der Belastung der

vielen Wasserkraftwerke und der naturfernen

Gewässerverbauungen stark schrumpften,

können die Fischbestände den hohen Fraßdruck

des Fischotters – auch Wassermarder

genannt – nicht mehr kompensieren. Dort

wo sich laut Studie am meisten Fischotter

niedergelassen haben, beobachtet die Fischerei

einen starken Rückgang der Fischbestände.

Darunter befinden sich ebenfalls

geschützte Tierarten, wie z. B. die vom Aussterben

bedrohte Äsche (Fisch des Jahres

2021). Die Äsche sowie die anderen Wassertiere

verdienen ebenfalls unseren Schutz

und dürfen nicht zu bloßem Futter für Fischotter

verkommen.

Natur- und Tierschutz darf nicht an der

Wasseroberfläche enden

Fischotter und gesunde Fischbestände sind

kein Widerspruch, allerdings müssen in unserer

Kulturlandschaft die Fischotterbestände

durch geeignete Maßnahmen reguliert werden.

„Man darf hier nicht die Augen verschließen

und von einem natürlichen Gleichgewicht,

wo sich alles von selbst regelt,

träumen. In einer Wildnis wie in Alaska mag

das zutreffen, aber in Tirol sind wir von

einer intakten Wildnis weit entfernt“, gibt

Andreas Bachler (Landesobmann Tiroler

Fischereiverband) zu bedenken. Die Politik

Bachforelle mit typischer Fischotter-Fraßspuren an der Schwanzflosse. Foto: Revierausschuss Kitzbühel

und Behörden haben neben dem Fischotterschutz

auch die Verpflichtung, sich für

den Erhalt geschützter Fische und Wassertiere

einzusetzen. „Darum braucht es rasch Maßnahmen,

die die letzten Laichtierbestände

von Äschen, Huchen und Co. gesamtheitlich

schützen. Nur auf Gewässersanierung zu

setzen ist nicht ausreichend, da wir auch

massive Fischbestandseinbrüche in naturnahen

bzw. bereits renaturierten Bachläufen

haben“, merkt Herr Bachler an.

Management und Entschädigungen

Für den Tiroler Fischereiverband liegt es

auf der Hand, dass die Gewässersanierung

und die Umsetzung von Renaturierungen

mit Hochdruck weiter zu verfolgen ist. Bis

zur Erholung der Fischbestände muss jedoch

der Fraßdruck der Fischräuber umsichtig reguliert

werden. Des Weiteren ist es für uns

völlig unverständlich, warum es bis heute

immer noch keinen Entschädigungsfonds

beim Land Tirol für Fischotterschäden gibt.

Für die Landwirtschaft wurden die Entschädigungszahlungen

bei Schäden, verursacht

durch große Beutegreifer, erst kürzlich deutlich

angehoben. Die Situation der Fischerei

und Fischzüchter*innen wurde hingegen

schlichtweg ignoriert.

INFO

Die Fischotterstudie des Landes

Tirol steht hier zur Nachlese bereit:

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/th

emen/umwelt/naturschutz/downloads/Fischotter_Tirol_2020_AK.pdf

www.tiroler-fischereiverband.at

17


RÄUMSCHNEE – GIFTCOCKTAIL

TFV-1/21

Tödlicher Giftcocktail für Fische

in Straßenabwässern und Räumschnee

Das Einleiten von Straßenabwässern und Abladen von Räumschnee in Flüsse

kann fatale Auswirkungen haben – neue Studie bestätigt Gift im Reifenabrieb!

In Tirol ist es nach wie vor gängige Praxis, tausende Tonnen Schnee von geräumten Straßen einfach in Gewässer zu kippen. Zusätzlich

gelangen Straßenabwässer in die Gewässer. Doch damit kann der Fischbestand massiv gefährdet werden. Eine aktuelle Studie aus den USA

bestätigte, was die Fischerei längst befürchtet hat. Vor allem der Reifenabrieb enthält eine hochtoxische Substanz, die für den Fischbestand

tödlich ist. Der Tiroler Fischereiverband fordert deshalb ein Überdenken der gängigen Praxis und eine breit angelegte Untersuchung durch die

Behörden, ob das neu entdeckte Umweltgift auch in Tirol zu Fischsterben führt.

» Der Gummiabrieb

von der Straße enthält

darüber hinaus aber eine

Vielzahl von giftigen

Substanzen. «

Umweltgift im Reifenabrieb

Autoreifen sind eine der wichtigsten Quellen

für Mikroplastik. Der Gummiabrieb

von der Straße enthält darüber hinaus

aber eine Vielzahl von giftigen Substanzen.

Forscher*innen haben jetzt herausgefunden,

dass eine davon - das 6PPD-Chinon

-mitverantwortlich ist für ein regelmäßiges

Lachssterben an der Pazifikküste im Nordwesten

der USA. Im renommierten Fachmagazin

„Science“ wurde eine Studie veröffentlicht,

die dokumentiert, dass bereits

ein Milligramm 6PPD-Chinon in Verbindung

mit Ozon in 1.000 Liter Wasser die Hälfte

aller Fische binnen weniger Stunden tötet.

Dieses Gift gelangt mit Straßenabwässern

und dem Räumschnee höchst wahrscheinlich

auch bei uns in die Gewässer und ist

auch für die heimischen Fischarten tödlich.

Jörg Oehlmann, Ökotoxikologe an der

Goethe Universität Frankfurt, zählt unter

anderem die Bachforelle und den Saibling

auf, die ähnlich empfindlich auf den Stoff

reagieren dürften.

» Die neuen

wissenschaftlichen

Erkenntnisse sollten

von den zuständigen

Behörden schnell

aufgegriffen werden. «

Stark verschmutzter Räumschnee am Gewässerrand.

Foto: D. Stock

18 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

RÄUMSCHNEE – GIFTCOCKTAIL

Deponieflächen statt

Gewässerbelastung

Der Tiroler Fischereiverband fordert vor

dem Hintergrund dieser neuen Erkenntnisse

einmal mehr ausreichend Deponieflächen

zu schaffen, auf denen der Schnee gelagert

werden kann. Das großangelegte Abkippen

des Räumschnees in Fließgewässer gefährdet

den heimischen Fischbestand und ist aus

Sicht des Verbandes in diesen Dimensionen

ökologisch nicht vertretbar. Schneeeinbringung

in Gewässer sollte die Ausnahme darstellen

und nicht die Regel.

Das wird übrigens nicht nur von Fischer*innen

so gesehen. In Deutschland gilt ein

generelles Verbot, Schnee in oberirdische

Gewässer einzubringen. In Oberösterreich

darf ebenfalls kein verunreinigter Schnee

von Verkehrsflächen in die Gewässer entsorgt

werden.

Der TFV ist der Auffassung, dass gerade in

Tirol, wo der Fischbestand ohnehin aufgrund

von Wasserkraftwerken, Verbauungen und

Fischfressern schwer unter Druck steht, es

eine umweltverträglichere Regelung für die

Entsorgung des belasteten Räumschnees

braucht. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse

sollten von den zuständigen Behörden

schnell aufgegriffen werden.

Behandlung von Straßenabwässern

neu beurteilen

Die erwähnte Studie konnte zeigen, dass

nach heftigen Regenereignissen das Umweltgift

über die Straßenabwässer in die

Der ins Wasser gekippter Räumschnee besteht leider

nicht nur aus frischem Schnee.

Foto: A. Friedle

Gewässer gelangt und dort massives Fischsterben

verursacht. Aus Sicht des Tiroler

Fischereiverbandes ist es daher dringend

notwendig zu überprüfen, ob die bisherige

Behandlung der Straßenabwässer ausreichend

ist, um den heimischen Fischbestand

zu schützen.

Erwähnte Science Publikation

Zhenyu Tian, Haoqi Zhao, Katherine T. Peter, Melissa Gonzalez, Jill Wetzel,

Christopher Wu, Ximin Hu, Jasmine Prat, Emma Mudrock, Rachel Hettinger,

Allan E. Cortina, Rajshree Ghosh Biswas, Flávio Vinicius Crizóstomo Kock,

Ronald Soong, Amy Jenne, Bowen Du, Fan Hou, Huan He, Rachel Lundeen,

Alicia Gilbreath, Rebecca Sutton, Nathaniel L. Scholz, Jay W. Davis,

Michael C. Dodd, Andre Simpson, Jenifer K. Mcintyre, Edward P. Kolodziej.

2020. “A ubiquitous tire rubber–derived chemical induces acute mortality

in coho salmon” Science doi: 10.1126/science.abd6951

» Der Tiroler

Fischereiverband fordert

vor dem Hintergrund

dieser neuen Erkenntnisse

einmal mehr ausreichend

Deponieflächen zu schaffen,

auf denen der Schnee

gelagert werden kann. «

Sommerfr sche

im Freibad Tivoli und am Baggersee

www.tiroler-fischereiverband.at

19


NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

TFV-1/21

Foto: Gerd Altmann/pixabay.com

Neue Fischereiverordnung bringt

wichtige Änderungen für die Fischerei

Abgestimmt auf das neue Tiroler Fischereigesetz 2020 hat die Landesregierung auch eine neue Fischereiverordnung erlassen. Hierbei kam es

zu wesentlichen Änderungen u. a. bei den Schonzeiten und Schonmaßen, bei den gesetzlichen „Verboten“ (Thema Weidgerechtigkeit) und

beim Thema Fischbesatz. Einige wichtige Änderungen seien hier angeführt.

INFO

Die gesetzlichen Schonzeiten und

Schonmaße finden sich auch auf:

www.tiroler-fischereiverband.at/fileadmin/user_upload/PDF/Downloads/Schonzeiten.pdf

Neue Schonzeiten und Mindestmaße

Auf der Seite 22 sind die gesetzlichen

Schonzeiten und Mindestmaße abgebildet.

Die Schonzeiten und Mindestmaße können

die Fischereiausübungsberechtigten bzw.

Bewirtschafter*innen selbstständig ausweiten

und verschärfen, jedoch nicht eigenmächtig

lockern bzw. reduzieren. Das

Mindestmaß, auch Brittelmaß genannt,

ist von der Kopfspitze bis zum Schwanzende

zu messen.

• Ganzjährig geschont sind jedenfalls:

Dohlenkrebs, Edelkrebs, Frauennerfling,

Gemeine Teichmuschel, Große Teichmuschel,

Gründling, Hasel, Koppe, Malermuschel,

Moderlieschen, Nerfling,

Rapfen, Schmerle, Steinbeißer, Steinkrebs,

Streber, Strömer, Ukrainische Bachneunaugen.

• Fische bzw. Wassertiere, die nicht ganzjährig

geschont sind und keine Schonzeit

besitzen, dürfen ganzjährig befischt werden.

• Bei der Bachforelle und dem Seesaibling

endet die Schonzeit am 28. Februar (in

Osttirol am 15. März).

• Invasive gebietsfremde Arten sind in

jedem Fall zu entnehmen und dürfen

nicht in das Fischwasser zurückgesetzt

werden (z. B. Sonnenbarsch, Blaubandbärbling,

Amurgrundel, Signalkrebs oder

Marmorkrebs).

Anmerkungen zum Entnahmefenster

Die klassischen Schonzeiten und Schonmaße

haben das Ziel zumindest die Erstlaicher

bzw. Zweitlaicher vor einer früh-

20 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

zeitigen Entnahme zu schützen. Das heißt

die Fische sollen zumindest einmal – besser

zweimal – in ihrem Leben reproduziert

haben, bevor sie entnommen werden

dürfen.

Bei einem höheren Befischungsdruck bzw.

bei einem geschwächtem Laichtierbestand,

ist jedoch ein Entnahmefenster oft

empfehlenswert. Dabei wird ein Zwischenmaß

mit Unter- und Obergrenze für die

Entnahme festgelegt. Beträgt das Entnahmefenster

für eine Art zum Beispiel

25 cm bis 40 cm, so müssen Fische, welche

kleiner als 25 cm und größer als 40 cm

sind, geschont werden. Fische zwischen

25 cm und 40 cm können hingegen entnommen

werden (Abbildung 1). Durch

diese Maßnahme wird nicht nur der Nachwuchs,

sondern es werden insbesondere

auch die großen Laichfische gezielt geschont.

Die Schonung der sogenannten

„Megalaicher“ wirkt sich aufgrund

mehrerer Effekte positiv auf die Population

aus. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt,

dass große Elterntiere in der Lage

sind eine überdurchschnittliche Anzahl an

überdurchschnittlich fitten Nachkommen

zu zeugen. Die genetische Veranlagung

für starkes Wachstum kann weitervererbt

werden und bleibt im Fischbestand erhalten.

Für die Fischer*innen steigt dadurch

auch die Möglichkeit kapitale Fische zu

fangen sowie den Fischbestand hinsichtlich

Stabilität und Regenerationsfähigkeit zu

verbessern.

Ein Entnahmefenster muss immer auf die

spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen

Reviers angepasst werden und ist gewiss

auch nicht für jedes Revier sinnvoll. Deshalb

ist es auch nicht gesetzlich und pauschal

für jedes Revier vorgeschrieben. In einer

früheren Ausgabe des TFV-Mitteilungsheftes

haben wir schon ausführlicher über

das Entnahmefenster berichtet. Der Artikel

steht auf unserer Homepage zur Nachlese

bereit.

INFO

Ein ausführlicher Artikel über das

Entnahmefenster steht hier bereit:

www.tiroler-fischereiverband.at/fileadmin/user_upload/PDF/Downloads/Entnahmefenster-TFV_Mit.pdf

Abb. 1: Das Entnahmefenster: hierbei werden sowohl Erstlaicher wie auch erfahrene „Megalaicher“

geschützt (Quelle: Arlinghaus, 2017

www.tiroler-fischereiverband.at

21


NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

TFV-1/21

Gesetzliche Schonzeiten und Mindestmaße in Tirol

Die Schonzeiten und Mindestmaße können die Fischereiausübungsberechtigten bzw. Bewirtschafter*innen selbstständig ausweiten und verschärfen.

Das Mindestmaß (auch Brittelmaß) ist von der Kopfspitze bis zum Schwanzende zu messen.

Britt.m. [cm]

Tirol/Osttirol

Jänner Februar März April

Mai

Juni

Juli August September Oktober November Dezember

Aalrutte 35

Äsche

42

Osttirol Osttirol

Bachforelle

25

Osttirol Osttirol

Bachsaibling 22/25

Barbe 40

Brachse 25

Elritze

Hecht 50

Huchen

80/100

Osttirol

Karpfen

35

Laube

Nase 40

Regenbogenforelle 30

Renke 30

Rotauge

Rotfeder

Schleie 30

Seeforelle 50

Seesaibling

25

Osttirol Osttirol

Wels

Zander 45

Ganzjährig geschont: Dohlenkrebs, Edelkrebs, Frauennerfling, Gemeine Teichmuschel, Große Teichmuschel, Gründling, Hasel, Koppe, Malermuschel, Moderlieschen, Nerfling, Rapfen,

Schmerle, Steinbeißer, Steinkrebs, Streber, Strömer, Ukrainische Bachneunaugen

Fische bzw. Wassertiere die nicht ganzjährig geschont sind und keine Schonzeit besitzen, dürfen ganzjährig befischt werden

Bei der Bachforelle und dem Seesaibling endet die Schonzeit am 28. Februar (in Osttirol am 15. März)

Invasive gebietsfremde Arten sind in jedem Fall zu entnehmen und dürfen nicht in das Fischwasser zurückgesetzt werden (z. B. Sonnenbarsch, Blaubandbärbling, Amurgrundel,

Signalkrebs oder Marmorkrebs)

Ausschneiden und aufbewahren!

22 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

Spielregeln beim Fischbesatz

Über die Vor- und Nachteile eines Fischbesatzes

wurde bereits mehrfach in unseren

Mitteilungsheften berichtet. Die wichtigsten

fachlichen Punkte zu diesem Thema können

auf der Homepage des Tiroler Fischereiverbandes

nachgelesen werden.

Unabhängig davon regelt das Tiroler Fischereigesetz

und die Fischereiverordnung

einige Grundlagen zum Fischbesatz.

Das Fischereigesetz hält fest, dass die Bewirtschafter*innen

die Fischereireviere derart

nachhaltig zu bewirtschaften haben,

dass ein nach Art, Altersstruktur und Bestandsdichte

der Beschaffenheit des jeweiligen

Fischwassers entsprechender

Wassertierbestand erhalten bzw. hergestellt

wird. Die Bewirtschaftung ist also auf die

natürlichen bzw. ökologischen Gegebenheiten

des Reviers abzustellen und so zu

gestalten, dass sich möglichst ein natürlicher

Fischbestand einstellen bzw. halten

kann. Da aber leider die meisten Reviere

von vielen Stressoren beeinträchtigt werden,

die die Fischerei nicht beeinflussen

kann, wird diese Zielvorgabe nicht immer

zu erreichen sein.

Einen Pflichtbesatz per se schreibt das

Gesetz nicht vor. Allerdings kann die Behörde

bei mangelhafter Bewirtschaftung

Bewirtschaftungsbeschränkungen (z. B.

Beschränkung der Ausgabe von Fanglizenzen,

örtliche bzw. zeitliche Einschränkung

der Ausübung des Fischfangs) und

Besatzmaßnahmen vorschreiben. Hierzu

erlässt die Behörde einen konkreten Bescheid.

Vor der Erlassung des Bescheids

wird der örtlich zuständige Fischereirevierausschuss

gehört.

Das Besetzen von fangfähigen Fischen,

also die das gesetzliche Brittelmaß erreicht

haben oder überschreiten, ist grundsätzlich

verboten (ausgenommen sind Angelteiche).

Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass

ältere Besatzfische mit den natürlichen

Gegebenheiten im Gewässer deutlich

schlechter zurechtkommen als Jüngere

und für einen nachhaltigen Bestandsaufbau

wenig beitragen können. Allerdings gibt

es Situationen, bei denen ein Besatz mit

fangfähigen Fischen notwendig sein kann

(z. B. bei stark beeinträchtigten Gewässern

oder auch Naturkatastrophen). In diesen

Fällen können die Bewirtschafter*innen

einen Antrag für eine Ausnahmegenehmigung

bei der Behörde stellen.

Per Fischereiverordnung werden Wassertiere

bestimmt, welche jederzeit ohne vorherige

Anzeige an die Behörde ausgesetzt

werden dürfen (z. B. Bachforelle, Äsche,

Renke, Seesaibling etc., siehe Tabelle 1),

da keinerlei Beeinträchtigungen zu erwarten

sind. Daneben legt die Fischereiverordnung

Wassertiere fest, die 4 Wochen

vor dem geplanten Besatztermin bei der

jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde

schriftlich angezeigt werden müssen (z.

B. Huchen, Regenbogenforelle, Bachsaibling,

Aal, Wels, siehe Tabelle 2). Diese

Arten dürfen erst nach Ablauf der 4 Wochen

bzw. einer frühzeitigen Zustimmung

der Behörde besetzt werden, da es zu

Beeinträchtigungen kommen könnte. Gerade

der Besatz mit Regenbogenforellen

wird unter Fischer*innen und auch in der

Fachwelt kontrovers diskutiert. Der Tiroler

Fischereiverband vertritt die Ansicht, dass

dort wo eine vitale Bachforellenpopulation

vorhanden ist bzw. aufgebaut werden

kann, ein Besatz mit Regenbogenforellen

nicht akzeptabel ist. An Gewässern bzw.

größeren Gewässerabschnitten, die ökologisch

stark beeinträchtigt sind und der

Bachforellenbestand zusammengebrochen

ist sowie Versuche zur Restauration dieser

Bestände fehlgeschlagen sind, sollte ein

angemessener und kontrollierter Regenbogenforellenbesatz

möglich sein.

Ein Besatz mit Wassertieren, die nicht in

der Verordnung angeführt sind bzw. in

den beiden Tabellen genannt werden,

muss von der Behörde per Bescheid bewilligt

werden (z. B.: Graskarpfen, Schwarzbarsch

etc.), da ein Besatz mit diesen

Arten mitunter sehr problematisch sein

kann. Das Aussetzen von invasiven gebietsfremden

Arten (z. B. Signalkrebs,

Sonnenbarsch, Blaubandbärbling etc.) ist

jedenfalls strikt verboten.

www.tiroler-fischereiverband.at

» Die Fischereiverordnung

regelt, welche Fischarten

ohne Anzeige besetzt

werden dürfen.

Daneben gibt es Arten,

die bei der Behörde zuvor

angezeigt werden müssen

oder sogar

bewilligungspflichtig sind. «

» Einen Pflichtbesatz

per se schreibt das Gesetz

nicht vor.

Allerdings kann

die Behörde bei mangelhafter

Bewirtschaftung

fischereiliche Beschränkungen

und auch Besatzmaßnahmen

vorschreiben. «

INFO

Wichtige fachliche Punkte zum

Thema Fischbesatz haben wir hier

zusammengefasst:

www.tiroler-fischereiverband.at/news/

fischbesatz-aber-richtig

23


NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

TFV-1/21

Bachforellen, die das Mindestmaß nicht erreicht oder überschritten

haben, können von den Bewirtschafter*innen ohne vorherige Anzeige

besetzt werden. Besatzfische müssen stets gesund und fit (u. a. intaktes

Flossenbild) sein.

Foto: Z. Schähle

Ein Besatz mit Bachsaiblingen muss 4 Wochen vor Besatztermin bei der

Behörde angezeigt werden. Erst nach Ablauf der 4 Wochen bzw. einer

frühzeitigen Zustimmung der Behörde darf der Besatz durchgeführt

werden.

Foto: A. Friedle

Tabelle 1:

Diese Wassertiere können jederzeit besetzt werden, sofern sie das Mindestmaß nicht

erreicht oder überschritten haben (außer eine Ausnahmegenehmigung liegt vor).

Wassertiere, durch deren Aussetzen keine Beeinträchtigung der Ziele nach §1 Abs. 2

des Tiroler Fischereigesetzes 2020 und des Naturhaushaltes zu erwarten ist:

www.ris.bka.gv.at elektronisch signiert – Tir. LGBl. - Kundgemacht am 26. Jänner 2021 - Nr. 7

Familie Äschen (Thymallidae)

Äsche (Thymallus thymallus)

Familie Bachschmerlen (Balitoridae)

Bachschmerle (Barbatula barbatula)

Familie Echte Barsche (Percidae)

Flussbarsch (Perca fluviatilis)

Zander (Sander lucioperca)

Familie Coregonen (Coregonidae)

Renke (Coregonus sp.)

Familie Dorsche (Gadidae)

Quappe Aalrutte (Lota lota)

Familie Koppen (Cottidae)

Koppe (Cottus gobio)

Familie Hechte (Esocidae)

Hecht (Esox lucius)

Familie Lachsfische (Salmonidae)

Bachforelle (Salmo trutta forma fario)

Seeforelle (Salmo trutta forma lacustris)

Seesaibling (Salvelinus umbla)

Familie Neunaugen (Petromyzontidae)

Ukrainisches Bachneunauge (Eudontomyzon mariae)

Familie Schmerlen (Cobitidae)

Steinbeißer (Cobitis taenia)

Muscheln (Unionidae)

Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina)

Große Teichmuschel (Anodonta cygnea)

Malermuschel (Unio pictorum)

Familie Karpfenfische (Cyprinidae)

Aitel (Squalius cephalus)

Barbe (Barbus barbus)

Brachse (Abramis brama)

Bitterling (Rhodeus amarus)

Elritze (Phoxinus phoxinus)

Gründling (Gobio gobio)

Hasel (Leuciscus leuciscus)

Karpfen (Cyprinus carpio)

Laube (Alburnus alburnus)

Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

Nase (Chondrostoma nasus)

Nerfling (Leuciscus idus)

Rotauge (Rutilus rutilus)

Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)

Schleie (Tinca tinca)

Strömer (Telestes souffia)

Tabelle 2:

Diese Wassertiere müssen zuvor bei der Behörde

rechtzeitig (4 Wochen vor Besatztermin) angezeigt

werden. Erst nach Ablauf der 4 Wochen bzw. einer

frühzeitigen Zustimmung der Behörde darf besetzt

werden.

Wassertiere, deren Aussetzen die Ziele nach

§ 1 Abs. 2 des Tiroler Fischereigesetzes 2020

bzw. des Naturhaushaltes beeinträchtigen kann:

www.ris.bka.gv.at elektronisch signiert – Tir. LGBl. - Kundgemacht am 26.

Jänner 2021 - Nr. 7

Familie Aale (Anguillidae)

Aal (Anguilla anguilla)

Familie Karpfenfische (Cyprinidae)

Karausche (Carassius carassius)

Familie Lachsfische (Salmonidae)

Huchen (Hucho hucho)

Bachsaibling (Salvelinus fontinalis)

Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss)

Familie Neunaugen (Petromyzontidae)

Bachneunauge (Lampetra planeri)

Familie Welse (Siluridae)

Wels (Silurus glanis)

Krebse (Astacidae)

Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes)

Edelkrebs (Astacus astacus)

Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)

» Ein Besatz mit Wassertieren, die nicht in den beiden Tabellen genannt werden,

muss von der Behörde per Bescheid bewilligt werden (Steigerung einer bloßen Anzeige). «

24 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

Gesetzliche „Verbote“

Die Ausübung des Fischfanges muss stets weidgerecht erfolgen. Im Fischereigesetz

wird festgehalten, dass der Fischfang weidgerecht ist, wenn

• er den herkömmlichen Gebräuchen und fischereikundlichen Erkenntnissen entspricht

• geeignete Fanggeräte, Fangvorrichtungen, Fangmittel und Fangmethoden verwendet

werden

Bei Verwendung folgender Fanggeräte, Fangvorrichtungen und Fangmittel wird der

Fischfang jedenfalls nicht weidgerecht ausgeübt und ist somit verboten:

• Sprengstoffe, Schusswaffen, Harpunen, Betäubungsmittel und Gifte

• elektrischer Strom. Ausnahmen: Zwecke der Forschung oder der Fischereiwirtschaft,

zur Verhütung ernster Schäden am Fischbestand, Fischbestandsuntersuchungen

• Fischfallen und ständige Fangvorrichtungen in fließenden Gewässern

• Fischnetze mit Ausnahme von Handdaubel zum Zwecke des Köderfischfangs

• Stechen, Anreißen, Prellen und Keulen

• Einsatz von künstlichen Lichtquellen oder chemischen Leuchtsoffen

• Fischfang aus Flugzeugen oder fahrenden Kraftfahrzeugen

Gemäß der Tiroler Fischereiverordnung gilt zusätzlich als nicht weidgerecht bzw. als

verboten die Verwendung von:

• lebenden Wirbeltieren als Köder (z. B. lebendiger „Köderfisch“; Wurm und Maden

sind keine Wirbeltiere!)

• revierfremden Köderfische (Köderfische müssen also aus dem Revier gefangen

werden, indem man auch fischen will). Ist im Hinblick auf die Seuchenverschleppung

sehr wichtig!

• gleichzeitig mehr als einer Angelrute bzw. einer Hauptschnur in Fließgewässern

oder von gleichzeitig mehr als drei Angelruten bzw. drei Hauptschnüren in Seen

durch eine Person

• Langleinen, außer für wissenschaftliche Zwecke

Bewirtschafter*innen und Fischereiausübungsberechtigte können in ihren Revieren zusätzliche

Verbote, wie z. B. die Verwendung eines Echolots, Verwendung bestimmter

Köder, Widerhakenverbot etc., einführen. Die gesetzlichen Verbote können jedoch

nicht eigenmächtig gelockert werden.

» Bewirtschafter*innen

können in ihren Revieren

zusätzliche Verbote,

wie z. B. die Verwendung

eines Echolots,

Verwendung bestimmter

Köder, Widerhakenverbot

etc., einführen. «

www.tiroler-fischereiverband.at

25


NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

TFV-1/21

» Sämtliche Meldungen

können die

Bewirtschafter*innen sicher

und unkompliziert über

ifisch.tiroler-fischereiverband.at

(Menüpunkt Revierverwaltung)

abwickeln. «

» Wird der QR-Code einer

Tiroler Fischerkarte gescannt,

wird neben dem Gültigkeitsstatus

(gültig/ungültig) auch angezeigt,

ob der/die Inhaber*in der Karte

für ein bestimmtes Revier

als Jahreslizenznehmer*in

ordnungsgemäß gemeldet

wurde. «

Meldepflichten für Bewirtschafter*innen

Fischereiausübungsberechtigte bzw. Bewirtschafter*innen

müssen per Fischereigesetz

und Fischereiverordnung bestimmte

Meldungen an den Tiroler Fischereiverband

tätigen. Der TFV muss dann diese teilweise

wiederum an die Behörden weiterleiten.

Sämtliche Meldungen können die Bewirtschafter*innen

sicher und unkompliziert

über ifisch.tiroler-fischereiverband.at (Menüpunkt

Revierverwaltung) abwickeln. Die

Meldung der Fang- und Besatzstatistik

sowie die Meldungen der ausgegebenen

Tageslizenzen wird zum Jahresende hin

online freigeschalten werden. Folgende

Meldungen sind zu beachten:

Jahreslizenznehmer*innen:

Die aktuellen Jahreslizenznehmer*innen

eines Reviers sind ohne unnötigen Aufschub

(also laufend und nicht erst am

Jahresende!) dem TFV zu melden. Bewirtschafter*innen

können dies sicher und

unkompliziert über iFisch (ifisch.tirolerfischereiverband.at),

unter dem Menüpunkt

„Revierverwaltung“, durchführen. Das System

überprüft automatisch, ob die Jahreslizenznehmer*innen

eine gültige Tiroler

Fischerkarte besitzen. Ohne gültige Tiroler

Fischerkarte kann eine Person nicht als Jahreslizenznehmer*in

eingetragen werden.

Wird der QR-Code einer Tiroler Fischerkarte

gescannt, wird neben dem Gültigkeitsstatus

(gültig/ungültig) auch angezeigt, ob der/die

Inhaber*in der Karte für ein bestimmtes Revier

als Jahreslizenznehmer*in ordnungsgemäß

gemeldet wurde.

Anzahl ausgegebener Tageslizenzen:

Am Jahresende (spätestens bis zum 31.

Jänner des Folgejahres) ist die Anzahl

aller erteilten Tageslizenzen dem TFV zu

melden (pro Revier). Zum Beispiel: Im Revier

XXXX wurden im Jahr 2021 insgesamt

125 Tageslizenzen ausgegeben. Wurden

keine Tageslizenzen ausgegeben, ist eine

Leermeldung zu tätigen. Die Meldung

Besuchen Sie uns

auf der TFV-Homepage und

entdecken Sie die Fischerei in Tirol!

❚ Auswahl an Gewässern für einen spannenden und erholsamen Fischertag

❚ Newsletter abonnieren

❚ Die wichtigsten rechtlichen Voraussetzungen, um in Tirol fischen zu dürfen

❚ TFV-Mitgliedschaft abschließen

❚ Anmeldung zu den Fischerkursen

❚ Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen

❚ Berichte und Studien rund um das Thema Fischerei und Bewirtschaftung

❚ Infos zu Fischereivereinen, Angelteichen und Fischzuchten

www.tiroler-fischereiverband.at

26 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

NEUE FISCHEREIVERORDNUNG

wird zum Jahresende hin über ifisch.

tiroler-fischereiverband.at möglich sein.

Besatzmeldung:

Am Jahresende (spätestens bis zum 28. Februar

des Folgejahres) ist eine Meldung

über die ausgesetzten Wassertiere (Besatzmeldung)

beim TFV zu erstatten (pro Revier).

Wurden keine Wassertiere besetzt, ist eine

Leermeldung zu tätigen. Die Meldung wird

zum Jahresende hin über ifisch.tirolerfischereiverband.at

möglich sein.

Fangverzeichnis („Fangstatistik“):

Wir empfehlen allen Fischereiausübungsberechtigten

bzw. Bewirtschafter*innen

diese angeführten Meldungen

über das TFV-Mitgliederportal

iFisch (ifisch.tiroler-fischereiverband.at)

durchzuführen. Hierzu kann im Menüpunkt

„Revierverwaltung" das entsprechende

Revier ausgewählt und

dann die jeweilige Meldung getätigt

werden. Dies ist der schnellste, sicherste

und unkomplizierteste Weg für

alle Beteiligten.

Am Jahresende (spätestens bis zum 28.

Februar des Folgejahres) sind die entnommenen

Fische und Krebse dem TFV getätigt werden wollen, sind zwingend die

Sollten diese Meldungen nicht über iFisch

zu melden (pro Revier). Hierbei handelt Muster bzw. Vorlagen der Fischereiverordnung

zu verwenden. Diese werden auch auf

es sich um eine zusammenfassende Jahresmeldung.

Wurden weder Fische noch der Homepage des Tiroler Fischereiverbandes

zum Download zur Verfügung stehen

Krebse entnommen, ist eine Leermeldung

zu tätigen. Die Meldung wird zum Jahresende

hin über ifisch.tiroler-fischereiverben

wieder an den TFV retourniert werden

und müssen dann ausgefüllt und unterschrieband.at

möglich sein.

(per E-Mail oder per Post).

Forellenzucht F ischladele Angelsee

Nähere Informationen/Literatur:

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wx

e?Abfrage=LrT&Gesetzesnummer=20000855

ARLINGHAUS R. (2017): Nachhaltiges Management

von Angelgewässern: Ein Praxisleitfaden.

Berichte des IGB, Band 30.

Angelsee

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Fischrösterei

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bis 1. November 2021

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www.tiroler-fischereiverband.at

27


VEREINSVORSTELLUNG

TFV-1/21

Von Luis Töchterle, Geschäftsführer Fischereigesellschaft Innsbruck

Ein Fischereiverein stellt sich vor:

Die Fischereigesellschaft Innsbruck

Die Fischereigesellschaft Innsbruck wurde 1876 gegründet, sie ist damit einer der ältesten Fischervereine Österreichs mit reicher Tradition

und Erfahrung. Sie übernimmt mit ihrem Einsatz für die Lebensräume am und im Wasser Verantwortung in sehr aktuellen Themenbereichen.

Ihre Motive und ihre Kompetenz resultieren aus der gemeinsamen Begeisterung fürs Fischen.

Aufgaben und Ziele

Die Fischereigesellschaft Innsbruck ist bestrebt,

ihre Reviere in einem guten ökologischen Zustand

mit einem gesunden Fischbestand zu erhalten.

Dafür achtet sie auf eine schonende und nachhaltige

Ausübung der Fischerei, setzt sich für den Gewässerschutz

ein und wirkt aktiv an entsprechenden

Gesetzesgrundlagen mit.

Die Fischereigesellschaft bietet ihren Mitgliedern

eine interessante Fischweid an mehreren Revieren

in den Bezirken Innsbruck Stadt und Land. Für

einige Reviere, z.B. Revier 1019 Inn-Innsbruck und

2015 Inn-Hall vergibt sie auch Jahreskarten an

Nichtmitglieder. Tageskarten gibt es für den Axamer

Bach. Als Verein ist die Fischereigesellschaft natürlich

auch um Geselligkeit und um den freundschaftlichen

Umgang ihrer Mitglieder bemüht. Mit der Fischerhütte

in der Gaisau steht ihr dafür ein geeigneter

Treffpunkt zur Verfügung.

Geschichte

Anlass zur Gründung war das Freiwerden der

Pacht für die städtische Fischerei am Inn und am

Höttinger Gießen. Für dieses Revier der Stadt

Innsbruck dauert das Pachtverhältnis bis heute

ohne Unterbrechung an. Zweck der Gründung

war „die ordentliche wirtschaftliche Betreuung

dieses Fischgebietes, das vorher durch übertriebene

und unzweckmäßige Ausbeutung, mangelhafte

Aufsicht und überhandnehmenden Diebstahl“ (Zitat

aus der Festschrift 2001) gelitten hatte. Von den

36 Mitgliedern bei der Gründungsversammlung

übte nur ein kleiner Teil die Fischerei selbst aktiv

aus, die Mehrheit waren Förderer und an der geselligen

Seite des Vereins interessiert. Schonzeiten

und Mindestmaße für die Fischentnahme wurden

eingeführt und bald begann man mit der Aufzucht

von Besatzfischen. Ab 1881 erfolgten Anpachtungen

und Zukäufe von weiteren Fischereirevieren. Finanziert

wurden diese durch großzügige Zuwendungen

von Einzelmitgliedern und durch die Ausgabe

von Anteilsscheinen.

Auf Betreiben der Fischereigesellschaft Innsbruck

wurde die Fischerei mit Fischfallen und Netzen in

Fließgewässern verboten, die besonders an laichenden

Äschen großen Schaden angerichtet

hatte. Auch der Verkauf von selbstgefangenen Fischen

wurde den Mitgliedern untersagt und damit

einer Überfischung ein Riegel vorgeschoben. Durch

Mitglieder der Gesellschaft kam es 1909 zur Gründung

eines Landesfischereivereins, der eine Fischzucht

in Thaur aufbaute, und in weiterer Folge zu

einem ersten Tiroler Fischereigesetz führte, in dem

allgemeine Regeln zu einer nachhaltigeren Ausübung

der Fischerei festgelegt waren.

Zentrales Thema Gewässerschutz

Besondere Anstrengungen erforderte immer schon

INFO

Mehr Infos unter

www.fischereigesellschaft-innsbruck.at

Impressionen aus den Revieren der Fischereigesellschaft Innsbruck.

28 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

VEREINSVORSTELLUNG

das Bestreben, schädliche Einflüsse von den Gewässern

fernzuhalten. Vor dem Hintergrund heutiger

Umweltstandards erscheinen frühere Zustände

geradezu abenteuerlich. So machte die Einleitung

von Teerabwässern einer Gasfabrik und das ständige

Einwerfen von Kalkabfällen in die Sill dieses

Gewässer nahezu fischleer. Die Stadt Innsbruck

verpachtete ihre Reviere nur unter der Bedingung,

dass gegen die Einleitung der Kanalisierung,

gegen den Einwurf des gesamten Mülls der Stadt

in das fließende Gewässer beim Silleinfluss und

gegen Wasserentzug für das städtische Elektrizitätswerk

kein Einwand erhoben wird. Nach dem

2. Weltkrieg plünderten Besatzungssoldaten die

Fischwässer durch den Einwurf von Sprengkörpern.

Besonders die Errichtung von Wasserkraftwerken

war mit tiefgreifenden Schäden am Fischbestand

verbunden. Mit dem Bau des bayrischen Kraftwerks

Jettenbach im Jahr 1924 unterblieb der Laichzug

von Nasen und Barben aus der Donau. Von den

27 nachgewiesenen Fischarten im Inn verblieben

nur noch Bachforellen, Äschen, Koppen und vereinzelte

Huchen. Zu diesem Artenverlust trug

auch die Innregulierung und industrielle Schotterentnahme

maßgeblich bei. Einen Schwallbetrieb

gibt es am Inn seit Inbetriebnahme des KW Prutz-

Schönwies 1956, seit damals ist das Eigenaufkommen

von Forellen und Äschen schwer beeinträchtigt.

Die harte Verbauung von Seitenzubringern

verstärkte diesen Effekt.

Der Gewässerschutz erfordert bis heute großen

Einsatz. Verkehrs- und Industriebauten, Hochwasserschutzmaßnahmen

und der Betrieb von Wasserkraftwerken

bringen immer wieder ökologische

Schäden mit sich. In wasser- und naturschutzrechtlichen

Verfahren muss die Position der

Fischerei qualifiziert vertreten werden, um

Schäden hintan zu halten oder wenigstens auszugleichen.

Jüngste Beispiele für Initiativen zur ökologischen

Verbesserung sind die Seitenbachanbindungen

am Gießenbach und beim Gaisau-Abfluss in Hatting.

Die gestörte Reproduktion der Äschen und

Bachforellen im Inn braucht allerdings wesentlich

mutigere Schritte und eine entschlossenere Unterstützung

seitens der Behörden. Auch im eigenen

Verantwortungsbereich ist man um Nachhaltigkeit

bemüht. In Bachstrecken mit ausreichendem Eigenaufkommen

erfolgt nur eine geringe Entnahme,

was einen Besatz gänzlich unnötig macht. Die Fischereiregeln

sehen einen kompletten Verzicht

auf Widerhaken und Naturköder vor, dem Fliegenfischen

wird der Vorzug eingeräumt.

Zum Schmunzeln

Die Chronik eines so altehrwürdigen Vereins bringt

auch Dinge zutage, die heute zum Schmunzeln

anregen. Finanzbehörden waren offenbar immer

schon kreativ beim Aufspüren neuer Einnahmequellen.

So mussten Fischer in den 1930er Jahren

für ihre selbstgefangenen Fische eine Umsatzsteuer

abliefern.

Zugewanderte Huchen wurden als ernsthafte Bedrohung

des Fischbestandes betrachtet. Ein Aufsichtsfischer,

der mehrere davon bei Ampass mit

einer Harpune gestochen hatte, kam mit der Begründung

„einer ansonsten entstehenden Schädigung

des Fischwassers“ straffrei davon.

Im Pachtvertrag mit der Stadt Innsbruck aus dem

Jahr 1940 ist festgehalten: „Im Interesse der Versorgung

der Bevölkerung von Innsbruck mit Fischen

ist die Pächterin verpflichtet, die gefangenen

Fische abzuliefern, falls dies durch die Behörde

vorgeschrieben wird.“ Ob es jemals dazu kam, ist

nicht überliefert.

» Besonders die Errichtung

von Wasserkraftwerken

war mit tiefgreifenden

Schäden am Fischbestand

verbunden. «

» Der Gewässerschutz

erfordert bis heute

großen Einsatz. Verkehrsund

Industriebauten,

Hochwasserschutzmaßnahmen

und der Betrieb von Wasserkraftwerken

bringen immer

wieder ökologische Schäden

mit sich. «

Fotos: Fischereigesellschaft Innsbruck

» Die Fischereiregeln sehen

einen kompletten Verzicht auf

Widerhaken und Naturköder

vor, dem Fliegenfischen wird

der Vorzug eingeräumt. «

www.tiroler-fischereiverband.at

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STARKE FÄNGE

TFV-1/21

STARKE FÄNGE AUS HEIMISCHEN REVIEREN

STARKE FÄNGE VOM FISCHERCLUB PETRI HEIL ZILLERTAL

ÄSCHE

Fotos oben v. l. n. r.: Marcel Schlüsselberger mit zwei Karpfen aus der Weißlahn.

Fotos unten v. l. n. r.: Martin Flörl mit einer 72 cm langen Renke aus dem Gerlosstausee.

Am Achensee überlisteten Mathias Hauser und Mair Christian Hechte mit einer Länge von 80 cm.

Mit ca. 47 cm kann sich diese Schönheit aus dem Inn

sehen lassen und wurde von Silvio Rieser sofort wieder

released.

BACHFORELLE HECHT AUSSERGEWÖHNLICHE BACHFORELLE

Alle Achtung!

Diese Bachforelle wurde von Sivlio Rieser bei glasklarem

Wasser und Sturm in der Brandenberger Ache

gefangen.

Hecht-Alarm!

Dieser schwere Räuber ging Michael Schipflinger von

den Pikehunters Austria an den Haken. 90 cm lang und

5 kg Kampfgewicht – Respekt!

Einen kurzen Moment sprachlos machte diese Bachforelle

Ossi und Lukas Stock aus Kramsach. Am Eingang zur Kaiserklamm

überlisteten die beiden die Bachforelle – sie

schien „mehr dick als lang zu sein.“ Warum? – Vier Mäuse

zu verdauen ist auch für Bachforellen ein ganzes Stück

Arbeit.

Wenn auch Sie Ihren „starken Fang aus heimischem Revier“ hier abgebildet sehen wollen, dann senden Sie uns doch bitte Ihr Foto an die Redaktion des TFV unter: tfv@tiroler-fischereiverband.at

Teilen Sie uns bitte einige Informationen zum Fang mit. z. B.: Wer hat das Tier wann gefangen, welche Fischart ist es (am Foto oft schlecht zu erkennen), wo wurde der Fang gemacht

(welches Revier), Länge, Gewicht, Köder bzw. Methode usw.

Jetzt TFV-Newsletter abonnieren unter:

www.tiroler-fischereiverband.at/kontakt/newsletter.html

30 www.tiroler-fischereiverband.at


TFV-1/21

TERMINVORSCHAU

BEZIRKSVERSAMMLUNGEN 2021

Bei den jährlich stattfindenden Bezirksversammlungen werden

die TFV-Mitglieder über die Tätigkeiten des Fischereirevierausschusses

informiert. Der Fokus liegt hierbei auf den fischereilichen

Projekten und Herausforderungen des jeweiligen

Bezirkes. Die Bezirksversammlung bietet aber auch Raum für

einen Gedankenaustausch und Diskussionen rund um das

Thema Fischerei, wobei jedes Mitglied der Bezirksversammlung

durch die Wahrnehmung des Stimmrechts die Fischerei in

Tirol aktiv mitgestalten kann.

Imst, 01.10.2021

GH Orangerie, Stiftshof 7, 6422 Stams

Beginn: 19:00 Uhr

Lienz, 27.08.2021

Brauereigasthof Falkenstein in Lienz, Pustertaler Straße 40, 9900 Lienz

Beginn: 19:00 Uhr

Bitte nehmen Sie Ihre gültige

Tiroler Fischerkarte zur Versammlung mit!

Genauere Informationen zu den Versammlungen finden Sie zeit -

gerecht auf unserer Homepage www.tiroler-fischereiverband.at

FISCHEREIAUFSEHER 2021

Der einwöchige Ausbildungskurs

für zukünftige Fischereiaufsichtsorgane findet

vom 11. Oktober - 15. Oktober 2021 statt.

Prüfungstermin: Freitag, 05. November 2021

Nähere Informationen und Anmeldung unter:

www.tiroler-fischereiverband.at/aus-weiterbildung/aufsichtsfischerkurs

F(R)ISCHE

AUS TIROL

Unser Online Shop mit regionalen

www.tiroler-fischereiverband.at

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VERLÄNGERUNG IHRER TIROLER FISCHERKARTE BEACHTEN

Die Tiroler Fischerkarte gilt immer bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres. Die Verlängerung der

Fischerkarte für das nächste Jahr geschieht durch die rechtzeitige Einbezahlung des Mitgliedbeitrages

beim Tiroler Fischereiverband. Sie können ab November die Kartenverlängerung sicher und einfach

von zuhause aus über das online TFV-Mitgliederportal iFisch abwickeln. Wenn Sie nicht auf iFisch

registriert sind, erhalten Sie per Post eine entsprechende Zahlungsinformation.

Wichtig: Wird der Mitgliedsbeitrag nicht bis zum 30. April eines jeden Jahres auf das Konto des Tiroler Fischereiverbandes

einbezahlt, ist eine Verlängerung der Tiroler Fischerkarte nicht mehr möglich. In diesem Fall muss bei der

Bezirksverwaltungsbehörde eine neue Tiroler Fischerkarte beantragt werden (sofern wieder eine gültige Fischerkarte

gewünscht wird), was wiederum mit zusätzlichen Mühen und Kosten verbunden ist.

iFisch

www.tiroler-fischereiverband.at

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