03.08.2021 Aufrufe

UMWELT JOURNAL 2021-2

UMWELT JOURNAL Nr. 2/2021 mit den Themen: EU-Klimagesetz, Filtrationsprojekte, Luftqualität, Kreislaufwirtschaft, Grüne Logistik, Energie, Recycling, Green Logistics, E-Mobilität, Wasserstoffspeicherung, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

UMWELT JOURNAL Nr. 2/2021 mit den Themen:
EU-Klimagesetz, Filtrationsprojekte, Luftqualität, Kreislaufwirtschaft, Grüne Logistik, Energie, Recycling, Green Logistics, E-Mobilität, Wasserstoffspeicherung, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

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ABS.: UMWELT JOURNAL | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA

Heft 2/2021

EU-Kommission

will Klimagesetz

Wer braucht eine Filtrationsanlage?r

Kontrolle von Luftqualitätr

Lösemittelbasiertes Kunststoffrecyclingr

Gleichstellung als Investmentkriteriumr

Gebäude revitalisieren = Klimaschutzr


UMWELTjournal 2/2021 | S2

INHALT

2/2021

02 Inhalte

03 Editorial, Stories

04 Aktuelles

06 Wassertechnik Forschungsprojekt ULTRA-F

10 Lufttechnik Kontrolle von Luftqualität

12 COVER EU-Vorschlag zu Klimagesetz

16 Messtechnik Sonde für Rauchgasmessung

20 Energie Das neue Energielabel kommt

24 Bau Gebäude revitalisieren = Klima schützen

26 Recycling Lösemittelbasiertes Kunststoffrecycling

28 Green Finance Gleichstellung von Frauen

29 Green Logistics 6. eCommerce Logistik Day

30 Green Finance Green Bond ETF

32 Ausbildungen, Seminare, Partner

33 Award Staatspreis Unternehmensqualität 2021

34 Ausblick UMWELT JOURNAL 2021

35 UMWELT+MOBILITÄT Sonderausgaben für 2021

06

Wassertechnik

Eine bayerische Firma

sucht im Rahmen

eines Forschungsprojektes

Neubauprojekte,

in denen eine

Ultrafiltrationsanlage

für Wasser zu besonders

günstigen Konditionen

eingebaut

werden kann.

#SauberInvestier


12

EU will Klimagesetz

Die EU-Kommission hat ein weitreichendes

Klimagesetz vorgeschlagen,

um dem Klimawandel

zu begegnen.

20

Energie

Das gute, alte Energielabel auf

Elektrogeräten wird abgelöst.

Das neue Zeichen soll klarer und

verständlicher sein und wird EUweit

ausgerollt. Österreich ist bei

der Einführung federführend.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Werte Kunden!

Das erste Quartal 2021 brachte scheinbar wenig

Neues: Die Pandemie begleitet uns noch immer sehr

eng und die Wirtschaft ist nur langsam wieder angelaufen.

Im Hintergrund spielt sich aber einiges ab. Denn die

Zeiten geringer Öffentlichkeit wurden vielerorts fürs

Nachdenken verwendet, für Forschung und Entwicklung

sowie für neue Ansätze zur Lösung alter Probleme.

Wichtig ist nun, die vorherrschenden Probleme – Klimawandel,

Wasserqualität und -versorgung, Energieverbrauch

und Energiemanagement, nachhaltigeren Bau und

mehr Kreislaufwirtschaft – mittels neuer Konzepte in den

Griff zu bekommen und einen nachhaltigen Weg in die

Zukunft zu ebnen.

In der vorliegenden Ausgabe wollen wir dazu wieder

Best-Practice-Beispiele aus mehreren Bereichen der

Umwelttechnik und der Wirtschaft geben: Wassertechnik,

Energiewirtschaft, Green Logistics, Messtechnik,

Bauindustrie und Green Finance.

en

36

Green Finance

Wer nachhaltig investieren will,

hat verschiedene Themenfelder

zur Auswahl. Eine deutsche Anlagegesellschaft

bietet nun auch

das Thema Gleichstellung an.

Viele Ziele lassen sich mit einer besseren Ausbildung

erreichen. Wie immer zeigen wir auch hier Möglichkeiten

auf zur Aus- und Weiterbildung und wo Sie diese am

besten absolvieren sollten.

Das UMWELT JOURNAL ist seit vielen Jahren Wegbegleiter

der Nachhaltigkeit – wir zeigen regelmäßig auf, wer

nachhaltig arbeitet, welche Modelle angewendet werden

und welche Arbeitsweisen sinnvoll sind.

Weiterhin viel Lesevergnügen,

Ihr Peter R. Nestler

Herausgeber


UMWELTjournal 2/2021 | S4

Neues Prüf- und Zertifizierungsangebot für Verpackungen

In Kooperation mit der Reclay

Group bietet TÜV SÜD einen

neuen Service zur Prüfung und

Zertifizierung der Recyclingfähigkeit

von Verpackungen. Angewendet

wird das Prüf- und

Zertifizierungsverfahren für

Verpackungen aus Kunststoff,

Papier, Karton, Glas, Aluminium,

Eisenmetallen, Holz und

Verbundstoffen. Der TÜV SÜD

Standard „Recyclingfähigkeit

von Verpackungen“ berücksichtigt

sämtliche relevanten

Normen und Standards.

Die EU will bis 2030 alle in

der EU in Verkehr gebrachten

Kunststoffverpackungen wiederverwendet

und recycelt

sehen. Hierfür setzt sie unter

anderem auf die Schaffung von

Qualitätsstandards für sekundäre

Rohstoffe, die Förderung von

Zertifizierungen, verbindliche

Vorschriften für den Mindestgehalt

an recycelten Inhalten

in bestimmten Produkten oder

die Reduktion von Einwegkunststoffen.

Mit dem neuen

TÜV SÜD Standard „Recyclingfähigkeit

von Verpackungen“

unterstützen TÜV SÜD und

Reclay Group Hersteller, Abfüller,

Importeure, Online-Händler,

Handelsketten und weitere Lieferanten,

die verpackte Güter

verkaufen oder in Umlauf bringen,

auf dem Weg hin zur Etablierung

kreiswirtschaftlicher

Systeme.

„Die Bewertung der Recyclingfähigkeit

von Verpackungen

inklusive aller Einzelkomponenten

erfolgt in unserem neuen

TÜV SÜD Standard unter Berücksichtigung

regionaler Sammel-

und Verwertungsstrukturen,

der Sortierfähigkeit als

Grundvoraussetzung für Recycling

sowie dem Marktpotenzial

von Sekundärrohstoffen, um

Primärrohstoffe zu ersetzen. In

Kombination mit einer exakten

Materialprüfung erzielen wir damit

ein Höchstmaß an Genauigkeit

für die Zertifizierung ‘“,

berichtet Dr. Robert Hermann,

Geschäftsbereichsleiter „Umwelttechnik

& Klimaschutz“ bei

TÜV SÜD in Österreich.

Barbara Hettche, Senior Consultant

bei der Reclay Group,

ergänzt: „Oft führen schon kleine

Veränderungen zu wesentlichen

Verbesserungen. Der

Einsatz digitaler Technologie

gewährleistet ein Maximum an

Transparenz und ganzheitliche

Bewertung der Recyclingfähigkeit

von Verpackungen.“

Das neuartige Hybrid-Sternsieb von Neuenhauser Umwelttechnik

Neuartiges Hybrid-Sternsieb von

Neuenhauser Umwelttechnik

Foto © Reclay Group

Das neuartige Sternsieb „Super-

Screener 2F Hybrid auf Kette“

von Neuenhauser Umwelttechnik

hilft bei der schnellen und

effzienten Aufbereitung von

Biomasse oder Abfall direkt vor

Ort noch einfacher und mobiler.

Bei der Entwicklung stand neben

der Wartungsfreundlichkeit insbesondere

die Reduzierung von

CO2-Emissionen durch ein neuartiges

Hybrid-Antriebssystem

im Vordergrund. Zudem ist das

neue 2F Hybrid noch modularer

und damit servicefreundlicher

aufgebaut als sein Vorgänger.

Der neu gestaltete Motorraum

beinhaltet ein Generatorset mit

110kVA mit einem Tier 3A John

Deere Dieselmotor und die Batterie

und den Dieseltank mit 190

Litern Fassungsvermögen. Vier

Containerverschlüsse sichern

das Gehäuse auf dem Hauptrahmen

der Maschine. Alle Seiten

des Motorraums sind mit großen

Wartungstüren ausgestattet, um

die Zugänglichkeit zum Innenraum

zu gewährleisten.

Das gesamte Gehäuse hat ein

Gewicht von 2.2 Tonnen und

lässt sich mit wenigen Handgriffen

und mit Hilfe eines Gabelstaplers

oder eines Krans von der

Maschine heben. Der Antrieb

kann somit weit entfernt von der

Maschine selbst und geschützt

von Staub und Dreck aufgestellt

werden. Das schützt nicht nur

den Luftfilter vor starken Verunreinigungen,

sondern zudem

auch den Dieselmotor vor einer

möglichen Überhitzung.

Kunden, die Netzstrom zur Verfügung

haben, können damit

auch die Maschine betreiben.

Das minimiert Maschinenstillstände

und spart Kosten.


Zwei Recycling-Experten

neu bei der Vecoplan AG

In den vergangenen Monaten

hat die englische Tochtergesellschaft

der Vecoplan AG ihre

Vertriebsmannschaft weiter aufgestockt.

Neu dazugekommen

sind Gareth Bray als Gebietsvertriebsleiter

Großbritannien

und Ruben Maistry als internationaler

Gebietsvertriebsleiter,

beide für den Geschäftsbereich

Recycling | Waste.

Mit Innovationen und neuen

Produkten ist die Vecoplan AG

weiter auf Wachstumskurs. Um

Kunden noch umfangreicher

zu unterstützen, begrüßte die

englische Tochtergesellschaft

Vecoplan Limited zwei neue Mitglieder

in ihrem Team.

Als internationaler Gebietsvertriebsleiter

für den Geschäftsbereich

Recycling | Waste wird

Ruben Maistry Kunden und

Vertreter weltweit mit seinem

umfangreichen und fundierten

Wissen über die Recyclingbranche

unterstützen. Vecoplan

Kunden profitieren durch

Maistry von mehr als zwölf Jahren

Erfahrung in der Metall- und

Abfallrecyclingbranche und

Gareth Bray ergänzt als neues

Mitglied das britische Vecoplan-

Vertriebsteam.

Fotos (2): Vecoplan AG

umfangreichen Erfahrungen im

Anlagenbau.

Ebenfalls neu im Geschäftsbereich

Recycling | Waste ist Gareth

Bray. Bei der Vecoplan Limited

wird er als Gebietsvertriebsleiter

Kunden im gesamten britischen

Markt betreuen. Sein Schwerpunkt

liegt in der stoffichen und

energetischen Verwertung von

Abfällen und Kunststoffen, der

Daten- und Aktenvernichtung

und dem Ausbau des Waste-

2-Energie-Sektors. Er blickt auf

rund 25 Jahre Erfahrung im Recycling

zurück.

Die Vecoplan AG ist ein Hersteller

von Maschinen- und

Anlagen der Ressourcen- und

Recyclingwirtschaft für die Zerkleinerung,

Förderung und Aufbereitung

von Holz, Biomasse,

Kunststoffen, Papier und weiteren

Wertstoffen sowie von

Haus- und Gewerbeabfällen.

Die Systeme und Komponenten

werden von Vecoplan® entwickelt,

produziert und weltweit in

den Segmenten Holzaufbereitung

und Reststoffaufbereitung

vertrieben.

Als internationaler Gebietsvertriebsleiter

von Vecoplan wird

Ruben Maistry Kunden und

Vertreter im internationalen

Markt betreuen.

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UMWELTjournal 2/2021 | S6

Neubauprojekt für Kooperation bei

Forschungsprojekt ULTRA-F gesucht

Die Firma Seccua mit Sitz in Steingaden in Oberbayern ist Innovations- und Technologieführer

für standardisierte Membranfilteranlagen zur dezentralen Aufbereitung von

Trinkwasser. Gemeinsam mit fünf wissenschaftlichen Einrichtungen und weiteren Industriepartnern

arbeitet Seccua am von der TU Dresden geleiteten Forschungsprojekt

„ULTRA-F - Ultrafiltration als Element der Energieeffizienz in der Trinkwasserhygiene“.

Dabei geht es um die Frage, wie sich in Verbindung

mit Ultrafiltration Trinkwasserhygiene

in der Gebäudetechnik auch dann

risikolos umsetzen lässt, wenn die Trinkwarmwasser-Temperaturen

aus Gründen der Energieeinsparung

unter die vorgeschriebenen 60°C abgesenkt

werden. Für Feldversuche in diesem Zusammenhang

suchen die Projektverantwortlichen der Forschungskooperation

und Seccua kurzfristig Neubauprojekte

in ganz Deutschland, die sich kurz

vor der Fertigstellung befinden, in die eine Ultrafiltrationsanlage

von Seccua zu besonders guten

Konditionen eingebaut werden kann. Interessenten

können sich gerne bei Seccua melden.

Dabei geht es um die Frage, wie sich in Verbindung

mit Ultrafiltration Trinkwasserhygiene in der

Gebäudetechnik auch dann risikolos umsetzen

lässt, wenn die Trinkwarmwasser-Temperaturen

aus Gründen der Energieeinsparung unter die

vorgeschriebenen 60°C abgesenkt werden. Für

Feldversuche in diesem Zusammenhang suchen

die Projektverantwortlichen der Forschungskooperation

und Seccua kurzfristig Neubauprojekte

in ganz Deutschland, die sich kurz vor der Fertigstellung

befinden, in die eine Ultrafiltrationsanlage

von Seccua zu besonders guten Konditionen

eingebaut werden kann. Interessenten können

sich gerne bei Seccua melden.

Der Energiebedarf für die Wärmeversorgung wird

künftig zu mehr als 50 Prozent von der Trinkwassererwärmung

bestimmt. Dabei geht in einem Gebäude

mit zentraler Trinkwassererwärmung viel

Energie ungenutzt verloren. Seccua ist ein Industriepartner

im Forschungsprojekt „ULTRA-F - Ultrafiltration

als Element der Energieeffzienz in der

Trinkwasserhygiene“ unter Leitung der TU Dresden,

das u. a. vom DVGW begleitet wird. Ziel des

Forschungsprojektes „Ultra-F“ ist eine ganzheitliche

und systematische Untersuchung von Trinkwasser-Installationen

nicht nur im Labor, sondern

auch im Feldversuch. So soll der Nachweis der

Wirksamkeit von Ultrafiltration hinsichtlich der Sicherstellung

eines hygienisch einwandfreien Betriebes

bei abgesenkten Trinkwarmwasser- Temperaturen

erbracht werden. Zudem will man die

primärenergetischen Wirkungen und die Effekte

der CO2-Emissionsminderung ermitteln. Seccuas

ganzheitlicher Ansatz zur Vermeidung der Ursache

einer Legionellen-Kontamination beruht auf

der dauerhaften Nährstoffreduktion und Vermeidung

der “Neukontamination” am Hauswassereingang.

Seccua-Filter entfernen am Hauswassereingang

Bakterien wie Legionellen sowie Einzeller

wie Amöben, die eine wesentliche Rolle bei der

Vermehrung von Legionellen spielen, aus dem

Wasser. So könnten neue Gebäude vor Legionellen

und „Kontamination“ bei der Erstbefüllung geschützt

werden. Dies gilt es nun in der Praxis wissenschaftlich

nachzuweisen.

Teilnahme am Forschungsprojekt “ULTRA-F”

Ziel der Feldversuche ist es, die Energieverluste

bei der Trinkwassererwärmung zu minimieren und

gleichzeitig die Trinkwasserhygiene im gesamten

Gebäude zu gewährleisten. Es muss sichergestellt

sein, dass Keime wie Legionellen das Trinkwasser

im Gebäude nicht belasten und die Anforderungen

der Trinkwasserverordnung eingehalten sind. Nun

gibt es für Besitzer von Wohngebäude die Möglichkeit,

mit ihrem Neubau gemeinsam mit Seccua

an diesem Forschungsprojekt teilzunehmen und in

ihrem Wohngebäude eine Temperaturabsenkung

unter wissenschaftlicher Betreuung zu erproben.

Folgende Voraussetzungen für eine Teilnahme

müssten erfüllt sein:

• Wohngebäude als Neubau oder mit komplett erneuerter

Trinkwasser-Installation (nicht nur zentraler

Trinkwassererwärmer, sondern auch komplettes

Rohrleitungssystem und alle Armaturen etc.), bis

Mitte des Jahres 2021 betriebsbereit,


• Trinkwasser-Installation ist noch unbefüllt und

entspricht den allgemein anerkannten Regeln

der Technik.

• Pläne der Trinkwasser-Installation müssen zur

Verfügung gestellt werden.

• Der bestimmungsgemäße Betrieb der Installation

sollte jederzeit nach Inbetriebnahme der Trinkwasser-Installation

sichergestellt sein, d.h. kein

Gebäude- oder Wohnungsleerstand.

• Trinkwarmwasser-System mit mindestens 4, maximal

10 über moderne Zirkulationsregulierventile

(z. B. thermoelektrisch oder thermomechanisch)

abgeglichenen Steigsträngen,

• Möglichkeit der Volumenstrommessung rund

um den Trinkwasser-Erwärmer und die Hauseintrittsleitung

sowie Zugang zu den Zirkulationsregulierventilen.

• Probenahmeventile im Umfeld des zentralen

Trinkwasser-Erwärmers (Eintritt Trinkwasser kalt in

den TWE, Austritt Trinkwarmwasser TWE, Eintritt

der Zirkulation in den TWE) und am Trinkwassereingang

(TW-Hauseingang) sind vorhanden.

• Die Mieter bzw. Nutzer des Gebäudes müssen

bereit sein, Trinkwasserentnahmestellen in Ihrer

Wohnung bzw. Räumen regelmäßig beproben

zu lassen (ein Mieter/Nutzer je Zirkulationsstrang

ausreichend). Die Zapfarmaturen am Waschtisch

müssen die Möglichkeit zur getrennten Entnahme

von Kalt- und Warmwasser, z. B. durch schließbare

Eckventile, bieten.

Als erster Schritt des Forschungsprojektes ist

vorgesehen, in Absprache mit dem Gesundheitsamt

einen hygienisch sicheren Betrieb von Ultrafiltrationsanlagen

in der Trinkwasserinstallation

zu ermöglichen, die Trübstoffe und Bakterien aus

dem Wasser entfernen. Dies ist die Grundlage

dafür, anschließend eine schrittweise Absenkung

der Trinkwarmwasser-Temperatur zur Energiee-

LINK-TIPP:

Diese und weiterführende Informationen sind

auch erhältlich auf der Website von SECCUA:

https://de.seccua.com


UMWELTjournal 2/2021 | S8

insparung zu ermöglichen. Alle Schritte werden

fachkompetent und objektiv mit einer Begutachtung

der Trinkwasser-Installation sowie einer hohen

Anzahl an Trinkwasseranalysen begleitet. Es

sind deutschlandweit Untersuchungen in 12 Gebäuden

über einen Zeitraum von jeweils bis zu

zwei Jahren geplant. Hierzu wird das kalte und

warme Trinkwasser mehrfach beprobt. Selbstverständlich

ist gewährleistet, dass sämtliche Daten

im Projekt anonymisiert und vertraulich behandelt

werden. Die Untersuchungsergebnisse werden

den Besitzern des jeweiligen Objekts zur Verfügung

gestellt.

Das Forschungsteam bietet jeder/m Teilnehmenden

in der Projektlaufzeit kostenfreie

Probenahmen und Analysen auf Legionellen

gemäß Trinkwasserverordnung sowie zahlreiche

weitere Analysen mit modernsten Methoden.

Außerdem werden thermo-hydraulische Messungen

auf jedem Trinkwarmwasser-Temperaturniveau

durchgeführt. Seccua unterstützt den

Teilnehmenden sowohl beim Einbau, als auch bei

Wartung und Überwachung der Ultrafiltrationsanlage,

welche zu besonders guten Konditionen zur

Verfügung gestellt wird.

ÜBER SECCUA

Die Firma Seccua mit Sitz in Steingaden in Oberbayern

ist Innovations- und Technologieführer

für standardisierte Membranfilteranlagen zur

dezentralen Aufbereitung von Trinkwasser. Das

Unternehmen bietet zudem bewährte Lösungen

zur Vorbeugung der Kalkbildung an Rohrwandungen

und in Warmwasserbereitern sowie zur

Entfernung von gelösten Inhaltsstoffen wie Arzneimittelrückständen,

Hormonen, Weichmachern

und Pestiziden. Über 3.000 Seccua Anlagen

sind nicht nur in Deutschland, der Schweiz und

den EU-Ländern, sondern weltweit im Einsatz,

darunter in China, den USA, Mexiko, Australien

und Kanada. 2012 wurde Seccua mit dem Cleantech

Media Award ausgezeichnet.


DAS WAR DAS UMWELT JOURNAL 2020

KLIMA

ENERGIE

MOBILITÄT

ABWASSER

UMWELTTECHNIK

ABFALLWIRTSCHAFT

UMWELTRECHT

GREEN FINANCE

Bleiben Sie mit uns auch 2021 gut informiert!


UMWELTjournal 2/2021 | S10

Initiative zur Kontrolle der Luftqualität

Dornier NoLimits GmbH und SGS Institut Fresenius GmbH gründen eine Initiative zur Kontrolle

der Qualität von Raumluft und Raumluft-Filtern. Es soll ein Prüfstandard für die Qualität und

Wirkung von Raumluftreinigern etabliert werden und Transparenz und Vertrauen in gute – also

sichere und damit gesunde Luft – in Innenräumen zu schaffen.

Die Dornier NoLimits GmbH und die SGS

Institut Fresenius GmbH haben eine Vereinbarung

zur Zusammenarbeit für die

Verbesserung der Sicherheit und Qualität von

Raumluft in Innenräumen geschlossen. „Das erklärte

Ziel ist, bei den Bürgern Transparenz und

Vertrauen in gute – also sichere und damit gesunde

Luft – in allen Innenräumen zu schaffen“,

sagt Unternehmer Irén Dornier, Geschäftsführender

Gesellschafter der Dornier NoLimits GmbH.

„In Europa verbringen die Menschen rund 90

Prozent ihrer Zeit in geschlossenen Räumen, wissen

jedoch so gut wie nichts über die Qualität der

Luft, die sie dort einatmen.“

Hintergrund der Initiative

Vor allem seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie

tritt eine Vielfalt an Herstellern am Markt

für Raumluft-Reiniger auf. „Zahlreiche Hersteller

machen den Konsumenten unterschiedlichste

Qualitätsversprechen, die aber von Laien

nicht immer überprüfbar sind“, erklärt Wolfgang

Schreier, Division Manager im Bereich Industries

and Environment bei der SGS Institut Fresenius

GmbH.

„Ob die Filter neben VOCs, Milben, Rauch und

Schimmel tatsächlich auch Bakterien und Corona-Viren

aus der Raumluft entfernen und welche

Qualität die Raumluft

nach einem Einsatz

dieser Geräte am Ende

hat, ist oft völlig unsicher.

Dabei sind hochwertige

Raumluft-Filter tatsächlich

ein wichtiger Baustein

zur Überwindung

der COVID-19-Pandemie

sowie darüber hinaus

auch zur Beseitigung

weiterer gesundheitlicher

Risiken in Innenräumen.“

Mit ihrer Zusammenarbeit

wollen die Dornier NoLimits

GmbH und die SGS

Institut Fresenius GmbH

nun einen objektiven und

transparenten Prüfstandard

für die Qualität und

Wirkung von Raumluftreinigern

etablieren. Als

Basis hierfür dienen die

Sicherheitsstandards in

anderen öffentlichen und

industriellen Bereichen

sowie die Vorgaben der

„Innenraumlufthygiene-

Kommission“ (IRK) des

Umweltbundesamtes.


Gute Raumluft hängt auch von den verwendeten Filtersystemen ab. Versprochen wird viel - überprüfbar ist das aber nur selten.

„Entscheidend für die Beurteilung der Qualität

einzelner Produkte ist es, eine wie große Anzahl

von schädlichen Partikeln bzw. Aerosolen

und welche Konzentration von Schadstoffen pro

Kubikmeter Luft jeweils vor und nach dem Einsatz

des Luftreinigers in der Raumluft vorhanden

ist“, weiß Wolfgang Schreier von der SGS Institut

Fresenius GmbH.

ÜBER SGS

Die SGS-Gruppe ist das weltweit führende Unternehmen

beim Prüfen, Testen, Verifizieren und

Zertifizieren. 1878 gegründet, setzt die SGS mit

Hauptsitz in Genf mit mehr als 89.000 Mitarbeitern

und einem internationalen Netzwerk von

über 2.600 Niederlassungen und Laboratorien

global anerkannte Maßstäbe für mehr Sicherheit,

Effzienz und Qualität. In Deutschland ist

die SGS-Gruppe seit 1920 aktiv und bundesweit

mit rund 3.400 Mitarbeitern an 40 Standorten

präsent. Zu ihr gehören auch die SGS-TÜV Saar

GmbH und die SGS Institut Fresenius GmbH.

Infos zum Unternehmen unter: www.sgsgroup.

de und www.institut-fresenius.de.

Die gemeinsame Vision ist eine vertrauenswürdige

Definition und langfristige wie einfache

Auswertung der Qualität von Raumluft sowie

Planung, Bau und Umrüstung von Immobilien zu

rundum gesunden Gebäuden. „Dazu sind wir bereits

in Gesprächen mit weiteren Unternehmen

und Instituten, die diesen Anspruch und diese

Vision teilen“, so Irén Dornier.

ÜBER DORNIER NO LIMITS GMBH

Die Dornier No Limits GmbH gehört zur Dornier-

Gruppe, die auf die 1922 von Claude Dornier

mitgegründete deutsche Dornier Metallwerke

GmbH und die 1926 installierte Do-Flug AG

zurückgeht. Gegründet wurde die Dornier No

Limits GmbH 2017 von Irén Dornier, dem Enkel

des Flugzeugpioniers. Infos zum Unternehmen

unter: www.do-x-air.de.


UMWELTjournal 2/2021 | | S12

EU schlägt Klimagesetz vor

Wenn einmal die Europäische Kommission ein Gesetz zum Klimaschutz vorschlägt,

muss es schon sehr dringend sein. Und das ist es tatsächlich. 5 vor 12 beginnt nun

auch die ansonsten träge EU für mehr Klimaschutz zu agieren. Text: Peter R. Nestler

Die Europäische Kommission hat einen

Vorschlag vorgelegt, um die politische

Zusage der EU, bis 2050 klimaneutral zu

werden, rechtlich zu verankern und so unseren

Planeten und die Menschen zu schützen. Mit dem

Europäischen Klimagesetz wird 2050 als Ziel gesetzt

und der Kurs für die gesamte EU-Politik festgelegt.

Außerdem gibt das Klimagesetz Behörden,

Unternehmen und Bürgern die nötige Planungssicherheit.

Gleichzeitig startet die EU-Kommission

eine Konsultation zum geplanten Europäischen

Klimapakt, um die Öffentlichkeit an der Konzeption

dieses Instruments zu beteiligen.

Präsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Heute

beginnen wir, die EU bis 2050 zum ersten klimaneutralen

Kontinent der Welt zu machen. Mit dem

Klimagesetz verankern wir unser politisches Engagement

nun auch rechtlich und schlagen unwiderruflich

den Weg zu einer nachhaltigeren

Zukunft ein. Das Klimagesetz ist das Herzstück des

Grünen Deals der EU. Es bietet Planungssicherheit

und Transparenz für Industrie und Investoren in

Europa, und es gibt die Richtung für unsere grüne

Wachstumsstrategie vor und gewährleistet, dass

der Übergang schrittweise erfolgt und fair ist.“

Der für den europäischen Grünen Deal zuständige

Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans fügte

hinzu: „Heute lassen wir auf Worte Taten folgen,

um den Bürgerinnen und Bürgern in der EU zu

zeigen, dass wir es mit unserem Ziel der Treibhausgasneutralität

bis 2050 ernst meinen. Das

Europäische Klimagesetz soll unseren internationalen

Partnern signalisieren, dass alle dieses Jahr

zum Anlass nehmen sollten, ehrgeizigere Maßnahmen

zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele

des Übereinkommens von Paris zu ergreifen. Das

Klimagesetz wird sicherstellen, dass wir zielgerichtet

und diszipliniert auf Kurs bleiben und über

die Umsetzung Rechenschaft ablegen müssen.“

Mit dem Europäischen Klimagesetz schlägt die

Kommission Treibhausgasneutralität bis 2050 als

rechtsverbindliches Ziel vor. Die EU-Institutionen

und die Mitgliedstaaten stehen kollektiv in der

Pflicht, die erforderlichen Maßnahmen auf EUund

nationaler Ebene zu ergreifen, um das Ziel

zu erreichen.

Das Klimagesetz umfasst auch Maßnahmen, um

die Fortschritte zu verfolgen und unser Handeln

entsprechend anzupassen‚ und zwar auf der

Grundlage bestehender Regelungen wie dem

Governance-Prozess für die nationalen Energieund

Klimapläne der Mitgliedstaaten, regelmäßiger

Berichte der Europäischen Umweltagentur und

der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse

über den Klimawandel und seine Auswirkungen.

Die Fortschritte werden alle fünf Jahre im Einklang

mit der globalen Bestandsaufnahme im Rahmen

des Übereinkommens von Paris überprüft.

Die Temperaturen steigen weltweit an. Die Folge: Wetterkapriolen und Zerstörung.

Der Weg zum Ziel für 2050 ist ebenfalls Gegenstand

des Klimagesetzes:

▶ Auf der Grundlage einer umfassenden Folgenabschätzung

wird die Kommission eine neue


Foto: © Europäische Union, Christophe Licoppe

EU-Zielvorgabe für die Verringerung der Treibhausgasemissionen

bis 2030 vorschlagen. Nach

Abschluss der Folgenabschätzung wird das Klimagesetz

entsprechend angepasst.

▶ Bis Juni 2021 wird die Kommission alle einschlägigen

Politikinstrumente überprüfen und gegebenenfalls

eine Überarbeitung vorschlagen, damit

die zusätzlichen Emissionsreduktionen bis 2030

erreicht werden können.

▶ Die Kommission schlägt vor, für den Zeitraum

von 2030 bis 2050 einen EU-weiten Zielpfad für

die Verringerung der Treibhausgasemissionen

festzulegen, damit die Fortschritte gemessen

werden können und Planungssicherheit für Behörden,

Unternehmen und Bürger gegeben ist.

▶ Bis September 2023 und danach alle fünf Jahre

wird die Kommission prüfen, ob die Maßnahmen

der EU und der Mitgliedstaaten mit dem Ziel der

Klimaneutralität und dem Zielpfad 2030-2050 im

Einklang stehen.

▶ Der Kommission wird die Befugnis erteilt, Empfehlungen

auszusprechen, wenn Mitgliedstaaten

Maßnahmen ergreifen, die nicht mit dem Ziel

der Klimaneutralität im Einklang stehen. Die betreffenden

Mitgliedstaaten müssen diesen Empfehlungen

Folge leisten oder aber begründen,

warum sie dies nicht tun. Die Kommission kann

auch die Angemessenheit des Zielpfads und der

EU-weiten Maßnahmen überprüfen.

▶ Die Mitgliedstaaten müssen außerdem Anpassungsstrategien

entwickeln und umsetzen‚ um die

Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Anfälligkeit

gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels

zu verringern.

Ausgestaltung des Europäischen Klimapakts

und künftige Politik

Neben Politik und Gesetzgebung kommt auch

allen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft

beim Übergang zu einer klimaneutralen Europäischen

Union eine wichtige Rolle zu.

Daher startet die Kommission heute eine öffentliche

Konsultation zu einer neuen, breit angelegten

Initiative, dem Europäischen Klimapakt, damit

Bürgerinnen und Bürger sowie Interessenträger

mitreden und sich beteiligen können, wenn neue

Klimaschutzmaßnahmen konzipiert, Informationen

ausgetauscht, Maßnahmen auf Bürgerebene ergriffen

und Lösungen vorgestellt werden, denen

sich andere anschließen können.


UMWELTjournal 2/2021 2/2021 | S14 | S14

Die öffentliche Konsultation läuft zwölf Wochen.

Die Beiträge werden in die Ausgestaltung des Klimapakts

einfließen, der im Vorfeld der Klimakonferenz

der Vereinten Nationen im November 2020

in Glasgow (COP 26) ins Leben gerufen wird.

Die EU-Kommission hat mit der Veröffentlichung

der ersten Folgenabschätzungen zum geplanten

CO2-Grenzausgleichssystem und der Überprüfung

der Energiebesteuerungsrichtlinie, zwei der

anderen wichtigen Politikinstrumente im Rahmen

des europäischen Grünen Deals, die Arbeit am

Klimapakt offziell aufgenommen. Darüber hinaus

hat die Kommission einen Vorschlag zur Ausrufung

des Jahres 2021 zum Europäischen Jahr

der Schiene angenommen, um die Vorteile einer

zunehmenden Nutzung des Schienennetzes im

Personen- und Güterverkehr für das Klima hervorzuheben.

Hintergrund

Das ambitionierte Ziel der EU, bis 2050 erster

klimaneutraler Kontinent der Welt zu werden, ist

das Herzstück des Grünen Deals der EU‚ den die

Kommission von der Leyen am 11. Dezember 2019

vorgestellt hat.

Die Europäische Kommission hatte ihre Vision

einer klimaneutralen EU bis 2050 erstmals im

November 2018 dargelegt. Diese Vision steht mit

dem Ziel des Übereinkommens von Paris im Einklang,

die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C

zu begrenzen und die Bemühungen um eine Begrenzung

auf 1,5 °C fortzusetzen. Das Europäische

Parlament hat das Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen

der EU auf null zu senken, am

14. März 2019 gebilligt. Der Europäische Rat hat

das Ziel einer klimaneutralen EU bis 2050 am 12.

Dezember 2019 gebilligt.

Ein Teil des Klimaschutzes sind Erneuerbare Energien wie etwa Windkraft. Damit entstehen weniger Emissionen - die Umwelt wird geschont.


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UMWELTjournal 2/2021 | S16

Sonde sorgt für Rauchgasmessung

im Zementdrehrohrofen

Von 2016 bis 2018 modernisierte die HeidelbergCement AG ihr Werk in Burglengenfeld mit

der bisher größten geplanten Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte von mehr als

100 Mio. Euro. Das Ziel dieser Modernisierung, bei der unter anderem ein Wärmetauscherofen

angeschafft wurde, war die signifikante Reduzierung der Emissionen, die fortlaufende

Erhöhung des Anteils von Sekundärbrennstoffen und eine gleichbleibende Produktqualität.

CEMTEC-System Burglengenfeld

Eine Voraussetzung für die Realisierung

dieser Ziele bilden unter anderem Daten

aus der kontinuierlichen und präzisen Bestimmung

der Rauchgasemissionen des neuen

Zementdrehrohrofens. Da die Einlaufkammer

zwischen Drehrohrofen und Zyklonvorwärmer in

jedem Zementwerk einen der anspruchsvollsten

Messorte darstellt, entschied sich Heidelberg-

Cement für den Einsatz der besonders zuverlässigen

Drehrohrofen-Einlaufsonde CEMTEC der

ENOTEC GmbH. Dieses Messsystem zur Gasanalyse

wurde speziell für die extremen Einsatzbedingungen

in Zementwerken entwickelt und

ermöglicht aufgrund einer patentierten Drehvorrichtung

sowie einer automatischen Abreinigung

eine permanente Messung der Gase direkt im

Drehrohr – und somit dauerhaft die genaue Bestimmung

der notwendigen Parameter.

Umbau im laufenden Betrieb

Das Umbauvorhaben bei HeidelbergCement in

Burglengenfeld wurde während des Betriebes

der existierenden Ofenlinien durchgeführt und

umfasste einen neuen 5-stufigen Wärmetauscherturm

mit Kalzinator, einen verkürzten Drehrohrofen,

zwei neue Mahlanlagen für Kalkstein


Fotos (3): © HeidelbergCement

Zementwerk Burglengenfeld

mit deutlich verringertem spezifischen Stromverbrauch

und einen neuen Gewebefilter mit einem

Abscheidegrad von nahezu 100 Prozent. Als

Resultate dieser Modernisierung waren die Senkung

der Emissionen einschließlich der sicheren

Einhaltung aller Grenzwerte, die deutliche Steigerung

der Energieeffzienz, die Reduzierung

der CO2-Emissionen durch den verbesserten

Wirkungsgrad sowie eine gleichbleibende Produkt-Qualität

avisiert.

Besonders die angestrebte Erhöhung der Sekundärbrennstoffaufgabe

und der zusätzliche

Kalzinator machten die permanent verfügbaren

Messdaten einer Ofeneinlaufsonde wie des Modells

von ENOTEC unentbehrlich, da auf Grundlage

ihrer Messdaten die Mehl- und Brennstoffaufgabe,

der Brennstoffmix und die Luftzufuhr

beeinflusst werden. Erfasst und geregelt werden

dabei im Einzelnen der O2-, NOx- und CO-Gehalt,

wodurch unter anderem die Klinkerqualität

dauerhaft hoch gehalten werden kann. „Wenn

man ein klares Bild hat, was an der Ofeneinlaufkammer

passiert, kann man eine sehr gute Korrelation

zu anderen Prozessparametern herstellen

und schnell Rückschlüsse und Verbesserungen

ausführen“, bestätigt Valentin Hamar, Leiter

Brennerei und Schichtbetrieb bei HeidelbergCement,

die Notwendigkeit der Gasmessung.

Einzige Sonde mit allen Bewegungsfunktionen

für den dauerhaften Betrieb


UMWELTjournal 2/2021 | S18

CEMTEC-System

Die CEMTEC-Sonde, die in Burglengenfeld für

die Bestimmung der benötigten Parameter eingesetzt

wird, besteht im Wesentlichen aus der

wassergekühlten Entnahmesonde selbst, einem

Drucklufttank, einem Rückkühler für das Kühlwasser,

dem Regelschrank für die Kühlung,

dem Vorort-Steuerschrank sowie einem Steuerschrank

mit eingebauter SPS-Steuerung. Eine

Besonderheit der Sonde von ENOTEC ist, dass

sie als einziges Modell auf dem Markt alle für

den dauerhaften Massenbetrieb notwendigen

Bewegungen voll automatisch ausführt – vom

Ein- und Ausfahren über das Drehen um ± 45°

und das Stößeln bis hin zum Impulsreinigen. Alle

Bewegungen werden über Druckluft umgesetzt,

womit eine einzige Versorgungmethode den

sicheren Betrieb der Sonde gewährleistet. Bei

einem Ausfall von Druckluft oder Spannungsversorgung

bildet ein 1.000 l-Drucklufttank eine

ausreichende Reserve, um das sichere Ausfahren

der CEMTEC zu gewährleisten. Zusätzlich

sorgt bei Spannungsausfall eine akkubetriebene

USV-Anlage (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)

im Schaltschrank dafür, dass die

Sonde mit Hilfe ihrer Steuerung in eine sichere

Position fährt. Desweitern werden alle für die

Sonde wichtigen Parameter wie Temperaturen

und Drücke überwacht, um die Sonde im Notfall

aus dem Prozess herauszufahren und ein Überhitzen

zu verhindern.

Die CEMTEC-Sonde zieht das Messgas über das

innen liegende Sintermetall-Filterrohr aus dem

Drehrohrofen. Anhaftungen von Staub auf dem

inneren Filterrohr und in der Messgasöffnung werden

durch das regelmäßige Stößeln entfernt – das

bedeutet, dass das interne Filterrohr mittels zweier

pneumatischer Zylinder regelmäßig axial ein- und

ausgefahren wird, so dass Rohmehl-Anbackungen

an der Sondenspitze verhindert werden. Dies ist

für die zuverlässige Analyse entscheidend, da

sonst heiße Anbackungen am Messgaseingang

durch Oxidation des Rauchgases das gemessene

O2 und CO senken und damit die Messwerte verfälschen

können. Alle zyklischen Funktionen der

CEMTEC – neben dem Stößeln sind dies Drehen,

Rückspülen sowie Ein- und Aus-Fahren – lassen

sich variabel über das Human Machine Interface

(HMI) einstellen und den jeweiligen Anforderungen

der Ofenanlage anpassen. Das Messgas wird

über die beheizte Entnahmeleitung in den Gasanalyse-Systemschrank

gefördert und dem Analysator

über eine vorgeschaltete Messgasaufbereitung

getrocknet und gereinigt zugeführt. Hier hat sich

seit über einem Jahr eine an die CEMTEC-Sonde

angepasste kalt-extraktive Analysenmessung mit

optimierter Messgasaufbereitung bewährt.

Zuverlässige Messdaten ab dem Tag der

Inbetriebnahme

Die CEMTEC wurde im März 2018 von ENOTEC

in Burglengenfeld installiert. Die Montage verlief

ohne Probleme und war innerhalb weniger Tage

abgeschlossen, so dass die Sonde vom ersten

ÜBER HEIDELBERGCEMENT

Die HeidelbergCement AG gehört zu den

weltweit größten Baustoffunternehmen. Ihre

Kernaktivitäten umfassen die Herstellung und

den Vertrieb von Zement und Zuschlagstoffen,

die beiden wesentlichen Rohstoffe von Beton.

Zu den nachgelagerten Aktivitäten gehört vor

allem die Produktion von Transportbeton, aber

auch die Herstellung von Asphalt und weiteren

Bauprodukten in einigen Ländern. Mit der

Übernahme des italienischen Zementunternehmens

Italcementi wurde der Konzern weltweit

zur Nummer 1 bei Zuschlagstoffen und bei

Transportbeton und Nummer 2 bei Zement. Im

deutlich erweiterten HeidelbergCement-Konzern

sind rund 54.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in über 50 Ländern an über 3.000 Standorten

auf fünf Kontinenten tätig.


Moment der Zündung an zuverlässig Messgas

lieferte. Um die Gefahr von herabfallenden Anbackungen

in der Ofeneinlaufkammer – eines

der größten Risiken bei der Ofeneinlaufmessung

– so gering wie möglich zu halten, wurde

die Sonde zudem nach einer kurzen Absprache

zwischen ENOTEC, der Montagefirma vor Ort

und HeidelbergCement durch eine feuerfeste

Ausmauerung geschützt, die sich im späteren

Betrieb bewährt hat. Die Einweisung des Betriebspersonals

der Sonde fand bereits ein paar

Tage nach der ersten Zündung des Drehrohrofens

statt. Aufgrund des vollen Funktionstests

der Sonde bei ENOTEC im Werk und ihrer einfachen

Bedienbarkeit konnten die Mitarbeiter von

HeidelbergCement im Anschluss sofort die Bedienung

übernehmen. Zudem lieferte die Sonde

vom ersten Tag an zuverlässige Messwerte und

unterstützte so bei der Inbetriebnahme und Optimierung

des Ofens: „Durch den Umbau waren

für uns viele Werte neu, aber die CEMTEC-Werte

an der Ofeneinlaufkammer sind für uns ein

enorm wichtiges Indiz dafür, wie der Ofen läuft.

Sie ermöglichten uns, den umgebauten Ofen

schnell und gut zu verstehen“, erklärt Hamar.

Nach etwa einem Jahr Betrieb ließ sich zweifelsfrei

feststellen, dass Sonde und kalt-extraktive

Messung ohne Probleme und ohne großen Wartungsbedarf

zuverlässige und repräsentative

Messwerte liefern. Nach 12 Monaten wurde eine

reguläre Jahreswartung des Systems durchgeführt,

bei der lediglich der Filter getauscht und

Verschleißteile ausgewechselt wurden. Insgesamt

hat die Sonde nun in über zwei Jahren

Betrieb in 90 Prozent der Betriebszeit zuverlässig

Messgas zur Verfügung gestellt, so dass

der Ofen kontinuierlich überwacht und geregelt

werden konnte. Selbst in einem Fall, in dem die

Analyseergebnisse nicht plausibel erschienen,

konnte das Schichtpersonal mit Unterstützung

von ENOTEC schnell verifizieren, dass die Messwerte

der Ofeneinlaufsonde korrekt waren, und

das Problem kurz darauf am Ofen selbst identifizieren.

„ENOTEC liefert mit ihrer CEMTEC-

Sonde eines der zuverlässigsten Systeme im

Werk. Der Wartungsbedarf ist sehr gering und

einfach“, bestätigt Norbert Beer, Elektromeister

bei HeidelbergCement. „ENOTEC liefert durch

ihre direkte Kommunikation und den schnellen

Support genau die Eigenschaften, die man von

einem mittelständischen Unternehmen erwartet

und bei größeren Firmen oft vermisst.“

Mit Hilfe der CEMTEC konnte HeidelbergCement

alle Ziele der Modernisierung innerhalb

einer sehr kurzen Betriebszeit erreichen. Die

seit 2019 geltenden verschärften Grenzwerte in

Bezug auf Stickoxide und Ammoniakemissionen

können sicher eingehalten werden und die Produktqualität

ließ sich trotz des umfangreichen

Bauvorhabens weiter auf einem sehr hohen Niveau

halten. Zudem wurde der Anteil der Sekundärbrennstoffe

kontinuierlich angehoben und

wird sich in naher Zukunft auf die angestrebten

80 Prozent belaufen.

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UMWELTjournal 2/2021 | S20

Schluss mit verwirrendem A+++:

Das neue Energielabel kommt

Informationen werden verständlicher: Pluszeichen fallen weg, einfache Bewertungsskala

von A bis G – Angaben praxisnäher – Informationen auf www.label2020.at – Österreichische

Energieagentur koordiniert Projekt in 16 EU-Ländern.

Das altbekannte Energielabel auf Elektrogeräten

wird europaweit abgelöst.

„Bereits im Jahr 1995 gab es das erste

Energielabel, damals zu finden auf Kühl- und Gefriergeräten.

Seitdem hat sich das Label zur Erfolgsgeschichte

entwickelt. Um diese weiterzuschreiben,

stehen nun einige Änderungen an“,

sagt Bernd Schäppi, Centerleiter bei der Österreichischen

Energieagentur. Er ist mit seinem Team

für die Informationsplattform www.label2020.at

verantwortlich, die Österreichische Energieagentur

koordiniert das Projekt in 16 EU-Ländern.

„Vergleicht man beispielsweise heute eine A+++-

Kühlgefrierkombi mit einem früher gängigen B-

Klasse-Gerät, ist der Energieverbrauch um mehr

als 70 Prozent niedriger“, nennt Schäppi ein

Beispiel. Kauft man heute zum Beispiel einen

Wäschetrockner der Klasse A++, spart man gegenüber

einem Modell der Klasse B über die gesamte

Produktlebensdauer 2.900 kWh oder 580

Euro ein [2]. „Das kommt der eigenen Geldbörse

und natürlich auch dem Klimaschutz zugute.

Schon heute spüren wir die Auswirkung der Klimakrise.

Für die Zukunft unserer Kinder müssen

wir jetzt entschlossen gegensteuern und in allen

Bereichen entsprechende Maßnahmen setzen“,

so Schäppi.

Von A bis G – kein Plus mehr

Derzeitig gibt es für die allermeisten Produktgruppen

eine Skala von A+++ bis G, die nun durch

eine klarere und nutzerfreundlichere Skala von A

bis G ersetzt wird – ohne eine Vielzahl von Plus-

Symbolen. Bei der Einführung des Energielabels

war die Geräteklasse A für die besten Geräte am

Markt vorgesehen. Mit der Zeit haben die Hersteller

immer sparsamere Modelle auf den Markt

gebracht, daher wurde die Skala um Plus-Symbole

erweitert. Diese Einordnung in die Klassen

A+ bis A+++ ist jedoch nicht sinnvoll, da zwischen

den Produkten deutliche Unterschiede bei der

Energieeffzienz bestehen können. Außerdem

wirkt dieser optisch nur graduelle Unterschied

zwischen unterschiedlich vielen Plus-Zeichen

auf Konsument*innen weniger motivierend, ein

energieeffzienteres Produkt zu kaufen, als ein

Unterschied zwischen C und A. Daher wird am 1.

März 2021 ein neues Label, das nur die Energieklassen

A bis G umfasst, eingeführt.

Dieses neue Energielabel wird bei Haushaltskühl-

und Gefrierschränken, Waschmaschinen

und Waschtrocknern, Geschirrspülern, Fernsehern

und elektronischen Displays, ab September

2021 auch bei Lichtquellen, zu finden sein. Für

die weiteren Produktgruppen wie beispielsweise

Klimageräte, Heizung und Warmwasserbereitung

werden die neuen Labels zu einem etwas

späteren Zeitpunkt eingeführt. Hier wird daher

noch längere Zeit das alte Label zu sehen sein.

„Das neue System vereinfacht die Orientierung

für die Konsumentinnen und Konsumenten. Sie

können nun sehr leicht effziente Produkte erkennen,

auswählen und so den Energieverbrauch,

ihre Stromrechnung und vor allem auch die Treibhausgasemissionen

senken. Gleichzeitig soll die

überarbeitete Kennzeichnungsskala für Hersteller

ein Anreiz sein, mit Innovationen und neuen

Technologien noch energieeffzientere Produkte

auf den Markt zu bringen“, erklärt Schäppi.

Damit es auch in Zukunft keinen „Plus-Wildwuchs“

mehr geben wird, wird eine Anpassung

der Klassengrenzen durchgeführt. Dies

geschieht, sobald 30 % der auf dem EU-Markt

verkauften Produkte in die oberste Energieeffizienzklasse

A fallen, oder wenn 50 % dieser

Produkte in die obersten zwei Energieeffzienzklassen

A und B fallen.

Praxisnähere und verständlichere Angaben

Die neuen Labels beruhen auf teilweise überarbeiteten

Berechnungsmethoden und Teststandards.

Diese sind noch praxisnäher, werden

allerdings zu etwas anderen Energieverbrauchswerten

führen. So wird beispielsweise bei den


meisten Produktgruppen nicht mehr ein mittlerer

Jahresverbrauch angegeben, der je nach

Haushaltsgröße und Nutzergewohnheiten deutlich

variieren kann. Das neue Label nennt den

Verbrauch pro Betriebsstunden oder Betriebszyklen

etc. „Die Informationen sind damit praxisnäher

und leichter nachvollziehbar. Gleichzeitig

gilt zu beachten, dass die Werte am alten Label

nicht eins zu eins mit dem neuen Label vergleichbar

sind“, so Schäppi.

Datenbank und App

Über einen ebenfalls enthaltenen QR-Code

kann man zukünftig auf eine neue EU-Produktdatenbank

zugreifen, die zusätzliche Produktinformationen

für alle gekennzeichneten Produkte

bietet. Ab Frühjahr 2021 wird das mit einer

App möglich sein, die auch Produktvergleiche,

Lebenszykluskostenberechnungen und einiges

mehr ermöglichen wird.

Im unteren Teil des Labels informieren verschiedene

Piktogramme über ausgewählte Produkteigenschaften.

Einige der ursprünglichen

Piktogramme wurden überarbeitet, mehrere

Piktogramme wurden neu hinzugefügt (Energieeffzienz

im HDR-Modus bei TVs und Displays,

Waschzeit bei Waschmaschinen).

„Das Energielabel ist hierzulande sehr gut etabliert.

Knapp 80 Prozent der Österreicherinnen

und Österreicher kennen es und wissen auch,

wofür es steht. Ganze 85 Prozent davon sagen

sogar, dass das Label ihre Entscheidung beim

Kauf eines Elektrogerätes beeinflusst hat. Das

sind gute Grundvoraussetzungen dafür, dass

die Konsumentinnen und Konsumenten auch

das neue Label annehmen und nützen werden“,

zeigt sich Schäppi optimistisch.

Österreichische Energieagentur für Projekt in

16 EU-Ländern verantwortlich

„Das Projekt Label2020, das von der Österreichischen

Energieagentur mit Partnern in 16 EU-Ländern

koordiniert wird, unterstützt bei der Information

und entwickelt verschiedene Tools für den

Handel und für Konsumentinnen und Konsumenten“,

erläutert Schäppi.


UMWELTjournal 2/2021 | S22

Ab Frühjahr 2021 wird es eine Smartphone-App

und Informationsflyer für Konsument*innen geben.

Auf der Webseite stehen Guidelines, Schulungsmaterialien

und in Zukunft auch ein Learning-Tool

für den Handel zur Verfügung.

Über Label2020

Das EU-Energiezeichen für Produkte unterstützt

Verbraucher seit mehr als 25 Jahren bei der Suche

und Auswahl energieeffzienter Produkte.

Das Label hat die Entwicklung innovativer, effzienter

Produkte vorangetrieben, die den Energieverbrauch

und die Betriebskosten von Geräten

drastisch senken. Trotz dieser Erfolge ist das

aktuelle Energielabel mit einer Skala von A+++

bis D intransparent und unübersichtlich für Beteiligte

geworden und hat damit an Effektivität

verloren. Deshalb hat die EU nun entschieden,

die Label auf die Klassen A bis G zu beschränken.

In der Zukunft sollen die Energieeffzienzklassen

auf Grundlage der Markt- und Technologieentwicklung

neu skaliert werden.

Das Projekt Label2020 soll auch dabei helfen,

einen reibungslosen Übergang zu den neuen

Energieeffzienzklassen herzustellen. Das Projekt

startete im Juni 2019 und läuft bis Januar

2023. Die Österreichische Energieagentur koordiniert

das Projekt gemeinsam mit Partnern in

16 EU-Mitgliedsstaaten. Das Projekt Label2020

wird vom Rahmenprogramm Horizont 2020 der

Europäischen Union für Forschung und Innovation

gefördert.

LINK-TIPP:

Diese und weitere Informationen sind erhältlich

bei Label2020 im Internet:

https://www.label2020.at


UMWELTjournal 2/2021 | S24

Gebäude revitalisieren = Klima schützen

Gewerbliche Bestandsimmobilien in Deutschland können laut des Münchner Beratungsund

Architekturunternehmens CSMM einen wichtigen Beitrag leisten, die Energiewende

zu meistern. Energieeffizienz und Klimaschutz ist auch mit den rund zehn Millionen Bestandsobjekten

erreicht werden, wenn diese richtig saniert statt abgerissen werden.

Das im November 2020 in Kraft getretene

Gebäudeenergiegesetz hat das Ziel,

bauenergetische Maßnahmen zu bündeln.

Die CO₂-Emissionen von Gebäuden sollen

so bis 2030 auf 70 Millionen Tonnen reduziert

werden. „Auf dem Weg zu den Klimaschutzzielen

bieten Bestandsgebäude ein enormes

CO₂-Einsparpotenzial. Es geht nicht nur darum,

Dämmung und Heizung auf den neuesten Stand

zu bringen. Ganzheitlich gemacht ist Revitalisierung

klimafreundlicher als Neubau“, erklärt

Timo Brehme, Gründer und Geschäftsführer der

CSMM GmbH.

Langfristig soll der Gebäudebestand in Deutschland

klimaneutral sein. Das heißt: Alle Gebäude

dürfen dann in der Bilanz nicht mehr CO₂ ausstoßen,

als sie selbst kompensieren – etwa durch

Strom aus erneuerbaren Energien. Der Alltag sieht

nach seinen Beobachtungen anders aus. Ob in

München, Frankfurt, Berlin oder Düsseldorf: Noch

immer werden regelmäßig vergleichsweise junge

Bürogebäude abgerissen und neu gebaut.

Eine ressourcenschonende Revitalisierung

Auch laut Architects for Future Deutschland e.V.

liegt ein großes Potenzial zur Energieeinsparung im

Gebäudebestand. Die Architekten setzen sich unter

anderem für die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens

und die Begrenzung der Erderwärmung

auf maximal 1,5 Grad ein. Bei der näheren Betrachtung

der Baubranche wird laut Architects for

Future klar, dass besonders in den Bestandsgebäuden

der 50 bis 70er Jahre enorme Möglichkeiten

stecken, den Energiebedarf im Gebäudesektor zu

reduzieren. Architects for Future richten sich sowohl

an die Baubranche als auch an die gesamte

Gesellschaft, um kooperativ auf allen Ebenen zukunftsfähige

Lösungen zu erarbeiten. CSMM ist bereits

seit längerem Mitglied in dieser Organisation.

Gemeinsam wollen die Architekturspezialisten die

ressourcenschonende Revitalisierung vorantreiben

und so zur Energiewende beitragen. Denn so lange

Gewerbegebäude etwa viermal so häufig abgerissen

werden wie Wohngebäude, können die Klimaschutzziele

nicht erreicht werden. „Allein schon der

Rohbau eines neuen Gebäudes macht etwa 40 Pro-


zent der Baukosten aus, aber hierauf entfallen bis

zu 80 Prozent des Energieverbrauchs beim Bau“,

sagt Brehme. Die graue Energie, die notwendig ist,

um ein Gebäude zu errichten – und die bereits bei

Bestandsgebäuden aufgewendet wurde – sollte

deshalb noch stärker in Betracht gezogen werden.

Dazu gehört unter anderem die benötigte Energie

für Herstellung, Transport, Lagerung und Einbau

der einzelnen Baustoffe und Produkte.

Baumaterial wiederverwenden

Entscheidend für die Energieeinsparung im Bausektor

ist es laut Brehme, den »Cradle-to-Cradle«-

Ansatz anzuwenden. Das bedeutet: Baumaterial

wiederzuverwenden, anstatt es zu entsorgen. Und

es bedeutet: Konstruktionen zu realisieren, bei

denen sich Baustoffe am Ende der Nutzungsphase

sortenrein trennen und wiederverwenden lassen.

Werden dann noch natürliche und nachwachsende

Baumaterialien wie Holz eingesetzt, sinkt nicht

nur der Energieeinsatz beträchtlich, sondern der

gesamte Ressourcenverbrauch. Das kann bis zu 30

Prozent geringere Gebäudelast ausmachen.

Über CSMM – architecture matters

CSMM versteht sich seit 18 Jahren als Beratungsund

Architekturunternehmen, das sich auf Büroimmobilien

und Arbeitswelten im In- und Ausland

spezialisiert hat. Mieter und Nutzer von Gewerbeimmobilien

begleitet CSMM bei allen kreativen und

rationalen Entscheidungen rund um das maßgeschneiderte

Bürokonzept. Dazu zählen unter anderem

die Beratung bei der Auswahl des Objektes,

Organisationsanalysen, Arbeitsplatzstrategien, Umund

Einzug sowie die zukunftsfähige Neugestaltung

des Arbeitsumfelds. Darüber hinaus begleiten

die Experten auf Wunsch Change-Management-

Prozesse.

Für Entwickler, Vermieter und Eigentümer entwirft,

plant und steuert CSMM als Berater und Architekten

sämtliche baulichen und kommunikativen

Prozesse für den Um-, Aus- oder Neubau von Gewerbeimmobilien.

Dazu zählen Standortbewertung,

architektonische Gesamtplanung und kreative Vermarktungsstrategien.

Der Schwerpunkt liegt in der

Unterstützung der Projektentwicklung und der Revitalisierung

von Bestandsgebäuden.

Das 65-köpfige interdisziplinär und international zusammengesetzte

Team von CSMM ist auf gewerbliche

Immobilien spezialisiert. Dazu gehören Büros,

Gastronomie, Hotellerie, studentisches Wohnen

und Retail-Flächen jeder Größenordnung. Die geschäftsführenden

Gesellschafter sind Sven Bietau,

Timo Brehme, Reiner Nowak und Malte Tschörtner.

Neben dem Münchner Stammsitz agiert das Unternehmen

auch mit Dependancen in Berlin, Frankfurt

a.M. und Düsseldorf.

CSMM ist weiters Mitglied des Expertenpools der

„Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen –

DGNB“ sowie des Zentralen Immobilienausschusses

– ZIA „New Ways of Working“.


UMWELTjournal 2/2021 | S26

Werkstoffiches Recycling in der

Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe

Die Unternehmen CreaCycle GmbH, EPC Engineering & Technologies GmbH und LÖMI

GmbH haben gemeinsam ein Positionspapier entwickelt. Dieses soll alle Beteiligten zum

Thema Recycling von Kunststoffen ansprechen und die Diskussion zur Kreislaufwirtschaft

für Kunststoffe auf eine faktenbasierte Ebene heben.

Die Experten drängen darin auf die Verbesserung

der aktuellen Terminologie der

relevanten Abfallrichtlinien. Dabei sollten

die neuesten verfügbaren Technologien für das

Kunststoffrecycling, wie die lösemittelbasierte Aufbereitung,

einbezogen werden. Sie schlagen eine

EU-Richtlinie speziell für Kunststoffabfälle vor, die

eine Verwertungshierarchie auf der Grundlage physikalischer

und chemischer Prozesse ermöglicht.

Darüber hinaus spricht das Papier den Bedarf an

verbesserten Sortiermöglichkeiten für das werkstoffiche

Recycling und einen regulatorischen

Rahmen an, der sicherstellt, dass die End-of-Life-

Kosten berücksichtigt werden. Schließlich fordert

das Papier die Anerkennung und Einbeziehung

der lösungsmittelbasierten Reinigung/Auflösung

als werkstoffiches Recycling für die Berechnung

der Recyclingquote. Das Positionspapier steht

unter https://www.creacycle.de/de/presse-news/

positionspapier.html zum Download bereit.

Als Basis für zukünftige Entwicklungen fordern die

Autoren eine exakte Definition des Begriffs „Recycling“.

Diese müsse im Einklang mit den Erkenntnissen

der Physik und Chemie stehen, dem Konzept

der Abfall-Hierarchie (Reduzieren – Wiederverwenden

– Recyceln) folgen, auf der Wertschöpfungskette

für Kunststoffe basieren (chemisches Element

– Zwischenprodukt – Monomer – Polymer – Kunststoff)

und werkstoffiches Recycling (Polymer zu

Polymer) als Vorbereitung zur Wiederverwendung

der Polymerkomponente definieren.

HISTORIE DES LÖSEMITTELBASIERTEN

RECYCLINGS

Lösemittelbasiertes Recycling wird seit Jahrzehnten

praktiziert. Billiges Deponieren, Verbrennen und

Exportieren von Kunststoffabfällen nach Asien hat

die Kommerzialisierung dieser Technologie aber bis

heute begrenzt.

• 1996 – mit dem von Sony entwickelten System

Orange R-net wurden in Tokyo Verpackungen aus

expandiertem Polystyrol (EPS) in D-Limonen-Lösung

gesammelt und wieder zu expandiertem PS für Verpackungen

recycelt. Nach zirka 10 Jahren wurde das

Projekt aus Kostengründen aufgegeben.

• 2002 – Solvay betreibt das Vinyloop®-Werk zum

Recycling von Polyvinylchlorid (PVC) in Ferrara, Italien

bis 2018. Dann wird das Werk geschlossen, weil

der Prozess nicht dafür ausgelegt war, den ab 2018

verbotenen Weichmacher DEHP abzutrennen.

• 2011 – Polystyvert in Quebec, Kanada, sammelt Verpackungen

aus Polystyrolschaum (EPS) in p-Cymol-

Lösung und recycelt es zu Polystyrol.

• 2018 – Unilever baut und betreibt ein Pilotwerk für

den CreaSolv®-Prozess zum Recyceln von Beutelverpackungsabfällen

(multilayer sachets) in Indonesien.

• 2018 – APK betreibt ein Werk für den Newcycling®

Prozess für industrielle Polyethylen/Polyamid-Multilayer-Verpackungsabfälle

in Merseburg, Deutschland.

• 2019 – PolyStyreneLoop baut ein Demonstrationswerk

für den CreaSolv® Prozess für das Recycling

von Polystyrol-Isolierschaum aus dem Baubereich

(EPS and XPS), der das verbotene Flammschutzadditiv

HBCD enthält. Die Inbetriebnahme in Terneuzen,

Niederlande, ist für das 2. Quartal 2021 geplant.

• 2020 – CreaSolv® Pilotanlage mit 700 t/a Kapazität

für Multilayer-Kunststoffverpackungsabfälle

von LÖMI in Bayern, Deutschland – Circular Packaging

und MultiCycle Projekt.

• 2020 – PureCycle schließt die Finanzierung von

250 Millionen US-$ ab und beginnt den

Bau eines 48.000-t/a- Recyclingwerkes für Polypropylen

in Ohio, USA.

2021 – CreaSolv® Pilotanlage mit einer Kapazität

von 15-20 kg/h am Fraunhofer Institut IVV zum

Recycling von PVC-Bodenbelägen (Circular Flooring

Projekt) mit Ausschleusung von verbotenen Weichmachern

(Phthalsäureestern). Die Inbetriebnahme ist

für die 2. Hälfte 2021 geplant.


Dazu Gerald Altnau, Geschäftsführer von Crea-

Cycle: „Der EU fehlt bislang eine Verwertungs-

Hierarchie. Außerdem sind die aktuellen Abfall-Richtlinien

für polymerbasierte Abfälle nicht

differenziert genug, und sie berücksichtigen keine

Bedingungen für wiederholtes Wiederverwenden

von ein und demselben Material, also dem

werkstoffichen Recycling von Polymeren. Recycling

wird als allgemeiner Oberbegriff verwendet,

der eine Wiederverwendung und Downcycling

in Form einer Depolymerisation als gleichwertig

definiert. Dadurch lassen sich zwar hohe Recyclingquoten

erreichen, aber das sorgt für Konflikte

bei Kunststoffen, da Wiederverwendung und Recycling

zwei unterschiedliche Positionen in der

Abfall-Hierarchie einnehmen.“

Lösemittelbasiertes Recycling mit Potenzial

In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren

auf das ihrer Ansicht nach bisher zu wenig genutzte

Potenzial des lösemittelbasierten Recycling.

Sie fordern, dieses physikalische Verfahren

des werkstoffichen Recyclings in die Richtlinien

aufzunehmen, da es sich zwischen die bisher als

alleinige Alternativen diskutierten Verfahren des

mechanischen und des chemischen Recyclings

einordnet und die Wiederverwendung von Polymeren

aus Kunststoffabfällen ermöglichen kann,

die heute verbrannt werden müssen.

Exemplarisch erläutern sie den CreaSolv® Prozess,

der unter anderem zur Aufbereitung von

schadstoffbelastetem expandiertem Polystyrol

(EPS) eine neue Alternative zur Verbrennung

bietet. Diese fortschrittliche Trenn- oder Sortiertechnologie

wurde von der CreaCycle GmbH

und dem Fraunhofer-Institut IVV für Verpackungs-

und Verfahrenstechnik entwickelt. EPC

Engineering & Technologies GmbH und LÖMI

GmbH waren an der Prozessentwicklung, dem

Design und dem Bau von Pilotanlagen beteiligt.

Derzeit bauen sie zusammen mit der PolyStyrene

Loop B.V. eine CreaSolv® Prozess-Demonstrationsanlage

für das Recycling von flammgeschützten

Polystyrol-Dämmschaumplatten

LINK-TIPP:

Das gesamte Positionspapier in deutsch und englisch

finden Sie auf der Website von CreaSolv:

https://www.creacycle.de/images/2021.04.15_

CreaSolv_Positionspapier_DE.pdf

aus dem Baubereich mit

einer Kapazität von 3.300t/

Jahr. PolyStyreneLoop hat

mehr als 70 Mitglieder aus

der Polystyrolschaum-Wertschöpfungskette

und wurde

gegründet, um eine Recyclinglösung

zu entwickeln,

die in der Lage ist, Polystyrol

von dem Flammschutzmittel

HBCD (Hexabromcyclododecan)

zu trennen, das

heute als schwer abbaubarer,

organischer Schadstoff

(POP) eingestuft wird.

CreaSolv® ist ein eingetragenes

Warenzeichen der

CreaCycle GmbH.


UMWELTjournal 2/2021 | S28

Für mehr Gleichberechtigung

in und durch Investments

Die Anlagegesellschaft CLEANVEST hat zu den schon bestehenden Nachhaltigkeitskriterien

für Investments in der Bewertung von Anlagen ein weiteres hinzugefügt: die Gleichstellung

von Frauen. So kann in die Zukunft von Frauen investiert werden.

Eines der größten Hindernisse für eine

nachhaltige Entwicklung? Die andauernde

Ungleichheit zwischen den Geschlechtern!

So verdienen Frauen noch immer weniger,

haben einen geringeren Pensionsanspruch und

schlittern häufiger in die Altersarmut als Männer.

Um diesen ernüchternden Fakten entgegenzuwirken,

richtet CLEANVEST am heurigen Weltfrauentag

den Fokus auf das Thema Finanzbildung

für Frauen und launcht gemeinsam mit

HeForShe Vienna sein nunmehr zehntes Nachhaltigkeitskriterium

zur Bewertung von Anlageprodukten:

„Gleichstellung von Frauen“.

Geld ist (k)eine Männersache

Schätzungen zufolge liegen mehr als 40 Prozent

des globalen Vermögens in weiblicher Hand: In

Europa etwa verfügen Frauen zwischen 30 und

65 Jahren über 200 Milliarden Euro an angespartem

Kapital, das für Investments zur Verfügung

stehen würde. Zudem erzielen Anlegerinnen

laut Studien höhere Gewinne an der Börse

– und doch übernehmen Männer zu einem großen

Teil die Planung über langfristige finanzielle

Entscheidungen in einer Beziehung. Dieses traditionelle

Rollenbild spiegelt sich nicht zuletzt im

Vorsorgeverhalten der Geschlechter wider und

verschärft ohnehin schon prekäre Missstände

wie die berühmt-berüchtigte Pensionslücke weiter.

„Hier bedarf es nicht nur systemischer Veränderungen,

sondern jede Frau kann ihre persönliche

Pensionsvorsorge selbst in die Hand

nehmen.

Schon geringe Beträge können beispielsweise in

Fondsprodukte investiert und die Risiken durch

langfristige Anlagen sowie Diversifizierung abgeschwächt

werden“, betont Elisabeth Müller,

Country Managerin von ESG Plus. Mit seiner

kostenlosen Onlineplattform CLEANVEST hat

es sich das Wiener Sozialunternehmen zur Aufgabe

gemacht, privaten Anleger*innen sowohl

Informationen zu den klassischen Finanzkennzahlen

von mehr als 4.000 Investmentprodukten

als auch zu deren Nachhaltigkeit bereitzustellen.

Dadurch ermöglicht das Vergleichsportal seinen

User*innen eine selbstbestimmte Zukunftsvorsorge,

bei der Investmententscheidungen und

persönliche Werte in Einklang gebracht werden.

In die Zukunft von Frauen investieren

Anlässlich des Weltfrauentages jeweils am 8.

März werden die neun bestehenden Sozial- und

Umweltkriterien um den neuen Bewertungsfaktor

„Gleichstellung von Frauen“ ergänzt. Hierfür

haben CLEANVEST und HeForShe Vienna,

eine Solidaritätskampagne von UN Women, ihre

Kräfte gebündelt und einen Schlüsselaspekt

für die gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter

identifiziert: „Die Gleichstellung der

Geschlechter am Arbeitsmarkt sowie in Unternehmen

ist die Grundlage für die finanzielle

Unabhängigkeit von Frauen und Mädchen und

somit eine zentrale Voraussetzung für ein selbstbestimmtes

Leben und echte Chancengleichheit“,

erläutert Gerhard Wagner, Obmann von

HeForShe Vienna.

So ist es dank des neuen Kriteriums möglich,

gezielt in Fondsprodukte zu investieren, die keinen

negativen Einfluss auf die Gleichstellung

von Frauen und Mädchen haben. Das Ergebnis

ist eine wortwörtliche Win-win-Situation, denn

durch die Kapitalanlage wird dem Gendergap direkt

wie indirekt entgegengewirkt: „Frauen nehmen

nicht nur ihre eigene Vorsorge aktiv in die

Hand, sondern können die Welt auch ein Stück

gerechter machen und Gleichberechtigung fördern“,

fasst Elisabeth Müller die Motivation für

ein solches Investment zusammen.

LINK-TIPP:

Weitere Informationen zu nachhaltigen Investments

und Anlagen finden Sie auf der Website

von CLEANVEST: https://www.cleanvest.org/


MEIN GELD

FÜR EINE

BESSERE WELT

#SauberInvestieren


UMWELTjournal 2/2021 | S30

LGIM ergänzt nachhaltige

Anleihe-ETFs um Green Bond ETF

Die Anlagegesellschaft CLEANVEST hat zu den schon bestehenden Nachhaltigkeitskriterien

für Investments in der Bewertung von Anlagen ein weiteres hinzugefügt: die Gleichstellung

von Frauen. So kann in die Zukunft von Frauen investiert werden.

Legal & General Investment Management

(LGIM) erweitert sein Angebot an börsengehandelten

Rentenfonds (ETFs) mit der Auflegung

eines neuen L&G ESG Green Bond UCITS

ETF (WKN: A2QMAM) und bietet Anlegern in Europa

und Großbritannien nun acht verschiedene

Anleihe-ETFs als „Bausteine“ für ihre Portfolios

an. Damit werden der L&G ESG USD Corporate

Bond UCITS ETF (WKN: A2QFQ4) und der L&G

ESG Emerging Markets Corporate Bond UCITS

ETF (WKN: A2QFVU) ergänzt, die beide im Januar

2021 aufgelegt wurden.

Der L&G ESG Green Bond UCITS ETF bildet den

J.P. Morgan ESG Green Bond Focus Index ab. Er

ermöglicht Zugang zu grünen Anleihen, die in

Hartwährung (d. h. in USD, EUR und GBP) begeben

werden, sowie zu Staatsanleihen in Landeswährung.

Der Fokus des Fonds liegt auf Green

Bonds, die von der Climate Bonds Initiative1 unabhängig

geprüft wurden, um Emissionen den Vorzug

zu geben, die deren Standards und Zertifizierungssystem

erfüllen. Das Portfolio der weltweiten

Titel hat ein durchschnittliches Kreditrating von A+.

In den aktiv gestalteten Index integriert der Fonds

eine ESG-Scoring- und Screening-Methodik. Auf

dieser Basis fließt mehr Geld in Emittenten, die

hinsichtlich der ESG-Kriterien höher eingestuft

werden, sowie in „Certified Climate Bond“-Emissionen.

Dagegen wird weniger Kapital in grüne

Anleihen investiert, die nicht unabhängig geprüft

wurden. Zudem werden Anleiheemittenten mit

dem niedrigsten Scoring-Ergebnis sowie bestimmte

Branchen ausgeschlossen, wie beispielsweise

Hersteller umstrittener Waffen, Produzenten von

Kraftwerkskohle, Tabakunternehmen, Ölsandunternehmen

(ab März 2021) und Firmen, die gegen

den UN Global Compact verstoßen.

Diese Fondsauflegung folgt der großen Nachfrage

der Anleger nach nachhaltigen Unternehmensanleihen.

Frühere Analysen von J.P. Morgan haben

gezeigt, dass sich die Zahl der Emittenten von grünen

Unternehmensanleihen seit Anfang 2017 vervierfacht

hat. Aktuell umfasst die Green-Bond-Indexfamilie

170 Unternehmensemittenten – Anfang

2017 waren es nur 40. Laut der Climate Bonds Initiative

wurden 2019 grüne Anleihen im Wert von

258 Mrd. USD begeben, im Vergleich zu 171 Mrd.

USD im Jahr 2018. Die meisten dieser Anleihen,

nämlich 45,3% aller Emissionen für 2019, stammen

von europäischen Unternehmen. Es wird erwartet,

dass der Markt für grüne Anleihen weiterwachsen

wird. Bei der Einordnung zukünftiger Green-Bond-

Emissionen hilft Anlegern daher die Anwendung

einer Methodik, durch die nach unabhängigen

Standards zertifizierte Anleihen Vorrang genießen.

Howie Li, Leiter des ETF-Geschäfts bei LGIM, kommentiert:

„Wie auch den Rest der Produktpalette

haben wir diese neuen ETFs als Portfoliobausteine

konzipiert, die dem zunehmenden Ruf der Anleger

nach ESG-Integration und Liquiditätsüberlegungen

entsprechen. Diese Fonds berücksichtigen standardmäßig

ESG und verfolgen einen liquiditätsbewussten

Ansatz, einschließlich höherer Mindestemissionsschwellen

im Vergleich zu traditionellen

Benchmarks, um das gesamte Liquiditätsprofil zu

verbessern. Durch die aktive Gestaltung der Indizes

profitiert die Erweiterung dieser Produktreihe

zudem von LGIMs umfassender Erfahrung im Anleihemanagement

und im verantwortungsvollen

Investieren. Immer häufiger wird die Frage gestellt,

wie „grün“ einige Anleihen auf dem Markt sind. Indem

wir den Zertifizierungsprozesses der Climate

Bonds Initiative in das Konzept einbeziehen, können

wir einen größeren Teil der investierten Gelder

in grüne Projekte lenken, die von unabhängiger

Seite verifiziert wurden.“

LINK-TIPP:

Weitere Informationen zu nachhaltigen Investments

und Anlagen finden Sie auf der Website

von LGIM: https://www.lgimetf.com/at/en//


6.eCommerce

Logistik-Day

09. September 2021, Wien

Hybrid Event

Österreichischer Handelsverband

Bleiben Sie gut informiert. Sichern Sie

sich Ihren Informationsvorsprung.

Mehr auf www.logistik-express.com/

ecommerce-logistik-day/

Medienpartner:


UMWELTjournal 2/2021 | S32

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen

2021 TITEL ORT* ANBIETER

Anmeldungen

möglich

Anmeldung

möglich

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Energie- und Umweltmanagement

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Pinkafeld

Pinkafeld

FH Burgenland

FH Burgenland

18.10. – 12.11. Lehrgang zum Abfallbeauftragten Linz WIFI Oberösterreich

26.01. – 28.01.2022

20.09. – 21.09.

18.10. – 19.10.

04.10. – 06.10.

08.11. – 10.11.

Umweltmanagementbeauftragte/-r (UMB) - Modul 1:

Management der Führungsprozesse

Lehrgangsreihe Energiemanagement UMEM

Energiemanagement

Lehrgangsreihe Energiemanagement UMEM

Energietechnik

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Integriertes Managementsystem – Organisationsentwicklung

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Umweltmanagement in der Praxis

Wien

Linz

Linz

Wien

Linz

WIFI Wien

Quality Austria

Quality Austria

Quality Austria

Quality Austria

25.11.

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Umweltmanagement Case Study und Prüfungsvorbereitung

Linz

Quality Austria

14.12. – 15.12.

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Prüfung Systemmanager Umwelt

Linz

Quality Austria

Im E-Paper/PDF klicken Sie für weitere Informationen einfach auf die Ausbildung oder den Veranstalter.

Bitte fragen Sie Ihren Seminarveranstalter, ob die Kurse online oder als Präsenzkurse abgehalten werden!

Anbieterverzeichnis

Ausbildung

Das Umwelt Journal bietet Ihnen

den idealen Ort, um auf

Ihr Unternehmen, Ihre Organisation

aufmerksam zu machen.

Im Anbieterverzeichnis können

Sie Ihr Logo präsentieren. Dazu

wird das Logo mit einer URL

Ihrer Wahl verlinkt.

Sie wollen Ihren Auftritt noch

verstärken? Dann fragen Sie

nach unserem Online-Anbieterverzeichnis.

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Sie hier (klicken). Gehören

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UMWELT JOURNAL Partnermedien


Countdown um die Bewerbung für den

Staatspreis Unternehmensqualität 2021

Noch bis 31. Mai 2021 können sich Unternehmen und Organisationen in fünf Kategorien für den diesjährigen

Staatspreis Unternehmensqualität anmelden. Der Staatspreis Unternehmensqualität wird

jährlich vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) in Kooperation

mit der Quality Austria vergeben. 2020 hat die faircheck Schadenservice GmbH die nationale Auszeichnung

für ganzheitliche Spitzenleistung erhalten.

Dereits zum 26. Mal wird der

Staatspreis Unternehmensqualität

im Rahmen einer feierlichen

Gala verliehen. Ziel ist es auch in diesem

Jahr die heimische Wirtschaft zu stärken,

indem unter dem Motto „Exzellent &

nachhaltig in die Zukunft – responsibility

matters“ der Fokus auf Nachhaltigkeit im

dreifachen Sinn gelegt wird: ökonomisch,

ökologisch und sozial.

Foto © Anna Rauchenberger

„Unternehmen müssen sich ihrer Verantwortung

gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft

und ihren Interessensgruppen

bewusst sein. Exzellenten Unternehmen

gelingt das dank ihres organisatorischen

Weitblicks und ihrem agilen Handeln besonders

gut“, so Konrad Scheiber, CEO

der Quality Austria (siehe Bild rechts).

Umfassend verstandene Nachhaltigkeit

„Wir möchten in diesem Jahr das Augenmerk

bewusst nach vorne richten und nachhaltige Unternehmensqualität

sichtbar machen“, erläutert

Franz Peter Walder, Geschäftsführender Vorstand

der AFQM und Member of the Board der

Quality Austria.

„Unternehmen sind dynamische Akteure. Sie

können mit Instrumentarien der Unternehmensqualität

bzw. des EFQM Modells einen fairen,

sozialen und nachhaltigen Beitrag für eine lebenswerte

Gesellschaft leisten“, betont Walder.

Mit den Besten messen

Ein Beispiel für ein Unternehmen, welches Mut

bewiesen und sich selbst den metaphorischen

Spiegel vorgehalten hat, ist der amtierende

Träger des Staatspreis Unternehmensqualität,

die faircheck Schadenservice GmbH. Peter Winkler,

Geschäftsführer faircheck schildert die Teilnahme

am Staatspreis Unternehmensqualität

2020 wie folgt: „Es war gut, ein Feedback außerhalb

unserer Branche zu bekommen, denn dann

sieht man, was man falsch kommuniziert. Außerdem

macht eine Teilnahme Lust auf mehr!“

Bewerbungen noch bis 31. Mai möglich

Mitmachen können kleine, mittlere und große

Unternehmen sowie Non-Profit Organisationen

und Organisationen, die vorwiegend im öffentlichen

Eigentum stehen. Die Einreichfrist läuft

bis 31. Mai 2021, die Vor-Ort-Besuche durch die

Assessor*innen-Teams werden bis 30. Juni durchgeführt.

Die Preisverleihung für den Staatspreis

Unternehmensqualität erfolgt am 15. September

im Palais Wertheim in Wien durch das Bundesministerium

für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

(BMDW) und die Quality Austria.

LINK-TIPP:

Weitere Informationen zum Staatspreis Unternehmensqualität

2021 finden Sie auf der

Website des Unternehmens Quality Austria.


UMWELTjournal 2/2021 | S34

THEMEN FÜR IHREN ERFOLG

Ausblick: UMWELT JOURNAL 2021

Ausgabe 2/2021 erscheint im April

1

2

3

4

Unterlagenschluss

Erscheinungstermin

• Aus-, Weiterbildung Freitag Montag

• Abfallbehandlung, -verwertung 15. Jänner 25. Jänner

• Erneuerbare Energie

• Special: E-World energy&water

• Special: Energiesparmesse

• Special: Bauen und Wohnen

• Special: Tiroler Hausbau & Energie Messe

• Wasser-, Abwasserbehandlung Freitag Montag

• Messtechnik 2. April 12. April

• Energietechnik und -netze

• Bau-, Gebäudetechnik

• Special: Light + Building

• Special: IFAT

• Special: RENEXPO

• Green Logistics Freitag Montag

• Kommunale Infrastruktur 21. Mai 31. Mai

• Abluftreinigung | Filtertechnik

• Grüne Industrietechnologie

• Special: OÖ Umwelttage

• Special: BatteryExperts Forum

• Special: Smart Automation Austria

• Recycling, Entsorgung Freitag Montag

• Nachhaltiges Bauen, Sanieren 5. November 15. November

• Kanal-, Rohrleitungstechnik

• Deponietechnik, Rohstoffrückgewinnung

• Special: Recy & DepoTech

• Special: Ecomondo

• Special: Pollutec

In jedem Heft:

Spezialthema • Branchennews • Internationale Entwicklungen • Technische Innovationen •

Best Practices und Anwenderberichte • Serviceteil • Umweltrechtliche Fragen • Förderungen •

Karriere und Ausbildung • Veranstaltungen • Pressestimmen • Rezensionen


UMWELT JOURNAL Sonderausgaben 2021

Das UMWELT JOURNAL erscheint seit Jahren mit jeweils sechs gedruckten Ausgaben

pro Jahr. Sie vereinen insbesondere Best-Practice-Beispiele, Anwenderberichte,

Kommentare und Meinungen sowie Hintergrundberichte und Serviceinhalte.

Den ganzen Newsflow aus den Themenwelten Klima, Umwelttechnik,

Abfallwirtschaft, Energie, Green Finance und Mobilität gibt es laufend auf unserer

Website umwelt-journal.at sowie begleitend in den Newslettern und auf unseren

Social-Media-Kanälen.

Im Jahr 2021 trennen wir zwei Ausgaben vom Erschinungszyklus ab und veröffentlichen

diese als Sonderausgaben: Special Nr. 1 wird sich ausschließlich dem

Thema MOBILITÄT widmen - von Alternativen Antrieben bis hin zu Mobilitäts- und

Verkehrskonzepten. Special Nr. 2 wird sich zur Gänze einem bestimmten Umweltthema

widmen. Details dazu im Laufe des Jahres.

THEMEN FÜR IHREN ERFOLG

Wir wollen mit dieser Aufteilung für unsere Leser aber auch für unsere Kunden

den Fokus noch weiter verschärfen und die Ausgaben des Fachmagazins stärker

themenorientiert orientieren. Schon jetzt freuen wir uns auf das Jahr 2021, denn

Umweltthemen haben definitiv einen längeren Atem als jede Pandemie und werden

uns alle daher weiterhin begleiten!

Special 1 • MOBILITÄT

Unterlagenschluss

Freitag

11. Juni

Erscheinungstermin

Montag

21. Juni

Special 2 • UMWELT

Freitag

10. September

Montag

20. September

IMPRESSUM

Medieninhaber: Markus Jaklitsch

Wir Herausgeber: produzieren Peter Nestler und vermarkten weitere SPECIALS und Sonderpublikationen zu anderen

Redaktion: Christian Vavra

Themen

Grafik: nes2web

gerne jederzeit und auf Ihren Wunsch! Wenden Sie sich dazu an unseren Vertrieb:

peter.nestler@umwelt-journal.at.

Hameaustraße 44, 1190 Wien, Austria

E-Mail: redaktion@umwelt-journal.at

https://umwelt-journal.at


Die Welt der

nachhaltigen

Logistik

• logistik-express.com

• umwelt-journal.at

• binnenschiff-journal.at

• mobilitaet.business

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