kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 49

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Bremen / Oldeburg + der Norden für die Monate August + September 2021

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

Bremen / Oldenburg und der Norden

issue 49 | August + September 20 21

Elina Brotherus, One Minute Sculpture (Museum Bag), 2017, after Erwin Wurm, Untitled (Bag), 2002 ,

Put a museum bag over your head © VG Bild-Kunst, Bonn 2021


. grußwort

Fotografie aus dem

Artist-in-Residence-

Programm

Nicole Ahland

Elina Brotherus

Thomas Wrede

28.2.–5.12.2021

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 2 kunst:stück1 · 25938 Alkersum/Föhr · mkdw.de


. grußwort

Nicole Giese-Kroner, Foto: Cosima Hanbeck, 2021

Sommerzeit ist Museumszeit!

Nicole Giese-Kroner, Künstlerische Leiterin

Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische Kunst | www.syker-vorwerk.de

Lange Zeit waren die Sommermonate für

Museen und Ausstellungen als sogenannte

Saure-Gurken-Zeit verschrien. Kultur fand

höchstens noch Open Air in Form von Festivals

statt. Doch dieses Kunst-Sommerloch

war einmal!

Viele Kolleg:innen haben während der Ferienzeit

tolle Ausstellungen und Projekte

in ihren Häusern, die zum Entdecken einladen.

Hier in der Gegend haben Ende Juli tolle

neue Ausstellungen begonnen, die ich mir

unbedingt anschauen möchte.

Da wären beispielsweise gleich drei neue

Präsentationen im Gerhard-Marcks-Haus

unter dem Motto „Bildhauerei! Was sonst?“

und in zehn Institutionen in Bremen läuft

auch noch das Gemeinschaftsprojekt „Smell

it! Geruch in der Kunst“. Hier vor allem die

Ausstellung „Olfaktor: Geruch gleich Gegenwart“

in der Städtischen Galerie Bremen

und den Satelliten „Coffee Room“ von Peter

de Cupere im kleinen Off-Space Drops

(Beim Steinernen Kreuz 15) nicht verpassen!

Außerdem bin ich gespannt auf die Ausstellungen

„By the Sea“ in der Kunsthalle Wilhelmshaven

und „Bicycle – Das Rad neu erfinden“,

letztere startet am 14. August in

der Städtische Galerie Delmenhorst.

Hier im Syker Vorwerk haben wir auch gerade

eine spannende neue Ausstellung eröffnet,

die ich Ihnen sehr ans Herz legen

möchte und die ganz nebenbei auch Lust auf

fremde Kulturen und Reisen macht: „Mia

Unverzagt – Wie man Muster verbindet |

How to combine patterns | Como combinar

patrones“. Sie zeigt Fotoperformances, eine

Videoarbeit, dokumentarische Fotografien

und indigene Textilien aus Süd-Mexiko

und Guatemala.

Bevor also der Galerien- und Messetrubel

im September hoffentlich wieder so richtig

Fahrt aufnimmt, gönnen Sie sich einen entspannten

Ausstellungsbesuch. Die meisten

Häuser sind ja wohl temperiert, sodass Sie

sogar einer Hitzewelle oder wahlweise dem

norddeutschen Sommer entfliehen können.

Viel Spaß wünscht

Nicole Giese-Kroner

kunst:stück 3


. grußwort

4 kunst:stück


. grußwort

Petra Stegmann, Leiterin der Kunsthalle Wilhelmshaven bei einer Performance von Ina Hagen.

Foto: Jenny Rosentreter

By The Sea

Land Art, Performance, Minimal Art

Petra Stegmann, Leiterin der Kunsthalle Wilhelmshaven

Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

„I started early, took my dog and visited the

sea, the mermaids in the basement came

out to look at me.“ So begann Emily Dickinson

1863 ihr Gedicht BY THE SEA, das eine

sinnliche Begegnung mit dem Meer imaginiert,

in der die Dichterin zunächst unterzugehen

droht.

Dem Thema der physischen Auseinandersetzung

von Künstler*innen mit dem Ozean

im Besonderen und Wasser im Allgemeinen,

widmet sich auch die Kunsthalle

Wilhelmshaven in diesem Sommer. Präsentiert

werden namhafte Positionen aus den

USA, Westeuropa, Osteuropa, Skandinavien,

Südamerika und Asien aus Konzeptkunst,

Land Art, Minimal Art, Performance und

Fluxus – seit den 1960er-Jahren bis heute.

Dabei wird gezeigt, wie Künstler*innen ihre

Körper den Elementen aussetzen – so Ana

Mendieta in ihrem Ocean Bird (Washup).

Dokumentationen großangelegter Ikonen

der Land-Art wie Robert Smithsons Spiral

Jetty sind ebenso zu erleben wie die minimalistischen,

von der Flut weggespülten

Strandgrabungen des estnischen Künstlers

Jüri Okas. Es geht um experimentelle musikalische

Positionen (John Cage), Happenings

(Tadeusz Kantor) und konkrete Poesie (Ewa

Partum). Aber auch umweltaktivistische

Positionen gegen die Begradigung von Flüssen

(Cecylia Malik) oder Ölbohrungen an

der norwegischen Küste (Inghild Karlsen)

sind zu sehen.

Emily Dickinsons Gedicht endet mit dem

Rückzug des Meers: „And bowing with a

mighty look at me the sea withdrew.“ Den

niederländischen Konzeptkünstler Bas Jan

Ader dagegen ließ das Meer nicht mehr los.

Er brach 1975 für sein Werk In Search of the

Miraculous zu einer Atlantiküberquerung

von Cape Cod auf. Sein Boot Ocean Wave

wurde neun Monate später vor der Küste

Irlands gefunden – der Künstler gilt seitdem

als verschollen. Auch das dokumentiert die

Ausstellung.

Petra Stegmann

Kunsthalle Wilhelmshaven

kunst:stück 5


. inhalt

03 Grußwort

03 - Nicole Giese-Kroner, Künstlerische

Leiterin, Syker Vorwerk – Zentrum

für zeitgenössische Kunst

05 - Petra Stegmann, Leiterin der

Kunsthalle Wilhelmshaven

06 Inhalt

06 - Impressum

08 Bremen & umzu

18 - Achim

20 - Worpswede

28 - Syke

30 - Föhr

32 - Verden

33 - Hude

34 Oldenburg & umzu

35 - Wilhelmshaven

40 - Rastede

42 - Papenburg

44 - Sögel

46 - Emden

48 - Bad Bentheim

50 - Petrshagen

xx Spezielles in dieser ausgabe

20 - frauenORT Paula Modersohn-

Becker in Worpswede

DaS TITeLBILD

Made on Föhr

Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm

Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede

Museum Kunst der Westküste

28.2.bis 5.12.2021

www.mkdw.de

Elina Brotherus, One Minute Sculpture (Museum

Bag), 2017, after Erwin Wurm, Untitled

(Bag), 2002, Put a museum bag over

your head © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Seit 2010 lädt das Museum Kunst der Westküste

aktiv Künstler*innen als Artists in Residence nach

Alkersum ein. Die Schau zeigt erstmals in einer

Gruppenausstellung eine Auswahl von Arbeiten,

die während oder im Prozess der Vor- oder Nachbereitung

solcher Aufenthalte entstanden sind und

überwiegend zum ersten Mal öffentlich präsentiert

werden. → Seite 30

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.kunststueck-magazine.de

IMPReSSuM

H2 Werbeagentur + Verlag

Eva Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 85999 00

mail@kunststueck-magazine.de

redaktionsschluss für die ausgabe

okt / nov: 15. September 2021

anzeigenberatung:

Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00

Mobil: 0152 389 510 24

6 kunst:stück


. grußwort

marko lulic:

»o. t. (lichtung)«, 2 011

schüttorf

kunstwegen

deutsch-niederländische

skulpturenroute

www.kunstwegen.org

Wieder offen!

DI-FR 12:00-17:00 UHR

SA-SO 10:00-17:00 UHR

OSTFRIESISCHES

LANDESMUSEUM

EMDEN

RATHAUS AM DELFT

Brückstraße 1

26725 Emden

www.landesmuseum-emden.de

kunst:stück 7


. bremen

8 kunst:stück


. bremen

Ruud Kuijer Bildhauerei! Was sonst?

25. Juli bis 24. Oktober 2021

Ruud Kuijer (geb. 1959) schafft abstrakte

Arbeiten, die die Regeln und Traditionen

der Bildhauerei (stehen, liegen, lehnen)

spielerisch neu denken. In seiner Kunst

geht es dem Niederländer um Masse und

Volumen, um physische Präsenz und Materialität,

um Schwerkraft und das Verhältnis

zum Boden. Kuijer setzt seine Skulpturen

aus unterschiedlichsten Materialien zusammen.

Jedes der Teile hat seine visuelle

Bedeutung. Seit den 2000er-Jahren

experimentiert er verstärkt auch mit Fundstücken

aus dem Alltag, mit Wohlstandsmüll

wie weggeworfenen Shampoo-

Flaschen aus Plastik oder Joghurtverpackungen

aus dem Supermarkt. Er

zerschneidet sie, verbindet sie mit etwas

anderem und gießt sie anschließend in Beton.

Die so entstandenen Skulpturen sind

zwar aus einem Stück, zeigen aber, wie unverkrampft

sie zusammengestellt wurden.

Das Gerhard-Marcks-Haus zeigt die erste

Retrospektive mit Arbeiten aus allen Schaffensphasen

in Deutschland.

Der Titel der Ausstellung ist gleichzeitig

das Motto für das 50-jährige Jubiläum des

Museums im September. Die parallel stattfindenden

Ausstellungen von Patricia Lambertus

und Ngozi Schommers zeigen, wie

offen wir die Frage beantworten.

Ngozi Schommers The Way We Mask

25. Juli bis 24. Oktober 2021

Wenn Ngozi Schommers (geb. 1974) auf

Reisen geht, dann ist ihre Kunst immer dabei:

Es kann sein, dass ein Werk in Ghana

begonnen und in Deutschland vollendet

wird – oder auch anders herum.

Manchmal reisen die Werke sogar mehrmals

mit ihr zwischen den Orten hin und

her. Denn die Künstlerin lebt in beiden

Ländern und hat in beiden Heimaten

Ateliers.

Im Gerhard-Marcks-Haus zeigt sie mit »The

Way We Mask« eine Mischung aus kleinen

Skulpturen, raumgreifenden Installationen

und Zeichnungen. Ihre Kunstwerke

behandeln die Themen Identität, Erinnerung

und Kultur, aber auch den Kolonialismus.

Eine wichtige Komponente in Schommers

Nachdenken über diese Themen

sind Haare, Frisuren und dazu gehörige

Traditionen sowie der Umgang mit ihnen.

Patricia Lambertus zweijahrtausendfern

25. Juli bis 24. Oktober 2021

Die bildgewaltige Rauminstallation im Pavillon

des Gerhard-Marcks-Hauses von Patricia

Lambertus (geb. 1970) basiert auf den historischen

Wandmalereien der antiken

Stadt Pompeji und bringt diese in einen

zeitgenössischen Kontext.

Innerhalb des Bildraums gibt es diverse

Schichten von Bildern, die wie archäologische

Stratigrafien gelesen werden kön-

nen. Die Installation von Patricia Lambertus

bewegt sich im Spannungsverhältnis

von Fiktion und Realität sowie von Schönheit

und Zerstörung. Historisch-gesellschaftliche

Ereignisse und ihre Zusammenhänge

sowie ihre Relevanz und Resonanz

in der Gegenwart werden aufgespürt und

bildnerisch umgesetzt. Der Fokus liegt hier

bei den Brüchen, Rissen und Schnittstellen.

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen

www.marcks.de

Abb. oben: Ruud Kuijer, Skulptur I, 1990, Holz, Beton, Eisen

Abb. Mitte: Ngozi Schommers, Selbstporträt, 2018, perforiertes Papier, Konfetti auf hangschöpften Aqurellpapier

Abb. unten: Patricia Lambertus, zweijahrtausendfern, 2021, digitales Modell, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

kunst:stück 9


. bremen

Heiko Herrmann, Gefangen in sich, 2012, Mischtechnik/Leinwand, 50 x 50 cm

Heiko Herrmann

"her und hin" – Malerei und bemalte Keramik

17. Juli bis 28. August 2021

Galerie Ohnesorge | www.galerie-ohnesorge.de

Nach allgemeinem Aufatmen erhoffen und

wünschen wir uns einen schönen Sommer.

Mit der vitalen, farbensprühenden Malerei

des Münchners Heiko Herrmann wird dafür

ein geeigneter ästhetischer Höhepunkt

geboten. Herrmann, der sich in den letzten

drei Jahrzehnten einen vorderen Rang

innerhalb der süddeutschen Kunst ermalt

hat, präsentiert farbenfrohe Leinwandbilder

und soeben aus dem Glasurbrand gekommene

Keramiken in seiner inzwischen

bereits 7. Einzelausstellung in Bremen.

Offnungszeiten:

Donnerstag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr,

Samstag von 12 bis 16 Uhr

sowie weitere Termine nach Absprache

Hinweis:

Für vorherige telefonische Anmeldung

Ihres Besuchs bin ich Ihnen sehr dankbar.

Galerie Ohnesorge

Contrescarpe 36, 28203 Bremen

10 kunst:stück


. bremen

Claude Monet, Die Felspyramiden von Port-Coton, 1886, Öl auf Leinwand © Remagen

Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Sammlung Rau für UNICEF, Foto Peter Schälchli, Zürich

Tausche Cranach gegen Monet

Meisterwerke aus den Sammlungen Rau und Roselius

18. September 2021 bis 30. Januar 2022

Paula Modersohn-Becker Museum | www.museen-boettcherstrasse.de

Eine Auswahl namhafter Künstlerinnen

und Künstlern wie Fra Angelico, Antonio

Canaletto, Claude Monet, Auguste Renoir,

Mary Cassatt oder Kees van Dongen reist

vom 18. September 2021 bis zum 30. Januar

2022 vom Rhein an die Weser. Es sind

hochkarätige Botschafter der Sammlung

Gustav Rau, die der 2002 verstorbene Arzt

und Kunstliebhaber über vier Jahrzehnte

zusammengetragen hat und mit dem Auftrag

der Fortführung seines humanitären

Engagements für notleidende Kinder auf

der Welt der Stiftung UNICEF für Deutschland

vermacht hat.

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in

Remagen verwahrt rund 250 Werke aus

diesem Konvolut. Im Rahmen einer einmaligen

Kooperation hat das Paula Modersohn-Becker

Museum nun die Gelegenheit

55 Meisterwerke aus 500 Jahren Kunstgeschichte

aus der Sammlung Rau in Bremen

zu präsentieren, ergänzt durch Werke aus

der museumseigenen Sammlung Ludwig

Roselius.

Die ausgestellten biblischen und mythologischen

Darstellungen, Frauenporträts,

Landschaften, Stillleben, Mutter-Kind-Darstellungen

und Kinderbildnisse vermitteln

in ihrer Vielfalt einen Überblick, wie sich die

Sicht von Künstlerinnen und Künstlern auf

die Welt vom Mittelalter bis in die Moderne

gewandelt hat.

Museen Böttcherstraße

Paula Modersohn-Becker Museum

Ludwig Roselius Museum

Böttcherstraße 6-10, 28195 Bremen

kunst:stück 11


. bremen

Ngozi Schommers, Selbstporträt,

2018, Detail, perforiertes Papier,

Konfetti auf hangschöpften

Aqurellpapier

Gerhard-Marks-Haus

Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen

T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de

– Die Picasso-Connection. Der Künstler und sein Bremer Galerist

| bis 29.8.

– Haarige Geschichten. Bilder vom Menschen Teil 2 | bis 19.09.

– Mit den Augen riechen. Geruchsbilder seit der Renaissance

bis 15.8.

– Hauptsache Dürer? Die Sammlung Klugkist | bis 10.10

– Für die Kunst heute. 50 Jahre Förderkreis für Gegenwartskunst

| 11.9.21 bis 30.1.22

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen

T. 0421 9897520 | www.marcks.de

– Ruud Kuijer. Bildhauerei! Was sonst? | bis 24.10.

– Ngozi Schommers. The Way We Mask | bis 24.10.

– Patricia Lambertus. zweijahrtausendfern | bis 24.10.

– Emil Utitz und Gerhard Marcks. Tsurikrufn | bis 24.10.

Claude Monet, Die Felspyramiden

von Port-Coton, 1886, Öl

auf Leinwand © Remagen, Arp

Museum Bahnhof Rolandseck,

Sammlung Rau für UNICEF, Foto

Peter Schälchli, Zürich, Museen

Böttcherstraße

Weserburg – Museum für moderne Kunst | Teerhof

20 | 28199 Bremen | T. 0421 5983970 | www.weserburg.de

– So wie wir sind 3.0 | bis 23.1.22

– Peter Piller - Richard Prince | bis 31.10

– Luca Vitone. Macht | bis 15.8

– DUFT, SMELL, OLOR, … | bis 15.8.

– Mateo Maté. Landscape Europe 2020-2021 | 27.8. bis 3.10.

– Timm Ulrichs Total. Der Künstler als Kunstwerk und seine

Publikationen seit den 1960er Jahren | 18.9.20 bis 16.1.21

Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen

| T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de

– Olfaktor: Geruch gleich Gegenwart | bis 29.8.

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen

| T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de

– Junge Wilde. Tierisch erwachsen werden | 2.10.21 bis 10.3.22

Lukas Klose, Selbst

Galerie Mitte

Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195

Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de

– Avantgarde. Bernhard Hoetger und Paula Modersohn-Becker

in Paris | bis 5.9.

– Unverblümt. Camilla Nicklaus-Maurer & Paula Modersohn-

Becker | bis 5.9.

– Tausche Cranach gegen Monet. Meisterwerke aus den Sammlungen

Rau und Roselius | 18.9.21 bis 30.1.22

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203

Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu

– Lukas Klose. Selbst | 13.–29.8.

– Anja Engelke. Buchpräsentation: Room 125 | 25.9. bis 3.10.

Mirjam Pézsa, CHARACTER #05,

Acryl auf Leinwand, 70 x 60 cm,

2018, Atelier Brandt Credo

Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen

T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de

– Mirjam Pézsa. Frabe kann ... | 7.8. (Eröffnung: 15-19h) bis 19.9.

12 kunst:stück


Bildhauerei!

Was sonst?

Ruud

Kuijer

25. Juli bis

24. Oktober

2021

www.marcks.de

bäuerle

Gefördert von

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kreis

Medienpartner

Foto: Rob Versluys, Amsterdam


. bremen

Galerie Ohnesorge| Contrescarpe 36 | 28203 Bremen |

T. 0421 327550 | www.galerie-ohnesorge.de

– Heiko Herrmann. "her und hin" – Malerei und bemalte Keramik

| bis 28.8.

Heiko Herrmann, Gefangen in

sich, 2012, Mischtechnik/Leinwand,

50 x 50 cm,

Galerie Ohnesorge

Kränholm Kunstcafé / Galerie | Auf dem Hohen Ufer

35 | 28759 Bremen | www.kraenholm.de

Bremen Vierkant. Robert Schad –Skulpturen in Knoops Park

und auf Kränholm | bis 31.8.

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen

T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de

– Aleana Egan. small field | bis 29.8.

– Irina Gheorghe. Methods for the Study of What Is Not There

| 25.9. bis 21.11.

Udo Reutter, Rotviolett, 2020,

Mischtechnik auf MDF,

ca. 130 x 90 cm (Detail), kunstmix

Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18

28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de

– querbeet 10. kunstmix & friends | bis 3.9.

– Udo Reutter. Farbe-Raum-Form | 5.9. bis 1.10.

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof

21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de

– Felix Dreesen | 28.8. bis 24.10.

Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen

T. 0421 3807990 | www.gadewe.de

– The Kids Are Alright. Klasse Heike Kati Barath | bis 15.10.

Kana Mick, Sie kamen um im

Kreis zu tanzen, 2019, Acryl auf

Leinwand, 150 x 150 cm, Foto: Tobias

Hübel, Syker Vorwerk

Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30

Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de

–Bicycle. Das Rad neu erfinden | 14.8. bis 31.10.

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242

577410 | www.syker-vorwerk.de

– Kana Mick. Sie kamen um im Kreis zu tanzen | bis 5.9.

– Mia Unverzagt. Wie man Muster verbindet – How to combine

patterns | Como combinar patrones | bis 26.9.

Kunstverein Achim e.V. | Ausstellungen im Haus Hünenburg

| Schwedenschanze 39 und/oder im Rathaus Achim I

Obernstraße 38 | 28832 Achim | www.kunstverein-achim.de

– KVA 30+1 | Kunst vereint. Werke der Dozentinnen & Dozenten

der Kunstschule | 12.9. bis 24.10.

Ulrike Möhle, Zwei,

Beton-Steinzeug, 2010

Kunstverein Achim

Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau

| Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792

3968 I www.worpswede-museen.de

– Martha Vogeler. Leben mit der Kunst | bis 7.11., Haus im Schluh

– WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens | bis

6.3.22 | Barkenhoff + Große Kunstschau

14

kunst:stück


. bremen

Collage querbeet X

querbeet 10

kunstmix & friends

1. August bis 3. September 2021

kunstmix – Produzentengalerie im Schnoor | www.kunstmixbremen.de

Die fünf Betreiber:innen der Produzentengalerie

Kunstmix, Dirk Lohmann, Martin

Koroscha, Lena Berns, Udo Reutter und

Janka Köhler haben auch in diesem Jahr

befreundete Künstler:innen eingeladen mit

ihnen gemeinsam an der Gruppenausstellung

„querbeet 10“ teilzunehmen.

Wegen der Pandemie gingen die Einladungen

allerdings jetzt überwiegend an

Kunstschaffende aus Bremen und umzu.

So sind ca. 70 Werke aus den Bereichen

Malerei, Druckgrafik, Bildhauerei, Fotografie

und Zeichnung zusammen gekommen,

die nun in einer Petersburger Hängung

präsentiert werden. Durch diese Art

der Präsentation treten die einzelnen Exponaten

in Kommunikation mit den anderen

Ausstellungsstücken, ohne dass es

nach „Kraut & Rüben“ aussieht.

Eröffnet wurde die vielseitige Ausstellung

bereits am 1. August 2020 mit einem Auftritt

der Indiepop-Musikerin Muriel Colleen.

Die Exposition kann zu den regulären Öffnungszeiten

bei freiem Eintritt besucht

werden und endet am Freitag, den 3. September

2021.

Die Ausstellenden:

Sarah Hillebrecht, Marlies Nittka, Elizabeth

Förster, Ulrike Leopold, Astrid Schulz,

Ilona Tessmer, Christina Völker, Benjamin

Beßlich, Silvia Brockfeld, Elke Paul,Werner

Henkel, Edeltraut Rath, Carola Schapals,

Anja Höppner, Ines Schwabe, Bernd Müller-Pflug,

Silke Mohrhoff, Ursula Häckell,

Jelena Ratz, Güde Renken, Ulrike Brockmann,

Christian Plep, Dirk Lohmann, Martin

Koroscha, Lena Berns, Udo Reutter und

Janka Köhler.

Öffnungszeiten:

Do/Fr 11–13 Uhr + 16–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr

kunstmix - Produzentengalerie im Schnoor

Kolpingstrasse 18, 28195 Bremen

kunst:stück 15


. bremen & umzu

MUSEUM AM MODERSOHN-HAUS | Hembergstraße 19

27726 Worpswede | www.museum-modersohn.de

– Paula in Worpswede. Ein Frauenleben um 1900 | bis 31.10.

ALTES RATHAUS | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede | www.

gemeinde-worpswede.de

– Paula Modersohn-Becker open air| bis 31.10.

Annegret Maria Kon, Lebensreigen,

2021, Gebrannter Ton, Foto:

© Rüdiger Lubricht, Worpswede

GALERIE ALTES RATHAUS | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede

| www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Kunst und Frauenleben heute. Hommage an Paula Modersohn-Becker

| bis 15.8.

SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM | Bergstraße | 27726

Worpswede | www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Tote gibt’s hier genug! Fünf lebendige Positionen | bis 08.05.22

Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726

Worpswede | www.nwwk.de

– Konrad Winter. Ende der Vorstellung | 1.8. bis 26.9.

Heinrich Vogeler, Zentralasien,

1927, Öl auf Leinwand, Inv. Nr. A

III 274, Nationalgalerie, Staatliche

Museen zu Berlin, Foto: © Nationalgalerie,

SMB / Eike Knopf,

Worpswede

Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste

27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de

– Bremerhavener Werbestrategien. Slogans und Wahrzeichen

bis 31.10

– Karussells, Zuckerwatte und Lichterglanz. Impressionen des

Bremerhavener Freimarkts | bis 12.9.

Kunstverein Bremerhaven von 1886 e. V. | Karlsburg

1/4 | 27568 Bremerhaven | www.kunstverein-bremerhaven.de

– Koen Vermeule. Fensterbilder | bis 29.8.

Bremerhaven Werbestrategien

– Slogans und Wahrzeichen, © Historisches

Museum Bremerhaven

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283

Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de

– Legendär! Sonderausstellung über Helden mit Hufen | bis 31.10.

Koe Vermeule, Kunstvereun

Bremerhaven

Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141

7977320 | www.museen-stade.de

– Piggeldy und Frederick. Nichts leichter als das | bis 5.9.

– Jacoba van Heemskerck. Kompromisslos modern | 25.9.21

bis 6.2.22

– Stader Wege in den Himmel | bis 26.9. / im Schwedenspeicher

Sjoerd Knibbeler, In Elements,

2020, Fotos: Lukas Spörl,

Museum Kunst der Westküste

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938

Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de

– Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen

Hein | bis bis 13.1.2022

– Sjoerd Knibbeler. In Elements | bis 16.1.2022

– Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm

/ Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede | bis 5.12.

16 kunst:stück


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IMMOBILIEN das „Homestaging“. Im Anschluss an

alle notwendigen Vorbereitungen erstellen wir ein

hochwertiges Exposé Ihrer Immobilie.

WAGNER IMMOBILIEN übernimmt die Organisation

und Sichtung aller notwendigen Unterlagen.

Wir besorgen für Sie kostenlos fehlende Unterlagen

wie den Energieausweis oder Dokumente von

Ämtern. Das spart Ihnen Zeit, Kosten und lästige

Behördengänge.

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Inserate im Internet, in Tageszeitungen, in eigenen

Publikationen oder Newslettern und übernehmen

die Außenwerbung. Mit potenziellen Käufern, die

ernsthaftes Interesse an Ihrer Immobilie zeigen,

führen wir professionelle Einzelbesichtigungen

durch. Wir prüfen diese dann eingehend auf Solvenz,

um eine reibungslose Übergabe zu gewährleisten.

Gerne betreuen wir Sie auch bei der Erstellung

des Kaufvertrags und vereinbaren Termine

mit einem Notar.

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. achim

1

4

10

18 kunst:stück


. achim

2 3

5 6

1) Ulrike Möhle, Zwei, Beton-

Steinzeug, 2010

2) Petra Seydel, von Braun zu Blau,

Aludibond

3) Natalie A. Peter, Sommerfrische

4) Brigitte Gläsel, Zinnober 21,

Collage, 2020

5) Gabriele Tinscher, grünblühen, 2017

6) Günter Lange, Kalligrafie, 26 Buchstaben

aus 3 Linien, mixed media

7) Svenja Wetzenstein, Musiker

8) Kerstin Meier, sketchnote

9) Birgit Pomrenke, … Zahn um Zahn

10) Walter Peter, Håja, 2018, Acryl,

Tusche auf Leinwand

KVA 30+1 | Kunst vereint

Werke der Dozentinnen & Dozenten der Kunstschule

12. September (Eröffnung: 11 Uhr) bis 24. Oktober 2021 | sonntags von 14–17 Uhr geöffnet

Kunstverein Achim – Haus Hünenburg | www.kunstverein-achim.de

Der Kunstverein Achim zeigt einen Querschnitt

der Arbeiten von Lehrenden seiner

Kunstschule. Im Laufe von 30 + 1 Jahren ist

eine Vielzahl von Lehrkräften für die Schule

tätig gewesen. Viele von ihnen über lange

Zeiträume, manche sogar von Beginn an

und noch bis heute aktiv unterrichtend.

Sie sind nicht nur hervorragende VermittlerInnen,

sondern auch erfahrene und fähige

KünstlerInnen mit beeindruckenden

Werdegängen und eigenen künstlerischen

Ausdrucksweisen. Innovativ und am Puls

der Zeit sind die Inhalte ihrer Kurse, von

denen die KursteilnehmerInnen profitieren

können.

Ausstellende Dozent*innen:

Brigitte Gläsel, Malerin // Mary Hagen, Malerin,

Kunstpädagogin, Kunsttherapeutin

// Günter Lange, Kalligraf // Kerstin Meier,

Illustratorin // Ulrike Möhle, Keramikerin

// Corinna Möller, Keramikerin // Natalie

A. Peter, Illustratorin // Walter Peter, Bildhauer

// Birgit Pomrenke, Kunstpädagogin,

Kunsttherapeutin // Petra Seydel, Malerin,

Bildhauerin // Gabriele Tinscher, Fotografin

// Svenja Wetzenstein, Malerin

Haus Hünenburg

Schwedenschanze 39, 28832 Achim

kunst:stück 19


. worpswede

Paula in Worpswede

Ein Frauenleben um 1900

frauenORT Paula Modersohn-Becker in Worpswede

Museum am Modersohn-Haus bis 31.10.2021 | www.museum-modersohn.de

Stimmungsvolle Moorlandschaften, weite

Himmel und eindrucksvolle Abendstimmungen

prägten lange Zeit den Mythos

der Worpsweder Malerei. Paula Modersohn-Becker

setzt mit ihrer Kunst ein

Zeichen und löst sich von der vorherrschenden

Stimmungsmalerei. Unter dem

Einfluss der französischen Kunst entwickelt

sie ihren eigenen künstlerischen Ausdruck,

der sie heute als eine international

anerkannte Künstlerin auszeichnet. Mit

der Einbindung in die Initiative frauenORTE

Niedersachsen wird Paula Modersohn-Becker

mit zwei Ausstellungen und einer Outdoor

Präsentation geehrt. Weitere Ausstellungshäuser

und Projekte im Künstlerort

legen passend zum Thema den Fokus auf

Künstlerinnen, so dass Worpswede in diesem

Sommer im Zeichen der Frauen steht.

Wenige Monate vor ihrer Hochzeit im Mai

1901 mit dem Maler Otto Modersohn, steht

für die junge Paula Becker (1876-1907) fest:

"…daß ich mich verheirate, soll kein Grund

sein, daß ich nichts werde." Programmatisch

wird sie dieses Ziel bis zu ihrem frühen

Tod verfolgen. Zugunsten ihrer ganz

persönlichen Selbstfindung und Selbstverwirklichung

ist sie bereit, ihr künstlerisches

Streben unbeirrt fortzusetzen.

Mutig und willensstark, setzt sie sich über

gesellschaftliche Konventionen hinweg, so

dass in nur wenigen Jahren ein herausragendes

Werk entsteht.

20 kunst:stück


. worpswede

Das Museum am Modersohn-Haus führt

unter anderem ins Wohnhaus des Künstlerehepaares,

wo zahlreiche Gemälde der

Künstlerin aus der Sammlung Bernhard

Kaufmann zu sehen sind. Im Sonderausstellungsbereich

treten biografische und

emanzipatorische Aspekte im Leben der

Malerin in den Fokus. Neben Zitaten der

Künstlerin aus Briefen und Tagebüchern

wird schlaglichtartig auf bestehende Konventionen

und Rollenmuster verwiesen,

die um die Jahrhundertwende – zu Lebzeiten

Paula Modersohn-Beckers – als

selbstverständlich galten. Zu Wort kommen

ebenfalls ihr Ehemann Otto Modersohn,

Freunde und auch Kunstkritiker.

Abb.: Oben links: Paula Modersohn-Becker, Birkenallee,

um 1900 (links) und Bäuerin mit Kopftuch und erhobener

Hand, um 1905, beide Sammlung Bernhard Kaufmann und

Zitat// Oben rechts: Zitat Paula Modersohn-Becker, 1901,

Grafik: Ueli Heer // Unten links: Meilensteine der Gleichberechtigung

// Unten rechts: Marie Bock, Bauer, um 1900,

Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel, Fotos: Cornelia

Hagenah

So rückt das Projekt auch ihre Vorbildfunktion

für Generationen von Künstlerinnen

in den Fokus. Meilensteine der

Gleichberechtigung laden ein, sich auf

eine Reise in die Vergangenheit zu begeben

und gleichzeitig eine Bestandsaufnahme

zur Gegenwart herzustellen.

Werkbeispiele und Lebensumstände ihrer

Kolleginnen und Nachfolgerinnen - Hertha

Mackensen, Hermine Overbeck-Rothe, Ottilie

Reylaender, Marie Bock, Clara Rilke-

Westhoff, Emy Rogge, Emmy Meyer, Sophie

Bötjer-Mallet, Lisel Oppel und Agnes

Sander-Plump- verdeutlichen, wie beschwerlich

der Weg einer Künstlerin war.

Museum am Modersohn-Haus

Hembergstraße 19, 27726 Worpswede

kunst:stück 21


. worpswede

Abb. oben: Ansicht auf Paula Modersohn-Becker open air vor der Galerie Altes Rathaus, Foto: Klaudia Krohn

Unten: Paula Modersohn-Becker (Detail), um 1901; Archiv des Otto-Modersohn-Museums, Fischerhude.

Paula Modersohn-Becker open air

frauenORT Paula Modersohn-Becker in Worpswede

am Alten Rathaus bis 31.10.2021 | www.gemeinde-worpswede.de/frauenort

In direkter Nachbarschaft zum Wohnhaus

der Künstlerin findet die Outdoor-Präsentation

Paula Modersohn-Becker open air

statt. Motivauswahl und der Standort auf

der Wiese vor der Galerie Altes Rathaus

verweisen auf das ehemalige Worpsweder

Armenhaus, wo die Malerin zahlreiche

Motive für ihre Bilder fand, die heute zu

wichtigen Werken der Künstlerin zählen

und sich in verschiedenen öffentlichen und

privaten Sammlungen befinden. Bäuerliche

Frauen, Kinder, Menschen aus dem

Armenhaus, Stillleben aber auch Selbstbildnisse

– sie ist die erste Frau, die sich

als Akt malt – bestimmen ihre Motivwahl

und veranschaulichen einen Ausschnitt

aus ihren bedeutenden Werken. Im Kontext

zur Ausstellung im Modersohn-Haus

ergänzen hier ebenfalls Zitate aus Briefen

und Tagebüchern die einzelnen Werke der

Künstlerin.

Auch heute, 120 Jahre nach Paula Modersohn-Beckers

Hochzeit, stellt sich die Frage,

wie sich die Situation von Frauen und

Künstlerinnen darstellt.

In Worpswede sind zahlreiche Orte mit

dem Leben der Künstlerin verbunden. Diese

werden ausführlich in einem Flyer beschrieben,

der anlässlich des frauenORTES

Paula Modersohn-Becker entstanden ist

und zu einem Spaziergang durch den

Künstlerort einlädt.

Galerie Altes Rathaus

Bergstraße 1, 27726 Worpswede

22 kunst:stück


. worpswede

Veranstaltungen:

frauenORT Paula Modersohn-Becker . Worpswede

– – –

Ort: Rathaus Worpswede, Ratsdiele

Bauernreihe 1, 27726 Worpswede

Eintritt: frei

Anmeldung: per Mail an Heike Grotheer

h.grotheer@gemeinde-worpswede.de

Lesung:

– – –

Mittwoch, 25. August, 19.00 Uhr

„Mit Paula in Paris. Auf den Spuren von Paula Modersohn-Becker“

# Angelika Sinn, freischaffende Autorin aus Worpswede

Vortrag:

– – –

Mittwoch, 15. September, 18.00 Uhr

„Du traust mir nicht genug Talent zu“

Leben und Werk der Worpsweder Malerin Hermine Overbeck-Rohte

# Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeckmuseums, Vegesack

Vortrag:

Donnerstag, 7. Oktober, 19.00 Uhr

– – –

Philine Vogeler – Kunsthändlerin – Kuratorin und Geschäftsführerin.

Ein Worpsweder Frauenleben für die Kunst

# Kathrin Klug, Worpswede

Veranstaltungen:

der Gemeinde Worpswede

– – –

Ort: Rathaus Worpswede, Ratsdiele

Bauernreihe 1, 27726 Worpswede

Eintritt: frei

Anmeldung: per Mail an Klaudia Krohn

k.krohn@gemeinde-worpswede.de

Buchvorstellung:

Freitag, 17. September, 19.00 Uhr

– – –

Gespräch zwischen H. G. Pawelcik (Verleger) und dem Fotograf Klaus

Benhof über seine Buch-edition und neuste fotografische Dokumentation

“Waldemar Otto – Atelier- und Ausstellungs besuche 2005 – 2018”

Buchvorstellung:

Donnerstag, 7. Oktober, 19.00 Uhr

– – –

The Book of Humi. Leben und Werk des Zeichners und

Poeten Pit Morell, mit Dr. Bernd Küster

und dem Donat Verlag

kunst:stück 23


. worpswede

Ivanka Svobodova-Rinke, Der Herbst ist schön, 2015-2021, Print auf Leinen, 100 x 100 cm

Kunst und Frauenleben heute

Hommage an Paula Modersohn-Becker

12. Juni bis 15. August 2021

Galerie Altes Rathaus | www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

Die Galerie Altes Rathaus zeigt Kunst und

Frauenleben heute. Als Hommage an Paula

Modersohn-Becker ist die Ausstellung ein

wichtiger Beitrag im Rahmen der Ehrung

der Künstlerin durch den Landesfrauenrat

Niedersachen e.V. im März dieses Jahres.

Ausgewählte Worpsweder Künstlerinnen

der Gegenwart sind mit exemplarischen

Werkbespielen präsent: Ursula Barwitzki //

Viktoria Diehn // Gisela Eufe // Birte Hölscher

// Franziska Hofmann // Christine Huizenga //

Margaret Kelley // Ina Landt // Gabriele Schmid

// Angelika Sinn // Ivanka Svobodova-

Rinke // Marie S. Ueltzen

Franziska Hofmann, Stadtgeschichten II, 2021, Bleistift, Acryl,

Papier und Transparentpapier auf Leinwand, 160 x 120cm

Obgleich viele Jahrzehnte nach Paula Modersohn-Becker

und jenen Kolleginnen vergangen

sind, die derzeit im Museum am

Modersohn-Haus gezeigt werden, hatten

auch sie auf ihrem Weg zur Kunst mit gesellschaftlichen

Hürden und wirtschaftlichen

Einschränkungen zu kämpfen. Doch

"allem und allem zum Trotz" (PMB, Tagebuch,

2.4.1902) haben sie sich für größtmögliche

Unabhängigkeit und ein Leben

als freischaffende Künstlerinnen entschieden.

Ihre Arbeiten, die jetzt zu sehen sind, spiegeln

Leben und Werk der berühmten Patronin

in vielen Facetten: beginnend mit

der Worpsweder Landschaft, gefolgt von

Selbstporträts und Kinderbildnissen, Partnerschaft

und Ehe, Experimenten in Form

und Farbe, nachdenklichen Reflexionen

und hoffnungsvollen Visionen samt Reiselust.

Der weibliche Blick fällt genauso

ins Auge, wie die Einbindung typisch weiblicher

Handarbeitstechnik und die begleitenden

Statements von Paula Modersohn-

Becker wirken wie aus dem Hier und Jetzt.

Lassen Sie sich überraschen!

Galerie Altes Rathaus

Bergstraße 1, 27726 Worpswede

24 kunst:stück


. worpswede

Gisela Eufe, Allegorie 2019, Bronze, Foto: © Rüdiger Lubricht

Tote gibt’s hier genug!

Fünf lebendige Positionen

Zeitgenössische Kunst in der Bergstraße in Worpswede vom 5. Mai 2021 bis 8. Mai 2022

und in der Galerie Altes Rathaus vom 22. August bis 10. Oktober 2021

Im März 2021 wurde der frauenORT Paula

Modersohn-Becker•Worpswede offiziell

eröffnet. Damit gehört er zu den 45

frauenORTEN Niedersachsen, wie sie seit

2008 vom Landesfrauenrat Niedersachsen

e. V. initiiert werden.

Aber was ist eigentlich ein frauenORT?

Was bedeutet es für Frauen, an einem solchen

Ort zu leben und zu arbeiten? Fühlen

Frauen in einem frauenORT besondere

Anerkennung? Paula Modersohn-Becker,

die (tote) Patin des neuen frauenORTES

lebte hier in einer Zeit, als Frauen kaum

wahrgenommen wurden. Heute ist sie

omnipräsent, aber ist sie auch ein Vorbild?

Gisela Eufe, Anja Fußbach, Annegret Maria

Kon, Claudia Piepenbrock und Rima Radhakrishnan

gehen mit der Ausstellung »Tote

gibt’s hier genug! Fünf lebendige Positionen«

diesen Fragen nach. Die Ausstellung

ist zwei geteilt: Ein Jahr lang werden fünf

Kunstwerke im öffentlichen Raum entlang

der Bergstraße zu sehen sein, dazu gibt es

eine temporäre Ausstellung in der Galerie

Altes Rathaus (22.8.–10.10. 21).

Im Rahmen von »Tote gibt es hier genug!«

treffen drei Generationen von

Künstlerinnen aufeinander, deren Konzepte

und ihre Blickwinkel auf den frauenORT

Paula Modersohn-Becker•Worpswede

kaum verschiedener sein können.

Der Titel der Ausstellung weist daraufhin,

dass alle Patinnen der niedersächsischen

frauenORTE seit mindestens 10 Jahren verstorben

sind und es keine lebende Patronin

eines dieser frauenORTE gibt. Außerdem

ist er ein Plädoyer für zeitgenössische

und junge Kunstpositionen in den Ausstellungen

der Künstlerkolonie.

Die Ausstellung in der Galerie Altes Rathaus

zeigt Arbeiten aus den Œuvres von

Gisela Eufe, Anja Fußbach, Annegret Maria

Kon, Claudia Piepenbrock und Rima Radhakrishnan.

Dazu gibt es auch Arbeiten,

die einen Teil der Kunstwerke im öffentlichen

Raum weiterführen oder ergänzen.

Annegret Maria Kon, Lebensreigen 2021, Gebrannter Ton

Foto: © Rüdiger Lubricht

kunst:stück 25


. worpswede

Ende der Vorstelleung © Konrad Winter

Konrad Winter

Ende der Vorstellung

1. August bis 26. September 2021

Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de

Die Malerei von Konrad Winter knüpft an

schon existierende Bilder an. Bilder, die fotographisch

entstanden oder medial vermittelt

worden sind; die bearbeitet, wiedergegeben

und in Frage gestellt werden.

Konrad Winter zerlegt die farbigen Fotos

durch digitale Tontrennung und unter Verwendung

einer vorher festgelegten Farbreihe

in monochrome Farbflächen, die

er dann mit Autolack auf Aluminiumplatten

malt. Diese Farbflächen stoßen nicht

mehr primär an den Gegenstandskanten

aneinander, sondern dort, wo Farbwerte

sich in der Fläche verschieben und quantitative

Grenzwerte überschreiten. Durch das

Einander-Umfließen von Farbflächen ähnlicher

und unterschiedlicher Farbtonalität

entsteht ein Bild der Unschärfe. Erst mit

dem räumlichen Abstand verbinden sich

die Farbflächen zu greifbaren Motiven und

vertrauten Sujets.

Konrad Winter entkoppelt Farbe und Motiv,

um diese durch das distanzierte Betrachten

wieder zu einer Synthese zusammenzuführen.

Erst mit größerem Abstand

kann man das ursprüngliche Motiv erkennen.

Öffnungszeiten:

Montag – Sonntag 10 – 18 Uhr

Galerie des nwwk im Village

Bergstraße 22, 27726 Worpswede

26 kunst:stück


Worpswede: Künstlerkolonie seit 1889

Wo gibt es das: Museen, Galerien, Ateliers, Boutiquen, Hotels, Gastronomie

und Szenetreffs, wie man sie aus Großstädten kennt? Nur in Worps wede!

Einst Bauerndorf im Moor, entstand hier 1889 eine bis heute lebendige

Künstlerkolonie, in der rund 140 Kunstschaffende zu Hause sind. Entdecken

Sie Worpswede und erleben Sie den einzigartigen Dreiklang aus Kunst,

Landschaft und lebendigem Lebensort mit seinen attraktiven Angeboten.

Tourist-Information für

Worpswede und das Teufelsmoor

Bergstraße 13 · 27726 Worpswede

Tel. 0 47 92 - 93 58 20

www.worpswede.de

info@worpswede-touristik.de


. syke

Mia Unverzagt

Wie man Muster verbindet

How to combine patterns | Como combinar patrones

18. Juli bis 26. September 2021

Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de

Von 2016 bis 2019 war Mia Unverzagt unterwegs

– auf einer Reise durch Zentralamerika.

In diesen vier Jahren hat die Künstlerin

ein mobiles Atelier eingerichtet, in dem sie

ihre Fotoperformances, Zeichnungen und

anderen künstlerischen Arbeiten realisiert

hat. Die dort entstandenen und die daraus

resultierenden aktuellen Arbeiten präsentiert

die Ausstellung „Wie man Muster verbindet“

im Syker Vorwerk.

Geprägt durch die komplexen Eindrücke ihrer

Reise, das Weggehen, das Unterwegs-

Sein und das Nach-Hause-Kommen, ver-

bindet Mia Unverzagt unterschiedliche

künstlerische Techniken und Gattungen

in Form von Collagen im Raum.

Auf verschiedensten Materialien präsentiert

sie dokumentarische Fotos vom Leben

der Menschen in abgelegenen Gemeinden

in Mexiko, Guatemala und Belize,

Bilder von Fotoperformances, für die sie

mit Menschen vor Ort zusammengearbeitet

hat, Zeichnungen, die während der Reise

entstanden sind und Textilien aus verschiedenen

Gemeinden, die von Unverzagt

unterwegs gesammelt wurden. Darüber

28 kunst:stück


. syke

welche Vorstellungen den

Träger*innen wichtig sind,

welche Wertvorstellungen

und Weltbilder sie haben.

Textilien zeugen auch davon,

in welcher Tradition eine Person

steht, welche Techniken

und Ideen innerhalb eines sozialen

Gefüges weitergegeben

wurden und welche sich

verändert haben oder verloren

gegangen sind.

Mia Unverzagt, aus der Fotoperformance, "Wie berührend,

Teotitlán del Valle", 2018 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

hinaus wird eine Videoarbeit gezeigt, für

die ein Schnittregisseur in San Cristóbal de

las Casas/Mexiko und eine Schnittregisseurin

in Bremen/Deutschland ihre jeweilige

Version aus Interviewmaterial schneiden,

das Mia Unverzagt und Paco Vazquez im

Sommer 2019 in Chiapas, Mexiko aufgenommen

haben.

Der Fokus liegt auf Kleidung und anderen

Textilien und auf der Frage, wie diese

den Alltag beeinflussen und vice versa

von diesen beeinflusst werden. Anhand

von Stoffen lassen sich viele Geschichten

erzählen. An ihnen lässt sich ablesen (daher

vielleicht die Nähe der Worte Text und

Textil), woher eine Person kommt, welchen

Status sie hat, welche Rolle sie im

sozialen Gefüge spielt und nicht zuletzt

Die Vermischung und Verwischung

unterschiedlichster

Traditionen, das Einarbeiten

verschiedener Quellen in die

eigene Erinnerung und Geschichte

haftet Kleidung

und Stoffen an. Die Fragen

wie man diese Quellen nutzt

und welche Schlüsse daraus

für das Leben heute und die Regeln, nach

denen es gestaltet wird, gezogen werden,

sind das Interesse von Mia Unverzagt.

Durch die collageartige Verbindung der unterschiedlichen

künstlerischen Arbeiten in

den Räumen des Syker Vorwerks und auf

den Seiten des begleitenden Kataloges

wird sowohl die Nähe als auch der Abstand

von Künstlerin und Betrachter*innen zu

den Personen und Realitäten, um die es

in der Ausstellung geht, sichtbar gemacht

und die immanente Frage gestellt, wie viel

wir eigentlich von einer anderen Kultur

verstehen können.

Syker Vorwerk

Zentrum für zeitgenössische Kunst

Am Amtmannsteich 3, 28857 Syke

kunst:stück 29


. föhr

Made on Föhr

Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm

Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede

28. Februar bis 5. Dezember 2021

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Seit 2010 lädt das Museum Kunst der Westküste

aktiv Künstler*innen als Artists in

Residence nach Alkersum ein. Die Schau

zeigt erstmals in einer Gruppenausstellung

eine Auswahl von Arbeiten, die während

oder im Prozess der Vor- oder Nachbereitung

solcher Aufenthalte entstanden

sind und überwiegend zum ersten Mal öffentlich

präsentiert werden. Internationale

Kunstschaffende, deren bisheriges Werk

eine Verbindung zum Museumsprofil aufweist,

erhalten auf Einladung die Möglichkeit

zu einem Inspirations- und Arbeitsaufenthalt

auf der Insel Föhr. Bislang konnten

29 internationale Artists in Residence begrüßt

werden

Die Ausstellung Made on Föhr bildet den

Auftakt zu einer neuen, das Artist-in-Residence-Programm

begleitenden Ausstellungsreihe.

Die Gruppenschau zeigt eine

Auswahl von überwiegend erstmals öffentlich

gezeigten Fotoarbeiten. Dabei liegt

die Konzentration thematisch auf künst-

30 kunst:stück


. föhr

Abb. linke Seite: Made on Föhr, Elina Brotherus, One Minute Sculpture (Museum Bag), 2017, nach Erwin Wurm, Untitled

(Bag), 2002, Foto Lukas Spörl // Abb. oben: Made on Föhr, Thomas Wrede, Panorama mit Tannen, 2004 / Crocodile

Islands, 2020 / Schlammlawine, 2020, Foto Lukas Spörl // Abb. unten v.l.n.r.: Elina Brotherus, One Minute Sculpture

(Double Bucket), 2017, nach Erwin Wurm, Untitled (Double bucket), 1999 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // Thomas Wrede,

Crocodile Islands, 2020 © Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // Nicole Ahland, Himmel, Erde, Morgen #1, 2019

© Courtesy of the artist, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

lerischen Positionen, die auf Föhr ihren

Fokus auf das Thema Landschaft gelegt

haben.

In der jeweiligen Herangehensweise, inhaltlichen

Konzeption und Wahrnehmung

der Nordseeinsel erweisen sich Nicole

Ahland (* 1970), Elina Brotherus (* 1972)

sowie Thomas Wrede (* 1963) dabei als

vollkommen eigenständig und knüpfen

zugleich stringent an ihr jeweiliges bisheriges

Schaffen an. Es wird ebenso deutlich,

wie die Künstler*innen nicht nur durch die

räumliche Distanz zu ihrem gewohnten Leben,

sondern auch durch die landschaftlichen

Besonderheiten der Insel, die Aufgeschlossenheit

der Insulaner*innen und die

dem Programm innewohnende Schaffensfreiheit

neue Wege einschlagen.

Zur Ausstellung ist ein zweisprachiger Katalog

erschienen.

Die Erkundung der aktuellen Ausstellungen

„Made on Föhr“, „Sjoerd Knibbeler. In Elements“

und „Neue Schätze im MKdW. Von

Max Liebermann bis Jochen Hein“ ist auch

virtuell über MKdW-3D möglich:

mkdw.de/de/mkdw-3d

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

Im virtuellen Rundgang

MKdW-3D gibt es kurzweilige

Videoführungen und

viele weitere Onlineangebote

zu entdecken.

kunst:stück 31


. verden

Abb. oben: Blick in die Ausstellung // unten: Blick in die Ausstellung, Schattenfell aus Herr der Ringe, Fotos: DPM

Legendär!

Sonderausstellung über Helden mit Hufen

15. Juni bis 31. Oktober 2021

Deutsches Pferdemuseum | www.dpm-verden.de

Seit Tausenden von Jahren begleitet das

Pferd den Menschen in den unterschiedlichsten

Lebensbereichen. Als treuer Helfer

war es über Jahrhunderte eng mit den

Menschen verbunden und prägend für die

kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung.

Es wundert daher nicht, dass die

Menschen in allen Jahrhunderten von diesen

eleganten und starken Tieren fasziniert

waren. Immer wieder wurden historische

und fiktive Pferde vergöttert und verehrt

und ihre Geschichten über Generationen

weitergetragen.

In der Mythologie finden sich zahlreiche

Pferdegestalten, welche die Glaubenswelten

der Menschen prägten. Viele berühmte

Schlachtrösser gingen in die Annalen

der Geschichtsbücher ein und die

Weltliteratur ist bevölkert von Pferden

verschiedenster Art. Sportwettkämpfe

sind die Arena für tierische Idole und das

Kräftemessen ihrer menschlichen Besitzer.

Dass auch im motorisierten Zeitalter die

Faszination für Pferde immer noch ungebrochen

ist, zeigen die vielfältigen hippologischen

Figuren aus der Populärkultur,

die in Büchern, Comics, Fernsehserien und

Kinofilmen für Begeisterung sorgen.

Die Sonderausstellung „Legendär! – Berühmte

Pferde aus Mythologie, Geschichte

und Populärkultur“ stellt mehr als 30 Pferdeberühmtheiten

vor. Die Museumsgäste

sind eingeladen, Pferdepersönlichkeiten

wie den schwarzen Hengst Black Beauty,

das Lieblingspferd Friedrichs des Großen

Condé, die Wunderstute Halla, den Comic-

Helden Jolly Jumper, den sprechenden Serienstar

Mr. Ed, den geflügelten Pegasus,

den Millionenhengst Totilas, den edlen

Schattenfell aus „Herr der Ringe“ und

viele mehr kennenzulernen oder wiederzuentdecken.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr

Deutsches Pferdemuseum

Holzmarkt 9, 27283 Verden (Aller)

32 kunst:stück


. bremen . hude

Martina Benz, Willi Weiner, Wir machen halbe-halbe, 2021, 21x29,5 cm, Rotstift, Bleistift, Weissstift auf Papier

Martina Benz | Willi Weiner

“fifty-fifty”

5. September bis 10. Oktober 2021

Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de

April 2021. Pandemie-Zeit. Martina Benz

(Bremen) und Willi Weiner (Stuttgart), beide

Bildhauer, begeben sich in Pula (Ungarn)

in Selbstisolation und starten ein vom

Land Bremen gefördertes Kunst-Projekt

unter dem Titel „Häuslichkeit-privatim“.

Die Aufgabe: gemeinsam eine Serie von

Zeichnungen zu gestalten nach bestimmten

Vorgaben. Es sollen ausschließlich drei

verschiedene Farbstifte verwendet werden

- Rot, Weiß und Schwarz. Jeweils der

oder die eine der beiden Künstler beginnt

die Zeichnung auf etwa der Hälfte eines

Zeichenblatts mit Rot, ergänzt um Weiß,

und reißt anschließend das Blatt in zwei

Teile. Dann führt der oder die jeweils andere

die Zeichnung auf der zweiten Blatthälfte

mit schwarzem und/oder weißem

Stift zu Ende. Abschließend werden beide

Blatthälften wieder zu einem Blatt zusammengefügt.

So entstehen 50 Zeichnungen auf rauem

braunen Papier im Format 21 x 29,5 cm. Oft

zart, manchmal kräftiger im Duktus, fantasievoll,

poetisch. Zusammen ergeben sie

ein einzigartiges künstlerisches Kaleidoskop

der Wahrnehmungen, Stimmungen

und Gefühlslagen beider während der Zeit

der Selbstisolation.

Die Galerie am Stall zeigt mit der Ausstellung

„fifty-fifty“ erstmals eine großzügige

Auswahl dieser außergewöhnlichen Zeichnungen

von Martina Benz und Willi Weiner,

ergänzt um bildhauerische Arbeiten beider.

Öffnungszeiten:

Mittwoch–Freitag und Sonntag 15-18 Uhr

Vernissage:

5. September, 15 Uhr im Skulpturengarten.

Galerie am Stall

Am Ebenesch 4, 27798 Hude

kunst:stück 33


. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121

Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de

– Ilna Ewers-Wunderwald: Expedition Jugendstil | bis 29.8.

– Tim Bruening. Comeback | 9.9. bis 3.10.

– Horst Janssen. Neue Dauerausstellung zum Leben und Werk

Stadtmuseum Oldenburg | Am Stadtmuseum 4–8

26121 Oldenburg | www.stadtmuseum-oldenburg.de

– Jubiläumsausstellung 25 Jahre Förderpreis Keramik im Pulverturm

| bis 29.8.

Tim Bruening, Fotografie von

Patrycja Planik, 2019 c Tim Bruening,

Horst-Janssen-Museum

Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23

26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de

– Infrahauntologies. Internationale Gruppenausstellung | bis

3.10.

© Esher Horvath, Polarnight

Landesmuseum Natur + Mensch

Franz Radziwill, Stillleben mit

drei Zitronen in weißer Schale,

1926, Privatbesitz,

Franz Radziwill Haus

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg

| T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de

– Alexander Wolff. Malen vor Ort – Painting before Time

03.09. bis 07.11.20

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400

www.landesmuseum-ol.de

– Licht des Südens. Künstler sehen Italien | bis 24.10.

– Kabinettschau 100 Jahre "Der Fels" | bis 31.10.

– Der Oldenburger Hofmaler Tischbein und die niederländische

Kunst | 25.9.2021 bis 9.1.2022

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Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44

26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de

– Von Tieren, Menschen und anderen Wesen | bis 19.9.

Franz Radziwill Haus | Sielstraße 3 | 26316 Dangast |

Tel. 04451-2777 | www.radziwill.de

– Franz Radziwill – Magie der Stille. Landschaften und Stillleben

aus privaten Sammlungen | bis 9.1.2022

Martina Benz, Willi Weiner,

Wir machen halbe-halbe, 2021,

21x29,5 cm, Rotstift, Bleistift,

Weissstift auf Papier

Galerie am Stall, Hude

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408

8099848 | www.galerie-am-stall.de

– Martina Benz | Willi Weiner. “fifty-fifty” | 5.9. (Eröffnung: 15

Uhr im Skulpturengarten) bis 10.10.

Palais Rastede | Feldbreite 23 | 26180 Rastede | T. 04402

81552 | www.palais-rastede.de

– Gewächse und Geflechte. Künstlerische Naturforschung von

Barbara Schmitz-Becker | bis 5.9.

Barbara Schmitz-Becker,

Moostransplantation, Drahtzeichnung

(Ausschnitt), 2020/21

Palais Rastede

Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28

26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

– By the Sea. Land Art, Performance, Minimal Art | bis 3.10.

34 kunst:stück


. oldenburg . bremen

KUNSTKURSE

BILDHAUEREI | | MALEREI | | FOTOGRAFIE FOTO+FILM | | KERAMIK

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Barbara Schmitz-Becker, Moostransplantation, Drahtzeichnung (Ausschnitt), 2020/21

BARBARA SCHMITZ-BECKER

Gewächse und Geflechte – Künstlerische Naturforschung

Ausstellung im Palais Rastede · 11. Juli bis 5. September 2021

kunst:stück 35


. oldenburg

Schloss Evenburg Zentrum für Gartenkultur

Am Schlosspark 25 | 26789 Leer | evenburg.landkreis-leer.de

– Garten Lust - Garten Last. Werke des BBK Ostfriesland | bis 3.10.

Asana Fulikawa, Auf dem Wasser

musst Du ständig aufpassen,

dass Du regelmäßig atmest,

Foto: © Stephan Vavra

Emslandmuseum

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1

26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de

– Komplizenschaft. Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und

Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung

| bis 14.11.

– Engelke up de Mue. Fotografien von Prof. Dr. Erhard Bühler

– Ostfriesland im Fokus. Szenenwechsel in der Neuen Galerie

| bis Ende 2022

Kunsthalle Emden | Hinter dem Rahmen 13 | 26721 Emden

| T. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de

– Wild/Schön. Tiere in der Kunst | bis 26.9.

– Sven Drühl. Apokryphe Landschaften | 10.7. bis 3.10.

– Wer wir sind - was wir tun. Museales Arbeiten | bis 3.10.

Augusta von Zitzewitz, Bildnis

des Malers Jules Pascin, 1912, Öl

auf Leinwand, 80 x 65 cm

Gut Altenkamp

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | 49751

Sögel | T. 05952.932325 | www.clemenswerth.de

– ParkArt – Kunstmarkt | 07.08. / 08.08., 10–18 Uhr

– Die zarte Welt der Asana Fujikawa. Zeichnung, Radierung,

Keramik | bis 22.8.

– Traumpirsch. Ein Sommerabend mit u.a. Lichtspielen, Schattentheatern

und begebharen Installationen inszeniert vom

Theater Anu. | 27. / 28.8.

– d-platziert - Stadt. Land. Schloss. 75 Jahre BBK | 4.9. bis 31.10.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp | Am Altenkamp

1 | 26871 Papenburg-Aschendorf | T. 04962.6505

www.gut-altenkamp.de

– Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie

vor 1919 | bis 5.9.

Julia Oschatz, aus der Serie „Tool

Making Animal“, 2020/21

Städt. Galerie Nordhorn

Kunsthalle Lingen | Kaiserstraße 10a | 49809 Lingen

T. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de

– Altmann. Kunst. Monecke. Wake. | bis 19.9.

– Veit Laurent Kurz. Corium | 31.7. bis 24.10., Wasserturm der

Kunsthalle | In Kooperation mit der Biennale „Into Nature“

30.7. bis 24.10.2021

Städtische Galerie Nordhorn | Vechteaue 2 | 48529

Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

– Julia Oschatz. Tool Making Animal | bis 29.8.

Karin Hubert, Impressionen aus

der Ausstellung, Foto: Peter Hübbe/LWL,

LWL Industriemuseum

Glashütte Gernheim

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim

www.lwl-industriemuseum.de | Gernheim 12 | 32469

Petershagen

– Vittorio Zecchin. Glas für Cappellin und Venini | bis 12.92

– Das Wachsen der Bilder. Scherbenarbeiten von Karin Hubert.

Die poetische Kunst der Gravur in der Glashütte Gernheim

| bis 3.10.

36 kunst:stück


. wilhelmshaven . bremen

Oddvar I.N.Daren, Object for Wind and Waves, 1983 © Oddvar I.N. Daren,VG BIld-Kunst Bonn 2021

BY THE SEA

Land Art, Performance, Minimal Art

23. Juli bis 3. Oktober 2021

Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

Das Thema Natur und Kunst erfährt zurzeit

eine bemerkenswerte Renaissance. Viele

Künstler*innen entdecken Landschaft,

Wald und Meer als Thema künstlerischer

Forschung unter naturwissenschaftlichen

und ökologischen Aspekten neu. Dabei

fand Natur als alternativer Kunst- und Ausstellungsraum

schon seit den 1960er-Jahren

große Beachtung und es entstanden

Arbeiten, bei denen sich Künstler*innen

körperlich mit Meer, Seen und Flüssen

auseinandersetzten, den Strand als Ort

für Interventionen nutzten, die durch den

Tidenhub von selbst wieder verschwanden,

schwimmende Objekte schufen oder

künstlerische Arrangements gleich ganz

unter Wasser inszenierten.

Die Ausstellung BY THE SEA – Land Art am

Wasser dokumentiert ephemere Arbeiten

aus Performance, Konzeptkunst, Fluxus

und Minimal Art ebenso wie größer angelegte

Werke der Land Art. Gezeigt werden

künstlerische Positionen aus Ost-, Westund

Nordeuropa, den USA, Südamerika

und Asien – Fotografien, Filmaufnahmen,

Objekte, Installationen, Live-Performances

und Re-Inszenierungen etwa von Artur

Barrio, Oddvar I.N. Daren, Jiří Kovanda und

Gerd Tinglum. Darüber hinaus entstehen

neue Projekte junger Künstler*innen – so

eine Arbeit der norwegischen Künstlerin

Ina Hagen, die ein partizipatives Projekt –

„The Mariners‘ Round-robin“ direkt in der

Landschaft entwickeln wird. BY THE SEA

führt die kunsthistorische Untersuchung

des Projekts THROUGH A FOREST WILDER-

NESS fort, das 2018 im Berliner Grunewald

präsentiert wurde und sich mit dem Thema

Aktionskunst und Wald auseinandersetzte.

Die Ausstellung ist eingebettet in

ein umfassendes Programm mit Vorträgen,

Symposium, Performances, Führungen,

Live-Speakern, Bootstouren, Wattwanderungen

und kreativen Angeboten für

Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ein

ausführlicher zweisprachiger Katalog erscheint

im Laufe der Ausstellung. Ein internationales

Symposium findet am 2. Oktober

statt.

Künstlerische Leitung: Petra Stegmann

Künstler*innen: Milan Adamčiak/Jozef Revallo/Róbert

Cyprich, Bas Jan Ader, Nikita

Alexeev, Keith Arnatt, Artur Barrio, Bård

Breivik, John Cage, Oddvar I.N. Daren, Ina

Hagen, Lumír Hladík, Peter Hutchinson,

Tadeusz Kantor, Inghild Karlsen, Alison

Knowles, Jiří Kovanda, Jeewi Lee, Cecylia Malik,

Ana Mendieta, Fina Miralles, Jüri Okas,

Ewa Partum, Zorka Ságlová, Mieko Shiomi,

Robert Smithson, Gerd Tinglum, Tödliche

Doris, Ben Vautier und andere.

Gefördert durch die: Kulturstiftung des

Bundes, Stiftung Niedersachsen, NORD/

LB Kulturstiftung

Kunsthalle Wilhelmshaven

Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

kunst:stück 37


. oldenburg

Neue Kunstkurse der Werkschule e.V.

Keramik | Bildhauerei | Malerei | Fotografie | Interdisziplinäres

Werkschule – Werkstatt für Kunst und Kulturarbeit e.V. im Kunstforum Oldenburg

www.werkschule.de

Endlich mit dem Zeichnen beginnen, sich

an die erste Holzskulptur wagen, von

Profis lernen, im Austausch mit Kunstinteressierten

sein, sich auf intensive künstlerische

Prozesse einlassen…

Die Kunstkurse der Werkschule e.V. in Oldenburg

starten im September 2021 wieder

in eine neue Kunstkurs-Saison und

bieten eine besondere Mischung aus

Kunstvermittlung, künstlerischer Weiterbildung

und Experimentierfeld für

kreative Köpfe. Kunstkurse unterschiedlichster

Formate – Einführungskurse für

Praxis-Einsteiger, vertiefende Workshops

für Geübte, Themen- oder Kompaktkurse

am Wochenende – geben Kunstpraxis-

Interessierten die Möglichkeit, Ausflüge

ins aktive Gestalten zu unternehmen

und ihren Ideen eine Form zu geben. Dabei

reicht das Angebot über die Sparten

Malerei, Bildhauerei, Keramik, Fotografie

und Interdisziplinäres – Ausstellungen und

Veranstaltungen im Kunstforum Oldenburg

ergänzen das Programm der Werkschule

e.V.

38 kunst:stück


. oldenburg . bremen

eINe auSWahL

DeR KuNSTKuRSe 2021:

Abb. oben: Gedrehtes Porzellan © Akio Koizumi -

stock.adobe.com // Abb. rechts v.o.n.u.: Keramikwerkzeuge

© musicphone1 - stock.adobe.com // Siebdruck © Roland

Wehking // Weidenkunst © Regina Sommer

Rund 25 ausgebildete Profis stehen gemäß

dem Slogan „Von Künstlern lernen

– mit Künstlern arbeiten“ den 6-8

Teilnehmer:innen eines Kurses mit Rat,

Tat und Know-how zur Seite, führen in die

Welt der Künste ein und begleiten fachkundig

auf dem Weg durch die künstlerische

Praxis. Ausgiebigen Platz für das künstlerische

Schaffen findet sich in den Ateliers

auf insgesamt 700 Quadratmetern

im Kunstforum Oldenburg inmitten des

lebendigen Oldenburger Bahnhofviertels.

Werkschule e.V.

Rosenstraße 41, 26122 Oldenburg

Zarte Teeschalen aus Porzellanmasse

ab 02.09.2021, Karla hüneke

– – –

Zeichnen ist „Sehen lernen“

ab 03.09.2021, Milena Tsochkova

– – –

Samenkorn – Skulptur in alabaster

24.–26.09.2021, Ilka Raupach

– – –

Bauchige Weidenkörbe flechten

23.–24.10.2021, Regina Sommer

– – –

Siebdruck

entdecken, erleben, experimentieren

26.–28.11.2021, Roland Wehking

Informationen zum Kursprogramm

und Anmeldung: www.werkschule.de

info@werkschule.de

Tel: 0441 / 999 0840

kunst:stück 39


. rastede

Barbara Schmitz-Becker

Gewächse und Geflechte. Künstlerische Naturforschung

11. Juli bis 5. September 2021

Palais Rastede | www.palais-rastede.de

Das Werk von Barbara Schmitz-Becker wird

von der Naturwissenschaft als Ideengeber

und Inspiration beeinflusst. (Kleinst-) Lebewesen

und Prozesse aus der Natur werden

von ihr untersucht.

Diese Naturforschung führt in der künstlerischen

Arbeit zu neuen Kompositionen,

zarten, fragilen Objekten und Raumzeichnungen

aus Draht und mit dem 3d-Stift frei

gezeichnet. Diese (ab-) gebildeten Strukturen

finden sich auch in ihren Monotypien

wieder. Dabei geht der Blick „nah ran“ –

wie z.B. bei der im Garten gefundenen Libelle,

deren rechter Flügel für das zu sehende

Wandobjekt exakt im Maßstab 50:1

vergrößert wurde.

Auch unsichtbare Abläufe, wie Wachstum

und Ausbreitung von unterirdischen Fadenpilzen

und Rhizomen sind Formgeber

für Raumzeichnungen. GEWÄCHSE UND

GEFLECHTE ranken und wuchern in die

einzelnen, thematisch bespielten Räume

des Palais. Der Garten scheint von draußen

nach drinnen zu wachsen. Natürliche

Vorbilder werden hier zu etwas Eigenem,

Neuem – wirken lebendig, werfen wandernde

Schatten und schweben leicht und

fragile im Raum.

40 kunst:stück


.. bremen rastede

Barbara Schmitz-Becker,

Moostransplantation, Drahtzeichnung

(Ausschnitt), 2020/21

Ähnlich wie im umliegenden Park, ergeben sich

beim Rundgang durch das Palais immer wieder neue

Sichtachsen, Naturansichten und Landschaften, die

der Betrachter durchschreiten und entdecken kann.

Vita

# 1968 geboren in Osnabrück

# 1989 - 1991 Lehre zur Keramikerin

# 1991 - 1993 Studium klass. Philosophie, Freie Universität,

Berlin

# 1993 - 2000 Studium Design, Hochschule Niederrhein,

Krefeld

# Seit 1997 eigenes Atelier und Ausstellungstätigkeit

# 2000 Diplom Design (Schwerpunkt Keramik) Studienaufenthalte

in Florenz (I) und VŠUP-Prag,

Kunstakademie (CZ)

# Bis 2003 Atelier bei Osnabrück

Seit 2004 Galerie & Atelier Busch 8, Nettetal

# Seit 2019 Vorsitzende ProjektRaumKunst Busch8

e.V.

Öffnungszeiten:

Mi-Fr 14-17 Uhr und So. 11-17 Uhr

Da sich aufgrund der aktuellen

Situation immer noch kurzfristig

Änderungen ergeben können, informieren

Sie sich bitte vor Ihrem

Besuch über Regelungen: www.

palais-rastede.de. Bitte beachten

Sie die allgemeinen Hygiene- und

Abstandsregelungen. Für den Besuch

ist das Tragen einer OP-Maske

oder FFP2-Maske ab 14 Jahren

verpflichtend. Kinder ab 6 Jahren

werden gebeten, einen Mund-

Nasen-Schutz zu tragen. Eine Anmeldung

ist nicht erforderlich.

Palais Rastede

Feldbreite 23, 26180 Rastede

kunst:stück 41


. papenburg-aschendorf

Augusta von Zitzewitz, Bildnis des Malers Jules Pascin, 1912, Öl auf Leinwand, 80 x 65 cm

Kampf um Sichtbarkeit

Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

23. Mai bis 5. September 2021

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de

In Kooperation mit der Stiftung Preußischer

Kulturbesitz widmet sich das

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp in

der ersten Ausstellung des Jahres Künstlerinnen

und ihrem Kamp um Sichtbarkeit

im 19. Jahrhundert. Erst seit dem Frühjahr

1919 konnten die ersten Künstlerinnen ein

reguläres Studium an der Akademie der

Künste zu Berlin, der heutigen Universität

der Künste, aufnehmen. Doch ungeachtet

aller Widrigkeiten gab es schon zuvor

zahlreiche Künstlerinnen, von denen heute

viele in Vergessenheit geraten sind. Daher

richtet sich der Blick in dieser Ausstellung

auf jene Malerinnen und Bildhauerinnen,

die es schon vor 1919 in die Kunstöffentlichkeit

geschafft und deren Werke Eingang in

die Sammlung der Nationalgalerie gefunden

haben. Zudem zeigt die Ausstellung

den Kampf um Sichtbarkeit dieser Künstlerinnen

in einem vorwiegenden männlichen

Kunstbetrieb auf.

Die Ausstellung zeigt fast 60 malerische

und bildhauerische Werke aus 140 Schaf-

42 kunst:stück


. papenburg-aschendorf . bremen

Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Blumenkranz, um 1901, Öl auf Lindenholz, 48 x 33,5 cm

fensjahren. Darunter bekannte Größen

wie Caroline Bardua, Käthe Kollwitz oder

Paula Modersohn-Becker. Andere Werke

aus dem Bestand der Nationalgalerie werden

das erste Mal außerhalb Berlins zu sehen

sein, so die Werke der in Paris erfolgreichen

Salonmalerin Friedrike O’Connell

oder der früh verstorbenen Landschaftsmalerin

Marie von Parmentier. Darüber

hinaus werden Skulpturen und Plastiken

von Julie Genthe und der international

erfolgreichen Tierplastikerin René Sintenis

sowie der norwegischen Bildhauerin

Ambrosia Tønnesen präsentiert. In ihrer

Vielfalt leisteten die Künstlerinnen einen

wesentlichen Beitrag zum Kunstgeschehen

ihrer Zeit.

Die Restaurierung zahlreicher Werke wurde

durch die großzügige Unterstützung

der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-

Stiftung ermöglicht.

Informationen zu Corona-bedingten Einschränkungen

sowie zu weiteren Veranstaltungen

sind auf der Website www.

gut-altenkamp.de oder auf Facebook zu

finden.

Öffnungszeiten:

dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

Am Altenkamp 1

26871 Papenburg-Aschendorf

kunst:stück 43


. sögel

Asana Fulikawa, Auf dem Wasser musst Du ständig aufpassen, dass Du regelmäßig atmest, Foto: © Stephan Vavra

Die zarte Welt von Asana Fujikawa

Sonderausstellung auf Schloss Clemenswerth

3. Juli bis 22. August 2021

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

präsentiert von Samstag, 3. Juli,

bis Sonntag, 22. August, in seiner traditionsreichen,

seit 1974 bestehenden

Ausstellungsreihe ForumFormClemenswerth,

kurz FFC genannt, das künstlerische

Werk der jungen und sehr talentierten

Künstlerin Asana Fujikawa.

Gezeigt werden unter dem Titel „Die

zarte Welt von Asana Fujikawa“ Zeichnungen,

Radierungen und Keramiken.

„Diese Kombination von Grafik und Keramik

in einer Ausstellung hat eine lange

Tradition auf Schloss Clemenswerth.

Und wir freuen uns, wenn wir bei allen

Veränderungen und Entwicklungen auch

Traditionen bewahren können, die in den

letzten fast 50 Jahren, aber auch heute

noch sehr erfolgreich sind!“, sagt Museumsdirektor

Oliver Fok.

44 kunst:stück


. bremen . sögel

Asana Fujikawa im Atelier, Foto: © Andy Michaelis

Die Künstlerin Asana Fujikawa wurde 1981

in Tokio geboren. Sie studierte an der Nagoya

Zokei University in Aichi die Fächer

Europäische Kunst und Lehramt. Das Studium

beendete sie 2003 mit dem Diplom.

Nach ihrem Umzug nach Hamburg begann

sie 2009 das Studium der Freien Kunst an

der Hochschule für bildende Künste, das

sie 2016 mit dem Master abschloss.

Bereits 2010 erhielt sie ein fünfjähriges Atelier-

und Wohnstipendium im Vorwerkstift

Hamburg. Dieses Stift stellt 19 Wohnungen

und 3 Gästewohnungen sowie Ateliers,

einen Musikraum, ein Fotolabor und eine

Holzwerkstatt für regelmäßig wechselnde

Künstler zur Arbeit und zum Austausch zur

Verfügung. Es folgte 2017 ein Arbeits- und

Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus

Stadttöpferei Neumünster, das mit dem

Stipendium herausragende künstlerische

Leistungen im Bereich Keramik honoriert.

Erste größere Ausstellungen hatte Asana

Fujikawa 2017 beim Förderprojekt RUND-

GANG50HERTZ im Hamburger Bahnhof –

Museum für Gegenwart der Staatlichen

Museen zu Berlin, 2019/20 im Georg Kolbe

Museum Berlin sowie 2020 im Haus OP

ENHEIM in Breslau, Polen, mit der PopArt-

Ikone David Hockney. Heute lebt und arbeitet

Asana Fujikawa im Künstlerhaus

eins eins in Hamburg-Osdorf. In dem historischen

Gebäudekomplex von 1871, eingebettet

in einem Park, arbeiten und leben

in zehn Wohnateliers die unterschiedlichsten

Künstler. Mit Ausstellungen, Lesungen,

Performances und Multi-Media-Veranstaltungen

sorgen diese für Beachtung weit

über den Hamburger Westen hinaus.

Schon während ihres Studiums hat Asana

Fujikawa begonnen ihre druckgrafischen

Bildgeschichten, die an die Sagen der japanischen

und europäischen Mythologie

und Märchen erinnern, wie beispielsweise

ihre „Metamorphosen“, auch in Keramik

umzusetzen. Dabei sind die keramischen

Arbeiten, ebenso wie die grafischen von einer

Zartheit beseelt, wie es unser Klischee

von der japanischen Kunst nicht besser erwarten

könnte. Und doch sind ihre Inhalte

von einer Intensität und Durchschlagkraft,

die uns bewegt noch intensiver als vielleicht

üblich über die Bildinhalte zu sinnieren. Es

sind sicherlich gerade diese Gegensätze

zwischen der formalen Ausführung des

Kunstwerkes und seines Inhaltes, die ein

Spannungsfeld entstehen lassen, dass diese

Kunst so besonders macht und uns anrührt.

Die Ausstellung wird großzügig gefördert

durch die EWE Stiftung sowie von

der Sparkasse Emsland. Gelegenheit mit

der Künstlerin Asana Fujikawa persönlich

ins Gespräch zu kommen, haben Interessierte

an beiden Tagen des Kunstmarktes

ParkArt am Samstag und Sonntag, den 7.

und 8. August 2021.

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

49751 Sögel

kunst:stück 45


. emden

Ostfriesland im Fokus

Szenenwechsel in der Neuen Galerie

des Ostfriesischen Landesmuseums Emden

10. Juli 2021 bis Ende 2022

Ostfriesisches Landesmuseum Emden | www.landesmuseum-emden.de

In der Neuen Galerie haben die Besucherinnen

und Besucher die Möglichkeit, die

Küstenregion durch Werke von Künstlerinnen

und Künstlern des 20. und 21.

Jahrhunderts kennenzulernen. Mit dem

geschärften Blick für das Besondere gelingt

es diesen, Eigentümlichkeiten des

Landes in eindringliche Bilder zu übersetzen.

Die gewählte Kunstsprache ist ganz unterschiedlich,

weshalb die Arbeiten auf

ganz verschiedene Weise Facetten Ostfrieslands

aufdecken. Die diesjährige Präsentation

mit mehr als 60 Arbeiten lenkt

die Aufmerksamkeit einerseits auf großartige

Naturerscheinungen an der Küste

und andererseits auf die Menschen und

die Landschaft im kleineren Ausschnitt.

46 kunst:stück


. . bremen emden

Hermann Buß, Diptychon: Zeitstrom, 2009, Öl auf Leinwand, Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Manches prägt bis heute den Zauber der

rauen Landschaft, anderes könnte neu

entdeckt werden, und wieder anderes

ist vergangene Geschichte.

Beteiligte Künstler und Künstlerinnen:

Almuth Baumfalk // Hermann Buß // Alf

Depser // Karl Dönselmann // Wolfgang

Epple // Paul Emil Gabel // Peter Geithe

// Herbert Gentzsch // Gerd Gramberg //

Fritz Grebe // Adolf Fischer-Gurig // Poppe

Folkerts // Marikke Heinz Hoek // Julian

Klein von Diepold // Robert Koepke

// Paul Lehmann-Brauns // Ulfert Lüken //

Willy Menz // Herbert Müller // Ansje van

den Muyzenberg // Felix Nussbaum // Bodo

Olthoff // Otto Pankok // Ernst Petrich

// Franz Radziwill // Hermann Schauten //

Reinhard Schmidt // Uwe Schierholz // Ruth

Schmidt Stockhausen // Ulrich Schnelle //

Julius Schrag // Ine Tjarksen // Hans Trimborn

// Max Volkhardt // Paul Ernst Wilke

// Carla Zierenberg

Ostfriesisches Landesmuseum Emden

Brückstraße 1, 26725 Emden

kunst:stück 47


. grafschaft bentheim & provinz overijssel

48 kunst:stück


. grafschaft bentheim & provinz overijssel . bremen

kunstwegen – das offene Museum

in der Grafschaft Bentheim und der Provinz Overijssel

www. kunstwegen.org

»Der Vechte folgen« – über mehr als 180

km leitet kunstwegen die Menschen Rad

fahrend oder wandernd durch das Vechtetal

zwischen der Grafschaft Bentheim in

Niedersachen und der Provinz Overijssel in

den Niederlanden. Entlang dieser touristischen

Fahrradroute lassen sich zahlreiche

Skulpturenprojekte namhafter internationaler

Künstler entdecken. kunstwegen

ist ein grenzüberschreitendes, offenes

Museum, das inzwischen über 80 Kunstwerke

aus rund 50 Jahren gesammelt hat.

So entwickelte sich nicht nur ein außergewöhnliches

Studienfeld zur Geschichte

von Kunst im öffentlichen Raum, sondern

auch ein modellhaftes Projekt einer internationalen

kulturellen Zusammenarbeit.

Mit kunstwegen verbinden sich Kunst und

Region auf einzigartige Weise. Wer hier

touristisch reist, mag die Kunst als überraschende

kulturelle Reflexion und als neues

Leitmotiv entdecken, und wer der Kunst

wegen zu Gast ist, mag sich umgekehrt

von Natur, Landschaft und Sehenswürdigkeiten

inspirieren lassen. Insbesondere

die jüngeren Werke gehen einen oft intensiven

Dialog mit verschiedenen Aspekten

der Landschaft und der anliegenden Orte

ein: Flora und Fauna, lokale Geschichte

und Traditionen, Sehenswürdigkeiten und

aktuell auch mit Veränderungsprozessen

in Kultur, Wirtschaft und Infrastruktur.

Mehr und mehr bildet die Kunst auf diese

Weise ein Leitmotiv zur Erkundung der

Landschaft.

Die kunstwegen-Route ist von Nordhorn

nach Zwolle gut sichtbar ausgeschildert.

Über eine lange Strecke verläuft der Weg

parallel zur längeren Vechtetalroute, die

über 225 km von Zwolle ins münsterländische

Darfeld führt. Entlang der Straßen

weisen spezielle Schilder auf die Abfahrt

zu den kunstwegen-Objekten hin. Neben

oder vor den kunstwegen-Objekten findet

sich im Gras ein »blauer Punkt« mit erläuternden

Kerninformationen: Name des

Künstlers, Titel, Entstehungsdatum. Bei allen

Kunstwerken findet sich des weiteren

gut sichtbar eine mit rotem Wimpel versehene

Infosäule, die Wissenswertes über

Kunst, Natur, Geschichte und Service vermittelt.

Für das Fahrrad erdacht, können

die kunstwegen-Stationen auch mit allen

anderen Verkehrsmitteln erreicht werden.

Informationen und Belgleitmaterial sind erhältlich

unter www. kunstwegen.org sowie

bei den örtlichen Tourismusverbänden

www.grafschaft-bentheim-tourismus.de

und www.vechtdaloverijssel.nl

Abb. v.o.n.u.:

# Tamara Grcic, anderswohin, 2011, Bronze, 12-teilig, verschiedene Maße

Foto: Helmut Claus

# Olav Christopher Jenssen, Lingaphone, 2010, Nordhorn, ackierter Stahl, 3,5 x 3 m,© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Foto: Helmut Claus

# Cornelius Rogge, De Zieleschepen, 2016, Zwolle, Stahl, Lack, 10-teilig, verschiedene Maße, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Foto: Thomas Niemeyer

kunst:stück 49


. petershagen

Karin Hubert, Impressionen aus der Ausstellung, Foto: Peter Hübbe/LWL

Das Wachsen der Bilder

Scherbenarbeiten von Karin Hubert

Die poetische Kunst der Gravur in der Glashütte Gernheim

18. April bis 3. Oktober 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Über fünf Jahrzehnte arbeitete die Graveurin

Karin Hubert mit Glas, Metall und allen

Arten von Fundstücken. Prägnantes Motiv

ihrer Arbeiten sind die in Metallnetzte eingesponnenen

Glasscherben. Diese „Scherbenarbeiten“

legen Zeugnis von Karin Huberts

intensiver Auseinandersetzung mit

der Welt der Märchen, der Philosophie und

den Phänomenen der Natur ab. Als sie am

10. September 2020 im Alter von 80 Jahren

starb, hinterließ die Künstlerin einzigartig

poetische Werke deren aus Fragmenten

zusammengestelltes Ganzes einen eigenen

Kosmos bildet. Ihre Arbeiten beeinflussten

die zeitgenössische Gravur nachhaltig. Bis

3. Oktober sind ausgewählte Arbeiten der

bedeutenden Glaskünstlerin in der Glashütte

Gernheim zu sehen.

Hintergrund

Karin Hubert (1939-2020) gilt als eine der

bedeutendsten Glaskünstlerinnen der Gegenwart.

Der wechselvolle Lebenslauf der

Künstlerin führte sie von ihrer Geburt in

Holzminden über die Ausbildung in Zwiesel,

das Studium der Bildhauerei an der

Münchener Akademie nach Oberbayern

und Tschechien und schließlich nach Norddeutschland.

Obwohl ihre Anfänge in der Studioglasbewegung

liegen, ist ihre Kunst ein singuläres

Phänomen. Hubert folgte keiner

Strömung. Ihre Arbeiten sind zumeist autonome

Glasbilder: Losgelöst von der geschlossenen

Glasfläche, sind es die Splitter,

Scherben und Fundstücke, die mit

feinem Draht in einem Zusammenspiel

aus Halten und Gehaltenwerden ein fragiles,

doch zugleich kraftvolles Ganzes

bilden. Oft scheinen ihre Werke mit den

Betrachtenden in einen Dialog zu treten:

Hubert bediente sich dazu unter anderem

der Sprache und der Symbole von Märchen

und Sagen, die sie jedoch in einem neuen

Bezug einspinnt: Sie erscheinen vertraut

und fremd zugleich. Die Künstlerin setzte

das Zerstörte, das Zersplitterte, das Verlorene

oder Weggeworfene neu zusammen

und verlieh ihm Eigensinn und ästhetischen

Reiz. Damit klingt in ihren Werken

auch eine durch die buddhistische Philosophie

inspirierte Idee des Werdens und

Vergehens an.

50 kunst:stück


. petershagen . bremen

Bonbonnieren mit floralen Applikationen, Foto: Peter Hübbe/LWL

Vittorio Zecchin

Glas für Cappellin und Venini

bis 12. September 2021

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim | www.lwl-industriemuseum.de

Die perfekten, klassisch anmutenden Formen

des Malers Vittorio Zecchin bestechen

durch Eleganz und Zartheit. Ihre

meist leicht irisierende Oberfläche lässt sie

noch zerbrechlicher erscheinen und hebt

ihre fein austarierte Form hervor: Die Entwürfe

des Venezianers gelten noch heute

als Ausgangspunkt des modernen Glasdesigns.

Sie sind bis 12. September im Herrenhaus

des LWL-Industriemuseums Glashütte

Gernheim zu sehen.

Von 1921 bis 1925 gestaltete Vittorio Zecchin

für die Glashütte von Giacomo Cappellin

und Paolo Venini das gesamte

Programm Als erster Designer in einer

muraneser Hütte und entwickelte er einen

eigenen Firmenstil, der sich deutlich

von der damals vorherrschenden Produktion

abhob und große internationale Anerkennung

fand.

Hintergrund

Der Maler Vittorio Zecchin griff für seine

Gestaltung einerseits auf Vorbilder aus der

Malerei von Renaissance und Barock zurück.

Andererseits zeugen seine Entwürfe

von großer Vertrautheit mit dem Formenkanon

der Glasproduktion seit der

Antike. Er entwickelte daraus ein klassisch

anmutendes Formenvokabular, das zum

Markenzeichen von Cappellin und Venini

wurde. Die meist in zarten Farbtönen gehaltenen

Objekte dieser Schaffensphase

bis etwa 1925 beeindrucken noch heute

durch perfekte technische Ausführung und

extrem spannungsreich kalkulierte Proportionen.

Diese Makellosigkeit verdanken

die Objekte den exzellenten maestri der

Hütte, unter ihnen der legendäre Giovanni

Seguso. Zecchins wurden international

rezipiert und beeinflussten die Glasproduktion

in ganz Europa.

Die Ausstellung entstand in Kooperation

mit Le stanze del vetro und der Fondazione

Cini, Venedig. Die Leihgaben der Ausstellung

entstammen durchweg privaten

Sammlungen.

LWL-Industriemuseum

Glashütte Gernheim

Gernheim 12, 32469 Petershagen

kunst:stück 51


ForumFormClemenswerth

Sonderausstellung

Die zarte Welt von

Asana Fujikawa

Zeichnung, Radierung, Keramik

Sa 3.07. - So 22.08.2021

49751 Sögel | www.clemenswerth.de

Die Ausstellung

wird gefördert:

© Stephan Vavra

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