52. Ausgabe

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DER

BÄNNJERRÜCKBOTE

Eine Zeitung von Bürgern für Bürger

Unabhängige Stadtteilzeitung Bännjerrück l Karl­Pfaff­Siedlung l Kaiserslautern

52. Ausgabe, Juni 2021, ISSN 1867­1950

Diese Stadtteilzeitung entsteht in ehrenamtlichem Engagement.

Sie erscheint vierteljährlich und wird kostenlos an alle Haushalte verteilt.



DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 3

Inhaltsangaben

Neues vom Bürgerverein ..........4

Neues aus dem Stadtteilbüro....6

Neue Beschilderung .................7

Impfung bei St. Hedwig.............8

Babbel­Buudche.........................9

Erzählkultur bei St. Hedwig

Abholzung ................................10

Veronika!...................................12

Günther Fingerle singt

Rätselseite................................13

Finde die Fehler

Altkatholiken zu Gast...............14

Dietmar Theiss über eine moderne

Kirche

Gartentipps...............................16

Pflanzen erfolgreich vorziehen

Wanderungen...........................18

Rehkitzrettung..........................20

Leserbrief..................................23

Thema: Mysteriöses Brummen

Von Hemden und Nummern....24

Geschichten aus der Karl­Pfaff­

Siedlung

Natur erleben, Kunstwerk

verstehen..................................26

Fassadenkunst

Die Welt, in der wir leben.........29

Erich Sauer feierte 90. Geburtstag

20 Jahre Freiwilligenagentur...32

Lydia Müller im Interview

Kirchenseiten...........................35

Sommer auf dem Bännjerrück

Kirchenseiten...........................35

Mobbing....................................39

Veranstaltungshinweis

Lebensmittel retten..................45

Rezepte mit altem Brot

Trauer um Norbert Thines.......46

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor kurzem hatte ich ein interessantes Gespräch mit der Leiterin

der Freiwilligenagentur Kaiserslautern, Lydia Müller. Die Freiwilligenagentur

hat vor wenigen Wochen das 20. Jubiläum feiern

dürfen und das würdigen wir in unserer aktuellen Ausgabe ausgiebig.

Schließlich ist auch der BÄNNJERRÜCKBOTE ein ehrenamtlich

erstelltes Blatt. Da liegt es natürlich nahe, das Ehrenamt ein wenig

hochleben zu lassen. Aber das, was mich an dieser Stelle

umtreibt, hat nicht zu viel mit Freiwilligenarbeit zu tun. Nein, wie

es so ist, wenn man liebe Menschen trifft, mit denen man schon

das eine oder andere erleben durfte: Man kommt ein wenig ins

Plaudern. Und so kamen wir dann auf die Jugendlichen, die es

im Augenblick wirklich nicht leicht haben. Während meine Generation

sich relativ problemlos von der Elterngeneration abgrenzen,

eigene Wege und Inspiration finden durfte, und dabei

natürlich auch gelegentlich Regeln und Konventionen brechen

"musste", war genau das in den letzten anderthalb Jahren plötzlich

ein großes Problem. Da wurde unser Leben von Regeln bestimmt,

gegen die man eben nicht so einfach rebellieren kann,

weil das eigene Leben und das anderer Menschen davon

abhängen könnte. Und während wir so darüber philosophierten,

sprach Lydia Müller einen Gedanken aus, der mich vermutlich

mein Leben lang begleiten wird: "Es heißt immer, die Jugend hat

ja Zeit. Sie haben das Leben ja noch vor sich. Aber das stimmt

so nicht. Es macht einen Unterschied, ob ich etwas mit 14 oder

mit 16 erlebe. In diesem Alter ist ein Jahr doch eine Ewigkeit.

Was bedeutet es für uns Erwachsenen, ob wir dieses oder

nächstes Jahr an die Ostsee fahren? Aber für einen jungen

Menschen, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, ist

es ein himmelweiter Unterschied." Liebe Leser, es würde mich

interessieren, ob dieser Gedanke Ihnen auch so nahe geht, wie

mir. Er ist so wahr. Kommt einem die Kindheit in der Rückschau

nicht wie eine Ewigkeit vor? Und sind nicht die letzten zehn Jahre

wie im Flug vergangen? Vieles haben unsere jungen Leute in

den vergangenen anderthalb Jahren aufgrund der

coronabedingten Beschränkungen nicht erleben können.

Erlebnisse, die sich so nicht reproduzieren lassen. Haben wir ein

wenig Verständnis, wenn sie in den nächsten Monaten ein wenig

über die Stränge schlagen.

Ihre Miriam Dieckvoß­Ploch

Impressum:

Herausgeber:

Bürgerverein

Bännjerrück/Karl­Pfaff­

Siedlung e.V.

ISSN 1867­1950

Anschrift der Redaktion:

Der Bännjerrückbote

Leipziger Straße 150

67663 Kaiserslautern

Telefon: 0631 3506083

Auflage:

3.000 Exemplare

Redaktionsteam:

Miriam Dieckvoß­Ploch,

v.i.S.d.P. (md)

Helmut Schmidt (hfs)

Ralph Gmeiner (rmg

Tanja von Ehren (tve)

Erzsi Pribil (ep)

Rainer Doege (rd)

Elisabeth Demmerle (ed)

Layout:

Miriam­Dieckvoß­

Ploch (md)

Monika Strohm (ms)

Rainer Doege (rd)

Erzsi Pribil (ep)

Titelbild: Erzsi Pribil

Anzeigen:

Helmut Schmidt

(verantwortlich)

Druck:

Druckerei Koch e.K.

Körborner Straße 10,

66869 Kusel,

Telefon: 06381 2062

E­Mail: baennjerrueckbote@gmx.de / Anzeigen­Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 15. August 2021


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Der Bürgerverein berichtet

Helmut Schmidt

Vorsitzender des Bürgervereins

Bännjerrück/Karl­Pfaff­Siedlung e. V.

Bürgermeisterin Beate Kimmel

Liebe BännjerrückerInnen,

wie lange haben wir darauf gewartet!

Die Inzidenzen sinken, die Regeln lockern sich,

die ersten genüsslichen Grillabende mit Freunden

sind gelaufen.

Ich hoffe, auch Sie haben Ihre zweite Impfung bereits

erhalten. Was dies betrifft, sollten damit einige

schlaflose Nächte vorüber sein. Erinnern wir uns:

Zu Beginn der Pandemie war ein Vakzin in weiter

Ferne, und Fachleute sprachen von Entwicklungszeiten

eines wirksamen Impfstoffs von durchaus

zehn Jahren. Wenn überhaupt. Bleiben wir also

weiterhin vorsichtig – auch unter dem Gesichtspunkt

von möglichen Mutationen. Mundschutz,

Hygienemaßnahmen und Abstandhalten sollten in

unserem Alltag integriert bleiben.

Mitgliederversammlungen

Den erforderlichen Beschränkungen in unserem

Alltagsleben fielen ja auch die Jahreshauptversammlungen

2019 und 2020 des Bürgervereins

zum Opfer, da wir die Durchführung einer Online­

Veranstaltung in unserem Falle als nicht praktikabel

erachteten. Erfreulich sind jedoch die sich aktuell

entwickelnden Inzidenzwerte von unter zehn.

Drücken Sie uns die Daumen, dass wir gegen Ende

des Sommers unsere Jahreshauptversammlungen

als Präsenzveranstaltung nachholen können. Situationsbedingt

war ein genauer Termin bisher noch

nicht festlegbar. Ich denke, er sollte so Ende September

/ Anfang Oktober realisierbar sein. Auch

über die Örtlichkeit konnte abschließend noch nicht

entschieden werden. Die entsprechenden Einladungen

werden dann fristgerecht per Briefpost den

Mitgliedern zugestellt.

Schillerschule

Dank an Bürgermeisterin Beate Kimmel

An dieser Stelle möchte ich unbedingt einmal ein

längst fälliges Dankeschön platzieren. Nicht zum

ersten Mal hat unsere Bürgermeisterin, Frau Beate

Kimmel, den Bürgerverein Bännjerrück / Karl­

Pfaff­Siedlung in unbürokratischer Weise unterstützt.

Wollte unser derzeitiges Großprojekt

„Rutsche für den Spielplatz Plauener Straße“ aktuell

ins Stocken geraten, hat sie es wieder in die

Gleise gehoben. Damit können wir den für Ende

des Sommers vorgesehenen Einweihungstermin

weiterhin im Auge behalten.

Bürgerspaziergang

Schillerschule

In diesem Zusammenhang erwähnt Frau Kimmel

ausdrücklich, wie leid es ihr tue, dass der im letzten

Jahr geplante Bürgerspaziergang über den

Bännjerrück coronabedingt nicht stattfinden konnte.

Er stehe aber auf der To­Do­Liste weiterhin ganz

ob und soll schnellstens nachgeholt werden

Aktion Hundekotbeflaggung

Lassen Sie mich hier auf die Aktion Hundekotbeflaggung

der Stadtbildpflege Kaiserslautern (SK)


hinweisen, die kürzlich von Beate Kimmel und

Werkleiter Rainer Grüner der Öffentlichkeit vorgestellt

wurde. Bis zum 20. Juni waren einzelne Bürger,

Vereine oder Institutionen dazu aufgerufen, mit

von der Stadtbildpflege zur Verfügung gestellten

Papierfähnchen auf städtischen Flächen und Grünanlagen

vorhandene Tretminen zu markieren und zu

dokumentieren. Grüner verspricht sich von dieser

Aktion eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung

für dieses „eklige Thema“, wobei das Grünflächenamt

gerne Hundekotbeutel und darüber

hinaus auch Beutelspender zur Verfügung stellt.

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 7 5

Auf dem Bännjerrück erhitzt das Thema Hundekot

immer wieder die Gemüter. Dabei sind es nicht nur

die Bürgerinnen und Bürger, die sich über die stinkenden

Tretminen Der Stolz in ihrem ist sichtbar, Umfeld Foto: ärgern. GS Bännjerrück Jeden

Tag sind die SK­Mitarbeiter der Abteilungen Grünunterhaltung

und Straßenreinigung mit der Beseitigung

dieser unangenehmen Hinterlassenschaften

beschäftigt. „Hier fehlt es häufig an Einsicht und

Verständnis für diejenigen, die tagtäglich solche

Arbeiten verrichten müssen“, stellt Bürgermeisterin

Beate Kimmel bei Aktionseröffnung fest.

Werkleiter Stadtbildpflege Grüner u. Bürgermeisterin Kimmel (v. l.)

Der Bürgerverein möchte diese Thematik nachhaltig

für den Bännjerrück und die Karl­Pfaff­

Siedlung vertiefen. Diskutieren Sie mit uns.

Schreiben Sie uns.

Vielleicht treffen wir uns ja alle demnächst schon

zu einem formlosen Rundgang an einem lauen

Nachmittag. Ich würde mich sehr freuen.

Ihr Helmut Schmidt

Fotos: hfs


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Liebe Leserinnen und Leser!

Aus dem Stadtteilbüro

Bännjerrück / Karl­Pfaff­Siedlung

Seit Montag, 21. Juni 2021, ist das Stadtteilbüro

wieder unter Beachtung der jeweils gültigen

Corona­Hygienevorschriften geöffnet.

Leider mussten die Öffnungszeiten bis Ende August

2021 wie folgt reduziert werden:

Montag 14 bis 16 Uhr

Mittwoch 10 bis 12 Uhr

Freitag 10 bis 12 Uhr

Ab 31. August 2021 werden wir auch wieder

dienstags von 10 bis 12 Uhr öffnen.

Die Bücherecke ist ebenso wie die Tauschbox

(bei trockenem Wetter vor dem Stadtteilbüro,

sonst im Vorraum) wieder für Sie erreichbar.

Gelbe Säcke sowie für Empfänger von Sozialleistungen,

wie Hartz IV und Grundsicherung, geben

wir wieder im Stadtteilbüro oder wie in den letzten

Monaten durch das Fenster aus..

Nordic Walking:

Marian Zapala bietet ab September 2021 Nordic

Walking Kurse jeweils Samstags ab 10 Uhr an.

Zur Anmeldung und Terminabsprache rufen Sie

bitte Herrn Zapala unter 0631 / 41 24 45 51 an.

Sprechstunde des Seniorenbeirats:

Zu der in der vorigen Ausgabe genannten

Sprechstunde des Seniorenbeirat gibt es noch

keine neuen Informationen. Wir werden Sie durch

Aushang auf dem Laufenden halten und auch in

der Herbstausgabe weiter darüber berichten.

Ihr Team Stadtteilbüro


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 7

Neue Beschilderung hilft Häuser zu finden

Jörg Harz über ein möglicherweise lebensrettendes Projekt, das fast gescheitert wäre

Foto: pm/Harz

Neue Beschilderung der Reihenhäuser entlang der

Leipziger Straße

„Was lange währt wird endlich gut“. Dieses alte

Sprichwort fi el mir spontan ein, als ich vor ein paar

Tagen in der Leipziger Straße unterwegs war.

Vor mehr als sechs Monaten hat mich unsere ehemalige

Landtagsabgeordnete Ruth Leppla angerufen

und mich darüber informiert, dass sie bei einem

Besuch auf dem Bännjerrück Schwierigkeiten hatte,

in der Dunkelheit die Hausnummer eines Reihenhauses

zu fi nden.

Ich habe mir dann die Sache angesehen und musste

feststellen, dass es tatsächlich schwierig ist, sofort

die richtige Hausnummer zu fi nden. Besonders

dann, wenn man nicht auf dem Bännjerrück wohnt.

Da kam mir noch folgender Gedanke: Wenn es

einen Notfall gibt, bei dem Rettungsdienste oder

Feuerwehr ausrücken müssen, und wo es um jede

Minute geht, dann könnte durch eine zeitliche Verzögerung,

weil nicht gleich die Hausnummer gefunden

wurde im schlimmsten Fall Menschenleben in

Gefahr geraten.

Dies nahm ich zum Anlass, bei der Stadtverwaltung

vorstellig zu werden und eine bessere Beschilderung

zu veranlassen. Aber selbst solche „Kleinigkeiten“,

welche einen unmittelbaren Nutzen haben,

werden vor dem Hintergrund leerer Kassen geprüft.

Eine Ablehnung weil kein Geld zur Verfügung

steht, konnte und wollte ich nicht akzeptieren. Da

wurde die Idee geboren, den Vorgang im Hospitalausschuss

auf die Tagesordnung zu setzten, in der

Hoffnung, dass trotz aller Misstöne zwischen den

Fraktionen im Stadtrat der Punkt beschlossen wird,

eine Finanzierung gesichert und die neue Beschilderung

endlich umgesetzt werden kann. Dies war

der Fall und ich war froh, die neue Beschilderung

der Reihenhäuser entlang der Leipziger Straße erreicht

zu haben.

Es dauerte wegen der Witterung zwar noch ein

paar Wochen, bis die Schilder angebracht wurden,

aber jetzt fi ndet man selbst im Dunklen gleich die

richtige Hausnummer.

Eins habe ich in meiner langjährigen Zugehörigkeit

im Stadtrat und in verschiedenen politischen Ämtern

lernen müssen: Man muss, um etwas zu erreichen,

viel Geduld und Beharrlichkeit an den Tag

legen.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Harz

Liebe Leser,

auch in der Merseburger Straße wurden mittlerweile

neue Beschilderungen angebracht. Hier war kurz

zuvor die Befürchtung, der Rettungsdienst könne

ein Haus nicht direkt fi nden, wahr geworden. Der

BÄNNJERRÜCKBOTE möchte sich an dieser Stelle bei allen

bedanken – insbesondere bei Herrn Harz – die

daran mitgewirkt haben, diese Beschilderung möglich

zu machen. (md)


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Team der Arztpraxis Dr. Steffi Schneider

Ein ganz großes Dankeschön .......

Fotos: pm/St. Hedwig

Jutta Asal­ von Wuthenau bei Impfung

möchte Jutta Asal­ von Wuthenau, Leiterin des Seniorenheims

St. Hedwig, an dieser Stelle dem Team der Arztpraxis

Dr. Schneider und den ehrenamtlichen Helfern des Deutschen

Roten Kreuzes aussprechen. Ihr selbst blieb die letzte

Dosis vorbehalten und am 14. Januar waren 166 Impflinge bis

20 Uhr durchgeimpft. Die lockere, entspannte Atmosphäre

stellte sich dann auch bei der Zweitimpfung mit Biontech am

11. Februar ein. Da kam die Frage auf, wann denn der nächste

Termin sei. (hfs)

Text: hfs/Fotos: St. Hedwig


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 119

`s Babbelbuudsche

Was tut sich denn da neben der katholischen

Kirche an der Freifläche zum Café von St. Hedwig?

Beteiligen Sie sich an der Namensfindung!

Verzählstübsche? Schwätzecke? .....................?

Die individuellen Beschränkungen der Maßnahmen

zur Pandemiebekämpfung brachten es mit

sich, dass schon bald nach Greifen der ersten

Verordnungen ein massiver zwischenmenschlicher

Gesprächsbedarf offensichtlich wurde. Gerade

als Heimleiterin des Seniorenheims St. Hedwig

waren Jutta Asal­von Wuthenau der Gesprächsverlust

und die damit verbundenen psychisch­sozialen

Auswirkungen sofort bewusst. Aber auch,

dass dies kein alleiniges Problem eines Seniorenheims

ist. Viel mehr ist Kommunikation für den

Menschen das Lebenselixier schlechthin. Ihr kam

da wieder ein Hamburger Projekt in den Sinn.

Um in Ruhe Schreiben zu können, mietete sich ein

Autor den Kiosk einer U­Bahn­Station an. Schon

nach kurzer Zeit mutierte der Schreib­Kiosk zum

Erzähl­Kiosk. War es zu Beginn die reine Neugier,

was der Mann denn da im Kiosk treibt, kommen

die Menschen jetzt der Gespräche wegen. Das

Spektrum reicht da von ganz normalem Plaudern

über Glücksmomente, die man gerne mit anderen

teilt, bis hin zu traumatischen Erlebnissen, die man

bis dahin vergraben hatte. Als Ergebnis allen zu eigen

ist eine zutiefst seelische Befreiung. Da ist es

nicht mehr weit zur Idee der Einrichtung eines

Kommunikationsraums für den Stadtteil Bännjerrück.

Foto: Gartenhaus GmbH

Das Gemeinschaftsprojekt von St. Hedwig und Hl.

Kreuz macht das erforderliche Grundstück an der

Ecke Leipziger / Dresdener Straße möglich. Allerdings

war die ursprünglich vorgesehene Containerlösung

aus thermischen Gründen technisch

nicht realisierbar und wird jetzt durch ein festes

„Gartenhaus“ mit der Grundfläche 6 x 3,55 m ersetzt.

Als größter Finanzier sei an dieser Stelle die

„Stiftung Bürgerhospital“ genannt. Neben der Bau

AG, die eine Schulung der ehrenamtlichen Gesprächsführer

organisieren würde.

Als offizieller Eröffnungstermin ist der 1. August 2021

vorgesehen. Genaue Öffnungszeiten sind aktuell

noch in Diskussion.

Schwätzen Sie gerne? Jede/r ehrenamtlich Mitwirkende

ist willkommen.

Melden Sie sich im Seniorenheim St. Hedwig

Tel: 0631­3436­1000. (hfs)

Text: hfs


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Pressemitteilung des CDU­Landtagskandidaten Manfred Schulz

Bezug: Artikel „Was ist nur mit dem Wald passiert?“ in der Ausgabe 51 vom März 2021

Sehr geehrtes Redaktionsteam,

in dem oben genannten Artikel wurde in dem

letzten Absatz angesprochen, dass an dem

Waldeingang Rostocker Straße ein Wahlplakat

hing, auf dem das Wahlversprechen abgegeben

wurde, Wälder zu schützen. Dies wirke in

Bezug auf die umfangreichen Holzerntearbeiten

in diesem Waldstück grotesk. Hier fühle ich

mich angesprochen, da dieses Wahlplakat offenkundig

von mir war. Zu dem Artikel gebe ich

daher folgende Erklärung ab, um deren Veröffentlichung

ich Sie herzlich bitte:

Mit Entsetzen habe ich den Artikel „Was ist nur mit

dem Wald passiert?“ in Ihrer letzten Ausgabe des

Bännjerrück­Boten gelesen. Ich habe mir daraufhin

auch vor Ort ein Bild gemacht. Das Vorgehen

des Forstes kann ich hier in keinster Weise nachvollziehen.

Großflächige, kahlschlagähnliche Rodungen

sind schon lange nicht mehr hinnehmbar

und den Bürgern auch nicht mehr vermittelbar. Eine

nachhaltige Waldbewirtschaftung sieht lediglich

die Einzelentnahme von Bäumen vor und vermeidet

den Einsatz von schweren Erntemaschinen,

um die Bodenvegetation nicht zu zerstören. Das

wurde hier leider nicht beachtet. Das finde ich

sehr enttäuschend.

Foto: hfs

Mein Ziel war es, mich als Landtagsabgeordneter

für eine nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung

einzusetzen. Daher hatte ich – auch auf

dem Bännjerrück – Plakate mit dem Schriftzug

„Wälder schützen“ aufgehängt. Obgleich ich den

Einzug in den Landtag nicht erreicht habe, setze

ich mich in meiner Funktion als stellvertretender

Vorsitzender der CDU­Stadtratsfraktion unbeirrt

auf kommunaler Ebene für eine naturnähere Schillerschule Waldbewirtschaftung

ein. Der Stadtrat hat zwar keinen

Einfluss auf die Landesforsten Rheinland­Pfalz,

wohl aber auf die Bewirtschaftung des kommunalen

Stadtwalds.

Ich habe daher – nicht zuletzt auch aufgrund dieses

Artikels, aber auch diverser Bürgerbeschwerden

aus Dansenberg und Hohenecken, wo es

auch sehr umfassende Holzerntearbeiten gab – in

den Umweltausschuss der Stadt im Namen der

CDU­Fraktion einen Antrag eingebracht, für den

Stadtwald ein neues, naturnahes Waldbewirtschaftungskonzept

zu erstellen, dass unter

anderem eine deutliche Reduzierung des Holzeinschlags

vorgibt und dies dort wie folgt begründet:

Schillerschule

Der Stadtwald ist dem Gemeinwohl verpflichtet

und wird dabei als Wirtschaftsfaktor, als den Bürgern

dienender Erlebnis­ und Erholungsraum sowie

als natürliche Lebensstätte für Tiere und

Pflanzen als Ökosystem bewahrt, genutzt und geschützt.

Die Abwägung dieser unterschiedlichen

Interessen gestaltet sich angesichts des Artensterbens

und der Klimakrise immer anspruchsvoller.

Unter historischer Betrachtung der Waldgeschichte

wird deutlich, dass sich viele der in der Vergangenheit

gesetzten Ziele der Forstwirtschaft

grundsätzlich gewandelt haben. Forstliche Zielsetzungen

und das tägliche forstliche Handeln haben

sich an veränderte wirtschaftliche Gegebenheiten

und an veränderte gesellschaftliche Anforderungen

angepasst. Auch der stetige Erkenntniszuwachs

über den Wald und seine Dynamik muss zu

einer permanenten Überprüfung von Zielsetzungen

und Maßnahmen im Wald führen.

Ökologisch optimales Funktionieren ist die Voraussetzung

für ökonomisch positive Ergebnisse


und für die Erfüllung sozialer und kultureller Anforderungen

an Wälder im Sinne einer umfassenden

Nachhaltigkeit. Das Waldkonzept soll eine umfassende

und zuverlässige Daseinsvorsorge für vor

allem waldgebundene Pflanzen und Tiere sowie

den Menschen bewirken.

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 11

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 35

Das Leitbild des Handelns im Stadtwald sind die

natürlich ablaufenden Prozesse in mitteleuropäischen

Laubwäldern. Ziel der Waldentwicklung ist

die natürliche Waldgesellschaft, die sich auch ohne

Bewirtschaftung an einem Standort einstellen

würde und unter sich wandelnden Klimabedingungen

einer dynamischen Entwicklung unterlegen

sein kann. Die natürliche Waldgesellschaft ist

langfristig die risikoärmste und produktivste Erscheinungsform

des Waldes. Die Leistungs­ und

Wirtschaftsziele für den Wald müssen angemessen

und nicht maximal formuliert sein, damit das

Ökosystem nicht überfordert und aus seinem ökologischen

Optimum verdrängt wird.

Das Prinzip des Minimalen Einsatzes ist in der

Urproduktion Waldwirtschaft ökologisch und wirtschaftlich

dem Prinzip des Maximalen Ergebnisses

langfristig überlegen. Das wirtschaftliche

Betriebsziel erreicht das Konzept mit wenigen

Bäumen mit maximaler Wertschöpfung und nicht

durch Maximierung der Menge des nutzbaren Holzes.

Bäume sind idealerweise erst zu ernten, wenn

sie einen bestimmten Mindestdurchmesser erreicht

haben. Bei den herkömmlichen Vorgaben

werden zu viele Bäume schon vor diesem

Zeitpunkt gefällt. Trockene und heiße Sommer

setzen auch unsere Buchenwälder zunehmend

unter Stress. Aktuelle Untersuchungen zeigen,

dass dieser Stress umso stärker wirkt, je häufiger

die Waldbestände durchforstet und damit

lichter gestellt werden. Vorzeitige Absterbeerscheinungen

verbunden mit wirtschaftlichen

Verlusten sind die Folge. Hingegen wird die Anfälligkeit

von Wäldern gegenüber klimatischen

Veränderungen mit zunehmender Naturnähe

reduziert.

Schon im Jahr 2019 habe ich im Stadtrat das Thema

„Nachhaltige Holzwirtschaft“ thematisiert und

eine deutliche Reduzierung des Holzeinschlags

gefordert. Der derzeit zulässige Holzeinschlag beträgt

im Lauterer Stadtwald ca. 8.800 Festmeter

pro Jahr. Bei einer Gesamtfläche von 1.800 Hektar

Stadtwald ist bei dieser Menge eine nachhaltige

Holzwirtschaft nicht möglich.

Darüber hinaus setze mich ein für eine Waldbewirtschaftung

nach dem Lübecker Konzept. Dieses

Konzept sieht den Wald prioritär nicht als Holzlieferanten,

sondern stellt die Boden­, Wasser­ und

Klimaschutzfunktion in den Vordergrund und hat

zum Ziel, den Wald als Lebensraum für Tiere und

Pflanzen, aber auch als Erholungs­ und Freizeitraum

für Menschen zu erhalten. Für die Holzernte

kommt dieses Konzept zu folgenden Schlussfolgerungen:

• Keine Kahlschläge

• Keine Monokulturen

• Keine Anwendung von Düngern und Pestiziden

• Keine Befahrung des Waldbodens außerhalb

Kder Erschließung

• Kein Einsatz von schweren Holzerntemaschinen

K(Harvester), stattdessen möglichst Pferdeeinsatz

• Kein Holzeinschlag durch Unternehmen, sondern

Kdurch gut ausgebildetes eigenes Personal

• Keine Einbringung exotischer Baumarten

• Anpassung aller forstlichen Aktivitäten an ökolo­

Kgische Erfordernisse

• Steigerung der Holzmenge im Wald

In der nächsten Sitzung des Umweltausschusses

soll hierüber entschieden werden.

Aufgrund der vorgenannten Aktivitäten und meiner

persönlichen Überzeugungen, werde ich

auch in künftigen Wahlkämpfen „Wälder schützen“

plakatieren.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Schulz

Landtagskandidat

der

CDU Rheinland­Pfalz

Foto: hfs


10 DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 5

„Veronika, der Lenz ist da!“

oder

„Kulisse Bännjerrück“

Bild: Marianne (re) u. G. Fingerle (li)

Veronika heißt in Wirklichkeit Marianne und

wohnt in der Leipziger Straße auf dem Bännjerrück.

In ihrem Garten steht ein fast 50 Jahre

alter japanischer Kirschbaum, dessen üppige

Blütenpracht sich auch dieses Jahr für einige

Tage entfaltete und spontan zur Kulisse für

das Lied „Veronika, der Lenz ist da…“ wurde.

Gesungen hat es Günther Fingerle vom Pfalztheater

Kaiserslautern.

Und das kam so:

Anlässlich des bundesweiten Lockdowns für Kunstund

Kultureinrichtungen und der damit verbundenen

Einstellung der Spielbetriebe hat das Pfalztheater

Kaiserslautern verstärkt Beiträge in den

Social Media­Kanälen veröffentlicht. Den Anfang

machte Rainer Furch mit einem Auszug aus dem

Stück „Roberto Zucco“. Seiner Aufforderung am

Ende des Fundusmonologs, „…bitte helft mir!“,

Bild: Günther Fingerle

kamen die Theaterfreunde Marianne und Erich

Schmitt spontan nach und spendeten dem „alten

Mann“ eine Flasche Wein. Darüber hinaus boten

sie ihren Frühlingsgarten dem Schauspielensemble

an, in dem weitere Geschichten für digitale

Auftritte inszeniert werden könnten.

Und am letzten Märztag hörte man dann für ein

paar Minuten Theatermusik auf dem Bännjerrück.

Nutzer des Internets konnten die gefilmte Szene

unter anderen bei "youtube.com/pfalztheater" miterleben.

Text: Elisabeth Moder­Clossé, Fotos: Erich Schmitt


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 13

Die Rätselseite

für alt und jung

Findet die zehn Fehler

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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Alt­Katholiken – zu Gast auf dem Bännjerrück

Dietmar Theiss über eine moderne Kirche

Einmal im Monat ist die alt­katholische Kirche zu

Gast in Heilig Kreuz auf dem Bännjerrück. Am dritten

Sonntag im Monat versammeln sich um 11 Uhr

die Mitglieder aus Kaiserslautern und Umgebung

zum Gottesdienst bzw. zur Eucharistiefeier. Meist

kommt Diakon Michael Bastian aus Saarbrücken

nach Kaiserslautern: „Wir sind sehr froh über die

Gastfreundschaft der Pfarrei Heilig Geist, dank der

wir die Möglichkeit haben, die Kirche für unseren

Gottesdienst zu nutzen.“ Aktuell ist aufgrund der

Corona­Pandemie der Zugang über das Altenheim

St. Hedwig nicht möglich; es wird daher der Zugang

an der Dresdner Straße genutzt. Kommen

Sie gerne einmal vorbei und lernen Sie uns kennen!

Die alt­katholische Kirche ist eine

noch sehr junge Kirche, die

es erst seit knapp 150 Jahren

gibt. Auf dem Ersten Vatikanischen

Konzil (1870) wurde zum

Dogma erhoben, dass der

Papst die oberste rechtliche

Entscheidungsgewalt in der Kirche

hat und er in Fragen des

Glaubens und der Sitte unfehlbare

Entscheidungen trifft. Diesen

Weg konnten einige

Katholiken, Laien wie Priester,

nicht mitgehen, sie hielten dieses

Dogma weder durch die Bibel

noch durch die katholische

Tradition begründet. Da sie diese

neuen Glaubenssätze nicht unterschrieben,

wurden sie exkommuniziert und organisierten sich

daher in der Folge als eigenständige katholische

Kirche, unabhängig von Rom. Die alt­katholische

Kirche ist selbstständig und staatskirchenrechtlich

anerkannt, ihre Mitglieder zahlen wie die Mitglieder

der beiden Großkirchen Kirchensteuer.

Nach und nach gründeten sich die ersten Gemeinden,

inzwischen gehört die ehemalige Gemeinde

Kaiserslautern zur Gemeinde Saarbrücken. Die

Gemeinden decken ein deutlich größeres Gebiet

ab, als man es gewohnt ist. So umfasst die Gemeinde

Saarbrücken das komplette Saarland, die

Grenzregionen Frankreichs

und die Westpfalz. Die Eucharistiefeier

findet wöchentlich

in der Friedenskirche in

Saarbrücken und einmal im

Monat in Kaiserslautern in

Heilig Kreuz statt.

Die alt­katholische Kirche

versteht sich als bischöflichsynodal.

Weitreichende Entscheidungen

hinsichtlich der

Struktur der Kirche und des

Kirchenrechts werden auf einer

Synode getroffen. Diese

findet alle zwei Jahre statt

Alt­katholisch, was ist das

überhaupt?


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 15

und setzt sich hauptsächlich zusammen

aus den Pfarrer*innen der Gemeinden

und den von den

Gemeinden gewählten Synodalen.

Ungewohnt ist auch, dass die Gemeinden

ihre*n Pfarrer*in selbst

wählen. Auch der Bischof wird von

einer Synode gewählt. Der alt­katholischen

Kirche ist die apostolische

Nachfolge weiterhin wichtig.

Eine offene, moderne Kirche für

alle Menschen

Das Zölibat wurde bereits sehr früh

(1878) als nicht biblisch begründbar

abgeschafft. Das freiwillige Leben in

Ehelosigkeit steht natürlich dennoch

jedem Priester und jeder Priesterin

frei. Und die aufmerksamen Leser*innen

haben es schon gemerkt, auch Frauen

können zur Diakonin, zur Priesterin oder zur Bischöfin

geweiht werden. Aktuell feiert die alt­katholische

Kirche in Deutschland das 25­jährige

Jubiläum der ersten Weihe von zwei Priesterinnen.

Über die Jahre kamen noch einige weitere Diakoninnen

und Priesterinnen hinzu. Gleichgeschlechtliche

Partnerschaften sind in den Gemeinden

anerkannt und es gibt ein festes Ritual zur Segnung

der Partnerschaft. Unter gewissen Umständen

gibt es die Möglichkeit einer nochmaligen

kirchlichen Eheschließung nach einer Scheidung,

das Wichtigste ist aber, dass weder Geschiedene

noch Wiederverheiratete vom Empfang der Eucharistie

ausgeschlossen sind.

Wenn Sie sich nun denken, das ist eine spannende

Kirche, die ich gerne einmal kennenlernen

möchte, dann kommen Sie einfach zu einem unserer

Gottesdienste. Die aktuellen Termine und weitere

Infos zur Gemeinde finden Sie unter

https://www.alt­katholisch.de/unsere­gemeinden/

gemeinde­saarbruecken­startseite/

Gerne können Sie uns auch direkt kontaktieren.

Kontakt Kaiserslautern:

Marie Kindopp (Mitglied Kirchenvorstand),

0151/59 88 94 81, bendermarie@yahoo.de

Kontakt Saarbrücken:

Pfarrer Thomas Mayer, 0681/933 14 507,

saarbruecken@alt­katholisch.de

Diakon Michael Bastian, 0681/940 008 37,

michael.bastian@alt­katholisch.de

Text und Fotos: Dietmar Theiss


16

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Gartentipps der besonderen Art

Ein weiterer Beitrag zum Thema Essen:

Meine Teich­Molche entpuppten sich als wahre

Fressmonster, als sie im Rudel über eine XXL­

Larve herfielen. Die Kaulquappen ließen es sich

nicht nehmen, sich die kleineren abfallenden Brocken

einzuverleiben.

Vorher

Nachher

Kennen Sie das? ­ Nein, ganz ehrlich, Gärtnern

bereitet nicht immer Freude!

Sie ahnen es vermutlich schon, wer hier am Werk

war. Die Schleimspuren verraten den nächtlichen

Besucher. Andererseits finde ich Schnecken, vor

allem solche mit Häusern auf dem Rücken, wunderschön.

Hier einige Beispiele:

Verliebte Schnecken

Schnecken­Akrobatik

Schnecke im Vogelfutterhaus

Man fragt sich ob die Schnecke auch Sonnenblumenkerne

mag, oder ob sich ein hungriger

Vogel über Schnecken­Lebend­Futter freuen wird.

Zu meiner großen Freude entdeckte ich endlich

meinen ersten Frosch im Teich. Wie gut er sich

tarnt in den Algen! Ich entferne absichtlich nicht

die Algen, solange sich Kaulquappen im Teich

tummeln. Zu groß ist die Gefahr, die Kaulquappen

mitsamt den Algen zu entfernen. Fürwahr, schön

sehen die Algen nicht aus, aber dem Frosch

scheint es zu gefallen.


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 17

Was wäre ein Garten ohne unsere nützlichen

Bestäuber?

Selbst einfache schwarz­rote Streifenwanzen sehen

auf weißen Doldenblüten wunderschön aus.

Zwar ernähren sich Streifenwanzen von Pflanzensäften,

allerdings bevorzugen sie Doldenblüten.

Große Schäden sind dabei nicht zu erwarten. Meinem

Fenchel hat der Käferbesuch nicht geschadet.

Der hat es den Wanzen auch sehr angetan.

Das auffällige schwarz­rote Streifenmuster soll als

Warnfarbe Fressfeinde abschrecken.

Ich hoffe, die tierischen Gartenbewohner trösten

ein wenig darüber hinweg, dass es in diesem Jahr

nach den Eisheiligen zunächst nicht warm werden

wollte und dann das April­Sonnen­Regen­Wechselwetter

alles im Garten ungezügelt sprießen

ließ. Meine vorgezogenen Pflanzen kamen dadurch

viel zu spät in den Garten und mussten

dann mit den stark wuchernden Beikräutern in

Konkurrenz treten. Als Entschädigung blüht es

jetzt im Garten großartig ­ das hat auch etwas!

Text und Fotos: tve


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Wandern in heimischer Umgebung

In einer attraktiven Landschaft zu Hause sein

Wir haben das Glück, inmitten einer wunderschönen

und abwechslungsreichen Natur­ und Kulturlandschaft

zu leben. Und das sollten wir in

diesem Sommer nutzen. Mit unserer Familie oder

mit Freunden könnten wir erlebnisreiche Tagesausflüge

in die nähere Umgebung planen und dabei

interessante Wanderziele erkunden, die sonst

eher unentdeckt blieben.

„Heute wollen wir das Ränzlein schnüren“, so beginnt

ein altes Volkslied. Packen wir Regenschutz,

Verbandsmaterial und Proviant hinein. Die

Verpackung nehmen wir wieder mit heim. Mit festem

Schuhwerk, einer guten Wanderkarte (wichtig!)

und einem Wanderführer (Buch) kann es

sogleich losgehen, am besten in den frühen Morgenstunden,

denn so gehen wir mit der Sonne

frohgelaunt in den Tag.

Starten wir gleich vor der Haustür, natürlich zu

Fuß. Nur bei entfernteren Zielen ist eine kurze

Anfahrt ratsam. In wenigen Minuten erreichen wir

den Wald. Wohin wir uns auch wenden, nach

Norden, Westen, Süden oder

Osten, überall treffen wir auf

ausgedehnte Waldgebiete, im

Sommer ein Garant für schattige

Wanderungen.

Hier einige Wanderziele zur

Auswahl. Wir bewegen uns

meist in hügeligem oder bergigem

Gelände mit schönen Aussichten

(Burg Hohenecken und

Burg Nanstein, Bismarckturm/

Landstuhl, Höhenweg zum Bremerhof,

Humbergturm, Kaiserberg).

Wir wandern durch

malerische Täler mit mäandernden

Bachläufen (Aschbachtal,

Moosalbtal, Walkmühltal, Erlental,

Kolbental, Lautertal, Eselsbachtal)

und treffen auf verwunschen

gelegene Fischweiher

(Vogelwoog, Blechhammer,

Gelterswoog, Jagdhausweiher).

Und nicht zu vergessen die zahlreichen

Wasserquellen und

Brunnen (Vogelwoog, Rote Hohl,

Pfaffenbrunnen, Lauterspring,

Wildpark, Hungerbrunnen).

Wir kommen vorbei an steilen, rostrot gefärbten

Felswänden (Kaiserberg, Schweinstal) oder nähern

uns Burgen, deren rötliches Mauerwerk

plötzlich durch das Grün der Bäume leuchtet.

Dieser rot­grüne Farbkontrast verleiht gerade unserer

Landschaft einen so wohltuenden Anblick.

Ein bizarres Buntsandsteinfelsgebilde, wie wir es

vom Wasgau kennen, ist auch der Falkenstein bei

Queidersbach.

Abenteuerlich sind die wildromantischen Schluchten

des Karlstals oder des Bärenlochs bei Kindsbach.

Mit ihren gewaltigen Felsbrocken sind sie

schaurig schön zu erleben.

Wer naturkundlich interessiert ist, wird seine

Freude am Artenreichtum der Pflanzen­ und

Tierwelt haben. Mit viel Glück lässt sich sogar

das unter Naturschutz stehende Knabenkraut,

eine heimische Orchideenart, entdecken. Mir

sind zwei Stellen bekannt. Wer durch den Wildpark

schlendert und sich mit der Tierzucht beschäftigt,

der könnte beim Anblick der

verschiedenen Wildtierarten

auch Überlegungen anstellen,

mit welchen Tieren, ob wild

oder bereits gezähmt, unsere

Urahnen hier einst schon zusammen

gelebt haben.

Wasserquelle am

Schallbrunner Weiher

Damit wären wir beim kulturhistorischen

Aspekt unserer

Wanderung angelangt, denn

auch die Geschichte hat ihre

Spuren im Wald hinterlassen.

Wer die Ritterromantik liebt,

kann Burgruinen ansteuern

(Perlenburg, Landstuhl, Hohenecken,

Wilenstein, Beilstein,

Frankenstein). Kaiser

Barbarossa, Franz von

Sickingen und auch Pfalzgraf

Casimir haben diese

Wälder vermutlich mit ihren

Rössern häufiger durchstreift,

um das Wild aufzuspüren.

An Bachläufen trifft

man zuweilen auch auf ein

altes Mühlenhaus (Klugsche

Mühle).


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 19

Ein riesengroßes Wasserrad und umherliegende

schwere Mühlsteine mögen dem Besucher imponieren.

In früheren Zeiten nutzten die Menschen

die Wasserkraft, um das Korn zu Mehl zu mahlen

oder aus Baumstämmen Bretter zu sägen. Im

Moosalbtal und Aschbachtal trifft man auf eine Alte

Schmelz. Hier wurde früher mittels Holzkohle

Eisenerz verhüttet.

Des Weiteren lassen sich im Wald auch Spuren

aus der Römerzeit (Großer Berg/Einsiedlerhof,

Heidenfelsen/Kindsbach, Römerwege) entdecken

und auch aus der Keltenzeit (Keltengrab/Rodenbach,

Hünengräber).

Die ältesten historischen Spuren im Wald und

wahre Raritäten sind die Relikte aus der Vor­Geschichte.

Hier stehen sie noch und meist sogar

noch am ursprünglichen Standort, diese geheimnisumwitterten,

uralten Steinsetzungen aus der

Jungsteinzeit, die sogenannten Menhire.

In und um Kaiserslautern stehen sie in beachtlicher

Anzahl (Bännjerrück, Breitenau, Bann, Mittelbrunn,

Martinshöhe, Otterberg, Mehlingen und

gleich drei oberhalb des Eselsbaches.

Ein Blick auf die Landkarte verrät, dass sich diese

Menhire überwiegend auf den Höhen in westöstlicher

bzw. ab Kaiserslautern nordöstlicher Richtung

befinden. Es ist anzunehmen, dass sie

durch einen Höhenweg miteinander verbunden

Menhir auf dem Bännjerrück

waren, vermutlich einem uralten Salzweg, über

den in früherer Zeit das begehrte Gut aus dem

Lothringischen bis an den Rhein transportiert

wurde. Teil dieses Höhenwegs war auch der

Bännjer Pfad, der, von Bann kommend, über den

Bännjerrück am Menhir vorbei in die Stadt führte.

All diese Steinsetzungen bezeugen, dass auch in

unserer Gegend bereits vor 5000 Jahren Menschen

gelebt und sich über einen längeren Zeitraum

aufgehalten haben. Hausbau, Ackerbau,

Viehzucht, Handwerk, Erfindungen aller Art und

kultisches Brauchtum nahmen in jener Zeit ihren

Anfang. Letzterem dürften die Menhire zugeordnet

werden, denn sie waren für den unmittelbaren

Lebenserhalt nicht zweckdienlich. Gesiedelt haben

die Menschen damals gern am Wasser. Vor

30 Jahren hat man Spuren von typisch jungsteinzeitlichen

Siedlungshäusern am Rittersberg gefunden.

Denkbar, dass sich diese Menschen auf

der Bännjerrückhöhe zum Feiern getroffen haben.

Der Fußweg dürfte knapp eine Stunde betragen

haben und ist auch heute noch nachvollziehbar.

Belohnt wurden sie von einer schönen Aussicht,

die bis nach Eulenbis reicht.

Im Mittelalter haben Jakobspilger auf ihrem Weg

nach Santiago de Compostela in Spanien eher

die Handelsstraße in der Niederung gewählt, die

heutige Kaiserstraße. Einkehren konnten sie in

einer Einsiedelei (Einsiedlerhof).

Wer sich mehr für zeitgenössische Bildhauerkunst

interessiert, dem seien die jüngst entstandenen

Skulpturenwege empfohlen (Rodenbach, Schweinstal­Stelzenberg­Oberhammer­Johanniskreuz).

Keineswegs aber sollten wir es versäumen, auch

der „Weltachs“ (Richtung Waldleiningen) einen

kurzen Besuch abzustatten. Laut Empfehlung des

bekannten Heimatdichters Paul Münch muss sie

ständig geölt werden.

Diese ausgewählten Wanderziele erheben nicht

den Anspruch auf Vollständigkeit. Wandern kann

man zweifellos auch ohne ein festes Ziel. Wenn

wir uns für einige Stunden im Wald aufhalten,

werden wir spüren, dass der Wald atmet – und

wir mit ihm.

Wenn wir ihn wieder verlassen, werden wir uns

anders fühlen, erholt an Leib und Seele. In Erinnerung

bleiben uns sicherlich auch die schönen

Erlebnisse und die guten Gespräche, die wir unterwegs

miteinander geführt haben.

Text & Fotos: I. Kompa


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Rehkitzrettung vor dem Mähtod

Der LIONS Club Winnweiler hilft betroffenen Landwirten und Jägern bei der Tierrettung

Drohnenpilot D. Fischer im Einsatz

Zwischen Ende April und Ende Juni findet die jährlich

anstehende Frühjahrsmahd statt. In diesen

Zeitraum fällt aber auch die Brut­ und Setzzeit vieler

Wildtiere.

Das Frühjahr ist daher auch für den Rehnachwuchs

eine gefährliche Zeit. Da die Landwirte die

Tiere beim Mähen nicht sehen können, werden leider

jedes Jahr über 100.000 Rehkitze unabsichtlich

von Mähmaschinen getötet.

Nach der Geburt legen die Ricken ihre Kitze im hohen

Gras ab. Dort sind sie meist ausgezeichnet

getarnt und für ihre Fressfeinde, aber auch für den

Menschen, so gut wie nicht zu finden. In den ersten

drei bis vier Wochen ihres Lebens fehlt den

Jungtieren auch jeglicher Fluchtinstinkt. Sie können

auch noch nicht ihrer Mutter folgen und verharren

daher fast regungslos im schützenden

Gras. Bei drohender Gefahr pressen sie sich sogar

regelrecht in den Grasboden. Diese ausgeklügelte

Überlebensstrategie wird aber zur Todesfalle für

die hilflosen Geschöpfe wenn die Mähmaschinen

anrücken.

Die Landwirte und Jagdpächter sind zwar verpflichtet

vor der Mahd die Wiesen nach Tieren abzusuchen

und es gibt auch von allen Seiten schon

Foto: M. Roth

lange intensive Bemühungen die Kitze zu schützen,

beispielsweise durch das systematische Absuchen

mit Menschenketten oder durch das

Aufstellen von Scheuchen, die permanent Signale

abgeben, aber der Einsatz dieser Methoden ist oft

nicht sonderlich effizient und meist sehr zeit­ und

personalintensiv.

Der Einsatz einer noch relativ jungen Technik

weckt allerdings große Hoffnungen zukünftig mehr

Rehkitze zu retten. Die zurzeit effektivste Möglichkeit

zum Auffinden von Kitzen bieten mit Wärmebildkameras

bestückte Drohnen, die kurz vor der

Mahd die Wiesen aus der Luft absuchen.

Die Mitglieder des LIONS Clubs Winnweiler möchten

mit dem Einsatz dieser innovativen Technik

Rehkitze retten und gleichzeitig den betroffenen

Landwirten und Jägern in unserer Region Unterstützung

und Hilfe anbieten. BÄNNJERRÜCKBOTEN­Redakteur

Ralph Gmeiner hat daher bei dem Initiator

des Projektes Dr. David Fischer nachgefragt, um

mehr über dieses Serviceangebot zu erfahren.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie ist die Idee dieses außergewöhnlichen

Projektes entstanden?

Fischer: Das Risiko der Rehkitztötung oder ­ver­


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 21

stümmelung während der ersten Wiesenmahd ist

schon sehr lange existent. Ich habe mich schon

länger mit der Kitzrettung mithilfe von Drohnen und

Wärmebildtechnik beschäftigt und im vergangenen

Jahr erstmals selbst auf diese Weise im Bereich

meines Wohnortes zur Mahd anstehende Wiesen

nach Kitzen abgesucht und war vom Ergebnis extrem

positiv überrascht und beeindruckt.

Da ich die benötigte Ausrüstung schon hatte, reifte

in diesem Jahr die Überlegung, diese Form der

Kitzsuche in einem weiteren Umfeld Landwirten

und Jägern zur Unterstützung anzubieten. Alleine

ist das allerdings nicht zu schaffen, daher habe ich

meine Lionsfreunde vom LIONS Club Winnweiler

gefragt, ob sie sich die Rehkitzrettung als eine gemeinsame

Aktivität unseres Clubs vorstellen könnten.

Das Echo war sehr positiv und alle haben

sofort ihre Mithilfe zugesagt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie läuft in der Regel ein Einsatz

ab und wie viele Helfer sind im Einsatz?

Fischer: Der Landwirt oder Jäger kündigt die

Mahd mindestens einen Tag vorher an und teilt

uns auch mit welche Flächen gemäht werden sollen.

Am entsprechenden Tag treffen wir uns bereits

am frühen Morgen zwischen 5 und 6 Uhr vor

Ort, da die Rehkitzsuche nur in den frühen, kühleren

Morgenstunden wirklich gut funktioniert. Es

sollten mindestens zwei Helfer als „Rettungsteam“

dabei sein und natürlich der Drohnenpilot. Die

Drohne fliegt dann den bereits im Vorfeld einprogrammierten

Kurs automatisch ab. Das Wärmebild

der Kamera wird während des Fluges live auf dem

Monitor der Fernsteuerung angezeigt. Erkennt der

Pilot eine Wärmesignatur hält er die Drohne an,

die dann über der entsprechenden Stelle schwebt.

Über Sprechfunk weist der Drohnenpilot das Rettungsteam

ein, welches die Wärmequelle dann

überprüft. Ist es ein Kitz welches bei Annäherung

noch nicht selbstständig flüchtet, wird dieses vom

Rettungsteam aufgenommen und außerhalb der

zu mähenden Fläche unter einem Korb für die

Dauer der Mahd festgesetzt. Das ist die sicherste

Variante für das Kitz. Sobald die Mahd beendet ist,

wird der Korb entfernt und das Kitz gelangt wieder

zu seiner Mutter. Beim Aufnehmen der Kitze tragen

die Helfer Handschuhe und zusätzlich Grasbüschel

zwischen dem Kitz und den Handschuhen,

damit möglichst keine fremden Gerüche auf das

Kitz übertragen werden. Wichtig ist auch, dass der

Einsatz im Vorfeld mit dem Landwirt und den örtlichen

Jägern abgestimmt ist. Die Kitzrettung ist nur

gemeinsam möglich, sowohl aus praktischen

Gründen wie Mahdzeitpunkt und Ortskenntnis, als

auch aus rechtlichen Gründen.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Kann jeder eine Drohne fliegen

oder sind dafür spezielle Voraussetzungen nötig?

Fischer: Drohnen unter 250 Gramm zulässigem

Maximalgewicht können ohne besonderen Kenntnis­

Kitz versteckt im Gras

Foto: D. Fischer

Gerettetes Rehkitz

Foto: A. Steffens


22

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

nachweis geflogen werden. Allerdings dürfte es

kaum Drohnen mit Wärmebildtechnik geben, die in

diese Gewichtsklasse fallen. Darüber hinaus benötigt

der Pilot mindestens einen Kenntnisnachweis

A1/A3, der beim Luftfahrtbundesamt durch einen

Online­Kurs erworben werden kann. Je nach Einsatzszenario

kann auch ein Fernpiloten­Zeugnis

A2 erforderlich sein, dessen Erwerb aber wesentlich

anspruchsvoller ist. Je nach Einsatzort, wenn

beispielsweise in der Nähe von Wohnhäusern,

Bundesstraßen oder Stromleitungen geflogen werden

soll, werden gegebenenfalls noch zusätzliche

Genehmigungen benötigt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie wird das Angebot bisher angenommen

und wird der LIONS Club Winnweiler

diesen Service längerfristig anbieten?

Fischer: Das Angebot wird sehr gut angenommen

und die Rückmeldungen sind sehr positiv. Leider

schaffen wir es mit nur einer Drohne nicht, alle Anfragen

unter optimalen Bedingungen, also jeweils

frühmorgens, abzuarbeiten. Ob und wie wir diese

Activity im nächsten Jahr weiterführen, muss der

Club noch entscheiden. Ich selbst werde mich mit

Sicherheit auch in den kommenden Jahren mit

meiner Drohne zur Verfügung stellen. Nach den

Erfahrungen dieses Jahres könnte es für den

LIONS Club vielleicht auch interessant sein, für die

Zukunft Partner für diese Activity zu suchen und

letztlich den Aufbau eines entsprechenden Netzwerkes

in der Region zu fördern. Die vielen Nachfragen

dürften dies mehr als rechtfertigen.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Mit wie vielen Einsätzen beziehungsweise

Rehkitzrettungen rechnen Sie dieses

Jahr?

Fischer: Wir hatten bis zum 10. Juni genau acht

Einsatztage bei insgesamt 16 unterschiedlichen

Landwirten oder Jägern. Etwa zehn weitere Einsätze

sind bereits jetzt fest eingeplant. Bei unseren

bisherigen Einsätzen dieses Jahr haben wir 54 Kitze

gefunden, von denen 28 so klein waren, dass

sie sich noch komplett gedrückt haben und daher

aus der Wiese getragen und für die Dauer der

Mahd festgesetzt in Sicherheit gebracht wurden.

Wenn Kitze sich nicht mehr greifen ließen, haben

wir versucht sie aus der Wiese zu scheuchen und

den Landwirt auch entsprechend informiert.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wer kann den angebotenen Service

in Anspruch nehmen und was kostet er?

Fischer: Jeder betroffene Landwirt oder Jäger

kann unseren Service kostenlos in Anspruch nehmen.

Wir möchten es ganz bewusst einfach und

bequem gestalten, damit niemand beispielsweise

aus Kostengründen davon abgehalten wird unser

Angebot anzunehmen.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie finanziert sich das Projekt?

Fischer: Das ist eine Activity des LIONS Clubs

Winnweiler und diese ist, wie eigentlich jede typische

Activity der weltweiten LIONS Clubs, eine ehrenamtliche

Leistung für die Gesellschaft. Nur ist

es meistens so, dass wir versuchen mit einer Activity

Geld einzunehmen um dann damit etwas Gemeinnütziges

zu unterstützen. In diesem Fall ist es

die Activity selbst, die unmittelbar ein gemeinnütziges

Ziel verfolgt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Kann Ihr Service auch von Personen

im Stadt­ und Landkreis Kaiserslautern in Anspruch

genommen werden?

Fischer: Ja, natürlich. Die einzige Einschränkung

ist, dass wir jeweils immer nur dem ersten Interessenten

für einen bestimmten Termin die Zusage

geben können. Ob der Interessent aus Winnweiler

oder dem Stadt­ und Landkreis Kaiserslautern

kommt, spielt dabei keine Rolle.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie können interessierte Personen

mit Ihnen Kontakt aufnehmen?

Fischer: Unser Club hat speziell für dieses Serviceangebot

die E­Mail Adresse Rehkitz@lionsclub­winnweiler.de

eingerichtet, über die leicht und

bequem Kontakt aufgenommen werden kann.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Vielen Dank, Herr Fischer, für das

informative Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei

der Kitzrettung.

Rettungsteam des LIONS Club Foto: A. Roth Text: rmg


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

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Leserbrief: Mysteriöses Brummen

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Anfang 2020 leide ich unter massiven Schlafstörungen

wegen einem "dauerhaften, brummenden

Geräusch", vor allen Dingen in meiner

Wohnung. Dieses Geräusch nimmt mein Lebensgefährte

hingegen jedoch nicht wahr, auch diverse

Nachbarn haben diesen "niederfrequenten

Ton" bisher nicht wahrgenommen.

Seit August 2020 las ich dann aber zunehmend

Leserbriefe in der RHEINPFALZ, in denen auch

andere Bürger von Mehlingen, Kaiserslautern und

Umgebung von diesen störenden Geräuschen

berichteten. Mit diversen Personen habe ich deshalb

auch schon Kontakt aufgenommen.

Mich würde interessieren, ob auch andere Bewohner

des Bännjerrücks dieses brummende

Geräusch wahrnehmen.

Unter der Telefonnummer: 0631 90812 (mit Anrufbeantworter)

bin ich jederzeit erreichbar.

Mit freunlichen Grüßen

Elke Winter

Schillerschule

oder nutzen Sie unseren Abholservice

Schillerschule


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 25

Von Hemden und Hausnummern

Adolf Klink berichtet über die frühen Jahre der Karl-Pfaff-Siedlung

Die Karl-Pfaff-Siedlung kurz nach Fertigstellung

des ersten Bauabschnittes:

Auf den Bildern sieht man BÄNNJERRÜCK-

BOTEN-Leser Adolf Klink am Fenster, mit

seiner Mutter (Balkon) seinem Vater,

seiner Schwester und seinem Neffen.

Klink weist darauf hin, dass damals der

Strom noch über Freileitungsmasten

auf dem Dach in das Haus kam.

BÄNNJERRÜCKBOTEN-Leser Adolf Klink hat tief in seiner

Erinnerungskiste gekramt und einen echten Fotoschatz

aus der Frühzeit der Karl-Pfaff-Siedlung gefunden.

„Karl Pfaff wollte seine Mitarbeiter gerne in

der Nähe des Unternehmensgeländes ansiedeln“,

erinnert sich Klink. Dieses Vorhaben wurde aber erst

nach dessen Tod im Jahr 1952 umgesetzt.

Baubeginn war am 11. September 1953. Es ging

gut voran, und bereits Ende Juli 1954 konnten die

ersten Familien in ihr neues Zuhause ziehen. Sie

waren sorgfältig nach sozialen Kriterien wie die Familiengröße

und die aktuelle Wohnsituation ausgewählt

worden. Natürlich spielte auch die Dauer der

Betriebszugehörigkeit eine Rolle. Insgesamt 160

Häuser wurden in der Karl-Pfaff-Siedlung errichtet.

„Der Zugang zur Siedlung befand sich damals bei

der Hausnummer 1“, berichtet Klink. Seiner Erinnerung

nach wurde er dann später aber verlegt. „Das

lag daran, dass Frau Kern zwischen der Karl-Pfaff-

Siedlung und der heutigen Ampelanlage Hohenecker

Straße / Rauschenweg eine Näherei baute“, erzählt

er. Frau Kern – das ist die Mutter des international

bekannten Modedesigners Otto Kern. Vielen Kaiserslauterern

ist das alte Mercado-Gebäude noch in

Erinnerung. Es stand dort, wo sich heute Mediamarkt

und Wasgau befinden. In diesem Gebäude stellte

Familie Kern Kleidungsstücke, vorwiegend Hemden,

her. Und das sehr erfolgreich. In der Hohenecker

Straße sollen einst rund 400 Mitarbeiter beschäftigt

gewesen sein. Die hier hergestellten Textilien wurden

dann in viele europäische Länder exportiert.

Klink macht noch auf eine weitere Besonderheit der

Karl-Pfaff-Siedlung aufmerksam: Seine Hausnummer

ist einstellig, die seines direkten Nachbarn dreistellig.

„Das liegt daran, dass die Karl-Pfaff-Siedlung

im ‚Schneckennudelverfahren‘ nummeriert ist“, erklärt

er. Wenn man sich die Hausnummern auf dem

Stadtplan betrachtet, scheint es zunächst nicht ganz

verständlich, wie er das meint. Dann aber wird es

klar: Die Hausnummern beginnen bei Nummer eins,

und winden sich dann im Zickzack-Verfahren – das

heißt: eine ungerade Hausnummer liegt einer geraden

gegenüber – die Straße entlang. Die beschreibt

ein Oval und endet dann wieder bei Hausnummer

eins. Und so kommt es, dass das letzte ungerade

Haus auf das zweite ungerade Haus trifft.

Es gibt noch vieles, was Klink über die Karl-Pfaff-

Siedlung berichten kann. Über einen Bojermähschder,

der aber gar kein Bürgermeister ist. Und ein

Ständchen, an dem die Leute einst ihre Lohntüten

erleichterten. Aber was es damit auf sich hat, das

erfahren Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

Wenn auch Sie eine Erinnerung an die Frühzeit ihrer

Straße haben, dann schreiben Sie uns doch! Gerne

dürfen Sie uns über den Bau ihres Hauses, die

neuen Nachbarn, ihre Kindheit auf dem Bännjerrück

oder in der Karl-Pfaff-Siedlung oder andere Erinnerungen

an die frühen Jahre unseres Wohngebietes

berichten. (md)

Foto:pm/Klink


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Natur erleben – Kunstwerk verstehen

Kunst im öffentlichen Raum auf dem Bännjerrück

In unserem Wohngebiet und auch in unserer näheren

Umgebung schätzen wir alle die üppige

Natur. Es gibt Menschen, die nicht nur über ihre

Naturerlebnisse und Beobachtungen berichten

oder gar schreiben und filmen, sondern sie auch

ins Bild setzen. Letzteres verdanken wir auf dem

Bännjerrück den beiden Kaiserslauterer Künstlern

Albert Matzdorf (1912­1993) und Adolf

Schaurer (1912­1990). Sie waren in den

1950/60er Jahren herausgefordert, „Kunst im öffentlichen

Raum“ zu schaffen. Die Ergebnisse

können wir in unseren Straßen betrachten wie in

einem Museum, wenn wir uns die Zeit nehmen

und einmal genauer hinsehen. Mit einer Ausnahme

sind die Kunstwerke leider nicht signiert.

Schaut man auf die ausgewählten Motive, so fällt

auf, dass es neben einigen heimatkundlichen

Themen vor allem Naturerlebnisse sind, von denen

sich die Künstler haben inspirieren lassen. In

Formensprache und Maltechnik entsprechen sie

dem damals vorherrschenden Kunststil der “Beschränkung

auf das Wesentliche“. Man spürt in

diesen Fassadenbildern noch deutlich das künstlerische

Erbe der Bauhaus­Bewegung.

Ich lade Sie dazu ein, einige Exponate eingehender

zu betrachten.

Das abgebildete Fassadenbild befindet sich in

der Dresdener Straße. Es zeigt eine Natur­Idylle

mit erkennbar gegenständlichen Elementen: ein

äsendes Reh auf der grünen Wiese, eine Tanne

und einen Laubbaum, Vögel in der Luft, Wolken,

Sonne und Mond und – ein Haus.

Das Bild besticht durch seine schlichten, klaren

Formen, seine natürliche Farbgebung und die

ausgewogene Komposition. Aus dem Dargestellten

können Symbolik und hintersinnige Feinheiten

herausgelesen werden. So stehen Tanne und

Laubbaum für den Mischwald der Umgebung. Die

Binnenstruktur der Bäume ist durch den wiederholt

rechteckig­flächigen Farbwechsel sehr lebendig

gestaltet. Der Laubbaum, der auch als

einzelnes Blatt gesehen werden kann, ist teilweise

übermalt von dem Astwerk eines kahlen Baumes.

Auf diese Weise hat der Künstler das sich

jahreszeitlich verändernde Aussehen der Laubbäume

mit einbezogen. Eine ähnlich doppelte

Aussage ist in der blauen Wolke erkennbar. Eigentlich

sind Wolken anfangs weiß, werden später

dunkelgrau und lösen sich schließlich im

Regnen auf. Auch bei der Sonne sollte man genauer

hinsehen. Diese wird gleichzeitig größtenteils

von einer schmalen („kalten“) Mondsichel

umspannt. Das deutet hin auf den stetigen Wechsel

von Tag und Nacht. Bekanntlich ist die Sonne

nicht nur Licht­, sondern auch Wärmespenderin.

Auch das hat der Künstler mit seinen künstlerischen

Mitteln dargestellt, indem er unterschiedliche

Gelbtöne verwendet. Ein kleinerer Teil der

Sonne ist in Weißgelb (kalt), ein größerer Teil in

Orangegelb (warm) ausgemalt. Durch die

Farbabstufung werden Winter­ und Sommersonne

unterschieden. Auf diese Weise lassen sich so

Temperaturunterschiede abbilden. Auch Ruhe

und Bewegung sind im Bild dargestellt, und zwar

durch das ungestört äsende Reh einerseits und

die kraftvoll und zielgerichtet durch den Luftraum

schießenden Vögel andererseits. Das bringt

Spannung ins Bild. Die Erde ist als Kreissegment

dargestellt und der Luftraum nach oben begrenzt,

gleichsam als endliche Lufthülle um den Erdball.

In die Bildaussage fließen somit auch kosmische

Vorgänge mit ein.

Bleibt nun noch das Haus. Es ist nichts Naturhaftes,

sondern etwas von Menschen Geschaffenes.

Als „schwebendes“ Haus fällt es aus dem Rahmen

gewöhnlicher Seh­ und Erfahrungsweisen

heraus. Der Mensch braucht ein Haus zum


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 27

Schutz gegen allerlei Unbill: Regen, Sturm, Kälte

und andere Gefahren. Für Licht am Abend und

Wärme im Winter muss er auch selbst sorgen.

Das Material für Hausbau und Technik bezieht er

aber aus der Natur. So entsteht ein Bezug zu

dem Haus, auf dessen Fassade das Bild seinen

Platz findet. Die Natur in ihrer Schönheit, die kosmischen

Vorgänge in ihrem rhythmischen Ablauf

und der Mensch mit seiner erfinderischen Kreativität

lassen sich aus diesem Bild herauslesen.

Licht und Wärme. Den Vögeln gehört der

Luftraum und den Fischen das Wasser. Die Bäume

sind im Erdreich verwurzelt. Der Mensch

bleibt außen vor. Aber jeder kann für sich beantworten,

wo er selbst als Teil dieser Schöpfung

steht und welche Verantwortung er für sie trägt.

Sie zu bewahren, liegt auch in unserer Hand.

Ein naturbezogenes Motiv zeigt auch das Fassadenbild

in der Paul­Münch­Straße. Es ist ebenfalls

eine offene Komposition mit klar

erkennbaren Elementen: Links oben steht die alles

dominierende Sonne. Sie schickt ihre lichtund

wärmespendenden Strahlen auf die Erde,

damit Leben entstehen, wachsen und reifen

kann. Man kann die vier Elemente Feuer, Wasser,

Luft und Erde herauslesen. Ein Schwerpunkt aber

liegt auf der menschlichen Arbeit. Die reife Weizenähre

steht für die bäuerliche Arbeit im Kreislauf

des Jahres und das Wasserrad für das

Mühlenhandwerk. Der Müller nutzt die Kraft des

Wassers, um Energie zu gewinnen. Heute übernehmen

Turbinen diese Funktion.

Das folgende Bild befindet sich über einer Haustür

im Rauschenweg. Abgebildet sind einzig die

vier Elemente. Die alles beherrschende Sonne

füllt das linke obere Segment aus. Sie spendet

Den Schöpfungsgedanken greift ein Relief auf,

das sich im Innenraum der Versöhnungskirche an

der Stirnfront befindet. Der betrachtende Blick entdeckt

in der linken oberen Ecke die Hand des

Schöpfers, die symbolhaft schützend über allem ruht.

Dies ist eine kleine Auswahl. Man könnte die Reihe

fortsetzen und würde immer wieder Neues

entdecken, denn jedes Bild ist mehr als eine Deutung

zu erschließen vermag. Von dem griechischen

Philosophen Aristoteles stammt der weise

Spruch:

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder,

sondern Kunst macht sichtbar.

Text & Fotos: I. Kompa


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

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Traditionsunternehmen mit höchstem Qualitätsanspruch

Fertighauspionier OKAL hat im Einsiedlerhof ein Musterhaus eröffnet

OKAL-Geschäftsführer Stephan Klee (2. v.l.) hat anlässlich der Eröffnung des Musterhauses

sein engagiertes und kompetentes Team im Einsiedlerhof besucht.

OKAL, das Traditionsunternehmen seit 1928 mit

fast 90.000 gebauten Häusern, gehört zu den Pionieren

der Fertighausbranche. Vor wenigen Wochen

hat der Immobilienprofi am Rangierbahnhof 6a ein

Musterhaus eröffnet, in dem Interessierte sich von

der hohen Qualität der OKAL-Häuser überzeugen

können. Sie bieten eine besondere Architektur und

Innovation und sind als erster Anbieter in der serienmäßigen

Gebäudezertifizierung der Deutschen Gesellschaft

für Nachhaltiges Bauen zukunftsweisend.

Ein hoher Qualitätsanspruch, hervorragende Entwurfs-

und Bauqualität sowie funktionale und ästhetische

Architektur zeichnen uns aus. OKAL gilt als der

Goldstandard im einzugsfertigen Premiumbereich.

Mit dem Bauhausstil und außergewöhnlichem Cubikon,

einem würfelartigen Anbau im Obergeschoß,

ist der OKAL Architektur in Kaiserslautern, am Rangierbahnhof

6a, ein Musterhaus gelungen, das

Funktionalität und Wohnkultur harmonisch verbindet.

Aufgrund der momentanen Situation bitten wir

Sie, einen Beratungs- und Besichtigungstermin mit

einem unserer erfahrenen Verkäufer auszumachen.

Ihre zertifizierten Immobilienspezialisten vor Ort:

Nathan.lezius@okal.de, 0163 1630818

Ingo.raudonat@okal.de, 0171 7552022

Thomas.schanz@okal.de, 0162 7948170

Jochen.ambrosch@okal.de, 0171 2677563. (pm)


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 29

Die Welt, in der wir leben

Pfälzer Künstler Erich Sauer wird 90 – Seine Arbeiten an der Versöhnungskirche

Altarwand der Versöhnungskirche auf dem Bännjerrück, entworfen von Erich Sauer

Foto: Joel Fotouk Fotso, TU Kaiserslautern

Mit Wucht wirkt es auf Besucherinnen und Besucher

in der Versöhnungskirche: das Altarrelief der

protestantischen Kirche auf dem Bännjerrück – die

den Namen „Versöhnung“ trägt.

Der damals noch wenig bekannte Bildhauer und

Künstler Erich Sauer konnte in den 70er Jahren für

die herausfordernde Gestaltung gewonnen werden.

Am 19. Februar dieses Coronajahres 2021 ist

er 90 Jahre alt geworden. Sein Name ist auf der

Betonwand der Kirche, die mittlerweile von der

Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

unter Denkmalschutz gestellt worden ist, klar und

deutlich zu lesen.

Erich Sauer stammt aus dem pfälzischen Frankenthal,

wo er als Schreiner und Holzbildhauer seine

Ausbildung in der elterlichen Schreinerei absolvierte.

Noch heute lebt er in seiner Heimatstadt. Er

ist weit über die Grenzen unserer Region und der

Bundesrepublik hinaus bekannt. 1994 wurde er von

der UNO als „Künstler des Friedens“ ausgezeichnet

und gilt mit seinen mehr als 400 Unikaten und

hohen Bronzeplastiken als großer streitbarer Menschenliebhaber.

Die Darstellung der Welt, in der

wir leben, das Aufzeigen des Zwiespalts zwischen

Mensch und Technik, ist sein Anliegen, das wie ein

roter Faden sein Werk durchzieht.

Bildhauer Sauer erhielt den Auftrag, anlässlich der

Erstellung des Gebäudekomplexes der Versöhnungskirche

künstlerische Arbeiten unter Bezugnahme

auf die Namensgebung anzufertigen, die

sich in den vorgesehenen Baustil einfügen lassen

– Anlass ihn zu würdigen und auf seine bleibende

Verbindung zur Versöhnungskirche auf dem Bännjerrück

aufmerksam zu machen. Er gestaltete im

Hinblick auf den Namen der Kirche künstlerische

Reliefs über dem Eingang zur Kirche, an der Altarwand

im Kirchenraum, am Eingang zum Gemein-


30

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Erich Sauer, „Rückkehr des Verlorenen Sohnes“, Bronze, Versöhnungskirche. Foto: Joel Fotouk Fotso

dehaus und zum Kindergarten.

Auch schuf er eine Bronzeskulptur zur biblischen

Erzählung „Vom verlorenen Sohn“, (vgl. Lukas. 15),

die an der Eingangstür der Kirche ihren Platz gefunden

hat.

Der Name des Künstlers auf Beton.

Foto: Joel Fotouk Fotso

Die seltenen Betonreliefdarstellungen über dem

Kircheneingang und an der Frontwand des Kirchenraums

stellten auch von der handwerklichen

Seite her besondere Anforderungen, galt es doch

zuerst ein Negativrelief mit kleinen Holzklötzchen

zu entwerfen, dieses dann in den jeweiligen Wandaufbau

einzufügen und dann die einzelnen, feinen

Zwischenräume zwischen den Klötzchen mit Beton

zu füllen.

Die Reliefdarstellungen laden zu Betrachtung und

Meditation ein. In der Festschrift zur Einweihung

der Versöhnungskirche 1973 heißt es dazu: „Die

Wahrheit des Glaubens erspart es uns nicht, uns

tätig mit dem zu beschäftigen, was unserer Zeit besonders

nottut: Verständnis – Versöhnung.“

Die Reliefdarstellung über dem Eingang der Kirche

zeigt menschliche Gestalten, Kreaturen Gottes, die

unversöhnt, einzeln nebeneinander dastehen. Sie

legen ihre Gaben (Fische und Früchte) vor dem

Altar nieder, versöhnen sich jetzt und opfern dann

diese Gaben.

Die Darstellung an der Altarwand nimmt den Gedanken

der Versöhnung auf, jedoch mit zwei

Schwerpunkten: Mittelpunkt, eindeutige Mitte, ist


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 31

Panoramaaufnahme der Versöhnungskirche. Foto: Joel Fotouk Fotso

das angedeutete Kreuz als Versöhnung Gottes mit

uns durch den Menschen Jesus. Die Zerrissenheit

der Kreatur zurücklassend beginnt die gegenseitige

Annäherung und Bildung einer versöhnten Gemeinschaft,

die von Gottes Hand (links oben) getragen

wird.

Die Kirche insgesamt wird dem „Brutalismus“, einem

Architekturstil der Moderne, zugerechnet. Sie

dürfte in ihrer Art einzigartig in der Pfalz sein. Der

Begriff leitet sich ab von „béton brut “, wörtlich „roher

Beton“, dem französischen Wort für Sichtbeton.

Sichtbar sind die Unebenheiten in Abdrucken der

Verschalung, wie sie auch an den Außen- und Innenwänden

der Versöhnungskirche erkennbar sind.

Der Baustil setzte sich in den 1960er Jahren bei profanen

und sakralen Bauten durch und blieb präsent

bis in die 1980er Jahre. Vertreter des Baustils meinten,

die modernen industrialisierten Gesellschaften

benötigten eine möglichst kraftvolle Kunst.

Die Versöhnungskirche (Ensemble Kirche, Gemeindehaus,

Kindergarten, Pfarrhaus) wurde nach einem

Gestaltungswettbewerb durch Dipl.-Ing. Ernst

Kummer, einem Architekten aus Ludwigshafen/

Rhein, erbaut. Grundsteinlegung fand 1968 statt,

die Fertigstellung erfolgte 1973/1974.

(pm/ Helmut Emrich, Eckart Stief)

Außenfassade der Versöhnungskirche, Betonrelief von Erich Sauer. Foto: Joel Fotouk Fotso


32

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Ehrenamt muss heute anders gedacht werden

Lydia Müller im Interview über 20 Jahre Freiwilligenagentur und Ehrenamt in Lautern

BÄNNJERRÜCKBOTE: Frau Müller, Sie leiten die Freiwilligenagentur

seit 20 Jahren. Hat sich das Ehrenamt in

den letzten zwei Jahrzehnten verändert?

Lydia Müller: Ja, das ist der Fall. Das klassische

Ehrenamt hat sich von einem eher dauerhaft angelegten

Engagement hin zu einem immer häufiger

projektorientierten, zeitlich begrenzten Ehrenamt

verändert. Die bis dahin funktionierende Struktur,

dass jemand beispielsweise im Alter von zehn Jahren

einem lokalen Verein beitritt, um dort bis zu seinem

Lebensende zu verbleiben, hat sich zusehends

aufgelöst. Dazu kommt, dass die Gesellschaft in den

letzten 20 Jahren erheblich mobiler wurde. Heute

ziehen die Menschen häufiger um, kennen sich in

der neuen Umgebung noch nicht aus und wissen

nicht, welchen Bedarf es dort im Bereich Ehrenamt

gibt. Aufgrund dieser Veränderungen hat man festgestellt,

dass Ehrenamt heute anders gedacht werden

muss. Deshalb kam der Wunsch auf, Freiwilligenagenturen

zu gründen. Unsere Freiwilligenagentur

in Kaiserslautern war die erste, die in Rheinland-

Pfalz gegründet wurde.

Das Ehrenamt hat sich verändert. Dennoch stelle ich

fest, dass neben aller Projektorientierung, die Menschen

auch heute noch Zugehörigkeit brauchen und

deshalb auch immer wieder längerfristige Engagements

suchen. Es bleibt daher wichtig, beides anzubieten:

Das Ehrenamt, das längerfristigen Bindung

bietet, aber auch diese kurzfristigen, projektbezogenen

Angebote, wie „z.B. die Lauterer Kehrwoche“

oder Projekttage, an denen sich übrigens auch Firmenteams

gerne beteiligen. Solche Angebote geben

Menschen, deren Berufs- oder Familienleben ein

intensiveres Engagement nicht hergibt, die Möglichkeit,

etwas für die Gemeinschaft zu tun.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Haben Sie in den letzten Jahren ereignisbezogen

gestiegene Hilfsbereitschaft erlebt?

Müller: Es ist schon so, dass sich Menschen in besonderen

Situationen besonders angesprochen fühlen.

Ich konnte beobachten, dass Phasen im Leben

eines Menschen oft mit besonderen Phasen in der

Gesellschaft zusammengehen.

Viele Menschen haben das Bedürfnis, eine Wirkung

in der Gesellschaft zu erzielen. Ehrenamtliches Engagement

passt jedoch nicht immer und in jeder Situation

zum Lebensentwurf. Manchmal ist es aber

auch einfach so, dass sich Menschen nicht angesprochen

gefühlt haben. Tritt dann ein besonderes

gesellschaftliches Ereignis ein, macht es bei diesen

Menschen „Klick“, sie finden sich in der gestellten

Aufgabe wieder und bringen sich ein. Man konnte in

den letzten Jahren, die für unsere Gesellschaft voller

großer Herausforderungen waren, sehen, dass

die Menschen da sind, wenn sie gebraucht werden.

In der nahen Vergangenheit würde ich da das Jahr

2015/2016 nennen, als viele Flüchtlinge nach Kaiserslautern

kamen – da hat die Stadtgesellschaft

ganz super reagiert. So auch jetzt, in der Coronapandemie:

Die Not war da und die Leute haben geholfen!

Aber die Freiwilligenagenturen sind natürlich nicht

nur in Zeiten mit besonderen Herausforderungen

gefragt. Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir in den

Freiwilligenagenturen Öffentlichkeit schaffen. Dass

durch unsere Arbeit freiwilliges Engagement immer

wieder sichtbar wird und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit

rückt. Freiwilligen Agenturen haben überall

da, wo es sie gibt, mit ihrer Arbeit dazu beigetragen,

dass das Klima sich zum Positiven verändert

hat. Flapsig gesagt: Freiwillige Arbeit ist mittlerweile

deutlich „hipper“, als es zwischenzeitlich der Fall

war. Eine Weile hatte das Ehrenamt ein etwas ange-


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 33

Foto: pm/Farke

staubtes Image. Das hat sich deutlich geändert.

BÄNNJERRÜCKBOTE: In den USA und vielen anderen Ländern

hat das freiwillige Engagement einen immens

hohen Stellenwert. Nicht selten wird dort soziales

Engagement von Arbeitgebern erwartet. Schwappt

diese Wertschätzung vielleicht auch zu uns herüber?

Müller: Die USA scheinen mit den dort vorherrschenden

Strukturen tatsächlich ein Vorbild zu sein.

Und ich glaube schon, dass das bei uns ankommt.

Meiner Meinung nach würden sich allerdings die

Niederlande noch besser zum Vorbild eignen. Denn

dort sind die sozialen Systeme besser aufgestellt,

als in den USA, wo der Staat an bestimmten Stellen

bestimmte Aufgaben nicht übernimmt und das bürgerschaftliche

Engagement deshalb quasi eine Notwendigkeit

ist. In den Niederlanden hat man sowohl

gut funktionierende soziale Strukturen, aber auch

ein gut entwickeltes freiwilliges Engagement. Das ist

wichtig, denn Ehrenamt entsteht ja nicht nur aus einem

Gedanken der Nächstenliebe heraus, sondern

beinhaltet ja immer auch, dass man als Bürger die

Möglichkeit hat, die Gesellschaft mitzugestalten und

Dinge zu ändern.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Was sind die besonderen Herausforderungen

beim Vermitteln von Bürgern in das Ehrenamt?

Müller: Ich achte darauf, was zu dem Menschen,

der sich engagieren möchte, tatsächlich passt. Dabei

spielen seine persönlichen Lebensumstände,

seine Motivationslage und seine Kenntnisse eine

große Rolle. Wobei es nicht immer darauf ankommt,

dass man bestimmte Kenntnisse mitbringt. Vielleicht

ist gerade die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen,

der Wunsch des Interessenten.

Dann kann man dementsprechend eine Einsatzstelle

suchen. Umgekehrt beraten wir natürlich auch die

Einsatzstellen, wie man die Menschen im Ehrenamt

begleitet. Denn – wir haben gerade vom Wandel gesprochen

– man muss heute das Ehrenamt attraktiv

machen. Das soll allerdings nicht heißen, dass das

Ehrenamt nur angenehm und einfach sein soll. Aber

auch anspruchsvolle, fordernde Ehrenämter führt

man lieber aus, wenn der Einsatz wertgeschätzt

wird. Danke sagen! Es ist nicht einfach, was du da

tust, aber du kannst damit so viel bewirken.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Da sprechen Sie einen interessanten

Punkt an: Das Ehrenamt muss gepflegt werden...

Müller: Ich vergleiche das Ehrenamt gerne mit dem

oft zitierten „scheuen Reh“. Man muss behutsam mit

den Menschen umgehen, sonst sind sie verschwunden.

Menschen wollen in dem, was sie tun, gesehen

werden. Jeder Mensch wünscht sich Anerkennung

– dabei muss diese sich nicht als „Nadel im Knopfloch“

präsentieren. Sie kann darin liegen, dass man

einmal deutlich Danke gesagt bekommt. Diese Anerkennung

beinhaltet auch, dass man die Ehrenamtlichen

nicht überfordert, dass man sie da einsetzt,

wo es gut für sie ist. Um das festzustellen, braucht

es einen Austausch. Das heißt, ich muss den Ehrenamtlichen

die Möglichkeit geben, ins Gespräch

mit den Hauptamtlichen zu kommen. Wir bieten den

Ehrenamtlichen die Möglichkeit, sich weiterzubilden

und weiterzuentwickeln. Über die Freiwilligenagentur

kann man die Ehrenamtskarte Rheinland-Pfalz

beantragen, , die landesweit zu ermäßigtem Zutritt

zu den beteiligten Institutionen und Einrichtungen

ermächtigt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Ganz viel Ehrenamt passiert ja

ungesehen: Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich,

manchen ist vielleicht nicht bewusst,

dass sie ehrenamtliche Arbeit leisten. Ich denke an

all diejenigen, die ganz selbstverständlich für den

Nachbarn mit einkaufen gehen oder die Straße für

ihn kehren. Auch das ist ja ehrenamtliche Arbeit.

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34

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

Macht es für solche Menschen, die einfach nur das

„Selbstverständliche“ tun, Sinn, sich mit der Freiwilligenagentur

zu vernetzen? Sind Sie da ein Ansprechpartner?

Müller: Natürlich. Wer den Kontakt zur Freiwilligenagentur

wünscht, ist immer herzlich willkommen.

Auch wenn man kein konkretes Anliegen hat. Gerne

nehme ich Interessierte in unsere Datenbank auf.

Diejenigen, die sich mit uns vernetzen, werden auf

dem Laufenden gehalten, wenn es interessante Weiterbildungsangebote-

oder Entwicklungen gibt. Ich

kann in besonderen Situationen beraten – oder helfen,

ein passendes Ehrenamt zu finden. Manchmal

muss man Freiwillige auch darauf hinweisen, dass

sie sich nicht überfordern dürfen. Da kann man dabei

unterstützen, eine Grenze neu zu ziehen, damit

ein Engagement wieder für beide Seiten erfüllend

ist. Eigentlich sind die Menschen, die hauptamtlich

im Bereich Ehrenamt arbeiten, ein bisschen wie gute

Personalentwickler. Was Freiwilligenkoordinatoren

tun, ist Personalentwicklung auf hohem Niveau und

Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Sonst verabschieden

sich unsere Mitarbeiter – und zwar nicht nur innerlich,

wie es in der Berufswelt häufig der Fall ist.

Denn uns fehlt das Gehaltsargument. Menschen, die

unsere Arbeit unzureichend finden, gehen unzufrieden.

Und das sind Multiplikatoren. Die Koordination

von Freiwilligenarbeit ist schon eine große Aufgabe,

die wir aber in Kaiserslautern (hervorragend) gut

meistern.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie gut ist denn die Vernetzung in

der Stadt Kaiserslautern?

Müller: Kaiserslautern hat eine breite Ehrenamtsstruktur.

Hier gibt es viele Vereine und Möglichkeiten,

sich zu engagieren. Dazu kommt, dass Kaiserslautern

übersichtlich ist. Man kennt sich. Wenn jemand

zu einem Thema etwas nicht weiß, dann kennt man

eine Anlaufstelle, die helfen kann. Es ist toll, mit so

vielen Kollegen und Kolleginnen vernetzt zu sein und

gemeinsam Projekte zu erarbeiten.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Gab es nie Konkurrenzdenken? Hat

nie jemand gesagt: „Wir machen so lange Ehrenamtsarbeit

und jetzt kommt da eine Freiwilligenagentur

und will uns sagen, wie das geht?

Müller: Nein, das ist nicht passiert. Wir wurden ja gegründet,

weil Entscheidungsträger in der Verwaltung,

Politik und auch die soziale Szene in Kaiserslautern

sich das gewünscht haben. Das war ein Agendaprozess

und alle, die daran beteiligt waren, haben das

zu einhundert Prozent mitgetragen. Dazu kommt,

dass ich früh angefangen habe, besondere Projekte

zu organisieren, die die verschiedenen Akteure gemeinsam

verwirklicht haben. Den Markt der Möglichkeiten

zum Beispiel. Ich finde es immer wichtig, dass

man in einem Netzwerk nicht nur redet, sondern tatsächlich

etwas gemeinsam tut.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie sind Sie denn zur Freiwilligenagentur

gekommen?

Müller: Ich war lange Jahre im Bereich der arbeitsweltbezogenen

Sozialarbeit tätig. Dann habe ich

noch einmal studiert und dabei in Teilzeit in der Informations-

und Beratungsstelle für Selbsthilfe in

Mannheim gearbeitet. Und da kam ich sehr eng über

die Selbsthilfe, die ja eine Form des Ehrenamtes ist,

mit diesem Bereich in Berührung. Zum Ende meines

Studiums habe ich dann gelesen, dass man in

Kaiserslautern eine Freiwilligenagentur aufbauen

möchte. Das hat mich interessiert. Es war eine auf

ein Jahr befristete Stelle, aber Befristungen haben

mich noch nie geschreckt. Ich ging also ins Vorstellungsgespräch

und war noch nicht richtig zuhause,

da hat man schon bei mir angerufen. Ich habe mir

aber doch noch ein paar Tage Bedenkzeit ausgebeten

und habe dann zugesagt. Was die Projektierung

angeht, da habe ich einfach immer so gearbeitet, als

würde es diese Befristung nicht geben, habe Projekte

für das kommende Jahr geplant – und so sind aus

der einjährigen Befristung eben zwanzig Jahre geworden.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Sie sitzen sozusagen direkt an der

Quelle des Ehrenamtes, gibt es denn in Ihrem Privatleben

auch ein ehrenamtliches Engagement?

Müller: Ja, gibt es. Im Augenblick engagiere ich mich

aber eher moderat, denn ich beherzige auch selbst

das, was ich allen Ehrenamtlichen dringend rate: Ich

überfordere mich nicht und engagiere mich in einem

Rahmen, der zu meinen Lebensumständen und meiner

Arbeitssituation passt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Frau Müller, wir danken Ihnen für

dieses Gespräch. (md)






DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 39

Angefeindet, schikaniert und ausgegrenzt

Severino Ferreira da Silva über Mobbing am Arbeitsplatz

BÄNNJERRÜCKBOTE: Herr Ferreira da Silva, viele Menschen

fühlen sich am Arbeitsplatz gemobbt. Was

genau versteht man unter Mobbing? Wie kann man

es von einem einfachen Konfl ikt unter Mitarbeitenden

abgrenzen?

Severino Ferreira da Silva: Wenn die Menschen

zu mir kommen und fragen: „Werde ich gemobbt,

oder nicht, muss man klären, ob ein Konfl ikt im

Raum steht, denn der ist oft der Zündstoff für Mobbing.

Es gibt viele verschiedene Facetten, wie ein

solcher Konfl ikt entsteht und welche Dynamiken

daraus entstehen.

Zum Begriff des Mobbings gibt es einige gelungene

Defi nitionen, die sich zum Teil decken und ergänzen.

Eine davon lautet: „Unter Mobbing versteht

man eine negative Handlung, die gegen eine Person

gerichtet ist, und die sehr oft und über einen

längeren Zeitraum hinweg vorkommt.“ Hier möchte

ich vor allem den Fokus auf den Zeitraum legen,

denn dieses Unterscheidungsmerkmal ist besonders

wichtig. Wenn ich einen heftigen Streit mit

einer Kollegin habe, die zwei oder drei Wochen

gemein zu mir ist – und ich vielleicht auch zu ihr,

dann ist das noch kein Mobbing. Denn bei so einem

kurzen Zeitraum kann man noch nicht von Mobbing

sprechen. Es muss auch nicht alles, was über einen

langen Zeitraum stattfi ndet, Mobbing sein.

An anderer Stelle wird Mobbing am Arbeitsplatz als

das systematische Anfeinden, schikanieren, diskriminieren

von Arbeitnehmern untereinander oder

durch Vorgesetzte beschrieben. Andere setzen

dem noch das Belästigen, Drangsalieren, Beleidigen,

Ausgrenzen hinzu. Für mich ist das Ausgrenzen

des Arbeitnehmers aus einem Sozialraum ein

wesentliches Element. Mobbing kann auch beinhalten,

dass ein Arbeitnehmer mit kränkenden Arbeitsaufträgen

bedacht wird. Da ist wichtig zu wissen,

dass nicht jeder Arbeitsauftrag, der Arbeitnehmenden

unangenehm ist, Mobbing darstellt. Hier

kommt es immer auf den Kontext an. Ich schreibe

beispielsweise nicht gerne Protokolle. Für mich

ist das eine Aufgabe, die mir nicht liegt. Aber sie

gehört zu meiner Stellenbeschreibung. Wenn wir

eine Sitzung haben, muss einer von uns Protokoll


40

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

schreiben – und wenn mein Chef mich bittet, diese

Aufgabe zu übernehmen, hat er das Recht dazu.

Das ist kein Mobbing. Es ist normal, dass man in

der Arbeitswelt auch Aufgaben übernehmen muss,

die einem nicht angenehm sind.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wenn er aber wüsste, dass Sie

eine Rechtschreibschwäche haben, ausschließlich

Sie zum Protokollschreiben heranzieht und sich anschließend

noch über Ihre Fehler lustig macht...

Ferreira da Silva: Das ist ein gutes Beispiel. Ja,

das könnte durchaus ein Fall von Mobbing sein.

Aber eines möchte ich an dieser Stelle kurz anmerken:

Die Begriffsbestimmung von Mobbing kann

wichtig sein, insbesondere dann, wenn es um juristische

Fragestellungen geht. Für meine tägliche

Arbeit ist sie nicht ganz so entscheidend. Für mich

ist wichtig, wie es dem Klienten, der zu mir in die

Beratung kommt, in seiner persönlichen Situation

geht. Wir können klären, was es für einen Konflikt

gibt, welche Dynamiken er angenommen hat und

dann sehen, wie wir damit umgehen.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Gibt es ein typisches Muster für

den Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz?

Ferreira da Silva: Ja. Man spricht von fünf Phasen:

Die erste Phase ist ein ungelöster Konflikt. Diese

Phase kann lange dauern. Die Menschen denken,

wenn sie nicht hinschauen, nicht hinhören, nichts

sagen, dann löst sich der Konflikt von selbst. Das

ist schwierig. Ungelöste Konflikte kommen in der

Arbeitswelt häufig vor. Das Wort „Konflikt“ kommt

aus dem Lateinischen und bedeutet „zusammenstoßen,

aufeinandertreffen“. Jemand hat eine bestimmte

Vorstellung in einer bestimmten Sache und

ein anderer meint das Gegenteil. Wenn ich in einer

solchen Situation nur meine Sichtweise als richtig

erachte, kann das schwierig werden. Ich habe vielleicht

Recht, aber ich muss auch darauf achten, wie

ich in meiner Arbeitswelt meine Meinung präsentiere.

Wenn ich in der Handlungsweise meines Kollegen

etwas sehe, was mir nicht passt, muss ich die

Frage klären, ob ich meine Meinung mitteilen muss.

Gibt es da einen Auftrag? Wenn ja, ist die Frage:

Wie kommuniziere ich sie? Es könnte sein, dass

etwas passiert ist, was – neudeutsch gesagt – ein

absolutes No Go ist. Etwas, das wirklich nicht geht.

Ich erkenne die Notwendigkeit, meine Meinung zu

sagen. Dann kann ich aber die Botschaft in unterschiedlicher

Weise senden. Wobei ich es letztlich

nicht in der Hand habe, wie mein Gegenüber die

von mir gesendete Botschaft aufnimmt. Wenn ich in

einer wertschätzenden und sachlichen Form sende,

ist die Chance natürlich höher, dass es sachlich

aufgenommen wird und kein Konflikt entsteht.

In der zweiten Phase verdichten sich die Feindlichkeiten.

Sie entwickeln eine Systematik. Stellen Sie

sich vor, ein Team geht über viele Jahre hinweg gemeinsam

in die Mittagspause. Jetzt wird einer Kollegin

ein Fehler vorgeworfen. Nichts Schlimmes,

aber es entsteht ein Konflikt daraus. Die Phase 1

war nicht so dramatisch, der Konflikt wurde nicht

offen geführt, es gab nur kleine Feindseligkeiten.

Irgendwann jedoch verabreden sich die Kollegen

zur Mittagspause einfach eine Viertelstunde früher,

ohne die betroffene Kollegin zu informieren. Diese

geht wie immer um 12 Uhr in die Pause, da sind

die anderen damit bereits fertig. Am nächsten Tag

geht der Rest des Teams erst um 12.30 Uhr in die

Pause, die betroffene Kollegin ist also wieder ausgeschlossen.

Mit der kontinuierlichen Verschiebung

wird sie ausgegrenzt. Dazu kommt das Gerede: Andere

Kollegen außerhalb des Teams fragen nach

der Kollegin. „Wo ist sie denn? Macht sie nicht mehr

mit euch Pause?“ „Ja haben Sie denn nicht mitbekommen,

was die gemacht hat? Mit ihr wollen wir

nicht mehr essen...“ Das Ganze zieht weitere Kreise.

Häufig kommen auch Grenzüberschreitungen vor.

Die Mobbenden zeigen Handlungsweisen, die wirklich

nicht akzeptabel sind. Da klingelt beispielsweise

ein Vorgesetzter unangemeldet an der Tür

seines krankgeschriebenen Mitarbeiters. „Ich war

gerade in der Gegend und wollte gute Besserung

wünschen...“ Das ist eine absolute Grenzüberschreitung.

Eine Kontrolle. Das geht nicht. Kommt

aber immer wieder vor.

Ein Klassiker ist folgendes: Man befindet sich in einem

Meeting mit einem Chef, der plötzlich losbrüllt.

Das geht nicht. Wir leben in einem Land, das weit

entwickelt ist. Wo man sich gesittet verhält. Also

kann man auch von einem Vorgesetzten eine angemessene

Gesprächskultur erwarten, in der Respekt

im Vordergrund steht. Manche meiner Klienten sind

dann ganz überrascht, wenn ich ihnen sage, dass

sie sich wehren sollen. „Ja, darf ich das denn?“ Natürlich!

Auch hier spielt die Form der Kommunikation

eine große Rolle. Aber ich darf zumindest einmal

fragen, warum der Chef so laut spricht. „Warum

schreien Sie denn so?“ „Warum regen Sie sich so

auf?“ „Sie kommen mir so laut vor.“ Das geht. Man

darf dem anderen sein Verhalten spiegeln. Am besten

ist, man bleibt in der Deeskalation. Aber wenn

es sein muss, dann kann man auch einmal deutlicher

werden.

In Phase 3 folgt der Rückzug und die Isolation. Im

gerade beschriebenen Beispiel könnte es sein,

dass die Kollegin am Mittag in ihrem Büro bleibt


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 41

und alleine isst. Sie zieht sich zurück und gerät in

die soziale Isolation.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Kann es passieren, dass die Kollegen

diesen Rückzug der betroffenen Person zum

Vorwurf machen?

Ferreira da Silva: Ja. Das ist der Fall. Was ebenfalls

oft passiert, ist eine Diskreditierung. Da füllt ein

Mensch eine bestimmte Position aus und plötzlich

spricht man ihm die Kompetenz ab. Es heißt, es

werden zu viele Fehler gemacht. Solche Aussagen

werden dann in der Arbeitsumgebung weitererzählt...

Das ist fatal.

In Phase 4 gibt es arbeitsrechtliche Sanktionen.

Die Situation der Betroffenen am Arbeitsplatz wird

auffällig und der reguläre Arbeitsablauf wird empfindlich

gestört. Das ist der Moment, wo sich dieser

ganze Druck, das Gemobbt-Sein, das Isoliert-Sein,

auswirkt. Wir sind soziale Wesen. Der Mensch ist

von Natur aus nicht dafür gemacht, isoliert zu sein.

Das geht nicht spurlos an einem vorbei. In unserer

Gesellschaft spielt die Arbeit eine große Rolle. Manche

Menschen definieren ihr Ich über die Arbeit.

Wer dann auch noch ein besonders hohes Harmoniebedürfnis

besitzt, wird krank. Das kann von einfachen

körperlichen Beschwerden bis hin zur Depression

führen. Das stört den Arbeitsprozess. Wer

aufgrund einer solchen Situation krankgeschrieben

wird, ist meist nicht in drei Wochen wieder auf dem

Damm. Was in dieser Zeit an Arbeit auflaufen kann,

ist erheblich. Sagen wir mal, jemand arbeitet in einer

Verwaltung und ist für die Bearbeitung von Anträgen

zuständig. Werden diese nicht verarbeitet,

werden die Kunden sich beschweren... Dann wird

der große Stapel an eine Mitarbeitende weitergegeben,

die selbst schon ein hohes Arbeitsaufkommen

hat. Das verursacht Stress. Und dann wird im

Kollegium wohl in den seltensten Fällen gesehen,

dass das Mobbing an der Situation schuld ist. Nein,

auch da wird meist die Schuld bei den Betroffenen

gesucht: „Der macht schon wieder krank, und wir

müssen seine Arbeit machen.“ Es ist ein unglaublich

schwieriger Prozess, wenn man so etwas rückgängig

machen möchte.

Es folgt die finale fünfte Phase: Der Ausschluss aus

der Arbeitswelt. Die Betroffenen werden langfristig

krankgeschrieben, gehen in Frührente, werden gekündigt

oder abgefunden.

Berät bei der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung

und Gesellschaft Menschen, die am Arbeitsplatz

Konflikte oder gar Mobbing erleben: Severino Ferreira

da Silva. Foto: Ev. Arbeitsstelle Bildung und

Gesellschaft

BÄNNJERRÜCKBOTE: Gibt es Menschen, die tendenziell

eher zum Opfer von Mobbing werden?

Ferreira da Silva: Naja. Es liegt auf der Hand,

dass jemand, der seine Grenzen nicht genau definiert

und aufzeigt, der ein hohes Harmoniebedürfnis

hat, zum Opfer werden könnte. Das gilt

auch für Menschen, die nicht klar kommunizieren

können. Wird man mit einer nicht berechtigten Kritik

konfrontiert, dann müsste man das normalerweise

direkt klären. Jemand mit einem erhöhten

Harmoniebedürfnis möchte aber vielleicht nicht in

die Konfrontation gehen. Es könnte sein, dass seine

Untätigkeit in diesem Bereich für eine Zustimmung

gehalten wird. Aber ich möchte nicht gerne

in diese Richtung weitergehen. Denn es gibt viele

andere Faktoren, die Mobbing begünstigen und es

wäre falsch, die Ursache primär beim Betroffenen

zu suchen. Es kann sein, dass all diese Merkmale

bei einem Mensch vorhanden sind, er aber ein

ganzes Arbeitsleben lang von Mobbing verschont

bleibt, weil die Menschen in seinem Arbeitsumfeld

kein Mobbing betreiben. Vielleicht ist die Arbeitsumgebung

so strukturiert, dass sie ein Mobbing nicht

zulässt. Wenn ich in einer Arbeitsumgebung bin, in

der Konflikte klar benannt und gelöst werden, werde

ich nicht zum Opfer. Es gibt Unternehmen, bei


42

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

denen Prävention großgeschrieben wird. Vielleicht

wissen diese Unternehmen, dass sie mehr Probleme

zu lösen haben, als andere. Vielleicht weil sie

ein schwieriges Klientel haben. Vielleicht weil das

Arbeitsaufkommen und die Stressbelastung hoch

ist. Wenn der Unternehmensleitung klar ist, dass

da ein hohes Konfliktpotenzial vorhanden ist, sollte

sie präventiv tätig werden. Man muss sich klar machen:

In einem guten gesunden Setting kann Mobbing

nicht auftreten und Mitarbeitende müssen Kritik

nicht fürchten. Wenn mir in so einem Setting ein

Kollege oder eine Kollegin einen Fehler aufzeigt,

kann ich mich dafür bedanken. Denn das hilft mir,

meine Arbeit noch besser zu machen. In so einem

Umfeld kann ich auf dem Sachohr hören. So entsteht

aus Kritik kein Mobbing. Dazu habe ich noch

ein Beispiel. Frau Müller hat ihren Urlaubsantrag

vergessen abzugeben. Nun geht Mitarbeiterin A zu

Mitarbeiterin B und erzählt ihr das: „Stell Dir vor,

Frau Müller hat ihren Urlaubsantrag nicht eingereicht.“

Wenn jetzt Mitarbeiterin B gelassen reagiert

und sagt: „Ach, hoffentlich hat sie ihren Urlaub noch

bewilligt bekommen, sie hat ihn doch wirklich verdient“,

oder einfach sagt: „Oh, ich habe so viel zu

tun, Frau Müllers Urlaubsantrag ist für mich gerade

kein Thema, das ist wirklich ihr eigenes Pech“, ist

das Thema »Frau Müller« hier zu Ende. Sagt Kollegin

B aber: „Ach wirklich! Wusstest du, dass sie bei

mir vor zwei Wochen ihren Stempel vergessen hat

und ich 20 Meter über den Flur gehen musste, um

ihn zu ihr zurückzubringen“, dann geht es weiter.

Die Nächste sagt „Wusstest Du, dass Frau Müller

ihren Urlaubsantrag nicht eingereicht hat, und ihren

Stempel hat sie auch vergessen...“, geht die

Nachrede weiter. Beenden könnte das ein Vorgesetzter

auf einfache Weise, wenn er das Gespräch

mit Frau A sucht und sagt: „Ich finde es gut, dass

Sie so gewissenhaft arbeiten, dass sie Missstände

sehen, aber wissen Sie, Sie müssen sich nicht

so sorgen, wenn jemand die Urlaubsanträge nicht

abgegeben hat, das kann ich im Nachhinein noch

machen, wenn es ausnahmsweise vorkommt.“ So

zeigt der oder die Vorgesetzte, dass gesehen wird,

dass manche Mitarbeitende das Bedürfnis haben,

dass alles ordentlich gemacht wird. Dieses Bedürfnis

wird respektiert, das Verhalten der Leitungsperson

lässt aber die Nachrede nicht zu. Damit wäre

der „Flurfunk“ locker und lässig beendet.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Ich hätte Sie gerne gefragt, wie

man seine Kinder so erziehen kann, dass sie nicht

zum Opfer werden. Jetzt würde ich lieber fragen,

wie man darauf hinwirkt, dass sie nicht zu Mobbenden

werden...

Ferreira da Silva (lacht): Das ist jetzt ein großer

Sprung, von der Arbeitswelt zur Erziehungswelt...

Ich bin der Meinung, dass man den Menschen bewusst

machen kann, was Mobbing mit einem Menschen

macht. Mobbing macht krank. Das wäre so

etwas, was man vermitteln kann. Im persönlichen

Bereich. Im betriebswirtschaftlichen Bereich kann

man Vorgesetzten klar machen, dass Mobbing eine

Menge Geld kostet. Sehr viel Geld. Gerade heute

habe ich eine ganze Stunde in einer Runde mit fünf

Fachkräften wegen eines Mobbingfalls zusammengesessen.

Das kann sich jeder ausmalen, welche

Kosten diesem Betrieb alleine in dieser einen Stunde

entstanden sind.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wie kann ich mich gegen Mobbing

wehren und was sollte man nicht tun?

Ferreira da Silva: Ich fange damit an, was man

nicht tun sollte: Man sollte nicht nichts tun. Man

sollte so schnell wie möglich Hilfe holen. Das fällt

Frauen oft leichter, wie in vielen anderen Bereichen

auch. Männer warten häufig, bis die Situation eskaliert

ist. Wenn man bemerkt, dass es einen Konflikt

gibt, den man selbst nicht lösen kann, dann sollte

man direkt aktiv werden. Je schneller, desto besser.

Es gibt viele Instrumente, die viel zu oft ungenutzt

liegenbleiben. Da gibt es Beratungsstellen, es

gibt einen Betriebs- oder Personalrat, eine Gleichstellungsbeauftragte,

Psychotherapeuten, Ärzte,

es gibt in großen Unternehmen Mitarbeitende, die

Präventionsaufgaben übernehmen. Es gibt in manchen

Unternehmen Sozialarbeiter. Es gibt viele

Menschen, die einem helfen können. Aber es gibt

keine Pauschalantwort, was man gegen Mobbing

unternehmen kann. Wenn man Mehl, Milch, Eier

und Zucker zusammenrührt und in den Ofen stellt,

wird ein Kuchen daraus. In der menschlichen Zusammenarbeit

ist das leider nicht so. Es gibt keine

Pauschalantwort, es ist vom Team abhängig.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Arbeitgebende müssen aufgrund

ihrer Fürsorgepflicht gegen Mobbing vorgehen. Andererseits

hört man, man solle möglichst das Wort

„Mobbing“ in der Kommunikation mit den Arbeitgebenden

vermeiden, und lieber von einem eskalierenden

Konflikt sprechen. Ist das richtig?

Ferreira da Silva (lacht): Naja – richtig ist es nicht,

Dinge nicht beim Namen zu nennen. Aber man

muss wissen, dass Mobbing abschreckt. Niemand

möchte mit Mobbing etwas zu tun haben. Man will

kein Mobbing in seiner Abteilung, in seiner Firma...

Damit will niemand etwas zu tun haben. Ich würde

daher tatsächlich in der Kommunikation mit Arbeitgebenden

eher von einem Konflikt sprechen. Ein


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 43

Konflikt ist lösbar. Da bleibt die Tür auf. Mobbing

schreckt ab, und leider wird dann oft zu dem falschen

Werkzeug, dem Negieren, gegriffen. Das ist

seltsam. Wenn jemand zum Firmenchef kommt und

einen Brand meldet, dann würde die Firmenleitung

doch nicht erst abwarten wollen, weil es ja vielleicht

gar nicht so richtig brennt. Sie würde nicht sagen,

dass es doch bestimmt nicht so schlimm ist, oder

erst einmal jemanden hinschicken, um zu schauen,

was da los ist... Nein, wenn es in einem Unternehmensgebäude

brennt, gibt es einen genau

festgelegten Ablauf. Dann ruft man die Feuerwehr

und versucht, mit Fachleuten die Sache zu lösen.

Man fragt nicht „Sind sie sicher, vielleicht ist es

doch nicht so schlimm...“. Arbeitgebende haben

eine Fürsorgepflicht für die Mitarbeitenden. Wenn

Mitarbeitende von Mobbing sprechen, dann sollten

Arbeitgebende das tatsächlich genauso ernst nehmen,

als würde ihm gemeldet, dass es brennt.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Was ist, wenn das Mobbing in der

Vergangenheit geschehen ist und Betroffene in der

Gegenwart noch an den Folgen leiden? Welche

Möglichkeiten gibt es, das aufzuarbeiten?

Ferreira da Silva: Wenn die Mobbingerfahrung

eine Narbe in der Seele hinterlassen hat und das

Erlebte das tägliche Leben noch beeinflusst, man

Beklemmungen verspürt, unter Ängsten leidet oder

sich in einem anderen sozialen Setting nicht frei bewegen

kann, dann sollte man versuchen, das mit

professioneller Begleitung aufzuarbeiten.

Man kann sich bei der Hausarztpraxis melden, wonach

oft der Verweis zu einem Psychotherapeuten

oder zu einer Psychotherapeutin erfolgt oder sich

direkt an eine Beratungsstelle wie bei uns bei der

Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft

wenden, wo die Beratenden in Coaching,

Organisationsentwicklung und Supervision geschult

sind und die Schweigepflicht sowie den Datenschutz

wahren.

BÄNNJERRÜCKBOTE: Wenn sich jemand an Sie wenden

möchte, wie lange muss man auf einen Termin warten,

und mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Ferreira da Silva: Für individuelle Beratung berechnen

wir 30 Euro. Und für diese Aufwandsentschädigung

kann man bis zu sechs Beratungen wahrnehmen.

Wir haben den Preis so niedrigschwellig

angesetzt, dass sich jeder das leisten kann. Man

kann uns anrufen oder eine E-Mail schreiben. In

der Regel erhalten die Leute schnell einen Termin.

Nach einem ersten Gespräch wird geschaut, wie

wir weiter vorgehen und die Betroffenen unterstützen

können.

Die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft

erreichen Sie unter der Telefonnummer 0631

3642-131 oder per E-Mail unter

beratungsarbeit@evkirchepfalz.de.

Unter https://www.evangelische-arbeitsstelle.de

findet man weitere Informationen sowie einen ausführlichen

Flyer zum Thema. (md)

Der Bürgerverein Bännjerrück/Karl-Pfaff-Siedlung

e.V. veranstaltet im Spätsommer einen

Online-Workshop zum Thema Mobbing. Für

die Teilnehmenden ist er kostenlos. Bei diesem

Workshop wird Severino Ferreira da Silva

ausführlich zum Thema Mobbing und Konflikte

am Arbeitsplatz sprechen und auf Wunsch auf

konkrete Fragen der Teilnehmenden eingehen.

Darüberhinaus wird es für Betroffene auch die

Möglichkeit geben, sich untereinander auszutauschen.

Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt,

eine Voranmeldung ist nötig.

Bei Interesse kontaktieren Sie den Bürgerverein

bitte per Telefon unter der Nummer 0631

34359478 oder per E-Mail unter der Adresse

buergerverein@baennjerrueck.de.


44

DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

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Mit kreativen Rezepten Lebensmittel retten

Brot und Backwaren haben eine zweite Chance verdient – sagen die „Brothelden“

Foto: pm/Brothelden

Brot zählt defi nitiv zu den beliebtesten Lebensmitteln

in Deutschland: Im Handel gibt es über 300

verschiedene Brotsorten und im Schnitt isst jeder

Haushalt rund 62 kg Brot und Backwaren pro Jahr.

Die Bedeutung der deutschen Brotkultur wird auch

durch die Anerkennung der UNESCO als immaterielles

Kulturerbe verdeutlicht. Jedoch zählt Brot

auch zu den Lebensmitteln, die mit 14 Prozent einen

großen Anteil der Lebensmittelabfälle in Privathaushalten

bilden.

Doch welche Alternativen zur Mülltonne gibt es

noch, falls das Brot etwas länger in der Brotkiste

lag und mittlerweile hart geworden ist?

Das wohl bekannteste Rezept mit altbackenem

Brot lautet “armer Ritter“ - aber darüber hinaus gibt

es noch eine Vielzahl an kreativen Rezepten, um

Brot vor der Mülltonne zu bewahren…

Brotpommes

- altbackenes Weiß-/Mischbrot

- 150 ml Pfl anzenöl, 3-5 TL Chili-/Currypulver, Rosmarin,

Salz, Pfeffer

- optional 200 bis 250 ml (Pfl anzen-)Milch (so werden

sie außen knusprig, und bleiben innen weich)

• Brot in Streifen schneiden, Öl und Gewürze vermischen

• Brotstreifen in Marinade tauchen und auf ein

Backblech legen

• optional: Brotstreifen kurz in Milch tunken, auf ein

Blech legen und mit Marinade beträufeln

• im vorgeheizten Backofen (180 °C Umluft) 8 bis

10 Minuten (Option mit Milch: 30 Minuten) kross

backen

Brotchips

- altbackene Brezeln (alternativ anderes Brot)

- 1 EL Sonnenblumenöl, Salz, Gewürze (Curry,

Knoblauchpulver, oder ähnliches.)

• Brezeln in dünne Scheibchen schneiden und gut

mit Öl vermengen

• mit Salz & Gewürzen mischen

• 100 °C Umluft 30 Minuten knusprig backen

Überbackenes Brot

- 4 Scheiben altbackenes Brot

- Käsescheiben, Schinken

- 2 kleine Tomaten, 1 kleine Zucchini, 1 EL Kräuter,

½ Zwiebel, 2 EL Frischkäse

• Zutaten fein würfeln/hacken

• mit Frischkäse, Salz und Pfeffer vermengen

• Masse auf Brotscheiben verteilen

• 180 °C goldbraun backen

Croûtons

- 3 Scheiben altbackenes Brot (oder Brötchen)

- 4-6 EL Olivenöl (oder Rapsöl, Sonnenblumenöl)

- Salz, Pfeffer, 2 bis 3 TL Gewürze (Knoblauch-/Paprikapulver,

Rosmarin, Thymian)


DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 45

• Brot in Würfel schneiden

• Öl, Gewürze und Kräuter in eine Schüssel geben

und mit den Brotwürfeln vermischen

• bei mittlerer Hitze in einer Pfanne rösten

• alternativ: bei 160 °C (Umluft) 5 bis 8 Minuten

kross backen

Brotbällchen (16 bis 20 Stück)

- 300 g altbackenes Brot (= 4 Brötchen oder ½ Brot)

- 400 ml Pflanzenmilch

- 1 Zwiebel, 1 bis 2 Knoblauchzehen, Kräuter (zum

Beispiel Petersilie, Schnittlauch)

- 1 bis 2 TL Gewürze (zum Beispiel Paprika, Kümmel,

Cayennepfeffer)

- Salz, Pfeffer, Pflanzenöl

- optional 2 EL Bindemittel

• Brot in Stücke schneiden, mit Milch bedeckt 5 bis

10 Minuten ziehen lassen

• eingeweichtes Brot ausdrücken

• Zwiebel und Knoblauch in feine Würfel schneiden,

Kräuter hacken und alles mit Gewürzen vermischen

• zu einer gut gebundenen Masse kneten (optional

Bindemittel hinzugeben)

• Hände anfeuchten und Bällchen formen

• Bällchen in Auflaufform im vorgeheizten Backofen

bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) 20 bis 25 Minuten backen

• optional mit Dips servieren (Salsa, Guacamole)

Süßer Brotauflauf

- 350 g altbackenes Brot

- 2 Eier, 400 ml (Pflanzen-)Milch, 50 g Zucker

- 200 g Obst, Zimt

• Brot in kleine Würfel schneiden (2 Zentimeter) und

in Auflaufform geben

• Obst dazugeben

• restliche Zutaten zu einer Masse rühren und Brot-

Obst-Schicht damit übergießen

• 10 Min. ziehen lassen, bei 180 °C rund 40 Minuten

backen

Kekse aus Brot (10 Stück)

- 160 g altbackenes Brot

- 100 g Mehl, 100 g Zucker, 100 g Butter, 1 Ei

- 1 TL Backpulver, Prise Salz,

- 150 Schokolade, ein paar Haselnüsse

• Brot im Mixer fein häckseln, Schokolade und Haselnüsse

grob hacken

• Brotpulver mit Mehl, Backpulver und Salz vermengen

• Butter, Zucker und Ei schaumig schlagen

• trockene Zutaten hinzufügen und zu einem Teig

vermengen

• Schokolade und Haselnüsse unterheben

• Teig mit Esslöffel in 10 gleiche Teile teilen und

leicht rollen

• auf einem Backblech mit Abstand zueinander platzieren

• im vorgeheizten Backofen 8 bis 10 Minuten bei

180 °C goldbraun backen

Knuspermüsli

- 500 g altbackenes Brot (Roggenbrot/Vollkornbrot

mit Körnern)

- 80 bis 100 g brauner Zucker

- Prise Salz, optional Zimt, Vanille

• Brot grob in Würfel schneiden

• mit anderen Zutaten in einen Mixer geben und

zerkleinern

• im vorgeheizten Backofen bei 170 °C (Umluft) 10

bis 15 Minuten backen

• gelegentlich wenden, nicht zu dunkel backen

• mit Joghurt genießbar oder zum Müsli dazugeben

• luftdicht mehrere Wochen haltbar

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und

natürlich guten Appetit!

Weitere leckere Rezepte finden Sie auf folgenden

Seiten:

www.smarticular.net

www.toogoodtogo.de (pm)


46 DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021 9

Er hat das Leben und die Menschen geliebt

Der Bännjerrückbote trauert um Kaiserslauterns Ehrenbürger Norbert Thines

Am 07. Juni 2021 ist Norbert Thines im Alter von

80 Jahren verstorben. Mit ihm verliert unsere

Stadt eine herausragende Persönlichkeit, deren

Lebenswerk hauptsächlich von zwei starken Säulen

dominiert war. Sein unbändiges soziales Engagement

und seine prägende Tätigkeit für den 1.FC

Kaiserslautern.

Thines wurde während seines einsatzreichen Lebens

mit unzähligen Ehrungen und Titeln gewürdigt,

obwohl formelle Auszeichnungen für ihn nie

wichtig waren. Er war Träger des Stadtsiegels, der

Goldenen Stadtplakette und des Ehrenrings der

Stadt Kaiserslautern sowie des Verdienstordens

des Landes Rheinland­Pfalz und des Bundesverdienstkreuzes

am Bande. 2015 erhielt Thines

auch die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt

Kaiserslautern.

Auch sein Herzensverein zeichnete Thines für seine

jahrzehntelange, meist ehrenamtliche, Tätigkeit

mit dem Goldenen Ehrenring aus und ernannte

ihn im Dezember 2017 zum Ehrenpräsidenten des

1.FC Kaiserslautern.

Das Lautrer Urgestein hat den pfälzischen Verein

geprägt wie kein Zweiter und ihn zu einer großen

FCK­Familie geformt. Thines war von 1977 bis

1984 Geschäftsführer, ab 1985 Vizepräsident und

ab 1988 ehrenamtlicher Präsident des Vereins.

Während seiner Amtszeit gewann der damalige

Bundesligist 1990 und 1996 den DFB­Pokal und

wurde 1991 völlig überraschend Deutscher Fußballmeister.

Nach dem unglücklichen Abstieg des

Vereins in die zweite Fußball­Bundesliga 1996 trat

er nach ungerechtfertigten und beleidigenden Anfeindungen

enttäuscht von seinem Präsidentenamt

zurück.

Noch mehr als sein Einsatz für den pfälzischen

Traditionsclub bleibt sicherlich sein beispielhaftes

soziales Engagement bei seinen Mitmenschen in

Erinnerung. Geprägt von seinem christlichen

Glauben und danach zu handeln, war es ihm zeitlebens

ein Anliegen, der Gesellschaft etwas zurückgeben

von dem Glück, das er in seinem

Leben erfahren hat. Anderen zu helfen war für ihn

stets ein inneres Bedürfnis.

Die Sammlung von Hilfsgütern und die Organisation

von humanitären Hilfskonvois nach Osteuropa und

dem Balkan, seine Tätigkeit in der Pfarrei der St.

Marienkirche und bei der Kolping­Familie Kaiserslautern,

deren Ehrenvorsitzender er ist, sind nur

einige seiner vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten

und Hilfsprojekte, die er leidenschaftlich ausübte.

Norbert Thines (re.) mit OB Weichel bei der Verleihung der

Ehrenbürgerwürde

Unvergessen bleibt auch sein langjähriger Einsatz

für den von ihm mitgegründeten Verein "Alt­Arm­

Allein". Das Hilfsprojekt kann dank zahlreicher erfolgreicher

Spendenaktionen bis heute bei vielen

bedürftigen und alten Menschen die Folgen von

Altersarmut etwas lindern.

Bescheidenheit, Menschlichkeit, Bodenständigkeit,

Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Herzlichkeit

sind nur einige Eigenschaften, die auf ihn zutrafen

und die er täglich vorgelebt hat. Seine herzliche

und offene Art hat alle, die ihn kannten, sehr

schnell in seinen Bann gezogen. Er hat das Leben

und die Menschen geliebt. Norbert Thines war die

gute Seele von Kaiserslautern. Unsere Gedanken

sind bei ihm und seiner Familie.

„Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen

kann, steht im Herzen der Mitmenschen"

(Zitat von Albert Schweitzer)

Trauerfeier Norbert Thines 16. Juni 2021

Fotos: Stadt Kaiserslautern / View­die Agentur / Text: rmg


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DER BÄNNJERRÜCKBOTE – Ausgabe 52 – Juni 2021

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Geschäftsstelle der Bau AG

seit 7. Juni 2021 wieder geöffnet

Die Geschäftsstelle der Bau AG Kaiserslautern

in der Fischerstraße 25, 67655 Kaiserslautern,

ist seit dem 7. Juni 2021 wieder

geöffnet. Aufgrund der noch anhaltenden

Pandemie kann die Geschäftsstelle bis auf

weiteres jedoch nur nach vorheriger Terminvereinbarung

betreten werden. Eine Terminvereinbarung

ist unter der Telefonnummer

0631 36 40­0 oder mit dem jeweiligen Kundenbetreuer/

Mitarbeiter möglich. Zum eigenen

Schutz und zum Schutz der Mitarbeiter

sind beim Betreten der Geschäftsstelle die aktuell

geltenden Hygienevorschriften einzuhalten.

Bei auftretenden Krankheitssymptomen ist das

Betreten der Geschäftsstelle nicht möglich und

ein Ersatztermin ist zu vereinbaren.

Trotz der Wiedereröffnung der Geschäftsstelle

soll ein persönlicher Termin nur dann

vereinbart werden, wenn dies dringend notwendig

ist. Ansonsten stehen die Kundenbetreuer/

Mitarbeiter der Bau AG Kaiserslautern

weiterhin telefonisch und per E­Mail zur Verfügung.

(pm)

Schillerschule

Schillerschule


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