ocean7 5/2021

Ocean7

Ein Leben voller Schiffe. Franz Scheriau und sein Weg vom Hochseekapitän auf allen Weltmeeren zum Betreiber des Schiffmuseum Vienna an der Donau.
Ein Mekka für Yachties. Biograd – Publikumsmagnet für Wassersportler abseits der klassischen touristischen Hotspots Kroatiens.
Herbstmessen. Was Cannes, Genua, Biograd und die 60. Auflage der Interboot in Friedrichshafen 2021 können.
E-delboote. Fast die Hälfte der von Frauscher ausgelieferten Boote sind emissionsfreie Elektroboote – Tendenz steigend.
Elektrisierend. Die slowenische Alfastreet 23 Cabin Evo, ein (auch preislich) attraktiver Daycruiser mit bis zu 30 kW, im Test beim Österreich-Händler Mittendorfer auf dem Attersee.
Outboard. Mit der neuen Vida 33 hat Bavaria Yachts nun auch den Sprung in das Segment der Außenborder gewagt.
Alles bleibt anders. Mit der neuen Sunbeam 32.1 stellte die österreichische Traditionswerft am Mattsee so ziemlich alles auf den Kopf. Gut so, wie ein Blick aufs Boot und in die Auftragsbücher zeigt.

YACHTING, REISEN UND MEER

5/2021 September/Oktober

www.ocean7.at

SHIP AHOY!

Vom Hochseekapitän auf allen Weltmeeren zum Betreiber des

SCHIFFMUSEUM VIENNA an der Donau: Die Abenteuer des

Franz Scheriau, der in Österreich (k)einen Hafen gefunden hat.

NAUTIKMESSEN

Lust auf

Meer

Die großen In-Water-

Shows im Herbst.

BAVARIA VIDA 33

Die Welt von

außen

Der erste Outboarder

aus Giebelstadt.

SUNBEAM 32.1

Alles bleibt

anders

Vorhang auf

am Mattsee.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ


23.

BIOGRAD

BOAT SHOW

20.-24.10.2021.

Marina Kornati

Biograd, Kroatien.

Die In-Water-Show

in Zentraleuropa!


Editorial

Schöne neue Welt

Sachte und mit bedachten Schritten kehren wir zur Normalität zurück. Die Uhren können wir zwar nicht zurückdrehen,

aber jedem Anfang wohnt ja nach Hermann Hesse auch ein Zauber inne. So lassen wir uns verzaubern

von neuen Wassersportwelten, Schiffsausstellungen und Yachtideen, auf die wir in diesem Herbst zusteuern.

FOTO: HARRI SKRACH

Auf der ersten Interboot

in Friedrichshafen vor

60 Jahren (1962).

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

Aufgeben war keine Option,

also hatten es die Veranstalter

der Interboot mit großem

Aufwand (Hygiene, Sicherheit

etc.) geschafft, auch 2020 die Tore

ihrer Messehallen in Friedrichshafen

zu öffnen.

Freilich nur in ab gespeckter Version,

aber siehe da: „Wie zu erwarten

kamen zwar weniger Besucher,

die aber waren sehr fachkundig

und kaufkräftig, zusätzlich freuen

wir uns auch über viele Kunden

aus den Nachbarländern Österreich

und der Schweiz“, wird ein

Aussteller im Abschlussbericht

2020 zitiert. Heuer feiert die Interboot

ihre 60. Auflage. Wohl nicht

als Massen event, aber das war sie ja

1962 auch nicht – und so besinnt

man sich der alten Werte: Weniger

ist mehr! Die wichtigsten Messen

im Überblick dürfen wir Ihnen ab

Seite 26 präsentieren.

Wir wechseln thematisch von

der Messe- in die Museumswelt

und geografisch von Friedrichshafen

in die Freudenau nach Wien.

Hier hat Hochseekapitän Franz

Scheriau die Früchte seines Lebens

zusammengetragen, fest am Donauufer

vertäut und unter dem

Namen „Schiffmuseum Vienna“

der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ob k. u. k. Dampfschiff

mit Geheimkabine, Eisbrecher

oder schwimmender Zollponton

zur Zeit des Eisernen Vorhangs –

jedes einzelne Schiff hat eine mindestens

ebenso spannende Geschichte

wie der Erzähler selbst,

der wohl als einziger Österreicher

mit Meldezettel auf dem Wasser

lebt. Nicht gerne redet der Kapitän,

dessen Karriere als DDSG-Schiffsjunge

auf der Donau begann, darüber,

wie es um die Zukunft steht,

denn der Wiener Magistrat will

den Vertrag nicht verlängern: „Plan

B habe ich keinen. Dann muss ich

eben unter der Brücke schlafen.“

Lesen Sie die Geschichte dieses

außergewöhnlichen Schiffsliebhabers

(ab Seite 18), mit der wir

Sie hoffentlich inspirieren können,

das Schiffmuseum Vienna selbst zu

besuchen und auf diesem Weg zur

Bewahrung dieses austro-nautischen

Kulturerbes beizu tragen.

Die schöne neue Welt der modernen

Motor- und Elektroyachten

wollen wir Ihnen natürlich auch

nicht vorenthalten und weil Themenschwerpunkt,

haben wir sie

in dieser Ausgabe breit gestreut.

Diese ist übrigens die dritte,

die unsere Abonnenten ohne

Plastik-Schutzhülle in Händen

halten. Danke, dass Sie als treue

Leser den Verzicht zugunsten unserer

Umwelt ohne einen einzigen

Protest mitgetragen haben!

FOTO: INTERBOOT FRIEDRICHSHAFEN

„ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und

der uns hilft, zu leben.“ Hermann Hesse (1877–1962), deutsch-schweizerischer Schriftsteller. Quelle: Stufen, Gedicht.

5/2021 3


BESUCHEN

SIE DIE

BAVARIA C38 & C42

IN CANNES!

SAIL 201

Passion made

BAVARIA

C38

BAVARIA C38 BAVARIA C42 BAVARIA C45

BAVARIA C50 BAVARIA C57

bavariayachts.com


Cartoon

Davon ...

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

... stand nichts im Wetterbericht.

5/2021 5


Inhalt 5/2021

ZUM BADEN GEBOREN. Mit der TimeSquare 20 gibt Frauscher 54bei den Elektrobooten so richtig Strom, aber nicht nur …

FOTOS: FRAUSCHER, GÜNTER PACHSCHWÖLL, ALFASTREET

70

SUNBEAM 32.1. Neue Generation am Steuer, neuer Zugang zum Segeln, neues Modell:

Die Salzburger Yachtmanufaktur macht derzeit alles richtig, wie man sehen und spüren kann.

62

GUT BEDACHT. Das hydraulische Dach ist nur eines der vielen Features, die die neue Alfa street

23 Cabin Evo zu einem sportlich-freundlichen Begleiter auf dem Wasser machen.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA und MSVÖ

9 190001 019703

05

f

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Olympisch: Griechenlands große Show.

69 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Der Albtraum von der perfekten Yacht.

16 OCEAN WOMAN

Wie und wo man sich während der

Schiffsarbeiten in Friaul verköstigt.

35 GOTTFRIED RIESER

Tipps für die saubere Schiffsübernahme.

52 SKIPPER’S DIARIES

Wie Seeanemonen und Einsiedlerkrebse

die besten Freunde geworden sind.

82 SAILING POETRY

Als König Gilgamesch das Segel erfand.

Reisen

24 DIE MITTE KROATIENS

Yachties-Hotspot und doch Geheimtipp:

Die urtümlichen Seiten von Biograd.

Features

18 LEBEN IM MUSEUM

Der einzige Österreicher mit Meldezettel

am Wasser: Franz Scheriau und sein

abenteuervolles Schiffmuseum Vienna.

26 HERBSTMESSEN

Cannes, Friedrichshafen, Biograd und

Meer: Wo es welche Show zu sehen gibt.

34 MIT DER APP ZUM LIEGEPLATZ

Seasy, ein österreichisches Start up, will

das maritime booking.com werden.

40 HARTE WÄHRUNG

Weltumsegler Wolfgang Hausner

erzählt, wie er in den 1970ern

aus Muscheln und Schnecken bare

Münze gemacht hat.

44 DIE MÜLLSAMMLER

Mit Hightech gegen den Plastikmüll

in den Ozeanen: Die Projekte „The

SeaCleaners“ und „Ocean Cleanup“.

50 45 JAHRE YACHT-POOL

Vom Boote-Bauen zum Boote-Ver ­

sichern: Die Geschichte von Yacht-

Pool-Gründer Friedrich Schöchl.

Yachten

54 E-DELBOOTE

Die TimeSquare 20, die Elektro motorbootflotte

der Frauscher Bootswerft

und andere spannende Neuheiten.

62 ALFASTREET 23 CABIN EVO

Testfahrt auf dem Attersee mit dem

cleveren Daycruiser aus Slowenien.

64 BAVARIA VIDA 33

Zwischen Daycruiser und Weekender:

Der erste Außenborder der Bayern.

70 SUNBEAM 32.1

Sailing Penthouse mit neuem Freizeitfeeling

aus dem Hause Schöchl.

Sport

36 DIE DEPPERTE MEDAILLE

Europa- und Weltmeisterin Lara Vadlau

will 2024 Olympiagold holen.

38 EINFACH NUR SEGELN

Michael Guggenberger will 2022 beim

Golden Globe Race teilnehmen.

74 SOLO NONSTOP UM DIE WELT

Das war der Gebirgssegler Cup 2021.

Im Verband

76 YACHT CLUB AUSTRIA

80 MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS

VERBAND ÖSTERREICH

YACHT-POOL

Versicherungen

45

Jahre

Innovator

&

Trendsetter

Pionier

der Allgefahrendeckung für

Yachteigner

Erfinder

der Haftpflichtversicherung für

Charterskipper

da kann auch kommen

was man nicht will.

FOTO: KURT PINTER

Österreichische Post AG | MZ 12Z039473 M | ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

YACHTING, REISEN UND MEER

SHIP AHOY!

Vom Hochseekapitän auf allen Weltmeeren zum Betreiber des

SCHIFFMUSEUM VIENNA an der Donau: Die Abenteuer des

Franz Scheriau, der in Österreich (k)einen Hafen gefunden hat.

NAUTIKMESSEN

Lust auf

Meer

Die großen In-Water-

Shows im Herbst.

BAVARIA VIDA 33

Die Welt von

außen

Der erste Outboarder

aus Giebelstadt.

SUNBEAM 32.1

Alles bleibt

anders

Vorhang auf

am Mattsee.

5/2021 September/Oktober € 4,90

www.ocean7.at

Kapitän Franz Scheriau und sein

Museum an der Freudenau.

YACHT-POOL Deutschland

Tel.: +49/89 74 67 34 80

E-Mail.: info@yacht-pool.de

YACHT-POOL Österreich

Tel.: +43/5456 2043300

E-Mail.: info@yacht-pool.at

YACHT-POOL Schweiz

Tel.: +41/44 941 49 57

E-Mail.: info@yacht-pool.ch

www.yacht-pool.com


Olympic Yac

Schaufenster

Wirtschaftskrise, Pandemie,

Naturkatastrophen:

Griechenland

hatte es in seiner

jüngsten Geschichte wirklich nicht

leicht. Dennoch ist das Ganzjahresrevier

für Yachties mit seiner fast

14.000 Kilometer langen Küstenlinie

darum bemüht, sich stets von

seiner schönsten Seite zu zeigen.

So will man heuer mit der ersten

Olympic Yacht Show (1.–5. Oktober)

ein Statement auf der internationalen

Bühne im mittleren und

oberen Yachtsegment setzen – aber

auch Luxus-RIBs und -Daycruisern

ein exklusives Umfeld bieten.

Die Kulisse dafür wird die moderne

Marina Olympic Marine in

Sounio geben – einer der wichtigsten

Yachthäfen in Attika und nur

30 Minuten vom internationalen

Flughafen entfernt. „Die Olympic

Yacht Show ist als Veranstaltung

für Premium-Yachten und alle damit

verbundenen Geschäftsfelder

konzipiert und soll die Position

Griechenlands auf dem globalen

Markt festigen“, so die mit der

Veranstaltung betraute Agentur.

Wir drücken die Daumen, denn

einen würdigen Auftritt hätte das

Land, das immerhin über 80 Prozent

aller Inseln des Mittelmeers

verwaltet, durchaus verdient.

è www.olympicyachtshow.gr

8 5/2021


ht Show

Text TAHSIN ÖZEN

Fotos VERANSTALTER, WERFT

Tender Love

Mit gleich acht Booten, die auch als Tender

auf Luxusyachten sehr beliebt sind, wird die

griechische Werft Technohull auf der Olympic

Yacht Show Präsenz zeigen. Darunter auch das

neue Modell T7 mit Teakholz-Deck, Carbonund

Edelstahl-Elementen und bis zu 65 Knoten

Topspeed. Hat man Freude an einem Modell

gefunden, so kann man sich in der eleganten

Technohull-Lounge in der Marina näher beraten

lassen.

è www.technohull.com

5/2021 9


In den Wind gesprochen

Wie manche Segler ihr

ganzes Kapital vernichten

In der letzten Ausgabe habe ich Ihnen berichtet, wie kläglich im Berufsleben so erfolgreiche

Geschäfts leute bei der Verwirklichung ihres Traums von der „Superyacht“ Marke Eigenbau

gescheitert sind. Diesmal verrate ich Ihnen, warum und zu welch hohem Preis.

Teil 2

BOBBY SCHENK

ist Weltumsegler,

Navigations-Experte

und Buchautor. Am

18./19. September leitet

er ein Astro-Seminar,

am 25./26. September

ein Blauwasserseminar

auf der Interboot in

Friedrichshafen.

kolumne@ocean7.at

Der Besitzer so manchen

„Bastlerhits“

bleibt auf der Strecke.

Zur Erinnerung hier noch einmal

kurz zwei Beispiele: Selfmade-Millionär

Robert wollte

unbedingt seine eigene Superyacht

bauen, Toni wäre gerne mit seinem

42-Fuß-Selbstbau in Rente gegangen:

Beide haben es nicht geschafft,

sondern sind verarmt verstorben.

Warum aber überschätzen sich

Menschen (ich habe Dutzende solcher

Tragödien und ganz wenige

geglückte Unternehmungen miterlebt)

derart? Und zwar Segler,

die im Berufsleben erfolgreich

ihren Mann gestanden haben?

Die Antwort liegt auf der Hand:

Es geht ums Segeln, um Romantik,

ja um die Liebe zur See, ums Streben

nach der Freiheit, um ein glückliches

Leben im Alter, kurz, um

Sehnsüchte, in die sich die Logik

kaum je verirrt. Nebenbei: Frauen

verlieren sich selten in dieser technischen

Szenerie – und wenn doch,

dann ziehen sie ihre Unternehmun­

FOTO: SHUTTERSTOCK

gen auch konsequent durch, ich

kenne da einige bemerkenswerte

Damen! Warum aber glauben diese

Männer, sie könnten das perfekte

Schiff erschaffen, oder das ganz

preiswerte, oder das superseetüchtige?

Würden diese im Berufsleben

meist sehr erfolgreichen und kühlen

Rechner bei der Bestellung ihres

Autos, sagen wir einmal eines

„Mercedes“, auf die Idee kommen,

als Extra einen selbst zusammengebastelten

Hybridantrieb einzubauen?

Aber bei ihrer Yacht wird

der ernsthaft in Betracht gezogen!

Der oben erwähnte Robert hatte

die Idee, die Winschen für seine

Traumyacht selbst zu konstruieren!

DIE WERFT IM NIRGENDWO

Einer meiner Besucher hat das

Handtuch geworfen. Nach ein paar

Jahren Bauzeit an seiner Schale hat

er eingesehen, dass die Sache schiefgehen

würde. Nunmehr steht das

unfertige Schiff zum Verkauf, wird

vielleicht notgedrungen fast verschenkt

und es wird nach einem

gebrauchten Boot Ausschau gehalten.

Gratuliere zu dieser noch rechtzeitigen

und klugen Entscheidung.

Noch so eine tolle Idee: „Ich werde

mir in Australien (Neuseeland,

USA, Südafrika) einen Katamaran

bauen lassen!“ Die Träumer sprechen

von Werften, die sie nicht kennen,

von denen sie vielleicht einmal

eine einzige Yacht gesehen oder nur

Fotos im Internet gefunden haben.

Mehrere Bekannte habe ich, die

nach der Überweisung der Anzahlung

nie mehr von dieser Firma und

somit von ihrem Schiff gehört haben.

Obwohl sie jahrelang „sorgfältig“

nach der richtigen Werft Ausschau

gehalten hatten!

WICHTIGSTE RESSOURCE

Mein Rat: Das Wort „Traum yacht“

aus dem Gedächtnis, aus dem Wortschatz

streichen! Und sich an Serienyachten

halten, egal ob gebraucht

oder neu. Hinter einer Bavaria,

Jeanneau, Hallberg-Rassy, Sunbeam,

Sun Odyssey, Hanse etc. steht die

Erfahrung von hunderten Yachten.

Und gleichgültig, wie manche Werft

an- oder abgeschrieben ist, eines ist

sicher: Jede Werft lernt aus Fehlern.

Und deshalb haben die großen

Werften besonders viel gelernt.

Dieses Kapital an Erfahrung nicht

zu nutzen ist dumm. Ich rate auch

zu gebrauchten Yachten, sogar aus

dem Fundus seriöser Charter firmen.

Wenn die tausende Charterkunden

überlebt haben, sind sie unkaputtbar,

auch auf einer Weltumsegelung. Der

große Vorteil beim Kauf einer bereits

existenten Yacht: Es geht keine Zeit

verloren, Leinen los! Denn in den genannten

Selbstbau-Beispielen haben

die Segler ihre wichtigste Ressource

verschleudert – ihre zur Verfügung

stehende Lebenszeit.

Der verstorbene Hans G. Strepp,

ein gekonnt bissiger Segeljournalist,

hat es einmal so beschrieben: „Es ist,

als ob diese Segler jahrelang an ihrem

Sarg basteln!“

Das war wohl in den Wind gesprochen.


10 5/2021


Villacher Starkstrom

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

E-BOOT & KATAMARANE. Das

Elektro-Wassersportboot Super

Air Nautique GS22E, mit Ingenity

Antriebssystem für Elektroboote,

das von Ortner-Boote in Villach

entwickelt wurde, wird bereits

in Serie in Orlando, USA

produziert. Es ist das weltweit

erste Elektroboot, das standardmäßig

ab Werft mit dem Typ 2

CCS Schnell-Lade stecker ausgeliefert

wird. Dank Flüssigkeitskühlung

der Lithiumbatterie

und Batterienmanagementsystem

(BMS) sind der intensiven Nutzung

und dem Schnelladen

(1 Std.) keine Schranken gesetzt.

Das hochmoderne BMS-System

überwacht die Lithiumzellen auf

tausendstel Volt, überprüft die

Isolation der Kabel, ist standardmäßig

mit einem Crash-Sensor

ausgestattet, wasserdicht und auf

spezielle Dämpfungselemte aufgebaut,

um die Batterie vor Erschütterungen

abzuschirmen.

è www.ortner-boote.com

Hans Ortner an

der E-Tankstelle

mit der Super Air

Nautique GS22E.

Explorer 49.5 mit versenkbarem Pool.

Werft gesucht

SUPERYACHT. Einen Plan, einen

Käufer, aber noch keine Werft hat das

neueste Projekt von Schiffs designer

Tommaso Spadolini. Die in Auftrag

gegebene Explorer 49.5 besitzt einige

eher unübliche Features wie eine mit

Lift erreichbare Fly bridge, keine(!)

fixen Liegeflächen zum Sonnen, drei

Küchen sowie einen versenkbaren

Pool. Gebaut werden soll die ungewöhnliche

Superyacht mit Stahlrumpf

und Alu-Aufbauten, sobald

sich eine Werft findet – Spadolini

würde natürlich eine italienische

bevorzugen.

è www.spadolini.it

JAHRE

18. – 26. SEPT. 2021

MESSE FRIEDRICHSHAFEN

NUR ONLINE

TICKETS!

interboot.de


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Vom Coupé kopiert

Contest 59CS und

Continental GT V8 Coupé.

INNENDESIGN. Für den russischen

Superstar Garik Sukachev (Rockmusiker,

Regisseur und Schauspieler)

hat die holländische Werft

Contest Yachts das Interieur

einer Contest 59CS vom Automobilhersteller

Bentley gestalten lassen.

Vorbild war dabei ein Continental

GT V8 Coupe, der im Innenraum

von Nussholz sowie roten und

beigen Ledertapezierungen geprägt

wird – alles jetzt auch in handgefertigter

Weise in den Möbeln,

Wänden und Decken der 59CS

zu finden.

è www.contestyachts.com

Vom Achensee zur Adria

BINNEN UND MEER. Schnell zum

Motorbootschein (Binnen, FB1, FB2)

kommt man in der Yachtschule

Schwaiger. Das Tiroler Unternehmen

am Achensee hat zudem eine

Dependance in Grado, in der man

an einem Wochenende den Schein

inklusive des notwendigen Erfahrungsnachweises

(50 sm mit einer

Nachtfahrt) erwerben kann. Die

praktische Prüfung findet sofort im

Anschluss statt, die Theorie kann

vorab als Web-Seminar gelernt

werden. Ausbildungsschiff ist eine

Rio 700 Cabin mit drei Kojen, die

ab Grado auf Anfrage auch gechartert

werden kann.

è www.yachtschule-schwaiger.at

Online und in Grado

zum FB1 oder FB2.

Uhrtief

Zu- und aufgestiegen

MITARBEITER. Die Wiener Niederlassung

von Pantaenius Yachtversicherungen

betreut seit 1999

Kunden in Österreich, Südosteuropa

und am Mittelmeer. Zur Saison 2021

freut sich das Team über Zuwachs.

Nachdem Barbara Schiesser, seit

2002 bei Pantaenius, mit Mai dieses

Jahres die Geschäftsführung von

Cornelia Schifter übernommen hat,

kümmert sich Hannes Huber fortan

um die Vertriebsleitung. Neu im

Team ist auch Christiane Lenart, die

nach ihrem Wirtschaftsstudium nun

das Vertriebsteam ergänzt und unter

anderem die Betreuung der südöstlichen

Anrainerstaaten unterstützt.

è www.pantaenius.at

Barbara Schiesser

(2. v. l.), Christiane

Lenart (3. v. l.) und

Hannes Huber (1. v. r.).

TAUCHLEGENDE. Die neue Certina

DS Super PH500M sieht nicht nur wie

eine klassische Taucheruhr aus, sie ist

auch für extreme Unterwassergänge gebaut.

Das 500M steht für die maximale

Tauchtiefe! Das Automatikwerk

verfügt über eine Gangreserve

von bis zu 80 Stunden und ist

unempfindlich gegenüber

Magnetfeldern. Großzügige

Beschichtung mit Leuchtmasse

sorgt für perfekte

Ablesbarkeit unter Wasser.

Was uns aber vielleicht

am besten gefällt:

Das schwarz-graue

Armband besteht aus

einem Textil auf Basis von

recycelten Plastikabfällen,

die aus dem Meer gefischt

wurden. UVP € 895,–.

è www.certina.com

12 5/2021


Hänschen klein

NEUE MARKE. Neben den schon sechs

vorhandenen Konzernmarken will

HanseYachts sein Portfolio um

eine weitere Motor-Marke erweitern.

Geplant ist die Produktion von Motorbooten

mit Außen bordern in Größen

von 24 bis 39 Fuß unter dem Namen

Ryck. Das Lastenheft der neuen Marke

– elegante Ausstattung sowie Fokus

auf die Bereiche Schlafen, Bäder und

Fahreigenschaften – weist in Richtung

Weekender, also etwas kleiner als die

Modelle der Konzernschwester Sealine

und etwas komfortabler als die Powerboote

von Fjord. Gebaut werden die

Boote in Hanses polnischer Werft in

Goleniów, die dafür weiter ausgebaut

werden soll.

è www.hanseyachtsag.com

Ryck, eine

neue Motorbootmarke.

Sie sehnen sich nach einer

Auszeit vom stressigen Alltag,

nach einem Abenteuer

auf dem Wasser?

Dann sichern Sie sich jetzt ihr

Trööööööt!

SIGNALHORN. So muss nautisch gewarnt

werden! Die Edelstahltrompeten

von Schmitt & Ongaro aus Lancaster,

Pennsylvania sind nicht nur höllisch

laut, sondern auch himmlisch

schön. Der Aufwand, um sie seewasserfest

zu machen, ist allerdings beträchtlich:

Hochwertiger 304er-Edelstahl,

ein patentiertes Drainagesystem in den

Schalltrichtern, die internen Komponenten

vollständig mit Harz versiegelt

und durch Gummidichtungen vor eindringendem

Wasser geschützt. In Einzel-

und Doppelversionen, mit 12 oder

24 Volt erhältlich, im deutschsprachigen

Raum leider noch ohne Importeur.

è www.schmittongaromarine.com

Traumboot von Jeanneau. Folgende

Boote sind trotz werksseitig limitierter

Produktion für Sie 2022 verfügbar:

Merry Fisher

605 S2 2 Stk

695 S2 2 Stk

795 S2 2 Stk

895 2 Stk

1095 1 Stk

795 Sport 1 Stk

Cap Camarat

5.5 WA S2 2 Stk

6.5 WA S3 2 Stk

6.5 DC S2 1 Stk

7.5 WA S3 1 Stk

Pool-reich

Leader

36 1 Stk

SUPERYACHT. Mit der Sportiva 55 hat

Tankoa eine neue Linie von Superyachten

vorgestellt. Die von Luca Dini

entworfene 55-m-Yacht besitzt einen

Stahlrumpf und Alu-Aufbauten und

soll auch in einer 65-m-Version und als

reines Aluschiff mit 45 Metern gebaut

werden. Auf die Eigner warten einige

sehr nette Details, z. B. eine Privatterrasse

mit Whirlpool oder eine

Fly bridge mit kleinem Pool. Der Badebereich

im Heck besitzt einen Infinity-

Pool, aufklappbare Bordwände und als

ganz besonderes Feature im Inneren

ein Fenster, das teilweise unter der

Wasserlinie liegt.

èwww.tankoa.it

Flott: Sportiva 55.

NC

37 1 Stk

Österreich-Importeur für

INFO-HOTLINE:

+43 664 3409786

www.bootemayer.at


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Punktgenau verorten

Der MSC 10 zapft

sechs Satellitensysteme

an.

NAVIGATIONSHILFE. Gleich sechs

Satellitensysteme nutzt Garmins neuer

MSC 10 Marine-Satellitenkompass, um

jederzeit lückenlose und präzise Informationen

zum Steuerkurs und der

ak tuellen Position des Bootes zu erhalten.

Der GPS-basierte Kompass wird

nicht durch magnetische Störungen

abgelenkt, da er seine Daten ausschließlich

von Satelliten bezieht. Der MSC 10

kann einfach an Bord installiert und

als primärer Sensor für Autopiloten

und alle anderen Systeme an Bord,

die genaue Steuerkursinformationen

benötigen, integriert werden.

è www.garmin.com

Wassersportlich

MOTORBOOTE. Für die Saison 2022

hat Jeanneau drei neue Modelle

im Außenborder-Bereich vorgestellt:

Die Cap Camarat 7.5 CC Serie 3 besitzt

ein komplett neues Decklayout,

genauso wie die neue Cap Camarat

7.5 WA Serie 3, die zudem erstmals

in der Kabine über eine Schlafmöglichkeit

verfügt. Neu ist auch die

Merry Fisher 795, die nun nicht

mehr Marlin, sondern Sport genannt

wird. Schlechte Nachricht: Jeanneau

hat bereits für 2022 bei den Motorbooten

alle Produktionsslots aus ­

verkauft! Gute Nachricht: Der Österreich-Importeur

Boote Mayer hat

sich Boote in allen Längen

reservieren lassen.

èwww.bootemayer.at

Merry Fisher 795 Sport und

Cap Camarat 7.5 CC.

Werner Ober GmbH Werner & Werner Co Ober KG

GmbH Ober & GmbH Co KG& Co KG

Yachtelektronik

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Leichter lenken

STEUERRAD. Auf Carbon- und GFK-Teile für

den Radsport sowie Rotorblätter für ferngesteuerte

Helikopter hat sich der slowenische

Hersteller Carbonautica spezialisiert und

jetzt den nautischen Markt entdeckt – genauer:

superleichte Steuerräder aus GFK. Zur Auswahl

stehen vier verschiedene Modelle: Sport,

Elegance, 3-Speichen und 5-Speichen. Jedes

der vier Modelle ist in unterschiedlichen

Durchmessern

von 600–1.800 mm

erhältlich und mit

einer Nabe aus

Aluminium für die

Steuersäulen von

Lewmar, Solimar,

Jefa, Goiot oder

Edson ausgestattet.

Erhältlich z. B. im

Onlineshop von

www.sailtec.de

ab € 1.049,–.

è www.carbonautica.com


Raumwunder

SUPERYACHTSTUDIE. Nauta 54m Wide

heißt das neueste Konzept des Mailänder

Studios Nauta Design. Wichtig ist

der Zusatz „Wide“: Um möglichst viel

Raum zu bieten und die Yacht nicht

endlos in die Länge zu ziehen, beträgt

die maximale Breite 11 Meter. So bringt

man locker eine 75 m 2 große Master-

Suite, einen 78 m 2 großen Salon und

eine 137-m 2 -Flybridge unter. Um den

Badebereich zu vergrößern, können die

Bordwände fast bis mittschiffs aufgeklappt

werden. Es gibt auch eine Garage

für Wasserspielzeug und einen Tender

von fast 9 m. Der dieselelektrische Antrieb

mit seinen sechs Generatoren und

zwei 1.000-kW-Propellerwellen-Elektromotoren

hat unter dem Deck Platz gefunden.

Sechs Gästekabinen mit Bad im

Unterdeck und zwei Kabinen auf dem

Oberdeck hinter dem Steuerhaus vervollständigen

das üppige Raumangebot.

è www.nautadesign.com

„Und die See gibt ihnen neue Hoffnung,

wie die Nacht ihnen neue Träume bringt.“

Christoph Kolumbus (1451–1506)

Nennt sie „breit“!

Oceans

Reha

DOKU-TIPP. Niemand erklärt

die Welt so gekonnt und

charmant wie der deutsche

Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Harald

Lesch. Man darf sich daher

freuen, dass er in seiner

Sendereihe „Leschs Kosmos“

den Zustand der Weltmeere

aufs Tapet gebracht

hat. „Vermüllt, versauert,

ausgebeutet – Reha für die

Ozeane“ hieß die Sendung

am 3. August, die noch in der

Online-Videothek des ZDF

gestreamt werden kann.

Fazit: Noch ist es nicht zu

spät, die Meere zu retten. Mit

unkonventionellen Methoden

könnte man die wichtigen

Funktionen der Ozeane für

unser Ökosystem erhalten.

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New Brand, One Boat, Many Talents – Your Pure Adventure.

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Chiemseestrasse 65, 83233 Bernau am Chiemsee sales@hanseyachts.de +49 (8051) 9629 767


Ocean Woman

Vino, Vongole e Vermouth

Auf einem alten Boot gibt es immer Arbeit. Auch auf einem neuen, bestätigt unser Kranführer Luca, und

so bleiben wir ein paar Tage in dem schönen Fluss Stella, um unseren 37-jährigen Katamaran Risho Maru

einer Frischzellen-, äh, Frischwasserkur zu unterziehen, inklusive einiger Restaurationsarbeiten.

Es gibt Schlimmeres, denn wir

liegen mitten in Friaul und

wo gearbeitet wird, muss auch

gegessen werden. Den Tag beginnen

wir in der Bar „Ai Cinquecento“ mit

zahlreichen Arbeitern, Angestellten,

Hausfrauen, Pensionisten – der Cappuccino

ist schaumig und cremig,

die Chefin resolut, aber gerecht. Zu

jedem Kaffee gibt es ein Stamperl

Mineralwasser, wer mehr braucht,

bestellt Caffè corretto – einen

Espresso mit einem Schuss Grappa.

Dazu ein Brioche mit Marmellata

di albicocche oder cioccolata.

Gleich danach geht es zum Wochenmarkt

– in der Umgebung ist

immer gerade einer. Wir lieben den

Markt in Palazzolo und kaufen zum

wiederholten Mal diese wunderbaren

kernlosen Victoria-Trauben

bei Michele und Irena. Die beiden

haben alle Hände voll zu tun – viele

kommen wegen der saftigen Pesche

noci und der himmlisch süßen

Meloni di Mantova, der Honigmelonen.

Vom Käsestand schnappen wir

uns eine Ecke Montasio-Käse. Oder

doch zwei. Je länger dieser reift, desto

aromatischer wird er. Also einmal

fresco und einmal straveccio. Die

Mittagsjause ist gerettet. Noch ein

Cuore di bue – Ochsenherztomate –

mit Balsamico, Olivenöl und weißen

Zwiebel dazu, abgerundet mit einer

Ciabatta.

Die Arbeiten am Schiff gehen

voran. Zwar wären wir einer Siesta

nicht abgeneigt – so wie sie gerade

in unserer näheren Umgebung alle

halten –, aber schließlich wollen wir

doch noch in diesem Sommer nach

Kroatien.

Der Abend bietet viele Möglichkeiten.

Unser Favorit ist das „Ristorante

Cigno“ in Latisana. Die Pizzen

dünn und knusprig, die Kellnerin

charmant und neapolitanisch.

Ricotta e spinaci oder die Siciliana

mit salzigen Anchovis. Dazu

Insalata mista, mit Fenchel und

Borlotti-Bohnen verfeinert. Wenn

wir vom Mittagessen zu satt sind

oder der Tag einfach zu heiß ist,

bleiben wir ums Eck in der Bar

„Il Stusighin“ hängen.

Der Spritz bianco ist unschlagbar,

liegt wohl an den köstlichen Weißweinen,

die in der Umgebung gekeltert

werden. Und dann mein heißgeliebtes

Frico con patate, Fladen

aus Käse, Erdäpfeln und Zwiebeln,

knusprig-goldig – mamma mia! Der

Skipper nimmt die Tramezzini –

die sind ja einfach immer gut! Gamberetti,

bresaola con rucola oder

Speck, stracchino e zucchine …

DIE WASSERLINIE HALTEN

Überhaupt gibt es in der Umgebung

unendlich viele Möglichkeiten,

sich den Bauch vollzuschlagen.

Es brauchte einige Zeit, bis wir zu

einem der Grill-Restaurants direkt

an der Straße abgebogen sind, weil

uns die Lage nicht gerade schön erschien,

aber das Feuer des großen

Grills zog uns immer wieder an.

Die „Trattoria-Rosticceria al Gallo“

serviert unter anderem ein köstliches

Pollo (halbes gegrilltes Huhn)

mit Polenta. Dazu gerösteter Fenchel,

Radicchio und Melan zani.

Spinaci al burro zergeht auf der

Zunge.

Danach folgt ein Diättag, sonst

müssten wir die Wasserlinie der

Risho Maru höher setzen. Und

noch mehr Arbeit brauchen wir

wirklich nicht. Es gibt nur Cappuccino

und erst am Abend biegen wir

auf das Weingut „Anselmi“ ein, um

einerseits „unseren“ Prosecco zu

kaufen und andererseits eine der

köstlichen Bruschette zu schnabulieren.

Bei Anselmi kann man auch

nächtigen – für alle, die es auch

ohne Schiffsrenovierung in diese

Gegend zieht.

Auf dem Heimweg verwerfen wir

wieder alle Diatpläne, indem wir in

der Gelateria Artigianale einkehren.

Dort verkosten wir Gelato ai

mirtilli – Schwarzbeer-Eis – und

als Draufgabe una pallina di gelato

Vermouth con Arancia – gerührt,

nicht geschüttelt.

Ohne Grappa geht dann meist gar

nichts mehr. Wir besuchen in Gehweite

zur Marina unser Stammlokal

„Da Mauro“ mit all den Arbeitern,

Angestellten, Pensionisten und

Hausfrauen, die uns freundlich

zuwinken. La vita è bella!

PS: Wo es die besten Vongole

des Friûl gibt, verraten wir

nicht – scusate …


ALEXANDRA SCHÖLER

ist Weltumseglerin,

Sängerin, Regisseurin,

Buchautorin und seit

2010 Ocean Woman.

kolumne@ocean7.at

Himmlisch das Obst von

Michele und Irena auf

dem Markt in Palazzolo.

Unwderstehlich das

Frico und die Tramezzini

in der Bar „Il Stusighin“.

FOTO: STEFAN HARING

16 5/2021


Yachtcharter – Yachtverkauf

Insel-Hopping

im Ionischen

Meer

FOTO: LARIN HEERO

Genieß‘ den

sonnigen Herbst

in Kroatien!

KAT-CHARTER. Die Kombination

griechische Inseln plus Katamaran

gehört beim Segelcharter zu den

ganz großen Trends. Master

Yachting vermietet beispielsweise

für eine Woche unbeschwertes Inselhüpfen

im Ionischen Meer eine

Lagoon 42 mit über 12,8 m Länge

und 7,7 m Breite, die sich bestens für

acht Personen eignet, ab 5.800 Euro

inkl. Skipper. Dazu kommt noch die

Verpflegung, so dass der Yachturlaub

um die 1.000 Euro pro Person und

Woche kostet. Abgelegt wird in Preveza

an der griechischen Westküste,

dann geht es vorbei an Lefkada nach

Palairos in die Bucht von Ampelika

auf Meganisi und weiter nach Kefalonia

und Ithaka. Geankert wird, wo

es gefällt – mit dem Dingi werden

einsame Strände, besondere Tauchund

Schnorchel-Plätze oder abgelegene

griechische Tavernen erreicht.

è www.master-yachting.de

Mit Skipper und Kat

an die Westküste

Griechenlands.

FOTOS: TOM CLAEREN

Best off Urlaub

LUXUSCHARTER. Wer sich den

Traum von der Superyacht zumindest

eine Woche lang verwirklichen

möchte und rund 90.000 Euro hat,

kann mit der Best Off eine 33 m lange

Ferretti mit Ausgangshafen Monaco

chartern. Statt der üblichen Eignerkabine

verfügt das Schmuckstück

über zwei, ist also für Luxuscharter

wie geschaffen. In den insgesamt fünf

Kabinen ist Platz für elf Passagiere,

die von sechs professionellen Crewmitgliedern

umsorgt werden, davon

einem Spitzenkoch. An Bord finden

sich auch eine Reihe von Wasserspielzeugen

– darunter zwei Unterwasserscooter,

zwei SUPs, ein Kanu,

ein Jetski Waverunner, ein Seabob F5

und ein 5 Meter langes Novurania-

Beiboot mit Yamaha-Außenbordmotoren.

è www.ekkayachts.com

Fünf-Sterne-Charter

in Monaco.

Wochen-Angebote für

Trimarane & Co.

ab Pula bzw. Split

Trimaran Neel 43 ab € 2.430,–

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Kat Bali 4.3. ab € 2.000,--

Catspace/Bali 4.1. ab € 1.680,–

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Schiffmuseum

Ein Leben

voller Schiffe

Im 19. Jahrhundert war Österreich die größte Binnenschifffahrtsnation der Welt.

An Glanz und Gloria jener Zeit erinnert das Schiffmuseum Vienna nahe dem

Donauhafen Freudenau. Mit seiner Sammlung historischer Schiffe hat der

ehemalige Hochseekapitän Franz Scheriau aber nicht nur ein schwimmendes

Kulturgut für Besucher geschaffen, sondern auch ein Zuhause für sich selbst.

Text TAHSIN ÖZEN | Fotos KURT PINTER

18 5/2021


An Bord des Eisbrechers Arthur,

der bis 1977 im Einsatz war.


Schiffmuseum

Wenn Franz Scheriau

sagt, dass er manchmal

wie ein Kaiser

schläft, dann darf

man das ruhig wörtlich nehmen.

Denn zum Verbund der acht historischen

Dampfschiffe, die nahe dem

Donauhafen Freudenau vertäut liegen

und die der ehemalige Hochseekapitän

abwechselnd bewohnt,

gehört auch die Frédéric Mistral,

1914 in Holland gebaut und mit

einer Geheimkabine ausgestattet.

In ihr soll Kaiser Franz Joseph I.

die Donau hinauf und hinunter

gefahren sein, um seine Kronländer

inkognito zu inspizieren.

Allzu luxuriös darf man sich die

Nächte im Bug des Schleppers aber

nicht vorstellen. Denn das k. u. k.-

Bett, in das der Kaiser sich da legte,

ist vom King-Size-Format weit entfernt.

Da nächtigt Scheriau mit

seinen Schäferhunden Max und

Moritz doch lieber im Steuerhaus –

Panoramablick inklusive.

Neben der Frédéric Mistral gehören

auch der Eisbrecher Arthur

(erbaut 1955), das Salonschiff Ana

(1894), die Arche Dimetor, der Zollponton

Kranich, das Blumenschiff

Zoie (1850) sowie die Schlepper

Josef (1949) und Isaac (1977) zu

der Sammlung, die Franz Scheriau

über die Jahre zusammengetragen

oder besser -geschippert hat. „Zuerst

hatte ich nur zwei Schiffe, aber

dann musste ich ein weiteres kaufen,

um das Kaiserschiff, das unten

im rumänischen Donaudelta völlig

verwahrlost vor sich hin dümpelte,

heraufzuschleppen“, erzählt er. So

sei die Sammlung eben nach und

nach gewachsen.

Allesamt haben die Schiffe eine

wechselvolle Geschichte hinter sich.

So diente etwa die Frédéric Mistral

als Minensuchboot im Schwarzen

Meer, wurde von Marschall Tito als

Befehlsstand für seine Partisanen

genutzt und war schon dem Untergang

bzw. der Verschrottung geweiht,

bevor sie von Franz gerettet

und liebevoll restauriert wurde.

„Handwerker hätte ich mir nicht

leisten könen. Aber zum Glück

lernt man als Kapitän so viel, dass

man das meiste selbst reparieren

kann – wenn auch nicht immer

perfekt“ (lacht).

Oben: Arche Dimetor – einst Vermessungsschiff, heute Garten mit seltenen Gemüsesorten. Mitte: Die Ana, einst Salonboot des

k. u. k. Hofadels, ist als ältestes Passagierschiff auf der Donau noch heute für (individuelle) Ausflugsfahrten buchbar. Unten links:

Blick vom Bug des Schleppers Josef auf die Wiener Skyline. Unten rechts: Blumenschiff Zoie, vormals Seilfähre am Donaukanal.

SCHIFFE KOSTEN EIN HAUS

Seit März 2020 sind die Schiffe nun

auch zu besichtigen. Die Einkünfte

aus dem „Schiffmuseum Vienna“,

das Kapitän Scheriau gemeinsam

mit seinem Partner Walter Haider

gegründet hat, sollen finanziell zum

Unterhalt beitragen.

Ein Haus, sagt Franz Scheriau,

habe er bereits investiert. Und das

meint er auch so. Der Erlös aus

dem Verkauf seines Alterswohnsitzes

im steirischen Leoben ist

gänzlich in die Instandsetzung der

Schiffe geflossen: „Eines der besseren

Schiffe kostet zwischen 300.000

und 400.000 Euro“, erklärt er. Bereut

hat er seine Entscheidung aber nie.

„Ich würde es wieder machen.“

20 5/2021


Wohnzimmer mit Balkon an Bord der Frédéric Mistral – einst Dampfschlepper, Minensuchschiff und kaiserliches Visitationsschiff.

Mit Geheimkabine für Franz Joseph I. unter Deck, die es im Rahmen einer Museumsführung zu entdecken gilt.

KURS AUF ABENTEUER

Denn das ruhige Landrattenleben

hinterm Gartenzaun, das war so gar

nichts für ihn. Schon als kleiner

Junge baute der Franz lieber Flöße,

um die Mur zu erkunden, als in der

Schule zu büffeln.

Mit 14 Jahren packte er seinen

Koffer – „einen Seesack hatte ich

damals noch nicht“ – und heuerte

erst bei der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft

(DDSG)

und dann als Schiffsjunge auf einem

Fischkutter vor Grönland an. Mit

Anfang 20 wurde er Hochseekapitän

und steuerte Kreuzfahrtschiffe

und Öltanker durch die Ozeane.

Natürlich hat er auch die Welt

umschifft. Die Geschichten, die der

alte Seebär, der so gar nichts Brummiges

an sich hat, erzählt, würden

ganze Abenteuerromane füllen.

Die Frédéric Mistral

fuhr auch unter französischer

Flagge (Societé

française de Navigation

Danubienne), wie die

Schornsteinmarke

verrät. Im Bild unten

die „französische

Küche“ an Bord.

„Ich bin wohl der einzige Österreicher

mit einem Meldezettel auf dem Wasser.“

TAUSEND GRÜNDE,

EIN PARTNER


Schiffmuseum

Kapitän Franz Scheriau ist auch der

„Schiffsführer“ in seinem Museum.

„ Jetzt hat man auch noch eine alte Verordnung

gefunden, die besagt, dass ich

die Schiffe im Winter rausstellen muss.“

Links: Rast am Zollponton Kranich, dem einzigen schwimmenden Zollhaus

Österreichs. Rechts: Blick in den Maschinenraum des Eisbrechers Artur.

Man kann seinen kräftigen Fingern

kaum folgen, so schnell fliegen sie

auf dem runden Kartentisch von

einem Ort des Geschehens zum

anderen.

MELDEZETTEL AM WASSER

So war es eigentlich nur logisch,

dass er jetzt dort sesshaft ist, wo

seine Karriere begonnen hat: auf

der Donau. Seine Adresse: Hafenzufahrtsstraße

17. „Ich bin wohl

der einzige Österreicher mit einem

Meldezettel auf dem Wasser.“

Der Magistrat, sagt der Franz, sieht

das nicht gern. Doch weil er auch

eine Donaufähre betreibt, hat alles

offiziell seine Ordnung. „Die Beamten

haben eingesehen, dass ich alles

auch in der Nacht bewachen muss.

Man kann ein Schiff ja nicht einfach

allein lassen.“

Ruhe vor der Bürokratie hat er

dennoch nicht: Einmal stören seine

Blumen am Ufer, ein anderes Mal

gibt es Ärger wegen des Liegeplatzes,

den er eigentlich nur aufgrund

der Fähre hat. „Jetzt hat man auch

noch eine alte Verordnung gefunden,

die besagt, dass ich die Schiffe

im Winter rausstellen muss.“ Ein

laufender Rechtsstreit. Sollte ihn

Franz Scheriau verlieren, verliert

er auch sein Zuhause. „Plan B habe

ich keinen. Dann muss ich unter

der Brücke schlafen.“

Schiffmuseum Vienna

KEINE BRIEFMARKEN

Und noch etwas bedroht den Fortbestand

des schwimmenden Kulturguts:

Ein Nachfolger, der nicht

nur Franz’ Lebenswerk, sondern

auch die Pflege der Schiffe übernimmt,

ist nicht in Sicht. „Schiffe

sind ja leider keine Briefmarken,

sie machen viel Arbeit.“

Diese Arbeit wird dem inzwischen

70-Jährigen von Jahr zu Jahr

beschwerlicher. Gerne würde er mit

seiner Lebensgefährtin Roswitha

auf einem Hausboot die europäischen

Wasserstraßen erkunden.

„Aber als Kapitän gibt man nicht

auf. Ums Schiff wird bis zum Letzten

gekämpft.“ Erst recht um ein

Kaiserschiff.


Gemeinsam mit Museumsdirektor Walter Haider betreibt der ehemalige Hochseekapitän Franz Scheriau das Schiffmuseum

Wien. Es zeigt eine Sammlung historischer Schiffe, die am Donauufer vertäut sind (Hafenzufahrtsstraße 17, 1020 Wien). Täglich

geöffnet von 12–20 Uhr, Anmeldung erbeten. Führungen: min. 5, max. 8 Pers. (je € 8,–). Buchung: Tel. 0660/119 17 19, E-Mail:

è schiffmuseum@gmail.com

Im ausgehenden 19. Jh. wurden Waren vom Schwarzen Meer und aus den an der Donau liegenden Kronländern nach Wien

transportiert. Die Lastkähne wurden von Dampfschleppern die Donau hinauf gezogen. Der letzte Dampfschlepper seiner Art,

das 1914 gebaute Kaiserschiff Frédéric Mistral, kann besichtigt werden. Begehbar sind die Geheimkabine des Monarchen,

der große Salon, die Mannschaftsquartiere, die Offiziersmesse, die luxuriösen Kapitänskajüten, der imposante Steuerstand

auf der Kommandobrücke und der Maschinenraum mit seinem drei Meter hohen Dampfkessel.

Zu sehen sind u. a. auch der Eisbrecher Arthur (1955), das bis 1989 einzige schwimmende Zollhaus Europas Kranich

sowie die Arche Dimetor mit Gemüsegarten – einst Messschiff, mit dem die Fahrrinne der Donau ermittelt wurde.

è www.schiffmuseum.at

22 5/2021


Genießen Sie einen

sicheren Aufenthalt

vom “Willkommen” bis zum “Auf Wiedersehen”

PHOTO: SESTRICA VELA, LIGHTHOUSE TAJER (ZORAN JELAČA)

Weitere Informationen finden Sie unter safestayincroatia.hr


Ein Mekka für

Biograd

Abseits der klassischen touristischen Hotspots wie Rovinj im Norden oder Dubrovnik im Süden hat sich still

und leise Biograd in der Mitte Kroatiens zu einem Publikumsmagneten für Wassersporttouristen gemausert.

Auch deswegen, weil sich das verträumte Städtchen seine Ursprünglichkeit bis heute bewahren konnte.

Text TAHSIN ÖZEN

Dass der Magnet als Quell

der Anziehungskraft nicht

in der Altstadt, sondern

unmittelbar davor im

Wasser zu finden ist, steht fest: Mit

rund eintausend Liegeplätzen, die

hunderte Yachten internationaler

Charteragenturen beherbergen, sind

die Marinas Kornati und Šangulin

für Yachties meist die ersten Stationen

in Biograd.

Zum Vergleich: Das Städtchen

selbst zählt gerade einmal 5.700

Einwohner. Platzangst muss man

beim Bummeln durch die alten

Gassen dennoch nicht haben –

so richtig voll wird es hier nie.

Insider wissen, dass die meisten

Yachties möglichst noch am selben

Tag auslaufen möchten. Kein Wunder,

liegen doch die dalmatinischen

Inseln samt Nationalpark Kornati

wie Kronjuwelen vor den Toren der

Stadt. Insider laufen aber einen Tag

später aus und einen Tag früher

wieder ein – oder hängen gleich ein

paar Tage nach dem Törn an.

Das erspart nicht nur Zeit und

Stress (etappenbedingt volle Buchten

und Liegeplätze, Stau an der

Tankstelle etc.), sondern eröffnet

auch reizvolle Gelegenheiten, die

Schätze Biograds in aller Ruhe zu

erkunden.

WENIGER IST MEHR

Historisch gesehen gibt es deren

nicht bedeutende, als Königs- und

Bischofssitz wurde Biograd von

zahlreichen Kriegen und Verwüstungen

heimgesucht. Der Dom ist

zerstört, die Bazilika Svetog Ivana

nur noch teilweise erhalten. Die

einfachen Bürger aber haben ihre

Stadt niemals aufgegeben, wie ein

Spaziergang durch die verwinkelten

Gassen entlang der mittelalterlichen

Häuser zeigt.

Viele von ihnen leben noch heute

vom einfachen Fischfang und lassen

sich gerne auf die Finger schauen,

wenn sie an der Hafenmole ihre

Netze flicken. Den Tagesfang nehmen

ihnen die Konobas für gutes

Geld gerne ab, die zahlreich entlang

der Uferpromenade zu finden sind.

Wie beispielsweise das Bistro

Europa – leicht zu erkennen an den

bunten Holzstühlen und -tischen

vor und der hippen Einrichtung mit

Im Pašman-Kanal.

Rechts Biograd mit

der Marina Kornati,

gleich links davon im

Kreisrund die Altstadt.

24 5/2021

FOTOS: GERT SCHMIDLEITNER (1), TAHSIN ÖZEN (1), SHUTTERSTOCK (6)


Yachties

alten Accessoires in der Gastwirtschaft.

Hier wird nicht nur einfache

dalmatinische Küche serviert, sondern

es werden auch regionale

Weine und erfrischende Cocktails

kredenzt – Meerblick inklusive.

BÜHNE AM MEER

Freilich nicht zu tief ins Glas blicken

sollte man als Teilnehmer

einer Regatta – und deren gibt es

viele in und um Biograd. So macht

beispielsweise auch der von Pitter

Yachtcharter veranstaltete und weit

über die Landesgrenzen hinaus

bekannte Kornati Cup hier Halt.

Heuer feiert diese von Fahrtenseglern

sehr geschätzte Regatta ihr

20­ Jahre­ Jubiläum, gesegelt wird

sie von 16. bis 20. Oktober (Murter–

Piškera–Žut–Biograd–Murter).

Eine sehr gute Zeit übrigens, um

Biograd zu besuchen und noch ein

letztes Mal im Jahr Sommer zu tanken:

Mild das Wetter, noch warm

das Meer und ebenfalls angesagt

ist die Biograd Boat Show – mehr

darüber auf der nächsten Seite.

Kroatien, Biograd na Moru

Marinas. Mit der Eröffnung der Marina Kornati 1974 wurde der Grundstein für den Yachttourismus

in Biograd gelegt. Zusammen mit der Marina Šangulin im südlichen Teil stehen

rund 1.000 Liegeplätze inkl. kompletter Infrastruktur zur Verfügung.

è www.www.marinakornati.com è www.sangulin.hr

Hotel-Tipp. Die Ilirija-Gruppe verfügt in Biograd über mehrere Hotels und Villen und ist

zugleich auch Betreiber der Marina Kornati. è www.ilirijabiograd.com

Lokal-Tipp. Konoba Bistro Europa. Kroatisch-mediterrane Küche,

fangfrische Fische, hausgemachte Pasta. Tel. +385/2338 3961.

Kultur-Tipp. Im Heimatmuseum am Hafen sind u. a.

erstaunlich gut erhaltene Kostbarkeiten eines 1583

im Pašman-Kanal gesunkenen venezianischen

Handelsschiffs zu sehen. Tel. +385/2338 3721.

Strand-Tipp. Im Südosten (ab dem Hotel

Ilirija) folgt umgeben von Kiefernwäldern

dem Kiesstrand Dražica der Sandstrand

Soline. Mehr Infos: è www.croatia.hr

Hafenmole mit Fischerbooten.

Fischer bei der Arbeit.

In der Konoba Europa …

… bei Kalamari oder Fisch.

Selbst der Kornati Cup

macht in Biograd Halt.

Die wenigen Reste der einstigen

Kronstadt für Könige und Bischöfe.

5/2021 25


Herbstmessen

FOTO: VERANSTALTER

Slow Food & Show

Fast schon rekordverdächtig: Ohne Unterbrechung geht seit 20 Jahren die Biograd Boat Show übers Wasser.

Und die Vorzeichen stehen gut, dass dies auch heuer wieder geschmackvoll gelingen dürfte.

Text TAHSIN ÖZEN

So konnten letztes Jahr

nur drei Nautikmessen

ihre Pforten öffnen, die

Biograd Boat Show (BBS)

war eine davon. Die Ilirija-Gruppe

hat sich während der Pandemie

als sicherer und professioneller

Ver anstalter profiliert, was selbst

für ein Goldmitglied der International

Federation of Boat Show

Orga nizers (FBSO) keine leichte

Auf gabe war.

Das sehr zur Freude der Branche,

ist die größte Bootsmesse Kroatiens,

die heuer von 20. bis 24. Oktober

stattfindet, über die Jahre zum

wichtigsten In-Water-Event im

CEE-Raum avanciert. „Die große

Beliebtheit Kroatiens als Reiseziel

für Yachties spielt dabei eine zentrale

Rolle – und genau das spiegelt

sich alljährlich in unserem vielfältigen

Veranstaltungskalender wider“,

erklärt Milan Šangulin, Direktor

der BBS.

Neben heimischen und inter ­

nationalen Werften und Händlern

zeigen alljährlich auch zahlreiche

Vercharterer, Versicherer und andere

Dienstleister hier ihr Bestes.

Mit Biograd B2B wurde aber auch

eine Business-to-Business-Plattform

entwickelt, die Aussteller und

andere Geschäftstreibende in der

Branche zusammenbringen soll –

von 20. bis 22. Oktober ist auch die

kroatische Wirtschaftskammer mit

an Bord. Die Croatia Charter Expo

(21.–22. Oktober) hingegen dient

der Vernetzung von Flottenbetreibern,

Vercharterern etc.

Klingt nach Business, Geschäftsleuten

in grauen Anzügen und vollen

Terminkalendern, ist es aber

gar nicht. Für den klassischen

Messebesucher ist die BBS auch

eine schöne Gelegenheit, um die

Sommersaison 2021 beschaulich

ausklingen zu lassen. Die Hafenpromenade

der Altstadt ist vom

Messegeschehen auf dem Gelände

der Marina Kornati nur wenige

Schritte entfernt. Und so ergibt es

sich, dass so manches Business-

„Die große Beliebtheit

Kroatiens als Reiseziel

für Yachties spielt

für die BBS eine

zentrale Rolle.“

Milan Šangulin, Direktor BBS

Meeting und so mancher Deal in

einem der vielen Konobas bei mediterranem

Slow Food und ohne

Hektik über die Bühne gehen.

Dass man in diesem Mekka für

Yachties (siehe Bericht auf den

Seiten 24/25) um diese Jahreszeit

auch eine Yacht für einen Törn abseits

der Massen chartern kann, ist

an dieser Stelle natürlich ebenfalls

zu erwähnen.


Biograd Boat Show 2021

Von 20. bis 24. Oktober, Mittwoch bis Sonntag, täglich 10 bis 18 Uhr. Croatia Charter Expo

von 21. bis 22. Oktober. Biograd B2B „Croatian Nautical Days“ der kroatischen Wirtschaftskammer

von 20. bis 22. Oktober. Mehr Infos, Preise, Tickets etc. online unter

è www.bbs.com.hr

26 5/2021


XX

XX

16.–21. SEPTEMBER 2021

Salonfähig

in Genua

ITALIEN. Will man edles Design und

hochwertige Materialien sehen, so

blickt man auch auf wassersportlicher

Ebene gerne zu unseren südlichen

Nachbarn. Im September lohnt sich

dann auch der Abstecher nach Genua,

um auf dem Salone Nautico Yachten

und Zubehör made in Italy in Hülle

und Fülle zu erleben.

Auf über 200.000 m 2 Schaufläche

finden natürlich auch anderer Länder

Aussteller Platz, was die größte Bootsmesse

Italiens zu einem internationalen

Event der Superlative macht.

Und das in vier Dimensionen, wie die

Veranstalter betonen: erstens als Tech-

Trade-Messe für Komponenten und

Ausrüstungen, zweitens als Segelbootmesse

(Sailing World), drittens als

Schauplatz für Außenbordmotorboote

(Boat Dis covery) und viertens als eine

Yacht- und Super yacht-Show.

è www.salonenautico.com

XX

XX

7.–10. OKTOBER 2021

Second Hand

Multihulls

FRANKREICH. Gab es vor der Pandemie

noch ein Meer voller Gebraucht-

Yachten, so ist dieses während der

Lockdowns in aller Welt ausgetrocknet.

Überall? Nein! Ein kleines Städtchen

in Südfrankreich namens Caneten-Roussillon,

das sich einen Namen

als Austragungsort für eine Second-

Hand-Multihull-Messe gemacht hat,

will auch heuer wieder ihrem guten

Ruf gerecht werden.

Schon im letzten Jahr konnte Les

Occasions du Multicoque trotz

aller Umstände im kleineren Rahmen

stattfinden, heuer will man wieder an

die guten alten Zeiten anschließen.

Mit an Bord sind unter anderem Catana/Bali,

Lagoon, Fountaine Pajot und

Privilège, um passenderweise ein paar

FOTO: DOMINIQUE DAVID

französische Werften zu nennen. Zu

erstehen gibt es verschiedene Modelle

von der 12 Meter langen Leopard 40

bis zur 18,6 Meter langen Ice Yacht 61.

è www.lesoccasionsdumulticoque.com

FOTO: DOMINIQUE DAVID

Besuchen Sie uns:

Cannes Yacht Festival

7.–12. September 2021

Interboot

18.–26. September 2021

Bootshändler • Bootsservice

TopYacht

www.topyacht.eu


Herbstmessen

Adrett an der

Croisette

Nach

einem Jahr unfreiwilliger Pause öffnet das Cannes Yachting

Festival vom 7. bis 12. September wieder seine Pforten. Wieder

mit zwei Ausstellungshäfen und jeder Menge Weltpremieren.

Text WOLFGANG GEMÜND

Ja! Nein! Ja! Und dann schlussendlich:

Nein! Letztes Jahr

musste das Cannes Yachting

Festival aufgrund der Corona-Pandemie

die Segel streichen. Nach

einem Jahr Pause will sich aber

Europas bedeutendste In-Water-

Bootsmesse glanzvoller denn je

präsentieren.

Zum einen drängen die Werften

nach der Absage der Düsseldorfer

Bootsmesse darauf, ihre Neuheiten

einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen

zu dürfen. So sollen heuer

in Cannes 450 Motor yachten und

115 Segelboote präsentiert werden,

darunter 150 Weltpremieren.

Zum anderen wird man nach

2019 auch heuer wieder zwei Häfen

als Ausstellungszentren zur Verfügung

haben: Neben dem Vieux

Port, wo die Motorboote ihr Revier

haben, wird der am anderen Ende

der Promenade de la Croisette

liegende Port Canto für das

Zurschaustellen der Segelschiffe

genutzt – man verfügt also über

ausreichend Platz, um all die Neuheiten

angemessen vorführen zu

können.

Die beiden Standorte sind durch

einen regelmäßigen Schiffs- und

Bus-Shuttle-Service verbunden,

der alle 15 Minuten fährt – die

Besucher müssen lediglich ihre

Messe-Tickets vorzeigen, um diese

kostenlosen Dienste in Anspruch

zu nehmen.

Da man ein Jahr lang Zeit zum

Nachdenken hatte, haben sich die

Organisatoren für heuer einiges

Neues einfallen lassen. So z. B. den

Innovation Space im Port Canto, in

dem Startups aus dem nautischen

Sektor vorgestellt werden, die neue

Technologien oder Dienstleistungen

mit hohem Mehrwert anbieten.

Im Vieux Port hingegen wurde ein

Bereich für elektrische und hybride

Boote reserviert, darunter auch für

Boote der Edelwerft Marian vom

Wolfgangsee.

Eher den Sicherheitsmaßnahmen

geschuldet ist ein weiteres Novum:

Für Probefahrten wird ein Areal

außerhalb des Ausstellungsbereichs

reserviert, der die Besucherströme

im Hafengebiet reduzieren und einen

schnellen und direkten Zugang

zum offenen Meer bieten soll.

Cannes Yachting Festival 2021

Geöffnet von Dienstag bis Samstag (7.–11. September) von 10 bis 19 Uhr. Am Sonntag

(12. September) von 10 bis 18 Uhr. Late Opening am Freitag (10. September) bis 22 Uhr.

Eintrittspreise ab 18 Euro, freier Eintritt für Kinder bis zum 10. Lebensjahr.

è www.cannesyachtingfestival.com

FOTO: VERANSTALTER

28 5/2021


Topseller

LUXUS AUF 20 METERN. Viel Platz,

viel Licht, viel Komfort: Auch mit

der neuen Sirena 68 bleibt die junge

türkische Werft Sirena ihrem

Erfolgs rezept treu.

Das fünfte Modell der Werft feiert

in Cannes offiziell Weltpremiere und

wurde wieder von der argentinischen

Design-Legende German

Frers entworfen. Besichtigen werden

das erste Modell bestimmt jene

elf Käufer, die die Sirena 68 schon

vom Zeichenbrett weg (die ersten

Renderings gab es erst im April)

gekauft haben.

è www.sirenayachts.com

Dominante Flybridge

auf der Sirena 68.

Viel Glas macht Spaß

Fountaine Pajots Kleinster.

EINSTIEGSKAT. Mit der MY 4.S

stellt Fountaine Pajot in Cannes

sein neues Einstiegsmodell vor. Der

schlanke 11-Meter-Motorkat mit der

auffälligen Rumpfverglasung wird in

einer Maestro-Version (drei Kabinen

und zwei Bäder) oder einer Quartett-

Version (vier Kabinen und zwei Bäder)

erhältlich sein. Flybridge gibt es

keine, die Länge reicht wohl nicht

aus. Dafür kann das Dach optional

elektrisch geöffnet oder geschlossen

werden. Motorisiert wird der Kat

standardmäßig mit 2 x 150 PS starken

Yanmar-Motoren, auf Wunsch und

gegen Aufpreis sind auch kräftige

2 x 250 PS möglich.

è www.captivayachting.com

Mit Ecken und Kanten

EXPLORERYACHT. In Cannes

wird Numarine erstmals seine

37XP ausstellen. Der kantige

Verdränger erinnert sehr an

die vor vier Jahren vorgestellte

32XP, hat auch die gleiche Breite

wie die kleine Schwester, nur

wurden vier Meter vor dem

Maschinenraumschott hinzugefügt,

um mehr Plätz für die

Gäste- und Crewunterkünfte

zu schaffen sowie das Oberdeck

und die Sky Lounge elegant zu

ver größern.

Während Baunummer 1 in

Cannes zu sehen ist, wird schon

an der zweiten Yacht gebaut,

die Anfang 2022 an den neuen

Eigner ausgeliefert werden soll.

è www.numarine.com

37XP: In Cannes in natura zu sehen.

Halbverdränger

Palm Beach GT60.

Sportsfreund

FLAGGSCHIFF. Die 1995 in Australien

gegründete und 2014 von Grand Banks

Yachts (USA) gekaufte Werft Palm Beach

bringt mit der GT60 ihr neues Flaggschiff

nach Cannes. Der Halbgleiter mit zwei

Volvo IPS 1350-Motoren mit einer Gesamtleistung

von 2.000 PS bringt jene

Kraft, Effizienz und Laufruhe mit, für

die Palm Beach bekannt ist. Als GT mit

mehr Extras für Sport und Spaß.

è www.palmbeachmotoryachts.com

5/2021 29


Herbstmessen

Aus 3 mach 4

NEUES FLAGGSCHIFF. Mit gleich

18 Yachten legt die italienische Edelwerft

Azimut beim Cannes Yachting

Festival im Vieux Port an, darunter

mit vier Weltpremieren. Azimut 53

und Azimut 68 bereichern das Segment

der Flybridge-Cruiser, die

Magellano 66 bildet die neue Mitte

der stylischen Trawleryachten-Reihe

und mit der Grande Trideck stellt

Azimut sein neues, 38 Meter langes

Flaggschiff vor (alles darüber firmiert

unter dem Markennamen Benetti).

Zählt man die Terrassen der Trideck,

kommt man auf die Zahl vier –

zwischen Oberdeck und Beach-Club

haben die Italiener im Heck nämlich

noch eine Art Mezzanin mit großem

Loungebereich eingezogen. Der

Rumpf wurde aus GFK, die Aufbauten

aus Carbon hergestellt, Letzteres

soll sechs Tonnen an Gewicht eingespart

haben (was sich aber bei

190 Tonnen Gesamtverdrängung

etwas relativiert). Weitere Eckdaten:

Platz für zehn Passagiere und sechs

Crewmitglieder, Dieselmotoren bis

2 x 2.600 PS, Topspeed bis 24 Knoten

und eine Batteriekapazität von satten

Die Grande Trideck mit viel

Luxus und vier Decks.

130 kW/h, was für eine bis zu acht

Stunden dauernde, generatorlose

Nachtruhe sorgt.

è www.yacht-werk.com

News auch aus dem Hause Yachtwerk, Österreich-

Händler für Azimut-Yachten: Margarete Feichtner

ist neue Verkaufsleiterin und erste Ansprechperson.

feichtner@yacht-werk.de

Custom & Carbon

Fast 30 Meter Carbon.

LUXUS-RENNYACHT. Beim Cannes

Yachting Festival wird die deutsche, auf

Carbon-Segelyachten der luxuriösen Art

spezialisierte Werft YYachts erstmals

mit der gesamten Modellpalette vertreten

sein. Neben der Y7 und der Y8 wird

mit der Tripp 90 ein 29,77 Meter langes,

maßgeschneidertes Flaggschiff vorgestellt.

Die vom US-Designer Bill Tripp

entworfene Carbon-Slup Prevail ist von

ihrem Eigner sowohl für Urlaubstörns

als auch für den Einsatz auf Regatten vorgesehen.

Dementsprechend stehen am

Großbaum und am Vorstag fast 400 m 2

Segelfläche zur Verfügung. Für vielseitige

Einsätze sorgt ein Liftkiel, der den

Tiefgang von 4,64 bis 2,81 m verkürzt.

è www.yyachts.de

Flower Power

SUPERYACHTEN. In Cannes hat

Benetti Großes vor – mit der

Delfino 95, der Oasis 40M und der

Motopanfilo 37 stellt die italienische

Luxuswerft gleich drei Superyachten

vor. Interessantestes Ausstellungsstück

ist die hochelegante Motopanfilo,

mit der Benetti in Form und

Farben eine legendäre Luxusyacht

aus den 1960er-Jahren zitiert.

Die Technik entspricht natürlich

dem neuesten Stand, darunter die

beiden MAN V12-Motoren mit

Leistung bis zu je 1.213 kW, die der

Yacht eine Höchstgeschwindigkeit

von 18 Knoten garantieren, mit einer

Reichweite von 3.800 Seemeilen bei

einer Reisegeschwindigkeit von

10 Knoten.

è www.benettiyachts.it

Im Zeichen der 1960er-Jahre: Motopanfilo 37.

30 5/2021


Unverwüstlich

Besser fischen mit

der 280 Vantage.

EUROPA-DEBÜTS. Zwar mit keinen

Welt-, dafür aber mit zwei Europapremieren

kann Boston Whaler

in Cannes aufwarten. Die vielseitig

einsetzbare 280 Vantage wurde mit

einem integrierten Edelstahl-Rutenhalter

und zwei großen Fischkästen

im Cockpit noch angeltauglicher gemacht.

Sehr praktisch die verstaubare

Grillstation, auf der der Fang gleich

zubereitet werden kann. Die 325 Conquest

markiert nun die neue Mitte bei

den Kabinencruisern und verfügt

über einen neuen Rumpf für verbesserte

Gleitfähigkeit und Stabilität.

è www.topyacht.eu

Sieben auf einen Streich

FAMILIENAUFSTELLUNG. Gleich

sieben Boote stellt Invictus im

Vieux Port in Cannes aus. Darunter –

als Weltpremiere – mit der SX 200

das erste Modell der neuen Capoforte-Reihe

und mit der TT 460 das

Flaggschiff der italienischen Werft.

Schönheit und Vielseitigkeit soll die

Capoforte-Linie auszeichnen. Bei der

SX 200 bekommt man eine Ahnung,

was damit gemeint ist: Edle Materialien,

Bug und Heck lassen sich in Essoder

Sonnenmodus verwandeln, viel

Stauraum unter den Sitzen, Außenborder

von 100 bis 150 PS.

è www.invictus-boote.de

Vielseitigkeit ist bei

der SX 200 Trumpf.


Herbstmessen

FOTO: VERANSTALTER

60 Jahr:

wunderbar!

Vom 18. bis 26. September ist der Bodensee wieder der Nabel der deutschsprachigen Wassersportszene:

Die Interboot lichtet in Friedrichshafen den Anker, dieses Mal sogar als Jubiläums-Edition.

Text WOLFGANG GEMÜND

Als eine der wenigen Wassersport-Messen

konnte die

Interboot im letzten September

zwischen den diversen Lockdowns

stattfinden. Freilich nur mit

umfangreichen Sicherheits- und

Hygienemaßnahmen und in reduziertem

Ausmaß: Statt 460 Aussteller

und über 83.000 Besucher wie

im Jahr 2019 zählte man 2020 nur

200 Aussteller und 29.000 Besucher.

Heuer rechnet man wieder mit

Wachstum: Rund 250 Aussteller

haben sich angemeldet und mehr

Besucher sollten wohl trotz geltender

Corona-Verordnung, die u. a.

3G-Konzept und Maske vorsieht,

auch nach Friedrichshafen finden.

Bei den Messe-Organisatoren

freut man sich jedenfalls auf die

Wassersport-Fans, zumal man diesen

bereits zum 60. Mal (!) Produkte,

Trends und Branchen-Neuheiten

zu den Themen Segel- und Motorboot

präsentieren kann.

Das Konzept ist dasselbe geblieben:

Weltpremieren gibt es am Bodensee

eher wenige (mit der neuen

Sunbeam 32.1 aber aus österreichischer

Sicht eine sehr interessante),

dafür aber ist die Interboot eine

Publikumsmesse, bei der die Besucher

viel selbst ausprobieren können.

Segel- und Motoryachten,

Elektroboote, Schlauchboote, Jollen,

Kanus, Kajaks, Kites, Wakeboards,

Surfbretter, Motoren, Elektronik,

Kleidung und alle Arten von Zubehör

haben in sechs Messehallen und

im Freigelände West ihre Bühne.

Workshops und Seminare beinhaltet

die Interboot Academy: Ob

Bobby Schenks Blauwasserseminar,

Astronavigation, UKW-Funkauffrischung,

Radar-Plotterkurse, Sunset

Cruising, Sunset Sailing oder

Hafenmanöver Fresh-ups – hier

ist für alle Wassersportbegeisterten

etwas Passendes dabei.

Wassersportfans, die sich lieber

im statt auf dem kühlen Nass aufhalten,

kommen auf der Parallelveranstaltung

InterDive auf ihre

Kosten, die am zweiten Interboot-

Wochenende von Donnerstag bis

Sonntag, (23. bis 26. September) in

der Halle B5 stattfindet.

Ob Tauch equipment oder nütz liches

Wissen für das nächste Revier:

Ausstellende Unternehmen und

spannende Vorträge lassen keine

Wünsche offen.


„ Wir wollen der Branche wieder einen

Treffpunkt bieten, den sie verdient hat.

Nach einem Jahr ohne große Wassersportmesse

in Deutschland ist die

Freude bei allen Beteiligten riesig.“

Dirk Kreidenweiss, Projektleiter

Interboot Friedrichshafen 2021

Samstag, 18. September, bis Sonntag, 26. September. Geöffnet von Montag bis Donnerstag

von 10 bis 17 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Tageskarte ab 13 Euro, Preise

für Kombitickets und Interboot-Academy sind je nach Angebot der Homepage zu entnehmen.

Sämtliche Tickets und Parkscheine können nur online gekauft werden!

è www.interboot.de

32 5/2021


Fesch, funktionell

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

MARINE MODE. Die neue Aquatech

Kollektion von Dubarry glänzt mit

leichten Poloshirts sowie funktionalen

Shorts und Skorts aus schnell trocknenden

Materialien und besonderen

Features. So sollen die technischen

Poloshirts Riviera (Damen) und Menton

(Herren) nicht nur Feuchtigkeit

von der Haut ableiten, sondern auch

antimikrobielle Geruchsprävention

bieten. Bei strahlendem Sonnenschein

wären Mann und Frau mit UPF 50

auch vor schädlichen UV-Strahlen

geschützt. Die Atmungsaktivität wird

durch ein perforiertes Gewebe verbessert.

Eine integrierte Schlaufe für die

Sonnenbrille ist ebenso vorhanden

wie ein im Saum verstecktes Brillenreinigungstuch.

Verschiedene Farben,

UVP € 59,– Damen, € 65,– Herren.

Das Corsica Crew-Skort wurde speziell

für Bootsfahrten, Après-Segeln

und den aktiven Einsatz an Land entwickelt.

Der weiche Stoff mit viel

Stretch ist wasserabweisend, langlebig

und bleibt auch nach langer Einwirkung

von Salz und Sonne farbecht.

Verschiedene Farben, UPF 50 UV-

Schutz, UVP € 85,–.

Die Imperia Shorts für Herren wurden

speziell für aktive Wassersportarten

entwickelt. Das schnell trocknende

technische Gewebe ist leicht

dehnbar für perfekte Passform. Die

strapazierfähige, verstärkte Sitzfläche

garantiert eine lange Lebensdauer.

Ein rutschfester Bund und ein hoher

Rücken sorgen für einen sicheren Sitz.

In einer der Taschen befindet sich ein

abnehmbares Brillenputztuch an einer

dehnbaren Schnur, mit dem im Handumdrehen

der Salzsprühnebel von

der Sonnenbrille abgewischt werden

kann. Verschiedene Farben, UPF 50

UV-Schutz, UVP € 119,–.

è www.dubarry.com/eu/de

Die neue, leichte

und atmungsaktive

Aquatech-Kollektion

mit Lichtfaktor 50 UV-

Schutz.

FOTO: UDO REICHMANN

Startklar am 3. Oktober.

Segeln unter Freunden

REGATTA. Mit der Alpe Adria Sai ling week geht

die wohl traditionsreichste Regatta des Yacht Club

Austria von 3. bis 10. Oktober übers Wasser. Austria

Cup, Alpe Adria Cup, Kärntner Cruising Trophy,

Alpe Adria Cruising Cup: Trophäen zu gewinnen gibt

es ab der Marina Punat auf der Insel Krk viele. Während

der Austria Cup aber nur über die (bereits ausgebuchte)

First-35-Einheitsklasse erreichbar ist, sind

für die anderen Bewerbe Teilnehmer in der offenen

Klasse noch herzlich willkommen. Alle Infos inklusive

Charteroptionen und Anmelde möglichkeit online:

è www.aasw.at

BESUCHEN SIE UNS

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Wahlweg 6 / Gewerbegebiet

D-97525 Schwebheim / Schweinfurt

www.bootepfister.de


App-Tipp

App zum

Liegeplatz

Mit seinem im letzten Jahr gegründeten Startup Seasy will der Grazer Jungunternehmer Niklas Baumgartner das Buchen

von Liegeplätzen vereinfachen und bietet sozusagen ein maritimes booking.com, das Yachties und Marinas vernetzen soll.

Ferienwohnungen, Hotelzimmer,

Yachten, Mietautos, ja

selbst Tische in Restaurants

lassen sich schon über diverse Internet-Plattformen

einfach und übersichtlich

buchen. Warum nicht freie

Liegeplätze für Freizeitboote? Das

haben sich schon mehrere Unternehmer

gefragt und entsprechende

Plattformen gegründet oder Apps

entwickelt, über die freie Anlegeplätze

vermittelt werden. Die vielleicht

besten Chancen, europäischer

Marktführer zu werden, hat dabei

das von Niklas Baumgartner gegründete

Startup Seasy mit Sitz in Graz.

„Als passionierter Segler nervte es

mich“, erzählt Baumgartner, „dass

man im digitalen 21. Jahrhundert

immer noch auf Hafenführer in

Papierform zurückgreifen bzw. sich

erst vor Ort – oft mühsam – verständigen

muss.“ Gemeinsam mit

den aus Bratislava stammenden Digital

Natives Martin Olsansky und

Ivana Zemanovicova hob Baumgartner

daher letztes Jahr Seasy aus

der Taufe mit dem Plan, das Leben

auf See einfacher zu machen. Ganz

konkret im ersten Schritt mit einer

Marina-Buchungsplattform für

Yachties. Schon in der Premierensaison

wurden rund 200 Marinas in

Kroatien, Griechenland und Italien

gelistet. Monatlich werden es mehr,

so sind z. B. seit kurzem die ACI

Marinas auf der Plattform buchbar.

An der Ausweitung auf andere Reviere

wie Spanien und Frankreich

wird gearbeitet. Nicht zuletzt dank

eines sechsstelligen Investments in

diesem Frühjahr ist man dem Ziel

Marktführerschaft einen großen

Schritt näher gekommen.

ALLES EASY

Dass Seasy so einfach und erfolgreich

ist, liegt auch daran, dass man

den Marinas die Wahl lässt, sich

ganz dem System anzuvertrauen

oder die App nur als Vermittler zu

nutzen. So ist es dem Yachtie möglich,

den Liegeplatz direkt über

Seasy zu buchen oder nur eine

Buchungsanfrage zu stellen. „Wir

erledigen dann die Kommunikation

zwischen Marina und Segler über

ein integriertes Message Board“,

erklärt Niklas Baumgartner. „In beiden

Fällen ist die Platzreservierung

fix, es gibt also keine bösen Überraschungen

bei der Ankunft am Liegeplatz.“

Fein für Yachties: Es fallen

keine Gebühren oder Abo-Kosten

an, verdienen tut das Startup über

eine Kommission von den Marinas.

Die Vermittlung von freien Liegeplätzen

soll nur der erste Schritt

von Seasy sein, meint Baumgartner.

„Wir arbeiten auch daran, Yachties

künftig via Push-Nachricht vor aufkommenden

Unwettern zu warnen

und über mögliche Anlegeplätze zu

informieren.“

è www.seasy.at

„Als passionierter Segler nervte es mich,

dass man im digitalen 21. Jahrhundert

immer noch auf Hafen führer in

Papierform zurückgreifen muss.“

Niklas Baumgartner, Geschäftsführer Seasy

34 5/2021


Wissen und Meer

Check-in – Check-out

Jedes Mal das Gleiche: Du kommst hundemüde in der Marina an, immerhin bist

du schon um Mitternacht losgefahren, damit du dem Stau an der Grenze entgehst.

Es ist heiß, deine Crew sitzt bereits beim Begrüßungsdrink und der Stützpunkt-

Mitarbeiter begleitet dich durchs Schiff.

Er ist in Eile, denn die anderen

Skipper warten auch

schon auf ihn. Schnell,

schnell muss es gehen: „Du

kennst die Positionen der Ventile?“,

„Die Toiletten funktionieren

prima“, „Segel sind neu, alles gut“,

„Maschine dobro, nema problema“,

„Ganz wichtig: Code für

WiFi ist 1234“.

Du unterschreibst die Check-in-

Liste, obwohl du die Hälfte davon

gar nicht überprüft hast (wie gesagt,

es ist heiß und du möchtest

auch deinen Begrüßungsdrink bestellen).

Du hinterlegst die Kaution,

bekommst die Schiffspapiere,

alles gut, der Törn kann beginnen.

Während des Törns kommst du

dann drauf, was alles nicht passt,

was nicht funktioniert: Wo ist der

Verbandskasten? Wo ist der Ankerball?

Ein Splint an der Reling

ist gebrochen – die Kneifzange ist

ja völlig verrostet und nicht zu

gebrauchen.

Der Urlaubstörn ist viel zu

schnell zu Ende, er war fantastisch,

die Crew ist relaxt. Du

machst beim Stützpunkt fest und

das Procedere wie am ersten Tag

beginnt, nur in umgekehrter Reihenfolge:

Es ist heiß, die Crew

sitzt beim Abschiedsdrink und der

Stützpunktmitarbeiter begleitet

dich durchs Schiff.

Aber plötzlich hat er sehr viel

Zeit, obwohl die anderen Skipper

auch auf die Schiffsabnahme warten.

Zielgerichtet geht er auf die

Decksluke zu: „Da ist ein Sprung

im Glas.“ Er beugt sich über die

Reling: „Da sind Kratzer im Gel­

coat.“ Der Taucher prustet aus

dem Wasser: „Die Yacht hatte

Grundberührung.“

Du stehst fassungslos daneben,

bringst den Mund nicht mehr zu

und denkst dir, welcher Film da

gerade abläuft. Im Marina-Büro

beginnt nun der Kampf um die

hinterlegte Kaution – Ausgang

ungewiss.

FAIRPLAY VOM

START WEG

Natürlich ist mir und der p. t.

Leserschaft bewusst, dass die geschilderten

Aspekte etwas überzogen

sind und wenn schon, dann

höchstens Einzelfälle darstellen.

Aber mit wem immer ich auch

über das Thema spreche, jeder hat

diese, ähnliche oder andere Erlebnisse

zu berichten. Und bevor

sich jetzt die geballte Wut der

Stützpunkt-Mit arbeiter über mich

entlädt, beeile ich mich zu beteuern,

dass es garantiert andere und

positive Er lebnisse beim Checkout

gibt.

Was kannst du also tun, um

nicht abgezockt zu werden und

in eine Fairplay-Situation zu

kommen?

• Mache möglichst viele Fotos,

um den Zustand der Yacht

(Rumpf, Deck, Segel, Interieur

etc.) zu dokumentieren.

• Sei bei den Checklisten

exakt und gründlich.

• Nimm deinen Co-Skipper

oder ein Crewmitglied beim

Check-in mit, vier Augen

sehen bekanntlich mehr

als zwei.

FOTO: SHUTTERSTOCK

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungsreferent

des Yacht Club Austria.

Er ist passionierter

Fahrtensegler und hat

insgesamt so um die

20.000 Seemeilen in

seinen Logbüchern

dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Genauigkeit bei der

Schiffsübernahme

erspart Ärger bei der

Schiffsübergabe.

• Führe eine Mängelliste mit

Datum und Uhrzeit – der

Stützpunkt wird es dir danken,

weil er ja zielgerichtet reparieren

kann.

• Verwende eine eigene Checkliste,

damit jene Dinge, die dir

wichtig sind, nicht unter den

Tisch fallen.

• Notiere den Namen des

Stützpunktmitarbeiters,

damit eine Verbindlichkeit

hergestellt wird.

• Unterschreibe nicht blanko,

gerade Feedbackbögen divergieren

oftmals von den Erlebnissen.

• Dokumentiere allfällige

Schäden, das hilft auch bei

der Schadensregulierung der

Versicherungen.

• Informiere deinen Vercharterer

(Agentur, Veranstalter)

über deine Erlebnisse, auch über

positive, das hilft den Partnern

garantiert.


5/2021 35


Weltklasse

FOTO: PRIVAT

Ich hole

36 5/2021


Sie holte Gold bei den Olympischen

Jugendspielen, einen

Junioren-Weltmeistertitel

und qualifizierte sich schon mit

18 Jahren – als jüngste Teilnehmerin

– für die Olympischen Spiele

2012 in London.

Nach dem Traumstart ging es

in der 470er-Damenklasse erst so

richtig bergauf. Die Kärntnerin

holte mit der Polin Jolanta Ogar

ihre Segel-Traumpartnerin an

Bord, es folgten ein EM- und zwei

WM­ Titel, parallel dazu ging die

Ein bürgerung der polnischen Vor ­

schoterin über die Bühne.

Alles lief wie am Schnürchen,

alle Entbehrungen und das beinharte

Training zu Wasser und zu

Lande machten sich bezahlt. Bis,

ja bis am Ende der Olympischen

Spiele in Rio im Jahr 2016 nicht

mehr als der neunte Platz im Endklassement

zu holen war. Eine

sportliche Trennung, einige Ur ­

laube, ein im Eil tempo abgeschlossener

„Bachelor of Medicine“ und

einige Änderungen im Olympischen

Segelsport später klingt

Vadlau aber wieder ganz altgewohnt:

„Ich hole 2024 noch die

depperte Medaille.“

Ideen dazu standen bereits im

Raum. Eine Zusammenarbeit im

470er mit der Weltklasse-Eisschnellläuferin

Vanessa Herzog

wurde „Wassertests“ unterzogen,

eine mögliche Segelpartnerschaft

mit Andreas Hanakamp in der

2024 in Paris jetzt doch nicht neudie

Medaille

Abseits der in Tokio gelaufenen Olympischen Spiele arbeitet Profi-Seglerin Lara Vadlau an ihrem Comeback,

das sie 2024 in Paris mit Gold krönen will. Die Kärntnerin mit steirischen Wurzeln im Porträt.

Text ROLAND REGNEMER

FOTO: WORLD SAILING

en olympischen „Mixed Offshore“-

Disziplin zwangsläufig abgesagt,

bevor sie überhaupt Fahrt aufnehmen

konnte. Mittlerweile steht fest,

dass „ihr“ Boot, also der 470er,

auch in Frankreich olympisch ge ­

segelt wird. Jedoch nicht mehr in

je einem Damen- und Herrenbewerb,

sondern ebenfalls „mixed“.

Also noch einmal umdenken,

umplanen. Ein Vorschoter war

relativ schnell gefunden. Kein

Wunder, lösten sich ja die auch

international reüssierenden rotweiß-roten

Herrenteams mangels

Perspektive in den letzten Monaten

förmlich auf.

GEWOHNTES FAHRWASSER

In den kommenden Monaten will

die 27-jährige Kärntnerin zurück

in gewohnte Fahrwasser. Das heißt:

unzählige Stunden an hunderten

Segeltagen auf dem Wasser, um zu

der Perfektion in der neuen Teamkonstellation

zu finden, die sie am

Anfang so auszeichnete. Manöver,

Trimm, Taktik und die zugehörige

Rollenverteilung an Bord gilt es mit

dem neuen sportlichen Partner zu

erarbeiten. „Eigentlich haben wir

keinen Trainingsrückstand, da alle

Teams eben neu zusammengemixt

werden“, erklärt Lara Vadlau die

Ausgangslage.

Wie sie zu dem ganzen „Mixed-

Teams-Thema“ steht? „Mir ist völlig

egal, ob ich eine Vorschoterin oder

einen Vorschoter an meiner Seite

habe – das Einzige, was zählt, sind

Leistungsbereitschaft und der absolute

Wille, alle Hindernisse zu überwinden,

um das Ziel zu erreichen.“

Und in drei Jahren die fehlende

Medaille in Händen zu halten.

Lara Vadlau

Lara Vadlau wurde 1994 in der Steiermark geboren und lebt von klein auf im Kärntner

Maria Rain. Mit sieben Jahren kam sie zum Segeln, 2010 gelang bei den Olympischen

J ugend-Sommerspielen in Singapur der große internationale Durchbruch. Nur zwei Jahre

später debütierte sie mit Eva-Maria Schimak bei den Olympischen Spielen. Nach zwei

Welt- und einem Europameistertitel mit Jolanta Ogar verpasste sie als Favoritin in Rio

2016 klar eine Olympiamedaille (9. Platz). 2024 in Paris will sie erneut an den Start gehen.

FOTO: DOMINIC MARSANO

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FOTOS: PRIVAT, JL LHOMOND

Segeln pur

2022 fällt der Startschuss für die dritte Auflage des legendären

Golden Globe Race – und mit Michael Guggenberger will

ein österreichischer Skipper die Herausforderung annehmen.

Kein leichtes Unterfangen, wie er im -Interview verrät.

Segeln wie früher ist dein Motto,

was bedeutet das für dich?

Segeln wie früher bedeutet für

mich Segeln an und für sich. Die

Einfachheit des Segelns. Ohne

viel Technik ein Schiff unter Segel

zu spüren. Über Krängung und

Luvgierigkeit ein Schiff effizient,

schnell, möglichst komfortabel und

sicher zu fahren. Dazu braucht es

keine Elektronik und keine besondere

Hightech-Ausrüstung.

Aber nicht falsch verstehen, ich

steh total auf die neueste Technik,

auf frische, knackige Laminatsegel

auf einem flotten Boot und ich

genieße die Einfachheit der Navigation

auf meinem Kartenplotter,

gekoppelt mit Radar und AIS. Aber

das Gefühl, all diese Gadgets zur

Verfügung zu haben, sie aber nicht

notwendig zu brauchen, gibt mir

eine gelassene Zufriedenheit.

Golden Globe Race – wie bist

du denn darauf gekommen?

Seit ich die Bücher von Moitessier

und Robin Knox-Johnston gelesen

habe, hat Solosegeln für mich eine

besondere Anziehungskraft. Und

als Kopfabenteurer im Segelfieber

bin ich beim Surfen über das GGR

gestolpert. Das war bereits 2015.

Ich habe mich augenblicklich in

diese Idee verliebt und mich auch

angemeldet, war aber leider noch

nicht bereit dafür. Heute, sechs Jahre,

viele Regatten, noch mehr Seemeilen

und einige Ausbildungen

später bin ich fit.

Die Nina ist deine Auserwählte,

wie habt ihr zwei euch gefunden?

Wie so vieles ist auch meine Bootsauswahl

durch Covid-19 beeinflusst

worden. Ursprünglich habe

ich eine Belliure Endurance 35 besessen.

2016 gekauft, sollte die

Mizzi am 17. März 2020 nach

Neunkirchen geliefert und einem

umfassenden Refit unterzogen

werden.

Dieser Plan wurde durch die

Pandemie von heute auf morgen

über den Haufen geworfen. Es folgte

eine Phase der Trauer und Resignation.

Davon erholt, habe ich über

andere Möglichkeiten nachgedacht,

doch noch am Rennen teilzunehmen

und das verlorene halbe Jahr

wieder aufzuholen. Es blieb nur

die Option, auf ein anderes, bereits

fit gemachtes Schiff umzusatteln,

da das Zeitfenster schon eng war.

Also habe ich in der GGR-

2018-Flotte gesucht und Nina gefunden.

Sie ist beim Rennen 2018

gestartet, hat es aber nicht bis ins

Ziel geschafft. Sie war in sehr gutem

Zustand und günstig zu haben.

38 5/2021


den sich meine Chancen deutlich

erhöhen. Denn um aufs Stockerl

zu fahren, muss man nun einmal

das ganze Rennen fahren.

Was wird die größte Herausforderung

auf dem Wasser sein?

Ganz klar die Einsamkeit. Beim

Solo-Segeln komme ich zwar

schnell in eine Routine, die den

Tag ausfüllt, aber das Gefühl der

Einsamkeit wird wohl immer wieder

durchbrechen. Nina hingegen

muss bereits vor dem Start perfekt

in Schuss sein. Sie muss die Strecke,

die ein Durchschnittsboot

über ein gesamtes Bootsleben

hindurch fährt, in einem Stück

bewältigen. Einmal auf See, bleibt

da nicht mehr viel Spielraum.

Seit 2015 schwärmt

Michael Guggenberger

vom Golden Globe Race,

2022 will er selbst mit

Nina an den Start

gehen.

Welche Qualifikationen bringt

sie mit, welche du?

Nina ist die Rumpfnummer 1 der

Serie Biscay 36 von Falmouth Boat

Construction und wurde von ihrem

Voreigner Antoine Cousot durch

ebendiese Werft einem sehr intensiven

Refit unterzogen. Dabei wurde

die gesamte Deckstruktur von

innen verstärkt, die Deck-Rumpf-

Verbindung aufgedoppelt und die

Aufnahmen für die Püttings am

Rumpf wurden erneuert. Dann

noch neuer Motor, neues Rigg,

neue Segel und neuer Anstrich,

damit Nina auch optisch performt.

Ich selbst habe im letzten halben

Jahr noch ein neues elektrisches

System installiert, die In nen ausbau

ten neu montiert und lackiert,

eine neue Pantry mit Kühlschrank

eingebaut, eine Windfahnensteuerung

am Heck montiert und viele

andere kleinere Dinge erledigt.

Ein erster Testlauf für zehn Tage

und 1.300 Seemeilen hat einige

Kinderkrankheiten aufgezeigt, von

denen viele bereits behoben sind.

Das nächste Jahr werde ich immer

wieder für ein bis zwei Wochen

ausfahren und das Augenmerk

auf weitere Details richten.

Zu meinem persönlichen Werdegang:

Ich habe 2010 mit dem Segeln

begonnen und 2013 meinen

FB2 bestanden. Danach habe ich

eine Ausbildung zum RYA Offshore

Sailing Instructor abgeschlossen,

halte derzeit einen FB3 und arbeite

an meinem FB4 – da fehlt nur noch

die praktische Prüfung. Am Attersee

bin ich in einem Regattateam

auf einer Ufo 22 unterwegs und

mittlerweile arbeite ich auch als

Segeltrainer für den YCA sowie für

private Segelschulen, organisiere

eigene Trainings und Törns.

Wie laufen die Vorbereitungen

für euer großes Abenteuer?

Alles in allem fühle ich mich gut

im Plan. Mein Ziel war es, eineinhalb

Jahre vor dem Rennen ein

fertiges Schiff zu haben, das ist

mir schon einmal gelungen. Don

McIntyre hat das Credo „Planning,

Preparation, Execution“, ich bin

bereits im Preparation-Teil.

Momentan setze ich sehr viel

meiner Energie dafür ein, einen

starken Partner zu finden, mit dem

ich gemeinsam dieses ganz besondere

Abenteuer bestreiten kann.

Mit einem größeren Budget wür­

Was weißt du über deine Mitbewerber

und wie schätzt du deine Chancen ein?

Einige Starter kenne ich bereits

persönlich. Die Flotte ist gut

durchmischt mit allerhand Skill-

Levels. Da gibt es einige relativ unerfahrene

Segler und einige Vollprofis.

Ich selbst sehe mich da im

Mittelfeld. Fakt ist, dass selbst die

Besten auf ein Quäntchen Glück

angewiesen sind – beim GGR 2018

haben ja mehrfach auch sehr routinierte

Segler wegen technischer

Gebrechen aufgeben müssen.

Ich glaube, dass das GGR 2022

bis zu einem gewissen Grad bereits

vor dem Rennen mit solider Vorbereitung

von Schiff und Skipper

entschieden wird. Eben dieser Vorbereitung

widme ich mich seit

einem Jahr in Vollzeit – und werde

das bis zum Start weiterhin tun.

Solo nonstop um die Welt

Golden Globe Race. Das erste GGR wurde 1968 gesegelt

und vom Briten Robin Knox-Johnston (nach 312 Tagen)

gewonnen. Zum 50er-Jubiläum fand 2018 die Neuauflage

der Hochseeregatta statt, die der Franzose Jean-Luc

Van Den Heede (nach 212 Tagen) für sich entschied.

Das nächste GGR startet am 26. Juli 2022. Mehr Infos:

è www.goldengloberace.com

Michael Guggenberger. Der Skipper, YCA-Trainer und

Offshore Sailing Instructor mit dem Ziel, als erster Österreicher

am Golden Globe Race teilzunehmen. Mehr Infos:

è www.captaingugg.com

5/2021 39


xxxxx xxxx

Auf

Muschel-

suche

Von

Schalentieren zu barem Geld war es in den 1970er-Jahren

kein weiter Weg. In der Praxis natürlich schon, wie Wolfgang

Hausner aus eigener Erfahrung berichtet. Für ihn war das

Sammeln nicht nur Leidenschaft, sondern auch wichtige

Einnahmequelle in den frühen Jahren seiner Weltumsegelung.

Text und Fotos WOLFGANG HAUSNER

Angefangen hat mein Interesse

für die Mollusken

1971 auf den Galapagos-

Inseln, als ich dort Conus­

Schnecken für einen deutschen

Wissenschaftler sammelte. Diese

Kegelschnecken mussten genau

katalogisiert (Fundort, Datum,

Wassertiefe, Bodenbeschaffenheit,

Uhrzeit) und in Alkohol konserviert

werden. Ich schickte ihm dann eine

Schuhschachtel voller Präparate, er

revanchierte sich mit einer Bezahlung

und einem Bestimmungsbuch

für Mollusken. Wenn ich der Einfachheit

halber von „Muscheln“

rede, sind Schnecken und Muscheln

gemeint, wobei die Schnecken zahlenmäßig

bei weitem überwiegen.

Diese Tätigkeit nahm in den

folgenden Jahren eine gewisse Vorrangstellung

ein. In einer Gegend,

die man noch nicht kennt, ist das

umso interessanter, weil man nicht

weiß, was es überhaupt zu finden

gibt. Da geht es weniger um die häufigen

Arten, sondern um jene Exemplare,

die entweder selten oder nur

begrenzt in einem ge wissen Gebiet

auftreten. In beiden Fällen handelt es

sich dann um oft begehrte Sammelobjekte.

Für mich war damals das Sammeln

und Tauchen nach Muscheln

eine Lieblingsbeschäftigung, die

mich in frühen Jahren lange Zeit

finanziell über Wasser gehalten hat.

Eine Art von moderner Schatz suche,

bei der man wahrscheinlich mehr

Chancen hat, fündig zu werden, als

in alten Wracks, die man erst aufspüren

muss.

40 5/2021


FOTOS: SHUTTERSTOCK (2)

BARES FÜR RARES

Was bestimmte Schnecken kostbar

macht, ist der Marktwert. Der existiert

deshalb, weil es auf der ganzen

Welt gut drei Millionen Sammler

von Schneckenschalen gibt. Es

funktioniert nach dem Angebotund-Nachfrage-Prinzip.

Im Pazifik,

wo es die meisten Muscheln gibt,

aber wenig Interesse besteht, sind

die Preise für häufige Arten niedrig.

Die Einheimischen haben Schnecken

früher als Zahlungsmittel

(„Cypraea moneta“, die „Money

Cowry“) verwendet und heute noch

für zeremonielle Zwecke, abgesehen

davon ist das lokale Interesse an

Schneckenschalen gering.

Eine Ausnahme sind die kommerziell

verwertbaren Arten, etwa

Trochus, die einstmals zur Knopfherstellung

verwendet, jetzt aber

durch andere Materialien ersetzt

wurde – und natürlich Perlmutter.

Die Suche nach Perlen selbst ist uninteressant,

man müsste tausend

Muscheln aufknacken, um eine

natürliche Perle zu finden. Bei den

einheimischen Tauchern liegt die

Sache anders, da geht es nur um das

Kilogeschäft mit den Perlmutter-

Schalen und etwaige gefundene

Perlen sind eine feine Draufgabe.

Schnecken und Muscheln sind

katalogisiert, aber dennoch ist eine

exakte Erfassung des Marktwerts

kaum möglich, denn bei einer

Schale kommt es vor allem auf

den Zustand an. Sie muss lebend

auf geklaubt worden sein, Farbe

und Musterung spielen eine zentrale

Rolle, spezielle Unter- oder Übergrößen

haben besonderen

Raritätenwert.

GOLD-KAURIS

Ein Beispiel für eine schon ziemlich

wertvolle bekannte Schneckenart

(zum Unterschied von den seltenen,

unscheinbaren Exemplaren, die nur

für Wissenschaftler interessant sind)

ist die Gold-Kauri (Cypraea aurantium),

die im Bereich der Fidschi-

Inseln, Neuguineas und der Philippinen

vorkommt. Der Liebhaber

bezahlte für eine Schale in den

1970er-Jahren 200 US-Dollar, mittlerweile

sind die Preise wegen Überangeboten

drastisch gesunken.

Doch der Status einer Muschelschale

kann sich praktisch über

Nacht ändern. So wie bei der kleinen

Kauri Cypraea caput draconis,

die nur auf der Osterinsel vorkommt.

1972 sammelte ich dort

diese Porzellanschnecken, die ich

in Tahiti mit Gewinn verkaufen

oder gegen andere Schalen eintauschen

konnte. Aber bald danach

begann die chilenische Fluglinie

einmal wöchentlich Tahiti anzufliegen,

mit Zwischenstopp auf der

Osterinsel. Sofort ließ sich ein findiger

Muschelhändler auf Tahiti einen

Sack der besagten Kauris kommen

und der Preis für die Schalen sackte

weltweit ab.

Die Blütezeit des internationalen

Schneckenhandels fiel in die späten

1970er-Jahre. Genau der Zeitpunkt,

an dem ich den Bau von Taboo III

anging, nachdem ich zuvor meinen

ersten Kat Taboo auf einem unverzeichneten

Riff in Papua-Neuguinea

verloren hatte. Zum Sammeln selbst

hatte ich keine Zeit, also verlegte ich

mich auf den Kauf und Verkauf

wertvoller Schalen. Regelmäßig fuhr

ich nach Punta Engaño auf der Insel

Mactan, direkt gegenüber von Cebu

City, wo einige Schneckenfischer

ansässig waren. Keine Meile entfernt

von dem Platz, wo Magellan

1521 in einem Kampf mit aufrührerischen

Einheimischen den Tod

fand. Es ist denkbar, dass Nachfahren

des Häuptlings Lapu-Lapu oder

seiner Mannen mir später wertvolle

Schalen verkauften, die sie mit

Netzen aus einer Tiefe von bis

zu 200 Metern hochgeholt hatten.

Die begehrten Gold-Kauris

kamen von weiter her und wurden

durch Jorge Escoto angeliefert,

den ich aus der Zeit kannte, als ich

selbst diese Porzellanschnecken auf

der Insel Samar ganz im Osten der

Philippinen von ihm kaufte. Damals

betrieb ich einen Schneckenhandel

mit meinem französischen Partner

Roger Berthe in

Thailand und flog

regelmäßig für diesen

Zweck auf die Philippinen.

Die beste Region für Schnecken

und Muscheln ist zwar der Indopazifik,

die Lebensbedingungen lassen

sich allerdings nicht verallgemeinern.

Gewisse Schnecken (die

meisten Coniden etwa) kommen

nur im Sand vor, andere nur in Korallen.

Manche Kauri-Arten findet

man im sehr bewegten Wasser an

der Riffkante, andere in der ruhigen

Lagune. 80 Prozent aller Schnecken

kommen von knietief bis in zehn

Meter Tiefe vor. Noch tiefer gibt es

nur wenige Schnecken, dafür aber

manchmal seltene Exem plare.

Tagsüber sind die meisten Tiere

kaum sichtbar – entweder im Sand

eingegraben oder unter Korallenstöcken

versteckt. Daher ist es günstig,

nachts auf Schneckenjagd zu

Das Sammeln

von Muscheln und

Schnecken hielt

Wolfgang Hausner und

seine Taboo in den

1970ern über Wasser.

1979 während des

Baus von Taboo III:

Hier liegen 3.000

Dollar auf dem Tisch.

5/2021 41


Schneckengeld

Wertvolle Schneckenschalen

sind beliebte

Briefmarken-Motive.

gehen. Mit einer Taucherlampe

kann man bei klarem Wasser bis

maximal zehn Meter sehen, oft

aber weniger weit. Ausgerüstet war

ich damals mit Schnorchel, Maske,

Flossen, Handschuhen, Messer

und Netzsäckchen zum Sammeln.

Aufpassen muss man nur bei den

Kegelschnecken, die mit Hilfe des

beweglichen Rüssels (probiscus)

und eines winzigen Giftpfeils ihre

Beute harpunieren und betäuben.

Das kann auch für Menschen gefährlich

werden. Die Giftpfeile haben

allerdings keine Durchschlagskraft,

daher genügt es, wenn man

beim Berühren Handschuhe trägt.

Einige Todesfälle kamen bei Tauchern

vor, weil sie einen schwer

giftigen Conus einfach unter die

Taucherjacke zur Aufbewahrung

steckten. Andere hantierten an Land

unachtsam mit diesen Schnecken,

beispielsweise beim Herumwühlen

in der Fangtasche.

Das Gift wirkt auf das vegetative

Nervensystem, man wird langsam

gelähmt und stirbt nach zwei bis

drei Tagen. Einige Arten werden

besonders aggressiv, wenn sie aus

ihrer gewohnten Umgebung entfernt

worden sind (etwa Conus geographus,

Conus textile und Conus

omaria). Viele Sammler meinen, es

sei gefahrlos, diese Kegelschnecken

am breiten Ende anzufassen (also

auf der dem Giftpfeil abgewandten

Seite). Aquarienbeobachtungen

zeigten allerdings, dass einige Kegelschnecken

ihren beweglichen Rüssel,

an dessen Ende der Giftpfeil

Eine Proa in Papua-Neuguinea, verziert mit Schneckenschalen (Ovula Ovum).

sitzt, bis zum gegenüberliegenden

Ende schnellen lassen können.

MIT HAUSVERSTAND

Schnecken, die ich im Auftrag von

Wissenschaftlern aufspürte, kon ­

servierte ich in hochprozentigem

Alkohol. Werden die Schalen gereinigt,

kann ein kleiner Fehler Glanz

oder Zeichnung des Gehäuses völlig

verschandeln — etwa dann, wenn

man zulässt, dass die Giftstoffe, hervorgerufen

durch die Verwesung

des Tieres, auf das Gehäuse einwirken.

Das passiert, wenn man etwa

die Muscheln in Süßwasser abtötet

und dann im Kübel liegen lässt,

anstatt sie z. B. rechtzeitig in einem

Netzbeutel über die Seite des Bootes

ins Wasser zu hängen, wo sie umspült

werden. Innerhalb von drei

bis vier Tagen zersetzen sich die

Weichteile und lassen sich dann

über Tage mit einem Draht herauskitzeln,

bis das Gehäuse völlig rein

und geruchsfrei ist.

Um das Periostracum – die

natürliche Schutzschicht der Kegelschnecken

– zu entfernen, muss

man Chemikalien wie Natriumhypochlorit,

also ein Haushalts-

Bleichmittel, verwenden, erst dann

werden Musterung und Farbe mancher

Schalen überhaupt erkennbar.

Bevor jetzt Umweltschützer die

Augenbrauen hochziehen oder gar

von einer Plünderung der Riffe

sprechen, sollte man zuerst diese

private Sammeltätigkeit genauer unter

die Lupe nehmen. Eines meiner

Lieblingsgebiete war der Louisiade

Archipel in Papua-Neuguinea, ein

riesiges Gebiet, das zur knappen

Hälfte aus lebendigen Riffen bestand.

Manche waren klein, andere

mehr als 10 Seemeilen im Durchmesser

und damit ohne weiteres

100 km 2 groß.

Aus meiner Erfahrung weiß ich,

dass man mit einer täglichen Sammeltätigkeit

kaum mehr als eine

Fläche von 100 mal 100 Meter abgrasen

kann, immerhin 10.000 m 2 .

In Wirklichkeit sucht man aber

nicht systematisch jeden Quadratmeter

nach einem Rastersystem ab,

damit würde auch dieses Hobby

nervtötend monoton werden. Wenn

man jetzt je zwei Meter links und

rechts von sich sucht, muss man

zweieinhalb Kilometer schnorcheln,

um diese Fläche von 10.000 m 2

überhaupt zu bewältigen. Auch

wenn ich weite Strecken zurücklege,

suchen kann ich nur in meinem unmittelbaren

Dunstkreis, alles andere

wird ausgelassen.

Abgesehen davon sind viele Mollusken

so gut versteckt, dass sie keine

Belästigung fürchten müssen.

Mit einem Pensum von 10.000 m 2

pro Tag könnte man also einen

Quadratkilometer in etwas über

drei Monaten schaffen. Allerdings

nur, wenn man wirklich jeden Tag

fleißig ist und keine Pause macht.

Eines der großen Riffe abzusuchen

würde demnach 25 Jahre in Anspruch

nehmen – für das ganze Gebiet

wären mehrere Menschenleben

FOTOS: SHUTTERSTOCK (3)

42 5/2021


Viele Schnecken liegen gut geschützt im Sand oder

im Korallenriff – wie hier im Bild eine Kauri, die sich

zusätzlich mit einem schwarzen Mantel bedeckt.

nicht ausreichend. Das ist jetzt allerdings

Jahrzehnte her. Seitdem hat

sich meine Einstellung zu dieser

Angelegenheit grundlegend geändert.

Damals war ich auf diese Sammeltätigkeit

angewiesen, heute bin

ich es nicht mehr.

Für ein paar Dollar möchte ich

diese schönen Lebewesen nicht

mehr umbringen, meine Gäste

sehen das genauso. Die Schnecken

„Es wird nicht viele Österreicher geben,

die mehr von Meeresschnecken verstehen

als Weltumsegler Wolfgang Hausner.“

Reinhard Kikinger, Meeresbiologe und ocean7-Autor

werden an Ort und Stelle bewundert

und sollten sie an Bord gebracht

werden, gehen sie auch wieder

zurück ins Wasser. Geblieben

sind mir nur mehr einige Stücke, die

mich an diese Zeit erinnern.

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und Segelboote

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Saubermacher

Dieser Spezial-Katamaran soll nach den Plänen der

Umweltschutz-Organisation „The SeaCleaners“ im

Meer treibenden Plastikmüll einsammeln. Besonders

in stark mit Plastik verschmutzten Küstengewässern

soll der Manta zum Einsatz kommen.


Mantas, Müll

und Sisyphus

Mantas sind Riesenrochen, die bei der Nahrungsaufnahme mit weit geöffnetem

Maul Plankton und Kleinfische einsammeln. Manta ist auch der Name eines

Hightech-Schiffes, das ähnlich wie sein biologischer Namensgeber marines Treib ­

gut einsammeln soll. In diesem Fall aber nicht Organismen, sondern Plastikmüll.

Wenn allerdings immer wieder Unmengen an Plastik in den Ozean eingetragen

werden, dann erinnert jeder Versuch einer Säuberungs aktion an die vergeblichen

Bemühungen der mythologischen Figur des Sisyphus.

Text REINHARD KIKINGER

Fotos THE SEACLEANERS, THE OCEAN CLEANUP, REINHARD KIKINGER

Das Problem der Plastikverschmutzung

der Ozeane

ist mittlerweile allgemein

bekannt und es gibt zahlreiche

Studien zu Mengen, Herkunft,

Verteilung, Größenklassen

und Auswirkungen auf marine

Ökosysteme. Mit dem Schwerpunkt

Mikroplastik hat sich auch

in Ausgabe 2/2021 diesem

Thema gewidmet. Diese kleinen

Teile des Plastikmülls bleiben

unseren Augen ebenso verborgen

wie die Fraktion, die in die Tiefen

des Meeres absinkt.

Am auffälligsten

sind Plastikflaschen

und anderer

Makromüll,

der an Strände gespült wird oder

an der Meeresoberfläche treibt.

Strandreinigungen werden an den

meisten touristisch genützten

Stränden regelmäßig durchgeführt

und sind leicht zu organisieren.

Wesentlich schwieriger ist das

Einsammeln der riesigen ozeanischen

Müllteppiche. Zwei Ansätze,

um dieses Problem zu bewältigen,

werden hier vorgestellt.

DAS MANTA-PROJEKT

Dafür wurde die Organisation

„The SeaCleaners“ vom französisch-schweizerischen

Extremsegler

Yvan Bourgnon gegründet.

Seit er als Achtjähriger mit seinen

Eltern eine Weltumsegelung mitmachte,

ließ ihn die Faszination

des Ozeans nicht mehr los.

Im Laufe der Jahre stellte er mit

Mehrrumpf-Booten und in Offshore-Rennen

zahlreiche Rekorde

auf. Eine seiner spektakulärsten

Es besteht die Gefahr, dass

die mythologische Figur des

Sisyphus zum Symbol der

Bemühungen wird, die Ozeane

vom Plastik zu befreien.

Links Yvan Bourgnon. Extrem -

segler, Abenteurer und

Initiator der „SeaCleaners“,

Mitte und links die Mobulas,

die als kleine Sammelboote die

großen Mantas unterstützen

sollen. Sie werden Plastikmüll

aus Flüssen und Flussmündungen

einsammeln und zu ihrem

Mutterschiff Manta bringen.

Dort wird der Müll sortiert

und geeignete Fraktionen

sollen energetisch genützt

werden. Rechts Mantas, die

biologischen Namensgeber

des Hightech-Schiffes.

5/2021 45


Saubermacher

ILLUSTRATION: SEA CLEANERS

1 Million Vögel werden

pro Jahr getötet.

90 % der Seevögel haben bereits

Plastik verschluckt, bis 2050

werden es 99 % sein.

Millionen km 2 sind bereits verschmutzt,

was erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt,

die Gesundheit und die Wirtschaft hat.

100.000 Meeressäugetiere

werden jedes Jahr getötet.

Es dauert 450 Jahre, bis eine

Plastikflasche abgebaut ist.

Ist sie einmal abgesunken, ist

diese Zeit fast unendlich lang.

Unternehmungen war die Weltumsegelung

auf einem 6,3-Meter(!)-

Katamaran, ohne Kabine und

ohne GPS.

Bourgnon ist einer der authentischsten

Zeugen der zunehmenden

Vermüllung der Ozeane. Er

setzte sich mit Spezialisten zusammen,

die ihm helfen sollten, eine

möglichst umweltfreundliche

5 südostasiatische Länder

sind für 86 % der

Plastikverschmutzung der

Ozeane verantwortlich.

90 % des Plastiks, das die

Flüsse in die Ozeane

einbringen, stammen aus

10 Flüssen in Asien, Afrika

und Südamerika.

Mengen und Quellen der marinen Plastikflut – hier in ein paar Zahlen veranschaulicht.

Mehr als 9 Millionen

Tonnen Plastikmüll

werden jedes Jahr ins Meer

gekippt = ein Müllwagen

pro Minute.

70 % der schwimmenden

Abfälle sinken ab.

„ Plastikmüll wird an Bord geschreddert,

durch Pyrolyse in Gas und per Turbine

in elektrische Energie transformiert.“

Methode zu entwickeln, um in

Meeresgebieten mit der höchsten

Plastikverschmutzung die treibenden

Müllteppiche einzusammeln.

EIN HIGHTECH-SCHIFF

NAMENS MANTA

Die Vorgaben an die Konstrukteure

dieses Schiffes sind umfangreich: Es

soll energetisch möglichst autark

sein und Alternativenergien zur

Fortbewegung und Energieversorgung

nützen. Es soll Treibgut in

Küstengewässern und vor Flussmündungen

einsammeln, an Bord

bringen, sortieren und verarbeiten.

Partikel bis zu einer Mindestgröße

von 10 Millimetern sollen

eingesammelt werden.

Die geplante Sammelkapazität

beträgt drei Tonnen pro Stunde.

Das ermöglichen Förderbänder

für schwimmendes Treibgut und

Sammelnetze, die Müll bis 1 Meter

Wassertiefe abfischen. Zwei kleinere

Serviceboote, die Mobulas,

operieren in flachem Wasser und

in verschmutzten Flussmündungen.

Sie haben ein Fassungsvermögen

von jeweils 10 m 3 und

bringen den Müll zum Mutterschiff

Manta, wo er an Bord

sortiert wird.

Glas, Metall und Aluminium

werden an Land gebracht, um

dort fachgerecht entsorgt zu

werden. Plastikmüll wird an Bord

geschreddert, durch Pyrolyse in

Gas umgewandelt und mit Hilfe

einer Turbine in elektrische Energie

transformiert. Sie versorgt

zusammen mit 500 m 2 Solarpaneelen

alle Systeme des Manta

mit Energie. Ein kleines Labor

an Bord soll den Prozess von der

Einsammlung bis zur Verwertung

des gesammelten Materials wissenschaftlich

erfassen und dokumentieren.

Mit dem Bau des 56 Meter

langen Segelkatamarans Manta

soll 2022 begonnen werden, der

erste Einsatz ist für 2024 geplant.

In einem Videoclip sind die Abmessungen

und alle Systeme des

Manta als Animation zu sehen:

è www.youtube.com/watch?v=kF0trcGMsNE

DAS PROJEKT

OCEAN CLEANUP

Im Gegensatz zum Manta-Projekt

konzentriert sich diese Stiftung

auf küstenferne Meeresregionen

wie den großen nordpazifischen

Müllwirbel.

46 5/2021


Künstliche Küste. An einer hunderte Meter langen schwimmenden

Barriere soll durch ihre spezielle Konstruktionsweise im offenen

Ozean Müll konzentriert werden.

Boyan Slat – der junge Holländer

ist Gründer und CEO der Stiftung

„The Ocean Cleanup“.

Der Initiator des Projekts ist der

junge Holländer Boyan Slat. Die

grundlegende Idee hinter diesem

Ansatz ist es, eine „Küstenlinie“ im

offenen Ozean zu schaffen, an der

sich das treibende Plastik sammelt.

Diese künstliche Küste besteht

aus einer hunderte Meter langen

schwimmenden Barriere, deren

Drift durch Wind, Wellen und

Strömungen angetrieben wird.

Durch einen mittigen Unter wasser-

Schirm formt sich die Barriere

zu einem großen U, in dem wie

in einem Trichter das Plastik eingefangen

wird. Die Funktionsweise

ist in dieser Animation dargestellt:

è www.youtube.com/watch?v=O1EAeNdTFHU

Flüsse als Müllzubringer. In den „plastifiziertesten“

Flüssen werden spezielle, solarbetriebene Sammelboote,

die Interceptors, im Einsatz sein.

Die Theorie. Durch Wind, Wellen und Strömungen

formt sich die Barriere zu einem großen U, in dem

sich Müll wie in einem Trichter sammelt.

An einer Barriere wird der im Fluss

treibende Müll gesammelt und über

ein Förderband in den Interceptor

transportiert, der seine volle Ladung

an ein großes Müllschiff abliefert.

Sammlung und Entsorgung. Von Zeit zu Zeit sammelt ein

Müllschiff das Treibgut ein und bringt es zur Entsorgung

an Land. Eine Reihe solcher Barrieren soll im großen

pazifischen Müllwirbel eingesetzt werden.

Geeignete Fraktionen des gesammelten

Plastiks sollen zu neuen Produkten wie

z. B. Sonnenbrillen recycelt werden.

5/2021 47


Saubermacher

Klima-Regulator

Der Ozean nimmt Sonnenenergie auf

und erwärmt sich. Durch die Meeres -

strömungen wird die Wärme rund um

den Globus verteilt, die Temperatur -

unterschiede zwischen den Polen und

dem Äquator werden verringert.

Sauerstoff-Lieferant

50 % des Sauerstoffs, den

wir einatmen, produziert das Meer

dank mikroskopisch kleiner

Pflanzen – des Phytoplanktons,

das Photosynthese betreibt.

ILLUSTRATION: SEA CLEANERS

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.

„ Nur wenige Prozent der

Gesamtmenge an Plastik,

das im Ozean landet,

treiben an der Oberfläche.“

Das System ist mit solarbetriebenen

Lichtern, Kameras, Sensoren

und Satelliten-Antennen ausgestattet,

sodass seine Position jederzeit

bestimmbar ist. Von Zeit zu Zeit

sammelt ein Müllschiff das konzentrierte

Plastik ein und bringt es an

Land, wo es idealerweise recycelt

wird. Eine Flotte solcher Systeme

soll im Lauf der Jahre den „Great

Pacific Garbage Patch“ reinigen.

Erste Systeme sind bereits im

Einsatz und müssen bezüglich

Haltbarkeit und Effizienz laufend

angepasst und verbessert werden.

Um den Eintrag durch Flüsse zu reduzieren,

sammeln spezielle Schiffe,

die Interceptors, den Plastikmüll in

besonders stark verschmutzten

Flüssen ein.

KRITISCHE STIMMEN

Daran mangelt es nicht, denn

diese Müllsammelaktionen mit

Förderbändern und Netzen sind

ein wei terer technischer Eingriff in

ein natürliches System, das empfindlich

und nicht ausreichend

erschlossen ist. Oberflächennahe

Wasserschichten sind Lebensräume

für Pleuston (lebt an oder auf der

Wasserober fläche), für Neuston

(bewohnt die obersten Zentimeter

der Wassersäule) und für die gro-

Kohlenstoff-Ablagerung

Phytoplankton und andere Arten

nehmen einen Teil des Kohlenstoffs

aus der Atmosphäre auf und

speichern ihn in ihren Skeletten,

die sich auf dem Meeresboden

ablagern. Dieser gespeicherte

Kohlenstoff ist nicht mehr am

Treibhauseffekt beteiligt, führt

aber zu einer zunehmenden

Versauerung der Ozeane.

• Natürlich

• Menschlich

Fischerei

Das Meer ernährt mehr als eine

Milliarde Menschen auf der Erde.

Tourismus & Freizeit

Segeln, Surfen, Tauchen, Spazier -

gänge, Sandburgen: Die Möglichkeiten

sind endlos! Jeder zweite Tourist auf

der Welt reist in ein Küstengebiet.

Quelle der Inspiration

Seit Jahrhunderten fasziniert das Meer die

Menschen. Künstler haben sich von ihm

inspirieren lassen, um ihre Geschichten, Gemälde,

Fotografien, Filme und Lieder zu gestalten.

Quellen für erneuerbare Energie

Die Wärme des Wassers, der

Unterschied im Salzgehalt zwischen

Meer- und Süßwasser und die Bewegung

der Ozeane durch Strömungen, Gezeiten

und Wellen erzeugen Energie.

Frachttransport

90 % aller Wirtschaftsgüter.

Wissenschaft & Forschung

Als Quelle von Mineralien und

Vitaminen, die in verschiedenen

Ländern bereits in der

Medizin verwendet werden, enthält

das Meer viele Moleküle,

die von Biologen untersucht

werden, um uns zu heilen.

Es gibt viele (zum Teil überlebenswichtige) Gründe, warum die Ozeane weltweit mit aller Kraft und allen zur

Verfügung stehenden Mitteln zu schützen sind.

ße Gemeinschaft des gelatinösen

Zooplanktons (Quallen, Mollusken,

Salpen etc.).

Diese Organismen treiben mit

Strömungen und sind daher oft

dort, wo sich auch der Müll ansammelt.

Beim Abschöpfen des Mülls

werden gezwungenermaßen große

Mengen an Biomasse dabei sein.

Dazu kommt, dass nur wenige Prozent

der Gesamtmenge an Plastik,

das im Ozean landet, an der Oberfläche

treiben, wovon wieder nur

ein Teil eingesammelt werden kann.

Mikroplastik und der in die Tiefe

absinkende Plastikanteil entziehen

sich diesen Sammelaktionen.

Viel effizienter, als das Plastik

aus dem Meer zu fischen, wären

Gesetze und ein Abfallmanagement,

um zu verhindern, dass

dieser Müll überhaupt in Flüsse

und Meere gelangt. Das wäre nachhaltig,

ist allerdings nicht so sexy

wie gigantische Technik.

Quellen:

The SeaCleaners | Manta and Innovation

The Ocean Cleanup

www.oceanlegacy.ca

Plastic Waste Makers Index | The Minderoo Foundation

48 5/2021


Der stille Held

BIOGRAFIE. Der irische Seemann

Tom Crean spielte auf drei der bedeutendsten

Antarktis-

Expeditionen eine wichtige

Rolle (u. a. auf den

gescheiterten Expeditionen

von Scott und

Shackleton), und doch

ist sein Name nahezu

unbekannt. Der englische

Journalist Michael

Smith hat diesem einfachen,

wortkargen, aber

REVIERFÜHRER. Mit über tausend

natürlichen Seen ist die Mecklen ­

bur gische Seenplatte das größte vernetzte

Binnenrevier Europas. Als

Einsteiger (für Hausboote braucht

man keinen Bootsführerschein), der

der Vielfalt etwas hilflos gegenübersteht,

ist man da für Hilfestellung

recht dankbar. Der Band Hausbooturlaub

Mecklenburgische Seenplatte

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mit übermenschlicher mentaler und

körperlicher Stärke ausgerüsteten

Helden ein Buch gewidmet.

Die packende

Biografie aus der Blütezeit

der Polarerkundung

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alle Liebhaber von

eiskalten Abenteuern.

Michael Smith: Der

stille Held. mare,

464 Seiten, € 26,–.

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Einstieg in die 1.000 Seen

zur Region und

stellt zehn Routen

für Hausboote ausführlich

vor.

Christine Lendt, Jens

Rademacher: Hausbooturlaub

Mecklenburgische

Seenplatte.

Edition Maritim,

180 Seiten, € 24,90.

è www.delius-klasing.de

„ Verzerrt erscheint des Ufers Bild, wenn

Sturm den See erregt: Dein Urteil fälscht

die Wirklichkeit, ist dir das Herz bewegt. “

Quelle: Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845–1944

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b3onwater: Seefahrt –

Fahrtbereich 3. Eigenverlag,

120 Seiten,

€ 25,–.

è www.b3-onwater.at

verlost unter allen Teilnehmern drei

Exemplare von „Seefahrt – Fahrtbereich 3“! Einfach

eine E-Mail mit Betreffzeile „Gewinnspiel

b3onwater“ an gewinnen@ocean7. at senden und

mit etwas Glück gewinnen! Teilnahmeschluss ist

der 20. September 2021, die Gewinner werden per

E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich einverstanden,

den

- News letter (jederzeit kündbar)

per E-Mail zu er halten. Ihre Daten werden in keiner

Form an Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse ist

nicht möglich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

www.lex-boats.com

5/2021 49


Jubiläum

Einer für

FOTO: GERNOT WEILER

Yacht-Pool feiert heuer sein 45-jähriges Bestehen. Der Name ist international bekannt,

doch über Mastermind Friedrich Schöchl und seine Geschichte, die eng mit Sunbeam

Yachts verbunden ist, weiß man nur wenig. Wir baten zum ganz persönlichen Interview.

Ihnen wurde das Segeln als Mitglied

der Bootsbauerfamilie Schöchl in die

Wiege gelegt …

Nun, ganz so ist es nicht. Ich bin

1944 geboren, damals gab es nur

eine kleine Tischlerei. Erst mein

Bruder Gottfried, der noch 1945

mit 16 von der Wehrmacht eingezogen

worden war, legte mit 20 den

Grundstein, als er eine von den

Amerikanern am Mattsee versenkte

22er-Jolle aus dem Schlamm zog

und restaurierte. Ich durfte mitarbeiten

und mitsegeln und war mit

neun auch schon Mitglied im Segelclub

Mattsee. Nach zwei bis drei

Jahren verkaufte mein Bruder die

Sindbad und ich weinte bitterlich.

Doch Gottfried wollte nun selbst

einen Einheitszehner bauen, mit

der Goggerle wurde er mit meinem

Bruder Hans als Vorschoter achtmal

österreichischer Staatsmeister.

Dabei hatte er den Bootsbau nie

gelernt, sondern sich alles selbst

beigebracht! Die Methode war Trial

and Error, vieles war Error.

Die sportlichen Siege führten zum

wirtschaftlichen Erfolg?

Gottfried führte ein Doppelleben,

während des Tages arbeitete er in

der elterlichen Tischlerei, nachts

und in der Freizeit tüftelte und konstruierte

er ununterbrochen weiter

und zog mich, Hans und Walter mit,

wobei ich als der Jüngste eher für die

niederen Arbeiten eingeteilt wurde.

1967 hatte ich ein Stipendium für

La Rochelle bekommen. Am Hafen

lernte ich durch Zufall Michel

Dufour kennen, der gerade an seinem

ersten Schiff baute. Dort imponierte

mir eine kleine gekrante Yacht

so gut, dass ich, wieder in Mattsee,

Aufnahmen von ihr meinem Bruder

Gottfried zeigte und ihm sagte, dass

dies die Zukunft des Bootsbaus sei.

50 5/2021


1976: Friedrich Schöchl und seine

Frau Jette gründen Yacht-Pool.

Um 1960: Die Brüder

Schöchl segeln eine

selbstgebaute N72

auf dem heimatlichen

Mattsee.

Nachbarschaft noch den Sunbeam-

Eignern, um die es damals ging, bei

Abschluss des Vertrages klar war,

sondern erst im Schadenfall, wenn

ihnen vom Juristen der Schadenabteilung

mitgeteilt wurde,

warum sie nichts bekamen.

Das ärgerte mich sehr, darum

die Idee, eigene Versicherungs

bedingungen im Sinne

unserer Kunden zu schreiben

und einen „Pool der Versicherten“

zu gründen. Als wirtschaftliches

Gegengewicht zu

der dem Einzelnen immer

überlegenen Versicherungsgesellschaft.

Um 1950: Die Brüder

Gottfried und

Friedrich Schöchl

auf der Sindbad.

alle

Er zeichnete sogleich seinen eigenen

Riss an die Wand, kurz darauf wurde

der berühmte holländische Konstrukteur

Van de Stadt mit dem

Design des ersten Schöchl-Boots

beauftragt. Das Ergebnis zeichnete

Gottfried einfach noch einmal nach

eigenem Gutdünken um und wir

schritten zur Tat. 1968 war

die – später 3.000 Mal verkaufte

– Sunbeam 22 geboren. Und

mit ihr die Erfolgsgeschichte

der Werft der Familie Schöchl.

Danach kam Yacht-Pool …

Zunächst einmal habe ich 1972

mein Betriebswirtschaftsstudium

abgeschlossen, danach

bei der ersten Leasing-Gesellschaft,

einem Pionierunter­

2018 ist die zweite

Auflage des Buches

„Die Haftung des

Skippers“ von

Friedrich Schöchl

erschienen.

2021 ist Yacht-Pool in 13 Ländern vertreten.

è www.yacht-pool.at

nehmen einer innovativen Branche,

die damals gerade neu entstanden

war, in Deutschland angeheuert.

Nach einigen Lehrjahren bot mir

der Verband der deutschen Genossenschaftsbanken

die Chance, die

VR-Leasing-Gesellschaft der Volksund

Raiffeisenbanken aufzubauen.

Pionier- und Innovationsgeist waren

gefragt. Nach 15 Jahren zählte VR-

Leasing mit rund 750 Beschäftigten

zu den führenden Gesellschaften in

Deutschland. Den wachstumsbedingten

Umzug von München nach

Frankfurt wollte ich allerdings nicht

mehr mitmachen. Sondern nach all

den stressvollen Jahren es nun etwas

ruhiger angehen lassen. Und mich

intensiver meiner Idee des Yacht-

Pool widmen.

Yacht-Pool wurde 1976 als

„Pool der Versicherten“ geboren?

Ja, und zwar aus Ärger über die

Versicherungen. Der bestand darin,

dass die Bedingungen im Allgemeinen

ex trem nachteilig für die Versicherten

waren, was aber weder dem

netten Versicherungsagenten aus der

Die Geburtsstunde der

Allgefahrendeckung?

Ja genau, „alles ist versichert,

was nicht ausdrücklich ausgeschlossen

ist“, das war damals

die „revolutionäre“ Innovation

der Yacht-Pool Kaskoversicherung.

Was ursprünglich nur für Sunbeam-

Kunden gedacht war, erfreute sich

so großer Nachfrage, dass Yacht-

Pool eine ungeahnte Eigendynamik

entwickelte, sodass wir mit Yacht-

Pool international durchstarten

konnten – in den frühen 1980ern

übernahm meine Frau Jette die

Geschäftsführung in Deutschland.

1995 hing ich schließlich meinen

Vorstands-Job bei der VR-Leasing

an den Nagel und beschäftigte mich

fortan mit der Ausgestaltung von

Yacht-Pool mit Produkten, wie sie

ein Freizeitskipper meiner Meinung

nach erwarten darf .

45 Jahre sind vergangen, Ihr Resümee?

Heute ist Yacht-Pool als „Pool der

Versicherungsnehmer“ mit seinem

Namen in 13 Ländern vertreten

und einer der führenden Innovatoren

und Pioniere in Europa. 1976,

also am Anfang, sind unsere Freunde

unsere Kunden geworden. Heute

werden unsere Kunden zu unseren

Freunden. Und ich bin guter Dinge,

dass uns das mindestens auch in

den nächsten 45 Jahren gelingt.

5/2021 51


Skipper’s Diaries

Die reiselustigen

Seeanemonen

Oder warum der vorsichtige Einsiedlerkrebs und die forsche

Anemone ziemlich beste Freunde geworden sind.

Die Sonne ging auf und so wie

jeden Tag wiegten die auf den

Felsen sitzenden Seeanemonen

ihre Tentakelarme im Gleichtakt

mit der Meeresströmung.

„Mein Gott, ist das langweilig“,

seufzte Sophie. „Was meinst du?“,

fragte ihre Nachbarin. „Jeden Tag

dasselbe. Wir hocken hier auf unserem

Platz und vor uns bewegen sich

die Fische, Seesterne und alle anderen

Tiere. Nur wir sitzen hier fest.

Ich möchte auch etwas anderes erleben

und sehen“, gab Sophie zur

Antwort.

Ein lautes Keuchen unterbrach

ihre Unterhaltung. Ein kleiner Einsiedlerkrebs

flüchtete vor einem

blauen Drückerfisch und kuschelte

sich ganz eng an Sophie und ihre

Nachbarin. Der große Raubfisch

blieb vor den Seeanemonen stehen

und versuchte, nach dem Krebs zu

schnappen. Doch jedes Mal kam er

den Tentakelarmen zu nahe und die

Nesselkapseln von Sophie bohrten

sich schmerzhaft in seine Nase.

Nach einigen Versuchen gab der

Fisch auf und suchte nach einer

leichteren Beute.

„Puh, gerade noch Glück gehabt.

Mit letzter Kraft habe ich es noch

rechtzeitig zu euch geschafft. Herbert

mein Name, und vielen Dank

auch!“ Der Einsiedlerkrebs Herbert

verließ die Deckung der Anemonen.

„Moment, warte kurz. Ist dir

nicht aufgefallen, dass der große

Fisch vor mir und meinen Waffen

Reißaus genommen hat und dir die

Nesselkapseln gar nichts anhaben

konnten?“, rief Sophie dem mit seinem

Schneckenhaus davoneilenden

Herbert nach.

„Du hast recht. Aber ich muss mir

meine Nahrung im ganzen Riff suchen

und mich daher bewegen. Ich

kann nicht einfach nur hier bei dir

bleiben“, gab Herbert zur Antwort.

Sophie überlegte kurz und winkte

Herbert zu sich, um ihm etwas ins

Ohr zu flüstern.

„Ob ich auf diesem Felsen sitze

oder auf deinem Schneckenhaus,

ist für mich fast dasselbe. Daher

könntest du mich doch auf deinem

Rücken mit dir tragen. Ich gebe

dir Schutz vor deinen Feinden und

dafür gibst du mir manchmal ein

kleines Stück von deiner Beute ab“,

sprach Sophie, selbst von ihrer Idee

überrascht.

Dem Krebs gefiel dieser Vorschlag,

er zwinkerte Sophie mit

seinen listigen Augen zu, hob sie

mit seinen Scheren ganz vorsichtig

von ihrem Felsen und setzte die

Seeanemone langsam auf seinem

Schneckenhaus ab.

„Du bist leichter, als ich mir

gedacht habe“, sagte Herbert und

setze sich mit der vor Freude fast

platzenden Sophie in Bewegung.

WIN-WIN MIT VORBILDWIRKUNG

Die anderen Seeanemonen fielen

vor Erstaunen fast von ihren Plätzen,

als sie den Einsiedlerkrebs

mit ihrer Artgenossin an ihnen

vorbeischwanken sahen.

„Wenn das nur gut geht“ oder

„So ein verrücktes Huhn“, konnte

man vom Felsen her hören.

Ein paar Tage später besuchten

Sophie und Herbert den angestammten

Platz von Sophie. Beide

sahen blendend aus und Sophie

wurde von den Seeanemonen

THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger

für Schifffahrt und

Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

Ziemlich beste Freunde:

Der Einsiedlerkrebs und

die Seeanemone.

bestürmt, doch zu erzählen, wie es

ihr da draußen ergangen war.

„Es ist genau so, wie ich es mir

vorgestellt hatte“, plauderte Sophie.

„Ihr könnt euch ja gar nicht ausmalen,

wie viel ich erlebt und

gesehen habe in den letzten Tagen.

Herbert hat mir fast das ganze Riff

gezeigt und ich konnte ihn auch

ein paarmal beschützen, ach, es ist

wundervoll!“

Da begannen die anderen Seeanemonen

auch über so ein neues

Leben nachzudenken und bestürmten

Herbert, doch die anderen Einsiedlerkrebse

zu fragen, ob sie nicht

auch Lust auf Schutzbegleitung im

Riff hätten. Da klapperte Herbert

mit seinen Scheren und auf einmal

bogen alle seine Freunde um eine

Felsecke. Jeder setzte sich eine Seeanemone

auf den Rücken und spazierte

mit ihr davon.

Wenn du einmal einen Einsiedlerkrebs

ohne Begleitung finden solltest,

erzähl ihm doch die Geschichte

von Sophie und Herbert – er wird

sich sicher sofort auch eine Gefährtin

suchen.


FOTO: SHUTTERSTOCK

52 5/2021


MOTORYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Ausweitung der Kat-Zone

Bugterrasse mit fast 100 m²:

Spaceline 100 Hybrid.

LUXUSKAT. Die Neugründung

Ultimate Catamarans mit Sitz

im deutschen Bonn möchte auf dem

prosperierenden Markt der Luxuskatamarane

mitmischen. Für nächstes

Jahr ist das erste Modell der Spaceline

100 Hybrid versprochen. Länge

29,5 m, Breite 13 m, vier Ebenen

mit einer Gesamtfläche von 800 m 2 ,

davon 400 m² Wohnraum! Platz ist

für zwölf Gäste in sechs Kabinen,

plus bis zu sechs Mann Besatzung.

Hybrid heißt: Der E-Motor wird

entweder rein Batterie-elektrisch mit

solar erzeugtem Strom angetrieben

oder zwei Diesel werden stufenlos

zur Stromerzeugung hinzugeschaltet.

è www.ultimatecatamarans.com

Materialwechsel

LUXUSVERDRÄNGER. Die auf schnelle,

luxuriöse Gleiter aus Carbonverbundwerkstoffen

spezialisierte Werft Mazu Yachts

aus Istanbul wagt sich mit der 92 DS zum

ersten Mal an Halbverdränger in Stahlbauweise.

Für die Aufbauten der 28-Meter­

Luxusyacht wird aus Gewichtsgründen

wieder auf das vertraute Carbon zurückgegriffen.

Die Motorisierung stellt Volvo

mit drei Penta IPS 105, die für eine

Höchstgeschwindigkeit von 22 kn sorgen.

Modell 1 ist in Bau und schon verkauft,

größere Schwesteryachten sind in Planung.

è www.mazuyachts.com

Stahl und Carbon:

Mazu 92 DS.

Queer-Yacht

NEUES FLAGGSCHIFF. Mit der Evo V8

hat der italienische Herstellers Blu Emme

eine 24 Meter-Motoryacht vorgestellt, die

Anleihen vom Segelsektor übernimmt. So

sind vier Steuerstände vorhanden, einer

auf dem Hauptdeck vor dem Salon, einer

auf dem Dach und zwei Yachträder auf

der Backbord- und Steuerbordseite des

Hauptdecks.

Sehr untypisch für Segler ist hingegen

die große Badeplattform, die von der

Hauptkabine achtern aus zugänglich ist

und die durch kippbare Schanzkleider

vergrößert werden kann.

Das erste Modell besitzt drei Kabinen

für sieben Passagiere und eine Kabine für

eine zweiköpfige Crew.

è www.evoyachts.com

Motoryacht mit Segelanleihen.

BOESCH SUNSKI 625

DER SPORTLICHE ALLROUNDER

Ob Wasserskifahren, Schwimmen

oder Sonnenbaden – das sportliche

Boesch Sunski 625 bietet für jeden

mehr Platz, Komfort und grenzenlosen

Horizon-Gliding-Spass.

boesch.swiss

www.boote-schmalzl.at

Boesch-Vertretung Österreich


Stark, schö

E-delboote

54 5/2021


n, Strom

Frauscher ist nicht nur Pionier, sondern mit der neuen TimeSquare 20

auch so eine Art Revolutionär der elektrischen Fortbewegung auf dem

Wasser. Eine Geschichte der Elektromodelle der oberösterreichischen

Edelschmiede und eine Übersicht über die aktuelle E-Flotte.

Text WOLFGANG GEMÜND | Fotos WERFT

5/2021 55


E-delboote

TimeSquare 20

Länge

8,3 m

Breite

2,5 m

Motor

2 x 2–10 kW

Batterie

7–30 kWh

Gewicht

ab 1.150 kg

Personen 7

Preis inkl. 20% Ust. ab € 213.640,–

Wer glaubt, dass Elektroboote

ein relativ neuer

Trend sind, der wird

von der Frauscher

Bootswerft eines Besseren belehrt:

Die Werft am Traunsee begann schon

1955 noch unter der Leitung des

Firmengründers Engelbert Frauscher

mit der Herstellung von Holzelektrobooten.

Als Ende der 1960er-Jahre

Motorboote auf dem Traunsee verboten

wurden, entwickelten Engelberts

Söhne Ernst und Hans Frauscher mit

der 540 Portofino ihr erstes E-Boot

aus Polyester – mit fast 2.000 verkauften

Stück ein durchschlagender

Erfolg. Der Mut und die Lust, etwas

Neues und Innovatives zu entwickeln,

blieben auch der dritten Generation –

Zum Baden geboren: pfiffige

Raumaufteilung und Details

der TimeSquare 20.

540 Portofino – das erste von Frauscher aus Polyester

gebaute E-Boot (1969).

seit der Jahrtausendwende mit

Michael, Stefan und Andrea vertreten

– erhalten. Zum Beispiel 2008

mit dem weltweit ersten serienmäßigen

Hybrid-Sportboot oder

ein Jahr später mit dem ersten

wasserstoffbetriebenen Elektroboot.

Heute sind rund 50 Prozent der

von Frauscher ausgelieferten Boote

emissionsfreie Elektroboote – Tendenz

steigend. Die jahrzehntelange

Erfahrung im Elektrobootsbau hat

der Werft in diesem Segment eine

Vorreiterrolle geschaffen, die sie

mit neuen Entwicklungen verteidigen

möchte. So präsentierte man

2015 mit der 740 Mirage eines

der ersten elektrifizierten Luxus­

Sportboote.

Auch das nächste E-Modell, so

die Vermutung, würde wohl größer,

sportlicher und luxuriöser

ausfallen. Die Überraschung, als

Frauscher heuer mit der Time­

Square 20 sozusagen die Antithese

präsentierte, war daher recht groß.

TIMESQUARE 20

Zwei Rümpfe, die wie zwei dünne

Stelzen eine Plattform tragen. Vorne

zwei Sonnenliegen, steuerbord

der Steuerstand, achtern eine Bank

mit Tisch, ein Negligé von einem

Bimini. Alles sehr edel, filigran, mit

viel Platz dazwischen.

Das Frauscher-Team wollte,

erzählt Stefan Frauscher, mit der

Time Square 20 das Elektroboot

neu erfinden. Auf das reduzieren,

was für einen Tag auf dem Wasser

mit Familie oder Freunden beim

Chillen, Baden und Spaßhaben

wichtig ist. Möglichst viel Zeit und

Raum, fand man bei Frauscher,

brauche man dazu, daher auch der

Name Time Square. Die 20 steht

für die Nutzfläche, die dafür auf

56 5/2021


Überarbeiteter Bestseller: 650 Alassio.

650 Alassio

Länge

6,50 m

Breite

2,17 m

Motor

4,3–60 kW

Batterie

11–40 kWh

Gewicht

ab 950 kg

Personen 6

Preis inkl. 20% Ust. ab € 76.700,–

„ Fast die Hälfte der von uns ausgelieferten Boote

sind emissionsfreie Elektroboote – Tendenz steigend.“

Stefan Frauscher, Leiter Marketing & Sales

8,30 Meter Länge und 2,5 Meter

Breite zur Verfügung stehen.

Auf das Katamaran-Konzept sei

man sehr früh gekommen, meint

Stefan Frauscher. Denn wenn weniger

Antriebskraft zur Verfügung

steht, wie hier bei der TimeSquare,

muss man eben beim Rumpf ansetzen.

Bei zwei schmalen Rümpfen

kann die vorhandene Power effizienter

eingesetzt werden, beim

Elektroboot kommt es ja schließlich

auf die Reichweite und nicht

auf Vmax an. Beim Antrieb setzt

man auf die langjährige Zusammenarbeit

mit Torqeedo. Zwei

Torqeedo Cruise 10-Motoren –

in jedem Rumpf sehr schön unter

einer Abdeckung versteckt – sind

für den Vorschub verantwortlich.

Die beiden E-Motoren schieben

mächtig an – bis Tempo 25 km/h,

Klassisch, praktisch,

gut: Die 610 San Remo

ist oft auf Österreichs

Seen anzutreffen.

so fährt man entspannt. Abseits

vom Steuerstand genießt man den

Fahrtwind und hat viele Möglichkeiten,

sein Lieblingsplatzerl zu

finden, ob am Bug auf den verstellbaren

Liegeflächen oder im Heckbereich.

Kurven nimmt die Time­

Square brav, auch wenn es ein ganz

anderes Fahren ist. Positiv zu erwähnen

ist die Stabilität, die natürlich

durch die beiden Rümpfe entsteht

und sich sehr angenehm auf

das Fahrgefühl auswirkt. Der Steuerstand

ist aus allen Blickwinkeln

ein Hingucker mit viel Carbon,

einem Kartenplotter und endlich

einem Torqeedo-Gashebel, der den

Namen verdient.

650 ALASSIO

Mit gut 250 verkauften Einheiten

ist die seit 2010 gebaute 650 Alassio

derzeit das meistverkaufte Elektroboot

in Europa. Nach elf Jahren

ließ Frauscher heuer seinem Bestseller

ein Update angedeihen. Im

Design erinnert die Alassio nun ein

wenig an die Frauscher 1212 Ghost,

610 San Remo

Länge

6,10 m

Breite

1,80 m

Motor

4,3–15 kW

Batterie

11–22 kWh

Gewicht

ab 750 kg

Personen 5

Preis inkl. 20% Ust. ab € 57.100,–

5/2021 57


E-delboote

freilich nur auf halber Größe. Aufgewertet

wurde sowohl das Deck

(mit Teakholzbelägen als Standardausstattung)

als auch das Armaturenbrett,

das mit Touchscreens

bestückt wurde.

Als erstes Boot ihrer Klasse ist

die Alassio mit einem optionalen

Bugstrahlruder erhältlich, zudem

kann für flache Gewässer eine spezielle

Version mit einem Tiefgang

von nur 45 cm geordert werden.

610 SAN REMO

Frauschers kleinstes Elektroboot

wird seit 2013 unverändert gebaut.

In der Formensprache erinnert die

San Remo an die früheren E-Boote

der oberösterreichischen Werft, wie

etwa die E2000 oder die Valencia.

Schlank und wendig, wie sie ist,

macht sie auch in kleinen Bootshäusern

oder an engen Stegen Spaß,

dabei bietet sie alle Vorteile eines

großen Elektrobootes, z. B. viel

Platz für die Gäste durch eine große

Liegefläche und Badeplattform.

Sehr edel und smart die Details

wie etwa das Teakdeck, das Ar maturenbrett

aus Echtkarbon, das

einfach zu bedienende Bimini­

Verdeck oder die optionale Kühlschublade

unter der Sitzbank.

740 MIRAGE/MIRAGE AIR

Als erstes Elektromotorboot überhaupt

erhielt Frauschers Daycruiser

2019 das Deep Blue 100i-Antriebssystem

des deutschen Marktführers

Torqeedo. Mit einem 110-kW­

„ Als erstes Elektromotorboot

überhaupt erhielt die 740 Mirage den

Deep Blue 100i-Antrieb von Torqeedo.“

Innenbordmotor und zwei 40-kWh-

Lithiumbatterien von BMW erreicht

sie Höchstgeschwindigkeiten von bis

zu 50 km/h und kann dabei bis zu

36 km zurücklegen. Bei moderaten

Geschwindigkeiten sind Reichweiten

jenseits der 100 km möglich.

Die 740 Mirage (oder mit offenem

Bug Mirage Air) ist aber nicht nur

flott, sondern auch sehr luxuriös

unterwegs: Zur Ausstattung gehören

ein Teakdeck, JL Audio Soundsystem,

Bugstrahlruder, elektrische

Ankerwinsch mit Edelstahlkette

und Edelstahlanker sowie die beliebte

Kühlschublade.


Die 740 Mirage besitzt mit der 747 Mirage auch

eine Benzin-Schwester.

740 Mirage

Länge

Breite

Motor

Batterie

Gewicht

7,47 m

2,50 m

60–110 kW

40–80 kWh

ab 1.900 kg

Personen 6

Preis inkl. 20% Ust. ab € 259.920,–

740 Mirage Air ab € 234.210,–

Frauscher Bootswerft, 4694 Ohlsdorf am Traunsee

è www.frauscherboats.com

740 Mirage Air. Das „Air“ steht bei Frauscher

für die Version mit offenem Bugbereich.

58 5/2021


Fliegender Teppich

ELEKTROKATAMARAN. Vor zwei

Jahren wurde das vom französischen

Start-Up Neocean entwickelte

Overboat 100-Foiler noch

als Konzept vorgestellt, jetzt sind

die ersten Exemplare schon auf

dem Wasser zu sehen. Wie bei

der Frauscher TimeSquare 20

setzen die Franzosen auf einen

Elektrokatamaran, das ist aber

auch schon die einzige Gemeinsamkeit.

Das rund 3 Meter lange

Overboat

erinnert an

einen Jet-Ski,

besitzt aber

neben dem

Neocean-Gründer

Vincent Dufour.

4,5 kW starken E-Motor noch

zwei einzigartige Features. Da

wären zum einen die vier elektronisch

gesteuerten Carbon-

Foils, die den Kat ab 8 Knoten

und bis zur Höchstgeschwindigkeit

von 15 Knoten aus dem Wasser

heben. Zweite Besonderheit

ist der Autopilot, der wie eine

Drohne auch per Fernsteuerung

funktioniert.

Entwickelt wurde das vielversprechende

Overboat vom

Ozeanographen Vincent Dufour

und der Universität Montpellier.

Neben dem 100-Foiler sind eine

Classic-Version ohne Foils und

ein stärkerer Zweisitzer in Planung.

Die Preisvorstellungen für

das Classic-Modell beginnen bei

rund 12.500 Euro exkl. USt., die

100-Foiler kommt auf das Doppelte.

Aber dass Early Adopters

für ihr Elektrospielzeug tief in

die Tasche greifen müssen, ist

ja schon länger bekannt.

è www.neocean.com

Das Overboat in der Foils- und der

Zwei sitzer-Version. Das Steuerrad

ist ein Steuerrechteck.

Ausgezeichnete

Sunreef.

Und der Gewinner ist …

UMWELTFREUNDLICHSTER ELEKTRO-

SEGLER. Die Sunreef 60 E wurde mit

dem Gustave Trouvé Award als bestes

Elektrosegelboot ausgezeichnet. Der Preis

wird alle zwei Jahre von der kanadischen

Website Plugboats.com verliehen. Die

Sunreef 60 E gehört zur Eco-Reihe der auf

Luxuskatamarane spezialisierten Werft in

Danzig und besitzt neben einem effizienten

Elektroantrieb weitere umweltfreundliche

Details wie beispielsweise einen

Kohlefaser-Bimini mit eingebauten gebogenen

Solarpaneelen, gewichtseffiziente

und nachhaltige Veredelungsmaterialien

sowie einen ungiftigen Bodenanstrich.

è www.sunreef-yachts.com

ELECTRIC

LS4C ELECTRIC

Grüne Kraft

voraus!

Neu 2021

Batteriekapazität

bis

135 kWh

HOTLINE: +43 664 3410131, www.mureny.com

*Alle angeführten Bootsmodelle sind mit Elektro- oder Verbrennungsmotor erhältlich!

© STORNIG.at


Grüne Meile

Zugdrachen

PREMIERE. Auf dem Cannes

Yachting Festival wird Silent

Yachts seinen Elektrokatamaran

Silent 60 vorstellen, der erstmals mit

einem Kite-System ausgestattet ist.

Das 13 m 2 große Kite-Segel kommt

ohne Hauptmast aus und ist samt

Winschen, Leinen und kleinem Mast

in einer Box im Bug untergebracht.

Mit dabei ist eine Elektropumpe, die

das Segel als Starthilfe in Sekundenschnelle

aufbläst. Einmal über Bord

geworfen, wird es vom Wind auf bis

zu 120 Meter Höhe getragen und soll

das Boot um bis zu 5 Knoten schneller

machen. Die 18 Meter lange 60

besitzt zudem einen neuen Rumpf

mit längerer Wasserlinie und geringerem

Tiefgang. 42 Solarzellen sorgen

für 17 kWp, die Batteriekapazität

beträgt 286 kWh, Top-Speed bis 20

Knoten. Neben dem Vorführmodell

sind 8 weitere Einheiten in Bau und

17 in Auftrag gegeben.

è www.silent-yachts.com

Die neue Silent 60

mit Kite-Segel.

Der elektrische Süden

E-MOTORBOOT. Wave e-550 heißt das

erste Modell der spanisch-italienischen

Kooperation Magonis mit

Hauptsitz in Barcelona und Werft im

90 km südlich von Rom liegenden

Sabaudia. Bemerkenswert ist das „e“

im Namen, die Wave e-550 ist nämlich

nur mit E-Motoren zu haben und

gehört damit der seltenen Spezies der

südeuropäischen Elektroboote an.

Das 5,50 Meter lange und 1,98 Meter

breite Boot wiegt nur 335 kg und

besitzt einen Tiefgang von nur 30

cm, ist also äußerst Seen-freundlich.

Ausgelegt ist die Wave als Bowrider,

deren Bug als Essnische oder Liegefläche

dienen kann. Die eckige

Windschutzscheibe (mit zentraler

Öffnung nach hinten) erinnert ein

wenig an italienisches Design der

1970/80er-Jahre, unter dem Retro-

Chic verbirgt sich allerdings sehr

zeitgemäße Technik. Die beiden

Einstiegsmotoren stammen vom

deutschen Marktführer Torqeedo –

leichtgewichtige Cruise-Außenborder

mit 4.0 kW oder 10.0 kW. Wer es

stärker mag, greift zu Mag-Power-

Motoren mit 18 bzw. 30 kW. Mit

Letzterem sollen sogar 22 Knoten

Top-Speed erreichbar sein. Sehr

modern ist die Instrumentierung,

die aus einem wasserdichten 13-ZolliPad

besteht, das überallhin mitgenommen

werden kann.

è www.magonisboats.com

Spanisch-italienisches

E-Motorboot mit

Torqeedo-Technik.

Noch Studie: E-Foiler Navier.

Elektronifiziert

HIGHTECH-PROJEKT. Das im Silicon

Valley beheimatete Startup Navier

will den E-Motorboot-Markt Teslagleich

überrollen.

Als erstes Modell ist die Navier 27 im

Rohr, ein 8-Meter-Bowrider, der mit

Foils ausgerüstet ist und dessen Elektroantrieb

eine Reichweite von mehr als

75 Seemeilen bei 20 Knoten erreichen

soll. Fast noch interessanter klingen die

elektronischen Kunststücke: Autopilot,

Sensor-unterstütztes Andocken, elektronische

Überwachung der Umgebung,

weltweite Verbindung mit dem Boot

über Smartphone-App. Die Pro duktion

soll 2023 starten, die Preisvorstellungen

beginnen bei rund 300.000 Dollar.

è www.navierboat.com

60 5/2021


Volle Leistung

Mit seinen neuesten Komplett ­

lösungen für E-Antriebssysteme

steht Fischer Panda für einen

Wirkungsgrad von bis zu 96

Prozent.

SAUBERE ENERGIE. Dieses Kunststück

gelingt dank bürstenloser

E-Motoren mit Permanent-Magnet-

Technologie und integriertem Drucklager.

Das maximale Drehmoment

steht im gesamten Drehzahl bereich

zur Verfügung. Die E-Antriebssysteme

von Fischer Panda können auf

Ein- und Mehrrumpfyachten mit

einem oder zwei Antriebsmotoren

installiert werden. Die Komponenten:

• Elektrischer Antriebsmotor (Shaft-,

Pod- oder Parallel-Antrieb),

• Motorcontroller, Sicherungen,

Spannungsversorgung für Kühlung

etc.

• Batteriebank (bis 20 kW System: 48 V

DC, >20 kW – 100 kW: 420 V DC),

• Bedieneinheit inkl. Display (Überwachung,

Einstellung und Steuerung

aller Funktionen),

• Fahrhebel (Einzel oder Doppel, je

nach Anzahl der Antriebsmotoren).

Optional sind auch ein Batterieladegerät

oder ein Generator (zur

Sicher heit) zum Laden und zur

Bordstromversorgung verfügbar.

Ein klassisches 48 V-Antriebssystem

kann in der Regel in Yachten mit

Verdrängung von bis zu 40 Tonnen

(2 x 20 kW) eingebaut werden.

Für Yachten mit größerer Verdrängung

sind Hochvoltsysteme im

Bereich von 360 bis 420 Volt verfügbar.

Für Boote mit Verbrenner und

Getriebe gibt es ein Parallel-Hybrid-

Antriebssystem.

è www.fischerpanda.de

Komponenten des 48 V/10 kW

Fischer Panda E-Antriebssystems.

ORTNER BOOTE

Ihr innovativer Partner rund ums Boot seit 1979.

Ganz gleich, ob Sie Wassersportler sind, mit der Familie Zeit am Wasser verbringen wollen

oder ein Boot suchen, mit dem Sie beides vereinen können – bei Ortner Boote sind Sie richtig

aufgehoben. Hier finden Sie nicht nur Benzinmotorboote und Segelkatamarane. Die Firma

Ortner ist mit ihrem Partner Ingenity Electric darüber hinaus auch Marktführer bei 220 kW

starken Elektrobooten.

Das innovative Hochleistungselektroboot GS22E sticht nicht nur durch die Schnellladefähigkeit

in ca. 1 Stunde, den 12 Zoll Linc Panoray Touchscreen, die My Nautique App, den flüssigkeit s-

gekühlten Hochleistungslithium Akku hervor, sondern wurde auch bereits mehrfach inte r-

national ausgezeichnet.

In den großzügig dimensionierten Geschäftsräumlichkeiten gibt es eine permanente Ausstellung

von Neu- und Gebrauchtbooten, jede Menge Wassersportartikel und ein riesiges Sortiment an

unterschiedlichsten Ersatzteilen für Boot und Motor. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Zehenthofstraße 26

9500 Villach

+43 (0) 4242 41310

boote@ortner-boote.com

www.ortner-boote.com


Alfastreet 23 Cabin Evo

Mit der Alfastreet 23 Cabin Evo

hat die slowenische Werft aus

Sežana einen gemütlichen Daycruiser

auf den Markt gebracht,

der in kurzer Zeit viele Liebhaber

gefunden hat und wohl noch

finden wird. Wir testeten das

elegant gezeichnete Boot auf dem

sommerlichen Attersee.

Text BERND HOFSTÄTTER

Fotos BERND HOFSTÄTTER, WERFT

Sesam, öffne dich!

Der Clou an diesem Boot?

Ganz klar das hydraulisch

öffnende Dach! Mit der

Fernbedienung geht es

ganz leicht – Sesam öffne dich –, und

nach knapp einer Minute ist das

Boot einsatzbereit. So beginnt ein

schöner Tag auf dem See: ohne lästiges

Abplanen. Ins Cockpit gelangt

man übrigens vom Heck kommend

über die großzügige Badeplattform

und die beidseitigen Stufen.

Erstaunlich viel Raum empfängt

uns hier, wo auch ein absenkbarer

Tisch zum Verweilen einlädt, zumal

sich dieser auch im Handumdrehen

in eine Liege verwandeln lässt. „Bis

zu acht Personen haben hier bequem

Platz“, wie uns Alfa street-

Händler Franz Mittendorfer erklärt.

Die seitlichen Sitzbänke lassen

sich im Kopfbereich aufstellen, darunter

finden sich an beiden Seiten

Kühlladen und Stauraum, um die

wichtigsten Sachen verschwinden

zu lassen. Schwindet das Tageslicht,

erstrahlen die LED-Leisten, die das

Cockpit indirekt ausleuchten, in

vollem Glanz.

Der Steuerstand punktet mit

griffig-ergonomischem Lenkrad,

Bugstrahlruder und einem Axiom-

7-Zoll Display, das aber nur der

Anzeige des aktuellen Stromverbrauchs

und des Ladezustands der

Batterie dient. Individualisierung

wird bei Alfa street großgeschrieben,

ein zusätzliches Display ist daher

auf Wunsch möglich. Ebenso kann

auch statt des Mittelsitzes im Cockpit-Heckbereich

eine Pantry geordert

werden.

Über drei Stufen und durch die

klappbare Frontscheibe führt der

Weg zur einladenden Liegefläche

am Bug der Alfastreet 23, wo sich

Sonnenanbeter besonder wohlfühlen

dürften. Wir machen den Abgang

in die Kajüte, sie bietet einen

Ruheplatz für zwei – optional kann

auch hier eine Pantry und/oder ein

WC eingebaut werden, was einem

gemütlichen Tag auf dem See sehr

zuträglich wäre.

GEMÜTLICH BIS SPORTLICH

Wir laufen aus, der in unserem

Testboot verbaute 8 kW-Motor

surrt leise vor sich hin – fast übertönt

vom Plätschern des türkis ­

farbenen Attersees. Ohne Hektik

genießen wir die Fahrt bei maximal

13 km/h. Die Alfastreet 23

„ Leicht zu bedienen, sehr schöne Verarbeitung,

individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

und das elektrische Dach.“

Franz Mittendorfer, Österreich-Händler von Alfastreet Marine

62 5/2021


Viel Charme auf 23 Fuß.

Das solide Schiebedach ist auch Sonnenliege.

Clever integrierter Stauraum am Heck.

Cabin ist, wie von uns getestet,

mit einem Verdränger-, aber auch

mit einem sportlichen Gleitrumpf

zu haben, der mit bis zu 150 kW

bepackt werden kann.

Franz Mittendorfer, der auch in

die Entwicklung der Boote eingebunden

ist, bringt den Erfolg der

Alfastreet-Flotte auf den Punkt:

„Leicht zu bedienen, sehr schöne

Verarbeitung, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten

und das elektrische

Dach.“

DAHEIM AUF DEM SEE

Letzteres ist nicht nur praktisch,

sondern auch sehr stabil, so könnten

bedenkenlos bis zu vier Erwachsene

den Platz für ein ausgie­

biges Sonnenbad nutzen. In unserem

Testboot ist sogar ein Solar-

Panel verbaut.

Bereits 70 Einheiten hat Franz

Mittendorfer verkauft – vor allem

an Umsteiger und Segler, die das

Segeltuch an den Nagel gehängt

haben und die Alfastreet 23 als

Boot für Badeausflüge im Land der

Seen nutzen möchten.

Alfastreet 23 Cabin Evo

Länge

Gesamtlänge

Breite

Leergewicht

Tiefgang

Max. Personen

6,8 m

7,8 m

2,42 m

2,7 t

min 0,50 m

8 Erwachsene

CE-Zertifikat

Motor

Das Cockpit als LEDilluminierte

Lounge

nach Sonnenuntergang.

C

bis zu 30 kW

Preis ohne Motor ab € 65.000,–

Händler: Boote Mittendorfer,

4861 Schörfling am Attersee,

Tel. 0664/3003324

è www.boote-mittendorfer.at

Durchs Fenster führt der Weg aufs Sonnendeck.

Wandelbar die Kajüte.

5/2021 63


Die Welt vo

Bavaria Vida 33

Was für ein wunderbarer,

sonniger Spätsommertag

– ideal

geeignet für eine ausgedehnte

Spritztour auf dem Wasser.

Voller Erwartung gehe ich den

Steg entlang. Da vorne liegt das

Boot, mit dem Heck zu mir, einladend.

Ich spüre gleich ein Kribbeln

im Bauch, als ich näherkomme.

Die anderen sind schon an Bord,

auch die Bavaria Vida 33 selbst

scheint ungeduldig darauf zu warten,

dass endlich die Festmacher

gelöst werden. Die zwei mächtigen

V8-Außenborder blubbern ruhig,

aber mit einem deutlichen Versprechen

im Unterton vor sich hin:

Warte nur, scheinen sie zu flüstern,

bis wir und unsere zweimal 300 PS

endlich von der Leine gelassen

werden!

Lächelnd drückt mir die Gastgeberin

einen eiskalten Drink in die

Hand. Willkommen an Bord, sagt

sie, und: Im Kühlschrank ist noch

mehr davon. Kurz folgt mein Blick

ihrer Hand, da steht eine komplette

Wetbar mit allem Drum und Dran.

Aber bevor ich lange darüber

staunen kann, sind auch schon die

Leinen losgeworfen, ruhig und

mit Standgas gleiten wir aus dem

64 5/2021


n außen

Mit der neuen Vida 33 hat Bavaria Yachts nun auch den Sprung

in das Segment der Außenborder gewagt. Angesichts der Tatsache,

dass viele Vergleichsmodelle der Mitbewerber auf dem Markt aktuell

praktisch ausverkauft sind, ein genialer Schachzug zur rechten Zeit.

Die nahmen wir uns übrigens auch für die Probefahrt.

Text DETLEF JENS | Fotos WERFT

Hafen. Ich trage meinen Drink

zum Steuerstand, drei gepolsterte

Plätze stehen hier zur Verfügung,

und begrüße den Skipper. Wo wir

heute hinwollen, frage ich und

ernte ein fröhliches Lachen: Wohin

du möchtest, wir haben viele reizvolle

Ziele in Reichweite!

Tatsächlich, ein Blick auf das

Display des Kartenplotters bestätigt

es. Der Skipper zieht mit dem Finger

einen Radius: 40 Seemeilen.

Bei Vollgas wären wir in einer

Stunde da! Aber wir wollen doch

keinen Stress, wir wollen Spaß!

Fast scheint mein Skipper nach

dieser Ansage etwas enttäuscht

zu sein: Schnell zu fahren ist kein

Stress, das ist Spaß, sagt er und tritt

sofort den Beweis an. Als wir die

Hafeneinfahrt weit genug achteraus

gelassen haben, beschleunigt er.

Erst allmählich, dann immer mehr,

bis die Motoren ihre ganze Kraft

zeigen und das Wasser silbrig glitzernd

an uns vorbeirauscht, ja, wie

in einem Rausch.

Seine Frau hat die Drinks verstaut

und sich zu uns gesellt. Zu

dritt stehen wir nun im gepolsterten

Fahrstand nebeneinander, fast

wie die Crew eines echten Offshore-Rennbootes,

es ist wirklich

5/2021 65


Bavaria Vida 33

„ Bei 40 Knoten könnte dir der Fahrtwind schon die Brille

von der Nase reißen, wenn du nicht aufpasst.“

ein beeindruckendes Erlebnis. Kurz

drehe ich mich um, das breite weiße

Band unseres Kielwassers zu bestaunen.

Sie tippt mich an und ruft

mir ins Ohr: Mach das lieber nicht!

Hier sind wir ja gut geschützt im

Windschatten, aber falls du das

weiter achtern machst … was

dann? Der Fahrtwind, meint sie.

Bei 40 Knoten könnte es dir schon

die Brille von der Nase reißen,

wenn du nicht aufpasst!

Ich nicke. Erstaunt. Hier muss

man ja ganz neue Dinge beachten.

Halt dich fest, ich fahre einmal

ein paar Kurven, ruft der Skipper,

und schon legt sich das Boot in

die Kurve. Auf die Seite. Es kippt

quasi weg, aber eben nicht um.

Nach einer Nano-Schrecksekunde

merke ich, wie stabil der Rumpf

auch jetzt im Wasser liegt. Und

wieder zurück, in die andere Richtung,

das Boot kippt – und liegt

sicher in der Kurve.

MIT HAKEN VOM HIMMEL

Endlich nimmt der Skipper ein

wenig Druck raus. Unser Hafen

und das Ufer sind längst schon

achteraus im Dunst verschwunden,

dafür tauchen vor dem Bug die

Inseln auf. Verrückt, so schnell bin

ich noch nie hier gewesen. Noch

immer rauschen wir mit rund

20 Knoten dahin, aber im Vergleich

zum Vollgas eben kommt es mir

jetzt geradezu gemächlich vor.

Fahren, so viel ist schon klar,

muss man können – 40 Knoten

sind kein Scherz. Aber es muss ja

auch nicht gleich diese Höchstgeschwindigkeit

sein. Und grundsätzlich

ist die Bavaria Vida 33

schon so fahrerfreundlich und einfach

wie möglich gemacht. In dem

ergonomisch vorbildlich gestalteten

Fahrstand hat man alles unter

Kontrolle und gut im Blickfeld.

Die zwei Außenbordmotoren

trimmen sich je nach Fahrt automatisch

und die An- und Ablegemanöver

werden durch den Joystick

kinderleicht. Es gibt, wird

mir erklärt, sogar eine sogenannte

„Sky Hook“-Funktion. Was das ist?

Es erinnert entfernt an die Techno­

66 5/2021


logie modernster Bohrinseln oder

Forschungsschiffe. Mittels GPS­

Signal halten die zwei Motoren bei

eingeschalteter Funktion das Boot

von alleine auf der Stelle.

Praktisch, wenn man solo unterwegs

ist und vor dem Einlaufen in

den Hafen Leinen und Fender vorbereiten

möchte. In Ruhe und ohne

abgetrieben zu werden …

VOLLWERTIGES HEIM

Ihre zweite starke Seite zeigt die

Vida 33 dann vor Anker, bei unserer

kleinen Lunchpause. Da wir

nur zu dritt an Bord sind, haben

wir die Wahl zwischen verschiedenen

Möglichkeiten: Im Bug wartet

eine Sitzbank rund um einen kleinen

Tisch ganz einladend auf uns

(alternativ ist hier eine große Sonnenliege

eingebaut).

Wir entscheiden uns jedoch für

die große Messe hinter dem Fahrstand

an Deck. Cockpit kann man

diesen Bereich schon fast nicht

mehr nennen, so großzügig ist es

hier. Locker acht Personen, schätze

ich, könnten sich hier in geselliger

Runde versammeln.

Gleich gegenüber der Wetbar,

mit Kühlschrank, Grill und einem

zweiflammigen Gaskocher plus

Spüle – allemal mehr als genug,

um einen wunderbaren Lunch für

alle Gäste an Bord zu zaubern!

Dieser sehr bequeme Sitzbereich

lässt sich mit wenigen Handgriffen

auch in eine sehr aus- und einladende

Liegefläche verwandeln.

600 PS Maximum,

Relax-Zone am Bug,

drei Plätze am Steuerstand,

Wetbar und

mehr im Cockpit.

Bavaria Vida 33

Gesamtlänge

Rumpflänge

Gesamtbreite

Höhe über Wasser

Tiefgang, Antrieb angehoben (ca.)

Tiefgang, Antrieb abgesenkt (ca.)

Leergewicht, ab (ca.)

Kraftstofftank

Wassertank

11,01 m

9,94 m

3,43 m

2,66 m

0,61 m

0,94 m

5.100 kg

2 x 350 l

200 l

Motor, Standard 2 x Mercruiser L4 150

Motor, Option bis zu 2 x Mercruiser V8 300

Preis inkl. 20 % Ust. ab 185.760,–

Händler: Boote Riedl, 9020 Klagenfurt,

Tel. 0463/320312

è www.boote-riedl.at

5/2021 67


Bavaria Vida 33

„ Bavaria Vida 33: Das Leben

kann so einfach und schön sein!“

3 Fragen an Marc Diening

Am 1. August hat Marc Diening bei Bavaria Yachts das Ruder von

Michael Müller übernommen. Er ist selbst begeisterter Segler und

ausgezeichneter Kenner der Branche.

MARC DIENING

CEO Bavaria Yachts AG

Mit der Vida 33 setzt Bavaria

erstmals auch auf Außenborder,

warum?

Bavaria Yachts ist bekannt für

eine solide Qualität, innovatives

Design und sportliche, aber

sichere Fahreigenschaften. Alles

Tugenden, die wir jetzt auch der

Vida 33 als erstem Daycruiser

mit Außenborder von Bavaria

mit auf den Weg gegeben haben,

um unseren Kunden ein

attraktives Angebot auch in

diesem Segment bieten zu

können.

Der Markt für Motorboote

hat in den letzten Jahren weltweit

besonders stark zugelegt.

Motorboote mit Außenborder

wie eben die Bavaria Vida 33

liegen da voll im Trend.

Ist die Vida 33 nun mehr Daycruiser

oder eher ein Weekender?

Die Bavaria Vida 33 ist gemacht

für einen rundum perfekten

Tag auf dem Wasser. Fahrspaß,

viel Platz zum Entspannen im

Cockpit und auf dem Vorschiff,

eine große Wetbar für Essen

und kühle Getränke inklusive.

Mit dem großen Bad und der

clever durchdachten Kabine

kann man aber auch einmal

eine oder zwei Nächte an Bord

verbringen.

Die Bavaria Vida 33 ist also

ganz viel Daycrusier und ein

bisschen Weekender.

Sie sind Segler. Ihre persönliche

Meinung über Motoryachten?

Ich bin seit frühester Kindheit

sehr gerne auf dem Wasser! Als

Jugendlicher bin ich zuerst beim

Segeln gelandet und dann dabei

geblieben.

Meine Frau liebt die Geschwindigkeit

und Dynamik

von Motorbooten, an denen ich

aber auch großen Spaß habe. So

sind bei Bavaria und in meiner

Familie beide Fraktionen gut

vertreten.

Viel Raum im Vorschiff: Eine eigene Kajüte samt separater

Nasszelle zeugt klar von Luxus bei einer Länge von 33 Fuß.

Die (optionale) Badeplattform

im Heck wiederum lässt sich bis

knapp zur Wasserlinie absenken

– ideale Bedingungen, um

Badespaß unbeschwert und in

vollen Zügen zu genießen.

Eine Toilette gibt es in einem

separaten Raum im Vorschiff,

mit Dusche und Waschbecken.

Neben diesem Bad befindet sich

hier noch eine kleine Schlupfkajüte

mit einer weiteren, zur

Koje umbaubaren Sitzecke. Gut

geeignet für alle, die vielleicht

mal aus der Sonne heraus wollen

– oder für eine, dann eher

einfache, Übernachtung an Bord.

LOOK AND FEEL

Die Bavaria Vida 33 gibt es in

mehreren Varianten im Angebot

– offen oder als Hardtop mit

faltbarem Stoffdach. Auch die

Seiten und das Heck können

beim Hardtop mit Persenningen

geschlossen werden, denn das

Leben hier spielt sich in jedem

Fall im Cockpit ab.

Für einen kraftvollen und wirtschaftlichen

Antrieb sorgen ab

Werft Außenbordmotoren von

Mercury mit zweimal 150 PS, zu

haben sind aber auch zwei V6

mit 200 PS, zwei V8 mit 250 PS

oder zwei V8 mit 300 PS.

68 5/2021


Verwandlungskünstler

SEGELYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

NEUE MITTELKLASSE. Mit der 460 hat

Hanse einen neuen Family-Cruiser vorgestellt,

bei dem der Fokus auf einfacher

Handhabung, Segel-Performance und Individualisierung

lag. Die maximalen Segelflächen

von 114 m 2 am Wind und 234 m 2

vor dem Wind sind eine sportliche Ansage.

Optional sind Elektro-Furler für Großund

Vorsegel sowie elektrische Schot- und

Fallwinschen erhältlich, das Selbstwendefock

ist Standard. Beim Interieur darf man

unter 48 Layoutvarianten auswählen, von

der individuellen Eigneryacht mit einer

Masterkabine inklusive En-Suite-Bad und

zwei komfortablen Achterkabinen bis zur

Charteryacht mit zehn Schlafplätzen und

drei Bädern ist alles möglich.

è www.hanseyachtsag.com

Neuer Family-Cruiser: Hanse 460.

Mit Hannes nach Cannes

Kleine Aluyacht fürs große Abenteuer.

Hochseehüpfer

BLAUWASSER-EINSTIEG. Das erste Modell der neuen

Ovni 370 hat seine ersten Testschläge hinter sich

gebracht. Alubat hat sich bei seiner neuen Blauwasser-Alu-Yacht

am vor zwei Jahren vorgestellten

Schwestermodell Ovni 400 orientiert – abgerundeter

Bug, Doppelsteueranlage und der rundum verglaste

Kajütenaufbau sind also auch hier wieder als Neuerung

vorhanden. Standardmäßig ist die kleine Alubat

mit zwei Doppelkabinen erhältlich, beim Salon kann

unter zwei Varianten gewählt werden: mit mittigem

oder mit steuerbordseitig versetztem Salontisch.

è www.alubat.com

SCHIFFSFÜHRER. Dieses Jahr

wird in Cannes noch die Jeanneau

Yachts 60 als Flaggschiff

präsentiert, für 2022 steht

bereits die 65-Fuß-Version am

Start, weiß Österreich-Händler

Hannes Grassl von Trend

Travel & Yachting. Der große

Wurf im nächsten Jahr dürfte

aber wohl die komplett neu konzipierte

Jeanneau Sun Odyssey

380 sein, Bericht folgt.

Legt man Wert auf höchsten

Komfort auf zwei Rümpfen, so

wird man mit Hannes Grassl

ebenfalls fündig: Trend Travel &

Yachting hat Katamarane der

Werft Bali im Programm, die

auch in Cannes ausstellen wird.

Segelperformance und Kat-Feeling

sind untrennbar mit Neel

Trimarans verbunden, die ebenfalls

unter fachkundiger Beratung

von Hannes Grassl zu entdecken

sind. Mit Sicherheit aber

nur nach Terminvereinbarung!

è www.trend-travel-yachting.com

Neues Flaggschiff ab 2022: Jeanneau Yachts 65.

IMPRESSUM

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnig straße 232, 9020 Klagenfurt, +43 463/461 9025,

www.ocean7.at, redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at,

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SCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz

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Frik, www.viertelbogen.at · MIT ARBEITER DIESER

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Wolfgang Hausner, Bernd Hofstätter, Detlef Jens, Dr.

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Kurt Pinter, Gottfried Titzl Rieser, Dr. Bobby

Schenk, Alexandra Schöler-Haring, Roland Regnemer,

Harri Skrach, Dr. Alfred Zellinger · PRODUKTION UND

DRUCK: Satz- und Druck-Team GmbH · ANZEIGEN:

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gasse 88, www.yca.at · Verantwortlich für die Mitteilungen

des MSVÖ: Motor bootsport und Seefahrts Verband

Österreich, Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien,

www.msvoe.at

JURY

5/2021 69


Alles bleibt an

Sunbeam 32.1

70 5/2021


Mit einer bis dato nicht da Neuausrichtung des Salzburger

gewesenen digitalen Teaser- Tra di tions unterneh mens.

Kampagne, untermalt mit In vierter Generation übernahm

spacigen Renderings, wurde Andreas Schöchl das Unternehmen

sie eingeläutet. In einem für Yachten von Vater und Onkel. Während Onkel

außergewöhnlichen Cappuccino-Farbton

ließ man die Baunummer 1 von der branche ein geschlagen hat, steht ihm

Gerhard andere Wege in der Yacht­

Leine. Die nun vor uns am Steg des Vater Manfred mit Rat, Tat und viel

Segelclubs Mattsee liegende Sunbeam En gage ment auch weiterhin zur Seite.

32.1, die bereits im Vorfeld viel Aufsehen

erregt hatte, wird jetzt während DESIGN? FÄNGT BEIM KUNDEN AN.

unserer Kurzvisite geradezu belagert. „Zu Beginn des Projekts sind wir mit

Zu Wasser, zu Lande und mit Hilfe von der 32er so gestartet wie mit allen anderen

Yachten zuvor. Dann kam die Not­

Drohnen auch aus der Luft.

Denn was Automobilhersteller weltweit

vormachten– wie beispielsweise egal ob unter Wasser, über Deck oder

bremsung. Wir hatten ja jedes Detail,

Fiat mit seinem 500 –, exerzierte die im Innenraum, konsequent aus der

Yachtmanufaktur am Mattsee in der Sicht der Kunden geplant und entwickelt.

Da stellten wir uns die Frage:

Werft szene bravourös nach, wie die

Zahlen eindrucksvoll belegen: 200 Wer sind denn eigentlich unsere zukünftigen

Seglerinnen und Segler –

Exemplare der ersten Sunbeam 32

wurden innerhalb von sechs Jahren also unsere Kunden?“, erklärt Andreas

ausgeliefert! Von der Neuauflage Schöchl die Nachdenkphase von Ende

des Verkaufsschlagers der 1970er- 2019 bis Mitte Jänner 2020.

und 1980er-Jahre erwartet man sich Von da an galt es, alle Erkenntnisse

nun nach dem richtungsweisenden unter den einen neuen Hut zu bringen.

Kurswechsel im Hause Schöchl aber Also wurde neben den langjährigen

weit mehr.

Partnern von J&J Design aus Slowenien

Seit wenigen Wochen liegt mit der mit Gerald Kiska einer der namhaftesten

heimischen Industrie-Designer

neuen 32er der unübersehbare Beweis

für den Generationenwechsel vor Anker.

Und dieser Wechsel ist nicht auf Ihm verdankt die 32er auch den mar­

im wahrsten Sinne „an Bord geholt“.

das Alter der Beteiligten gemünzt, kanten Anblick vor allem von vorne.

sondern vielmehr darauf, Yachten von Der scharfe „Wavepiercer-Bug“ wirkt

Grund auf neu zu denken. Geboren durch den quasi darauf thronenden

wurde die Sunbeam 32.1 noch in den Decksaufbau optisch noch schnittiger.

„alten“ Werftstrukturen, gereift ist sie Dabei gestaltete sich vor allem zu Beginn

die Zusammenführung des Besten

nach einem völligen Umbau sowie einer

ders

Mit der neuen Sunbeam 32.1 stellte die österreichische

Tra ditionswerft am Mattsee so ziemlich alles auf den Kopf.

Gut so, wie ein Blick aufs Boot und in die Auftragsbücher zeigt.

Text ROLAND REGNEMER | Fotos GÜNTER PACHSCHWÖLL

5/2021

71


Sunbeam 32.1

Karibisches Flair trifft auf Salzkammergut – der

Mattsee als Premierenort für die neue 32er.

Alles im Griff: Doppelsteuerstand

mit Autopilot und elektrischer

Winsch auf Steuerbord.

Hinter dem Niedergang

versteckt der achterliche

Stauraum und das Doppelbett.

Auch im Bad alles

edel und gut.

Der großzügige Vorschiffsbereich ist

loftartig angelegt. Kommt Regen,

übersiedelt die Crew unter Deck.

Unterhaltung und Ambiente mit

Stil, die Musik kommt via Bluetooth,

das Stimmungslicht als LED-Zusatzpaket.

aus allen Welten als äußerst zeitund

gesprächsintensiv. „Nun kann

ich mit Bestimmtheit sagen: Es war

jede Sekunde wert!“, so Schöchl.

Am Ende des Design- und Entwicklungsprozesses

steht nunmehr eine

32-Fuß-Yacht, die keinen Vergleich

zu scheuen braucht. Fakt ist jedoch:

Es gibt nichts Vergleichbares auf

dem Markt.

SAILING PENTHOUSE

MIT DACHTERRASSE

Genau das trifft den Zeitgeist, ist

exklusiv Mangelware und – mit

Kiel und Segel – heiß begehrt. Doch

damit nicht genug: „Dazu wollten

wir das Raum gefühl wie auf einer

40­ Fuß-Yacht reinpacken, mit

voller Stehhöhe und einem freien

Blick nach vorn. Kein Brett vor

dem Kopf, wie wir es von fast allen

Familien- und Urlaubs ­Yachten in

dieser Klasse gewohnt sind“, erklärt

Andreas Schöchl.

Was soll man dazu sagen? Eierlegende

Wollmilchsau wäre umgangssprachlich

treffend. Wer aber

die Sunbeam 32.1 betritt, erkennt

rasch, dass das Kunststück gelungen

ist. Im Niedergang den Kopf einziehen?

Nicht nötig, da ist noch genug

Luft nach oben. Dann der freie Blick

nach vorn, in unserem Fall auf das

satte Grün und Türkis des sommerlichen

Mattsees. Der bleibt, auch

wenn man sich an den großen Tisch

vorschiffs setzt. Ein Yacht gewordenes

Loft – so lässt sich der Eindruck

hier wohl am besten beschreiben.

Die Vorlage dafür lieferten Befragungen

und Marktanalysen bereits

im Vorfeld. Herausgekommen ist

schließlich der Day sailer „plus“, also

eine Mischung aus Fahrtenyacht

und Daysailer. Im internen Sprachgebrauch

hat sich sogar der Begriff

„Weekender“ durchgesetzt.

Der Eigner kommt am Freitag

nach der Arbeit mit Familie an

den See. Wird nicht gesegelt, verwandelt

sich die Sunbeam 32.1 in

einen privaten und sehr exklusiven

Beach-Club. Die Badeplattform

fährt auf Knopfdruck hydraulisch

aus, Bimini und Sonnensegel sind

mit wenigen Handgriffen montiert,

im Cockpit haben auch später

nachkommende Freunde noch

genügend Platz.

72 5/2021


Prüfender Blick ins Großsegel

und das Rigg – die Eigenschaften

bei Leichtwind machen

neugierig auf mehr und Meer.

„ Wir haben aus den geänder ten

Bedürfnissen der Gesell schaft

eine Zielgruppe definiert

und ein Boot genau für diese

Zielgruppe entworfen.“

Andreas Schöchl, Werftchef Sunbeam Yachts

Kommt Wind auf, so lässt sich

alles auch im „Single-Modus“ betreiben

– Einhandsegeln! Freilich

nur, wenn beim Kauf die elektrischen

Winschen und der Autopilot

gleich mitbestellt wurden. Beim

An- oder Ablegen kann man sich

vom ebenfalls optionalen Bugstrahlruder

– keine Selbstverständlichkeit

auf 32 Fuß – helfen lassen. Die Fender

dürfen aber nach wie vor händisch

ausgebracht werden.

Gern Hand anlegen wird man

auch am erstmals bei Sunbeam verbauten

Doppelsteuerstand mit Doppelruder.

Diese sind starr miteinander

verbunden, sodass kein Spiel an

den Rädern zu bemerken ist – daher

die Präzision und absolute Kontrolle

beim Lenken der Yacht.

Betucht ist die Sunbeam 32.1 in

der High-End-Variante mit Top-

Genua und Genua, alles meisterlich

erdacht und ausgeführt von

Florian Raudaschl vom benachbarten

Wolfgangsee. Backstagen bzw.

Achterstag gibt es keine, was den

loftartigen Charakter der 32.1 auch

an Deck unterstreicht. Ebenso wie

die weitestgehend bedeckte Leinenführung

zum Steuerstand.

GUT GEBUCHT

Trotz des mäßigen Windes an

unserem Testtag konnten wir uns

von den Vorzügen der gänzlich neu

gedachten Sunbeam 32.1 ein gutes

Bild machen. Nach der Erstpräsentation

für Händler und erste Kunden

im Juli waren auch schon die

Auftragsbücher gut gefüllt. Messepremiere

feiert die Sunbeam 32.1

im September auf der Interboot in

Friedrichshafen – dort eingehende

Aufträge können wohl erst 2023

erfüllt werden.

Der Einstiegspreis liegt bei rund

190.000 Euro, unsere Testyacht

schlägt mit 250.000 Euro zu Buche.

Neben den erwähnten Ex tras fehlen

nur noch Warmwasser-, Heizungsund

Dusch paket bis zur Vollausstattung.

Was uns noch fehlt, ist der

ausgiebige Test der Sunbeam 32.1

bei Wind und in salzigem Wasser.

Das sollte aber noch im Spätherbst

möglich sein.


Sunbeam 32.1

Länge ü. a.

Breite ü. a.

Verdrängung

Kielgewicht

9,98 m

2,98 m

4.150 t

1.250 kg

Ballastanteil Kiel 30 %

Motor

Elektromotor (opt.)

Frischwasser

Treibstoff (Diesel)

Grauwassertank

Volvo Penta D1-20, 18 PS

8 kW

80 l

60 l

60 l

Segelfläche am Wind max. 60 m 2

SW-Fock (Standard) 20 m 2

Großsegel (Standard) 36 m 2

Tiefgang Standardkiel/Kurzkiel

1,80/1,30 m

Preis ab € 190.000,–

Sunbeam Watersports GmbH, 5163 Mattsee,

Tel. 06217/5581-0

è www.sunbeam-yachts.com

5/2021 73


Der Möglichm

YCA Gebirgssegler Cup 2021

Bitte warten“ wurde beim

heurigen Gebirgssegler Cup

zum geflügelten Wort. Das

nahezu unüberblickbare

und sich laufend ändernde Wirrwarr

der behördlichen Vorgaben rund um

grenzüberschreitende Covid-Maßnahmen

war für Mike Hecker und

seine Gebirgssegler-Cup-Mannschaft

jedoch heuer schon fast einfacher

zu überschauen als die Mitte Juni

zwischen Primošten und Rogoznica

herrschenden Wind- und Wetterverhältnisse.

Diese führen am ersten Regatta-

Tag (Bora, 30 kn) gleich nach einem

Startversuch zum Abbruch. Am Folgetag

geht es nach einem Staberl mit

einer Navigationswettfahrt nach

Šibenik. An den folgenden zwei

Cup-Tagen dominiert der Leichtwind,

es gelingt jedoch noch eine

kurze Navigationswettfahrt.

Am abschließenden Donnerstag

kommt es zwar noch zwischen

Kremik und Rogoznica zu bewegenden

Badeszenen im adriatischen

74 5/2021


acher

Der

steirische YCA Crew-Commander Mike Hecker ist der

Mann hinter dem Gebirgssegler Cup. Auch heuer trotzte er

mit seinem Team allen pandemischen Widrigkeiten und

machte das schier Unmögliche möglich: Es wurde gesegelt.

Text ROLAND REGNEMER | Fotos GÜNTER PACHSCHWÖLL

Frühsommer – für Action an der

Leetonne reicht es wegen Windstille

aber leider nicht mehr.

SPANNUNG BEI DEN „FIRSTS“

In der mit zwölf Teams stark besetzten

Einheitsklasse entspannte sich

trotz eines furiosen Auftakts des

Teams rund um Claus Chabina mit

zwei Siegen letztlich ein Dreikampf

um den Sieg. Chabina sicherte sich

mit einem dritten Platz in der letzten

Wettfahrt mit nur einem Punkt Vorsprung

auf Markus Lechner den

Gesamtsieg. Ebenfalls nur einen

Punkt von der „Titelverteidigung“

entfernt war die Mannschaft von

Vorjahressieger Wolfgang Babinsky.

Mit einem lupenreinen Hattrick (drei

Siege in drei Wettfahrten) schufen

Thomas Dieplinger und Crew in der

offenen Klasse klare Verhältnisse.

Die Anmeldungen für 2022 laufen

bereits, die ersten Teams haben sich

ihre Boote schon gesichert. Gesegelt

wird von 10. bis 14. April im Raum

Šibenik.


5/2021 75


YACHT CLUB AUSTRIA

News September/Oktober 2021

YCA-CLUBTÖRN

Äolische Inseln

Seit Jahren organisiert der YCA Clubtörns, die außerhalb des üblichen Mainstreams liegen und dank

der bewährt routinierten Durchführung größten Anklang bei unseren Mitgliedern finden.

Text GOTTFRIED RIESER, YCA-AUSBILDUNGSLEITUNG

Ausgangshafen ist Portorosa

im Nordosten von Sizilien,

einem künstlich angelegten

Feriendorf, wobei unser Vercharterer

gute 2 Kilometer vom Hauptgebäude

entfernt ist – im Info­

Prospekt war davon keine Rede.

Zu guter Letzt können wir aber

ein Taxi organisieren, um unser

Gepäck zu den Booten zu bringen.

Der Lebensmittelladen ist klein,

aber fein sortiert, der gekaufte

Proviant wird kostenlos zum Steg

geliefert. Beim Check-in merken

wir, dass die Yachten ein gutes Jahr

kaum genutzt wurden: Bei einem

Boot steht das Wasser in der Bilge,

bei einem ist der neue Auto pilot

nicht kalibriert, bei einem anderen

Boot wiederum bemerken wir Gasgeruch

in der Backskiste, und ein

weiteres Boot ist nicht aufgetankt.

Die Mitarbeiter am Stützpunkt

arbeiten bis spät in die Nacht,

um die Probleme zu beseitigen.

Aber am nächsten Vormittag

geht es los: Nach Lipari, der größten

Insel des Archipels. Wir legen

an den zwei Stegen nördlich des

Fähranlegers an.

Die Marina „Porto Pignataro“ erscheint

uns etwas heruntergekommen

zu sein. Abends flanieren wir

den Corso entlang, den Fisch nehmen

wir im „L’Angelo del Pesce“.

Der Patrone himself verspricht feierlich,

ihn täglich frisch aus dem

Meer zu fischen.

In der Früh wecken uns Fallwinde

auf, die Böen treffen quer

zum Boot und erreichen bis zu

30 Knoten. Die Marineros vor Ort

haben in der Nacht vorgesorgt:

Sie tauschen unsere reckfreien

Festmacher gegen eigenes, kunstvoll

geflochtenes und wesentlich

elastischeres Tauwerk aus. Der Tag

Gute Stimmung ist

auf den YCA Clubtörns

immer mit an Bord.

76 5/2021


YCA-Events und -Veranstaltungen 2021

2. September Zoom-Webinar Infoabend für

RYA-Yachtmaster

4. September Breitenbrunn Competent Crew

Mitsegeln 1,

2 Tage

4. September Linz Radausflug Crew

Oberösterreich,

Linz-Aschach, 1 Tag

11. September Breitenbrunn Competent Crew

Mitsegeln 2,

2 Tage

11. September Laufnitzdorf Clubwanderung im

Grazer Bergland,

1 Tag

11. September Kaštela/Split Big Boat Training auf

der 60ft Austria One,

8 Tage

18. September Breitenbrunn Regattatraining

Neusiedler See,

1 Tag

19. September Portsmouth Tidal-Training Solent

24. September Ansfelden Theorie-Präsenz-

Kurs Oberösterreich,

1 Tag

24. September Ludersdorf SRC Short Range

Certificate Steiermark,

2 Tage

FOTOS: GOTTFRIED RIESER (2), SHUTTERSTOCK (3)

führt uns nun nach Panarea. Überraschung:

Unmittelbar neben dem

Ankerplatz gibt es ein Bojenfeld mit

Bootstaxi-Service. Eine feine Sache

bei Wind aus Nord, Ost oder Süd.

Wir warten bis 23 Uhr, dann heißt

es „Leinen los“ mit dem Ziel Stromboli.

Wir wollen die Vulkan-Aktivitäten

bei Nacht erleben und wir werden

nicht enttäuscht. Spektakuläre

rot-gelbe Feuer-Eruptionen schleudern

die Lava bis zu 100 Meter in die

Luft. Dies erinnert an die Spritzkerzen

auf einer Geburtstagstorte. Wir

umrunden das Highlight des Törns

und gehen in den Morgenstunden

vor der Insel Salina vor Anker. Erst

am Nachmittag suchen wir uns einen

Platz in Santa Marina Salina.

Gerade rechtzeitig – am Abend ist

die Marina gerammelt voll und die

Preise sind auch happig: 95 Euro

(Wasser kostet extra) ohne Duschen

und Toiletten. Abends probieren

wir den Malvasia und den Passito,

vorzügliche Weine von der Insel.

Nun machen wir einen Schlag

nach Fillicudi, dem westlichen

Turning-Point unserer Reise. Der

Nordost beschert uns einen Ankerplatz

östlich vom Hauptort Pecorini

a Mare und Fallwinde mit 25 Knoten.

Wir nennen es „Heizstrahlerphänomen“:

Zuerst spüren wir echt

warme Luft wie aus einem Fön, dann

kommen die Fallböen, es folgt spürbar

kalte Luft, die Böen schlafen

ein – das Meer beruhigt sich und

20 Minuten später geht es wieder

von vorne los.

Am vorletzten Tag landen wir auf

Vulcano. Leider ist das Schwefelschlammbad

Corona-bedingt gesperrt.

Die heißen Quellen dagegen

sind echt beeindruckend: Ein 100° C-

Heißwasser-Jacuzzi aus der Tiefe des

Meeres – für alle Rheuma-, Hautkrankheiten-

und Arthritisgeplagten

zur Heilung empfohlen.

Der nächste Tag bringt uns zurück

nach Portorosa. Der Check-out

bringt so manche böse Überraschung

mit sich, das ist aber eine andere

Geschichte. Vielleicht besuchen

auch Sie einmal diese wunderschöne

Region der Äolischen Inseln – und

können Ihre Erfahrungen mit uns

teilen.

Die Route des diesjährigen

Clubtörns oben

links, rechts oben ein

Ankerplatz auf Fillicudi;

links unten der

spuckende Stromboli,

rechts unten auf der

Insel Volcano mit ihrem

Heilschlamm und den

vielen Heilquellen.

25. September Biograd OSYC vs. YCA

Freundschafts-

Regatta, 8 Tage

26. September Portsmouth/Solent Channel Crossing für

RYA Yachtmaster

3. Oktober Punat AASW Alpe Adria

Sailing Week

Regatta 2021,

5 Tage

6. Oktober Zoom-Webinar Infoabend für

RYA Yachtmaster

10. Oktober Portsmouth/Solent Tidal-Training

Solent, 6 Tage

15. Oktober Linz-Ansfelden FB2-Theorie-

Ausbildung – Kurs

16. Oktober Izola YCA Sailing Master,

4 Tage

20. Oktober Izola YCA Sailing Master,

4 Tage

30. Oktober Salzburg Astronomie für

Einsteiger, Gottfried

Grabner, 1 Tag

20. November Kapverden 15T Segeln Spezial

ab São Vicente,

15 Tage

Allfällige Änderungen vorbehalten.

Clubabende

Sämtliche YCA-Clubabende (online oder real), Aus- und

Weiterbildungs-Möglichkeiten tagesaktuell abrufbar unter

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe

è www.yca-crew-ktn.at

Gäste und Freunde sind an den YCA-Clubabenden

ebenfalls willkommen!

5/2021 77


YACHT CLUB AUSTRIA

News September/Oktober 2021

YCA-AUSBILDUNG

FB2-Prüfungstörn

erfolgreich gemeistert!

Nachdem uns Harald Schwanzer bereits hervorragend auf die

theoretische Prüfung für den FB2-Schein vorbereitet hatte, kam

der zweiwöchige Trainings- und Prüfungstörn in Kroatien ab

der Marina Kremik in Primošten zur rechten Zeit.

Text und Fotos MAG. MARC SIMBÜRGER, YCA CREW STEIERMARK

Um die erforderlichen 500 Seemeilen

nachzuweisen, haben

wir einige Nachtfahrten eingelegt.

Die Fahrt in die Festungsstadt

Ston hat am meisten fasziniert, da

sie wegen eines äußerst engen Fahrkanals

in einer dunklen Nacht eine

echte Herausforderung darstellt.

Am nächsten Tag wurden wir für

unsere Mühen durch eine kurze

Stadtbesichtigung und ein spektakuläres

Ablegemanöver über die

äußere Achterleine entschädigt. Die

Hafengäste waren erstaunt darüber,

wie sich unsere Shanti Blu, eine

Bavaria 46, um die eigene Achse

drehte. Erstaunt waren auch wir am

nächsten Tag nach einem Besuch der

beinahe touristenfreien Stadt Dubrovnik

und dem Ankern in Cavtat,

als der Außenborder des Dingis seinen

Dienst quittierte und uns zum

Rudern zwang. Die kommende

Nacht sollte uns ebenfalls überraschen,

nachdem der Wetterbericht

uns eine waschechte Bora verschwiegen

hatte. Dieser Wetterumschwung

ließ unseren Anker ausbrechen. Wir

mussten uns mitten in der Nacht auf

ein „Päckchen“ mit einem fest verankerten

Fischerboot legen.

Nach Cavtat steuerten wir Prigradica

(auf Korčula) an, wo uns unser

Ausbildner Wolfgang Siebenhandl

in der dortigen Konoba mit heimatlichen

Klängen auf seiner Gitarre

erfreute. Der nächste Tag führte uns

zum Bunker Dumboka auf Dugi

Otok. Tags darauf besichtigten wir

den gesunkenen Frachter bei Veli

Rat. Im Anschluss trainierten wir

verschiedene Manöver mit den entsprechenden

Befehlen.

Die kroatische Kulinarik konnten

wir in der zweiten Woche bei einem

von Mike Hecker organisierten tollen

Ausflug ins Landesinnere zu einem

„Heurigen“ genießen. Der Wetterbericht

prognostizierte ruhige Bedingungen.

Tatsächlich hatten wir

aber eine raue See bei unseren POB-

Manövern, glücklicherweise konnten

alle unvorsichtigen Fender gerettet

werden. Die An- und Ablegemanöver

sowie Navigationsaufgaben

meisterten wir mit bester Bravour.

Den krönenden Abschluss dieser

FB2-Prüfung bildete das Ankermanöver

unter Segel. Am letzten Tag

legten wir einen kurzen Schlag nach

Žirje zum Baden zurück und liefen

danach wieder in den Heimathafen,

die Marina Kremik, ein.

Resümee: Wir haben nicht nur

neue Freunde gewonnen, sondern

auch viele kritische Situationen – wie

losgerissene Anker, Mann über Bord,

unpassende Wetterberichte, enge

und seichte Hafeneinfahrten, Nachtfahrten,

stürmische See u. v. m. –

bestens gemeistert. Ein ganz großes

Dankeschön gebührt unserem Ausbildner

Wolfgang Siebenhandl sowie

der YCA-Crew Steiermark für diese

großartigen zwei Wochen!

Unsere Bavaria 46

Shanti Blu mit Robert,

Steve, Wolfgang, Stephan,

Ewald, Sebastian, Marc

und Peter.

YCA-Services und -Vorteilspartner

Wir bauen laufend unser Netzwerk zu

starken Partnern aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen Bereichen anbieten,

siehe unsere Service-/Vorteilspartner

auf è www.yca.at

Marinas: Sondertarif für Tages- bzw.

Jahres-Liegeplätze. Italien: Marina Certosa

(Venedig), Marina Aprilia Marittima

(Lignano*). Kroa tien: Marina Vrsar, Marina

Funtana, Marina Punat, Marina Frapa

* In Kooperation mit der Agenzia Adrianautica und Agenzia Immobiliare-Nautica & Yachting San Marco.

Wir konnten das ganze Jahr

2020 über keinen einzigen

Dubrovnik. Trainingstörn Spanien: durch­Versicherung: Pantaenius.

in Rogoznica und

Marine Project führen, Iberia geschweige (Barcelona). denn einen YCA-Stützpunkte: Alle Marinas wie links

Charter: Prüfungstörn. Müller Yachtcharter, Und im Herbst Pitter kam angeführt + Ionian Charter.

Yachtcharter, es dann My noch SeaTime einmal Yachtcharter knüppeldick,

d.o.o. (Kroa zum tien), Start Ionian der Ausbildungssaison

Charter (Griechenland),

four seasons yachting GmbH Interessierten Sponsoren und Partnern

bieten wir gerne attraktivste

mussten wir auch die Theoriekurse

(Deutschland).

absagen. Haben wir im Frühjahr

Service:

2020

MEC-Energietechnik,

noch unsere themenbezogenen

Webinare mit großem Erfolg

SeaHelp, Kooperations formen und Möglichkeiten

Seemannsladen.at, Thomas Pernsteiner, für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schiffs-Sachverständiger, ocean7-Magazin,

Marina-Buchungsplattform seasy.at Vorschläge: è

Wir freuen uns auf Ihre Anfragen und

marketing@yca.at

78 2/2021 5/2021


YCA-FLOTTE

Melges 24 – unsere neue Yacht

Der Yacht Club Austria vergrößert seine Flotte auf dem Attersee: Die neueste Errungenschaft

ist eine sportliche Yacht mit erheblichem Fun- und Regatta-Potenzial.

Text MICHAEL MONZ, YCA CREW SALZBURG

Für Markus Wieser, einen der besten

Segler im deutschsprachigen Raum,

ist sie „… das innovativste und unter

allen Bedingungen am einfachsten zu segelnde

Boot der Kategorie bis 30 Fuß …“.

Damit ist schon fast alles gesagt. Mit der

sportlichen Ausrichtung dieses Bootes erweitern

wir das Angebot für alle Mitglieder

des YCA: Hohes Geschwindigkeitspotenzial,

verbunden mit spektakulärem Gennakersegeln,

gewährleistet puren Segelspaß. Es

bestehen aber auch Möglichkeiten, bei Regatten

auf höchstem Niveau mitzumischen.

Die Melges 24 kann von jedem YCA-Mitglied

für einen geringen Unkostenbeitrag

gesegelt werden. Mit diesem tollen Angebot

setzt der YCA wieder einmal Maßstäbe für

seine Mitglieder. Michi Monz, einer der Betreuer

dieses Projektes, weist auf ein Alleinstellungsmerkmal

hin: „Wo gibt es sonst

YCA-AUSBILDUNG

noch so ein Service für unsere Mitglieder:

Segeln auf einer Rennyacht zu einem sensationell

günstigen Preis, eignergepflegt

und ohne Ärger über Nebenkosten!“

Einfach auf unserer Veranstaltungsplattform

eine Schiffseinweisung (kostenlos)

buchen und schon heißt es „Leinen los,

hol an die Schoten“ und ab geht die Post!

è www.yca.at

Info-Abende für Skipper

Es geht wieder los: Im September beginnen unsere Theoriekurse

für die Hochsee-Skipper-Ausbildung.

Der Yacht Club Austria bietet dafür

österreichweit Informationsabende

an, wo man sich unverbindlich über

Inhalte, Termine und Kosten orientieren

kann (Termine für die Infoabende siehe

unten). Der YCA bekennt sich zur Qualität.

Termin Bundesland/Crew Ort

Die Melges 24 (M24) ist eine

Segelyacht, die hauptsächlich im

Regatta sport Verwendung findet.

Wir verkaufen keine Scheine, sondern wir

bilden aus: Das macht den Unterschied!

Un sere Trainer sind allesamt zertifizierte

Offshore Sailing Instructors. Und sie sind

der Garant für langjährige Erfahrung und

besten Ruf! Siehe auch è www.yca.at

9. September, 18 Uhr Steiermark Lucky’s Heuriger, Brucknerstraße 30, 8010 Graz

9. September, 19 Uhr Oberösterreich Zoom-Online-Meeting

10. September, 19 Uhr Oberösterreich Gasthof Hotel Stockinger, Ritzlhofstraße 63, 4052 Ansfelden

14. September, 19 Uhr Kärnten Jugend- und Familiengästehaus, Neckheimgasse 6, 9020 Klagenfurt

14. September, 19 Uhr Tirol/Vorarlberg Schützenheim Wilten, St. Bartlmä 5, 6020 Innsbruck

16. September, 19 Uhr Wien/Niederösterreich/Burgenland Humboldt Maturaschule, Lothringerstraße 4–8/3. Stock, 1040 Wien

23. September, 19 Uhr Salzburg Friesacher Heuriger, Hellbrunnerstraße 17, 5081 Anif/Salzburg

FOTO: SHUTTERSTOCK

YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)0676 6086035

mike.hecker@yca.at

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

5/2021 79


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News September/Oktober 2021

FOTO: SHUTTERSTOCK

Mitte Juni trafen sich Vertreter des MSVÖ, MLVW und des MLVNÖ mit Vera

Hofbauer als Repräsentantin der Obersten Schifffahrtsbehörde (OSB) zur all jährlichen

Besprechung im Verkehrsministerium. Als Schnittstelle zwischen Sportbootfahrern

und dem Ministerium konnten die Experten auch diesmal viel erreichen.

Text und Foto C . M. VOGT

Talk am runden Tisch

Vera Hofbauer hieß im Juni

die Repräsentanten des

MSVÖ, MLVW und MLVN im

Ministerium willkommen.

Teilnehmer an der Diskussionsrunde

waren der Binnengewässerreferent

des MSVÖ

sowie die Präsidenten und Vizepräsidenten

des MLV Wien und

des MLV Niederösterreich.

ERLEICHTERUNGEN >10M

Das 20-Meter-Patent für Wasserstraßen

ist in Zukunft Ländersache

(Wien, Niederösterreich, Oberösterreich).

Es gibt derzeit einige

Erleichterungen („Fahrtag“ =

mind. zwei Stunden an Bord, ein

Fahrtag pro Kalendertag, bis zu

zehn Tage auf einem Fahrzeug mit

einer Länge bis zu zehn Meter anrechenbar

etc.). Privatpatente sind

damit zu angemessenen Kosten

und angemessenem Zeitaufwand

auch für berufs tätige Privatpersonen

leichter zugänglich. Über

weitere Erleichterungen kann und

wird nach Beobachtung der Situation

diskutiert werden.

Zukünftig wird es für Sportboote

zu nicht gewerblichen Zwecken

ohne Längenbegrenzung (> 20 Meter)

ein „Schiffsführerpatent AT“

geben. Darüber hinaus werden die

Designs der Patente im Scheckkartenformat

für die Sportbootbefähigungsausweise

abgeändert,

die alten Ausweise bleiben weiterhin

gültig.

SCHIFFFAHRTSGESETZ

Ein neuer Entwurf für Änderungen

des Schifffahrtsgesetzes liegt

vor und ist derzeit in Begutachtung.

Eine Novelle der Wasserstraßenverkehrsordnung

(WVO)

soll 2022 folgen. Inkludiert sind

voraussichtlich wieder Vorschriften

für „Waterbikes“, aber auch

Stand-Up-Paddler.

IM FOKUS

Weitere Punkte, die in der Besprechung

behandelt wurden, betrafen

die Situation mit Covid-19, die

Tankstelle in Krems, den Ankerplatz

Lobau, das Befahren des

Donaukanals, die Situation in den

Marinas Wien und Kuchelau, eine

Vereinheitlichung von gewerblichen

Patenten (ohne Auswirkung

auf die Sportschifffahrt) und diverse

Baggerungen. Mehr Infos:

è www.msvoe.at

80 5/2021


Erweiterung der Antriebsart

Wer bereits einen Befähigungsausweis für Motorantrieb oder Segelantrieb

hat und noch eine Modul-Prüfung absolviert, kann sich einen Befähigungsausweis

Motor- und Segelantrieb ausstellen lassen und das IC-Patent über

den MSVÖ bei der Via Donau GmbH beantragen. Und so geht’s …

FOTO: SHUTTERSTOCK

Wer einen reinen Segelschein

hat, kann die

MOTOR-MODUL-THEORIE-

PRÜFUNG, 12 Fragen aus dem

Sachgebiet Motorantrieb ablegen.

Voraussetzungen: Besitz Befähigungsausweis

Segelantrieb (der

nach bisherigen Rechtsvorschriften

ausgestellt wurde).

Wer einen reinen Motorschein

hat, kann die SEGEL-MODUL -

THEORIEPRÜFUNG, 14 Fragen aus

dem Sachgebiet Segelantrieb, eine

Kartenarbeit mit vier Fragen und

eine Segel-Modul-Praxisprüfung

(Segelmanöver) ablegen. Voraussetzungen:

Besitz Befähigungsausweis

Motorantrieb (der nach bisherigen

Rechtsvorschriften ausgestellt

wurde), bei Besitz FB2 Nachweis

über 200 sm auf einer Segelyacht;

bei Besitz FB3 Nachweis über 500

sm, davon mind.

250 sm als Schiffsführer

auf einer

Segelyacht.

Alle geforderten

Schiffsführermeilen

müssen immer mit Logbuchkopien

nachgewiesen werden! Mehr Infos,

Kosten etc. unter

è www.msvoe.at/pruefungswesen/

ergaenzungspruefung/

Segler, die auch eine

Motorprüfung ablegen,

haben Anspruch auf

das Patent „Motorund

Segelantrieb“.

Nachrichten für die Schifffahrt der OSB

BAGGERARBEITEN

Grein Strudenstrecke, Strom-km

2080.8 bis 2075.0 – Beschränkung bis

17. September 2021, Mo–Fr, 6–20 Uhr:

Besondere Vorsicht für alle Fahrzeuge

in alle Richtungen. Zusätzliche Meldepflicht

über UKW 10 und UKW 84.

Es ist mit Wartezeiten und tw. Sperren

und Behinderungen zu rechnen, fallweise

ist die Signalstelle Tiefenbach

besetzt, Einbahnregelungen über den

Strudenkanal möglich. Absolutes

Ankerverbot und Verbot des Ankerschleifens

in diesem Bereich. Während

der Bauzeit vermehrte Sondierungen

im Hößgangkanal durch die Schifffahrtsaufsicht

und Wassertrübungen

durch die Saugbaggerung.

Krems, Strom-km 1999.4 bis 2003.1 –

Beschränkungen bis 31. Dezember

2021, 6–20 Uhr: Besondere Vorsicht im

ganzen Bereich, Sog und Wellenschlag

vermeiden.

ARBEITEN

Wien Donaukanal, km 10.7 – Beschränkungen

bis 17. Dezember 2021:

Durchfahrtshöhe höchstens 7,85 m bezogen

auf Höchster Schifffahrtswasserstand

(HSW) im ganzen Bereich, Sog und Wellenschlag

vermeiden. Generalinspektion

am Gaswerksteg Donaukanal-km

10.74, Brücke wird eingerüstet bzw.

Hinweis auf verminderte Durchfahrtshöhe

bei HSW. Bereich ist mit sicherer

Geschwindigkeit zu durchfahren!

Krems, Straßenbrücke Stein-Mautern,

Donau km 2003.5 – Beschränkung bis

29. Oktober 2021, Mo–Do 7–17 Uhr,

Fr 7–13 Uhr: Besondere Vorsicht im

ganzen Bereich. Prüfungs- und Erhaltungsarbeiten

(Hängegerüst) mit eingeschränkter

Durchfahrtshöhe von

2,25 m. Finden diese Arbeiten in den

Feldern 1, 2, 4 statt, werden diese Joche

während der Arbeitszeiten mit Schifffahrtszeichen

gesperrt. Bei Arbeiten im

empfohlenen Durchfahrtsjoch (Feld 3)

Überwachung von der Schifffahrtsaufsicht

Schiffsverkehrregelung vor Ort.

Schifffahrt grundsätzlich nicht behindert,

kurze Verzögerungen möglich.

REPARATURARBEITEN

Vorhafen Lobau, Tanklände Neue

Donau, rechtes Ufer, Strom-km 1917.3

bis 1917.2, Donau-km 1917.1 – Beschränkung

bis 31. Dezember 2021:

Stillliegeverbot im westlichen Bereich.

Hinweis auch auf die Treppelwegsperre

für den gesamten Verkehr rechtes Ufer

Neue Donau Höhe Str.-km 1917.248

bis 1917.728, Zufahrt zum Lobausporn

über den linksufrigen donauseitigen

Treppelweg möglich.

BAUARBEITEN

Linz, Obere Donaulände, Strom-km

2136.5 bis 2136.7 bis 31. Dezember

2021 durchgehend: Stillliegeverbot im

Bereich des rechten Ufers.

KIESVERLADUNG

Altenwörth, Strom-km 1982.8 – Beschränkungen

bis 17. September 2021,

Mo–Fr, 6–20 Uhr: Besondere Vorsicht

und Sog und Wellenschlag vermeiden

im rechten Bereich. Arbeitsgerät und

-bereiche entsprechend der WVO mit

Tag- und Nachtbezeichnungen gekennzeichnet,

Schifffahrt grundsätzlich

nicht behindert.

Wien, Str.-km 1920.162 bis 1920.400,

linker Fahrbahnrand, bis 23. Dezember

2021, Mo–Do, 6–18 Uhr. Verklappt

wird im Bereich Str.-km 1914.000 bis

1920.000 über die gesamte Strombreite.

Arbeitsgeräte und -bereich entsprechend

der WVO mit Schifffahrtszeichen

(Tag- und Nachtbezeichnung) gekennzeichnet.

Ergänzende Infos: UKW-

Kanal 10 bei MS Krems oder MS Linz.

VERSANDUNG

Brandstatt, Sportboothafen, Donaukm

2157.1, rechter Bereich – Beschränkung

bis 31. Dezember 2021 durchgehend:

Besondere Vorsicht. Tw. nur Tiefe

von 1 Meter verlaufend bis gegen 0 Meter

gegeben. Stromgrundaufnahme

steht als Anlage zur Verfügung. Weitere

Infos: http://nts.doris.bmk.gv.at/

Download?attachement=

2006000510000000342

HOCHWASSERSCHUTZ-

ERRICHTUNG

Krems, Strom-km 2018.3 bis 2016.2,

bis voraussichtlich 31.10.2022: Totalsperre

des Treppelweges, besondere

Vorsicht im Bereich des rechten Ufers.

SEICHTSTELLEN

Donau, Strom-km 1872.8 bis 2035.0:

Informationen über Seichtstellen in der

Wachau und im Bereich östlich von

Wien (einschließlich Einfahrten zu

den Wiener Häfen) werden laufend

im Internet veröffentlicht. Ergänzende

Informationen: www.doris.bmvit.gv.at/

fahrwasserinformation/seichtstellen.

5/2021 81


Sailing Poetry

Gilgamesch sucht die

Unsterblichkeit

Wir begegnen dem legendären König von Uruk, von dem die älteste Geschichte der Welt erzählt:

Nach einer ruhmreichen Karriere sucht er das ewige Leben und erfindet dabei das Segel.

Empfehle, das Gilgamesch-Epos

wieder zu lesen; Geschichten

zu erzählen und zu hören ist

ein Ur-Bedürfnis, Geschichten über

Leben und Tod, über Hybris und

Katharsis, das Gilgamesch-Epos ist

so eine: Der Hirte Enkidu wird von

der schönen Schamchat verführt

und geht mit ihr in die Stadt. Auf

der gewaltigen Stadtmauer begegnet

er Gilgamesch und lästert über

Könige, die mit Werken wie diesem

in die Geschichte eingehen wollen.

Gilgamesch gibt sich zu erkennen,

sie beginnen zu raufen, der Kampf

endet unentschieden – worauf sie

auf ein Bier gehen und Freunde werden.

Mit einem Sieg über Chuwawa,

den Wächter des Zedernwaldes, will

Gilgamesch Ruhm erwerben. Im

Hafen werden Gilgamesch und

Enkidu verabschiedet: „Zum Kai

von Uruk kehret heil zurück!“

Die Freunde töten Chuwawa, der

Zedernwald wird nutzbar gemacht,

Ishtar, Göttin der Liebe, verliebt sich

in Gilgamesch, fordert ihn auf zur

„heiligen Hochzeit“ – was dieser

ablehnt, eingedenk des Schicksals

früherer Liebhaber der Ishtar, denen

meist kein langes Leben mehr

beschieden war. Ishtar will sich

rächen, der Himmelsstier richtet

in Uruk Unheil an, bis Gilgamesch

und Enkidu ihn gemeinsam töten.

Sie verhöhnen Ishtar, die Götter

verhängen darob eine Strafe über

Enkidu; der stirbt.

Geheimnis des Lebens. Eine Odyssee

der Todesfurcht (Rilke) beginnt.

Gilgamesch hofft, dass Ut-Napischti,

dem die Götter das ewige Leben

geschenkt haben, ihm helfen kann.

Nach einem langen Marsch

durch die Wüsten Syriens und über

das Gebirge des Libanon erreicht er

den Rand des Meeres und trifft in

einer Taverne am Strand Siduri, die

Schenkin. Sie weist ihm den Weg

zu Ur-Schanabi, dem Fährmann,

der allein befugt ist, die Wasser des

Todes zu überqueren. Der fordert

von Gilgamesch, 300 Stakstangen

zu fällen; die Wasser des Todes

dürfen seine Hand nicht benetzen.

Die Stakstangen sind bald verbraucht.

Wie schaffen wir jetzt die

letzte Strecke, Fährmann? Öffne

den Gürtel, ich brauche deinen

weißen Umhang! Gilgamesch

spannt diesen als Segel zwischen

seine Arme, fängt den Wind und

so erreichen sie das Ufer.

Du hast gerade das Segel erfunden,

sagt Ur-Schanabi, damit wird

man die Ränder der Welt ausspähen,

die seefahrenden Völker,

die städtegründenden Griechen,

Aeneas, dessen Söhne Rom gründen

werden – sie werden dir danken.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

Buchtipp:

Das Gilgamesch-Epos

von Reclam.

Auf der Insel der Toten werden

sie von Ut-Napischti empfangen.

Gilgamesch will erfahren, was ist

das Leben und was der Tod. Die

Götter haben Leben und Tod festgelegt,

aber den Tag des Todes taten

sie nicht kund, sagt Ut-Napischti;

auch als König kannst du dem Tod

nicht entkommen. Ich empfehle

dir, ein gutes Regiment zu führen,

dann wirst du unsterblich sein in

der Erinnerung der Völker. Zum

Abschied verrät Ut-Napischtis Frau

ein Geheimnis: Es gibt eine Pflanze

des ewigen Lebens, tief im Meer.

Gilgamesch taucht danach, findet

sie, bringt sie an Bord und wähnt

sie in Sicherheit. Jetzt zurück nach

Uruk! Das verbieten die Götter, sagt

Ur-Schanabi; ich darf keinen Lebenden

zurückbringen. Du musst eine

andere Möglichkeit finden …

Im nächsten Sailing Poetry, meine

Damen und Herren, begleiten wir

Odysseus, der nach dem Winter bei

Circe zum Tor der Unterwelt segelt,

um den Seher Teiresias über den

Kurs nach Ithaka zu befragen – und

der dort Gilgamesch begegnen wird.

ODYSSEE DER TODESFURCHT

Nun beschäftigt Gilgamesch sich

mit dem Tod: Er will nicht sterben

müssen wie Enkidu und so macht

er sich auf die Suche nach dem

Segelschiff

des Odysseus.

ILLUSTRATION: SHUTTERSTOCK

82 5/2021


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