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altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - Ausgabe September/Oktober 2021

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<strong>Ausgabe</strong> 67 | <strong>September</strong> / <strong>Oktober</strong> <strong>2021</strong><br />

.de<br />

Eine Produktion von<br />

mit Veranstaltungskalender <strong>für</strong> zwei Monate<br />

Titelbild: Tony Craddock, Adobe Stock<br />

Seerundweg Bad Bayersoien<br />

Auf der Roten Couch<br />

Kreisbrandmeisterin Katharina Kögl<br />

Schönwetter-Tiere<br />

Edelziegen aus der Litzau


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Geballte Frauenpower<br />

Die wirklich guten Filme sind<br />

die nach wahrer Begebenheit.<br />

Um bestimmte Szenen noch<br />

spannender, noch dramatischer<br />

wirken zu lassen, wer<strong>den</strong> sie<br />

jedoch häufig angereichert<br />

mit entschei<strong>den</strong><strong>den</strong> De-<br />

tails. Würde ein Regisseur<br />

die Geschichte von Markus<br />

Finsterwalder verfilmen, könnte<br />

er sich überspitzte Zusätze<br />

sparen. Der Hohenpeißenberger<br />

war alleine in <strong>den</strong> Rocky<br />

Mountains unterwegs, als<br />

er abseits jeglicher Zivilisation von<br />

einer Giftschlange gebissen wurde. <strong>Das</strong>s er <strong>den</strong><br />

Angriff überlebte, grenzt in vielerlei Hinsicht an<br />

ein Wunder. Letzteres trifft auch auf die außergewöhnlichen<br />

Fähigkeiten von Jasmina Gröschel zu –<br />

sie kann hellsehen. Darauf deuten sogar wissenschaftliche<br />

Untersuchungen hin. Außerdem arbeitete<br />

sie erfolgreich mit der Kriminalpolizei zusammen.<br />

Um Mordfälle kümmern sich die Sicherheitswachtler<br />

in Weilheim, Peißenberg, Peiting und Schongau<br />

nicht. Allerdings stellt sich die Frage: Um wie<br />

viel sicherer sind Ortschaften mit <strong>den</strong> ehrenamtlich<br />

engagierten Männern und Frauen in polizeiblauen<br />

Jacken und Poloshirts? Die Sicherheitswacht in der<br />

Litzau stellt Familie Pfeiffer höchstpersönlich. Nicht<br />

um Saufgelage und Vandalismus zu verhindern. Sie<br />

betreiben seit wenigen Jahren eine Landwirtschaft<br />

mit Deutschen Edelziegen, die in Sachen Haltung<br />

ziemlich anspruchsvoll sein können. Die Rede ist von<br />

Zickenkrieg, Mobbing und gehobener Küche.<br />

Anspruchsvoll ist auch der ehrenamtliche Posten von<br />

Katharina Kögl. Die junge Frau aus Eberfing ist die<br />

erste Kreisbrandmeisterin in der Weilheim-Schongauer<br />

Geschichte. Im großen Interview auf der Roten<br />

Couch spricht die 24-Jährige über Frauen in feuerfester<br />

Schutzausrüstung, ihren prägendsten Einsatz und<br />

ihre schwerpunktmäßige Aufgabe im Bereich „Lehrgangswesen<br />

und Ausbildungsorganisation“, wo<strong>für</strong><br />

sie immer wieder in direktem Kontakt mit der Regierung<br />

von Oberbayern steht. Soziale Kontakte aufbauen<br />

und helfen, wo’s nur geht: <strong>Das</strong> ist die Aufgabe<br />

von Tobias Giebel. Er arbeitet als Streetworker und<br />

kennt die „Brennpunkte“ der Region wie kaum ein<br />

zweiter. Trotz Coronakrise ziemlich reibungslos ist die<br />

Fußball Europameisterschaft verlaufen. Zwar liegt<br />

das Turnier inzwischen knapp zwei Monate zurück.<br />

Und auch der Auftritt der deutschen Nationalmannschaft<br />

war insgesamt betrachtet einer zum Vergessen.<br />

Für zwei junge Männer aus Ingenried dagegen<br />

wird dieses Turnier auch ohne deutschen Erfolg in<br />

ewiger Erinnerung bleiben. Zurückerinnert haben<br />

sich in dieser spätsommerlichen Herbstausgabe die<br />

aktiven Mitglieder des RC Racingteams Bayern. Je<strong>den</strong><br />

Sonntag, sofern das Wetter mitspielt, duellieren sie<br />

sich auf einer gut versteckten Rennbahn westlich von<br />

Hohenfurch. Und zwar mit geländetauglichen Modellfahrzeugen,<br />

die halsbrecherische 90 Stun<strong>den</strong>kilometer<br />

schnell fahren! Nicht schnell genug kann es<br />

auch Jasmin Janning aus Leeder im Fuchstal gehen.<br />

Die 16-Jährige möchte unbedingt Profifußballerin<br />

wer<strong>den</strong>, trainiert und spielt da<strong>für</strong> bewusst seit vielen<br />

Jahren in Jungs-Mannschaften. <strong>Das</strong>s sie <strong>den</strong> Sprung<br />

nach ganz oben schafft, wünscht an dieser Stelle von<br />

ganzem Herzen,<br />

Ihr Johannes Schelle<br />

> > > AUS DEM INHALT<br />

Seite 4<br />

Anständiges Miteinander:<br />

Sicherheitswachten<br />

in der Region<br />

Seite 6<br />

Edelziegen aus der<br />

Litzau — zickige<br />

Schönwetter-Tiere<br />

Seite 9<br />

Die Kreisbrandmeisterin:<br />

Katharina Kögl im Interview<br />

auf der Roten Couch<br />

Seite 14<br />

Außergewöhnliche<br />

Fähigkeiten: Jasmina Gröschel<br />

kann hellsehen<br />

Seite 16<br />

Giftschlangen-Attacke:<br />

Überlebenskampf in <strong>den</strong><br />

Rocky Mountains<br />

Seite 26<br />

Handgenähte Stoffwindeln<br />

aus Merino — ein starkes<br />

Zeichen <strong>für</strong> Nachhaltigkeit<br />

Seite 32<br />

„SWarn“ von Stefan<br />

Schwarzer: Der bessere<br />

Wetterbericht!<br />

Seite 36<br />

Offroad-Duelle im<br />

Verborgenen: „Kein Spielzeug<br />

<strong>für</strong> kleine Kinder“<br />

Seite 42<br />

Nachwuchs-Torhüterin Jasmin<br />

Janning: „Männerfußball<br />

bringt mich weiter“<br />

Seite 46<br />

Alternativen zu Omas<br />

Zwetschgen-Datschi — Rezepte<br />

der Hauswirtschafterei<br />

Seite 50<br />

„Verstan<strong>den</strong>es Leid ist<br />

halbes Leid“: Selbsthilfe<br />

in Weilheim-Schongau<br />

Seite 54<br />

CD, Hörspiel und Buch<br />

mit Fini & Luis: Traditionelle<br />

Blasmusik <strong>für</strong> Kinder<br />

Seite 60<br />

Von Top-Innovator<br />

Gustav Klein: Klimafreundliche<br />

Technologien der Zukunft<br />

Seite 64<br />

Neue Berufsschule in<br />

Weilheim: Um Allerheiligen<br />

wird umgezogen<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 3


Sicherheitswachten in der Region<br />

Präsenz zeigen <strong>für</strong> ein<br />

anständiges Miteinander<br />

Weilheim-Schongau | Mit Schongau,<br />

Weilheim, Peiting und Peißenberg<br />

stellen vier Landkreis-<br />

Gemein<strong>den</strong> eine Sicherheitswacht.<br />

Anhaltende Probleme mit Lärmbelästigung,<br />

Graffiti-Schmierereien,<br />

Saufgelagen, Brandstiftungen,<br />

Vandalismus und Vermüllung<br />

waren <strong>für</strong> Bürgermeister, Stadtund<br />

Gemeinderäte letztlich ausschlaggebende<br />

Gründe, dieser<br />

Einführung – auch auf Anraten<br />

der hiesigen Polizei – mehrheitlich<br />

zuzustimmen. Umso wichtiger<br />

zu wissen: „<strong>Das</strong>s die Sicherheitswacht<br />

keine Hilfspolizei ist“, sagt<br />

René Kießlich ausdrücklich. Der<br />

44-jährige arbeitet nicht nur als<br />

Dienstgruppenleiter <strong>für</strong> die Polizeiinspektion<br />

Schongau, sondern<br />

auch als Ausbilder und Betreuer<br />

der Sicherheitswachten <strong>für</strong> Peiting<br />

und Schongau. „Wobei die Einstellungsvoraussetzungen<br />

und Ausbildungsabläufe<br />

von Sicherheitswachtlern<br />

bayernweit gleich sind“,<br />

so Kießlich, der an dieser Stelle <strong>für</strong><br />

sein Weilheimer Pendant, Thomas<br />

Wackerle, gleich mitspricht. Ein<br />

vorstrafenfreies Führungszeugnis,<br />

keine<br />

rechts- oder linksangehauchte<br />

Gesinnung, ein<br />

kompetenter, freundlicher<br />

und der jeweiligen<br />

Situation angepasster<br />

Umgang mit Menschen<br />

allen Alters und aller<br />

Nationalitäten, eine<br />

starke Verwurzelung<br />

und Ortskenntnis im<br />

jeweiligen Einzugsgebiet,<br />

Volljährigkeit<br />

sowie eine abgeschlossene Schule<br />

und Berufsausbildung sind die<br />

Grundvoraussetzungen <strong>für</strong> eine<br />

Ausbildung zum „Sicherheitswachtler“.<br />

Die 40-stündige Ausbildung<br />

in Theorie und Praxis erfolgt<br />

überwiegend auf <strong>den</strong> Polizeiwachen<br />

in Schongau und Weilheim,<br />

zum Teil auch draußen in <strong>den</strong><br />

Orten, wo die jeweiligen Männer<br />

und Frauen letztlich eingesetzt<br />

wer<strong>den</strong>. Kommunikation, Sicherheitswachtgesetz,<br />

Strafrecht, Erste<br />

Hilfe und Selbstverteidigung sind<br />

die Schwerpunktfächer. Außerdem<br />

vorgeschrieben: Eine einheitliche<br />

Dienstkleidung mit entsprechender<br />

Ausrüstung: Die besteht aus dunkelblauer<br />

Jacke (Winter) oder dunkelblauem<br />

Polo-Shirt (Sommer),<br />

die sich <strong>für</strong> <strong>den</strong> Laien, zumindest<br />

auf <strong>den</strong> allerersten Blick, kaum von<br />

einer klassischen Polizei-Uniform<br />

unterscheidet. „Nur dass auf dem<br />

Rücken, der Brust und am Ärmel<br />

Spaß bei der Arbeit: Thomas Arndt (li.)<br />

und Kevin Baltot am Peitinger Hauptplatz.<br />

‚Sicherheitswacht‘ draufsteht.“<br />

Außerdem an Mann und Frau: Ein<br />

Reizstoffsprühgerät (im Volksmund<br />

Pfefferspray) zur Selbstverteidi-<br />

gung und Funk, um im Falle eines<br />

ernsten Notfalls sofort die Polizei<br />

verständigen zu können.<br />

Brutaler Raubüberfall<br />

in Schongau<br />

Die erste Sicherheitswacht im<br />

Landkreis<br />

Weilheim-Schongau<br />

wurde im Jahr 2010 in Schongau<br />

eingeführt. Allerdings weniger<br />

aus oben genannten Problemen,<br />

sondern vielmehr als Antwort auf<br />

einen brutalen Raubüberfall, geschehen<br />

im Jahr 2009 auf dem<br />

etwas steileren Fußweg zwischen<br />

Bahnhof und Altstadt. „<strong>Das</strong> war<br />

<strong>für</strong> uns und die Stadt Schongau<br />

der Anlass, im öffentlichen Bereich<br />

mehr Präsenz zeigen zu wollen“,<br />

sagt René Kießlich rückblickend.<br />

Genau das ist die wichtigste Aufgabe<br />

einer Sicherheitswacht: Durch<br />

Präsenz auf öffentlichen Plätzen, in<br />

Wohnsiedlungen sowie an beliebten<br />

Treffpunkten von Jugendlichen<br />

und Erwachsenen ein Plus an Sicherheit,<br />

Zivilcourage und Zusammenhalt<br />

in der Gesellschaft herzustellen.<br />

„In der Regel<br />

reicht diese Präsenz<br />

aus, um potentielle<br />

Straftäter von möglichen<br />

Vergehen abzuhalten,<br />

und Jugendliche<br />

vor Dummheiten<br />

zu bewahren, die sie<br />

hinterher bereuen<br />

wür<strong>den</strong>.“ Im Einsatz ist<br />

die Sicherheitswacht<br />

sowohl in Schongau,<br />

Peiting, Peißenberg als<br />

auch Weilheim meis-<br />

4 | <strong>altlandkreis</strong>


tens am Freitag und<br />

Samstag zwischen 17<br />

bis 1 Uhr, aber auch<br />

tagsüber im Rahmen<br />

größerer Veranstaltungen<br />

– ehrenamtlich,<br />

aber mit einer Aufwandsentschädigung<br />

von acht Euro pro<br />

Stunde, bezahlt vom<br />

Freistaat.<br />

Wer letztlich wie lange<br />

und an welchen<br />

Plätzen unterwegs ist,<br />

wird im Rahmen eines Dienstplanes<br />

individuell und flexibel von der<br />

jeweiligen Polizeiinspektion und in<br />

enger Absprache mit <strong>den</strong> Männern<br />

und Frauen der Sicherheitswacht<br />

festgelegt. Auf der jeweiligen Inspektion<br />

haben die Sicherheitswachtler<br />

auch einen eigenen Spint,<br />

um Dienstkleidung und Ausrüstung<br />

sicher verstauen zu können.<br />

Heißt: Dienstbeginn <strong>für</strong> die Sicherheitswachtler<br />

in Schongau und<br />

Peiting ist immer die Polizeiwache<br />

in Schongau. Für die in Weilheim<br />

und Peißenberg die Dienststelle<br />

der Weilheimer Polizei. „Die Männer<br />

und Frauen, die weitere Anfahrtswege<br />

zurücklegen müssen,<br />

in unseren Fällen bis nach Peiting<br />

oder Peißenberg, bekommen auch<br />

einen zivilen Dienstwagen zur Verfügung<br />

gestellt“, sind sich Thomas<br />

Wackerle und René Kießlich einig.<br />

Vor Ort sind die Sicherheitswachtler<br />

dann nahezu ausschließlich zu<br />

Fuß unterwegs. Und zwar immer<br />

im Zweier-Team, um sich im Falle<br />

einer Gefahrensituation gegenseitig<br />

helfen zu können.<br />

Skepsis, Respekt und<br />

Anerkennung<br />

Sonja Fabel (li.) und<br />

Constanze Schmid auf dem<br />

Weg zum Bahnhof Peißenberg.<br />

Auch auf die Frage, ob die Sicherheitswacht<br />

tatsächlich <strong>für</strong> mehr Sicherheit<br />

in der Region sorgt, sind<br />

sich Wackerle und Kießlich einig:<br />

„Sie wurde zu Beginn mit Skepsis<br />

betrachtet, wird inzwischen jedoch<br />

von der Bevölkerung immer besser<br />

angenommen, respektiert und geschätzt<br />

– gleichzeitig haben wir an<br />

früheren Brennpunkten wesentlich<br />

weniger, an vielen Plätzen sogar<br />

gar keine Probleme mehr.“ Allen<br />

voran was die Vermüllung von<br />

Grillplätzen an Ammer und Lech<br />

betrifft, aber auch Vandalismus,<br />

Lärmbelastung durch illegale Partys<br />

sowie Graffiti-Schmierereien<br />

fin<strong>den</strong> dank uniformierter Präsenz<br />

in Peiting, Schongau, Peißenberg<br />

Via Funkgerät können Sicherheitswachtler<br />

im Notfall Kontakt<br />

zur Polizei aufnehmen.<br />

> > > MITARBEITER GESUCHT<br />

und Weilheim weniger<br />

statt. Trotzdem gibt<br />

es auch die eine oder<br />

andere Gemeinde aus<br />

diesem oder benachbarten<br />

Landkreis, zum<br />

Beispiel Penzberg und<br />

Murnau, die eine Sicherheitswacht<br />

trotz<br />

Empfehlung der jeweiligen<br />

Polizeiinspektion<br />

im Rahmen einer<br />

Stadt- oder Gemeinderatssitzung<br />

mehrheitlich<br />

abgelehnt haben. „Unser<br />

Ort ist sicher“, so die Begründung<br />

der Gegner, die sowohl Kießlich als<br />

auch Wackerle nicht wirklich nachvollziehen<br />

können, da die Sicherheitswacht<br />

schließlich kein Polizeiersatz<br />

sei. „Wir wer<strong>den</strong> deshalb<br />

weder mehr noch weniger Streifen<br />

einsetzen.“ Und trotzdem trägt die<br />

Präsenz der Sicherheitswacht einen<br />

wesentlichen Beitrag zu mehr<br />

Sicherheit, Zivilcourage und somit<br />

auch Zusammenhalt in der Gesellschaft<br />

bei. „Weil sie hinsehen, wo<br />

andere <strong>den</strong> Blick abwen<strong>den</strong> und<br />

verschließen, sie zu- und hinhören,<br />

wo andere nichts hören und<br />

nichts wissen wollen, weil sie handeln<br />

und Hilfe leisten, und weil sie<br />

sicht- und ansprechbares Bindeglied<br />

zwischen der Bevölkerung<br />

und der Polizei sind.“ Mit diesen<br />

Worten beschreibt der Freistaat<br />

<strong>den</strong> Sinn und Zweck der – bayernweit<br />

betrachtet – bereits 1994 eingeführten<br />

Sicherheitswacht. Die in<br />

Schongau, Weilheim, Peißenberg<br />

und Peiting wirkt sich in jedem<br />

Falle positiv auf ein anständigeres<br />

Miteinander aus.<br />

js<br />

Die Polizeiinspektionen Weilheim und Schongau suchen aktuell<br />

weitere Mitarbeiter <strong>für</strong> die Sicherheitswachten in Schongau, Peiting,<br />

Peißenberg und Weilheim.<br />

Interessierte dürfen sich jederzeit bei <strong>den</strong> jeweiligen Dienststellen<br />

mel<strong>den</strong>, erkundigen und bewerben. Die PI Schongau ist erreichbar<br />

unter 08861 / 2340, die PI Weilheim unter 0881 / 6400.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 5


Die Edelziegen aus der Litzau<br />

Zickige Schönwetter-Tiere<br />

Zur Lieblingsbeschäftigung von Ziegen zählt die Kraxelei. Dieser massive,<br />

alte Baumstumpf eignet sich ideal da<strong>für</strong>.<br />

Rundgang im Laufstall: Thomas Pfeiffer kontrolliert seine Ziegen täglich,<br />

um einen Verstoß kranker oder verletzter Tiere zu verhindern.<br />

Litzau | Zwischen Wieskirche und<br />

Steinga<strong>den</strong> versteckt sich der beschauliche<br />

Weiler „Litzau“. Er besteht<br />

aus vier alten Bauernhöfen,<br />

zum Teil mit Ferienwohnungen<br />

ausgestattet. Radfahrer und Wanderer<br />

kommen dort, auf dem Weg<br />

zum UNESCO Weltkulturerbe, der<br />

Wieskirche, häufiger vorbei – und<br />

bleiben nicht selten am östlichen<br />

Zipfel des Weilers stehen, um zu<br />

staunen, liebkosen und streicheln.<br />

Der Grund: Die braunen, zuckersüßen<br />

wie frechen und wunderschönen<br />

Ziegen von Thomas<br />

Pfeiffer. Gut 200 Stück der Rasse<br />

„Bunte Deutsche Edelziege“ besitzt<br />

der 39-Jährige momentan,<br />

Ten<strong>den</strong>z steigend. „Damit sich unser<br />

Ziegenbetrieb auch wirtschaftlich<br />

lohnt, brauchen wir noch etwas<br />

mehr“, sagt der Landwirt, der<br />

diesen exotischen Weg der Landwirtschaft<br />

vor rund vier Jahren<br />

eingeschlagen hat. „<strong>Das</strong> Ziel von<br />

mir und meiner Frau war immer,<br />

dass wir von unserer Landwirtschaft<br />

leben können.“ Der ehemalige<br />

Milchviehbetrieb mit rund<br />

20 Kühen wäre da<strong>für</strong> viel zu klein<br />

gewesen, „übertrieben erweitern,<br />

noch dazu größere Flächen dazu<br />

pachten, wollte ich nicht.“ So weitermachen<br />

wie bisher kam <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

gelernten Maurer aber auch nicht<br />

in Frage: 5 Uhr aufstehen, Stall<br />

gehen, umziehen, um 6.45 Uhr<br />

bei einer Baufirma parat stehen,<br />

dort <strong>den</strong> ganzen Tag über körperlich<br />

schwere Arbeit verrichten,<br />

gegen 18 Uhr wieder nach Hause<br />

kommen und erneut in <strong>den</strong> Stall<br />

gehen. Danach und am Wochenende<br />

galt es auch noch zahlreiche<br />

Hof-Arbeiten drumherum zu<br />

erledigen: Mähen, Holzen, Zäune<br />

errichten und reparieren, Misten,<br />

Gülle ausfahren, Maschinen reparieren.<br />

Mit dieser – rein beruflich<br />

betrachtet – schon verdammt<br />

harten Zeit gingen auch noch tragische<br />

Schicksalsschläge einher:<br />

Thomas Pfeiffer hatte nicht nur<br />

seinen Vater viel zu früh verloren,<br />

sondern auch eines seiner Kinder,<br />

ein Zwillingskind, das sechs Wochen<br />

nach der Geburt verstarb. Insofern<br />

war <strong>für</strong> ihn und seine Frau<br />

Bernadette klar: „So kann es nicht<br />

weitergehen!“<br />

BR-Beitrag gibt<br />

entschei<strong>den</strong><strong>den</strong> Anstoß<br />

Um letztlich aus dieser beruflichen<br />

Doppelbelastung herauszukommen,<br />

verhalf Thomas Pfeiffer eine<br />

Dokumentation im Bayerischen<br />

Rundfunk. Thema: Landwirtschaft<br />

mit Ziegen. „Der Beitrag hat uns so<br />

gut gefallen, dass wir uns gesagt<br />

haben: <strong>Das</strong> machen wir auch.“<br />

Oder doch nicht? „Nachdem wir<br />

uns dann einen Ziegenbetrieb mal<br />

live vor Ort angeschaut haben,<br />

war ich wiederum gar nicht begeistert.“<br />

Der erste Eindruck, die<br />

hohe Anzahl an Tieren, das Getümmel<br />

im Stall. Thomas Pfeiffer<br />

zweifelt. Diese Ziegen aber lassen<br />

ihn tagein, tagaus trotzdem nicht<br />

mehr los. Nach einer umfassen<strong>den</strong><br />

Bioland-Beratung entschließt er<br />

sich letztlich doch zur Umstrukturierung:<br />

Er gibt zwischen 2016<br />

und 2018 seine 20 Milchkühe auf,<br />

reicht bei seinem Arbeitgeber, der<br />

Baufirma, die Kündigung ein und<br />

baut einen neuen, 40 auf 15 Meter<br />

großen Laufstall mit Platz <strong>für</strong> bis<br />

zu 250 Ziegen. Aktuell hält er 210,<br />

die im sogenannten Tiefstreu-Stall<br />

nach Altersgruppen sortiert gehalten<br />

wer<strong>den</strong>: Die Einjährigen, die<br />

sich ein Abteil mit einem Ziegen-<br />

Bock teilen, von diesem zwischen<br />

August und November gedeckt<br />

wer<strong>den</strong> und jeweils fünf Monate<br />

darauf erstmals Junge gebären<br />

sollten. Die frischgebackenen,<br />

noch sehr jungen Ziegenmütter<br />

mit rund eineinhalb Jahren, die<br />

erstmals gemolken wer<strong>den</strong>. Und<br />

die zwei bis drei Jahre alten Ziegen,<br />

die bereits vom Nachwuchs<br />

getrennt gehalten wer<strong>den</strong> und seit<br />

längerer Zeit Milch geben – teilweise<br />

seit zwei, drei Jahren am<br />

Stück. Heißt: Rund 160 seiner 210<br />

Ziegen melken Thomas Pfeiffer und<br />

6 | <strong>altlandkreis</strong>


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Neugierig, verspielt und ein eingeschworenes Team: Die unter einjährigen<br />

Edelziegen auf einer Weide nord-westlich des Pfeiffer-Hofs.<br />

seine Frau Bernadette aktuell. Und<br />

zwar zwei Mal am Tag, immer gegen<br />

6 Uhr früh und 18 Uhr abends,<br />

in einem klassischen Melkstand,<br />

ähnlich wie bei Kühen. Einziger<br />

Unterschied: <strong>Das</strong> Zwei-Zapfsystem,<br />

da Ziegen keine vier, sondern lediglich<br />

zwei Zitzen haben. „Wenn<br />

wir zu zweit sind, schaffen wir in<br />

gut einer Stunde alle 160 Stück zu<br />

melken“, sagt Thomas Pfeiffer, der<br />

im Schnitt zwei bis drei Liter Milch<br />

pro Ziege pro Tag bekommt, von<br />

<strong>den</strong> leistungsstärksten sogar fünf<br />

Liter pro Tag. Abgenommen wird<br />

die in einem sterilen Tank gesammelte<br />

Ziegenmilch schließlich von<br />

der Molkerei Scheitz mit Sitz in<br />

Andechs. „Alle zwei Tage kommt<br />

der Milchlaster vorbei.“ Der durchschnittliche<br />

Preis pro Liter Milch:<br />

rund 85 Cent.<br />

Anspruchsvoller<br />

in der Haltung<br />

Der im Vergleich zur Kuhmilch<br />

deutlich höhere Milchpreis relativiert<br />

sich aus mehreren Grün<strong>den</strong>:<br />

Ziegen sind empfindlichere Tiere,<br />

weshalb Thomas Pfeiffer dazu verpflichtet<br />

ist, sie regelmäßigeren<br />

Gesundheitsuntersuchungen zu<br />

unterziehen. Zudem müsse das<br />

Futter feiner und stets von einwandfreier<br />

Qualität sein. Auf der<br />

Speisekarte: Hauseigen gemachtes<br />

Heu und Grummet, im Winter<br />

auch Silo, „das trockener sein muss<br />

als das <strong>für</strong> Kühe“. Zusätzlich gibt’s<br />

Grascobs und, <strong>für</strong> höhere Milchleistung,<br />

Kraftfutter aus Getreide<br />

wie Mais und Gerste. Wichtig zu<br />

wissen an dieser Stelle: „Wir re<strong>den</strong><br />

hier ausschließlich von Biofutter“,<br />

sagt Thomas Pfeiffer, dessen<br />

Ziegen-Betrieb sich jährlich einer<br />

Bio-Kontrolle unterziehen, da<strong>für</strong><br />

das ganze Jahr über einen bürokratisch<br />

sehr hohen Dokumentationsaufwand<br />

betreiben muss.<br />

Unter anderem auch <strong>für</strong> die hauseigene<br />

Nachzucht. „Wir sind beim<br />

Zuchtverband registriert, müssen<br />

deshalb über jede einzelne Ziege<br />

einen lückenlosen Stammbaum<br />

aufzeichnen.“ Apropos: Neben<br />

<strong>den</strong> bereits genannten, in drei Altersgruppen<br />

aufgeteilten Ziegen<br />

im Stall, gibt es noch eine vierte<br />

Gruppe: Die unter Einjährigen, die<br />

aufgrund niedlicher Größe, ausgeprägter<br />

Neugierde und intensivem<br />

Spielbetrieb besonders beliebt<br />

sind bei vorbeikommen<strong>den</strong> Radfahrern<br />

und Spaziergängern, allen<br />

voran aber bei <strong>den</strong> Kindern von<br />

Thomas Pfeiffer, die mit drei, fünf,<br />

sieben und neun Jahren selbst in<br />

einem Alter voller Spieltrieb und<br />

Entdeckungslust stecken. Und von<br />

klein auf in <strong>den</strong> Genuss hochwertiger<br />

Produkte aus Ziegenmilch<br />

(ziegenhof-pfeiffer.de) kommen.<br />

Milch, Käse, Butter, Jogurt? „Wir<br />

kaufen zwar auch noch Pro-<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 7


dukte aus Kuhmilch, schätzen die<br />

aus Ziegenmilch jedoch sehr“,<br />

sagt Thomas Pfeiffer, der an dieser<br />

Stelle ein weiteres gewichtiges<br />

Argument <strong>für</strong> <strong>den</strong> höheren Milchpreis<br />

im Vergleich zur Kuhmilch<br />

anspricht: Ziegenmilch und daraus<br />

gemachte Produkte sind <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> menschlichen Körper schlichtweg<br />

verträglicher.<br />

Ziegen gebären<br />

meist Zwillinge<br />

Am Futtertisch: Trennwände aus Holz verhindern, dass sich die Ziegen<br />

während des Fressens mit ihren Hörnern verkeilen.<br />

8 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Dieser muskulöse Ziegenbock mit Kinnbart und großen Hörnern sorgt<br />

in der Litzau <strong>für</strong> jede Menge hofeigenen Nachwuchs.<br />

Apropos verträglich: So süß und<br />

schön anzuschauen die „Bunten<br />

Deutschen Edelziegen“ von Thomas<br />

Pfeiffer auch sind: Innerhalb<br />

der Her<strong>den</strong> kann es immer wieder<br />

mal zu heftigem Zickenkrieg<br />

kommen. Nicht nur, wenn der<br />

Landwirt neu gekaufte Ziegen der<br />

bereits bestehen<strong>den</strong> Herde zuführen<br />

möchte, diese dann regelrecht<br />

verstoßen wer<strong>den</strong>. Sondern auch,<br />

wenn junge Ziegen aus der hauseigenen<br />

Aufzucht zur etablierten<br />

Herde stoßen. „<strong>Das</strong> braucht viel<br />

Zeit, und funktioniert auch nur,<br />

wenn wir mehrere neue Ziegen<br />

auf einmal dazutun – einzelne Tiere<br />

wer<strong>den</strong> von der bestehen<strong>den</strong><br />

Herde gar nicht angenommen.“<br />

Außerdem legen Ziegen großen<br />

Wert auf Her<strong>den</strong>schutz. Heißt:<br />

Sobald ein Tier aus einer eingeschworenen<br />

Herde sich verletzt<br />

oder erkrankt, wird es von <strong>den</strong><br />

gesun<strong>den</strong> Tieren auf üble Art und<br />

Weise traktiert. „Die boxen und<br />

verfolgen ein krankes oder verletztes<br />

Tier oft so lange, bis es im<br />

wahrsten Sinne nicht mehr kann,<br />

im schlimmsten Falle sogar stirbt.“<br />

Deshalb ist es <strong>für</strong> Thomas Pfeiffer<br />

und Frau Bernadette ganz wichtig,<br />

die Ziegen stets im Blick zu behalten,<br />

um angeschlagene Tiere<br />

rechtzeitig aus der Herde zu nehmen<br />

und in einem eigenen Auslauf<br />

wieder gesund zu bekommen.“ In<br />

Summe aber überwiegen <strong>für</strong> Thomas<br />

Pfeiffer und seine Familie<br />

ganz klar die schönen Erlebnisse<br />

bei der Arbeit mit <strong>den</strong> Ziegen.<br />

Zum Beispiel bei Geburten. Ziegen<br />

bekommen in der Regel immer<br />

Zwillinge. „Einlinge und Drillinge<br />

hatten wir auch schon, sind aber<br />

eher die Ausnahme“, sagt Thomas<br />

Pfeiffer, der von Tag zu Tag immer<br />

besser hineinwächst in <strong>den</strong> Alltag<br />

eines erfolgreichen Ziegenbauers.<br />

Und guter Dinge ist, mit dieser<br />

Neuausrichtung sein Ziel erreichen<br />

zu können: Von seiner hauseigenen<br />

Landwirtschaft auch ohne<br />

zweites oder gar drittes Standbein<br />

gut leben zu können. <strong>Das</strong>s er dabei<br />

auch noch zahlreichen Wanderern<br />

und Radfahrern eine Freude<br />

bereitet? „Umso schöner.“ Bei<br />

Thomas Pfeiffer dürfen nämlich<br />

alle Ziegen regelmäßig <strong>den</strong> Stall<br />

verlassen und sich draußen auf<br />

<strong>den</strong> ungespritzten, großzügigen<br />

Weideflächen rund um <strong>den</strong> Hof<br />

austoben. „Wobei sie das nicht<br />

immer machen.“ Ziegen sind nicht<br />

nur zickig sowie empfindlich und<br />

anspruchsvoll was Umgang und<br />

Ernährung betrifft, sondern auch<br />

heikel in Sachen Witterung – sobald<br />

es anfängt zu tröpfeln, rasen<br />

sie geschlossen und in Windeseile<br />

zurück in <strong>den</strong> geräumigen, wettergeschützten<br />

Laufstall.<br />

js


Auf der Roten Couch<br />

Die Kreisbrandmeisterin<br />

Stark in Theorie und Praxis: Seit<br />

gut einem Jahr ist Katharina Kögl<br />

Kreisbrandmeisterin <strong>für</strong> Weilheim-<br />

Schongau. Interview und Fotoshooting<br />

auf der Roten Couch fan<strong>den</strong><br />

am Eberfinger Feuerwehrhaus<br />

statt. Von dort ist die 24-Jährige<br />

regelmäßig aktiv im Einsatz.<br />

Foto: Felix Baab<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 9


Eberfing | Katharina Kögl ist nicht<br />

nur Kreisbrandmeisterin. Sie ist<br />

die erste überhaupt, die in der Geschichte<br />

des Landkreises Weilheim-<br />

Schongau eine solche Position als<br />

Frau innehat. Und das mit gerade<br />

einmal 24 Jahren. Damit ist sie in<br />

dieser Funktion die derzeit wohl<br />

jüngste in ganz Bayern – auch unter<br />

<strong>den</strong> zahlreichen männlichen Kollegen.<br />

Im großen Interview auf der<br />

Roten Couch spricht die waschechte<br />

Eberfingerin mit Abitur in Weilheim<br />

und Bauingenieurs-Studium<br />

(Bachelor und Master) an der TU<br />

München über ihre zeitintensiven<br />

Aufgaben dieser neugeschaffenen,<br />

landkreisweiten Stelle <strong>für</strong> „Lehrgangswesen<br />

und Ausbildungsorganisation“.<br />

Sie verrät, wie sich<br />

dieses verantwortungsvolle Ehrenamt<br />

mit ihrem hauptamtlichen Beruf<br />

als Ingenieurin in einem Büro<br />

<strong>für</strong> vorbeugen<strong>den</strong> Brandschutz vereinbaren<br />

lässt. Warum sie sich „auf<br />

je<strong>den</strong> Fall“ noch mehr Frauen in<br />

hiesigen Feuerwehren wünschen<br />

würde. Und warum die Wichtigkeit<br />

von Freiwilligen Feuerwehren<br />

nicht hoch genug wertzuschätzen<br />

ist. Außerdem blickt sie emotional<br />

zurück auf ihren prägendsten<br />

Einsatz als Aktive, der allerdings<br />

bereits mehrere Jahre zurückliegt.<br />

Denn trotz regelmäßiger Unwetter<br />

in <strong>den</strong> vergangenen Wochen und<br />

Monaten fällt auf: Seit Eintritt der<br />

Corona-Pandemie mussten die<br />

Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis<br />

Weilheim-Schongau deutlich<br />

seltener ausrücken.<br />

Frau Kögl, woher rührt Ihre Lei<strong>den</strong>schaft<br />

<strong>für</strong> das Feuerwehr-<strong>Das</strong>ein?<br />

Da bin ich sicherlich familiär vorbelastet.<br />

Mein Vater ist auch aktiv<br />

bei der Eberfinger Feuerwehr, war<br />

unter anderem Kommandant, und<br />

hat mich natürlich schon als kleines<br />

Mädchen immer wieder mal mitgenommen.<br />

Hinzu kommt, dass ich<br />

von klein auf technisch interessiert<br />

war, gerne aktiv mitanpacke und<br />

sich in meinem Leben ohnehin immer<br />

etwas rühren muss. So bin ich<br />

10 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Rollentausch: Expertin Katharina Kögl lässt „<strong>altlandkreis</strong>“-Redakteur Johannes Schelle Probe sitzen.<br />

im Jahr 2012 offiziell in die Eberfinger<br />

Wehr eingetreten, zunächst<br />

bei der Jugend. 2014 habe ich die<br />

Grundausbildung absolviert, 2017<br />

die zum Atemschutzgeräteträger,<br />

2020 die zum Gruppenführer und<br />

kürzlich die Weiterbildung zum<br />

Zugführer.<br />

Besser gesagt zur Zugführerin. Wie<br />

viele weibliche Mitglieder gibt es in<br />

<strong>den</strong> von Männern dominierten Feuerwehren?<br />

Im kompletten Landkreis Weilheim-Schongau<br />

haben wir 53<br />

Freiwillige Feuerwehren und vier<br />

Werkfeuerwehren mit insgesamt<br />

3 100 Mitgliedern, darunter 161<br />

Frauen, die meines Wissens nach<br />

alle aktiv dabei sind. Penzberg<br />

stellt mit 19 Frauen bei 111 Mitgliedern<br />

die meisten in der Region,<br />

prozentual betrachtet führt<br />

die landkreisweite Frauenquote<br />

jedoch die Wehr in Fischen am<br />

Westufer des Ammersees an: Die<br />

haben momentan acht Frauen bei<br />

41 Mitgliedern. Hier bei uns in<br />

Eberfing sind wir drei Frauen.<br />

Welche Stärken haben Frauen im<br />

Vergleich zu Männern?<br />

Grundsätzlich hat jeder Mensch<br />

Stärken und Schwächen, egal ob<br />

männlich oder weiblich. In Summe<br />

betrachtet sind Frauen sicherlich<br />

einfühlsamer, trauen sich auch<br />

mal eine Schwäche zu zeigen, was<br />

insbesondere bei der Verarbeitung<br />

von schlimmen Einsätzen wichtig<br />

ist. Da<strong>für</strong> sind Männer wiederum<br />

körperlich stärker, was im Innenangriff<br />

von Vorteil ist. Im Falle eines<br />

Hausbrandes kann wahrscheinlich<br />

jeder Feuerwehrler aus unserer<br />

Wehr mich aus einem brennen<strong>den</strong><br />

Haus retten, aber ich als<br />

Frau sicherlich nicht je<strong>den</strong> Mann.<br />

Grundsätzlich gibt es aber genauso<br />

gut sehr einfühlsame Männer und<br />

Frauen, die körperlich stärker sind<br />

als zumindest die jüngsten männlichen<br />

Mitglieder einer Feuerwehr.<br />

Sind bei der Feuerwehr trotzdem<br />

gewisse, kernige Grund-Eigenschaften<br />

gefragt, die eine zartbesaitete<br />

Frau mit Modelmaßen eher<br />

weniger mitbringt?<br />

Würde ich nicht sagen. Wir haben<br />

viele verschie<strong>den</strong>e Aufgaben zu<br />

erledigen. Für das Absperren von<br />

Straßen muss ich keine schlimmen<br />

Bilder sehen, nicht kräftig gebaut<br />

sein, da<strong>für</strong> eine gute Ortskenntnis<br />

haben und gut mit Menschen<br />

kommunizieren können. <strong>Das</strong> Aufgabengebiet<br />

in einer Feuerwehr<br />

ist derart vielschichtig, dass es <strong>für</strong><br />

jede Frau und <strong>für</strong> je<strong>den</strong> Mann die<br />

passende Aufgabe gibt.<br />

Die Eberfinger Wehr ist mit 43 aktiven<br />

Mitgliedern und zwei Fahrzeugen<br />

vergleichsweise klein, die Einsatzzahlen<br />

sind überschaubar. Da<strong>für</strong><br />

sind Sie auf landkreisebene umso<br />

intensiver eingespannt – als Kreisbrandmeisterin<br />

<strong>für</strong> „Lehrgangswesen<br />

und Ausbildungsorganisation“.<br />

Klären Sie uns auf:<br />

Bis zum Frühjahr 2020 gab es<br />

ausschließlich die Stelle des Kreisjugendfeuerwehrwarts,<br />

dessen<br />

Aufgabengebiet jedoch sehr umfangreich<br />

war, insbesondere was<br />

die Ausbildungsorganisation betraf.<br />

Deshalb wurde diese Stelle<br />

vor gut einem Jahr in Zwei geteilt.<br />

Günther Drobilitsch aus Peiting ist<br />

nun alleiniger Kreisjugendfeuerwehrwart.<br />

Und ich bin als neue<br />

Kreisbrandmeisterin <strong>für</strong> <strong>den</strong> Fachbereich<br />

„Lehrgangswesen und<br />

Ausbildungsorganisation“ in ganz<br />

Weilheim-Schongau zuständig.<br />

Wie sind Sie zu dieser ehren- und<br />

verantwortungsvollen Aufgabe gekommen?<br />

Dr. Rüdiger Sobotta, seit vielen<br />

Jahren Kreisbrandrat <strong>für</strong> Weilheim-<br />

Schongau, ist eines Tages auf mich<br />

zugekommen und hat gefragt, ob<br />

ich mir das vorstellen könnte. Zunächst<br />

war ich mir unsicher, habe<br />

mir die Aufgabe dann einen Monat<br />

lang angeschaut, Arbeiten im<br />

Hintergrund übernommen und auf<br />

Anhieb festgestellt, dass mir dieser<br />

Posten echt Spaß macht.<br />

Ihre konkreten Aufgaben als Kreisbrandmeisterin<br />

<strong>für</strong> „Lehrgangswesen<br />

und Ausbildungsorganisation“?<br />

Ich bin im Grunde die Koordinatorin<br />

und zentrale Ansprechpartnerin<br />

was die Organisation aller<br />

Ausbildungen und Lehrgänge der<br />

ehrenamtlichen Feuerwehrleute<br />

im Landkreis Weilheim-Schongau<br />

betrifft. Viel telefonieren, E-Mails<br />

schreiben und Termine festlegen.<br />

Wobei mein Aufgabengebiet<br />

nochmals in zwei Schwerpunkte zu<br />

unterteilen ist.<br />

Zum einen?<br />

Geht es um die landkreisweite<br />

Grundausbildung von ehrenamtlichen<br />

Feuerwehrleuten, die überwiegend<br />

in <strong>den</strong> jeweiligen Feuerwehren<br />

selbst stattfindet, oder<br />

optional bei einer der großen Feuerwehren<br />

in unserem Landkreis –<br />

dazu gehören die sogenannten<br />

Stützpunktfeuerwehren in Penzberg,<br />

Weilheim, Peißenberg, Peiting<br />

und Schongau, sowie die<br />

aus Wielenbach und Pähl, die wir<br />

ebenfalls als Ausbildungsstandorte<br />

dazugewinnen konnten. Im<br />

Rahmen dieser Ausbildungen stehe<br />

ich in sehr engem Kontakt mit<br />

meinen Kreisbrandmeister-Kollegen<br />

– die kümmern sich um <strong>den</strong><br />

fachlichen Teil der Ausbildung, ich<br />

mich um <strong>den</strong> organisatorischen.<br />

Heißt konkret?<br />

Jeder, der aktiv zur Freiwilligen<br />

Feuerwehr gehen will, muss nicht


nur <strong>für</strong> <strong>den</strong> aktiven Einsatzdienst<br />

mindestens 16 Jahre alt sein, sowie<br />

<strong>für</strong> aktive Tätigkeiten in Gefahrenbereichen<br />

sein 18. Lebensjahr<br />

vollendet haben, sondern<br />

auch eine Modulare Truppausbildung,<br />

kurz MTA, absolvieren, die<br />

wiederum aus drei Teilen besteht.<br />

Beginnend mit einem Basismodul<br />

– ein sehr umfangreicher<br />

Lehrgang mit wöchentlichen Unterrichtseinheiten<br />

in Theorie und<br />

Praxis. Gefolgt von einem zweijährigen<br />

Übungs- und Ausbildungsmodul<br />

– dabei müssen die<br />

Aspiranten an <strong>den</strong> regelmäßigen<br />

Übungen ihrer jeweiligen Feuerwehr<br />

teilnehmen. Und abschließend<br />

gilt es eine Abschlussprüfung<br />

zu absolvieren, die manchmal<br />

auch ich persönlich abnehmen<br />

darf.<br />

Und nach dieser Grundausbildung?<br />

Können sich die Männer und<br />

Frauen beispielsweise zum Atemschutzgeräteträger<br />

und Maschinisten<br />

weiterqualifizieren. Auch<br />

diese Lehrgänge fin<strong>den</strong> noch auf<br />

landkreisweiter Ebene statt, also<br />

bei unseren Feuerwehren vor Ort.<br />

Was bei 57 Wehren in ganz Weilheim-Schongau<br />

nach verdammt viel<br />

Arbeit klingt?<br />

Heuer fin<strong>den</strong> vergleichsweise sehr<br />

viele Lehrgänge statt, weil wir aufgrund<br />

Corona vergangenes Jahr<br />

fast gar keine durchführen konnten.<br />

In Zahlen ausgedrückt: 13<br />

Atemschutzgeräteträger-Lehrgänge<br />

<strong>für</strong> 130 Personen, drei Maschinisten-Ausbildungen<br />

<strong>für</strong> 40 Personen<br />

sowie jede Menge Grundausbildungen.<br />

Dann gibt es aber noch diesen<br />

zweiten Schwerpunkt in Ihrer<br />

Funktion als Kreisbrandmeisterin?<br />

Ganz genau. Denn alle weiterführen<strong>den</strong><br />

Ausbildungen, die über<br />

Grundausbildung, Atemschutzgeräteträger<br />

und Maschinisten hinaus<br />

gehen, erfolgen auf überregionaler<br />

Ebene. Genaugenommen in<br />

einer der drei Feuerwehrschulen,<br />

die wir in ganz Bayern haben.<br />

Würzburg, Geretsried und Regensburg<br />

sind hier die Standorte,<br />

an <strong>den</strong>en übers Jahr verteilt mehr<br />

als 100 verschie<strong>den</strong>e Lehrgänge<br />

angeboten wer<strong>den</strong>. Zwei davon<br />

sind die zum Zugführer und Gruppenführer.<br />

Meine Aufgabe dann:<br />

Den Lehrgangs-Bedarf der Feuerwehren<br />

aus unserem Landkreis zu<br />

ermitteln und diesen an die Regierung<br />

von Oberbayern weitergeben.<br />

Die organisieren daraufhin diese<br />

Lehrgänge und geben mir wiederum<br />

Bescheid, wie viele Männer<br />

und Frauen welchen Lehrgang<br />

zu welcher Zeit und an welchem<br />

Standort letztlich besuchen dürfen.<br />

Die finale Entscheidung, welche<br />

Feuerwehr bei uns im Landkreis<br />

welchen Lehrgangsplatz bekommt,<br />

wird auch von mir getroffen.<br />

Eine schwierige Aufgabe?<br />

Wir haben im Landkreis Weilheim-<br />

Schongau jährlich einen Bedarf<br />

von rund 300 Lehrgangsplätzen<br />

an <strong>den</strong> Feuerwehrschulen, jedoch<br />

schon vor Corona nur knapp 200<br />

Plätze zur Verfügung gestellt bekommen<br />

und seit Pandemie-Beginn<br />

natürlich noch viel weniger.<br />

Im vergangenen Jahr konnten wir<br />

lediglich 43 Lehrgänge besuchen.<br />

Sie müssen somit als sprichwörtlicher<br />

Prellbock <strong>für</strong> die enttäuschten,<br />

ambitionierten Männer und Frauen<br />

hiesiger Wehren herhalten, die<br />

nicht teilnehmen dürfen?<br />

An dieser Stelle muss ich wirklich<br />

ein dickes Lob an die jeweiligen<br />

Kommandanten aussprechen, die<br />

<strong>für</strong> Corona-bedingte, oft sehr kurzfristige<br />

Absagen großes Verständnis<br />

aufbringen.<br />

Wie viel Zeit investieren Sie letztlich<br />

in diese – wohlgemerkt – ehrenamtliche<br />

Aufgabe als Kreisbrandmeisterin?<br />

Es gibt Wochen, wo ich nur montags<br />

was klären muss, dann aber<br />

auch Tage, an <strong>den</strong>en ich nichts<br />

andere mache. Durchschnittlich<br />

mindestens eine halbe Stunde<br />

am Tag.<br />

Viele Vereine beklagen seit Jahren<br />

Nachwuchsprobleme, die sich aufgrund<br />

Corona verstärkt haben. Wie<br />

steht es um <strong>den</strong> Nachwuchs der<br />

Freiwilligen Feuerwehren?<br />

Es gibt ein, zwei Wehren in unserem<br />

Landkreis, die sich in Sachen<br />

Nachwuchs ein bisschen schwertun.<br />

Insgesamt betrachtet aber gibt<br />

es bei uns keine einzige Wehr, deren<br />

Existenz aufgrund von Nachwuchsproblemen<br />

gefährdet ist. Trotzdem<br />

muss man natürlich dranbleiben<br />

und darf das Thema auf gar keinen<br />

Fall aus <strong>den</strong> Augen verlieren. Vom<br />

Ministerium gibt es unter anderem<br />

mehrere Initiativen mit guten<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 11


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gewinnen können.<br />

Falls doch mal eine Wehr wegbrechen<br />

sollte?<br />

Greift die gesetzliche Einforderung<br />

einer Pflichtfeuerwehr – die Gemeinde<br />

muss dann Bürger <strong>für</strong> ein<br />

ehrenamtliches Engagement bei<br />

der Feuerwehr bestimmen. Wobei<br />

wir von solch einem Fall weit entfernt<br />

sind in unserer Region. Ganz<br />

im Gegenteil sogar: Die jüngsten<br />

Übungen waren flächendeckend<br />

sehr gut besucht.<br />

Ab wann käme eine Berufsfeuerwehr<br />

in Frage?<br />

Sobald eine Freiwillige Feuerwehr<br />

oder Pflichtfeuerwehr zur<br />

Erfüllung ihrer Aufgaben, also die<br />

Sicherstellung des abwehren<strong>den</strong><br />

Brandschutzes und der technischen<br />

Hilfeleistung, nicht mehr<br />

ausreicht, muss die Gemeinde eine<br />

Berufsfeuerwehr aufstellen.<br />

Gibt’s im Landkreis Weilheim-<br />

Schongau Berufsfeuerwehren?<br />

Nein. Wir haben mit Roche in<br />

Penzberg, UPM in Schongau sowie<br />

Herzogsägmühle bei Peiting drei<br />

Werkfeuerwehren sowie in der<br />

Kaserne Altenstadt eine Flugfeldfeuerwehr<br />

in unserem Landkreis.<br />

Darüber hinaus ausschließlich<br />

die klassischen Freiwilligen Feuerwehren,<br />

von <strong>den</strong>en jedoch die<br />

eine oder andere größere Wehr<br />

mit hauptamtlichen Kräften besetzt<br />

ist. In der Regel sprechen<br />

wir da von Leuten, die als Gerätewart<br />

eingestellt sind, um Fuhrpark,<br />

Werkzeuge und Maschinen<br />

Instand zu halten. <strong>Das</strong> macht auch<br />

Sinn, weil die großen Feuerwehren<br />

in unserem Landkreis mehrere<br />

Einsätze pro Woche haben,<br />

es insofern immer etwas zu tun<br />

gibt.<br />

Sie sind trotz Ihrer neuen Funktion<br />

als Kreisbrandmeisterin nach wie<br />

vor bei der Eberfinger Feuerwehr<br />

aktiv. Ihr prägendster Einsatz?<br />

Mein erster Einsatz überhaupt –<br />

ein Verkehrsunfall mit Todesfolge.<br />

Und der erste Atemschutzeinsatz<br />

von mir – der Großbrand<br />

eines Bauernhofs in Etting, Mitte<br />

Juli 2017. Ich weiß noch ganz genau,<br />

als die Sirene losgegangen<br />

ist, ich bei uns zuhause aus der<br />

Einfahrt Richtung Feuerwehrhaus<br />

gefahren bin und dabei schon die<br />

schwarzen Rauchwolken in <strong>den</strong><br />

Himmel aufsteigen sah. Sowas<br />

vergisst man nicht.<br />

Wie verkraften Sie Einsätze mit<br />

Schwerverletzten und Toten?<br />

Durch viel re<strong>den</strong>. Über <strong>den</strong> Einsatz.<br />

Im Miteinander mit der Mannschaft.<br />

Und mit dem Versuch, zum<br />

jeweiligen Einsatz keine emotionale<br />

Bindung aufzubauen und zu<br />

akzeptieren, dass man selbst keine<br />

Schuld am Geschehnis hat.<br />

Was sagen Sie zur Heftigkeit jüngster<br />

Unwetter?<br />

Unser größter Einsatz in Eberfing,<br />

unter anderem mit golfballgroßem<br />

Hagel, war an einem Montag Ende<br />

Juli, an dem ich nicht dabei sein<br />

konnte, weil ich zum Zeitpunkt des<br />

Unwetters auf dem Weg zu einer<br />

Kreisfeuerwehrverbandssitzung in<br />

Oberhausen war. <strong>Das</strong> dramatische<br />

dabei: Ich und Petra Sobotta, die<br />

Kreisfrauenbeauftragte, die mit mir<br />

im Auto war, sind unglücklicherweise<br />

direkt in diese Superzelle<br />

hineingefahren. <strong>Das</strong> war ein eindrucksvolles<br />

Erlebnis, bei dem uns<br />

Gott sei Dank nichts passiert ist. In<br />

Eberfing aber sind Dächer, Solarplatten<br />

und Autoscheiben kaputtgegangen,<br />

es hat Bäume ausgerissen<br />

und es sind Keller mit Wasser<br />

vollgelaufen.<br />

Wie sehr verändert der offensichtliche<br />

Klimawandel die Arbeiten hiesiger<br />

Feuerwehren?<br />

Bei uns in Eberfing ist das Schwerpunktthema<br />

ganz klar Hochwasser.<br />

Wenn man mit älteren Mitgliedern<br />

spricht, ist die Entwicklung<br />

eine eindeutige: Es kommt immer<br />

„Lieber Schutzkleidung als blaue<br />

Uniform“, sagt Katharina Kögl.<br />

häufiger zu Hochwasser-Situationen.<br />

Was vor 50 Jahren noch alle<br />

fünf bis zehn Jahre passiert war,<br />

geschieht mittlerweile alle zwei<br />

Jahre oder gar jährlich. Einmal<br />

im Jahr findet eine landkreisweite<br />

Winterschulung <strong>für</strong> Führungskräfte<br />

hiesiger Feuerwehren statt, in<br />

der schwerpunktmäßig aktuelle<br />

Themen wie Waldbrandgefahr<br />

aufgrund anhaltender Trockenheit<br />

aufgegriffen wer<strong>den</strong>. Wir als Feuerwehr<br />

müssen letztlich immer mit<br />

der aktuellen Wetter- und Klimasituation<br />

gehen, uns entsprechend<br />

anpassen und im Falle des Falles<br />

möglichst schnell und richtig darauf<br />

reagieren.<br />

Die schwersten Einsätze in <strong>den</strong> Jahren<br />

2020 und <strong>2021</strong>, bezogen auf <strong>den</strong><br />

Landkreis Weilheim-Schongau?<br />

2020 und bislang auch <strong>2021</strong> waren<br />

vergleichsweise sehr ruhige<br />

Einsatzjahre – die Zahlen sind, sicherlich<br />

aufgrund Corona, deutlich<br />

nach unten gegangen. Blicken wir<br />

etwas weiter zurück, war der hochwasserbedingte<br />

Katastrophenfall<br />

in Polling im Jahr 2016 ein einschnei<strong>den</strong>der<br />

Einsatz <strong>für</strong> die ganze<br />

Region. Ähnliches gilt <strong>für</strong> <strong>den</strong><br />

Großbrand im Kloster Rottenbuch<br />

2018.<br />

12 | <strong>altlandkreis</strong>


Alltägliche Einsätze, die immer wieder<br />

auf die Freiwillige Feuerwehren<br />

zukommen?<br />

Derzeit ganz klar die Einsätze aufgrund<br />

Unwetter. Es gibt nur wenige<br />

Feuerwehren im Weilheim-Schongauer<br />

Landkreis, die aufgrund Überschwemmung,<br />

entwurzelter Bäume<br />

und abgedeckten Dächern nicht<br />

im Einsatz waren. Und natürlich<br />

Verkehrsunfälle, die jedoch seit Beginn<br />

der Corona-Pandemie Gott sei<br />

Dank auch weniger gewor<strong>den</strong> sind.<br />

In der Regel gehört auch die Verkehrsbetreuung<br />

von Großveranstaltungen<br />

wie Trachten- und Musikfeste<br />

zur Aufgabe einer Freiwilligen Feuerwehr.<br />

Vermissen Sie diese Veranstaltungen?<br />

Voll! Bei diesen Veranstaltungen<br />

geht es ja nicht nur um Verkehrsregelung,<br />

sondern um Geselligkeit,<br />

um Kameradschaft. Letzteres ist<br />

beim Thema Feuerwehr das wichtigste<br />

überhaupt. Du kannst als<br />

Team nur dann gut funktionieren<br />

im Einsatz, wenn du deine Leute<br />

wirklich kennst und einschätzen<br />

kannst. Wer ist der Elektriker? Wer<br />

kann die Motorsäge bedienen? Für<br />

einen Notfall müssen solche Dinge<br />

klar geregelt sein.<br />

Aus welchen Fahrzeugen besteht ein<br />

klassischer Fuhrpark einer Freiwilligen<br />

Feuerwehr?<br />

<strong>Das</strong> hängt grundsätzlich sehr stark<br />

von der Einwohnerzahl des Ortes<br />

und der jeweiligen Größe der Feuerwehr<br />

ab. Standard sind in jedem<br />

Falle ein oder mehrere Löschfahrzeuge.<br />

Die größeren Wehren wie<br />

eben Penzberg, Schongau, Peiting,<br />

Weilheim und Peißenberg sowie<br />

auch noch Seeshaupt haben auch<br />

eine Drehleiter, die bei Großbrän<strong>den</strong><br />

immer dazu alarmiert wird.<br />

Darüber hinaus gibt es Rüstwagen,<br />

Einsatzleitwagen, Anhänger, Boote<br />

und vieles mehr.<br />

Werkzeuge sowie die Ausrüstung<br />

von Kopf bis Fuß?<br />

Ein feuerfester Sicherheitsstiefel<br />

mit Stahlkappe und nagelfester<br />

Sohle, eine leichte oder feuerfeste<br />

Hose, eine leichte oder feuerfeste<br />

Jacke, die über eine begrenzte Zeit<br />

hinweg bis zu 1 000 Grad Hitze<br />

aushält. Schutzhelm und Handschuhe.<br />

Funkgerät. Und über diesen<br />

Standard hinaus gehen zum<br />

Beispiel Atemschutzgeräte mit<br />

Sauerstoffflaschen, ein Gurt mit<br />

Beil, eine Flammschutzhaube, die<br />

unter <strong>den</strong> Helm gezogen wer<strong>den</strong><br />

kann. Fluchthauben <strong>für</strong> die Rettung<br />

von Personen in einem brennen<strong>den</strong>,<br />

verrauchten Raum. Oder<br />

eine sogenannte Feuerwehrleine,<br />

die vielseitig einsetzbar ist. Darüber<br />

hinaus natürlich sämtliche<br />

Schläuche samt Strahlrohr, aus<br />

dem letztlich das Löschwasser<br />

kommt. Türkeile, Stützkrümmer,<br />

Rettungsmesser, Scheren, Spreizer<br />

– die Liste ist schier unendlich<br />

lang.<br />

Mit Funkgerät sind auch Polizisten<br />

ausgestattet, die sich selbst hier auf<br />

dem Land zunehmend mit respektlosen<br />

Anfeindungen auseinanderzusetzen<br />

haben. Wie steht es um <strong>den</strong><br />

Ruf der Freiwilligen Feuerwehren?<br />

Grundsätzlich übt der Feuerwehrler<br />

in unserer Gesellschaft ein sehr<br />

angesehenes Ehrenamt aus, was<br />

vom Großteil der Bevölkerung auch<br />

respektiert und anerkannt wird.<br />

Leider gibt es auch bei unseren<br />

Einsätzen mal Ausnahmen. Bei<br />

einer Verkehrsabsicherung habe<br />

ich selbst erlebt, wie sich ein Autofahrer<br />

erst freundlich von mir verabschiedet<br />

hat, umgedreht ist und<br />

kurz darauf doch auf mich zugerast<br />

kam, um an der Absperrung vorbeizukommen.<br />

Trifft das auch auf Gaffer zu?<br />

Diesbezüglich ist mir persönlich<br />

gar kein negativer Fall bekannt.<br />

Die mit erste und auch wichtigste<br />

Aufgabe von uns: Eine Unfallstelle<br />

weiträumig abzusperren und<br />

zu sichern, wodurch in der Regel<br />

Unbeteiligte an die Einsatzstelle<br />

gar nicht hinkommen können. Was<br />

es natürlich schon gibt, und auch<br />

ein Stück weit typisch ist auf dem<br />

Land: Übertrieben neugierige Bürger,<br />

die meinen, alles sofort wissen<br />

und weitererzählen zu müssen.<br />

Wobei sich auch die Anzahl derer<br />

wirklich in Grenzen hält bei Einsätzen<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

Landkreis. Auf Autobahnen und in<br />

Großstädten ist das Thema „Gaffer“<br />

wahrscheinlich ein ganz anderes<br />

Problem.<br />

Neben Ihrem Hauptberuf und Ihrer<br />

Aufgabe als Kreisbrandmeisterin<br />

bleibt vermutlich nicht viel Zeit.<br />

Gibt’s trotzdem noch andere Lei<strong>den</strong>schaften?<br />

Im Grunde ist die Feuerwehr mein<br />

Hobby, mit dem ich sehr gerne<br />

meine Freizeit verbringe. Es ist<br />

eine super Abwechslung zu meinem<br />

hauptberuflichen Büroalltag.<br />

Trotzdem fällt Ihnen sicherlich auch<br />

mal die Decke sprichwörtlich auf <strong>den</strong><br />

Kopf. Was dann?<br />

Dann muss ich dringend raus in<br />

die Natur, im besten Falle alleine.<br />

Meistens setze ich mich dann aufs<br />

Rad oder nimm einen naheliegen<strong>den</strong><br />

Berg wie Hörnle oder Laber in<br />

Angriff.<br />

Und was sagt Ihr privates Umfeld zu<br />

Ihrer geschichtsträchtigen Position<br />

als erste und jüngste Kreisbrandmeisterin?<br />

Es gibt schon einige, die sagen,<br />

„woa, ich könnte das nicht, so<br />

viel Zeit damit verbringen und mit<br />

dem Druck und der Verantwortung<br />

dieser Aufgabe umgehen“.<br />

Dazu muss man aber wissen: Ich<br />

war schon immer ein sehr aktiver<br />

Mensch, <strong>für</strong> <strong>den</strong> es nichts schlimmeres<br />

als Langeweile gibt. <strong>Das</strong><br />

wissen natürlich auch Familie,<br />

Freunde und Bekannte, die meine<br />

Tätigkeit voll und ganz akzeptieren,<br />

respektieren und bei Bedarf<br />

auch unterstützen, mir <strong>den</strong> Rücken<br />

freihalten.<br />

Unabhängig davon: Wür<strong>den</strong> Sie sich<br />

noch mehr Frauen bei Freiwilligen<br />

Feuerwehren wünschen?<br />

Auf je<strong>den</strong> Fall. Die Feuerwehr<br />

braucht immer Leute, egal ob<br />

männlich oder weiblich. Je vielseitiger<br />

eine Feuerwehr aufgestellt<br />

ist, desto flexibler kann sie<br />

auf unterschiedlichste Situationen<br />

reagieren. Insofern sind wir um jedes<br />

aktive Mitglied froh. Und wenn<br />

man dabei auch noch <strong>den</strong> Frauenanteil<br />

in einer Männerdomäne<br />

erhöhen und so zu mehr Gleichberechtigung<br />

beitragen kann, ist das<br />

eine umso schönere Sache.<br />

Apropos „schöne Sache“: Warum<br />

sind Freiwillige Feuerwehren nicht<br />

hoch genug wertzuschätzen?<br />

Wir re<strong>den</strong> hier von ehrenamtlich<br />

engagierten Männern und Frauen,<br />

die teilweise ihr eigenes Leben <strong>für</strong><br />

die Rettung anderer riskieren. Insofern<br />

sind die aktiven Mitglieder<br />

hiesiger Feuerwehren eine wichtige<br />

Stütze unserer Gesellschaft, die<br />

allergrößten Respekt verdienen. js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 13


Jasmina Gröschel kann hellsehen<br />

„Mein soziales Gefüge<br />

hat oft darunter gelitten“<br />

14 | <strong>altlandkreis</strong><br />

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deshalb bauen wir<br />

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Altlandkreis | Es begann, als Jasmina<br />

Gröschel noch ein kleines Mädchen<br />

war und in ihrer Geburtsstadt<br />

Weilheim aufwuchs. Wurde<br />

sie zornig oder wütend, konnte es<br />

passieren, dass sich Gegenstände<br />

im Zimmer bewegten und durch<br />

die Gegend flogen. Sie selbst und<br />

ihr Umfeld waren verwirrt und<br />

verängstigt, ließen sich diese Vorkommnisse<br />

doch nicht erklären.<br />

Jasmina Gröschel verdrängte die<br />

seltsamen Gefühle und Emotionen,<br />

die an ihr zerrten, bis sie zu<br />

einer jungen Frau gereift war. Erst<br />

dann stellte sie sich der Tatsache,<br />

dass sie einfach „anders“ war und<br />

über Fähigkeiten verfügte, die <strong>für</strong><br />

andere Menschen unheimlich und<br />

befremdlich waren. Für eine kurze<br />

Weile wurde sie zu einer Attraktion<br />

auf Partys, <strong>den</strong>n sie konnte per<br />

Gedankenkraft <strong>für</strong> allerlei Schabernack<br />

sorgen, der sie in <strong>den</strong> Mittelpunkt<br />

stellte. Doch irgendwann<br />

zog sie sich zurück und untersuchte<br />

die Kraft, die ihr innewohnte:<br />

Telekinese.<br />

Der Begriff leitet sich ab von <strong>den</strong><br />

altgriechischen Wörtern tēle „fern“<br />

und kínēsis „Bewegung“ und bezeichnet<br />

die Ortsveränderung von<br />

Gegenstän<strong>den</strong> durch Geisteskraft.<br />

Der wissenschaftliche Forschungszweig<br />

der Parapsychologie (Seelenkunde)<br />

untersucht seit über 120<br />

Jahren psychische Fähigkeiten, die<br />

das normale Erkenntnisvermögen<br />

überschreiten. Ein wissenschaftlich<br />

nachvollziehbarer Nachweis<br />

über Telekinese ist angeblich bis<br />

heute nicht erbracht wor<strong>den</strong>.<br />

Wissenschaftlich<br />

untersucht<br />

<strong>Das</strong> kümmert die heute 53-jährige<br />

Jasmina Gröschel nur wenig,<br />

als sie entspannt in <strong>den</strong> warmen<br />

Sonnenstrahlen auf der Bank am<br />

Jasmina Gröschel untersuchte unter anderem auch die Kornkreise in<br />

Raisting. <strong>Das</strong> eindeutige Ergebnis: Von Menschen gemacht.<br />

Schongauer Galgenbichl sitzt und<br />

<strong>den</strong> Blick auf das Alpenpanorama<br />

schweifen lässt. „Schon meine<br />

Großmutter verfügte über hellseherische<br />

Fähigkeiten, <strong>den</strong>n sie<br />

wusste im Krieg, wo die Bomben<br />

einschlagen wür<strong>den</strong> und welche<br />

Bunker sicher waren. Was soll ich<br />

machen!? Jeder Mensch hat Talente.<br />

Einer kann gut malen, der<br />

andere hervorragend kochen – ich<br />

muss mit meinen Talenten leben.“<br />

Doch zunächst widmete sie sich<br />

ganz weltlichen Unternehmungen,<br />

machte eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten,<br />

wechselte<br />

danach in die freie Wirtschaft<br />

und arbeitete 25 Jahre in ihrem<br />

Beruf. Aus ihrer ersten Ehe hat<br />

sie eine Tochter, ihrem zweiten<br />

Gatten schenkte sie einen Sohn.<br />

War der neue Ehemann von ihren<br />

verborgenen Talenten überzeugt?<br />

„Ganz und gar nicht, der glaubte<br />

an diesen Kram überhaupt nicht.<br />

Aber dann habe ich ihm haargenau<br />

das Haus beschrieben, in dem<br />

wir bald wohnen wür<strong>den</strong>. Mit<br />

Einfahrt, Garten und allem drum<br />

herum. Und drei Wochen später<br />

bezogen wir genau diese Bleibe.<br />

Seitdem unterstützt er mich.“ Jasmina<br />

Gröschel lacht herzlich, und<br />

das tut sie oft.<br />

Irgendwann stellte sie sich der<br />

Wissenschaft. Sie wollte wissen, ob<br />

sie „spinnt“ oder einfach mit Hellseherei,<br />

Telekinese und Heilkraft<br />

gesegnet ist. Sie nahm unter anderem<br />

Kontakt zum Astrophysiker<br />

Illobrand von Ludiger auf, der seit<br />

2014 die von ihm gegründete „Interdisziplinäre<br />

Gesellschaft zur Ana-


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Jasmina Gröschel am Galgenbichl bei Schongau, wo sich über die Jahrhunderte<br />

grausige Dinge ereigneten.<br />

lyse anomaler Phänomene e. V.“<br />

(IGAAP) leitet. Die Tests dauerten<br />

fünf Jahre. Danach bekam sie es<br />

schwarz auf weiß, dass sie „anders“<br />

ist. Seit ihrem 18. Lebensjahr<br />

hilft sie Mensch und Tier. Sei es<br />

mit Kartenlegen oder Heilung.<br />

Helferin der<br />

Kriminalpolizei<br />

Eines Tages hatte sie aber eine<br />

besondere Vision, die sie verwirrte.<br />

Sie sah eine Leiche und<br />

stellte die Verbindung zu einem<br />

Entführungsfall in einem anderen<br />

Bundesland her. Was sollte sie<br />

tun? Die Kriminalpolizei kontaktieren<br />

und als Spinnerin, oder noch<br />

schlimmer, als Täterin betrachtet<br />

wer<strong>den</strong>? Sie griff zum Telefon und<br />

wenige Tage später stan<strong>den</strong> zwei<br />

Beamte vor der Türe und wollten<br />

alles über ihre Eingebung wissen.<br />

<strong>Das</strong> Opfer wurde durch ihre<br />

Hilfe gefun<strong>den</strong>, aber ihre Dienste<br />

niemals aktenkundig, <strong>den</strong>n „die<br />

Staatsanwaltschaft kann mit Hellseherei<br />

nicht arbeiten, die braucht<br />

Beweise und Fakten“. Der Täter<br />

ist heute noch auf freiem Fuß.<br />

Den Kontakt zu <strong>den</strong> bei<strong>den</strong> Beamten<br />

verlor sie nie. Inspiriert<br />

von diesem Erlebnis machte sie<br />

bei einem anderen Kriminaler<br />

in München eine Ausbildung zur<br />

Privatdetektivin. Nicht nur, um<br />

untreue Ehemänner aufzuspüren<br />

oder Schwarzarbeiter zu entlarven,<br />

sondern hauptsächlich wollte<br />

sie vermisste Personen fin<strong>den</strong>. Sie<br />

arbeitete gemeinsam mit einem<br />

Fernsehsender an einer Sendung<br />

über Paranormales, fühlte<br />

sich aber oft missverstan<strong>den</strong> und<br />

falsch dargestellt. Sie wendete <strong>den</strong><br />

Medien <strong>den</strong> Rücken zu, deshalb<br />

brauchte das Interview, das sie<br />

heute am Galgenbichl gibt, einen<br />

Vorlauf von über einem Jahr. „Die<br />

Menschen verstehen mich einfach<br />

nicht und ich werde schnell in die<br />

Schublade der Esoterik gesteckt,<br />

aber damit habe ich nichts zu<br />

tun.“<br />

Suche nach dem<br />

Heiligen Gral<br />

Sie baute ihre eigene Website,<br />

auf der sie viele Phänomene auch<br />

kritisch dokumentiert: Geister und<br />

Spuk, Erscheinungen, Seltsame<br />

Kreaturen, UFOs, Zeitreisen und<br />

bizarre Orte. Und der Galgenbichl<br />

nordwestlich von Schongau ist so<br />

ein Ort mit einer gewalttätigen,<br />

grausamen Geschichte, wie Jasmina<br />

Gröschel zu erzählen weiß:<br />

„Hier wur<strong>den</strong> bis zum Anfang<br />

des 19. Jahrhunderts Räuber und<br />

Diebe aufgeknüpft und die Leichen<br />

hingen zur Abschreckung<br />

so lange am Galgen, bis sich die<br />

Reste über die Felder verteilten.<br />

Auch eine junge Frau fand hier<br />

ein grausiges Ende, weil sie ihr<br />

eigenes uneheliches Kind getötet<br />

hatte. Und in <strong>den</strong> 1970er Jahren<br />

kamen hier sechs Menschen in<br />

einer Aussiedlerbaracke grässlich<br />

ums Leben. Ich glaube nicht,<br />

dass es hier spukt, aber ich <strong>den</strong>ke,<br />

dass solche Orte die Ereignisse abspeichern<br />

und sensible Menschen<br />

die Energie spüren können.“<br />

Grundsätzlich ist sie immer skeptisch<br />

und hält nichts von Geisterstun<strong>den</strong><br />

und „weißen Frauen um<br />

Mitternacht“. Mit Okkultismus hat<br />

sie ebenso wenig am Hut („Diese<br />

Geister sollte man nicht rufen.“),<br />

wie mit der Kirche, aus der sie<br />

vor einigen Jahren ausgetreten ist:<br />

„Ich glaube an eine höhere Macht<br />

und ein Leben nach dem Tod, aber<br />

nicht an die Hölle. Und ich brauche<br />

keine Institution, um meinen<br />

Glauben zu leben.“<br />

Sie hilft Menschen nur noch,<br />

wenn sie darum gebeten wird<br />

und drängt sich nicht auf. Aber<br />

das hindert sie nicht daran, ihre<br />

privaten Forschungen zu betreiben.<br />

Derzeit arbeitet sie an einem<br />

Buch über <strong>den</strong> Heiligen Gral. „Ich<br />

habe Informationen bekommen,<br />

wo er sein könnte“, sagt sie. Wo?<br />

Wieder einmal lacht sie fröhlich<br />

und zwinkert: „<strong>Das</strong> werde ich<br />

jetzt sicherlich nicht sagen.“ Ein<br />

Unwetter zieht auf. Die Alpen<br />

verschwin<strong>den</strong> hinter schwarzen<br />

Wolkentürmen, ein kalter Wind<br />

streicht über <strong>den</strong> Galgenbichl. Hat<br />

ihre Gabe ihr Leben rückblickend<br />

besser oder schlechter gemacht?<br />

Jasmina Gröschel überlegt, dann<br />

sagt sie vorsichtig: „Spirituell bin<br />

ich dadurch reicher gewor<strong>den</strong>,<br />

aber mein soziales Gefüge hat oft<br />

darunter gelitten.“<br />

edl<br />

Jasmina Gröschel hat festgestellt: Rund um die Pestkapelle von Pollingsried<br />

spukt es nicht.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 15


Hohenpeißenberger wird von Giftschlange gebissen<br />

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Überlebenskampf in<br />

<strong>den</strong> Rocky Mountains<br />

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Loveland / Hohenpeißenberg |<br />

Markus Finsterwalder feiert inzwischen<br />

zwei Mal im Jahr Geburtstag.<br />

Der Grund ist eine filmreife<br />

Geschichte, geschehen am 10. Mai<br />

2016, die an Dramatik, Schmerz<br />

und glücklichen Umstän<strong>den</strong> nur<br />

schwer zu übertreffen ist. Die<br />

Schwester des heute 45-jährigen<br />

Hohenpeißenbergers, verheiratet<br />

mit einem US-Soldaten und<br />

Mutter von vier Kindern, lebt seit<br />

vielen Jahren im Ausland, unter<br />

anderem auf Hawaii. Im Mai 2016<br />

zieht sie ein weiteres Mal um,<br />

nach Colorado. Diesen bevorstehen<strong>den</strong><br />

Umzug nimmt Markus<br />

Finsterwalder zum Anlass, sie und<br />

die Kids „endlich mal wieder“ zu<br />

besuchen, jedoch verbun<strong>den</strong> mit<br />

einer mehrtägigen Abenteuerreise<br />

durch die Vereinigten Staaten.<br />

Er startet seinen „Trip“ am 4. Mai<br />

in Denver, mietet sich dort ein<br />

Auto und plant „Car & Hike“: Mit<br />

dem Auto durch die Prärie cruisen,<br />

mitten in wilder Natur aussteigen,<br />

ein, zwei abenteuerliche<br />

Bergtouren pro Tag unternehmen,<br />

wieder zurück zum Auto, weiterfahren,<br />

in eines der <strong>für</strong> Amerika<br />

bekannten, meist heruntergekommenen<br />

Hotels am Straßenrand<br />

einchecken, übernachten, und am<br />

nächsten Morgen wieder aufbrechen<br />

in die unendlichen Weiten<br />

des Rocky-Mountain-Nationalparks.<br />

Nachdem Markus Finsterwalder<br />

die berühmten Skiorte Vail<br />

und Bever Creek hinter sich lässt,<br />

sucht er sich über „Airbnb“ eine<br />

etwas bessere Unterkunft, checkt<br />

<strong>für</strong> drei Nächte in Loveland, Colorado,<br />

ein.<br />

Gleich am ersten Morgen sucht er<br />

die schönste Sehenswürdigkeit an<br />

diesem neuen Ort auf – <strong>den</strong> Devils<br />

Backbone Open Space. „Eine<br />

bizarre Felsformation, die mit etwas<br />

Fantasie <strong>den</strong> Knochen einer<br />

Wirbelsäule gleicht.“ Noch beeindruckender<br />

während dieser Wanderung<br />

sind jedoch die Weitblicke<br />

nach Westen. Markus Finsterwal-<br />

der, als lei<strong>den</strong>schaftlicher Sportler<br />

topfit, bekommt beim Anblick<br />

der Rocky Mountains<br />

Lust auf mehr<br />

und setzt sich noch am selben<br />

Tag ein zweites Ziel: Den Round<br />

Mountain National Recreation<br />

Trail, rund 15 Meilen von seiner<br />

Unterkunft in Loveland entfernt.<br />

In diesem Falle handelt es sich<br />

um eine gut sieben Kilometer<br />

lange Bergtour mit 1 200 Höhenmetern<br />

auf <strong>den</strong> Gipfel des „Sheep<br />

Mountain“, <strong>für</strong> die laut Wegbeschreibung<br />

sechs bis acht Stun<strong>den</strong><br />

eingeplant wer<strong>den</strong> sollten. Allein<br />

in ein fremdes Gebirge? Am Nachmittag?<br />

Finsterwalder weiß, dass<br />

die Zeit verdammt knapp wer<strong>den</strong><br />

wird bis zu Sonnenuntergang.<br />

Aufgrund seiner hohen Grundfitness<br />

nimmt er die Tour trotzdem in<br />

Angriff, geht gezielt schneller und<br />

hofft so, rechtzeitig vor Sonnenuntergang<br />

wieder am Auto zu sein.<br />

Einheimischer<br />

warnt vor Pumas<br />

Zu Beginn dieser Round Mountain<br />

National Recreation Tour trifft<br />

Markus Finsterwalder auf einen<br />

entgegenkommen<strong>den</strong> Wanderer.<br />

„Vermutlich ein Einheimischer,<br />

weil die dort generell sehr locker<br />

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16 | <strong>altlandkreis</strong>


Unerwartetes Wiedersehen am Krankenbett: Markus Finsterwalder (li.)<br />

und seine in Amerika lebende Schwester mit Mann und Kindern.<br />

drauf sind, freundlich grüßen und<br />

<strong>für</strong> einen kurzen Smalltalk immer<br />

zu haben sind.“ So auch dieser<br />

Herr, der meinte, dass Finsterwalder<br />

sich in Acht nehmen müsse<br />

vor wildleben<strong>den</strong> Pumas. „Er hat<br />

mir geraten, immer wieder laute<br />

Geräusche von mir zu geben, um<br />

sie abzuschrecken.“ Die zweite<br />

Warnung vor wildleben<strong>den</strong> Tieren<br />

entdeckt Markus Finsterwalder<br />

wenige Meter weiter mit eigenen<br />

Augen: Ein frischer Haufen Grizzly-Kot.<br />

Die Abenteuerlust ist im<br />

hauptberuflichen Vertriebs- und<br />

Marketing-Experten nun endgültig<br />

geweckt. Von Pumas und Bären<br />

fehlt in der Folge zwar jede<br />

weitere Spur, da<strong>für</strong> ist die unberührte<br />

Natur rechts und links des<br />

schmalen Pfades ebenso traumhaft<br />

schön wie diese zahlreichen<br />

markanten Felsformationen, die<br />

sich immer wieder am Rande zum<br />

Horizont auftürmen. In zügigem<br />

Tempo zieht Finsterwalder auf <strong>den</strong><br />

Gipfel, liegt trotz des späten Aufbruchs<br />

gut in der Zeit, und macht<br />

sich ohne lange Gipfelpause auch<br />

gleich wieder auf <strong>den</strong> Rückweg.<br />

Dann, rund 700 Höhenmeter<br />

oberhalb des Ausgangspunktes<br />

dieser Tour, passiert ihm das, was<br />

sein Leben <strong>für</strong> immer verändert:<br />

Beim Bergablauf einer rechtskurvigen<br />

Spitzkehre verspürt er<br />

einen plötzlichen, stromschlagartigen<br />

Schmerz im Bereich des<br />

rechten Knöchels. Sein allererster<br />

Gedanke: „Ein Hornissen-Stich.“<br />

Beim Umdrehen, „es ging alles so<br />

schnell“, dann der wahre Schock:<br />

Eine in sich geschlängelte, laut<br />

rasselnde Klapperschlange. „Die<br />

in diesem Moment ähnlich geschockt<br />

gewesen sein muss wie<br />

ich.“ Jedoch deutlich bessere<br />

Überlebenschancen hat. Denn <strong>für</strong><br />

Markus Finsterwalder beginnt in<br />

dieser Sekunde ein gna<strong>den</strong>loser<br />

Überlebenskampf: Er ist mutterseelenallein<br />

inmitten der Rocky<br />

Mountains. Kurz vor Einbruch der<br />

Dunkelheit. Ohne stabiles Handynetz.<br />

Ohne Plan, wo genau er sich<br />

gerade befindet und wie er im<br />

Falle eines möglichen Notrufs seine<br />

Lage beschreiben sollte. Und<br />

er ist soeben von einer braunen<br />

Klapperschlange gebissen wor<strong>den</strong>,<br />

deren Gift ihn ohne rasche<br />

Gegengift-Behandlung töten wird.<br />

Seine intuitive Erstreaktion: Flüchten!<br />

So schnell wie möglich! Richtung<br />

Auto!<br />

Vollsprint trotz<br />

Taubheitsgefühl<br />

Markus Finsterwalder läuft ab sofort<br />

nicht mehr – er sprintet! Und<br />

macht damit genau das, was im<br />

Falle eines Schlangenbisses nicht<br />

getan wer<strong>den</strong> sollte. „Aber ich<br />

hatte allein, mitten in der Pampa,<br />

ja gar keine andere Wahl.“ Wie in<br />

einem preisgekrönten Horrorfilm<br />

sprintet er immer schneller. Und<br />

verspürt nach rund zehn Minuten,<br />

wie sein rechtes Bein zumacht, ein<br />

Taubheitsgefühl sich immer weiter<br />

ausbreitet in seinem Körper.<br />

„Vom Gefühl her wie eine örtliche<br />

Betäubung beim Zahnarzt, wenn<br />

die Lippe plötzlich taub wird.“<br />

Kurze Zeit später erreicht dieses<br />

lähmende Gefühl auch seine<br />

Finger, seinen Mundraum – der<br />

Hohenpeißenberger kann schließlich<br />

kaum noch laufen. Und die<br />

Gedanken überschlagen sich in<br />

seinem Kopf. „Hinhocken?! Versuchen<br />

einen Notruf abzusetzen?!<br />

<strong>Das</strong> war’s! Ich werde sterben!“<br />

Doch Markus Finsterwalder, der<br />

sich mittlerweile wie ein Junkie<br />

auf harter Droge fühlt, nicht mehr<br />

wirklich Herr seiner Sinne ist,<br />

setzt sich nicht hin. „Irgendwie<br />

war mir trotz allem noch bewusst,<br />

dass wenn ich mich jetzt hinsetze,<br />

es definitiv vorbei sein wird.“<br />

Er bekommt plötzlich so etwas<br />

wie einen zweiten Energieschub<br />

und fängt „wie fremdgesteuert“<br />

an weiterzulaufen, und schafft es<br />

tatsächlich aus eigener Kraft erst<br />

bis zum Einstieg dieses Mountain-<br />

Trails, dann bis zur Straße, an der<br />

„irgendwo auch“ sein Auto stehen<br />

muss. Dann, so seine wage<br />

Erinnerung, bricht er zusammen,<br />

fällt auf <strong>den</strong> Bo<strong>den</strong> – das Gift der<br />

Schlange, auch aufgrund dieser<br />

körperlichen Höchstanstrengung,<br />

wirkt intensiv, hat nun auch <strong>den</strong><br />

Kreislauf des Hohenpeißenbergers<br />

angegriffen.<br />

<strong>Das</strong> Wunder am<br />

Straßenrand<br />

Der völlig erschöpfte und halbvergiftete<br />

Markus Finsterwalder<br />

liegt also nun am Dienstagabend<br />

und bei Einbruch der Dunkelheit<br />

an einem total abgelegenen<br />

Straßenrand, an dem selbst an<br />

Wochenen<strong>den</strong> und bei bestem<br />

Wanderwetter maximal eine Hand<br />

voll Autofahrer pro Stunde vorbeikommt.<br />

Er selbst kann weder<br />

klar <strong>den</strong>ken, noch weiterlaufen,<br />

noch das Handy in die Hand nehmen<br />

oder Auto fahren. Doch ausgerechnet<br />

in diesem Augenblick<br />

kommt ein Auto vorbei. „Diese<br />

Frau wollte erst vorbeifahren, weil<br />

sie dachte, dass ich ein Verrückter<br />

sein muss“, kann sich Finsterwalder<br />

noch schwummrig an<br />

diese kuriose Szene erinnern, wie<br />

er versuchte, seinen am Bo<strong>den</strong><br />

liegen<strong>den</strong> Körper in die Straße<br />

hineinzurollen, um so gezielter<br />

auf sich und seinen ernsten Zustand<br />

aufmerksam zu machen.<br />

Offensichtlich mit Erfolg. Die Frau<br />

hält an, dreht um, und zerrt <strong>den</strong><br />

Hohenpeißenberger mit all ihrer<br />

Kraft ins Auto – und berichtet<br />

obendrein von einem zweiten, äußerst<br />

glücklichen Umstand: Zwei<br />

Kreuzungen weiter habe sie einen<br />

Krankenwagen stehen gesehen,<br />

der möglicherweise noch vor Ort<br />

sei. Die Frau fährt Markus Finsterwalder<br />

also nicht ins Krankenhaus,<br />

sondern zu dieser Kreuzung,<br />

an der dieser Krankenwagen tatsächlich<br />

noch steht. Der gestürzte,<br />

mittelschwer verletzte Radfahrer<br />

wird kurzerhand aus dem Rettungswagen<br />

„geworfen“, um<br />

Von einer solchen Klapperschlange wurde Markus Finsterwalder gebissen<br />

— inmitten der Rocky Mountains, abseit der Zivilisation.<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 17


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18 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Platz zu schaffen <strong>für</strong> <strong>den</strong> wesentlich<br />

dringenderen Notfall: Markus<br />

Finsterwalder. Mit Blaulicht und<br />

in Höchstgeschwindigkeit wird der<br />

damals noch 39-Jährige nun nach<br />

Loveland ins Krankenhaus gefahren.<br />

<strong>Das</strong> Rettungsteam ruft währenddessen<br />

in einer Apotheke an,<br />

beauftragt Gegengift. Dann, auf<br />

Intensivstation, scharen sich Ärzte<br />

und Krankenschwestern um Markus<br />

Finsterwalder, der nach wie<br />

vor kaum bei sich ist, trotzdem immer<br />

stärkere Schmerzen verspürt.<br />

Muss das Bein<br />

amputiert wer<strong>den</strong>?<br />

In der Regel wer<strong>den</strong> im Falle eines<br />

Klapperschlangen-Bisses sechs bis<br />

acht Fläschchen Gegengift injiziert.<br />

Markus Finsterwalder braucht 26!<br />

„Die Ärzte haben mir hinterher erzählt,<br />

dass mich wohl eine junge<br />

Diamant-Klapperschlange gebissen<br />

haben muss, da junge Schlangen<br />

im Falle einer Bissattacke ihr<br />

Gift nicht dosieren, somit die volle<br />

Ladung einspritzen.“ Drei Tage<br />

verbringt Markus Finsterwalder in<br />

der Folge auf Intensivstation. Dann<br />

wirft er erstmals einen Blick auf<br />

das gebissene, doppelt so dick angeschwollene<br />

Bein – und traut seinen<br />

Augen kaum: Vom Hüftbeuger<br />

bis zur Fußspitze, alles schwarz!<br />

Drei Ärzte stehen mittlerweile<br />

im Rahmen der Visite an seinem<br />

Krankenbett und diskutieren ernsthaft<br />

darüber, das Bein von Markus<br />

Finsterwalder zu amputieren. „Einer<br />

war da<strong>für</strong>, einer dagegen, und<br />

der dritte plädierte <strong>für</strong> Abwarten.“<br />

Für Markus Finsterwalder käme<br />

ersteres „natürlich nicht“ in Frage.<br />

„Niemals!“ Doch hat er eine Wahl?<br />

„Als ich dann zum ersten Mal versucht<br />

habe aufzustehen, um aufs<br />

Klo zu gehen, schoss mir selbst<br />

der Gedanke einer Amputation in<br />

<strong>den</strong> Kopf, weil die Schmerzen so<br />

stark und das Taubheitsgefühl so<br />

ausgeprägt waren, dass ich mir<br />

sicher war: das Bein ist durch das<br />

Schlangengift komplett zerstört<br />

wor<strong>den</strong>.“ Nur mit Hilfe einer Salzwasserlösung<br />

und Morphium bekommen<br />

die Ärzte diese „wirklich<br />

unerträglichen“ Schmerzen zumindest<br />

soweit in <strong>den</strong> Griff, dass<br />

Markus Finsterwalder wenigstens<br />

auf Toilette humpeln kann.<br />

Rückreise<br />

im Rollstuhl<br />

Insgesamt verbringt Markus Finsterwalder<br />

zehn Tage in diesem<br />

Krankenhaus in Loveland. Koch,<br />

Putzfrau, Krankenschwestern,<br />

Ärzte, andere Patienten, seine<br />

Schwester mit Ehemann und <strong>den</strong><br />

vier Kindern – sie alle sind zu ihm<br />

ans Krankenbett gekommen und<br />

wollten wissen, was genau da<br />

in <strong>den</strong> Rocky Mountains passiert<br />

ist. „Die behandeln in diesem<br />

Krankenhaus maximal zwei, drei<br />

Schlangenbisse pro Jahr – insofern<br />

relativ selten.“ Finsterwalders<br />

Leihwagen, der immer noch<br />

am abgelegenen Straßenrand<br />

im Nationalpark steht, holt ihm<br />

letztlich eine Krankenschwester,<br />

„bei der ich mich gutgestellt<br />

habe“. Die fährt ihn auch am Tag<br />

der „meiner Meinung nach viel zu<br />

frühen“ Krankenhaus-Entlassung<br />

in ein Hotel. „In Amerika wird<br />

man grundsätzlich sehr früh aus<br />

einem Krankenhaus entlassen.<br />

Ich war am Tag der Entlassung<br />

offensichtlich außer Lebensgefahr,<br />

jedoch nicht ansatzweise in<br />

der Lage, nach Hause zu fliegen.“<br />

Markus Finsterwalder hat nach<br />

wie vor enorme Schmerzen, kann<br />

weder auf eigenen Beinen stehen<br />

noch gehen – und ist im Rollstuhl<br />

sitzend nun auf Hilfe wildfremder<br />

Menschen angewiesen. Auch<br />

deshalb, weil seine Schwester<br />

mit diesem Umzug beschäftigt<br />

ist. Nach wenigen Tagen in einem<br />

Hotel beißt er schließlich mit brachialer<br />

Gewalt auf die Zähne und<br />

zieht das Projekt „Rückreise nach<br />

Deutschland“ durch. Ein Shuttle-<br />

Service bringt ihn zum Flughafen,<br />

ein Business-Class-Ticket beschert<br />

ihm ausreichend Beinfreiheit. Der<br />

Umstieg aufgrund Zwischenstop<br />

am Londoner Flughafen Heathrow<br />

ist dagegen wiederum, auch<br />

aus Zeitdruck-Grün<strong>den</strong>, die reinste<br />

Qual. Umso schöner, als er „endlich“<br />

am Flughafen in München<br />

ankommt und von einem vertrauten<br />

Familienangehörigen abgeholt<br />

und zurück nach Hohenpeißenberg<br />

gefahren wird. Ausgestan<strong>den</strong><br />

ist dieser Klapperschlangen-Biss<br />

jedoch noch lange nicht.<br />

Um 180 Grad<br />

gedreht<br />

Als Markus Finsterwalder seinen<br />

Hausarzt besucht, dieser sein<br />

Bein zum ersten Mal zu Gesicht<br />

bekommt, reagiert er regelrecht<br />

Hätte um ein Haar amputiert wer<strong>den</strong> müssen: Finsterwalders vom<br />

Schlangengift gezeichnetes Bein, rund vier Tage nach dem Biss.


Am Morgen der Schlangen-Attacke war Markus Finsterwalder<br />

noch am „Devils Backbone“ unterwegs, wo offiziell vor Klapperschlangen<br />

gewarnt wird, ihm aber nichts passiert ist.<br />

schockiert, schickt ihn sofort wieder<br />

in ein Krankenhaus, wo er<br />

unter anderem gegen Thrombose<br />

behandelt wird.<br />

Letztlich vergeht ein Monat vom<br />

Zeitpunkt der Bissattacke, bis die<br />

unerträglichen Schmerzen nachlassen.<br />

Nach drei Monaten kann<br />

Markus Finsterwalder immerhin<br />

wieder gehen und sitzen. Nach<br />

eineinhalb Jahren wieder vorsichtig<br />

Sport treiben. Was ihn deutlich<br />

länger verfolgt: Angstzustände<br />

und heftige Panikattacken, „meist<br />

aus dem Nichts heraus, die sich<br />

oft angefühlt haben wie ein Herzinfarkt“.<br />

Rund drei Jahre lang hat<br />

Markus Finsterwalder damit massiv<br />

zu kämpfen. Die Zeiten, wo er<br />

oft drei, vier Tage am Stück durchgearbeitet<br />

hat <strong>für</strong> Großaufträge<br />

bestimmter Firmen oder auf Messen?<br />

„Mental und körperlich auch<br />

nicht mehr möglich.“<br />

Umso erfreulicher, dass es dem<br />

Mann, der bis zu seinem siebten<br />

Lebensjahr in Linderhof aufgewachsen<br />

ist, „weil mein Vater dort<br />

bei der Grenzpolizei gearbeitet<br />

hat“, <strong>den</strong> Umstän<strong>den</strong> entsprechend<br />

wieder sehr gut geht. Er<br />

arbeitet vier Tage die Woche als<br />

Vertriebler in einem aufstreben<strong>den</strong><br />

Software-Unternehmen, kann<br />

wieder „normal und schmerzfrei“<br />

gehen, sitzen, laufen und Sommer<br />

wie Winter Sport treiben. Inzwischen<br />

macht er das jedoch aus<br />

einer ganz anderen Motivation<br />

heraus: „Bis zu diesem prägen<strong>den</strong><br />

Erlebnis bin ich ein sehr egoistischer,<br />

selbstverliebter und rücksichtsloser<br />

Mensch gewesen, der<br />

auch beim Sport immer nur auf<br />

Höchstleistungen aus war.“ Diese<br />

Bissattacke aber hat ihn komplett<br />

gedreht. „Mindestens um 180<br />

Grad.“ Markus Finsterwalder beschäftigt<br />

sich seit diesem 10. Mai<br />

2016 intensiv mit Glaubensfragen,<br />

Spiritualität und christlichen Werten,<br />

zum Beispiel Nächstenliebe.<br />

Und er versucht die kleinen Dinge<br />

des Lebens mit anderen Augen<br />

wahr- und anzunehmen, und in<br />

jeder Begegnung mit einem Menschen<br />

etwas Positives mitzunehmen.<br />

Sport treibt er nach wie vor<br />

auf hohem Niveau, jedoch nicht<br />

mehr im Wettlauf gegen die Uhr,<br />

sondern <strong>für</strong> sich, und um die wunderbare<br />

Natur in <strong>den</strong> Ammergauer<br />

Alpen zu genießen.<br />

Biss mit nur<br />

einem Zahn?<br />

Denn eines ist dem ehemaligen<br />

Skirennfahrer (C-Kader) klar: <strong>Das</strong>s<br />

er noch am Leben ist, hat er derart<br />

vielen glücklichen Umstän<strong>den</strong><br />

zu verdanken, „die in Summe<br />

kein Zufall mehr sein können“.<br />

Er spricht von „Schicksal“, von<br />

„höherer Gewalt“, und fasst an<br />

dieser Stelle nochmals eindrucksvoll<br />

zusammen: „<strong>Das</strong>s ich es trotz<br />

rasch wirkendem Schlangengift<br />

überhaupt die rund 700 Höhenmeter<br />

im Vollsprint bis zur Straße<br />

geschafft habe, ist sicherlich das<br />

erste Wunder gewesen. <strong>Das</strong>s in<br />

der Folge zu wohlgemerkt späterer<br />

Stunde, werktags und inmitten<br />

der Prärie auf einer grundsätzlich<br />

äußerst schwach befahrenen<br />

Straße im richtigen Augenblick<br />

diese Frau an mir vorbeifährt,<br />

anhält und zur Hilfe eilt, das zweite.<br />

Der Krankenwagen an dieser<br />

nahliegen<strong>den</strong> Kreuzung, der in<br />

dieser Gegend keine drei Mal im<br />

Jahr einen Einsatz hat, das dritte.<br />

Und, noch gar nicht erwähnt: Die<br />

Schlange, die laut Ärzten ja die<br />

volle Dosis Gift in meinen Körper<br />

pumpen wollte, hat mich, wie<br />

auch immer das geht, mit nur einem<br />

Zahn erwischt.“ Offensichtlich<br />

biss die Schlange exakt in dem<br />

Moment zu, als Finsterwalder<br />

beim Durchlaufen dieser Spitzkehre<br />

eine schnelle, nach vorne gerichtete<br />

Drehbewegung gemacht<br />

hat. „<strong>Das</strong> konnten auch die Ärzte<br />

kaum fassen.“ Und auch die Tatsache,<br />

die vierfache Dosis an Gegengift<br />

zu brauchen, und dieses<br />

schwarze, halbzerstörte Bein am<br />

Ende des Tages doch behalten zu<br />

dürfen, sind <strong>für</strong> Markus Finsterwalder<br />

Fügungen, „die sonst nur<br />

zum Anreichern guter Filme dazu<br />

gedichtet wer<strong>den</strong> müssen“. Aktuell<br />

erinnern nur noch die Bilder<br />

seines schwarzen Beines und ein<br />

kleiner, roter Punkt in Knöchelnähe<br />

an diese Biss-Attacke, die das<br />

Leben von Markus Finsterwalder<br />

<strong>für</strong> immer verändert hat. js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 19


20 | <strong>altlandkreis</strong>


<strong>Das</strong> neue Buch von Nicola Förg<br />

Hintertristerweiher<br />

Prem | Dieses Fleckerl zwischen<br />

Gründl und Steingädele scheint<br />

ein Ort voller kreativer Schaffenskraft<br />

zu sein. Zumindest aus Sicht<br />

von Nicola Förg. Die Bestseller-<br />

Autorin wohnt nämlich auf einem<br />

dort abseits liegen<strong>den</strong> Bauernhof.<br />

Gemeinsam mit Lebensgefährte,<br />

Ponys, Hun<strong>den</strong> und einer<br />

ganzen Reihe verschmuster<br />

Katzen genießt sie nicht nur die<br />

Idylle auf dem Land, sondern<br />

arbeitet auch hart an neuen<br />

Büchern. Erst im Frühjahr <strong>2021</strong><br />

erschien mit „Böse Häuser“<br />

ein neuer Alpenkrimi von ihr,<br />

der sowohl von Fans als auch<br />

namhaften Kennern der li-<br />

terarischen Szene gelobt wird in<br />

höchsten Tönen. Und nun, ein<br />

gerade einmal halbes Jahr später,<br />

bringt die inzwischen 58-Jährige<br />

schon wieder ein neues Buch auf<br />

<strong>den</strong> Markt. „Hintertristerweiher“,<br />

ausnahmsweise mehr Roman als<br />

Krimi, fast 400 Seiten dick, und ab<br />

sofort <strong>für</strong> 15 Euro in allen örtlichen<br />

Buchhandlungen sowie online er-<br />

> > > BÜCHER ZU GEWINNEN<br />

hältlich. „Ein außergewöhnlich<br />

schönes Mädchen, das seinen<br />

eigenen Wert nicht kennt. Eine<br />

Liebe, die eine große hätte sein<br />

können, doch nie Erfüllung findet.<br />

Ein Erbe, verknüpft mit Bedingungen,<br />

das Wahrheiten enthüllt.<br />

Und eine unwillige Erbin,<br />

die Antworten sucht und eine<br />

Reise zu sich selbst beginnt.“ In<br />

Hintertristerweiher erzählt Nicola<br />

Förg auf zwei Zeitebenen eine Geschichte<br />

über das Ungesagte zwischen<br />

der Kriegsgeneration und<br />

<strong>den</strong> Nachgeborenen, über Heimat<br />

und Heimatlosigkeit, Seelenorte<br />

und Seelenverwandte.<br />

js<br />

Ihr Regionalmagazin „<strong>altlandkreis</strong>“ verlost drei Exemplare des<br />

neuen Romans von Bestseller-Autorin Nicola Förg. Schicken Sie<br />

uns bis 15. <strong>September</strong> eine Postkarte mit dem Stichwort „Hintertristerweiher“<br />

an „<strong>altlandkreis</strong>“, Birkland 40, in 86971 Peiting.<br />

Oder eine E-Mail an info@<strong>altlandkreis</strong>.de. <strong>Das</strong> Los entscheidet.<br />

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg!<br />

Elisabeth Löwenbourg-Brzezinski<br />

Kandidatin <strong>für</strong> <strong>den</strong> Bundestag<br />

In unsere<br />

Zukunft investieren.<br />

> > > IMPRESSUM<br />

„<strong>altlandkreis</strong>“<br />

der „<strong>altlandkreis</strong>“ ist ein Medium von<br />

Birkland 40 in 86971 Peiting<br />

Telefon: 08869 / 91 22-16<br />

Fax: 08869 / 91 22-17<br />

Mail: info@<strong>altlandkreis</strong>.de<br />

Stand bei Drucklegung im August <strong>2021</strong>.<br />

Änderungen und Fehler vorbehalten.<br />

Auflage: 28000 Exemplare<br />

Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung sowie keine<br />

Erscheinungsgewähr übernommen.<br />

Geplanter Erscheinungstermin der nächsten <strong>Ausgabe</strong> November / Dezember<br />

<strong>2021</strong>: Freitag, 29. <strong>Oktober</strong> <strong>2021</strong> (Anzeigenschluss: 11. <strong>Oktober</strong> <strong>2021</strong>)<br />

Herausgeber: Peter Ostenrieder<br />

Redaktion: Johannes Schelle, Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)<br />

Mitarbeiter dieser <strong>Ausgabe</strong>: Christian Rauch, Ernst-Dietrich Limper, Hubert<br />

Hunscheidt, Nicole Burk<br />

Anzeigenverkauf: Wolfgang Stuhler, Jeannine Echtler<br />

Satz, Layout & Anzeigengestaltung: Peter Ostenrieder, Kurt Zarbock, Irmgard<br />

Gruber, Jeannine Echtler, Christian Lechner<br />

Druck: Gebr. Geiselberger GmbH, Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting<br />

Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH, Am Wei<strong>den</strong>bach 8, 82362 Weilheim<br />

Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose Verteilung an alle Haushalte im<br />

Altlandkreis Schongau und einzelnen angrenzen<strong>den</strong> Gemein<strong>den</strong><br />

Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten sowie Erscheinungstermine und<br />

weitere technische Angaben fin<strong>den</strong> Sie auf unserer Webseite<br />

www.<strong>altlandkreis</strong>.de.<br />

Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, Adobe Stock, Christian Rauch, Bettina<br />

Eder, Ernst-Dietrich Limper, Hubert Hunscheidt, Markus Finsterwalder,<br />

PIPER Verlag, JWS GmbH, Michael Stöhr, Erik Liebermann, Michael Kögel,<br />

Jonas Kunzmann, Schönegger Käse-Alm, SWarn, Stefan Schwarzer, RC<br />

Racingteam Bayern, Krankenhaus GmbH Landkreis Weilheim-Schongau,<br />

Isa Berndt, Frank Janning, TSV Murnau, SchönachMedien GmbH, Christoph<br />

Ranz, Selbsthilfebüro Landratsamt Weilheim-Schongau, IMP-Ingenieure,<br />

KRUG GROSSMANN ARCHITEKTEN, Stefan Bierl Fotografie<br />

www.<strong>altlandkreis</strong>.de<br />

Gartenweg 10<br />

86975 Bernbeuren<br />

Tel: 08860 922570<br />

dreher-haustechnik.de<br />

elisabeth.loewenbourg-brzezinski.de<br />

SANITÄR HEIZUNG SPENGLEREI<br />

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Zukunft!<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 21


ALLERLEI IM ALTLANDKREIS<br />

Sarkasmus, Würde und<br />

offene Lehrstellen<br />

„Bäuerliche Hauskultur“ –<br />

die Gewinner!<br />

Altlandkreis | Alte Bauernhäuser<br />

sind ein Zeugnis<br />

der Zeit, historisch in<br />

vielerlei Hinsicht wertvoll.<br />

Zum einen wäre da<br />

beeindruckende werkskunst mit einfachsten<br />

Werkzeugen –<br />

Maschinen hat es wenige<br />

bis gar keine gegeben. Und<br />

zum anderen die kluge Verwendung natürli-<br />

Handcher,<br />

regionaler, nachhaltiger Rohstoffe. Um<br />

dieser traditionellen Baukultur wieder mehr<br />

Beachtung zu schenken, hat die Steinga<strong>den</strong>er<br />

Hobbyfotografin Katharina Hindelang <strong>den</strong><br />

Bildband „Bäuerliche Hauskultur“ veröffentlicht<br />

– und der „<strong>altlandkreis</strong>“-Redaktion drei<br />

Exemplare zur Verlosung in der Juli / August-<br />

<strong>Ausgabe</strong> überlassen. Die glücklichen Gewin-<br />

ner: Franz Scheibenbogen aus Lechbruck,<br />

Juliane Bauer aus Thaining und Renate<br />

Stocker aus Gründl bei Prem.<br />

Wir gratulieren recht herzlich! js<br />

Landratsamt sucht Lernpaten<br />

Weilheim-Schongau | „Durch die Corona-Pande-<br />

mie gibt es bei vielen Kindern und Jugendlichen<br />

Lernlücken“, sagt Uta Pollmeier von der landkreisweiten<br />

Koordinierungsstelle <strong>für</strong> Bürgerengagement<br />

namens „KOBE“. Um diese Lücken zu<br />

schließen, sucht sie im Auftrag des Landratsamtes<br />

nach ehrenamtlichen Lernpaten. Diese sollten<br />

Spaß am Umgang mit Kindern und Jugendlichen<br />

haben sowie ein gewisses Maß an pädagogischem<br />

Gespür mitbringen. Besonders geeignet<br />

sind beispielsweise Lehrer und Lehrerinnen<br />

im Ruhestand, aber auch Personen, die bereits Er-<br />

fahrungen als Nachhilfe-Lehrer gesammelt haben.<br />

Dazu gehören auch Schüler höherer Jahrgangsstufen.<br />

Anfragen<br />

und Nähere Infos<br />

bei Utta Pollmeier<br />

(ehrenamt@lra-wm.<br />

bayern.de, 0881 / 681-<br />

1519) oder Integrationslotsin<br />

Johanna<br />

Greulich (j.greulich@<br />

lra-wm.bayern.de,<br />

0881 / 681-1673). js<br />

Für menschenwürdige Arbeitsbedingungen<br />

Schongau | Am Marienplatz in Schongau findet<br />

am Freitag, 17. <strong>September</strong>, von 9 bis 12 Uhr ein<br />

Grüner Markt statt. Im Zuge dessen informiert<br />

„Der Weltla<strong>den</strong>“ über fairen Handel und damit<br />

verbun<strong>den</strong>es Menschenrecht.<br />

Grundsätzlich haben Fair-Handels-Organisationen<br />

das Ziel, dass alle Menschen auf dieser Welt<br />

von ihrer Arbeit in Würde leben können. Die Realität<br />

dahingehend sieht insbesondere in Schwellen-<br />

und Entwicklungsländern ernüchternd aus,<br />

aber auch in Europa, ja selbst in Deutschland arbeiten<br />

zahlreiche Menschen, darunter auch Kinder,<br />

sehr schwer und können trotzdem nicht ihren<br />

Lebensunterhalt beschreiten. Insofern appellieren<br />

die Initiatoren des Schogauer Weltla<strong>den</strong>s immer<br />

wieder: Bewusst fair gehandelte Produkte kaufen,<br />

um diesen weltweiten Missstand ein Stück weit<br />

zu beseitigen. Eine Möglichkeit dazu<br />

bietet der Grüne Markt in Schongaus<br />

Altstadt.<br />

js<br />

22 | <strong>altlandkreis</strong>


„<strong>Das</strong> zweite Gesicht“<br />

Maskerade im Flößermuseum<br />

Lechbruck | Touristen aus Asien wur<strong>den</strong> bis vor zwei Jahren noch<br />

belächelt, als sie mit Schutzmaske zum Schloss Neuschwanstein<br />

hochgepilgert sind. Heute fallen sie nicht mehr auf – die von der<br />

Politik getroffenen Schutzmaßnahmen gegen Corona haben das<br />

Masken-Tragen zur flächendecken<strong>den</strong> Gewohnheit wer<strong>den</strong> lassen.<br />

Die einen halten es <strong>für</strong> sinnvoll, andere bezeichnen es als „größte<br />

Freakshow in der Geschichte der Menschheit“. In jedem Falle ist<br />

es <strong>für</strong> <strong>den</strong> Förderverein des Flößermuseums Lechbruck ein guter<br />

Grund, dieses Thema auf humorige Art und Weise aufzugreifen.<br />

Und zwar im Rahmen einer Kunstausstellung unter dem Titel „<strong>Das</strong><br />

zweite Gesicht“. Gezeigt wer<strong>den</strong> witzige Phantasiegesichter, aber<br />

auch die von bekannten Politikern, hergestellt von Michael Stöhr<br />

aus Utensilien vom Wertstoffhof oder Pappmaschee. Außerdem<br />

zeigt Karikaturist Erik Liebermann zum Thema passende Cartoons.<br />

Und Christian Schweiger entsprechende Figuren. Die Ausstellung im<br />

Flößermuseum, Weidach 8 bis 10 in Lechbruck, beginnt am Sonntag,<br />

5. <strong>September</strong>, und dauert an<br />

bis Samstag, 25. <strong>September</strong>. Öffnungszeiten:<br />

Sonntag von 16 bis<br />

18 Uhr, Donnerstag von 17.30 bis<br />

19 Uhr. Der Eintritt ist frei! js<br />

Passend zur Pandemie? Gebastelte<br />

Masken (oben), aber<br />

auch Cartoons wer<strong>den</strong> ab 5.<br />

<strong>September</strong> im Flößermuseum<br />

Lechbruck<br />

ausgestellt.<br />

Viele Ausbildungsstellen noch unbesetzt!<br />

Altlandkreis | Zahlreiche Betriebe<br />

aus Industrie, Handwerk<br />

und Handel wie auch<br />

Arbeitgeber im Bereich Gesundheit<br />

und Pflege suchen<br />

nach wie vor händeringend<br />

nach Azubis <strong>für</strong> das am 1.<br />

<strong>September</strong> <strong>2021</strong> beginnende<br />

neue Lehrjahr.<br />

„Unsere Ausbildungsbetriebe<br />

setzen weiter auf die<br />

Ausbildung eigener Fachkräfte. Sie wer<strong>den</strong> ihrer<br />

unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung<br />

mehr als gerecht und bieten mehr<br />

Lehrstellen an, als es Bewerber gibt“, sagt Klaus<br />

Bauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses<br />

Weilheim-Schongau.<br />

ORLA auf 2022 verschoben!<br />

Seit Corona sind nahezu<br />

alle Maßnahmen zur Berufsorientierung<br />

ausgefallen.<br />

Schnupperpraktika,<br />

Ausbildungsmessen<br />

und persönliche Bewerbungsgespräche<br />

konnten<br />

oftmals gar nicht oder in<br />

nur stark eingeschränkter<br />

Form stattfin<strong>den</strong>.<br />

Auch die entschei<strong>den</strong>de<br />

Bewerbungsphase im Frühjahr habe laut Bauer<br />

massiv unter dem Lockdown gelitten. Laut Statis-<br />

tik der Agentur <strong>für</strong> Arbeit (Stand Ende Juli <strong>2021</strong>)<br />

kommen allein im Landkreis Weilheim-<br />

Schongau 2,6 noch offene Lehrstellen<br />

auf einen Bewerber.<br />

js<br />

Weilheim | In der Regel findet die Oberlandausstellung<br />

(ORLA) in Weilheim alle zwei Jahre<br />

statt. Insofern wäre die bunte Messe aus<br />

Gewerbetreiben<strong>den</strong>, Ehrenamtsorganisationen,<br />

Behör<strong>den</strong> und Schaustellern aus dem<br />

kompletten Oberland turnusgemäß auch <strong>für</strong><br />

<strong>2021</strong> geplant gewesen. Aufgrund der nach<br />

wie vor nicht ausgestan<strong>den</strong>e Corona-Pandemie<br />

sowie der drohen<strong>den</strong> vierten Welle mit<br />

Herbstbeginn haben sich die Verantwortlichen<br />

da<strong>für</strong> entschie<strong>den</strong>, die 23. Oberlandausstellung<br />

im kommen<strong>den</strong> Jahr 2022 durchzuführen –<br />

und zwar im Zeitraum von Mittwoch, 29. <strong>September</strong>,<br />

bis Sonntag, 3. <strong>Oktober</strong>. Nähere Informati-<br />

onen <strong>für</strong> Aussteller und interessierte<br />

Besucher hält die Internetseite orlaweilheim.de<br />

bereit.<br />

js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 23


– ANZEIGE –<br />

Im Schongauer Krankenhaus: 600 Babys pro Jahr<br />

Geburt in familiärer Atmosphäre<br />

Sonderveröffentlichung der<br />

Schongau | Jedes Jahr erblicken<br />

rund 600 Mädchen und Buben<br />

im Schongauer Krankenhaus das<br />

Licht der Welt. Die Sicherheit <strong>für</strong><br />

die wer<strong>den</strong><strong>den</strong> Mamas und Babys<br />

steht vor, während und nach der<br />

Geburt immer im Vordergrund,<br />

hat <strong>für</strong> Ärzte und Pflegepersonal<br />

oberste Priorität. Um diese auch<br />

rund um die Uhr gewährleisten zu<br />

können, kann <strong>für</strong> <strong>den</strong> Fall der Fälle<br />

jede Menge Hightech eingesetzt<br />

wer<strong>den</strong> im Rahmen einer Geburt.<br />

Die Schwierigkeit dabei: <strong>Das</strong>s sich<br />

wer<strong>den</strong>de Mütter und Väter trotz<br />

Einsatz mondernster Technik wie<br />

zuhause fühlen. Dr. Ikechukwu Emmanuel<br />

Anikwe, Chefarzt der Geburtshilfe<br />

im Krankenhaus Schongau,<br />

verrät im Kurzinterview, wie<br />

ihm und seinem Team das immer<br />

wieder aufs Neue ganz hervorragend<br />

gelingt.<br />

Herr Dr. Anikwe, was ist das Schöne<br />

an der Geburtenstation im Schongauer<br />

Krankenhaus?<br />

<strong>Das</strong>s wir <strong>für</strong> unsere wer<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

Mütter Zeit haben, nicht ständig<br />

auf die Uhr schauen müssen. Bei<br />

uns im Haus kann man sich wohlfühlen,<br />

im Grunde wie im eigenen<br />

Zuhause entbin<strong>den</strong>. <strong>Das</strong> beginnt<br />

bereits bei einem ganz persönlichen<br />

Musikwunsch, <strong>den</strong> die hochschwangeren<br />

Frauen sowie deren<br />

Partner mitbringen und anhören<br />

dürfen. Dank einer Wanne haben<br />

die Frauen auch die Möglichkeit,<br />

im Wasser zu entbin<strong>den</strong>. In jedem<br />

Falle legen wir viel Wert auf eine<br />

ruhige, entspannte Atmosphäre,<br />

damit die Geburt <strong>für</strong> all die jungen<br />

Familien ein schönes, unvergessenes<br />

Erlebnis wird. Unser Kreißsaal<br />

kann aber auch sehr stimmungsvoll<br />

sein. Außerdem hat unsere<br />

Dr. Ikechukwu<br />

Emmanuel Anikwe,<br />

Chefarzt Geburtshilfe<br />

moderne Geburtsstation wunderschön<br />

eingerichtete Familienzimmer,<br />

die einen herrlichen Weitblick<br />

auf die Berge ermöglichen. Heißt:<br />

Auch nach der Geburt können<br />

Papa, Mama und Baby zusammenbleiben.<br />

So wird die Geburt <strong>für</strong> alle<br />

Beteiligten zu einem besonderen<br />

Moment, <strong>den</strong> niemand vergisst.<br />

Was passiert, falls es mit einer natürlichen<br />

Geburt nicht klappen sollte?<br />

Bei uns ist alles an technischer<br />

Ausstattung und Know-how vorhan<strong>den</strong>.<br />

Wenn ein Kaiserschnitt<br />

erforderlich ist, machen wir ihn<br />

auch. Wobei in unserem Haus die<br />

natürliche Geburt im Vordergrund<br />

steht, wir diese so gut fördern wie<br />

nur möglich. Zum Beispiel, indem<br />

wir, sofern möglich, das Kind im<br />

Mutterleib wen<strong>den</strong>, falls es falsch<br />

herum liegen sollte. So kommt<br />

es, dass wir im Vergleich zum<br />

bundesweiten Durchschnitt in Sachen<br />

Geburten eine sehr geringe<br />

Kaiserschnittrate haben – bei uns<br />

kommen 30,68 Prozent aller Babys<br />

durch einen Kaiserschnitt zur Welt,<br />

deutschlandweit liegt diese Quote<br />

bei 35,5 Prozent. Letztlich sind<br />

unsere Hebammen alle sehr erfahren<br />

und begleiten die wer<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

Mütter sehr einfühlsam durch die<br />

Geburt – völlig gleich, ob es sich<br />

um einen Kaiserschnitt oder eine<br />

natürliche Geburt handelt.<br />

Gibt es im Schongauer Krankenhaus<br />

auch eine Kinderärztin oder einen<br />

Kinderarzt?<br />

Wir kooperieren hier mit verschie<strong>den</strong>en<br />

Partnern, zum Beispiel mit<br />

der Kinder- und Jugendmedizin<br />

im Klinikum Garmisch, aus der<br />

mehrmals die Woche jemand zu<br />

uns kommt. Darüber hinaus<br />

arbeiten wir auch sehr eng<br />

mit unserer Kooperationspraxis in<br />

Schongau sowie einer Kinderarztpraxis<br />

in Peiting zusammen. Die<br />

Vorsorgeuntersuchung „U1“ wird<br />

noch bei uns im Kreißsaal gemacht,<br />

die „U2“ auf unserer Station und<br />

die „U3“ dann außerhalb unseres<br />

Hauses in einer Kinderarzt-Praxis.<br />

Aber um die Frage final zu beantworten:<br />

Auf unserer Geburtsstation<br />

im Schongauer Krankenhaus sind<br />

täglich ein oder mehrere Kinderärzte<br />

anwesend.<br />

Was gibt Ihnen die Arbeit im Fachbereich<br />

„Geburtshilfe“?<br />

Jedes Kind ist einzigartig und ein<br />

Wunder der Natur. Leben schenken<br />

ist überwältigend. Auch wir Hebammen,<br />

Ärzte und Schwestern, die<br />

wir teilweise schon seit Jahren und<br />

Jahrzehnten Müttern helfen, ihre<br />

Kinder zur Welt zu bringen, sind<br />

immer wieder zutiefst berührt.<br />

Wenn ein Kind atmet oder schreit,<br />

wenn Tränen fließen vor lauter<br />

Freude oder die Geschwisterkinder<br />

das erste Mal ins Zimmer mit der<br />

Mama und dem Neugeborenen<br />

kommen. Es ist wirklich ein Wunder<br />

des Lebens.<br />

Familie Kurschus


Geballte Erfahrung bei Geburtsvorbereitung<br />

„Mutprobe des Lebens“<br />

Eine Geburt ist „die Mutprobe<br />

des Lebens“, sagt Stephanie<br />

Glötzl-Widl. Seit 27 Jahren begleitet<br />

die Hebamme junge Paare<br />

auf dem Weg zur eigenen Familie.<br />

In Geburtsvorbereitungskursen ab<br />

der 30. Woche wer<strong>den</strong> schwangere<br />

Frauen von ihr und ihren<br />

Kolleginnen auf das Gebären<br />

vorbereitet. Dabei lernen sie, die<br />

eigenen Kräfte zu mobilisieren,<br />

mit Schwangerschaftsbeschwer<strong>den</strong>,<br />

Schmerz und Schmerzlinderung<br />

selbstbewusst und richtig<br />

umzugehen. Außerdem, wie<br />

eine Geburt abläuft, gefolgt von<br />

Stillen, Wochenbett und der Zeit<br />

danach.<br />

Die Hebammen am Krankenhaus<br />

Schongau sind ein eingespieltes<br />

Team mit viel Erfahrung und<br />

Ruhe. „Eine Geburt ist eine große<br />

Herausforderung <strong>für</strong> die Frauen,<br />

vergleichbar mit einem immer<br />

steiler wer<strong>den</strong><strong>den</strong> Gipfelaufstieg<br />

in <strong>den</strong> Alpen. Letztlich kommt jede<br />

wer<strong>den</strong>de Mutter hoch, doch ist es<br />

<strong>für</strong> viele verdammt anstrengend,<br />

erfordert in Summe alle Kräfte.<br />

Oben ankommen, erwartet dich<br />

da<strong>für</strong> der bedeutendste Moment,<br />

<strong>den</strong> du erleben kannst – und du<br />

erhältst mit dem frischgeborenen<br />

Baby das Schönste, was Du bekommen<br />

kannst“, sagt an dieser<br />

Stelle Hebamme Christine Eder,<br />

die bereits seit 32 Jahren wer<strong>den</strong>de<br />

Mütter auf dem Weg zur Geburt<br />

begleitet.<br />

Letztlich können hochschwangere<br />

Frauen ihre Kinder im Krankenhaus<br />

Schongau stets in Geborgenheit<br />

und wohlbehütet zur Welt<br />

bringen, da nahezu immer eine<br />

Eins-zu-Eins-Betreuung gelingt.<br />

Obendrein sichert ein „Hintergrunddienst“<br />

dahingehend ab,<br />

dass die wer<strong>den</strong><strong>den</strong> Mütter ganz<br />

individuell mit einer Hebamme<br />

entbin<strong>den</strong> können.<br />

„Ja, das schaffe ich“<br />

Christine Eder<br />

„Wir bereiten die Frauen so auf<br />

die Geburt vor, dass sie voller<br />

Überzeugung und Selbstvertrauen<br />

sagen: Ja das schaffe ich!“, sagt<br />

Christine Eder. In <strong>den</strong> Vorbereitungskursen<br />

und Gesprächen lernen<br />

die schwangeren Frauen, was<br />

Gebären eigentlich bedeutet: „Eine<br />

Wehe beginnt im Kopf“, erklärt<br />

Hebamme Christine Eder weiter.<br />

„Wenn die Frauen das annehmen<br />

können und loslassen, Zeit mitbringen<br />

und auf ihren Körper hören,<br />

sich auf <strong>den</strong> Geburtsvorgang<br />

einlassen und auch auf <strong>den</strong> damit<br />

verbun<strong>den</strong>en Schmerz, dann ist es<br />

auch positiv <strong>für</strong>s Kind.“ Hinterher,<br />

wenn sie diesen Kraftakt erfolgreich<br />

hinter sich gebracht haben,<br />

blicken frischgebackene Eltern<br />

umso stärker voller Stolz auf dieses<br />

unvergessliche Erlebnis. „Wir Hebammen<br />

haben letztlich auch die<br />

Aufgabe, die Frauen nicht nur auf<br />

Stephanie Glötzl-Widl<br />

die Geburt vorzubereiten, sondern<br />

sie auch einfühlsam durch die Geburt<br />

zu leiten und zu führen“, sagt<br />

Christine Eder. Für sie und ihre Kolleginnen<br />

ist es immer wieder ein<br />

Wunder, „dass aus zwei winzigen<br />

Zellen ein wunderbarer Mensch<br />

entsteht – und bei diesem faszinieren<strong>den</strong><br />

Moment der Geburt immer<br />

wieder aufs Neue dabei sein zu<br />

dürfen, ist wirklich faszinierend“.<br />

Familiäre Entbindung<br />

Katharina und Florian Kurschus aus<br />

Dießen sind bereits erfahrene Eltern,<br />

haben sich <strong>für</strong> die Geburt ihres<br />

zweiten Kindes jedoch bewusst<br />

> > > KONTAKT<br />

Krankenhaus Schongau<br />

INFORMATIONSABEND<br />

FÜR WERDENDE ELTERN<br />

<strong>für</strong> das Schongauer Krankenhaus<br />

entschie<strong>den</strong>. Ihr erstes Kind wurde<br />

noch in einem großen Klinikum<br />

in München geboren – beim<br />

zweiten aber sollte es familiärer<br />

zugehen. Nur wo? Letztlich ist Familie<br />

Kurschus über eine Freundin<br />

auf die Geburtsstation im Schongauer<br />

Krankenhaus aufmerksam<br />

gemacht wor<strong>den</strong>. Bereits die umfassen<strong>den</strong><br />

Informationen auf der<br />

Internetseite der Weilheim-Schongauer<br />

Krankenhaus GmbH hat das<br />

junge Paar überzeugt, spätestens<br />

jedoch ein Corona-bedingtes<br />

Zoom-Meeting, das je<strong>den</strong> ersten<br />

Mittwoch im Monat stattfindet.<br />

Daraufhin meldete sich Katharina<br />

Kurschus <strong>für</strong> die Geburt ihres<br />

zweiten Kindes im Schongauer<br />

Krankenhaus an. Als sie dann auch<br />

noch <strong>den</strong> Kreißsaal und die neue<br />

Geburtsstation gesehen hatte, war<br />

sie endgültig davon überzeugt,<br />

Marie-Eberth-Straße 6, 86956 Schongau<br />

Telefonnummern: Empfang: 08861 / 215-0, Sekretariat: 08861 / 215-291<br />

Kreißsaal: 08861 / 215-130, Station 5: 08861 / 215-164<br />

Geburtsvorbereitungskurse bis zur 20. Schwangerschaftswoche<br />

im Kreißsaal anmel<strong>den</strong>.<br />

Mehr unter<br />

JEDEN 1. MITTWOCH DES MONATS | 19.00 UHR<br />

ZOOMMEETING: MEETING-ID 859 105 9657<br />

Weitere Informationen auf Facebook und Instagram<br />

„Mia san Krankenhaus”<br />

Referenten: Geburtshilfliches Team der Klinik <strong>für</strong> Gynäkologie<br />

und Geburtshilfe Schongau<br />

Termine <strong>2021</strong>: 1. <strong>September</strong>, 6. <strong>Oktober</strong>,<br />

3. November, 1. Dezember<br />

www.meinkrankenhaus2030.de<br />

mit dieser Wahl des ortes die richtige Entscheidung<br />

Geburtsgetroffen<br />

zu haben. Am Tag des<br />

Termins wurde sie gleich am Eingang<br />

von Hebamme Christine Eder<br />

freundlich in Empfang genommen,<br />

und auch gleich mit klaren<br />

Worten auf die korrekte Atmung<br />

hingewiesen und eingestellt –<br />

obendrein mangelte es nicht an<br />

mutmachen<strong>den</strong> Worten von Eder<br />

und ihren Kolleginnen. Gut eine<br />

Stunde später war das zweite<br />

Mutterglück der Dießenerin auch<br />

schon perfekt – der kleine Fiete<br />

erblickte das Licht der Welt. Und<br />

Vater Florian? Der freute sich wie<br />

Bolle, als er am nächsten Tag ins<br />

Krankenhaus kam und unten im<br />

Eingangsbereich an der an einem<br />

Storch hängen<strong>den</strong> Infotafel <strong>den</strong><br />

liebevoll notierten Namen seines<br />

neugeborenen Sohnes lesen<br />

konnte. Herzlich Willkommen in<br />

Schongau!<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 25


Von „WollperDinger“ in Hohenpeißenberg<br />

Handgemachte Stoffwindeln<br />

aus Merino<br />

Hohenpeißenberg | Mehr als 4 000<br />

Windeln braucht ein Kind durchschnittlich,<br />

bis es im Alter von rund<br />

drei Jahren trocken ist. <strong>Das</strong> geht<br />

ins Geld. Und verursacht schier<br />

unvorstellbare Mengen an Plastikmüll.<br />

„Spätestens beim Kauf einer<br />

größeren, schwarzen Tonne habe<br />

ich mir gesagt: Es muss eine Alternative<br />

zu Wegwerfwindeln her“,<br />

sagt Eva Kanzler. Die 29-jährige<br />

Hohenpeißenbergerin ist selbst<br />

Mutter einer 16 Monate alten<br />

Tochter, hat sich mit dem Thema<br />

„Windeln“ schon vor der Geburt<br />

ihrer zuckersüßen Ronja intensiv<br />

auseinandergesetzt – und kannte<br />

entsprechend „so ziemlich alles,<br />

was der Markt zu bieten hat“. All-<br />

In-One, All-In-Two, All-In-Three,<br />

Snap-In-One, Pocketwindeln, Prefold-Windeln.<br />

Die einen rein aus<br />

Plastik, die anderen aus Polyester,<br />

da<strong>für</strong> atmungsaktiv. So richtig angetan<br />

war Eva Kanzler aber nur von<br />

einem Windelsystem: Stoffwindeln.<br />

Warum? „Weil sie wesentlich umweltfreundlicher<br />

und somit auch<br />

nachhaltiger sind, außerdem,<br />

hochgerechnet,<br />

deutlich günstiger<br />

kommen als<br />

Wegwerf-Windeln.“<br />

Warum Stoffwindeln<br />

im Jahr <strong>2021</strong> <strong>den</strong>noch<br />

von <strong>den</strong> wenigsten Eltern<br />

genutzt wer<strong>den</strong>: „Weil es eine<br />

Zeit lang braucht, um einerseits<br />

die richtige Form und Größe <strong>für</strong><br />

sein Baby oder Kleinkind zu fin<strong>den</strong>,<br />

andererseits ist der Umgang<br />

schon aufwändiger.“ Während<br />

Ein-Weg-Windeln nach einmaliger<br />

Benutzung in der schwarzen Tonne<br />

lan<strong>den</strong>, können Stoffwindeln<br />

zwar auf unbeschränkte Zeit wiederverwendet,<br />

müssen allerdings<br />

regelmäßig gewaschen und eingefettet<br />

wer<strong>den</strong>. Eva Kanzler nimmt<br />

diesen Mehraufwand der Umwelt<br />

und einem kleineren Geldbeutel<br />

zuliebe gerne in Kauf, spricht<br />

von „Idealismus“ und „naturbewusster<br />

Lebenseinstellung“. Zum<br />

Ausprobieren von Stoffwindeln an<br />

ihrer Tochter hat sie erste Exem-<br />

plare<br />

gebraucht<br />

auf<br />

eBay-Kleinanzeigen<br />

gekauft.<br />

Als sie gemerkt<br />

hat, wie gut das<br />

funktioniert,<br />

fing<br />

sie an, eigene Windeln<br />

zu nähen. Erst<br />

<strong>für</strong> sich. Inzwischen auch<br />

<strong>für</strong> andere. Ihr Kleingewerbe, vergangenen<br />

Februar angemeldet,<br />

heißt „WollperDinger“. Es steht <strong>für</strong><br />

handgemachte Bio-Stoff-Windeln<br />

aus Merinowolle.<br />

Eine Windel <strong>für</strong><br />

mehrere Kinder<br />

Hauptberuflich arbeitet Eva Kanzler<br />

als Tiermedizinische Fachangestellte<br />

in der Tierklinik Weilheim. In der<br />

Kreisstadt hat sie aber auch schon<br />

Nähkurse besucht. „Zwar mehr <strong>für</strong><br />

Trachtenjacken und Kleider – aber<br />

wenn du mal ein Dirndl nähen<br />

kannst, kannst du im Grunde alles<br />

nähen“, sagt sie. So auch qualitativ<br />

hochwertige Stoffwindeln <strong>für</strong><br />

Babys und Kleinkinder.<br />

„Die bei mir aus zwei<br />

Teilen bestehen.“ Aus<br />

der Außenwindel, die<br />

bei „WollperDinger“<br />

aus hochwertiger, in<br />

Deutschland hergestellter Merino-<br />

Wolle besteht. „Von einem Betrieb<br />

in der Schwäbischen Alp, der viel<br />

Wert auf Tierwohl legt.“ Und aus<br />

einer saugstarken, herausnehmbaren<br />

Einlage, vergleichbar mit<br />

einem klassischen Handtuch, das<br />

entweder aus Bio-Baumwolle oder<br />

Hanf besteht. Damit die Bio-Stoff-<br />

Windeln von Eva Kanzler <strong>den</strong> Babys<br />

und Kleinkindern passen und<br />

Urin wie Stuhl nicht auslaufen<br />

können, bietet die ambitionierte<br />

Hobby-Schneiderin zwei verschie<strong>den</strong>e<br />

Größen an: Eine <strong>für</strong> Babys,<br />

und eine <strong>für</strong> Kleinkinder. Nur zwei<br />

Größen? „Dank eingenähter, elastischer<br />

Bündchen kann die jeweilige<br />

Windel nochmals individuell<br />

an die Größe des jeweiligen Babys<br />

oder Kleinkindes optimal angepasst<br />

wer<strong>den</strong> – sie wächst mit<br />

Eva Kanzler, Gründerin von „WollperDinger“,<br />

zeigt von ihr handgenähte Windeln.<br />

<strong>den</strong> Kleinen sozusagen mit.“ Für<br />

Zuschnitt, Näharbeit, Einarbeitung<br />

der elastischen Bündchen sowie<br />

das Fixieren von nachhaltigen Metallknöpfen<br />

via Druckknopf-Zange<br />

braucht Eva Kanzler rund eineinhalb<br />

Stun<strong>den</strong>. Für das große Bio-<br />

Stoff-Windel-Modell verlangt sie<br />

letztlich 49 Euro, <strong>für</strong> das kleinere<br />

39 Euro. Insofern kostet eine Stoffwindel<br />

wesentlich mehr als eine<br />

Wegwerfwindel, kann da<strong>für</strong>, bei<br />

entsprechendem Umgang, ohne<br />

Weiteres <strong>für</strong> mehrere Kinder, im<br />

Optimalfall sogar Generationenübergreifend<br />

verwendet wer<strong>den</strong>.<br />

Atmungsaktiv und<br />

angenehm<br />

Wie oft nun ein Baby oder Kleinkind<br />

in die Windel macht, „ist von<br />

26 | <strong>altlandkreis</strong>


Kind zu Kind ganz unterschiedlich“.<br />

Eva Kanzler weiß von welchen,<br />

die nur alle fünf bis zehn<br />

Tage groß müssen, andere wiederum<br />

fünf Mal am Tag. Sofern<br />

der Umgang mit Stoffwindeln<br />

funktioniert, „reicht es aus, die<br />

Außenwindel alle drei bis vier Wochen<br />

zu waschen“. Aber vorsichtig!<br />

Merinowolle ist bei zu hoher<br />

Temperatur empfindlich, sollte am<br />

besten per Hand mit Seife oder<br />

Waschmittel gewaschen wer<strong>den</strong>,<br />

oder via Maschine mittels Wollwaschgang.<br />

Und obendrein auch<br />

gleich eingefettet wer<strong>den</strong>, „damit<br />

sie ihre Dichtigkeit beibehält“. Lanolin<br />

heißt das da<strong>für</strong> notwendige<br />

Wollwachs – ein Sekret, das aus<br />

Talgdrüsen von Schafen stammt,<br />

jedoch bei der Wäsche von Schafwolle<br />

gewonnen wird. Wie das<br />

Einfetten des Merinostoffs in der<br />

Außenwindel letztlich funktioniert?<br />

„Man löst das Fett gemeinsam mit<br />

Babyshampoo, Spülmittel oder<br />

Wollwaschmittel zu einer Emulsion,<br />

in der man dann die Windel<br />

eintauchen und anschließend zum<br />

Trocknen aufhängen kann.“ Alternativ<br />

kann die Emulsion auch in<br />

eine Sprühflasche abgefüllt und<br />

auf die Windel gespritzt wer<strong>den</strong>.<br />

Oder im Zuge des maschinellen<br />

30-Grad-Woll-Waschgangs beigemengt<br />

wer<strong>den</strong>. „Klingt am Anfang<br />

etwas kompliziert, spielt sich aber<br />

total schnell ein und wird zur Alltagsroutine“,<br />

sagt Eva Kanzler, die<br />

dieses Wollwachs ausschließlich<br />

von in Europa gehaltenen Schafen<br />

bezieht, und ihren Kun<strong>den</strong> dann<br />

im Rahmen eines Windelkaufs,<br />

gemeinsam mit <strong>den</strong> Tipps zu Umgang<br />

und Pflege, mit an die Hand<br />

gibt. Und die Babys und Kinder an<br />

sich? „Die fühlen sich pudelwohl,<br />

weil Merino super atmungsaktiv<br />

ist, bei Kälte wärmt, bei Hitze<br />

kühlt, und sich auf der Haut total<br />

angenehm anfühlt.“ Bester Beweis<br />

da<strong>für</strong> an diesem sonnigen<br />

Montagvormittag: Kanzlers Tochter<br />

Ronja, die mit einer von Mama<br />

genähten Bio-Stoffwindel quickfidel<br />

im Garten herumtollt und aus<br />

dem Grinsen kaum herauskommt.<br />

Noch dazu ein modisches Zeichen<br />

setzt: Der Außenstoff einer WollperDinger-Windel<br />

kann in unterschiedlichsten<br />

Farben und Mustern<br />

individuell ausgewählt wer<strong>den</strong>.<br />

„Ich produziere überwiegend auf<br />

Kun<strong>den</strong>wunsch“, sagt Eva Kanzler,<br />

die an dieser Stelle auch einen<br />

Blick auf Homepage (wollperdinger.net)<br />

und Instagram (wollperdinger)<br />

empfiehlt. Dort fin<strong>den</strong> Interessierte<br />

weitere Informationen<br />

und Kontaktdaten der ersten Frau<br />

im Schongauer Altlandkreis, die<br />

handgemachte Bio-Stoff-Windeln<br />

<strong>für</strong> Babys und Kleinkinder hauseigen<br />

herstellt. Und somit ein wichtiges<br />

Zeichen gegen die Vermüllung<br />

dieser Welt setzt.<br />

js<br />

Zum Wohlfühlen, Kuscheln und Herumtollen: Diese handgemachte<br />

Windel aus Merinowolle sitzt — und macht auch optisch etwas her.<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 27


Als Volunteer bei der Fußball-EM<br />

„Beeindruckend, wie viele Menschen<br />

da im Hintergrund arbeiten“<br />

München / Ingenried | Sportlich<br />

gesehen war die Fußball-Europameisterschaft<br />

2020 eine zum Vergessen<br />

– die deutsche Mannschaft<br />

ist bereits im Achtelfinale nicht<br />

unverdient gegen England ausgeschie<strong>den</strong>.<br />

Für Jonas Kunzmann<br />

und Michael Kögel aus Ingenried<br />

wird dieses Turnier trotzdem in<br />

ewiger Erinnerung bleiben. Beide<br />

waren zwei von 800 Volunteers,<br />

die im Auftrag der UEFA am Spielort<br />

München wichtige Hintergrundarbeiten<br />

getätigt haben.<br />

„Ehrlich gesagt habe<br />

ich im Vorfeld gar nicht<br />

gewusst, dass sich <strong>für</strong><br />

eine Freiwilligenarbeit<br />

bei einem solch großen<br />

Turnier im Grunde jeder<br />

bewerben kann“, sagt<br />

Jonas Kunzmann rückblickend.<br />

Der 25-jährige<br />

Banker wurde erst<br />

via WhatsApp von Michael<br />

Kögel auf diese<br />

Möglichkeit aufmerksam.<br />

„Er hat in unsere<br />

Fußballgruppe vom<br />

TSV Ingenried geschrieben,<br />

dass die UEFA<br />

aufgrund der Coronabedingten<br />

Turnierverschiebung<br />

von 2020 auf<br />

<strong>2021</strong> kurzfristig wieder<br />

neue und noch weitere<br />

Leute sucht.“ Volljährigkeit<br />

und Sprachkenntnisse<br />

in Englisch waren letztlich<br />

die Grundvoraussetzungen<br />

<strong>für</strong> eine Bewerbung, die ebenfalls<br />

in englischer Sprache erfolgen<br />

musste, das Ausfüllen eines<br />

Online-Fragen-Katalogs beinhaltete,<br />

sowie die Aufnahme eines<br />

einminütigen Kurzclips. „In diesem<br />

Video sollten wir uns kurz<br />

persönlich vorstellen und unsere<br />

Vision erläutern, warum wir unbedingt<br />

bei diesem EM-Turnier<br />

dabei sein möchten.“ Für Michael<br />

Kögel stand schon länger fest,<br />

sich im Rahmen eines sportlichen<br />

Großereignisses zu engagieren.<br />

Hintergrund: Im Zuge eines beruflichen<br />

Auslandsjahres im chinesischen<br />

Shanghai flog er zwischendrin<br />

zu <strong>den</strong> Olympischen Spielen<br />

nach Pyeongchang, Südkorea, wo<br />

verhältnismäßig wenige Zuschauer<br />

vor Ort waren, da<strong>für</strong> umso mehr<br />

Volunteers. „Unter anderem viele<br />

Stu<strong>den</strong>ten aus Europa, mit <strong>den</strong>en<br />

ich mich unterhalten habe –<br />

und die regelrecht geschwärmt<br />

haben von ihrer Aufgabe, insbesondere<br />

von der Stimmung im<br />

Volunteers-Center, in dem je<strong>den</strong><br />

Abend alle freiwilligen Helfer zusammenkommen,<br />

gemeinsam<br />

Essen und eine gute, entspannte<br />

Zeit miteinander verbringen.“ Als<br />

Kögel schließlich vor rund drei<br />

Jahren „zufällig im Internet“ von<br />

der Volunteers-Bewerbung <strong>für</strong><br />

die Fußball-Europameisterschaft<br />

2020 liest, zögert er nicht, bewirbt<br />

sich, bekommt die Einladung zu<br />

einem Vorstellungsgespräch und<br />

wird genommen. Bei letzterem<br />

konnte auch Jonas Kunzmann<br />

überzeugen. <strong>Das</strong> allerbeste aber<br />

<strong>für</strong> die bei<strong>den</strong> ist: Sie dürfen ihre<br />

Tätigkeiten an und in der Allianz-<br />

Arena ausüben, obwohl sie auch<br />

am Flughafen, Hauptbahnhof, in<br />

Mannschaftshotels und anderen<br />

Standorten der Bayerischen Landeshauptstadt<br />

hätten eingesetzt<br />

wer<strong>den</strong> können.<br />

Die Brüder von<br />

Paul Pogba<br />

Michael Kögel arbeitete letztlich<br />

im Ticket-Service, war sowohl<br />

an einem Drehkreuz als auch<br />

an einer Bluetooth-Station zur<br />

Freischaltung von Online-Tickets<br />

tätig – und musste als hauptberuflicher<br />

Entwicklungsingenieur<br />

<strong>für</strong> fünf halbe Arbeitstage nicht<br />

mal Urlaub nehmen bei seinem<br />

eigentlichen Arbeitgeber. Seine<br />

größten Highlights: Die Fans der<br />

belgischen Mannschaft, „die nicht<br />

nur die geilste Stimmung erzeugten,<br />

sondern auch in Sachen Outfits<br />

unschlagbar waren“. Und die<br />

Familienangehörigen zahlreicher<br />

Top-Stars – durch das Drehkreuz,<br />

an dem Michael Kögel gearbeitet<br />

hat, sind unter anderem die Brüder<br />

und Eltern von Paul Pogba,<br />

Thomas Müller und Kimpembe<br />

marschiert. „Vor allem die zwei<br />

Brüder von Pogba sowie der Bruder<br />

von Thomas Müller sehen<br />

ihren berühmten Geschwistern<br />

wirklich unfassbar ähnlich.“ Während<br />

die Angehörigen der geballten<br />

Fußball-Prominenz sich auf<br />

<strong>den</strong> Weg ins Stadion machten, war<br />

Jonas Kunzmann mit ganz anderen<br />

Aufgaben beschäftigt. Als Teil des<br />

Technischen Services war er nicht<br />

nur an <strong>den</strong> vier Spieltagen, die in<br />

München stattgefun<strong>den</strong> haben, im<br />

Einsatz, sondern zusätzlich auch<br />

an acht weiteren Tagen, jeweils<br />

von 8 bis 17 Uhr. „Wir waren unter<br />

anderem <strong>für</strong> <strong>den</strong> Aufbau von Des-<br />

Letzte Anweisungen, bevor es an die Arbeit ging. Die Volunteers bei der<br />

EM, hier nur <strong>für</strong> München, kamen aus ganz Deutschland.<br />

28 | <strong>altlandkreis</strong>


In der Allianz Arena: Jonas Kunzmann (li.) und Michael Kögel, beide aus<br />

Ingenried, waren bei der EM als Volunteers im Einsatz.<br />

infektionsmittelspender verantwortlich,<br />

haben dem Elektronik-<br />

Dienstleister beim Auslegen von<br />

Stromkabeln <strong>für</strong> TV-Übertragungen<br />

geholfen und immer wieder<br />

kontrolliert, ob alles am richtigen<br />

Ort und an richtiger Stelle platziert<br />

ist.“ Am jeweiligen Spieltag selbst<br />

hatte Jonas Kunzmann die Ehre,<br />

gemeinsam mit 29 weiteren Helfern<br />

eines der zwei riesengroßen<br />

Banner in Trikot-Form unmittelbar<br />

vor Anpfiff der EM-Partien auf <strong>den</strong><br />

heiligen Rasen der Allianz-Arena<br />

zu tragen. „Gänsehaupt pur!“,<br />

sagt Jonas Kunzmann über die Besonderheit,<br />

ähnlich wie die Spieler<br />

vom Rasen auf die Tribüne schauen<br />

zu dürfen – und die Stimmung<br />

der Zuschauer vollumfänglich<br />

aufzusaugen. „Obwohl aufgrund<br />

Corona nur 14500 Zuschauer im<br />

Stadion sein durften, war die<br />

Stimmung dort unten auf dem<br />

Rasen echt beeindruckend gut.“<br />

An der ein oder anderen Stelle<br />

sogar zu gut? Mit Anpfiff der Partien<br />

war Jonas Kunzmann nämlich<br />

wieder anderweitig im Einsatz –<br />

als Träger eines Hinweisplakates,<br />

auf dem Maske und 1,50-Meter-<br />

Abstand abgebildet waren. „Wir<br />

sollten so die Fans auf der Tribüne<br />

immer wieder auf die Einhaltung<br />

der Corona-Schutzmaßnahmen<br />

aufmerksam machen.“ Leider, so<br />

Kunzmann, habe sich nicht jeder<br />

daran gehalten. Fürs Zurechtweisen<br />

waren er und seine Kollegen<br />

aus dem Technischen Service „Gott<br />

sei Dank“ nicht verantwortlich –<br />

das war die Aufgabe zahlreicher<br />

Securities.<br />

Ältester Volunteer<br />

war 86!<br />

In Summe aber waren Michael<br />

Kögel und Jonas Kunzmann begeistert<br />

vom Sicherheits- und Hygiene-Konzept<br />

der UEFA. Und vom<br />

Drumherum dieser EM. „Wirklich<br />

beeindruckend, wie viele Menschen<br />

da im Hintergrund tätig<br />

sind.“ Angefangen beim Umgestalten<br />

der Allianz-Arena, „die du<br />

nicht mal ansatzweise mehr als<br />

Stadion des FC Bayern München<br />

erkannt hast“. Riesengroße Plakate<br />

von Stars bereits gespielter Europameisterschaften<br />

zierten unter<br />

anderem die Spielertunnel – ein<br />

Motiv zeigte beispielsweise Christiano<br />

Ronalde beim Hochstemmen<br />

des EM-Pokals nach dessen Finalsieg<br />

im Jahr 2016. Die rot-weißen<br />

Wände wur<strong>den</strong> außerdem flächendeckend<br />

mit türkisfarbenen<br />

Folien – die einheitlich gewählte<br />

Farbe der UEFA <strong>für</strong> dieses EM-<br />

Turnier – und weiteren Wand-<br />

Tattoos abgedeckt. Einziger Wehrmutstropfen<br />

aus Sicht von Michael<br />

Kögel: „<strong>Das</strong>s es dieses Volunteer-<br />

Center aufgrund Corona diesmal<br />

nicht gegeben hat, du jetzt nicht<br />

mit allen 800 Helfern, die einzig<br />

und allein an und in der Allianz<br />

Arena tätig waren, nach getaner<br />

Arbeit ein Bierchen trinken konntest.“<br />

Da<strong>für</strong> konnten er und Jonas<br />

Kunzmann trotz klarer Aufgabenverteilung<br />

die vier EM-Partien live<br />

im Stadion mitverfolgen. „Allein<br />

deshalb hat sich dieses Engagement<br />

schon gelohnt“, sind sich<br />

die bei<strong>den</strong> einig und schwärmen<br />

unisono vom urgewaltigen belgischen<br />

Sturmtank Romelu Lukaku,<br />

und vom „genialen Tor“ des italienischen<br />

Flügelstürmers Lorenzo<br />

Insigne – der traf ja gegen die<br />

Belgier äußerst sehenswert mit<br />

einem Schlenzer in die lange Ecke<br />

und ist mit nur 1,63 Metern der<br />

kleinste Spieler der EM gewesen.<br />

Mit dem die Ingenrieder nach Abpfiff<br />

noch ein Erinnerungs-Selfie<br />

knipsen konnten? „Leider nein.“<br />

Autogramme und Fotos mit Spielern,<br />

quasi das Eindringen in die<br />

Bubble der Profis, war <strong>den</strong> Volunteers<br />

strikt untersagt. „Trotzdem<br />

haben wir richtig viele neue, coole<br />

und spannende Leute allen Alters<br />

und aus allen Gesellschaftsschichten<br />

kennengelernt – der älteste<br />

Volunteer am EM-Spielort München<br />

war 86!“ Obendrein gab’s<br />

täglich superleckeres, gesundes<br />

und warmes Essen sowie eine<br />

ganze Sporttasche voll hochwertiger<br />

Klamotten der Marke Adidas<br />

– Polo-Shirts, T-Shirts, Hosen,<br />

Regenjacke, Schuhe. Insofern hat<br />

sich das Engagement von Michael<br />

Kögel und Jonas Kunzmann nicht<br />

nur zwischenmenschlich, sondern<br />

auch materiell gelohnt. Und offensichtlich<br />

Lust auf mehr gemacht.<br />

Beide haben sich schon jetzt vorregistriert<br />

<strong>für</strong> die Volunteers-Bewerbung<br />

der kommen<strong>den</strong> Fußall-<br />

Europameisterschaft. Die findet im<br />

Jahr 2024 statt. In Deutschland. js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 29


30 | <strong>altlandkreis</strong>


DAS HEIMATRÄTSEL<br />

Mysteriöser Zettel<br />

Altlandkreis | Zwischen Auerberg<br />

und Sameister, an einer gottverlassenen<br />

Weggabelung, steht eine<br />

Sitzbank. Sie lädt zum Verweilen<br />

ein, weil der danebenstehende<br />

riesige Baum von Hitze geplagten<br />

Radfahrern und Wanderern<br />

reichlich Schatten spendet. Oder<br />

im Falle eines plötzlichen Schauers<br />

auch entschei<strong>den</strong><strong>den</strong> Schutz<br />

vor Regen bietet. Wer dort länger<br />

verweilt, zur Ruhe kommt und<br />

sich umblickt, entdeckt hinter<br />

dieser Bank auch einen Strauch,<br />

vermutlich Haselnuss. Und an<br />

diesem Strauch wiederum ist ein<br />

eingeschweißter, weißer Zettel zu<br />

sehen, der mit einer dunkelgrünen<br />

Schnur um einen daumendicken<br />

Ast gebun<strong>den</strong> wurde. Wer<br />

wissen will, was auf diesem Zettel<br />

abgebildet ist, muss die Bank verlassen,<br />

<strong>den</strong> einen oder anderen<br />

Ast beiseite drücken und seinen<br />

Kopf um mindestens 90 Grad nach<br />

rechts drehen. Erst dann ist zu erkennen,<br />

was darauf geschrieben<br />

steht: Zum einen, mittels Computer-Tastatur:<br />

„Strecke II SP, Trupp,<br />

Zeit“. Zum anderen, von Hand und<br />

mit Kugelschreiber: „ALT, 20 M 143<br />

apv 21“. Im Rahmen unseres Heimaträtsels<br />

möchten wir nun von<br />

Ihnen, liebe Leser, wissen: Wer hat<br />

diesen Zettel an diesen Strauch<br />

gebun<strong>den</strong>?<br />

Schicken Sie uns<br />

bis 15. <strong>September</strong><br />

eine Postkarte mit der<br />

Lösung und dem Stichwort<br />

„Heimaträtsel“. Oder<br />

eine E-Mail an info@<strong>altlandkreis</strong>.de.<br />

Zu gewinnen<br />

gibt es auch diesmal einen<br />

leckeren Spezialitätenkorb der<br />

Schönegger Käse-Alm, in diesem<br />

Falle mit Almwiesenkäse, Rübli,<br />

Kaminwurz, „Knabbertaler“ und<br />

gefüllten Kirschpaprika. <strong>Das</strong> Los<br />

entscheidet, der Rechtsweg ist<br />

ausgeschlossen.<br />

Wir wünschen viel Erfolg! js<br />

> > > DER LETZTEN RÄTSEL LÖSUNG<br />

<strong>Das</strong> holzgerahmte Hinweisschwild der Aktion „Der Wald blüht auf!“ (Rätsel<br />

Mai / Juni) steht auf dem Schnaidberg südlich von Peiting – diese Lösung wa-<br />

ren wir Ihnen noch schuldig.<br />

In der Juli / August-<strong>Ausgabe</strong> wollten wir dagegen wissen: Wo steht der Ge<strong>den</strong>kstein<br />

mit Kruzifix, Heiligenfigur und farbigem Gemälde? Die Lösung: Wenige<br />

Kilometer nord-östlich der Wieskirche an einem abseits liegen<strong>den</strong> Weg<br />

in Richtung Wildsteig.<br />

Unter zahlreichen Einsendungen mit der richtigen Lösung war das Losglück<br />

diesmal auf der Seite von Angelika Schilcher, der als Wildsteigerin der<br />

Heimvorteil zugute kam.<br />

Thomas Thomas Geiger Geiger & Franz && Franz Lutz Lutz Lutz<br />

Weilheimer Str. Str. 8 Str. • 8823988 •• 82398 Polling<br />

Polling<br />

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und und nach und nach Vereinbarung<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 31


„SWarn“ von Stefan Schwarzer<br />

Der bessere<br />

Wetterbericht<br />

Peißenberg | Stefan Schwarzer<br />

kann Wetter nicht beeinflussen,<br />

aber verdammt präzise vorhersagen.<br />

Da<strong>für</strong> hat der 48-Jährige<br />

eine handeigene Software namens<br />

„SWarn“ programmiert. <strong>Das</strong> Besondere<br />

an diesem Programm:<br />

Es sammelt und visualisiert nicht<br />

nur Wetterdaten der großen, namhaften<br />

Plattformen wie die des<br />

Deutschen Wetterdienstes (DWD),<br />

sondern auch Ergebnisse aus über<br />

50 Messstationen im bayerischen<br />

Oberland, wozu auch zahlreiche<br />

private gehören. Stefan Schwarzer<br />

selbst betreibt eine Messstation<br />

auf seinem Hausdach sowie<br />

zwei in seinem Privatgarten, die<br />

ihm in Echtzeit Temperatur, Luftfeuchtigkeit,<br />

Niederschlagsmenge,<br />

Windgeschwindigkeit sowie<br />

Bo<strong>den</strong>feuchtigkeit und Bo<strong>den</strong>temperatur<br />

<strong>für</strong> sein Wohnviertel<br />

am Pfarrer-Schneider-Weg in<br />

Peißenberg-Wörth liefern. Warum<br />

ihm diese regional heruntergebrochenen<br />

Wetterdaten so wichtig<br />

sind? „Weil Unwetter immer schon<br />

streng lokale Phänomene sind“,<br />

sagt er. <strong>Das</strong>s ein Gewitter auf <strong>den</strong><br />

Landkreis Weilheim-Schongau<br />

zukommt, kann in der Regel auch<br />

von der Warn-App des Deutschen<br />

Wetterdienstes ziemlich gut prognostiziert<br />

wer<strong>den</strong>. Wie stark die<br />

Gewitterzelle letztlich wird, ob sie<br />

sich schwerpunktmäßig eher über<br />

Schongau oder Peiting, Weilheim<br />

oder Murnau, Dießen oder Starnberg<br />

bewegt? <strong>Das</strong> zeigt die DWD-<br />

App wiederum weniger genau an,<br />

das Programm von Stefan Schwarzer<br />

dagegen schon. Zumindest<br />

kurzfristig, rund 20 bis 30 Minuten<br />

im Voraus. „Was im Falle einer<br />

drohen<strong>den</strong> Hochwasser-Katastrophe<br />

sehr entschei<strong>den</strong>d sein kann.“<br />

Genau darauf setzt die Gemeinde<br />

Peißenberg, die seit mehreren Jahren<br />

mit dem auf sie zugeschnittenen<br />

SWarn-Programm von Stefan<br />

Schwarzer arbeitet. Genaugenommen<br />

sind es ausgewählte Gemeinde-<br />

und Bauhofmitarbeiter sowie<br />

aktive Mitglieder der Freiwilligen<br />

Feuerwehr, die auf diese SWarn-<br />

Daten zugreifen können, und im<br />

Falle eines drohen<strong>den</strong> Notfalls via<br />

E-Mail oder Pushnachricht aufs<br />

Smartphone alarmiert wer<strong>den</strong>.<br />

Dabei ganz entschei<strong>den</strong>d aus Sicht<br />

der Peißenberger: Die aktuellen<br />

Pegelstände von Fendter Bach und<br />

Wörthersbach. „Wenn die innerhalb<br />

weniger Minuten rasant ansteigen,<br />

und laut Wetterdaten ein<br />

Ende starker Niederschläge nicht in<br />

Sicht ist, muss mit dem schlimmsten<br />

gerechnet, und sehr schnell<br />

gehandelt wer<strong>den</strong>.“ Auch im Falle<br />

eines Einsatzes dann mittendrin<br />

statt nur dabei: Stefan Schwarzer,<br />

der die Einsatzkräfte vor Ort ehrenamtlich<br />

über die weitere Unwetterentwicklung<br />

dank seiner gesammelten<br />

Echtzeit-Wetter-Daten auf<br />

dem Laufen<strong>den</strong> hält.<br />

Elf Jahre Zugspitze<br />

Hauptberuflich arbeitet Stefan<br />

Schwarzer als Programmierer <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Deutschen Wetterdienst, angestellt<br />

beim meteorologischen<br />

Observatorium auf dem Hohen<br />

Peißenberg. Ursprünglich gelernt<br />

Stefan Schwarzer mit<br />

Tablet am Wörthersbach<br />

in Peißenberg.<br />

hat der aus dem Ruhrpott stammende<br />

Bergsport-Enthusiast jedoch<br />

erst <strong>den</strong> Beruf zum Fernseh-<br />

Techniker, anschließend <strong>den</strong> zum<br />

Wetterbeobachter – und bekam<br />

daraufhin eine Stelle auf Deutschlands<br />

höchstem Berg, der Zugspitze,<br />

wo er über elf Jahre hinweg als<br />

Wetterbeobachter arbeiten durfte.<br />

„Eine Zeit, in der ich wettertechnisch<br />

natürlich nahezu alles erlebt<br />

habe“, sagt er rückblickend und in<br />

Anspielung auf gewaltige Naturereignisse,<br />

die in 2 962 Metern Höhe<br />

nochmals von ganz anderem Ausmaß<br />

sind als unten im Tal. Allen<br />

voran was Kälte und Windstärke<br />

betrifft. Doch „leider“ wurde der<br />

Beruf des Wetterbeobachters aufgrund<br />

zunehmender Automatisierung<br />

bereits vor mehreren Jahren<br />

bundesweit abgeschafft. „Was ein<br />

großes Problem ist, da viel Wissen<br />

verloren geht.“ Stefan Schwarzer<br />

sagt, „dass viele Wetterphänomene<br />

bis heute nicht visualisiert<br />

wer<strong>den</strong> können, Gespür, Erfahrung<br />

und Fachwissen von Menschen in<br />

gewissen Bereichen schlichtweg<br />

nicht zu ersetzen sind“. Insofern<br />

schlagen zwei Herzen in ihm: Einmal<br />

das eines IT-Spezialisten, der<br />

bereits als Kind, mit acht Jahren,<br />

voller Faszination angefangen hat,<br />

sich die Programmier-Sprache<br />

autodidaktisch, also auf eigene<br />

Faust, beizubringen – erst nach<br />

Abschaffung des Wetterbeobachters<br />

absolvierte Stefan Schwarzer<br />

eine offizielle Umschulung zum<br />

Programmierer. Und einmal das<br />

Herz eines Naturliebhabers, der<br />

die Beobachtung von Wetter, Wasser,<br />

Pflanzen und Tiere über alles<br />

32 | <strong>altlandkreis</strong>


liebt und schätzt. „<strong>Das</strong> Problem<br />

in unserer heutigen Zeit ist: Viele<br />

einfache Dinge, die programmiert<br />

wer<strong>den</strong> könnten, wer<strong>den</strong> noch<br />

umständlich manuell gemacht.<br />

Und viele Aufgabenbereiche, die<br />

ohne menschliches Gespür und<br />

Fachwissen nicht optimal funktionieren,<br />

wer<strong>den</strong> trotzdem durch<br />

Automatisierungen abgeschafft.“<br />

Insofern verkörpert <strong>den</strong> Fluch und<br />

Segen der Technologisierung kaum<br />

ein zweiter so sehr wie Stefan<br />

Schwarzer, der sich natürlich auch<br />

intensiv mit <strong>den</strong> Hochwasserkatastrophen<br />

Mitte Juli in Nordrhein-<br />

Westfalen, Rheinland-Pfalz und<br />

Bayern (Berchtesga<strong>den</strong>er Land)<br />

auseinandergesetzt hat.<br />

Kritik an Online-<br />

Journalismus<br />

„Sicherlich war die Informationspolitik<br />

in <strong>den</strong> betroffenen Hochwasserkatastrophen-Gebieten<br />

nicht<br />

optimal, <strong>den</strong>n dass es zu extrem<br />

heftigen Niederschlägen kommen<br />

kann, war aus <strong>den</strong> Wetterdaten<br />

heraus bereits im Vorfeld abzulesen.“<br />

Stefan Schwarzer möchte mit<br />

dieser Aussage niemandem etwas<br />

vorwerfen, aber im Zuge dessen<br />

auf ein allgemeines Problem in<br />

heutiger Zeit hinweisen: „Wichtige<br />

Nachrichten von unwichtigen zu<br />

unterschei<strong>den</strong>.“ Und diese wirklich<br />

wichtigen Nachrichten auch rechtzeitig<br />

an die richtigen Leute zu<br />

bringen, die wiederum richtig und<br />

rechtzeitig handeln müssten. Dank<br />

Social Media und Online-Journalismus<br />

ist Reichweite und Informationsgeschwindigkeit<br />

<strong>für</strong> Medien,<br />

Leser, Hörer und TV-Zuschauer<br />

zwar größer und höher <strong>den</strong>n je,<br />

aufgrund Informationsüberfluss<br />

sowie ständiger Über-Dramatisierung<br />

jedoch in <strong>den</strong> meisten Fällen<br />

nicht hilfreich. Online-Medien<br />

verdienen ihr Geld durch Klicks,<br />

bekommen diese am schnellsten<br />

und einfachsten durch Schlagzeilen.<br />

Dabei beliebt: Aus harmlosen<br />

Ereignissen sprichwörtliche Weltuntergangs-Szenarien<br />

multimedial<br />

zu stricken. Insbesondere auch<br />

beim Thema Wetter. „Deshalb<br />

braucht man sich nicht wundern,<br />

dass selbst vermeintlich vernünftige<br />

Menschen eine wirklich wichtige<br />

Unwetter-Warnung irgendwann<br />

nicht mehr ernst nehmen.“<br />

Und die unvernünftigen? Stefan<br />

Schwarzer sträuben sich durchaus<br />

die kurzgeschnittenen Haare bei<br />

der Beobachtung der gesamtgesellschaftlichen<br />

Entwicklung, „wie<br />

immer mehr Menschen <strong>den</strong> Respekt<br />

und Realitätsbezug zur Natur<br />

verlieren, im Zuge dessen auch<br />

überhaupt kein Gefahrenpotential<br />

in Gewittern sehen und spüren“.<br />

Stichwort „Gipfel-Selfie“, wo<strong>für</strong><br />

immer mehr Menschen mit falscher<br />

Ausrüstung, aber eben auch<br />

bei gefährlichen Wetter-Prognosen<br />

und zu völlig falschen Uhrzeiten<br />

sich auf <strong>den</strong> Weg machen.<br />

Follower sind begeistert<br />

Erweiterter Wetterradar, ermöglicht einen „Blick“ in die Wolken.<br />

Verhindern lassen sich Unwetter-<br />

Katastrophen trotzdem nicht. „Wir<br />

können aber versuchen, uns rechtzeitig<br />

drauf einzustellen und bestmöglich<br />

zu handeln“, bekräftigt<br />

Stefan Schwarzer, der Beruf und<br />

Hobby eng miteinander verzahnt.<br />

Und entgegen dieser zahlreichen,<br />

reißerischen Online-Medien es<br />

besser machen möchte. Sowohl<br />

auf seiner Facebookseite „Private<br />

Wetterstation Peißenberg“<br />

als auch auf seiner Internetseite<br />

„www.wetter-peissenberg.de“ informiert<br />

er seine Follower täglich<br />

mit brandaktuellen Wetterdaten,<br />

maßgeschneidert auf Peißenberg<br />

und Umgebung heruntergebrochen.<br />

„Ehrlich gesagt schaue ich<br />

schon seit über einem Jahr gar<br />

nicht mehr auf meine wetter.com-<br />

App, sondern nur noch auf die Facebook-Seite<br />

von Stefan – da weiß<br />

ich nämlich, wie das Wetter hier in<br />

der Region wirklich wird“, sagt<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 33


Sonja Fabel, die unter anderem <strong>für</strong><br />

die Sicherheitswacht der Polizeiinspektion<br />

Weilheim arbeitet und<br />

hellauf begeistert ist von <strong>den</strong> einfach<br />

verständlichen, hochpräzisen<br />

Vorhersagen von Stefan Schwarzer.<br />

Damit spricht sie aus dem<br />

Herzen aller treuen Follower von<br />

Schwarzer, die sich beim Wetterund<br />

IT-Experten immer wieder via<br />

Kommentarfunktion bedanken <strong>für</strong><br />

seinen kostenlosen, im Grunde<br />

hobbymäßigen Wetter-Dienst auf<br />

verdammt hohem Niveau – und<br />

ihn gleichzeitig füttern mit aktuellen<br />

Angaben, Bildern und Videos<br />

aus ihren eigenen Dörfern. Immer<br />

wieder beliebte Motive: Dunkle<br />

Wolken mit gespenstischen Formen,<br />

die rein optisch betrachtet<br />

auf einen (kleinen) Tornado hinweisen<br />

könnten. Je<strong>den</strong>falls entsteht<br />

auf dem Facebook-Account<br />

von Stefan Schwarzer ein ums<br />

andere Mal ein konstruktiver<br />

Austausch, bei dem auch der Experte<br />

selbst neue Erkenntnisse<br />

über das Wetter im bayerischen<br />

Oberland dazugewinnt. Allen voran<br />

die vergangenen Wochen und<br />

Monate, wo es mehrere Gewitter<br />

mit heftigeren Ausmaßen auch im<br />

Weilheim-Schongauer Landkreis<br />

gegeben hat. Hagel, Blitzeinschläge,<br />

von Sturmböen umgeknickte<br />

Bäume, abgedeckte Hausdächer<br />

sowie teilweise eingerissene Stadel<br />

und Ställe. „Unwetter dieser<br />

Art hat es bei uns immer schon<br />

gegeben – das ist nun mal das<br />

Wetter.“ <strong>Das</strong>s diese Extrem-Wetter<br />

in ihrer Häufigkeit ten<strong>den</strong>ziell<br />

eher zunehmen, hat laut Stefan<br />

Schwarzer jedoch sehr wohl mit<br />

dem Klimawandel zu tun.<br />

Niederschlagsrekord<br />

am Forggensee<br />

Die alles entschei<strong>den</strong>de Frage<br />

derzeit: Könnte eine Hochwasserkatstrophe,<br />

wie sie in Rheinland-<br />

Pfalz, Nordrhein-Westfalen sowie<br />

im Berchtesga<strong>den</strong>er Land geschehen<br />

ist, auch dem Weilheim-<br />

Stieg in wenigen Minuten von<br />

zehn Zentimetern auf 1,20 Meter:<br />

Der Pegel des Fendter Bachs.<br />

Schongauer Landkreis blühen?<br />

Stefan Schwarzer sagt ohne zu zögern:<br />

„Ja!“ Warum? „Weil sich das<br />

Wetter <strong>den</strong> Ort nicht aussucht –<br />

passiert es dort, kann es beim<br />

nächsten Mal auch hier passieren.“<br />

Allen voran Peißenberg gilt<br />

in Sachen potentieller Hochwasserkatastrophe<br />

als gefährdet, weil<br />

geographisch betrachtet ähnliche<br />

Voraussetzungen herrschen wie<br />

beispielweise in Ahrweiler. Der Ort<br />

liegt am östlichen Fuße des Hohen<br />

Peißenbergs, von dem zahlreiche<br />

Bäche und Gräben<br />

erst Richtung Tal,<br />

schließlich direkt<br />

durch <strong>den</strong> Ort führen.<br />

Im Falle eines<br />

heftigen Niederschlags<br />

sammelt<br />

sich das Wasser in<br />

diesen Bächen und<br />

Gräben – und rauscht mit Höchstgeschwindigkeiten<br />

<strong>den</strong> Berg hinab.<br />

„Was <strong>für</strong> viele schwer vorstellbar<br />

ist: 20 bis 30 Liter Regen pro<br />

Quadratmeter pro Stunde können<br />

bereits ausreichen, damit sich<br />

nach rund 25 Minuten aus einem<br />

kleinen, beschaulichen Bach mit<br />

niedrigem Pegelstand eine reißende<br />

Flutwelle entwickelt.“ Erst Anfang<br />

Juli dieses Jahres hatten die<br />

Peißenberger genau dieses Phänomen,<br />

als der Pegel des Fendter<br />

Baches, der aus dem Ort hinaus<br />

gen Nor<strong>den</strong> Richtung Paterzell<br />

fließt, in kürzester Zeit von 10<br />

Zentimeter auf 1,20 Meter (!) angestiegen<br />

ist. Hätte es an diesem<br />

Tag nur wenige Minuten (!) länger<br />

in dieser gewaltigen Dimension<br />

geschüttet, der Bo<strong>den</strong> aufgrund<br />

anhaltender Trockenheit oder<br />

Übersättigung kein Wasser mehr<br />

aufnehmen können, wäre (massives)<br />

Hochwasser sicher gewesen.<br />

Deutschlandweit betrachtet sind<br />

die vergangenen Wochen an mehreren<br />

Orten Schauer mit Niederschlagsmengen<br />

von bis zu 200 (!)<br />

Litern pro Quadratmeter gemessen<br />

wor<strong>den</strong>. Der stärkste Niederschlag,<br />

der seit Aufzeichnung von<br />

Wetterdaten bundesweit betrachtet<br />

je gemessen wurde, liegt dagegen<br />

schon mehrere Jahrzehnte<br />

zurück: Am 25. Mai 1920 sind über<br />

dem unweit entfernten Füssen 126<br />

Liter in gerade einmal acht Minuten<br />

gefallen! „Was dank Lech und<br />

Forggensee zu keiner Katastrophe<br />

geführt hat.“ Ploppt eine solche<br />

Prognose jedoch auf dem SWarn-<br />

Programm von Stefan Schwarzer<br />

auf, müssen Anwohner und<br />

Rettungskräfte verdammt schnell<br />

sein.<br />

js<br />

> > > ZUM THEMA<br />

„SWarn“ wurde zwar explizit <strong>für</strong> die Peißenberger<br />

Gemeinde entwickelt, wäre theoretisch<br />

aber <strong>für</strong> alle Orte in ganz Deutschland<br />

und darüber hinaus anwendbar.<br />

34 | <strong>altlandkreis</strong>


„Quo Vadis“<br />

Immobilienmarkt ?<br />

Georg Summerer<br />

Leiter Immobilien<br />

Anja Romeike<br />

Weilheim<br />

Andreas Gilg<br />

Peißenberg & Schongau<br />

Bianca Kmeth<br />

Murnau & Penzberg<br />

Ein Interview mit Anja Romeike (Immobilienwirtin)<br />

und Georg Summerer (Leiter Immobiliencenter) der<br />

Sparkasse Oberland<br />

Herr Summerer, Sie sind seit 01.01.21 der Leiter der Immobilien-Abteilung<br />

der Sparkasse Oberland – Warum steigen die Immobilienpreise so<br />

deutlich?<br />

Wir haben eine ungebrochen starke Nachfrage. Hierzu gibt es mehrere<br />

Ursachen. Die historisch niedrigen Zinsen lenken inflationsbewusste<br />

Anleger immer stärker auf Sachwerte wie Immobilien aber auch Aktien<br />

und Rohstoffe.<br />

Dazu kommt durch die Corona-Pandemie eine starke Fokussierung auf die<br />

eigenen vier Wände. Homeofffice, Homeschooling sowie der Lock-Down<br />

haben bei vielen Menschen die Wichtigkeit der eigenen Wohnsituation<br />

verdeutlicht.<br />

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung im Landkreis ein?<br />

Wir glauben, dass das Zinsniveau weiter sehr niedrig bleibt und die Effekte<br />

aus der Pandemie noch eine Zeit nachhalten. Die Nachfrage gerade im<br />

erweiterten Umfeld von München wird hoch bleiben. Somit gehe ich von<br />

stabilen und noch weiter leicht steigen<strong>den</strong> Preisen aus.<br />

Dabei gibt es im Geschäftsgebiet durchaus Unterschiede. Während die<br />

Preise im Raum Penzberg mit seiner Anbindung an die Autobahn (A95)<br />

stärker gestiegen sind, erkennen wir im Raum Schongau, dass Preise<br />

zwar auch steigen, aber auf einem im Verhältnis niedrigeren Niveau.<br />

Was beschäftigt Sie gerade besonders?<br />

Was alle Makler beschäftigt – Wie bekommen wir <strong>für</strong> unsere Interessenten<br />

neue Objekte in unser Angebots-Portfolio? Durch das hervorragende<br />

Netzwerk der Sparkasse können wir hier allerdings immer wieder interessante<br />

Objekte anbieten. Gerade in diesen anspruchsvollen Zeiten<br />

überzeugt Kun<strong>den</strong>, die eine Immobilie veräußern möchten, die jahrelange<br />

professionelle Begleitung durch unsere Makler.<br />

Frau Romeike, Sie sind eine der langjährigen erfahrenen Profis in der<br />

Immobilienvermittlung der Sparkasse Oberland. Warum sollte ein Immobilienbesitzer<br />

in dieser Marktsituation verkaufen?<br />

Ein Verkauf macht immer nur dann Sinn, wenn die aktuelle Wohnsituation<br />

nicht mehr zum Lebensumfeld oder zur eigenen Lebensphase passt.<br />

Dies ist sehr oft der Fall, wenn sich die familiäre oder berufliche Situation<br />

verändert. Durch die von Herrn Summerer beschriebene Marksituation<br />

können in vielen Fällen sehr gute Preise erzielt wer<strong>den</strong>.<br />

Bianca Roth<br />

Assistentin<br />

Georg Sterzer<br />

Murnau & Penzberg<br />

Vertrauen Sie auf die jahrelange Fachexpertise Ihrer Sparkasse im Makler geschäft –<br />

gemeinsam fin<strong>den</strong> wir <strong>den</strong> richtigen Käufer <strong>für</strong> Ihre Immobilie.<br />

Ihre Immobilien-Profis<br />

persönlich <strong>für</strong> Sie erreichbar unter 0881 641-0.<br />

Carina Juhnke<br />

Assistentin<br />

Harald Wörnzhofer<br />

Peißenberg & Schongau<br />

Warum sollten die Kun<strong>den</strong> einen Makler beauftragen – das kostet doch<br />

auch Geld?<br />

Sehr oft zeigt sich, dass gerade bei einer professionellen Vermarktung<br />

ein besserer Preis erzielt wer<strong>den</strong> kann. Von der ersten Besichtigung bis<br />

zum Notartermin begleiten wir unsere Kun<strong>den</strong> und klären alle Details ab.<br />

Durch unser hervorragendes Netzwerk haben wir alle Möglichkeiten, einen<br />

sorgenfreien Verkauf sicherzustellen.<br />

Themen wie Immobilienrente und Immobilienteilverkauf wer<strong>den</strong> aktuell<br />

von der Branche stark beworben – Was halten Sie davon?<br />

Die Berücksichtigung der persönlichen Situation des Eigentümers ist<br />

bei diesen „Verkaufsmodellen“ der wichtigste Aspekt. Eine umfassende<br />

Beratung, die Alternativen und daraus resultierende Folgen aufzeigt, ist<br />

unabdingbar. Vorsicht ist immer dann angesagt, wenn nur eine Option<br />

angeboten wird.<br />

Gibt es <strong>den</strong>n so viele Optionen?<br />

Es gibt viele Möglichkeiten und derzeit auch sehr viele Anbieter. Die<br />

Entscheidung des Verkäufers sollte nachhaltig und von einem guten<br />

Bauchgefühl begleitet wer<strong>den</strong>. Dazu gehört auch die Rücksprache mit der<br />

Familie und bestenfalls mit dem vertrauten Kreditinstitut vor Ort.<br />

Herr Summerer – Was raten Sie Kun<strong>den</strong>, die noch keine Immobilie<br />

besitzen?<br />

Wenn es irgendwie darstellbar ist, sollten sie versuchen, in ihre eigenen<br />

4-Wände zu kommen. Auch vor 10, 20 oder 30 Jahren haben viele gedacht,<br />

dass die Preise sehr hoch sind. Durch die Inflation und die steigen<strong>den</strong><br />

Einkommen ist die Rechnung fast immer aufgegangen. Zudem<br />

kommt, dass eine solide Rentenabsicherung ohne Immobilienbesitz kaum<br />

möglich ist.<br />

Weil‘s um mehr als Geld geht.<br />

sparkasse-oberland.de<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 35


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RC-Duelle auf versteckter Offroad-Strecke<br />

„Kein Spielzeug<br />

<strong>für</strong> kleine Kinder“<br />

Erlebnis Lechflößerei<br />

Mit dem historischen Fernhandelsfloß auf Fahrt<br />

kostenfreier<br />

Shuttlebus<br />

ab Parkplatz<br />

Fanschuhstraße<br />

➜ Termine: im Juli, August und <strong>September</strong>, je<strong>den</strong> Sonntag<br />

um 14.00 Uhr und 16.00 Uhr und auf Anfrage<br />

➜ Startpunkt: Bootshaus am Schongauer Lechsee<br />

➜ Kosten: Erwachsener € 15,00 · Kind: € 10,00<br />

➜ Anmeldung: Telefon 0 88 61 21 41 81<br />

36 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium <strong>für</strong> Ernährung,<br />

Landwirtschaft und Forsten und <strong>den</strong> Europäischen Landwirtschaftsfonds<br />

<strong>für</strong> die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).<br />

EMS TRAINING<br />

Fit mit nur 20 Minuten pro Woche<br />

Sport Reha Training<br />

Pilates Vita Fitness<br />

Gesundheit Leben<br />

Natural Fitness Kraft<br />

Ausdauer<br />

Body Forming<br />

Beweglichkeit<br />

www.schongau.de<br />

Schongauer Str. 7, 86971 Peiting<br />

Tel. 08861 / 22 49 400<br />

info@vita-web.de • www.vita-web.de<br />

Hohenfurch | Wenige Kilometer<br />

westlich von Hohenfurch, unweit<br />

des Sprungübungsplatzes der<br />

Deutschen Bundeswehr, geht an<br />

Schönwetter-Sonntagen sprichwörtlich<br />

der Punk ab. Und zwar<br />

auf einer rund 400 Meter langen<br />

und bis zu fünf Meter breiten<br />

Offroad-Strecke. Genutzt wird sie<br />

nicht von Soldaten, sondern <strong>den</strong><br />

derzeit sieben aktiven Mitgliedern<br />

der Interessensgemeinschaft „RC<br />

Racingteam Bayern“. Gefahren<br />

wird in dieser gut versteckten,<br />

lärmgeschützten Senke auch nicht<br />

mit Rallye-Autos in Originalgröße,<br />

sondern sogenannten RC-Großmodellen<br />

in <strong>den</strong> Maßstäben 1:4 bis<br />

1:10, ausgestattet mit bis zu vier PS<br />

starken Zweitakt-Motoren, betrieben<br />

mit Benzin-Öl-Gemisch, Nitro<br />

oder Strom, und ferngesteuert via<br />

kabelloser „Pistole“. Räumliches<br />

Vorstellungs- und hohes Konzentrationsvermögen,<br />

Koordination<br />

sowie eine ruhige Hand und viel<br />

Fingerspitzengefühl sind essentiell,<br />

um die zum Teil 80 Zentimeter<br />

langen, 55 Zentimeter breiten und<br />

bis zu 16 Kilogramm schweren Autos<br />

aus Aluminium und Kunststoff<br />

unfallfrei durch die zahlreichen<br />

90-Grad-Kurven zu steuern. „Auf<br />

der längsten Gerade unserer Strecke<br />

mit rund 80 Metern erreichen<br />

wir Spitzengeschwindigkeiten<br />

von bis 80 Stun<strong>den</strong>kilometern,<br />

weshalb es sich bei diesem Sport<br />

definitiv um kein Spielzeug <strong>für</strong><br />

kleine Kinder handelt“, sind sich<br />

Thomas Rößle (29) und Siegfried<br />

Hartmann (56) einig. Beide kommen<br />

aus Ingenried, gelten als<br />

treibende Kräfte dieser Interessensgemeinschaft<br />

mit Mitgliedern<br />

aus näherer und weiterer Region<br />

(bis Augsburg), und betonen an<br />

dieser Stelle nochmals ausdrücklich,<br />

wie gefährlich dieser Sport<br />

sein kann, „entsprechende Sicherheitsvorkehrungen<br />

unabdingbar<br />

sind“. Die komplette Strecke ist<br />

umbaut von Schneefangzäunen –<br />

sollte ein Pilot die Kontrolle über<br />

sein pfeilschnelles Modellfahrzeug<br />

verlieren, dieses ausbrechen, womöglich<br />

durch die Luft schleudern,<br />

wird es vom Fangzaun aufgefangen<br />

und abgebremst. Zuschauer<br />

sind im Rahmen der Hobby-Duelle<br />

zwar erwünscht, dürfen sich jedoch<br />

aus Sicherheitsgrün<strong>den</strong> nicht<br />

direkt um die Strecke positionieren.<br />

Siegfried Hartmann hat noch<br />

eine Szene von früher vor Augen,<br />

„als wir noch regelmäßig zu<br />

Wettkämpfen gefahren sind“. Ein<br />

Fahrer verlor die Kontrolle über<br />

sein RC-Modell, welches über die<br />

Strecke hinaus mit voller Wucht in<br />

eine Menschenmenge raste, dabei<br />

eine Zuschauerin schwer verletzte.<br />

„Sowas darf natürlich nicht passieren!“<br />

Auch nicht <strong>den</strong> Fahrern,<br />

die an der Strecke in Hohenfurch<br />

auf einer barrierefrei zugänglichen,<br />

rund eineinhalb Meter hohen<br />

Tribüne stehen oder sitzen,<br />

die parallel zur Start- und Zielgera<strong>den</strong><br />

errichtet wurde. Von dort<br />

herrscht auch beste Sicht über die<br />

komplette Strecke.<br />

Mentale Höchstbelastung<br />

<strong>für</strong> Piloten<br />

Vor mehr als 20 Jahren sind die<br />

RCler noch in der Kiesgrube „beim<br />

Lamprecht“ südlich von Peiting<br />

gefahren, danach südlich von Hohenfurch<br />

auf einem Privatgrund-<br />

Bezeichnen sich als „rennsportverrückt“: Die Männer und Frauen des<br />

RC Racingteams Bayern mit Fahrzeugen in allen Größen und Varianten.


stück<br />

ganz<br />

in der Nähe<br />

des heute bekannten<br />

Fischerhofs.<br />

„Wo wir aus<br />

Lärmschutzgrün<strong>den</strong><br />

mehr oder weniger darum gebeten<br />

wur<strong>den</strong>, uns einen anderen<br />

Ort zu suchen“, sagt Siegfried<br />

Hartmann, der sich noch gut erinnern<br />

kann an <strong>den</strong> unerwarteten<br />

Besuch vom damaligen Hohenfurcher<br />

Bürgermeister. Seither toben<br />

sich die Motorsportverrückten des<br />

„RC Racingteam Bayern“ auf dieser<br />

ehemaligen, von der Hohenfurcher<br />

Gemeinde gepachteten,<br />

alten Viehweide aus, die aufgrund<br />

einer naturgegebenen Senke sowie<br />

nachträglich errichteten Hochwasserschutzwallen<br />

„perfekt ist<br />

<strong>für</strong> uns und unser Umfeld“. Tatsächlich<br />

erzeugen diese getunten<br />

Flitzer, darunter auch RC-Motorräder,<br />

Lärmpegel von 96 Dezibel,<br />

einzelne Spezialfahrzeuge wie ein<br />

RC-tauglicher Traktor sogar bis zu<br />

150 (!) Dezibel. „Wenn wir aber da<br />

draußen auf unserer Bahn fahren,<br />

bekommt das im unweit von uns<br />

entfernten Wohngebiet niemand<br />

mit“, sagt Hartmann, der beim<br />

ersten Test der Strecke vor rund<br />

15 Jahren sich zwischen Wohngebiet<br />

und Rennstrecke gestellt hat,<br />

wenn überhaupt nur ein kurzes<br />

„Miu“ wahrgenommen hatte. „Immer<br />

dann, wenn einer unserer<br />

Piloten die etwas höher gebaute<br />

Steilkurve genommen hatte.“ Im<br />

Dorf selbst stört sich je<strong>den</strong>falls<br />

niemand mehr daran. Im Gegenteil<br />

sogar. „Obwohl wir uns fast<br />

je<strong>den</strong> Sonntag, sofern das Wetter<br />

trocken ist, treffen und duellieren,<br />

wissen viele Menschen gar nicht,<br />

dass die Bahn existiert“,<br />

sagt Thomas Rößle, der<br />

sich an Schönwetter-<br />

Sonntagen zum Teil<br />

vier bis fünf <strong>den</strong> an der Renn-<br />

strecke aufhält.<br />

Stun-<br />

Effektiv<br />

gefahren<br />

wird allerdings nur<br />

über 30, 45, maximal 90 Minuten.<br />

Der Grund: Eine enorm hohe Belastung<br />

<strong>für</strong> Fahrzeuge und Fahrer.<br />

„Was uns mental und körperlich<br />

alles abverlangt.“ Im Rahmen regelmäßiger,<br />

auch mal längerer<br />

Pausen, wird geratscht, gegrillt<br />

oder Kaffee und Kuchen genossen,<br />

während die Kinder der Racingteam-Mitglieder<br />

auch mal mit<br />

<strong>den</strong> „großen Modellautos“ auf der<br />

„echten“ Rennbahn fahren dürfen –<br />

<strong>für</strong> <strong>den</strong> Nachwuchs natürlich ein<br />

riesengroßes Highlight.<br />

Filzunterlage<br />

von UPM<br />

Ein offroadtaugliches Modellauto<br />

im Maßstab 1:5, das in wenigen<br />

Sekun<strong>den</strong> von 0 auf 100 Stun<strong>den</strong>kilometer<br />

beschleunigt, hat<br />

umgerechnet in etwa so viel Power<br />

wie ein originales Rennauto,<br />

das 500 Stun<strong>den</strong>kilometer fahren<br />

würde. „Hier wirken schier unvorstellbare<br />

Kräfte“, bekräftigt<br />

Thomas Rößle die Schwierigkeit,<br />

möglichst schnell, oft im Drift und<br />

nicht selten auch seitlich gekippt,<br />

nur auf zwei Rädern, eine enge<br />

Kurve zu nehmen. Noch schwieriger:<br />

<strong>Das</strong> ganze via Fernsteuerung<br />

und Fernsicht von der Tribüne aus<br />

richtig einzuschätzen. „Viele haben<br />

massive Probleme, sobald das<br />

Auto in entgegengesetzte Richtung<br />

gesteuert wer<strong>den</strong> muss, plötzlich<br />

alles Seitenverkehr von statten<br />

geht.“ Talente, die von Beginn an<br />

mit Herzblut und Lei<strong>den</strong>schaft bei<br />

der Sache sind, kommen trotzdem<br />

nach ein, zwei Wochen unfallfrei<br />

über die Strecke. Wer diesen<br />

Sport jedoch auf Wettkampf-Basis<br />

betreiben möchte, braucht<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 37


<strong>den</strong> Experten zufolge „sicherlich<br />

drei, vier Jahre, um mit <strong>den</strong> Profis<br />

aus Deutschland, Europa und<br />

der Welt mithalten zu können“.<br />

Hartmann, Rößle und Co. fahren<br />

seit einigen Jahren überwiegend<br />

nur noch <strong>für</strong> sich. Und haben mit<br />

dem Bau ihrer eigenen Offroad-<br />

Strecke westlich von Hohenfurch<br />

einen Ort geschaffen, auf <strong>den</strong> viele<br />

andere RC-Fahrer neidisch sein<br />

können. Der Grund: Die Oberflächenbeschaffenheit.<br />

„Wir haben<br />

die komplette Strecke mit einem<br />

robusten, drei Millimeter dünnen<br />

Filz ausgelegt – ein aussortierter<br />

Bestand von der Firma UPM.“ So<br />

ist die Bahn einerseits vor Beschädigungen<br />

wie Löchern und tiefen<br />

Riefen geschützt, hält andererseits<br />

trotzdem ihren Offroad-Charakter<br />

dank zahlreicher Wellen und Unebenheiten,<br />

langen und kurzen<br />

Gera<strong>den</strong>, scharfen Kurven und einer<br />

Steilwandkurve bei.<br />

Gegen die Sorgen<br />

des Alltags<br />

Früher, so Hartmann, sei man ausschließlich<br />

auf behandelten Sand-,<br />

Kies- und Lehmstrecken gefahren,<br />

wo bereits nach wenigen Minuten<br />

die Strecke unfahrbar war, und<br />

die Autos ständig kaputtgegangen<br />

sind. Was jedoch noch lange<br />

nicht heißt, dass die Stun<strong>den</strong> in<br />

<strong>den</strong> zuhause eingerichteten Werkstätten<br />

weniger gewor<strong>den</strong> sind.<br />

„Wer dieses Hobby betreibt, muss<br />

wissen, dass mindestens so viel<br />

geschraubt wie gefahren wird.“<br />

Tuning, Instandsetzung. „Mit Glück<br />

hält dein Auto drei Wochen, mit<br />

Pech nur fünf Minuten.“ Und genau<br />

das fasziniert die Fahrer und<br />

Fahrerrinnen – auch die Frauen<br />

von Thomas Rößle und Siegfried<br />

Hartmann sind aktiv und mit großer<br />

Begeisterung dabei: Einerseits<br />

der sportliche Aspekt im Rahmen<br />

heißer Duelle an sonnigen<br />

Wochenen<strong>den</strong>. Andererseits die<br />

handeigene Rennvorbereitung<br />

durch das detailgetreue Verbauen<br />

Drohnenbild: So sieht die Rennstrecke der RC-Großmodell-Enthusiasten<br />

aus dem Schongauer Altlandkreis von oben aus.<br />

von Stoßdämpfern, Weichgummireifen,<br />

Vergasern und vielen<br />

weitere Bauteilen, die in feinsäuberlich<br />

sortierten Ersatzteillagern<br />

aufbewahrt wer<strong>den</strong>. Ein besonderes<br />

Highlight an dieser Stelle:<br />

Die Werkstätte sowie das Konstruktionsbüro<br />

von Thomas Rößle,<br />

der sich vor rund zwei Jahren<br />

nebenbei selbstständig gemacht<br />

hat. Unter „R. T. Construction“ hat<br />

er unter anderem einen schwenkbaren<br />

Fahrzeughalter <strong>für</strong> Großmodellautos<br />

entwickelt – und diesen<br />

bereits mehrfach erfolgreich verkauft.<br />

Die Autos an sich wer<strong>den</strong><br />

überwiegend online, bei wenigen<br />

auf diesen RC-Sport spezialisierten<br />

> > > INFOS FÜR INTERESSIERTE<br />

Fachhändlern bestellt. Anfängern<br />

reiche laut Hartmann ein offroadtaugliches<br />

Modellfahrzeug mit<br />

Zweitakt-Motor <strong>für</strong> rund 900 Euro,<br />

Fortgeschrittene oder Wettkämpfer<br />

fahren dagegen Autos im Wert<br />

von 3500 Euro aufwärts. „Ein sehr<br />

teures, aber auch wahnsinnig vielschichtiges<br />

und spannendes Hobby“,<br />

ergänzt Siegfried Hartmann,<br />

der, wie seine Mitstreiter auch,<br />

vom perfekten Ausgleich zum<br />

stressigen Berufsalltag spricht.<br />

„Weil du auf der Jagd nach neuen<br />

Run<strong>den</strong>bestzeiten so fokussiert<br />

sein musst, dass du alles andere<br />

um die dich herum vergisst.“ Die<br />

Sorgen des Alltags inklusive. js<br />

Die Männer und Frauen vom „RC Racingteam Bayern“ freuen sich<br />

jederzeit über neue Zuschauer, Mitglieder und Sponsoren, egal<br />

ob männlich, weiblich oder divers, ob Schüler, Erwachsener oder<br />

Rentner, ob aus dem Schongauer Altlandkreis oder weiter entfernt.<br />

Nähere Informationen zu diesem außergewöhnlichen Motorsport<br />

bei Thomas Rößle (0171 / 2093361I, per E-Mail (rcracingteambayern@outlook.de)<br />

oder auf Instagram (rc_racingteam_bayern).<br />

38 | <strong>altlandkreis</strong>


september / oktober <strong>2021</strong> | 39


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Der Sinn und Zweck von Gipfelbüchern<br />

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Altlandkreis | Im 19. Jahrhundert<br />

war auf <strong>den</strong> Bergen noch wenig<br />

los. Hütten gab es kaum und auch<br />

ein Kreuz stand nur auf wenigen<br />

Gipfeln. So machten es sich die Ersteiger<br />

jener Zeit zur Gewohnheit,<br />

ein Zeichen zu hinterlassen: Einen<br />

Steinhaufen zum Beispiel. Oder<br />

eine Stange. Und nicht wenige<br />

hatten eine Flasche Wein dabei –<br />

das einzige bergtaugliche Getränk<br />

neben dem Quellwasser – und war<br />

sie auf dem Gipfel leer, blieb sie<br />

dort. Oft steckte man einen Zettel<br />

mit seinem Namen und seiner Adresse<br />

dazu. Der nächste, der auf<br />

<strong>den</strong> Gipfel kam, konnte die Nachricht<br />

lesen, suchte im Tal vielleicht<br />

sogar <strong>den</strong> Vorgänger auf und hinterließ<br />

seine eigene Visitenkarte in<br />

der Flasche.<br />

Um die Jahrhundertwende wurde<br />

der Ansturm in <strong>den</strong> Bergen größer.<br />

Auf manchem Gipfel stapelten sich<br />

Flaschen und andere Zeichen der<br />

Verewigung. So kam<br />

man auf die Idee<br />

eines Gipfelbuchs.<br />

Auf<br />

dem Biberkopf im Allgäu lag schon<br />

1888 eine Metallkapsel mit einem<br />

Büchlein. Und die Idee fand Nachahmung.<br />

Bald stan<strong>den</strong> auch auf<br />

immer mehr Gipfeln Kreuze, an<br />

die Behälter angebracht wer<strong>den</strong><br />

konnten, um darin Gipfelbücher<br />

vor der Witterung zu schützen.<br />

Damals verewigten sich die meisten<br />

Gipfelstürmer recht formell mit<br />

Namen, Beruf, sowie Zugehörigkeit<br />

zu ihrer Alpenvereinssektion<br />

und der Aufstiegsroute, die sie gewählt<br />

hatten. „<strong>Das</strong> hat sich eigentlich<br />

noch bis in die siebziger Jahre<br />

so gehalten“, weiß Georg Degle.<br />

„Natürlich kamen auch schon mal<br />

schöne kurze Gedichte oder kleine<br />

feine Zeichnungen dazu, oder ein<br />

Satz über das Wetter.“ Degle ist<br />

langjähriger Wegewart bei der Alpenvereinssektion<br />

Peiting. Er kennt<br />

die Gipfelbücher im Gebiet um die<br />

Kenzenhütte, <strong>für</strong> das die Peitinger<br />

AV-Sektion zuständig ist. Auf der<br />

Gumpenkarspitze, die wegen des<br />

weglosen steilen Terrains nur von<br />

wenigen bestiegen wird, befindet<br />

sich noch ein Gipfelbuch aus dem<br />

Jahre 1967. Auf der benachbarten,<br />

viel bekannteren Hochplatte hingegen<br />

muss Degle das Gipfelbuch<br />

fast jedes Jahr austauschen, so<br />

schnell füllt es sich. Auch deshalb,<br />

da manche Zeitgenossen <strong>für</strong> sich<br />

allein ganze Seiten füllen – mit<br />

bierseligen Sprüchen oder großen<br />

Strichmännchen. Oder ein paar Ottifanten<br />

über der abgewandelten<br />

Bayernhymne. Schön und passend<br />

findet das nicht jeder.<br />

Einträge können<br />

Leben retten<br />

Dabei können Gipfelbücher Leben<br />

retten – immer wieder bekommt<br />

die Bergwacht bei Rettungseinsätzen<br />

einen hilfreichen Hinweis<br />

aus dem Gipfelbuch. „Wenn man<br />

weiß, wann ein Vermisster sich<br />

oben auf dem Gipfel eingetragen<br />

hat, kann man zum Beispiel daraus<br />

ableiten, wie weit er danach<br />

im Abstieg gekommen sein kann“,<br />

erklärt Degle, der seit Jahrzehnten<br />

auch in der Peitinger Bergwacht-<br />

Bereitschaft aktiv ist. Aber nicht<br />

• • Warme<br />

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und<br />

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40 | <strong>altlandkreis</strong>


Autor Christian Rauch auf dem Brünstlkreuz<br />

über Farchant.<br />

jeder trägt sich ein. Und manche<br />

tragen sich nicht mit Uhrzeit ein,<br />

was im Notfall ein großer Nachteil<br />

sein kann. Neben Gipfelbüchern<br />

gibt es in vielen Alpenvereinshäusern<br />

auch Hüttenbücher und<br />

an viel besuchten Kletterrouten in<br />

Felswän<strong>den</strong>, wie am Geiselstein,<br />

auch Wandbücher. Wer also eine<br />

lange und nicht ungefährliche<br />

hochalpine Unternehmung vorhat,<br />

trägt sich morgens am besten<br />

in ein Hüttenbuch ein, mit Abmarschzeit<br />

und vorgesehener Route,<br />

später gegebenfalls im Wandbuch,<br />

schließlich im Gipfelbuch.<br />

Wer solche – im Extremfall lebensretten<strong>den</strong><br />

– Angaben beherzigt,<br />

kann sich darunter noch frei ausdrücken.<br />

Man kann loswer<strong>den</strong>,<br />

was einen bewegt. Ein anstrengender<br />

Marsch, Gipfelglück trotz<br />

Nebel oder eben die<br />

traumhafte Aussicht, bei<br />

der man dann zum mehr<br />

oder weniger begabten<br />

Zeichner wird. Grüße an<br />

<strong>den</strong> oder die Liebste hause, der Bericht von<br />

einer größeren Wandergruppe<br />

oder die Etappe<br />

auf einer wochenlangen<br />

zu-<br />

Fernwanderung. Gip-<br />

felbucheinträge sind so<br />

vielfältig wie die Menschen,<br />

die <strong>den</strong> Berg besteigen.<br />

Andere blättern<br />

das Geschriebene später<br />

durch, man schmunzelt<br />

hin und wieder und entdeckt<br />

vielleicht <strong>den</strong> Namen<br />

eines Freundes, der Monate<br />

vorher auf dem gleichen Gipfel<br />

war. Auch Georg Degle schaut, vor<br />

allem wenn er mal in ganz anderen<br />

Gebirgen unterwegs ist, ob<br />

sich in Gipfelbüchern Einträge von<br />

Bekannten fin<strong>den</strong>.<br />

Zu viele Marterl<br />

am Geiselstein<br />

Wirklich „verewigen“ aber kann<br />

man sich in Gipfelbüchern aber<br />

nicht. Keine Alpenvereinssektion<br />

hebt alle Bücher von früher auf.<br />

„<strong>Das</strong> würde zu viele Schränke füllen“,<br />

sagt Georg Degle. Auch im<br />

Archiv des Deutschen Alpenvereins<br />

auf der Münchner Praterinsel la-<br />

gern nur besonders<br />

alte Bücher. Der<br />

personelle Aufwand<br />

wäre schlicht zu groß, um mehr zu<br />

archivieren. Und der meist schlechte<br />

Zustand von Gipfelbüchern würde<br />

nur selten eine automatisierte<br />

Digitalisierung zulassen. Über <strong>den</strong><br />

Zustand von Gipfelbüchern kann<br />

auch Georg Degle ein Lied singen.<br />

Manche sind schon nach einigen<br />

Monaten extrem zerfleddert, der<br />

Einband beschädigt. „Meist kommt<br />

das, wenn jemand vergisst die<br />

Klappe des Gipfelbuchkästchens<br />

wieder zuzumachen. Zieht dann<br />

ein Gewitter auf, steht so ein Buch<br />

richtig im Wasser.“ Ein offenes<br />

Gipfelbuchkasterl musste Degle im<br />

Frühjahr auch mal von einer dicken<br />

Schneeschicht befreien.<br />

Ein Gipfelbuch dagegen, das der<br />

Peitinger pflegt, hat einen ganz<br />

besonderen, traurigen Hintergrund.<br />

Es liegt auf keinem Gipfel,<br />

sondern in der Kapelle am Wankerfleck,<br />

unterhalb der legendären<br />

Felswände des Geiselsteins, des<br />

berühmtesten Kletterbergs in <strong>den</strong><br />

Ammergauer Alpen. „Bis in die<br />

fünfziger Jahre“, so erzählt Georg<br />

Degle, „hat man an <strong>den</strong> Zustiegen<br />

zu <strong>den</strong> Kletterrouten Marterl<br />

aufgestellt, wenn jemand verunglückt<br />

war. Irgendwann stan<strong>den</strong><br />

viele Marterl am Bergfuß und so<br />

entschied die Sektion Peiting eine<br />

Ge<strong>den</strong>kkapelle am Wankerfleck<br />

zu bauen.“ Und in dieser Kapelle<br />

liegt seit rund 65 Jahren das „Letzte<br />

Gipfelbuch“. Darin eingetragen:<br />

Alle Bergsteiger, die im<br />

Kenzengebiet<br />

verunglückt<br />

sind.<br />

cr<br />

„<strong>Das</strong> letzte Gipfelbuch“<br />

am Geiselstein.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 41<br />

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Jasmin Janning, Nachwuchstalent aus Fuchstal<br />

„Männerfußball<br />

bringt mich weiter“<br />

Fuchstal / Murnau | Jasmin Janning<br />

kennt keine Angst. Auch dann<br />

nicht, wenn ein muskulöser, drei<br />

Köpfe größerer Mittelstürmer im<br />

Vollsprint auf Sie zukommt, und<br />

<strong>den</strong> Ball an seinem Fuß mit Brachialgewalt,<br />

Vollspann, im Tor<br />

versenken möchte. „Alleingänge<br />

und intensive Torschüsse mag<br />

ich sogar am liebsten“, sagt die<br />

16-jährige Torhüterin aus Leeder<br />

im Fuchstal. Bereits mit fünf Jahren<br />

hat sie das Fußballspielen in<br />

ihrem Dorfverein, dem SVF angefangen.<br />

„Eigentlich nur, weil ich<br />

was mit Freun<strong>den</strong> machen wollte,<br />

die wegen des Fußballtrainings<br />

aber keine Zeit hatten – aus diesem<br />

Grund bin ich dann einfach<br />

auch ins Training gegangen.“ Und<br />

findet vom ersten Tag an großen<br />

Gefallen an diesem Sport, der ihr<br />

bis heute alles bedeutet. Innenverteidigung,<br />

Sechser, Zehner, Außenverteidigung<br />

– Jasmin Janning<br />

spielt in <strong>den</strong> ersten Jahren nahezu<br />

alle Positionen, hilft kurzerhand<br />

auch zwischen <strong>den</strong> Pfosten aus,<br />

als sich der eigentliche Torhüter<br />

ihrer Mannschaft verletzt – und<br />

findet in dieser Position schließlich<br />

ihre wahre Bestimmung. „Als<br />

ich <strong>für</strong> <strong>den</strong> DFB-Stützpunkt nominiert<br />

wurde, musste ich mich <strong>für</strong><br />

eine Position entschei<strong>den</strong>.“ Seither<br />

ist Jasmin Janning „richtige“<br />

Torhüterin, sowohl im Verein als<br />

auch in der Talente-Auswahl des<br />

Deutschen Fußballverbandes. <strong>Das</strong><br />

Besondere an ihrer noch jungen<br />

Laufbahn aber ist etwas anderes:<br />

Sie spielt nahezu ausschließlich<br />

<strong>für</strong> Jungs-Mannschaften, und<br />

überzeugt in diesen auf ganzer<br />

Linie. „Männerfußball ist schneller,<br />

kräftiger, intensiver, das macht<br />

mir einfach mehr Spaß und bringt<br />

mich körperlich und fußballerisch<br />

weiter“, sagt sie. Dank Sondergenehmigung,<br />

beantragt beim<br />

Bayerischen Fußballverband, darf<br />

sie auch am Punktspielbetrieb mit<br />

ihrer jeweiligen Jungs-Mannschaft<br />

aktiv teilnehmen. „Was mir unheimlichen<br />

Spaß macht.“<br />

Lange Zeit sieht der Fußball-<br />

Alltag von Jasmin Janning so<br />

aus: DFB-Stützpunkt-Training am<br />

Montagabend, Vereinstraining<br />

mit <strong>den</strong> Jungs des SV Fuchstal am<br />

Dienstag- und Donnerstagabend,<br />

gesondertes Towarttraining am<br />

Mittwochabend, sowie am Wochenende<br />

ein Punktspiel mit <strong>den</strong><br />

Jungs, und zusätzlich ein Punktspiel<br />

mit der Mädchenmannschaft,<br />

„bei der ich meistens ausgeholfen<br />

habe“. Sechs Tage Fußball pro Woche<br />

sind <strong>für</strong> die Gymnasiastin, die<br />

obendrein Spielerin der Bayernauswahl<br />

ist, somit der Alltag, ehe<br />

sie mit zwölf Jahren das nächsthöhere<br />

Level anstrebt: Erst mit einem<br />

Wechsel zur JFG Lechrain, einer<br />

Spielgemeinschaft in ihrer Heimatregion.<br />

Dann mit einem Wechsel<br />

zum TSV Murnau, der dank professioneller<br />

Nachwuchsarbeit seit<br />

einigen Jahren als Aushängeschild<br />

im kompletten Oberland gilt.<br />

Vier Trainings<br />

pro Woche<br />

Vor wenigen Wochen ist Jasmin<br />

Janning in ihre dritte Saison beim<br />

TSVM gestartet. „Endlich wieder<br />

richtig Fußball“, sagt sie in Anspielung<br />

auf die Corona-bedingte<br />

Zwangspause, die ihr nicht leichtgefallen<br />

ist, aber auch nicht zu einem<br />

Formabfall beigetragen hat.<br />

„Mit Krafttraining, Stabi-Übungen


und ballorientiertem Techniktraining<br />

habe ich mich fitgehalten.“<br />

Überwiegend zuhause im Fitness-<br />

Raum und Garten, wo auch mal<br />

Schwester und Mama einen Ball<br />

auf sie geschossen haben. Aber<br />

auch mit Trainingsplänen vom TSV<br />

Murnau, DFB-Stützpunkt sowie<br />

der Bayernauswahl, „mit der wir<br />

auch immer wieder mal gemeinsam<br />

via Zoom trainiert haben“.<br />

Auch Kleingruppen-Training beim<br />

TSVM, teilweise in Zweier-Teams,<br />

hat dazu beigetragen, ein gewisses<br />

Niveau aufrechtzuerhalten. „War<br />

aber nicht ansatzweise mit richtigem<br />

Fußball zu vergleichen.“ Insofern<br />

hofft Jasmin Janning inständig,<br />

dass sie, ihre Teamkollegen<br />

und der komplette Spielbetrieb<br />

des Amateurfußballs ohne vierten<br />

Lockdown und <strong>den</strong> damit verbun<strong>den</strong>en<br />

Einschränkungen durch <strong>den</strong><br />

Herbst und Winter kommen. Denn<br />

die Lust, Punktspiele zu gewinnen,<br />

ist riesengroß bei der hochveranlagten<br />

Torhüterin. Aktuell trainiert<br />

sie vier Mal die Woche – drei Mal<br />

mit <strong>den</strong> Jungs der Murnauer U16,<br />

einmal mit <strong>den</strong> Jungs der U17.<br />

Punktspiele bestreitet sie aller<br />

Voraussicht nach <strong>für</strong> die U16,<br />

Kreisliga. Optional aber auch<br />

bei <strong>den</strong> Älteren, der U17, die<br />

dank Bezirksoberliga auf hohem<br />

Nachwuchs-Niveau agieren.<br />

Genau das, was Jasmin Janning<br />

braucht, um <strong>den</strong> nächsten Schritt<br />

zu machen? „Ich möchte es auf<br />

je<strong>den</strong> Fall in <strong>den</strong> professionellen<br />

Fußball schaffen.“ Logischerweise<br />

dann nicht mehr bei <strong>den</strong> Jungs –<br />

allein deshalb nicht, weil die Sondergenehmigung<br />

lediglich bis zur<br />

B-Jugend gilt.<br />

Feldspieler<br />

als großes Vorbild<br />

Der absolute Wunschverein von<br />

Jasmin Janning wäre die Damenmannschaft<br />

des FC Bayern<br />

München. „Was <strong>für</strong> eine so junge<br />

Spielerin wie mich aber ziemlich<br />

unrealistisch sein dürfte, da der<br />

FCB überwiegend bereits topausgebildete<br />

Spielerinnen aus ganz<br />

Europa und der Welt <strong>für</strong> die erste<br />

Mannschaft verpflichtet.“ Insofern<br />

könnte sich Jasmin Janning<br />

im Grunde auch alle anderen<br />

Profi-Vereine im Deutschen Frauenfußball<br />

gut vorstellen. Leipzig,<br />

Potsdam und Essen sind nur drei<br />

Beispiele, die sie an dieser Stelle<br />

beim Namen nennt. Was <strong>den</strong> Fußball-lastigen<br />

Alltag und Aufwand<br />

betrifft, dürfte sich mit dem nächsten<br />

großen Schritt in Richtung<br />

Profimannschaft je<strong>den</strong>falls nicht<br />

allzu viel ändern <strong>für</strong> die waschechte<br />

Fuchstalerin. Ihr aktueller<br />

Tagesablauf sieht nämlich so aus:<br />

Aufstehen um 5:30 Uhr, Schule auf<br />

dem Ignaz-Kögler-Gymnasium in<br />

Landsberg am Lech von 7.30 bis<br />

13 Uhr. Wieder nach Hause, essen<br />

und Hausaufgaben erledigen. Trainingstasche<br />

packen, kurz ruhen,<br />

was mit Freun<strong>den</strong> oder der Familie<br />

machen und ab nach Murnau<br />

fahren – 60 Kilometer bei rund 50<br />

Minuten Fahrzeit einfach, was bei<br />

vier Trainings die Woche 480 (!)<br />

Kilometer und 400 Fahrminuten<br />

ausmacht. Da das Training beim<br />

TSVM in der Regel eineinhalb bis<br />

eineindreiviertel Stun<strong>den</strong> dauert,<br />

auch noch Zeit <strong>für</strong> Umziehen, Duschen<br />

und Rückfahrt miteinkalkuliert<br />

wer<strong>den</strong> muss, „komme ich<br />

meistens erst gegen 21.15 Uhr wieder<br />

heim“. Dann: Essen, und ab<br />

ins Bett. Dieser streng durchgetaktete<br />

Alltag fordert sicherlich Opfer,<br />

Furchtlos, auch im<br />

Zweikampf gegen<br />

deutlich Größere.<br />

kostet viel Kraft und macht müde?<br />

„Eigentlich nicht“, sagt Jasmin<br />

Janning, die sich an dieser Stelle<br />

ein Grinsen nicht verkneifen kann.<br />

Müdigkeit verspürt sie selten bis<br />

nie. Training und Spiele machen<br />

ihr immer Spaß. Freunde trifft sie<br />

„eh“ in der Schule. Ihre Schulnoten<br />

sprechen bei einem Zeugnisschnitt<br />

von 1,33 (!) ohnehin <strong>für</strong> sich. Und<br />

schwer verletzt war sie bislang<br />

auch nicht. „Beim Skifahren habe<br />

ich mir mal <strong>den</strong> Daumen gebrochen,<br />

beim Fußball eine Kapsel im<br />

Fingergelenk gerissen.“ Beides ist<br />

gut verheilt, schränkt sie im Torhüter-<strong>Das</strong>ein<br />

in keinster Weise ein.<br />

Und an trainings- und spielfreien<br />

Tagen? „Treffe ich mich entweder<br />

mit Freun<strong>den</strong>, oder schaue mir<br />

Fußballspiele im Fernsehen an.“<br />

Jedoch nicht nur aus Sicht eines<br />

Fans. „Mich interessiert vor allem<br />

das Stellungsspiel von Torhütern –<br />

wie sie sich positionieren, wie sie<br />

sich bewegen.“ Manuel Neuer ist<br />

hier das Nonplusultra. Trotzdem<br />

bezeichnet Jasmin Janning einen<br />

anderen Spieler des FC Bayern<br />

München als ihr großes Vorbild:<br />

Joshua Kimmich. „Der auf dem<br />

Platz wie kein Zweiter Ehrgeiz,<br />

Siegeswillen und Verantwortung<br />

<strong>für</strong>s Team verkörpert.“ Tugen<strong>den</strong>,<br />

die auch Jasmin Janning beherzigt.<br />

Und sicherlich eine wichtige<br />

Grundvoraussetzung <strong>für</strong> sie sind,<br />

um tatsächlich <strong>den</strong> Sprung in <strong>den</strong><br />

professionellen Frauenfußball zu<br />

schaffen.<br />

js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 43


„Landler“-Schinken aus der Peißenberger Manufaktur<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Speck wie anno dazumal<br />

Peißenberg | Wer richtig guten<br />

Schinken genießen möchte, muss<br />

nicht etwa nach Tirol oder Südtirol<br />

reisen. Denn ganz in der Nähe, im<br />

Herzen des <strong>Pfaffenwinkel</strong>s, wer<strong>den</strong><br />

feine Schinkenspezialitäten<br />

kreiert. In der Landler Manufaktur<br />

in Peißenberg wird hochqualitatives<br />

Fleisch aus Bayern<br />

und Österreich zu herzhaftem<br />

„Landler“-Bauernspeck, ma-<br />

gerem Schinken vom Tiroler<br />

Metzgermeister oder fein marmoriertem<br />

„Original Karreespeck<br />

aus dem <strong>Pfaffenwinkel</strong>“ verarbeitet.<br />

„Wir machen Speck wie anno<br />

dazumal“, sagt Vertriebsleiter<br />

Andreas Schalk. Zusammen mit<br />

Metzgermeister Franz Petregger,<br />

der die Produktion leitet, teilt er<br />

sich die Geschäftsführung. Die<br />

Marke „Landler“ steht hierbei <strong>für</strong><br />

Handwerkstradition nach alten<br />

Familienrezepten aus Tirol, fernab<br />

von Massenproduktion und langen<br />

Vertriebsketten. „Mit Speck ist übrigens<br />

Rohschinken gemeint“, wie<br />

Andreas Schalk erläutert. Speck<br />

habe demnach nichts mit heimischem<br />

Bauchspeck zu tun, sondern<br />

ist vielmehr ein Schinken, der<br />

aus einer Schweinekeule gewonnen<br />

wird.<br />

Der Tiroler Metzgermeister Franz<br />

Petregger brachte die Familienrezepte<br />

mit in die Manufaktur.<br />

„<strong>Das</strong> wichtigste am Schinken ist<br />

das gute Frischfleisch und viel<br />

Zeit“, weiß Andreas Schalk. Zusammen<br />

mit seinem Geschäftspartner<br />

achtet er auf strenge Auswahl<br />

beim Fleischeinkauf. „Wir<br />

arbeiten mit kleinen Betrieben<br />

aus Bayern und Österreich zusammen,<br />

die ausschließlich unter<br />

natürlichen Wachstumsbedingungen<br />

produzieren. Wir kaufen dort<br />

Teilstücke vom Schwein und veredeln<br />

sie dann zu Rohschinken.“<br />

Durch die stetige Kontrolle der<br />

Lieferanten und die Einhaltung<br />

der EG-Betriebsnorm sei höchste<br />

Qualität garantiert. Schalk betont<br />

auch, dass eine schnelle Hochmast<br />

<strong>den</strong> Fleischgenuss trüben würde.<br />

Genauso wichtig wie die Her-<br />

kunft ist ihm und seinem Team<br />

die schonende und traditionelle<br />

Verarbeitung des Fleisches. Dank<br />

der Rezepturen aus Großvaters<br />

Zeiten wird das Fleisch mit einer<br />

Würzmischung, bestehend aus<br />

Meersalz, Naturgewürzen und etwas<br />

Zucker, von Hand gewürzt –<br />

ganz ohne Geschmacksverstärker,<br />

Phosphate und Aromen. Alle<br />

Schinkenspezialitäten<br />

wer<strong>den</strong><br />

über Buchenholz geräuchert,<br />

trocken gepökelt und bei gu-<br />

ter Luft langzeitgereift. Etwa 24<br />

Wochen dauert es, bis aus dem<br />

angelieferten Rohfleisch der ginale Landler-Schinken wird.<br />

oridas<br />

Fleisch mürbe aber nicht<br />

„Durch die lange Reifung wird<br />

zäh. Es verliert Wasser und bleibt<br />

dadurch haltbar.“ Wichtig sei außerdem,<br />

dass der Speck nicht salzig<br />

oder bitter schmeckt. „Unsere<br />

Kun<strong>den</strong> schätzen <strong>den</strong> einzigartigen<br />

Geschmack“, betont Schalk. Die<br />

Landler Vertriebs- und Spezialitäten<br />

GmbH beliefert nur Fleischerfachgeschäfte<br />

und Einzelhändler,<br />

keine Gemischtwarenkonzerne.<br />

„Wir sind eine Manufaktur und<br />

bedienen nur ausgesuchte Vertriebspartner.“<br />

So zählen Metzgereien,<br />

Feinkosthändler, sowie<br />

Gaumenfreu<strong>den</strong><br />

<strong>für</strong> Genießer<br />

Speck wird hier ausschließlich von Hand gewürzt.<br />

44 | <strong>altlandkreis</strong>


ausgewählte Fachgroßhändler in<br />

Deutschland, Österreich, Italien<br />

und <strong>den</strong> Niederlan<strong>den</strong> zu ihrem<br />

Klientel. „Wir beliefern sogar eine<br />

Kreuzfahrtflotte“, ergänzt Andreas<br />

Schalk an dieser Stelle. Die Delikatessen<br />

können aber auch vom<br />

Endverbraucher direkt in einem<br />

Online-Shop oder kleinen Hofla<strong>den</strong><br />

erworben wer<strong>den</strong>.<br />

Lange<br />

Metzgertradition<br />

Die Geschichte der Peißenberger<br />

Schinken-Manufaktur beginnt im<br />

Jahr 1993. Damals kam Metzgermeister<br />

Franz Petregger in <strong>den</strong><br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong> und brachte das<br />

handwerkliche Können einer langjährigen<br />

Tiroler Metzgertradition<br />

sowie zahlreiche Familienrezepte<br />

mit. Er tut sich mit Andreas<br />

Schalk zusammen, der ebenfalls<br />

einer Metzgerfamilie entstammt.<br />

Gemeinsam grün<strong>den</strong> sie eine<br />

Manufaktur mit<br />

dem Ziel, Schinken<br />

in bester Qualität<br />

von Hand herzustellen.<br />

Schon als<br />

kleiner Junge kam<br />

Franz Petregger mit<br />

dem Handwerk in<br />

Berührung, er half<br />

seinem Vater beim<br />

Pökeln und Räuchern.<br />

Der wiederum<br />

…über Buchenholz geräuchert und langzeitgereift.<br />

hatte sein Wis-<br />

sen und seine Rezepte von Kühl- und Räucherkammern sowie<br />

seinem Vater übernommen.<br />

dem angrenzen<strong>den</strong> Hofla<strong>den</strong>.<br />

Im Laufe der Zeit sammelten sich<br />

viele Familienrezepte an, die bis <strong>Das</strong> Richtige<br />

heute zum Erfolgsgeheimnis des<br />

<strong>für</strong> jede Brotzeit<br />

Betriebes beitragen – eine langjährige<br />

Metzgertradition, die in Ob rustikal und deftig <strong>für</strong> die herzhafte<br />

Brotzeit? Oder Leichtes <strong>für</strong><br />

Tirol ihren Ursprung hatte und<br />

heute im <strong>Pfaffenwinkel</strong> weitergeführt<br />

wird. Mit über 2500 Quadratmetern<br />

die kalorienbewusste Ernährung?<br />

Landler bietet seinen Kun<strong>den</strong> eine<br />

bietet die Manufaktur Fülle an erlesenen Schinkenspe-<br />

in der Peißenberger Sonnenstraße<br />

genügend Platz <strong>für</strong> Lagerflächen,<br />

zialitäten an. „Wir verwen<strong>den</strong> nur<br />

Fleisch von Schweinen, die in der<br />

Region gehalten<br />

wer<strong>den</strong>“, bekräftigt<br />

Andreas Schalk. Alle<br />

Tiere wür<strong>den</strong> außerdem<br />

mit viel Getreide<br />

und Magermilch<br />

gefüttert. Ein Hauch<br />

Buchenrauch und<br />

eine lange Trocknungszeit<br />

an der Luft<br />

geben dem Landler<br />

Schinken letztlich<br />

<strong>den</strong> würzigen Geschmack<br />

und eine unvergleichliche<br />

Zartheit. <strong>Das</strong> Fleisch aus der Rückenregion<br />

des Schweins dagegen<br />

wird zur Herstellung von Karreespeck<br />

verwendet. Man würzt die<br />

zarte Schweinelende mit Meersalz,<br />

Knoblauch, Pfeffer, Koriander, Wacholder<br />

und schichtet sie in Fässer.<br />

Nach drei Wochen kommt der Karreespeck<br />

in die Räucherkammer,<br />

anschließend wird er zwei Monate<br />

luftgetrocknet. Der Geschmack<br />

ist würzig, rustikal und mild. Der<br />

Brettlspeck verdankt seinen typischen<br />

Geschmack vor allem seiner<br />

Herkunft. Magere Schweinebäuche<br />

wer<strong>den</strong> nach altem Familienrezept<br />

gewürzt, geräuchert und in der<br />

frischen Luft des Voralpenlandes<br />

getrocknet. Für <strong>den</strong> Kaiserschinken<br />

verwendet Landler frische Schweineoberschale,<br />

im Volksmund auch<br />

„Kaiserteil“ genannt. Er steht <strong>für</strong><br />

einen fein würzigen, leicht rauchigen<br />

Geschmack. In 100 Gramm sind<br />

etwa 35 Gramm Eiweiß und nur vier<br />

Gramm Fett enthalten. Somit ist der<br />

Kaiserschinken ein ideales Produkt<br />

<strong>für</strong> kalorienarme und gesundheitsbewusste<br />

Ernährung. Eine Besonderheit<br />

aus dem Hause Landler ist<br />

auch der Andechser Klosterspeck.<br />

Er wird als deftig, würzig, rustikal<br />

und einzigartig beschrieben. Und<br />

in der Produktion steckt sogar ein<br />

kleines Geheimnis, das an dieser<br />

Stelle verraten wird: Die mageren<br />

Bauchstücke wer<strong>den</strong> mit „Andechser<br />

Doppelbock“ verfeinert. nb<br />

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/ oktober <strong>2021</strong> | 45


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IST NATUR PUR<br />

Altlandkreis | An die Nummer eins,<br />

<strong>den</strong> Apfel, kommt die Zwetschge<br />

nicht ran. In <strong>den</strong> Top-Ten der<br />

Obstsorten bayerischer Hausgärten<br />

belegt sie lediglich Rang sieben.<br />

Trotzdem gibt es eine Zeit im Jahr,<br />

in der Omas Zwetschgen-Datschi<br />

in aller Munde ist. Grundsätzlich<br />

ist diese rot-blaue Baumfrucht,<br />

es gibt elf verschie<strong>den</strong>e Sorten,<br />

frühestens Mitte Juli, spätestens<br />

Mitte <strong>September</strong> erntereif. Die<br />

gängigsten Zwetschgensorten,<br />

die auch zahlreiche Gärten im<br />

Schongauer Altlandkreis schmücken,<br />

können in der Regel ab<br />

Ende August geerntet wer<strong>den</strong> –<br />

und dann zu Kompott verarbeitet,<br />

oder in einen leckeren Datschi<br />

zwischen Bo<strong>den</strong> und Streusel verbaut<br />

wer<strong>den</strong>. <strong>Das</strong>s aus Zwetschgen<br />

auch andere Leckereien zu zaubern<br />

sind, beweisen einmal mehr die<br />

Rezept-kreativen Damen der Hauswirtschafterei.<br />

Pünktlich zur Erntezeit<br />

empfehlen Bettina Eder, Silvia<br />

Schlögel und Christine Schleich<br />

folgende drei Schmankerl zum<br />

Selbermachen: Topfenknödel mit<br />

Zwetschgenröster, Zwetschgentarte,<br />

einen „falschen“ Amaretto sowie<br />

Zwetschgenessig.<br />

Topfenknödel mit<br />

Zwetschgenröster<br />

(Füssener Hütte)<br />

ZUTATEN:<br />

Knödel:<br />

400 g Topfen (20 %)<br />

100 g weiche Butter<br />

2 Eier<br />

250 g Mehl<br />

Salz<br />

Zum Wälzen:<br />

50 g Butter<br />

140 g Semmelbrösel<br />

1–2 EL Zucker<br />

Zimt<br />

Zwetschgenröster:<br />

200 g Zwetschgen<br />

2 EL Zucker<br />

100 ml Rotwein<br />

etwas Vanillemark<br />

etwas Zitronenabrieb<br />

Zimt<br />

1 TL Speisestärke<br />

Zum Bestäuben:<br />

Puderzucker<br />

ZUBEREITUNG: Den Topfen gut abtropfen<br />

lassen. Die Butter schaumig<br />

rühren. Die Eier nach und<br />

nach dazugeben. Den Topfen unterrühren.<br />

<strong>Das</strong> Mehl zufügen und<br />

zu einem Teig verkneten.<br />

<strong>Das</strong> Ganze anschließend 1 Stunde<br />

kühl stellen.<br />

Die Butter schmelzen. Semmelbrösel,<br />

Zucker und etwas Zimt dazugeben<br />

und leicht anrösten.<br />

Die Zwetschgen waschen, halbieren<br />

und entsteinen. Den Zucker in<br />

einer Pfanne erhitzen und karamellisieren.<br />

Mit dem Wein ablöschen.<br />

Zwetschgen, Vanillemark,<br />

Zitronenabrieb und etwas Zimt dazugeben<br />

und 5 Minuten köcheln.<br />

Die Speisestärke mit etwas kaltem<br />

Wasser glatt rühren und zu <strong>den</strong><br />

Zwetschgen geben. Einmal aufkochen<br />

und etwas abkühlen lassen.<br />

Aus dem Teig kleine Knödel formen<br />

und in leicht sie<strong>den</strong>dem Salzwasser<br />

20 Minuten ziehen lassen.<br />

Die Knödel aus dem Wasser nehmen,<br />

kurz abtropfen lassen und in<br />

<strong>den</strong> Bröseln wälzen. Mit Puderzucker<br />

bestäuben und mit dem<br />

Zwetschgenröster anrichten.<br />

TIPP: Die Knödel nach Belieben<br />

mit Zwetschgen, Marillen oder<br />

Nugat füllen.<br />

Wir beraten Sie gerne zu<br />

Ihrem eigenen Bauvorhaben.<br />

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46 | <strong>altlandkreis</strong>


Zwetschgentarte<br />

ZUTATEN::<br />

Mürbteig:<br />

300 g Mehl<br />

175 g gemahlene Haselnüsse<br />

125 g Zucker<br />

1 EL Vanillezucker<br />

200 g Butter<br />

1 Ei<br />

Füllung:<br />

1 kg Zwetschgen<br />

3 EL Speisestärke<br />

300 ml Rotwein<br />

50 g Zucker<br />

Mark 1 Vanilleschote<br />

Guss:<br />

50 g Puderzucker<br />

1 EL Rotwein<br />

Zum Bestreuen:<br />

2–3 EL Haselnussblättchen<br />

ZUBEREITUNG: Aus <strong>den</strong> Teigzutaten<br />

einen Mürbteig herstellen.<br />

Knapp zwei Drittel des Teiges zu<br />

einem Kreis ausrollen und eine<br />

gefettete, mit Mehl bestäubte Tarteform<br />

(24 cm Ø) damit auslegen.<br />

Den restlichen Teig zu einem Kreis<br />

in Größe der Tarteform ausrollen.<br />

Beides 30 Minuten kühl stellen.<br />

Für die Füllung die Zwetschgen<br />

waschen, vierteln und entsteinen.<br />

Die Speisestärke mit 3 EL Rotwein<br />

glatt rühren. Den restlichen Rotwein<br />

mit dem Zucker einmal aufkochen.<br />

Die Zwetschgen dazugeben<br />

und 5 Minuten bei schwacher<br />

Hitze weiterkochen. Die Stärke einrühren<br />

und nochmals kurz aufkochen.<br />

<strong>Das</strong> Vanillemark dazugeben<br />

und etwas abkühlen lassen.<br />

Die Rotweinzwetschgen in der Tarteform<br />

verteilen und <strong>den</strong> Teigkreis<br />

darauflegen. Am Rand etwas festdrücken<br />

und backen.<br />

Backzeit: ca. 40 Minuten bei 180 °C<br />

(160 °C)<br />

Aus Puderzucker und Rotwein einen<br />

Guss zubereiten. Den abgekühlten<br />

Kuchen damit verzieren<br />

und die Haselnussblättchen darüberstreuen.<br />

Falscher Amaretto<br />

(Für 1 Flasche à 750 ml)<br />

250 g Zwetschgensteine<br />

200 g brauner Zucker<br />

etwa 700 ml Korn 32 %<br />

Die Zwetschgensteine gründlich<br />

waschen und dabei Fruchtfleischreste<br />

entfernen. Gut trocknen lassen.<br />

Mit Zucker und Korn in ein großes,<br />

verschließbares Glas geben und<br />

umrühren oder schütteln, bis sich<br />

der Zucker aufgelöst hat.<br />

Gut verschlossen zunächst vier Wochen<br />

an einem sonnigen Platz ziehen<br />

lassen. Einmal täglich durchschütteln.<br />

Danach weitere vier<br />

Wochen an einem schattigen Platz<br />

ziehen lassen.<br />

Durch ein feines Sieb in eine vorbereitete<br />

Flasche abfüllen.<br />

Zwetschgenessig<br />

ZUTATEN:<br />

500 g Zwetschgen<br />

500 ml weißer Balsamico<br />

250 g Zucker<br />

ZUBEREITUNG: Die Zwetschgen<br />

waschen und entsteinen.<br />

Den Essig mit dem Zucker erwärmen,<br />

bis sich der Zucker aufgelöst<br />

hat. Die Zwetschgen dazugeben<br />

und 10 Minuten bei schwacher Hitze<br />

kochen. Dabei hin und wieder<br />

umrühren.<br />

Den Essig durch ein Tuch abgießen<br />

und noch heiß in Flaschen füllen.<br />

TIPP: Der feine Zwetschgenessig<br />

schmeckt super zu allen Blattsalaten.<br />

Er ist auch ein tolles Mitbringsel <strong>für</strong><br />

ein Treffen mit guten Freun<strong>den</strong>.<br />

Ihr „<strong>altlandkreis</strong>“ und die drei Damen<br />

der Hauswirtschafterei wünschen<br />

Ihnen, liebe Leser, viel Erfolg<br />

beim Ausprobieren der exklusiven<br />

Zwetschgen-Rezepte – und maximalen<br />

Genuss beim Verzehr! js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 47


Wir freuen<br />

...aus liebe zur Tradition<br />

Tobias Giebel arbeitet als Streetworker<br />

...aus liebe zur Tradition<br />

„Da<strong>für</strong> bekommst du Geld?“<br />

Ballenhaus Schongau<br />

Marienplatz 2<br />

86956 Schongau<br />

Tel: 08861/256 28 15<br />

info@ballenhaus.com<br />

Altlandkreis | Die Psychosoziale<br />

Beratungs- und Behandlungsstelle<br />

in Herzogsägmühle unterhält auch<br />

Zentren in Weilheim, Schongau<br />

und Penzberg. Deren Türen stehen<br />

allen Menschen offen, die ein<br />

Suchtproblem haben oder durch<br />

andere davon betroffen sind. Egal,<br />

ob Medien-, Spiel-, Alkohol- oder<br />

Drogensucht – die Mitarbeiter bieten<br />

von Beratung über Begleitung<br />

bis hin zur Substitutionsambulanz<br />

Hilfe an. Allerdings warten die<br />

ausgebildeten Helfer nicht nur darauf,<br />

dass die Betroffenen zu ihnen<br />

kommen, sondern schicken auch<br />

Streetworker an die Brennpunkte<br />

im Landkreis, um proaktiv tätig zu<br />

wer<strong>den</strong>. Einer dieser Streetworker<br />

ist Tobias Giebel. Der 31-jährige<br />

gebürtige Schongauer mit Wohnsitz<br />

in Weilheim kennt die Plätze,<br />

wo sich junge Menschen zwischen<br />

14 und 22 Jahren treffen. Nach der<br />

Schule studierte er von 2011 bis<br />

2015 Soziale Arbeit in München. Im<br />

Anschluss arbeitete er mit opiatabhängigen<br />

Langzeitkonsumenten<br />

und kümmerte sich um die psychosoziale<br />

Begleitung von Substituierten.<br />

Gekoppelt war die Arbeit<br />

an <strong>den</strong> Kontaktla<strong>den</strong> „off+“ des<br />

privaten Trägers Condrobs e. V. in<br />

der bayerischen Landeshauptstadt.<br />

Der heute verheiratete Vater zweier<br />

Kinder wechselte schließlich Ende<br />

Marienplatz 2<br />

Schongau<br />

Ballenhaus<br />

86956 Schongau<br />

info@ballenhaus.com<br />

28 15<br />

08861/256 Tel:<br />

2017 in <strong>den</strong> Landkreis Weilheim-<br />

Schongau. Und geht neben seiner<br />

Tätigkeit als stationärer Suchtberater<br />

auch raus, um <strong>den</strong> Kontakt<br />

zu konsumieren<strong>den</strong> Jugendlichen<br />

proaktiv zu suchen.<br />

Berufserfahrung in<br />

München<br />

„Ich hatte schon während der<br />

Schulzeit Praktika im sozialen Bereich<br />

gemacht“, schildert Tobias<br />

Giebel seine Motivation. „Und<br />

dabei gemerkt, dass es mir Spaß<br />

macht, mit Leuten und <strong>den</strong> verschie<strong>den</strong>sten<br />

Themen zu arbeiten.<br />

Den Kontaktla<strong>den</strong> in München habe<br />

ich im Verlauf des Studiums kennengelernt<br />

und mich schließlich<br />

auf Suchtberatung konzentriert.“<br />

Die Menschen konnten kommen,<br />

wie sie waren und die Lokalität bot<br />

ihnen saubere Spritzen, günstige<br />

Mahlzeiten, frische Klamotten oder<br />

auch eine Dusche. Der Konsum war<br />

in <strong>den</strong> Räumlichkeiten jedoch nicht<br />

erlaubt, was von Bundesland zu<br />

Bundesland anders geregelt wird.<br />

In Hessen beispielsweise gibt es<br />

sogenannte Konsumräume, wo<br />

Abhängige unter stressfreien und<br />

hygienischen Bedingungen illegale<br />

Spritzdrogen injizieren können. Um<br />

die 60 Menschen kamen täglich in<br />

<strong>den</strong> Kontaktla<strong>den</strong>, und Tobias Giebel<br />

lernte alle Facetten der Sucht<br />

kennen.<br />

Als seine Gattin schwanger wurde,<br />

beschlossen die bei<strong>den</strong> zurück in<br />

die Heimat zu ziehen, woraufhin<br />

Tobias Giebel <strong>für</strong> rund ein Jahr in<br />

einem Kinderhort in Weilheim arbeitete.<br />

„Ich habe aber gemerkt,<br />

dass ich wieder in die Suchtberatung<br />

möchte. Als hier eine Stelle<br />

frei war, habe ich angerufen und<br />

mich beworben“, erzählt er von<br />

seinen Anfängen in der Diakonie<br />

Herzogsägmühle. Wie sein nun<br />

neuer Alltag aussieht? Wie er als<br />

Streetworker auf die Jugendlichen<br />

zugeht?<br />

„Da ich im Landkreis groß gewor<strong>den</strong><br />

bin, waren mir einige<br />

der Plätze, an <strong>den</strong>en sich junge<br />

Menschen treffen, schon bekannt.<br />

Ich gehe dann einfach auf die<br />

Gruppen zu, stelle mich vor und<br />

erkläre, was ein Streetworker ist<br />

und macht“, schildert Tobias Giebel<br />

<strong>den</strong> Erstkontakt. Ganz wichtig<br />

sei, dass er sich als „Besucher“<br />

definiert. Die Leute können ihn<br />

jederzeit wegschicken, wenn sie<br />

nicht möchten, dass er sich bei<br />

ihnen aufhält. Und über allem<br />

stehe die Schweigepflicht, an die<br />

er gebun<strong>den</strong> ist: „Manchmal sind<br />

die Menschen verstört und fragen<br />

sich, was ich mache, wenn<br />

ich sie beim Konsum von Drogen<br />

beobachte.“ Nach und nach lernen<br />

sie aber, dass er nicht die Polizei<br />

ruft, was sich letztlich durch<br />

Mundpropaganda verbreitet – die<br />

Jugendlichen wissen dann schnell<br />

Bescheid. „Und da<strong>für</strong> bekommst<br />

du Geld?“, wird er gelegentlich<br />

scherzhaft gefragt. Manchmal<br />

spricht er mit seinen „Klienten“<br />

einfach nur über Gott und die<br />

Welt. Es herrscht kein Druck. Er<br />

möchte Angebote machen, ein<br />

offenes Ohr haben und sieht sich<br />

mehr in der Rolle des Vermittlers.<br />

Der eine möchte seinen Konsum<br />

einschränken, der andere sehnt<br />

sich nach völliger Abstinenz. Wieder<br />

andere erleben Alkoholsucht<br />

in der Familie oder haben Probleme<br />

am Arbeitsplatz. Tobias Giebel<br />

weiß nie, was ihn erwartet, wenn<br />

er die Gespräche mit <strong>den</strong> Betroffenen<br />

sucht. Er vermittelt Therapieplätze<br />

und Beratungsangebote,<br />

immer zugeschnitten auf die Bedürfnisse<br />

der Hilfesuchen<strong>den</strong>.<br />

Außendienst um<br />

Mitternacht<br />

Zwei Tage in der Woche arbeitet<br />

er in <strong>den</strong> Büros in Weilheim und<br />

Schongau. Die restliche Woche geht<br />

bei ihm <strong>für</strong> <strong>den</strong> Job „on the road“<br />

drauf. Er muss flexibel sein – es<br />

kann auch mal Mitternacht wer-<br />

Wir freuen<br />

48 | <strong>altlandkreis</strong>


Streetworker Tobias Giebel kennt<br />

die Brennpunkte der Region.<br />

<strong>den</strong>, bevor er wieder Zuhause ist.<br />

Aggressive Reaktionen hat er allerdings<br />

noch nie erlebt. Vielmehr<br />

wundern sich die jungen Menschen,<br />

dass da jemand ist, der ihnen<br />

zuhört und Lösungen anbieten<br />

kann. „Zieloffenheit“ ist das Stichwort<br />

bei seiner Beratungstätigkeit.<br />

Es gibt keine Formel, wie geholfen<br />

wer<strong>den</strong> kann. Er fragt die Leute,<br />

was sie erreichen und welchen<br />

Weg sie einschlagen möchten. Tobias<br />

Giebel begleitet, berät, unterstützt<br />

und vermittelt.<br />

„Wenn es dann jemand schafft,<br />

seine Ziele zu verfolgen, freue ich<br />

mich, und messe daran schließlich<br />

auch meinen Erfolg. Die Lebenswege<br />

sind sehr unterschiedlich. Aber<br />

die Menschen wissen, dass ich da<br />

bin und nehmen meine Hilfe dann<br />

auch in Anspruch. <strong>Das</strong> füllt meine<br />

Arbeit aus“, beschreibt der Streetworker<br />

seine Job-Philosophie.<br />

Manche Menschen wür<strong>den</strong> auch<br />

vom Gericht „unter Auflage“ zu ihm<br />

geschickt und seien erst einmal<br />

widerwillig und wenig motiviert.<br />

Wenn die dann später freiwillig<br />

wieder zu ihm kommen, wüsste er,<br />

dass er etwas richtig gemacht hat.<br />

Und was sagt der Streetworker zur<br />

Verfassung der heutigen Jugend<br />

in Weilheim, Schongau und Umgebung?<br />

Macht die junge Generation<br />

Hoffnung oder besteht Anlass<br />

zur Sorge? Tobias Giebel <strong>den</strong>kt bei<br />

diesen Fragen etwas länger nach:<br />

„Es gibt durchaus Jugendliche, die<br />

sich perspektivlos und überfordert<br />

fühlen. Gerade <strong>für</strong> <strong>den</strong> beruflichen<br />

Werdegang gibt es so viele Möglichkeiten,<br />

diese Vielfalt kann auch<br />

erschlagend auf die jungen Menschen<br />

wirken. Viele möchten aber<br />

auch nicht wie ihre Eltern einen<br />

Beruf ergreifen und <strong>den</strong> dann <strong>für</strong><br />

<strong>den</strong> Rest des Lebens ausüben. Die<br />

sehen diese vielen Optionen, die<br />

sie haben, als Chance auf ein abwechslungsreiches<br />

Berufsleben.“<br />

Mit nach Hause nimmt Tobias Giebel<br />

all diese Erlebnisse jedoch nur<br />

selten. Er kann zwischen Beruf und<br />

Privatleben gut trennen, ist auch<br />

nicht 24 Stun<strong>den</strong> an sieben Tagen<br />

die Woche erreichbar. „Ich fühle<br />

mich sehr wohl und mag meine<br />

Arbeit. Wenn ich irgendwann mal<br />

merken sollte, dass die Jugendlichen<br />

mich als alten Mann wahrnehmen,<br />

werde ich was anderes<br />

machen. Spätestens, wenn meine<br />

Jungs in dem Alter sind, dass ich<br />

sie auf der Straße treffen könnte.“<br />

Bis dahin wer<strong>den</strong> aber noch einige<br />

Jahre ins Land ziehen.<br />

edl<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 49


Selbsthilfegruppen in Weilheim-Schongau<br />

„Verstan<strong>den</strong>es Leid<br />

ist halbes Leid“<br />

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Weilheim-Schongau | Der<br />

Umgang mit chronischen<br />

oder seltenen Krankheiten,<br />

Lebenskrisen und<br />

Schicksalsschlägen ist <strong>für</strong><br />

Betroffene und deren Angehörige<br />

eine große Herausforderung.<br />

Es gibt Ärzte<br />

und Therapeuten, die <strong>für</strong><br />

kurz-, mittel- und langfristige<br />

Heilungsprozesse essentiell<br />

sind. Doch die Behandlungszeiten<br />

bei Fachärzten<br />

und Therapeuten sind begrenzt,<br />

Terminkalender<br />

platzen obendrein aus allen<br />

Nähten. Heißt: Den Großteil<br />

der Zeit verbringen Betroffene<br />

immer alleine oder im Kreis der<br />

Familie. <strong>Das</strong> Problem dabei: Auch<br />

wenn Freunde, Bekannte, Kinder,<br />

Eltern, Partner und Ehepartner<br />

noch so <strong>für</strong>sorglich mit kranken<br />

Menschen umgehen und auch<br />

zweifelsohne eine immens wichtige<br />

Stütze <strong>für</strong> sie sind – wie es<br />

<strong>den</strong> Betroffenen im tiefsten Inneren<br />

wirklich geht, kann einzig und<br />

allein jemand nachvollziehen, der<br />

selbst <strong>den</strong> Lei<strong>den</strong>sweg gleicher<br />

oder ähnlicher Krankheit, Sucht<br />

oder <strong>den</strong> eines Schicksalsschlages<br />

durchlebt, oder bereits durchlebt<br />

hat. An dieser Stelle kommen<br />

Selbsthilfegruppen ins Spiel. Es<br />

handelt sich um Zusammenschlüsse<br />

von Menschen, die ein gleiches<br />

Problem oder Anliegen haben,<br />

und gemeinsam etwas dagegen<br />

oder da<strong>für</strong> unternehmen möchten.<br />

Insofern konzentrieren sich Selbsthilfegruppen<br />

in der Regel auf ein<br />

konkretes Thema, ein konkretes<br />

50 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Leiten das Selbsthilfebüro: Ronald Weber (li.) mit<br />

Veronika Schägger (hockend) und Petra Böck.<br />

Krankheitsbild oder ein konkretes<br />

Suchtproblem. Wobei es auch<br />

offene Gruppen wie „Männerprobleme“<br />

oder „Frauenprobleme“<br />

im Allgemeinen geben kann. Fakt<br />

ist: Auch im Landkreis Weilheim-<br />

Schongau gibt es <strong>für</strong> nahezu alle<br />

Krankheiten, Lebenskrisen und<br />

Suchtproblematiken Selbsthilfegruppen.<br />

„Nur wissen das viele<br />

gar nicht“, sagt Ronald Weber,<br />

diplomierter Sozialpädagoge, der<br />

bereits seit 25 (!) Jahren <strong>für</strong> das<br />

landkreisweit zuständige Selbsthilfebüro<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

Landratsamt verantwortlich ist, es<br />

derzeit gemeinsam mit Petra Böck<br />

und Veronika Schägger koordiniert<br />

und verwaltet.<br />

Anonymität und<br />

Schweigepflicht<br />

Insofern sind Weber, Böck und<br />

Schägger die Ansprechpartner<br />

schlechthin <strong>für</strong> Menschen,<br />

die auf der<br />

Suche nach einer <strong>für</strong><br />

sie passen<strong>den</strong> Selbsthilfegruppe<br />

sind. Aber<br />

auch <strong>für</strong> die Betreuung<br />

von bereits etablierten<br />

Gruppen sowie der<br />

Gründung neuer Gruppen<br />

kümmern sich die<br />

drei. „Wir helfen bei<br />

der Suche nach geeigneten<br />

Räumlichkeiten,<br />

der Finanzierung, der<br />

Terminkoordinierung,<br />

aber eben auch beim<br />

Führen von Gesprächen<br />

innerhalb neuer<br />

Gruppen und fin<strong>den</strong> <strong>für</strong> die jeweiligen<br />

Menschen heraus, ob das jeweilige<br />

Angebot auch tatsächlich<br />

zu ihnen passt.“ Obendrein haben<br />

sie ein umfassendes Netzwerk zu<br />

Ärzten und Therapeuten aufgebaut,<br />

vermitteln Betroffene bei<br />

Bedarf an entschei<strong>den</strong>de Experten<br />

weiter. Und wissen auch von „exotischeren“<br />

Selbsthilfegruppen,<br />

die in unmittelbarer Region nicht<br />

existieren, da<strong>für</strong> vielleicht in München,<br />

Augsburg, Frankfurt, Berlin<br />

oder Hamburg. Oberstes Gebot<br />

<strong>für</strong> die drei immer: Wahrung der<br />

Anonymität und Einhaltung der<br />

Schweigepflicht. Egal wer, wann<br />

und mit welchem Anliegen bei einem<br />

der drei Zuständigen anruft,<br />

kann ihnen sein jeweiliges Anliegen<br />

voll und ganz anvertrauen.<br />

„Es geht in <strong>den</strong> meisten Fällen um<br />

hochsensible Angelegenheiten,<br />

die weder von uns noch aus einer<br />

der Gruppen nach außen getragen


Gemeinsam lachen? Auch da<strong>für</strong> sind Selbsthilfegruppen bekannt. Ein<br />

derart enges Miteinander ist seit Corona jedoch nicht möglich.<br />

> > > TRAUEN SIE SICH!<br />

wer<strong>den</strong>.“ Einziger Nachteil, der<br />

im Falle neuer Anfragen zutreffen<br />

könnte: <strong>Das</strong>s es eine passende<br />

Gruppe noch nicht gibt, oder nicht<br />

mehr gibt. „Seit Corona hat sich<br />

natürlich vieles verändert“, sagt<br />

Petra Böck. Aufgrund Kontaktbeschränkungen<br />

konnten sich viele<br />

Gruppen über mehrere Wochen<br />

und Monate hinweg gar nicht<br />

mehr treffen. „Was einigen sehr<br />

schwer fällt.“ <strong>Das</strong> regelmäßige<br />

Treffen in einer Selbsthilfegruppe<br />

entwickelt sich <strong>für</strong> viele Menschen<br />

zu einer entschei<strong>den</strong><strong>den</strong> Konstante<br />

in ihrem Leben, es entstehen<br />

enge Freundschaften, und es wird<br />

bei weitem nicht nur gejammert,<br />

geschimpft und geklagt, sondern<br />

auch viel gelacht. „Wir haben<br />

Menschen in unserer Region, die<br />

zum Teil seit 25, 30 oder gar 40<br />

Jahren in die gleiche Selbsthilfegruppe<br />

gehen – und das, aufgrund<br />

Corona, von heute auf morgen<br />

nicht mehr konnten.“ Ronald<br />

Weber kennt nicht je<strong>den</strong> einzelnen<br />

Fall persönlich, ist sich aber sicher,<br />

dass sich der Gesundheitszustand<br />

dadurch von einigen verschlechtert<br />

hat. „Es gibt zwar die eine<br />

oder andere Gruppe, die sich seit<br />

Pandemiebeginn virtuell via Videoschalte<br />

trifft, was <strong>den</strong> direkten<br />

persönlichen Kontakt jedoch nicht<br />

ansatzweise ersetzen kann.“<br />

Selbsthilfe ist<br />

immer im Fluss<br />

Ronald Weber, Petra Böck und Veronika Schägger geben von Montag<br />

bis Mittwoch zwischen 8 und 15 Uhr Auskunft rund ums Thema<br />

Selbsthilfe, bezogen auf <strong>den</strong> kompletten Landkreis Weilheim-<br />

Schongau sowie darüber hinaus. Entweder telefonisch (0881 / 681<br />

1616) oder per E-Mail (selbsthilfebuero@lra-wm.bayern.de). Nähere<br />

Infos zum Thema auch im Internet unter www.sozial-atlas.de.<br />

Aufgrund der niedrigen Inzi<strong>den</strong>zen<br />

über <strong>den</strong> Sommer konnten<br />

sich jedoch wieder mehrere Gruppen<br />

in altbewährter Regelmäßigkeit<br />

treffen. Und obwohl sich die<br />

eine oder andere sogar aufgelöst<br />

hat, existiert nach wie vor ein breites<br />

Angebot an Selbsthilfe. Veronika<br />

Schägger verweist an dieser<br />

Stelle auf <strong>den</strong> Sozial-Atlas, der als<br />

gedruckte Broschüre zum kostenlosen<br />

Mitnehmen ausliegt – unter<br />

anderem in <strong>den</strong> Krankenhäusern<br />

Schongau, Weilheim und Penzberg<br />

sowie in manchen Arztpraxen.<br />

Aber auch rund um die Uhr<br />

online abrufbar und zum kostenlosen<br />

Download (www.sozial-atlas.<br />

de) bereit ist. 90 Selbsthilfegruppen<br />

und Unterstützerkreise stellen<br />

sich darin vor, die alle innerhalb<br />

des Weilheim-Schongauer<br />

Landkreises aktiv sind. Und in die<br />

Kategorien „Suchterkrankung“,<br />

„Psychische Probleme“, „Lebenshilfen“,<br />

„Chronische Erkrankung<br />

und Behinderung“, „Mütter, Väter<br />

und Kinder“, sowie „Frauen, Männer<br />

und Lebenshilfen“ unterteilt<br />

sind. Die meisten Gruppen unterliegen<br />

einer strengen Anonymität<br />

und bestehen ausschließlich aus<br />

Betroffenen, von <strong>den</strong>en einer,<br />

mehrere, oder auch alle im regelmäßigen<br />

Wechsel die Leitung<br />

der jeweiligen Gruppentreffen<br />

übernehmen. Es gibt aber auch<br />

Gruppen mit oder <strong>für</strong> Angehörige<br />

von Betroffenen sowie Gruppen<br />

mit einem fixen, übergeordneten<br />

Gesprächsleiter. Alkoholismus,<br />

Adipositas, Burnout, Depression,<br />

Angst und Zwänge, sexueller<br />

Missbrauch, Angehörige von<br />

Suizidanten, Verstorbenen und<br />

Vollpflegefällen, Menschen nach<br />

Schlaganfall, mit Rheuma, Parkinson,<br />

Krebs, Osteoporose oder<br />

Diabetes – die Liste der Selbsthilfegruppen<br />

in der Region ist verdammt<br />

lang, jedoch zu keiner Zeit<br />

in Stein gemeißelt. „Selbsthilfe ist<br />

immer im Fluss – Gruppen treffen<br />

sich zu anderer Zeit an anderem<br />

Ort, neue Gruppen entstehen, andere<br />

been<strong>den</strong> ihre Arbeit“, heißt<br />

es im Vorwort des Sozial-Atlas,<br />

und zwar unabhängig von Corona.<br />

Eines haben jedoch alle Selbsthilfegruppen<br />

gemein: Sie helfen <strong>den</strong><br />

Betroffenen. Oder wie Ronald Weber<br />

es ausdrückt: „Verstan<strong>den</strong>es<br />

Leid ist halbes Leid“.<br />

js<br />

AB SOFORT:<br />

ZIMMERERGESELLE<br />

(M/W/D)<br />

GESUCHT!<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 51


Alle Selbsthilfegruppen<br />

auf einen Blick<br />

Suchterkrankung<br />

• AA - Anonyme Alkoholiker<br />

• Al-Anon + Alateen<br />

• BLAUES KREUZ Begegnungsgruppen<br />

Schongau/Weilheim<br />

• EKS − Erwachsene Kinder von<br />

dysfunktionalen/suchtkranken<br />

Eltern und Erziehern<br />

• Adipositas Selbsthilfegruppe<br />

Weilheim/Schongau<br />

• OA - Gruppe Schongau<br />

• Selbsthilfegruppe Spielsucht<br />

Psychische Probleme<br />

• S.L.A.A.<br />

• S-Anon<br />

• EA Emotions Anonymous<br />

• „Sprich darüber“<br />

• Selbsthilfegruppe Depression,<br />

Angst und Zwänge Weilheim<br />

• Selbsthilfegruppe <strong>für</strong> Menschen<br />

mit sozialen Ängsten<br />

• CoDa Gruppe Peiting<br />

Lebenshilfen<br />

• Angeleitete Selbsthilfegruppe<br />

<strong>für</strong> sexuell missbrauchte Frauen<br />

mit Therapieerfahrung<br />

• Abnehmgruppe Schongau-<br />

Altenstadt<br />

• Begegnung <strong>für</strong> Trauernde<br />

• AGUS − Angehörigengruppe<br />

nach Suizid<br />

• Verwaiste Eltern<br />

• Primi Passi<br />

• Trauergruppe <strong>für</strong> Sterneneltern<br />

• Sternengwand<br />

• Trauergruppe <strong>für</strong> Jugendliche<br />

und junge Erwachsene<br />

• Trauergruppe <strong>für</strong> Kinder von 4<br />

bis 12 Jahren<br />

• Selbsthilfegruppe <strong>für</strong> trauernde<br />

Väter und Mütter von Halbwaisen<br />

Chronische<br />

Erkrankung/Behinderung<br />

– Angehörige –<br />

• Treffen <strong>für</strong> pflegende Angehörige,<br />

Angehörigenarbeit<br />

Chronische<br />

Erkrankung/Behinderung<br />

• Alzheimer Gesellschaft <strong>Pfaffenwinkel</strong>-Wer<strong>den</strong>fels<br />

e.V.<br />

• Alzheimer Gesellschaft Lechrain<br />

e.V. – Selbsthilfe Demenz<br />

• TREFF <strong>für</strong> Menschen nach<br />

Schlaganfall und Interessierte<br />

• Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener<br />

und Aphasiker im<br />

<strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

• Selbsthilfegruppe <strong>für</strong> Schlaganfallpatienten<br />

und deren<br />

Angehörige in Weilheim und<br />

Umgebung<br />

• Parkinson-Selbsthilfegruppe<br />

Weilheim<br />

• Krebs-Selbsthilfegruppe Schongau<br />

der Bayerischen Krebsgesellschaft<br />

e.V.<br />

• Selbsthilfegruppe Prostatakrebs<br />

Weilheim der Bayerischen<br />

Krebsgesellschaft e.V.<br />

• Selbsthilfegruppe Brustkrebs<br />

Weilheim<br />

• Tinnitus Selbsthilfegruppe<br />

• MS-Gruppen Peißenberg,<br />

Peiting-Schongau, Weilheim<br />

• MS - KöBe<br />

• Kontaktgruppe <strong>für</strong> MS-Betroffene<br />

und Menschen mit Körperbehinderung<br />

• Offener Treff <strong>für</strong> junge Menschen<br />

mit und ohne Behinderung<br />

• Stammtisch <strong>für</strong> Menschen mit<br />

und ohne Behinderung in<br />

Weilheim<br />

• Spaßvögel<br />

• MOSAIK − Selbsthilfegruppe <strong>für</strong><br />

Menschen mit Lernschwierigkeiten<br />

• Landesverband Niere Bayern<br />

Regionalgruppe Landsberg am<br />

Lech und Umland<br />

• Rheuma-Selbsthilfegruppen<br />

Weilheim, Schongau<br />

• Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe<br />

52 | <strong>altlandkreis</strong>


Viel re<strong>den</strong> hilft bekanntlich viel — insbesondere mit Menschen, die gleiche<br />

oder ähnliche Schicksale und Probleme teilen.<br />

• Selbsthilfegruppe Lunge <strong>für</strong><br />

Asthma und COPD<br />

• Osteoporose Selbsthilfegruppe<br />

• Selbsthilfegruppe <strong>für</strong> erwachsene<br />

CI-Träger (Cochlea-<br />

Implant-Träger) und Eltern von<br />

CI-Kindern<br />

• Stammtisch <strong>für</strong> Gehörlose<br />

• Rolliwelten e.V. – Inklusion [er]<br />

leben<br />

• RLS-Selbsthilfegruppe (Restless<br />

Legs Syndrom)<br />

• Diabetiker Selbsthilfegruppe<br />

Weilheim<br />

• Selbsthilfegruppe Zöliakie<br />

Chronische<br />

Erkrankung/Behinderung<br />

– Kinder –<br />

• Gemeinsam Leben, gemeinsam<br />

Lernen im <strong>Pfaffenwinkel</strong> e.V.<br />

• einfach mehr − Menschen mit<br />

Trisomie 21 im <strong>Pfaffenwinkel</strong> e.V.<br />

• Selbsthilfegruppe <strong>für</strong> Eltern<br />

behinderter Kinder bis ins<br />

Erwachsenenalter<br />

Mütter, Väter, Kinder<br />

• Familienzentrum Arche Noah,<br />

AWW<br />

• Frauen- und Familienzentrum<br />

„Lichtschaukel“ e.V., Peiting<br />

• Mütter- und Familienzentrum<br />

Weilheim e.V.<br />

• Mütterzentrum Penzberg<br />

• Mutter-Kind-Spielgruppen<br />

• Offene Gesprächskreise <strong>für</strong><br />

Eltern, Lehrkräfte und Interessierte<br />

• Gemeinsamer Elternbeirat Landkreis<br />

Weilheim-Schongau e.V.<br />

• Alleinerziehen<strong>den</strong> Treff<br />

Frauen/Männer/<br />

Lebenshilfen<br />

• ISUV − Interessenverband Unterhalt<br />

und Familienrecht<br />

• Männergruppe<br />

Wichtiger Hinweis: Viele der oben<br />

aufgelisteten Selbsthilfegruppen<br />

sind mehrfach vertreten, treffen<br />

sich zu unterschiedlichen Zeiten<br />

in unterschiedlichen Orten, querbeet<br />

im Weilheim-Schongauer<br />

Landkreis verteilt. Als gutes Beispiel<br />

dient hier die gefragteste<br />

Selbsthilfe überhaupt: Die der Anonymen<br />

Alkoholiker, <strong>für</strong> die es je<br />

eine Gruppe in Hohenpeißenberg,<br />

Peißenberg und Schongau sowie<br />

zwei in Weilheim gibt. Außerdem<br />

wichtig: Die Auflistung aller<br />

Selbsthilfegruppen ist ohne Gewähr,<br />

da sich Selbsthilfe in ständigem<br />

Fluss befindet – alte Gruppen<br />

lösen sich auf, neue grün<strong>den</strong> sich,<br />

Treffpunkte und Uhrzeiten ändern<br />

sich.<br />

js<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 53


CD, Hörspiel und Buch mit Fini & Luis<br />

Traditionelle Blasmusik<br />

<strong>für</strong> Kinder<br />

Altenstadt | Waren Sie, liebe Leser,<br />

schon mal in Haselried? Vermutlich<br />

nicht. Schließlich hat dieses<br />

beschauliche Dorf weder mit dem<br />

Haslacher See bei Bernbeuren,<br />

noch dem Haslach abseits von<br />

Peiting noch Haselnussstau<strong>den</strong> im<br />

Schongauer Altlandkreis zu tun.<br />

Überhaupt ist dieses Haselried ein<br />

noch sehr junges Dorf, insofern in<br />

der breiten Bevölkerung gänzlich<br />

unbekannt. Es sei <strong>den</strong>n, Sie, liebe<br />

Leser, sind fester Bestandteil<br />

der Altenstadter Blaskapelle. Oder<br />

stießen beim Durchstöbern des<br />

Internets auf die nigelnagelneue<br />

Seite „finiundluis.de“. Dort wird<br />

in einfachen Worten beschrieben,<br />

wo dieses Haselried, zumindest<br />

im übertragenen Sinne, wirklich<br />

liegt: Nämlich im Nirgendwo! „Es<br />

handelt sich um einen fiktiven Ort,<br />

an dem sich die Geschichten rund<br />

um Fini und Luis abspielen wer<strong>den</strong>“,<br />

sagt Hans Daxer. Fini und<br />

Luis sind auch fiktive Figuren. In<br />

Zeichentrick-Optik. Er: Braunhaarig,<br />

braune Lederhose und weißes<br />

Hemd. Sie: Blond, rot-schwarzes<br />

Dirndl, weiße Bluse und rosafarbene<br />

Schürze. Deren Auftrag: Kindern<br />

blas- und volksmusikalische<br />

Traditionen und Brauchtümer sowie<br />

kulturelle Eckpfeiler der hiesigen<br />

Gesellschaft zu vermitteln.<br />

Und zwar in Form von Hörspiel,<br />

CD und Blasmusik. „Da<strong>für</strong> haben<br />

wir kurzerhand die SchönachMedien<br />

GmbH gegründet“, sagt Hans<br />

Daxer, der als Dirigent, Klarinettist<br />

sowie studierter Musikpädagoge<br />

die Geschichten, Lieder und Drehbücher<br />

schreibt, darüber hinaus<br />

54 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Die Gesichter hinter „Fini & Luis“: Peter Hutterer (von links), Christoph<br />

Ranz, Bernhard Thoma und Hans Daxer aus Altenstadt haben <strong>für</strong> Kinder<br />

CD, Hörspiel und Bilderbuch produziert. Releas-Day: 4. <strong>September</strong> <strong>2021</strong>!<br />

im Tonstudio die perfekten Klänge<br />

abmischt. Posaunist Christoph<br />

Ranz malt dagegen die Bilder von<br />

Fini und Luis, kümmert sich außerdem<br />

auch um andere Illustrationen<br />

in und um Haselried. Und<br />

Schlagzeuger Peter Hutterer meistert<br />

Video- und Sprachaufnahmen,<br />

managt außerdem Social-Media-<br />

Auftritte der SchönachMedien<br />

GmbH.<br />

Tonstudio in<br />

Strumpffabrik<br />

Daxer, Ranz, Hutterer sowie Trompeter<br />

Bernhard Thoma, der das<br />

Projekt in buchhalterischen Angelegenheiten<br />

unterstützt, kennen<br />

sich schon lange. Alle vier sind<br />

aktiv bei der Altenstadter Blaskapelle.<br />

Und die muss – wie alle<br />

anderen Musikkapellen auch –<br />

seit eineinhalb Jahren massive<br />

Corona-bedingte Abstriche machen.<br />

„Vom Jahreskonzert bis<br />

zum Musikfest – alles abgesagt“,<br />

monieren die vier. Proben, wenn<br />

überhaupt, konnten nur in kleineren<br />

Gruppen umgesetzt wer<strong>den</strong>.<br />

Oder virtuell. „Über Zoom-Konferenzen<br />

haben wir uns wenigstens<br />

regelmäßig sehen und sprechen<br />

können“, sagt Daxer über die einzige<br />

Chance, das Miteinander, das<br />

ein Vereinsleben im Allgemeinen<br />

auszeichnet, wenigstens ein Stück<br />

weit aufrechtzuerhalten. Und im<br />

Rahmen dessen ist letztlich auch<br />

diese Idee dieses neuen Finiund-Luis-Projekts<br />

geboren. „Bei<br />

einem unserer virtuellen Treffen<br />

schwenkte das Gespräch dahin,<br />

dass es kaum bis gar keine Blasmusik<br />

<strong>für</strong> Kinder gibt.“ Da dachten<br />

sich Daxer, Ranz und Hutte-<br />

rer: „Wir könnten<br />

das doch selber machen.“ Nach die Mam-<br />

zahlreichen weiteren Telefonaten<br />

wurde die Idee von CD, Kinderbuch<br />

und Hörspiel immer konkreter,<br />

die SchönachMedien GmbH<br />

gegründet, ein Raum in Altenstadts<br />

ehemaliger Strumpffabrik<br />

angemietet und in nur einem<br />

Monat zu einem vollausgestatteten<br />

Tonstudio samt CD-Produktion<br />

umgebaut. Parallel dazu wur<strong>den</strong><br />

die Geschichten um „Fini und<br />

Luis“ in „Haselried“ geschrieben<br />

und gezeichnet, gefolgt von Blasmusik-<br />

und Sprachaufnahmen<br />

von Musikern und Sprechern aus<br />

der Region, was aufgrund Corona<br />

eine große Herausforderung war.<br />

„Es konnte immer nur ein Musiker<br />

einzeln seine jeweilige Melodie<br />

einspielen und nicht wie gewohnt<br />

die komplette Kapelle auf<br />

einmal“, sagt Hans Daxer über<br />

mutaufgabe, im Tonstudio aus<br />

all <strong>den</strong> einzelnen Aufnahmen ein<br />

Orchester, die „Blaskapelle Haselried“,<br />

zusammenzumischen. Doch<br />

die harte Arbeit hat sich bezahlt<br />

gemacht, <strong>den</strong>n das Projekt ist musikalisch,<br />

literarisch und malerisch<br />

bereits im Kasten.<br />

Worum geht’s<br />

inhaltlich?<br />

<strong>Das</strong> Kinderbuch erzählt davon,<br />

dass Jahreskonzerte von Blasmusikkapellen<br />

meist am späten<br />

Abend stattfin<strong>den</strong>. Insofern zu<br />

Zeiten, an <strong>den</strong>en die Jüngsten<br />

aus Bettzeit-Grün<strong>den</strong> gar nicht<br />

teilnehmen können und dürfen.<br />

Doch Finis Papa, Dirigent der Haselrieder<br />

Blaskapelle, findet hier<strong>für</strong><br />

eine simple Lösung: Er lädt die<br />

Kurzerhand eingerichtet: <strong>Das</strong> neue Tonstudio der SchönachMedien<br />

GmbH, eingerichtet in der ehemaligen Strumpffabrik in Altenstadt.


Forstmulchen<br />

Kindgerecht aufbereitet: So sehen die von Christoph Ranz<br />

illustrierten Cover <strong>für</strong> CD, Hörspiel und Kinderbuch aus.<br />

Kinder zur Generalprobe ein, die<br />

zu kindgerechter Uhrzeit stattfindet,<br />

schenkt Buben und Mädchen<br />

somit ein eigenes Konzert. „<strong>Das</strong><br />

Buch wurde bewusst auf hochdeutsch<br />

verfasst. Einerseits, dass<br />

es die Erwachsenen ihren Kindern<br />

in ihrem jeweils heimischen<br />

Dialekt vorlesen und erzählen<br />

können. Anderseits, um alle Menschen<br />

anzusprechen, die ihren<br />

Kindern das Thema Tradition und<br />

Blasmusik näherbringen möchten“,<br />

erklärt Daxer. Letztlich ist<br />

das Kinderbuch 16 Seiten dick und<br />

liebevoll gestaltet vom begabten<br />

Hobby-Illustrator Christoph Ranz.<br />

Ein weiteres, pandemiebedingtes<br />

Problem: Viele Kinder, die 2020<br />

oder <strong>2021</strong> in die Grundschule<br />

kommen beziehungsweise gekommen<br />

sind, haben noch nie<br />

bewusst an einem Dorffest teilnehmen<br />

können – vor Corona waren<br />

sie zu jung, danach fiel alles<br />

aus. Aus diesem Missstand heraus<br />

entstand das Hörspiel mit dem Titel<br />

„<strong>Das</strong> Dorffest”, ein in der Regel<br />

alljährliches Highlight <strong>für</strong> Kinder.<br />

Fini und Luis sind auch am Start.<br />

Auch dann, als etwas Unterwartetes<br />

geschieht, das komplette Dorffest<br />

plötzlich auf der Kippe steht.<br />

Doch ausgerechnet Fini und Luis<br />

schaffen es, die Feierlichkeit <strong>für</strong><br />

Alt und Jung zu retten.<br />

Doch was wäre ein Hörspiel ohne<br />

Musik? Passend dazu haben Daxer,<br />

Ranz und Hutterer auch noch eine<br />

Blasmusik-CD mit dem Titel „NEU<br />

GEDACHT“ produziert. Darauf zu<br />

hören sind altbekannte Volkslieder<br />

und traditionelle Blasmusikstücke<br />

wie Märsche, Polka und<br />

Walzer. Allerdings wur<strong>den</strong> alle<br />

Stücke neu komponiert und arrangiert.<br />

Und sind, wie der Untertitel<br />

„Blasmusik nicht nur <strong>für</strong> Kinder“<br />

verrät, auch <strong>für</strong> Erwachsene ein<br />

Ohrenschmaus.<br />

js<br />

> > > CD, HÖRSPIEL UND BUCH ZU GEWINNEN<br />

Erhältlich sind Blasmusik-CD, Kinderbuch und Hörspiel der SchönachMedien<br />

GmbH ab 4. <strong>September</strong> unter www.finiundluis.de.<br />

Außerdem verlost Ihr Regionalmagazin „<strong>altlandkreis</strong>“ zwei Pakete<br />

aus CD, Buch und Hörspiel. Schicken Sie uns bis 15. <strong>September</strong><br />

eine Postkarte mit dem Stichwort „Traditionelle Blasmusik“ an<br />

„<strong>altlandkreis</strong>“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine E-Mail an<br />

info@<strong>altlandkreis</strong>.de. <strong>Das</strong> Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 55


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Dahinter fixiert ist eine Papierscheibe<br />

mit Lochung, deren Durchmesser<br />

mit zehn Zentimetern der<br />

Größe einer genormten Zielscheibe<br />

entspricht. Wiederum dahinter<br />

ist eine im 45-Grad-Winkel schräg<br />

positionierte, fünf Millimeter dicke<br />

Stahlplatte mit Auffangschnecke<br />

und Auffangbehältnis verbaut.<br />

Heißt: Der zehn Meter entfernte<br />

Schütze zielt mit Luftpistole oder<br />

Luftgewehr auf das kreisrunde<br />

Loch innerhalb des rechteckigen<br />

Rahmens. Die „abgefeuerte“ Diabolo<br />

(Kugel aus Blei) knallt dann<br />

mit einer Geschwindigkeit von 140<br />

bis 180 Metern pro Sekunde (!)<br />

erst durch dieses Loch hindurch,<br />

dann mit voller Wucht auf die<br />

schräg-gerichtete Stahlplatte, wird<br />

so in diese Schnecke gelenkt und<br />

plumpst abschließend, mittlerweile<br />

in plattgedrücktem Zustand,<br />

in diesen herausnehmbaren Auf-<br />

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Samstag: 09:00 – 13:00 Uhr<br />

Franz-Rupp-Straße 1<br />

86956 Schongau<br />

Jägerhaus-Schützen schießen jetzt auf Hightech<br />

„Eine Investition<br />

<strong>für</strong> die Jugend“<br />

Altenstadt | 26 Schützenvereine<br />

zählt der Gau des Schongauer<br />

Altlandkreises. Einer der ältesten<br />

und mit 208 Mitgliedern, darunter<br />

90 Aktiven, auch größten: Der Verein<br />

„Jägerhaus“in Altenstadt, der<br />

bereits im Jahre 1884 gegründet<br />

wurde. „Wir vermissen nicht nur<br />

unseren Sport, sondern auch das<br />

regelmäßige Zusammenkommen,<br />

die Geselligkeit“, sagt Vereinsvorsitzender<br />

Peter Hafenmair. <strong>Das</strong><br />

einzige Schießen, das die Altenstadter<br />

Schützen seit Beginn der<br />

Pandemie im <strong>Oktober</strong> 2020 durchführen<br />

konnten, musste nach der<br />

ersten Runde, mit Beginn des<br />

zweiten Lockdowns, abgebrochen<br />

wer<strong>den</strong>. Umso „heißer“ sind die<br />

Männer und Frauen allen Alters<br />

aktuell – seit Mitte Juli dürfen sie<br />

wieder regelmäßig in <strong>den</strong> Keller<br />

am Angerweg und trainieren. Und<br />

zwar auf einer nigelnagelneuen<br />

Schießanlage. „Die Idee einer<br />

Umrüstung hatten wir schon vor<br />

Corona, die pandemiebedingte<br />

Zwangspause war <strong>für</strong> uns dann<br />

der ideale Zeitpunkt, das Wunschprojekt<br />

in die Tat umzusetzen.“ Mit<br />

„Umrüstung“ meint Peter Hafenmair<br />

einen 30 000 Euro schweren<br />

Umbau des Schießstandes von<br />

teilmanuell auf elektronisch. Die<br />

alte Anlage hat so funktioniert:<br />

Über einen halbautomatischen<br />

Seilzug musste der Schütze erst<br />

die Zielscheibe aus Papp-Papier<br />

auf einem sogenannten Schlitten<br />

fixieren, anschließend ein Knöpflein<br />

drücken und warten, bis die<br />

vom Seil gezogene Scheibe am<br />

anderen Ende der Anlage in exakt<br />

56 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Alte Waffen, neues Ziel: Andreas Brunner (li.) und Peter Hafenmair beim<br />

Luftpistolenschießen auf ihren neuen, elektronischen Schießstand.<br />

zehn Metern Entfernung angekommen<br />

ist. Dann: Konzentration<br />

aufbauen, anvisieren, abdrücken,<br />

wieder absetzen, erneut das<br />

Knöpflein drücken und warten,<br />

bis der Seilzug die frisch beschossene<br />

Scheibe zurückgefahren hat.<br />

Nun das Trefferbild begutachten,<br />

die Scheibe auswechseln, wieder<br />

vorfahren lassen und weiterschießen.<br />

„Dieses Procedere hatte zwar<br />

seinen Charme, ist aber längst<br />

veraltet und ehrlich gesagt auch<br />

ziemlich umständlich gewesen.“<br />

Trefferbild auf<br />

Touchscreen<br />

Der neue Schießstand besteht nun<br />

aus Hightech-Kästen, die wie folgt<br />

aufgebaut sind: Außen befindet<br />

sich ein rechteckiger, aufklappbarer<br />

und schussfester Kunststoffrahmen<br />

mit einer größeren Öffnung.


ist auf einen Blick erkennbar, ob<br />

ein Schütze ten<strong>den</strong>ziell eher zu<br />

hoch, zu tief, zu weit links oder<br />

rechts, oder eben perfekt mittig<br />

ansetzt.<br />

Trefferbild in Echzeit: Jeder Schütze hat einen eigenen Bildschirm vor<br />

sich stehen, kann dort unter anderem sein Trefferbild ablesen.<br />

fangbehälter. <strong>Das</strong> Trefferbild selbst<br />

wird durch hochsensible Sensoren<br />

und Kameras ermittelt, die<br />

ebenfalls in diesem „Kasten“ verbaut<br />

sind, und trotz dieser hohen<br />

Kugel-Geschwindigkeiten auf ein<br />

Zehntel-Millimeter genau funktionieren<br />

– das System erkennt nicht<br />

nur <strong>den</strong> Moment des „Durchschlags“<br />

der fliegen<strong>den</strong> Blei-Kugel,<br />

sondern dank zweier virtueller<br />

„Raster“ auch deren exakte<br />

Einschuss-Position. Damit sparen<br />

sich die Altenstadter Schützen<br />

fortan jede Menge Papierscheiben.<br />

Noch besser aber ist: Diese<br />

elektronische Schießscheibe ist direkt<br />

mit einem verkabelten Display<br />

verbun<strong>den</strong>, das direkt am Stand<br />

des Schützen steht, ihm so in Echtzeit<br />

sein eben geschossenes Trefferbild<br />

mittels grün hinterlegtem<br />

Punkt anzeigt. 9er, 8er, 7er, 6er?<br />

Je mittiger das Trefferbild, desto<br />

mehr Punkte gibt’s. Im Rahmen<br />

eines klassischen Run<strong>den</strong>wettkampfs<br />

hat der jeweilige Schütze<br />

70 Minuten Zeit <strong>für</strong> beliebig viele<br />

Probeschüsse sowie 40 Schüsse in<br />

Folge, die letztlich in die Wertung<br />

miteinfließen. Auch hier hat die<br />

neue, elektronische Schießanlage<br />

<strong>den</strong> großen Vorteil, dass die Gesamtpunktzahl<br />

der einzelnen Treffer<br />

automatisch zusammengezählt<br />

wird. Darüber hinaus profitieren<br />

die Schützen von weiteren „Spielereien“,<br />

wie Andreas Brunner es<br />

ausdrückt. Der 33-Jährige, mittlerweile<br />

wohnhaft in Burggen,<br />

ist Schriftführer der Jägerhaus-<br />

Schützen, Luftpistolenschütze aus<br />

Lei<strong>den</strong>schaft und bezeichnet die<br />

neue Anlage als „tolle Investition<br />

<strong>für</strong> die Jugend“. Via Touchscreen-<br />

Bedienung wählt er weitere Funktionen<br />

aus. Eine davon zeigt die<br />

durchschnittliche Einschuss-Bilanz<br />

aller bislang abgefeuerten Schüsse<br />

eines jeweiligen Schützen – so<br />

Augenklappe, Kopfhörer<br />

und Spezialschuhe<br />

Bei <strong>den</strong> Altenstadter Schützen<br />

schießen rund zwei Drittel der aktiven<br />

Mitglieder mit Luftgewehren.<br />

Die wiegen bis zu 4,5 Kilogramm,<br />

kosten zwischen 1 000 und 3 000<br />

Euro, und können zu einer gewissen<br />

Anzahl auch vom Verein geliehen<br />

wer<strong>den</strong> – in einem „Kammerl“<br />

hinter der Theke des urigen<br />

Schützen-Stüberls steht der betongraue,<br />

sicher abgeschlossene<br />

Waffenschrank, in dem ein Dutzend<br />

Luftgewehre, auch etwas kürzere<br />

<strong>für</strong> Kinder und Jugendliche,<br />

sowie vier Luftpistolen aufbewahrt<br />

wer<strong>den</strong>. „Wer Gefallen an diesem<br />

Konzentrationssport gewinnt<br />

und länger dabei ist, kauft sich in<br />

der Regel eine eigene Waffe mit<br />

auf <strong>den</strong> Schützen perfekt angepasstem<br />

Griff“, sind sich Brunner<br />

und Hafenmair einig. Für einen<br />

besseren Stand nutzen sie Spezialschuhe<br />

mit einer platten, steifen<br />

Sohle, „was jedoch keine Pflicht<br />

ist“. Genormt müssen lediglich<br />

Aufklappbares Gehäuse ohne Wechselscheiben: Felix Brunner zeigt eine<br />

„Zielscheibe“ des neuen elektronischen Schießstands.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 57


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sowie Schießstand und Zielscheiben<br />

sein. „Der Rest ist kein Muss,<br />

kann aber zu deutlich besseren<br />

Schießleistungen beitragen.“ Es<br />

gibt Schießjacken und -hosen mit<br />

Versteifungen, die <strong>den</strong> jeweiligen<br />

Schützen quasi zu einer Art Statue<br />

erstarren lassen, dieser somit<br />

einfacher eine immergleiche Zielposition<br />

einnehmen kann. Obwohl<br />

Schüsse mit Luftgewehren nicht<br />

wirklich laut sind, setzen <strong>den</strong>noch<br />

einige Schützen auf Kopfhörer. „Es<br />

gibt auch welche, die sich ein Capi<br />

aufsetzen oder die Kapuze eines<br />

Hoodies über <strong>den</strong> Kopf ziehen, um<br />

sich besser fokussieren zu können.“<br />

Auch der Umgang mit <strong>den</strong><br />

Augen sei von Schütze zu Schütze<br />

ganz unterschiedlich. Die einen<br />

schwören auf eine einseitige Augenklappe,<br />

die anderen zwinkern<br />

mit Muskelkraft ein Auge zu, wieder<br />

andere lassen beide Augen offen,<br />

„wie man es auch von einigen<br />

Biathlon-Profis kennt“. Konzentration,<br />

Armkraft, Kondition, Geduld<br />

und die optimale Einstellung der<br />

Waffe sind letztlich entschei<strong>den</strong>d,<br />

um ein erfolgreicher Schütze zu<br />

sein. Apropos: Hafenmair und<br />

Brunner starten in dieser Sekunde<br />

eine weitere Trainingseinheit.<br />

Und können sich ein Grinsen nicht<br />

verkneifen. Endlich wieder Schießen!<br />

Elektronisch! „Jetzt bleibt<br />

nur noch zu hoffen, dass wir auch<br />

bald wieder unsere Schießen ausrichten<br />

können.“ Grundsätzlich<br />

Hinter Theke und Küche des Altenstadter Schützenstüberls wer<strong>den</strong> Leihgewehre<br />

und -pistolen in einem Waffenschrank sicher aufbewahrt.<br />

> > > TAG DER OFFENEN TÜR<br />

wäre der Wettkampf-Kalender des<br />

Schützenvereins nämlich prallgefüllt:<br />

Vereinsmeisterschaft, Faschingsschießen,<br />

Königsschießen,<br />

Dorfschießen, Nikolausschießen,<br />

Christbaumschießen, sowie zahlreiche<br />

Run<strong>den</strong>wettkämpfe gegen<br />

andere Vereine im Rahmen eines<br />

klassischen Ligabetriebs. Und<br />

nicht zu vergessen: <strong>Das</strong> Gauschießen,<br />

das bis Einbruch der Corona-<br />

Pandemie immer im Hochsommer<br />

stattgefun<strong>den</strong> hat. Im Zuge dessen<br />

duellieren sich alle 26 Schützenvereine<br />

aus dem Schongauer Altlandkreis.<br />

js<br />

Sofern Corona-bedingt erlaubt, la<strong>den</strong> die Altenstadter Jägerhaus-<br />

Schützen Alt und Jung aus Nah und Fern am Sonntag, 26. <strong>September</strong>,<br />

zwischen 10.30 und 18 Uhr zum Tag der offenen Türe ins<br />

Schützenheim (im Feuerwehrhaus) am Angerweg 7 in Altenstadt<br />

ein. Neben Speis und Trank wer<strong>den</strong> Interessierte durch die neue,<br />

elektronische Anlage geführt und dürfen zu festen Zeiten auch das<br />

Schießen mit Luftpistole und Luftgewehr unter fachlicher Anleitung<br />

ausprobieren.<br />

58 | <strong>altlandkreis</strong>


september / oktober <strong>2021</strong> | 59


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und die europäischen Eisenbahnen,<br />

Rundfunkanstalten sowie die<br />

Flugsicherung zum Kun<strong>den</strong>kreis<br />

des Schongauer Unternehmens.<br />

60 | <strong>altlandkreis</strong> 60 | <strong>altlandkreis</strong><br />

ausgestattet wur<strong>den</strong>,<br />

lieferte das Unternehmen<br />

1990 auch die<br />

Gleichstromversorgung<br />

<strong>für</strong> die Erdfunkstelle<br />

Raisting. Anfang des<br />

neuen Jahrtausends erwarb<br />

Günther Stensitzki<br />

die Firma Gustav Klein<br />

als geschäftsführender<br />

Gesellschafter. Stromversorgungen<br />

<strong>für</strong> die<br />

Signaltechnik der Bahn<br />

wie auch Notstromversorgungen<br />

<strong>für</strong> Kraftwerke<br />

und Krankenhäuser<br />

bildeten die Grundlage<br />

des Geschäfts zu dieser<br />

Günther Stensitzki (links) leitet die GK in Schongau als<br />

geschäftsführender Gesellschafter, unterstützt vom Vizepräsi<strong>den</strong>ten,<br />

Bernhard Rill.<br />

Zeit. Doch schon<br />

damals, als das Thema<br />

Elektromobilität in<br />

der Öffentlichkeit noch<br />

In <strong>den</strong> 1970er Jahren war die Entwicklung<br />

wenig Beachtung fand, lieferte<br />

der unterbrechungsfrei-<br />

das Schongauer Unternehmen<br />

en Stromversorgungsanlagen so 1000-Volt-Batteriesimulatoren an<br />

weit, dass damit Krankenhäuser <strong>den</strong> US-amerikanischen Landtechnikhersteller<br />

ausgestattet wer<strong>den</strong> konnten, um<br />

die Stromversorgung auch bei<br />

Ausfällen aufrechtzuerhalten.<br />

John Deere, wie<br />

auch das erste Pilotsystem zur<br />

Entwicklung von E-Fahrzeugen in<br />

die Schweiz sowie an BMW, die zu<br />

Simulatoren diesem Zeitpunkt Prüfstände <strong>für</strong><br />

<strong>für</strong> die NASA<br />

Elektromotorräder einrichteten.<br />

Nach zahlreichen Erweiterungen<br />

Zu diesem Zeitpunkt wurde in der Produktions- und Büroflächen<br />

Inzing bei Innsbruck eine Zweigniederlassung<br />

in Schongau, hat Gustav Klein an<br />

der Firma Gustav seinem Stammsitz heute rund 190<br />

Klein gegründet, und die Mitarbeiterzahl<br />

wuchs auf 200 an. Neben<br />

zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen<br />

von Wechsel- und<br />

Gleichrichtern, mit <strong>den</strong>en weltweit<br />

Richtfunkstationen, Elektrizitätswerke<br />

und Verkehrsbetriebe<br />

Mitarbeitende, und rund 60 weitere<br />

im Innsbrucker Land. Wie Bernhard<br />

Rill, Vizepräsi<strong>den</strong>t des Unternehmens<br />

bestätigt, „ist Schongau<br />

der Stammsitz des Unternehmens<br />

und wird das auch in Zukunft bleiben“.


Neben kun<strong>den</strong>spezifischen Entwicklungen<br />

<strong>für</strong> Stromversorgungssysteme<br />

der Welt arbeitet das<br />

Unternehmen an Test- und Simulationsanlagen.<br />

„Vor etwa zwölf<br />

Jahren begann bereits der Boom in<br />

Richtung E-Mobilität. Die Autohersteller<br />

wollten ihre Batterien testen<br />

und erhielten von uns die entsprechen<strong>den</strong><br />

Lösungen“, so Bernhard<br />

Rill. Als Zulieferer <strong>für</strong> die Automobilindustrie<br />

braucht sich Gustav<br />

Klein kaum Sorgen machen, da<br />

die Autobauer Simulations- und<br />

Testanlagen benötigen, mit <strong>den</strong>en<br />

sie ihre Batterien ebenso testen<br />

können wie Brennstoffzellen oder<br />

Fahrzeugantriebe. So zählen Autobauer<br />

wie Porsche, BMW, Daimler<br />

oder Audi zu <strong>den</strong> Kun<strong>den</strong> des<br />

Unternehmens wie auch die USamerikanische<br />

Raumfahrtbehörde<br />

NASA, die elektrisch betriebene<br />

Fahrzeuge entwickelt.<br />

Wasserstoff: Zu hoher<br />

Energieaufwand?<br />

<strong>Das</strong> erkannte der französische<br />

Science-Fiction-Autor Jules Verne<br />

schon Ende des 19. Jahrhunderts,<br />

indem er prophezeite, dass<br />

Wasserstoff die Kohle des 21.<br />

Jahrhunderts sei. „Dennoch wird<br />

Wasserstoff“, so Bernhard Rill,<br />

„im PKW-Bereich zukünftig keine<br />

große Rolle spielen. Der Energieaufwand,<br />

um ein Fahrzeug mit<br />

einer Brennstoffzelle zu betreiben,<br />

ist einfach zu hoch“. Da<strong>für</strong> sieht er<br />

aber die Kraftwerksbetreiber, die<br />

Industrie sowie Nutzfahrzeughersteller<br />

und die Eisenbahnen als<br />

zukünftige Zielmärkte.<br />

Schon 2010 lieferte Gustav Klein<br />

die ersten Umrichter <strong>für</strong> Wasserstofferzeugung<br />

und Rückspeisung<br />

über eine Brennstoffzelle <strong>für</strong> das<br />

Projekt Myrte auf Korsika. In diesem<br />

Projekt kann die durch eine<br />

In der Lehrwerkstatt des Unternehmens wer<strong>den</strong> die angehen<strong>den</strong> Elektroniker<br />

fachkompetent in die Berufspraxis eingeführt.<br />

190 Mitarbeitende zählt das Unternehmen an seinem Stammsitz in<br />

Schongau und in Inzing arbeiten 60 Mitarbeiter <strong>für</strong> GK.<br />

Photovoltaikanlage erzeugte Energie<br />

in Form von Wasserstoff und<br />

Sauerstoff gespeichert und über<br />

eine Brennstoffzelle in Elektrizität<br />

umgewandelt wer<strong>den</strong>. Auf diese<br />

Weise soll das Übertragungsnetz<br />

der Elektrizitätsversorgung auf der<br />

Insel stabilisiert wer<strong>den</strong>.<br />

Damit die Energiewende gelingt,<br />

muss nachhaltig erzeugte Energie<br />

aus Wind und Sonne zuverlässig<br />

und dauerhaft gespeichert<br />

wer<strong>den</strong> können. Daher belieferte<br />

Gustav Klein seit 2013 das nordrheinwestfälische<br />

Wasserstoff-<br />

Anwenderzentrum „h2herten“.<br />

Hier wird Wasserstoff aus Windstromelektrolyse<br />

klimafreundlich<br />

und bedarfsgerecht erzeugt. <strong>Das</strong><br />

Anwenderzentrum erprobt die<br />

da<strong>für</strong> notwendigen Technologien<br />

im lokalen Maßstab und simuliert<br />

und erforscht sie <strong>für</strong> größere Anwendungen.<br />

Mit der Mitgliedschaft im Wasserstoffbündnis<br />

Bayern, die die<br />

Firma Gustav Klein Anfang dieses<br />

Jahres einging, trägt sie aus dem<br />

Schongauer Altlandkreis heraus<br />

zur Entwicklung der industriellen<br />

Fertigung von Wasserstoff-Schlüsselkomponenten<br />

bei. Und vertritt<br />

die Region in klimafreundlichen<br />

Zukunftstechnologien der globalen<br />

Industrien.<br />

hun<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 61<br />

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Weilheim | Mittwochvormittag an<br />

der Krumpperstraße in Weilheim:<br />

Zwölf junge Frauen sitzen in weißer<br />

Hose, weißem T-Shirt, weißer<br />

Haube und bordeauxfarbiger<br />

Schürze vor Dekor-Arbeitsplatten,<br />

blicken konzentriert auf die an<br />

eine Wand projizierte Lehrfolie<br />

und lauschen aufmerksam <strong>den</strong><br />

Worten von Melanie Holzmann.<br />

„Erst Vorbesprechung, dann Kochen“,<br />

sagt die praktische Hauswirtschaftslehrerin<br />

auf die Frage,<br />

warum noch kein Ofen vorgeheizt,<br />

kein Gemüse geschnitten ist.<br />

<strong>Das</strong> Thema diesmal: Heimischer<br />

Fisch. Genaugenommen gibt’s<br />

panierten Waller und gebratenen<br />

Saibling, serviert mit frischem<br />

Gemüse, Kartoffelvariationen,<br />

Dips und einer sündhaft-leckeren<br />

Nachspeise. Drei Räume weiter<br />

befindet sich der zweite Teil der<br />

amtieren<strong>den</strong> Hauswirtschaftsklasse,<br />

die sich im Gebäude der<br />

Weilheimer Landwirtschaftsschule<br />

befindet. Die Frauen dort tragen<br />

weder Hauben auf dem Kopf<br />

noch weiße Einheitskleidung, sind<br />

da<strong>für</strong> noch konzentrierter bei der<br />

Sache. Einerseits, um sich nicht<br />

zu verletzen. Andererseits, damit<br />

jeder Stich sitzt. Es wird genäht.<br />

Maschinell. Kissenbezüge sollen<br />

es wer<strong>den</strong>.<br />

Der Lerneffekt an diesem Tag ist<br />

sowohl <strong>für</strong> die Frauen in der der<br />

Küche als auch <strong>für</strong> die im Nähzimmer<br />

hoch. „Weil wir <strong>für</strong> unsere<br />

praktischen Unterrichtsstun<strong>den</strong><br />

die Klasse immer aufteilen, so<br />

jeder Schülerin einen eigenen<br />

Arbeitsplatz zur Verfügung stellen<br />

können“, sagt Veronika Ostermeier,<br />

die das Sachgebiet Hauswirtschaft<br />

unter dem Dach der Weilheimer<br />

Landwirtschaftsschule<br />

leitet. In Zahlen ausgedrückt: 13<br />

Küchen, 13 Nähmaschinen und 13<br />

Waschplätze in jeweils eigenen,<br />

großzügigen Räumlichkeiten.<br />

Darüber hinaus bietet das Haus<br />

weitere, technisch hochwertige<br />

Ausstattungen <strong>für</strong> fundierten Unterricht<br />

in Theorie und Praxis an.<br />

Zum Beispiel hochauflösende,<br />

schwenkbare Kameras, tonstarke<br />

Mikrofone, leistungsstarke Beamer<br />

sowie einen interaktiven,<br />

schultafelgroßen Touchscreen.<br />

Einzig der gemütliche Speisesaal<br />

mit Echtholz-Möbeln hebt sich<br />

von der Hightech-Ausstattung in<br />

<strong>den</strong> anderen Räumen ab, lädt<br />

da<strong>für</strong> umso herzlicher zur geselligen<br />

Verkostung selbstgemachter<br />

Gerichte ein. „Was aufgrund Corona<br />

in <strong>den</strong> vergangenen Wochen<br />

und Monaten leider viel zu selten<br />

stattgefun<strong>den</strong>, und vor rund drei<br />

Jahren ohnehin noch ganz anders<br />

ausgesehen hat“, sagt Veronika<br />

Ostermeier in Anspielung auf<br />

eine umfangreiche Sanierung der<br />

Weilheimer Hauswirtschaftsschule,<br />

die vor rund drei Jahren <strong>für</strong> 1<br />

Million Euro (!) auf Vordermann<br />

gebracht wurde.<br />

Kochunterricht: Jede Schülerin hat<br />

eine eigene Küche zur Verfügung.<br />

Gegründet wurde die Hauswirtschaftsschule<br />

in Weilheim bereits<br />

im Jahre 1935 mit dem Ziel, insbesondere<br />

Frauen in essentiellen<br />

Haushaltsaufgaben wie Kochen,<br />

Waschen, Putzen, Nähen und Bügeln<br />

professionell auszubil<strong>den</strong>.<br />

Absolventinnen mit<br />

bäuerlichem Hintergrund<br />

Damals noch mit zwei Klassen<br />

in Vollzeit. Seit 1997 mit einer<br />

Klasse in Teilzeit. Bewerbungsvoraussetzung:<br />

Eine vollständig<br />

abgeschlossene Berufsausbildung<br />

fernab eines hauswirtschaftlichen<br />

Bereichs. Die derzeit 24 Frauen,<br />

die diese Spezialschule über<br />

Veronika Ostermeier (re.) und Inge Dürrenberger im Kräutergarten.


insgesamt 17 Monate an ein bis<br />

zwei Tagen die Woche besuchen,<br />

leben und arbeiten überwiegend<br />

auf einem landwirtschaftlichen<br />

Betrieb. „Oft sind es in einen Hof<br />

eingeheiratete Frauen, die zuvor<br />

in einem ganz anderen Berufsfeld<br />

wie Bank, Versicherung oder Medizin<br />

gearbeitet haben“, sagt Veronika<br />

Ostermeier, die neben ihrer<br />

leiten<strong>den</strong> Tätigkeit auch Theorie<br />

unterrichtet. Die Fächer: Familie<br />

und Betreuung, Haushalts- und<br />

Finanzmanagement, Ernährung<br />

und Lebensmittel, Berufs- und<br />

Arbeitspädagogik, Landwirtschaft<br />

und Erwerbskombination sowie<br />

Projektmanagement und Kommunikation.<br />

Die praktischen Fächer,<br />

in <strong>den</strong>en nicht nur gekocht und<br />

genäht wird: Haus- und Textilpraxis,<br />

Küchenpraxis sowie Garten<br />

und Natur. Für letzteres steht <strong>den</strong><br />

Absolventinnen ein wunderschöner<br />

Garten südlich des Schulgebäudes<br />

zur Verfügung. Salate,<br />

Kräuter, Gemüse, Blumen und<br />

Pflanzen aller Art wer<strong>den</strong> dort<br />

angebaut. Es gibt auch Obstbäume,<br />

Insektenhotels und einen Bienenstock.<br />

„Ein Vorzeigebeispiel<br />

<strong>für</strong> Biodiversität“, sagt Veronika<br />

Ostermeier sichtlich mit Stolz<br />

über einen Außenbereich, der<br />

sogar als Lehrgarten im Netzwerk<br />

„Gartenwinkel <strong>Pfaffenwinkel</strong>“ gefragt<br />

ist. Darüber hinaus fin<strong>den</strong><br />

regelmäßige Lehrfahrten wie die<br />

Besichtigung von Betrieben statt.<br />

Und ab <strong>September</strong> 2022 komplett<br />

neu: Wahlpflichtmodule zu Themen<br />

wie „Medienkompetenz und<br />

Öffentlichkeitsarbeit“ oder „Unterstützung<br />

im Alltag“.<br />

Mehr Anfragen<br />

als freie Plätze<br />

Warum die Weilheimer Hauswirtschaftsschule<br />

trotz überragender<br />

Ausstattung, engagierten<br />

Lehrkräften und meist mehr als<br />

40 Bewerberinnen pro Jahr auch<br />

im <strong>September</strong> 2022 nur 24 Absolventinnen<br />

aus <strong>den</strong> Landkreisen<br />

An diesem Mittwochvormittag wur<strong>den</strong> Kissenbezüge genäht.<br />

Weilheim-Schongau, Starnberg,<br />

Garmisch-Partenkirchen sowie<br />

(vereinzelt) Landsberg am Lech<br />

und Bad Tölz-Wolfratshausen aufnehmen<br />

wer<strong>den</strong>? „Weil wir <strong>für</strong><br />

eine zweite Klasse mehr Personal<br />

bräuchten, und <strong>den</strong> praktischen<br />

Unterricht nicht mehr so effektiv<br />

gestalten könnten“, sagt Veronika<br />

Ostermaier, die sich grundsätzlich<br />

sehr wohl wünschen würde,<br />

dass sich generell wieder mehr<br />

junge Menschen <strong>für</strong> die wirklich<br />

wichtigen Dinge des Lebens interessieren.<br />

Schließlich sind Haushaltsaufgaben,<br />

allen voran die Zubereitung<br />

einer ausgewogenen,<br />

gesun<strong>den</strong> Ernährung, das A und O<br />

<strong>für</strong> je<strong>den</strong> Einzelnen – allen voran<br />

<strong>für</strong> Familien, aber auch Berufstätige,<br />

die nicht in einem Großkonzern<br />

mit betriebseigener Kantine<br />

arbeiten, häufig Fertiggerichte<br />

aus Supermärkten oder Fastfood<br />

kaufen. Doch in Zeiten der Emanzipation,<br />

in Zeiten der Globalisierung<br />

und Digitalisierung und in<br />

Zeiten des Höher, Schneller, Weiter<br />

haben immer mehr Menschen<br />

weniger Zeit und Muße, sich um<br />

eine vernünftige Ernährung zu<br />

kümmern. Darüber hinaus lei<strong>den</strong><br />

Hauswirtschaftsschulen im Allgemeinen<br />

an einem Imageproblem.<br />

Die „Frau hinterm Herd“ ist<br />

out, was jedoch die große Gefahr<br />

birgt, dass die allseits geschätzten<br />

Kochkünste von Mama und Oma<br />

vom Aussterben bedroht sind, da<br />

die jüngere Generation deren Rezepte<br />

weder umsetzten kann noch<br />

will. Umso wertvoller, dass an der<br />

Hauswirtschaftsschule Weilheim<br />

wenigstens 24 engagierte Frauen<br />

alle eineinhalb Jahre mit einer<br />

fundierten Ausbildung in die<br />

Haushalte der Region entlassen<br />

wer<strong>den</strong>. Gefragt sind die „Fachkräfte<br />

<strong>für</strong> Ernährung und Haushaltsführung“<br />

jedoch nicht nur<br />

auf landwirtschaftlichen Betrieben.<br />

Sie können mit dem Gelernten<br />

auch in Senioren- und Pflegeheimen,<br />

Kindertagesstätten,<br />

Bildungseinrichtungen, aber auch<br />

<strong>für</strong> Caterer sowie als Betriebsoder<br />

Dorfhelferinnen und in vielen<br />

anderen Bereichen arbeiten. Denn<br />

gekocht, genäht, gewaschen und<br />

gebügelt wird überall.<br />

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Wer sich <strong>für</strong> eine kostenlose Teilzeit-Ausbildung zur Fachkraft<br />

<strong>für</strong> Ernährung und Haushaltsführung ab <strong>September</strong> 2022 interessiert,<br />

kann sich bis Mai 2022 unter www.aelf-wm.bayern.de/<br />

bildung/hauswirtschaft näher informieren und anmel<strong>den</strong>.<br />

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und Cosmetics ist das Unternehmen führend in der<br />

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<strong>für</strong> die Kosmetik-, Pharma- und Lebensmittelindustrie<br />

und übernimmt die kun<strong>den</strong>spezifische Entwicklung und<br />

Produktion von dekorativen Kosmetikprodukten im Auftrag<br />

namhafter Kosmetikkonzerne.<br />

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Neue Berufsschule am Narbonner Ring<br />

In <strong>den</strong> Herbstferien<br />

wird umgezogen<br />

Weilheim | In wenigen Wochen<br />

ist es soweit: Die neue Berufsschule<br />

in Weilheim, das größte<br />

Bauprojekt, das der Weilheim-<br />

Schongauer Landkreis seit Jahrzehnten<br />

gestemmt hat, wird fertig<br />

sein. „In <strong>den</strong> Herbstferien, rund<br />

um Allerheiligen, ziehen wir um“,<br />

sagt Kreiskämmerer Norbert Merk,<br />

der schon jetzt lobende Worte von<br />

mehreren Seiten abbekommen<br />

hat. Der Grund: Die ursprünglich<br />

auf 69,8 Millionen Euro veranschlagten<br />

Baukosten können bei<br />

tatsächlichen Baukosten von rund<br />

72,5 Millionen Euro ziemlich genau<br />

eingehalten wer<strong>den</strong>. „Unter<br />

Berücksichtigung der allgemeinen<br />

Baupreisentwicklung in <strong>den</strong> vergangenen<br />

Jahren sowie Coronabedingten<br />

Hür<strong>den</strong> könnte man<br />

trotz dieser Budgetsteigerung von<br />

drei Prozent durchaus von einer<br />

Punktlandung sprechen“, sagt<br />

Norbert Merk, der sich nicht nur<br />

mit Zahlen, sondern auch Geschichte<br />

gut auskennt. Er kann<br />

sich noch bestens daran erinnern,<br />

als das Thema „Modernisierung<br />

der Berufsschulen im Landkreis<br />

Weilheim-Schongau“ erstmals<br />

diskutiert wurde. „Im Jahr 2006<br />

unter dem damaligen Landrat Luitpold<br />

Braun.“ Untersuchungen<br />

hatten gezeigt, dass insbesondere<br />

der Berufsschul-Standort in<br />

Weilheim, wo schwerpunktmäßig<br />

technisch-gewerbliche Ausbildungsberufe<br />

gelehrt wer<strong>den</strong>, nicht<br />

mehr zeitgemäß ausgestattet ist.<br />

Der eigentliche Plan einige Jahre<br />

darauf, diskutiert um 2012: Den bereits<br />

bestehen<strong>den</strong> Standort an der<br />

Kerschensteinerstraße <strong>für</strong> 35 bis<br />

40 Millionen Euro umbauen und<br />

erweitern, was jedoch deutlich<br />

höhere Unterhaltungskosten mittel-<br />

und langfristig bedeutet hätte.<br />

Insofern stellte die Regierung von<br />

Oberbayern <strong>den</strong> Landkreis Weilheim-Schongau<br />

vor die Wahl: Den<br />

alten Standort auf Vordermann<br />

bringen? Oder eine komplett neue<br />

Berufsschule bauen? Politik und<br />

Verwaltung haben sich schließlich,<br />

um 2014, <strong>für</strong> letzteres entschie<strong>den</strong>.<br />

Mit tatkräftiger Unterstützung von<br />

Weilheims Bürgermeister Markus<br />

Loth wurde in der Folge ein Grundstück<br />

gesucht – und mit dieser freien<br />

Fläche nördlich des Narbonner<br />

Rings auch gefun<strong>den</strong>. Spatenstich<br />

des Großbauprojekts auf einer Gesamtgrundstücksfläche<br />

von 27 856<br />

Quadratmetern, was einer Größe<br />

von rund sieben Fußballfeldern<br />

64 | <strong>altlandkreis</strong> 64 | <strong>altlandkreis</strong>


Deine Vorteile:<br />

Attraktive Vergütung wie 13. Gehalt<br />

30 Tage Urlaub<br />

Betriebliche Altersvorsorge<br />

Sicherer Arbeitsplatz und Betriebsrat<br />

Weiterbildungsmöglichkeiten<br />

Zeitgemäße Kommunikation per App<br />

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Volker Hertel gerne telefonisch <strong>für</strong> Dich da: 08861 90249.<br />

Wir suchen <strong>für</strong> unseren Standort Schongau<br />

ab 01.09.2022:<br />

Auszubil<strong>den</strong>de Anlagenmechaniker<br />

Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik<br />

(m/w /d)<br />

Zusammen mehr erreichen.<br />

<strong>Das</strong> können wir.<br />

Die finalen Arbeiten sind in vollem Gange — während <strong>den</strong> Herbstferien<br />

erfolgt dann der Umzug in <strong>den</strong> 72,5 Millionen Euro schweren Neubau.<br />

entspricht: Donnerstag, 7. Juli 2018,<br />

unter anderem mit Markus Söder<br />

als frischgebackenem Ministerpräsi<strong>den</strong>ten.<br />

Theorie und Praxis<br />

vereint<br />

Gut drei Jahre später steht nun<br />

dieses imposante Gebäude in H-<br />

Form, das bewusst schlicht, aber<br />

praktikabel geplant und gebaut<br />

wurde. Beim Rundgang stechen<br />

breite Gänge, hohe Decken und<br />

zum Teil riesige Räume, ja sogar<br />

Hallen ins Auge. In Zahlen ausgedrückt:<br />

250 Räume, darunter<br />

14 klassische Klassenzimmer, 45<br />

Werkstätten und 27 sogenannte<br />

IFU’s. „Man müsste hier eigentlich<br />

vielmehr von einer Gewerbeanlage<br />

als von einer klassischen Berufsschule<br />

sprechen“, sagt Philipp<br />

Rehm, diplomierter Architekt im<br />

Weilheim-Schongauer Landratsamt,<br />

der das Großprojekt vom<br />

ersten Tag an begleitete, und an<br />

diesem Dienstagnachmittag durch<br />

<strong>den</strong> Bau führt, dabei immer wieder<br />

von diesen IFU’s schwärmt.<br />

Unsere Ausbildungsplätze <strong>2021</strong>/2022<br />

Jetzt<br />

bewerben!<br />

Als weltweit führender Spezialist <strong>für</strong> Maschinen zur Blechbearbeitung<br />

entwickeln wir, die Hans Schröder Maschinenbau GmbH, Lösungen <strong>für</strong><br />

Industrie und Handwerk. Unsere hochmoderne Fertigung ist ein wichtiger<br />

Schlüssel zum Erfolg. Wir suchen junge Technik begeisterte Menschen mit<br />

Potenzial und Visionen, die sich in unserem Team entwickeln wollen.<br />

Wir bieten Ihnen folgende Ausbildungsberufe (w/m/d) an:<br />

• Kaufmann <strong>für</strong> Büromanagement (2022)<br />

• Feinwerkmechaniker (<strong>2021</strong>/2022)<br />

• Mechatroniker (2022)<br />

Bewerbungen richten Sie bitte an:<br />

Hans Schröder Maschinenbau GmbH I Feuchten 2 I 82405 Wessobrunn-Forst<br />

Tel.: +49 8809 9220-0 I E-Mail: bewerbung@schroedergroup.eu<br />

www.schroedergroup.eu<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 65


Ein Azubi<br />

berichtet<br />

Julian Kurrle<br />

18 Jahre, Auszubil<strong>den</strong>der<br />

zum KFZ-Mechatroniker <strong>für</strong><br />

PKW-Technik<br />

Was gefällt dir am meisten an deinem Lehrbetrieb?<br />

Julian: Mir gefällt es, dass alle sehr gut miteinander auskommen.<br />

Was sollte einem Spaß machen, wenn man sich <strong>für</strong> diese<br />

Ausbildung entscheidet?<br />

Julian: Man sollte definitiv Gefallen an Autos und technisches<br />

Interesse haben.<br />

Gibt es in eurem Lehrbetrieb Azubi-Specials?<br />

Julian: Ja, wir bekommen Angestellten-Rabatt und machen<br />

einen Skiausflug. Auch sonst unternehmen wir immer wieder<br />

spontan Ausflüge oder gehen Essen.<br />

Damit gemeint: „Integrierte Fachunterrichtsräume,<br />

in <strong>den</strong>en Theorie<br />

und Praxis gleichzeitig unterrichtet<br />

wer<strong>den</strong> kann.“ Heißt:<br />

Während der Berufsschullehrer<br />

Zahlen und Erklärungstexte von<br />

Werkstoffen und Fertigungsverfahren<br />

via Beamer an eine weiße<br />

Wand projiziert, können die Schüler<br />

parallel dazu an Werkbank<br />

oder Maschine dieses Material<br />

auch gleich anfassen sowie manuell<br />

und maschinell verarbeiten.<br />

Apropos: Für die zukünftigen Kfzund<br />

Landmaschinen-Mechaniker<br />

stehen mehrere Hallen mit vollversenkbaren<br />

Hebebühnen und<br />

Montagegrube sowie einem Kfz-<br />

Prüfstand zur Verfügung – unter<br />

anderem mit bis zu fünf Meter hohen,<br />

hochfahrbaren Eingangstoren,<br />

durch die zum Teil monströse<br />

Maschinen wie Mähdrescher oder<br />

Bulldog samt Ladewagen direkt<br />

ins Berufsschul-Gebäude gefahren<br />

wer<strong>den</strong> können. Auch genial: Ein<br />

eigener Werkhof auf der Nordseite<br />

des Zentralbaus, wo unter<br />

anderem jede Menge Rohmaterial<br />

<strong>für</strong> praktische Unterrichtsstun<strong>den</strong><br />

der Azubis gelagert wer<strong>den</strong><br />

kann. Ziegelsteine, Zementsäcke,<br />

Holzbalken, Metallstangen, Bleche<br />

und Wasserleitungen sind nur<br />

wenige Beispiele. Wiederum im<br />

Hauptgebäude befin<strong>den</strong> sich jede<br />

Menge nigelnagelneue Maschinen<br />

sowie topausgestattete Arbeitsplatzeinrichtungen<br />

von namhaften<br />

Herstellern aus dem kompletten<br />

deutschsprachigen Raum.<br />

Absauganlagen <strong>für</strong><br />

schadstofffreie Luft<br />

Schweißgeräte mit Schutzkabinen<br />

und Abzugshauben. Bohr-, Drehund<br />

Fräsmaschinen, sowohl manuell<br />

als auch CNC-gesteuert, auf<br />

die sich insbesondere wer<strong>den</strong>de<br />

Industriemechaniker, Zerspaner<br />

und Werkzeugmacher freuen dürfen.<br />

Abkantmaschinen <strong>für</strong> zukünftige<br />

Gas- und Wasserinstallateure.<br />

Sägen und Hobelmaschinen <strong>für</strong><br />

Schreiner- und Zimmererlehrlinge.<br />

Ja sogar eine explosionssichere<br />

Kammer zum Lackieren, eingerichtet<br />

<strong>für</strong> auszubil<strong>den</strong>de Maler<br />

und Lackierer. „Auf die Themen<br />

Sicherheit und Gesundheit haben<br />

wir besonders viel Wert gelegt“,<br />

sagt Philipp Rehm, der an dieser<br />

Stelle auch Entstaubungsanlagen<br />

<strong>für</strong> Maurer, Schreiner und Zimmerer<br />

sowie Abgasabsauganlagen<br />

<strong>für</strong> Kfz- und Landmaschinen-Mechatroniker<br />

nicht unerwähnt lassen<br />

möchte.<br />

Der Zentralbau des H-förmigen<br />

Gebäudes besteht mit Keller, Erdgeschoss<br />

und einem Obergeschoss<br />

aus drei Etagen. Dort befin<strong>den</strong><br />

sich unter anderem eine 172 Quadratmeter<br />

große Mensa mit 120<br />

Sitzplätzen, Getränke- und Snackautomaten,<br />

Lehrerzimmern, Sekretariat,<br />

sowie Haustechnik mit<br />

EDV, Heizung und Strom. Apropos<br />

Heizung: Die wird mit Hackschnitzeln<br />

von der Waldbesitzervereinigung<br />

Weilheim, somit regionalem<br />

Holz betrieben. Gesondert herauszuheben<br />

ist an dieser Stelle<br />

Welche Weiterbildungen oder Abschlüsse gibt es in deinem<br />

Beruf?<br />

Julian: Es gibt <strong>den</strong> KFZ-Mechatroniker mit <strong>den</strong> Fachrichtungen<br />

Pkw-Technik, System und Hochvolttechnik, dort warten auch<br />

Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb auf einen, sowie<br />

Karosserietechnik. Des Weiteren bietet mein Arbeitgeber die<br />

Ausbildung zum Fahrzeuglackierer sowie Automobilkaufmann an.<br />

Was rätst du Schülern, die sich <strong>für</strong> diese Ausbildung entschei<strong>den</strong><br />

wollen?<br />

Julian: Nehmt euch in <strong>den</strong> Ferien Zeit, um ein Praktikum zu<br />

machen.<br />

Was hat dich am meisten überrascht in deiner Ausbildung?<br />

Julian: Es war schön, wie schnell ich von <strong>den</strong> anderen Kollegen<br />

aufgenommen wurde.<br />

Schraub mal an deiner Karriere!<br />

Bewerbe dich jetzt mit deinem<br />

Abschlusszeugnis <strong>für</strong> deine<br />

Ausbildung 2022!<br />

In H-Form: Diese Luftaufnahme zeigt eindrucksvoll<br />

die Dimension der neugebauten Berufsschule<br />

am Narbonner Ring in Weilheim.<br />

Autohaus Heuberger GmbH<br />

Hiebelerstraße 65<br />

Autohaus Heuberger GmbH<br />

Schongauer Straße 14<br />

66 | <strong>altlandkreis</strong> 87629 Füssen 86975 Bernbeuren<br />

66 | <strong>altlandkreis</strong>


auch eine neue Großküche, in<br />

der täglich durch einen externen<br />

Caterer gesunde und nährstoffreiche<br />

Kalt- und Warmmahlzeiten<br />

<strong>den</strong> insgesamt 1 700 Schülern und<br />

50 Lehrern serviert wer<strong>den</strong>. Zum<br />

Vergleich: Am alten Standort war<br />

und ist – <strong>für</strong> die FOS/BOS, die dort<br />

bleiben wird – lediglich ein Kiosk<br />

<strong>für</strong> Brotzeiten zur Verfügung, wobei<br />

sich von dort viele Lehrer und<br />

Schüler auch mit Essen und Getränken<br />

aus umliegen<strong>den</strong> Lokalen,<br />

Restaurants, Supermärkten oder<br />

Imbissbu<strong>den</strong> versorgt haben.<br />

Geschraubt, gebastelt, programmiert<br />

und klassisch unterrichtet<br />

wird dagegen in <strong>den</strong> bei<strong>den</strong>, 180<br />

und 110 Meter langen Gebäudeflügeln<br />

östlich und westlich des<br />

Zentralbaus, die mit Erdgeschoss<br />

und erstem Obergeschoss jeweils<br />

zwei Etagen vorzuweisen haben.<br />

Akustikpaneele sorgen da<strong>für</strong>, dass<br />

das gesprochene Wort in <strong>den</strong> Unterrichtsräumen<br />

und Werkstätten<br />

weder hallt noch untergeht. „Man<br />

kann mit normaler Laustärke einen<br />

<strong>für</strong> alle im Raum gut verständlichen<br />

Ton erzeugen“, sagt Philipp<br />

Rehm. Heißt: Lehrer müssen weder<br />

schreien, noch auf Mikrofone<br />

zurückgreifen. Ein weiterer Vorteil<br />

<strong>für</strong> Lehrer und Schüler: Großzügige<br />

Parkflächen, womit das am<br />

alten Standort vorherrschende<br />

Parkplatzproblem gelöst sein dürfte<br />

– 203 Stellplätze stehen auf der<br />

Ostseite des neuen Gebäudes zur<br />

Verfügung. Angefahren wer<strong>den</strong><br />

diese ausschließlich über die allgemeine<br />

Zufahrt, die südlich des<br />

Neubaus über <strong>den</strong> Narbonner<br />

Ring erfolgt. Von dort führen auch<br />

Rad- und Fußwege aus allen Himmelsrichtungen<br />

zur Schule. Und<br />

auch Zug- und Busbahnhof sind<br />

bei 15 Fußminuten nicht allzu weit<br />

entfernt.<br />

Die Lehrer und Berufsschüler, die<br />

ab Montag, 8. November, als erste<br />

das neue Gebäude auf Herz und<br />

Nieren testen, dürfen sich schon<br />

jetzt freuen auf wesentlich mehr<br />

Platz, mehr Maschinen und vor<br />

allen Dingen eine nigelnagelneue<br />

Ausstattung auf aktuellstem Stand<br />

der Technik. Mehr Fachbereiche<br />

und Ausbildungsberufe wer<strong>den</strong><br />

am neuen Standort – zumindest<br />

vorerst – jedoch nicht angeboten<br />

und unterrichtet:<br />

Stärkung der<br />

regionalen Wirtschaft<br />

Es bleibt also bei <strong>den</strong> zwei allgemeinbil<strong>den</strong><strong>den</strong><br />

Unterrichtsfächern<br />

Deutsch und Sozialkunde sowie<br />

<strong>den</strong> sechs Fachbereichen Bau und<br />

Maurer, Metall- und Fertigungstechnik,<br />

Farbe und Gestalten,<br />

Kfz- und Landmaschinen-Technik,<br />

Landwirtschaft und Gärtner sowie<br />

Zimmerer und Schreiner.<br />

Welche Bedeutung der Berufsschul-Neubau<br />

im Allgemeinen<br />

hat, „ist gar nicht hochgenug<br />

wertzuschätzen“, sagt Philipp<br />

Rehm. Insbesondere in Zeiten<br />

des Fachkräftemangels sei eine<br />

topmoderne Berufsschule eine<br />

wesentliche Grundvoraussetzung<br />

<strong>für</strong> einen starken, regionalen<br />

Wirtschaftsstandort. Und sicherlich<br />

auch ein Anreiz <strong>für</strong> zukünftige<br />

Schulabgänger, sich wieder<br />

verstärkt um einen handwerklich-<br />

Werde Azubi<br />

bei Hochland!<br />

technischen Ausbildungsplatz<br />

zu bemühen. Denn viel zu enge<br />

Räumlichkeiten, veraltete Maschinen<br />

und Werkzeuge, die zum Teil<br />

mehr abschreckend als einla<strong>den</strong>d<br />

auf Schüler und Lehrer wirkten,<br />

gehören nun der Vergangenheit<br />

an. „Was sicherlich viele Vorteile<br />

haben wird“, sagt Kreiskämmerer<br />

Norbert Merk, der an dieser Stelle<br />

auch an die Suche nach neuen<br />

Lehrkräften <strong>den</strong>kt, im Zuge dessen<br />

die neue Berufsschule als „schlagkräftiges<br />

Argument“ <strong>für</strong> Personalgewinn<br />

bezeichnet. Letztlich<br />

profitieren von dieser neuen Berufsschule<br />

nicht nur Azubis, Lehrkräfte<br />

und Ausbildungsbetriebe,<br />

sondern eine ganze Region. Und<br />

die Stadt Weilheim kann zugleich<br />

stolz sein auf ein neues bauliches<br />

Wahrzeichen – die derzeit wohl<br />

modernste Berufsschule Bayerns.<br />

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Unser Ausbildungsangebot<br />

• Milchtechnologe (m/w/d)<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 67


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wie viel Spaß du<br />

gerade hast,<br />

obwohl es andere <strong>den</strong><br />

„Ernst des Lebens“ nennen.<br />

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Wintergarten statt Hörsaal – Studieren seit Corona<br />

„Die Ungewissheit nervt“<br />

Birkland | Studiums-<br />

Beginn inmitten eines<br />

Lockdowns? Amelie<br />

Zwerschke wollte nach<br />

Realschulabschluss und<br />

FOS in Weilheim (allgemeines<br />

Abitur) fest nach<br />

Augsburg ziehen, Vorlesungen<br />

an der dortigen<br />

Universität in riesigen<br />

Hörsälen besuchen und<br />

am Abend das Stu<strong>den</strong>tenleben<br />

„mit coolen<br />

neuen Leuten“ genießen.<br />

Stattdessen: Studieren<br />

im Wintergarten des Elternhauses.<br />

Im Interview<br />

spricht die 20-jährige<br />

Birkländerin aber auch<br />

über gewisse Vorteile<br />

ihres Corona-bedingten Online-<br />

Studiums in Grundschullehramt.<br />

21. November 2020, inmitten des<br />

zweiten Lockdowns: Studienbeginn<br />

<strong>für</strong> „Grundschullehramt“ an der<br />

Universität in Augsburg. Ein unvergessener<br />

Tag?<br />

Mein erster offizieller Tag an der<br />

Universität in Augsburg war tatsächlich<br />

bei mir daheim in Birkland.<br />

Als Neuling ausschließlich<br />

online in ein Studium zu starten<br />

hat mich am Anfang echt ein bisserl<br />

überfordert – man war noch nie an<br />

der Uni, hat ohnehin keinen wirklichen<br />

Plan, wie studieren überhaupt<br />

funktioniert, und dann läuft auch<br />

noch alles virtuell, ohne jeglichen<br />

persönlichen Kontakt mit anderen<br />

Stu<strong>den</strong>ten, Professoren und Dozenten<br />

ab.<br />

Wie hast du dir <strong>den</strong> Start ins Studium<br />

ursprünglich vorgestellt?<br />

<strong>Das</strong>s man je<strong>den</strong> Tag in die Uni geht,<br />

in riesen Vorlesungssälen sitzt, sich<br />

Wintergarten in Birkland statt Hörsaal an der Uni in<br />

Augsburg — Amelie Zwerschke beim Studieren.<br />

die Vorträge der Dozenten anhört,<br />

danach heimgeht in seine WG und<br />

am Abend noch was mit Freun<strong>den</strong><br />

macht.<br />

Inzwischen hast du trotz aller Umstände<br />

zwei Semester erfolgreich<br />

hinter dich gebracht.<br />

Was ich schon lernen hab müssen:<br />

<strong>Das</strong>s man im Vergleich zur Schule<br />

komplett auf sich allein gestellt ist.<br />

Wenn man was verpasst, hilft dir<br />

keiner. Insofern hat es schon auch<br />

Tage mit Zweifeln gegeben. Mittlerweile<br />

habe ich mich aber ganz gut<br />

zurechtgefun<strong>den</strong>. Und auch die Uni<br />

schon mal von innen gesehen – allerdings<br />

nicht öfter als sechs Mal.<br />

Nur sechs Mal Uni in ziemlich genau<br />

einem Jahr. Unglaublich!?<br />

Ja leider. Da<strong>für</strong> war’s an diesen<br />

wenigen Tagen umso beeindruckender.<br />

Allein das Feeling, wenn<br />

man über <strong>den</strong> Campus läuft, seinen<br />

Seminarraum aufsucht und<br />

einen Hörsaal betritt, ist ein ganz<br />

anderes. Außerdem hat<br />

man an diesen Tagen<br />

unglaublich viele neue<br />

Leute kennengelernt.<br />

Wie sehr fehlen dir diese<br />

regelmäßigen sozialen<br />

Kontakte?<br />

Soziale Kontakte sind<br />

mir generell sehr wichtig.<br />

Da geht’s um Spaß<br />

in einer Gemeinschaft,<br />

um Zusammenhalt.<br />

Online dagegen steht<br />

man, von virtueller<br />

Teamarbeit in Seminargruppen<br />

abgesehen,<br />

immer alleine da, jeder<br />

macht sein eigenes<br />

Ding.<br />

Unabhängig von Seminararbeiten:<br />

Wie sieht ein klassischer Online-Tag<br />

an der Uni aus?<br />

An intensiven Tagen haben wir Vorlesungen<br />

von viertel nach Acht in<br />

der Früh bis sechs Uhr am Abend.<br />

Heißt: Ich stehe um halb acht auf,<br />

mache mich kurz fertig, mische<br />

mir schnell ein Müsli zusammen,<br />

klappe <strong>den</strong> Laptop auf und hoffe,<br />

dass das WLAN funktioniert. Eine<br />

Vorlesung dauert dann meistens<br />

eineinhalb Stun<strong>den</strong>, an der oft bis<br />

zu 500 Studierende gleichzeitig<br />

teilnehmen. In dem Fall sehen und<br />

hören wir auf dem Bildschirm nur<br />

<strong>den</strong> Dozenten, sind selbst stumm<br />

geschalten. Es gibt aber auch kleinere<br />

Vorlesungen mit weniger Teilnehmern,<br />

wo wir nicht stummgeschaltet<br />

sind.<br />

Wobei regelmäßige Zwischenrufe<br />

und Fragen auch bei Präsenzvorlesungen<br />

schwierig wären, da sie<br />

Zeitpläne rasch durcheinanderwir-<br />

68 | <strong>altlandkreis</strong>


Laptop, WLAN und die Internetseite der Universität sind <strong>für</strong> Stu<strong>den</strong>ten<br />

seit Eintritt der Corona-Pandemie tägliche Belgeiter.<br />

beln könnten. Sind trotzdem Fragen<br />

erlaubt, auch online?<br />

Wir arbeiten mit Zoom, haben<br />

darin eine Funktion <strong>für</strong> virtuelles<br />

Handheben. <strong>Das</strong> wird von einigen<br />

Stu<strong>den</strong>ten genutzt. Auch ich habe<br />

darüber schon mal eine Frage an<br />

<strong>den</strong> Professor gerichtet.<br />

Apropos Zoom. Welche technische<br />

Ausstattung ist unerlässlich <strong>für</strong>s<br />

Studieren im Homeoffice?<br />

Ohne WLAN und Laptop, alternativ<br />

auch Tablet, geht gar nichts. Und<br />

auch das Handy ist wichtig, um mit<br />

anderen aus Seminargruppen in<br />

Kontakt zu treten. Für mich persönlich<br />

ist außerdem ein Drucker unerlässlich<br />

– bin jemand, der nicht<br />

vorm flimmern<strong>den</strong> Bildschirm lernen<br />

kann, die Unterlagen in Hän<strong>den</strong><br />

halten will.<br />

Auf Sri Lanka klettern Schüler auf<br />

Bäume, um besseres Mobilfunknetz<br />

<strong>für</strong> Homeschooling zu haben. Wie<br />

stabil ist das Birkländer WLAN?<br />

Meistens funktioniert’s. Es gibt<br />

aber auch Tage, an <strong>den</strong>en es hängt,<br />

Ton und Bild verzerrt, und dann<br />

natürlich nervt. Man muss dann<br />

das aufgezeichnete Video der Vorlesung<br />

versuchen nachzuschauen,<br />

sobald das WLAN wieder besser<br />

funktioniert. Ein großer Nachteil<br />

bei uns in Birkland: Wir haben kein<br />

gutes Mobilfunknetz, müssen also<br />

immer alle Karten aufs WLAN setzen.<br />

Bleibt viel „Stoff“ auf der Strecke?<br />

Erstaunlicherweise nicht. Ich glaube<br />

sogar, dass <strong>für</strong> <strong>den</strong> einen oder<br />

anderen Stu<strong>den</strong>ten das Online-Semester<br />

effektiver ist, weil man doch<br />

weniger Vorlesungen sausen lässt<br />

aufgrund dessen, dass niemand an<br />

der Uni ist, und ohnehin kaum Partys<br />

oder andere Unternehmungen<br />

möglich sind, die einen vom Lernen<br />

ablenken könnten.<br />

Wur<strong>den</strong> auch Prüfungen geschrieben?<br />

Selbstverständlich. In meinem Falle<br />

sogar alle in Präsenz. In der Augsburger<br />

Messehalle, die riesig ist,<br />

haben wir ausreichend Platz <strong>für</strong> bis<br />

zu 500 Absolventen gleichzeitig.<br />

Mit Schutzmaßnahmen?<br />

Es gibt nach Matrikelnummern gestaffelte<br />

Eingänge, Maskenpflicht<br />

auf dem kompletten Gelände und<br />

sogar Maskenpflicht an seinem<br />

eigenen, zugteilten Platz – man<br />

musste sie während der kompletten<br />

Prüfung aufbehalten, was wiederum<br />

weniger angenehm war, aber<br />

trotzdem gut funktioniert hat.<br />

Hättest du vorab von Corona gewusst,<br />

einen anderen beruflichen<br />

Weg eingeschlagen?<br />

Wenn ich gewusst hätte, dass das<br />

Studium über ein ganzes Jahr lang<br />

nur online und stark eingeschränkt<br />

abläuft, hätte ich mich vielleicht<br />

doch <strong>für</strong> ein Jahr Auszeit entschie<strong>den</strong>.<br />

Wobei Verreisen ja auch nur<br />

stark eingeschränkt funktioniert<br />

hätte. Insofern wäre dieses eine<br />

Sabbatjahr eher vergeudete Zeit<br />

gewesen.<br />

Wie wäre dein aktuelles Leben ohne<br />

Corona?<br />

Ohne Pandemie wäre ich fest nach<br />

Augsburg gezogen, hätte mich so<br />

richtig vom Landleben aufs Stadtleben<br />

eingelassen. Aufgrund Corona<br />

aber hat sich dahingehend gar<br />

nix verändert. Stattdessen stellt<br />

sich aktuell wieder die Frage, ob<br />

es auch im dritten Semester bei<br />

Online-Vorlesungen bleiben wird.<br />

Diese Ungewissheit nervt.<br />

Hat dieses pandemiebedingte Online-Studium,<br />

von einem höheren<br />

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bei jeder Herausforderung und bieten Dir eine<br />

exzellente Ausbildung in einem international<br />

erfolgreichen Familienunternehmen. Bei<br />

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Lerneffekt und bequemeren Arbeitsplätzen<br />

mal abgesehen, auch<br />

andere Vorteile?<br />

Da ich zuhause wohne, ist es<br />

wesentlich günstiger – neben<br />

der Semestergebühr von jeweils<br />

175 Euro fallen eigentlich nur<br />

Papierkosten an. Außerdem<br />

ist es völlig egal, von wo<br />

aus man seine Online-<br />

Vorlesungen besucht.<br />

Während dem zweiten<br />

Semester sind wir mit<br />

Freun<strong>den</strong> in <strong>den</strong> Urlaub<br />

nach Frankreich gefahren,<br />

wo wir eine<br />

Wohnung mit WLAN<br />

hatten – vormittags<br />

Online-Vorlesungen<br />

am Laptop, nachmittags<br />

Surfen.<br />

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september / oktober <strong>2021</strong> | 69


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Automobilindustrie, in der Maschinenbauindustrie, in der Sicherheitstechnik<br />

und in der Elektroindustrie tätig.<br />

Für 2022 bieten wir folgende Ausbildungsberufe an.<br />

Am Standort Schongau als:<br />

■ Industriemechaniker (m/w/d)<br />

■ Mechatroniker (m/w/d)<br />

■ Technischer Produktdesigner (m/w/d)<br />

■ Werkzeugmechaniker (m/w/d)<br />

■ Zerspanungsmechaniker (m/w/d)<br />

Am Standort Penzberg als:<br />

■ Maschinen- und Anlagenführer (m/w/d)<br />

Altlandkreis | Die Geburt eines<br />

Babys gilt als größtes Glück <strong>für</strong><br />

wer<strong>den</strong>de Eltern, hat aber auch<br />

massive Auswirkungen auf deren<br />

privaten, beruflichen oder schulischen<br />

Alltag. Allen voran dann,<br />

wenn Mutter und Vater noch sehr<br />

jung sind, das Familienglück nicht<br />

wirklich geplant war – und möglicherweise<br />

einer der bei<strong>den</strong>, oder<br />

gar beide, noch inmitten ihrer<br />

beruflichen Ausbildung stecken.<br />

Stellt sich also die Frage: Was tun,<br />

wenn eine junge Auszubil<strong>den</strong>de<br />

während ihrer Lehrzeit ein Baby<br />

bekommt? „In diesem Falle greift –<br />

wie bei Schülerinnen, Studieren<strong>den</strong><br />

und berufstätigen Frauen auch –<br />

das deutschlandweit gültige Mutterschutzgesetz“,<br />

sagt Maria Vogl,<br />

die sich als Beauftragte <strong>für</strong> Chancengleichheit<br />

bei der in Weilheim<br />

ansässigen Agentur <strong>für</strong> Arbeit bestens<br />

auskennt mit <strong>den</strong> Rechten und<br />

Pflichten von schwangeren Auszubil<strong>den</strong><strong>den</strong>.<br />

„Die Mutterschutzfrist<br />

greift grundsätzlich sechs Wochen<br />

vor dem voraussichtlichen Geburtstermin,<br />

wobei die Schwangere<br />

auf eigenen Wunsch während<br />

dieser Zeit arbeiten darf.“ Nach<br />

der Geburt darf die dann frischgebackene<br />

Mutter frühestens acht<br />

Wochen nach der Entbindung ihre<br />

Ausbildung fortsetzen, bei Mehrlingsgeburten<br />

wie Zwillingen oder<br />

Drillingen erst nach zwölf Wochen.<br />

Schon vor Ablauf dieser Fristen<br />

dagegen erlaubt: Die Teilnahme<br />

an Zwischen- oder Abschlussprüfungen.<br />

Unerheblich des Lehrinhaltes?<br />

„Die Mutterschutzfristen<br />

gelten <strong>für</strong> alle Berufe gleich, wobei<br />

der Ausbildungsbetrieb immer<br />

darauf zu achten hat, dass die<br />

Schwangere oder stillen<strong>den</strong> Mutter<br />

zu keinem Zeitpunkt gefährdet<br />

Wir freuen uns schon auf Deine Bewerbung!<br />

Kerstin Giebel<br />

bewerbung@hoerbiger.com<br />

08861 / 210-3320<br />

Im Forchet 5 - 86956 Schongau<br />

70 | <strong>altlandkreis</strong> 70 | <strong>altlandkreis</strong><br />

Unverhofftes Testergebnis? Eine Schwangerschaft kann auch mal zu einem<br />

schulisch-beruflich ungünstigen Zeitpunkt „dazwischenkommen“.<br />

oder überfordert ist.“ Um letzteres<br />

zu gewährleisten, hat der jeweilige<br />

Arbeitgeber eine sogenannte Gefährdungsanalyse<br />

vorzunehmen.<br />

Arbeit in gebückter Haltung, das<br />

Heben von schweren Gegenstän<strong>den</strong><br />

mit mehr als fünf Kilogramm<br />

Gewicht sowie der Umgang mit<br />

verkeimten oder infektiösen Stoffen<br />

(zum Beispiel in Pflegeberufen)<br />

sind <strong>für</strong> Schwangere typische<br />

Gefahren, <strong>den</strong>en sie nicht ausgesetzt<br />

wer<strong>den</strong> dürfen.<br />

Wiedereinstieg<br />

in Teilzeit<br />

Ein Nachteil <strong>für</strong> schwangere Auszubil<strong>den</strong>de:<br />

Sie können bei der<br />

nach dem Berufsbildungsrecht<br />

zuständigen Stelle, meistens der<br />

Industrie- und Handelskammer<br />

(IHK) oder der Handwerkskammer<br />

(HWK) zwar einen Antrag auf<br />

Verlängerung der Ausbildungszeit<br />

stellen – einen gesetzlich verankerten<br />

Anspruch darauf haben sie<br />

allerdings nicht, um die durch <strong>den</strong><br />

Mutterschutz verlorengegangene<br />

Lehrzeit eins-zu-eins nachzuholen.<br />

Was jedoch nicht automatisch<br />

heißt, dass der Ausbildungsberuf<br />

mit weniger Erfolg abgeschlossen<br />

wer<strong>den</strong> kann. Expertin Maria Vogl<br />

spricht an dieser Stelle von der<br />

Wichtigkeit, „dass ganz individuelle<br />

Regeln zwischen der jungen<br />

Mutter und dem Arbeitgeber gefragt<br />

sind“. Allen voran was die<br />

Kinderbetreuung inklusive regelmäßige<br />

Stillzeiten betrifft. Eine<br />

gängige Lösung grundsätzlich:<br />

Die Fortsetzung der Ausbildung in<br />

Teilzeit mit 25 bis 30 Stun<strong>den</strong> die<br />

Woche, im Zuge dessen die eigentliche<br />

Ausbildungszeit über rund<br />

drei Jahren meistens ohne Verlängerung<br />

eingehalten wer<strong>den</strong> kann.<br />

Bei lediglich 20 Ausbildungsstun<strong>den</strong><br />

die Woche ist dagegen eine<br />

Verlängerung der Lehrzeit nicht<br />

nur sinnvoll, sondern in der Regel<br />

auch notwendig, um die frischgebackene<br />

Mutter adäquat auf ihre


evorstehende Gesellenprüfung in<br />

Theorie und Praxis vorzubereiten.<br />

Finanziell betrachtet müssen sich<br />

schwangere Auszubil<strong>den</strong>de auch<br />

keine all zu großen Sorgen machen:<br />

Sie bekommen während der<br />

Mutterschutzphase von insgesamt<br />

14 Wochen einen monatlichen Betrag,<br />

der in etwa der Höhe ihrer<br />

zuletzt ausgezahlten Ausbildungsvergütung<br />

entspricht. Der Großteil<br />

des Geldes kommt allerdings<br />

dann von einer Krankenkasse,<br />

eine mögliche, noch ausstehende<br />

Differenz zum Lehrlingsgehalt<br />

gleicht dagegen im Regelfall der<br />

Arbeitgeber aus. Darüber hinaus<br />

können frischgebackene Eltern<br />

auch während einer Ausbildung<br />

Elterngeld <strong>für</strong> sich und Kindergeld<br />

<strong>für</strong> ihr Neugeborenes beantragen.<br />

Außerdem: So lange eine junge<br />

Mutter sich in Ausbildung befindet<br />

und jünger als 25 Jahre ist, dürfen<br />

auch deren Eltern noch Kindergeld<br />

<strong>für</strong> sie beantragen. Und Alleinerziehende?<br />

„Die bekommen<br />

zusätzliche finanzielle Hilfe übers<br />

Jobcenter“, sagt Maria Vogl, die<br />

an dieser Stelle einen Blick auf<br />

die Internetseite des Bundesministeriums<br />

<strong>für</strong> Familie, Senioren,<br />

Frauen und Jugend (www.bmfsfj.<br />

de) empfiehlt. Die hält beim Thema<br />

„finanzielle Leistungen <strong>für</strong><br />

junge Eltern“ unter dem Stichwort<br />

„Familien-Wegweiser“ eine ganze<br />

Reihe wichtiger Informationen<br />

bereit.<br />

wieder vor, ist aber trotzdem relativ<br />

selten zu erwarten.“ Im Falle<br />

des Falles sei laut Maria Vogl die<br />

Bereitschaft hiesiger Betriebe jedoch<br />

überwiegend sehr groß, die<br />

erst wer<strong>den</strong><strong>den</strong> und schließlich<br />

frischgebackenen Eltern bestmöglich<br />

zu unterstützen, und sie trotz<br />

aller Umstände zu einem erfolgreichen<br />

Abschluss der Ausbildung<br />

zu führen. Vorausgesetzt, eine<br />

schwangere Auszubil<strong>den</strong>e nimmt<br />

nach Ablauf der Mutterschutzfrist<br />

nicht gleich Gebrauch von ihrem<br />

Anspruch auf Elternzeit. Auch die<br />

darf während einer Lehre genommen<br />

wer<strong>den</strong>, und kann in Sachen<br />

Zeitpunkt und Dauer ganz individuell<br />

gestaltet wer<strong>den</strong>. „Es stehen<br />

Vater und Mutter jeweils drei Jahre<br />

zur Verfügung, wobei Elterngeld<br />

nur <strong>für</strong> zwölf beziehungsweise 14<br />

Monate gezahlt wird. Sie können<br />

selbst entschei<strong>den</strong>, wie sie die<br />

verfügbare Zeit untereinander aufteilen“,<br />

sagt Maria Vogl. Während<br />

der Elternzeit erhält der betroffene<br />

Azubi zwar keine Ausbildungsvergütung<br />

mehr, kann lediglich<br />

Elterngeld beantragen. Da<strong>für</strong> ruht<br />

während einer Elternzeit das Ausbildungsverhältnis,<br />

und muss von<br />

Seiten des Arbeitgebers um genau<br />

diese „Auszeit“, anders als beim<br />

Mutterschutz, verlängert wer<strong>den</strong>.<br />

Kurzum: Auch wenn <strong>für</strong> junge<br />

Mütter und Väter das Babyglück oft<br />

viel zu früh und ungeplant kommt,<br />

mangelt es in Deutschland, Bayern<br />

und dem Schongauer Altlandkreis<br />

nicht an rechtlicher, fachlicher und<br />

finanzieller Unterstützung. js<br />

Erst Mutterschutz,<br />

dann Elternzeit?<br />

Regelmäßige Arzttermine vor,<br />

während und nach der Schwangerschaft<br />

sollten die jungen Frauen<br />

überwiegend in ihrer Freizeit<br />

wahrnehmen. Ist dies nicht möglich,<br />

muss (!) der Arbeitgeber Arztbesuche<br />

während der Arbeitszeit<br />

jedoch ermöglichen – und zwar<br />

ohne Vor- oder Nacharbeit. Was<br />

ohne Probleme funktioniert? „Eine<br />

Schwangerschaft während einer<br />

Ausbildung kommt zwar immer<br />

Wir bil<strong>den</strong> Dich am Stammsitz in Schwabsoien aus:<br />

Star 09/202 zum Industriemechaniker (m/w/d)<br />

Star 09/202 zur Fachkraft <strong>für</strong> Lagerlogistik (m/w/d)<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 71


Unser Verkaufsteam in Bernbeuren:<br />

Von links nach rechts:<br />

Sebastian Hipp - Verkaufsberater Volkswagen<br />

Andreas Bucher - Verkaufsberater Volkswagen Nutzfahrzeuge<br />

Peter Saulich - Teamleiter Verkauf Volkswagen<br />

Markus Hipp - Verkaufsberater Volkswagen<br />

Elmar Ambros - Verkaufsberater Audi<br />

Ob kompakt, groß und geräumig, sportlich markant oder<br />

alltagstauglich und praktisch - wir haben immer das richtige Fahrzeug<br />

<strong>für</strong> Sie. Ob Leasing, Finanzierung, Autoversicherung, Kreditschutzbrief,<br />

BAFA-Förderung, Sonderumbauten oder Zubehör -<br />

Wir sind die richtige Adresse <strong>für</strong> Sie!<br />

Alle abgebildeten Personen wur<strong>den</strong> vorab negativ auf das Corona-Virus getestet.<br />

Wir beraten Sie gerne individuell und fin<strong>den</strong> die beste Mobilitätslösung <strong>für</strong> Sie!<br />

Kennen Sie unsere Wohnmobilvermietung?<br />

Sie sehnen sich nach Urlaub in <strong>den</strong> eigenen vier Wän<strong>den</strong>, wann und<br />

wo Sie es wollen? Sie möchten sich noch nicht auf Ihr Freizeitfahrzeug<br />

festlegen und <strong>den</strong> Urlaub im Wohnmobil erst einmal ausprobieren?<br />

Wir haben die Lösung <strong>für</strong> Sie: California Wohnmobilvermietung!<br />

Sen<strong>den</strong> Sie uns unverbindlich Ihre Anfrage zu <strong>den</strong> Modellen<br />

VW T6 California Coast oder VW Grand California 600.<br />

Ihr Ansprechpartner ist Andreas Bucher:<br />

Tel. 08860/9192-95<br />

E-Mail: vermietung@autohaus-heuberger.de<br />

SEPTEMBER/<br />

Autohaus Heuberger GmbH<br />

Autohaus Heuberger GmbH<br />

Hiebelerstraße 65<br />

87629 Füssen<br />

Service<br />

Service<br />

Schongauer Straße 14<br />

86975 Bernbeuren


WEIN HANDEL PFALZ<br />

Veranstaltungskalender<br />

Stand 17.08.<strong>2021</strong> – kurzfristige Absagen, Änderungen und Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind möglich!<br />

MI 01.09.<br />

SCHONGAU<br />

ganztags<br />

Schongauer Ausbildungsmarkt<br />

„SAM<strong>2021</strong>“. Weitere Infos unter<br />

www.schongauer-ausbildungsmarkt.de,<br />

siehe Anzeige Seite 79,<br />

bis Herbst <strong>2021</strong><br />

15.00 bis 19.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige rechts<br />

19.00 Uhr<br />

Online-Infoabend des Krankenhauses<br />

<strong>für</strong> wer<strong>den</strong>de Eltern via<br />

Zoom-Meeting. Infos siehe Seite 25<br />

ROTTENBUCH<br />

10.00 Uhr<br />

Führung entlang des Pfaffenwinkler<br />

Milchweges. Treffpunkt am<br />

Eingang der Schönegger Käse-<br />

Alm. Teilnehmerzahl auf 15 Personen<br />

begrenzt. Kosten: 5 €, weitere<br />

Infos unter www.pfaffenwinklermilchweg.de<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

1. <strong>September</strong> bis 31. <strong>Oktober</strong> <strong>2021</strong><br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

OKTOBER <strong>2021</strong><br />

Offene Werkstatt bei Holzschnitzer<br />

Guido Hosp. Infos und Anmeldung<br />

unter 08845 / 8784<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

DO 02.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 Uhr<br />

Humuswoche Oberland „Kompost-Teestunde“<br />

mit Rainer Engler<br />

in der Blumenschule. Weitere<br />

Infos unter www.humuswocheoberland.de,<br />

Kosten: 10 €<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige rechts<br />

STEINGADEN<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Kameramuseum in der Füssener<br />

Straße 5 geöffnet<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Klostermuseum im Pfarrhof<br />

geöffnet<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

7.30 bis 8.15 Uhr<br />

Meditation am Fischerhäusl. Anmeldung<br />

unter carinamatussek@<br />

gmx.de, Spen<strong>den</strong>basis<br />

DENKLINGEN<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

ALTENSTADT<br />

Rückseite dm-Drogeriemarkt<br />

Tel. 08861 - 35 35 (Inh.: Uwe Wieland)<br />

ür Sie geöffnet:<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Lust auf Pfälzer Wein?<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

19 Uhr & Do 14-18 FR Uhr 03.09.<br />

PEITING<br />

LECHBRUCK<br />

.weinhandelpfalz.de<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

10.30 Uhr<br />

SCHONGAU<br />

Museum im Klösterle geöffnet Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

7.30 bis 13.00 Uhr<br />

urener Str. am Bootshafen. 7 • Infos und Schongau<br />

Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

Wochenmarkt am Marienplatz<br />

ALTENSTADT<br />

08862 / 987830<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

1 - 35 35 (Inh.: Uwe Wieland)<br />

Malkurs „Happy Painting! Basics“<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

17.30 bis 19.00 Uhr<br />

in der Münzstraße 9. Infos und<br />

Flößermuseum geöffnet. Infos<br />

Anmeldung unter www.zeichenblog.de<br />

oder 0151 / 21263859,<br />

und Anmeldung bei der Tourist-<br />

Info unter 08862 / 987830<br />

Kosten: 49 €<br />

15.00 bis 18.00 Uhr<br />

kseite dm-Drogeriemarkt<br />

WEIN HANDEL PFALZ<br />

HANDEL PFALZ<br />

Lust auf Pfälzer Wein?<br />

Für Sie geöffnet:<br />

Mi 15-19 Uhr & Do 14-18 Uhr<br />

auf Pfälzer Wein?<br />

www.weinhandelpfalz.de<br />

Bernbeurener Str. 7 • Schongau<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

16.00 bis 17.30 Uhr<br />

Führung durch die malerische<br />

Altstadt. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Anmeldung unter 08861 / 214-181<br />

Kosten: 4 €<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Treffen der Krebs-Selbsthilfegruppe<br />

im Gemeindehaus der<br />

Evangelischen Kirche<br />

PEITING<br />

8.30 bis 12.00 Uhr<br />

Bauernmarkt am Hauptplatz<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Führung „Folgen Sie <strong>den</strong> Spuren<br />

der Flößer“. Treffpunkt am<br />

Rathaus. Kosten: 4 €, Kinder bis<br />

15 Jahre frei, Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08862 / 987830<br />

PREM<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Schau- / Weißwurstproduktion<br />

mit Verköstigung im Bayerischen<br />

Weißwurst-Stadl. Anmeldung ab 10<br />

Personen unter 08862 / 8354 nötig<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Kässpatzenessen auf der Schönegger<br />

Käse-Alm. Reservierung ab<br />

10 Personen unter 08867 / 489 nötig<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Baustellenführung an der<br />

Echelsbacher Brücke. Treffpunkt<br />

beim Baubüro. Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08845 / 7030620,<br />

Kosten: 3 €<br />

SCHONGAU<br />

SA 04.09.<br />

10.00 bis 16.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Infos unter www.weibsdeifi-markt.de<br />

PEITING<br />

11.00 Uhr<br />

Humuswoche Oberland „Prinzip<br />

der Herstellung, Verwertung und<br />

Anwendung von Terra Preta“ in<br />

der Pürschlingstraße. Weitere Infos<br />

unter www.humuswoche-oberland.<br />

de, Kosten: 10 €<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Führung an der Villa Rustica<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Weißwurst- und Käswurstessen<br />

auf der Schönegger Käse-Alm.<br />

Reservierung ab 10 Personen unter<br />

08867 / 489 nötig<br />

SO 05.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Erlebnis Lechflößerei — mit dem<br />

historischen Fernhandelsfloß auf<br />

Fahrt. Treffpunkt am Bootshaus.<br />

Kosten: 15 €, Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08861 / 214-181,<br />

siehe Anzeige Seite 36<br />

SCHWABSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Hammerschmiedemuseum geöffnet<br />

> > > BLUTSPENDETERMINE IM ALTLANDKREIS<br />

Di, 12. <strong>Oktober</strong> 16.00 bis 20.00 Uhr<br />

Altenstadt, Grundschule<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 73


74 | <strong>altlandkreis</strong><br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

LECHBRUCK<br />

16.00 Uhr<br />

Ausstellung „Maskerade – das<br />

zweite Gesicht“ im Flößermuseum.<br />

Siehe Seite 23, Bis 26.9.<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

17.00 bis 20.00 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

20.00 bis 21.00 Uhr<br />

Konzert des Böbinger Männerchors<br />

am Dorfstadl. Eintritt frei<br />

REICHLING<br />

10.00 bis 12.00 Uhr<br />

Heimatmuseum geöffnet. Anmeldung<br />

unter 08194 / 1573<br />

MO 06.09.<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

18.00 bis 19.30 Uhr<br />

Schautorfstechen beim Torfstich<br />

am Haselbachweg. Teilnahme<br />

kostenlos, nur bei guter Witterung,<br />

Anmeldung bis 16 Uhr bei der<br />

Tourist-Info unter 08845 / 7030610<br />

DI 07.09.<br />

HOHENPEISSENBERG<br />

9.30 bis 11.00 Uhr<br />

SEPTEMBER/<br />

Seniorentreff in gemütlicher<br />

Runde im HOP im Schächen<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

17.00 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

DENKLINGEN<br />

8.00 bis 10.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

MI 08.09.<br />

SCHONGAU<br />

15.00 bis 19.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige 73<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Museum im Klösterle geöffnet<br />

14.30 Uhr<br />

Treffen der Selbsthilfegruppe<br />

„Schlaganfallbetroffene im <strong>Pfaffenwinkel</strong>“<br />

im Alpenhotel<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

ROTTENBUCH<br />

10.00 Uhr<br />

Führung entlang des Pfaffenwinkler<br />

Milchweges. Treffpunkt am<br />

Eingang der Schönegger Käse-<br />

Alm. Teilnehmerzahl auf 15 Personen<br />

begrenzt. Kosten: 5 €, weitere<br />

Infos unter www.pfaffenwinklermilchweg.de<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Offene Werkstatt bei Holzschnitzer<br />

Guido Hosp. Infos und Anmeldung<br />

unter 08845 / 8784<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

DO 09.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige Seite 73<br />

15.00 bis 16.30 Uhr<br />

Führung „Entdecke Schongau mit<br />

dem Hexenkind Hagasusa“. Für<br />

Kinder von 5 – 9 Jahren, Kosten: 4 €,<br />

Anmeldung unter 08861 / 214-181,<br />

siehe Anzeige Seite 78<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Infos und Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

17.00 Uhr<br />

Dämmerschoppen mit der<br />

Bernbeurener Musikkapelle am<br />

Eisstadion<br />

17.30 bis 19.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Infos<br />

und Anmeldung bei der Tourist-<br />

Info unter 08862 / 987830<br />

STEINGADEN<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Kameramuseum in der Füssener<br />

Straße 5 geöffnet


16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Klostermuseum im Pfarrhof<br />

geöffnet<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

7.30 bis 8.15 Uhr<br />

Meditation am Fischerhäusl. Anmeldung<br />

unter carinamatussek@<br />

gmx.de, Spen<strong>den</strong>basis<br />

DENKLINGEN<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

FR 10.09.<br />

SCHONGAU<br />

7.30 bis 13.00 Uhr<br />

Wochenmarkt am Marienplatz<br />

15.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

16.00 bis 17.30 Uhr<br />

Führung durch die malerische<br />

Altstadt. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Anmeldung unter 08861 / 214-181<br />

Kosten: 4 €<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Führung „Folgen Sie <strong>den</strong> Spuren<br />

der Flößer“. Treffpunkt am<br />

Rathaus. Kosten: 4 €, Kinder bis<br />

15 Jahre frei, Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08862 / 987830<br />

PREM<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Schau- / Weißwurstproduktion<br />

mit Verköstigung im Bayerischen<br />

Weißwurst-Stadl. Anmeldung ab 10<br />

Personen unter 08862 / 8354 nötig<br />

OKTOBER<br />

ROTTENBUCH<br />

<strong>2021</strong><br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Kässpatzenessen auf der Schönegger<br />

Käse-Alm. Reservierung ab<br />

10 Personen unter 08867 / 489 nötig<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

10.00 bis 18.00 Uhr<br />

Ausstellung „Hauptsache Hinterglas“<br />

von Christina und Peter<br />

Dichtl im Kunstatelier. Eintritt frei<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Baustellenführung an der<br />

Echelsbacher Brücke. Treffpunkt<br />

beim Baubüro. Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08845 / 7030620,<br />

Kosten: 3 €<br />

SA 11.09.<br />

SCHONGAU<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

15.00 bis 17.00 Uhr<br />

Vortrag „Fairer Genuss – ein<br />

informativer Stadtrundgang“ am<br />

Marienplatz. Anmeldung bei der<br />

VHS unter 08861 / 214-191 oder<br />

vhs@schongau.de, Kosten: 7 €<br />

17.00 Uhr<br />

Entdeckertour durch Schongau.<br />

Treffpunkt am Rathaus. Kosten:<br />

8 €, Anmeldung bei der Tourist-<br />

Info unter 08861 / 214-181, siehe<br />

Anzeige Seite 78<br />

PEITING<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Führung an der Villa Rustica<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

LECHBRUCK<br />

10.00 bis 18.00 Uhr<br />

3. Kunstmarkt am Bootshafen.<br />

Eintritt frei<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Weißwurst- und Käswurstessen<br />

auf der Schönegger Käse-Alm.<br />

Reservierung ab 10 Personen unter<br />

08867 / 489 nötig<br />

- Einlagen nach Maß<br />

- Schuhreparatur<br />

- Schuhverkauf<br />

- Flip-Flops und Hausschuhe nach Maß<br />

Vorher<br />

Nachher<br />

Werkstä(e <strong>für</strong> Fußgesundheit<br />

Benjamin Schwarz<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

10.00 bis 18.00 Uhr<br />

Ausstellung „Hauptsache Hinterglas“<br />

von Christina und Peter<br />

Dichtl im Kunstatelier. Eintritt frei<br />

SCHONGAU<br />

Schuhe<br />

Brandsta( 18<br />

82435 Bad Bayersoien<br />

08845/9146<br />

www.orthopaedieschwarz.de<br />

SO 12.09.<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Erlebnis Lechflößerei — mit dem<br />

historischen Fernhandelsfloß auf<br />

Fahrt. Treffpunkt am Bootshaus.<br />

Siehe Anzeige Seite 36<br />

HERZOGSÄGMÜHLE<br />

9.00 bis 12.00 Uhr<br />

Tauschtag der Sammlerfreunde<br />

Peiting und Umgebung e.V. <strong>für</strong><br />

Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten<br />

in der Deckerhalle<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

15.00 bis 17.00 Uhr<br />

Golf-Schnupperkurs auf dem<br />

Golfplatz Stenz. Kosten: 19 €,<br />

Anmeldung unter 08860 / 582<br />

oder www.golfplatz-stenz.de<br />

LECHBRUCK<br />

10.00 bis 17.00 Uhr<br />

3. Kunstmarkt am Bootshafen.<br />

Eintritt frei<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

10.00 bis 18.00 Uhr<br />

Ausstellung „Hauptsache Hinterglas“<br />

von Christina und Peter<br />

Dichtl im Kunstatelier. Eintritt frei<br />

20.00 bis 21.00 Uhr<br />

Sonntagskonzert der Blaskapelle<br />

Bad Bayersoien am Musikpavillon.<br />

Eintritt frei<br />

MO 13.09.<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

18.00 bis 19.30 Uhr<br />

Schautorfstechen beim Torfstich<br />

am Haselbachweg. Teilnahme<br />

kostenlos, nur bei guter Witterung,<br />

Anmeldung bis 16 Uhr bei der<br />

Tourist-Info unter 08845 / 7030610<br />

DI 14.09.<br />

HOHENPEISSENBERG<br />

9.30 bis 11.00 Uhr<br />

Seniorentreff in gemütlicher<br />

runde im HOP im Schächen<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

17.00 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

DENKLINGEN<br />

8.00 bis 10.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

KINSAU<br />

9.00 Uhr<br />

Seniorenfrühstück im Rathaus-Café<br />

MI 15.09.<br />

SCHONGAU<br />

11.00 bis 17.00 Uhr<br />

Kleiderkammer im Jugendzentrum<br />

Köhlerstadl geöffnet.<br />

Anmeldung unter 0157 / 33219731<br />

15.00 bis 19.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige Seite 73<br />

19.00 bis 20.30 Uhr<br />

Vortrag „Vorsorgevollmacht und<br />

Patientenverfügung“ in der Mittelschule.<br />

Anmeldung bei der VHS<br />

unter 08861 / 214-191 oder vhs@<br />

schongau.de, Kosten: 7 €<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Museum im Klösterle geöffnet<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 75


ALTENSTADT<br />

15.30 Uhr<br />

Café (nicht nur) <strong>für</strong> Trauernde im<br />

Bürgerzentrum<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

ROTTENBUCH<br />

10.00 Uhr<br />

Führung entlang des Pfaffenwinkler<br />

Milchweges. Treffpunkt am<br />

Eingang der Schönegger Käse-<br />

Alm. Teilnehmerzahl auf 15<br />

Personen begrenzt. Kosten: 5 €,<br />

Infos unter www.pfaffenwinklermilchweg.de<br />

20.30 bis 21.00 Uhr<br />

Weisenblasen am Soier See<br />

DO 16.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige Seite 73<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Infos und Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

17.30 bis 19.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Infos<br />

und Anmeldung bei der Tourist-<br />

Info unter 08862 / 987830<br />

19.00 Uhr<br />

Dämmerschoppen mit der Schlanzer<br />

Musikkapelle am Eisstadion<br />

STEINGADEN<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Kameramuseum in der Füssener<br />

Straße 5 geöffnet<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Offene Werkstatt bei Holzschnitzer<br />

Guido Hosp. Infos und Anmeldung<br />

unter 08845 / 8784<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Klostermuseum im Pfarrhof<br />

geöffnet<br />

7.30 bis 8.15 Uhr<br />

Meditation am Fischerhäusl. Anmeldung<br />

unter carinamatussek@<br />

gmx.de, Spen<strong>den</strong>basis<br />

DENKLINGEN<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

SCHONGAU<br />

FR 17.09.<br />

7.30 bis 13.00 Uhr<br />

ALTENSTADT<br />

Wochenmarkt am Marienplatz<br />

16.00 ADG_anz_AL_2018_221x35 bis 18.00 Uhr<br />

02.05.2018 12:04 Uhr Seite 2<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

9.00 bis 12.00 Uhr<br />

Aktionsstand „Faire Woche“ des<br />

Weltla<strong>den</strong>s am Marienplatz. Siehe<br />

Seite 22<br />

15.00 Uhr<br />

Pilzwanderung „Giftpilze, Speisepilze<br />

und Heilpilze“ an der<br />

Lechstaustufe 6. Für Kinder ab 12<br />

Jahren. Anmeldung bei der VHS<br />

unter 08861 / 214-191 oder vhs@<br />

schongau.de, Kosten: 16 €<br />

15.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

16.00 bis 17.00 Uhr<br />

Märchen aus dem globalen Sü<strong>den</strong><br />

am Kasselturm. Für Kinder ab 4<br />

Jahren. Anmeldung und Infos im<br />

Weltla<strong>den</strong> oder per Mail unter<br />

weltla<strong>den</strong>schongau@gmail.com<br />

16.00 bis 17.30 Uhr<br />

Führung durch die malerische<br />

Altstadt. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Anmeldung unter 08861 / 214-181<br />

Kosten: 4 €<br />

18.00 bis 19.30 Uhr<br />

Klamottenkiste <strong>für</strong> Schwangere<br />

und Behinderte in der Pfarrei<br />

Verklärung Christi<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Führung „Folgen Sie <strong>den</strong> Spuren<br />

der Flößer“. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Kosten: 4 €, Kinder bis 15<br />

Jahre frei, Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08862 / 987830<br />

PREM<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Schau- / Weißwurstproduktion<br />

mit Verköstigung im Bayerischen<br />

Weißwurst-Stadl. Anmeldung ab 10<br />

Personen unter 08862 / 8354 nötig<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Kässpatzenessen auf der Schönegger<br />

Käse-Alm. Reservierung ab<br />

10 Personen unter 08867 / 489 nötig<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Baustellenführung an der<br />

Echelsbacher Brücke. Treffpunkt<br />

beim Baubüro. Anmeldung unter<br />

08845 / 7030620, Kosten: 3 €<br />

SA 18.09.<br />

SCHONGAU<br />

9.00 bis 12.30 Uhr<br />

Klamottenkiste in der Pfarrei<br />

Verklärung Christi<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Infos unter www.weibsdeifi-markt.de<br />

17.00 bis 18.30 Uhr<br />

Führung „Schongauer Biergeschichten“<br />

inkl. Bierspezialitäten.<br />

Treffpunkt am Rathaus. Anmeldung<br />

unter 08861 / 214-181. Kosten:<br />

12 €, siehe Anzeige Seite 78<br />

PEITING<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Führung an der Villa Rustica<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Weißwurst- und Käswurstessen<br />

auf der Schönegger Käse-Alm.<br />

Reservierung ab 10 Personen unter<br />

08867 / 489 nötig<br />

SO 19.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Erlebnis Lechflößerei — mit dem<br />

historischen Fernhandelsfloß auf<br />

Fahrt. Treffpunkt am Bootshaus.<br />

Siehe Anzeige Seite 36<br />

SCHWABSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Hammerschmiedemuseum geöffnet<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

LECHBRUCK<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

www.boeglmueller.com<br />

SEPTEMBER/<br />

Auf der Gsteig GmbH · Gsteig 1 · 86983 Lechbruck am See · Tel. 08862-98 77-50 · info@aufdergsteig.de · www.aufdergsteig.de<br />

76 | <strong>altlandkreis</strong><br />

• 18-Löcher-Golfanlage „Auf der Gsteig“<br />

• Öffentlicher 3-Löcher-Kurzplatz<br />

• 150 qm Golf-Indooranlage mit Golfsimulator<br />

(Full Swing) und Indoor-Putting-Grün<br />

• 18 Golf-Carts<br />

Golf-Indoor-Anlage<br />

Golfen mit besten Aussichten...


ROTTENBUCH<br />

11.00 Uhr<br />

Kirchenführung in der Pfarrkirche<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

20.00 bis 21.00 Uhr<br />

Sonntagskonzert der Blaskapelle<br />

Bad Bayersoien am Musikpavillon.<br />

Eintritt frei<br />

MO 20.09.<br />

BIRKLAND<br />

15.30 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ im<br />

Feuerwehrhaus. Für Kinder ab 6 J.<br />

DI 21.09.<br />

HOHENPEISSENBERG<br />

9.30 bis 11.00 Uhr<br />

Seniorentreff in gemütlicher<br />

Runde im HOP im Schächen<br />

13.30 bis 16.00 Uhr<br />

Workshop „digital mobil im Alter“<br />

<strong>für</strong> Senioren im HOP im Schächen.<br />

Anmeldung unter 08805 / 9549030<br />

oder hop-sozialertreff@t-online.de<br />

ALTENSTADT<br />

15.30 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ in<br />

der Bücherei. Für Kinder ab 6<br />

Jahren<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

17.00 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

OKTOBER <strong>2021</strong><br />

DENKLINGEN<br />

8.00 bis 10.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

MI 22.09.<br />

SCHONGAU<br />

11.00 bis 17.00 Uhr<br />

Kleiderkammer im Jugendzentrum<br />

Köhlerstadl geöffnet.<br />

Anmeldung unter 0157 / 33219731<br />

15.00 bis 19.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Museum im Klösterle geöffnet<br />

15.00 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ in<br />

der Bücherei. Für Kinder ab 6 J.<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

ROTTENBUCH<br />

10.00 Uhr<br />

Führung entlang des Pfaffenwinkler<br />

Milchweges. Treffpunkt am<br />

Eingang der Schönegger Käse-<br />

Alm. Kosten: 5 €, Infos unter www.<br />

pfaffenwinkler-milchweg.de<br />

20.30 bis 21.00 Uhr<br />

Weisenblasen am Soier See<br />

DO 23.09.<br />

SCHONGAU<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige Seite 73<br />

19.00 bis 20.30 Uhr<br />

Vortrag „Nachhaltigkeit – Mode –<br />

ein Widerspruch?“ im Ballenhaus.<br />

Anmeldung bei der VHS unter<br />

08861 / 214-191 oder vhs@schongau.de,<br />

Kosten: 7 €<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Offene Werkstatt bei Holzschnitzer<br />

Guido Hosp. Infos und Anmeldung<br />

STEINGADEN<br />

unter 08845 / 8784<br />

14.30 bis 17.30 Uhr<br />

Museum im Bierlinghaus geöffnet.<br />

Eintritt: 2,50 €<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Infos und Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

17.30 bis 19.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Infos<br />

und Anmeldung bei der Tourist-<br />

Info unter 08862 / 987830<br />

14.00 bis 18.00 Uhr<br />

Kameramuseum in der Füssener<br />

Straße 5 geöffnet<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Klostermuseum im Pfarrhof<br />

geöffnet<br />

WILDSTEIG<br />

15.30 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ in<br />

der Schule. Für Kinder ab 6 Jahren<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

7.30 bis 8.15 Uhr<br />

Meditation am Fischerhäusl. Anmeldung<br />

unter carinamatussek@<br />

gmx.de, Spen<strong>den</strong>basis<br />

DENKLINGEN<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

FR 24.09.<br />

SCHONGAU<br />

7.30 bis 13.00 Uhr<br />

Wochenmarkt am Marienplatz<br />

15.00 Uhr<br />

Pilzwanderung „Giftpilze, Speisepilze<br />

und Heilpilze“ an der<br />

Lechstaustufe 6. Für Kinder ab 12<br />

Jahren. Anmeldung bei der VHS<br />

unter 08861 / 214-191 oder vhs@<br />

schongau.de, Kosten: 16 €<br />

15.00 bis 18.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

16.00 bis 17.30 Uhr<br />

Führung durch die malerische<br />

Altstadt. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Anmeldung unter 08861 / 214-181<br />

Kosten: 4 €<br />

17.00 bis 18.00 Uhr<br />

Märchen und Musik „Märchen<br />

an besonderen Plätzen“ am<br />

Kasselturm. Für Kinder ab 4<br />

Jahren. Anmeldung bei der VHS<br />

unter 08861 / 214-191 oder vhs@<br />

schongau.de, Kosten: 7 €<br />

HOHENPEISSENBERG<br />

15.30 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ im<br />

Haus der Vereine. Für Kinder ab<br />

6 Jahren<br />

LECHBRUCK<br />

10.30 Uhr<br />

Führung „Folgen Sie <strong>den</strong> Spuren<br />

der Flößer“. Treffpunkt am Rathaus.<br />

Kosten: 4 €, Kinder bis 15<br />

Jahre frei, Anmeldung bei der<br />

Tourist-Info unter 08862 / 987830<br />

PREM<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Schau- / Weißwurstproduktion<br />

mit Verköstigung im Bayerischen<br />

Weißwurst-Stadl. Anmeldung ab 10<br />

Personen unter 08862 / 8354 nötig<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Kässpatzenessen auf der Schönegger<br />

Käse-Alm. Reservierung ab<br />

10 Personen unter 08867 / 489 nötig<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 15.00 Uhr<br />

Baustellenführung an der Echelsbacher<br />

Brücke. Treffpunkt beim<br />

Baubüro. Anm. bei der Tourist-Info<br />

unter 08845 / 7030620, Kosten: 3 €<br />

SA 25.09.<br />

SCHONGAU<br />

10.00 bis 14.00 Uhr<br />

Weibsdeifi-Markt in der Passage.<br />

Weitere Infos unter www.<br />

weibsdeifi-markt.de<br />

PEITING<br />

8.00 bis 14.00 Uhr<br />

Flohmarkt der SPD am Eisstadion<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />

Führung an der Villa Rustica<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Infos und Anmeldung<br />

unter 08860 / 371<br />

ROTTENBUCH<br />

11.00 bis 15.00 Uhr<br />

Weißwurst- und Käswurstessen<br />

auf der Schönegger Käse-Alm.<br />

Reservierung ab 10 Personen unter<br />

08867 / 489 nötig<br />

september / oktober <strong>2021</strong> | 77


Alle bisherigen <strong>Ausgabe</strong>n gibt es online<br />

zum Durchblättern unter<br />

www.<strong>altlandkreis</strong>.de<br />

in Schongau und im <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

an der Romantischen Straße<br />

• Stadt-Führungen: Mai – <strong>Oktober</strong> am Freitag um 16.00 Uhr<br />

• Themen-Führungen:<br />

- Literarischer Spaziergang mit Oliver Pötzsch<br />

- Die Henkerstochter und der Fluch der Pest<br />

- Schongauer Biergeschichten<br />

- <strong>Das</strong> sind (ja) schöne Aussichten<br />

- Entdeckertour durch Schongau<br />

• Kirchenführungen im <strong>Pfaffenwinkel</strong><br />

• Kinderführungen<br />

Tourist Information Schongau . Tel. 08861 214-181 . www.schongau.de<br />

78 | <strong>altlandkreis</strong><br />

SO 26.09.<br />

WAHL <strong>2021</strong><br />

BUNDESTAG<br />

SCHONGAU<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Erlebnis Lechflößerei — mit dem<br />

historischen Fernhandelsfloß auf<br />

Fahrt. Siehe Anzeige Seite 36<br />

SCHWABNIEDERHOFEN<br />

14.00 Uhr<br />

Kinderkino „Sams im Glück“ im<br />

Kulze. Für Kinder ab 6 Jahren<br />

ALTENSTADT<br />

10.30 bis 18.00 Uhr<br />

Tag der offenen Tür der Jägerhaus-Schützen<br />

im Schützenheim<br />

im Feuerwehrhaus. Siehe S. 56-58<br />

BERNBEUREN<br />

14.00 und 16.00 Uhr<br />

Auerbergmuseum geöffnet. Eintritt<br />

2,50 €, Anmeldung unter 08860 / 371<br />

LECHBRUCK<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Flößermuseum geöffnet. Anmeldung<br />

unter 08862 / 987830<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

13.00 bis 15.30 Uhr<br />

Familienführung „Entdeckertour“<br />

am Soier See. Kostenfrei, Anmeldung<br />

unter 08822 / 922740<br />

20.00 bis 21.00 Uhr<br />

Sonntagskonzert der Blaskapelle<br />

Bad Bayersoien am Musikpavillon.<br />

Eintritt frei<br />

WEILHEIMDI 28.09.<br />

SEPTEMBER/<br />

PEITING<br />

19.30 bis 21.00 Uhr<br />

Vortrag „Mit Hurtigruten rund um<br />

Spitzbergen“ mit Winfried Kröner<br />

in der ehemaligen Mädchenschule.<br />

Eintritt: 5 €, Anmeldung bei<br />

der VHS unter 08861 / 599-62 oder<br />

vhs@peiting.de<br />

HOHENPEISSENBERG<br />

9.30 bis 11.00 Uhr<br />

Seniorentreff in gemütlicher<br />

Runde im HOP im Schächen<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

LECHBRUCK<br />

17.00 Uhr<br />

Floßfahrt auf dem Lech. Treffpunkt<br />

am Bootshafen. Anmeldung<br />

bei der Tourist-Info unter<br />

08862 / 987830<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

19.30 bis 21.30 Uhr<br />

Theater „Gut gegen Nordwind“<br />

nach dem Roman von Daniel<br />

Glattauer am Musikpavillon.<br />

Einlass: 19 Uhr, Karten: 14 €,<br />

VVK bei der Tourist-Info unter<br />

08845 / 7030620<br />

DENKLINGEN<br />

8.00 bis 10.00 Uhr<br />

Gemeindebücherei geöffnet<br />

WEILHEIM<br />

19.30 Uhr<br />

Vortrag „Immobilien/ landwirtschaftlichen<br />

Betrieb jetzt<br />

verschenken oder doch später<br />

vererben?“ von Caroline Kistler<br />

im Dachs-Bräustüberl. Eintritt frei,<br />

siehe Anzeige links oben<br />

MI 29.09.<br />

SCHONGAU<br />

11.00 bis 17.00 Uhr<br />

Kleiderkammer im Jugendzentrum<br />

Köhlerstadl geöffnet.<br />

Anmeldung unter 0157 / 33219731<br />

15.00 bis 19.00 Uhr<br />

Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener<br />

Straße 7 geöffnet. Siehe<br />

Anzeige Seite 73<br />

PEITING<br />

14.00 bis 17.00 Uhr<br />

Museum im Klösterle geöffnet<br />

ALTENSTADT<br />

16.00 bis 18.00 Uhr<br />

Pfarrbücherei geöffnet<br />

ROTTENBUCH<br />

10.00 Uhr<br />

Führung entlang des Pfaffenwinkler<br />

Milchweges. Treffpunkt am<br />

Eingang der Schönegger Käse-<br />

Alm. Teilnehmerzahl auf 15 Personen<br />

begrenzt. Weitere Infos unter<br />

www.pfaffenwinkler-milchweg.de<br />

BAD BAYERSOIEN<br />

14.00 bis 16.00 Uhr<br />