2021/09 | FRIZZ Magazin

suedwest.presse

SEPTEMBER 2021 · NR. 346 · UNBEZAHLBAR

MACH’S DIR SELBST

Möbel-Unikate, Gartenträume

und DIY aus dem Laden. S. 14

STADTGESCHICHTEN

Im Club der Näherinnen wird

selbst Hand angelegt. S. 18

STADTGESPRÄCH

Upcycling? Jacke wie Hose! Jana und Ria bringen

alte Klamotten auf Vordermann. S. 10


Auf der Suche nach der

Traumküche?

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INHALT

IM SEPTEMBER

SELBST GEMACHT...

Gibt man bei Google „DIY“, also die Abkürzung

für Do-it-yourself, ein, meldet

sich die Suchmaschine mit knapp 3 Milliarden

Ergebnissen zurück. Darunter

Ideen zum Basteln, Rezepte für selbstgemachte

Marmelade, allerlei Einrichtungs-Tutorials

und andere kreative

Anleitungen. Ich habe mich für diese

Ausgabe einmal an einem DIY-Kunstwerk

versucht. Das Ergebnis seht ihr

rechts. Ist zwar keine Mona Lisa, aber

100 Prozent selbst gemacht.

Auch im neuen FRIZZ geht es um Doit-yourself.

Das Titelthema „Mach’s

dir selbst“ handelt beispielsweise von

selbstgebauten Möbeln aus Europaletten,

einem Gemüsegarten auf dem

Balkon und regionalen Anbietern, bei

denen man Handgemachtes bekommt.

Im Stadtgespräch erzählen Lena und

Ria, wie sie darauf kamen, ihr Label für

Upcycling zu gründen und warum das

Ganze „Jacke wie Hose“ heißt. Auch in

den Stadtgeschichten geht es um Kleidung.

Warum nähen wieder total im

Trend liegt und wie einfach es ist, ein

personalisiertes Handtuch in Händen

zu halten, hat FRIZZ-Redakteurin Kerstin

bei Nähmaschinen Hörmann herausgefunden.

Wie immer kommen auch ansonsten

wieder Menschen aus der Region zu

Wort. Dieses Mal erzählen uns unter

anderem Jens, Susanne, Bernd und Iris,

was sie alles selbst machen.

Das war’s natürlich noch nicht. Wir

schauen hinter die Kulissen des wiedereröffneten

Herrenkellers, stellen euch

das Fitnessprogramm „Bodystretch“

vor, zeigen euch, was es mit „ulmopen“

auf sich hat und bei unseren Studis geht

es diesen Monat um das Thema „Plätzchenbacken

im Sommer“.

Jetzt könnt ihr beim Durchblättern

selbst aktiv werden. DIY eben.

Macht’s gut und bis demnächst,

Foto: Julia Haaga Foto: Stefanie Müller

04

14

18

Foto: K. Auernhammer

Foto: Freepik.com/ prostooleh

10

33

04 STADTLEBEN

Alles rund um die Doppelstadt

10 STADTGESPRÄCH

Lena und Ria haben sich dem

Upcycling verschrieben und

„Jacke wie Hose“ gegründet

14 MACH’S DIR SELBST

Möbel aus eigener Herstellung,

Gartenarbeit auf dem Balkon und

Nützliches aus dem 3D-Drucker

18 STADTGESCHICHTEN

Nadel und Faden ahoi: zu Besuch

im Club der Näherinnen

20 NACHGEFRAGT

„Do it yourself: Was machst

du selbst?“

24 FRIZZ-KIDS

Lesestoff und Veranstaltungstipps

in der Doppelstadt

26 AUSBILDUNGS-SPECIAL

Betriebliche Ausbildung und Co:

Interviews mit Auszubildenden

30 VERANSTALTUNGSTICKER

Die besten Events der Region

auf einen Blick

34 LETZTE SEITE

Das Letzte kommt zum Schluss |

Impressum

3

Foto: privat


STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

Was passiert in der Doppelstadt?! Wir informieren über

Neueröffnungen, bevorstehende Ereignisse, Veranstaltungen,

Kulinarisches, Gastronomen, Lifestyle, Fashion, Food, Musik,

Kultur und vieles mehr. Bleib mit FRIZZ auf dem neuesten Stand,

was in Ulm und Neu-Ulm passiert.

STEFFI

HERRENKELLER:

OMAS KÜCHE 2.0

MEIN

STADTGEFLÜSTER

Wer dieser Tage durch die Herrenkellergasse läuft, hat es

schon gesehen: Der Herrenkeller hat wieder geöffnet. Betrieben

wird er von Amelie Dangel und Michael Utz, die auch das

Ulmer Wirtshaus an der Steinernen Brücke führen.

4

Die Terrasse platzt aus allen Nähten

„Eigentlich wollten wir schon zum 1. Juli öffnen, aber es gab

Lieferengpässe bei der neuen Kücheneinrichtung. Jetzt ist

zwar immer noch nicht alles da, aber wir wollten nicht länger

warten“, so Dangel. Deshalb gibt es momentan auch nur eine

kleine Speisekarte – was der Begeisterung aber keinen Abbruch

tut: Auf der Terrasse ist bei gutem Wetter einiges los, die

fast alle Tische sind dann belegt. „Auch die Stammtische haben

schon angerufen und sich gefreut, dass wieder offen ist. Der

Herrenkeller ist einfach eine Institution“, sagt die 35-Jährige.

Das Restaurant wurde renoviert und aus dem ehemaligen Raucherzimmer

ist nun „Omas Küche“ geworden, ein gemütlicher

Raum, eine Mischung aus Moderne und Historie.

Dangel kommt ursprünglich aus Oberschwaben, ihr Mann aus

Bayern. „Wir teilen uns jetzt die Gasthäuser, ich als Schwäbin

schmeiße den Herrenkeller und mein Mann kümmert sich um

das Ulmer Wirtshaus.“, so Dangel.

Wie bei vielen Restaurants fehlen allerdings auch im Herrenkeller

noch ein paar helfende Hände. Aber das Stammpersonal

vom Ulmer Wirtshaus ist während der Krise und des langen

Lockdowns treu geblieben und packt auch im Herrenkeller mit

an, so lässt sich einiges managen.

Amelie Dangel und Küchenchef Tobias Schulz vor dem neuen Herrenkeller.

Text und Foto: Stefanie Müller

Das Angebot ist

sehr vielfältig.

| Foto: Archiv

Die Wilhelmsburg

macht einiges her.

| Foto: Steffi Müller

Vier Wochen im Jahr heißt es für alle Ulmer

(und natürlich auch Neu-Ulmer, Biberacher

oder woher auch immer) „Stürmt die Burg“.

Voll cool, das Programm auf der Ulmer Wilhelmsburg:

Konzerte, Ausstellungen, Theater

oder einfach auf ein oder mehrere Getränke.

Aber der Burgsommer ist auch ganz

schön kurz, vor allem wenn es wie in diesem

Jahr sehr durchwachsenes Wetter hat und

einiges komplett ins Wasser fällt. Nun habe

ich hinter vorgehaltener Hand gehört,

dass nächstes Jahr die Events auf der Burg

schon im Frühling starten sollen – mit fester

Bühne, die auch mal ein paar Wassertropfen

aushalten kann. Ich fände es grandios und

würde auf jeden Fall regelmäßig die Burg

stürmen, denn auch im Frühling gibt’s doch

schon schöne Tage, an denen man prima im

lauschigen Innenhof des alten Gemäuers sitzen

kann. Und da ich immer zur Burg laufe,

wäre es glatt auch noch ein erweitertes Training.

Ich bin also am Start – mal sehen, ob

es was wird mit „Stürmt die Burg Extended

Version ‘22“ …


RONNIE BIGGS AN

NEUER LOCATION

STELLT DIE

STÜHLE RAUS

„ulmopen“ - der 11. September soll ein Tag für Begegnung von Mensch zu Mensch

werden. | Foto: Heike Viefhaus

Saucen-Fee Melanie serviert bei Ronnie Biggs Burger. | Foto: P. Starzmann

Ronnie Biggs, das coole Burger-Restaurant, ist nun wie lange

angekündigt umgezogen. Es ist nicht mehr direkt an der

Herdbrücke zu finden, sondern im ehemaligen Enchilada

in der Schelergasse am Ulmer Marktplatz. Warum heißt das

Restaurant eigentlich wie der englische Posträuber? „Wir finden

die Geschichte cool“, meint Ronnie-Biggs-Macher René

Mellert. „Biggs war nicht nur gewitzt: Der Raub war gelungen

und Ronnie war bis ins hohe Alter auf freiem Fuß ¬ cool!“

Zu den Burger-Rennern zählen momentan übrigens die vegetarischen

Burger, einige sind zudem als vegane Variante zu

haben. Essen und Chillen geht jetzt noch besser bei Ronnie

Biggs, weil es in den neuen Räumlichkeiten einen lauschigen

Innenhof gibt. Nach dem Essen werden Oldschool-Drinks,

junge Kreationen oder Spritzvarianten serviert, die nicht von

der Stange sind.

Ein paar Stühle, einen Tisch und dann noch das unübersehbare

Aktionssymbol, der orangefarbene Pappteller – mehr braucht

es nicht für „ulmopen“. „Der 11. September soll in Ulm ein Tag

des Dialogs, des Lebens und der direkten Demokratie werden“,

sagt Sebastian Huber von der Ulmer Kulturabteilung und erklärt,

was es mit diesem besonderen Tag der offenen Tür auf

sich hat. „Nach der langen Lockdownphase sehnen sich viele

Menschen nach direkter Kommunikation. Manche wissen

nach monatelangem Austausch über Smartphone oder Computer

gar nicht mehr, wie sich ein Treffen mit realen Menschen

anfühlt. Ab 14 Uhr sind am zweiten Samstag im September alle

Ulmer aufgerufen ihre Innenhöfe und Gärten für Gäste zu öffnen,

die man noch nicht kennt. Einzelne Stühle vor dem Haus

oder der Garage genügen auch, um spontan Besucher zu empfangen,

mit denen man ins Gespräch kommen kann.“ Der Fantasie

sind keine Grenzen gesetzt, was man den Gästen außer

einem offenen Ohr als Gesprächspartner noch anbietet.

Text: Petra Starzmann

ronnie-biggs.com

Text: Heike Viefhaus

ulmopen.de

BIERBÄHNLE

IS BACK

Pandemiebedingt gab es in

den vergangenen Monaten

keine Fahrten mit Bierbähnle

und Co. Nach den

Sommerferien können nun

wieder Fahrten gebucht

werden. André Dillmann,

Geschäftsführer der SWU

Verkehr freut sich: „Endlich

können wir wieder

Fahrten mit unseren historischen

Fahrzeugen

Das Bierbähnle fährt wieder. | Foto: SWU

anbieten. Wir blicken stolz auf eine lange und reiche Geschichte

des öffentlichen Nahverkehrs in Ulm und Neu-Ulm zurück.“

Text: Dominik Schele

swu.de

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STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

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BAYERN SPIELT:

KULTUR UND KREATIVITÄT

Die vergangenen Monate waren nicht leicht für Kulturschaffende

und ihr Publikum: Abgesagte Veranstaltungen, leere Bühnen, fehlender

Applaus. Wie groß die Sehnsucht nach Kunst und Kultur

war und nach dieser Zeit auch noch immer ist, wurde bereits in

der Eröffnungswoche von „Bayern spielt“ in München deutlich:

Hochkarätig besetzte Veranstaltungen verzückten das Publikum

– der Startschuss für einen bayernweit besonderen Sommer mit

Kultur in all ihren Facetten.

Die staatlich geförderte Initiative „Bayern spielt“ bringt Kunst und Kultur wieder

zurück auf die Bühnen. | Foto: Matthias Balk

Der Freistaat soll wieder leuchten – dafür sorgt die Initiative

„Bayern spielt“. Veranstaltende, Kulturschaffende und Publikum

dürfen sich auf Kulturgenuss im Freien freuen. Bis Ende September

sind bayernweit bereits über 1.000 Veranstaltungen geplant

– Tendenz steigend. „Mit ,Bayern spielt‘ feiern wir ein Comeback

von Lebensfreude, Kreativität und Seelennahrung im Freistaat“,

so der Initiator, Kunstminister Bernd Sibler.

Online-Plattform ist das Herzstück

Herzstück des Formats ist die Plattform bayernspielt.info. Hier

kommen Angebot und Nachfrage zusammen – Kulturschaffende

finden Veranstaltende und passende Flächen. Gemeinsam entstehen

so eine Aufbruchstimmung und ein Zusammenhalt, der in

neuen Partnerschaften mündet. Grundsätzlich können alle Kulturveranstaltungen

ein Teil der Aktion „Bayern spielt“ werden.

Der Veranstaltungskalender ist die zentrale Anlaufstelle für das

Publikum – egal, ob Konzert, Ausstellung, Theater oder Literatur.

Das Angebot wächst auch während des Formats weiter, da sich

immer neue Veranstaltungen finden. Durch verschiedene Filtermöglichkeiten

wie Orte oder Kategorie lässt sich das Angebot individuell

schnell und unkompliziert nach dem passenden Event

durchsuchen. Außerdem bietet die Plattform ein großes Serviceangebot

zu Fördermöglichkeiten und aktuellen Informationen zu

Hygieneanforderungen.

bayernspielt.info

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BODYSTRETCH

MACHT BEWEGLICH

KULTURGESICHTER

IM STUDIO-TALK

Anja Schadhauser (Vierte von links, stehend) und die anderen Bodystretch-

Begeisterten zeigen, was sie draufhaben. | Foto: privat

Wer mit Anja Schadhauser trainiert, wird schon bald einen

perfekten Handstand oder sogar einen Spagat können. Die

Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik betreibt seit 2019

Body stretch. Dabei handelt es sich um Fitnesstraining, das

sich – wie der Name vermuten lässt – auf die Beweglichkeit des

Körpers spezialisiert. „Das ist eine Art Mischung aus Ballett,

Rhythmischer Sportgymnastik, Akrobatik und Yoga“, erklärt

Anja. Auf dem Instagram-Profil von Bodystretch und in den

Stories bekommt man einen Einblick, was es damit genau auf

sich hat. Durch Instagram wurde auch der Neu-Ulmer Verein

FKV auf Anja aufmerksam. Seit Januar gibt sie hier nun Online-Kurse.

Grundsätzlich ist Bodystretch zwar für alle geeignet,

doch die Kurse bietet Anja momentan nur für Frauen über

18 Jahren an. „Ich möchte künftig aber auch gerne Männer-

Stretching-Kurse anbieten“, so die 25-jährige.

Text: Dominik Schele

instagram.com/bodystretch_

Hannes Hoch, Marcel Durach und Ramona Kloos lassen Menschen aus der Veranstaltungsbranche

zu Wort kommen. | Foto: Kulturgesichter0831

Moderator Hannes Hoch, Foto- und Videograf Marcel Durach

und Kulturgesichter0831-Organisatorin Ramona Kloos bringen

die Emotionen der Veranstaltungsbranche auf die Bühne.

Neben Fotostrecken gibt es das Ganze seit Mai auch als

Talk-Show im „Kulturgesichter0831 Studio-Talk“. Die Shows

werden immer montags um 20.15 Uhr auf studio-talk.de ausgestrahlt

und sind außerdem als Podcast auf allen gängigen

Plattformen verfügbar.

„Es sind Emotionen, geballtes Fachwissen und ein tiefer Einblick

in das Leben von Kolleginnen und Kollegen, Künstlerinnen

und Künstlern sowie Partnerinnen und Partnern, die

uns zutiefst bewegen. Wir sind stolz auf das Format, und ich

bin froh, dass ich mit Hannes Hoch und Marcel Durach zwei

Profis ihres Fachs kennenlernen durfte, die dem Projekt Kulturgesichter

mit dem gleichen Herzblut beiwohnen, wie ich

das tue“, so Ramona Kloos.

studio-talk.de

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STADTLEBEN

ULM/NEU-ULM

KULTURNACHT

ULM UND NEU-ULM

OPEN AIR

FRAUENFLOHMARKT

Auch die 21. Kulturnacht bietet ein buntes Programm | Foto: Kulturnacht

Wenn die letzten Monate eine Sache gezeigt haben, dann,

dass Kunst, Kultur und Kreativität wichtige Bestandteile des

Lebens sind. In ihrem Grußwort zur Kulturnacht bezeichnen

die OBs Katrin Albsteiger und Gunter Czisch Kultur gar als

„Grundnahrungsmittel der Gesellschaft“. Wer selbst ausgehungert

ist, darf sich auf den 18. September freuen. Zum 21.

Mal findet dann die Kulturnacht in Ulm und Neu-Ulm statt.

Rund 100 Veranstaltungen warten auf Besucher.

Lust auf edle Fummel für

kleines Geld? Dann ab zum

Frauenflohmarkt! Nach

dem Umzug von der Ratiopharm-Arena

ins Werk

3 der Passigatti-Halle findet

der Frauenflohmarkt

¬ nach über zwei Jahren

Pause ¬ dieses Jahr unter

freiem Himmel statt.

Am 2. Oktober ab 10 Uhr

geht es auf dem Rathausplatz

in Neu-Ulm

los. Etwa 50 Stände mit

Kleidung, Schuhen,

Schmuck, Accessoires

und auch Selbstgemachtem

laden dann

In der Passigatti-Halle war

der Frauenflohmarkt immer

ein Highlight. | Foto:

zum Stöbern und

Frauenflohmarkt

Schnäppchenjagen

ein. Wie bei jedem Flohmarkt gilt: Die guten Stücke gehen

meist direkt zu Beginn über den Tisch. Früh da zu sein lohnt

sich also.

Text: Dominik Schele

kulturnacht-ulm.de

Text: Dominik Schele

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PLÄTZCHENBACKEN

IM SOMMER

Huch – was ist denn da los? In unserer Nachbarschaft

riecht es plötzlich nach Bredle ... Sabrina von den Studis

von nebenan hat ihre Backleidenschaft entdeckt.

DIE STUDIS

VON NEBENAN

TEIL 6

Direkt neben der FRIZZ-Redaktion

wohnen die Studenten

Sabrina, Felix und Tobias. Was

die drei außer studieren noch

so alles treiben, verraten sie jeden

Monat im FRIZZ.

Um einen einfachen Guzle Teig á la

Sabrinas Oma zu machen, braucht man

nicht viel:

• 1 Ei

• 250 gr Mehl

• 1 Prise Salz

• 90 gr Zucker

• 125 gr Butter

Letztens hatte mich meine Oma angerufen und

erzählt, sie backe meinem Onkel zum Geburtstag

Plätzchen, oder wie meine Oma sagt „Guzle”. Sie

meinte, Kuchen backen kann jeder! Ich war verwundert,

da es Guzle ja eigentlich nur in der Weihnachtszeit

gibt und wir gerade mal Juli hatten –

doch warum eigentlich nicht? Noch am selben Tag

standen wir beim Einkaufen vor den Süßigkeitsregalen

und haben uns überlegt, was wir heute für

Süßigkeiten kaufen wollen, da dachte ich an meine

Oma und wir haben keine gekauft, sondern sind

umgedreht zu den Backwaren. Anstatt Kekse und

Schokolade zu kaufen, haben wir uns dann einfach

Backzutaten und Marmelade gekauft und am Nachmittag

Plätzchen gebacken.

Sabrina

Notizzettel designed by user15245033/Freepik

Gemeinsam backen statt kochen – die Studi-

WG zaubert Leckereien.

Nusshäufchen – wie an Weihnachten!

Anstatt sich mit Freunden zum Kochen zu verabreden

finde ich zusammen backen eine tolle Alternative!

Nachdem wir das ein paar Mal ausprobiert

hatten, sind wir kreativ geworden und haben angefangen,

auch Brownies, Kekse und Pralinen zu backen.

Am meisten Spaß macht, dass der Kreativität

keine Grenzen gesetzt sind, so entstanden zum Beispiel

lustige Fußballwappenkekse oder Plätzchen

mit Matheformeln aus Zuckerguss oben drauf.

Zubereitung

Mehl, Zucker und Butter sowie Salz auf einem Brett

anhäufen, dann oben mit einem Löffel eine Mulde

formen und das Ei reinschlagen. Alles zu einem

Teig kneten und ab in den Kühlschrank. Ein paar

Stunden später kann man den Teig Aufrollen und

Gutzle ausstechen. Die kommen bei 180 Grad für

wenige Minuten in den Ofen, bis sie leicht hellbraun

werden in den Ofen. Nach dem Abkühlen kann man

je zwei mit Marmelade „zusammenkleben“ oder sie

mit Schokolade verzieren. Fertig.

Felix

NÄCHSTEN MONAT:

FELIX UND DIE

DRACHEN

Tobias


STADT

GESPRÄCH

UPCYCLING?

JACKE WIE HOSE!

Zwei Ulmer Designerinnen lassen alte Lieblingskleider neu

erstrahlen. Das Label zeigt nicht nur modisch Flagge, sondern

steht auch für eine Mission: mehr Umweltbewusstsein.

FRIZZ: Ihr habt ein Label

gegründet, bei dem es darum

geht, alte Lieblingskleidungsstücke

neu aufzuwerten,

Upcycling genannt.

Wie kam es dazu ?

Jana: Wir haben uns im Studium

kennengelernt und auf

Anhieb verstanden, da wir die

gleichen Interessen teilen:

Mode und Nachhaltigkeit. Es

war Sympathie auf den ersten

Blick bei den Studienkennenlerntagen.

Ria war schon da,

als ich zur Tür reinkam und ich

dachte: Mit der muss ich mich

unterhalten, die wirkt so sympathisch

...

Ria: Wir haben in Ulm Kommunikationsdesign

studiert.

Eine Semesteraufgabe bestand

darin, sich eine Firma auszudenken.

Die Vorgaben waren

frei, wir konnten uns in jede

Richtung bewegen. Also haben

wir uns ein Upycling-Label

ausgedacht: „Jacke wie Hose_

Upcycling“.

Es war nicht nur die Liebe

zur Mode, die uns zum Upcycling

gebracht hat, sondern

auch die Erkenntnis, dass es so,

wie es gerade in der Fashion-

Industrie zugeht, nicht weitergehen

kann. Viele Firmen

verstecken sich hinter ihren

Labels. Es mangelt an Transparenz.

Käufer bekommen nicht

mit, wie die Produktionskette

aufgebaut ist und wo die Kleidungsstücke

eigentlich hergestellt

werden.

Firmen werben gerne mit

dem Thema Nachhaltigkeit.

Es reicht aber doch nicht aus,

das nur draufzuschreiben. Die

meisten Kleidungsstücke werden

in Asien hergestellt.

Bei Jacke wie Hose nehmen

wir alte Lieblingsteile

und funktionieren sie zu etwas

Neuem um. Da kann es passieren,

dass aus einer Jacke eine

Hose wird und umgekehrt.

Ich komme nicht aus Baden-

Württemberg und musste erst

darüber aufgeklärt werden,

dass „Jacke wie Hose“ auch ein

Sprichwort ist. Dadurch, dass

die Naht in unserem Logo die

Jacke und Hose durchstreicht,

hat das auch die Bedeutung,

dass es uns nicht egal ist!

Am Anfang haben wir einen

alten Nähtisch in knalligem

Grün angesprayt und Rollen

angebracht, damit er mobil

wird. Das war unser Einstieg in

die Veranstaltungsbranche ...

Der grüne Nähtisch ist ein

Hingucker und so was wie

euer Markenzeichen. Wie

kommt man auf so eine Idee?

Durchs Studium haben wir

aus den Bereichen Kunst und

Design viel Inspiration mitnehmen

können.

Uns war wichtig, aktiv auf

die Leute zuzugehen. Unser

mobiler Nähtisch ermöglicht

uns den Aufbau an vielen tollen

Orten …

Auf dem Münsterplatz und

in der Innenstadt waren wir

bereits in Upycling-Mission

unterwegs.

Im Gleis 44 haben wir

dann unseren ersten „Jacke

wie Hose“-Aktionsnachmittag

veranstaltet.

Interessenten konnten

gemeinsam mit Designern zusammenarbeiten,

sodass aus

alten Kleidungsstücken etwas

Neues entsteht. Wir hatten

einen Fundus aus Stoffresten,

Bändern und Ketten. Die Kolleginnen

von „Clair de Chic“

und zwei Modedesign-Studenten

waren mit dabei. Die

Aktion lief super, es kamen

viele Leute. Wir mussten eine

Chill-Out-Area aufbauen, weil

die Wartezeiten lang waren.

Doch die Besucher haben es

als kleines, gemütliches Fest

wahrgenommen. Nachmittags

haben wir angefangen, abends

öffnete dann der Club.

Ein nahtloser Übergang

(strahlt). Den Abend haben

wir mit Spenden refinanziert.

Im Vordergrund stand für uns

die Aufklärung, den Leuten zu

10


Zur Person

Jana (23) hat Kommunkationsdesign

in

Ulm studiert. Die gebürtige

Bayerin sammelt

derzeit Inspiration in

Karlsruhe. Sie liebt das

Kreative und Nachhaltige.

Beim Thema Upcyling

geht Jana nicht

nur in ihrem Element

auf, sondern auch gerne

auf Menschen zu.

Gemeinsam mit Ria hat

sie 2019 das Label „Jacke

wie Hose_Upycling“

gegründet.

Foto: Julia Haaga

Zur Person

Ria (23) hat mit Jana

Kommunikationsdesign

studiert. Sie arbeitet in

einer Ulmer Kommunikationsagentur.

Alles

Kreative ist bei ihr

jederzeit willkommen.

Auf Instagram vertreiben

die beiden unter jackewiehose_upcycling

eigene Kreationen: darunter

Haarbänder und

-gummis aus Stoff sowie

T-Shirts mit Krawattenärmeln.

11


STADT

GESPRÄCH

Sommer, Sonne, Jacke wie Hose! Ria (links) und Jana (rechts) auf einem Upcycling-Event.| Foto: Jacke wie Hose_Upcycling

zeigen: Hey, seht mal, wie cool

das sein kann, aus alten Sachen

etwas Neues zu erschaffen!

Inzwischen fertigen wir auch

eigene Teile: T-Shirts mit Krawattenärmeln

aus dem Fundus

verschiedener Opis. Wir werden

die Shirts bald online anbieten.

Bisher gibt es sie über

Anfrage auf Instagram. Egal,

ob schwarz, blumig oder bunt:

Da ist für jeden etwas dabei.

Inzwischen

fertigen wir

auch eigene

Teile an.

Können FRIZZ-Leser ihre

ausrangierten Krawatten

spenden?

Jana & Ria: (lachen) Natürlich,

immer her damit!

Welche weiteren Aktionen

plant ihr?

Wegen der Corona-Beschränkungen

findet das

Eulenflug-Festival in Rothenburg

ob der Tauber, auf dem

wir die letzten Jahre unseren

Upcycling-Stand hatten, auch

dieses Jahr nicht statt. Mit

den Veranstaltern arbeiten wir

stattdessen an einer Vintage-

Kollektion, um Hilfsprojekte,

wie das Kiwoko-Hospital in

Uganda, zu unterstützen. Natürlich

planen wir eine weitere

Aktion im Gleis 44.

Gibt es in Ulm Trends, die

es anderswo nicht gibt? In

Köln hatten die Hipster immer

Turnbeutel abends zum

Weggehen in den Clubs dabei.

Ein Trend, der in Frankfurt

belächelt wurde. Den

Berlinern hingegen ist stets

alles egal. Was ist very Ulm?

In den größeren Städten

entstehen Trends, die schwappen

dann irgendwann auf die

kleineren Städte über. London

beispielsweise war früher punkig

unterwegs, eher rough. Ein

Trend, der sich in der Underground-Szene

entwickelte. Die

80er sind zurück! Dazu passen

unsere „Scrunchies“, das sind

Haarbänder mit Stoff. Außerdem

geht der Trend zu Handarbeiten,

wie zum Beispiel

Stickereien. Kleidungsstücke,

bei denen man erkennt, dass

Details mit Liebe verarbeitet

wurden.

Uns ist aufgefallen, dass

Ulm eine sehr offene Stadt ist,

was Diversität und Akzeptanz

angeht. Die Ulmer sind richtig

experimentierfreudig! Das

spiegelt sich auch in unseren

Krawattenkollektionen wider.

Wir haben uns von Ulm inspirieren

lassen. Wir sprechen

übrigens keine direkte Zielgruppe

an. Upcycling hat kein

Alter oder Geschlecht. Jeder

ist willkommen!

Das haben wir im Gleis 44

gemerkt. Ältere Menschen haben

sich mit uns über unsere

Nähmaschinen unterhalten.

Jacke wie Hose_Upcycling

Label für Upcycling Events,

eigene Kollektionen

Instagram: jackewiehose_upcycling

Mail: jwhupcycling@gmail.com

Was hat es mit den Nähmaschinen

auf sich? Sind die

nicht alle gleich?

Man muss die Nähmaschine

finden, die zu einem passt.

Es gibt Nähmaschinen für feste

Stoffe oder für Allrounder. Es

ist besser, im Laden persönlich

vorbeizugehen anstatt online

zu bestellen, um die verschiedenen

Modelle einmal auszuprobieren.

Ich verwende die Nähmaschinen

von meiner Mutter

und meiner Oma.

Gerade mit Blick auf Nachhaltigkeit:

Wie sollte die

Textilindustrie der Zukunft

funktionieren?

Mehr Transparenz! Konsumenten

sollten erfahren, was

sie kaufen. Die Firmen sollten

sich mehr für die Umwelt einsetzen

und CO 2

-Emissionen bei

der Produktion verringern. Es

reicht nicht, nur zu sagen: Bei

so und so viel gekauften Stücken

pflanzen wir einen Baum.

Jacke wie Hose ist euer Herzensprojekt.

Was macht ihr

hauptberuflich und wie lässt

sich das Label in den Alltag

integrieren?

Wir investieren viel Zeit

und Liebe in unser Label.

Hauptberuflich arbeiten wir

beide als Kommunikationsdesigner.

Wir lieben die analoge

Welt, Ausstellungsgestaltung

oder Plakatdesign für Film und

Fernsehen.

Zukunftspläne?

Weitere Festivals, neue Locations

und Kooperationspartner

und vielleicht bald eine

größere Kollektion.

Text: Julia Haaga

12


MACH´S

DIR SELBST

In den letzten

Jahren ist das

Thema „Do-ityourself“

oder

abgekürzt DIY

immer größer

geworden.

MACH´S DIR

SELBST

DO IT

YOURSELF

14


15

Selbstgemachtes wird mittlerweile

in vielen Läden und online angeboten.

Bücher, Zeitschriften und

Internet-Foren sind voll mit Anleitungen

und Tutorials für die verschiedensten

Dinge. Durch Corona und die damit verbundene

Suche nach Freizeitbeschäftigung

zuhause bekam das Ganze einen

weiteren Schub.

VOM BEISTELLTISCH

ZUM SOFA

Bei vielen steht der Wunsch nach Individualität

in den eigenen vier Wänden im

Vordergrund. Natürlich ist es einfach,

sich im Möbelhaus einzurichten. Die

Wahrscheinlichkeit, eine ähnliche Einrichtung

im Freundeskreis wiederzuentdecken,

ist allerdings recht hoch.

Die Lösung: selbstgemachte Einzelstücke.

Unikate gibt es zwar auch in

Designer-Stores, die Preise sind mitunter

aber gesalzen. Wer seine Möbel

selbst herstellt, kann nicht nur Kosten

sparen, sondern den Stücken auch eine

persönliche Note verleihen. Was Material,

Farbe und „Extras“ angeht, sind

die Möglichkeiten beinahe grenzenlos.

Ganz hoch im Kurs stehen nach wie vor

Obstkisten und Euro paletten als Ausgangsmaterial.

Das liegt vor allem an der

Verfügbarkeit und dem eher einfach zu

bearbeitenden Werkstoff.

Jörg Spreng hat im letzten Sommer

angefangen, eigene Möbelstücke herzustellen.

Ursprünglich wollte er nur

einen einfachen Beistelltisch für das

Wohnzimmer anfertigen. Bei der ersten

oberflächlichen Recherche im Internet

stieß er dann aber schnell auf zahlreiche

Anleitungen und Video-Tutorials

für die unterschiedlichsten Dinge. „Der

Beistelltisch war recht schnell vergessen“,

erinnert sich Jörg. „Gemeinsam mit

meiner Frau beschloss ich, ein Sofa aus

Europaletten herzustellen. Ich bin zwar

nicht der begnadetste Heimwerker, aber

insgesamt war das dann doch ganz einfach.

Und auch an Paletten ranzukommen

war kein Problem. Mein Schwiegervater

arbeitet bei einer Spedition. Da

konnte ich mich nach Herzenslust bedienen.

Natürlich nicht umsonst“, lacht

Jörg. „Man kann sich zwar auch Paletten

im Internet bestellen, das ist dann aber

etwas teurer.“

Der Preis für 15 neuwertige Europaletten

liegt bei etwa 500 Euro. Das ist nicht

wenig, doch es mindert den Arbeitsaufwand

erheblich. Das bestätigt auch Jörg:

„Der größte Aufwand bestand darin, die

Paletten abzuschleifen. Das hat mehrere

Tage gedauert und wirklich viel Spaß

hat es auch nicht gemacht. Danach kam

die Lackierung. Das nahm zwar auch

viel Zeit in Anspruch, war aber deutlich

angenehmer. Der Rest bestand dann nur

noch daraus, die Paletten zusammenzuschrauben

und Sitzfläche bzw. Rückenpolster

mit mehreren Klettstreifen

anzubringen.“ Auch wenn das Projekt

aufwändiger war als gedacht, hat Jörg

Spreng Blut geleckt. Im gleichen Stil

baute er sich kurze Zeit später Sitzgelegenheiten

für die Terrasse. Und was ist

ARBEITEN MIT HOLZ

IST NICHT SCHWER

Foto: Thesawguy

aus Jörgs Beistelltisch geworden? „Um

ehrlich zu sein, steht da jetzt ein 5-Euro-

Tisch von Ikea. Aber irgendwann nehm

ich den auch noch in Angriff“, grinst er.

VOM GARTEN GIBT

ES VIELE ARTEN

Viele, die einen eigenen Garten haben,

werden zustimmen: Kaum ein anderer

Bereich lebt so sehr vom DIY-Gedanken.

In einem Garten ist viel zu tun. Rasen

mähen, Hecken stutzen und Blumen

pflanzen. Darüber hinaus kommt bei einigen

noch die Pflege von Obstbäumen

und Gemüsebeeten hinzu. Wer keinen

eigenen Garten hat, kann natürlich versuchen,

auf dem heimischen Balkon

Tomaten und Co anzupflanzen. Bettina

Knopp hat damit relativ gute Erfah-

ANNA STELLT

ACCESSOIRES

FÜR HUNDE

HER

Foto: Elisabeth Hahn

SELBSTGEMACHTE

EINZELSTÜCKE

AUS PALETTEN


MACH´S

DIR SELBST

„Urban Gardening“. Hierbei handelte

es sich ursprünglich um eine Form des

subtilen politischen Protests im öffentlichen

Raum, bei dem heimlich Pflanzen

ausgesät wurden – insbesondere an

öffentlichen Plätzen in Großstädten.

Heutzutage stehen vor allem die Ernte,

das Gemeinschaftsgefühl, aber auch die

Verschönerung grauer Innenstädte im

Fokus. Diese Grundgedanken sind auch

beim „Quartiersgarten im Ulmer Dichterviertel“

zentral. Das Projekt wurde

2017 von Mitarbeiterinnen der AG West

angestoßen. Seitdem hat sich hier so

einiges getan. Wo vorher ein eher heruntergekommener

Parkplatz und ein

kleines Wäldchen waren, finden sich

nun zahlreiche Hochbeete, in denen verschiedene

Gemüse, diverse Kräuter und

sogar Kürbisse wachsen.

Bereits seit 2009 findet sich am Safranberg,

mit dem Interkulturelle Garten, ein

ähnliches Projekt. Neben dem Gärtnern

innerhalb der Gemeinschaftsflächen sowie

der gemeinsamen Planung und Organisation

von Gartenaktivitäten steht

hier auch das Plaudern und Kennenlerrungen

gesammelt. „Letztes Jahr habe

ich mir einige Kräuter auf den Balkon gestellt.

Das ist gewachsen wie Unkraut“,

so die Ulmerin. „Dieses Jahr wollte ich

dann etwas Größeres versuchen und habe

Tomaten, Radieschen und Zucchini

angepflanzt. Mit den Zucchini hat das

wunderbar funktioniert. Die Radieschen

und Tomaten tun sich aber etwas

schwer.“

Auch wenn das Ergebnis noch nicht

ganz das gewünschte ist, hat sich Bettinas

kleiner Balkon-Garten gelohnt. „Mir

macht es Spaß, da ein wenig herumzuexperimentieren.

Und das, was ich bisher

ernten konnte, war echt lecker“, erzählt

sie und fügt hinzu: „Außerdem fühlt sich

mein Balkon dadurch mehr nach Natur

an. Das ist toll.“

GÄRTNER OHNE

EIGENEN GARTEN

Sogar wer keinen Balkon besitzt, hat

Möglichkeiten, aktiv zu werden. Etwa

in Gemeinschaftsgärten oder durch

nen im Vordergrund. Neben der gemeinsamen

Gartenarbeit besteht auch die

Möglichkeit, eine eigene kleine Parzelle

zu bewirtschaften. Was hier geerntet

wird, kann dann natürlich auch mitgenommen

werden.

SELBSTGEMACHTES

OHNE EIGENEINSATZ

Auch für diejenigen, die nicht die Muse

haben selbst Hand anzulegen, gibt es

Möglichkeiten, an Leckereien aus heimischen

Gefilden zu kommen. In Ulm

und Neu-Ulm verkaufen einige Geschäfte

Handgemachtes, wie etwa „Gutes von

Hier“. Darüber hinaus wird auch Ungewöhnliches

feilgeboten, freilich weniger

zum Essen: Da wäre zum Beispiel

Susanne Fuchs, besser bekannt als Frau

Fux. Die Kunsthandwerkerin aus Neu-

Ulm fertigt ihre Stücke aus Beton. Ihr

Angebot umfasst unter anderem Vasen,

Schalen, Zwerge und Frösche. Frau Fux

nimmt aber auch individuelle Kundenaufträge

an. Ein großer Wurf gelang ihr

Illustrationen S.15-16 designed by macrovector/Freepik

CONTROLLER

LENKRAD

KUNSTDRUCK

MAL ANDERS

LAUTSPRECHER-

GEHÄUSE

IN DIE HÖHE

DRUCKEN

3D-Drucker ermöglichen die Herstellung

von Objekten wie kleinen Spielzeugen,

Schmuck oder einfachen Gebrauchsgegenständen.

Neben den auch bei 2D-Druckern

wesentlichen Eigenschaften wie Geschwindigkeit

und Auflösung ist bei ihren 3D-

Gegenstücken wichtig, welche Materialien

verwendet werden können und wie sie verarbeitet

werden. Seit einiger Zeit sind 3D-Drucker

für den Heimgebrauch recht erschwinglich.

Einsteiger-Geräte gibt es bereits für 250

Euro.

An Modelle bzw. Vorlagen für den Druck heranzukommen,

ist nicht schwer. Fertige Modelle

in Form von CAD-Dateien können von

Online-Tauschplattformen wie etwa „Thingiverse“

heruntergeladen werden.

Kleiner Tipp:

Auch wer keinen 3D-Drucker besitzt, kann

aktiv werden. Es ist möglich, die CAD-Vorlagen

bei verschiedenen Online-Services

hochzuladen und sich sein Produkt nach

Hause liefern zu lassen.

16


mit dem Neu-Ulmer Wasserturm aus

Beton. „Das von mir produzierte Wahrzeichen

wird in der Zwischenzeit als Jubiläumsgeschenk

von der Stadt Neu-Ulm

verschenkt“, sagt die Kunsthandwerkerin

stolz.

Mit ihrer Idee, Strohhalme herzustellen,

bei denen der Name Programm ist, war

Birgit Scharpf ihrer Zeit ein Stück voraus.

Seit Anfang Juli sind Trinkhalme

aus Plastik verboten. Ihr kleines Startup-Unternehmen

„s‘Röhrle“ gründete

die Amstettenerin bereits im letzten

Jahr. Ihre Trinkröhrchen sind ein Beiprodukt

der Landwirtschaft. Nachdem

die Ähren geerntet sind, wird das Korn

gedroschen und die Röhrle entstehen.

Waschen, trocknen, schneiden, sortieren,

zählen und verpacken – das alles erfolgt

in Handarbeit. Mittlerweile bietet

Birgit Scharpf auch Trinkröhrchen aus

Schilf an, die noch stabiler sind.

Selbstgemachtes muss ja nicht nur dem

Menschen zugutekommen. Das dachte

sich auch Anna Bauer aus Pfuhl. Ihre

Hündin Lotti brachte sie auf die Idee,

Produkte für Hunde zu kreieren. Im Vordergrund

stand dabei, nachhaltige Materialien

und kein Plastik zu verwenden.

„Der Umweltaspekt ist wichtig und ich

Susanne Fuchs alias Frau Fux stellt unterschiedlichste Dinge aus Beton her. | Bild: Ulrike Hoche

habe auch gelernt: Auf Plastik zu verzichten,

heißt nicht gleich umweltfreundlich

zu sein. Hauptsächlich verwende ich nun

Baumwolle, Filz und Hanf für meine Produkte.

Als ich einige Halstücher für Lotti

nähte, kam die Idee auf, die Produkte

nebenberuflich zu vertreiben.“ Der Online-Shop

„Fräulein Lotti“ war geboren.

Seit einem Jahr können hier nun Leinen,

Tücher und Leckerli-Beutel gekauft

werden. Alle Produkte werden von Anna

Bauer in Handarbeit hergestellt.

Text: Dominik Schele

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17


STADT

GESCHICHTEN

IM CLUB DER

NÄHERINNEN

NÄHMASCHINE

MIT COMPUTER

Ans Nähen hat FRIZZ-Reporterin

Kerstin Auernhammer keine guten

Erinnerungen. Trotzdem wagt sie sich

in die Höhle des Löwen.

Der Stoff war türkis mit Schiffen drauf. Wir sollten einen Rucksack

daraus nähen, in der 5. Klasse war das. Fertig geworden ist

das Projekt nie, als Note bekam ich eine Vier. Die Handarbeitslehrerin

wollte wohl meinen guten Willen belohnen ... Trotzdem

stehe ich jetzt in der Ensinger Straße 1, vor dem Schulungsraum

von Nähmaschinen Hörmann. Die Chefin Maria Wahl hat mich

eingeladen, als ich zum Thema „Do it yourself“ bei ihr anfragte.

Nähen sei gerade wieder total angesagt, wegen Corona, wegen

Nachhaltigkeit und weil es einfach Spaß mache. Mit einem strahlenden

Lächeln begrüßt sie mich. Der Raum ist geräumig, in der

Mitte stehen mehrere große Tische, auf denen grüne Schneidematten

liegen. Ringsum Regale mit bunten Stoffballen, Tausenden

Rollen Stickgarn und anderen Dingen, die ich nicht benennen

kann, die aber alle so aussehen, als würde man sie dringend

brauchen, wenn man nähen will.

Eine Nähmaschine zur Hochzeit

Zwei Damen sitzen im Raum: Elvira und Bea. Elvira, lange,

blonde Haare, ist Stammkundin bei den Wahls: „Ich habe eine

hauswirtschaftliche Ausbildung gemacht, da gehörte das Nähen

irgendwie dazu. Meine erste eigene Nähmaschine habe ich von

meinen Eltern zur Hochzeit geschenkt bekommen.“ Vor einigen

Jahren hat sie ihr Hobby wiederentdeckt. „Mittlerweile nähe ich

täglich – wenn ich mal nicht an der Maschine sitze, bekomme ich

schlechte Laune.“ Bea, kurze schwarze Haare, arbeitet hier, war

aber auch schon vorher Stammkundin: „Ich liebe es zu nähen,

habe zuhause mein eigenes Nähzimmer.“ Wie praktisch, dass

sie hier ja quasi an der Quelle ihres Hobbys sitzt. Alle drei tragen

übrigens selbstgenähte Klamotten: Bea eine schwarze Bluse

aus einem Stoff mit grober Struktur – und als Eyecatcher große,

schwarze Knöpfe. Elvira ein Kleid im Animalprint-Style mit Rüschen.

Maria ein blaues T-Shirt mit aufgestickter Pusteblume.

Generell tragen die drei fast nur Selbstgenähtes: „Nur Jeans und

Unterwäsche kaufe ich im Laden“, lacht Elvira.

EIN HANDTUCH

FÜR FRIZZ

Nur Jeans

und Unter -

wäsche kaufe

ich im Laden.

18

Die Einführung gibt es gratis dazu

Während der Pandemie haben sich viele eine Nähmaschine zugelegt

– weil sie mehr Zeit hatten, selbst kreativ werden wollten

und keinen Bock mehr hatten auf die immer gleichen Klamotten

von H&M, Zara und Co. Teenies sind darunter, die erste Ausflüge

in die Modebranche unternehmen, junge Mütter, die für ihre

Kinder nähen. „Viele werden jetzt denken, ich muss das sagen,

weil ich die Dinger ja verkaufe: Aber wer sich ein Billigteil im

Discounter oder aus dem Internet zulegt, wird nicht viel Freude

damit haben“, sagt Maria. Denn erstens gehen diese Maschinen

schneller kaputt – und zweitens nähen sie eben auch schlechter.

Und, das Entscheidende: „Sie bekommen das Ding und wissen

gar nicht, was man damit alles anfangen kann.“ Maria Wahl und

ALLES

SELBSTGENÄHT


PROFIS

AN DER NADEL

ihr Team geben dagegen Einführungskurse: „Da haben wir selber

aus unserer jahrelangen Erfahrung einen dicken Ordner angelegt,

den wir mit nach Hause geben: Wie man was macht, welche Probleme

man selber lösen kann.“ Und wer nicht weiter weiß, kann

jederzeit kurz anrufen oder vorbeikommen. Das ist besonders

praktisch, wie ich an diesem Tag lerne, weil die Nähmaschine

von heute mehr als ein Motor ist, der eine Nadel durch ein Stück

Stoff rammt. Die moderne Nähmaschine ist ein Hochleistungsgerät

mit integriertem PC und näht quasi von selbst. Wovon ich

wirklich fasziniert bin, ist das, was mir die Damen jetzt zeigen:

Sie sticken einen Namen und ein Motiv in ein Handtuch. Da ich

mir Farbe, Motiv und Name aussuchen darf, wird es ein FRIZZ-

Handtuch mit einem blau-silbernen Anker. Elvira tippt an der

Nähmaschine herum, auf dem Display erscheint „FRIZZ“. Dann

ein paar weitere Tipper, der Anker ist da – nur noch die Größe

anpassen und schon geht es los. Elvira legt den Faden ein, senkt

den Nähfuß und die Maschine rattert. Ein paar Minuten später

halte ich das neue FRIZZ-Handtuch in den Händen. Ein echtes

Unikat!

Nähen ist wie Autofahren:

Das bekommt man schnell ins Gefühl

Abseits vom automatischen Besticken frage ich mich aber, wie

die Näherinnen das alles so akkurat hinbekommen. Wenn ich da

an meinen Rucksack zurückdenke … Wie schwierig sind gerade

Nähte? Elvira winkt ab: „Ach, das ist wie mit dem Autofahren.

Das bekommt man recht schnell ins Gefühl.“ Manchmal sitzt

sie stundenlang an der Maschine. „Da vergeht die Zeit wie im

Flug, da schaue ich dann auch nicht auf die Uhr.“ Worauf Elvira

ein bisschen stolz ist, ist die Mitgliedschaft in einem exklusiven

Club: „Wir bekommen da vorab schon die neuesten Schnitte von

Designern zugeschickt und testen die, ob die auch klappen und

ob die Maße richtig sitzen.“ So hat Elvira immer die trendigsten

Klamotten. Ob ich vielleicht auch mal wieder …? Irgendwie habe

ich in dieser Atmosphäre, umgeben von Stoffen und ratternden

Nähmaschinen, schon ein bisschen Lust bekommen. Doch bei

mir wird es wohl an der Zeit scheitern … denn wie sagt Maria

Wahl schmunzelnd: „Der Tag müsste für uns eigentlich 48 Stunden

haben!“

Text und Fotos: Kerstin Auernhammer

5 TIPPS – DAS BRAUCHT

MAN ZUM NÄHEN

Eine Nähmaschine. Vor dem Kauf Rat

einholen, welche zu einem passt.

Schere oder Rollenschneider

Stecknadeln und Nadeln

Markierstifte oder Kreide

Maßband

19 Illustrationen

designed by macrovector/Freepik


FRAGE?

ANTWORT!

„DO IT YOURSELF“:

WAS MACHST DU

SELBST?

Angefangen hat es vor einigen

Jahren mit Zügen oder kleinen

Autos, die ich auf die Schilde

von Baseballcaps bastelte. Dann

wurde es immer ausgeklügelter.

Inzwischen sind es ganze Landschaften

mit Häusern, Bäumen

Straßen oder Autos, die ich auf

den Kappen zum Leben erwecke

– natürlich auch mit Beleuchtung

und allem Drum und Dran. Das

Material dazu stammt zum Teil

aus dem Modellbau, manches mache

ich auch selber. Einiges wird

aus altem Spielzeug upgecycelt.

Ich werde oft auf die Mini-Welten

angesprochen, wenn ich eine

davon trage. Das freut mich natürlich,

wenn sie auffallen. Oft mache

ich auch besondere Mützen für

Freunde, zum Beispiel gerade eine

Flamingo-Szene für einen großen

Fan der pinken Vögel. Oder auch

für Firmen – die Burgpilze verkaufen

auf dem Ulmer Wochenmarkt

mit meinen Kappen. Für

deren Kopfbedeckungen habe ich

Pilze aus Fimo geformt. Ich habe

auch schon überlegt, das etwas

professioneller mit einem Shop

aufzuziehen, in dem man seine

Wunsch-Mütze bei mir bestellen

kann. Bisher habe ich mich aber

noch nicht wirklich rangetraut.

Mal sehen, vielleicht irgendwann.

Foto: privat

20

Jens, 34

aus Ulm

„ICH BAUE KLEINE

WELTEN AUF

BASECAPS.“


21

„ALTES HANDWERK

INTERESSIERT

MICH.“

Vom Schreinerkurs über Puppenherstellung

bis hin zu Korbflechten,

Filzen und Spinnen habe

ich schon einiges ausprobiert.

Momentan konzentriere ich mich

aufs Stoffherstellen und -verarbeiten.

Auch auf die „Resteverwertung“,

das Patchworken, Quilten

und Flickenteppichweben. Auf

den Geschmack gekommen bin

während des Aupair-Aufenthalts

in den USA. Weben ist die klassische,

jahrtausendealte Art, Stoff

herzustellen – und genau das

mache ich. Vor Jahren bekam ich

über eine Freundin meiner Mutter

einen Webstuhl, einen „alten

Schweizer“ geschenkt. Ich war

überglücklich, hatte aber keine

Ahnung, wie ich das 2 auf 3 Meter

große Prachtstück zum Laufen

bringe. Heike Redlinghaus von

„Wolle + Ideen“ in der Korn hausgasse

hat mich dabei sehr unterstützt.

Mittlerweile weiß ich,

warum eine Webkursleiterin mal

sagte, Webstühle seien Herdentiere!

Zu Weihnachten bekam ich

meinen dritten geschenkt.

Foto: Volkmar Könneke

Aktuell habe ich die erste sogenannte

Kette drauf und kann

loslegen. Die Hauptarbeit ist nämlich,

den Webstuhl einzurichten.

Je nach Projekt und Fadendichte

muss man schon mal einige 100

meterlange Fäden in den Griff

kriegen. Als Materialen kommen

von mir gesponnene Garne ins

Gewebe oder Wolle sowie Leinen,

Baumwolle und entsprechende

Mischgarne. Aber auch selbst

eingefärbte Stoffstreifen. Mein

Traumprojekt ist ein Janker, den

ich aus selbstgesponnener Wolle

weben, dann walken und nähen

will. Und irgendwann habe ich

die Zeit, mal wieder einen Hut zu

filzen, vielleicht aus der Wolle, die

zum Janker passt.

Susanne, 57

aus Ulm


FRAGE?

ANTWORT!

Die meisten Möbel bei uns im

Haus habe ich selbst gebaut. Das

kommt daher, dass ich Schreiner

bin. Aber auch wenn das mein

Beruf ist, besteht ein Großteil

meiner Freizeit ebenfalls aus dem

Bearbeiten von Holz und generell

vielen anderen Heimwerkertätigkeiten.

Von der Gartenarbeit über

Renovierungsarbeiten im und am

Haus bis hin zum Schrauben an

meinem Motorrad. Ich liebe es,

mit meinen Händen zu arbeiten.

Das hat etwas „Ehrliches“.

Auch wenn ich viele Dinge selbst

mache, herstelle oder repariere –

das Arbeiten mit Holz ist mir am

allerliebsten. Da komme ich dann

auch oft vom Hundertsten ins

Tausendste.

Neben unseren eigenen Möbeln,

Regalen für die Garage und einem

Gartenschuppen habe ich – als

meine Kinder noch jünger waren

– auch einiges an Spielzeug für

sie gebastelt: Holzklötze, Boote

und Steckfiguren, um nur einige

zu nennen. Das hat nicht nur mir

Spaß gemacht, meine Kinder

haben sich darüber auch gefreut.

Und was früher die Spielzeuge

waren, sind heute – auch bei meinen

Kindern – oftmals die Möbel.

Kürzlich habe ich zusammen

mit meinem ältesten Sohn ein

Stockbett für seine Kinder gebaut.

Wahrscheinlich werde ich mich

bald wieder an dem einen oder

anderen Spielzeug für die Enkelkinder

versuchen.

Foto: privat

Bernd, 56

aus Unterweiler

22

„ICH LIEBE ES, MIT MEINEN

HÄNDEN ZU ARBEITEN.“

Hintergründe S. 20-23: mons.design / Freepik


„HOSENTRÄGER FAND ICH

SCHON IMMER SEXY.“

Bei den Urlaubsvorbereitungen

hat mir immer ein Fach zum Verstauen

der Dokumente gefehlt.

Da kam ich eines Urlaubs auf die

Idee, eine Dokumententasche

anzufertigen. Der Stoff sollte was

hermachen und pflegeleicht sein.

Meine Entscheidung fiel auf einen

Brokatstoff. Daraufhin hatte ich

die Idee, die Tasche mit Schmuckstücken,

die ich niemals anziehe,

zu verzieren. Accessoires kosten

so viel Geld. Warum also nicht die

persönlichen Schmuckstücke von

den Eltern und Großeltern damit

verzieren? Es gibt doch keine

schönere Verwendung für persönliche

Andenken, als diese immer

bei sich zu tragen.

Foto: privat

Außerdem stelle ich Hosenträger

aus Baumwolle und Wollgemisch

her. Hosenträger fand ich schon

immer sexy, nur eben nicht aus

Gummi. Meine „Straps“ sind maßgeschneidert

und werden durch

die Lasche am Gürtel befestigt.

Normalerweise biete ich die Hosenträger

auf Kunstmärkten wie

dem Laupheimer Rosenmarkt an.

Ursprünglich komme ich aus der

Textilbranche und habe auf Messen

viel Inspiration gesammelt.

Ich sprudle über vor Ideen. Derzeit

bin ich auf der Suche nach jemandem,

der mit mir gemeinsam

meine Homepage aufbaut.

Iris, 55

aus Dellmensingen

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei

sein? Dann schreib uns deine

Antwort mit Bild bis zum

09.09.2021 an mag@swp.de

mit dem Betreff

„NACHGEFRAGT“.

Die nächste Frage:

„Worin bist du ein

bisschen verrückt?“

23


FRIZZ

KIDS

24

MACH MIT!

Du möchtest auch dabei sein? Dann schreib

eine E-Mail an mag@swp.de mit dem Betreff

„Kids Fragebogen“.

X

X

X

...ICH HABE GESCHWISTER

...ICH MALE GERNE

...ICH MACHE GERNE SPORT

...ICH LESE GERNE

...ICH TEILE GERNE

...ICH HÖRE GERNE MUSIK

...ICH PUZZLE GERNE

...ICH MAG AUSFLÜGE

...ICH PUTZE GERNE ZÄHNE

...ICH VERKLEIDE MICH GERNE

X

X

Illustrationen: rawpixel.com/Freepik | Girlande designed by Freepik


KINDER

SCHMÖKERN

100 supergeniale

Klorollenideen

Pia Deges

ISBN: 978-3-772-44391-6

ab 4 Jahren

14,00 Euro

Du hast leere Klorollen bisher immer weggeworfen? Dann

haben wir dir hier einen tollen Buchtipp, wie du aus ihnen

Tolles zaubern kannst. Es erwarten dich 100 Ideen zum Werkeln.

So bunt und verrückt hat man Klorollen noch nie gesehen!

Dieses Bastelmaterial hat einfach jeder zuhause – und

doch verblüffen die Möglichkeiten: Lieblingstiere, lustige Experimente,

freches Spielzeug und lustige Hacks wie eine Erdnussbutter-Vogelfutter-Rolle

warten auf dich. Die quietschvergnügten

Basteleien sind für Kinderhände easy umsetzbar.

TIPPS FÜR KIDS

IN DER UMGEBUNG

In Ulm, Neu-Ulm und der Region ist auch im

September wieder einiges geboten.

Freut euch auf tolle Theatervorstellungen,

Koch- und Sprachkurse, einen Besuch im

Tierpark oder das Energie-Detektiv-Angebot.

Mi 08.09.

Energie-Detektiv EDe (9-11 Jahre)

9.00 Uhr | fbs, 06 großer Saal, EG

Sa 18.09.

Das tapfere Schneiderlein

15.00 Uhr | Theaterei Herrlingen

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

Foto: Ralf Hinz

Zu gut für die Tonne

Dorling Kindersley Verlag

ISBN: 978-3-8310-3936-4

ab 6 Jahren

9,95 Euro

Basteln mit Kindern und gleichzeitig die Umwelt schützen!

Nicht wegwerfen – das kann man noch gebrauchen! Dieses

clevere Bastelbuch ist die perfekte Kombi aus Kreativität und

Nachhaltigkeit. Es zeigt dir, wie du aus Müll nützliche Dinge

und schöne Geschenke herstellen kannst. So entstehen aus alten

T-Shirts stylische Taschen oder aus Plastikflaschen individuelle

Blumentöpfe. Dazu gibt es hilfreiche Umwelttipps von

der „kleinen Erde“, die die fantasievollen Bastelprojekte mit

wichtigen Umweltthemen verknüpft.

So 19.09.

Das tapfere Schneiderlein

11.00 Uhr & 16.00 Uhr | Theaterei Herrlingen

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

Papa-Kind-Kochkurs (ab 6 Jahre)

10.00 Uhr | fbs, 01 Kochstudio, EG

Do 23.09.

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

Yoga für Kindergartenkinder (3-6 Jahre)

14.30 Uhr | fbs, 24 Oase, 2. Stock

Fr 24.09.

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

Foto: 1. Ulmer Kasperletheater

MINT – Wissen gewinnt!

Das Architektur-Mitmachbuch

ISBN: 978-1-78941-467-7

ab 8 Jahren

10,95 Euro

Sa 25.09.

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

„Horch, wie der Drache spricht!“

Chinesisch für Kinder (ab 4 Jahre)

11.00 Uhr | fbs, 13 Spielraum, 1. Stock

Foto: Tiergarten Ulm

Wie wird eine Kuppel gebaut? Wie gestaltet man ein Labyrinth?

Und wie baut man ein erdbebensicheres Hochhaus?

Dieses informative Mitmachbuch ermöglicht dir einen Einblick

in die Welt der Architektur. Entwirf deine eigenen Gebäude,

skizziere Verzierungen und vieles mehr. Dieses Buch

bietet viel Platz zum Zeichnen, Entdecken und Ausprobieren.

Werde dein eigener Architekt – schnapp dir ein paar Stifte

und los geht’s!

So 26.09.

Kasperle und die Wunderlampe

15.00 Uhr | 1. Ulmer Kasperletheater

Viele Berufe in einem – der Tierpfleger (ab 12 Jahre)

10.30 Uhr | Tiergarten Ulm

Alle Angaben ohne Gewähr

25


AUSBILDUNGS-

SPECIAL

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HILFE IM BERUFE-

DSCHUNGEL

VON DER IHK ULM

Bewerben sollte man

sich rechtzeitig. Die

IHK bietet ein Online-

Speed-Dating mit Firmen

an. | Foto: Archiv

26

WIE

GEHT

ES

WEITER?

Viele junge Menschen stehen nach ihrer schulischen Laufbahn

vor der Frage: „Ausbildung oder doch eher Studium?“

Diese Frage sollte man sich rechtzeitig stellen und

sie nicht „von heute auf morgen“ schnell beantworten. Dabei

gilt es auch zu bedenken, dass eine Kombination aus

Studium und Lehre durch ein duales Studium möglich ist.

Wer im Sommer 2022 mit der Ausbildung beginnen möchte,

sollte sich spätestens jetzt um den Ausbildungsplatz bewerben.

Es kann unter Umständen sein, dass für die gewünschte

Berufsausbildung ein Praktikum verlangt wird, daher

sollte man sich rechtzeitig über alle Voraussetzungen und

Fristen informieren. Sich mit Freunden, der Familie oder

auch den Mitarbeitern des Berufsinformationszentrums

der Agentur für Arbeit auszutauschen, kann dabei hilfreich

sein.

Wie geht es nach der Schule weiter? Viele Schülerinnen

und Schüler sind ratlos angesichts der unzähligen Möglichkeiten.

Bei rund 330 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen,

70 Aufstiegsfortbildungen und zahlreichen

Dualen Studiengängen haben junge Menschen oft die Qual

der Wahl. Vieles ist möglich, aber wie wählt man das Passende

aus? Die IHK Ulm berät und unterstützt rund um

das Thema Berufswahl nach dem Motto „400 Chancen für

deine Karriere“. Dafür werden verschiedene Instrumente

eingesetzt:

Kompetenzcheck und Beratung

Der Kompetenzcheck bietet eine erste Orientierung. In

90 Minuten analysiert der online durchzuführende IHK-

Kompetenzcheck die Talente und Stärken der Jugendlichen,

die die Grundlagen für die Berufswahl bilden. Es

wird aufgezeigt, in welchen Berufsfeldern diese gefragt

sind. In einem persönlichen Beratungsgespräch geht es auf

Basis des Kompetenzchecks dann detailliert um die eigene

Karriereplanung.

Online-Bewerbungsseminare

Die Bewerbungsunterlagen sind die Eintrittskarte zum

Vorstellungsgespräch. Damit die Hürden rund um das

Thema Bewerbung erfolgreich gemeistert werden können,

bietet die IHK Ulm Online-Bewerbungsseminare an. Das

nächste Bewerbungsseminar findet am 6. September 2021

statt.

Bewerbungs-Speed-Dating

Digitale Formate wie zum Beispiel das IHK Speed-Dating

sind für Jugendliche und Unternehmen auch während der

Pandemie eine gute Gelegenheit, miteinander in Kontakt

zu kommen. Beim IHK Speed-Dating bringt die IHK Ulm

Jugendliche und Unternehmen zusammen. Das nächste

Speed-Dating findet am 30. September 2021 statt.

Infos unter

Tel. 0731 173-456 oder

beratung@ulm.ihk.de

400chancen.de


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AUSBILDUNG BEI

LIQUI MOLY

FRIZZ: Amelie, wie bist du auf die Ausbildung

bei LIQUI MOLY gekommen?

Amelie: Bereits ein Jahr vor meinem Abitur

habe ich, wie viele andere auch, begonnen,

mir Gedanken über meine Zukunft

zu machen. Um nach zwölf Jahren Schule

endlich auch mal mit anzupacken, habe

ich mich letztendlich für diesen Ausbildungsberuf

entschieden. Auf LIQUI MO-

LY bin ich durch die geballte Medienpräsenz

gestoßen und mir war nach einem

ersten Kennenlernen sofort klar: Hier

möchte ich bleiben!

Was gefällt dir an deiner Ausbildung?

Besonders gut gefällt mir, dass ich hier

bei LIQUI MOLY mitarbeiten darf, wie

alle anderen Mitunternehmerinnen und

Mitunternehmer. So kann ich in der Berufsschule

schnell Bezüge zu meiner

praktischen Arbeit herstellen. Außerdem

bekommen wir in unserer Ausbildung Einblicke

in jede einzelne Abteilung und können

so Zusammenhänge knüpfen und vor

allem alle Kollegen kennenlernen.

Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Aufgrund des Gleitzeitmodells bei LI-

QUI MOLY fange ich morgens zwischen

7 Uhr und 8 Uhr an. Hier passe ich mich

der jeweiligen Abteilung an. Wie bereits

erwähnt, dürfen wir in allen Abteilungen

selbständig mitarbeiten und unsere Kollegen

unterstützen. Ich darf sowohl intern

mit Kollegen, als auch mit externen

Partnern kommunizieren und konnte

dadurch bisher unglaublich viel lernen.

Auch Aufgaben wie das Bearbeiten von

Kundenaufträgen, das Erstellen von Statistiken,

Grafiken, Briefen und Berichten

oder das Buchen von Rechnungen gehören

zu meinen täglichen Aufgaben. In der Mittagspause

treffe ich mich mit den anderen

Azubis und Studenten in unserem neuen

Betriebsrestaurant. Nach einer Pause mit

leckerem Essen geht es für mich dann in

meiner jeweiligen Abteilung weiter bis

zum Feierabend.

Würdest du die Ausbildung weiterempfehlen?

Amelie Peter (19) macht eine Ausbildung

zur Industriekauffrau mit

Zusatzqualifikation internationales

Wirtschaftsmanagement

Ich würde jedem empfehlen, seine Ausbildung

bei uns zu machen. LIQUI MOLY ist

eine eigene große Familie und das spürt

man bereits am ersten Tag hier. In der kurzen

Zeit bei LIQUI MOLY konnte ich bereits

eine enge Verbundenheit zu den Kollegen

und dem Unternehmen entwickeln

und freue mich jeden Tag darauf, wieder

zur Arbeit zu kommen.

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SPARKASSE ULM

FRIZZ: Thomas, wie bist du auf die

Ausbildung gekommen?

Thomas: In der 9. Klasse haben wir uns

besonders intensiv mit unserer beruflichen

Zukunft beschäftigt. Dabei schlugen

wir uns gegenseitig Berufe vor, die zu

uns und unserer Persönlichkeit passen.

Auf diese Weise habe ich den Impuls bekommen,

mein Praktikum bei der Sparkasse

Ulm zu machen. Das Praktikum war

wiederum ausschlaggebend dafür, mich

für die Ausbildung hier zu entscheiden.

Was waren die Voraussetzungen?

Eine gute Mittlere Reife – und ein offenes

und kontaktfreudiges Wesen.

Was ist das Besondere an der Ausbildung?

Die Vielfältigkeit, die uns durch den

Wechsel von Theorie- und Praxisphasen

geboten wird. Während der Ausbildung

hat man die Möglichkeit, Einblicke in

viele verschiedene Abteilungen der Sparkasse

zu bekommen. Somit lernt man

neben der Theorie bzw. dem Fachwissen

auch den wirklichen Arbeitsalltag in den

verschiedenen Abteilungen kennen. Besonders

hervorzuheben sind definitiv

die umfassende Unterstützung durch die

Ausbildungsverantwortlichen, die herzlichen

Kolleginnen und Kollegen, die gute

Ausbildungsvergütung sowie die vielseitigen

Seminare, Workshops und Projekte,

die uns fachlich und persönlich fördern

und umfassend auf die Abschlussprüfung

vorbereiten.

Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Während der Ausbildung ist dieser zum

einen in die Berufsschulzeit und zum

anderen in die Arbeitszeit in der Sparkasse

Ulm unterteilt. Der Praxispart findet,

neben dem Einsatz in den internen

Abteilungen, hauptsächlich in den Geschäftsstellen

und Beratungs-Centern der

Sparkasse statt. Dort hat man als Azubi

verschiedenste Aufgaben: von der begleitenden

Kundenberatung bis hin zum Service

für unsere Kundinnen und Kunden.

Thomas Staib (18) macht eine

Ausbildung zum Bankkaufmann.

Würdest du die Ausbildung bei der

Sparkasse Ulm weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Denn die Ausbildung ist

eine sehr gute Grundlage für jemanden,

der sich für Wirtschaft und Finanzen interessiert,

sowie für jeden, der gerne mit

Menschen zu tun hat und diese in allen finanziellen

Angelegenheiten bestmöglich

begleiten möchte

sparkasse-ulm.de

spkulm.de/ausbildung

Hier bist du richtig.

28

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fertig, los?

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Bachelor of Arts (B.A.)*

* Voraussetzung hierfür ist Fachhochschulreife oder Abitur


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ABER WIE?

Wer absolut keine Ahnung hat, was er oder sie beruflich machen

möchte oder mit der Bewerbung einfach nicht vorankommt,

muss nicht verzagen – geeignete Unterstützung ist

nicht weit. Klar, das Internet ist voll mit Tipps, Tricks und

Anleitungen für die Jobsuche und die Bewerbung. Allerdings

kann man da schnell den Überblick verlieren und viel hilft

auch nicht immer viel. Wie wäre es stattdessen mit einer richtigen

und vor allem persönlichen Beratung?

Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft

Handwerk hat goldenen Boden. Ein Beispiel: Der aktuelle

Bauboom führt zu einem Personalengpass. Viele Handwerksbetriebe

suchen händeringend nach Auszubildenden. Egal, ob

Maurer, Zimmerer oder Dachdecker – auch nach der Ausbildung

ist man mit diesen Berufen gefragt. Sowohl die Handwerkskammer

als auch die Kreishandwerkerschaft haben also

ein großes Interesse daran, Jugendliche und Betriebe zueinander

zu bringen.

Kreishandwerkerschaft Ulm

Schillerstr. 18

89077 Ulm

Tel: 0731 140 300

Handwerkskammer Ulm

Olgastraße 72

89073 Ulm

Tel 0731 142 50

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für junge Menschen

sich über die Arbeitswelt zu informieren. | Foto: Archiv.

Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat eine eigene Task Force für Jugendliche,

die in die Ausbildung wechseln. Die wenigsten wissen

schon von klein auf, was sie werden wollen. Cornelia Meindl-

Schäfer macht diesen Job schon viele Jahre: „Bei einem persönlichen

Gespräch stellt sich meist schnell heraus, wo man

ansetzen kann. Oft reicht es, die Bewerbung zu überarbeiten.

Manchmal helfen wir auch mit unseren Kontakten weiter.“ Die

Berufsberater arbeiten oft mit der IHK und der Handwerkskammer

Hand in Hand, um Jugendliche und Unternehmen zusammenzubringen.

arbeitsagentur.de

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wenden Sie sich an: Yasmin Tan

Tel: 0731 156-529 | Mobil: 0151 24091787

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WURST-WACHTER

Wo es zu jeder Roten einen

frechen Spruch gratis gibt. S. 22

DIE ROCKEN DIE STADT

Die Citymanagerinnen über die

schönsten und die hässlichsten

Plätze der Doppelstadt. S. 12

DOPPELT

HÄLT BESSER

Warum Ulm keine Pausen macht und in

Neu-Ulm die Enten dick werden. S. 16

ULM, NEU-ULM UND DIE WELT

Reisestress mit Quarantäne und wie

Cocktails bei der Integration helfen. S. 14

STADTGESPRÄCH

Um die Welt im umgebauten Feuerwehrauto:

Bettina und Michael haben viel vor. S. 10

29


WANN AM BESTEN

WOHIN ...

Fotos: Ulmer Friedenskonzert

ULMER FRIEDENSKONZERT

FRIEDRICHSAU

12. SEPTEMBER 2021

VERANSTALTUNGS

TICKER

WAS

GEHT

AB?!

„Wie klingt der Frieden?“ Die Frage

wird auch dieses Jahr am unteren

Friedrichs-ausee versucht zu beantworten.

Beim Friedenskonzert, das in den

letzten Jahren zur Tradition geworden

ist, sind 2021 u.a. dabei: Walter Spira,

Anica Marie, Martina Weiler, Simone

Harmatzy-Simon, Flavie Hooplavie,

Tonda Kubitschek, Ayhan Coskun und

viele mehr. Los geht es um 12 Uhr.

01 Mi

02 Do

03 Fr

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

SONSTIGES

BÜHNE

BÜHNE

BÜHNE

30

Ich bin ein Berblinger

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

MUSIK

Magische Violine

Ulm, Stadtbibliothek, Freilichtforum,

19.30

VORTRAG

Klimawandel als Konfliktursache?

Ulm, Haus der Gewerkschaft,

18.00

KINDER

Geschichtenschatz

Neu-Ulm, Stadtbücherei Neu-

Ulm, 15.00-15.30

SONSTIGES

Sound Garten

mit Oramiga

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

MUSIK

DJCrew RhythmFellows

Ulm, Kulturbiergarten Liederkranz,

17.00

Vocalensemble Millenium

Dresden – A-Cappella-Konzert

Ulm, St. Georg, 19.00

KINDER

Lese-Club „Heiss auf Lesen“

Langenau, StadtBücherei im

Pfleghof, 10.30-12.00

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

Blind Date

Langenau, Pfleghof, 20.00

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 19.00

Eindeutig-Zweideutig

Comedyprogramm

Ulm, KCC Theater, 19.30

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

MUSIK

Ken(nste) die Harry Ken

Ulm, Kulturbiergarten Liederkranz,

17.00

Sidi Wacho

Ulm, Roxy, Sound Garten,

20.00

04 Sa

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 20.00

Eindeutig-Zweideutig

Ulm, KCC Theater, 19.30

Ich bin so frei

Unplugged Theater auf dem

Spielplatz zu "75 Jahre Demokratie

in Ulm"

Ulm, Friedrichsau, 18.00

Im Ländle unterwegs mit

Hillu's Herzdropfa

Ulm, Böfingen, Kath. Gemeindehaus

Zum Guten Hirten,

19.30

Alle Angaben ohne Gewähr


MUSIK

Die Happy

Ulm, Roxy, Sound Garten,

20.00

Lieder für die Friedenstaube

Ulm, EinsteinHaus, vh Ulm,

18.00

SONSTIGES

Artnight

Banksy Affe

Neu-Ulm, Orange Hotel, 20.00

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

05 So

BÜHNE

Die Tanzstunde

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 17.00

Ich bin ein Berblinger – das

Musical

Ulm, Wilhelmsburg, 20.00

Ich bin so frei

Ulm, Friedrichsau, 18.00

08 Mi

KINDER

Geschichtenschatz

Neu-Ulm, Stadtbücherei Neu-

Ulm, 15.00-15.30

SONSTIGES

Sound Garten

mit Antistatik

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

09 Do

VORTRAG

Wir ziehen in den Frieden:

Grundlagen, Ansätze und

Herausforderungen der Friedenspädagogik

Ulm, EinsteinHaus, vh Ulm,

19.00

SONSTIGES

Sound Garten

mit Klaus Fumy

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

VORTRAG

Barriere:Zonen – Leben und

Überleben mit Behinderung

weltweit

Ulmer Friedenswochen 2021

Ulm, EinsteinHaus, vh Ulm,

20.00

SONSTIGES

Cargobike Roadshow

Ulm, Münsterplatz, 13.00-18.00

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

11 Sa

BÜHNE

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Eindeutig-Zweideutig

Comedyprogramm)

Ulm, KCC Theater, 19.30

Ich bin so frei

Ulm, Friedrichsau, 18.00

Poetry Slam

Ulm, Roxy, 20.00

Schlossgartenfestival

Erbach, Dellmensingen,

Schlossgarten, 15.00, 19.00

MUSIK

Internationales Friedensfest

Ulm, Fort Unterer Kuhberg,

12.00-22.00

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

75 Jahre Demokratie in Ulm:

Ulm open – Ulm besucht sich!

mehr dazu im Stadtleben auf

Seite 5

Ulm, Innenstadt Ulm, 14.00

12 So

BÜHNE

Der eingebildete Kranke

Ulm, Kulturbiergarten Liederkranz,

11.00

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

10 Fr

06 Mo

LITERATUR

Ein Päckchen voll Hoffnung.

Texte aus vier Generationen

Ulm, Kunstpool, Galerie am

Ehinger Tor, 20.00

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Eindeutig-Zweideutig

Ulm, KCC Theater, 19.30

Schlossgartenfestival

Erbach, Dellmensingen,

Schlossgarten, 21.00

BÜHNE

31


WANN AM BESTEN

WOHIN ...

32

Foto: privat

BI HOMO BI HETERO

LIEDERKRANZ

18. SEPTEMBER • 16 UHR

Es geht endlich weiter. Bi Homo Bi Hetero. Die Party

für Schwule, Lesben, Bisexuelle, Multisexuelle,

Transgender, Große, Kleine, Dicke Dünne ... Zum

ersten mal Open Air im Liederkranz.

Nicht vergessen: Ihr bekommt was ihr verdient!

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Ich bin so frei

im Rahmen der Ulmer Friedenswochen

Ulm, Friedrichsau, 18.00

Matinée: Antigone

Schauspiel von John von Düffel

Ulm, Theater Ulm, Foyer, 11.00

MUSIK

9. Ulmer Friedenskonzert

auf der Insel im unteren Friedrichsausee

Ulm, Oststadt, Unterer Ausee,

Friedrichsau, 12.00-18.00

KINDER

Lucie & Karl-Heinz

Figurentheater (ab 4 Jahren)

Ulm, Kulturbiergarten Liederkranz,

15.00

instagram.com/bihomo_bihetero

SONSTIGES

Straßentheaterfestival

Langenau, Pfleghof, 16.00,

19.00

Sound Garten

mit BenJammin‘

Ulm, Roxy, 15.00-23.00

15 Mi

BÜHNE

Poetry Slam

Ulm, Roxy, 20.00

Rüdiger Hoffmann

Ulm, Roxy, 20.00

LITERATUR

Welten aktiv gestalten und

verändern

Ulm, Bürgerhaus Mitte, 19.30

SONSTIGES

Sound Garten

mit L.M.A.A.

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

16 Do

BÜHNE

Straßentheaterfestival

Langenau, Pfleghof, 16.00

MUSIK

bölter.

Ulm, Roxy, Sound Garten,

20.00

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-23.00

17 Fr

BÜHNE

Antigone

Ulm, Theater Ulm, Großes

Haus, 19.30

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Eindeutig-Zweideutig

Ulm, KCC Theater, 19.30

MUSIK

Catt

“Why, Why” – Tour 2021

Ulm, Roxy, 20.30

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

18 Sa

KULTURNACHT

Kulturnacht Ulm/Neu-Ulm

verschiedene Veranstaltungsorte,

15.00-23.30

LESUNGEN

„Sag Nein!“

Ulm, Kunstpool, Galerie am

Ehinger Tor, 18.00-1.00

SONSTIGES

Sound Garten

Ulm, Roxy, 17.00-0.00

19 So

BÜHNE

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Matinée: Kátja Kabanová

Ulm, Theater Ulm, Foyer, 11.00

BÜHNE

Glücklicher Türke aus Bodenhaltung

– Sehat Dogan

Ulm, KCC Theater, 19.30

MUSIK

5K HD

High Performer

Ulm, Roxy, 20.00

KINDER

Geschichtenschatz

Neu-Ulm, Stadtbücherei Neu-

Ulm, 15.00-15.30

23 Do

BÜHNE

Der Erlkönig – Wer reitet so

spät...

Ulm, St. Michael zu den Wengen,

19.30

Jan Philipp Zymny

surREALITÄT

Ulm, Roxy, 20.00

24 Fr

BÜHNE

Antigone

Schauspiel von John von Düffel

Ulm, Theater Ulm, Großes

Haus, 20.00

Lost – Auf der Suche nach

dem verlorenen Grund

Ulm, Ulm-Messe, Messehalle

3, 19.30

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Eindeutig-Zweideutig

Ulm, KCC Theater, 19.30

Maria Clara Groppler

Ulm, Roxy, Werkhalle, 20.00

Alle Angaben ohne Gewähr


25 Sa

BÜHNE

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

Eindeutig-Zweideutig

Ulm, KCC Theater, 19.30

In Zeiten des abnehmenden

Lichts

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 20.00

Leben des Galilei

Schauspiel nach Bertolt Brecht

mit Musik von Hanns Eisler

Ulm, Theater Ulm, Podium,

19.30

MUSIK

Dirk Maassen – Echoes –

Solo Piano Tour

Ulm, Wilhelmsburg, 19.30

VORTRAG

Reinhold Messner über Nanga

Parbat

Ulm, Congress Centrum Ulm

(CCU), Einsteinsaal, 20.00

26 So

BÜHNE

Antigone

Schauspiel von John von Düffel

Ulm, Theater Ulm, Großes

Haus, 19.00

Dostojewski mit Musik

Neu-Ulm, Theater Neu-Ulm,

20.00-22.00

In Zeiten des abnehmenden

Lichts

Blaustein, Herrlingen, Theaterei

Herrlingen, 17.00

MUSIK

Open-Air-Konzert mit dem

Chor Kontrapunkt

Friedenswochen 2021

Ulm, Grüner Hof, 17.00

Zum Jahr der Orgel – Orgelmusik

von süffig bis seriös

Joseph Kelemen (Neu Ulm)

Ulm, Ulmer Münster, 11.30

KINDER

Der kleine Häwelmann

(ab 4 Jahre), Figurentheater

Langenau, Pfleghof, 15.00

Katz und Maus

Stückentwicklung (ab 3 Jahren)

Ulm, Theater Ulm, Foyer, 11.00

SONSTIGES

Bienenterrasse

Ebene 2, Ostflügel

Ulm, Stadthaus, 11.00-18.00

27 Mo

BÜHNE

Cavewoman

Praktische Tipps zur Haltung

und Pflege eines beziehungstauglichen

Partners

Ulm, Roxy, Cafébar, 20.00

VORTRAG

Deutschlands Strategie zur

Stärkung der Waffenindustrie

Ulm, EinsteinHaus, vh Ulm,

19.30

28 Di

BÜHNE

Cavewoman

Ulm, Roxy, Cafébar, 20.00

MUSIK

Bruckner-Konzert

Sinfonie Nr. 6, A-Dur (WAB

106)

Ulm, Congress Centrum Ulm

(CCU), 20.00

VORTRAG

Nachdenken über Kriegerdenkmäler

in Ulm – oder:

Ulm Denk(t) mal

Ulm, EinsteinHaus, vh Ulm,

18.00

29 Mi

BÜHNE

Antigone

Ulm, Theater Ulm, Großes

Haus, 20.00

MUSIK

Friedenssong-Marathon

im Rahmen der Ulmer Friedenswochen

2021

Ulm, Radio freeFM, 10.00-17.00

KLAN

-Zwei Seiten- Tour 2021 -

Ulm, Roxy, 20.00

VORTRAG

Die Angst der Deutschen vor

der Vergangenheit

im Rahmender Ulmer Friedenswochen

2021

Ulm, Online, 19.00

KINDER

Geschichtenschatz

Neu-Ulm, Stadtbücherei Neu-

Ulm, 15.00-15.30

30 Do

BÜHNE

Kátja Kabanová

Oper in drei Akten von Leoš

Janácek

Ulm, Theater Ulm, Großes

Haus, 19.30

KINDER

Geschichten in den Brühlwiesen

mit Tine Mehls

Erbach, Spielplatz Brühlwiese,

18.00

FÜHRUNG

Abendbummel durch die

Ulmer Altstadt

Ulm, Tourist-Information

Ulm/Neu-Ulm, 20.00-21.30

Industrialisierung und

Festungsbau – eine Stadt im

Korsett

Ulm, Weststadt, Treffpunkt:

Ehinger Tor, 17.00-19.00

SONSTIGES

Punkt Zwölf – Wort und Musik

am Mittag

Andacht und Orgelmusik

Ulm, Ulmer Münster, 12.00

Meldet eure Termine

für‘s nächste FRIZZ an:

veranstaltungen@swp.de

33


LETZTE

SEITE

Kürzlich saß ich mit zwei Kolleginnen zusammen.

Unter anderem unterhielten wir

uns über Tiere mit mehr als vier Beinen.

Dieses Gespräch, gepaart mit dem ganzen

„Do-it-yourself-Thema“ erinnerte mich

an eine Geschichte, die gar nicht so weit

zurückliegt.

Es beginnt recht harmlos, nämlich mit

dem Aufwachen. Schlaftrunken torkele

ich ins Badezimmer. Gerade als ich nach

dem Toilettendeckel greifen will, um ihn

hochzuklappen, erwache ich mit einem

Schlag vollends. Wer starrt mich da vom

Deckel aus mit einer Mischung aus Neugier

und Mordlust an? Eines der ekelhaftesten

und widerwärtigsten Wesen der

Welt. Ein Arachnid. Dieses etwa zehn

Zentimeter große Spinnentier ist fast

schuld daran, dass ich meine morgendliche

Notdurft in meine Boxershorts verrichte.

Ich werfe mich in Schale

Männlichster aller männlichen Männer,

der ich nun mal bin, mache ich auf dem

Absatz kehrt, ziehe die Tür zu und renne

zurück ins Schlafzimmer. Ich werfe einen

kurzen Blick über die Schulter, doch

die handtellergroße Spinne ist mir nicht

gefolgt. Kurz gehe ich die Möglichkeiten

durch. Ich bin allein. Hilfe ist nicht zu

erwarten. Das heißt: Flucht oder Kampf.

Mich gegen die Flucht entscheidend, öffne

ich mit grimmigem Blick meinen Schrank

und werfe mich in die Spinnentöterausrüstung.

Ich starte mit den Füßen und

ziehe ein Paar Tennissocken an, über welche

ich ein zweites Paar stülpe. Es folgt

eine lange Unterhose, die ich in das erste

Paar Socken hineinstopfe. Danach streife

ich eine enge Jeans über, die ich sogleich

mit dem zweiten Paar gegen ein Hineinkrabbeln

absichere. Damit sind die Beine

so weit sicher. Über ein langärmeliges

T-Shirt ziehe ich mir einen schweren

Kapuzenpullover. Zusätzlich binde ich

mir je ein Tuch um den Hals und eines

um den Kopf. In die Einmalhandschuhe

an meinen Händen stopfe ich die Ärmel

meines T-Shirts und erhöhe den Schutzfaktor

mit dicken Motorradhandschuhen

zusätzlich. Zum Abschluss steige ich in

meine knöchelhohen Winterstiefel. Bereit

für einen Kampf auf Leben und Tod

mit dem kindskopfgroßen Ungetüm,

greife ich ein letztes Mal in den Schrank

und bewaffne mich. In der linken Hand

halte ich das bereits entzündete Zippo.

In der Rechten befindet sich eine Dose

Deodorant.

DER FEIND

AUF

MEINEM KLO

Ruhe vor dem Sturm

Ein letztes Mal atme ich tief durch und

schleiche dann katzengleich zurück ins

Badezimmer. Das Herz schlägt mir bis

zum Hals und ich kann das Blut in meinen

Ohren rauschen hören. Vor meinem

inneren Auge sehe ich sie genau. Diese

widerwärtige Abscheulichkeit. Diese

unnatürliche Kreatur. Diese Ausgeburt

der Hölle. Dieses achtbeinige Scheusal,

welches etwas größer ist als der Toilettendeckel.

Schritt für Schritt bewege

ich mich Richtung Badezimmer. An der

Tür angekommen, halte ich einen Moment

inne und schicke ein Stoßgebet zum

Himmel. Mit einem Kampfschrei auf den

Lippen stoße ich die Tür auf und stürme

auf die Toilette zu. Der Strahl des behelfsmäßigen

Flammenwerfers schießt nach

vorn. Direkt auf meinen achtbeinigen

Kontrahenten, der beinahe so groß ist

wie ich. Nach etwa zwanzig Sekunden

– sicher ist sicher – öffne ich die Augen,

welche sich während des Kampfes zu

Schlitzen verengt hatten und höre auf, die

Düse zu drücken. Das Feuer erlischt und

ich starre auf meinen noch immer glimmenden

Feind. „Definitiv tot“, denke ich

und atme erleichtert aus. Obwohl es mich

nach wie vor ekelt, gehe ich Millimeter

für Millimeter auf die Toilette zu, denn

ich brauche Gewissheit!

Die Erkenntnis

Die Untersuchung des toten Untieres

sorgt dafür, dass mein Mund ein fragendes

„O“ formt. Bei näherer Betrachtung

stellt sich nämlich heraus, dass kein

achtbeiniges Wesen versucht hatte, sich

mit mir im Kampf auf Leben und Tod zu

messen. Nein, es war nur etwas beinahe

so Bedrohliches. Mehrere schwarze

Haargummis hatten sich wohl im Laufe

der Zeit zu einem großen Knäuel verheddert

und waren von der Waschmaschine

auf den Toilettendeckel gefallen. Ganz

kurz muss ich ob meiner anfänglichen

Panik über mich selbst schmunzeln. Doch

dann erkenne ich, dass ich für den Fall der

Fälle gewappnet bin … zumindest solange

niemand da ist, dem ich das Problem aufs

Auge drücken kann.

Dominik Schele

34

IMPRESSUM

FRIZZ, das monatliche Stadtmagazin,

Herausgeber:

Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Tel: 0731 156-529

E-Mail: info@frizz-ulm.de

Internet: frizz-ulm.de

Verlagsleitung:

Stefan Schaumburg (verantwortlich),

Anschrift wie Verlag,

Yasmin Tan (Objektleitung)

Redaktionsleitung:

Stefanie Müller (verantwortlich),

Dominik Schele

SVH GmbH & Co. KG

Frauenstraße 77 • 89073 Ulm

Gestaltung:

Tamara Saß (mediaservice ulm)

Titelbild:

Julia Haaga

Datenschutz:

datenschutz@swp.de

Druck:

fec - druck+medien GmbH & Co. KG

Zeissstraße 8 • 89264 Weißenhorn

Redaktionsschluss: 09.09.2021

Anzeigenschluss: 08.09.2021

Erscheinung: 01.10.2021

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Yasmin Tan

Tel: 0731 156-529

Mobil: 0151 24091787

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Ausgabe 6/2021

Ausgabe 4/2021

Ausgabe 4/2021

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Ausgabe 17/2021

Ausgabe 9/2021

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