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suedwest.presse

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Krebsvorsorge

Was Experten raten

Ihre Experten

Klinik für Thoraxchirurgie,

Waldburg-Zeil Kliniken,

Fachkliniken Wangen

Chefarzt PD Dr. med. habil.

Robert Scheubel

Psychosoziale

Krebsberatungsstelle

Dr. Klaus Hönig, Leiter der

Beratungsstelle

FOTO: ©BRANISLAV NENIN/SHUTTERSTOCK.COM

Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU)

Tumorzentrum Alb-Allgäu-Bodensee

Professor Dr. Christian Bolenz – Ärztlicher Direktor der Klinik

für Urologie und Kinderurologie, Professor Dr. Wolfgang Janni

– Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe, Professor Dr. Thomas Seufferlein – Ärztlicher

Direktor der Klinik für Innere Medizin I

Darmkrebsvorsorge: eine kleine

Untersuchung, die Leben rettet

Leben retten kann so einfach sein. Professor Dr. Jürgen F. Riemann erklärt, warum gerade in Corona-Zeiten wichtige

Arztbesuche nicht auf die lange Bank geschoben werden sollten. Von Julia Haaga

Jährlich sterben etwa 25.000 Menschen

an den Folgen einer Darmkrebserkrankung.

Ein Krebs, der im

Frühstadium keine Symptome verursacht,

dafür aber sehr große Heilungschancen

verspricht. Tatsächlich

rettet die Darmkrebsvorsorge

das Leben vieler Tausend Bundesbürger

jährlich. Der Darmkrebs ist

zudem eine Krebsart, die im Frühstadium

sehr leicht entfernbar ist

und dann auch ohne zusätzliche

Maßnahmen wie Bestrahlung oder

Chemotherapie auskommt.

Jährlich lassen

sich durch Vorsorgeuntersuchungen

10.000 Menschenleben

retten.

Professor Jürgen F. Riemann

Gründer der Stiftung „LebensBlicke“

Darmkrebs im Frühstadium ohne

Komplikationen erkennen

Die Möglichkeiten der Vorsorge

sind kinderleicht. „Dennoch sorgt

jährlich ein Konglomerat an Dingen

dafür, dass für viele Patienten

jede Hilfe zu spät kommt“, mahnt

Professor Riemann. „Dabei könnte

es so einfach sein! Darmkrebs im

Frühstadium kann in den meisten

Fällen durch Stuhlproben nachgewiesen

werden. Ein niedrigschwelliges

Angebot, das trotzdem

noch viel zu wenige Patienten

in Anspruch nehmen.“

Werde die Stuhluntersuchung

dauerhaft einmal jährlich gemacht,

können Patienten nahezu

auf Nummer sicher gehen.

Die Mär von der allseits gefürchteten

Darmspiegelung, die

bei Männern ab einem Alter von 50

und bei Frauen ab 55 Jahren empfohlen

ist? Längst überholt! „Die

Komplikationsraten sind sehr gering

und machen die Untersuchung

zu einer der sichersten, im Vergleich

zu anderen Routineuntersuchungen.

Gerade, weil Darmspiegelungen

nur von Fachärzten vorgenommen

werden, die über die

notwendige Qualifikation verfügen.

Hier liegen wir weit über dem

EU-Standard“, hebt der Gastroenterologe

hervor. Seit 2017 läuft eine

Wanderausstellung zum Thema

Darmkrebs durch Rheinland-Pfalz,

die von Prof. Riemann und der Landeszentrale

für Gesundheit organisiert

wird. Im Mittelpunkt steht ein

virtuelles Darmmodell, der Info-

Point, der Besucher über Aktuelles

zum Thema informiert.

Von 1985 bis 2008

war Professor Riemann

Direktor der

Medizinischen Klinik mit den

Schwerpunkten Gastroenterologie

und Gastroenterologische Onkologie

u. a. in Ludwigshafen am Rhein.

1998 hat der inzwischen emeritierte

Professor für Gastroenterologie

die Stiftung „LebensBlicke – Früherkennung

Darmkrebs“ als Bürgerinitiative

gegründet. Seit vielen

Jahren kämpft er mit weiteren Kollegen

für mehr Bewusstsein, Aufklärung

und Verständnis in der Bevölkerung.

Anfang 2020 dann ein

großer Rückschlag. Die Teilnahme

an Vorsorgeuntersuchungen

ging merklich zurück.

„Über 40 Prozent

der gastroenterologischen

Praxen verzeichneten einen

immensen Rückgang bei der

Darmkrebsvorsorge.“ Warum?

„Seit Anbeginn der Pandemie haben

viele Bürger Angst vor der Ansteckungsgefahr

durch Covid-19.“

Teils werde dies noch durch undifferenzierte

und unsachliche Berichterstattung

durch die Medien

bestärkt. Professor Riemann appelliert

an alle Leser, Vorsorgeuntersuchungen

nicht aus Angst vor dem

Coronavirus unnötig hinauszuzögern.

„Es besteht überhaupt kein

Grund, die wichtigen und manchmal

lebensrettenden Untersuchungen

zu verschieben, denn

Kliniken und Praxen ha-

Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn und

Professor Riemann

im Gespräch

Foto: BMG/Schinkel

ben sich mit umfangreichen Hygienemaßnahmen

sehr gut auf die

Pandemiebedingungen eingestellt.“

Denn: „Dem äußerst geringen Risiko

einer Ansteckung steht der

eindeutige Nutzen gegenüber: Vorsorge

kann Leben retten!“

Gesund bleiben durch gute Ernährung

und Bewegung

Eine gesunde ballaststoffhaltige Ernährung

mit viel Gemüse, Obst und

wenig Fleisch sowie regelmäßige

Bewegungseinheiten können das

Risiko, überhaupt erst an Darmkrebs

zu erkranken, um etwa 40

Prozent senken. „Es muss kein Marathon

sein“, räumt der Mediziner

ein. „Täglich eine halbe bis dreiviertel

Stunde Bewegung, wie Laufen

oder Radfahren, wirkt sich positiv

auf die Gesundheit aus und damit

auch auf die Prävention vieler

weiterer teils schwerer Erkrankungen

wie Herzinfarkt, Diabetes, Gallensteinen

oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.

„Mäßig, aber regelmäßig“,

so der Vorstandsvorsitzende

der Stiftung LebensBlicke.

Vorsorge kann Leben retten

Das familiäre Risiko innerhalb leiblicher

Verwandter ersten Grades

dürfe außerdem nicht unterschätzt

oder gar außer Acht gelassen werden,

wie der Mediziner betont.

„Sollte eine Darmkrebserkrankung

in der Familie aufgetreten sein, sollten

die Kinder etwa zehn Jahre

früher zur Vorsorge, als der Krebs

beim Angehörigen diagnostiziert

wurde.“

„Vermeiden statt leiden“, so

das Motto der Stiftung Lebens-

Blicke - Früherkennung Darmkrebs.

Jährlich lassen sich durch

einfache Vorsorgeuntersuchungen

10.000 Menschenleben retten.

„Schützen Sie sich nicht nur vor

Covid-19, sondern auch vor einer

Darmkrebserkrankung“, legt Professor

Riemann allen Bürgern ans

Herz.

Weitere Informationen gibt es auf

www.lebensblicke.de

Krebsvorsorge

im Überblick

In Deutschland kann man sich regelmäßig

auf Anzeichen von Brustkrebs,

Darmkrebs, Gebärmutterhalskrebs,

Hautkrebs und Prostatakrebs

untersuchen lassen. Die Kosten

trägt die Krankenversicherung.

Für alle

ab 35: alle zwei Jahre Suche nach

Hautveränderungen

Für Frauen

ab 20: jährlich Untersuchung der

äußeren/inneren Geschlechtsorgane,

Abstrich des Gebärmutterhals.

ab 30: jährlich Abtastung der Brüste

und der Achselhöhlen.

ab 35: nur noch alle drei Jahre

Abstrich vom Gebärmutterhals, dafür

zusätzlich Test auf Humane Papillomviren

(HPV).

zwischen 50 und 69: alle zwei Jahre

eine Mammographie-Untersuchung

auf Brustkrebs.

ab 50: jährlich Test auf Blut im

Stuhl als Hinweis auf Darmkrebs.

ab 55: eine Darmspiegelung, Wiederholung

nach frühestens zehn

Jahren. Alternative zur Darmspiegelung:

regelmäßige Stuhltests auf

verstecktes Blut.

Für Männer

ab 45: jährlich Abtasten der Prostata,

Untersuchung der äußeren

Geschlechtsorgane und der Lymphknoten

in der Leiste

ab 50: Darmspiegelung, Wiederholung

nach frühestens zehn Jahren.

Alternative: regelmäßige Stuhltests

auf verstecktes Blut.

Krebsinformationsdienst,

Deutsches

Krebsforschungszentrum

Kostenlose Beratungsgespräche

0800 – 420 30 40

täglich, 8 bis 20 Uhr

krebsinformationsdienst@dkfz.de

www.krebsinformationsdienst.de

Psychosoziale

Beratungsstelle

Anlaufstelle Die Psychosoziale

Krebsberatungsstelle (KBS) befindet

sich in der Kornhausgasse 9.

Terminvereinbarung für Beratungen:

Mo-Do, 9-12 Uhr telefonisch

unter 0731 - 88 01 65 20, Mail:

kbsuniklinik-ulm.de, www.kbs-ulm.de


Was Experten raten

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Gesund

bleiben

Klinik für Thoraxchirurgie, Waldburg-Zeil Kliniken,

Fachkliniken Wangen

Chefarzt PD Dr. med. habil. Robert Scheubel, FA Herz­ und Thoraxchirurgie

Psychosoziale Krebsberatungsstelle Ulm

Dr. Klaus Hönig, Psychologischer

Psychotherapeut, Leiter der Beratungsstelle

Experte mahnt: Lungenkrebs nicht verschleppen!

Ein Stützpfeiler in der Not

Vorsorge 43 Prozent der Deutschen

gehen zur Krebsvorsorge. Die Untersuchungen

helfen dabei, Gewebeveränderungen

frühzeitig zu entdecken.

2020 wurden bundesweit laut Robert-Koch-Institut

mehr als eine halbe

Million Krebsdiagnosen gestellt.

Quelle: dpa/YouGov

Ursachen Bestimmte Faktoren können

das Krebsrisiko erhöhen: Rauchen,

mangelnde Bewegung, aber auch noch

immer unbekannte Einflüsse. Eine gesunde

Ernährung hingegen kann das

Risiko senken. Ute Mons, Heidelberger

Krebsforschungszentrum:

„Das Krebsrisiko ist individuell.“

Quelle: dpa

Aus Angst vor einer möglichen Ansteckung

mit dem Covid-19-Virus vermeiden es viele

Menschen, während der Corona-Pandemie

zum Arzt zu gehen, obwohl sie Beschwerden

haben. „Gerade Krebserkrankungen dulden

jedoch keinen Aufschub. Geben Sie der Corona-Angst

keine Chance“, appelliert PD Dr.

med. habil. Robert Scheubel, Chefarzt und

Leiter des Lungenkrebszentrums an der Klinik

für Thoraxchirurgie der Fachkliniken-Wangen,

an alle Leser.

Spezielle Lungenerkrankungen wie Bronchialkarzinome

bieten nicht den zeitlichen

Spielraum, eine Behandlung zu verschieben.

Kostbare Lebenszeit ginge dadurch verloren.

Circa ein Viertel der Lungenkrebspatienten

können operiert werden. Alle anderen werde

in dem spezialisierten Lungenkrebszentrum

mit individuellen und bestmöglichen

Therapieoptionen behandelt.

Lungenkrebs im Frühstadium behandeln

Im Frühjahr war zu beobachten, dass Patienten

mit schweren Erkrankungen wie Schlaganfall,

Herzinfarkten oder Krebs nicht im

Krankenhaus ankamen – möglicherweise aus

Angst, an Corona zu erkranken. Folgen sehen

die Spezialisten jetzt: „An den Fachkliniken

Wangen werden nun Lungenkrebspatienten

behandelt, bei denen die Erkrankung

leider erst in einem sehr viel späteren und

unheilbaren Stadium diagnostiziert werden

konnte. Nur ein Lungenkrebs im Frühstadium

ist heilsam angehbar“, verdeutlicht der

Leiter des Lungenkrebszentrums. „Wenn der

Krebs jedoch einmal gestreut hat, ist er kurativ

nicht mehr behandelbar. Je früher man

den Krebs erkennt, desto höher zudem die

Wahrscheinlichkeit, minimal-invasiv operieren

zu können.“

Mit bestimmten Symptomen zum Arzt

Wichtig ist – das zeigt auch die Erfahrung aus

dem Lockdown im Frühjahr 2020 – dass die

Patienten trotz Corona bestimmte Symptome

unbedingt von einem Facharzt abklären

lassen. Zu diesen Warnsymptomen gehören

Husten und Atemnot, aber auch blutiger oder

unblutiger Auswurf, Brustschmerzen, Fieberschübe,

Nachtschweiß, anhaltende Heißerkeit

und unfreiwilliger Gewichtsverlust.

Lungenkrebs kann

ähnliche Symptome

wie Covid­19 verursachen.

Dr. Robert Scheubel

Chefarzt und Leiter Lungenkrebszentrum

„Lungenkrebs verhält sich wie ein Chamäleon“,

zieht der Fachmediziner den Vergleich.

„Der Krebs kann – ebenso wie Covid-19 –

Symptome wie Fieber, Husten oder Luftnot

verursachen.“ Bei solchen Warnsymptomen

müsse unbedingt ein Arzt aufgesucht werden,

damit niemand gefährdet werde und außerdem

die Warnsignale aufgeklärt werden

können. „Kliniken sind hygienische Hochsicherheitstrakte.

Gerade in der Lungenklinik

sind wir erst recht aufgerufen, sehr sorgfältig

Vorsorge- und Hygienemaßnahmen einzuhalten“,

gibt der Facharzt für Herz- und

Thoraxchirurgie Entwarnung.

Bei Unklarheit Zweitmeinung einholen

Für Patienten, die sich unsicher sind, bieten

die Fachkliniken Wangen jetzt eine telefonische

Beratung an. Am Apparat: Der

Chefarzt und Leiter des Lungenkrebszentrums

persönlich. Dr. Scheubel berät bei unklaren

Symptomen und verdeutlicht, dass

Patienten im Zweifelsfall immer Anspruch

auf eine Zweitmeinung haben und diese

auch einholen sollten.

Übrigens: 80 Prozent der Lungenkrebserkrankten

sind Raucher. Bei diesen Risikopatienten

wird das neue „Low-Dose-CT“-Lungenkrebs-Screening

vom Gesundheitsträger

ab einem Alter von 50 Jahren übernommen.

Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle Ulm (KBS) unterstützt

Erkrankte und deren Angehörige. Sie übernimmt

darüber hinaus eine wichtige Lotsenfunktion. Die Diagnose

Krebs zieht Betroffenen erst einmal den Boden unter

den Füßen weg. Nicht nur einer enormen emotionalen

Belastung, sondern auch einem großen Verwaltungsakt

stehen Krebspatienten gegenüber. In der KBS Ulm in

der Kornhausgasse finden Erkrankte Schritt für Schritt

zurück ins Leben.

Stützen, stabilisieren und begleiten

Die KBS Ulm wurde 2015 als ambulante Einrichtung der

Psychosomatischen Uni-Klinik und als Kooperationsprojekt

des universitären Tumorzentrums gegründet. Mit anfänglich

271 Beratungen (2016) stieg die Nachfrage zuletzt

immer weiter an. Das Angebot richtet sich nicht nur an

die seelischen Bedürfnisse von Betroffenen. „Wir arbeiten

eng mit Pflegestützpunkten, Krankenkassen und der

Rentenversicherung zusammen, um den Ratsuchenden

zum Beispiel beim Ausfüllen wichtiger Formulare oder

der Beantragung von Hilfsmitteln unter die Arme greifen

zu können“, erklärt Leiter Dr. Klaus Hönig.

„Wenn die Erkrankten zu uns kommen, machen wir eine

Bestandsaufnahme und finden heraus, wo wir als Erstes

Wir stützen und stabilisieren

die Ratsuchenden und geben

Impulse.

Dr. Klaus Hönig

Leiter der Ulmer Krebsberatungsstelle (KBS)

ansetzen können, um die Ratsuchenden zu stützen und

zu stabilisieren.“ Meist haben Patienten ein großes Redebedürfnis

und können sich erst bei einer neutralen Beratungsstelle

die Sorgen von der Seele reden. „Dank unserer

professionellen Stellung können wir auch dort gut zuhören

und Leid aushalten, wo sich Angehörige, Freunde

oder Bekannte aus Selbstschutz rasch mit guten Ratschlägen

distanzieren.“

Ünterstützt werden auch die Angehörigen

Starke Angst verzerrt die Wahrnehmung, vermeidet Information

und verhindert dadurch häufig Dialog. Aus dem

Befürnis heraus, den Patienten beziehungsweise den Angehörigen

zu schonen, entsteht dann nicht selten ein ominöses

Schweigen, weil man einfach nicht mehr weiß, was

man wie sagen soll. Oftmals seien daher mehrere Gespräche

gemeinsam mit Partnern und Familienangehörigen

nötig.

Mit dem Bekanntheitsgrad der KBS steigt auch die Zahl

der Anfragen. „Schwer Erkrankte aus weiter entfernten

Kliniken nehmen inzwischen auch unsere Angebote

wahr.“ 2019 hat die KBS mit über 1.000 psychoonkologischen,

sozialen und sozialrechtlichen Beratungen weiterhelfen

können. „Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht

nur das körperliche, sondern auch das seelische Leid Unterstützung

braucht.“

Prävention Etwa 90 Prozent der

genetischen, Krebs verusachenden

Veränderungen werden erst im Laufe

des Lebens erworben. Nur etwa zehn

Prozent werden genetisch vererbt.

Quelle: dpa

Chefarzt Dr. Robert Scheubel berät Patienten bei unklaren Symptomen persönlich.

Der Experte rät: „Immer eine Zweitmeinung einholen!“ Telefonsprechstunde mit dem

Leiter des Lungenkrebszentrums der Fachkliniken Wangen: 07522 797 1320

Zur Person

» PD Dr. med. habil. Robert Scheubel ist Chefarzt

ist und Leiter des Lungekrebszentrums der

Klinik für Thoraxchirurgie und Facharzt für Herzund

Thoraxchirurgie an den Fachkliniken Wangen.

» Die Fachkliniken Wangen behandeln Patienten

von der Diagnostik über die Therapie inklusive

Operation bis zur Nachsorge. Die besondere

Expertise zeigt sich in der Zertifizierung zum

Lungenkrebszentrum, das in der Region einmalig

ist.

» Welche Beschwerden Lungenkrebs verursachen

kann: Hartnäckiger und anhaltender

Husten, Auswurf, pfeifender Atem und Atemnot,

Fieberschübe und Nachtschweiß, ständige Brustschmerzen,

anhaltende Heiserkeit, unfreiwilliger

Gewichtsverlust.

Kontakt

Waldburg-Zeil Fachkliniken Wangen

Klinik für Thoraxchirurgie

robert.scheubel@wz­kliniken.de

www.fachkliniken­wangen.de

Entlastung durch Bewegung und Begegnung

Achtsamkeits-, Bewegungs,- und Entspannungs-Angebote

sollen der persönlichen Selbstfindung dienen. Wenn es

an Worten fehlt, kann die Kreative Schreibwerkstatt weiterhelfen,

um sich den Ballast von der Seele zu schreiben.

Die fließenden Abläufe beim Tai-Chi unterstützen positiv

den Fluss der Lebensenergie. „Viele Ratsuchende entdecken

für sich dabei eine wertvolle Selbstfürsorge“, so

der Leiter. „Einmal den Wind aus den Segeln streichen

und im Hier und Jetzt leben. Die Endlichkeit erkennen

und mit den persönlichen Stärken sorgsam umgehen.“ Die

Zusatzangebote werden durch Spenden und ehrenamtliche

Mitarbeit ermöglicht. Die Beratungs- und Informationsangebote

sind vielfältig. Aber auch Klaus Hönig und

sein Team lernen dazu: „Von jedem einzelnen Patienten.

Das ist unglaublich wertvoll und gibt uns viel zurück.“

Kontakt

Psychosoziale Krebsberatungsstelle Ulm

Kornhausgasse 9

89073 Ulm

E­Mail: kbs.ulm@uniklinik­ulm.de

Tel.: 0731 88016520

Terminvereinbarung: Mo ­ Do, 9­12 Uhr


Was Experten raten

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Comprehensive Cancer Center Ulm

Professor Dr. Christian Bolenz – Ärztlicher

Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie

Comprehensive Cancer Center Ulm

Professor Dr. Wolfgang Janni – Ärztlicher Direktor

der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Comprehensive Cancer Center Ulm

Professor Dr. Thomas Seufferlein – Ärztlicher

Direktor der Klinik für Innere Medizin I

Früherkennung von

Prostatakrebs ist entscheidend

„Männer müssen stark sein und werden nicht krank –

so das Rollenbild, das in unserer Gesellschaft noch immer

verankert ist“, stellt Professor Christian Bolenz,

Ärztlicher Direktor der Urologie und Kinderurologie

am CCC Ulm fest. „Nur jeder fünfte Mann geht daher

freiwillig zur Vorsorgeuntersuchung.“

Dabei ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung

bei Männern. Jährlich werden etwa 65.000

Diagnosen gestellt. Das Prostatakarzinom ist heute jedoch

sehr gut und schonend behandelbar. „Wir gehen

viel differenzierter mit dem Prostatakrebs um als früher.

Es gibt unterschiedliche Behandlungskonzepte. Tumore,

die ein besonders geringes Risiko haben, lassen

sich beobachten und müssen nicht generell operiert

oder bestrahlt werden“, so der Fachmediziner.

Wenn ein Prostatakarzinom

entdeckt wird, kommen unterschiedliche

Behandlungskonzepte

in Betracht.

Professor Dr. Christian Bolenz

Krebs verhält sich nicht immer gleich

Viele Männer hinterfragen: Was wäre denn die Konsequenz

bei Bestimmung eines Blutwertes (PSA-Test)

oder bei Entnahme einer Gewebeprobe? „Bei vielen

Tumoren gibt es eine sogenannte, Heterogenität‘, d.h.

sie verhalten sich unterschiedlich aggressiv. Gerade

bei der Prostata ist das besonders ausgeprägt,“ verdeutlicht

Professor Bolenz. „Urologen können das zu

erwartende Wachstum eines Tumors nach der Diagnose

mittlerweile individueller einschätzen. Dabei hilft

auch eine zielgerichtete und genauere Biopsietechnik.“

Früherkennung durch PSA-Messung

Der Bluttest (PSA-Test) weist im Gewebe das „prostataspezifische

Antigen“ (PSA) nach. Der PSA-Wert

kann bei wiederholten Messungen schwanken und deutet

nicht zwangsläufig auf Krebs hin. Bei einigen Männern

mit erhöhtem Wert wird in der anschließenden

Gewebeprobe kein Krebs gefunden. Allerdings kann

die Untersuchung dabei helfen, unentdeckte Tumore

früh aufzuspüren. Prostatakrebs wächst in der Regel

langsam und bleibt lange symptomlos. Viele Patienten

scheuen sich vor der Behandlung und ihren potenziellen

Nebenwirkungen. Verschiedene Untersuchungen

werden schrittweise durchgeführt, bevor operiert

wird – „eine Art Stufenplan, den man durchläuft, bevor

Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Eine frühe

Erkennung ist jedoch entscheidend, weil dann alle

Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen und die

Heilungschancen gut sind. Selbst wenn eine Operation

notwendig ist, können wir die Lebensqualität danach

häufig gut erhalten.“

Bei Männern, in deren Familie Prostatakrebs vorgekommen

ist, ist das Risiko für ein Auftreten etwa vier

Mal höher. Hier ist die PSA-Früherkennung ein unverzichtbarer

Bestandteil der Untersuchung. Es wird diesen

Männern unbedingt geraten, ab dem 40. Lebensjahr

einen Urologen aufzusuchen.

Die Heilungschancen

bei Brustkrebs sind hoch

Es gibt viele Krebserkrankungen, bei denen man leider keine

Aussage treffen kann, woher die Erkrankung genau

stammt. Eine davon: Brustkrebs. „Die meisten Betroffenen

haben nichts falsch gemacht“, sagt Professor Wolfgang Janni.

Er erlebt es immer wieder: Bei Patientinnen kommen oft

Selbstzweifel auf.

Zwar lassen sich nach neueren Erkenntnissen durch eine

gesunde Lebensführung etwa 25 Prozent der Brustkrebsneuerkrankungen

verhindern, dazu zählen eine ausgewogene

Ernährung, wenig Alkoholkonsum, regelmäßige körperliche

Aktivität und Nikotinverzicht. Allerdings lässt sich

in fünf bis zehn Prozent der Fälle eine genetische Veränderung,

eine sogenannte Mutation in den Hochrisikogenen

BRCA1 und BRCA2, nachweisen. Diese Mutation wird aufgrund

einer familiären Disposition mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit

weitervererbt.

Ärztlichen Rat gibt es in der Tumorsprechstunde

In der Tumorrisikosprechstunde kann das eigene Risiko abgeklärt

werden und vor allem Möglichkeiten und Nutzen

der Testung einer ganzen Reihe von Genen, die zu einer

Mutation führen können. Das „Next-Generation-Sequencing“

(NGS) ist eine geeignete Methodik zur gleichzeitigen

Untersuchung mehrerer Gene auf krankheitsrelevante Veränderungen.

Nach Blutabnahme werden die Keim– oder

Körperzellen untersucht. Die darin enthaltenen Geninformationen

werden anschließend mit dem Bauplan normaler

Zellen verglichen. „Wie in einer Dokumentdatei, in der die

Änderungsfunktion aktiviert wird, erkennen wir dann die

kleinen Abweichungen vom Original“, versinnbildlicht der

Leiter der Frauenklinik das Verfahren.

„Wir alle tragen Genveränderungen in uns“

Tatsache ist: Frauen mit einer BRCA1 oder BRCA2 -Mutation

haben ein lebenslanges Risiko von rund 70 Prozent, an

Brustkrebs zu erkranken. Dennoch: „Wir alle tragen Genveränderungen

in uns, von denen man nicht immer sagen

kann, was sie bedeuten. Und nicht jede Information, die wir

erhalten ist gut. Wenn diese Information nur Angst generiert,

ist sie keine gute Information. Umso wichtiger ist deshalb

die Beratung in einer Spezialsprechstunde.

Die gute Nachricht: 80 bis 90

Prozent der Brustkrebserkrankungen

sind heilbar ­ das konnten

wir in unseren Studien am Comprehensive

Cancer Center nachweisen.

Professor Dr. Wolfgang Janni

Modernste Therapiemöglichkeiten im CCC Ulm

„Keineswegs aber sollte man sich aufgrund der Corona-Pandemie

scheuen, zur Untersuchung zu gehen“,

legt der Mediziner nahe. Die Wahrscheinlichkeit, sich

am Corona Virus zu infizieren, sei im Supermarkt wesentlich

höher, als in der Arztpraxis oder Klinik. Die

gute Nachricht zuletzt: Professor Janni verweist auf

Studienprogramme am CCC Ulm, die belegen: Rund

80-90 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind heilbar,

wenn sie mit den modernsten Therapiemöglichkeiten

behandelt werden, wie sie in zertifizierten Brustzentren

verfügbar sind.

Die beste innere Medizin:

Vorsorge und Bewegung

„Vorsorge wird oft als Luxus empfunden“, so Professor

Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik

für Innere Medizin I und stellvertretender Sprecher

des CCC Ulm. Am Integrativen Tumorzentrum des Universitätsklinikums

und der Medizinischen Fakultät

werden jährlich mehr als 10.000 Krebspatienten mit

dem hohen medizinischen Standard eines Universitätsklinikums

aus der Region Alb-Allgäu-Bodensee interdisziplinär

betreut. „Die beste Vorsorge ist die, die gemacht

wird“, so der Klinikdirektor. In Deutschland

kann man sich ab 50 Jahren regelmäßig auf Anzeichen

von Darmkrebs durch jährliche Stuhluntersuchungen,

bei Männern auch durch eine Vorsorgekoloskopie untersuchen

lassen. „Die Chancen auf Heilung bei Darmkrebs

sind dann hoch, wenn dieser rechtzeitig, d.h. in

einem frühen Stadium erkannt und optimal behandelt

wird. Durch Vorsorge können wir mehr Tumoren in

diesen frühen Stadien erkennen.“

Vorbeugen durch Bewegung

Bewegung ist neben der Vorsorgeuntersuchung eine

sehr gute Vorbeugungsstrategie im Kampf gegen den

Darmkrebs. Durch körperliche Aktivität kann man dazu

beitragen, Krebserkrankungen zu vermeiden. Nicht nur

das: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert sogar

die Heilungschancen nach einer Tumoroperation.

„Gutes Training stärkt das Immunsystem und kann

auch helfen, Nebenwirkungen einer Chemo- oder

Strahlentherapie besser zu verkraften.“ Tägliche Bewegung

sorgt natürlich auch für den Muskelaufbau.

„Muskeln sind zuckerhungrig. Damit kann man auch

einer Diabeteserkrankung vorbeugen“, verrät der Mediziner.

Gehen sie zur Vorsorge,

gerade weil sie keine

Beschwerden haben!

Professor Dr. Thomas Seufferlein

Große Erfolge in der Onkologie

Im Viszeralonkologischen Zentrum werden zahlreiche

innovative medizinischen Studien durchgeführt. „Es

geht uns um neue Therapien, die für Patienten bessere

Ergebnisse liefern und dabei gut verträglich sind.“

Seit vielen Jahren ist Professor Seufferlein in der internistischen

Onkologie tätig. Oftmals sei das ein steiniger

Weg: „Von der Planung einer Patientenstudie bis

zum Vorliegen der Ergebnisse kann das Jahre dauern.

Doch es gibt sehr erfreuliche Entwicklungen weltweit,

beispielsweise eine Immuntherapie bei bestimmten

Formen von fortgeschrittenem Darmkrebs, die besser

wirkt als eine Chemotherapie.“

Auch beim immer noch schwer behandelbaren Bauchspeicheldrüsenkrebs

gibt es erste Erfolge, erzählt Seufferlein.

Gerade durch multidisziplinäre Ansätze, das

heißt Behandlungen, die in einem Team u. a. aus Internisten,

Chirurgen und Strahlentherapeuten entwickelt

werden. „Für die Vorsorge bei diesem Tumor, die bisher

leider noch nicht möglich ist, ist es langfristiges

Ziel, blutbasierte Tests zu entwickeln“, gibt Professor

Seufferlein einen Ausblick.

Comprehensive Cancer Center Ulm: Onkologisches Spitzenzentrum

» Das Comprehensive Cancer Center

Ulm (CCCU) – integratives Tumorzentrum

des Universitätsklinikums und der Medizinischen

Fakultät – bietet für Patienten

mit Tumorerkrankungen eine interdisziplinäre

Versorgung auf höchstem Niveau

unter Einbeziehung neuester onkologischer

Forschungsergebnisse und der

Möglichkeit zur Teilnahme an Studien. Regionale

Behandlungspartner gewährleisten

in enger Zusammenarbeit mit dem CCCU

eine leitliniengerechte Behandlung und

verfolgen gemeinsam mit dem CCCU Projekte

im Bereich Prävention und klinische

Forschung. Das CCC Ulm als Tumorzentrum

Alb-Allgäu-Bodensee, mit Herrn

Professor Dr. Hartmut Döhner als Sprecher,

ist eines von 13 in Deutschland durch die

Deutsche Krebshilfe geförderten Onkologischen

Spitzenzentren.

» Die onkologische Versorgung findet überwiegend

in den zertifizierten

Organkrebszentren statt.

» Neben den neun zertifizierten Organkrebszentren

besteht ebenfalls die Struktur des

Onkologischen Zentrum nach den Anforderungen

der Deutschen Krebsgesellschaft

(DKG). Dies garantiert die

hochwertige Behandlung nach den neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen.

» Interdisziplinäre Tumorkonferenzen

Alle Patienten werden bei Erstdiagnose

und bei notwendigen Änderungen des

Therapiekonzeptes in einer von 14 spezialisierten

Tumorkonferenzen besprochen,

in denen Experten aller erforderlicher

Fachdisziplinen vertreten sind. Ziel ist die

Therapieoptimierung durch interdisziplinäre

Konzepte.

» Im Rahmen klinischer Studien werden

neue Medikamente eingeführt und Therapiestandards

weiterentwickelt. Damit wird

möglichst vielen Patienten der Zugang zu

neuen und innovativen Medikamenten

ermöglicht.

Kontakt

Prof. Dr. Christian Bolenz

Tel.: 0731 500­58004 | E­Mail: carola.schmid@uniklinik­ulm.de

Prof. Dr. Wolfgang Janni

Tel.: 0731 500­58688 | E­Mail: direktion.frauenklinik@uniklinik­ulm.de

Prof. Dr. Thomas Seufferlein

Tel.: 0731 500­44501

E­Mail: Direktionssekretariat.Innere1@uniklinik­ulm.de

Comprehensive Cancer Center Ulm

Tumorzentrum Alb-Allgäu-Bodensee

Albert­Einstein­Allee 23

89081 Ulm

Tel.: 0731 500­56056

Fax: 0731 500­56055

sekr.cccu@uniklinik­ulm.de

www.ccc­ulm.de

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