Süßes Wunderwerk der Natur Alles auf Zucker

miu24

AUSGABE 03.2021

Stadt. Land. Wissen.

Moderne Landwirtschaft – anders, als du denkst.

Süßes Wunderwerk der Natur

Alles auf

Zucker

MEHR TIERWOHL

Außenklimastall mit

Indoor-Spielplatz

MEHR ARTENVIELFALT

Wo Uferschwalben und

Wildbienen daheim sind

MEHR KLIMASCHUTZ

Wetterdaten

vom Acker

Forum Moderne Landwirtschaft


INHALT

8

TITELTHEMA Natursüße vom

Feld Hofbesuch bei Zuckerrübenbauer

Jan-Wilhelm Strampe

4TITELTHEMA

Alles auf Zucker

Deutschland ist

europaweit einer der

besten Standorte

für den Zuckerrübenanbau.

Wozu die


Zuckergewinnung

noch genutzt wird,

erfahren Sie auf den

Folgeseiten

14

Eine Hülsenfrucht,

die Wärme sucht

Sojaanbau in Deutschland

6

TITELTHEMA

Zuckermythen

auf dem

Prüfstand

Macht Zucker

dick?

Großes

Gewinnspiel

auf der Heftrückseite

Jetzt mitmachen und ein

Wochenende für 4 Personen

auf dem Land gewinnen


von Engelbert Strauss

Landwirt für einen Tag Was die Teilnehmer

erlebten: So wurde Politikerin Anne König

18Aktion

Zeugin der Geburt von Anne junior, einem Kälbchen

TITEL: T. JAWORR; FOTOS DIESE SEITE: T. JAWORR, FML

2


Hähnchenhalter Stefan Teepker

fordert auch in der Gastronomie eine

Herkunftskennzeichnung für Hähnchen

26

Außerdem in

diesem Heft

34

Wald ist Leben Nils Thun

gehört hierzulande zu den zwei

Millionen Waldeigentümern,

die das besondere Ökosystem


TITELTHEMA

Wissenschaft schafft Umweltschutz

Drei Projekte für mehr Nachhaltigkeit

im Zuckerrübenanbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . S. 10

So kommt der Zucker aus der Rübe

Über die Zuckergewinnung . . . . . . . . . . . . . . S. 12

Wo Uferschwalben und Wildbienen daheim sind

Artenvielfalt praxistauglich fördern . . . . . . . S. 16

Tierwissen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . S. 22

Außenklimastall mit Indoor-Spielplatz

Schweinemäster Tobias Lucht nimmt

an der Initiative Tierwohl teil . . . . . . . . . . . . . S. 24

Wetterdaten vom Acker Wie sich

Landwirte mithilfe einer Kooperation besser

auf das Klima einstellen können . . . . . . . . . . S. 28

Unser Lieblingsobst Frisch und knackig

schmecken diese vier am besten . . . . . . . . . S. 30

Auf den Apfel gekommen Zu Besuch auf dem

Hof von Familie Linhorst . . . . . . . . . . . . . . . . . S. 32

Zwischen Tradition und Zukunft

Verrückte Ideen auf einem alten Weingut . . . S. 36

Liebe Leserinnen und Leser,

noch immer schränkt die Corona-Pandemie

unseren gewohnten Alltag ein. In der Krise hat die

Landwirtschaft eine noch stärkere Rolle als Versorger

der Bevölkerung eingenommen. Das sehen auch Verbraucherinnen

und Verbraucher so. 24 Prozent der Menschen

in Deutschland sagen, dass sich ihr Bild der Landwirtschaft

während der Corona-Pandemie positiver darstellt.*

60 Prozent sagen, dass es gleich geblieben ist.

Inmitten dieser Krise wird Ende September ein neuer

Bundestag gewählt. Dabei wird die Landwirtschaft für

die Wählerinnen und Wähler eine hohe Relevanz haben.

41Prozent der Menschen in Deutschland sagen, dass

die Landwirtschaftspolitik der einzelnen Parteien für ihre

Wahlentscheidung bei der kommenden Bundestagswahl

eine „große“ bzw. „eher große“ Rolle spielen wird.*

Mit der Pandemie und der anstehenden Wahl bestimmen

zwei Themen gerade jeden Tag die gesellschaftliche Debatte,

bei denen die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle spielt.

Den Menschen ist die Zukunft der deutschen Landwirtschaft

ein großes Anliegen. Danach gefragt, sagen 75 Prozent, dass

es ihnen wichtig ist, dass die Lebensmittel, die sie konsumieren,

in Deutschland angebaut oder produziert werden. Mehr

als 80 Prozent von ihnen sagen, das gilt sowohl für Fleisch,

Eier und Milch als auch für saisonales Obst und Gemüse.*

Mit unserer dritten Ausgabe von Stadt.Land.Wissen. wollen

wir Ihnen angesichts dieser Relevanz wieder zahlreiche Einblicke

in die Landwirtschaft in Deutschland ermöglichen.

Ob Zucker, Obst oder Wein – wir zeigen Ihnen die Menschen

dahinter. Wir zeigen ihre Leidenschaft und Innovationsfreude,

mit der sie jeden Tag wertvolle Lebensmittel produzieren.

Wir zeigen, wie wichtig ihnen dabei der Naturhaushalt und

das Wohl ihrer Tiere sind. Und wir zeigen, wie die Landwirtschaft

mit Herausforderungen wie dem Klimawandel umgeht

und einen wichtigen Beitrag im Kampf dagegen leistet.

Erhältlich ist das Magazin in 180 Kaufland-Filialen, als

Postwurfsendung direkt im Briefkasten, und sogar in der

Deutschen Bahn fährt es mit, als Reiselektüre für unterwegs.

Noch ein kleines Stück näher an die Landwirtschaft wollen

wir Sie mit unserem Gewinnspiel bringen, bei dem Sie ein

Wochenende für vier Personen auf dem „Sauwohlfühlhof“

der Familie Winkelkötter im schönen Münsterland gewinnen

können. Sie müssen nur die Frage auf der letzten Seite

beantworten – die Antwort finden Sie im Magazin.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß beim Lesen.

Ihre Lea Fließ

Geschäftsführerin Forum Moderne Landwirtschaft

*Civey-Umfragen aus Mai und Juni 2021

Feinfruchtige Weine bevorzugt

Winzer Stephan Klöckner erklärt die Trends

auf dem Weinmarkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . S. 38

Forum Moderne Landwirtschaft

3


Alles auf

Zucker

Süßes Wunderwerk der Natur

Sobald der Ackerboden trocken und auf

mindestens fünf bis acht Grad erwärmt ist,

beginnt die Aussaat der Zuckerrüben in den

Monaten März bis April. Die Zuckerrübe liebt

nährstoffreiche, tiefgründige Böden, wie sie

hierzulande in vielen Regionen vorkommen.

Deshalb ist Deutschland europaweit einer der

besten Standorte für den Rübenanbau. Neben

der Zuckergewinnung dient die Zuckerrübe

der Erzeugung von Energie, als Futter- und

Dünge mittel sowie der Herstellung von Alkohol,

Verpackungen oder der Hefeproduktion.

-



FOTOS: ISTOCK QUELLEN: NATIONALE VERZEHRSTUDIE 2, WVZ 2021

t

Melasse

für die Hefeindustrie

oder Alkoholproduktion

wurden im Wirtschaftsjahr

2019/2020 produziert

Mio. l

Sauerstoff

pro Jahr speist ein

Hektar Zucker rüben

in die Luft ein

kg

Zucker

pro Kopf und Jahr werden in

Deutschland gegessen

%

des Zuckers weltweit

werden aus Rüben

hergestellt, der Rest

aus Zuckerrohr

2,8

Futtermittel

für die Erzeugung

tierischer Lebensmittel

wurden im Wirtschaftsjahr

2019/2020 erzeugt

%

des erzeugten Zuckers gingen 2019/2020 an die

verarbeitende Industrie, an die chemische

oder Pharmaindustrie, das Handwerk oder die

Fermentationsindustrie

Biokunststoffe

sind für nachhaltige

Verpackungen sehr gefragt

4


kg

schwer wird eine

Zuckerrübe in

etwa bei guten

Wuchsbedingungen

Gründünger

%

des Rübenblatts verbleiben klein

gehäckselt als natürlicher Gründünger

auf dem Feld und bringen

so Nährstoffe in den Boden

TITELTHEMA Zuckerrüben

Tage

nach der Aussaat werden Zuckerrüben

geerntet. Die Kampagne, wie die Zeit der

Zuckerrübenernte und -verarbeitung

genannt wird, beginnt Mitte September und

kann je nach Witterung und Erntemenge

bis Dezember oder Anfang Januar andauern

Wasser

in der Rübe wird zur

Produktion genutzt

Fast

100 %

des Wassers, das für die

Zuckerproduktion benötigt

wird, stammt aus der

Zuckerrübe selbst

Bioethanol

als Ersatz für fossile Kraftstoffe:

15 %

des produzierten Bioethanols

wurden 2020 aus Zuckerrüben

hergestellt

Biomethan

ergänzt über das öffentliche

Gasnetz die Energieversorgung

Düngemittel


der Landwirtschaft Verwendung

Meter

tief können die fein verzweigten Zuckerrübenwurzeln

reichen. Sie lockern das Erdreich auf

und tragen so zur Bodenfruchtbarkeit bei

Rund


Landwirte in Deutschland

bauen Zuckerrüben an

4500

Beschäftigte gibt es in

der Zuckerindustrie

5


TITELTHEMA Zuckerrüben

Zuckermythen

auf dem Prüfstand

Macht Zucker dick? Sind Agavendicksaft und Co.




Wird man dick, wenn man


Zucker, in Maßen konsumiert,

macht nicht dick. Grund sätzlich

gilt: Wer mehr Kalorien zu sich nimmt, als er

oder sie verbraucht, nimmt zu. Dabei ist es

egal, ob diese Kalorien von Zucker, Fett oder

anderen Nährstoffen stammen. Generell

sollte man immer auf eine aus gewogene


Angaben wie „weniger Zucker“ bedeuten

nicht, dass ein Produkt auch weniger

Kalorien als das Original hat. Denn wer

Zucker in festen Lebensmitteln reduziert,

muss ihn durch andere Zutaten ersetzen.

Diese bringen auch Kalorien mit, manchmal

sogar mehr. Daher können zuckerfreie oder

zuckerreduzierte Produkte also schnell zur



Wird Zucker in Produkten


Wer wissen will, wie viel

Zucker in einem Produkt

steckt, kann das mit einem Blick in die

Nährwerttabelle auf der Verpackung

erkennen. In der Rubrik „Kohlenhydrate“

steht „davon Zucker“, damit ist der

gesamte im Lebensmittel enthaltene

Zucker gemeint. Also der von Natur aus

im Produkt enthaltene Zucker und der

zugesetzte Zucker. Das umfasst zum

Beispiel Fruktose (Fruchtzucker), Glukose

(Traubenzucker) oder Zweifachzucker wie

Saccharose (Haushaltszucker) und Laktose

(Milchzucker). Die Gesamtmenge all



Hat Haushaltszucker

im Vergleich zu Agavendicksaft

& Co. gesund heit-


Aus gesundheitlicher Sicht unterscheiden

sich Haushaltszucker und Alternativen


-



rauf verweisen die Deutsche Gesellschaft

Prof. Dr. Hans

Hauner von der TU München: „Gegen-


Zucker alternativen keine gesundheitlichen

Vorteile, da sie auf dieselbe Weise

verstoffwechselt werden.“ Hinzu kommt

der Nachhaltigkeitsaspekt. Zuckerrüben

sind ein regionales Produkt, das nicht aus

Übersee importiert werden muss.

Vielfältige Zuckerarten:

Ob als Kandis, Puderzucker

oder Haushaltszucker,

Zucker versüßt unser Leben


Der Begriff „zuckerkrank“ führt



Diabetes mellitus (umgangs sprachlich

Diabetes). Mit Haushaltszucker hat diese

aber nichts zu tun. Vielmehr sind überhöhte

Blutglukosewerte charakteristisch

für Diabetes. Die meisten Patienten sind


Wissenschaftlich lassen sich keine

Zusammenhänge von der Aufnahme

verschiedener Zuckerarten und der Ent-


Der größte Risikofaktor ist hier ein hohes



Wer das Risiko, an Diabetes zu erkranken,

senken möchte, sollte daher auf sein


6


Rezepte

FOTOS: ISTOCK, FML



Ja, so wie alle (fermentier

baren) Kohlenhydrate.

Das können Stärke oder

verschiedene Arten von Zucker sein, wie

Saccharose, Fruktose und Milchzucker.

Sie können also überall vorkommen: in

salzigen Snacks und Brot ebenso wie

in Frühstückscerealien oder Süßigkeiten

und Obst. Bakterien im Zahnbelag bilden

Säuren beim Abbau der Kohlenhydrate.

Diese Säuren greifen den Zahnschmelz


er porös wird und Karies entstehen kann.

Gründliches und regelmäßiges Zähne-



mäßige Zahnarzt besuche. Durch Aufklärung

zu guter Mund hygiene und zahnärztliche

Vorsorge konnte das Auftreten von

Karies hierzulande in allen Altersgruppen

und sozialen Schichten reduziert wer-




Deutschland im internationalen Vergleich


Macht Zucker süchtig?

Ob Schokolade oder Gummibärchen,

manche Menschen

können von Süßigkeiten nicht genug

bekommen. Suchtexperten sagen, dass

ein süßer Geschmack von den meisten

als positiv empfunden werde und im Gehirn

das sogenannte Belohnungssystem

aktiviere. Die Behauptung, Zucker könne

süchtig machen, ist wissenschaftlich nicht

belegt. Die internationale Forschergruppe

NeuroFAST kommt zu folgendem Schluss:


für die Behauptung, einzelne Nährstoffe

wie Zucker könnten süchtig machen.


Was sich aus einer Zuckerrübe

Köstliches zaubern lässt

Und warum unser Körper Zucker braucht

Für unser Kochvideo haben wir diesmal drei Experten


Christopher Kümper, Lebensmittelwissenschaftler



Christopher Kümper ein ganz besonderes Dessert, einen Rübenkraut-

werk

gelingt, erfahren Sie, wenn Sie den QR-Code einscannen.

Multitalent Zucker: Lebensmittelchemiker

nimmt Zucker als Lebensmittel wissenschaftlich unter die Lupe.

Der Dozent der Hochschule Bremerhaven erklärt, welche Funktionen

Zucker in unseren Lebensmitteln hat und warum er oft eine wichtige

Zutat ist.

AgrarScoutin und Landwirtin betreibt einen Biobetrieb

in Sachsen-Anhalt. Sie beleuchtet die Zuckerrübe von der

praktischen Seite und beschreibt, wie und unter welchen Bedingungen

die Frucht am besten wächst und was aus Sicht eines landwirtschaftlichen

Betriebs das Besondere am Zuckerrübenanbau ist.

Viel Spaß beim Nachkochen wünscht das Team

vom Forum Moderne Landwirtschaft!

Mehr

Infos

Zu Gesundheit und Zucker


www.schmecktrichtig.de

Einscannen und los geht’s

moderne-landwirtschaft.de/menue_zuckerruebe

7


TITELTHEMA Zuckerrüben

FOTOS: TIMO JAWORR

Natursüße

vom Feld

Als Zuckerrübenbauer passt Jan-Wilhelm Strampe





wird Zuckerrübensaat in


Dabei

umschließt eine farbige

Gips ummantelung den

mit einem Schutz gegen

Schädlinge versehenen

Keimling, aus dem etwa


rund ein Kilo schwere Frucht erwachsen

sein wird.





Wenn Jan-Wilhelm Strampe

im Frühjahr die Drillmaschine

mit der Aussaat für

seine 63 Hektar Zuckerrü-

würde er aus einer Apotheke stammen.

-

-

-

-

ckerrüben

in Reihen mit einem Abstand



meine Felder fest. Jeweils ein Viertel der











meistens reif für die Saat. Der Zeitpunkt





Früchte auf unseren Feldern sind Zucker-


-

-

-

-

-

-



-





-

-

-









ich für jedes Feld im Winter eine Applika-

-

-

-

-

-



-


-










Unfairer Wettbewerb

-

-

-

-

















Sieben Rüben für 1 kg Zucker








um den C0

-

-

-

-

-

lands

werden diese Standards unter-

-


-

-

-


-


-

-


beschert uns immer neue Hürden. Also

müssen wir noch einfallsreicher werden





8


„Auf dem EU-Markt wird nicht

überall nach gleichen Spiel regeln

agiert, vom Weltmarkt einmal

ganz abgesehen“

9


Wissenschaft schafft

Exakt angelegt In Kirschgartshausen werden die Blühstreifen regelmäßig


Umweltschutz leisten müssen. Aber wir verzichten auf diesen Flächen auf

Erträge. Der Mehrwert, den wir auf diese Weise für uns alle schaffen, muss

unserer Gesellschaft auch etwas wert sein“, sagt Betriebsleiter Dr. Peter Risser

FORSCHUNG I

Blühstreifen sind Lebensräume

Auf dem Versuchsgut Kirschgartshausen

wird die Zukunft

der Zuckerrüben erforscht.

Dazu zählt auch die Frage nach

der Steigerung der Artenvielfalt

auf den Feldern

Seit 160 Jahren betreibt die Südzucker

AG das Hofgut Kirschgartshausen

bei Mannheim und

erarbeitet dort Konzepte und

Produktionsmethoden für den erfolgreichen

und nachhaltigen Anbau von Zuckerrüben.

In den vergangenen zwei Jahren

befassten sich Betriebsleiter Dr. Peter Risser

und sein Team unter anderem intensiv

mit der Verbesserung der Biodiversität. „Wir

experimentieren mit verschiedenen Blühmischungen

und Blühstreifen, um in Erfahrung

zu bringen, wie sie sich auf Schädlinge und

Nützlinge auswirken und wie wir dadurch


„Über 1600 Zuckerrübenbetriebe

allein in Deutschland haben Blühstreifen

für die Artenvielfalt angelegt“

gleichzeitig die Biodiversität steigern kön-

schaftler.

In enger Kooperation mit dem Institut

für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB)

testet der Versuchshof aktuell zwei Blühmischungen.

Eine einjährige zur kurz fristigen

Begrünung kleinerer Flächen, die unter

anderem aus Mohn- und Kornblumen

besteht. Sie eignet sich sehr gut für die

Ränder von Zuckerrübenfeldern, fanden

die Wissenschaftler bereits heraus. „Diese

Mischung geben wir kostenlos an unsere

Zuckerrübenlandwirte aus“, erklärt Risser.

Die zweite Blühmischung, die mehrjährige

Veitshöchheimer Bienenweide, setzt sich

aus über 60 Pflanzen- und Kräuterarten

zusammen, unter anderem aus Malven,

aber auch Dill, Fenchel und Sonnenblumen.

„Sie duftet wunderbar und wird von uns

wie eine eigene Kultur in die Zuckerrüben-


Ihre Vorteile: Durch die Blühdauer und die


allein den Insekten eine mehrjährige Versorgung.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die

Blühstreifen in Kirschgartshausen mit einer

tene

Bestäuberarten wie Wildbienen oder

Hummeln anziehen, sondern auch Feldhasen,

Fasanen oder Rebhühnern einen

Lebensraum bieten.

„Über 1600 Zuckerrübenbetriebe in

Deutschland haben Blühstreifen für die

Artenvielfalt angelegt. Und die Zahl nimmt

stetig zu“, erzählt Dr. Risser. „Landwirte sind

die idealen Partner, weil sie über das Wis-


und zu bewirtschaften sind. Wir setzen uns

dafür ein, dass die Blühstreifen so ausgesät

werden, dass die Insekten und andere Tiere

von Streifen zu Streifen wandern und sich

ansiedeln können und es zu einer Vernetzung

der Flächen kommt.“


Zuckerrübenlandwirte sein, die sich gemeinsam

mit Südzucker für die Steigerung der

Biodiversität einsetzen.

10


Umweltschutz

TITELTHEMA Zuckerrüben

FORSCHUNG II

Revolutionäre Entdeckung

gegen Blattkrankheit

Den Forschern von KWS ist es gelungen, Zuckerrübensorten zu entwickeln, die gegen eine

Pilzerkrankung eine extrem hohe Widerstandskraft haben. Dadurch können die Landwirte bei


Entscheidender Durchbruch

Die erste Generation der


sich derzeit in Deutschland

und in Italien im Testanbau

FOTOS: SÜDZUCKER AG, KWS

Vor über 100 Jahren tauchte in

Italien erstmals die Krankheit

Cercospora in Zuckerrüben auf.

Vor allem in der Nähe von Flussläufen,

also dort, wo es schön


Cercospora die Blätter der Zuckerrüben, und

sie starben ab. Die Krankheit nahm seitdem

an Intensität immer weiter zu und breitete

sich schnell aus. In den vergangenen Jahrzehnten

sind zunehmend auch die Zuckerrübenfelder

in nördlicheren Teilen Europas

von dieser Pilzkrankheit befallen. Allein in

Deutschland betrifft das rund 60 bis 90 Pro-


zerstört der Pilz das Blattgewebe, was die

Fotosynthese und damit die Zuckerproduk-


bis zu 50 Prozent sind die Folge. Um dies

zenschutzmittel

zur Abwehr der Krankheit

eingesetzt werden.

Der Durchbruch ist jetzt dem

Saatgutherstellerunternehmen

KWS mit einer echten Fleißarbeit

gelungen. Die Züchter

haben auf einer langen Suche

unzählige Rüben zwischen

der Adria und der Ostsee gesammelt und

analysiert. Dabei sind sie auf eine ganz besondere

Wildrübe gestoßen, deren enorme

Widerstandskraft gegenüber Cercospora

sie überrascht hat. Die Eigenschaften der

Wildrübe konnten in das vorhandene Zuckerrübenmaterial

auf klassischem Wege eingekreuzt

werden. Das Ergebnis übertraf

die Erwartungen bei Weitem: sehr widerstandsfähige

Zuckerrüben mit gleichzeitig

höchster Ertragsleistung. Damit besteht die

Möglichkeit, auch unter starken Befallsbedingungen

ein gesundes Wachstum und den



einzusparen.

„Die Zuckerrübe zählt zu den wider-


erzählt Dr. Carsten Stibbe, Leiter des Bereichs

Agroservice bei der KWS. „Die Züchtung

gesunder, resistenter Sorten hat bei der

Zuckerrübe eine lange Tradition. Schon

heute sind die aktuellen Sorten

resistent gegenüber den meisten

Viruserkrankungen. Viele

Sorten sind sogar zusätzlich


durch

die Blattkrankheit

Cercospora

gegen einen bestimmten


Durch den Klimawandel breiten sich jedoch

besonders Pilzkrankheiten und Schädlinge

stetig weiter aus, sie sind immer weniger


bekommen.

„Mit den neuen CR+ genannten Sorten

ist uns ein revolutionärer Durchbruch gelun-



in Deutschland und in Italien im Testanbau.

Darüber hinaus erarbeitet KWS aktuell die

besten Anbaustrategien für CR+, um einen

optimalen Nutzen für den Umweltschutz und

die Landwirte zu erreichen. „Damit können

wir einen wirklich wichtigen Beitrag für eine

nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland



Dr. Carsten Stibbe

ist Leiter des Bereichs

Agroservice bei

der KWS. Sein Team

erarbeitet aktuell

die besten Anbaustrategien

für CR+

11


TITELTHEMA Zuckerrüben

Wissenschaft schafft

Umweltschutz

FORSCHUNG III

Auf der Suche nach der

optimalen Lösung

Dr. Olga Fishkis erforscht am Institut für Zuckerrübenforschung

(IfZ) an der Universität Göttingen

unterschiedliche Methoden zur Unkrautbekämpfung

So praxisnah wurden mechanische

und chemische Methoden

zur Unkrautbekämpfung

bisher noch nicht verglichen:

In dreijährigen Feldversuchen

an verschiedenen Standorten untersuchte

Dr. Olga Fishkis gemeinsam mit Partnern

im Auftrag des Bundesministeriums

für Ernährung und Landwirtschaft Umweltauswirkungen

wie Energieverbrauch,

toxikologische Risiken und weitere Variablen

bei der Beseitigung von Unkraut auf

Zuckerrübenfeldern.

„Heutzutage setzen Zuckerrübenbauern

zu rund 90 Prozent Herbizide, also

chemische Mittel, zur Unkrautregulierung

ein, und nur acht Prozent nutzen

eine mechanische Hackmaschine und

hacken zusätzlich per Hand“, erklärt die

wissenschaftliche Mitarbeiterin des IfZ.

Zuckerrüben werden in Reihen mit 45


„Hackmaschinen können zwar gut zwischen

den Reihen arbeiten, aber nahe

an den Rüben muss per Hand gehackt

werden. Das ist sehr zeitaufwendig und

wird aktuell nur von Biobauern geleistet,

die einen höheren Preis für die Ernte erhalten“,

sagt die Agrarwissenschaftlerin.

boter.

„Der Roboter speichert schon bei

der Aussaat die genauen Koordinaten

der Zuckerrüben, oder er nimmt mit ei-


auf und unterscheidet beim Hackvor-

zen

von Unkräutern“, so die gebürtige

Moskauerin.

Doch diese Methoden könnten

ebenfalls Nachteile haben. „Wir befürchteten,

dass die Roboter, ähnlich

wie die Hackmaschine, Bodenerosionen

verstärken könnten. Aber das hat

sich nicht bei allen Böden bewahrheitet“,

sagt die Bodenkundlerin. Gegen

den Einsatz mechanischer Hackmaschinen

spricht allerdings der fossile

Energieverbrauch und damit der

CO 2

-Ausstoß, der höher liegt als beim

Ausbringen chemischer Mittel. „Noch

kann ich nicht abschätzen, welche

Methoden am besten zur Bewahrung

einer schadstofffreien Umwelt unter

Berücksichtigung der Kostenkalkulation,

des Klimaschutzes und der Biodiversität

beitragen“, sagt Dr. Fishkis.

Ihre Ergebnisse liegen spätestens in

einem Jahr vor.

So

Von September bis Januar

herrscht Hochbetrieb auf den

Feldern und in den Zuckerfabriken:

Rund um die Uhr

an sieben Tagen die Woche

werden die geernteten Rüben

zu Zucker verarbeitet

FOTOS: IFZ, WVZ, NORDZUCKER, SÜDZUCKER

Feldversuche Dr. Olga Fishkis

misst die Auswirkungen von

Unkrautbeseitigungsmethoden

D-



-





-





12


Vom Feld aufs

Fließband

In der Zuckerfabrik

werden die Rüben

gereingt, geschnitzelt

und in einem

Wasserbad erhitzt.

In der Verdampfstation

wird der

goldgelbe Saft

ein gedickt

kommt der Zucker

aus der Rübe

Nicht nur die landwirtschaftlichen Mitarbeiter

sind vielbeschäftigt, auch die

Maschinen in den Zuckerfabriken laufen

in diesen anstrengenden Wochen

der Kampagne pausenlos. Zehn Stunden

dauert es in etwa, bis aus der Rübe Zucker

geworden ist. Für die Zuckergewinnung

durchlaufen die wertvollen Feldfrüchte

mehrere Verarbeitungsschritte.

Nach einer gründlichen Reinigung zerkleinert

eine Schneidemaschine die

Rüben mitsamt der Schale zu schmalen

Rübenschnitzeln.

Alle Abfälle werden

weiterverarbeitet

In riesigen Kochtöpfen, den Extraktionstürmen,

werden die Rübenstreifen anschließend

in heißem Wasser auf 70 Grad

erhitzt. Die hohe Temperatur sorgt dafür,

dass die Zellwände der Zucker rüben platzen

und sich der Zucker aus den Rüben-


Die getrockneten Schnitzelabfälle werden

zu Tierfutterpellets weiterver arbeitet.

Dem gewonnenen Rohsaft werden Kalk

und Kohlensäure zugefügt. Mit diesen

Zusätzen werden alle Nichtzuckerstoffe


lassen. Die beim Filtern entstehenden Ab-


Rohsaft wird verdickt

In der sogenannten Verdampfstation erfolgt

die Eindickung des Dünnsafts, der

anfangs einen Zuckeranteil von nur um

16 Prozent enthält. Durch das Erhitzen

und Verdampfen wird der goldgelbe Saft

ckergehalt

steigt durch das besondere

Verfahren auf rund 70 Prozent an.

Zuckerkristalle bilden sich

Der als „Magma“ bezeichnete Sirup

kommt nun in große Kochapparate. Dort

wird der Dicksaft so lange reduziert, bis

sich Zuckerkristalle bilden. Haben diese

eine bestimmte Größe erreicht, wird die

Masse abgekühlt, und der Kristallisationsprozess

beschleunigt sich.

Zuletzt befreit ein Schleudervorgang

in einer Zen trifuge die Zuckerkristalle

von den Sirupresten. Die gewonnenen

Kristalle werden noch getrocknet und

anschließend in Silos gelagert oder direkt

in Päckchen zum Verzehr abgefüllt.

Fertig ist der Zucker, der uns das Leben

versüßt!

Einscannen und

mehr entdecken

13


Voll im Trend: Sojaprodukte

wie Tofu, Milch und Miso-Paste

Sojafan Landwirt Paul Groh hat

vor drei Jahren mit 3,5 Hektar

begonnen und ist jetzt bei fast

der dreifachen Flächengröße

14


Sojaanbau


die Wärme sucht

Soja könnte in Deutschland eine große Zukunft haben, glaubt Dr. Joachim

Eder. Landwirt Paul Groh jedenfalls hat Spaß am Anbau der Sommerkultur

Eingebettet ins Ronneburger Hügelland

liegt Hof Waldeck, ein

familiengeführter Marktfruchtbetrieb,

der Raps, Körnermais,

Gerste und andere Tierfutter-









bohnen aus dem Ausland importiert,


Dr. Joachim

Eder von der Bayerischen Landes-



stammende Hülsenfrucht nach Auffassung

des Wissenschaftlers eine einfache




-





-





-



sind damit die enormen Waldrodungen

-

FOTOS: ISTOCK, PRIVAT




-

-





Anspruchslos im Anbau



Paul Groh

über einen regionalen Händler als ei-



-

-


Trockenheit mehr und mehr verschlechtert,

deshalb suchte er nach einer mög-


haben sich die Rapserträge allerdings

-



-








man den Bestand auch noch unkrautfrei,






der Falter kommt nur alle paar Jahre mit

lieben die frischen Keimlinge und kön-

-

betrieben,

in denen auch der Anbau von
























-

-

land

noch in den Kinderschuhen steck-

-

-

-



schon fast bei der dreifachen Flächen-


„Wenn mehr Soja in Deutschland angebaut

würde, könnten wir auch Importe aus Ländern



15


Biodiversität

Im Einklang mit der Natur

Dr. Thomas Gäbert nimmt am Projekt

FarmNetzwerk Nachhaltigkeit teil

Wo Uferschwalben und

Wildbienen daheim sind

Artenvielfalt praxistauglich fördern

16

Wie kann die Landwirtschaft

Biodiversität steigern,

ohne an Produktivität zu

verlieren? Für das BASF-

Projekt FarmNetzwerk Nachhaltigkeit

erforschen Wissenschaftler und landwirtschaftliche

Betriebe praktikable

Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt.

Ein Teilnehmer ist die Agrargenossenschaft

Trebbin (agt).

300 Felder, auf denen zwölf ver-

baut

werden, Grünland, 950 Milchkühe,

eine Nachzucht mit rund 800 Rindern,

Baumaschinenverleih, landwirtschaftliche

Dienstleistungen, ein Hotel, eine

Tankstelle, eine Fahrzeugwerkstatt mit

Lackiererei. Die Agrargenossenschaft

Trebbin mit 119 Mitarbeitern gehört zu

den facettenreichsten landwirtschaftlichen

Großbetrieben in Brandenburg.

Dabei steht für die agt die erfolgreiche

Produktion von qualitativ hochwertigen

Lebensmitteln im Mittelpunkt.

„Das heißt für uns auch, dass wir in Biodiversität

investieren wollen“, erklärt

„Insekten erbringen

für unsere Landwirtschaft große Bestäuberleistungen.

Genauso sorgen Regenwürmer

und andere Lebewesen für

einen bioaktiven Boden. Das ist bei unserer

leichten und sandigen Erde besonders

wichtig“, erklärt der agt-Betriebsleiter.

Schon früh haben sich Gäbert und sein

Team mit Biodiversität und Bodengesundheit

auseinandergesetzt und eine

regenerative Landwirtschaft betrieben.

Erste Blühstreifen legte die Agrargenossenschaft

Trebbin bereits vor vielen

Jahren ohne Zuschüsse an. Förderprogramme

wurden in Brandenburg

erst 2020 eingeführt.

„Die Zusammenarbeit mit

den Landes ministerien ist

mit großen Planungsrisiken

und zu viel Bürokratie

verbunden“, erläutert


mehr Brutvögel

haben sich auf den

Flächen der Agrargenossenschaft

Trebbin

seit der Teilnahme am

BASF-Projekt angesiedelt

der Agrarwissenschaftler.

„Die Behörden machen beispielsweise

Vorgaben bei Blühmischungen, die auf

unseren Böden teilweise gar nicht gedeihen

können, oder Förderanträge werden

abgelehnt, weil beim Nachmessen der


Zentimetern auftauchen. Das komplizierte

Prozedere sorgt verständlicherweise für

große Hemmschwellen bei den landwirtschaftlichen

Betrieben“, erklärt Gäbert.

Vernetzte Biodiversität

Ende 2015 erfuhr der brandenburgische

Pflanzenexperte vom FarmNetzwerk

Nachhaltigkeit. Mit dem Projekt erforscht

BASF zehn verschiedene Biodiversitätsmaßnahmen,

die den betrieblichen

Ablauf einer Landwirtschaft

nicht unter brechen,

sondern vielmehr den

Schutz von Klima und

biologischer Artenvielfalt

mit den ökonomischen

Herausforderungen einer


„Das Ziel der Initiative ist, bis zu zehn Prozent


für vernetzte Biodiversität zu nutzen,

ohne dabei Ertragsverluste zu erleiden“

„Staatliche

Beratung ist rar“

Zur erfolgreichen Umsetzung der

Maßnahmen steht den 55 Betrieben

des FarmNetzwerks Nachhaltigkeit ein Forscherteam

beratend und analysierend zur

Seite. Dazu zählt auch der Agrar ingenieur

und Wildbienen forscher Dr. Christian

Schmid-Egger.

Lässt sich Biodiversität leicht umsetzen?

Nein, denn allein um Blühstreifen sinnvoll

anzulegen, benötigen die Landwirte fachliche

Anleitung. Aber staatliche Beratung ist rar.

In Sachsen-Anhalt gibt es bislang nur eine

halbe Stelle für Biodiversität. Außerdem halte

ich die staatlichen Förderprogramme für

wirklichkeitsfremd und kompliziert. Dadurch

werden viele Landwirte abgeschreckt, sich

mit dem Thema zu befassen.

FOTOS: FML, BASF

modernen Landwirtschaft in Einklang

bringen. Zu den Maßnahmen zählen unter


Feldlerchenfenstern oder Kiebitzinseln.


Prozent einer landwirtschaftlichen Be-


-



„Dieser Ansatz hat mich sehr interessiert.

Deshalb besuchte ich einen Land-


der schon Projektpartner war. Was ich


Seit der Projektteilnahme sät die agt


-


hängt über 100 Nistkästen für Singvögel


„Die Mehrarbeit sehen wir nicht als



-

gelegt

und bei Bedarf ein Schröpfschnitt


zenarten

durchsetzen wollen.

„Der Arbeitsaufwand ist unser Bei-


eine möglichst intakte Umwelt zu hin-





und Aufwandsentschädigung funktionie-



-


und Landeplätze nutzen können. Die

Kosten dafür werden über geringe Aufpreise

beim Brotverkauf kompensiert.

„In diesem Jahr haben wir zum ersten

Mal in einer Übersichtskarte unsere

Aktivitäten markiert. In den kommenden

zwei bis drei Jahren wollen wir Bewe-


damit sie sich noch besser vermehren



Der Einsatz lohnt sich. „Bei uns hat

sich ein Schwarm selten gewordener

Uferschwalben angesiedelt. Außerdem

sind seit letztem Jahr 17 Wildbienenarten


stehen. Auch die Anzahl der Brutvögel


Welche Erfahrungen haben Sie mit dem

FarmNetzwerk Nachhaltigkeit gemacht?

Wir stellen fest, dass die Landwirte ein reges

und stark zunehmendes Interesse an solchen

Maßnahmen haben. Von daher hoffen wir

auch, dass sich unsere praxistauglichen Maßnahmen

herumsprechen. Durch unsere Forschungsergebnisse

wissen wir, dass sich zum

Beispiel im lokalen Bereich die Vogeldichte

und die Anzahl der Wildbienen erhöht haben.

Was geschieht, wenn sich das

Artensterben fortsetzt?

Die Folgen für die Natur und auch die Landwirtschaft

sind schwer abzuschätzen, werden

aber gravierend sein. Doch es geht auch um

den kulturellen Wert von Biodiversität. Wollen

wir unseren Kindern eine kaputte Natur hinterlassen?

Ist eine Erhöhung der Ökolandwirtschaft

eine Lösung?

Die Bewirtschaftungsweise spielt für Artenvielfalt

nur eine geringe Rolle. Die meisten

Insekten leben neben und nicht in den Feldern.

Das heißt, es geht um den Aufbau von Randstrukturen.

Obwohl vielfach behauptet wird,

dass Pestizide die Hauptursache des Insektensterbens

seien, gehe ich davon aus, dass vor

allem der Wegfall ihrer Lebensräume das zentrale

Problem ist. In unserem Projekt konnten

wir zum Beispiel sehr schön zeigen, dass sich

die Arten- und Individuenzahlen der Wildbienen

auf Blühstreifen neben einem konventionell

bearbeiteten Acker über die Jahre deutlich

erhöhen.

17


Landwirt für einen Tag

Auf Augenhöhe Politikerin Anne König interessiert

sich für die Belange der Landwirtschaft und

sprach mit Tobias Honvehlmann auf dessen Hof

„Mich hat der Tag geerdet

Weidegang

Landwirtin Klara Wolf

zeigt Gymnasiallehrer

Thomas Brinkmann,

wo die Kühe täglich

grasen

18


Die kleine Anne

Welche täglichen Aufgaben

fallen auf einem Milchviehbetrieb

an? Wie nachhaltig

arbeitet die moderne Landwirtschaft?

Das Forum

Moderne Landwirtschaft

organisiert für Interessierte

einen Besuch auf dem

Bauernhof. Mitanpacken

inklusive

und glücklich gemacht“

Hilfreich Landwirtin Klara Wolf und ihr Gast Thomas

Brinkmann reparieren gemeinsam die Kälberbürste

Die kleine Anne hat ihren Namen

ihrer ersten Besucherin

zu verdanken: Anne König

war mitten im Gespräch mit

Landwirt Tobias Honvehlmann,

als sich bei Milchkuh Thea die

Geburt des Kälbchens ankündigte. Vielmehr

zweier Kälbchen. „Die Zwillinge

wollten einfach nicht mehr länger warten“,

sagt die CDU-Politikerin, die ihren



bei ihrer Ankunft auf dem Milchviehbetrieb

in Raesfeld erzählten die Be-

terländerin

von dem bevorstehenden


noch genügend Zeit für einen ausgiebigen

Gang über Blühwiesen, Felder


FOTOS: TIMO JAWORR

kühen. „Die Zukunft des Berufsstandes

ist durch die wachsenden Herausforderungen

infrage gestellt“, sagt Anne König.

Viele Verbraucher machten sich gar

keine Gedanken darüber, wie hoch die

Fleisch- und Milchproduktionsstandards

19


Landwirt für einen Tag

Bei den Rindern Auf dem Hof von Matthias Bierth

wartet einmal ganz andere Arbeit auf Sabrina Kampmeier,


Ein Hauch von Frankreich

Auf Burg Berg werden französische

Charolais-Rinder gezüchtet

in Deutschland seien. Stattdessen achteten

sie nur auf die Preise. „Auf diesem

Hof habe ich eine große Fürsorge der

Landwirte gegenüber ihren Tieren erlebt.

Zu jeder Kuh hatten Vater und Sohn

eine Geschichte zu erzählen“, resümiert

die CDU-Politikerin, der es ein besonderes

Anliegen ist, regelmäßig mit den

Landwirten ihrer Region zu diskutieren.

-


zu wenig Dialog statt“, moniert Hofnachfolger

Tobias Honvehlmann. Seine Milch

ist mit mehreren Gütezeichen und einem

Tierschutzlabel der Premiumstufe ausgezeichnet.

„Mir ist der persönliche Kontakt

zu Anne König sehr wichtig, da ich so

die Möglichkeit erhalte, meine Meinung

der Politik sachlich schildern zu können.

Anne König ist sehr interessiert und hat

in Sachen Landwirtschaft auch viele Vorkenntnisse“,

urteilt der Landwirt. „Mit

mehr Öffentlichkeitsarbeit muss es uns

gelingen, den Graben zwischen Verbrauchern

und Landwirten zu schließen und

junge Menschen als Nachwuchskräfte für

die Landwirtschaft zu gewinnen. So ein

Hofbesuch ist dafür bestens geeignet“,

sagt die Politikerin. „Ich freue mich, dass

be

interessierte Stadtbewohner bei sich

willkommen heißen und ihnen ihren Alltag

nahebringen.“

Ein Lehrer, der melkt

Zu den engagierten Landwirten, die


auch Klara Wolf aus dem Odenwald.

Die junge Landwirtin stellt auf ihrem

konventionell betriebenen Milchviehbetrieb

mit 80 Milchkühen und deren

Nachzucht Tierwohl und Nachhaltigkeit

in den Mittelpunkt. Davon konnte

sich erst kürzlich Thomas Brinkmann

„Ich freue mich, dass landwirtschaftliche

Betriebe interessierte Stadtbewohner bei sich

willkommen heißen“ Anne König

überzeugen. Der Gymnasiallehrer aus

dem hessischen Königstein hatte auf

der Facebook-Seite des Forums Moderne

Landwirtschaft von der Möglichkeit

erfahren, einen Tag lang auf einem land-


können. „Ich wollte wissen, ob und wie


mit der Natur wirtschaftet, und habe ab


gereinigt und mit einem kleinen Traktor

mit Schiebeschild den Kot der Tiere


stand für ihn fest: Diesen Job kann man

nur hassen oder lieben. „Aber mit halbem

Herzen kann man einfach kein Landwirt



hat den Familienvater die Vielfältigkeit


einer Milchtankstelle, in der auch andere

Produkte des Hofs angeboten werden,


aufgestellt, um gegen mögliche Krisen

gewappnet zu sein. Gleichzeitig würden

modernste Technologien eingesetzt, um

das Fressverhalten und die Gesundheit

der Tiere zu überwachen, die bis in den

20


Im Getreidelager

Sabrina Kampmeier lässt sich die Abläufe

der Getreideproduktion erklären

FOTOS: TIMO JAWORR

späten Herbst hinein jeden Tag ein paar

Stunden lang auf der Weide verbringen.

„Mich hat der Tag so bereichert, geerdet

und glücklich gemacht, dass ich gerne

mit meiner Familie zu den Wolfs fahren

möchte“, sagt der 41-jährige Pädagoge.

„Ich glaube, dass diese moderne und

sinnvolle Landwirtschaft eine Zukunft

hat, und wäre froh, wenn sich andere

Menschen ihrer Klischees gegenüber den

Landwirten entledigen und ebenfalls einen

Tag auf einem landwirtschaftlichen

Betrieb verbringen würden.“

Ohne Landwirte? Nein, danke

Zur Burg Berg führte es Sabrina Kampmeier.

Die Apothekenmitarbeiterin war

aus Mönchengladbach in die idyllische

Eifel gefahren, um einen Tag lang Matthias

Bierth und seiner Familie bei ihrer

täglichen Arbeit über die Schulter zu

schauen. Der landwirtschaftliche Betrieb

hat sich auf die Zucht von französischen

Charolais-Rindern spezialisiert,

deren Fleisch direkt vermarktet wird.

Heu, Silage, also das Silofutter, Getreide

und Braugerste, eine Besonderheit

in dieser Region, baut die Familie selbst

„Viele Verbraucher wollen nur das hören, was

sie möchten, oder sie ärgern sich, weil im

Sommer so viele Trecker unterwegs sind“

Sabrina Kampmeier

an. Der Betrieb liegt teilweise in einer

zenschutz

noch Dünger ausgebracht

werden dürfen. „Die Gesetze für diese

Gebiete werden ständig strenger, was

unsere Arbeit immer mehr erschwert“,

sagt der junge Landwirt. Deshalb ist es

ihm auch ein Anliegen, den Verbrauchern

die realen Umstände auf dem Betrieb

darzulegen. „Wir zeigen, was auf dem Hof

verbesserungswürdig ist, oder sprechen

darüber, welche Vor- und Nachteile bestimmte

Vorgänge haben“, so Bierth.

Sabrina Kampmeier legt Wert darauf,

sich selbst ein Bild von der heutigen

Landwirtschaft zu machen, statt sich

allein auf Medienberichte zu verlassen.

„Viele Verbraucher wollen nur das hören,

was sie möchten, oder sie ärgern sich,

weil im Sommer so viele Trecker unterwegs

sind. Wie würde Deutschland aber

ohne Landwirtschaft dastehen?“, fragt

sie. Hierzulande würden wenigstens gute


wichtig, regionale Produkte zu kaufen,

auch wenn der Preis etwas höher liegt.

„Auf jeden Fall kann ich diesen Aktionstag

sehr empfehlen – vor allem eine Treckerfahrt.

Die bringt echt Spaß.“

21


Tierwissen

Tierwissen

Erst Ritual, dann Lebensmittel:

Seit rund 2300

Jahren begannen die

Menschen im östlichen

Mittelmeerraum, Hühner

wegen ihrer Eier und

des Fleisches zu halten.

Davor wurden sie für

Rituale und als Kampfhähne

eingesetzt.

Das fanden Wissenschaftler

durch Funde

in Israel heraus. Von

dort verbreitete sich

die landwirtschaftliche

Hühner haltung nach

ganz Europa.

FOTOS: FML

22


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Fair vom Stall bis ins Regal



Auf die Haltungsbedingungen von Tieren in der

Landwirtschaft ist aktuell mehr denn je der Fokus

der Öffentlichkeit gerichtet. Verbraucherinnen

und Verbraucher interessieren sich immer stärker

dafür, woher tierische Produkte stammen und wie die Tiere

gehalten werden, von denen Erzeugnisse wie Fleisch, Milch

oder Eier stammen. Jede Einkaufsentscheidung kann darauf


tiergerechteren Produkten erhöht das Angebot. Und davon


sich den Sortiments-Ausbau von faireren Haltungsbedingungen

zur Aufgabe gemacht und bietet ab sofort mit der




Produkte tierischen Ursprungs mit gutem Gewissen kaufen





Artikel und wird kontinuierlich weiter ausgebaut.

Die verbesserten Haltungsbedingungen im

Überblick:


✓ Aus Freilandhaltung, eingestuft in Haltungsform 3

✓ Langsam wachsende Rasse


✓ Aufzucht in überwiegend traditionellen Familienbetrieben

Molkereiprodukte:

✓ Verzicht auf Anbindehaltung

✓ Gutes Stallklima, viel Tageslicht und teilweise Ställe mit

Offenfront


✓ Fütterung ohne Gentechnik

Eier:

✓ Aus Freilandhaltung



✓ Faire Bezahlung der Erzeuger

✓ Von ausgewählten Familienbauernhöfen


Fleisch und Wurst vom Schwein:


vorgeschrieben

✓ Fütterung ohne Gentechnik

✓ Viel frische Luft durch Auslauf oder Offenfrontställe

✓ Stroh als natürliches Beschäftigungsmaterial

✓ Eingestuft in Haltungsform 3


Tiere

Außenklimastall mit

Indoor-Spielplatz

Die Lucht GbR nimmt an der Initiative Tierwohl teil und setzt dafür

Anforderungen um, die zweimal im Jahr, auch unangekündigt, überprüft

werden. Im Gegenzug erhält der Betrieb ein Tierwohlentgelt von

seinen Abnehmern. Gegründet wurde die Initiative von Partnern aus Landwirtschaft,

Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel

Tierfreundlich

Thorben Lucht

streut Stroh in die

Schweineboxen ein

„Bei uns können sich die

Schweine den Bodenbelag

selbst aussuchen“

24


Bei Wärme Im Sommer liegen die

Schweine lieber auf dem Spaltenboden,

da er schön kühl ist

Die Silbermöwen kreisen über

den langen Kohlfeldern des

Lucht-Hofs, der sich unweit

der Nordsee im Kreis Dithmarschen

befindet. Neben

dem Gemüse- und Tierfutteranbau

widmen sich Thorben Lucht und sein

FOTOS: ITW

Vater Gerhard der Schweinemast.

2100 Plätze bieten ihre

beiden Ställe.

um das Wohl der Tiere

„In unserem alten Stall

täglich neueinzu ordnen“,

halten wir eine Gruppe sagt der Landwirt. Hören,

se hen, riechen: Die

von 700 Tieren“, erzählt

Betriebe nehmen

Lucht junior. Dabei besaß

an der Initiative Schweine machen bestimmte

das Gebäude zwar

schon lange einen kleinen

Auslauf sowie Spalten- und

Strohflächen, „aber wenn ein Tier

Tierwohl teil

Geräusche, wenn

es ihnen nicht gut geht.

Lucht beobachtet außerdem,

wie die Tiere liegen oder wie ihre

im hinteren Teil des Stalls stand, konnte

es nicht nach vorn zum überdachten

Auslauf kommen, da damals noch Trennwände

das Gebäude teilten. Das fand ich

ungerecht“, erläutert der junge Betriebsleiter,

der 2010 sein Agrarwissenschaftsstudium

erfolgreich beendete.

Also beschloss die Familie, vor den

alten Stall ein neues Außengehege zu

bauen, sodass es seitdem allen Tieren

möglich ist, nach draußen zu kommen.

Damit nicht genug: 2012 errichtete Familie

Lucht einen sogenannten Außenklimastall,

bei dem sich, je nach Wetterlage,

die Außenwände automatisch öffnen und

schließen lassen. Dazu messen Sensoren

die Außentemperatur. Wird es sehr

heiß, klappen die Jalousien zu. Über Zeitschaltuhren

werden zusätzlich künstliches

Licht und Fütterung gesteuert. Der

neue Stall ist in vier Abteile zu je 350 Tieren

unterteilt.

Ohrstellung ist und ob sich ihre Körperfarbe

oder der Geruch verändern. „Ich

bin mindestens zweimal pro Tag in den

Ställen. Dabei entgeht mir nichts.“

Seit 2016 beteiligt sich der Betrieb an

der Initiative Tierwohl. Diese wurde von

Partnern aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft

und Lebensmittelhandel gegründet

mit dem Ziel, durch die Vergütung

bestimmter Kriterien das Tierwohl

in Deutschland zu fördern. Tatsächlich

nehmen mittlerweile 10 200 Schweineund

Geflügelbetriebe an dem Großprojekt

teil, wovon wiederum 647 Millionen

Tiere jährlich profitieren. Das heißt, 34

Prozent der Mastschweine und 80 Prozent

Geflügel werden in Deutschland

nach den Vorgaben der Initiative gehalten.

Alle Tierhalter müssen .bestimmte

Kriterien erfüllen und erhalten pro Tier

einen festgesetzten Betrag.

Tiere genau beobachten

Neben Beschäftigungsmaterialien wie

Bällen oder Jutesäcken haben die Tiere im

Außenklimastall nicht nur eine Indoor-

Spielfläche, sondern auch mehr Platz

und die Möglichkeit, eigenständig und

je nach Bedarf zum Futterbereich zu

gehen. Dabei müssen

sie jedes Mal eine Waage

passieren – im Schnitt mindestens

zweimal täglich. „Zwischen 15 und 22

Uhr ist hier ordentlich Bewegung. Wir

setzen zwar keine Sensorenhalsbänder

für unsere Schweine ein, aber dafür

Überwachungskameras. Zudem

nutze ich alle meine Sinne,

Vorurteile abbauen

Optimal fände der schleswig-holsteinische

Landwirt

ein Punktesystem,

das für die unterschiedlichen

Haltungsformen

eingeführt würde. Da-

47%

Rückgang bei

der Zahl der

Schweinemast betriebe


durch erhielten mehr

Landwirte entsprechend der

Möglichkeiten ihrer Betriebe die Chance,

Punkte zu sammeln und auf diese Weise

mehr für das Tierwohl tun zu können.

Aktuell werden die Produkte der Teilnehmer

der Initiative Tierwohl in Haltungsform

2 eingestuft. Das bedeutet,

die Tiere haben mehr Platz und mehr

Beschäftigungsmöglichkeiten.

Dass Schweine im Dunkeln gehalten

würden oder sich auf Stroh wohler fühlen,

seien reine Vorurteile. „Tatsächlich

sind wir Schweinemasthalter verpflichtet,

eine Mindestanzahl an Fenstern in

unsere Ställe zu bauen. Und tatsächlich

liegen Schweine freiwillig gerne

auf kahlen Spaltenböden, vor allem im

Sommer, wenn es heiß ist“, erklärt Lucht.

Hinzu kommt, dass Strohlager zu mehr

Krankheiten führen könnten, da sie zu

Feuchtigkeit neigen und vorm Ausmisten

unsauber sein können. „Bei uns können

sich die Schweine den Bodenbelag selbst

aussuchen“, so Lucht.


Die Anzahl der Schweinemastbetriebe

hat sich in Deutschland drastisch reduziert:

Laut Statistischem Bundesamt verringerte

sich die Zahl der Betriebe seit

2010 um 47 Prozent.

„Die deutschen Verbraucher sollen

mit gutem Gewissen Schweinefleisch essen

können“, fordert Thorben Lucht. Deshalb

sei es wichtig, dass die deutschen

Betriebe weiterhin bestehen bleiben. In

vielen anderen Exportländern spiele das

Tierwohl nicht so eine vordergründige

Rolle wie hierzulande, und es würde

erst recht nicht so intensiv kontrolliert

wie in Deutschland,

ist sich Lucht sicher.

Auch er investiert

weiter ins Tierwohl: Als

Nächstes plant der Betrieb

den Bau eines Auslaufs

am neuen Stall.

25


wird außer Haus verzehrt,

also im Imbiss, in einem

Restaurant oder in

einer Bäckerei






Stefan Teepker ist Hähnchenhalter aus Leidenschaft.

Er fordert eine Herkunftskennzeichnung für Hähnchen –

nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie




Die deutsche Hähnchenhaltung unterliegt

sehr scharfen Kontrollen und Verordnun-


privatwirtschaftliche Inspektionen in den

Betrieben statt, die auf das Tierwohl und

eine Qualitätsbegutachtung abzielen. Das

gestaltet sich im Ausland anders.



diese Haltungskriterien gar nicht.



Europaweit gilt, dass das Gewicht der

Hähnchen, die sich auf einem Quadratme-




der Initiative Tierwohl beteiligen, das sind


halten noch weniger Hähnchen auf einem

Quadratmeter, nämlich nur so viel, dass






werden von jedem Hähnchen beide


ausgewertet. Bei Veränderungen oder


mit Sanktionen belegt. Sollte es auf

teneinsatz

kommen, wird dies an eine

Datenbank gemeldet und strengstens

kontrolliert. Auch die Sachkenntnis der

Tierbetreuer in den Betrieben muss

einmal jährlich nachgewiesen werden.









verzehrt, also im Imbiss, Restaurant oder

in einer Bäckerei. Der Kunde weiß nicht,




Gastronomie aus dem Ausland.



Der Zentralverband der Deutschen


zwei Jahren eine Kampagne gestartet,


zung

einer Herkunftskennzeichnung und


Außer-Haus-Verzehr erscheint schwierig.

Von daher rate ich jedem Verbraucher,

auch in der Gastronomie nachzufragen,


ihm offeriert wird.

26


Interview

Moderne Technologien



-


Rampensystem





Sie betreiben selbst eine Hähnchenmast.

Wie groß ist diese?

Gemeinsam mit vier Familien halten wir


-









Wie können Sie bei der Anzahl noch

den Überblick über jedes Tier und




-



-





-




Wofür ist der Roboter im Stall

zuständig?



-












Wie schätzen Sie die Zukunft des


-



-






„Jeder Verbraucher sollte in der Gastronomie


das ihm offeriert wird“

27


September warm und klar, verheißt

ein gutes nächstes Jahr“

oder „Viel Nebel im November,

viel Schnee im Winter“: Bauernregeln

klingen altmodisch,

basieren aber auf langjährigen Beobachtungen,

die über Generationen gesammelt

und weitergegeben wurden. Auch heute ist

kein anderer Berufszweig so abhängig vom

Wetter wie die Landwirtschaft.

Mehr als 500 Millionen Euro Schaden

entstehen den Betrieben jährlich

durch Hagel, Sturm, Starkregen, Dürre

oder Frost – Tendenz steigend! Allein

2018 führte die extreme Trockenheit in

Deutschland zu Ernteeinbußen in Höhe

von über drei Milliarden Euro.

„Der Klimawandel ist mit schuld an

diesen schweren Verlusten. Im letzten

Winter hatten wir plötzlich Temperaturen

von unter minus 25 Grad in einigen

Regionen, während es in den Jahren zuvor

extreme Dürreperioden gab“, sagt

Thomas Gehrke, Vorstandsmitglied der

Vereinigten Hagel. Er liefert weitere Beispiele:

„Raps ist kurz vor der Ernte besonders

empfindlich gegen Hagel, sodass

die Schoten mit den Körnern aufplatzen

können. Innerhalb weniger Minuten

kann somit die Arbeit eines ganzen Jahres

vernichtet werden“, sagt der Manager.

Auch Starkregenereignisse können bei

frisch ausgesäten Kulturen zu einem Abschwemmen

der Saat führen, oder wenn

Kirsch- und Apfelbäume früher blühen

und ein plötzlicher Kaltlufteinbruch das

Thermometer unter null Grad sinken

lässt, kann das für Obstbauern den Totalverlust

bedeuten, da die Blüte erfriert

und sich keine Frucht am Baum bildet.

Ernteverluste minimieren

Exakte regionale Wettervorhersagen unterstützen

die Landwirte dabei, Ernteverluste

durch richtige unternehmerische

Entscheidungen abzumildern oder

sogar ganz zu vermeiden und gleichzeitig

nachhaltiger zu agieren. Das heißt, gezielt

Flächen zu befeuchten oder die Frostbe-

Wetterdaten

vom Acker

Über 600 Wetterstationen wurden

in einer Kooperation zwischen

der Vereinigten Hagel und dem

bekannten Meteorologen

Jörg Kachelmann in den letzten

zwei Jahren bundesweit errichtet.

Mithilfe der gesammelten Daten

können Landwirte ihre Arbeitsabläufe

und Entscheidungen präziser auf

das Wetter abstimmen

Verschiedene Ausführungen Solartechnologie

sorgt dafür, dass bestimmte Wetterstationsmodelle

direkt auf dem Feld völlig autark arbeiten

Klimaabhängig

Unwetter wie die Flutkatastrophe

im Juli 2021 können in der

Landwirtschaft zum Totalverlust

einer Ernte führen

28


Wetter

FOTOS: VEREINIGTE HAGEL


regnung im Obstbau

Ort begutachteten

einzuschalten, wenn

Schadenereignisse

es erforderlich ist. Millionen Euro Schaden nicht mit öffentlich

zugänglichen

entstehen den landwirtschaftlichen

Betrieben

Auch Hagelnetze aufzuspannen,

bevor die jährlich allein durch Hagel Wetterdaten übereinstimmten.

Das liegt

ersten Körner fallen, gehört

zu den Beispielen für

daran, dass diese nur

aktives Risikomanagement.

großflächig erhoben werden

Zur lokalen Wetterbestimmung

und kleinräumige Extremereignisse

unter dem Radarschirm durchrut-

sind valide Daten notwendig, die nach

wissenschaftlichen Standards verlässlich schen. Hobbylösungen sind sogar noch

gemessen werden. „Auf dieser Grundlage weniger verlässlich und aussagekräftig“,

können passgenaue Versicherungslösungen

zum Beispiel gegen Dürre entwickelt sammen mit Herrn Kachelmann nach

erklärt Gehrke. „Deshalb haben wir zu-

werden“, so der Versicherungsexperte. Lösungen gesucht und die Meteosol-

Um die Genauigkeit von lokalen Wetterstationen entwickelt. Neben der

Wettervorhersagen zu steigern, kooperieren

die Vereinigte Hagel und Jörg Ka-

mehr Organisationen und Behörden da-

Landwirtschaft sind inzwischen immer

chelmann seit mehr als zwei Jahren und ran interessiert. Damit kommen die gemessenen

Daten nicht nur der Landwirt-

gründeten mittlerweile ein Tochterunternehmen.

Gemeinsam bieten sie Wetterstationen

in verschiedenen Ausführungen zugute“, sagt Gehrke.

schaft, sondern der ganzen Gesellschaft

an. Dabei sind die Mastsysteme mit leistungsstarken

Sensoren und Messgeräten deren Kosten im drei- bis vierstelligen

Bei den kleinen Wetterstationen,

ausgestattet, die über Funk mit dem Internet

verbunden sind und Daten über reinigen die Landwirte regelmäßig die

Euro-Bereich liegen, kontrollieren und

Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Niederschlag

sowie Windparameter bis hin hen Temperaturfühler frei. „Die kleinen

Regenmesser oder halten die bodenna-

zur Bodentemperatur und Blattfeuchte Wartungsarbeiten sind für die Landwirte

eine Selbstverständlichkeit, da ihnen

sammeln. Die von den Stationen ermittelten

Wetterdaten werden dem Nutzer die Genauigkeit ihrer Daten wichtig ist,

in Echtzeit über eine App zur Verfügung damit sie besser und frühzeitiger auf

gestellt. Der Vorteil: Wenn die Wetterstation

18 Monate lang störungsfrei Daten nen“, so Gehrke. Dar über hinaus laufe

Wetterveränderungen reagieren kön-

geliefert hat, fließen ihre Ergebnisse auch vor der Installation der Wetterstation

in die eigene, lokale Wetterprognose ein. ein Kon trollprozess ab, bei dem ermittelt

Schutz für die Gesellschaft

„Wir haben in den letzten Jahren mehrfach

feststellen müssen, dass unsere vor

wird, ob der Standort passt. Sobald eine

Wetter station ans Netz gegangen ist,

werden die gemessenen Daten laufend

einer Kontrolle unterzogen und fehlerhaft

gemessene Werte identifiziert.

Über 1000 weitere lokale Wetter stationen

sollen im kommenden Jahr bundesweit

errichtet werden.

Die Landwirtschaft liegt im Trend:

Mit den lokalen Wetterstationen überführen

die modernen Landwirte die traditionellen

Bauernregeln in das digitale

Zeitalter.

Lösungen für den

Klimaschutz

Die moderne Landwirtschaft ist vom

Klimawandel unmittelbar betroffen

und gleich zeitig selbst Verursacher von

Treibhausgasen. Aber sie trägt auch

einen wichtigen Teil dazu bei, die Ursachen

für den Klimawandel zu reduzieren.

Hier einige Beispiele:

Landwirtschaft liegt unter der festgelegten

Jahresemissionsmenge:

Die deutsche Landwirtschaft konnte ihre

Treibhausgasemissionen zuletzt um

gut zwei Prozent auf 66 Millionen Tonnen

CO 2

-Äquivalente senken. Sie bleibt damit

unter dem für 2020 im Klimaschutzgesetz

festgelegten Jahresgrenzwert von

70 Millionen Tonnen. (Umweltbundesamt)

Landwirtschaft schafft Luft: Die

moderne Landwirtschaft ist der einzige

Wirtschaftssektor, der mit dem Anbau

von Ackerfrüchten über die Fotosynthese

klimaschädliches Kohlen dioxid (CO 2

)

binden und Sauerstoff freisetzen kann.

Beispiel: 1 Hektar Mais speichert jährlich

rund 32 Tonnen CO 2

und gibt 24 Tonnen

Sauerstoff ab. (Statista)

Schutz vor Erosion: Die Landwirtschaft

schützt Ackerböden vor Abtrag durch

Wind oder Wasser, indem die Landwirte


Zwischenfrüchte aussäen.



sorten

entwickelt, die gegen zunehmende

Wetterextreme wie Hitze und Starkregen

resistenter sind.

Technologien schonen Ressourcen:

Durch den Einsatz digital gestützter

Bewirtschaftungssysteme werden Res-


CO 2

-Fußabdruck wird durch optimierte

Fütterung verringert: Landwirte setzen

zunehmend Futtermittel ein, die unter

anderem den Methan- und Ammoniakausstoß

reduzieren.

Ehrung Dr. Reiner Haseloff (Mitte),

Ministerpräsident von Sachsen-

Anhalt, überreicht Jörg Kachelmann

(links) und Thomas Gehrke eine

Anerkennungsmedaille

Umwelt- und klimaschonende Düngung:

Mit der neuen Düngeverordnung

sollen die Stickstoffüberschüsse sowie

die Stickstoff- und Ammoniakemissionen

in der Landwirtschaft so weit wie möglich

reduziert werden.

29


Frisch und knackig schmecken

diese vier am besten

Birne

Auf 2140 Hektar Land wurden 2020 in Deutschland

laut Statista Birnen angebaut. Dabei wurden die


Kirsche

In diesem Jahr erwarten die Landwirte eine geringere





Auch ein guter Baum

bringt ungleiches Obst






Sie ist eine gelbe Zwetschge und eine




30


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Die Erntezeit hat begonnen

Saisonale und regionale Lebensmittel haben bei



Im Spätsommer herrscht bei Landwirt

Jürgen Faby aus Steinkirchen in Niedersachsen

Hochbetrieb. Denn jetzt sind

unter anderem die Zwetschgen auf seinen

Obstplantagen reif, die er bereits in vierter

Generation zusammen mit seinem Vater und

seinem Bruder bewirtschaftet. „Zwetschgen

müssen im besten Reifezustand geerntet

werden, dann schmecken sie besonders

lecker und müssen deshalb schnellst-


ist da ein guter Partner“, erzählt der Obstbauer,

der mit seinen frischen Früchten


beliefert. Denn kurze Transportwege vom

Baum bis ins Regal sind entscheidend dafür,

dass das Obst frisch und aromatisch bleibt.

Das gilt natürlich nicht nur für die Zwetschgen

von Jürgen Faby, sondern für alle Obstund

Gemüsesorten.

Saisonal einzukaufen ist deshalb nicht nur

für das Geschmackserlebnis, sondern auch

mit Blick auf die Umwelt zu empfehlen.

Kurze Lieferwege verursachen nämlich

weniger klimaschädliches CO 2

. Genau


als 400 Obst- und Gemüseartikeln überall

da wo es geht, auf heimische Artikel, die

die Kundinnen und Kunden am grünen

„Marktfrisch“- und dem „Qualität aus

Deutschland“-Logo erkennen können. „Jetzt

im Spätsommer und Herbst ist die Haupterntezeit

für viele Lebensmittel. Doch wir

haben hier in Deutschland das Glück, dass

zu jeder Jahreszeit leckeres Obst und

Gemüse wächst. So können wir das

ganze Jahr über regional geerntete

Artikel anbieten. Mit dem Kauf dieser Produkte

werden außerdem heimische Erzeuger

und Familienbetriebe wie der von Jürgen

Faby unterstüzt“, sagt Robert Pudelko, Leiter


Doch nicht nur bei Obst und Gemüse setzt


produkte, Wurstspezialitäten, Backwaren,

Mineralwasser, Wein, Bier oder noch vieles

mehr: All das gibt es in den mehr als 700


ten aus dem jeweiligen Bundesland. Denn


Produktionsstandort eines Artikels maximal

30 Kilometer von der Filiale entfernt liegt.


schon mit mehr als 1.600 solcher regionalen


Regionalgesellschaften besteht direkter

Kontakt zu den Erzeugern und die Qualität

und Frische der Produkte können vor Ort

geprüft werden. Das Sortiment kann sich

dabei sehen lassen. Mehr als 25.000



Das Zugreifen ist hier ganz leicht. Denn

die Produkte erkennt man am braun-roten

Regio-Herz, das sich am Regaletikett des


Weitere Informationen dazu unter


Voll im Einsatz Renate Linhorst,

Malin Speckmann, Hartwig und Heiko

Linhorst (v.l.n.r.)

Wie ein XXL-Rasenmäher Mit

dem Mulcher wird das Gras in der

Obstplantage kurz gehalten

Frische Äpfel Malin Speckmann füllt

jeden Tag das reichhaltige Angebot


32


Obstanbau



Familie Linhorst aus Werther betreibt traditionell

Ackerbau und Schweinehaltung. Vor 21 Jahren kam

noch eine Obstplantage hinzu

FOTOS: TIMO JAWORR

Wer nicht wagt, der nicht

gewinnt. So ähnlich ging es

Renate und Hartwig Linhorst

sowie Sohn Heiko,

als ihr Nachbar ihnen Anfang 2000 seine

4000 Apfelbäume zur Pacht anbot. Er

wollte in Rente gehen und suchte einen

Nachfolger für seine Obstplantage. „Für

uns war das die Gelegenheit, etwas Neues

auszuprobieren“, erzählt Linhorst senior.

Zwar war die Familie auf Ackerbau und

Schweinemast spezialisiert, aber dank der

Beratung eines befreundeten Obstbauern

trauten sie sich zu, die Anlage zu übernehmen.

Ökonomisch betrachtet sorgte

der neue Bereich für eine Absicherung, da

die Linhorsts mit dem Obst ihres „Apfelgartens“

in die Direktvermarktung gehen

wollten, während ihre anderen Produkte

wie Schweinefleisch, Raps und Kartoffeln

vom Weltmarkthandel abhängig sind.

„Natürlich mussten wir lernen, wie

man Apfelbäume so beschneidet, dass

sie wieder junge Triebe entwickeln, oder

dass nicht zu viele Äpfel an einem Baum

hängen dürfen, damit dieser nicht überfordert

wird“, erklärt Renate Linhorst,

die hauptberuflich als Lehrerin tätig ist.

Doch das hat die Familie, die sich 2013

um Malin Speckmann, Schwiegertochter

in spe, vergrößert hat, schnell verstanden.

2016 pflanzten die Linhorsts dann

eine neue Anlage mit 5000 Apfel- und

200 Birnbäumen an. Die alte Anlage

wurde gerodet. „Nach 15 Jahren lässt die

Leistung der Bäume nach. Wo sie standen,

betreiben wir jetzt wieder Ackerbau“,

sagt Heiko Linhorst.


19 Apfel- und eine Birnensorte bieten

sie in ihrem Hofladen an, den sie 2016

ausgebaut haben. Dazu Schweinefleisch

und Wurst aus eigener Produktion sowie

Kartoffeln und saisonales Gemüse wie

Möhren, Zwiebeln oder Spargel, Marmeladen,

Eier und vieles mehr. Diese Waren

stammen von umliegenden Höfen. „Wir

tauschen unsere Erzeugnisse mit anderen

Landwirten aus, sodass wir unseren

Kunden eine große Vielfalt an regionalen

Produkten anbieten können“, erzählt

Heikos Verlobte Malin. Und die Kunden

danken es ihnen mit Treue und Vertrauen.

90 Prozent der Apfelernte werden im

eigenen Laden verkauft, der Rest über

örtliche Supermärkte.

Das Highlight des Jahres beginnt ab

Mitte September und geht bis Ende Oktober.

„Dann können Interessierte zum

Selberpflücken zu uns kommen. Daran

haben die Leute wirklich großen Spaß,




Dieser Sommerapfel ist mild und

saftig. Er wird von Konsumenten

bevorzugt, die keine Säure vertragen.

••••••••••••••••••••

Elstar, Rubinette:

Diese beliebten Sorten schmecken

süß und sauer zugleich.

••••••••••••••••••••


Säuerlich aromatische Sorten.

••••••••••••••••••••

Gala, Fuji Kiku:

Sie schmecken süß, saftig und

sind für Allergiker geeignet.

••••••••••••••••••••


Beide Sorten sind sehr gut

verträglich, aromatisch süßsäuerlich.

••••••••••••••••••••

Zum Backen werden Äpfel mit höherem

Säureanteil bevorzugt, für Apfelmus

eignet sich immer eine gute Mischung,

ebenso für die Saftproduktion.

nicht nur Familien“, meint Renate Linhorst.

„Neulich kam eine Dame ziemlich

übellaunig auf den Hof gefahren. Nachdem

sie ihre Äpfel gepflückt hatte, fuhr

sie selig und entspannt nach Hause“, erzählt

die Landwirtin lächelnd.

Von den 40 Tonnen Obst, die die

Familie pro Jahr erntet, wird ein Drittel

über das Selbstpflücken verkauft.


Besonders schmunzeln müssen die vier,

wenn Kunden im Mai anfragen, ob sie

Äpfel pflücken dürften. „Das zeigt uns,

wie weit die Verbraucher von der Landwirtschaft

entfernt sind. Deshalb schätzen

wir das Interesse unserer Kunden

im direkten Kontakt sehr“, sagt Malin

Speckmann.

So entsteht auch das Verständnis

für den einen oder anderen natürlichen

Makel. „Wenn es hagelt, bekommen die

Äpfel natürlich Narben. Das hat aber mit

ihrer geschmacklichen Qualität überhaupt

nichts zu tun“, erklärt die Ostwestfälin.

Auch Schorf ist nur ein optischer

Mangel. „Supermärkte würden dieses

Obst allerdings nicht abnehmen“, fügt

Hartwig Linhorst hinzu.

Äpfel, die nicht zum Verzehr verkauft

werden können, werden zu Saft verarbeitet,

der ebenfalls im Hofladen angeboten

wird.

Im Umkreis von Bielefeld gehört

der Betrieb der Familie Linhorst zu den

wenigen, die Obst anbauen. „Wir sind ein

kleiner Betrieb und machen alles selbst.

,Apfelgarten Linhorst‘ steht für Qualität

und Tradition“, sagt Heiko stolz.

Den Namen „Apfelgarten“ für die

Obstplantage erfand übrigens ein chinesischer

Student, der als Erntehelfer

nach einem Begriff für die Anlage suchte.

Dabei ist es dann geblieben.

33


Es gibt zwei Millionen private Waldeigentümer in Deutschland.


und Aufwand. Nils Thun aus Schleswig-Holstein ist einer von ihnen

%



Wenn Nils Thun am verborgenen

Horst des Schwarzstorchs vorbeikommt,

freut er sich jedes Mal.

Immerhin leben laut Naturschutzbund

nur rund 800 bis 900 Brutpaare

der scheuen Waldbewohner in ganz Deutschland.

Und dieses schwarz schillernde Paar hat sich

ausgerechnet seinen 30 Hektar großen Wald als

Wohn- und Brutstätte ausgewählt, genau wie der

rotbraun gefiederte Greifvogel, ein Rotmilan, und

dazu Rotwild, Füchse, Hasen und Marder.

„Nur Wildschweine gibt es bei uns nicht“, berichtet

der 31-Jährige, der gemeinsam mit seinem

Vater den seit knapp 500 Jahren im Familienbesitz

befindlichen Hof im schleswig-holsteinischen Tappendorf

betreibt. Er ist der mittlere von drei Brüdern.

Während es für Nils schon früh feststand, in

die Fußstapfen seines Vaters Hans-Jürgen zu treten,

haben sich seine Brüder Henrik und Ole für andere

Berufe entschieden.


Auf dem Thun-Hof im Ostseekreis Rendsburg-

Eckernförde werden Ackerbau und Schweinemast

betrieben. Unweit des Dorfs befindet sich ein Naturjuwel,

das zu den schönsten Schmuckstücken

des Betriebs zählt: ein intakter Laubmischwald, der

hauptsächlich aus Eichen, Buchen, Eschen, Lärchen

und Fichten besteht und über keine öffentlichen

Wege verfügt.

Knapp zwei Millionen private Waldeigentümer

gibt es laut der Familienbetriebe Land und Forst e. V.

in Deutschland. Deren Flächen umfassen fast die

Hälfte des gesamten Waldbestands in Deutschland.

Die Besitzer pflegen und schützen diesen einmaligen

Rückzugsort für Tiere und Pflanzen, der Tausende

34


Forstwirtschaft

80 %

der deutschen


sind mit Nachhaltig-


ausgezeichnet.

Qualitativ wertvoll

Der Waldboden steckt

voller Mikroorganismen

und Humus

Weltweit sind es


Baummarkierung

Im Sommer

markiert Nils Thun

die Bäume, die

im Winter gefällt

werden müssen

Ehrfürchtig Manchmal

nimmt sich Nils die Zeit und

zählt die Jahresringe eines

Baums. In seinem Wald sind

viele mehr als 100 Jahre alt

FOTOS: TIMO JAWORR

Tonnen an Sauerstoff produziert, Kohlenstoff speichert

und einen klimafreundlichen Rohstoff liefert.

„Wenn ich bei einem Baum die Jahresringe zähle

und bei 250 ins Trudeln gerate, dann ist das schon

sehr eindrucksvoll“, erzählt Nils Thun. „Auch der

weiche Waldboden mit seinem hohen Humus gehalt

fasziniert mich immer wieder“, bekundet der junge

Agrar wissenschaftler. Aus diesem Grund versucht

er, die guten Eigenschaften des Waldbodens auf

den Acker zu übertragen. Dafür löst er Stücke

des Waldbodens in speziell angereichertem Wasser

auf und vermehrt darin die Mikroorganismen.

„Danach spritze ich das mit den Mikroorganismen

des Waldes angereicherte Wasser auf dem Acker

aus“, erklärt er. „Ich stelle tatsächlich fest, dass die

behandelten Pflanzen stresstoleranter und vitaler

werden und ich dadurch chemischen Pflanzenschutz

reduzieren kann.“

Ein Wald als Hobby

Jedes Jahr im Sommer, wenn alles grünt, durchläuft

der Landwirt gemeinsam mit seinem Vater den Wald

und markiert Bäume, die krank sind, zu eng stehen

oder anderen das Licht nehmen. Im Winter werden

diese dann gefällt, zerlegt und auf einem Holzplatz

sortiert. „Der Förster übernimmt die Holzvermarktung“,

sagt Thun junior. Es gebe sogar Holzauktionen,

auf denen besonders schöne Stämme

an Edeltischlereien versteigert würden, erzählt er.

Im Frühjahr und Herbst pflanzt der Landwirt

neue Bäume. Deren junge Stämme werden zum

Schutz ummantelt.

Die Arbeit im Wald sieht der Schleswig-Holsteiner

als reines Hobby an. „Wir verdienen nicht an

unserem Forst. Aber es ist ein tolles Gefühl, einen

eigenen Wald zu haben, in dem es so friedlich zugeht

und die Welt noch intakt zu sein scheint.“

3

Tonnen Sauerstoff

pro Hektar

produziert ein Wald

Deutschland

hat in Europa

den größten

Holzvorrat

35


Drei verrückte Jungs

So nennen sich Jakob, Johann

und Julius Becker (v.l.n.r.) in

den sozialen Medien. Unten:

Ihre Eltern Alexandra und Marco

Zwischen Tradition

und Zukunft

Drei Söhne plus Eltern. Mit dieser personellen

Mischung entstehen auf dem Weingut Becker in Mainz

die verrücktesten Anbauideen

Die schönsten Stunden des Tages

beginnen für Alexandra und

Marco Becker an lauen Sommerabenden,

wenn das Ehepaar

nach getaner Arbeit über

einem seiner Weinberge in der rheinhessischen

Gemeinde Ebersheim sitzt und den

Blick über die grüne, hügelige Landschaft

genießt. „Das erdet und erfüllt, besser als

jeder Urlaub“, erzählt die Winzerin.

Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren

drei Söhnen Johann, Jakob und Julius

bewirtschaftet die Rheinland-Pfälzerin

auf ihrem konventionellen Betrieb eine

23Hektar große Weinanbaufläche sowie

30 Hektar Acker- und Apfelanbau.

„Wir haben 20 verschiedene Rebsorten

auf unseren unterschiedlichen Böden angepflanzt

und produzieren pro Jahr rund

30 000Flaschen Wein“, sagt die Landwirtin.

Allein in diesem Jahr hat die Familie

8000 neue Rebstöcke gepflanzt und damit

eine Anlage aus 1970 ersetzt. „Je älter der

Rebstock ist, desto geringer, aber stabiler

und gehaltvoller werden die Erträge. Im

Schnitt überdauert eine Rebanlage 30 bis

40 Jahre“, so die Weinexpertin.

Wein und Tomaten

Bei der Weinproduktion steht für die

Winzerfamilie das Thema Nachhaltigkeit

im Fokus. Das beginnt schon bei der Wahl

der Weinreben. „Wein ist sehr empfindlich

und hat einen natürlichen Feind: Pilz.

Deshalb bauen wir auch widerstandsfähige

Rebsorten an.“ Neben einer organischen

Düngung säen die Beckers regionale Kräuter

und Mischungen für Blühstreifen zwischen

den Rebstöcken an, um den Böden

genügend Nährstoffe zuzuführen und für

mehr Biodiversität zu sorgen.

Darüber hinaus probierten sie vor zwei

Jahren etwas Neues auf ihren Jungfeldern

aus. „Wir haben 500 Tomatenstauden und

Kohlgemüse zwischen die Reben gepflanzt

und die Ernte in unserem Selbstbedienungsladen

verkauft“, erzählt Johann. Mit

seinen 20Jahren ist er der älteste der drei

Söhne. „Das kam sehr gut bei unseren Kunden

an“, freut er sich.

Nachhaltiges Handeln hat auf dem

Weingut Vorrang. So wurde die Familie

für ihr vorbildliches Engagement im Rahmen

des Projekts „Blühendes Rheinhessen

– Wein, Weizen, Wildbienen“ vom BUND

Landesverband Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Statt künstlicher Schönungsmittel

setzen die Beckers natürliche Hefen

und lange Lagerzeiten in den Fässern ein.

Einzig auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

verzichtet der Betrieb nicht.

„Das ist auch bei den Teilnehmern unserer

Weinwanderungen immer wieder ein

Gesprächsthema“, sagt Alexandra Becker.

„Um den Verbrauchern zu demonstrieren,

was passiert, wenn wir auf Pflanzenschutz

verzichten, wird seit 2016 in einer Parzelle

überhaupt kein Schutzmittel mehr ausgebracht.

Tatsächlich hatten wir dort auch

schon einen Nullertrag. Die Trauben sahen

klein und verschrumpelt aus. Sie haben

keinerlei Most geliefert und waren stattdessen

vom Pilz befallen.“

Von lieblich bis spritzig

Grundsätzlich experimentieren die Beckers

gerne mit ihren Böden und den

36


Weinbau

Neues ausprobieren Zwischen ihren


und Kohl an. Die Produkte verkaufen

sie in ihrem Selbstbedienungsladen

Nah an den Kunden Bei Weinwanderungen

und anderen Veranstaltungen führen die Beckers

konstruktive Dialoge mit ihren Besuchern


Weinsorten herum. „Unsere drei Söhne

haben sehr viele Ideen, die sie zukünftig

in unserem Betrieb testen wollen“, sagt

die Mutter stolz. Jakob, mit 18 Jahren der

zweitälteste Sohn, ergänzt: „Wir sind gerade

dabei, unseren ersten eigenen Sekt zu

produzieren, und auch alkoholfreie Saft-

Seccos sind sehr gefragt.“ Die Beckers

probieren zudem gern neue Rebsorten

aus, zum Beispiel die in Deutschland bisher

selten vorkommende rosa Chardonnay-

Traube, die einen spritzig-cremigen Wein

ergibt, sowie einen Blütenmuskateller aus

Österreich, der ebenfalls zu den pilz wider-

Neuer Glanz in alten Fässern Vor der


„Es ist nicht selbstverständlich, dass

gleich alle drei Söhne für die Landwirtschaft

und den Weinbau brennen“

standsfähigen Rebsorten gehört. „Diese

Sorte ist in Deutschland bisher noch gar

nicht zugelassen“, beschreibt Jakob. „Uns

schwebt eine liebliche Variante vor, die

man sehr gut auch ohne eine Mahlzeit

genießen kann.“

Ein weiteres Spielfeld der Beckers ist

der Ausbau von Weißweinen in Eichenfässern.

„Durch das Holz erhält der Wein

nicht nur eine stärkere Farbe, sondern wird

auch intensiver im Geschmack“, erklärt

Julius (16), der dritte im Bunde.

Von ihrem Beruf überzeugt

Die Eltern freuen sich über ihre hochmotivierten

Söhne. „Es ist ja nicht selbstverständlich,

dass gleich alle drei für die Landwirtschaft

und den Weinbau brennen“, sagt

Alexandra Becker.

Jeden Morgen um sechs Uhr bespricht

die Familie beim Frühstück die anfallenden

Arbeiten sowie neue Pläne und Innovationen.

Auch der Großvater sitzt mit

am Tisch. Alle drei Generationen sind mit

großem Eifer und viel Spaß dabei. „Keiner

von uns könnte sich einen schöneren Beruf

vorstellen“, sagen die Beckers.

Ihr gemeinsames Ziel: „Wir wollen unser

Angebot weiter ausbauen und unseren

Kunden eine möglichst große Bandbreite

an Weinen und Sekt bieten“, sagt Johann.

„Das Tolle ist, dass jeder von uns unterschiedliche

Aufgaben favorisiert. Ich arbeite

zum Beispiel gerne im Keller, kümmere

mich ums Keltern, Vergären oder die

Abfüllung“, berichtet Johann weiter. Er hat

erst kürzlich seinen Abschluss zum Winzer

gefeiert. Jakob dagegen ist am liebsten

auf den Weinbergen, er sorgt für den

Pflanzenschutz oder das Ausdünnen der

Weinblätter. Und Julius liegt die Vermarktung

sowie der Besuch von Messen und die

Kundenansprache im Blut.

„Wir ergänzen uns alle hervorragend.

Und selbst, wenn wir einmal diskutieren,

wissen wir, dass wir auch in Zukunft zusammenhalten

und erfolgreich arbeiten

werden“, schließt Alexandra Becker ab.

37


Weinbau

„Feinfruchtige Weine

bevorzugt“

Seit 1999 führt Stephan

Klöckner das Familienweingut

Aloys Klöckner in

Guldental zusammen mit

seiner Frau Simone. Hier

erklärt der diplomierte

Weinbauingenieur, welche

Trends sich auf dem deutschen

Markt abzeichnen

und worauf man beim

Kauf achten sollte

Ihre Familie übt seit 400 Jahren

das Winzerhandwerk aus. Was ist so

spannend an dem Beruf?

Wir waren früher ein Gemischtbetrieb mit

Acker- und Weinbau. Als ich von meinem

Vater den Hof übernahm, haben wir zum

-


und Pacht erheblich vergrößert und uns

in der Folge ausschließlich dem Weinbau

verschrieben. Seitdem konzentrieren wir

uns ganz auf die Bewirtschaftung der



Arbeit in und mit der Natur, das kreative

Management des Weinausbaus und

damit verbunden das Entwickeln eigener


Austausch mit den Konsumenten.

Welche Weinsorten bauen Sie an?


Rebsorten vertreten. Es sind in erster Linie

die weißen und roten Burgundersorten,

Riesling, Silvaner, Sauvignon blanc, aber


Sorten wie Regent oder Calardis blanc,


-


die Auswahl der Sorte wohlüberlegt sein

muss. Immerhin stehen die Weinstöcke



Wie viel Wein produzieren Sie jährlich?

Wir ernten etwa 7500 bis 8000 Liter Wein



berücksichtigen, dass junge Reben erst


-



Welche Weine liegen derzeit im Trend?


mit moderatem Alkoholgehalt interes-




insbesondere Grau- und Weißburgunder,

Rivaner, Bacchus oder Muskat Ottonel,

aber auch leichtere Roséweine und

ausdrucksvolle Rotweine. Edelsüße Weine

wie Eiswein oder Beerenauslesen werden

dagegen kaum noch nachgefragt. Stattdessen

werden eher feinfruchtige Weine

bevorzugt, deren Aroma durch eine leichte

Restsüße unterstrichen wird.

Worauf sollte ein Nicht-Weinkenner

beim Kauf eines Weines achten?

Er sollte sich am Etikett orientieren, auch





auf einen individuellen und weniger auf



„Ich bin praktizierender Christ.

Für mich ist es selbstverständlich,

die Schöpfung zu wahren“

einem allzu günstigen Wein kann ich nicht

geschmacklich Großes oder einen ausge-


Welchen Herausforderungen müssen

sich Winzer heute stellen?


Klimawandel dar. Anhaltende Trockenheit


letzten Jahren bringt massive Probleme

mit sich, gerade in Ertragsanlagen auf



nachgedacht werden. Weiterhin verzehren


neue Verordnungen und zahlreiche

-


und Geld. Es wird in der Öffentlichkeit

kaum über Billigwein und die daraus resultierende

nicht kostendeckende Entlohnung


Wein ein Luxusgut und nicht essenziell

fürs Leben ist.

Wie stehen Sie zum Thema Biowein?

Ökologischer Weinanbau ist mir teilweise

zierender

Christ. Für mich ist es selbst-


und den Einsatz synthetisch-chemischer

Substanzen auf das notwendige Maß zu

-


oder Grünschnitt, wir bauen in unseren

Rebgassen Gelbsenf, Ölrettich, Roggen

-

38


Impressum

Herausgeber:


Fanny-Zobel-Str. 7

12435 Berlin


info@moderne-landwirtschaft.de

www.moderne-landwirtschaft.de

nung an, um freien Stickstoff im Boden

zu binden. Anschließend mulchen wir das

Grün und arbeiten es als Biomasse in

den Boden ein, was einer Düngung gleichkommt.

Dennoch hat Nachhaltigkeit bei

Wein eine Grenze. Letztlich handelt es sich

um eine Monokultur, und nur wenn Reben

und Trauben gesund sind, kann daraus

auch ein qualitativ guter Tropfen gewonnen

werden.

Tolles Team

Stephan Klöckner ist

der Bruder von Julia

Klöckner, Bundesministerin

für Ernährung und

Landwirtschaft. Seine

Frau Simone und er

konzentrieren sich

ganz auf den Weinbau

Verantwortlich für den Inhalt:

Lea Fließ

Projektverantwortlich: Renate Wegert

Redaktion: Catrin Krawinkel

Gestaltung und Layout: Anja Giese

Litho:

Druck: Krögers Buch- und



Nachdruck und Reproduktion sind nach

schriftlicher Genehmigung durch das

Forum Moderne Landwirtschaft möglich

FOTO: WEINGUT ALOYS KLÖCKNER

Diskutieren Sie solche Themen mit

Ihrer Schwester Julia Klöckner, unserer

Bundesministerin für Ernährung und

Landwirtschaft?

Aufgrund ihrer Aufgaben ist sie nicht


schaut immer wieder vorbei. Dann probieren

wir Weine im Keller und tauschen


im Weinbau. Wir kommunizieren ebenfalls

viel via Mail oder soziale Medien.

Da meine Schwester ihre Beziehung zur

Guldentaler Scholle nicht verloren hat,

weiß sie durchaus, was notwendig und

sinnvoll für die Landwirtschaft ist, und

steht auch dafür ein.

Was Sie schon immer über Weinbau

wissen wollten, erfahren Sie hier.

Einfach den QR-Code einscannen, und


35


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