flip-Joker_2021-09

ArtMediaVerlag2013

Freiburg

Art

Fair 15.+ 16. Okt.

Messe Freiburg

September 2021

32. Jahrgang

Perspektiven und Orte für die Kunst

Im Gespräch: Leon Hösl, Künstlerischer Leiter der Biennale für Freiburg

Seit Mai läuft die erste Biennale

für Freiburg. Als Plattform

für die Präsentation, Entwicklung

und Vermittlung zeitge-

INHALT

THEATER_____________________ 6 nössischer Kunst zeigt sich

Harrys Depot spielt „Ein unglücklicher Zufall“ das Format Kunstschaffenden

KUNST _______________________9 sowie der akademischen und

James Ensor in der Kunsthalle Mannheim allgemeinen Öffentlichkeit.

Zur Eröffnung des Ausstellungsparcours

im September

FILM________________________ 21

Das Luststreifen Filmfestival in Basel

hat sich Fabian Lutz mit dem

VISION_____________________ 22 künstlerischen Leiter der Biennale

Leon Hösl unterhalten.

Kunstvereine im Gespräch (22)

WEINLAND BADEN AKTUELL__ 31 Ein Gespräch über Brüche im

Pop-Up-Weinbar

Freiburger Stadtbild, Akademie

und Kunst und über das

KULTOUR___________________ 35

Europäischer Tag der Jüdischen Kultur Grundrauschen der Biennale.

GESUNDHEIT________________ 39 Kultur Joker: Das Kürzel der

„Frauenklinik mit Bestnoten“

Biennale für Freiburg liest

sich „BfF“, besser bekannt als

NACHHALTIG________________ 40

„Best Friends Forever“. Eine

Im Gespräch: Sebastian Sladek, EWS

gewollte Dopplung, liest man in

MUSIK______________________ 46 eurem Programm. Was macht die

Jazzfestival Freiburg

Freundschaft zwischen der Biennale

und Freiburg aus?

VERANSTALTUNGEN_________ 52

Cafe AnzKuJo90x135KuWo Ü und die Weltliteratur 2021.qxp_Layout Leon 1 Hösl: 24.06.21 Freundschaft 17:44 Seite im 1be-

sten Sinne bedeutet, sich richtig

© PantherMedia /Dmitriy Shironosov

31. Staufener

Kulturwoche

Programmheft • Kartenvorverkauf

Tourist-Info Rathaus Staufen · Tel. 0 76 33 / 8 05 36

sowie in allen BZ-Geschäftsstellen

www.reservix.de www.staufen.de

kennenzulernen, sich ernst zu

nehmen und eine Ebene zu finden,

auf der man miteinander

lernen kann. Die Biennale muss

natürlich nicht zum bedingungslosen

„BFF“ der Stadt werden,

aber Aspekte wie der Wunsch

nach Dauer, des voneinander

Profitierens und des sich Einlassens

auf den Ort sind definitiv

wichtig.

Kultur Joker: In einem Interview

mit Fudder hast du dich gegen

die Reproduktion regionaler Klischees

im Rahmen einer solchen

Begegnung ausgesprochen. Und

natürlich steckt in der Verwendung

des Kürzels „BFF“ auch

eine ironische Note. Wie kritisch

sieht sich das Format Biennale

der Stadt Freiburg gegenüber?

Leon Hösl: Die Außenperspektive

ermöglicht neue und auch

kritische Blicke auf die Stadt.

Das ist anders als jene Perspektive

von innen, die womöglich

eher repräsentative Aspekte

transportieren möchte. Die Biennale

beschäftigt sich durchaus

mit der Naturlandschaft des

Schwarzwalds und auch Fragen

der Ökologie, aber das ist nicht

der Schwerpunkt. Auch geht es

nicht um mittelalterliche Stadtarchitektur

oder Wahrzeichen der

Foto: Marc Doradzillo

Stadt, sondern um Strukturen

und Themen, die in der Stadt

liegen. Das Stadtbild Freiburgs

wirkt zunächst homogen, zeigt

auf den zweiten Blick aber viele

Brüche. Der Berliner Fotograf

Niklas Goldbach beispielsweise

sucht unter anderem auf und um

den Schlossberg nach solchen

Brüchen im Übergang von Wald

zu Stadt und zwischen Repräsentation-,

Infrastruktur- und Wohngebäuden,

deren Architekturen

versuchen bestimmte pittoreske

Blicke auf die Stadt zu erzeugen.

Kultur Joker: Brüche haben ja

auch ihren Reiz.

Leon Hösl: Natürlich. Uns geht

es auch nicht darum, eine dezidierte

Kritik an der Stadt zu

üben. Wir wollen aus verschiedenen

Perspektiven ausloten,

welchen Ort die Kunst inmitten

des Austauschs verschiedener

Akteur*innen wie etwa der

Stadt, lokalen Initiativen und

dem öffentlichen Raum hat.

Kultur Joker: Du sprichst viel

von Blicken und Perspektiven,

gerade solchen, die auch von

außen kommen. Welche Bedeutung

hat der Außenblick für die

Biennale?

Leon Hösl: Für die Biennale

ist kennzeichnend, dass

Künstler*innen eingeladen sind,

sich mit dem Raum der Stadt zu

beschäftigen – darunter manche,

die Freiburg gut kennen, da sie

hier aktiv sind oder zum Beispiel

im Rahmen des Studiums

viel Zeit in der Stadt verbracht

haben, aber auch viele, die keine

Ortskenntnis mitgebracht haben.

Dabei spielt auch der Aspekt eine

wichtige Rolle, verschiedene

Personen über konkrete Themen

miteinander in Kontakt zu

bringen. Die Fragen des Wiener

Performance-Künstlers Thomas

Geiger an die Freiburger Statue

der Illumina wurden beispielsweise

von Repräsentant*innen

Freiburger Initiativen beantwortet.

Allgemeine Debatten

um Denkmäler und Repräsentationen

konnten so durch lokale

Perspektiven ergänzt und in einen

Dialog gebracht werden.

CLAUDIA RAFFELHÜSCHEN

KULTUR GEHÖRT

INS GRUNDGESETZ.

AM 26.9. ODER PER BRIEFWAHL:

FREIE DEMOKRATEN.

CLAUDIA-RAFFELHUESCHEN.DE

Kultur Joker: Die Biennale

befindet sich an einem Umbruchspunkt.

Im August kommt

das Studioprogramm zu seinem

Ende, im September beginnt

der Ausstellungsparcours. Zeit

für einen Rückblick: War Freiburg

ein gutes Studio für das

Fortsetzung des

Interviews auf

Seite 20

Kultur Joker

Tel.: 0761 / 72 0 72

www.kulturjoker.de

kulturjoker


Liebe Leser*innen,

nach einer Sommerpause im August sind wir mit

spannenden Themen und viel Lesestoff für den September

zurück.

In den vergangenen Monaten haben wir das Programm

der Biennale für Freiburg in zahlreichen

Texten begleitet, im September feiert sie nun ihren

Höhepunkt in einer abschließenden Ausstellung im

Kunstverein Freiburg (10.09.-24.10.). Im Interview

mit Leon Hösl, künstlerischer Leiter der Biennale

für Freiburg, haben wir mit ihm über Brüche im

Freiburger Stadtbild, Akademie und Kunst und das

Grundrauschen der Biennale gesprochen.

Zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur am 5.

September laden Gemeinden, Gedenkstätten und

Museen zur Begegnung ein, mehr dazu und zu

einem neu enthüllten Mahnmal für die Euthanasie-

Opfer der Nazis aus dem Dreisamtal auf unseren

Kultour-Seiten.

Mit der Begierde jenseits der Norm befasst sich

auch in diesem Jahr das Luststreifen Film Festival in

Basel, das ein vielseitiges Programm queerer, feministischer

und außergewöhnlicher Kurz- und Langfilme

präsentiert.

Kunst, die von Weißen gesehen werden muss sind die Papierarbeiten

der Künstlerin Kara Walker, die noch bis zum

26. September im Kunstmuseum Basel zu sehen sind. Das

Haus Konstruktiv in Zürich widmet seinerseits Dóra Maurer

eine Retrospektive (1970-2020), die verstehen lässt, weshalb

sie derart einflussreich für eine junge Generation an

Künstler*innen geworden ist.

Neuigkeiten und Empfehlungen rund um den Badischen

Wein und unseren traditionellen Straußenkalender finden

Sie im Sonderteil Weinland Baden aktuell, der wie immer

zum Herausnehmen beiliegt.

Wir wünschen Ihnen einen hoffentlich goldenen September,

viel Spaß beim Lesen!

Kultur Joker-Team

In diesen schweren

Zeiten sind wir dankbar

für jedes Zeichen der

Solidarität; egal ob liebe

Worte oder eine finanzielle

Unterstützung, damit wir unsere Arbeit

fortsetzen können.

Empfänger: Art Media Verlag

IBAN: DE 26 680 5010 1000 2022 512


THEATER KULTUR JOKER 3

Rigoletto, Nero und Charleys Tante

Die Bregenzer Festspiele feiern ihr 75-jähriges Jubiläum mit voll besetzten Veranstaltungen

Das Gewitter wird musikalisch

angekündigt, das Wasser

fließt aus den mächtigen

Fingern und den dunklen Augenhöhlen

Rigolettos wie ein

Starkregen – da zeichnen sich

echte Blitze über dem Bodensee

ab. Die Natur bildet an

diesem lauen Sommerabend

den perfekten Rahmen für das

markante Bühnenbild von Regisseur

Philipp Stölzl mit dem

riesigen Kopf, der Hand und

dem Ballon. Eigentlich war

zum 75-jährigen Jubiläum der

Bregenzer Festspiele eine Neuproduktion

von Puccinis „Madame

Butterfly“ in der Regie

des Züricher Intendanten Andreas

Homoki geplant, die nun

aber wegen der Coronapause

im letzten Sommer auf 2022

verschoben wurde. In diesem

Jahr ist deshalb nochmals der

spektakulär berührende „Rigoletto“

zu sehen. Dirigentin

Julia Jones entwickelt mit

den Wiener Symphonikern im

Laufe des Abends eine gut ausbalancierte,

immer plastischer

werdende Lesart. Long Longs

Herzog hat Wärme und Höhenglanz,

Vladimir Stoyanovs

Rigoletto Kantabilität und

Wucht. Und Ekaterina Sadovnikova

glänzt als Gilda durch

eine makellose Koloratur. Als

Rigolettos Tochter am Ende

stirbt, schwebt ihre gleich gekleidete

Doppelgängerin im

Ballon in den Nachthimmel.

Der Tod als Befreiung – ein

letztes starkes Bild!

Arrigo Boitos Oper „Nerone“,

mit der die Bregenzer

Festspiele tags zuvor im voll

besetzten Festspielhaus (ohne

Maskenpflicht) eröffnet wurden,

lebt von ihren Kontrasten

zwischen Individuum und

Masse, zwischen Askese und

Rausch, zwischen verklärtem

Christentum und hemmungsloser

Dämonie. 56 Jahre hat der

Komponist an „Nerone“ gearbeitet

und die Oper trotzdem

nicht zu Ende bringen können.

Der fünfte Akt, in dem Kaiser

Nero dem Wahnsinn verfällt,

blieb unvertont. Die sonstigen

unvollendeten Passagen komplettierte

Arturo Toscanini mit

zwei Mitstreitern für die von

ihm dirigierte Uraufführung

1924 an der Mailänder Scala.

Ins Repertoire schaffte es die

zweieinhalbstündige Oper bis

heute nicht – und die Bregenzer

Produktion wird daran

wahrscheinlich auch nichts ändern.

Dafür ist die Geschichte

zu wenig stringent erzählt, dafür

fehlt den Charakteren ein

klares Profil, dafür ist auch die

Musik zu kleinteilig und zu

sehr auf Effekt getrimmt. „Nerone“

bleibt ein Sorgenkind.

Das hat auch mit dem Bregenzer

Abend zu tun, dem es

kaum gelingt, einen musikdramatischen

Sog zu erzielen

und der auch szenisch keinen

packenden Zugriff findet. Dirigent

Dirk Kaftan spitzt mit

den Wiener Symphonikern die

Konflikte zu. Das ist besonders

zu Beginn des vierten Aktes

eindrucksvoll, wenn Nero im

Circus Maximus seinen Sadismus

auslebt und die Christen

den wilden Tieren zum Fraß

vorwerfen lässt. Da rumpelt

es im Orchestergraben, da

schneidet das Blech, da dröhnt

die große Trommel. Die Crescendi

werden zu Schwellern

forciert. Die Konturen sind

hart und scharf, die Lautstärke

bewegt sich im Fortissimo

nah an der Brutalitätsgrenze.

Aber im Detail fehlt es dem

plastischen Orchesterklang

an Nuancen. Und auch der

stimmgewaltige Prager Philharmonische

Chor zeigt neben

Licht auch Schatten, besonders

bei der Intonation der Männerchöre.

Regisseur Olivier Tambosi,

der in Bregenz bereits 2016

Franco Faccios Oper „Hamlet“

nach einem Libretto von

Arrigo Boito inszeniert hatte,

grenzt die unterschiedlichen

Sphären plakativ voneinander

ab. Auf der einen Seite die

dämonisch-heidnische Welt

des Magiers Simon Mago mit

blutverschmierten Mänteln

und schwarzen Engelsflügeln,

auf der anderen Seite die

christliche mit Dornenkrone

und Ordenstracht (Kostüme:

Gesine Völlm). Die Leiche

von Neros Mutter Agrippina,

von ihm selbst ermordet, liegt

im grünen Abendkleid als personifiziertes

schlechtes Gewissen

auf der Bühne. Dass aber

der Regisseur auch den Chor in

diese Kostüme steckt, hat dann

doch mehr mit unfreiwilliger

Komik zu tun als mit ins Bild

gesetzten Alpträumen und erinnert

eher an Charleys Tante,

zumal sich Nero im zweiten

Akt im gleichen Kostüm von

Schau An!

Spielzeit

start 21/ 22

Räumen

Ein Spiel von Haben und Sein ⁄⁄ 6 +

Spielzeiteröffnung: SA. 25.09.21

Hey, hey, hey, Taxi!

Von Saša Stanišic´ ⁄⁄ 5 +

uraufführung: SA. 2.10.21

Corpus Delicti

Von Juli Zeh ⁄⁄ 15 +

Ab DO. 25.11.21

www.marienbad.org

Asteria auf einem Billardtisch

verführen lassen muss – eine

von etlichen verschenkten Szenen.

Auch die mit Leuchtflächen

versehene labyrinthische

Quaderlandschaft von Frank

Philipp Schlössmann entfaltet

kaum Suggestionskraft. Die

immer wieder in Gang gesetzte

Drehbühne sorgt für zusätzlichen

Leerlauf.

Der mexikanische Tenor

Rafael Rojas stattet Nero mit

strahlender Höhe und beachtlichem

vokalen Durchsetzungsvermögen

aus. Lucio

Gallo entfaltet als schwarzer

Magier Simon Mago mit seinem

markigen Bariton echte

Dominanz. Sein christlicher

Gegenpart Fanuèl klingt bei

Brett Polegato weicher, lyrischer

und verbindlicher, leider

aber auch intonatorisch

unsicherer. Alessandra Volpe,

meist im Nonnengewand, gestaltet

diese Partie mit satter

Tiefe und schöner Linienführung.

Richtig schlau wird man

aus dieser Frauenfigur genauso

wenig wie aus der wie Kundry

sich zwischen den Welten bewegenden

Asteria, der Svetlana

Aksenova Intensität und

Strahlkraft schenkt. Am Ende

steht Rom in Flammen – und

Nero sitzt gelangweilt auf seinem

Sessel, während die Leichen

besichtigt werden. Dirk

Kaftan entfesselt ein letztes

Mal die Orchesterkräfte. Der

Schlussakkord wird von Moll

nach Dur gerückt. Aber ein

Happy End sieht anders aus.

Georg Rudiger

Pre

mie

re


4 KULTUR JOKER THEATER Theater

Das Akkordeon schwitzt

Mit inszenatorischem Geschick bringt das Theater im Marienbad Klimadiskurse auf die Bühne

Fakten brauchen Erzählungen.

„Die wärmsten Jahre“

klingt nach Erzählung. Eine

Hinterhoferzählung zunächst.

Zur Premiere kommt das Stück

auf der kleinen, idyllisch gelegenen

Gartenbühne des Theaters

im Marienbad. Auf der

Bühne steht Schauspieler Benedikt

Thönes, der sich selbst als

„Bene“ einführt – und ja, Bene

braucht eine Geschichte, eine

Geschichte zu den Fakten. Die

Fakten sind: Es wird heißer auf

der Erde, wir sind verantwortlich

für die Entwicklung und:

das nennt man Klimakrise.

Von einer Krise träumt auch

Bene, von einem Alltag, der in

einer ewigen Hitzeglut stattfindet.

Zu seinen Worten lässt

Schauspieler und irgendwo

auch Kleinkünstler Thönes sein

Akkordeon schnaufen. Apokalypse.

Aber dann wacht Bene

auf und weiß: Seine Geschichte

muss nicht so verlaufen. Die

wärmsten Jahre können auch

durch sinnvolle Handlungen,

Aktivismus geprägt sein. Von

diesem Punkt an begibt sich

Bene auf eine Odyssee, die ihn

nach Lösungskonzepten suchen

lässt. Akkordeon, Megafon und

ein kleines, traurig blattloses

Bäumchen als Aufhänger für

verschiedene Bildmotive bleiben

Requisiten für dieses reduziert

inszenierte Ein-Mann-

Theater, das jeglicher pädagogischer

Pose entbehrt. Denn

Bene bleibt fragend, mögliche

Antworten lässt er andere formulieren.

Der Entwicklung des Stücks

unter der Regie von Jana Vetten

ging eine ausführliche

Recherche voran. Das Team

sprach mit verschiedenen

Klimaexpert*innen, die in unterschiedlichen

Institutionen tätig

sind. Neben den bekannten

Akteuren wie Fridays for Future,

Extinction Rebellion oder

Greenpeace waren auch lokale

Vertreter wie der Unverpacktladen

Glaskiste und der nachhaltige

Mobilfunkanbieter WeTell

darunter, diese alle – und Lilly.

Mit Lilly nämlich beginnt

die Reise Benes und die ersten

Schwierigkeiten. Denn so sehr

Bene versucht, Recyclingprofi

Lilly nachzueifern, so sehr

demoralisiert ihn, wie seine

Umgebung und sein innerer

Schweinehund dem gegenüberstehen.

Die Erkenntnis bleibt:

Nachhaltige Politik kann doch

wohl kaum Sache des Individuums

bleiben! Also findet

sich Bene prompt bei den lauten

Protesten vor einem Klimagipfel

wieder. Benedikt Thönes simuliert

das Stimmwirrwar, ruft

bekannte Slogans und lässt Leute

im Publikum Transparente

verlesen. Die Dringlichkeit

eines globalen Handelns steht

massiv im Raum. Auch mit Benes

Besuch bei Aktivist*innen,

die innerhalb der Baumkronen,

ihrer „Pirateninsel“, gegen die

Rodung eines Waldes demonstrieren,

taucht das Publikum

in die Welt intensiver Klimadiskurse

ein. Eine klassische

Erzählung gibt es dann nicht

mehr, viele Fakten stattdessen.

Dass „Die wärmsten Jahre“

dennoch so greifbar und

eindringlich bleibt, ist der engagierten

wie bildstark erzählenden

Performance Benedikt

Thönes‘ zu verdanken. Mit dem

Stück tourt er ab September

durch verschiedene Klassenzimmer.

Welche Antworten die

Schüler*innen zwischen 9–13

Jahren für ihn bereithalten,

dürfte noch einmal spannend

werden.

„Die wärmsten Jahre“ ist ab

dem 27. September mobil als

Klassenzimmerstück buchbar.

Anfragen unter der Nummer

0761 1379721 oder per Mail an

gruppen@marienbad.org

Fabian Lutz

Benedikt Thönes auf kleiner Bühne

Foto: Minz & Kunst Photography

Jede Menge Trubel, riesengroßer

Jubel – so kennt man

die jährlichen Aufführungen

des studentischen Mondo Mu-

Eine inszenierte Zeitreise

Das studentische Musiktheater Mondo mit „Crash... Bang... Boom!!!“

siktheaters in der Freiburger

Mensabar. Turbulent ging

es bei den letzten, selbstgeschriebenen

Musicals „Die

WG“ (2019) und „Freiburg

liegt am Meer“ (2020) auf und

vor der Bühne zu, dazu heizte

die fulminante Mondo-Band

mächtig ein. – Alles ganz anders

in Corona-Zeiten. Hut

ab, dass sich trotzdem ein

18-köpfiges Ensemble fand,

das zum 100-jährigen Jubiläum

des Studierendenwerks

unter der Regie von Stephanie

Heine die 20er-Jahre Revue

„Crash... Bang... Boom!!!“ entwickelte:

Draußen, mit Maske

und in Einzelproben (musikalische

Leitung: Dominik Hormuth).

Die Premiere fand per

Livestream aus der Mensabar

auf www.infreiburgzuhause.

de statt – leider ohne Applaus,

aber doch mit Gästen an rund

500 eingeloggten Geräten, vielen

tollen Songs und Choreografien,

Gedichten und Videofilmen.

Die Bühne ist in Sepia-

Licht getaucht, zu John Barrys

Swing -Stück „The Mooche“

tanzen fünf junge Akteurinnen

stilecht in schwarzen Hotpants,

weiß leuchten nackte Beine

und Arme, die sie artistisch in

Stummfilm-Manier wirbeln

lassen. Geheimnisvoll wandert

der Spot dazu über voluminöse

Vorhangfalten im Hintergrund.

„Eine Frau steht ihren Mann!“

postuliert da eine im glamourösen

Flapper-Kleid, die Zigarettenspitze

kess in der Hand.

Überhaupt trägt man Perlenketten,

Boas, Schleifen und

auch weite Hosen, die hell geschminkten

Gesichter werden

von Apfelbäckchen und Panda-

Augen kontrastiert (Maske und

Kostüm: Juliane Hollerbach.)

Mit einem Solo aus „Cabaret“

und dem schmissigen Gruppensong

„Bei mir bist du shein“

geht es weiter mit Melancholie,

Selbstbewusstsein und Vergnügungshunger

– willkommen in

den Golden Twenties!

Leider führt kein Conférencier

durchs Programm, stattdessen

gibt es Schwarzblenden

zwischen den Nummern. Nur

einmal wird Emanzipation und

Antisemitismus angesprochen,

davon hätte man sich mehr gewünscht,

genauso wie einen

Tranfer zu heutigen Lebenswelten.

Das schafft die Distanz

einer inszenierten Zeitreise –

genauso wie die fantastischen

Fotos und Filmeinspielungen

samt Geflacker und Geflimmer

vor den hölzernen Umkleidekabinen

im Loretto-Bad. Zu

erleben gibt es Ohrwürmer wie

„Mein kleiner grüner Kaktus“,

aber auch pfiffige Adaptionen

von „Crazy in Love“ oder

„Puttin´ On The Ritz“. Und

sogar der Titelsong „Zu Asche,

zu Staub“ aus der Fernsehserie

„Babylon Berlin“ kommt hier

auf die Bühne. Beachtliche

Stimmen, Spiellust und viel

Dynamik – Immerhin war im

Juli eine Live-Aufführung von

„Crash... Bang... Boom!!!“ auf

der Open-Air-Bühne im Mensagarten

zu erleben, vielleicht

klappt ja eine Wiederaufnahme!

Zu sehen in der Mediathek

unter www.infreiburgzuhause.

de

Marion Klötzer


THEATER KULTUR JOKER 5

„Gevatterinnen und Gevatter!“

- freudig begrüßt die Baderin

Else ihre Gäste am Augustinerplatz

in historischem

Kostüm und schimpft auch

gleich mit frecher Klappe über

die Herren von der Runz-Gesellschaft:

Die lägen am Tag

nach der 250-Jahr-Feier immer

noch verkatert in den Betten,

während Else dazu verdonnert

wurde, dem Besuch aus Basel

die Brauch-und Trinkwasser-

Versorgung der Stadt zu zeigen.

- Langweilig! Kurze Gruppenabstimmung:

Ob man nicht

lieber den Gauklern und Spielleuten

zugucken möge, die sich

noch in den Straßen tummeln?

Aber Obacht, Abstand halten!

Schließlich ist die Pest erst ein

Am 12. September startet

die zweite Ausgabe des Frei

Art Festivals in Freiburg und

Merzhausen. Eine Woche

lang, vom 12. bis 19. September,

kehren nach langer Pause

internationale Tänzer*innen

mit Aufführungen, Workshops

und einem Programm für professionelle

Tanzschaffende und

Laien in das Studio Pro Arte

zurück. Neben dem Workshopund

Performanceprogramm im

Kreuz und quer durch die Altstadt

Eine kulturelle Entdeckungsreise mit FreiRäume 2021

paar Jahre vorbei, weswegen

die Bürger*innen Freiburgs

auch noch Masken tragen…

Über zwei Stunden geht es

dann mit der Theaterkarawane

Grün unter Führung von

Schauspielerin Gabriele Zink

von Freiburg Living History

kreuz und quer durch die Altstadt

mit sechs Stationen und

Inszenierungen an ungewöhnlichen

Orten. Die Mischung ist

grandios, weil jeder Wechsel

verblüfft und auch die Infos auf

dem Weg über Bächle, Brände

oder Knöpfle-Glocke machen

neugierig. „FreiRäume 2021“,

so der Titel dieser kulturellen

Entdeckungsreise durch Freiburg,

die der Verein Pro Kultur

e.V. unter der Leitung von Ralf

Tanz- und Kulturzentrum in

Merzhausen, findet im Vauban

in der Festivalwoche zusätzlich

ein großes Tanz- und Musik-

Open-Air statt.

Bei der Auswahl der

Künstler*innen ist es dem Festival-Team

rund um die Leiterin

Chantal Kohlmeyer gelungen,

die Vielfalt des Tanzes

abzubilden.

Mit Joy Alpuerto Ritter kündigt

sich eine der hochkarätigsten

Tänzerinnen des Zeitgenössischen

Tanzes an. Die in

Freiburg aufgewachsene Tänzerin,

die unter anderem mit

Akram Khan arbeitete, zeigt

im Studio Pro Arte am 14.

September, 20 Uhr sowie 15.

September, 21 Uhr ihr eigenes

Stück „Alter Egos“ und gibt einen

Repertoire Workshop (16.-

19. September) mit Material

der Akram Khan Kompanie.

Erstmals in Freiburg mit einem

Public Performance Project

sind Danae & Dionysios (19.

September, 19 Uhr). Die junge

Companie Iron Skulls vermischt

am 17. September, 19 Uhr

urbanen und zeitgenössischen

Tanz zu dunklen Theaterwelten.

Zum Mitmachen und Verweilen

lädt der Open-Air Bereich

auf dem Alfred-Döblin Platz

im Vauban ein. Den Abend

des 17. Septembers eröffnet ab

18 Uhr die aus Spanien stammende

Tänzerin Sara Jiménez

mit einer Performance, in der

sie zeitgenössischen Tanz mit

Flamenco verbindet. Abgerundet

wird der Freitagabend

durch La Nefera mit ihrem

Empowerment-Rap und Latin-

Buron für das 900. Stadtjubiläum

entwickelte. Zu erleben

waren so Ende Juli für jeweils

sechs Gruppen zwei unterschiedliche

Kunst-Karawanen

mit zwölf Kurz-Inszenierungen

aus den Genres Musik, Tanz

und Theater, alle von regionalen

Künstler*innen präsentiert.

- In ihrer Vielfalt eine tolle

Sache, die Freiburgs kulturelle

Landschaft facettenreich beleuchtet

und die man sich öfter

wünschen würde, nicht nur für

Tourist*innen.

Durch eine dunkle Gasse

geht´s nun in einen Hinterhof

der Salzstraße, ein paar Stahltreppen

hinauf bis auf eine

Dachterrasse mit toller Aussicht.

Natalia Herrera und Akkordeonistin

Jana Eberspächer

geben mit kessem Schmelz

französische Chansons und

Texte – man ist beschwingt.

Lustig auch das spritzige Konzentrat

von Molières „Der

Geizige“, das die Freiburger

Theater Compagnie auf einem

Balkon in der Fischerau mit viel

Spaß an der Karikatur spielt.

Dann wird es abgefahren mit

Laura Heineckes Performance

„About a She“ im Tiefgeschoss

des Modehauses Breuninger,

wo übrigens mal das Armenspital

stand. Doch statt „bei den

Siechen“ landet man in einem

abgedunkelten Verkaufsraum

mit vielen Schuhen, vorne

wirbelt die Tänzerin in kühler

Geschmeidigkeit, auf der

Die Freiburger Theater Compagnie bei FreiRäume2021 Der Glottertaler Trachten Verein bei FreiRäume2021 Fotos: Ralf Buron

Hip-Hop-Beats. Der Samstag

und Sonntag stehen im Zeichen

des Tanzes. Den ganzen Tag

über können Groß und Klein

in Workshops und Kleinkunstperformances

eintauchen. Ein

Highlight ist der Dance Contest

„Outliers“ am Samstag, ab

18 Uhr, bei dem Tänzer*innen

Wand dahinter Projektionen,

Animationen und Dopplungen.

Und auch Peter W.Hermanns

und Konrad Wiemanns (Gitarre)

musikalische Rezitation

aus einem Restposten-Lager

am Münsterplatz hat es in sich:

Poetisch-melancholisch-diabolischer

Grufti-Sound – wie die

Tiger Lillies zu ihren besten

Zeiten. Umso größer und auch

spannender könnte der Kontrast

kaum sein zu der Trachtengruppe

Glottertal, die sich

gutgelaunt im Hinterhof des

Erzbischöflichen Ordinariats

zum Mühlrad-Tanz schwingt.

Allmählich wird es dunkel –

Zeit für das Melodram „Der

traurige Mönch“ im Garten des

Collegium Borromaeum mit

Peter Haug-Lamersdorf und

Kerstin Löscher am Piano. Andächtiger

Grusel!

Marion Klötzer

Internationale Größen des zeitgenössischen Tanzes

Das Frei Art Festival im Studio Pro Arte vom 12. bis 19. September

Die junge Companie Iron Skulls entführt in dunkle Theaterwelten

Foto: David Brock

aus ganz Europa gegeneinander

antreten. Das Gebrüdergespann

The Brothers, das vor zwei Jahren

40. Bühnenjubiläum feierte,

wird das Frei Art Festival am

Sonntagabend mit rockigem

Sound ausklingen lassen.

Infos: www.freiartfestival.

com

Impulse für neue Perspektiven!

21. September 2021 | 19.30 Uhr

Zwischen Globalismus und

Demokratie

Das neue Buch von Wolfgang Streeck

14. Oktober 2021 | 19.00 Uhr

Sind wir im digitalen Zeitalter

bald alle arbeitslos?

Ein Plädoyer für unflexible

Arbeitsmärkte

3. November 2021 | 19.00 Uhr

Ist Kalifornien das Griechenland

der USA?

Über Gemeinsamkeiten und

Unterschiede des Euro- und des

US-Dollar-Systems

Anmeldung zu den Veranstaltungen:

www.freiburger-diskurse.de


6 KULTUR JOKER Theater

Knapp getroffen

Theater Harrys Depot spielt James Saunders‘ Komödie „Ein unglücklicher Zufall“

(v.l.n.r.)

Juliane Flurer

(Penelope), Jakob

Stöckeler (Robert)

und Perrine Martin

(Camilla).

© Barbara Zimmermann,

Theater Harrys Depot

So wie die Leiche da auf der

Bühne in der Freiburger Spechtpassage

liegt, muss man ein

bisschen an Hitchcocks schwarze

Komödie „Immer Ärger mit

Harry“ von 1955 denken. Zwei

gute Tage sind eine Handvoll

Menschen, die sich alle schuldig

an Harrys Tod wähnen, damit beschäftigt,

ihn verschwinden und

wieder auftauchen zu lassen. In

James Saunders‘ Stück „Ein unglücklicher

Zufall“ ist das Menetekel

kaum zu übersehen und

nur notdürftig mit einem Fell und

mehreren Kissen verdeckt. Zwischen

Regal und Sofa liegt eindeutig

eine Leiche. Und der britische

Autor lässt keinen Zweifel

an der Todesursache. Ein Knall,

ein Stöhnen, danach „Oh Gott,

oh Gott“. Penelope hat aus Versehen

ihren Mann erschossen.

Doch was heißt aus Versehen?

Als „Ein glücklicher Zufall“ ist

Saunders‘ Einakter im deutschsprachigen

Theaterraum seit der

deutschen Erstaufführung 1965

im Deutschen Schauspielhaus

in Hamburg bekannt. Vier Jahre

zuvor fand in Nottingham die Uraufführung

statt. Der englische

Originaltitel „A slight accident“

ist ein bisschen eindeutiger. Es ist

eben nur ganz knapp ein Unfall

gewesen.

James Saunders‘ Komödie ist

während ihrer Entstehungszeit

Mitte der 1960er Jahre sichtlich

vom absurden Theater beeinflusst.

Zwischen Penelope und

ihrer Freundin Camilla, die sie

zur moralischen Unterstützung

herbeiruft, entwickelt sich ein

Dialog, der spitzfindig nach der

Verantwortung und Freiheit des

Individuums und nach Schuld

fragt. Corona hat das Theater

verändert und tut es noch immer.

Dieser Sommer ist die Zeit des

well-made-plays, unterhaltsam,

gut gemacht und so kurz, dass es

ohne Pause auskommt. Damit ist

es ein guter Sommerstoff für das

Theater Harrys Depot, im Herbst

widmet es sich im Schlosspark

Ebnet dem Autor Tardieu.

Barbara Zimmermann, die

das Stück als Freiluftaufführung

inszeniert hat, macht aus

„Ein unglücklicher Zufall“ eine

Satire. Die beiden Freundinnen

und Nachbarn Penelope (Juliane

Flurer und Camilla (Perrine

Martin) sehen ein bisschen aus

wie für einen Comic gezeichnet,

vor allem Penelopes Frisur erinnert

an die von Minni Maus, mit

der die beiden die aufgekratzte

Mädchenhaftigkeit teilen. Gehen

die Gefühle mit ihnen durch, verschaffen

sich die beiden Erleichterung

durch lautmalerische Ausrufe

wie „schnaub“, „lach“ oder

„argh“. Katja Weeke hat ihnen

zudem geblümte Petticoatkleider

geschneidert, die das Leben wie

einen Sommertag wirken lassen.

Doch natürlich ist es eine absurde

Angelegenheit. Denn da liegt

ja die Leiche und nur die Witzfigur

von Camillas Mann (Jakob

Stöckeler) will die Zeichen, da er

mit einer Art Teflonanzug durch

die Welt geht, nicht sehen. Diese

Enge ist es dann auch, die einen

hübschen rosafarbenen Damenrevolver

Zufall spielen lassen.

Auch wenn die Rechtfertigungen

und sophistischen Ausflüchte

mitunter einem etwas lang werden,

ist dies ein leichtsinniger

Sommerspaß.

Tardieu – Worte und Freiheit.

Premiere: 18. September, 19 Uhr

im Schlosspark Ebnet. Weitere

Vorstellungen: 23./24./30. September

1./2./7./9. Oktober, jew.

19 Uhr.

Annette Hoffmann

Einmal statt Pferd zum Reiter werden

„Kaspar Sternenkind“ als Update der historischen Kaspar Hauser-Tragik im Theater der Immoralisten

Das Stück „Kaspar Sternenkind“

im Theater der Immoralisten beginnt

im Off: Jemand lernt mühsam

sprechen. „Pferd…Nicht der

Reiter…Ich will Reiter werden“

sind die Sprachfetzen, um die sich

alles dreht. Eine weitere Stimme,

herrisch klingend, übertönt das

Gestammel. Sie gehört, später wird

das klar, dem omnipotenten Hollywood-Produzenten

Harry Kaiser.

Sie deklariert den radebrechenden

Sprachlehrling zu einem „Sternenkind“,

dem eine große Zukunft

bevorsteht. Dafür werde er sorgen.

Mit diesem Entree ist eigentlich

schon der Kern des gesamten

Stückes umrissen: Jemand will,

obwohl nahezu voraussetzungslos,

ganz nach oben kommen und ein

anderer bestimmt über den Weg.

Fulminant tritt dann der Jemand,

nämlich Kaspar Hauser (Chris

Meiser), auf, behauptet selbstbewusst

„Ich bin, wer ich bin“

und meldet sich ebenso bestimmt

„Back to Entertainment“. Kaspars

bisherige mediale Präsenz

resultiert aus einer von ihm immer

aufs Neue erzählten (erlogenen)

Leidensgeschichte, die der des historischen

Kaspar Hauser gleicht.

Damit ist die das gesamte Stück

durchziehende Verknüpfung dieser

beiden Schicksale etabliert.

Hauser ist im Verlauf seiner Lügenperformance

vor einem nach

Sensationen gierenden Publikum

süchtig nach dessen Anerkennung

geworden. Vielleicht glaubt er an

seine Horrorstory irgendwann

einmal selbst und bezieht aus diesem

Eigenbetrug sein exaltiert zur

Schau gestelltes Selbstwertgefühl.

Mittlerweile ist der Anerkennungssüchtige

aber in der Gunst

seines Publikums gesunken und

sucht deshalb den Weg in eine der

knallbunten Selbstentblößungs-

Talkshows. Dies klappt auch beim

supercoolen Talkmaster Rob „Le

Bob“ (Jochen Kruß). Dieser stellt

Kaspar als Beispiel jener seltenen

Spezies, die es vom „Schattenkind

zu einem der Sterne“ gebracht hat,

vor und erzählt erneut von dessen

16-jähriger Leidensgeschichte. Rob

bauscht Kaspars Story erst einmal

auf, aber nur, damit er sie danach

desto spektakulärer als Lügengebäude

entlarven kann. So landet er

einen publikumswirksamen Coup

in seiner Show und einen Stich

gegen seine eigene Showbusiness-

Konkurrenz. Kaspars ursprüngliches

Vorhaben, in dieser Show

sein geplantes Comeback als Sänger

bekannt zu geben und einen

Erstlingssong zu promoten, wird

so vereitelt und der erhoffte Neuanfang

wird zur Total-Niederlage.

Hauser erlebt im Stück noch

weitere vernichtende Tiefschläge.

Ein Beispiel: Er landet im Glauben,

in Hollywood angekommen

zu sein, nur in einer Theaterprobe

einer Vorortbühne. Eine mehr oder

weniger selbst gescheiterte und in

die Jahre gekommene Schauspielerin

(James Foggin) durchschaut

den in seiner Scheinwelt gefangenen

Kaspar. Sie schleudert seiner

Selbstüberschätzung Sätze entgegen

wie: „Wir verkaufen unser

Herz, um etwas Besonderes zu

sein“. Ihre nüchterne Lektion für

Kaspar: „Schlaf nicht mit dem

Produzenten, sondern lerne deinen

Text“. Ihre Ratschläge kommen

für Kaspar zu spät. Noch

immer glaubt er, einmal auf dem

Regenbogen stehen zu können,

koste es, was es wolle. Seine Devise:

„Überall hin, nur nicht in die

Dunkelheit“. Um sein persönliches

Highlight zu setzen, fällt ihm nur

ein, den Regenbogen durch einen

Buchstaben des Hollywood-Signs

in Los Angeles zu ersetzen, in dem

er von diesem herunterspringt. Da

sich bereits 1932 die Schauspielerin

Peg Entwistle vom Buchstaben

„H“ aus in den Tod gestürzt hat,

will Hauser das „L“ wählen, weil

dieser Letter höher als das „H“

ist. Der Produzent Harry Kaiser,

bei dem er mit diesem Vorhaben

Eindruck schinden will, verlacht

ihn und bietet zynisch an, ihn zum

„L“ hinzufahren. Diese Verkörperung

eines klassischen Medienmoguls

erscheint während des Stücks

buchstäblich hinter einer Charaktermaske

als optische Mischung

aus Frankenstein, Tod und Hugh

Hefner. In seine Maske schlüpfen

abwechselnd die gerade nicht auf

der Bühne in ihren Rollen auftretenden

Schauspieler. Ihre Stimme

bekommt diese Figur von Florian

Wetter, der ansonsten dem Stück

mit seiner selbstkomponierten

Musik live am Synthesizer eine

zusätzliche Ebene verleiht. Sie ist

weit mehr als bloße Begleitung

oder Ornamentik. Seine Klangfiguren

kommentieren eigenständig

das Bühnengeschehen, provozieren

und helfen dem Zuschauer

gleichzeitig, den vielen, im Stück

bewusst nicht gelieferten Antworten

mit eigenen Fragen, Gedanken

und Assoziationen nachzuspüren.

Manuel Kreitmeier als Autor,

Regisseur und Bühnenbildner

ist einmal mehr ein Wurf gelungen,

die Auseinandersetzung um

grundlegende existenzielle Probleme

unserer Zeit auf höchst unterhaltsame

Art auf die Bühne zu

bringen. Das voll motivierte und

mitreißende Spiel des Ensembles,

zu dem außer den schon Genannten

auch Sebastian Ridder und

Thomas Kupczyk gehörten, hat

dem Publikum bei aller Skurrilität

und Komik viele Momente

geschenkt, in denen das Lachen

im Halse stecken blieb und Selbstreflexion

angesagt war. So hat sich

wohl Bertolt Brecht „eingreifendes

Theater“ vorgestellt.

Das Stück „Kaspar Sternenkind“

läuft noch bis zum 18. September

Open Air im Theater der Immoralisten,

Freiburg.

Infos und Karten: www.immoralisten.de

Erich Krieger


Theater KULTUR JOKER 7

Leblose Überlebende

Ein zäher, bedeutungsschwangerer „Don Giovanni“ bei den 100. Salzburger Festspielen

Don Giovanni 2021:

Vito Priante (Leporello),

Mika Kares (Il Commendatore),

Davide Luciano

(Don Giovanni),

Ensemble

Foto: © SF Ruth Walz

Die Kirchenbänke werden

herausgefahren, die Heiligenstatuen

mit dem Gabelstapler

abtransportiert. Erst dann setzt

die Ouvertüre ein - und ein Ziegenbock

kreuzt den entleerten

und entweihten Kirchenraum.

Der „Don Giovanni“ von Teodor

Currentzis und Romeo

Castellucci bei den Salzburger

Festspielen kann beginnen.

Der vier Stunde lange Abend

stellt mehr Fragen, als dass er

Antworten gibt. Das Dramma

giocoso, diese spezielle Mischung

von Komödie und Tragödie,

schlüssig und eindeutig

definiert zu erzählen – das

interessiert den italienischen

Regisseur, der auch Bühne, Kostüme

und Licht verantwortet,

nicht einen Augenblick. Ihm

geht es um um das Nachdenken

über den Don-Juan-Mythos

und das Hinterfragen von Klischees.

In Teodor Currentzis,

Von der Schneekönigin bis zur

Westside Story

Die neue Spielzeit an der Opéra national du Rhin

„Es war einmal“ (Il était une

fois) ist das Motto der neuen

Straßburger Spielzeit, die gleich

zu Beginn mit „The Snow

Queen“ (Die Schneekönigin)

des dänischen Komponisten

Hans Abrahamsen in einer

französischen Erstaufführung

einen Märchenstoff präsentiert

(15.9.) – und das auf aufwändige

Weise mit Animation und

Videos. Mit den Kinderopern

„L’Enfant et sortilèges“ (Das

Kind und der Zauberspuk) von

Maurice Ravel (15.12.) und der

neuen Oper „Les Rêveurs de la

lune“ (Mondträumer) des britischen

Komponisten Howard

Moody (27.2.) sind weitere

Märchen und Fantasiegeschichten

im Programm. Auch die selten

gespielte Oper „Die Vögel“

von Walter Braunfels (19.1.) aus

Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters,

hat er einen

musikalischen Partner auf Augenhöhe,

der an diesem Abend

mit seinem Ensemble musicAeterna

die Extreme besonders im

Leisen und Langsamen sucht,

der die Arien aussingen und

modellieren lässt und der immer

wieder mit den an der Hörbarkeitsgrenze

musizierenden

Streichern die Zeit anhält und

die Musik zum Schweben

bringt. Der Humor ist an diesem

bedeutungsschwangeren

Abend leider ganz getilgt. Das

macht die Produktion zäh und

unnahbar, zumal ein Gazevorhang

die gesamte Szenerie in

mildes Licht taucht und Distanz

schafft.

Vor Leporellos Auftrittsarie

kracht eine Limousine auf die

Bühne. Auch ein Konzertflügel

zerschmettert am Boden,

auf dem Don Giovanni wie ein

dem Jahr 1920, die zum ersten

Mal in Frankreich aufgeführt

wird, trägt märchenhafte Züge.

Die Vögel legen sich mit den

Göttern an und möchten einen

eigenen Staat aufbauen, womit

sie aber am Ende grandios

scheitern.

Von Giuseppe Verdi bringt

die Opéra national du Rhin

mit „Stiffelio“ (10.10.) ein eher

unbekanntes Werk, dass wegen

der behandelten Themen

Ehebruch und religiöser Fanatismus

mehrfach von der

Zensur verändert wurde. Bei

dieser französischen Erstaufführung

ist die Originalversion

zu hören. Mit Georges Bizets

„Carmen“ (2.12.) und Mozarts

Oper „Così fan tutte“ (14.4.),

die in einer Koproduktion mit

dem Musiktheater im Revier

Kind weiterklimpert (Hammerklavier:

Maria Shabashova). In

der Personenregie lässt es Castellucci

ebenfalls krachen. Als

Donna Anna (höhensicher und

berührend: Nadezhda Pavlova)

zitternd von Don Giovannis

Übergriff erzählt, wird die

Szene von zwei Doubles anders

nachgespielt, nämlich mit Donna

Anna als treibender Kraft.

Als Donna Elvira (dunkel

timbriert: Federica Lombardi)

Don Giovanni das erste Mal

zur Rede stellt, läuft ein Kind

auf den mutmaßlichen Vater zu,

der vor seinem Sohn nur flüchten

kann. Verantwortung zu

übernehmen scheut dieser Don

Giovanni (Davide Luciano),

der in Leporello (in der Tiefe

zu wenig: Vito Priante) einen

Doppelgänger hat. Er genießt

den Augenblick wie beim mit

einem nackten Double erotisch

aufgeladenen Zusammensein

Gelsenkirchen vom deutschen

Regisseur David Hermann in

Szene gesetzt wird, finden sich

echte Hits in der neuen Straßburger

Opernsaison, die mit

Leonard Bernsteins „Westside

Story“ (29.5.) in einer Produktion

der Komischen Oper Berlin

(Regie: Barry Kosky“ mit

viel Groove zu Ende geht und

mit fünf Ballettabenden, Konzerten,

Liederabenden und dem

Festival Arsmondo (ab 15.3.,

Premiere von de Falla: „El amor

brujo“ und Janáček: „Tagebuch

eines Verschollenen“) noch viel

mehr zu bieten hat.

Weitere Infos zur neuen Spielzeit

an der Opéra national du

Rhin (Strasbourg, Mulhouse,

Colmar): www.operanationaldurhin.eu

Georg Rudiger

mit Zerlina, die Anna Lucia

Richter zum Blühen bringt.

Michael Spyres besitzt als Don

Ottavio ein wunderbares Legato

und zwei affig frisierte Pudel,

bleibt aber wie Masetto (solide:

David Steffens) ungeliebt. Im

Gegensatz zu seiner magischen

Salzburger „Salome“-Inszenierung

von 2018 entfalten Castelluccis

Bildwelten nur wenig

Suggestionskraft. Er verzettelt

sich im Detail. Auch die extrem

gedehnten Rezitative hemmen

den Fluss.

Nach der Pause lässt der Regisseur

die Frauen, die in der

Registerarie nur als anonyme

Masse benannt werden, auf die

Bühne kommen. Allein durch

ihre Anwesenheit stärken diese

150 Salzburgerinnen Donna

Elvira den Rücken. In der

Choreographie von Cindy Van

Acker bewegen sie sich fließend

über die Bühne. Der Komtur

ist nur als Stimme (fokussiert:

Mika Kares) zu erleben. Bei

der Höllenfahrt härtet Davide

Luciano seinen kantablen Bariton.

Für den Todeskampf reißt

er sich die Kleider vom Leibe

und wälzt sich nackt in grauem

Schlamm – die erschütterndste

Szene des Abends. Danach ist

nichts mehr, wie es war. Den

Schlusschor „Questo è il fin di

chi fa mal“ (So endet, wer Böses

tut) lassen Teodor Currentzis

mit seinem musicAeterna

Orchester und Chor bersten vor

Vitalität, aber die Überlebenden

wirken leblos. Jeder geht seiner

Wege. Einsam sind auch sie.

Georg Rudiger

Fr. 19 – 22 Uhr, Sa. 10 – 19 Uhr, So. 10 – 17 Uhr

www.originale-freiburg.de


8 KULTUR JOKER Theater

Ein Festival läutet die kommende Saison ein

Das Theater Basel in der Spielzeit 2021/22

Nairi Hadodo in „Metamorphosen“

Foto: Maurice Korbel

Infos zu Tickets & Schutzkonzept

unter luststreifen.com

14.

Am Theater Basel macht man

aus der Corona-Not eine Tugend

und stimmt mit einem sechswöchigen

Festival, das bis Anfang

Oktober dauert, auf die kommende

Saison an. „Neun Stücke

zu wenig gezeigt“ – man kann

nur hoffen, dass alle Premieren

und Wiederaufnahmen in der

Spielzeit 2021/22 ihr Publikum

finden werden. Das Programm

weist einige Basel-Spezifika

auf. So inszeniert sich die Companie

mit Dürrenmatts „Die

Physiker“ selbst, derzeit sucht

das Theater noch Zeitzeugen

der legendären Inszenierung

von Kurt Horwitz Anfang der

1960er Jahre am Schauspielhaus

Zürich. Christoph Marthaler,

nicht weniger legendär,

wird mit „Der letzte Pfiff – ein

Drehschwindel“ wieder einmal

am Theater Basel inszenieren.

Und Sebastian Nübling und Boris

Niktin begleiten in „Krieg“

acht junge Erwachsene durch

das nächtliche Basel, während

das Publikum deren Treiben als

Projektion im Theatersaal verfolgen

kann.

Doch damit genug des Lokalkolorits.

Wie die Wiederaufnahmen-Produktionen

„Metamorphosen“ und „Onkel

Wanja“ bereits gezeigt haben,

ist in Basel das Interesse an

antiken und zeitlosen Stoffen

groß. So wird in Leonie Böhms

Inszenierung „König Teiresias“

30.09.–

03.10.2021

der Seher inthronisiert und ein

etwas anderer Blick auf König

Ödipus geworfen. Und Kleists

Klassikadaption „Penthesilea“

wird von Eva Trobisch inszeniert,

es ist die erste Arbeit

der Filmregisseurin für das

Theater. Ansonsten gibt es viel

Gegenwärtiges. Pinar Karabulut

etwa klopft Dostojewskis

„Spieler“ auf seine Anschlussfähigkeit

hin zur Popkultur

und Queerness ab, während

Schauspieldirektor Antú Romero

Nunes in „Was geschah

mit Daisy Duck?“ nostalgische

Glücksvorstellungen auf die

Bühne bringt. Und mit Sahar

Rahimis Stückelabor-Beitrag

„Ich bin gekommen, um zu

Auf den Spätsommer dürfen

sich junge und jungebliebene

Freund*innen des Figurentheaters

freuen. Vom 15. bis 26.

September laden die Figurentheater-Tage

ins Bürgerhaus am

Seepark. Ein Zusammenspiel

des Cinderella Marionettentheaters,

des Stromboli Marionettentheaters

und dem Berliner

Puppentheater.

Echte Klassiker kommen da

zur Aufführung, zum Beispiel

die Abenteuer des schusseligen

Herrn Pettersson und seines

cleveren Katers Findus. (16.09.,

14/16 Uhr) Noch wilder sind die

Erlebnisse Jim Knopfs, der mit

seinem Kollegen Lukas und der

Lokomotive Emma den Weg

zum bösen Drachen Frau Mahlzahn

auf sich nimmt. (17.09.,

14/16.30 Uhr) Aus Perspektive

eines Gauners erzählen die

Abenteuer des Räubers Hotzenplotz.

Nicht nur das Kasperle

ist dabei, sondern auch eine

ominöse Mondrakete. (18.09.,

11/15 Uhr) Über Pippi Langstrumpf

und ihre Reise ins Taka-Tuka-Land

muss nicht mehr

viel gesagt werden (19.09.,

11/15 Uhr; 22.09., 14/16.30

sagen, dass ich gehe“ setzt das

Theater Basel sein Engagement

für den Dramatiker-Nachwuchs

fort.

Auch im Tanz gibt es Chancen,

Produktionen der vergangenen

beiden Spielzeiten zu sehen.

Alexander Ekmans „Cow“

wird ebenso wieder aufgenommen

wie Richard Wherlocks

Choreografien „Snow White“

und „Empty Thrones“ sowie

der Doppelabend mit Stücken

von Marcos Moreau und Sharon

Eyal. Ansonsten erkundet

die Tanz-Sparte das Landleben

auf ganz unterschiedliche Art.

So nimmt sich Jeroen Verbruggen

mit „La fille mal gardée“

dem ältesten Handlungsballett

Uhr), vielleicht aber etwas über

den kleinen Raben Socke, der

etwas jünger, aber dafür der

berühmteste und tollste Vogel

der Welt ist (zumindest seiner

eigenen Meinung nach). (21.09.,

14/16.30 Uhr). Auch klein und

mit vielen Tieren

befreundet ist der

kleine König, der

ein ganzes Reich

zu regieren hat.

(23.09., 14/16.30

Uhr) Biene Majas

Begegnung mit

den Honigbienen

und ihren Vorbereitungen

fürs

Honigfest sind am

nächsten Tag zu

erleben. (24.09.,

14/16.30 Uhr) Den

Abschluss der Figurentheater-Tage

bildet der Auftritt

von Peppa, die als

junges Kind der

Schweinefamilie

Wutz so einiges

an, das sich im Compagnie-Repertoire

gehalten hat und interpretiert

es als queeres Theater.

Richard Wherlock hingegen hat

sich einen Schweizer Klassiker

schlechthin vorgenommen.

Johanna Spyris Kinderbuch

„Heidi“ versteht er als Text

über Identität und Zugehörigkeit.

Mit „off/limits“ wird es

dann auch im Tanz einen Bezug

zur Stadt geben. Der Abend ist

vom HipHop geprägt, und die

eine Hälfte des Abends wird

von der freien Compagnie Mek

bestritten, die vom Basler Muhammed

Kaltuk geleitet wird.

Weitere Infos: www.theaterbasel.ch

Annette Hoffmann

Langstrumpf, Wutz und Honigfest

Klassiker der Kinderliteratur bei den Figurentheater-Tagen

durcheinander

bringt. (25.09.,

11/15 Uhr; 26.09.,

11/15 Uhr) Die interaktiven

Stücke sind bearbeitet

für Kinder ab 2 Jahren und

dauern jeweils etwa 50 Minuten.

Reservierung empfohlen: marionettentheater-stromboli@

web.de / 0176 219 820 97

Cinderella & Stromboli Marionettentheater

zeigen Pettersson und Findus

Foto: Cinderellas & Strombolis Marionettentheater


Kunst KULTUR JOKER 9

James Ensor: „Der Tod und die Masken“, 1897

Foto: Liege Musee des beaux arts

Maler der Masken

Umfassende Einblicke in James Ensors Werk und Leben in der Sonderausstellung

„James Ensor“ in der Kunsthalle Mannheim

Die Masken weisen den Weg.

Im historischen Jugendstilgebäude

widmet die Kunsthalle

Mannheim James Ensor, dem

„Maler der Masken“, bis zum

3. Oktober eine Sonderausstellung.

Nicht ganz zufällig,

denn das Haus am Mannheimer

Friedrichsplatz hatte

1927 Ensors Gemälde „Der

Tod und die Masken“ gekauft

und dem belgischen Künstler

1928 schon einmal eine Einzelausstellung

ausgerichtet.

Den Nationalsozialisten galt

Ensors Kunst als „entartet“.

„Der Tod und die Masken“

wurde 1937 beschlagnahmt

und zwangsversteigert. Extra

für die Sonderausstellung ist

das Bild nach Mannheim zurückgekehrt.

In der Schau lernt man den

eigenwilligen James Ensor biografisch

und künstlerisch kennen.

Er wurde 1860 als Sohn

eines britisch-flämischen Ehepaars

im belgischen Ostende

geboren. Bis auf sein Studium

blieb er sein Leben lang im

Elternhaus. Andere Künstler

seiner Generation wollten

mindestens für einen Studienaufenthalt

nach Paris, um diese

Stadt und ihre Atmosphäre

in impressionistischen Farben

einzufangen. James Ensor

malte, zeichnete und radierte

Ostende und die Landschaft

um die belgische Hafenstadt.

Seine Radierungen sind filigrane

Miniaturkunstwerke.

Über zwei Stockwerke hinweg

erhält man einen umfassenden

Einblick in Ensors

Werk und auch in sein Leben.

Die Selbstbildnisse, Porträts

der Familienmitglieder und

Fotografien des Ateliers vermitteln

den Eindruck eines

bürgerlichen Lebens im 19.

Jahrhundert. Schwere Möbel,

durch Vorhänge abgedunkelte

Räume. Kein Wunder, dass

James Ensor Zeit seines Lebens

durch helle, verspielte,

manchmal kindhafte Grafiken

in eine Fantasiewelt wechselte.

Sein Vater war der Einzige,

der Ensors künstlerisches Talent

verstand und förderte. Den

Frauen der Familie wäre es

wohl lieber gewesen, er hätte

etwas „Vernünftiges“ gelernt

und den Souvenirladen weitergeführt.

Die Inspirationen aus dem

Souvenirladen seiner Eltern,

die Muscheln, die aus Asien

importierten Vasen, Fächer

und Figuren, entdeckt man in

Ensors Werk immer wieder.

Am deutlichsten in dem Ballett

„La gamme d’amour“, zu

Deutsch „Die Liebestonleiter“,

1922 uraufgeführt. Ensor entwarf

die Handlung, die Musik

und die Kostüme, die man auf

den 21 ausgestellten Lithografien

bewundern kann. Die

Muscheln und andere Gegenstände

aus dem Souvenirladen

von Brutonne und Grognelet

erwachen zum Leben und sorgen

dafür, dass sie der Hochzeit

ihrer Tochter Miamia mit

Fifrelin zustimmen. Ensor

schuf da eine eigene Welt aus

Elementen der Commedia

dell’arte, orientalischen Anleihen

und fantastischen Fabelwesen.

Eindrucksvoll sind James

Ensors Stillleben. Er verlieh

der niederländisch-flämischen

Tradition, Blumen, Gemüse

und tote Tiere in üppigen Farben

zu inszenieren, eine eigene

Dimension. „Die Austernesserin“

verkörpert sichtbar

den Genuss. Seine Darstellung

eines toten Rochen entwickelt

sich innerhalb von 12

Jahren von einer gelungenen

Abbildung zu einem Wesen

mit menschenähnlichen Zügen.

„Der tote Hahn“, von der

Kunsthalle Mannheim in den

1950er Jahren als Ersatz für

das zwangsversteigerte Gemälde

„Der Tod und die Masken“

erworben, rückt auch tatsächlich

den toten Hahn in den

Bildmittelpunkt. Im Hintergrund

ein weißes Tuch, hängt

der Hahn mit seinem farblich

perfekt getroffenen Gefieder

da, dass einem bewusst wird,

warum das Stillleben im Französischen

„Nature morte“

heißt, also „tote Natur“.

Der Tod ist ein prägendes

Thema, das sich über viele

Jahrzehnte durch James Ensors

Werk zieht. Er selbst stellte

sich auf einem Selbstporträt

mit einem Totenkopf dar. Seine

Eltern und seine Tante hat

Ensor gezeichnet bzw. gemalt,

als sie im Totenbett lagen. Das

klingt morbide, doch sieht

man den Bildern an, mit wie

viel Hingabe sie entstanden

sind. Hier zeigt sich die intensive

Auseinandersetzung des

Künstlers mit dem Tod, den er

für sich selbst in „Mein Porträt

im Jahre 1960“ durchgespielt

hat – da wäre Ensor Hundert

gewesen.

Der Tod trifft in Ensors Arbeiten

immer wieder auf das

andere große Thema, die Masken.

Dieses Sujet geht zurück

auf die große Karnevalstradition

in Ostende, die der Maler

ebenfalls im Bild eingefangen

hat. Zunehmend stehen die

Masken aber auch als Metapher

für die Kritiker, die Ensors

Arbeit nicht verstanden

haben, und auch für die Gesellschaft

allgemein. Nicht so

verzerrt und düster wie bei

Otto Dix, aber doch bewusst

überspitzt, tummeln sich allerlei

Masken im Großformat

in Ensors Bilderwelt. Aber sie

feiern nicht ungestört, der Tod

Clémence de Forceville,

Violine

Heiko Mathias Förster,

Dirigent

Philharmonie

Baden-Baden

Das Musikalische

Quintett – SWR 2

Igor Levit

Valery Gergiev

Münchner

Philharmoniker

Felix Klieser Trio

Lars Vogt, Klavier

Veronika Eberle,

Violine

Alban Gerhardt,

Violoncello

Claudio Vandelli, Dirigent

Würth Philharmonie

Infos unter

www.brahms-baden-baden.de

Tickets beim Ticketservice

und im Festspielhaus

BRAHMSTAGE

24. – 26.9.2021

Brahmsgesellschaft Baden-Baden e.V.

Unser

Kulturpartner

ist nicht fern. Er erscheint in

Gestalt kleiner, fliegender Sensenmänner

im Hintergrund. In

„Der Tod und die Masken“

mischt er sich unter die Feiernden

und steht mit breitem

Grinsen im Mittelpunkt. Das

ist aber nicht in dunkle Farben

gehüllt, sondern in strahlendes

Weiß, Himmelblau und leuchtendes

Rot.

Während das Spätwerk

anderer Künstler oft düster

wird, werden die späten Stillleben

bei Ensor immer leichter,

heller, luftiger. Selbst die

Wahrnehmung, dass die eigene

Lebenszeit abläuft, dargestellt

durch die alte Uhr, wirkt

keineswegs resigniert. An der

Seite locken tanzende Frauengestalten

als wollten sie sagen:

Tod, wo ist dein Stachel?

„James Ensor“, Kunsthalle

Mannheim, Friedrichsplatz 4.

Di, Do-So 10-18h, Mi 10-20h,

Eintritt 12€, erm. 10€, Abendkarte

8€, jeden 1. Mittwoch

im Monat von 18-22h freier

Eintritt, www.kuma.art. Bis 3.

Oktober 2021

Nike Luber

28. Brahmstage Baden-Baden


Camille Pissarro, Femme au fichu vert, 1893 Musée d’Orsay, Paris © Foto: RMN-Grand Palais, Franck Raux


kunst KULTUR JOKER 11

Politischer Sprengstoff in idyllischen Landschaftsaufnahmen

Die Ausstellung „State and Nature“ in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zeigt multinationale Künstler*innen

Cengiz Tekin, „Pastorale Sinfonie“, 2021

Schon im Foyer wird man

mit fanfarenartigen Klängen

empfangen. Die Staatliche

Kunsthalle Baden-Baden verfolgt

in der neuen Ausstellung

„State and Nature“ einen umfassenden

Ansatz. „Staat und

Natur“ kann sich auch in Klanginstallationen

äußern, ob ein

Lautsprecher das Rauschen der

Oos gegenüber der Kunsthalle

© Cengiz Tekin

verstärkt oder der Schofar, ein

traditionelles israelisches Blasinstrument,

das normalerweise

den Rabbinern an Yom Kippur

vorbehalten ist, für die Schau

von einer Musikerin gespielt

wurde. Viele der vom Kunsthallenteam

unter dem Direktorenduo

CaglaIlk und Misal

Adnan Yildiz kuratierten

Ausstellungsobjekte sind ausgesprochen

hintergründig. Im

großen Saal der Kunsthalle

treibt ein besonderer Baum

seine Blätter aus. Die Künstlerin

Neda Saeedi hat Blätter

von verschiedenen Baumarten

hinter Glas gepresst und

sie rundherum oben an einem

Metallgerüst aufgehängt. Man

meint, in „Two Shades of

Green“ in diesen Blättern blättern

zu können. In einer Reihe

von Vitrinen hat Saeedi kleine

grüne Silikonwesen in Kugeln

gesetzt. Allerdings rieseln keine

Schneeflocken, wenn man

die Kugeln umdreht. Dafür offenbart

ein näheres Hinsehen

die Fantasie der iranischen

Künstlerin.

Tradition trifft auf Zeitgenössisches.

Eingestreut

sind Ölgemälde von Andreas

Achenbach, der im 19. Jahrhundert

die Kraft der Natur in

der Abbildung von nordischen

Wildbächen und Wasserfällen

feierte. Einen starken Kontrast

dazu stellen die Abbildungen

modernster Technik dar, die

„Robodynamische Diffusion

RDD“ zum Beispiel. Oder das

Modell einer Auslieferungsdrohne

von Amazon, für die

bereits ein Patent erteilt wurde.

Der Mensch macht sich

die Natur untertan (bis sie in

Form von Katastrophen die

Machtverhältnisse umkehrt)

und nutzt sie für seine Zwecke,

wie in den gigantischen Staudammprojekten,

denen historische

Siedlungen zum Opfer

fielen. Cengiz Tekins Videoinstallation

„Pastorale Sinfonie“

erinnert daran.

Scheinbar harmlose, idyllische

Landschaftsaufnahmen

enthalten politischen Sprengstoff.

Die Fotoserie „Flamingo

Theatre“ von Stelios Kallinikou

zeigt den türkisch besetzten

Teil Zyperns, fernab von Touristenzielen.

Mahmut Celayir

weist in seinen Fotografien auf

den andauernden Bürgerkrieg

in den Siedlungsgebieten der

Kurden hin. Was einst „Die

Straße des Königs“ war, liegt

heute verlassen. Und die eigens

für die Ausstellung gemalten

Blätter, die sich im Foyer um

die Anfänge der Kunsthallen-

Chronik schlängeln, verweisen

auf eine Heilpflanze, die wegen

dieses Krieges nicht mehr

geerntet werden kann.

Man kann auch einfach die

Schönheit von Natur ins rechte

Licht rücken, wie es Simone

Demandt mit den Fotografien

unterschiedlicher Wurzeln tut.

Oder ein überdimensioniertes,

angebranntes Streichholz in

den Raum stellen (Henkrik

Olesen nach Claes Oldenburg).

Oder in ganz feinen,

zarten Wandzeichnungen von

einer anderen, besseren Welt

träumen („World Society of

Volunteers“, Alfredo Ceibal).

Die Vielfalt dieser Ausstellung

kennt keine Grenzen, weshalb

sie sich über die Räume der

Kunsthalle hinaus in den umgebenden

Park und in die Stadt

hinein ausdehnt.

In der Plakataktion „Resurrection

I-II“ spielt Yael Bartana

mit dem Motiv des Hasen,

bestens bekannt seit Dürer. Die

Künstlerin zeigt sich mit halb

verhülltem Gesicht und einem

lebenden Hasen auf dem Arm.

Weitere Kunstwerke finden

sich in leer stehenden Läden in

der Innenstadt – gute Adressen

sind die Luisenstraße 24, die

Sophienstraße 22 und die Lichtentaler

Straße 16. Bis zum 31.

Oktober finden sich hier, in

der Lichtentaler Allee und natürlich

in der Kunsthalle selbst

viele zum eigenen Denken anregende

Beiträge einer multinationalen

Künstlerschar, was

den eigenen Blick weitet.

„State and Nature“, Staatliche

Kunsthalle Baden-Baden, Di-

So 10-18 Uhr, Fr freier Eintritt,

www.kunsthalle-badenbaden.de.

Bis 31. Oktober 2021

Nike Luber

Schwedisches

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grüner Seele

HERBST 2021

Jan St. Werner, „Encourage the Stream“, 2021, Soundinstallation

© Jan St. Werner

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12 KULTUR JOKER KUnst

Christo & Jeanne-Claude – ungewohnte Sinneserfahrungen

Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris und Ausstellung im Musée Wurth Erstein

„Schwarz | Weiß“ lautet der Titel

der Ausstellung, bei der Künstlerinnen

der GEDOK Berlin im

Rahmen eines Austauschs zu Gast

sind bei der GEDOK Freiburg in

der Künstlerwerkstatt Freiburg (Lameystraße

6). Gezeigt werden Fotografie

und Grafik, die das Thema

aus unterschiedlichen Blickwinkeln

beleuchten.

Die Ausdruckskraft und der kommunizierende

Aspekt der Körpersprache

steht im Mittelpunkt Heike

Franziska Bartschs szenischen

Foto- und Zeichenarbeiten. Eine

Hommage an Arno Fischer zeigt

Aenne Burghardt, gedruckt von 18

analogen s/w Fotografien auf Tapete.

In den Grafiken von Karin

Jan Peter Tripp

centrales&occasionelles

Kunstkreis Radbrunnen Breisach

Radbrunnenallee 9

12.9. - 17.10.2021

Eröffnung So. 12.9. 2021 11.30 h

Die letzten Vorbereitungen

laufen, in Paris wird der Arc de

Triomphe verhüllt: 25.000 Quadratmeter

blau-silberner Stoff

sowie rotes Seil waren schon in

Zusammenarbeit mit dem Centre

Pompidou präpariert worden,

als Christo im Mai 2020

verstarb. Aber nun wird das

Kunstprojekt posthum zu seinen

Ehren stattfinden und das

französische Wahrzeichen vom

18. September bis 3. Oktober

2021 in ein neues Licht setzen.

Ästhetische Erfahrung ermöglichen,

die schließlich Voraussetzung

für Bewusstsein

und sensibles Denken ist, darf

als Hauptanliegen des Künstlerpaares

Christo (1935-2020) &

Jeanne-Claude (1935-2009) gelten.

Seit den 1960er Jahren wurde

das Duo durch außerordentliche

Kunstaktionen bekannt, etwa

mit dem „Running Fence“ (rund

vierzig Kilometer Stoffbahnen

durch Kaliforniens Landschaft),

den „Surrounded Islands“ (elf

Inseln vor Miami mit rosarotem

Stoff umsäumt) oder den siebentausend

„Golden Gates“, die den

Besucher im New Yorker Central

Park kilometerlang durch Tore

mit wehenden safranfarbenen

Stoffbahnen flanieren ließen;

Publikumsmagneten waren des

Weiteren der 1995 mit feuerfestem

Gewebe eingekleidete

Berliner Reichstag, die „Wrapped

Trees“ in Riehen und die

„Floating Piers“ am Lago Iseo.

Das künstlerische Verfahren

von Christo & Jeanne-Claude

macht Landschaften, Gegenstände

und Gebäude neu wahrnehmbar,

will zu deren Wirklichkeit

führen; es umfasst Elemente von

Malerei, Skulptur, Architektur

und Environment-Art und bezieht

stets das Wechselspiel zwischen

Material und natürlichem

Kontext ein. So entstehen etwa

durch textile Falten, die Wind

und Sonne, Licht- und Bewegungseffekte

aufnehmen, subtile

Formen, ja phänomenale Bilder.

Obwohl diese Kunstwerke erheblichen

Aufwand verlangen,

an dem stets hunderte Menschen

mitwirken, betonen sie

das Transitorische und zeitlich

Begrenzte; meist bleiben sie nur

vierzehn Tage. Die Vision des

Künstlerpaars lautet: „Alle unsere

Werke besitzen eine sehr

ausgeprägte nomadische Qualität

(…) Niemand kann diese Projekte

kaufen (…). Unser Werk handelt

von der Freiheit, und Freiheit ist

der Feind allen Besitzanspruchs,

und Besitz ist gleichbedeutend

mit Dauer.“ An den Ereignissen

können die Besucher kostenlos

teilnehmen, der Entstehungsund

Rezeptionsprozess gelten

als das eigentliche Kunstwerk.

Dauerhaft erhalten bleiben

Zeichnungen, Fotos, Collagen

Fotografie und Grafik

Dammers dienen Gegensätze der

Orientierung und suchen nach unsichtbaren

Verbindungen zwischen

Natur und Technik. Chris Firchow

wird eine Auswahl an Fotos aus

der Serie „Biosphere2“ zeigen, ein

Fotoprojekt, welches während eines

Stipendiums in Arizona 2003 entstanden

ist.

Jeanne Fredacs vielseitiges Werk

bricht freiwillig mit künstlerischen

Kategorien. Sie schafft figurative

und abstrakte Werke. Für Hyune-He

Fischer sind Tusche und Papier sehr

vertrautes Material.

Elfi Greb thematisiert in ihren

Fotografien das Überwinden von

Grenzen hin zu neuen freiheitlicheren

und solidarischen Wegen.

Bitte informieren Sie sich über die aktuelle Situation

auf unserer Website: www.kunstkreis-radbrunnen.de

und Editionen; besonders wertvoll

sind hier kleinformatige

Montagen, die den geographischen

Ort eines Projekts im Vorfeld

skizzieren, auch mit Modellen

aus Papier, die fotografisch

und malerisch bearbeitet wurden.

Eine beträchtliche Anzahl solch

kostbarer „Relikte“ veranschaulicht

derzeit im Musée Wurth

in Erstein die künstlerische

Entwicklung und Arbeitsweise

von Christo & Jeanne-Claude.

An diesen zeigt sich u.a., dass

Christo ein hinreißender Zeichner

ist; anfangs verkleidete er

vor allem Alltagsgegenstände

mit Papier und Gewebe, bevor

er im Duo mit Jeanne-Claude

Aktionen im öffentlichen Raum

realisierte, wovon jede ein Abenteuer

und ein farblich prägnanter

Eyecatcher war. Ein Katalog

(Swiridoff Verlag), der die Schau

begleitet, ruft in Erinnerung,

wie Christo & Jeanne-Claude

unseren Horizont erweitert haben

– als Vorgeschmack auf die

bevorstehende Verhüllung des

geschichtsträchtigen Triumphbogens

an der Place de l‘Étoile.

Christo & Jeanne-Claude.

Musée Wurth Erstein. F – 67158

Erstein. Di – Sa 10 – 17, So 10-18

Uhr. Bis 20. Oktober 2021

Cornelia Frenkel

GEDOK Berlin zu Gast bei der GEDOK Freiburg

Grundlage von Karin Salentins Nebelfiguren

sind Frauenkörper aus

Modekatalogen und Werbeanzeigen,

die sie demontiert und fragmentiert

und in skulptural-surreale Wesen

verwandelt. Ein Papierschnipsel auf

Christo & Jeanne-Claude verhüllten den Reichstag in Berlin,

Modell aus der Sammlung Würth

© Philipp Schönborn, München - © Christo

Verhüllung des Pont Neuf in Paris, 1985

Fotografie von Wolfgang Volz, Sammlung Würth © Wolfgang Volz - © Christo

dem Boden bringt heiße Gedanken,

so Sonia Wohlfarth Steinert.

Die Vernissage findet am 3. September,

19 Uhr statt. Die Ausstellung

in der Künstlerwerkstatt in

Freiburg, Lameystraße 6, ist donnerstags

und freitags von 16 bis 19

Uhr, samstags von 11 bis 17 Uhr

geöffnet. Am Freitag, 17.09., 18

bis 21 Uhr (Nocturne). 03.09. bis

02.10.2021.

Jeanne Fredac: „Ma Chambre“ © GEDOK Freiburg | GEDOK Berlin


KUnst KULTUR JOKER 13

Erster Aufbruch in die Moderne

Ausstellung des BBK zu Georg Büchners „Lenz“ im Kulturwerk T66 in Freiburg

Nach der Französischen Revolution

dauerte es, bis die

neue Epoche mit etablierter

bürgerlicher Klasse sich durchzusetzen

vermochte. Manche

nehmen die Julirevolution 1830

in Anschlag, andere den Vormärz

in Deutschland oder die

Nationalversammlung in der

Frankfurter Paulskirche 1848.

Aber hernach folgten Rückschläge

und ‚Verzögerungen‘

des Fortschritts: die konkurrierenden

europäischen Nationalstaaten,

Kolonialismus und

Kriege, Monarchien, Kaisertum

und Zarenherrschaft, Unterdrückung

der Frauen – alles

fernab von ‚Fraternité‘ und

‚Égalité‘. Das Tor zur Moderne

wurde erst zwei Generationen

später aufgestoßen, in den

Künsten verbunden mit Namen

wie: Auguste Rodin, Rainer

Maria Rilke, Gottfried Benn,

Georges Braque, dem frühen

Picasso und Anderen – um die

Wende zum 20. Jahrhundert.

Der BBK-Südbaden schrieb

jetzt in der zehnten Auflage

seiner Reihe „Kunst und Literatur“

einen schwierigen Text

aus: Georg Büchners Erzählung

„Lenz“ – früher einmal

Schullektüre. Bezugspunkt

ist der Dichter Jakob Michael

Reinhold Lenz (geb. 1751), der

sich gegen den pietistischen

Vater stellte, literarisch zu reüssieren

versuchte, von Goethe

und Anderen protegiert

wurde, in Emmendingen und

im Elsass sich irrend umhertrieb

und scheiterte, endend

im Suizid-Wunsch. Ihm setzte

Büchner mit seiner Erzählung

(1839) ein Denkmal – und

nahm es zum Credo für bürgerliches

Auflehnen gegen die

Konvention. „Müdigkeit spürte

er keine, nur war es ihm

manchmal unangenehm, dass

er nicht auf dem Kopf gehen

konnte“, heißt es im Text.

Die Jury wählte Arbeiten

folgender Künstler*innen

aus: Waltraud Brügel, Jürgen

Giersch, Andrea Hess, Klaus

Hietkamp, Michaela Höhlein-

Dolde, Dieter Maertens, Claudia

Michel, Ludwig Quaas,

Doris Ruch-Hummel, Marja

Scholten Reniers, Konrad

Wallmeier, Ulrike Weiss, Elisabeth

Zeller.

Der Blick vorab zeigt, kein

Wunder angesichts des Stoffs,

viel Grau(s)es und Dunkles

in den Beiträgen. Eher weniger

Zukunftsperspektive. Herausstechen

die keramische

Zwitter-Skulptur von Ludwig

Quaas (geb. 1945), das Lichtobjekt

„Innenansicht“ von

Konrad Wallmeier (geb. 1960)

und vor allem die Textilarbeit

„Leisesrot“ von Marja Scholten-Reniers

(geb. 1957). Die

Niederländerin präsentiert,

als Einzige, eine komplett

abstrakte Antwort: offenbar

der einzige Ausweg aus

dem Dilemma, fast ein rückprojizierter

Vorgriff auf die

Quadrate des Suprematisten

Majakowski – wie geistreich.

Gestickt ist das, man erkennt

die Struktur der handwerklichen

Herstellung– als hätte

Lenz das in den abgelegenen

Tälern der Vogesen bei den

Landfrauen dort sehen können.

Das Projekt war für den Winter

2020 geplant, da hätte es

jahreszeitlich auch besser gepasst.

Ersonnen war es schon

vor der Pandemie – welche

Weitsicht! Es sprach offenbar

die Stimmung der Krise

und des (möglichen) Epochenumbruchs

dann doch die

Künstler*innen an, denn bei

keiner Auflage der Serie zuvor

gab es so zahlreiche Einsendungen.

Gelungen ist das also,

vielleicht ein wenig verkopft.

Für die Zukunft wünscht man

sich eine frechere, am Ende

Marja Scholten-Reniers: „Leisesrot“, Stickerei auf Baumwolle,

40 x 40 cm (2021).

vielleicht optimistischere Text-

Vorlage. Auch um Jüngere zur

Beteiligung zu animieren.Der

Besuch lohnt gleichwohl sehr.

„Kunst und Literatur 10:

Ausgewählte Arbeiten zum

Thema „Georg Büchner:

Lenz“ Vernissage: 19. September,

17 Uhr, mit Einführung

der Kunsthistorikerin Antje

Lechleiter, begleitet durch eine

Lesung des Schauspielers Ullo

von Peinen. Kulturwerk T 66,

Talstr. 66, Freiburg, Do, Fr,

Sa 14–18 Uhr, und nach Vereinbarung.

17. September bis

16. Oktober 2021. Eintritt frei.

Martin Flashar


14 KULTUR JOKER Kunst

Beziehungen stiften

Das Museum Haus Konstruktiv widmet Dóra

Maurer eine Retrospektive

Die Mathematik an sich sei für

sie nicht interessant, sagt Dóra

Maurer in einem Gespräch mit

Sabine Schaschl. Nur, wenn sie

Beziehung zwischen Objekten

beschreibe. Für eine konkrete

Künstlerin ist dies immer noch

eine ungewöhnliche Aussage.

Sieht man im Museum Haus Konstruktiv

etwa ihren Film „Proportions“,

in dem sie ein Stück Stoff

in immer kleinere Einheiten faltet,

zeigt sich diese Haltung darin,

wie charmant ungenau und

unordentlich der Packen Stoff am

Ende aussieht. Unter dem Titel

„Minimal Movements, Shifts,

1970-2020“ richtet das Zürcher

Museum der 1937 in Budapest

geborenen Künstlerin die erste

Retrospektive in der Schweiz

aus. Sie zeigt Druckgrafiken,

Fotografien, Filme und Malerei.

Die Ausstellung passt in das von

Sabine Schaschl geleitete Haus,

dessen Programm selbst nicht auf

den Gesetzen der Mathematik gegründet

ist.

Das halbe Jahrhundert, auf das

die Schau zurückblickt, war ereignisreich,

insbesondere wenn

man im Ostblock lebte. Ein Jahr

nachdem Dóra Maurer 1955 ihr

Studium an der Ungarischen

Akademie der Bildenden Künste

in Budapest aufgenommen hatte,

kam es zum Volksaufstand. 1967

Ausstellungsansicht Dóra Maurer im Museum Haus Konstruktiv, 2021

lernt sie in Wien den Exil-Ungarn

Tibor Gáyor kennen, sie heiraten,

was Maurer ermöglicht zwischen

der österreichischen und der ungarischen

Hauptstadt zu pendeln.

Sie bewegt sich in einer Künstlergruppe,

die offener war als es die

offizielle Kulturpolitik vorsah.

Maurer ging in ihren frühen Arbeiten,

auf eine für die konkrete

Kunst ungewöhnliche Art, von

körperlichen Erfahrungen aus.

So misst sie für einen Film mit

ihrem Körper eine Papierbahn

aus. Die Idee dazu kam ihr durch

die Markierungen in der Budapester

U-Bahn. Wie sie das Gehen

auf der Papierbahn umsetzt, hat

etwas Spielerisches. Es ist eine

dieser minimalen Bewegungen

des Ausstellungstitels, die sich

auch in anderen Arbeiten findet.

Oft haben diese sogar einen politischen

Hintergrund. Insofern

sie propagandistisch Instrumentalisiertes

wie etwa der Marsch

bei der 1. Mai-Feier in einen privaten

Kontext überführt. So sieht

man in der fünfteiligen Fotoserie

„KVs 1st of May Parade on Artificial

Ground“ aus dem Jahr 1971,

wie Vera Komarik über eine

Platte läuft, die mit zerknüllten

Zeitungen präpariert ist. Was als

Massenereignis inszeniert wird,

ist hier ein fast intimes Ereignis

– auf einer formalen Ebene wandelt

sie die Druckgrafik, die durch

ihre Reproduzierbarkeit charakterisiert

ist, in einen einzelnen

Druck um.

Oft beruhen Dóra Maurers

Werke auf einem experimentalen

Aufbau, der leicht verschoben

wird. Für die „Schautafel 3“ hat

sie aus Venedig mitgebrachten

Sand zusammen mit Stroh auf

eine Bildfläche fallen lassen und

das Material dort belassen, in

einem zweiten Schritt zog Dóra

Maurer mit Fäden ein Raster ein,

das eine Vergleichbarkeit von

Kästchen zu Kästchen erlaubte.

Die Freiheit Maurers im Umgang

mit Regeln zeigt sich auch in ihren

Malereien, die – auch hier

weicht sie von der klassischen

konkreten Kunst ab – einen

räumlichen Eindruck simulieren.

1983 bemalt sie das Turmzimmer

von Schloss Buchberg für „Space

Painting Buchberg“ so, dass die

Farbbahnen der Architektur folgen.

Im oberen Ausstellungsraum

des Museum Haus Konstruktiv

sieht man Arbeiten, die diese Dynamik

auf die Wand übertragen.

Foto: Stefan Altenburger

Ausgehend von der Auseinandersetzung

mit Farbflächen und der

Überlagerung von Schichten ist

hier eine Malerei entstanden, die

verstehen lässt, warum Maurer

derart einflussreich für eine jüngere

Generation von Kunstschaffenden

geworden ist.

Dóra Maurer, Minimal Movements,

Shifts, 1970-2020. Museum

Haus Konstruktiv, Selnaustr.

25, Zürich. Di, Do bis So 11 bis

17 Uhr, Mi 11 bis 20 Uhr. Bis 12.

September 2021.

Annette Hoffmann

Von der Antike bis heute – queeres Europa

Das Einkaufszentrum Schwarzwald City in Freiburg präsentiert vom 3. bis 25. September die Ausstellung „We are part

oft culture – Queeres Europa“ zusammen mit der Sonderausstellung „Sichtbar in Freiburg“ von FLUSS e. V.

Die Kunstausstellung „We are

part of culture“ (WAPOC) zeigt

über 30 LSBTTIQ*-Persönlichkeiten

von der Antike bis heute,

welche die europäische Gesellschaft

und unsere Kultur nachhaltig

geprägt haben. Die Portraits

der Persönlichkeiten wurden von

30 JAHRE:

SULZBURG

LAUFENER

ATELIERTAGE

2./3. OKTOBER 2021

11 – 18 UHR

national und international bekannten

Künstler*innen speziell

für die WAPOC geschaffen.

Vielfalt, Sichtbarkeit, Aufklärung

und Lebenswerke queerer

Menschen stehen im Mittelpunkt

der Ausstellung. Verfolgung, Ermordung,

Ausgrenzung, Mobbing

und Diskriminierung charakterisieren

bis heute die weltweite

Lage von gleichgeschlechtlich

liebenden Menschen und

Menschen mit einer geschlechtlichen

Thematik. Immer wieder

werden LSBTTIQ* Opfer von

physischer und psychischer Gewalt.

Die Aufarbeitung der Verbrechen,

die Sichtbarmachung

der Nicht-Gleichbehandlung sowie

den Opfern ein Gesicht und

ihrer Geschichte Raum zu geben,

ist enorm wichtig im Kampf um

Gleichberechtigung, Akzeptanz

und Respekt. Und doch ist diese

Fokussierung einseitig und weißt

LSBTTIQ* eine Rolle, eine Haltung

zu: die des Opfers. Das Projekt

100% MENSCH hat es sich

zur Aufgabe gemacht, dieses Bild

zu erweitern und klarzustellen:

Wir sind mehr als Opfer! Wir haben

diese Gesellschaft, diese Kultur

aktiv und positiv mitgestaltet.

Wir haben Geschichte geschrieben:

„We are part of culture“!

„We are part of culture“ wurde

2017 - 2019 vom Bundesministerium

für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend im Rahmen

des Bundesprogramms „Demokratie

leben!“ sowie der Bundeszentrale

für politische Bildung

gefördert. Seit 2019 ist die Ausstellung

im In- und Ausland in

Städten, Firmen und Behörden

zu sehen.

Ebenfalls vom 3. bis 25. September

erzählen in der Schwarzwald

City ausgestellte Portraits

aus dem Projekt „Sichtbar in

Ein Blick auf die Banner der Ausstellung

Freiburg“ des Freiburger Vereins

FLUSS e. V. von queeren Menschen

in Freiburg.

„We are part of culture –

Queeres Europa“ und “Sichtbar

in Freiburg”. Einkaufszentrum

Schwarzwaldcity Freiburg.

Geöffnet zu den Geschäftszeiten.

Weitere Infos: www.

schwarzwald-city.de. 03.09. bis

25.09.2021

Foto: Projekt 100% MENSCH


KUnst KULTUR JOKER 15

Kunst, die von Weißen gesehen werden muss

Das Kunstmuseum Basel zeigt Papierarbeiten von Kara Walker

Wer Kara Walkers Ausstellung

„A Black Hole is

Everything a Star Longs to Be“

durch den Verbindungstrakt

zwischen Alt- und Neubau des

Kunstmuseums Basels betritt,

kommt noch vor dem eigentlichen

Entree der Einzelschau

an einigen alten Bekannten vorbei.

Denn Rassismus hat derart

die Gesellschaft infiltriert, dass

nichts unschuldig erscheinen

mag. Weder der Roman „Vom

Winde verweht“ noch der Film

„Driving Miss Daisy“ und erst

recht nicht „Harper’s Pictorial

History of the Civil War“. Andersherum

gibt es wiederum

nichts, dass Kara Walker nicht

geeignet schiene, die dominante

Narration durch die Geschichte

der Afroamerikaner zu korrigieren.

Und so überzeichnet

Walker Buchseiten mit den Silhouetten

schwarzer Menschen

und fügt so in die bebilderte

Geschichte des Bürgerkriegs

Sklaverei und Rassentrennung

ein. Es ist die Seite der Geschichte,

die fehlt, bzw. die, so

der Titel einer ihrer Arbeiten,

Kunst sei, die nur von schwarzen

Menschen gesehen werden

könne: „Art which is only

visible to black people“. Blatt

an Blatt kann man im Gang an

diesen Zeichnungen, die oftmals

wie Kommentare wirken,

vorbeigehen und sich mit dieser

Kara Walker in ihrem Studio, 2019

© Photo Ari Marcopoulos

Charakter hat, steht es doch für

real geschehenes Elend.

Die großformatigen Bilder,

die es in dieser Ausstellung

auch gibt, sind dem ehemaligen

Präsidenten Barack Obama gewidmet.

Mit „Barack Obama

as ‚an African‘ with a Fat Pig

(by Kara Walker)“, „Barack

Obama as Othello ‚The Moor‘

With the Severed Head of Iago

in a New and Revised Ending

by Kara E. Walker“ oder „Barack

Obama Tormented Saint

Anthony Putting up With the

Whole ‚Birther Conspiracy‘‘“

zeigt sie einige der geradezu

prismatischen Zuschreibungen

auf, mit denen der Politiker

konfrontiert war. Othello, ein

afrikanischer Herrscher, der

heilige Antonius, der sich mit

der Verschwörungstheorie über

seinen vermeintlichen Geburtsort

herumschlagen muss. Walker

greift hier auf Shakespeare

und einen Holzschnitt Martin

Schongauers zurück. Und doch

– so will es wohl die Dialektik

– bleibt es nicht aus, dass Obama

inmitten der Darstellungen

von Unterdrückung und Gewalt

messianische Züge bekommt

Kara Walker, A Black Hole is

Everything a Star longs to Be.

Kunstmuseum Basel Neubau,

St. Alban-Graben 8, Basel.

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18

Uhr, Mittwoch 10 bis 20 Uhr.

Bis 26. September 2021.

Annette Hoffmann

Kara Walker: Untitled, 2016

Fülle auf das einstimmen, was

kommt.

Eine „Ausgrabung“ hat die

1969 geborene amerikanische

Künstlerin das Konvolut an

Private Archive Kara Walker © Kara Walker

Papierarbeiten genannt, das

ihr Archiv freigab. Es ist das

erste Mal, dass Walker es geöffnet

hat. Bislang haben sie

ihre größeren Arbeiten eher

begleitet. Wüsste man nicht,

dass Kara Walkers Werk nichts

an Deutlichkeit zu wünschen

lässt, könnte man glauben,

die Künstlerin würde sie als

Teufelsaustreibung einsetzen,

doch bei Walker ist der Rassismus

ein allgegenwärtiger

Teufel. Nicht nur in der amerikanischen,

von Weißen dominierten

Gesellschaft. Kara Walker

entgeht dabei keine noch

so banale Lebensmittelverpackung,

kein kanonischer Roman,

kein Film. Stereotypische

Darstellungen Afroamerikaner

finden sich immer noch in der

populären Kultur. Und was

für die Betrachterinnen und

Betrachter womöglich noch

schwieriger ist als das gezeichnete

Leid, ist, dass Kara Walker

die Klischees der Pickaninnys

und Sambos reproduziert. Gut

600 Werke sind in den letzten

drei Jahrzehnten entstanden.

Sie werden in Gruppen an der

Wand gehängt gezeigt oder in

Vitrinen. Sie berichten von gesellschaftlichem

Ausschluss,

von Vergewaltigungen, Folter

und Tod. Jedem Blatt zumindest

seine Aufmerksamkeit zu

geben, wird da zu einer moralischen

Haltung. Denn wenn es

auch keinen dokumentarischen

20210806_rz_WAPOC_AZ_90x130.indd 1 06.08.21 15:16


16 KULTUR JOKER kunst

Hexenverfolgung und Justizwesen

Die Dauerausstellung des Museums für Stadtgeschichte in Breisach

wurde mit einer neuen Abteilung erweitert

„Auf den Spuren von Hexenverfolgung

und des Justizwesens

vergangener Zeiten. Hexen,

Henker, arme Sünder“, so

lautet die neu konzipierte Abteilung

der Dauerausstellung

im Museum für Stadtgeschichte

in Breisach. Hierbei wird ein

wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte

beleuchtet, dass mit

zahlreichen erstmals gezeigten

Bildern, Dokumenten und Objekten

die Besuchenden das

Thema der städtischen Gerichtsbarkeit

hautnah erfahren

lässt. Geboten werden Einblicke

in die Geschichte der

Hexenverfolgung im 16./17.

Jahrhundert, dem damit verbundenen

Aberglauben und

weiterer diverser Arten von

Straftaten, die erstmalig so in

einer Museumspräsentation

gezeigt werden.

Seit fast 30 Jahren lockt das

Museum Besuchende aus Nah

Pittoreske Schwarzwaldhöfe

Albi Maiers jährliche Ateliersöffnung im ehemaligen Fernsehturm auf dem Feldberg

Idyllische Schwarzwaldhöfe,

die sich wie Ruhepole in flächigbetonter

Farbigkeit auf den Leinwänden

verewigen. Am 2. und 3.

Oktober werden die neuesten Arbeiten

von Albi Maier in seinem

OFFENE

ATELIERS

Vogtsburg im Kaiserstuhl

und Fern in die Dauerausstellung,

die die rund 4000 Jahre

alte Stadt- und Siedlungsgeschichte

der Oberrheinstadt

präsentiert. Beherbergt

wird das Museum in dem um

1678 erbauten Rheintor und

setzt mittels des barocken

Baustils einen historischen

Meilenstein. Mit zahlreich

wechselnden Sonderausstellungen

werden Themen der

Stadtgeschichte des 19. und

20. Jahrhundert veranschaulicht

und in einer Vielzahl an

Exponaten, archäologische

Funde, erläuternde Texte, Bilder,

Dokumente und Modelle

erfahrbar gemacht. Bekannt

als keltischer Fürstensitz und

römisches Kastell mit Prätorium,

versprüht die kleine Stadt

mittelalterlichen Charme. Forschungspunkte

wie das beeindruckende

Münster, Klöster,

Markt- Brücken- und Münzrecht

stellen dabei prägende

Geschichtsmonumente dar.

Im 17. und 18. Jahrhundert

war das vorderöstereichische

Breisach als Festungsstadt

Jahrzehnte lang französisch

unter König Ludwig XIV. Die

beinahe vollständige Zerstörung

der badischen Amtsstadt

ereignete sich gleich zweimal:

1793 durch das französische

Bombardement und 1945 nach

dem zweiten Weltkrieg. Seit

der Europa-Abstimmung von

1950 vor Ort, gilt Breisach bis

heute als Europastadt, die mit

relevanter und symbolhafter

Vorreiterfunktion einer europäischen

Einigung von Bedeutung

ist.

Neben historischer Wissensvermittlung

wird Besuchenden

mit Aktionen eine Zeitreise ermöglicht:

Frühgeschichtliche

Arten Getreide zu mahlen,

das Ausprobieren römischer

Atelier im ehemaligen Fernsehturm

auf dem Feldberg gezeigt.

Auch dieses Jahr werden die

Bildwerke facettenreich in zahlreichen

Farbnuancen zum Ausdruck

gebracht. Bei der Bildentstehung

lässt sich der Künstler

nicht nur von erdbetonten Farben

leiten, sondern folgt einem analytischen

Denken. Dabei beginnt

er den malerischen Prozess zu

visualisieren, indem er sich die

Farben einzeln vorstellt. Auf monochromen

Tafeln werden grünliches

Weiß und cremefarbene

Töne aufgetragen. Danach folgen

Übermalungen um die Schwarzwaldhöfe

herum, die zum Ende

die atmosphärische Sanftheit

betonen. Seit nunmehr 15 Jahren

präsentiert der in Lenzkirch

geborene Künstler in seinem

Atelier in der vierten Etage des

ehemaligen Fernsehturms seine

Der historische Eingang zum Museum für Stadtgeschichte

Foto: Museum für Stadtgeschichte Breisach

Spiele und alemannischer Verkleidung.

Für Kinder findet

sich eine Spiel- und Leseecke.

Das im Haus befindliche Museumsstüble

mit Freiterrasse

am schönen Schwanenweiher

lädt mit regionaler Küche zum

Verweilen ein.

Schwarzwaldhof-Abbildungen.

Beeinflusst durch Wetter- und

Stimmungsstudien werden die

Bildwerke in eine zauberhafte

Atmosphäre eingetaucht. Dabei

sind nicht nur die Farbschemas

der Exponate von beachtender

Vielfältigkeit, sondern verdeutlichen

auch einen weit tieferen

Sinn: Die tiefgehende Verbundenheit

des Künstlers mit der

Region.

Sein Atelier im Fernsehturm

auf knapp 1500 Metern Höhe

dient der Inspiration und Bildfindung.

Die fertigen malerischen

Resultate entstehen dabei in

drei- und vierteiligen Arbeiten.

Museum für Stadtgeschichte

in Breisach. Münsterplatz 1.

Geöffnet: Dienstag bis Freitag

14-17 Uhr, Samstag, Sonn- und

Feiertag 11:30-17 Uhr.

Wem also der Aufstieg auf den

Feldberg nicht viel Mühe bereitet,

ist herzlichst eingeladen, die

Ausstellung zu besuchen und

sich Albi Maiers Impressionen

des Schwarzwaldes zu veranschaulichen.

Von dem Parkhaus

am Seebuck ist der Turm zu Fuß

(ca. 40 min.) oder mit der Feldbergbahn

zu erreichen.

2. + 3.10.2021 im ehemaligen

Fernsehturm auf dem Feldberg,

vierte Etage. Eintritt zum Ausstellungsturm

frei. Jeweils von

11 – 17 Uhr. Bitte beachten Sie

die geltenden Corona-Regeln.

Weitere Infos: albi-maier.de

Samstag 2. Oktober 14 – 18 Uhr

Sonntag 3. Oktober 11 – 18 Uhr

Vernissage „SEIN oder SCHEIN“

Freitag 1. Oktober 2019, 19 Uhr

im „Wachthüsli“, Bachstr. 1, Oberrotweil

www.offene-ateliers-vogtsburg.de

www.facebook.com/offeneateliersvogtsburg

www.instagram.com/offeneateliersvogstburg

Albi Maier: „Ohne Titel“

Foto: Albi Maier


kunst KULTUR JOKER 17

„Das Leben in die Hand nehmen“

Schlosslichtspiele 2021 in Karlsruhe präsentieren Projection Mappings internationaler Künstergruppe

Schlosslichtspiele 2021 in Karlsruhe

Magische fremdartige Welten,

untermalt von stimmungsvollen

Klängen, verzaubern in Karlsruhe

bis zum 3. Oktober die Mauern

des Schlosses. Nach einem Jahr

coronabedingterVerbannung in

die rein digitale Welt sind die populären

Schlosslichtspiele zurück

und wieder, sozusagen echt und

in Farbe, ab Einbruch der Dämmerung

live vom Schlosspark

aus zu erleben. Seit Jahren zieht

das kostenlose Event der Stadt

Karlsruhe und des ZKM Zentrum

für Kunst und Medien viele

Besucher an. Vor der Pandemie

waren die Schlosslichtspiele ein

richtiges Festival, es gab Sitzplätze

und Stände auf dem Schlossplatz.

Viele machten es sich mit

Decken, Klappstühlen und Picknick

auf dem Rasen gemütlich

und genossen die faszinierenden

Shows internationaler Künstlergruppen

(Projection Mappings),

die auf die Schlossfassade projiziert

wurden. Dieses Jahr wird es

aus den allseits bekannten Gründen

etwas anders sein. Damit erst

gar kein Gedränge entsteht, sind

in jeder Woche nur zwei Shows

zu sehen, die aber im Abstand

von 20 Minuten mehrfach wiederholt

werden. Dafür weiten

© ARTIS-Uli Deck

sich die Lichtspiele in die ganze

Stadt aus. Entlang der Achse

vom Schloss zum Marktplatz,

in einem Bogen über den Friedrichsplatz

zum Naturkundemuseum

und dem dahinter liegenden

Nymphengarten und zurück über

den Stephanienbrunnen hinter

der Postgalerie läuft die bequem

entlang zu flanierende Strecke

in der Innenstadt. In das Light

Festival einbezogen sind auch

der Festplatz, der KIT Campus

und das gern für Kultur genutzte

Gelände des Alten Schlachthofs,

wofür man besser das Rad oder

die Straßenbahn nimmt.

Auf dem Marktplatz kann man

den Sonnenuntergang besonders

ausgiebig genießen, denn er wird

pünktlich alle 5 Minuten eingespielt.

Das Naturkundemuseum

kehrt Inneres nach Außen. Bis

19:30 Uhr erlebt man über Live

Stream das Korallenriff mit den

Schwarzspitzenriffhaien Karl

und Karla. Wenn es dunkel wird,

leuchten auf der Fassade des historischen

Gebäudes animierte

Quallen auf und die Videoarbeit

„C“ lässt die Grenzen zwischen

Himmel und Meer verschwimmen.

Im Nymphengarten erinnert

eine Installation an das

Amalienschlösschen. Der Sommersitz

von Markgräfin Amalie

wurde 1944 fast vollständig zerstört.

Die Illumination rückt nicht

nur die Schönheit des 1905 geschaffenen

Stephanienbrunnens

ins rechte Licht, sondern verweist

Kenner auf einen handfesten

Skandal. Die große nackte Frauenfigur

im Zentrum des Brunnens

stieß damals beim Oberbürgermeister

und den Stadträten auf

Kritik. Hermann Billing und die

anderen am Brunnen beteiligten

Künstler fügten daraufhin die

Gesichter der Kritiker in Stein

gemeißelt hinzu… Aus dem All,

aufgenommen 2018 auf der ISS,

stammt die Grußbotschaft des

Astronauten Alexander Gerst,

die auf die KIT Bibliothek projiziert

wird. Gerst hat am KIT

Geophysik studiert und seine

Botschaft ist zeitlos aktuell: die

Zukunft des Planeten kann nur

gemeinsam gesichert werden.

Manche Beiträge zum Karlsruher

Light Festival laufen nur bis

zum 17. September, andere bis

zum Finale der Schlosslichtspiele

am 3. Oktober. Die Schlossfassade

ist und bleibt der Mittelpunkt.

Dieses Jahr sind einige preisgekrönte

und neu geschaffene

Shows zu sehen: „Nucleus“ geht

auf die gleichnamige Komposition

von Wolfgang Rihm zurück.

„GANESIS“ wurde weitgehend

von Künstlicher Intelligenz berechnet

und komponiert – überholt

KI den Menschen auch in

der Kunst? In der Show „Karlskompensator“

geht es auf eine

spannende Reise quer durch die

Geschichte der Fächerstadt. Ausgesprochen

poetisch gibt sich

„SyntheticSonnets“ zu einem

Remix von Antonín Dvořák 9.

Sinfonie „Aus der neuen Welt“

– ein passender Titel für die

Schlosslichtspiele Karlsruhe. Auf

www.schlosslichtspiele.info steht

alles, was man wissen muss, und

fünf Shows sind dort auch digital

zu sehen. Aber das ist kein Vergleich

zum Erlebnis vor Ort.

Bis 3. Oktober 2021

Nike Luber

Design und Handwerk

Die ORIGINALE 2021 vom 8. bis 10. Oktober im Forum Merzhausen

Nach einem Jahr Pause

meldet sich die ORIGINALE

zurück und feiert im fünften

Jahr ihr erstes Jubiläum: Die

Messe für Angewandte Kunst,

Kunsthandwerk, Handwerk

und Design findet vom 8. bis

10. Oktober im Forum Merzhausen

statt. 44 von einer

Fachjury sorgsam ausgewählte

Aussteller*innen aus Deutschland,

Frankreich und Österreich

präsentieren und verkaufen

auf der ORIGINALE 2021

Unikate und künstlerische Arbeiten

aus kleinen Serien.

Die Arbeiten der Werkstätten

und Manufakturen zeichnen

sich durch ihre gestalterische

Originalität und ihren hohen

handwerklichen Anspruch

aus. Traditionelle Fertigungen

und authentische Handarbeit

gehen mit innovativem Design

und experimenteller Ästhetik

Hand in Hand. Die Materialpalette

ist vielseitig und reicht

von Glas, Holz, Keramik, Leder

bis zu Gold, Papier, Porzellan,

Stein und Textil.

„Verspielte Leichtigkeit

wechselt sich ab mit strengen

Konzepten, Lieblingsstücke

für den Alltag stehen im Kontrast

zu ausgefallenen Objekten

zum Verlieben. “, sagt Tobias

Dingler, der die ORIGINALE

mit seinen Kolleg*innen Silke

Knetsch und Christian Streit

2016 gegründet hat. Die Messe

bietet den Besucher*innen

außerdem die Möglichkeit,

sich mit den internationalen

Künstler*innen über ihre

Werke und Arbeiten auszutauschen

und in den Facettenreichtum

des Kunsthandwerks

einzutauchen.

Veranstaltet wird die ORI-

GINALE vom Forum design

& handwerk und dem Bund

der Kunsthandwerker B.W.

e.V., in Partnerschaft unterstützt

durch die Handwerkskammer

Freiburg. Das Forum

design & handwerk erarbeitet

Strategien und Konzepte, die

Angewandte Kunst in das kulturelle

Leben der Region einzubinden.

Ein Schwerpunkt

bildet dabei die Unterstützung

der öffentlichen Präsenz regionaler

Kunsthandwerker*innen

in Ausstellungen und Messen

sowie eine überregionale Vernetzung

der Künstler*innen

und Institutionen.

Weitere Infos: www.originale-freiburg.de.

Herwarth Malzy bewegt

sich mit seinen Gefäßen

und Löffeln zwischen

der klassischen Silberschmiedekunst

und

einem bildhauerischen

Gestaltungsimpuls.

Hozana Gomes da Costa gestaltet Porzellanschalen in einer besonderen

Harmonie auf, sie vermitteln den Ausdruck von Leichtigkeit

und Schweben. Fotos: ORIGINALE 2021

Hören in allen

Farben & Facetten

WIR SIND IMMER IN IHRER NÄHE:

FREIBURG City Am Predigertor 1 Tel.: 0761 - 20 21 077

FREIBURG West Hofackerstraße 95 Tel.: 0761 - 80 98 170

w w w . f b - h o e r s y s t e m e . d e


18 KULTUR JOKER kunst

Experiment und Vielfalt

Horst Kerstan in der Galerie Meier in Freiburg

Horst Kerstan wäre in diesem

Jahr achtzig Jahre alt geworden.

Die Galerie Meier, die

ihm vor vier Jahren eine Einzelausstellung

gewidmet hat,

zeigt in diesem September eine

schöne Auswahl von Gefäßen

quer durch Kerstans Schaffen.

Circa 100 Objekte aus Privatbesitz

hat der Galerist Horst

Meier für die Ausstellung

zusammengetragen. Vierzig

Jahre betrieb der gebürtige

Frankfurter Horst Kerstan seine

Werkstatt in Kandern, dem

schönen, alten Töpferstädtchen

im Markgräfler Land. Mit seiner

Tradition und Geschichte

war dieser Ort der ideale Platz

für den Keramikkünstler. Als

er 2005 verstarb, war er auf der

Höhe seiner Kunst. Die Verbindung

von Gebrauchsobjekt

zum Kunstwerk beherrschte

Kerstan perfekt. Er experimentierte

ausgiebig mit Techniken

und Glasuren. Dieses besondere

Augenmerk auf die Vielfalt

der Oberflächengestaltung fällt

bei seinen Gefäßen sofort auf.

Vor allem organische Formen,

kugelige, eiförmige und wie

Kürbisse geformte Vasenkörper

hatten es ihm angetan. In

Kombination mit den zum Teil

tiefdunklen Farbtönen, in sich

gefleckt und schillernd, bis

hin zu den betörend leuchtenden

Blau-, Grün- und Roséklängen

werden die Gefäße

zu perfekten, raumgreifenden

Objekten.

Voller Neugier und Talent

ließ Kerstan sich anregen von

anderen Kulturen und Traditionen.

Besonders die japanische

Keramik hatte es ihm

angetan. Er bereiste das Land,

kommunizierte mit dortigen

Keramikmeistern und tauchte

in die Philosophie und Kultur

des Landes ein. In seinem

Garten baute er sich bereits in

den 1970er Jahren einen fünf

Meter langen japanischen Anagama-Holzfeuer-Brennofen

für

Ascheanflug.

Kerstan suchte nach Erweiterung

und Austausch. Auch mit

zeitgenössischen Künstlern,

Malern und Bildhauern aus

seiner Umgebung stand er in

engem Kontakt. Er sammelte

selbst Kunst und fand in der

Wechselwirkung mit den Werken

und ihren Schöpfern zu

eigenen Inspirationen.

Das alles spiegelt sich in

Horst Kerstan, Gefäße

Foto: Christiane Grathwohl

seinen Gefäßen. Es ist schön,

dass man in dieser Ausstellung

wieder in seine Form- und

Farbenwelt eintauchen kann

und über die Objekte in einen

geistigen und ästhetischen Genuss.

Nur beim Anfassen der

Gefäße ist Zurückhaltung angebracht.

Streicheln darf man

sie erst, wenn man eine Vase

sein Eigen nennt.

„Horst Kerstan“, Galerie

Meier, Gerberau 4, Freiburg.

3. September bis 2. Oktober

2021.

Christiane Grathwohl

Kunst an außergewöhnlichen Orten

30. Sulzburg-Laufener Ateliertage am 2. und 3. Oktober

Die Sulzburg-Laufener Ateliertage

sind mittlerweile in

jeder Beziehung zu einem

Renner geworden. Jahr für

Jahr verwandeln sich dabei

das malerische Städtchen und

der Weinort – und nach langer

Pause erstmals wieder auch St.

Ilgen – in eine große Galerie,

die Kunstbegeisterte aus Nah

und Fern anzieht und das bereits

zum 30. Mal. Bestimmt

werden sich auch am diesjährigen

Jubiläumswochenende

des 2. und 3. Oktobers, jeweils

von 11 bis 18 Uhr, wieder viele

Hunderte von Kunstinteressierten

von einem Atelier und einer

Ausstellungsstätte zur nächsten

treiben lassen und sich darauf

freuen, eine bunte Vielfalt von

Kunst und Können vorfinden

zu können.

Zu entdecken gibt es wieder

vieles: von handgefertigt

Konventionellem bis hin zu

außergewöhnlich Innovativem,

der Reichtum an Kreativität

ist erstaunlich. Über

40 Künstler*innen geben die

Gelegenheit, Einblicke in ihre

Ateliers und Werke zu nehmen.

Malerei und Zeichnung –

abstrakt, naturalistisch oder in

diversen Mischtechniken – sowie

Bildhauerei und Skulpturen

in Stein, Holz und Ton sind am

stärksten vertreten.

Zum Konzept der Ateliertage

gehören auch die über 20, zum

Teil außergewöhnlichen Ausstellungsorte.

Wo und was es

alles zu sehen gibt – darüber

informiert ein mit Smartphonetauglichem

QR-Code versehener

Flyer. Seinen ganz individuellen

Kunstparcours kann

man aber auch schon bequem zu

Hause per Internet-Info zusammenstellen

(www.ateliertage.

com) inklusive tagesaktueller

Hinweise und coolem Trailer.

Wenngleich im Vorjahr die

29. Auflage der Ateliertage coronabedingt

lange mit einem

dicken Fragezeichen versehen

war, strahlt das Orga-Team hinsichtlich

der jetzigen Durchführung

große Zuversicht aus. Vor

allem deshalb, weil das von der

Stadt Sulzburg erstellte Hygienekonzept

in 2020 super funktionierte

und – falls benötigt

– auch dieses Jahr wieder zum

Einsatz kommen könnte.

Aktuelle Infos: www.ateliertage.com

Vielseitige Kunst bei den Sulzburg-Laufener Ateliertagen (2019)

Foto: Sulzburg-Laufener Ateliertage

MUSEEN & AUSSTELLUNGEN

REGIONAL, NATIONAL, INTERNATIONAL

FREIBURG

Archäologisches Museum Colombischlössle

- „freiburg.archäologie - Leben vor der

Stadt“ -09.01.22

Augustinermuseum

- „Der Schatz der Mönche - Leben

und Forschen im Kloster St. Blasien“

-19.09.

Haus der Graphischen Sammlung

- „Spuk! Die Fotografien von Leif

Geiges“ -26.09.

Centre Culturel Français

- „Rebecca Brueder: Am I inclined to

climb“ 18.09.-08.10.

depot.K

- „Christiane Weiel (Skulptur), Roland

Meister (Malerei, Grafik)“18.09.-17.10.

Figurentheater Gregor Schwank

- „Magische Figuren - Fantasie-Welten“

-12.09.

Projektraum Edith

- „Fays - Elementary“ 24.09.-24.10.

E-Werk

- „Vikenti Komitski, Patrick Goddarf:

Urban Ecologies“ 17.09.-07.11.

Galerie Albert Baumgarten

- „Walter Moroder: Dalonc“

17.09.-20.11.

Galerie Claeys

- „Künstlerinnen der Galerie _ part

one“ -17.09.

Galerie im Alten Wiehrebahnhof

- „Almut Quaas: Das Damenbad und

Ich“ -15.09.

Galerie Meier

- „Horst Kerstan“ 03.09.-02.10.

Galerie Marek Kralewski

- „Norbert Neon: Besessenheit“

19.09.-31.10.

Katholische Akademie

- „Alexander Dettmar: Painting to

remember“ 26.09.-17.12.

Kunsthaus L6

- „Sync (Groupshow)“ -26.09.

Kunstverein Freiburg

- „Zu Gast - Ausstellung der Biennale

für Freiburg“ 10.09.-24.10.

Museum für Natur und Mensch

- „Tierisch giftig!“ -23.01.22

Museum Für Neue Kunst

- „Piktogramme, Lebenszeichen,

Emojis: Die Gesellschaft der Zeichen“

-12.09.

Museum für Stadtgeschichte

- „Eine Reise in die Vergangenheit“

-Dauer

Stiftung für Konkrete Kunst Roland

Phleps

- „Mathias Hornung: Fragment und

Ganzheit. Datencluster in Holzreliefs“

12.09.-07.11.

Stiftung WaldHaus

- „StadtWaldMensch - 900 Jahre Wald

für Freiburg“ -31.03.22

T66 Kulturwerk

- „artist in residence::13“ -04.09.

- „Georg Büchner: Lenz“ 17.09.-16.10.

Universitätsklinikum

- „Patient*innen im Klinikpark“ b.a.w.

BASEL

Antikenmuseum

- „Von Harmonie und Ekstase. Musik

in den frühen Kulturen“ -19.09.

Fondation Beyeler

- „Natureculture“ -21.09.

- „Close-Up“ 19.09.-02.01.22

Haus der elektronischen Künste

- „Radical Gaming: Immersion, Simulation,

Subversion“ 02.09.-14.11.

Historisches Museum Basel

- „Wildsau & Kopfsalat“ -31.12.

Kunsthalle Basel

- „Matthew Angelo Harrison“ -26.09.

- „Information“ -10.10.

- „Judith Kakon: Rückwand-Projekt“

18.09.-15.08.21

Kunsthaus Baselland

- „Marina Rosenfeld: W‘ll start a fire“

-26.09.

- „Andrea Blum: Parallel Lives“-26.09.

- „Anna Maria Maiolino: In the sky I

am one and many and as a human I

am everything and nothing“ -26.09.

Kunstmuseum Basel

- „Kara Walker: A Black Hole Is Everything

A Star Longs To Be“ -26.09.

- „Schatten“ -26.09.

- „Continuously Contemporary“

-09.01.22

Kunsthandwerkermarkt Freiburg

2.-4. September

Obere Altstadt Freiburg

www.kunsthandwerkermarkt-freiburg.de

Museum Tinguely

- „Leu Art Family. Caresser la peau du

ciel“-31.10.

- „Bruce Conner. Light out of Darkness“-28.11.

S AM

- „Mock-Up“-31.10.

ANDERE ORTE

Amsterdam (NL)

Foam Fotografiemuseum

- „Foam Talent“-06.10.

Van Gogh Museum

- „Here to stay: A decade of remarkable

acquisitions and their stories“

-12.09.

Baden-Baden

Kunstmuseum Gehrke Remund

- „Frida Kahlo: Leid und Leidenschaft“

-Dauer

Kurgarten

- „Jeppe Hein: Kunst findet stadt“

-05.09.

Museum LA8

- „Schön und gefährlich. Die hohe See

im 19. Jahrhundert“ -05.09.

Museum Frieder Burda

- „James Turrell: Accretion Disc“

(ständig)

- „Katharina Sieverding: Die Sonne

um Mitternacht schauen“

-09.01.22

Staatliche Kunsthalle

- „Jan St. Werner: Encourage The

Stream“ -17.10.

- „State and Nature“ -17.10.

BAD-KROZINGEN

Kunst im Kurhaus-Bistro

- Dieter Dörle“ -01.10.

BARCELONA (E)

Museu d’Art Contemporani

- „Felix Gonzalez-Torres: The Politics

of Relation“ -12.09.

BERLIN

Deutsches Historisches Museum

- „documenta. Politik und Kunst“

-09.01.22

Gropius Bau

- „Everything Is Just for a While“

-17.10.

- „Thea Djordjadze: all building as

making“ 18.09.-16.01.22

- „Emeka Ogboh“ 18.09.-16.01.22

- „The Cool and the Cold. Malerei aus

den USA und der UdSSR 1960–1990“

24.09.-09.01.22

Hamburger Bahnhof

- „Pauline Curnier Jardin: Fat to

Ashes“ -19.09.

Museum für Kommunikation

- „Vorbilder*innen. Feminismus in

Comic und Illustration“-10.10.

BERN (CH)

Alpines Museum der Schweiz

- „Let‘s Talk about Mountains: Eine

filmische Annäherung an Nordkorea“

-03.07.22

- „Auf Pirsch“ -02.01.22

Kunstmuseum Bern

- „August Gaul: Moderne Tiere“ -24.1.

- „Der Weg zum Glück. Die Berner

Kebes-Tafel und die Bilderwelten des

Barock“ 03.09.-28.11.

Zentrum Paul Klee

- „Paul Klee. Menschen unter sich“

-22.05.22

BERNAU

Hans-Thoma-Kunstmuseum

- „Ulrike Ottinger: Mongolia - Mexico

- Europa / Hans-Thoma-Preis 2021“

-17.10.

BIETIGHEIM-BISSINGEN

Städtische Galerie

- „Ernst Ludwig Kirchner“ -03.10.

bilbao (e)

guggenheim Museum

- „The Roaring Twenties“ -19.09.

- „The Line Of Wit“-06.02.22

- „Alice Neel: People come First“

17.09.-06.02.22

- „Cecilia Bengolea: Animations In

Water“ -24.10.

BÖBLINGEN

Schacher 2 - Raum für Kunst

- „Hans Bäurle - Evergreen“ -12.09.

BREGENZ (A)

Kunsthaus Bregenz

- „Anri Sala“-10.10.


kunst KULTUR JOKER 19

- „Auf eigene Gefahr - Vom riskanten

Wunsch nach Sicherheit“

-Frühjar 2023

- „Karl Sillaber und C4 Architekten“

-09.01.22

BREISACH

Blaues Haus

- „Nach der Shoah“ -Dauer

Kunstkreis Radbrunnen

- „Jan Peter Tripp:

centrales&occasionelles“12.09.-17.10.

BREMEN

Museum für Stadtgeschichte

- „Ausstellung zur Geschichte der

Stadt Breisach am Rhein” (ständig)

BUCHHEIM

Buchheim Museum

- „Retrospektive Peter Gaymann“

-24.10.

CHAUMANT (F)

- „Biennale internationale de design

graphique 2021“-21.11.

COLMAR (F)

Musée Unterlinden

- „Yan Pei-Ming - Au nom du père“

-06.09.

DARMSTADT

Kunstforum der TU

- „Hilde Roth: Eine Zeitreise durch

Darmstadt 1950-1990“-03.10.

DRESDEN

Deutsches Hygienemuseum

- „Future Food. Essen für die Welt von

morgen“ -26.09.

Grüne Gewölbe

- „Bellum et Artes“ -10.10.

DÜREN

Leopold-Hoesch-Museum

- „Album - Portraits 1989-2021“-21.11.

DÜSSELDORF

Kunstpalast

- „Captivate! Modefotografie der 90er.

Kuratiert von Claudia Schiffer“

15.09.-09.01.22

EMMENDINGEN

Galerie im Tor

- „Werner Kimmerle“ 19.09.-24.10.

Jüdisches Museum

- „Eine tüchtige Frau...Eschet Chajil“

-30.09

ERSTEIN

Musée Wurth

- „Christo & Jeanne-Claude“-20.10.

ESCHBACH

Weinstetter Hof

- „Begegnungen - Baumbusch, Burgert,

Hilfinger, Zimmermann“ -05.09.

ESSEN

Museum Folkwang

- „Tobias Zielony: The Fall“ -26.09.

FELDBERG

Haus der Natur

- „COWandMORE“ -Ende August

FRANKFURT am main

- „4. internationale Triennale der

künstlerischen Fotografie und verwandten

Medien“ -12.09.

Caricatura Museum

- „Greser & Lenz“-21.11.

DZ BANK

- „Adrian Sauer: Identitäten und

Ideologien“ -11.09.

Kunststiftung DZ Bank

- „Adrian Sauer: Identitäten und

Ideologien“ -11.09.

Schirn Kunsthalle

- „Caroline Monnet: Transatlantic“

-05.09.

Städel Museum

- „Neu sehen - Die Fotografie der 20er

und 30er Jahre“ -24.10.

FRIEDRICHSHAFEN

Kunstverein Friedrichshafen

- „Patrick Fabian Panetta: If You

Know, You Know“ -03.10.

GRAZ (A)

Neue Galerie Graz

- „Kunst-Kontroversen“ -17.10.

18. - 19. September

Sa. 10. 00 - 18. 00 Uhr

So. 11. 00 - 18. 00 Uhr

Hamburg

Deichtorhallen

- „Space Program: Rare Earths“

19.09.-10.04.22

HEIDELBERG

Sammlung Prinzhorn

- „Wahnsinnig komisch - Follement

drôlle / Humor in der Psychiatrie“

09.09.-23.01.22

HERBOLZHEIM

Margarethenkapelle

- „Wandlungen - Gabi Kuch, Angelina

Kuzmanovic“ 19.09.-17.10.

Karlsruhe

Badischer Kunstverein

- „Dinge, die wir miteinander teilen“

14.09.-19.09.

Kunsthalle

- „Inventing Nature - Pflanzen in der

Kunst“-31.20.

- „Iss mich - Obst und Gemüse in der

Kunst“-31.10.

Naturkundemuseum

- „Glanzlichter 2021“ -05.09.

- „Kosmos Kaffee“ -05.09.

Staatl. Akademie der Bildenden

Künste

- „Ulla von Brandenburg: Blaue und

gelbe Schatten“ -12.09.

Städtische Galerie

- „Daniel Roth: Stac Lee“ -12.09.

- „Wilhelm Loth. Figuration 1949-

1989“ -12.09.

ZKM

- „BarabásiLab. Hidden Patterns.

Netzwerkdenken“ -16.01.22

- „Talking Tubes. Installation von

Jean-Remy“ -19.09.

- „zkm_gameplay. the next level“

29.09.-09.01.22

KIEL

Kunsthalle zu Kiel

- „Zauber der Wirklichkeit. Der Maler

Albert Aereboe“ -05.09.

KIRCHZARTEN

Kunstverein Kirchzarten

- „Diana Mieth: Räume in der Zeit“

-12.09.

KÖLN

Museum Ludwig

- „Vor Ort: Fotogeschichten zur

Migration“-03.10.

LICHTENSTEIN (LIE)

Kunstmuseum Lichtenstein

- „Werke aus der Hilti Art Foundation“

-10.10.

LÖRRACH

Dreiländermuseum

- „Kunst und Nationalsozialismus“

-10.10.

- „Gefeiert und gefürchtet“ -10.10.

- „1870/71: Nachbarn im Krieg“

-09.01.22

MADRID (E)

Museo Reina Sofía

- „Trilogía marroquí“ -27.09.

Mannheim

Kunsthalle Mannheim

- „James Ensor“ -03.10.

- „Mindbombs - Visuelle Kulturen

politischer Gewalt“ 10.09.-24.04.22

Museum Weltkulturen D5

- „Eiszeit-Safari“ -13.03.22

Reiss-Engelhorn-Museen

- „Tutanchamun - Sein Grab und die

Schätze“ 10.09.-27.02.22

MERZHAUSEN

Forum Merzhausen

- „Wechselrahmen #21 | Christel Andrea

Steier: Autonome Räume - Innere

Landschaften“ -30.11.

MOSKAU (R)

Staatliches Literaturmuseum

- „Ausstellung zum 200. Geburtstag

von F. Dostoevski“-September

MÜLLHEIM

Markgräfler Museum

- „Nachrkiegsjahre 1945-1952 /

Müllheim unter der Tricolore“-27.02.22

eindrucksvoll

vielfältig & kreativ

@emmendingerkuenstlermarkt

Liste Art Fair Basel 2021

20.-26. September

Basel

www.liste.ch

MÜNCHEN

Lenbachhaus

- „Unter freiem Himmel. Unterwegs

mit Wassily Kandinsky und Gabriele

Münter“ -30.01.22

Pinakothek

- „Francis Alÿs: Re-Enactments“

-05.09.

Villa Stuck

- „Lee Mingwei: Li, Geschenke, Rituale“

-12.09.

OFFENBURG

Städtische Galerie

„Chang Min & Eun Hui Lee“ -14.11.

PARIS (F)

Institut Giacometti

- „Giacometto And Ancient Egypt“

-10.10.

Jeu de Paume

- „Michael Schmidt: A New German

Perspective“ -28.09.

Polka Galerie

- „Daido Moriyama: Hawaii“

17.09.-30.10.

REUTE

Försterhaus

- „Die Vielfalt eines Malers“ b.a.w.

REUTLINGEN

Kunstmuseum/Spendhaus

- „Ins Licht“ -27.02.22

RIEGEL

Galerie Messmer

- „Alain Vaissière: Der Meister der

Digigraphie“ -12.09.

Kunsthalle Messmer

- „Mel Ramos & Erró: Legenden der

Pop Art“-28.11.

ROTTWEIL

Erich Hauser Kunststiftung

- „Sammlung“-ständig

Forum Kunst

- „Jáchym Fleig: Applikation“

12.09.-17.10.

SALZBURG (A)

Fotohof

- „Beirutopia & View From Home“

-25.09.

SINDELFINGEN

Schauwerk

- „Antony Gormley: Learning to Be“

-24.04.22

SINGEN

Kunstmuseum Singen

- „Sehen was ist“ -19.09.

STAUFEN

Galerie K

- „Restart 2.1“b.a.w.

Keramikmuseum

- „Jérôme Hirson: Von der Langsamkeit“-10.10.

ST. Gallen (CH)

Kunstmuseum

- „Erker“ -21.11.

- „Einblicke - Ausblicke. Sammlungsperspektiven

II“ -10.10.

- „Michael Williams: Make Plans God

Applauds“ -07.11.

Museum im Lagerhaus

- „Eine Künstlerfamilie zwischen

Insider und Outsider Art: Robert, Miriam,

Manuel, Gilda Müller & Giovanni

Abrignani“-13.02.22

ST. Märgen

Galerie Claeys

- „Eva Rosenstiel“ 19.09.-31.10.

STUTTGART

Kunstmuseum

- „Frischzelle_27: Claudia Magdalena

Merk“ -10.04.22

- „Kamm, Pastell und Buttermilch“

-26.09.

- „Zwischen System & Intuition: Konkrete

Künstlerinnen“ -17.10.

Kunststiftung Baden-Württemberg

- „Cigdem Aky: Auf Wolke sieben“

-18.09.

Landesmuseum

- „Fashion?! Was Mode zu Mode

macht“ -24.04.22

Staatsgalerie

- „Trotz allem. Fred Uhlman. Ein jüdisches

Schicksal“ -12.09.

TÜBINGEN

Kunsthalle

- „Marina Abramović: Jenes selbst/

unser selbst“-13.02.22

ULM

Kunsthalle Weishaupt

- “Intermezzo - Die Sammlung als

Zwischenspiel“b.a.w.

WALDENBUCH

Museum Ritter

- „Heinz Mack. Werke im Licht (1956-

2017) -19.09.

WALDKIRCH

Elztalmuseum

- „Akrobaten, Mordgeschichten,

Liedgenuss - Die Drehorgel im Kontext

des Jahrmarkts“b.a.w.

GeorgScholzHaus

- „Gabriele Wübben, Melanie Siegel:

Areale“ 05.09.-10.10.

WATTWILLER (F)

Fondation Francois Schneider

- „Les territoires de l‘eau“ -26.09.

Vitra Design Museum

- „Deutsches Design 1949–1989:

Zwei Länder, eine Geschichte“- 05.09.

- „Memphis. 40 Jahre Kitsch und

Eleganz“-23.01.22

- „Spot On. Designerinnen in der

Sammlung“ -08.05.22

Wien (A)

Albertina Modern

- „Egon Schiele“ 10.09.-23.01.

- „Revolution des Primitivismus:

Modigliani“ 17.09.-09.01.22

Belvedere

- „Christine und Irene Hohenbüchler“

-12.09.

- „Dame mit Fächer / Klimts letzte

Werke“-13.02.22

Galerie der Komischen Künste

- „Cartoons über Katzen“-30.10.

MUMOK

- „Enjoy - Die mumok Sammlung im

Wandel“ -18.04.22

- „Heimo Zobernig“ -17.10.

Günther Förg: „Appearance“

14. September 2021 - 9. Januar 2022

Hauser&Wirth Los Angeles

WINTERTHUR

Fotostiftung Schweiz

- „Ernst A. Heiniger: Good Morning,

World!“ -10.10.

Kunst Museum

- „Charlotte Prodger: Blanks And

Preform“ 04.09.-14.11.

- „Alan Charlton, Richard Long“

04.09.-14.11.

WOLFSBURG

Kunstmuseum Wolfsburg

- „Mischa Kuball. ReferenzRäume“

-19.09.

- „Oil. Schönheit und Schrecken des

Erdölzeitalters“ 04.09.-09.01.22

ZÜRICH (CH)

Kunsthaus

- „Walter de Maria“ -20.02.22

Migros Museum für Gegenwartskunst

- „Korakrit Arunanondchai: Songs for

dying / Songs for living“

18.09.-09.01.22

Museum Haus Konstruktiv

- „Dóra Maurer“ -12.09.

Photobastei

- „Zürich - Schwarz auf Weiss“ -06.12.

9 Kunstwerke spiegeln 900 Jahre

Freiburger Stadtgeschichte

Bis 30. April 2022

Sedanquartier & Im Grün

Albi Maier

Offenes Atelier auf dem Feldberg

Am 2. und 3. Oktober 2021

von 11 bis 17 Uhr

Alle Infos auf:

albi-maier.de


20 KULTUR JOKER interview

Der Workshop „A Day‘s Work“ im Stadtgarten

Programm der Biennale?

Leon Hösl: Ja, total. Alle

Künstler*innen, die über die

Biennale Freiburg kennenlernen

konnten, stießen auf Dinge,

die ihre Arbeit beeinflusst und

manchmal vielleicht sogar in andere

Richtungen gelenkt haben.

Gerade durch den Einfluss der

Universität bietet die Stadt enorm

viele Wissensfelder. Es gibt

spezialisierte Archive, die nicht

unbedingt bekannt sind, aber gerade

für Künstler*innen Material

bieten, das sie in keiner anderen

Stadt finden würden. Die Ruhe

einer kleinen Großstadt wie Freiburg

ermöglicht zudem ein ganz

anderes Arbeiten. Nicht zuletzt

waren die Freiburger*innen sehr

interessiert an der Beteiligung,

zum Beispiel an den Spaziergängen

Andreas von Ows, bei denen

die Teilnehmenden Grünglas auf

den Straßen der Stadt sammelten.

Kultur Joker: Gleichzeitig fiel

mit der Schließung der Außenstelle

der Karlsruher Akademie

für bildende Künste vor

einigen Jahren ein wesentliches

Wissensfeld innerhalb

Freiburgs weg. Für die Biennale

war dieses Ereignis impulsgebend.

Soll die Biennale

hier eine Lücke füllen?

Leon Hösl: Nein, diese Lücke

ist nicht zu füllen. Die Akademie

hatte 50 Studierende,

Professor*innen und eigene

Arbeitsräume – das kann eine

ortslose Institution wie die Biennale

nicht ersetzen. Langfristig

braucht es physische Arbeitsorte

für Künstler*innen, damit

wir hier nicht bloß zu Gast sind,

sondern eine dauerhafte Arbeitssituation

geschaffen wird. Die

Biennale kann auf die Schließung

aber reagieren, und sich

inspirieren lassen und Aspekte

wie Austausch und Gespräch,

kollektive Entwicklungsprozesse

aber auch die politischen Komponenten

akademischer Institutionen

aufgreifen, um das eigene

Format der Biennale damit weiterzudenken.

Kultur Joker: Wodurch zeichnet

sich eure Gestaltung des Formats

Biennale zum Bespiel aus?

Leon Hösl: Eine Biennale, die

nur aus einer Ausstellung besteht,

greift in meinen Augen

zu kurz, sie sollte sich auch mit

nachhaltigen Austauschprozessen

beschäftigen. Die Biennale

für Freiburg präsentiert Kunst

nicht nur, sondern gibt Raum

für ein Nachdenken über gemeinsames

künstlerisches Arbeiten

und die Rolle, die zeitgenössische

Kunst innerhalb

einer Gesellschaft haben kann.

Damit deckt sie praktische wie

theoretische Zugänge ab. Diesen

Zugang sollte die Biennale für

Freiburg auch in Zukunft ernst

nehmen.

Kultur Joker: Führt die Orientierung

der Biennale an theoretischen

Zugängen nicht auch

zur Gefahr, dass einige Programme

bloß der akademischen

Öffentlichkeit zugänglich sind?

Wie vereint sich das mit dem

Anspruch der Biennale, für die

ganze Stadt Freiburg da zu sein?

Leon Hösl: Ich denke, die Biennale

braucht sowohl den akademischen

als auch den breiteren

öffentlichen Zugang zur Kunst.

Es ist weder unser Anspruch,

Kunst zu sehr zu vereinfachen

und ihr somit nicht mehr gerecht

zu werden, noch sie zu

akademisieren. Ich denke, dass

Kunst theoretische Diskurse

braucht und auch, dass Freiburg

als Universitätsstadt dafür eine

Öffentlichkeit hat. Dies konnte

man auch bei unserem Symposion

„A Commonplace is not a

Cliché” erkennen, bei dem beispielsweise

Theoretiker*innen

und Künstler*innen miteinander

über aktuelle Fragen von Kunst

und Öffentlichkeit diskutierten.

Kultur Joker: Eine große Offenheit

innerhalb der Wissenschaft

und Kunst. Welche Formate

aber waren auch an eine nichtakademische

Öffentlichkeit gerichtet?

Leon Hösl: Ein anderer Weg,

sich Kunst zu nähern, ist, mit

dem Handwerkszeug der Kunst

zu denken und dieses direkt anzuwenden.

Daher war uns das

umfangreiche Workshop-Programm

während der letzten Wochen

sehr wichtig. Da war zum

Beispiel der Spaziergang mit Andreas

von Ow, der sehr körperlich

und direkt funktionierte. Die

Schreib-Workshops im Rahmen

des Projekts „A Day‘s Work“, in

denen Tagebücher gelesen und

autobiografisch geschrieben wurde,

haben ähnlich unmittelbar

funktioniert. Gedanken, die sich

Künstler*innen sonst allein oder

in kleinen Gruppen im Atelier

machen, wurden so an die Freiburger

Öffentlichkeit getragen.

Kultur Joker: Für die

Künstler*innen sicher kein

einfacher, eher ein mutiger

Schritt, so aus der eigenen

Komfortzone zu treten.

Leon Hösl: Ja, das war sicherlich

die langwierigste,

schwierigste Aufgabe für die

Künstler*innen: Sich zu überlegen,

wie man die eigene Arbeitssituation

öffnen kann, ohne, dass

es gleich zur exhibitionistischen

Pose oder Selbstüberhöhung

kommt. Das kennt man ja bereits

von Studiofotografien bekannter

Maler*innen wie Jackson Pollock.

Im Studioprogramm ging

es stattdessen darum, andere

Personen an komplexen künstlerischen

Überlegungen teilhaben

zu lassen, ein Vorgang, der auch

eine gewisse Verletzlichkeit mit

sich bringen kann. Das Ziel war

daher, dass die Künstler*innen

den Rahmen dieser neuen geöffneten

Studiosituation selbst

gestalten. Am Ende haben die

Künstler*innen rückgemeldet,

dass es Spaß gemacht hat, so in

Dialog zu treten.

Kultur Joker: Welche Facetten

hat die nun folgende Übertragung

dieser Arbeiten von der

Studio- zur Ausstellungssituation?

Leon Hösl: Die Ausstellungsparcours

machen sichtbar, was

zuvor auch im Verborgenen passiert

ist. Das Studioprogramm

hatten wir ja nicht komplett

geöffnet. Das betrifft etwa das

Zusammenkommen des Filmemachers

Michel Auder mit dem

amerikanischen Bildhauer Michael

Stickrod. Wir zeigen Werke

beider Künstler und die Werke

Freiburger Kunststudierender,

die diese in Reaktion darauf entwickelt

haben. Grundlage waren

transatlantische Videogespräche

zwischen den Studierenden und

den beiden Künstlern. Dann gibt

es die materielle Übersetzung

der Ergebnisse des Grünsammelspaziergangs

hin zu einer

Malerei, an der Andreas von Ow

gearbeitet hat. Auch mehrere andere

Arbeiten, Filme, Fotografien

und Skulpturen, sind in den

letzten Monaten für die Biennale

produziert worden und werden

nun erstmals gezeigt. Auch gibt

es die Dokumentation öffentlicher

Performances, etwa der

von Thomas Geiger. Spannend

ist schließlich zu sehen, wie die

Ergebnisse der intimen Arbeit

am autofiktionalen Schreiben im

Rahmen des Formats „A Day‘s

Work“ in eine Ausstellung und

damit in die Öffentlichkeit übertragen

werden. Dabei wird sicher

mit einer Form der Verrätselung

und Unkenntlichmachung gearbeitet

werden.

Kultur Joker: Du nanntest

„nachhaltige Austauschprozesse“

als wichtigen Aspekt der

Biennale. Schlägt sich dies in einer

dauerhaften Ausstellung der

Ergebnisse in Freiburg nieder?

Leon Hösl: Dann müssten

wir wohl eine Sammlung aufbauen.

Das wird aus finanziellen

Gründen nicht möglich

sein, aber das Gedankenspiel

ist natürlich schön.

Kultur Joker: Hinter der Biennale

stehst du nicht allein,

sondern wirst von einem Kuratorischen

Beirat unterstützt.

Welche Rolle hat der Beirat bei

der Entstehung und im Verlauf

der Biennale gespielt?

Leon Hösl: Während der Konzeptionsphase

lieferte der Kuratorische

Beirat einen Gesprächsraum

und auch Raum für

ehrliche Kritik. Damit komme

ich auch auf den Freundschaftsbegriff

zu Anfang unseres Gesprächs

zurück. Im Beirat sitzen

Personen, mit denen ich schon

lange Kontakt habe und mit denen

ich bereits zusammengearbeitet

hatte. Das Profil des Beirats

ist vielfältig. Da kommen

Foto: Jennifer Rohrbacher

kuratorische, künstlerische, aber

auch verschiedene wissenschaftliche

Perspektiven zusammen.

Viele Programme entstanden in

diesem vielseitigen Dialog, auch

weil mich der Beirat immer wieder

auf Künstler*innen und andere

Personen aufmerksam gemacht

hatte, die für die Biennale

spannend sind.

Kultur Joker: In zwei Jahren

erwartet Freiburg die nächste,

zweite Ausgabe der Biennale.

Bleibt die Leitung bei dir?

Leon Hösl: Nein, es wird eine

neue Leitung geben. Wer das

wird, liegt in den Händen des

Vereins Perspektiven für Kunst

in Freiburg, der mich vor zwei

Jahren beauftragt hatte, das Format

der Biennale zu konzipieren

und die erste Ausgabe umzusetzen.

Der Kuratorische Beirat

und ich haben für die erste

Ausgabe einige Grundsteine

gelegt und natürlich ist die Hoffnung,

dass die von der neuen

Leitung aufgegriffen werden.

Kultur Joker: Was wünschst du

zukünftigen Ausgaben der Biennale

für Freiburg?

Leon Hösl: Den steten Versuch,

langfristige und nachhaltige

Kooperationen, Konzepte und

Formate zu entwickeln. Es ist

wichtig, dass sich eine Biennale

immer wieder neu denkt

und neue thematische Ausrichtungen

sucht, aber auch, dass

ein Grundrauschen bleibt, eine

Grundhaltung, damit ein solches

Format nicht verwässert, sondern

eben „Format bekommt“,

einen Charakter und bleibende

Wirkungskraft.

Kultur Joker: Lieber Leon, vielen

Dank für das Gespräch!

Der Ausstellungsparcours der

Biennale findet vom 10. September

bis 3. Oktober statt. Weitere

Infos: www.biennalefuerfreiburg.de


Film KULTUR JOKER 21

Begehren jenseits der Norm

Das Luststreifen Film Festival Basel nimmt den Film als Experimentierfeld sinnlicher, bunter, kreativer Lebensentwürfe

Nachdem das Luststreifen Film

Festival Basel im letzten Jahr coronabedingt

kürzer treten musste,

gibt es dieses Jahr zur 14. Ausgabe

eine würdige Wiederkehr. Mit

dem kulturpolitischen Auftrag,

Diskussionen und Diversität zu

fördern, bietet das Festival ein

Programm bunter, queerer, sinnlicher,

außergewöhnlicher Filme.

Vom 30. September bis 3. Oktober

wird Basel zur Spielstätte filmischer

Beiträge aus aller Welt –

und zur Begegnungsstätte jenseits

einengender Normen.

Geteilt ist das Filmprogramm

auch dieses Jahr in „Shorts“

und Langfilme. Herzstück der

„Shorts“ ist ein Wettbewerb mit

drei Kategorien: fiktionale Kurzfilme,

dokumentarische Kurzfilme

und pornografische Kurzfilme.

Die Anzahl der Einreichungen für

pornografische Kurzfilme brachte

das Luststreifen-Team dieses Jahr

dazu, zwei Terminblöcke für dieses

beliebte Format einzurichten.

„Pornografisch“ bedeutet dabei

global mit Produktionen aus der

Schweiz, Kosovo, Deutschland,

Brasilien, Spanien, USA, Russland.

Darunter sind auch Länder,

in denen aus verschiedenen, oft

gesellschaftlichen Gründen selten

queer-feministische Filme entstehen.

Entsprechend viel Sprengkraft

haben solche Äußerungen

aus Ländern wie Ägypten, Libanon

und Burkina Faso. Dass das

Luststreifen Film Festival immer

wieder und im Grunde stets auch

politisch ist, bedarf eigentlich keiner

Erwähnung. Dennoch ist es

wichtig, auf Filme aufmerksam zu

machen, die sich oft übersehenen

Themen widmen, die durchaus

auch ins Spezifische reichen.

In der Schweizer Premiere von

„Girls Can‘t Surf“ wird das Publikum

etwa mit dem Sexismus

im Surfsport konfrontiert. Wie

Sexwork und Mutterschaft zusammengehen

oder auch Widersprüche

zueinander bilden, zeigt

„Garderie Nocturne“. Zunächst

nicht dezidiert politisch, dafür ein

"Girls Can't Surf" von Christopher Nelius, Dokumentarfilm

Fotos: promo

gangenheit stellen muss und auf

schmerzhafte Schuldgefühle wie

Sehnsucht trifft, zeigt die besondere

Verschränkung des Privaten

wie Politischen, wie sie noch einige

weitere Male bei diesem Festival

verhandelt wird.

Eröffnet wird das Programm

des diesjährigen Luststreifen Film

Festivals mit einem besonderen,

pikant als „Heidilicious“ benannten

Kurzfilmprogramm. Gezeigt

werden Schweizer Kurzfilme zu

queer-feministischen Themen. Die

Vielfalt der Filme spricht für sich:

von Animations- über Dokumentar-

bis hin zu Experimentalfilmen

ist alles dabei, wobei manches davon

auch über den Röstigraben

hinausreicht. Zu sehen werden

bei der Eröffnung auch Filme von

lokalen Filmschaffenden sein,

darunter der Gewinnerfilm des

Basler Filmpreises 2020 „Being

Sascha“ von Manuel Gübeli. Gübeli

wird bei der Vorführung anwesend

sein. Überhaupt wird das

Luststreifen Film Festival wieder

genügend Raum für Begegnung

mit unterschiedlichen Filmschaffenden

bieten.

Nicht nur enthält das Eröffnungsprogramm

einen feierlichen

Auftakt – das ganze Festival wird

durch ein vielseitiges Rahmenprogramm

ergänzt, das verschiedene

Formen der Begegnung ermöglicht.

Ein bloßes gemeinsames

Sitzen vor der Leinwand wird es

auch dieses Mal nicht geben, vielmehr

ein bunter Raum erlebter

Gemeinschaft, wie er aus der

queer-feministischen Szene im

Dreiländereck nicht mehr wegzudenken

ist.

Weitere Infos und Tickets: www.

luststreifen.com

Fabian Lutz

„Miguel's War" von Eliane Raheb (Berlinale Teddy Award 2021)

nicht nur Lusterfüllung, sondern

auch die originelle wie sinnliche

Entdeckung eigener und zunächst

fremder Körper in besonderen

Situationen. Wer die früheren

Ausgaben des Festivals besucht

hat, erinnert sich an innovative,

spielerische Konzepte jenseits der

oft fragwürdigen Körperdarstellung

der Mainstream-Pornografie.

Deutlich wird, dass dem Festival

daran liegt, lustvoll zu konfrontieren,

Grenzen und Normen herauszufordern

und Diskussionen

zu fördern. Zum Abschluss des

Festivals am 3. Oktober vergibt

eine Fachjury die „Lust*Awards“

in den jeweiligen Kategorien.

Größere Einblicke in queerfeministische

Perspektiven bietet

das umfassende Langfilmprogramm

mit 12 Langfilmen, darunter

sechs fiktionale und sechs

dokumentarische Werke. Das Programm

zeigt sich international,

audiovisueller Genuss ist „Vento

Seco“. Der Film setzt schwule

Liebe und Fetische in eine vibrierende

Musikvideoästhetik. Ganz

anders die Dokumentation „Sedimentos“,

die eine Gruppe von

trans*-Frauen auf einem Roadtrip

begleitet. „Glück“ führt zum

Thema der Sexarbeit zurück und

verhandelt die lesbische Liebe in

einem Bordell.

Auch regionale Premieren gefeierter

Filme bietet das Luststreifen

Film Festival, etwa mit dem

Film „Hive“ von Blerta Basholli.

Filmfans dürfen sich auf ein renommiertes

Werk freuen: „Hive“

holte beim diesjährigen Sundance

Film Festival ganze drei Preise.

Den begehrten Teddy Award auf

der diesjährigen Berlinale konnte

„Miguel‘s War“ von Eliane Raheb

gewinnen. Auch dieser Film

über einen schwulen Mann, der

sich seiner krisengeprägten Ver-


22 KULTUR JOKER Vision

Kunstvereine im Gespräch (22):

Jubiläum zum 20/5-jährigen Bestehen in Lahr

Kunstvereine spielen eine wichtige

Rolle im Kulturleben von

Städten und Gemeinden – gerade

auch in unserer Region. In der

Serie über die Kunstvereine im

Schwarzwald und Südbaden geht

es heute um „L’Art pour Lahr“.

Der Verein feiert jetzt ein ‚silbernes‘

Jubiläum. Das Vorstandsmitglied

Dieter Weißenberger

stand zum Austausch bereit.

Der Titel des Vereins ist genial

gewählt. „L’Art pour l’Art“ besäße

womöglich einen negativen

Beigeschmack: Kunst um ihrer

selbst willen. Doch gemünzt auf

das Engagement in der Stadt Lahr

wendet sich das Blatt – und wird

zum eindeutigen Signal. „Unser

Name ist Programm!“, heißt es

mit Recht und Selbstbewusstsein.

Eine Mitinitiatorin fand einst das

Wording. Kunst für Lahr galt fortan

als Devise. 1996 war das Jahr,

als erste konspirative Treffen der

Künstler*innen stattfanden. Das

städtische Kulturamt konnte

frühzeitig beteiligt werden. Und

„Kunstpunkte“ war 1997 das

erste gemeinsame Projekt. 34

Künstlerinnen und Künstler stellten

in Geschäften in der Stadt ihre

Arbeiten aus; ein großer blauer

Punkt markierte jeweils den Ort

des Geschehens – und schon entstand

das künftige Logo.

Künstler-Kunstverein

Der Verein ist ein typischer

Künstler-Kunstverein. Von den

ca. 75 Mitgliedern sind mehr als

die Hälfte aktive Künstler*innen

– mit unterschiedlichem Ausbildungsgrad:

vom Akademieabschluss

bis zur Autodidaktin.

Entsprechend wird der Vorstand

bestückt: drei Personen regeln die

Geschäfte, im Beirat sind weitere

mit eingebunden. Eine Fachjury

wählt man aus eigenen Kreisen,

die Besetzung wechselt aber alle

zwei Jahre, so dass Transparenz

und Ausgeglichenheit der Voten

gewährleistet bleiben.

„Unser Interesse liegt bei modernen

und zeitgenössischen

Kunstströmungen. Wir tauschen

uns über Kunst im Allgemeinen

und über unsere eigene künstlerische

Arbeit aus und freuen uns

auch ganz besonders über die

Teilnahme von Kunstfreunden,

die selbst nicht künstlerisch tätig

sind“ erzählt Weißenberger.

50 Euro werden jährlich als Mitgliedsbeitrag

erhoben.

Galerie als Elixier

2000 wurde der Verein gegründet.

Das sollte im letzten Jahr

gefeiert werden und wird jetzt

nachgeholt – so kommt es zum

doppelten Jubiläum. Außerdem

wird seit 2001 die eigene Galerie

bespielt: auch hier ist nun eine

runde Zahl im Spiel. Die vier

Räume im Erdgeschoss des historischen

Stadthauses aus dem 18.

Jahrhundert am Rande der Lahrer

Fußgängerzone geben eine feste

Heimat, einen Treffpunkt, vor

allem die Möglichkeit kontinuierlicher

Wechselausstellungen,

gelegentlich auch für Musik, Performance

und Vorträge.

Fünf Einzelausstellungen

Premiumhändler

Südbaden

Konviktstr. 21 - 23

79098 Freiburg

Tel. 0761 37536

www.culinara-freiburg.de

Unikat von Stephan Rambaud, Meilleur Ouvrier de France

Galerie L’ART POUR LAHR

und eine Gruppenausstellung

können pro Jahr realisiert werden;

Mitglieder und externe

Künstler*innen stehen dabei etwa

im Verhältnis 2:1. Dazu „zweimal

im Jahr ein kleines Fest“ notiert

das Vorstandsmitglied. Eine gesunde

Mischform aus Kunstverein

und Produzentengalerie hat

sich über die Jahre entwickelt. Die

Stadt übernimmt die Miete für das

Objekt und gibt gelegentlich projektbezogene

Zuschüsse.

Highlights gestern und heute

Bei Durchsicht das Ausstellungsarchivs

fällt die Kontinuität

und Lückenlosigkeit des

Engagements auf. Es begegnen

weiterführende Projekte mit Jugendlichen

wie „Stickerei und

Textilobjekte von Mädchen aus

Afghanistan und Schüler/innen

aus der Ortenau“ (2007), die Fotografie-Ausstellung

„Bildjung“

(2008) oder „Farbpixel – Jugend

in der Galerie“ (2009). Kooperationen

mit Künstler*innen aus der

französischen Partnerstadt Dole

(1999, 2012) fallen ins Auge. Ein

besonderes Profil erwarb sich die

Reihe „Produktkunst“ (seit 2001):

Das meint nicht zwingend Angewandte

Kunst, also (Produkt-) Design

– lässt dies freilich zu. Thema

ist vielmehr ein bestimmtes

Material/Produkt, das – von einer

ansässigen Firma gesponsert – zur

künstlerischen Bearbeitung freigegeben

wird. Das reicht von Verpackungsmaterial

(„Schächtele“)

über Stahlwolle, Bandagen, Räder

und Rollen, Schrott, Knöpfe, Tapeten

bis zu Leder. Wie geistreich!

Das Mehrfachjubiläum wird

mit einer Doppelausstellung in

der eigenen Galerie und im Stadtmuseum

begangen. Die Landesgartenschau

2018 setzte nicht

wirklich nachhaltige künstlerische

Impulse. Doch mit der Städtischen

Galerie, dem noch ganz neuen

Projekt „Villa Jamm Artists“ und

sowieso „L’Art pour Lahr“ hat die

Stadt an der Schutter für die Bildende

Kunst mittlerweile Einiges

zu bieten.

Martin Flashar

Moore auf der Wiese

Ausweichstandort der „Reclining Figure“ zeigt Perspektive auf

Die Bronzearbeit „Reclining

Figure“ des britischen Bildhauers

Henry Moore (1898–1986),

die 1961 zur Fertigstellung des

Kollegiengebäudes II auf dem

Freiplatz vor dessen Front aufgestellt

wurde, zählt bekanntlich zu

den wichtigsten Skulpturen im

öffentlichen Raum, die die Stadt

überhaupt zu bieten hat. Mit der

Fertigstellung des Platzes der Alten

Synagoge vor wenigen Jahren

verlor sie indes deutlich an

Präsenz: War sie zuvor auf dem

großflächigen Rasenin einem

eigens abgrenzten, kleinteilig

Ersatzort für Moore – wohl gewählt

gepflasterten Carré platziert,

‚versank‘ sie fortan auf ihrem

Betonsockel gleichsam in den

Granitplatten. Berechtigte Kritik

wurde laut (siehe KulturJoker

Febr. 2018, Seite 9); es meldete

sich auch die Henry-Moore-

Foundationaus dem Vereinigten

Königreichbei den Architekten

und verlangte Nachbesserungen

(ohne Resultat freilich).

Aufmerksamen Interessenten

wird nicht entgangen sein, dass

die Skulptur kürzlich im Zuge

der Sanierung des KG II entfernt

werden musste, weil an ihrer

Foto: Flashar

Foto: Stadt Lahr

Info: „Momentaufnahme“ –

aktuelle Arbeiten der Vereinsmitglieder.

Galerie L’ART POUR

LAHR Obertorstraße 4, Lahr. Eröffnung:

Do., 16. Sept., 18 Uhr. Do

17–19 Uhr, Sa 11–15 Uhr, zusätzlich

So., 19. Sept., 14–18 Uhr. Der

Eintritt ist frei. Bis 23. Okt. 2021.

www.l-art-pour-lahr.de

„Lahrer Schächtele – Kunst

mit Produkten der Firma Leser“.

Stadtmuseum Lahr, Kreuzstraße

6, Lahr. Eröffnung: Sonntag, 19.

September, 12 Uhr, Mi–So, 11–18

Uhr. Bis 14. Nov. 2021. www.

stadtmuseum.lahr.de

Stelle nun ein Baukran steht. Vor

wenigen Tagen wurde ein Ersatzstandort

gefunden, an eher unspektakulärer

Stelle: Geschützt

von allerlei Bauzäunen steht das

Kunstwerk jetzt auf der rückwärtigen

Ostseite des KG II, vor dem

Hörsaaltrakt des KG III, neben

dem Peterhof. Aber ein grüner

Rasen umfängt es – und schon

entsteht eine völlig neue Wirkung,

die das Werk wieder enorm

aufwertet, ihm einen eigenen Gestaltraum

gibt und die Blicke auf

sich zu ziehen vermag. Der für

die KG II-Sanierung zuständige

Architekt des Amtes Vermögen

und Bau Baden-Württemberg

Benjamin Bert hat die Stelle nicht

ohne Überlegung gewählt, in gewisser

Weise solle das auch ein

„Testfall“ sein. Wie Bert im Gespräch

mitteilt, gehe er davon aus,

dass bei der Rücküberführung an

den angestammten Ort eine Veränderung

vonnöten sei, vielleicht

ein Rasen-Geviert. Dazu wolle

er sich aber dann rechtzeitig mit

der städtischen Kunstkommission

und anderen Kunstexperten

in der Stadt beraten. Gute Aussichten

also.

Martin Flashar


weinland Baden Aktuell KULTUR JOKER 23

Fotos: Naturgarten Kaiserstuhl

Die Sieger stehen fest

Der Grauburgunder-Preis 2021 fand online statt

Er ist noch immer ein Erkennungs-

und Markenzeichen für

die Kaiserstühler Weine: der

Grauburgunder. So war auch

die Verleihung des diesjährigen

Grauburgunder-Preises ein

überragendes Event, 2021 ausgerichtet

im Eichstetter Weingut

Arndt Köbelin, allerdings

nur online.

Zum Finale zugelassen wurden

insgesamt 402 Weine in

vier Kategorien, das sind die

etwa 30 Prozent der Punktbesten

(nach dem neutralen

Blindverkostungs-100-Punkte-

System) aus der Qualifizierungsrunde.

Geleitet wurde

die Veranstaltung zum 7. Mal

vom ehemaligen Geschäftsführer

der Südglas EG, Hilmar

Czwartek, fachlich charmant

unterstützt von der Sommelière

Natalie Lumpp und sachlich

und humoristisch präsentiert

von Moderator Martin Seidler.

Die Kategorie 1, frische,

fruchtige Grauburgunder ohne

Holz oder Barrique zeigte aus

94 Bewerbern gleich fünf erste

Sieger. Auf Rang 1, mit 91

Punkten gleich bewertet wurden

das Weingut Gut von Beiden

aus Kleinfischlingen in der

Pfalz und das Weingut Schloss

Rheinburg aus Gallingen am

Hochrhein. Das Weingut Meßmer

aus Burrweiler, wieder in

der Pfalz, erhielt 90 Punkte und

Platz 2, den dritten Platz teilten

sich mit gleicher Punktzahl von

je 87,67 der Winzerkeller Auggener

Schäf sowie der Winzerverein

Hagnau vom Bodensee.

Zudem gab es weitere Top-Ten-

Urkunden.

Gehaltvolle trocken und

ausdrucksstark strukturierte

Weine, durchaus Ausbau im

großen Holzfass möglich, waren

187-mal angestellt. Auch

hier gab es auf Platz 1 mit jeweils

gleicher Punktzahl von

92,33 gleich zwei erste Sieger:

die Winzergenossenschaft

Achkarren im Kaiserstuhl und

das Weingut Neef-Emmich aus

dem rheinhessischen Bermersheim.

Kleinfischlingen konnte

91,67 Punkte für sich auf Platz

2 entgegennehmen, glatte 91

gab es für das Weingut Bungert

in Ockenheim. Die Flaggschiffe

der Kategorie 3 (98 angestellte

Weine) sind die Grand Cru

der ausdrucksvollen Premium

Grauburgunder mit maximal

4g/l Restzucker, Ausbau auch

im neuen Barrique-Fass möglich.

92,33 Punkte erzielte hier

die Winzergenossenschaft

Oberbergen im Kaiserstuhl und

damit Platz 1. Mit je 91 Punkten

teilten sich die Winzer aus

Oberkirch (Ortenau) und Meersburg

(Bodensee) den zweiten

Platz und Dritter wurde hier

das Weingut Gehring aus Nierstein

in Rheinhessen. Eine Top-

Ten-Urkunde erreichte auch das

gastgebende Weingut Köbelin.

Nur 23 Weine konnten die Kriterien

der edelsüßen Ruländerund

Dessertweine vorerfüllen.

Auf Platz 1 und 2 obsiegte hier

der Badische Winzerkeller

aus Breisach mit 94,33 und 92

Punkten. Die Burkheimer Winzer

konnten für ihre 2018er Ruländer-Trockenbeerenauslese

als Dritter im Bunde 91 Punkte

einheimsen.

Die Beliebtheit und Internationalität

der Prämierung

zeigte sich auch daran, dass

erneut auch Winzer aus Italien,

Österreich und der Schweiz

teilnahmen. Eine Liste aller

Urkunden- und Preisträger

lässt sich unter www.grauburgunderpreis.de

abrufen, wer es

noch genauer will, dem steht

auch die Telefon-Info des Naturgarten

Kaiserstuhl unter

07667/906850 zur Verfügung.

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn und Lea Tritschler, die Botschafter der Sonnenwinzer

Foto: Henning Johanßen/BWK

KAISERSTUHL-TUNIBERG

GENUSSREGION

zwischen Schwarzwald & Rhein

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24 KULTUR JOKER weinland Baden Aktuell

Wieder gemeinsam repräsentieren

Die 71. Badische Weinkönigin und ihre Prinzessinnen sind im Amt

Die 71. Badische Weinkönigin: Katrin Lang

Das Jahr 2020/21 war aufgrund

Corona nicht gerade das

bewegendste für die Badischen

Weinhoheiten, mussten doch

alle großen Feste, Messen und

sonstigen Events ausfallen, und

so verhinderten die Umstände,

dass Königin und Prinzessinnen

ihre Fähigkeiten, den badischen

Wein zu repräsentieren, nicht

gerade üppig ausleben konnten.

Die Bereichsprinzessinnen

dürfen daher ein weiteres Jahr

im Amt bleiben, um mit gewohnter

Grazie und Kreativität

die Weine zu vertreten.

Neu gewählt wurde aber im

Juni die Badische Weinkönigin.

Die 71. ihrer „Zunft“ heißt

Katrin Lang und sie entstammt

der ältesten Weinbaugemeinde

des Markgräflerlandes Ebringen.

Seit ihrer Kindheit an die

Arbeiten im Weinberg gewohnt,

machte Katrin ihre Ausbildung

im Staatsweingut Freiburg und

studiert nun seit 2019 Weinbau

& Oenologie am Campus

in Neustadt. Die kommunikative

Weinfrau möchte in ihrem

Amtsjahr ihre Liebe zu Wein

und Heimat mit möglichst vielen

Menschen teilen.

Wie alle Badischen Weinköniginnen

wird auch Katrin Lang

von zwei Prinzessinnen unterstützt.

Eine davon ist Victoria

Lorenz, 23-jährige Winzertochter

aus Sasbachwalden in der

Ortenau, wo sie zunächst Ortsweinprinzessin

war und hiernach

sogar Bereichsweinhoheit

wurde. Da ihr Vater einen 5,5

Hektar großen Weinbaubetrieb

führt, hat sie ihren familiären

Hintergrund im Weinbau. Im

Hauptberuf ist Victoria derzeit

operationstechnische Assistentin

am Klinikum Mittelbaden,

nebenberuflich unterstützt sie

Foto: promo

sehr gerne die Alde Gott Winzergenossenschaft.

Dem Taubertal in Tauberfranken

entstammt die zweite

Badische Weinprinzessin. Die

30-jährige Tauberbischofsheimerin

Michaela Wille ist auch

Winzerin. Im selbstvermarktenden

Betrieb der Eltern im

kleinen Weinort hilft sie mit,

im Hauptberuf fungiert sie als

Abteilungsleiterin eines großen

Lebensmittelhändlers. Die Winzerfamilie

ist seit Generationen

Mitglied bei der Becksteiner

Winzer eG.

30.000 Kilometer legt eine

Badische Weinkönigin in einem

normalen Nicht-Corona-Jahr

zurück, um mit Freude, Stolz

und Integrität die badischen

Weine in allen neun badischen

Anbaugebieten und oft darüberhinaus

zu vertreten. Dass das

zu Fuß nicht zu schaffen ist,

dürfte wohl allen klar sein. Und

so lässt es sich seit vielen Jahren

das Autohaus Gehlert nicht

nehmen, schicke Fahrzeuge für

die Weinhoheiten zu spendieren.

2021 ist es ein sportlicher Audi

A 3 Sportback in strahlendem

Atollblau, der auch sogleich an

seinem Nummernschild FR-

WK-621 erkannt werden soll.

Mögen Katrin Lang und ihre

Assistentinnen Michaela Wille

und Victoria Lorenz damit stets

gut durch unser Land kommen

und die badischen Weine mit

gleicher Lust und Würde vertreten

wie ihre Vorgängerinnen!

„Vini Grande“ am Vulkangebirge

Die Burkheimer Winzer kreieren neue Spitzenweine

Das kleine mittelalterlich geprägte

Winzerdorf Burkheim

hat eine lange Weintradition, die

bis ins 8.Jahrhundert zurückreicht.

Rund 40 Winzer*innen

bewirtschaften heute die 116 ha

Rebberge der Kooperative. Ein

zwar kleines, dafür aber ausgesprochen

feines Anbaugebiet!

Eine der Spitzenlagen, der Feuerberg,

ist prädestiniert durch

sein Vulkanverwitterungsgestein,

die zweite, der Schlossgarten,

lässt beste Reben auf

tiefgründigen, fruchtbaren Lössböden

wachsen.

Heute wollen wir einen Blick

werfen auf die von Kellermeister

Dominik Schweizer kreierte

Selektion „Vini Grande“,

Vermittler*in zwischen Kulturschaffenden,

Künstler*innen und Publikum.

Kritisch. Kostenfrei. Unabhängig.

FreundschaftsAbo

Für 120,- Euro im Jahr erhalten Sie per Post nach Erscheinen:

Zehn Ausgaben Kultur Joker;

Zwei Ausgaben UNIversalis;

Eine Ausgabe Schwarzwald Impressionen

inkl. Weinland Baden aktuell (Zeitschriftenhandel 5,80 €).

Interesse?

Rufen Sie uns an 0761-72072 oder schreiben Sie eine

Mail an redaktion@kulturjoker.de.

Wir danken Ihnen und freuen uns über Ihre Unterstützung!

Ihr Kultur Joker-Team

deren Weine, allesamt trocken

ausgebaut, in kleinen Barriquefässern

reifen. Da wäre zunächst

der 2019er Tempranillo vom

Burkheimer Schlossgarten, der

bei der „Women´s International

Trophy“ ausgezeichnet wurde.

Er zeigt im Glas ein tiefes

Purpurrot. 15 Monate im Barriquefass

gelagert, versprüht

er verschwenderische Noten

von dunklen Beeren und roten

Früchten, perfekt verwoben mit

leichten Gewürznoten, die sich

am Gaumen noch verstärken.

Die milde Säure und die samtigen

Tannine machen ihn dann

zu einem sanften Wow-Erlebnis.

Auch die für den Kaiserstuhl so

typischen Spätburgunder zeigen

in dieser Serie ihr Bestes.

Auf nationaler Ebene haben sie

es in die Top Ten der Weinbruderschaft

Baden-Württemberg

geschafft. Internationales Gold

gab es bei der „Berlin Wein Trophy“

für den 2018er Feuerberg

Spätburgunder Rotwein „Vini

Grande“. Dieser schon in der

Nase typisch-würzig-kräftige

Spätburgunder mit einem Hauch

von Rauch besticht im Glas mit

einem dunklen Rubinrot. Im

Geschmack dann voller Körper,

Würze und viel Kraft, süße

Fruchtigkeit. Das weiche Tannin

schließlich sorgt für einen

angenehmen Schmelz. Nun

zu den Weißweinen. Hier gab

es vier Sterne für den 2019er

Schlossgarten Chardonnay

„Vini Grande“ und Gold bei

der International Premium

Select Wine Challenge der

Zeitschrift Selektion. Dieser,

der internationalen Spitzenklasse

zugehörige Wein,

zeichnet sich durch eine eindringliche

Frucht toastig mit

einer hervorragenden Fülle

im Mund aus.

Die Burkheimer Genossenschaft

besitzt auch eine

täglich geöffnete Vinothek,

wo die edlen Tropfen probiert

werden können.

Hier werden Sie die Leidenschaft

der Burheimer

Winzer*Innen schmecken

können.

Mehr Vorabinfos zu Weinproben,

Kellerführungen

oder Weinbergwanderungen

finden Sie unter www.burkheimerwinzer.de,

direkten

Kontakt können Sie auch

unter 07662-93930 herstellen.

Die Burkheimer

Winzer freuen sich auf Sie!


weinland Baden Aktuell KULTUR JOKER 25

Online-Wein

„Fluch“ oder „fein“ ?

Der Trend geht zu digital

und diese Entwicklung ist mit

Sicherheit nicht aufzuhalten.

Daran ist auch nichts verkehrt,

oder? Wenn uns ein renommierter

Winzer wie Hermann

Dörflinger aus Müllheim in

seinen Winzerbriefen mitteilt,

wie groß seine Sehnsucht ist,

die eigenen und andere prächtigen

Weine auch wieder zu

einem guten Essen in einem

feinen Restaurant „original

und nicht digital“ genießen zu

dürfen, können wir aber auch

das nachvollziehen. Kann ein

Besuch auf der Sonnenterrasse

einer Winzerschenke

inmitten der Weinberge auch

nur annähernd online ersetzt

werden. Der persönliche Besuch

im Weinkeller mit Weinprobe

vor Ort oder eine Traktorfahrt

durch die Rebberge?

Diese Aufzählung ließe sich

sicher noch um Einiges verlängern,

die Meinung unserer

Leser*Innen hierzu interessiert

auch uns sehr.

Natürlich hat „Wein-online“

auch Vorteile, einige davon

möchten wir hier aufzeichnen,

Kritik oder Zustimmung willkommen!

Gemeinsam Weine online einkaufen

Ein neuer Service der Breisgauer Wein GmbH

Corona zeigt noch immer, wie

wichtig eine Online-Präsenz

ist. Kleine Winzerbetriebe und

Einzelhändler können oftmals

indes die Bedingungen nicht

alleine stemmen, die Datenschutzgesetze,

AGBs, Programmierkenntnisse

und viele

Virtueller Sommelier,

Online-Weinproben und

Wein-Abos

E-Commerce der Markgräfler Weintheke

Markgräfler Wein weit

hinaus über das Markgräflerland

bekannt zu machen,

ist eines der Ziele der Markgräfler

Weintheke, des vor

fünf Jahren in Bad Bellingen

gegründeten kleinen Unternehmens.

Vom Deutschen

Weininstitut anerkannter

Berater, Sommelier und Inhaber

Sven Vormann, hält

virtuell einen ganz besonders

innovativen Service für

seine Kunden bereit. Seine

Weinempfehlungen berücksichtigen

individuelle Bedürfnisse.

Die Beratung umfasst

neben der Weinart und

Rebsorte auch den Trinkanlass

und den gewünschten

Preisrahmen. Seine Mitarbeiter

stehen per Mail oder

telefonisch zur Verfügung.

Winzer und Weine erlebbar

zu machen – ganz bequem

von zu Hause aus, unter

diesem Motto finden bereits

seit 2018 die zahlreichen Online-Weinverkostungen

statt.

Wechselnde Winzer aus

dem Markgräflerland, Gastropartner

und Studiogäste

geben den Motto-Veranstaltungen

live ein ganz eigenes

und besonderes Gesicht.

Digitale Firmenevents und

spezielle Gruppenveranstaltungen,

z.B. für Grillfreunde

oder „Winerocker“, umfasst

das Angebot auch.

Wem das alles zusagt, der

ist wohl auch für ein Wein-

Abo zu haben. Die einfachste

Art, neue beste Weine kennenzulernen,

gleich ob rot,

weiß oder rosé. Der „Chef“

berät gerne persönlich unter

sven.vormann@markgraefler-weintheke.de

oder rufen

Sie ihn einfach unter 0176-

63476458 an.

Er freut sich nicht nur auf

neue Kunden sondern auch

auf Interessierte.

weitere Hürden aufstellen.

Gemeinsam lässt sich mehr

erreichen! So hat die Herter

Druck GmbH. zusammen mit

dem Weinland Breisgau einen

Online-Shop eingerichtet, den

inzwischen viele Winzer*innen

und kleine Einzelhändler gerne

Aus Freude am Wein!

Probieren Sie auch

unser „Conjägle“

nutzen. Auf der offiziellen Website

www.weinlandbreisgau.de

kann man sich nicht nur über

regelmäßige Weinproben und

Veranstaltungsankündigungen

unterrichten lassen, sondern

dort auch direkt den passenden

Wein kaufen. Mitgliedsbetriebe

sind u.a. Blattmann Wein &

Sekt, die Glottertäler Winzer

vom Roten Bur, die Weingüter

Daniel Rieger und Lothar

Schwörer, der Franz-Xaver-Hof

sowie die Winzergenossenschaften

aus Buchholz-Sexau

und Mahlberg-Sulz.

Online

Wein

Proben

Wir bringen die Winzer virtuell in eure Wohnzimmer!

Immer wieder neue Motto-Themen & kulinarische

Pairings zum Mitbestellen oder Nachkochen.

Mehr unter: online-weinproben.de

seit 2018!


26 KULTUR JOKER weinland Baden Aktuell

Ein neues Weinhaus

für Bad Bellingen

Weinhandel, Vesperstüble und Restaurant im

Kurpark

Wolfgang Grether ist in der

badischen Weinbranche kein

Unbekannter. Lange Jahre trug

er als Geschäftsführer in Winzergenossenschaften

und Weingütern

Verantwortung, ganz

besonders für die Erste Markgräfler

Winzergenossenschaft

in Schliengen. Letztere betrieb

auch bereits seit 1987 das Restaurant

Sonnenstück mit angeschlossenem

Weinverkauf in

der Bad Bellinger Badstraße.

Die Grethers hingegen machten

sich immer selbständiger.

Die Eheleute Sigrun und Wolfgang

betreiben nun seit Mitte

2016 den Bodensee-Weinkeller

in Konstanz mit dem Weinmarkt

an der Laube. Da das

recht erfolgreich verlief, fügten

sie im Sommer 2018 einen weiteren

Weinmarkt in Lörrach

hinzu. Das Restaurant Sonnenstück

indes war noch bis

Ende Februar des Jahres 2021

an einen regionalen Weinerzeuger

verpachtet. Als dieser

Pachtvertag auslief, tat sich

Grether zusammen mit Sylvia

Zeller, die schon seit 2000 das

Badische Weinhaus unter dem

Winzerstüble betrieb. Gemeinsam

wollen sie in Bad Bellingen

dem Grundgedanken „Wein

und Tourismus“ weiter frönen.

Die „Dreieinigkeit“ von Weinverkauf

im Weinhaus, kleinen,

leckeren badischen Vespern

wie Flammkuchen ganzjährig

oder Zwiebelkuchen mit Federweißem

im Herbst sollen dem

Vesperstüble Leben einhauchen,

während das Restaurant

Sonnenstück mit einer internationalen

Speiskarte aufwarten

kann. Sylvia Zeller ist gelernte

Bäckerin und DWI-Beraterin

und kann als solche zudem mit

frisch gebackenem Bauernbrot

die Gäste anlocken.

Etwa 750 Weine lokaler, regionaler

aber auch internationaler

Herkunft können die Grethers

nun in ihren drei Weinkellern

anbieten, die meisten davon aus

dem Markgräflerland oder vom

Kaiserstuhl. Doch auch Winzersekte,

Champagner, Cremant

und Portweine, begleitet von

Spirituosen wie Gin und Williams

oder Grappas werden angeboten.

Halt alles unter einem

Dach, was der Weintourismus

nicht überall in Baden offerieren

kann.

Foto oben: Die gemütliche

Ausstattung der Grether

Weinstube

Foto rechts: Auch im Freien erwartet

die Gäste alles was Grether zu

bieten hat

Fotos: promo

Große Gewächse im Barrique gereift

VINIGRANDE

täglich

Gratis-

Degustation &

Beratung

Badisches

WEINHAUS

WEINSTUBE

Bad Bellingen

Markgräfler Vesper

kleine Speisen

Weinproben · Weinverkauf

Weine · Winzersekte

Champagner · Edelbrände

aus Bad Bellingen · Markgräflerland · Baden

Deutschland · Italien · Spanien · Frankreich

… und der ganzen Welt

Besuchen

Sie uns auch in

Lörrach · Konstanz

Di-Fr 10-12.30 Uhr & 17-22 Uhr

Sa 10-14 Uhr & 17-22 Uhr · So, Feiertage 10-22 Uhr

Badstr. 8 · D-79415 Bad Bellingen · Tel. +49 (0)7635 9453

www.weinmarkt-konstanz.de · www.weinmarkt-loerrach.de

Selektioniertes Traubengut von

höchster Güte und die besondere,

mit Leidenschaft betriebene

Vinifikation unseres Kellermeisters

sowie das Bestreben einer

Auszeichnung stehen für die Serie

„ViniGrande“

Cabernet

Tempranillo

Sauvignon

Spätburgunder

Rotwein

Gewürztraminer

Grauer

Burgunder

Chardonnay

Burkheimer Winzer am Kaiserstuhl eG | Winzerstraße 8 | 79235 Vogtsburg – Burkheim

Tel: 07662 93 93 0 | info@burkheimerwinzer.de


weinland Baden Aktuell KULTUR JOKER 27

Rosen am Tuniberg

Eine neue Naturattraktion in „Freiburgs Weingarten“

Günter Linser und Kollegen beim ersten Spatenstich für die Rosen am Tuniberg

Eigentlich gibt es nur ganz

wenige naturnahe Gegenden,

in die Rosen nicht passen. Für

eine der imposantesten Landschaften

unserer Region, den

Weinbergen des Tuniberg,

passt das in ganz besonderem

Maße. Somit haben die

Tuniberg-Winzer im späten

Frühjahr 2021 beschlossen

und begonnen, hier etwa 1.000

Rosenstöcke anzupflanzen.

Die aus der Sagenwelt bekannte

Lage Attilafelsen wurde

als erstes Ziel ausgewählt.

Der nicht weniger bekannte

Aussichtsturm bei Opfingen

ebenso. Jetzt im Herbst soll

die Aktion auf den gesamten

Tuniberg ausgeweitet werden.

Ganz billig ist die Sache aber

nicht, schon ein Topf Rosen

kostet zwischen 5 und 15 Euro.

Macht der Tuniberg nun wieder

„Karriere“ als blühender

Weinberg? Tuniberg-Wein-

Vorsitzender Günter Linser

glaubt fest daran, er hofft, dass

das verehrte Publikum das genauso

sieht. Die großflächige

Bepflanzung mit edlen Rosen

hat aber nicht nur publikumsträchtige

Bedeutung. Sicherlich

soll das neue Leuchten

weitere Weinfreund*innen

anlocken, die Wein und Rosen

lieben und dann auch die

Burgunder vom Berg kosten

und mit nach Hause nehmen

wollen.

Wussten Sie aber auch, dass

Rosen sofort nach dem Austrieb

Wasser und Nährstoffe

direkt aus dem Boden aufnehmen

können und somit keine

Kümmerpflanzen sind? Am

besten gedeihen die Setzlinge,

wenn sie im Spätherbst gepflanzt

werden. Dann sind sie

sogar in der Lage, Winzer und

Rosenveredler behaupten das

gleichzeitig, große Trockenheit

und Hitze hinzunehmen. Die

Rose ist auch eine sogenante

Foto: promo

Zeigerpflanze, die anzeigt wo

sich die gefährliche Pilzkrankeit

des Mehltau breitmachen

will. Also Schönheit und Nutzen,

eine Symbiose, die es in

sich hat! Freunde, also ein Resumée:

Im Herbst und Winter zu

Wein und Wellness und Naturerlebnis

auf zum Tuniberg!


37 Jahre

Bis November

geöffnet

©

Hoch-

Mit dem Fahhrad bei einer Pause am Feldsee

© Hochschwarzwald Tourismus GmbH


vom

3. September - 7. November 2021


30 KULTUR JOKER weinland Baden Aktuell

Gegenseitige

Rücksicht

im Weingelände

Einmalige Aktion am Tuniberg

Da, wo auf den beliebten

Rebbergen des Tuniberg täglich

Winzer und Landwirte

ihre wertvolle Arbeit zu verrichten

haben, gab es in den

letzten Jahren immer häufiger

Konflikte mit parkenden Autos,

rasenden Radlern oder

auch Wanderern, die sich nicht

an eine notwendige Wegeordnung

halten wollten. Und auch

die Entsorgung des Mülls inmitten

der Weinberge sorgte

leider für viel Unmut bei allen

Beteiligten. Um die Empfindlichkeiten

der unterschiedlichen

Nutzer zu aktivieren,

hat sich der Verein Tuniberg

Wein e.V. nun zu einer bislang

bundesweit einmaligen

Kampagne entschlossen. An

den markanten Zufahrtsstellen

und den besomders häufig besuchten

Stellen des Tunibergs

werden ab sofort Schilder aufgestellt,

die gegenseitigen Respekt

für ein rücksichtsvolles

Miteinander einfordern. Zum

Start der Aktion am Attilafelsen

im August zeigte sich der

Vorstand des Tuniberg Wein

e.V. Günter Linser vor Vertretern

der Kommunen, des

Tourismus und der Weinwirtschaft

überzeugt, die herrliche

Landschaft ohne Einschränkungen

weiterhin einer breiten

Öffentlichkeit zu deren Genuss

anbieten zu können.

Immer sonntags konnte der

Verein auch im Juli und August

2021 seine unter der Bezeichnung

„Hoch-Genuss“

jetzt bereits etablierte längste

Weinprobe auf inzwischen

fünf Stationen des Tuniberg

Höhenweges offerieren. Die

Günter Linser, Vorstand der Tuniberg Wein e.V., enthüllt zusammen mit den Vertretern der Kommunen,

des Tourismus und der Weinwitrschaft ein Hinweisschild für gegenseitigen Respekt und

rücksichtsvolles Miteinander in den Weinbergen

Foto: promo

Weinfreund*innen waren

ausgesprochen angetan davon

mit der „Wein-Versucherle-

Karte“ für 10 Euro fünf sehr

gute Weine genießen zu dürfen.

Dazu gab es an den tollen

Aussichtspunkten jeweils ein

kleines Vesperle. Ein so großer

Erfolg für die Weinbaubetriebe

und ihre Partner, sodass der

„Hoch-Genuss“ auch für die

Sommerferien der kommenden

Jahre wieder fest eingeplant ist.

Die Bassgeige „triumphiert“

Oberbergener sind Deutschlands beste Winzergenossenschaft 2021

Die Bassgeige-Winzer*innen

um ihren rührigen Vorsitzenden

Erwin Vogel und dem tüchtigen

Kellermeister Wolfgang Schupp

sind zu Recht stolz darauf, sich

nun für ein Jahr beste Winzergenossenschaft

Deutschlands

nennen zu dürfen. Das erste

Mal geht seit 10 Jahren damit

wieder eine badische WG aus

den Leistungstests für Deutsche

Genossenschaften als

Sieger hervor. Seit 2004 führt

der Meininger-Verlag den inzwischen

vielbeachteten Leistungstest

in der Fachzeitschrift

Weinwirtschaft im 100-Punkte-

System und Blindverkostung

durch. Sechs der eingereichten

Weine erhielten in diesem Jahr

90 Punkte.

„Wir leben und lieben unsere

Bassgeige“, so Geschäftsführer

Vogel, „sie ist die Grundlage

unseres Handwerks. Die Verbundenheit

zu unserer Heimat

und der sorgsame Umgang mit

den Böden, die von den Winzern

schon seit Generationen

bearbeitet werden, spiegeln sich

letztlich in der hervorragenden

Qualität der Trauben wider.“

Die Weinlage in den Oberbergener

Rebstücken ähnelt von

oben gesehen der Form einer

Bassgeige, weshalb sie seit mehr

als 100 Jahren auch allgemein so

genannt wird. 240 bis 400 Mewter

beträgt hier die Meereshöhe.

Die kühleren Nächte lassen die

Trauben somit langsamer reifen,

was wiederum zur Einlagerung

besonders starker Frucht aromen

führt. Ökologische Begrünung,

zielgerichtete Düngung und eine

fachgerechte Behandlung der

Reben während der Vegetationsphase

führen zu weiterer Qualitätsverbesserung.

Nach der Lese

übernimmt dann Kellermeister

Schupp, selbst auch Winzer, die

Regie. Er weiß genau, welches

der 2.800 Rebgrundstücke sich

mit dem jeweils passenden Terroir

am besten der passenden

Weinkategorie zuordnen lässt.

Seit 2015 werden im Keller nur

noch naturnahe Produkte verwendet,

um sortentypische, aber

auch sehr haltbare Weine zu kreieren.

Somit ist es kein Wunder,

dass die Bassgeige bei sehr vielen

Prämierungen die Nase vorn

hat. Beim diesjährigen Grauburgunderpreis,

wie berichtet, Platz

1 in der Kategorie 3.

Die Oberbergener Weinreben

führen aber auch hinab von den

Höhen des erloschenen Vulkans

bis ins Naturschutzgebiet mit

den einzigartigen Trockenrasen.

Hier gedeiht eine der größten

Artenvielfalten wilder Orchideen

in Europa, hier tummeln

sich Wiedehopf, Bienenfresser

und Smaragdeidechsen.

Vorstandsvorsitzender Rainer

Gut fasst beinahe euphorisch

zusammen: „Wir Oberbergener

Winzer verstehen unsere Genossenschaft

als großes Orchester

und sind stolz auf unseren

Orchesterleiter Wolfgang

Schupp, der die verschiedenen

Sätze der Bassgeige zu einer

harmonischen Sinfonie zusammengefügt

hat“. Dem ist nicht

viel hinzuzufügen.

Vielleicht doch noch eins:

Das Team hat ein sechsteiliges

Sieger-Weine-Paket zusammengestellt,

das inklusive Video-Weinprobe

für 61,50 Euro

online zu haben ist. Es enthält

je eine Flasche Weißer Burgunder

Kabinett trocken, Weißer

Burgunder trocken Edition TT,

Grauer Burgunder trocken Edition

TT, Spätburgunder QbA

trocken, Spätburgunder trocken

Edition TT und Muskateller

Kabinett, ebenfalls trocken ausgebaut.

Alles bestellbar unter

www.bassgeige-wein.de. Ein

letzter Satz noch für Leute mit

nicht so großem Geldbeutel, die

dennoch guten Wein mögen:

Die Bassgeige ist in (fast) jedem

Preissegment zu Hause.

Die Oberbergener freuen sich und sind stolz, sich als beste Winzergenossenschaft Deutschlands bezeichen zu dürfen

Foto: promo


weinland Baden Aktuell KULTUR JOKER 31

Die Lagenvielfalt macht´s

Siegfried Bimmerle baut Weine auf neunzig Kilometern Länge an

Es ist wohl sehr selten, dass ein

einzelner Winzer seine Weine

quer durch Baden auf einer Gesamtlänge

von 90 Kilometern

Länge anbaut. Gute Tropfen überall,

die aber die Möglichkeiten

verschiedener Terroirs besonders

nutzen können. Das 1936 gegründete

Weingut wird seit 1986

in dritter Generation von Siegfried

Bimmerle leidenschaftlich

geführt, der die damalige Größe

von nur 6,34 Hektar auf heute

stolze 135 Hektar ausbaute.

Das besondere aber ist, dass

sich das heutige Gut über 90 Kilometer

ausbreitet und so ganz

verschiedene Terroirs für ganz

verschiedene Weinsorten nutzen

kann. In der nördlichen Ortenau

bei Baden-Baden werden auf

Arkosesandstein mit hohem Porphyranteil

Rieslinge und Sauvignon

Blanc angebaut. Ein klein

wenig südlicher im Bühlertal gedeiht

der Spätburgunder prächtig

auf den passenden Granitverwitterungsböden.

Im Renchtal hat

das Weingut sein Domizil. Auch

hier gibt es vorwiegend Granitverwitterungsböden

und auch

hier wächst der Spätburgunder,

es gesellen sich aber auch wieder

Weiß- und Grauburgunder, Riesling

und Müller-Thurgau hinzu.

Bis in den nördlichen Breisgau

bei Ettenheim und Ringsheim erstrecken

sich Bimmerles Reben.

Kalkgesättigte Lößböden lassen

hier den Auxerrois sprießen,

Chardonnay sowie alle weißen

und roten Burgundersorten. Siegfried

Bimmerle wird nicht müde,

herauszustellen, dass alle badischen

Weinlagen als einzige in

Deutschland der Weinbauzone B

angehören dürfen, gleichgesetzt

dem Loiretal oder der Champa-

Reben des Weinguts Bimmerle

gne. Die einzigartige Lagenvielfalt

allein macht aber noch nicht

den Spitzenwein. Die Bimmerles

dürfen sich wohl mit Recht zu

den fortschrittlichsten Weinbaubetrieben

in Baden zählen.

Dazu gehören eine schonende

Traubenannahme, zeitgemäße

Foto: promo

Kellerei- und moderne Abfülltechnik.

Höchste Hygiene- und

Sicherheitsstandards verleihen

ihnen als einziger Privatkellerei

in Baden das IFS-Zertifikat.

Das Weingut Bimmerle gehört

dauerhaft zu den 100 besten von

der DLG (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft)

ausgezeichneten

Betrieben, viele nationale

und internationale Prämierungen

bestätigen das. Probieren Sie

doch selbst wie Qualität schmeckt.

Unter www.wein-bimmerle.

de gibt es weitere Tipps und Hinweise.

Stolz präsentiert das Bimmerle Team die IFS-Zertifikate

Foto: promo

AUSGEZEICHNETE

SPITZENWEINE,

die begeistern!

Pop-Up-Weinbar Kurz & Kork

Neue Naturwein-Karte im Adelhaus

Jakob

Bimmerle

Philipp

Milke

Das Team des Bio-Restaurants

Adelhaus in der Freiburger

Altstadt hat die Monate der

Zwangsschließung nicht untätig

verbracht. Besuche bei den

Weingütern der Region, aber

auch Online-Verkostungen haben

die Crew um Jonas Schmidt

dazu bewogen, nunmehr eine

neue Weinkarte zu kreieren. Die

Thematik Naturwein hat es den

„Adelhäusern“ dabei besonders

angetan. Der Begriff ist zwar

nicht rechtlich geschützt, doch

besonders positive eigene Standards

festzulegen, ist auch im

Weinbau wohl nicht verboten.

Die vom Adelhaus angebotenen

Weine unterliegen seit jeher dem

zertifizierten biologischen Anbau.

Naturwein geht aber nach

Ansicht von Jonas Schmidt noch

einen Schritt weiter, wobei die

Unterschiede hauptsächlich im

Weinkeller ausgemacht werden.

Die Gärung der Trauben erfolgt

ausschließlich mit Hilfe natürlicher

Hefen, die sich bereits

im Keller und im Lesematerial

selbst befinden. Das erfordert

sehr genaues und gründliches

Arbeiten, gibt aber auch Raum

für Spontanität. Nicht umsonst

nennen Winzer*innen diesen

Vorgang auch Spontangärung.

Die Trauben mazerieren bei

Naturweinen meist länger mit

dem Most, als es beim klassischen

Keltern üblich ist. Das

ist im Glas deutlich zu spüren.

Wilde Hefen und langes, oxidatives

Mazerieren erhöhen

die Komplexität der Weine und

lassen völlig neue Duft- und Geschmackskitzel

entstehen. Ungestüme

Gaumenerlebnisse öffnen

Weinliebhabern manchmal

sogar ganz neue Welten. Das

Adelhaus bietet nunmehr, regelmäßig

wechselnd, eine kleine

Auswahl an Naturweinen an,

sorgfältig ausgewählt mit Linda

Kurz, die den Weinhandel leitet,

und die seit September 2020 hier

die Pop-Up-Weinbar „Kurz &

Kork“ betreibt.

Siegbert

Bimmerle

Benedikt

Bimmerle

WEINGUT & PRIVATKELLEREI SIEGBERT BIMMERLE

77871 Renchen-Erlach · Tel. 07843-654 · info@wein-bimmerle.de

Das Adelhaus

Ihnen fehlt noch ein

Weihnachtsgeschenk?

Bei uns gibt es Gutscheine!

Bio, regional, saisonal – unser Restaurant ist eine Oase für

vegetarischen Genuss. Dafür sorgen ökologisch produzierte Zutaten

aus der Region sowie eine entspannte Atmosphäre im Herzen der

Freiburger Altstadt. Wir freuen uns auf Sie!

ADELHAUS Bio Restaurant Café | Tel.0761 38388191 I www.adelhaus.bio


32 KULTUR JOKER weinland Baden Aktuell

Endlich wieder feiern mit Wein

Wie sich das Weinland Breisgau auf den Event-Herbst vorbereitet

Die großen Weinfeste durften

auch 2021 nicht stattfinden.

Da ist Kreativität gefragt

und das war schon immer eine

Stärke der Weinland Breisgau

GmbH und ihrer rührigen

Geschäftsführerin Isabella

Weidler, besser unter ihrem

Mädchennamen Isabella Vetter,

vor noch nicht allzu langer

Zeit als amtierende Badische

Weinkönigin bekannt. Sie hat

eine Liste von etwa 35 wohlklingenden

Wein- und Naturevents

zusammengestellt, die

trotz Krise von September bis

zum Jahresende stattfinden

sollen. Bitte, liebe Leser*innen

berücksichtigen Sie aber, dass

sich die Dinge in unruhigen

Zeiten täglich ändern können

und fragen Sie vorsichtshalber

vor dem Besuch einer jedweden

Veranstaltung beim Veranstalter

nach, ob diese auch

aktuell stattfindet.

Die Bürgermeister der Gemeinden

Ettenheim, Herbolzheim

und Ringsheim gehen

dabei oft gemeinsam vor und

veranstalten so den September

hindurch beim Rebsortengarten

Traubenpressungen an der

historischen Trotte, was dafür

Das junge dynamische Team des Weinguts Moosmann veranstaltet am 2. Oktober eine Kellerführung

sorgt, dass der Duft frischen

Traubensaftes zu einem guten

Schluck neuen Weines einlädt.

Zum Kaiserbergfest am

3. Oktober ist eine gemeinsame

Wein-Sternwanderung

zum Heuberg geplant. Schon

am 8. und 9. September laden

die Winzer der drei Gemeinden

unter dem Motto „Von

der Rebe ins Glas“ ins urige

Ambiente des Schwarzwälder

Vogtshauses in die Deutsche

Allee des Europaparks. Selbst

agieren und dabei altes Handwerk

entdecken können die

Weinfreunde am 15. September

im Rebsortengarten, zur

Schere greifen und die 21er-

Trauben lesen, eine Veranstaltung

für Groß und Klein, die

zum guten Schluss mit einem

ordentlichen Vesper belohnt

wird.

Nicht weniger arrangiert sind

die Ettenheimer Privatwinzer.

So hat das Weingut Bieselin

am 9. September, mittags und

abends, mit Weinguide Ulrike

Ritzau eine Fachfrau engagiert,

die die Weinfreunde

kundig bei Rebwanderungen

durch die Weinberge führt.

„Veranstaltungs-Kaiser“ in

Ettenheim aber ist das dortige

Weingut Weber. Am 12.9.

findet hier eine 15 Kilometer

langer Food-Truck-Wein-Wanderung

mit vier Stationen statt,

bereits eine gute Woche zuvor

gibt es eine Weinlounge mit

Weincocktails, Flammkuchen

auf Brett und Live-Musik.

Auch an diesem 3.9. präsentieren

die Webers ihren Sundowner-Wein

zu einem hoffentlich

prächtigen Sonnenuntergang.

Der Emmendinger Weinsommer

mit den frühen Herbstveranstaltungen

zieht sich durch

die ganze Kreisstadt und holt

diverse Mitspieler mit ins

Boot. Zunächst gibt es anstelle

des ausgefallenen Breigauer

Weinfestes jeden Donnerstag

Foto: promo

bis Sonntag bis Ende September

den Breisgauer Weinstand

in der Stadtmitte. Weinspaziergänge

und Wanderungen

führt die Stadt ebenfalls durch:

am 4.9., 18.9. und 2.10. mit

Start am Munzinger Winzerbahnhof

und am 25.9. und 9.10.

beginnt die Geschichte am

Hochburg-Parkplatz. Auch die

Gatronomie steuert so einiges

zu den Weinevents in und um

Emmendigen bei. So die „Vielharmonie“

am 2. Oktober mit

einem Weinmenu rund um den

Fisch im Ristorante Antonello.

Am 4. September trifft dort

die Cucina Italiana auf den

Breisgauer Wein. In der Vinoteca

heißt es am 11. September

„Buona sera Breisgauer Wein“.

Simon Schüssle, der Weinmacher im Weingut Xaver

Foto: promo

Blick auf die Weinberge des Weingut Xaver

Foto: promo


weinland Baden Aktuell KULTUR JOKER 33

Last but not least präsentiert

das Landgasthaus zum Engel

im Vorort Tennenbach am 25.

September sein Wildmenu mit

korrespondierenden Weinen.

Im nur wenige Kilometer

entfernten Waldkirch-Buchholz

gibt es gleich zwei Weinplayer.

Das Hof- und Weingut

Xaver veranstaltet im wildromantischen

Garten zunächst

am 18.9. sein „Wein und Chili“,

das am 19.9. sogleich in das traditionelle

Hoffest übergeht, zu

dem bei Live-Musik bodenständige

regionale Küche geboten

wird. Am 13. November endet

schließlich mit „Feuer &

Flamme“ auch der Festreigen

des Weinguts Franz Xaver.

Mit einem Winzersekt startet

das renommierte Buchholzer

Weingut Moosmann am

2.Oktober in seinen neuen

Räumlichkeiten eine Kellerführung.

Zuvor wird hier am

4. September bereits die weithin

anerkannte und beliebte

kulinarische Weinwanderung

durchgeführt. Hausgemachte

Köstlichkeiten gibt es dann

bei den Moosmanns noch einmal

zu „Weinzeit“ am 16.Oktober.

Ich hoffe, dass wir bei der

Vielzahl der Termine niemanden

vergessen haben,

falls doch ist das sicherlich

keine Absicht. Änderungen,

vielleicht auch neue weitere

Veranstaltungen finden sich

unter www.weilndbreisgau.

de/entdeckungen/events. Ganz

inständig hoffen wir aber auch

darauf, Ihnen in Weinland Baden

aktuell 2022 wieder unseren

großen Weinfestkalender

präsentieren zu dürfen.

Blick auf die Weinberge des Weingut Moosmann

Widerstandsfähig und

pilzresistent

Ist der Souvignier gris ein Wein der Zukunft?

Im Geschmack erinnert er

ein wenig an einen gehaltvollen

Weißburgunder mit fruchtiger

Säure und zarten Tanninen, der

Duft geht mit Aprikose, Honigmelone

und Quitte in die Nase.

Einen nicht unerheblichen Vorteil

aber hat der erst in den frühen

achtziger Jahren des letzten

Jahrhunderts vom Freiburger

Weinbauinstitut entwickelter

Wein: er ist pilzwiderstandsfähig

und weitestgehend wetterunempfindlich,

somit resistent

auch in seiner Neuschöpfung

gegen die anstehenden Klimakapriolen

der Jetztzeit. Der

Souvignier gris braucht im

Weinberg, wichtig für nachhaltig

bewussten Umgang des

Winzers mit der Natur, nur

ganz wenig Pflanzenschutz.

Dennoch ist die Kreation

aus einer Rebmischung von

Seyval Blanc und Zähringer

bei uns in Baden noch relativ

unbekannt. Der Winzerkeller

Auggener Schäf, der nicht nur

für seine Qualität sondern

auch für seine Innovationsfreude

bekannt ist, hat den

Souvignier Gris aus all diesen

Gründen mit dem Jahrgang

2020 erstmals abgefüllt. Er ist

ein ausgesprochen köstlicher

Sommerwein, zum Nur-Wein-

Genuss ebenso geeignet wie

als Begleiter zu Fisch, Fleisch

und Geflügel.

Foto: promo

REBEN·SONNE·LIEBE

Weingut Moosmann | Schwarzwaldstraße78

79183 Waldkirch-Buchholz | Tel. 07681-7574

www.weingut-moosmann.com

William Günther


34 KULTUR JOKER Ausflug-Tipp

Stadt der Linachtalsperre

Vöhrenbach im Naturpark Schwarzwald

Abseits vom Touristenrummel

liegt Vöhrenbach eingebettet

in sanfte Berghänge im

Oberen Bregtal (Höhe 800 –

1000 Meter) im Naturpark Südschwarzwald.

Der anerkannte

Erholungsort mit seinen drei

idyllischen Stadtteilen Hammereisenbach,

Langenbach

und Urach überzeugt durch

seine herrliche Schwarzwaldlandschaft

mit intakter Natur,

gemütlichen Gasthäusern und

Bauernhöfen, Wander- und

Radwegen, beheiztem Freibad,

Langlaufloipen und drei Skiliften.

Zu den Sehenswürdigkeiten

zählen das Bruderkirchle,

erbaut 1580 und das Uhrmacherhäusle

in Vöhrenbach, die

Burgruine Neufürstenberg im

Ortsteil Hammereisenbach,

die Barockkirche im Ortsteil

Urach sowie die Linachtalsperre

mit Kraftwerksgebäude, ein

Baudenkmal von nationaler

und besonderer Bedeutung.

Sie ist die einzige, in Eisenbeton

hergestellte Gewölbe-Reihenstaumauer

in Deutschland.

Die Linachtalsperre wurde von

1921 bis 1925 erbaut und nach

einem langen „Dornröschenschlaf“

in den Jahren 2005 bis

2007 durch die Stadt Vöhrenbach

saniert und reaktiviert.

Heute dient das Bauwerk mit

dem aufgestauten See wieder

Die Linachtalsperre ist ein einzigartiges Baudenkmal in Deutschland

Foto: Tourist-Info Vöhrenbach

der Erzeugung von umweltfreundlichem

Strom und ist zu

einer touristischen Attraktion

geworden.

Auf dem Wasserkraftlehrpfad,

zwischen Kraftwerk und

Staumauer, können sich Besucher

über Technik und Geschichte

der Talsperre informieren.

Der Rundweg um den

See lädt zum Verweilen ein.

Bei Führungen im originalgetreu

sanierten Jugendstil-Kraftwerkhaus

kön nen Interessierte

miterleben, wie Elektrizität

durch Wasserkraft entsteht.

(Führungen: Tel. 07727 / 501

114).

Infos:

Tourist-Info Vöhrenbach

Friedrichstraße 8

78147 Vöhrenbach

Tel. 07727/501-115

info@voehrenbach.de

www.voehrenbach.de

Schwarzwaldidylle trifft

auf Technikdenkmal:

LINACHTALSPERRE

Baukulturdenkmal von

nationaler Bedeutung.

(Rundweg, Wasserkraftwerk,

Wasserkraftlehrpfad, Führungen)

Ausgangspunkt für

interessante Ausflüge

(Schwarzwald, Schwäbische Alb,

Schweiz, Elsass, Bodensee)

Tourist-Info Vöhrenbach

Friedrichstraße 8 - 78147 Vöhrenbach

Telefon: 07727/501-115

E-Mail: info@voehrenbach.de

www.voehrenbach.de


kultour KULTUR JOKER 35

DIALOG - Europäischer Tag der Jüdischen Kultur

Gemeinden, Gedenkstätten und Museen laden am 5. September zur Begegnung ein

Der Europäische Tag der jüdischen

Kultur, der jährlich am

ersten Sonntag im September in

rund dreißig Ländern stattfindet,

hat dieses Jahr das Motto

DIALOG und steht im Rahmen

des sogenannten NOA-Projekts

(noa-project.eu). Dieses möchte

positive Narrative über die

jüdische Kultur in Europa fördern

und den Beitrag des europäischen

Judentums zu einem

„pluralistischen und integrativen

Europa“ sichtbar machen.

Auch diesmal beteiligen sich

Gedenkstätten, Museen und

jüdische Gemeinden an vielen

Orten in Baden-Württemberg

und im Elsass mit einem Programm,

das jüdische Geschichte,

Kultur und Traditionen in

Vergangenheit und Gegenwart

beleuchtet. An beiden Rheinufern,

zwischen Basel, Straßburg

und Karlsruhe, waren

die Beziehungen der jüdischen

Gemeinden untereinander und

zur regionalen Kultur stets

sehr eng. Von Konstanz über

Lörrach, Emmendingen, Freiburg

und Breisach sind Stadtrundgänge,

Klezmer-Konzerte,

Buchvorstellungen, Filme,

Vorträge und Kulinarisches

geboten. Zum Programm: jewisheritage.org/edjc/2021

und

gedenkstaetten-bw.de/etjk

Ausstellung 100. Geburtstag

von Claude Vigée – Maison

des arts in Bischwiller /

Elsass

Claude Vigée - Maison des Arts in Bischwiller/Elsass

© VilleBischwiller

„Vor uns nichts als die leere

Nacht, hinter uns die Jagd auf

den Menschen“, so heißt es in

einem Gedicht des Schriftstellers

Claude Vigée, 1921 als

Claude Strauss im elsässischen

Bischwiller geboren und 2020

in Paris verstorben. Seine

Sprachen waren Französisch,

Elsässisch und Westjiddisch.

In Bischwiller verbrachte er

seine Jugend, ging aufs Gymnasium

in Straßburg, bis ihn

1940 der Einmarsch deutscher

Truppen in die Flucht trieb. In

Toulouse begann er ein Studium

der Medizin, bevor er

sich der Résistance anschloss;

in diesem Zusammenhang

nahm er den Namen Vigée an

(in Anspielung auf „Vie, j’ai“,

d.h. „Ich habe Leben“). In der

klandestinen Zeitschrift „Poesie

42“ veröffentlichte er erste

Gedicht; 1943 floh er in die

USA, wo er in Romanistik promovierte.

Von 1960 bis 2001

lebte und lehrte er in Jerusalem,

danach in Paris. Vigées

Dichtung befasst sich u.a. mit

den Leiden der Juden und der

Sehnsucht nach Frieden und

einem einfachen Leben; ohne

Bitterkeit kehrt zudem das

Motiv des Vergänglichen wieder.

Vigée erhielt in späteren

Jahren viele Ehrungen. Eine

Ausstellung in seiner Heimatstadt

lässt den Besucher in sein

Werk eintauchen, Exil, Krieg,

Reisen, sein geliebtes Elsass,

Familie und Freunde kennenlernen

- anhand von Briefen,

Werken, Fotografien und persönlichen

Gegenständen. Die

Hoffnung und das Schreiben

waren seine Zuflucht.

• Claude Vigée. „Une vie

entre les lignes“. Maison des

Arts. 19 rue des Charrons. F

– 67241 Bischwiller. Fr, Sa,

So 14-18 h. Führungen sonntags

14 h. Begleitprogramm:

w.bischwiller.com. Bis 17. Oktober

2021

Musée Judéo-Alsacien in

Bouxwiller / Nordelsass

Fünfzehn Kilometer von Saverne

entfernt befindet sich das

zauberhafte Städtchen Bouxwiller;

seine Synagoge, nun

Musée Judéo-Alsacien, ist ein

authentischer Erinnerungsort

für die Kultur- und Architekturgeschichte

der Juden im Elsass.

Meist waren die Landjuden

in Bouxwiller arm, arbeiteten

als Hausierer, Schlachter

und Viehhändler; aber sie hatten

Traditionen, waren unerschütterlich

in ihrem Glauben

und voller Zuversicht auf ein

gnädiges Schicksal, die sich

jedoch oft nicht erfüllte. Die

Dauerausstellung des Musée

befasst sich mit deren Berufen,

Feiern, Ritualen und sprachlichen

Besonderheiten; unter

den Exponaten befindet sich

neben Dokumenten, Videos

und inszenierten Alltagssituationen

u.a. eine Replik des

Straßburger Grüselhorns, mit

dem Juden im Mittelalter am

Abend zum Verlassen der Stadt

aufgefordert wurden. Texttafeln

informieren über die Geschichte

Jüdischer Gemeinden

im Elsass seit dem 12. Jahrhundert;

im 14. Jahrhundert gab es

Vertreibungen, im 15. erfolgte

das Verbot, in Städten zu wohnen.

Ein Emanzipationserlass

von 1791 machte es ihnen in

Frankreich möglich, sich überall

niederzulassen und Berufe

auszuüben; schließlich wurden

sie 1831 den Christen rechtlich

gleichgestellt. Somit ergaben

sich soziale Aufstiegsmöglichkeiten,

z. B. in Schule und

Militär, viele verließen nun die

Provinz, zogen nach Paris oder

wanderten nach Afrika und

Amerika aus. Im Juni 1940

beginnt in Elsass-Lothringen

die Wagner-Bürckel Aktion,

die jüdische Bevölkerung wird

von der deutschen NS-Besatzung

enteignet und vertrieben,

womit bekanntlich ein harter

und oft tödlich endender Überlebenskampf

beginnt. Doch in

Straßburg existiert heute einer

der größten jüdischen Gemeinden

Europas.

• Musée Judéo-Alsacien.

Bouxwiller. Ganzjährig geöffnet.

Tel: 00 33 (0) 3 88709717.

museejudeoalsacien@gmail.

com. http:/judaisme.sdv.fr/today/musee

Musée Judéo-Alsacien in

Bouxwiller/Nordelsass

Foto: Musée Judéo-Alsaci

VERANSTALTUNGEN

SEPTEMBER 2021

do | 02. SEPT | 19:30 UHR

ANNE foLGER

„fUSSNoTEN

SiNd kEiNE REfLExzoNEN“

kLAViERkABARETT

do | 16. SEPT | 19:30 UHR

„ToHUwABoHU“

NAcH EiNEM GEdicHT VoN

ERNST jANdL

ENSEMBLE MARMALAdE

fR | 28. SEPT | 20 UHR

iNGEBoRG GLEicHAUf

kooPoPERATioN MiT dEN

fREiBURGER BücHERfRAUEN

„hanna arenDt UnD Karl jaspers -

geschichte einer einzigartigen

freUnDschaft“

ModERATioN: dR. cHRiSTiAN dRiES

Unsere ÖffnUngszeiten:

Di-sa 9:30-18:30 Uhr | so 11:30-18:30

IN DER RAINHOF SCHEUNE

79199 Kirchzarten-BUrg | hÖllentalstrasse 96

tel. 07661-9880921 | www.BUchlaDen-rainhof.De


36 KULTUR JOKER kultour

„Lily et les siens“-Ausstellung im Musée Historique Mulhouse

„Lily et les siens“ – Auf den

Spuren einer ausgelöschten

Familie

Musée Historique Mulhouse

Die erhellenden historischen

Dokumente ruhten viel zu

lange in einem Koffer, aufbewahrt

hatte ihn Lilys Cousin

David Gerson (*1937), der das

Glück hatte, noch rechtzeitig

mit seiner Mutter zu fliehen

und in Frankreich versteckt zu

werden. Lily Ebstein, 1920 in

Mulhouse geboren, war Textilzeichnerin,

sie gehört zu den

rund vierhundert jüdischen

Opfern ihrer Heimatstadt, die

im Zuge der Schoáh ermordet

wurden, darunter ihr Bruder

Raymond und ihre Eltern Jules

Ebstein und Jeanne (geborene

Bergheim). Eine Ausstellung

im Musée Historique geht den

Spuren und Etappen der Existenz

dieser Familie nach, von

Mulhouse nach Vichy, von

Drancy nach Auschwitz. Nach

Beginn des Zweiten Weltkriegs

fliehen sie nach Vichy, mit der

Elend und Mord - Rettung und Überleben

Zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Sulzburg

Das Vertrauen in die ehemaligen

Nachbarn war zerstört, von

den Mitgliedern der Jüdischen

Gemeinde in Sulzburg, die in

der Nazizeit verfolgt wurden,

siedelte sich kein Überlebender

1945 wieder an, obwohl der ehemalige

Sulzburger Hugo Bloch

1978 die Anna-Hugo-Bloch-

Stiftung ins Leben gerufen

hat, deren vorrangiger Zweck

die Wiederbelebung der israelitischen

Kultusgemeinde war.

Die Synagoge jedoch wurde restauriert

und das Schicksal der

Sulzburger Juden kontinuierlich

erforscht, wie nun mit dem Buch

„Eine jüdische Familie aus Baden“,

das am Beispiel der Familie

Lina (1862-1944) und Moses

Bloch (1855-1941) sowie ihren

sieben Kindern und Enkeln die

Verbrechen der NS-Herrschaft

sichtbar macht; verfasst hat es

Heidi Holecek in Zusammenarbeit

mit Sybille Höschele, der

Initiative „Jüdische Spuren in

Sulzburg“ sowie Donna Levinsohn

(Jg.1955) aus New York,

einer Urenkelin der Familie.

Seit 1933 schikaniert und entrechtet,

suchten die jüdischen

Einwohner Sulzburgs rasch zu

emigrieren, fanden aber nicht

alle einen Weg in die Freiheit;

siebenundzwanzig von ihnen

waren 1940 verblieben und

wurden im Oktober im Zuge

der Wagner-Bürkel-Aktion nach

Frankreich verschleppt und im

Lager Gurs interniert. Sieben

Mitglieder der Familie Bloch

starben unter den Lagerbedingungen

oder wurden in Vernichtungslager

deportiert; andere

konnten entkommen. Elend und

Mord stehen neben Rettung und

Überleben.

Exil in England fand etwa

Marianne Levinsohn, 1923 als

Tochter von Dora (Bloch) und

Ernst Mosevius in Berlin geboren,

den Eltern gelang die Flucht

in die USA, was für Josef und

Toni Bloch scheiterte, während

Sohn Erich Schweizer Hilfswerke

aufgefangen haben. Gustav

Bloch flieht mit Frau Hedy

nach Paris; sein Bruder Bernhard

folgt ihm 1938 aus Freiburg

mit Lily und den Söhnen

Alexander und Peter; sie finden

in Paris eine Wohnung, doch mit

Beginn des Zweiten Weltkriegs

beginnt ein langjähriges Desaster,

jedoch auch Rettungshilfe.

„Eine jüdische Familie aus Baden“

ist eine wertvolle Quelle,

die Recherche bietet Dokumente

zu jedem Einzelschicksal; daran

zeigen sich u.a. die unterschiedlichen

Aspekte von Vichy-

Frankreich unter der deutschen

Besatzung und es wird deutlich,

wie sich weltweit seit 1938 die

Grenzen schlossen, Einwanderung

verhindert wurde und so

zahlreiche Verfolgte festsaßen.

Ein Schlussteil des Buches befasst

sich mit den Restitutionsverfahren

in Deutschland nach

1945 – ein weiteres schäbiges

Kapitel, aber äußerst wichtig.

Heidi Holecek: Eine jüdische

Familie aus Baden. Lebenszeugnisse.

Initiative Jüdische

Spuren in Sulzburg (Hg.). 328 S.

mit 320 Abb. Verlag Regionalkultur,

Ubstadt-Weiher 2021

Cornelia Frenkel

Familie Bloch in Sulzburg, 1931

Annexion von Elsass-Lothringen

und der Einführung von

Judengesetzen kompliziert sich

ihre Lage zunehmend; im November

1942 besetzten die Nazis

ganz Frankreich, 1943 wurden

die Ebsteins denunziert und

deportiert. Dokumente (Briefe,

Fotos, textile Zeichnungen) aus

dem Familienarchiv begleiten

die informativen Tafeln der

Ausstellung. Von Lily Ebstein

sind zudem Entwurfszeichnungen

aus dem Bestand des

Stoffmuseums Mulhouse zu

Jüdische Welten

Veranstaltung in der Spitalkirche Breisach

Das Blaue Haus Breisach

und das Bronisław-Huberman-

Forum laden zu einer Veranstaltung

aus Anlass des Europäischen

Tages der Jüdischen

Kultur, am 5. September,

18 Uhr, in der Spitalkirche

Breisach bei freiem Eintritt

ein. Präsentiert werden

Texte von Leo Perutz, Walter

Mehring, Victor Klemperer,

Hans Habe, Georg Kreisler

und Egon Friedell, sowie

Musikwerke von Sergiu Natra,

Paul Ben-Haim und Erich

Wolfgang Korngold. Mitwirkende

sind Monja Sobottka

und Heinzl Spagl (Rezitation),

Florence Sitruk (Harfe) und

Lambert Bumiller (Klavier).

Der zweite Teil des Abends

widmet sich später exilierten

sehen; ihre sensiblen künstlerischen

Werke beeindrucken,

und man empfindet Trauer und

Wut angesichts dieses perfiden

Schicksals.

• Lily et les siens. Une famille

juive mulhousienne. Musée Historique.

Hôtel de ville. Place

de la Réunion. F – 68100 Mulhouse.

Tägl. außer Di. 13-18.30

h. w.musees-mulhouse.fr. Bis

26. September 2021

Cornelia Frenkel

Foto: Holecek

„Unterhaltungsstars von vorgestern“

in historischen Aufnahmen

81926-1930): u.a. von

Friedrich Hollaender, Walter

Mehring, Margo Lion, Lotte

Lenya und den Unterhaltungsorchestern

Theo Mackeben

und Kurt Gerron.

Infos: www.BronislawHubermanForum.com.

Reservierung

erforderlich.


kultour KULTUR JOKER 37

Den Ermordeten Persönlichkeit verliehen

Mahnmal für die Euthanasie-Opfer der Nazis aus dem Dreisamtal enthüllt

Das Denkmal ist enthüllt (v.r.n.l.): Weihbischof Peter Birkhofer, die Schüler der Geschichts-AG Paul Lieb, Jakob Seidel,

Sidonie Hahlbrock, Simon Buchgeister, Adelheid Prinz sowie Daniel Rösch und Claudius Heitz

Dem Vergessen entrissen

Fotos: Erich Krieger

Seit kurzem sind im Garten

der St. Johannes-Kapelle in

Zarten die Namen von 15 bisher

unbekannten Menschen aus den

Gemeinden des Dreisam tals in

Stein gemeißelt. Ihr Leben wurde

– im Rassenwahn der Nazidiktatur

als „unwert“ deklariert

– in den Tötungsfabriken

Grafeneck und Hadamar in den

Jahren 1940/41 im Giftgasnebel

ausgelöscht. Der Steinbildhauer

Daniel Rösch aus Stegen hat die

Existenz der Ermordeten und

ihr grausiges Schicksal mit einer

Namensstele und einer steinernen

Skulptur für uns Heutige

unübersehbar gemacht.

Die Vorgeschichte

Im September 2018 hatte

die aus sieben Schülerinnen

und Schülern bestehende Geschichts-

AG am Stegener Kolleg

St. Sebastian zusammen mit

ihrem Lehrer Claudius Heitz

begonnen, sich mit den Verbrechen

der Naziherrschaft auseinanderzusetzen.

Besonderen

Blickwarfen sie auf die Morde

an über 100.000 Kranken und

Menschen mit Behinderungen

während der „T4-Aktion“, benannt

nach dem Standort ihrer

Zentrale in der Berliner Tiergartenstraße

4. Der dafür von

den Tätern gewählte Begriff

„Euthanasie“ (griechisch: Der

gute Tod) ist an Zynismus nicht

zu überbieten. Dahinter steht

die von dem Strafrechtler Karl

Binding und dem Freiburger

Psychiater und an der Universität

lehrenden Professor Alfred

Hoche entwickelte Theorie des

„Unwerten Lebens“. Die Nazis

stützten sich auf deren 1920

veröffentlichte Schrift „Die

Freigabe der Vernichtung lebensunwerten

Lebens. Ihr Maß und

ihre Form“. Darin rechtfertigen

die beiden „Wissenschaftler“ das

Recht des Staates, sich aus rassehygienischen

und volkswirtschaftlichen

Gründen solcher

„Ballastexistenzen“ zu entledigen.

Hoche war als Direktor der

psychiatrischen Klinik der Freiburger

Universität auch für die

psychiatrische Anstalt Emmendingen

zuständig, von der aus

durch Selektion und Deportation

mit den berüchtigten „Grauen

Bussen“ insgesamt 1127 der

dortigen Patienten in den Tod

geschickt wurden. Die Schüler

mussten erkennen, dass T4 als

erste systematische Tötungsaktion

der Nationalsozialisten

zum Vorläufer und Prototyp

des späteren Holocaust diente.

Gleichwohl zählten die gemordeten

Euthanasie-Toten zu Hitlers

„vergessenen Opfern“, weil

die Nazis durch geschickte Verschleierungstaktiken

und unmittelbare

Einäscherung der Toten

sämtliche Spuren verwischten,

so dass selbst den Familien

das tatsächliche Schicksal ihrer

Angehörigen unbekannt war.

So wurde Wilhelmine Hitz vom

Schweizerhof in Zarten wegen

ihrer diagnostizierten Alkoholsucht

aus „planwirtschaftlichen

Gründen“ nach Emmendingen

eingewiesen, Flora Meder aus

Kirchzarten wegen „ungewöhnlicher

Frömmigkeit und Essensverweigerung“

und Wilhelm

Scherer aus Eschbach wegen

„Geistesgestörtheit“, weil er einen

Brand gelegt hatte. Für sie

und die anderen 12 Opfer war

Emmendingen nur Zwischenstation

auf ihrem Weg ins Gas.

An diese „vergessenen Opfer“

wollten die Schüler erinnern

und die Idee eines bleibenden

Denkmals entstand. Sie fand

sofort Unterstützung bei Franz

Asal vom Förderverein der St.

Johannes-Kapelle und beim

Zartener Bürgerverein. Bildhauer

Daniel Rösch zeigte sich

sofort begeistert und half neben

der konzeptionellen Arbeit an

einem künstlerischen Entwurf

kräftig bei der Sponsorensuche

mit. Mit Hilfe der Gemeinden

des Dreisamtals, der Kirche und

vielen Einzelspendern konnte

das Vorhaben schließlich umgesetzt

werden.

Das Denkmal

Daniel Rösch empfand die

zwanghafte Entkleidung der

Opfer in Grafeneck als besonders

erniedrigend. Diese ihre

letzte persönliche Habe mussten

die Deportierten damals sofort

nach ihrer Einlieferung ablegen.

Er stöberte erfolgreich auf

Dachböden und Scheunen von

Bauernhöfen in der Gegend nach

Kleidungsstücken, Schuhen und

sonstigen Utensilien aus der Zeit

und fertigte daraus einen achtlos

zusammengeworfenen Haufen.

Dieser diente als Modell und

wurde digital dreidimensional

vermessen. Die Konturen

wurden aus einem passenden

Steinblock grob ausgefräst und

zusammen mit seinen Mitarbeitern

in zusammen 750 Arbeitsstunden

manuell feinbearbeitet.

Zusätzlich fertigte er eine Stele

mit den eingravierten Namen,

Lebensdaten und Herkunft der

Opfer. Skulptur und Stele bilden

nun gemeinsam ein Ensemble,

das in seiner bewegenden Eindringlichkeit

den willkürlich

ermordeten Menschen ein angemessenes

Denkmal setzt und

ihnen wieder ihre Persönlichkeit

zurückgibt. Am 24. Juli 2021

berichteten die Schülerinnen

und Schüler der Geschichts-

AG und ihr Lehrer Claudius

Heitz vor zahlreichen Gästen

in einem feierlichen Festakt aller

Gemeinden des Dreisamtals

unter Teilnahme der Bürgermeister

Andreas Hall, Fränzi Kleeb,

Klaus Vosberg und Ralf Kaiser

ausführlich über ihre Arbeit

und ihre Beweggründe. Weihbischof

Peter Birkhofer, Daniel

Rösch und Kolleg-Schulleiter

Bernhard Moser würdigten den

Einsatz der Jugendlichen als

Beispiel aktiver Erinnerungskultur.

Anschließend wurde

das Denkmal im Garten der St.

Johannes-Kapelle enthüllt.

Erich Krieger


38 KULTUR JOKER literatur

Bücher veröffentlichen im Selbstverlag

Self-Publishing als Alternative zur mühsamen Verlagssuche. Die AutorInnen Alrun Moll und Ingo Heckwolf haben

diesen Weg gewählt

Trotz der digitalen Cyberwelt

ist das alt-ehrwürdige

Buch nach wie vor das Medium

der Wahl für die meisten

literarischen, wissenschaftlichen

oder Sachbuchautoren

und es hat sich allen negativen

Weissagungen zum Trotz auch

ökonomisch auf dem Markt behauptet.

Für Debüt-AutorInnen

wird es allerdings immer

schwieriger, einen Verlag zu

finden, der für sie alle editorischen

Aufgaben übernimmt

und als Gegenleistung durch

einen sogenannten Autorenvertrag

das Copyright erwirbt.

Ein Grund dafür ist sicherlich,

dass eine zunehmende Zahl

von Menschen zur Feder oder

zum Laptop greift, um für sie

und möglicherweise auch für

andere wichtige Inhalte niederzuschreiben

und zu veröffentlichen.

Die Folge: Die eingesandten

Manuskriptberge wachsen

bei den Verlagen in den Himmel.

Andererseits wurden dort

die Lektoratskapazitäten spürbar

eingedampft und so gleicht

die Verlagssuche in der Regel

der sprichwörtlichen Ochsentour

bei sehr geringen Erfolgsaussichten.

Aus dieser misslichen Lage

kann nun paradoxerweise die

digitale Revolution helfen,

denn mit ihren Möglichkeiten

können die Schreibenden ihre

Texte auch selbst produzieren

und vermarkten lassen. Eine

Variante für AutorInnen bietet

der Self-Publishing Dienstleister

Books on Demand (BoD)

in Norderstedt bei Hamburg.

BoD selektiert die Manuskripte

nicht nach Genren oder literarischer

Qualität und bietet auf

Wunsch auch lektorale oder

gestalterische Unterstützung.

Das Buch, wahlweise auch als

E-Book, wird in das Verzeichnis

lieferbarer Bücher (VLB)

mit einer ISBN-Nummer aufgenommen

und kann dann in

allen deutschsprachigen Buchhandlungen

und allen Online-

Book-Shops bestellt werden.

Der Clou: Die Bücher werden

erst dann gedruckt und verschickt,

wenn sie schon bestellt

und bezahlt sind. Die AutorInnen

behalten ihre Rechte am

Text und der Autorenvertrag

regelt ihre jeweilige Marge pro

verkauftem Buch entsprechend

dem selbstgewählten Ladenverkaufspreis.

Alrun Moll

Die Freiburger Gesangspädagogin

und Autorin Alrun

Moll (*1940) hat jüngst nach

zwei früheren Lyrik-Bändenauf

diesem Weg unter dem

Titel„Kinderjahre“ ergreifende

Nachkriegs-Kindheitserinnerungen

aus den Jahren

1944 bis 1951 vorgelegt. Die

ersten, glücklichen Jahre am

Bodensee werden durch die

Kriegsereignisse und den frühen

Tod des Vaters jäh beendet

und für Alrun und ihre Mutter

beginnt ein harter Kampf ums

Dasein über viele Stationen

hinweg. Immer wieder muss

die Mutter, um Geld verdienen

zu können, ihr Kind anderweitig

unterbringen. So kommt sie

auch zu ihrem musikliebenden

Großvater, der ihre wunderbare

Gesangsstimme entdeckt

und diese und andere künstlerische

Anlagen nach Kräften

fördert. Für Alrun trotz bitterer

Armut eine glückliche Zeit.

Die Mutter findet einen neuen

Mann und die drei siedeln nach

England über. Fremdes Land,

fremde Sprache, fremde Bräuche

und abermals materielle

Not erschweren das Einleben.

Alrun Moll beschreibt detailreich

und liebevoll ihre Erlebnisse

in der für sie neuen Welt.

1951 besucht die Familie auf

einer Rundreise die deutschen

Verwandten und Alrun muss

schmerzlich den Tod ihres

Großvaters erleben, dem sie

so viel zu verdanken hat. Nicht

zuletzt die Fähigkeit, ihre Erinnerungen

an eine äußerst harte

Nachkriegs-Kindheit in einer

musikalisch anmutenden, lyrischen

Sprache zu erzählen. In

ihrem Fall fungiert der Editor

Klaus Isele als Editor und BoD

als Herstellungs- und Verlagsdienstleister.

Alrun Moll: „Kinderjahre“,

ISBN-Nr: 978-3-7526-8372-1

Ingo Heckwolf

Ganz anders das Buch

„Traumrauchzeichenzeit“ des

Freiburger Autors und Quartiersarbeiters

Ingo Heckwolf,

2020 ebenfalls über BoD erschienen.

Es enthält eine große

Zahl von Gedichten, manchmal

gereimt, überwiegend in

freien Versen und kurze Texte,

Alltagsphilosophien, skurrile

Beobachtungen und Momentaufnahmen

oder Satiren in

Prosa, die er als Taschengedanken

bezeichnet. Man erkennt

sofort: Heckwolf ist ein ausgezeichneter

Beobachter unserer

Alltagswirklichkeit, vornehmlich

aus dem Blickwinkel derer,

die am unteren Ende der

Gesellschaftsskala verortet

und diskriminierend als Randgruppen

bezeichnet werden.

Dass unsere Lebenswelt von

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

meilenweit entfernt ist,

wird völlig ohne Phraseologie

oder Schlagworte, stattdessen

in gehobener, nüchtern analysierender

Sprache vorgetragen.

Vor allem in den Taschengedanken

wird dies deutlich und

nicht selten schwingt Bitterkeit

in seinen Zeilen mit. Aber er

kann auch anders. In seinen

Gedichten offenbart sich, insbesondere

in denen Liebe der

Gegenstand ist, eine nuanciert

reiche Gefühlswelt und die

Sprache wird weich. Das Buch

kann und sollte man nicht am

Stück lesen, sondern immer

wieder zur Hand nehmen. Man

findet immer etwas, das die eigenen

Gedanken und Empfindungen

in Gang setzt. Typisch

Heckwolfs Buchwidmung: Für

die Wildbienen. Ebenfalls passend:

Ein launisch gereimtes

Vorwort des gefeierten Drehbuchautors

zahlreicher Tatort-

Fernsehkrimis Peter Zingler,

der in einem früheren Leben

eine Karriere als Berufseinbrecher

hinter sich hat.

Ingo Heckwolf: „Traumrauchzeichenzeit“,

ISBN-Nr:

978-3-7519-3441-1

Erich Krieger


gesundheit KULTUR JOKER 39

Frauenklinik mit Bestnoten

Das Evangelische Diakoniekrankenhaus in Freiburg setzt auf Qualität

Chefarzt Prof. Dr. Dirk Watermann

© Ev. Diakoniekrankenhaus

Breisgau-Klinik investiert in die Zukunft

Reha-Kompetenzzentrum bietet höchsten Wohnkomfort

Der 1974 gegründete DR. SPANG

Klinikverbund aus Überlingen am

Bodensee hat die Breisgau-Klinik

Bad Krozingen sukzessiv zum Reha-

Kompetenzzentrum ausgebaut. Jetzt

konnten zentrale Teilprojekte der vor

fünf Jahren begonnenen Modernisierung

abgeschlossen werden. Der

einladende Eingangsbereich, komfortable

Patientenzimmer, ein stilvolles

Restaurant sowie das moderne

Café „Auszeit“ im Dachgeschoss

stehen für höchsten Wohnkomfort.

Die auch für Besucher zugängliche

Panorama-Dachterrasse bietet einen

einmaligen Rundumblick auf

Schwarzwald und Vogesen. Das Investitionsvolumen

beträgt insgesamt

(von l. nach r.): Bürgermeister Volker Kieber, Chefärztin Dr. Karin

Bagheri-Fam, Verwaltungsleiter Raimund Weber, Geschäftsführer

Martin Heßberger

© Breisgau-Klinik

ca. € 2,5 Mio. Für die Patientenorientierung

und Behandlungsqualität in

den angebotenen Kompetenzfeldern

Orthopädie/Unfallchirurgie, Rheumatologie,

Onkologie und Gastroenterologie

wurde das über 180 Betten

verfügende Reha-Kompetenzzentrum

bereits zum sechsten Mal in

Folge vom Magazin Focus Gesundheit

als Top-Reha-Klinik eingestuft.

Bestätigt wird die Zugehörigkeit

zur absoluten Spitzengruppe der

deutschen Reha-Kliniken auch

durch die Qualitätsauswertungen

der Deutschen Rentenversicherung,

wo die Orthopädie/Unfallchirurgie

bundesweit unter den Top 5 Rehakliniken

rangiert. „Es ist auch im

Qualitätsmanagement unser Anspruch

über die Erfüllung von Standardkriterien

hinaus weitere Schritte

zu gehen“, erläutert Chefärztin Dr.

Karin Bagheri-Fam. „Wir sind stolz

mit der Breisgau-Klinik eine auch

überregional hoch geschätzte Reha-

Klinik in der Gesundheitsstadt Bad

Krozingen zu beheimaten“, freut

Prof. Dr. Dirk Watermann im OP

Die Frauenklinik im Evangelischen

Diakoniekrankenhaus

in Freiburg genießt auch überregional

einen exzellenten Ruf,

der auf höchsten medizinischen

Standards sowie auf der einfühlsamen

und kompetenten Betreuung

der Patientinnen beruht.

Jetzt hat das Institut für Qualitätssicherung

im Gesundheitswesen

in Baden-Württemberg

(QiG BW) der Frauenklinik attestiert,

die gesetzten Ziele in allen

Bereichen erreicht und in vielen

sogar weit übertroffen zu haben.

Besonders hervorzuheben sind

die niedrige Komplikationsrate

bei Operationen (0,9 Prozent im

Vergleich zum Landesschnitt

von 2,1 Prozent) und die mit 23

Prozent sehr geringe Rate an Geburten

per Kaiserschnitt (Landesdurchschnitt

31,9 Prozent).

Bei 78,7 Prozent der Frauen

mit Brustkrebs (Landesmittel

67,7 Prozent) ist es gelungen,

eine brusterhaltende Operation

durchzuführen und dabei die

vollständige Entfernung des Tumors

in 99,5 Prozent der Fälle

zu gewährleisten (Landesdurchschnitt

93 Prozent).

„Es zahlt sich aus, dass wir ein

strukturiertes Qualitätsmanagement

durchführen“, freut sich

Chefarzt Professor Dr. Dirk Watermann,

der mit seinem Team

Erkrankungen der Brust sowie

der Gebärmutter und Eierstöcke

behandelt. Die auf minimalinvasive

Operationen spezialisierte

Frauenklinik ist hierfür von der

Deutschen Krebsgesellschaft

zertifiziert und führt als eines der

größten Brustzentren in Deutschland

regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen

durch, zuletzt Mitte

Juli im Bürgerhaus Denzlingen

mit den wichtigsten Neuigkeiten

aus der Brustkrebsforschung (Senologie).

Blasen- und Beckenbodenschwäche

(Inkontinenz und

Senkungen) werden im Kontinenz-

und Beckenbodenzentrum

(KODIA) kompetent betreut. Für

die hervorragende Förderung

der Mutter-Kind-Bindung und

des Stillens ist das Ev. Diakoniekrankenhaus

seit dem Jahr

2004 regelmäßig von WHO und

UNICEF mit dem Qualitätssiegel

„Babyfreundlich“ ausgezeichnet

worden.

Auch über die Frauenklinik hinaus

wird das Ev. Diakoniekrankenhaus

regelmäßig gewürdigt.

Vom Institut „Great Place To

Work®“ wird das Ev. Diakoniekrankenhaus

wiederholt in der

Kategorie „Deutschlands beste

Arbeitgeber“ ausgezeichnet und

hat zuletzt als beste Klinik mit

über 50 Beschäftigten geglänzt.

In einer aktuellen bundesweiten

Studie, die durch das F.A.Z.-

Institut – einem Unternehmen

der „Frankfurter Allgemeinen

Zeitung“ durchgeführt wurde,

landet das Ev. Diakoniekrankenhaus

in der Kategorie 150 bis 300

Betten unter den Top 8 und ist

sich Bürgermeister Volker Kieber

anlässlich seines Besuches in der

Breisgau-Klinik und ergänzt: „Das

Haus erstrahlt nach den mutigen

Investitionen in neuem Glanz.“ Der

einladende Eingangsbereich und die

zum Teil klimatisierten mit Zirbenholz

ausgestatteten Patientenzimmer

bieten eine ganz besondere Wohlfühlatmosphäre.

Das Café Auszeit

und das hauseigene Restaurant „Vitalis“

sind ein integraler Bestandteil

des mit dem Gütezeichen „Kompetenz

richtig essen“ ausgezeichneten

Gastronomiekonzeptes des Hauses.

„Die überwältigenden Rückmeldungen

aus dem Kreis der Rehabilitanden

bestärken uns den eingeschlagenen

Weg konsequent weiterzugehen“,

betont Geschäftsführer

Martin Heßberger. Mit Verweis

auf den noch nicht vollumfänglich

abgeschlossenen Modernisierungsprozess

ergänzt Verwaltungsleiter

Raimund Weber: „Renovierungen

sind in einer Klinik eine kontinuierliche

Managementaufgabe.“

© Diakoniekrankenhaus

damit im Großraum Freiburg die

Einrichtung mit der besten Bewertung.

Bei dieser Studie wurde

auf die Daten aus den Qualitätsberichten

der Krankenhäuser

zugegriffen und zusätzlich die

Aussagen von Patientinnen und

Patienten in Bewertungsportalen

(„Weiße Liste“ und „Klinikbewertungen.de“)

erfasst. Während

der Bundesdurchschnitt für

Weiterempfehlungen bei 82 Prozent

liegt würden 94 Prozent der

Befragten das Diakoniekrankenhaus

weiterempfehlen.

Restaurant mit Gütesiegel:

Kompetenz richtig essen

© Breisgau-Klinik

Modernes Patientenzimmer

© Breisgau-Klinik


40 KULTUR JOKER nachhaltig

Den Kampf um die Energiewende in die Städte tragen

Die Stromrebellen der EWS Schönau beziehen Räumlichkeiten im Freiburger Volksbank-Neubau

Sebastian Sladek,

EWS-

Vorstandsmitglied

Foto: Erich Krieger

Die Existenz der genossenschaftlichen

Elektrizitätswerke

Schönau (EWS) ist eine

beispielhafte Erfolgsgeschichte

im bürgerschaftlichen

Kampf um den Ausbau regenerativer

Energieproduktion

abseits und als Gegenentwurfzu

den privatwirtschaftlich

organisierten Energieriesen.

Aus einer einst unter dem Eindruck

der Tschernobyl-Katastrophe

1986 gegründeten

Bürgerinitiative in Schönau

im Wiesental haben sich die

damals wie heute so genannten

Stromrebellen in mehreren

Entwicklungsstadien zu

den heutigen EWS mit vielen

Tausenden Stromkunden in

ganz Deutschland entwickelt.

Jüngster Expansionsschritt:

Der Einzug in Büroräume im

Neubau der Volksbank unmittelbar

am Freiburger Hauptbahnhof

nebst einem öffentlichen

Show-Room im Erdgeschoss.

EWS-Vorstandsmitglied

Sebastian Sladek erläuterte

im Gespräch mit Erich

Krieger die Entscheidung.

Kultur Joker: Am Anfang

Graswurzel-Bürgerinitiative,

jetzt Büros und Show-Room in

der besten Gegend Freiburgs.

Sind die Stromrebellen mittlerweile

zahm geworden?

Sebastian Sladek: Überhaupt

nicht! Wir sehen das als

Verstärkung der Rebellenkraft.

Wir haben jetzt über drei Jahrzehnte

im Schwarzwald aus

dem Tal erfolgreich gearbeitet,

aber der nächste Schritt in der

Energiewende muss jetzt dringend

mehr in die Städte getan

werden. Klimaschutz und Energiewende

brauchen eine viel

stärkere Lobby und wir sehen

uns als Teil und Vertreter dieser

Lobby. Darum sind wir auch in

der Stadt gelandet. In den Ballungszentren

wohnen die meisten

Menschen und hier ist im

Unterschied zum Land noch viel

zu wenig in puncto Umsetzung

zum Beispiel beim Ausbau der

Solarenergie, bei Wärme- und

Mobilitätskonzepten passiert.

Klimaschutz und Energiewende

zählen zu den zentralsten Themen

unserer Gegenwart und das

Pushen dieser Themen verdient

eine zentrale Lage. Hier sitzen

wir in einer Art öffentlichem

Show-Room. Dort wollen wir

nicht irgendwelche mehr oder

weniger unnötigen Dinge verkaufen,

sondern kräftig Remmidemmi

für die genannten

Themen machen. Wir werden

immer wieder interessante Referenten

oder engagierte Initiativen

zu Veranstaltungen einladen,

um so diesen Ort zu einem

Anziehungspunkt und Impulsgeber

für immer breiteres Engagement

von Bürgerinnen und

Bürgern zu machen. Dabei hilft

die Nähe zum Hauptbahnhof

nicht unbeträchtlich.

Kultur Joker: Musste es

aber gleich die zentralste und

wahrscheinlich auch eine der

teuersten Gegenden sein? Diese

Frage stellen sicher gerade

die ganz alten Kunden, die die

Anfänge der EWS schon mitbekommen

haben

Sebastian Sladek: Die teuerste

nicht unbedingt. Wir hatten

ursprünglich gar nicht die

Absicht. Aber wie so oft kommt

eines zum andern. Wir sind mit

der Volksbank, die ja auch eine

Genossenschaft ist, seit langen

verbunden und arbeiten

eng zusammen, zum Beispiel

im Verein SolidarEnergie Freiburg.

Die Volksbank hat uns

recht frühzeitig gefragt, ob wir

interessiert sind. Erst ging es

nur um Büroflächen. Dann war

plötzlich noch eine Ladenfläche

im Erdgeschoss frei und auch da

kam die Bank auf uns zu. Wir

haben in vollem Bewusstsein

über einen möglichen Imageverlust

nachgedacht und trotz

einiger Kritik am energetischen

Baukonzept des Gebäudes, auf

das wir trotz Versuchen leider

keinen Einfluss mehr nehmen

konnten, dafür entschieden. Die

exzellenten Möglichkeiten, die

Räume und auch die großen Flächen

vor dem Gebäude an einem

Hauptknotenpunkt der Stadt an

einer vierspurigen Straße mit

viel Verkehr im Sinne unserer

Anliegen zu bespielen, haben

den Ausschlag gegeben. Wir haben

dafür viele Ideen und wollen

uns mit unseren Botschaften

auch deutlich zeigen. Wir

hoffen, dass der Corona-Verlauf

dies baldigst in vollem Umfang

ermöglicht. Die Unübersehbarkeit

ist hier sicher ungleich

größer als in einer Gegend, die

imagemäßig vielleicht besser zu

den Stromrebellen gepasst hätte.

Kultur Joker: Nochmal zum

Show- Room. Was soll hier genau

passieren?

Sebastian Sladek: Vielleicht

vorweg: „EWS kommt nach

Freiburg“ stimmt ja genau

genommen gar nicht. Es gab

schon immer starke Kontakte

zu allen möglichen Umwelt-

Initiativen und -projekten die

wir unterstützt oder mit denen

wir zusammengearbeitet haben.

Deshalb könnte man auch

sagen EWS kommt ein Stück

weit nach Hause. Es geht hier

darum, dass wir den vielen in

Freiburg vorhandenen Verbündeten,

seien es kleine Gewerbetreibende,

Initiativen oder

Vereine, eine Bühne bieten wollen.

Das vielfältige Netzwerk

soll sich hier selbst darstellen

können, zum Beispiel, dass sich

hier Kunden von uns mit ihren

umweltfreundlichen Produkten

präsentieren können und darlegen,

warum sie für Klimaschutz

und Energiewende stehen. Geplante

Expertenvorträge nannte

ich schon. Initiativen wie

Fridays for Future wollen wir

hier unterstützen (schmunzelt).

Dafür gibt’s Ideen, die wir aber

noch nicht verraten. In diesem

Show-Room werden nicht wir

uns primär zeigen, sondern hier

zeigen sich das ganze Netzwerk

und viele Klimaschutz- und Energiewende-Bewegte.

Im September

gibt es eine Ausstellung

vom Verein „Solare Zukunft“,

der mit Kindern zusammen Exponate

zum Thema hergestellt

hat, eine Ausstellung, die gezielt

Schulklassen anspricht.

Kultur Joker: Anderes Thema:

Es ist offensichtlich, dass die

Zeit beim Klimaschutz drängt,

dass kosmetische oder punktuelle

Maßnahmen nicht mehr

ausreichen, sondern in vielen

Bereichen komplett umgedacht

werden muss. Wo sehen Sie hier

die unmittelbar notwendigen

Schritte und Veränderungen?


nachhaltig KULTUR JOKER 41

Sebastian Sladek: Kurz: Wir

brauchen von allem schneller

mehr! Wir liegen bei allen Parametern,

die wir uns vorgenommen

hatten, weit hinten

dran. Wir brauchen eine sektorübergreifende

Energiewende.

Beispiel: Mobilität, Öffentlicher

Nahverkehr. Hier hat sich aus

meiner Sicht beim Leistungsgefälle

zwischen Stadt und Land

noch nichts Grundlegendes verändert.

Es gibt immer noch Dörfer

im Schwarzwald, die zweimal

am Tag vom Schulbus angefahren

werden und sonst nichts.

Bei Nah- und Fernwärmekonzepten

auf Basis grüner Wärme

liegen wir in Deutschland

meilenweit zurück. Wir brauchen

dringend die Einführung

von Speichertechnologien. Pro

Jahr werden bei uns in Zeiten,

wo viel Strom zur Verfügung

steht für über 1,5 Milliarden

Euro EEG-Anlagen abgeregelt,

also Windräder etc., weil man

Kohlekraftwerke nicht abregeln

kann. Dafür sind Ausgleichszahlen

fällig, das heißt, wir bezahlen

Strom, der gar nicht produziert

wird. Deshalb müssen

wir bei den Speicherkapazitäten

in die Vollen gehen, denn dieses

Jahrzehnt ist in dieser Frage das

entscheidende.

Für mich gibt es für die Umsetzung

der Energiewende keine

gravierenden technologischen

Probleme mehr, wohl aber bewusste

Verzögerung von interessierter

Seite. Deshalb ist sie

in meinen Augen keine technologische,

sondern längst eine soziale

Herausforderung. Und genau

deswegen sind wir hier. Wir

leben glücklicherweise in einer

Demokratie und Umwälzungen

sind mit Stimmmacht möglich.

Für mich ist dieser Store, ist

die Präsenz der EWS hier ein

Impulsgeber, um diese Stimmmacht

aufbauen zu helfen. Für

uns waren Stromkunden immer

in erster Linie Mitstreiter. Es

ging darum: Wer viele Kunden

hat wird wahrgenommen von

der Politik. Wir wollen Menschen

mit Ideen infizieren, sofern

sie es nicht schon sind, in

ihren Ideen bestärken, wenn sie

es schon sind und dann auch darin,

politisch zu handeln. Denn

ohne politisch zu handeln hat es

am Ende keinen Sinn.

Kultur Joker: Herr Sladek,

wir danken für dieses Gespräch

und wünschen in unser aller Interesse

spürbaren Erfolg.

Weitere Informationen: www.

ews-schoenau.de

Team des EWS-Store Freiburg, v.l.n.r.: Christoph Teuchert, Simone Herpich, Beate Scharr,

Tatiana Cyro Costa

Foto: EWS

WERDEN SIE

NATURHEILKUNDE


42 KULTUR JOKER Nachhaltig

Wo wollen wir hin?

Urlaubsgedanken über sehr unterschiedliche verlorene Paradiese

“Was nützt ein volles Sparbuch,

wenn einem das Dach einfällt?“

sagte Robert Habeck kürzlich

einem staunenden Friedrich

Merz und erklärte, er wolle in

die Schuldenbremse eine weitere

Logik einbauen. Nämlich, dass

Investitionen - in Infrastruktur,

Schulen, Glasfaser, Schienennetz

… – die neue Werte aufbauen, finanziert

werden sollen. Während

es manchen TV-Zuschauer:innen

wie Ziegel von den Dächern

fiel, weil die „Investitionsregel“

schlagartig verstanden wurde, ob

der Geldflüsse, die quasi sichtbar

wurden, sah die Autorin vor ihrem

geistigen Auge all die zerfallenen

Häuser, die sie radelnd

beim Urlaub in nahliegenden

französischen Dörfern gesehen

hatte.

Nein, das ist natürlich kein

französisches Phänomen, in Ostdeutschland

oder NRW gibt es

ähnliche Orte wie in Lothringen,

doch das Kopfkino setzte ebenda

ein: Wunderschöne Landschaft,

kilometerlange Radwege an Flüssen

und Kanälen entlang, vorbei

an alten Schleusenwärter-Häuschen

und alten Gehöften. Solche

Gebäude in Freiburg? Da würden

sich handwerklich begabte

Familien alle Finger nach lecken,

die wiederherzurichten. So viele

Willi Sutters kann es gar nicht geben,

die nötig wären, die Kulturschätze

vor dem Verfall zu retten.

Aber dort, wo der Hund begraben

ist und die junge Generation mit

wehenden Fahnen in die (Vor-)

Städte zieht, klingt es schon mal

wie eine Drohung, wenn man den

Kindern sagt: „Wir melden Dich

hier im Fussballverein an.“ Dort,

wo zwischen den leeren Häusern

keine 11 Kinder im gleichen Alter

zusammenkämen.

Was hat das alles mit der Klimakrise

zu tun? Dazu müssen wir

noch weiter ausholen. Bezeichnend

waren die Versuche, für die

Nacht ein Dach über dem Kopf zu

finden, ohne den großen Ibis-Ketten,

die die Kleinen systematisch

kaputtmachen, das Geld in den

Rachen zu werfen. Wer dann aber

glücklich eine Unterkunft auf

einem Ferien-Bauernhof findet,

sollte den Wirt:innen unbedingt

erzählen, wie wichtig einem ist,

wohin man seine Geldströme leitet

– weil das Strahlen hinter der

Corona-Maske so wunderbar ansteckend

ist.

Das größte Hotel einer Kleinstadt

in einer vormals prachtvollen

Gründerzeitvilla beherbergte

nur noch Gäste, die

höchst unfreiwillig ihre Heimat

verlassen hatten. Wer sich versehentlich

in die Flure verirrt

und den Flüchtlingskindern versucht

zu erklären, weshalb man

glaubte, dort eine Beherbergung

für Gäste zu finden, die einfach

nur Urlaub machen wollen, wer

mit Vokabeln, Worten, und Bedeutungen

ringt und versucht

die Perspektive der Kleinen einzunehmen,

der hat danach sehr,

sehr viele Gedanken zu ordnen.

Diese Gedanken haben sehr wenig

mit dem Verfall dieser fantastischen

Architektur zu tun, sondern

vielmehr damit, wie viele

Massenfluchten Menschen noch

auslösen wollen, dadurch, dass

einige mit ihrem „Anspruch“ auf

klimaschädlichen Lebensstil oder

dem Durchsetzen klimakatastrophaler

Geschäftsmodelle, manche

Regionen der Erde unbewohnbar

machen.

Dennoch soll die verfallende

Bausubstanz, die doch als Stück

unserer Geschichte so dringend

erhaltenswert wäre, nochmals in

den Fokus rücken. In welchem

Land gibt es eigentlich einen

öffentlichen Fond, aus dem die

Rettung so wunderschöner Orte

wie die Talvogtei und die Rainhofscheune

in Kirchzarten, das

Kartaus-Gehöft in Freiburg, das

Café Goldene Krone in St. Märgen

… unterstützt werden? Wohl

der Region, die ihre kleinen und

großen Kulturdenkmäler retten

kann!

Nehmen wir an, in nicht allzu

ferner Zukunft würde vielen

klar, dass die Flugplätze für den

Urlaub auf Malle, in der DomRep

oder in anderen, weit entfernten

Pseudo-Paradiese die hiesigen

blühenden Landschaften unter

dem Rollfeld-Asphalt begraben.

Nehmen wir weiter an, dass

Hinaus in die Nähe: Radwanderwege in Lothringen

Foto: Christophe Dumoulin

viele beschließen, ihr Geld nicht

mit Fluggesellschaften und Neckermännern

aus dem Land zu

fliegen, um in der Ferne festzustellen,

dass es schön wäre, „sowas“

hier in der Nähe zu haben.

Stellen wir uns vor, es würde sich

lohnen, kleine Gasthäuser in reizvollen

Gegenden in unserer Nähe

zu betreiben, weil genug Menschen

kommen, die den Betrieb

wirtschaftlich machen. Dann

wäre es irgendwann auch wieder

interessant, sich in diesen verfallenden

dörflichen Strukturen

niederzulassen, weil es dort Arbeit,

Kindergärten, Schulen, Läden

gibt. Wenn die Abwärtsspirale

gestoppt oder besser noch:

umgedreht würde und aus den

traurigen verfallenden Gebäuden

wieder schöne Häuschen werden,

die Radwege-Infrastruktur

zu einer Tour durch sehenswerte

Dörfer mit einladenden

Gartenlokalen und geöffneten

Herbergen würden. Wie reizvoll

wäre es dann noch, für viel Geld

an entlegene Strände zu jetten,

die nur im Katalog weiß sind?

Denn im wahren Leben werden

Rohöl-Brocken und Plastikmüll

angeschwemmt und laute Straßen

trennen die Hotelburgen

von den Küstenlinien der Sehnsuchtsorte.

Die Autorin erinnert

sich noch genau, wie aufregend

sie es vor über 40 Jahren fand,

statt des vom Arzt empfohlenen

Reizklimas an der Nordsee – im

Ruhrpott hatten Kinder Pseudokrupp

– mal einen weißen Strand

in Nordafrika zu sehen. Damals.

Als unsere Reise-Sehnsüchte orchestriert

durch Urlaubskataloge,

Zeitungs-Reiseberichte und Fernsehfilme

geweckt wurden. Heute

werden an genau dieser Stelle

ertrunkene Flüchtlinge angespült

und beerdigt.

Eva Stegen

Vegan, umweltfreundlich, lecker

Das Startup Savage Chocolate aus Freiburg

Das junge Süßwaren Startup

Savage Chocolate aus Freiburg

rief gemeinsam mit dem regionalen

Stromanbieter Badenova

ein Crowdfunding ins Leben,

um endlich ihre vegane Produktreihe

leckerer Süßigkeiten

auf den Markt zu bringen. Das

junge Savage Team möchte mit

ihren Süßwaren ein Zeichen

an die großen Player der Branche

senden. “Verantwortung zu

übernehmen heißt seinen Fußabdruck

auf unserem Planeten so

umweltfreundlich wie möglich

zu gestalten.”, sagt Jacob Hensler.

Der Mitgründer des Startups

erklärt, dass Savage Chocolate

deshalb schon seit Beginn mit

der sozialen Einrichtung Caritas

Freiburg zusammenarbeitet.

Die schokoladigen Leckereien

werden natürlich mit viel Liebe

von Hand in Deutschland hergestellt.

“Wir haben gemerkt, was

für einen großen Einfluss wir als

kleines Unternehmen auf die Gesellschaft

und die Umwelt haben

und wollen nun unsere Verantwortung

nutzen, um diesen Einfluss

so positiv wie möglich auszuleben.”,

führt der 23-Jährige

Student weiter aus. Mit Unterstützung

des Crowdfundings der

Schwarzwald-Crowd wird das

regionale Startup nicht nur vegane,

gelatine-freie und palmölfreie

Schokoladen-Fruchtgummis

produzieren, sondern auch

auf nachhaltigere Verpackungen

umsteigen. Bislang ist der Markt

mit umweltschädlichen Plastikverpackungen

überschwemmt,

da dies für große Konzerne die

profitabelste Lösung darstellt.

Jacob meint dazu: “Es geht um

Planet, People, Profit. Das ist

die richtige Reihenfolge, nicht

andersherum. Wir als Konsumgesellschaft

müssen unseren

Fokus von dem einen P (Profit)

auf die beiden anderen (Planet,

People) lenken.” Dieser Gedanke

macht nun auch nicht länger

im Süßigkeitenregal halt.

Menschen sollen sich eine süße

Belohnung gönnen können,

die durch gute Inhaltsstoffe

und eine umweltfreundliche

Herstellung nicht nur besser

für Körper und Seele, sondern

auch noch süß zum Planeten ist.

Das Startup Savage Chocolate

kann noch bis zum 01. September

2021, 20 Uhr hier unterstützt

werden: www.schwarzwaldcrowd.de/savage-chocolate

Die Seiten NACHHALTIG werden unterstützt von:

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Die Gründer Jacob Hensler & Leon Kroher Fotos: Savage Chocolate


nachhaltig KULTUR JOKER 43

Frauen in Führung

5. Freiburger Unternehmer-Symposium am

23. September 2021

Das Freiburger Unternehmer-

Symposium war in den letzten

Jahren immer auch ein Plädoyer

für den bei weiblichen Führungskräften

überproportional

stark ausgeprägten transformationalen

Führungsstil. Das

hochkarätig besetzte 5. Freiburger

Unternehmer-Symposium

am 23. September 2021 blickt

daher auf den Status quo und

die Zukunft von Frauen in Führung.

Mit Unterstützung der

IHK Südlicher Oberrhein wird

das für die Vermittlung von praxisorientierten

Erfolgskonzepten

bekannte Symposium erstmals

als Hybrid-Event – live vor

Ort im Gesundheitsresort Freiburg

und online – veranstaltet.

Weiterführende Informationen

zum umsetzungsorientierten

Programm und Anmeldung:

www.freiburger-unternehmersymposium.de

„Was Frauen in Führungspositionen

Mensch und Unternehmen

wirklich bringen, ist

beim Thema Female Leadership

der Kern vom Kern“, so

Personalmanagement-Berater

Rudolf Kast für die Initiatoren

Kast. Die Personalmanufaktur,

Fitalmanagement, Gesundheitsresort

Freiburg und Thilo Jakob

| Health Care To Market. Mitinitiatorin

Christa Porten-Wollersheim

betont, dass es um viel

mehr geht als die Frauenquote

in der Wirtschaft oder den

Gender Pay Gap: „Es geht um

unsere ökonomische Zukunft

und die Fragen: Wie wollen

wir künftig arbeiten? Welche

Rolle spielen dabei gut ausgebildete,

empathische, resiliente

Frauen?“

Sind Frauen die besseren

Führungskräfte? Studien zeigen:

Frauen sind zumindest oft

besser in der Lage, den transformationalen

Führungsstil mit

Leben zu füllen. Sie möchten

ihre Vorbildfunktion als Führungskraft

so über zeugend

wie möglich wahrnehmen und

schaffen es dadurch, bei Mitarbeitenden

Vertrauen, Respekt,

Loyalität, Inspiration und Motivation

aufzubauen.

Dr. Christoph Wirtz, als Chefredakteur

und Chef-Tester von

Dr. Wiebke Ankersen

Gault & Millau Deutschland

Sinnbild für einen kritischen,

kompetenten und unabhängigen

Journalismus, führt als

Moderator durch die gesamte

Veranstaltung. Beim Jubiläums-Symposium

mit dabei sind

viele spannende – weibliche wie

männliche – Führungspersönlichkeiten,

die ihre Ideen und

Erfahrungen mit den Gästen

teilen und diskutieren werden.

Workshop „Über Geld

spricht man“

Am Vortag des Symposiums

(22. September 2021) findet von

14 bis 17 Uhr im Gesundheitsresort

Freiburg ein Seminar für

Unternehmer und Entscheidungsträgerinnen

statt. Die

Fair Pay-Expertin Henrike von

Platen zeigt, weshalb faire Bezahlung

so entscheidend für die

Gleichstellung ist und wie sich

© Allbright-Stiftung

eine faire Entgeltstrategie in der

Praxis umsetzen lässt.

Zur Einstimmung auf das

Symposium findet am Vorabend

im Weingut Schwarzer Adler

in Oberbergen ein Business

Dinner statt. Bonita Grupp,

E-Commerce-Spezialistin bei

TRIGEMA, stellt sich den Fragen

von Dr. Wiebke Ankersen,

Geschäftsführerin der AllBright

Stiftung.


44 KULTUR JOKER nachhaltig

Die Zukunft sollen wir uns nicht sparen

Ein Wahlprogramm mit neuen ökonomischen und sozialen Zugängen für unsere Krisenzeit

„Mit angezogener Bremse

gibt es entweder soziale Verwerfungen

und Widerstand

gegen eine konsequente Klimarettung

– weil im ‚Sozialen‘

gespart wird – oder die

Rettung bleibt aus.“ In deutlichen

Worten präsentiert sich

das Heft „Wahlprogramm

sucht Partei!“, eine Zusammenarbeit

der Vorstandsmitglieder

des Vereins Freiburger

Diskurse Heinrich Röder und

Marcus Brian mit dem Herausgeber

und Chefredakteur

des Online-Wirtschaftsmagazins

MAKROSKOP Dr. Paul

Steinhardt. Selbst verstehen

die Autoren ihre Schrift als

Agenda für eine rationale

Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik.

Auftakt ihres 44-seitigen

„Wahlprogramms“ bildet ein

Brief an die Partei der Grünen,

die nach den Wahlen

vermutlich Regierungsverantwortung

tragen wird. Die

ideale Partei für das kritische

Programm, das die drei Wirtschaftskritiker

entwerfen, sind

die Grünen aber mitnichten.

Vielmehr sehen die Autoren

die vorherrschende Idee

eines gewollten ökologischen

Umbaus bei fehlenden ökonomischen

und sozialen Voraussetzungen.

„Ohne das Wissen

um diese Voraussetzungen

können Prozesse wie der Klimawandel

nur oberflächlich

angegangen werden“, meint

Dr. Paul Steinhardt. Und er

fügt hinzu: „Wenn wir noch

nicht einmal mit der Rentenfrage

umgehen können, sind

wir von Klimafragen noch

weit entfernt.“ Entsprechend

leistet das „Wahlprogramm“

mit seinen elf Maßnahmen für

eine zukunftsfähige Gesellschaft

und lebenswerte Erde

Grundlagenarbeit und nimmt

sich Themen wie Staatsfinanzierung,

Marktwirtschaft oder

gesetzlicher Rente an – in so

deutlichen wie einfachen Worten

und für eine kritische Öffentlichkeit.

Da stellt sich direkt die Frage:

Warum die Politiker*innen

nicht direkt mit dem „Wahlprogramm“

konfrontieren?

Heinrich Röder dazu: „Die

Politiker und Politikerinnen

nehmen sich noch immer die

sparsame schwäbische Hausfrau

als Leitbild der Nation.“

Die Wählerschaft müsse den

Parteienbetrieb mit vernünftigeren

politischen Ideen konfrontieren.

Denn: Macht erhält

die Politik erst durch die Wählenden.

Als Beilage für Blätter

wie die Badische Zeitung, die

ZEIT oder der Freitag ist gerade

die Mitte der Gesellschaft

Zielpublikum des Hefts. Aber

auch andere Gruppen sollen

sich angesprochen fühlen,

denn natürlich gehen diese

Prozesse alle etwas an.

Dr. Paul Steinhardt Foto: Makroskop Heinrich Röder Foto: Freiburger Diskurse

Klimafreundlich wohnen

Das Förderprogramm der Stadt Freiburg

18., 20. und 24. September 2021:

Besichtigung, Infoabend und Beratungsmöglichkeiten

zur energetischen

Sanierung von Wohngebäuden

Jetzt

Fördermittel

sichern!

Anmeldung unter www.earf.de

alternativ Tel. 0761 / 791770

Weitere Informationen unter:

www.freiburg.de/klimawohnen

Alle Angebote

sind kostenfrei

Diskurse für den Bundestag – auch nach der Wahl

Plastisch und einladend ist

das Programm in jedem Fall

gehalten. Die schwäbische

Hausfrau bekommt entsprechend

gleich zu Beginn deutliche

Kritik, denn: „Nachfolgende

Generationen werden

nicht durch hohe Staatsschulden

belastet. [...] Nachfolgende

Generationen werden

durch schlechte Ausbildung,

mangelhafte Infrastruktur

und eine zerstörte Umwelt belastet.“

Keine Schuldenbremse

also, sondern nachhaltiges

Wirtschaften. Ebenso: Bauen

in Ballungszentren vorwiegend

von Kommunen und gemeinnützigen

Trägern. Oder:

Gesetzliche Rentenversicherung

für alle! Überhaupt und

überhaupt: Die Gesellschaft

Foto: Ingo Joseph / Pexels

entscheidet, was wertvoll ist

und der Markt darf helfen.

Dem Staat raten die Autoren,

wieder mehr Verantwortung

zu übernehmen. „Unterm

Strich macht das ‚Wahlprogramm‘

deutlich, dass der

Staat sich seiner Rolle als

zentraler Taktgeber und als

gestaltende Ordnungskraft

wieder stärker bewusst werden

muss“, so Marcus Brian.

Die unterschiedlichen Thesen

des „Wahlprogramms“

werden über anschauliche Beispiele

und durchaus ironisch

gesetzte Grafiken greifbar. Ein

parallel dazu erscheinendes

140 Seiten starkes Themenheft

von MAKROSKOP vertieft

die Themen des Programms.

Nicht zuletzt werden die Freiburger

Diskurse dazu passende

Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen

anbieten.

Am 21. September, 19.30 Uhr

findet etwa ein Streitgespräch

zwischen Professor Wolfgang

Streeck und Dr. Rainer Hank

über von Streeks neues Buch

„Zwischen Globalismus und

Demokratrie“ statt, das nach

einer staatlichen Antwort auf

Prozesse eines globalisierten

Kapitalismus fragt. Die Veranstaltung

findet voraussichtlich

im Hörssal 1010 der Universität

Freiburg statt.

Das „Wahlprogramm“ als

PDF, weitere Infos und Veranstaltungen:

www.freiburgerdiskurse.de

Fabian Lutz


nachhaltig KULTUR JOKER 45

Nachhaltiger wirtschaften in der Landwirtschaft

Forschungsprojekt „Wertbildung im Dialog“ lädt Menschen in der Region Freiburg ein, mitzumischen

„Was sind Ihnen Leistungen

für nachhaltiges Wirtschaften

aus der Landwirtschaft wert?“

– Mit dieser Frage werden die

Menschen in der Region Freiburg

eingeladen, mitzumischen.

Das Forschungsprojekt „Wertbildung

im Dialog“ gibt den

Anstoß mit einer Umfrage.

Landwirtschaftliche Betriebe

stellen nicht nur Nahrungsmittel

her. Sie wirken vielfältig auf die

regionalen Umweltbedingungen

und die wirtschaftliche Entwicklung.

Für die Produktion

werden natürliche Ressourcen

wie Boden und Wasser benötigt,

die eng mit den Ökosystemen

in der Region verknüpft sind.

Die Landwirtschaft prägt unser

Landschaftsbild und bietet Arbeitsplätze

im ländlichen Raum.

Landwirt*innen leisten viel und

sollten dafür gesellschaftliche

Anerkennung erhalten. Doch

gleichzeitig verursacht die

deutsche Landwirtschaft große

Schäden an den Ökosystemen.

Diese stehen nicht im Verhältnis

zum finanziellen Ertrag.

Aktuell besteht das Problem,

dass für Nachhaltigkeitsleistungen

Kosten und Aufwände

entstehen, die Landwirt*innen

nicht bezahlt bekommen. Wenn

sie diese Leistungen erbringen

sollen, muss sich das ändern.

Gelder sind vorhanden – die

deutsche Landwirtschaft bekommt

jährlich 6 Milliarden

Euro aus den Fördertöpfen der

EU. Doch das Geld wird über-

wiegend auf die Fläche des Betriebes

vergeben.

Was, wenn die Bürger*innen

mit entscheiden würden, wohin

ihre Steuergelder fließen?

Die Projektpartner haben

dazu eine Umfrage gestartet.

Mitmachen können alle, die

im Stadtkreis Freiburg und den

Landkreisen Emmendingen und

Breisgau-Hochschwarzwald

wohnen.

Die Forschungsleitung Dr.

Jenny Lay-Kumar erläutert:

„Bislang ist Nachhaltiges Wirtschaften

ein Kostenfaktor – sowohl

für die Landwirt*innen als

auch für die Konsument*innen.

Wir wollen, dass Nachhaltigkeit

zum Vorteil wird, indem

die Leistungen aus Fördergeldern

bezahlt werden. Die Frage,

welche Leistungen wie viel wert

sein sollen, wollen wir zusammen

mit der Freiburger Bevölkerung

diskutieren.“

Die Ergebnisse der Umfrage

werden anonymisiert und

wissenschaftlich ausgewertet.

Die Umfrage wird flankiert mit

Bildungsangeboten und Dialogveranstaltungen.

Denn es sollen

nicht nur diejenigen mitmachen,

die sich schon mit Landwirtschaft

und Nachhaltigkeit

auskennen. Richard Tuth vom

badenova Innovationsfonds betont:

„Das Besondere an diesem

Projekt ist, dass es die Region

zum Dialog mit der Landwirtschaft

aufruft. Der Ansatz, die

Englischsprachiger Workshop im Jahr 2019

Bürger*innen über die Vergabe

von Fördergeldern mit entscheiden

zu lassen, ist innovativ und

kann in zukünftigen kommunalen

Beteiligungsverfahren

genutzt werden.“ Es wäre nicht

die erste Innovation, die aus der

Region Freiburg in die Welt getragen

wird. Im Anschluss an

das Projekt soll ein regionaler

Fonds für landwirtschaftliche

Nachhaltigkeitsleistungen gegründet

werden.

Weitere Infos: www.umfrage.

wertbildung-im-dialog.de

Foto: Regionalwert AG

Das Forschungsprojekt „Wertbildung im Dialog“ läuft von

Mai 2021 bis April 2022. Projektpartner sind Regionalwert

AG Freiburg, Agronauten e.V., Biomusterregion und Ernährungsrat

Freiburg und Region. Gefördert wird das Projekt

vom Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz der badenova

AG & Co. KG. Kontakt: wertbildung@regionalwertag.de,

www.regionalwert-ag.de/forschungsprojekte-der-regionalwert-ag-freiburg/wertbildung-im-dialog/

Die Umfrage ist verfügbar unter www.umfrage.wertbildung-im-dialog.de.

Individueller Sanierungsfahrplan

fürs Eigenheim

Umweltschutzamt: kostenlose Informations- und Beratungsmöglichkeiten

Im Rahmen des städtischen

Förderprogramms „Klimafreundlich

Wohnen“ lädt das

Umweltschutzamt Freiburg

im Herbst 2021 Freiburger

Bürger*innen wieder zu kostenlosen

Informations- und Beratungsangeboten

rund um die energetische

Sanierung von Wohngebäuden

ein. Am 18./20./24.

September können sich interessierte

Freiburger*innen über

nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten

für Wohn- und Eigenheime

informieren.

Bei der Besichtigung eines

sanierten Wohngebäudes am

18. September, 15-16.30 Uhr im

Haben Sie etwas gegen Schädlinge?

Wir auch!

Freiburger Stadtteil Mooswald

werden direkt vor Ort die vielsietigen

Möglichkeiten nachhaltiger

Sanierung aufgezeigt,

darunter u.a. die Dachsanierung

mit Photovoltaik-Anlage und der

Einbau einer dezentralen Lüftungsanlage.

Ein Infoabend am 20. September,

17:30-19.30 Uhr im Rathaus

im Stühlinger informiert Interessierte

über alle Angebote einer

kostenfreien und geförderten

Energieberatung sowie die Möglichkeiten

eines individuellen

Sanierungsfahrplans. Zertifizierte

Energieberater*innen geben

außerdem am 24. September,

13-16.30 Uhr eine kostenfreie

und individuelle Einstiegs-

Energieberatung für Freiburger

Bürger*innen.

Weitere Infos und Anmeldung:

www.energieagentur-regio-freiburg.eu

Freiburg, Platz der Alten Synagoge

gruene-freiburg.de

chantal-kopf.de

Robert Habeck: 10. September, 17 Uhr

Annalena Baerbock: 21. September, 12 Uhr

Ich lade Sie herzlich ein,

Ihre Chantal Kopf

Bundestagskandidatin für

den Wahlkreis Freiburg


46 KULTUR JOKER musik

Renaissance

Konzert in der Lokhalle Freiburg

Wie feiert man als Chor sein

Jubiläum? Ein Jubiläum, das die

gesamte Bandbreite und Vielseitigkeit

des Ensembles widerspiegeln

und zehn erfolgreiche Jahre

in einer Stunde Musik reflektieren

soll? Die Vokalakademie

Berlin hat sich für ein außergewöhnliches

Programm an einem

ungewöhnlichen Ort entschieden!

Klein besetzt und flexibel

bis kurz vor Konzertbeginn. Das

Programm „Renaissance“, in

dessen Titel auch die Wiederauferstehung

der Kultur nach Monaten

des Lockdowns anklingt,

umfasst eine Gegenüberstellung

von Werken alter Meister wie

Jan Pieterszoon Sweelinck und

Josquin Desprez mit Kompositionen

der Moderne von Arvo Pärt

und Sven-David Sandström. Verbunden

werden die Werke durch

Schlagzeugomprovisationen des

Percussionisten Michael Metzler.

Gespielt wird am 18. und 19. September

in der Lokhalle Freiburg,

jew. 17 und 20 Uhr.

10 Jahre Vokalakademie

Foto: Neda Navaee

Country Music

„El Paso“ in Rimsingen

Am 12. September spielt die

bekannte Countryband ”El

Paso” im Innenhof des Schloss

Rimsingen. Unter dem Motto

„Country Music Open Air

im Schlosspark“, spielt die

4-köpfige Gruppe ab 17 Uhr

ein Konzert mit bekannten Titeln

aus dem Country Bereich.

Sowohl traditionelle Titel von

Johnny Cash, Elvis oder Hank

Williams als auch moderner

Country Rock bestimmen die

unterhaltsame Show der Truppe.

Um Reservierung wird gebeten:

zumstein@countrymusicfreiburg.de

Geistliches Konzert

Ludwigskirche Freiburg

Mit dem Choral „Nun bitten

wir den Heiligen Geist“ beginnt

die Kantate von Jörn Bartels,

die im Rahmen eines Geistlichen

Konzerts am 19. September, 18

Uhr in der ev. Ludwigskirche

Freiburg musiziert wird. Die

sieben Sätze der Kantate mischen

Stil-Elemente des Jazz,

der Kirchentonarten und der

Barockmusik. An der Seite von

Bibel- und Choral-Texten ist

auch ein Text von Magaret Poret

vertreten, eine auf dem Scheiterhaufen

verbrannte Mystikerin

des Mittelalters. Neben einem

Vokalensemble singt die junge

Altistin Pascale Jonczyk, die von

einem coronabedingt kleinen

Instrumentarium von Violine,

Violoncello und Flügel begleitet

wird. Die Kantate wird eingeleitet

von Orgelmusik des deutschen

Orgelmeisters Franz Tunder

und einer Choralbearbeitung

von Buxtehude. Das pfingstliche

Sprachwunder in der Kantate

findet seinen Gegenpol in der

Sprachverwirrung, die Mauricio

Kagel in „Der Turm zu Babel“

für eine Solostimme vertont

hat. Weiterhin werden Sätze aus

zwei Violinsonaten mit obligater

Begleitung der rechten Hand von

J.S. Bach von Regine Schröder

(Violine) und Jörn Bartels (Orgel)

dargeboten.

Alt-Solistin Pascale Jonczyk

Foto: privat

Konzerte, Partys und mehr

Live-Veranstaltungen im Jazzhaus

Der September im Jazzhaus

verspricht Großes: Konzerte,

Partys und das Jazzfestival

laden dazu ein, Musik endlich

wieder richtig zu genießen.

Am 13. September, 20 Uhr

begeistert Justin Sullivan mit

großem Gitarrensound und

am 17. September, 22 Uhr

startet die Reopening Party.

Auf Best Taste HipHop dürfen

wir uns am 24. September, 23

Uhr bei der legendären Panda

Party freuen, am Abend darauf

schmettern Klassiker der

90‘s ab 23 Uhr aus den Boxen.

Jazzliebhaber*innen kommen

bei Roberto Negro (26. September,

20 Uhr) auf ihre Kosten.

Weitere Infos: www.jazzhaus.de

Vom 18. September bis 3. Oktober

wird das 33. Jazzfest Rottweil

wieder stattfinden. Los geht

es am 18. September ab 18 Uhr

mit „schwarzARTtor“, einem

Open Air am Schwarzen Tor mit

Live-Musik und einer Lichtprojektion

von Jonas Denzel. Den

musikalischen Part bestreiten das

Trio Slampampers mit Swing und

Slapstick und die Soul und Groove-Formation

The Next Movement.

Den Start der Konzertreihe

in der Alten Stallhalle gestaltet

das Herbert Pixner Projekt am 23.

September, 20:30 Uhr. Der Südtiroler

Komponist und Multiinstrumentalist

Herbert Pixner zählt

zu den angesagtesten Musikern

der aktuellen ‚Crossover- Volksmusikszene‘.

Tags darauf (20:30

Uhr) folgt das neue Projekt der

Söhne Mannheims und Sängerin

Phalleé: Söhne Mannheims Jazz

Department. Die Liebe für die

Das Freiburger Jazzfestival ist

seit vielen Jahren ein Treffpunkt

der internationalen Jazzszene.

Veranstaltet von E-WERK und

Jazzhaus Freiburg finden sich

Neuentdeckungen der europäischen

Musikszene hier ebenso

wie Auftritte gefeierter Jazzgrößen.

Am 18. September startet

das diesjährige Jazzfestival um 12

Uhr mit „Jazz in the City“ – fünf

Bands bespielen die Freiburger

Innenstadt zum Festivalauftakt.

Am 19. September, ab 14 Uhr

folgt das neue Format „Jazz on a

Late Summer`s Day“ entlang der

Urachstraße in der Wiehre. Das

Freiburger Jazzfestival möchte

mit seinem diesjährigen Programm

Raum schaffen für einen

Ausblick in die neueren Entwicklungen

des Jazz und zugleich einer

Legende huldigen: Die skandinavische

Supergroup Rymden

(auf Deutsch Raum) um Bugge

Wesseltoft, Dan Berglund und

Magnus Öström eröffnet am 18.

„Zusammen – Auseinander“

1. Saisonkonzert des Ensemble Aventure

Im ersten Saisonkonzert, am 17.

September, 20 Uhr in der Elisabeth

Schneider Stiftung, treibt das Ensemble

Aventure wie so oft musikalische

Archäologie: Mit Nikos

Skalkottas’ zweiten Quartett für

Bläser und Klavier wird ein wenig

bekannter Schönberg-Schüler präsentiert,

der in Berlin und in Athen

in Einsamkeit ein eigenwilliges Ouevre

geschaffen hat. Ihm zur Seite

wird die amerikanische Avantgardistin

Ruth Crawford Seeger gestellt,

mit ihren „Diaphonic Suites“ von

1930. Wohnt dem Werk von Seeger

ein mystisch spiritueller Grundzug

inne, so ist dies erst recht der

Vielseitige Jazz-Facetten

33. Jazzfest Rottweil

Musik und den Spirit der Söhne

Mannheims verbindet dieses

Department mit den kreativen

Qualitäten des zeitgenössischen

Jazz. Der 25. September, 20:30

Uhr gehört dem Modern Jazz.

Mit Sebastian Studnitzky und

David Helbock kommen zwei

herausragende Vertreter dieses

Genres nach Rottweil. Weiter

geht‘s am 30. September mit Lisa

Simone. Mit Präsenz und einer

großartigen Stimme gesegnet,

bezaubert die Künstlerin ihre

Fans seit Jahren. Am 1. Oktober,

20:30 Uhr präsentiert das

Projekt „Donnerbalkan“ seine

musikalische Vielseitigkeit. Von

Anfang an gilt die Gruppe als die

Erfinder des ‚Worldpop‘. Die Welthits

von Albert Hammond kennt

wohl jeder. „It Never Rains In

Southern California“ oder „One

Moment In Time“. Jetzt gibt sich

der Weltstar mit seinen vielen

September, 20 Uhr im Jazzhaus

das diesjährige Freiburger Jazzfestival

mit druckvollem Sound

und differenzierten Rockbeats.

Die neuesten Strömungen werden

im Jazzhaus repräsentiert

von der Münchner Jazzrausch

Bigband am 19. September, 20

Uhr im Jazzhaus und dem Leo

Betzl Trio am 23. September, 20

Uhr im Forum Merzhausen, die

mit ihrem akustischen Techno

nicht nur sehr modern, sondern

zugleich klassisch geprägt sind.

Im E-WERK wird der Bass im

Mittelpunkt stehen: Die Dänin

Ida Nielsen arbeitete viele Jahre

mit Prince und verbindet mit ihrer

Band The Funkbots gekonnt Hip-

Hop, Funk & Jazz (24. September,

20 Uhr). Der Höhepunkt des Festivals

ist natürlich im E-WERK

am 25. September, 20 Uhr der

Auftritt des legendären Bassisten

Ron Carter, der viele Jahre mit

Miles Davis gearbeitet und somit

Jazzgeschichte geschrieben hat.

Fall im späten lichtmetaphorischen

Quartett für Oboe, Fagott, Trompete

und Violoncello des Komponisten

Meinrad Schütter, dessen

Wiederentdeckung und Aufführung

sich die Basler Musikerin und Galeristin

Ute Stoecklin, mit der das

Programm entstanden ist, auf die

Fahnen geschrieben hat (Aventure

spielt das Programm in der Galerie

Maison 44 Basel am 19.9., 17 Uhr).

Zu diesen drei Werken passen das

trotzige „Dennoch“ für Klarinette

des slowenischen Komponisten

Uroš Rojko ebenso wie die virtuosen

Trios des mexikanischen

Meisters Conlon Nancarrow sowie

Megahits der Musikgeschichte

selbst die Ehre und gastiert am

2. Oktober, 20:30 Uhr erstmals

in Rottweil. Die Tanzkapelle Ulrich

Tukur & die Rhythmus Boys

spielen schwungvolle Musik mit

frischen Tönen. Die Songs sind

mal leise, mal laut - aber immer

betörend. Kurz: perfekte Tanzpalast-Atmosphäre

zum grandiosen

Jazzfest Finale 2021 am 3. Oktober,

19 Uhr! Tickets unter: www.

jazzfest-rottweil.de und www.

reservix.de

Herbert Pixner live in Rottweil

am 23. September Foto: promo

Gefeierte Jazzgrößen und neues Format

Jazzfestival Freiburg 2021 vom 18.-26. September

Auch der sehr innovative französische

Pianist Roberto Negro, der

u.a. mit Émile Parisien im Jazzhaus

das Abschlusskonzert am

26. September, 20 Uhr mit „Papier

Ciseau“ geben wird, ist ein

spannender und herausfordernder

Ausblick. Wie Bastelmaterial von

Kindern werden hier Elemente

zerschnitten und wieder ganz anders

zusammengeführt. Das Chaos

hat hier System und eine neue

Welt wird erschaffen. Weitere Infos:

www.jazzfestival-freiburg.de

Der legendäre Bassist Ron Carter

Foto: Marc Gilgen

das 1926 entstandene spritzige Trio

von Francis Poulenc. Und wenn

Rainer Sievers seine „Tre Miniature“

(Uraufführung) zwischen

die anderen Werke setzt, auf die er

Bezug nimmt, so findet die innere

Verschränkung des Programms

ihre äußere dramaturgische Entsprechung.Ein

Konzertgespräch mit

dem Archäologen Prof. Jens-Arne

Dickmann vertieft den Zusammenhang

von musikalischen und archäologischen

Entwicklungslinien und

Entdeckungen.

Kartenvorbestellung erforderlich:

konzerte@ensemble-aventure.

de


musik KULTUR JOKER 47

Flöte und Streichtrio

Festkonzert mit der Camerata Instrumentale

Dieses ursprünglich schon im

letzten Jahr geplante Festkonzert

„50 & 1 Jahre Kaufhaus-Serenaden“

findet jetzt als 258. Kaufhaus-Serenade

am 18. September,

20.15 Uhr im Historischen

Kaufhaus in Freiburg statt. Es

stehen ausschließlich Quartette

für Flöte und Streichtrio auf

dem Programm: So zu Beginn

Mozarts strahlendes Quartett in

C-Dur, gefolgt von den Fioretti

von Richard Rudolf Klein. Er

schreibt in einem tonal-modalen

Stil von größter Transparenz

und Eigenwilligkeit. Von Frank

Michael, langjährigem Schüler

und Freund Kleins, erklingen

seine bereits 2012 uraufgeführten

Übermalungen op. 125

in einer 2020 revidierten Version:

Übermalungen von Quartettsätzen

aus seiner Gymnasialzeit.

Den virtuos-dramatischen

Schlusspunkt dieses Jubiläumskonzerts

bildet Antonin Rejchas

Die Reihe Liederaben.de

wird am 22. September eröffnet

mit dem gebürtigen

Freiburger Tenor Christian

Elsner. Unter dem Motto „Urgedanken“

gestaltet er zusammen

mit Burkhard Kehring

Rückertlieder von Gustav

Mahler, Wesendock-Lieder

von Richard Wagner, die vier

ernsten Gesänge von Johannes

Brahms sowie „An die ferne

Geliebte“ von Ludwig van Beethoven

. Die beiden Künstler

haben dieses Programm auch

auf CD aufgenommen. Gerade

noch war der Bassbariton

Markus Eiche als Wolfram von

Camerata Instrumentale

Berührende Liederabende

Die Reihe Liederaben.de im Herbst

Eschenbach im „Tannhäuser“

bei den Bayreuther Festspielen

zu hören. Im Haus Wahnfried

gestaltete er im Rahmen

der Festspiele auch einen Liederabend.

Schön, dass dieser

Abend jetzt in Freiburg am

5. Oktober wiederholt wird.

Zusammen mit Matthias Alteheld

erklingen Lieder unter

dem Motto „Dort, wo du nicht

bist...“ von Korngold, Schubert,

Schumann und Beethoven. Am

11.Oktober wird das Publikum

musikalisch in den hohen Norden

entführt. Die norwegische

Sopranistin Siri Thornhill wird

Lieder von Edvard Grieg unter

Quartett in A-Dur op. 98 Nr. 5.

Dieser Komponist saß mit Beethoven

in Bonn im Orchester

des Kurfürsten, er flötespielend,

Beethoven die Bratsche traktierend.

Später in Paris war Rejcha

ein angesehener Komponist –

Schöpfer u.a. zahlreicher bedeutender

Bläserquintette – und ein

sehr erfolgreicher Kompositionslehrer

am Pariser Conservatoire,

u.a. Lehrer von Liszt, Berlioz

und C.Franck. Die Camerata Instrumentale

Freiburg musiziert

in der Besetzung Frank Michael,

Miriam Rudolph, Ulrike

Rüttgardt und Ute Hüffmann.

Karten: www.reservix,de, Restkarten

an der Abendkasse.

Foto: promo

dem Motto „Aa veit du den

Draum, aa veit du den Song?“

singen. Daneben erklingen

Lieder von Felix Mendelssohn-

Barthody, Henri Duparc und

Gabriel Fauré. Anna Immerz

begibt sich am Flügel mit auf

die Reise.

Die Konzerte am 22.September

und 05. Oktober finden im

Historischen Kaufhaus in Freiburg

statt, das Konzert am 11.

Oktober im Humboldtsaal in

Freiburg. Alle Konzerte beginnen

um 20.15 Uhr.

Karten: www.reservix.de und

an der Abendkasse.

Robin Hood und seine Bande

The Early Folk Band mit Sommerferienprogramm in Freiburg

Robin Hood und seine Bande veranstalten

noch bis zum 8. September

eine Sommerferien-Konzertreihe.

Die Konzerte finden unter

coronagerechten Maßnahmen umsonst

und draußen statt – auch bei

englischem Wetter. Robin Hood –

der beste Bogenschütze Englands –

ist der Held von Sherwood Forest.

Zusammen mit seiner Bande von

Geächteten kämpft er gegen die

Ungerechtigkeit dieser Welt. Die

frühesten englischen Balladen, die

seit dem 13. Jahrhundert überliefert

sind und hunderte von Liedern auf

alten Balladenblättern erzählen

seine Geschichte. Die Lieder über

sein Leben in Sherwood Forest

mit Little John, Lady Marian und

seiner Bande und auch die Ballade

vom Tod dieses Volkshelden sind

zu hören. Die Early Folk Band begleitet

sich selbst zu den Gesängen

auf der Harfe, der alten englischen

Cister, Barockgitarre und Fidel.

Außerdem spielt sie die alten „Tunes

and Dances“ aus dem Norden

Englands auf Dudelsäcken und

Whistles, während Komödiant

Steven Player dazu das Tanzbein

schwingt. Die englischen Originalversionen

dieser alten Balladen

werden in den 12-Uhr und 15-Uhr

Vorstellungen in deutschen Übersetzungen

zu den alten englischen

The Early Folk Band

Melodien präsentiert. In den 18

Uhr-Konzerten erklingen die Balladen

in ihrer Originalsprache.

Die Aufführungen finden statt

am: 1.9., Zähringer Burg, 12/15/18

Uhr, 2.9., Josef-Brandel-Anlage,

12/15/18 Uhr, 3.9., Sternwaldeck,

12/15/18 Uhr sowie am 8.9., Jesuitenschlössle,

12/15/18 Uhr.

Foto: privat

Kammermusik des Barock

Konzert mit dem Arcadia Ensemble

Am 17. September um 20 Uhr

findet ein Konzert mit Kammermusik

des Barock mit dem Arcadia

Ensemble im Kaisersaal

des Historischen Kaufhauses in

Freiburg statt. Die Ausführenden

sind Roberto Milani (Barockgitarre).

Anna Zimmermann

(Barockfagott) und Christian

Zimmermann (Barockgitarre

& Barocklaute). Auf dem Programm

stehen Kompositionen

Eine Frau telefoniert, am anderen

Ende der Leitung ist der

Mann, der sie eben verlassen hat.

Nur ihre Gesprächsfetzen lassen

erahnen, in welche Richtung sich

das Gespräch entwickelt und

wer hier etwas vorgibt zu sein

oder zu tun. Kein Geringerer

als der surrealistische Schriftsteller

Jean Cocteau war es, der

1930 diesen Mono-Dialog für die

Theaterbühne verfasste. Francis

Poulenc schuf daraus 1958/59 die

Mono-Oper „La voix humaine“

(Die menschliche Stimme), eine

intime „lyrische Tragödie“. Gemeinsam

tauchen die namhafte

Frankfurter Sopranistin Britta

Stallmeister und der Regisseur

Heiko Hentschel in die Tiefen

jenes Telefonats ein, in dem

von Jean-Baptiste Lully, Jean

Philippe Rameau, Arcangelo Corelli,

Georg Friedrich Händel ua.

Die Adaption der Werke an diese

Besetzung verleiht der Musik einen

neuen Reiz. Eine Reservierung

unter chrizim@t-online.de

ist erwünscht. Das Konzert findet

außerdem noch am Sonntag, 19.

September, 19 Uhr in der St. Michaels

Kirche in Niederrottweil/

Kaiserstuhl statt.

„La Voix“

Opera Factory feiert Premiere

Der Schweizer Schriftsteller

Robert Walser ging, spazierte

gern. Unter dem Titel

„Ich sitze da, als wäre ich

nicht vorhanden“ wandert das

Festival Neue Musik Rümlingen

nun mit ihm. Aufgespannt

zwischen den Orten Appenzell,

Herisau, Teufen, Trogen,

Wald, Rehetobel und Heiden

sind vom 16.–19. September

Musiktheater, Spaziergänge

und ein Kongress zu Robert

Walser geplant. Neue Musiktheaterdarbietungen

stehen

zwischen bekannten Werken

das Unsagbare schwerer wiegt

als jedes Wort. Das Setting des

Abends verortet die Hauptfigur

als einsame Chansonsängerin.

Die Oper Poulencs wird daher

durch berührende Lieder der

französischen Sängerin Barbara

und Poulencs umrahmt, die von

Philipp Schiemenz (Violoncello)

und Klaus Simon (Klavier) begleitet

werden. So generiert dieser

sehr französische Musiktheaterabend

eine neue Gattung: die

Chanson-Opéra. Bienvenue! Premiere

ist am 15. September, 20

Uhr im Vorderhaus in Freiburg.

Weitere Termine: 21./22./28./29.

September, jew. 20 Uhr. Werkeinführung

von Dr. Cornelius

Bauer, jew. 19:15 Uhr. Karten:

vorderhaus.reservix.de/events

Walser klingt durchs Land

Das Festival Neue Musik Rümlingen

und Uraufführungen. Robert

Walsers sprachlich vielgestaltiges

Werk wird zum Auftakt

musikalischer wie ländlicher

Erkundungen. Nicht nur Robert

Walsers Aufenthalt in

der Psychiatrie, sondern auch

dessen Märchen-Dramolette

oder Mikrogramme werden

intermedial, zwischen Text

und Klang erfahrbar. Am 19.

November endet das Festival

in Rümlingen mit einem Nachklang.

Weitere Infos: www.

neue-musik-ruemlingen.ch


48 KULTUR JOKER Musik + veranstaltungen

Bekanntes von Mendelssohn

Konzert in St. Trudpert

„Denn er hat seinen Engeln befohlen

über dir“. Dieses und andere

bekannte Werke des Komponisten

Felix Mendelssohn-Bartholdy

intonieren acht Sänger und

Sängerinnen als Doppelquartett

beim Mendelssohn-Konzert in

der Barockkirche St. Trudpert am

12. September, 16:30 Uhr. Es singen

Michaela Ortlieb-Steffe und

Kerstin Bögner, Veronika Lutz

und Karin Karle, Jonas Bruder

und N.N., Manuel Klingenmeier

und Andreas Mölder. Außerdem

spielt Andreas Mölder an der Orgel

die Sonata I in f-Moll von Felix

Mendelssohn-Bartholdy. Das

Konzert ist das zweite Konzert,

das im Rahmen der Konzertreihe

„Konzerte St. Trudpert“ in

diesem Jahr stattfinden kann.

Karten: www.reservix.de

Glenn Miller Orchestra

Jubiläumstour mit Stopp in Baden-Baden

In 35 Jahren leitete Wil Salden

5000 Konzerte des Glenn Miller Orchestra

für Europa. Im Juni 2020 feierte

er seinen 70. Geburtstag. Also

gleich mehrere gute Gründe, um

auf große Jubiläumstour durch ganz

Europa zu gehen und Menschen

rund um den Globus zu begeistern.

Am 27. September, 20 Uhr machen

sie im Rahmen der Jubiläumstour

Halt im Kurhaus Baden-Baden.

Mit dem Jubiläumsprogramm präsentiert

das Glenn Miller Orchestra

unter Leitung von Wil Salden eine

Das Glenn Miller Orchestra

grandiose Show im Sweet und Swing

Sound. Wil Salden und seine

Musiker*innen stehen für authentischen

Swing-Sound in der traditionellen

großen Big Band Besetzung.

Gemeinsam mit der Vocalgroup

„The Moonlight Serenaders“ versetzen

sie das Publikum zurück in

die Zeit der 1930er und 40er Jahre.

Karten unter: Ticketservice Baden-Baden,

Im Dostojewski-Haus,

T. 07221/932700 und an allen bekannten

Vorverkaufsstellen. Weitere

Infos: www.glenn-miller.de

Foto: Danilo D’Auria, Rom-Italien

Drei Tage rund um Brahms

28. Brahmstage in Baden-Baden

Bereits zum 28. Mal werden

vom 24. bis 26. September

2021 die Brahmstage Baden-

Baden stattfinden. Dieses

kleine, aber feine Musikfest

wird alle zwei Jahre von der

Brahmsgesellschaft Baden-

Baden veranstaltet, um mit

den Erlösen aus den Konzerten

das Brahmshaus Baden-Baden

– die einzige in Deutschland

erhaltene Wohnstätte

des Komponisten – für die

Nachwelt zu bewahren. Das

Festival beginnt am 24. September,

traditionell mit einem

festlichen Eröffnungskonzert

im Kurhaus Baden-Baden.

Clémence De Forceville (Violine)

und die Philharmonie

Baden-Baden unter Leitung

des künftigen Chefdirigenten

Heiko Mathias Förster werden

Werke von Mendelssohn,

Brahms und Schumann spielen.

Am 25. September ist zum

ersten Mal das „musikalische

Quintett“ von SWR2 zu Gast.

Es wird Fragen nachgehen, die

sich rund um verschiedene Interpretationen

von drei ausgewählten

Stücken von Johannes

Brahms stellen. Besonderer

Gast ist der Musikkritiker und

Stimmen-Spezialist Jürgen

Kesting.

Im Festspielhaus Baden-

Baden wird dann um 19 Uhr

ein Konzert mit Star-Pianist

Igor Levit und den Münchner

Philharmonikern unter Valery

Gergiev stattfinden.

„Eine Reise durch die Welt

des Horns” nennt Felix Klieser

sein Programm, das er

mit seiner spannenden Besetzung

– Horn, Violine (Andrej

Bielow) und Klavier(Martina

Filjak) – am 26. September, 11

Uhr im Weinbrennersaal vorstellen

wird.

Lars Vogt (Klavier), Veronika

Eberle (Violine, Alban

Gerhardt (Violoncello) und

die Würth Philharmoniker

unter der Leitung von Claudio

Vandelli werden dann im Abschlusskonzert

um 17 Uhr im

Festspielhaus zu hören sein.

„Von mir kann ich Dir recht

drolliges erzählen”, schreibt

Brahms im August 1887 an

Clara Schumann. „Ich habe

nämlich den lustigen Einfall

gehabt, ein Concert für Geige

und Cello zu schreiben. Wenn

es einigermaßen gelungen ist,

so könnte es uns wohl Spaß

machen.”

Wenige Wochen später findet

am 23. September 1887 die

Generalprobe mit Orchester

im Kursaal Baden-Baden statt.

Die Uraufführung erfolgte am

18. Oktober 1887 im Kölner

Gürzenich. 134 Jahre später

haben die Solisten Veronika

Eberle und Alban Gerhardt sowie

die Würth

Philharmoniker

unter der Leitung

von Claudio

Vandelli

ihre Freude an

dem Werk –

und das Publikum

sicherlich

auch!

Karten: www.

bz-ticket.de,

www.brahmsbaden-baden.

de

Clémence De

Forceville spielt

beim Eröffnungskonzert

Foto: promo

Verbindungen nach Afrika

Das Festival der Cordiale im E-Werk baut multimedial und interkuturell Brücken

Dass Afrika weitaus mehr ist

als ein exotischer Kontinent, dessen

Regionen und Menschen man

stets unter Klischeebilder weiter

Savannen oder großer Armut

stellt, beweist das interkulturelle

Festival Cordiale – von Herzen,

das vom 29. September bis 3. Oktober

stattfindet. Die Cordiale ist

ein Projekt des E-WerkFreiburg,

kuratiert von CaPoA e.V. (Cooperation

and Progress of Africans)

in Kooperation mit dem Kommunalen

Kino. Alle Veranstaltungen

finden im E-Werk statt.

Eine Ausnahme bildet nur der

Auftakt am 29. September, 19.30

Uhr im Kommunalen Kino. Gezeigt

und diskutiert wird Reinhild

Dettmer-Finkes Film „Taxi

nach Afrika“ über den Freiburger

Fußballprofi Boubaca Diarra

und seine Position zwischen zwei

Welten. Offizielle Eröffnung der

Cordiale ist mit dem musikalischen

Auftakt „Afrika trifft

Orient“ am 30. September, 18.30

Uhr. Der Anschluss gestaltet sich

politisch. Um 19 Uhr diskutieren

verschiedene Akteur*innen

Die Band Soulfamily

über den Stühlinger Kirchplatz,

der Treffpunkt vieler

Afrikaner*innen ist, gleichermaßen

oft aber als Problemort

begriffen wird. Im Gespräch, u.a.

mit Volker Finke, Nelson Momoh

(Vorsitzender vom CaPoA) und

Polizei-Vizepräsident Matthias

Zeiser wird nach nachhaltigen

Lösungen gesucht.

In musikalischer Einbettung

folgt am 1. Oktober, 19 Uhr eine

Foto: Ralf Saurbier

Diskussion zu Programmen und

Projekten für Geflüchtete. Im Anschluss,

um 21 Uhr folgt ein Konzert

der Sängerin Cécile Verny

in Begleitung von Johannes

Maikranz. Am Folgetag heißt es

„Vielfalt macht reich – Chancen

nutzen“. Ab 14 Uhr bietet sich

ein buntes Programm aus Lesungen,

Spielen, Vorträgen und

Musik. Darunter die performative

Lesung um 16 Uhr, „Töchter

von Gastarbeiter*innen“ der

Freiburger Autorinnen Fatma Sagir

und Tú Qùynh-nhu Nguyễn.

Themen wie Rassismus oder Sexismus

stehen in ihren Werken

der Idee einer solidarischen Verbindung

verletzter Individuen gegenüber.

Interaktiv gestaltet sich

die Lesung des Buchs „Mein Leben

zwischen zwei Welten“ um

18.30 Uhr. Autor Ousman Bojang

kam als Geflüchteter aus Gambia

nach Freiburg und brachte Gedanken

und empfundene, später

gemalte Bilder aus seiner Heimat

mit. Beides präsentiert er in seiner

intensiven Lesung. Eine gute

Grundlage, um kreativ über eine

gemeinsame, visionär geprägte

Zukunft nachzudenken – so bei

den Impulsvorträgen ab 19.15

Uhr, die unter dem Titel stehen:

„Stühlinger Kirchplatz ist überall

Wie wir GEMEINSAM die Zukunft

trotz der Globalisierung

menschlich gestalten“. Sounds

von Migrant*innen präsentiert

die Soulfamily dann um 21.30

Uhr. Am 3. Oktober endet das

Festival mit dem „Africa Day“,

der von 15–20 Uhr an das Unglück

bei Lampedusa erinnert,

bei dem im Jahr 2013 366 Menschen

ums Leben kamen. Das

Datum steht aber auch für die

Erkenntnis, dass die „Deutsche

Einheit“ die Einbeziehung aller

Menschen bedeuten muss, die in

Deutschland leben, unabhängig

von Hautfarbe, Herkunft und Papieren.

Abschlussveranstaltung

der Cordiale um 18.30 Uhr ist

ein Auftritt des Südufer-Chors,

der Lieder schutzsuchender Menschen

vertont.

Weitere Infos und Veranstaltungen:

www.ewerk-freiburg.de

Ousman Bojang Foto: Osman Bojang


Veranstaltungen KULTUR JOKER 49

Umdenken, umbauen, gestalten

Die trinationalen Architekturtage präsentieren sich gegenüber der

globalen Krisenlage mit kreativen wie nachhaltigen Baukonzepten

Ein Verein mit internationaler

Strahlkraft. Das Europäische

Architekturhaus – Oberrhein

hat es sich seit seiner

Gründung 2005 zur Aufgabe

gemacht, Menschen für Architektur

zu begeistern und das in

Frankreich, Deutschland und

der Schweiz. Das Dreiländereck

bietet den idealen Ort für

einen grenzüberschreitenden

Dialog. Vor allem, wenn das

Architekturhaus im Herbst jeden

Jahres die Architekturtage

veranstaltet („Les Journées de

l’architecture“). Vom 24. September

bis 31. Oktober und in

über 20 Städten der Grenzregion

kommen Architekturinteressierte

zu Diskussionen, Performances,

Stadtrundfahrten,

Workshops und vielem mehr

zusammen – auch in Freiburg.

Die nunmehr 21. Ausgabe der

Architekturtage stellt sich einer

brisanten Lage: Wie können

wir gemeinsam auf die Herausforderungen

unserer Welt reagieren,

die sich in einer Krise

und Mutation befindet? Für das

Europäische Architekturhaus

heißt das: „Alternativen? Architektur!“

Die Herausforderung

ist, aus der Situation neues

kreatives Potential zu schöpfen,

um Klima- und Gesundheitskrisen

zu begegnen. Gerade

Architektur kann und muss das

leisten. Schutz vor Klimakastrophen,

ökologische Baukonzepte

und doch auch der Blick

auf wertvolle Bautraditionen.

Als Vermittler*innen solcher

Konzepte und als Stars jeder

Ausgabe der Architekturtage

präsentieren sich international

renommierte Architekt*innen.

In diesem Jahr sind es Bernard

Quirot, Werner Sobek, Philippe

Madec und Anne Lacaton.

Für Bernard Quirot ist Architektur

zunächst Kunst der Konstruktion.

Als Kritiker globaler

neoliberaler Logiken sieht er die

Lösung vor allem in lokalen Initiativen

und der Rückkehr zum

Einfachen. Mit seinem Verein

„Avenir Radieux“ arbeitet er

konkret und lokal gegen die

Verödung und den Verfall des

historischen Zentrums der Gemeinde

Pesmes. Zum Auftakt

am 24. September, 18.30 Uhr

spricht Quirot in der Briqueterie

in Schiltigheim. Werner

Sobek kommt am 7. Oktober,

18.30 Uhr in die Oberrheinhalle

Offenburg. Dort spricht er über

das „Triple-Zero“ und damit

über Baustrategien, die ressourcenschonend

und dennoch

qualitätsbildend sind. Sein „Triple-Zero“

steht dabei für „Zero

Energy, Zero Emissions, Zero

Waste“. Eine von der geplagten

Umwelt unabhängige Baulösung,

die Werner Sobek bereits

in seinem Modell „Aktivhaus“

umsetzen konnte.

Erste Preisträgerin des Pritzker-Preises

2021 ist Anne Lacaton.

Lacaton beschäftigt sich

vornehmlich mit Sanierungen,

vor allem solche, die bestehende

Bauten nachhaltiger gestalten.

Sozialer Mietwohnungsbau und

öffentliche Einrichtungen sind

weitere Aufgabenschwerpunkte

Anne Lacatons, die am 28.

Oktober, 18.30 Uhr im Zénith

Straßburg sprechen wird. Eine

Symbolfigur des Frugalitätsgedankens

ist Philippe Madec,

der am 15. Oktober, 18.30 Uhr

in der Université de Haute Alsace,

campus Fonderie in Mulhouse

sprechen wird. Mit dem

„Manifest für eine glückliche

und kreative Genügsamkeit“

appelliert Madec für eine Architektur,

die respektvoller mit

natürlichen Ressourcen umgeht,

das Wissen aus organisch

entwickelten Bauten nutzt und

Der Future Fundamental Pavilion (FFP) auf dem Platz der Alten Synagoge

Foto: Vogel-Bau, Bröer, acute, Frühjahr 2021

Wandel in der Münsterbauhütte

ein Gleichgewicht zwischen

Tradition und Moderne sucht.

Das 2018 gegründete Manifest

und die zugehörige Bewegung

„Frugalité heureuse” hatten enormen

Einfluss und führten zur

Gründung vieler Initiativen.

Passend dazu zeigt das Europäische

Architekturhaus vom 15.

Oktober bis 15. November die

grenzüberschreitende Wanderausstellung

„Frugalité créative

– Weniger ist genug“ im KMØ

in Mulhouse. Der Vortrag Philippe

Madecs bildet den Eröffnungsvortrag

zur Ausstellung

und eines der Highlights der

Architekturtage.

Freiburg selbst ist neben

Städten wie Mannheim und

Karlsruhe ein weiteres Highlight

für Veranstaltungen im

deutschen Sektor der Architekturtage.

Den Beginn macht ein

äußerst ungewöhnliches Ausstellungsprojekt,

der Future

Fundamental Pavilion. Gemäß

seines Kürzels FFP besteht der

Pavillion aus 20.000 recycelten

FFP2-Masken, die wie Schindeln

in einer 8 Meter Durchmesser

großen Zeltstruktur

zusammenfinden. Vom 5.–15.

Oktober ist der Pavillion auf

dem Platz der Alten Synagoge

zu besichtigen. Am 28. Oktober

gibt es ein Wiedersehen im Zénith

in Straßburg.

Eine Vorführung des Films

„Homo Urbanus Neapolitanus“

gibt das Kommunale Kino am

24. Oktober, 17.30 Uhr. Behandelt

wird darin der Rückzug

des Menschen in eine urbane

Isolation. Die komplexen Begegnungen

des Menschen mit

seiner urbanen Umgebung

weltweit gerinnen zum filmischen

Portrait. Historisch

hingegen eine Mittagsführung

am 8. Oktober, 12.30 Uhr. Freiburgs

neue Münsterbaumeisterin

Anne-Christine Brehm lässt

hinter die Kulissen der Münsterbauhütte

blicken und damit

in einen Steinmetzbetrieb mit

800-jähriger Tradition. Eine

weitere Mittagstour mit Martin

Horn führt am 22. Oktober,

12.15 Uhr ins neue SC-Stadion.

Als nachhaltiger Bau soll es

laut Horn zum neuen „Hingucker“

der Stadt werden. Einen

Vortrag am 14. Oktober, 20

Uhr gibt es im Architekturforum

Freiburg, Titel: „Refurb“.

Das Kollektiv FREAKS AR-

CHITECTURE aus Paris stellt

sich und seinen unorthodoxen

Zugang zu Architektur vor.

Jenseits von Sehgewohnheiten

leben die FREAKS das bauliche

Experiment.

Ungewohnte Zugänge und

den neuen Dialog mit der

Umgebung suchen die Architekturtage

seit jeher. Daher

veranstaltet das Europäische

Foto: Claudia Tabori

Architekturzentrum auch

dieses Jahr den trinationalen

Schülerwettbewerb „OSCAR“.

Schüler*innen aus dem gesamten

Oberrheingebiet vom Kindergarten

bis zur Abschlussklasse

widmen sich dem Bau

von Architekturmodellen. Das

Projekt fördert den kreativen

Austausch über die Grenzen

und gibt jungen Zukunftsgenies

eine Bühne. Thema dieses

Jahr: „Es wird heiß! Wir bauen

cool!“ Für Studierende gibt

es dieses Jahr erstmalig einen

trinationalen Workshop: „48H

Architecture“. Vom 14.–16. Oktober

entwickeln diese im Europäischen

Forum in Neuried

Projekte rund um das Motto der

Architekturtage. Alle Projekte

werden während der Architekturtage

vorgestellt.

Alle weiteren Veranstaltungen

und weiterführende Infos:

www.m-ea.eu


50 KULTUR JOKER veranstaltungen

Schauspiellabor Freiburg

Absolute Führung bei völligem

Loslassen. Eine Annäherung

versucht das Schauspiellabor

der Freiburger Schauspielschule

im E-Werk, basierend

auf Lee Strasberg‘s Method

Acting. „#nofilter“ zeigt zehn

emotionale Situationen des Alltags

und daran, wie modellierende

Improvisation aber auch

perfektionistisch erarbeitetes

Spiel aussehen können. Weitaus

mehr als eine Studioreflexion

wird das Werk nicht zuletzt

durch die Minimal-Beats

und die Rap-Texte von Artur

Grenz. Ein neugieriger Blick in

die Mechanismen und offenen

Prozesse des Schauspiels unter

der Regie von Grete Linz. Premiere:

10. September, 20 Uhr.

Weitere Aufführungen im September:

24./25./26., jeweils 20

Uhr, sonntags 18 Uhr.

Foto: promo

Perspektiven aufs Münster Freiburg

Im September veranstaltet

der Münsterbauverein in

Kooperation mit dem Kunstgeschichtlichen

Institut eine

kunsthistorische Vortragsreihe.

Die Vorträge finden jeweils

um 19 Uhr im Hörsaal

1010 der Universität Freiburg

statt. Eröffnet wird die Reihe

am 9. September von der neuen

Münsterbaumeisterin Dr.

Anne-Christine Brehm und

ihrem Vortrag „Hans Niesenberger

von Graz und der Bau

des Freiburger Münsterchors

vor 550 Jahren.“ Am 23. September

folgt ein Vortrag von

Prof. Dr. Hans W. Hubert

(„Das Freiburger Münster und

die Stadt“), am 30. September

ein Vortrag von Dr. Dagmar

Zimdars („Erforschen, Beraten,

Erhalten. Das Freiburger

Münster als Denkmal“). Die

Vorträge werden zusätzlich

digital übertragen.

Cowboy Confusion Freiburg

„Etwas Zeit, um den Peinlichkeiten

zu entkommen. So

sitze ich in meinem Wohnzimmer,

unter mir der Heimtrainer,

vor uns die raue italienische

Landschaft, die auch

nur so tut, als wäre sie im Wilden

Westen. ‚La noia‘ wiederhole

ich leise – das heißt Langeweile.“

In die komplizierte

Gedankenwelt des Banalen

und Existenziellen entführt

das Bochumer Theaterkollektiv

undBorisundSteffi. Trash

und Kitsch inclusive, so auch

in ihrem neuen Stück „BRA-

VO. Zwiegespräche im Spaghettiwesternfachjargon.

Oder

immer verwirrt nach Cowboylyriklektüre.“

Premiere: 23.

September, 20 Uhr im Südufer.

Weitere Aufführungen: 24./25.

September, jew. 20 Uhr.

Foto: Meike Willner

Abenteuertaxi Freiburg

Aus Gutenachtgeschichten

für seinen Sohn entwickelte

Autor Saša Stanišić ein ganzes

Buch für Kinder. „Hey,

hey, hey, Taxi!“ heißt es und

entführt auf wilde Fahrten in

einem ganz und gar magischen

Gefährt. Da beginnt das Abenteuer

zwischen Riesenwellen,

Zwergen und Drachen, in rasantem

Tempo, teils schwerelos,

teils schon wieder halb

daheim. Die überbordernde

Fantasie und der Bildreichtum

der Geschichten hat das

Theater im Marienbad inspiriert,

in Eigenregie und mit

Unterstützung der Freiburger

Figurenspielerin Vanessa Valk

ein Einpersonenstück zu gestalten.

Die mobile Produktion

für Kinder ab 5 Jahren feiert

ihre Premiere am 2. Oktober,

20 Uhr.

Bitte beachten Sie die Hygiene– und

Voranmelderegelungen sowie

eventuelle Absagen

Weitere aktuelle Termine finden Sie im

Online–Veranstaltungskalender unter:

www.kulturjoker.de

Mi 1. September

Freiburg

Führungen

12:30 h: Kunstpause – Martin Gerbert: Abt, Fürst,

Gelehrter. Augustinermuseum, Augustinerplatz

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Moby Dick – das Solo“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Do 2. September

Freiburg

Kunst

10 h: Kunsthandwerkermarkt Freiburg 2021.

Freiburg (verschiedene Orte), Freiburger Altstadt,

Theater & Tanz

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Cosmic Drama“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Onkel Wanja“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

19 h: „Epidemische Ausbreitung“. ZKM | Zentrum

für Kunst und Medien Karlsruhe, Lorenzstr. 19

Kabarett & Comedy

19:30 h: Anne Folger: „Fußnoten sind keine

Reflexzonen“ / Klavierkabarett. Buchladen in der

Rainhof Scheune, Höllentalstr. 96

Literatur

18 h: „Sire, Geben Sie Gedankenfreiheit“ –

Lesung mit Siegert Kittel Dreiländermuseum,

Basler Str. 143

Fr 3. September

Freiburg

Kunst

10 h: Kunsthandwerkermarkt Freiburg 2021

Freiburg (verschiedene Orte), Freiburger Altstadt,

Musik

12 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Sternwaldeck, Bürgerwehrstraße

15 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Sternwaldeck, Bürgerwehrstraße

18 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Sternwaldeck, Bürgerwehrstraße

18 h: Orgelmusik mit David Kiefer.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Theater & Tanz

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Führungen

12:30 h: Kurzgeschichte(n) – Zünftige Zeiten!

Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Metamorphosen“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

14 h: Ferienworkshop: Play by Heart. musiclab,

Schützenstraße 5

20 h: Die Wombats. Weinstetter Hof, L134

Sa 4. September

Freiburg

Kunst

10 h: Kunsthandwerkermarkt Freiburg 2021.

Freiburg (verschiedene Orte), Freiburger Altstadt,

Musik

12 h: Orgelmusik mit David Kiefer.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Theater & Tanz

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte.

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen.

Münsterbauhütte, Schoferstr. 4

15 h: Spuk! Die Fotografien von Leif Geiges.

Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 34

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Metamorphosen“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

17 h: Das tapfere Schneiderlein – Festspiele

Breisach. Festspiele Breisach, Freilichttheater

Breisach, Schloßbergstr.

Musik

15 h: Chorworkshop: Open your Soul. musiclab,

Schützenstraße 5

15 h: Ferienworkshop: Singen mit Herz und

Stimme. musiclab, Schützenstraße 5

20 h: „Wanted Man – A Tribute to Johnny Cash“

– M. Soul. Weinstetter Hof, L134

So 5. September

Freiburg

Führungen

10:30 h: Führung – Der Schatz der Mönche.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

11 h: Familienführung – Tierisch giftig! Museum

Natur und Mensch, Gerberau 32

14 h: Familienführung – Smiley und Co.. Museum

für Neue Kunst, Marienstr. 10A

14 h: Familienführung – Traumberuf Ritter.

Museum für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30

15 h: Piktogramme, Lebenszeichen, Emojis.

Museum für Neue Kunst, Marienstr. 10A

Messen & Märkte

10 h: 14. Frollein Flohmarkt. Tanzhalle Freiburg,

Markgrafenstraße 38

Basel

Theater & Tanz

18 h: „Die Zauberflöte“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

18:30 h: „5 Duos/Bliss“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Führungen

14 h: Europäischer Tag der Jüdischen Kultur 2021.

Blaues Haus Breisach, Rheintorstr. 3

Theater & Tanz

17 h: Das tapfere Schneiderlein – Festspiele

Breisach. Festspiele Breisach, Freilichttheater

Breisach, Schloßbergstr.

Literatur

11 h: „Emigranten, Exil und Flucht“ – Lesung und

Musik. Dreiländermuseum, Basler Str. 143

Mo 6. September

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „5 Duos/Bliss“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Di 7. September

Freiburg

Musik

12 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Eschholzpark, Eschholzpark

15 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Eschholzpark, Eschholzpark

18 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Eschholzpark, Eschholzpark

Vorträge & Gespräche

19 h: Podiumsdiskussion Klimawahl2021: Thema

Energiewende. Digitaler Raum, Online Zoom,

Basel

Theater & Tanz

20 h: „Blind“ Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

18 h: „Lörrachs Homburg–Siedlung – eine

vorstädtische Kleinsiedlung“ Dreiländermuseum,

Basler Str. 143

Mi 8. September

Freiburg

Musik

12 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Jesuitenschloss, Jesuitenschloß 1

15 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Jesuitenschloss, Jesuitenschloß 1

18 h: „Robin Hood und seine Bande“ – The

Early Folk Band, Konzerte für Groß und Klein.

Jesuitenschloss, Jesuitenschloß 1

Führungen

12:30 h: Kunstpause – Legenden um die

Klostergründung: Die Fälschung der Mönche.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Andere Orte

Führungen

18 h: Öffentliche Führung durch

die Sonderausstellung „Kunst und

Nationalsozialismus“. Dreiländermuseum, Basler

Str. 143

Do 9. September

Freiburg

Theater & Tanz

20 h: PREMIERE: „Non–Upgraded Existence“

– Nadine Gerspacher. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Basel

20 h: „Weltuntergang“ Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

14 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Vogtsburg (verschiedene Orte),


veranstaltungen KULTUR JOKER 51

15:30 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Vogtsburg (verschiedene Orte),

18:30 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena. Breisach

(verschiedene Orte),

20 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena. Breisach

(verschiedene Orte),

Fr 10. September

Freiburg

Kunst

20 h: „Werkstattgespräch“ – Peter Gaymann.

Kulturscheune Schloss Ebnet, Schwarzwaldstr.

278

Musik

17:45 h: „Klingender Schatz der Mönche“ –

Michael Gerhard, ausgewählte Stücke aus dem

überlieferten Repertoire barocker Orgelmusik.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Theater & Tanz

20 h: „Non–Upgraded Existence“ – Nadine

Gerspacher. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: „Non–Upgraded Existence“ – Nadine

Gerspacher. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

20 h: Premiere: #nofilter / Freiburger

Schauspielschule. Experimentalbühne im E–

Werk, Ferdinand–Weiss–Str. 6A

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Kabarett & Comedy

20 h: „Impro–Comedy–Show“ – FREISTIL.

Musikpavillon im Stadtgarten , Leopoldring

20 h: „Life of Andy“ – Andy Strauß. Vorderhaus,

Habsburgerstraße 9

Führungen

12:30 h: Kurzgeschichte(n) – Wentzingers vier

Jahreszeiten. Museum für Stadtgeschichte,

Münsterplatz 30

16 h: Familienführung – Die Orgel: Geheimnisse

einer Königin. Augustinermuseum, Augustinerplatz

Vorträge & Gespräche

14 h: Start der Eine Welt Tage: „Es funkt im

Colombipark“ Colombipark, Rotteckring 5

Basel

20 h: „Junge Pianisten“ – Andromache Kammenos,

Charlotte Kaiser, Metteo Weber. Kulturscheune

Schloss Ebnet, Schwarzwaldstr. 278

Theater & Tanz

20 h: „Non–Upgraded Existence“ – Nadine

Gerspacher. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Kaspar Sternenkind“ – Sommer–Open–

Air. Theater der Immoralisten, Ferdinand–Weiß–

Str. 9–11

Kabarett & Comedy

20 h: „Allein unter Geiern“ – Carmela de Feo

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

20 h: „Impro–Comedy–Show“ – FREISTIL.

Musikpavillon im Stadtgarten , Leopoldring

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte.

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen.

Münsterbauhütte, Schoferstr. 4

15 h: Spuk! Die Fotografien von Leif Geiges.

Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 34

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „5 Duos/Bliss“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Die Schatzinsel“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

21 h: „Alte Tiere Hochgestapelt“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

14 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Innenstadt Bad Krozingen, Rathausplatz

15:30 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Innenstadt Bad Krozingen, Rathausplatz

Theater & Tanz

17 h: Das tapfere Schneiderlein – Festspiele

Breisach. Festspiele Breisach, Freilichttheater

Breisach, Schloßbergstr.

Kunst

19 h: „on–the–fly“ – Performance. ZKM | Zentrum

für Kunst und Medien Karlsruhe, Lorenzstr. 19

Musik

20 h: Chorgesang: Werke von Purcel,

Mendelssohn, Tschaikowsi, Rheinberger u.a.

Kulturzentrum3klang, Doretmatt 2

Basel

Musik

16 h: „Peter und der Wolf“ – Familienkonzert,

Kammerorchester Basel. Stadtcasino Basel,

Konzertgasse 1

Theater & Tanz

18:30 h: „Intermezzo“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

18:30 h: „Metamorphosen“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19 h: „Blind“. Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Führungen

12 h: Tag des offenen Denkmals 2021. Blaues

Haus Breisach, Rheintorstr. 3

Theater & Tanz

17 h: Das tapfere Schneiderlein – Festspiele

Breisach. Festspiele Breisach, Freilichttheater

Breisach, Schloßbergstr.

Führungen

11:30 h: Öffentliche Führung durch die

Sonderausstellung „1870/71 – Nachbarn im

Krieg“. Dreiländermuseum, Basler Str. 143

Mi 15. September

Freiburg

Theater & Tanz

20 h: Premiere: „La Voix – une Chanson–Opéra

de Francis Poulenc et Barbara“ – Opera Factory

Freiburg. Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

20:30 h: Premiere: „Hat der Mensch das recht

sich selbst zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert

„Gott“ von Ferdinand von Schirach. E–Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

Führungen

12:30 h: Kunstpause – Der Dom in St. Blasien.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Vorträge & Gespräche

19 h: Podiumsdiskussion Klimawahl2021: Thema

Mobilität. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

09 h: eCulture Convention – The Economic and

Cultural Impacts of the Digital Age. Digitaler Raum,

Do 16. September

Klänge auf dem Ozean Freiburg

Novecento, Neunzehnhundert,

wird ein Kind genannt, das

eines Tages auf dem luxuriösen

Ozeandampfer Virginian gefunden

wird, der zu Beginn des 20.

Jahrhunderts zwischen Amerika

und Europa verkehrt. Das Kind

verlässt das Schiff nicht mehr, beginnt

dort vielmehr eine Karriere

als bald weltberühmter Pianist.

Bald strömen die Menschen auf

das Schiff und erfreuen sich eines

Klavierspiels, das für eine ganze

Epoche steht, eine Reise ohne

Ziel und Ende. Unter der Regie

von Ulrike Trescher kommt das

Stück „Novecento. Die Legende

vom Ozeanpianisten“ ans Theater

am Kastelberg in Waldkirch.

Premiere: 17. September, 20 Uhr.

Weitere Aufführungen im September:

18./25./26., jew. 20 Uhr,

So. 18 Uhr.

Wünsche und Asche Hüfingen

In seinem Gedicht formuliert

Franz Kafka: „Die Träumenden

und Wünschenden

halten den feineren Stoff des

Lebens in den Händen.“ Ein

Motto für die Ausstellung „Die

Beschaffenheit der Wünsche“,

die noch bis zum 5. September

im Stadtmuseum für Kunst

und Geschichte Hüfingen zu

sehen ist. Auch ein Motto für

den Kunstpreis der Stadt, der

im Rahmen der Finissage der

Ausstellung am 5. September

auf dem Festplatz an der

Bräunlinger Straße vergeben

wird. Voran geht um 14 Uhr

dem eine Performance von

Jürgen Cornelius Ernst, der

die während der Ausstellung

zusammengekommenen Zettel

mit unerfüllten Wünschen der

Museumsbesucher*innen verbrennt

und die Asche schließlich

versteigert. Die Ausstellung

ist samstags von 16–18

Uhr, sonntags von 14–17 Uhr

geöffnet.

Musik

19:30 h: „Beethoven erzählt“ – Kammerorchester

Basel. Stadtcasino Basel, Konzertgasse 1

Theater & Tanz

19 h: „Die Zauberflöte“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Onkel Wanja“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Barbie in Sevilla“ / Junges Haus. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

14 h: Ferienworkshop: Play by Heart. musiclab,

Schützenstraße 5

18:30 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Rathausplatz Hartheim,

20 h: Operabus – Kammerkonzert für den

Sonnenkönig. Organisiert von Art‘Rhena.

Rathausplatz Hartheim,

Vorträge & Gespräche

18 h: „Digitaler Salon“. ZKM | Zentrum für Kunst

und Medien Karlsruhe, Lorenzstr. 19

Kunst

16 h: Feierstunde „100 Jahre Briefmarken–

Sammlerbund Lörrach“. Dreiländermuseum,

Basler Str. 143

Sa 11. September

Freiburg

Musik

12 h: Orgelmusik mit Alena Hartmann.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

So 12. September

Frei Art Festival

12.-19. September

Freiburg

www.freiartfestival.de

Freiburg

Kunst

10 h: Tag des offenen Denkmals. Museum für

Stadtgeschichte, Münsterplatz 30

Musik

20 h: „Sinti–Jazz“ – Reinhardt–Trio. Kulturscheune

Schloss Ebnet, Schwarzwaldstr. 278

Theater & Tanz

19 h: „Non–Upgraded Existence“ – Nadine

Gerspacher. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße 77

Kabarett & Comedy

19 h: „Heimsuchung“ – René Sydow Vorderhaus,

Habsburgerstraße 9

Führungen

11 h: Führung – Highlights der mittelalterlichen

Tafelmalerei. Augustinermuseum, Augustinerplatz

11 h: Tag des Offenen Denkmals: Schloss Ebnet,

Schlosskapelle und Schlosspark. Kulturscheune

Schloss Ebnet, Schwarzwaldstr. 278

12 h: Inklusive Führung – Leben vor der Stadt.

Archäologisches Museum Colombischlössle,

Rotteckring 5

15 h: Piktogramme, Lebenszeichen, Emojis.

Museum für Neue Kunst, Marienstr. 10A

Vorträge & Gespräche

19 h: „The Roast Of – Das Kandidat*innen–Grillen

zur Landtagswahl 202“. Haus der Jugend,

Uhlandstr. 2

Freiburg

Theater & Tanz

20:30 h: „Hat der Mensch das recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Kabarett & Comedy

20 h: „Mit der Kraft der Power“ – Tino Bomelino

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Führungen

15:30 h: Zwischen Himmel und Hölle – Der

Schatz der Mönche: Der heilige Benedikt.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Film

19:30 h: „Les Misérables“. Raum für

Kommunikation, Schwarzwaldstr. 78d

Vorträge & Gespräche

19 h: Kurztagung – Joseph Beuys und das

bedingungslose Grundeinkommen. Museum für

Neue Kunst, Marienstr. 10A

Basel

Theater & Tanz

20 h: Premiere: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Fr 17. September

Freiburg

Allgemein

15 h: Wohnungseigentümergemeinschaften

erfolgreich sanieren! Gasthaus Schützen,

Jazzfestival

18.-26. September

E-Werk Freiburg

www.ewerk-freiburg.de

Arbeiten von Ingrid Schütz (links) und Anna Fedorov (rechts)

Foto: Mateusz Budasz / Stadtmuseum Hüfingen

Grillen vor der Wahl Freiburg

Das Kandidat*innegrillen zur

Bundestagswahl ist eröffnet! Am

12. September, 19 Uhr werden die

Bundestagskandidierenden des

Freiburger Wahlkreises auf Herz

und Nieren geröstet. Veranstaltet

von we talk freiburg und live

wie als Stream aus dem Haus der

Jugend übermittelt, erwartet die

Teilnehmenden eine Fragerunde

zwischen den Bereichen Politik

Die Corona-Hilfsprogramme

sollen Unternehmen, Soloselbstständigen

und Freiberuflichen

während der schwierigen

Zeit helfen, sind aber

nicht immer einfach zu verstehen.

Das Solar Info Center

Freiburg (Emmy-Noether-

Straße 2) lädt daher am 22.

September, 17 Uhr zu einem

Informationsabend ein, der

gerade vor dem Hintergrund

und Unterhaltung, die sich speziell

an junge Wähler*innen richtet.

Die können auch online und per

Grill-App auf den Verlauf des

Grillens Einfluss nehmen. Maya

Rollberg und Jonathan Löffelbein

moderieren einen Abend, der vor

allem nach dem Neubeginn in der

Politik fragt und damit von Neugier

und Hartnäckigkeit geprägt

sein wird.

Hilfe zur ÜberbrückungshilfeFreiburg

des aktuellen Programms

„Überbrückungshilfe III

(Plus)“ wichtige Fragen zu beantworten

sucht. Referent für

die Veranstaltung ist Andreas

Strub, Steuerberater und Finanzwirt.

Es gibt die Möglichkeit,

eigene Fragen zu stellen

und damit auch Einzelfälle genauer

zu beleuchten. Eine Anmeldung

vorab ist erwünscht:

centerservice@sic-freiburg.de


52 KULTUR JOKER veranstaltungen

51. Künstlermarkt Emmendingen

Über 180 Aussteller*innen

sind vom 18.-19. September

auf dem Künstlermarkt

in Emmendingen zu sehen.

Wie jedes Jahr verwandeln

sich die Straßen, Gassen und

Winkel rund um das Markgrafenschloss

in eine bunte

Budenstadt. Bilder, Skulpturen,

Tuch und Ton, skurrile

Metallfiguren und mehr können

Kunstliebhaber*innen

bewundern und erstehen. An

vielen Ständen darf den Kunstschaffenden

über die Schultern

geschaut werden, um einen

Klavierkabarett

Von den Musikhochschulen

in Weimar, Paris und Freiburg

hat es die Klavierkabarettistin

Anne Folger jetzt in den Südschwarzwald,

nämlich nach

Kirchzarten verschlagen. Hier

sammelt sie die Inspiration für

ihr Programm „Fußnoten sind

keine Reflexion“, das sie am 2.

September, 19.30 Uhr im Buchladen

in der Rainhofscheune

zum Besten geben wird. „Blitzgescheit,

charmant, spritzig,

frech und hintergründig!“ lautet

das Fazit der Jury bei der Verleihung

des Kleinkunstpreises

Baden-Württemberg 2021.

Einblick in deren Handwerk

zu bekommen.

In der Bahnhofstraße erwartet

Besucher*innen ein erweitertes

Angebot: Der Samstagsmarkt

ist mit Anbieter*innen

von regionalem und saisonalem

Obst und Gemüse

angesiedelt. Hier finden

Liebhaber*innen von Selbstund

Eingemachtem allerlei

Feines und Leckeres für außergewöhnliche

Gaumenfreuden.

Weitere Infos: www.spielspirale.de

Kirchzarten

Weitere Infos: www.buchladen-rainhof.de

Anne Folger

Foto: Promo

Café Ü und die Weltliteratur Freiburg

Cécile Wajsbrots aktueller

Roman „Nevermore“ erzählt

von einer Übersetzerin, die

sich nach dem Tod einer befreundeten

Schriftstellerin

nach Dresden zurückzieht, um

dort an der Übertragung von

Virginia Woolfs Roman „To

the lighthouse“ zu arbeiten.

Das wirft Fragen auf, schließlich

hat Cécile Wajsbrot selbst

einen Roman von Virginia

Woolf übersetzt. „Nevermore“

wiederum wurde von Anne

Weber ins Deutsche übertragen.

Sie ist eine der renommiertesten

Übersetzerinnen

Chillen und debattieren

Im Rahmen der Fairen Wochen

laden Freiburger Initiativen

und Vereine am 10.

September, von 14 bis 20 Uhr

zu „Es funkt“ in den Colombipark

ein, wo über Klima-Aktivismus,

Post-Kolonialismus,

Care-Arbeit und ein „Gutes

Leben für alle“, menschenwürdige

Arbeitsbedingungen und

weltweite soziale Bewegungen

bei Panels, Gesprächsrunden

und Stadtführungen mit Livemusik

gesprochen wird. Ob

im gemütlichen Liegestuhl, im

Schatten eines alten Kastanienbaumes,

auf den Parkbänken

vor den Staudenbeeten,

auf einer Decke auf der Wiese

aus dem Französischen und

gewann 2020 für „Annette –

Ein Heldinnenepos“ den Deutschen

Buchpreis.

Guillaume FiedIer-Plas vom

Frankreich-Zentrum spricht

am 26. September, 17:30 Uhr

im Literaturhaus Freiburg mit

Cécile Wajsbrot und Anne

Weber über das Übersetzen

in Fiktion und Realität. Eine

Veranstaltung im Rahmen des

Übersetzungsfestivals „Café

Ü - in Freiburg übersetzt“. Festival,

Ausstellung, Digitales:

19.-20. September.

Weitere Infos: www.cafe-ü.de

Freiburg

oder auf der Isomatte in einer

Strandmuschel – hier finden

alle ein Plätzchen um gemeinsam

zu chillen, zu debattieren

und zu visionieren.

Weitere Infos: www.iz3w.org

und www.ewf-freiburg.de

Es funkt im Colombipark

Foto: Martina Backes

inclined to climb,“ / Einführung: Dr. Caroline Li–Li

Yi, Kunsthistorikerin. Centre Culturel Français

Freiburg, Münsterplatz 11

20 h: Vernissage: „Rebecca Brueder: Am I

inclined to climb,“ / Einführung: Dr. Caroline Li–Li

Yi, Kunsthistorikerin. Centre Culturel Français

Freiburg, Münsterplatz 11

Theater & Tanz

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Hat der Mensch das recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Kabarett & Comedy

20 h: „Im Kreise der Bekloppten“ – Sia Korthaus

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Führungen

12:30 h: Kurzgeschichte(n) – Spurensuche zur

Baugeschichte des Wentzingerhauses. Museum

für Stadtgeschichte, Münsterplatz 30

20 h: „Urban Ecologies“ – Vikenti Komitski

und Patrick Goddard. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: Premiere: „Die Physiker“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Führungen

18 h: Öffentliche Führung durch

die Sonderausstellung „Kunst und

Nationalsozialismus“. Dreiländermuseum, Basler

Str. 143

Theater & Tanz

20 h: Novecento – die Legende vom

Ozeanpianisten. Theater am Kastelberg, Bergstr.

8

Emmendinger Künstlermarkt

18.-19. September

Emmendingen

www.spielspirale.de

Sa 18. September

Freiburg

Musik

12 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Jazz in the City“

Augustinerplatz,

12 h: Orgelmusik mit Lea Krüger. Augustinermuseum,

Augustinerplatz

17 h: „Renaissance“ – 10 Jahre Vokalakademie:

Werke u.a. von Jan Pieterszon Sweelinck, Josquin

Desprez, Arvo Pärt, Sven–David Sandström.

Lokhalle , Paul–Ehrlich–Straße 7

20 h: „Renaissance“ – 10 Jahre Vokalakademie:

Werke u.a. von Jan Pieterszon Sweelinck, Josquin

Desprez, Arvo Pärt, Sven–David Sandström.

Lokhalle , Paul–Ehrlich–Straße 7

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Space Sailors“

– Rymden. Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr. 1

20:15 h: „50 & 1 Jahre Kaufhaus–Serenaden“ –

Camerata Instrumentale Freiburg. Historisches

Kaufhaus Freiburg, Münsterplatz 24

Theater & Tanz

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Hat der Mensch das recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Kabarett & Comedy

20 h: „Sittenstrolch“ – Mathias Tretter Vorderhaus,

Habsburgerstraße 9

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte.

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen.

Münsterbauhütte, Schoferstr. 4

15 h: Spuk! Die Fotografien von Leif Geiges.

Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 34

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „5 Duos/Bliss“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: Premiere: „4 1/2 Jahreszeiten“ / Oper.

Theater Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Theater & Tanz

20 h: Novecento – die Legende vom

Ozeanpianisten. Theater am Kastelberg, Bergstr.

8

So 19. September

Freiburg

Musik

14 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Jazz on a Late

Summer‘s Day“ Kommunales Kino Freiburg,

Urachstraße 40

17 h: „Renaissance“ – 10 Jahre Vokalakademie:

Werke u.a. von Jan Pieterszon Sweelinck, Josquin

Desprez, Arvo Pärt, Sven–David Sandström.

Lokhalle , Paul–Ehrlich–Straße 7

20 h: „Renaissance“ – 10 Jahre Vokalakademie:

Werke u.a. von Jan Pieterszon Sweelinck, Josquin

Desprez, Arvo Pärt, Sven–David Sandström.

Lokhalle , Paul–Ehrlich–Straße 7

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „techné“

– Jazzrausch Bigband. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Kabarett & Comedy

19 h: „NightWash“. Vorderhaus, Habsburgerstraße

9

Führungen

11 h: Familienführung – Tierisch giftig! Museum

Natur und Mensch, Gerberau 32

14 h: Familienführung – Schau ins Land!

Archäologisches Museum Colombischlössle,

Rotteckring 5

15 h: Die Sammlung im Fokus. Museum für Neue

Kunst, Marienstr. 10A

Film

19:30 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Jazz on a

Summer‘s Day“ – Bert Stern und Aram Avakian.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

21:30 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Jazz on a

Summer‘s Day“ – Bert Stern und Aram Avakian.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

Basel

Theater & Tanz

18:30 h: „Alte Tiere Hochgestapelt“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Führungen

11:30 h: „Hex‘ vo Binze“ – Führung auf

Alemannisch. Dreiländermuseum, Basler Str. 143

Mo 20. September

Freiburg

Musik

19 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Bewegtes Feld“

– Vincent Meissner Trio. Gasthaus Schützen,

Schützenallee 12

20:30 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Bewegtes

Feld“ – Vincent Meissner Trio. Gasthaus

Schützen, Schützenallee 12

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Cow“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Di 21. September

Freiburg

Musik

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „The Swiss

Groove Connection“ – Hammond Jazz Night.

Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr. 1

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „The Swiss

Groove Connection“ – Hammond Jazz Night.

Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr. 1

22 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Jazznight“ –

Jam Session. Jazzhaus Freiburg, Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

20 h: „La Voix – une Chanson–Opéra de Francis

Poulenc et Barbara“ – Opera Factory Freiburg.

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Moby Dick – das Solo“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Mi 22. September

Freiburg

Literatur

19:30 h: Buchvorstellung: „Die Cafés von

Paris“ – Murielle Rousseau, mit musikalischer

Begleitung. Centre Culturel Français Freiburg,

Münsterplatz 11

Musik

20:15 h: „Urgedanken“ Lieder von Ludwig van

Beethoven, Gustav Mahler, Richard Wagner und

Johannes Brahms / LiederAben.de. Historisches

Kaufhaus Freiburg, Münsterplatz 24

21 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Klangformator“

– feat. Youmna Saba. Jazzhaus Freiburg,

Schnewlinstr. 1

Theater & Tanz

20 h: „La Voix – une Chanson–Opéra de Francis

Poulenc et Barbara“ – Opera Factory Freiburg.

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

20:30 h: „Hat der Mensch das Recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Führungen

17 h: Von der Schwarzwaldgöttin zum Hausgeist.

Archäologisches Museum Colombischlössle,

Rotteckring 5

Vorträge & Gespräche

17 h: Überbrückungshilfe III & III Plus – ein

aktueller Überblick – Informationsveranstaltung

im Solar Info Center. Solar Info Center, Emmy–

Noether–Str. 2

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Cosmic Drama“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

19:30 h: Musikalische Abendandacht und

Geistliche Impulse. Johann Sebastian Bachs

Orgelchoralvorspiele aus der „Neumeister–

Sammlung“. Ev. Pauluskirche Badenweiler,

Kaiserstr. 8

Do 23. September

Freiburg

Musik

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Minimal Techno

Jazz“ – LBT. Forum Merzhausen, Dorfstr. 1

Theater & Tanz

20 h: PREMIERE: „BRAVO. Zwiegspräche

im Spaghettiwesternfachjargon. Oder immer

wieder verwirrt nach Cowboylyriklektüre“ –

undBorisundSteffi. Südufer, Haslacher Str. 41

20:30 h: „Hat der Mensch das Recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Intermezzo“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Film

19 h: „Independent Days“. ZKM | Zentrum für

Kunst und Medien Karlsruhe, Medientheater,

Lorenzstr. 19


veranstaltungen KULTUR JOKER 53

Fr 24. September

Freiburg

Musik

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Ida Nielsen &

The Funkbots“ E–Werk Freiburg, Eschholzstraße

77

Theater & Tanz

19 h: „Mord auf dem Betriebsfest“ – Dinner–Krimi,

Freitstil Theater. Schlossberg–Restaurant Dattler,

Am Schlossberg 1

20 h: „BRAVO. Zwiegspräche im

Spaghettiwesternfachjargon. Oder immer

wieder verwirrt nach Cowboylyriklektüre“ –

undBorisundSteffi. Südufer, Haslacher Str. 41

20 h: „Pfitsch Göng“ – Peter Spielbauer / Solo–

Theater. Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ – Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: #nofilter / Freiburger Schauspielschule.

Experimentalbühne im E–Werk, Ferdinand–

Weiss–Str. 6A

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

20:30 h: „Hat der Mensch das Recht sich selbst

zu töten?“ – THEATER PRO inszeniert „Gott“

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Führungen

12:30 h: Kurzgeschichte(n) – Der schönste Turm

der Christenheit. Museum für Stadtgeschichte,

Münsterplatz 30

17 h: ie Formenwelt des Barocks.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „Alte Tiere Hochgestapelt“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Die Physiker“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

20 h: Brahmstage Baden–Baden –

Brahmsgesellschaft Baden–Baden e.V.. Baden–

Baden (verschiedene Orte), verschiedene Orte,

Kunst

11 h: Vernissage: „Tiefes Wasser“ –

Skulptur, Malerei, Ikonen. Altes Küferhaus,

Dielenmarktstraße 15

Musik

20 h: Jazzclub Ja–ZZ Rheinfelden: Zimi‘s How

Swing Thing. Schützen Kulturkeller, Bahnhofstr.

19

Literatur

20 h: Poetry Slam mit dem Duo „Einfach So“.

Theater am Kastelberg, Bergstr. 8

Sa 25. September

Freiburg

Literatur

20 h: „Das Leben des Vernon Subutex“ –

Heinzl Spagl, Renate Obermaier, Thomas

Wenk / musikalische Lesung. Vorderhaus,

Habsburgerstraße 9

Musik

12 h: Orgelmusik mit Johannes Opferm.

Augustinermuseum, Augustinerplatz

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Stockholm

Vol. 1“ – Ron Carter Foursight Quartet. E–Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

Theater & Tanz

20 h: „BRAVO. Zwiegspräche im

Spaghettiwesternfachjargon. Oder immer

wieder verwirrt nach Cowboylyriklektüre“ –

undBorisundSteffi. Südufer, Haslacher Str. 41

20 h: „RÄUMEN – Ein Spiel von Haben und Sein“.

Theater im Marienbad, Marienstr. 4

20 h: „Ziemlich beste Freunde“ – Tragikomödie

nach dem gleichnamigen Film. Cala Theater,

Haslacher Str. 15

20 h: #nofilter / Freiburger Schauspielschule.

Experimentalbühne im E–Werk, Ferdinand–

Weiss–Str. 6A

20:15 h: „Zwei wie Bonnie und Clyde“.

Alemannische Bühne, Gerberau 15

von Ferdinand von Schirach. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Führungen

13 h: Führung durch die Münsterbauhütte.

Treffpunkt: Vor dem Münsterladen.

Münsterbauhütte, Schoferstr. 4

15 h: Kinder führen Kinder – Unterwegs auf

römischen Spuren. Archäologisches Museum

Colombischlössle, Rotteckring 5

15 h: Spuk! Die Fotografien von Leif Geiges.

Haus der Graphischen Sammlung, Salzstraße 34

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „4 1/2 Jahreszeiten“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Onkel Wanja“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

19 h: „Brahms Tage“ – Valery Gergiev, Igor Levit

und die Münchner Philharmoniker. Festspielhaus

Baden–Baden, Beim Alten Bahnhof 2

20 h: Simon & Garfunkel Tribute meets Classic

Kurhaus Baden–Baden, Kaiserallee 1

20:15 h: Liederabend – „Wahre Kunst bleibt

unvergänglich“. Werke von Ludwig van

Beethoven, Liederzyklus „An die ferne Geliebte“

op. 98. Ev. Pauluskirche Badenweiler, Kaiserstr. 8

20 h: Fauré Quartett – Visionäre der Kammermusik.

Donauhallen Donaueschingen, Strawinsky Saal,

An der Donauhalle 2

20 h: insonic counterpoint für 4 Computerflügel

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe,

Foyer, Lorenzstr. 19

Theater & Tanz

20 h: Novecento – die Legende vom

Ozeanpianisten. Theater am Kastelberg, Bergstr.

8

So 26. September

Freiburg

Kunst

16 h: Vernissage: „Alexander Dettmar: Painting to

remember“. Katholische Akademie, Wintererstr. 1

Literatur

17:30 h: „Café Ü und die Weltliteratur“ – Cécile

Wajsbrot im Gespräch mit Anne Weber.

Literaturhaus Freiburg, Bertoldstr. 17

Musik

20 h: Jazzfestival Freiburg 2021: „Papier Ciseau“

– Robert Negro. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße

77

Theater & Tanz

16 h: „RÄUMEN – Ein Spiel von Haben und Sein“.

Theater im Marienbad, Marienstr. 4

18 h: #nofilter / Freiburger Schauspielschule.

Experimentalbühne im E–Werk, Ferdinand–

Weiss–Str. 6A

Kabarett & Comedy

19 h: „900 Jahre sind genug“ – Matthias

Deutschmann + Silver City Trio Vorderhaus,

Habsburgerstraße 9

Führungen

11 h: Familienführung – Tierisch giftig! Museum

Natur und Mensch, Gerberau 32

14 h: Familiennachmittag – Wasser marsch! Die

Wasserspeier vom Münster. Augustinermuseum,

Augustinerplatz

15 h: Die Sammlung im Fokus. Museum für Neue

Kunst, Marienstr. 10A

16 h: „Urban Ecologies“ – Vikenti Komitski

und Patrick Goddard. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

Basel

Theater & Tanz

18:30 h: „Intermezzo“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Earth Talks - Sprechen wir über

morgen

Bis 23. September

Kunsthaus Zürich

www.kunsthaus.ch

Heiße Rhythmen und alte Klassiker

Der September auf der KulturBauStelle in Staufen

La Nefera verbindet spanischen Rap mit heißen Rhythmen aus Lateinamerika

Mit geballter Frauenpower

startet die Staufener Kultur-

BauStelle in den September.

Die dominikanische Rapperin

La Nefera, was übersetzt so

viel wie „Die Schöne ist gekommen“

bedeutet, verbindet

am 2. September, 19.30 Uhr

spanischen Rap mit heißen

Rhythmen aus ihrer lateinamerikanischen

Ursprungskultur.

Einen Abend später begeistert

die Deutschrap-

Ausnahmekünstlerin Haiyti

ab 19.30 Uhr das Publikum.

Das Debütalbum „Szeneviertel“

der Hamburger Rapperin

läutete eine Zeitenwende im

Deutschrap ein. Features mit

Haftbefehl und Trettmann

folgten, einen ECHO hat die

28-Jährige auch schon abgeräumt.

Musik für Kids und die ganze

Familie gibt’s am 5. September,

15 Uhr mit der fünfköpfigen

Band TöFs Rappelkiste,

die mal gerappt und dann gesungen

vom Zusammenleben

und den kleinen und großen

Alltagskatastrophen erzählen.

Im Rahmen der „In der Bar

zum Krokodil“-Tour machen

die Comedian Harmonists am

5. September, 19.30 Uhr einen

Stopp auf der KulturBauStelle

und das Duo Birds of America

entführt das Publikum am

9. September, 19 Uhr auf eine

musikalische Reise in die Appalachian

Mountains zu den

Ulrich Tukur und Die Rhythmus Boys

Foto: promo

Hillbillies und ihrer Musik,

untermalt mit Texten der Autorin

Annie Proulx.

Einen perfekten Klangteppich

erwartet Jazzliebhaber*innen

am 10. September, 19.30 Uhr

beim Cécile Verny Quartet, das

aus der neuen CD „Of Moons

and Dreams“ spielen wird. Die

Band agiert mit Coolness und

Understatement und weiß die

sinnlich verruchte Stimme der

charismatischen Sängerin Cécile

Verny gekonnt in Szene zu

setzen.

Die dreizehn Musikanten

der Polkafreunde Münstertal

laden indes am 24. September,

19.30 Uhr zu ihrem aktuellen

Programm „Somerregen“ ein.

Einen Tag später (und am 30.

September) tritt das wohl angesagteste

Tango-Orchester

Argentiniens auf der Bühne

der Staufener KulturBauStelle

auf. Ab 19 Uhr lassen die 10

Musiker*innen des Orquesta

Romántica Milonguera wunderbar

tanzbare und interessante

Arrangements erklingen

und bringen einen Hauch Buenos

Aires nach Staufen.

In eleganten, kackbraunen

Anzügen präsentieren Ulrich

Tukur und Die Rhythmus

Boys ihr Jubiläumsprogramm

„Rhythmus in Dosen“. Vom

Mambo bis zum Foxtrott gibt

die Tanzkapelle am 28. September,

19.30 Uhr mitreißende

Arrangements alter und neuer

Klassiker zum Besten.

Weitere Infos: www.kulturbaustelle-staufen.de

Foto: Elena Zaucke


54 KULTUR JOKER veranstaltungen

Pussy Lounge Freiburg

Die neue Tanzproduktion

der DAGADA dance company

„pussy lounge - oder was machen

wir, wenn man uns machen

lässt?“ feiert am 9. September,

20 Uhr Premiere im

ArTik. Beim Feminismus geht

es um etwas ganz Harmloses:

Gleichberechtigung, Selbstermächtigung

für alle. Warum

versetzt das so viele in Panik?

Sechs Künstler*innen aus

Tanz, Text und Musik laden

zu einem performativen Diskurs

im Clubambiente ein, um

mit ihren Gästen biografische

Unmöglichkeiten, binären

Blödsinn, aktuelle Statements

und mehr zu teilen. Weitere

Termine 10./11./12. September,

20 Uhr im ArTik. 15./16./17.

Oktober, 20 Uhr im Crash.

21. Freiburger Männertag Freiburg

Der 21. Freiburger Männertag

findet am Samstag, 25.

September von 09.15 bis 17.30

Uhr zum Thema „Verwundet

und gehalten“ im Melanchthonsaal

Freiburg statt. Durch

Austausch und Schweigen,

Ritual und Körperarbeit wird

ein Raum geschaffen, in dem

schmerzliche Erfahrungen

und Verletzungen betrachtet

werden können. So wird der

Wunsch nach Heilung geweckt.

Referent ist der Diakon,

Coach und initiatorische Männerarbeiter

Andreas Korol.

Weitere Infos und Anmeldung:

www.erwachsenenbildung-freiburg.de

und bei der

Evangelischen Erwachsenenbildung

Freiburg, Tel. 0761/70

86 342.

Zwei wie Bonnie und Clyde Freiburg

Mit der Gauner-Komödie

„Zwei wie Bonnie und Clyde“

nimmt die Alemannische Bühne

am 3. September, 20:15 Uhr

den Spielbetrieb wieder auf.

Manni und Chantal wollen

ihr tristes Leben hinter sich

lassen. Der Plan, um diesen

Traum wahr werden zu lassen,

steht: ein Banküberfall. So

wie bei ihren großen Vorbildern

Bonnie und Clyde! Doch

leider klappt bei ihrem ersten

Versuch nicht alles so wie geplant.

Es werden neue Pläne

geschmiedet, andere Gauner

kommen dazu und plötzlich

scheint das Ziel zum Greifen

nahe. Ein Gaunerstück voll

Witz und Tücke!

Weitere Vorstellungen:

4./10./11./17./18./24./25. September

und 1. Oktober, jew.

20:15 Uhr. Weitere Infos: www.

alemannische-buehne.de

„Zwei wie Bonnie

und Clyde“

Foto: Alemannische

Bühne

Vielfältiges Programm Ebnet

Der Ebneter KulturSommer

präsentiert vom 10. September

bis 3. Oktober ein vielfältiges

Programm aus Theater, Kabarett,

Klassik, Jazz, Literatur,

Diskussion und mehr. Eröffnen

wird das Werkstattgespräch

mit dem berühmten Cartoonisten

Peter Gaymann am 10.

September, 20 Uhr den Kultur-

Sommer in der Kulturscheune.

Kids dürfen sich u.a. am 11.

September, 15 Uhr auf Tanz

und Musik bei „Dreisamlibellen

– Die blaue Libelle und die

Piraten“ des PAKT e.V. freuen.

Das Programm unter: www.

ebneter-kultursommer.de

Feinste Satire und bestes Kabarett

Der September im Vorderhaus Freiburg

Der September im Vorderhaus

verspricht feinste Satire,

beste Comedy und trainierte

Lachmuskeln. Los geht‘s am

11. September, 20 Uhr mit Carmela

de Feo und ihrem Programm

„Allein unter Geiern!“.

Wie allein kann man sein,

wenn selbst die Geier nicht

mehr über einen kreisen? Die

Rabattmarke des deutschen

„Night Wash“ zu Gast im Vorderhaus

Foto: Guido Schroeder

Mit dem Vorderhausdach ist

jetzt auch das dritte und letzte

Gebäudedach der FABRIK

in der Habsburgerstr. 9 für

Sonnenenergie erschlossen.

Zunächst wurde von Januar

bis März 2021 die Biergartenüberdachung

und dann das

Vorderhausdach erneuert, um

anschließend auch hier eine

Photovoltaikanlage zu installieren.

Das neue Dach ermöglicht

der FABRIK, aus eigener

Sonnenkraft weitere 25.000

kWh sauberen Strom pro Jahr

zu produzieren.

Ökologisches Bewusstsein

und nachhaltiges Wirtschaften

haben eine lange Tradition in

der FABRIK für Handwerk,

Kultur und Ökologie e. V. in

Freiburg. Früh wurde hier auf

Kraft-Wärme-Kopplung gesetzt

und schon 1987 das erste

Blockheizkraftwerk Freiburgs

in Eigenregie gebaut. Für

die neue Photovoltaikanlage

investierte die FABRIK ca.

45.000 Euro. Zusammen mit

den Photovoltaik-Anlagen auf

Carmela de Feo Foto: Harald Hoffmann

beschreibt Mathias Tretter sein

Programm, das er am 18. September,

20 Uhr im Vorderhaus

zum Besten gibt.

Zum ersten mal im Vorderhaus

ist die legendäre Stand Up

Comedy „Night Wash“, die am

19. September, 19 Uhr mit Sertaç

Mutlu, Thomas Schmidt,

Tobi Freudenthal und Lukas

Wandke Stand-Up Comedy at

its best verspricht!

„Wir verbeugen uns vor dieser

Stadt, mal sehen, wie tief

wir kommen ...“, sagt der Freiburger

Kabarettist Matthias

Deutschmann, der gemeinsam

mit dem Silver City Trio am

26. September, 19 Uhr sein

Bühnenprogramm anlässlich

des Freiburger Stadtjubiläums

präsentiert.

Das Programm und weitere

Infos: www.vorderhaus.de

Reif für die Sonne!

Die FABRIK setzt weiteren grünen Fußabdruck dank neuer

Photovoltaikanlage

Die neue Photovoltaikanlage Foto: Die FABRIK

Kabarett zeigt in ihrem neuen

Programm, dass Schicksal

durchaus Spaß machen kann.

Tags darauf darf man sich um

19 Uhr bei Renè Sydow auf ein

fröhliches Feuerwerk der Boshaftigkeiten

gegen Politiker,

Prominenz und Political Correctness

freuen.

„Sittenstrolch, mein siebtes

Solo. Das erste mit Humor“,

dem Hinterhaus (2001), dem

Hauptgebäude (2014) und dem

Blockheizkraftwerk kann nun

jährlich rund 185.000 kWh

Strom produziert und somit

über die Hälfte des Eigenverbrauchs

an Strom auf dem

Gelände gedeckt werden. Den

restlichen Strom bezieht die

FABRIK ausschließlich aus

erneuerbaren Energien.

Bereits seit Jahren hat die

hauseigene AG Klima die Verbesserung

der Ökobilanz der

FABRIK als Ziel. So gibt es

auf dem Gelände außerdem

eine interne Stromtankstelle

und die Velostation FABRIK,

welche seit Anfang 2021 über

drei e-Lastenvelos mit einer

Traglast von 100 bzw. 150 kg

verfügt. Tagsüber stehen sie

für Auslieferungen den Betrieben

auf dem Gelände zur

Verfügung, abends und an den

Wochenenden allen registrierten

Nutzer*innen von Lasten-

Velo Freiburg.e.V.

Weitere Infos: www.fabrikfreiburg.de


veranstaltungen KULTUR JOKER 55

Andere Orte

Theater & Tanz

15 h: Die Prinzessin auf der Erbse / für Kids ab

4 Jahren. Kurhaus Baden–Baden, Kaiserallee 1

Musik

17 h: „Brahms Tage“ – Lars Vogt und Freunde.

Festspielhaus Baden–Baden, Beim Alten Bahnhof

2

18 h: „Kammermusik mit dem Merel Quartett“

– Schlosskonzert Meersburg, Schlossplatz 12

19:30 h: Musikalisches Bach–Triptychon und

Textrezitation. Violine – Orgel – Violine&Orgel..

Ev. Pauluskirche Badenweiler, Kaiserstr. 8

20 h: „Kammermusik mit dem Merel Quartett“

– Schlosskonzert Meersburg, Schlossplatz 12

Messen & Märkte

11 h: Herbstmarkt: Kunsthandwerk, Musik und

Leckereien. Junghof Kappel, Großtalstr. 101

Führungen

15 h: Öffentliche Führung durch

die Sonderausstellung „Kunst und

Nationalsozialismus“. Dreiländermuseum, Basler

Str. 143

Theater & Tanz

18 h: Novecento – die Legende vom

Ozeanpianisten. Theater am Kastelberg, Bergstr.

8

Mo 27. September

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „4 1/2 Jahreszeiten“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

Di 28. September

Freiburg

Theater & Tanz

20 h: „La Voix – une Chanson–Opéra de Francis

Poulenc et Barbara“ – Opera Factory Freiburg.

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Vorträge & Gespräche

19 h: Online–Vortrag: „Von Buschvipern und

Feuersalamandern“. Museum Natur und Mensch,

Gerberau 32

Basel

Theater & Tanz

19 h: „Die Zauberflöte“ / Oper. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Onkel Wanja“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Musik

19 h: Musikalisches Sprachlabor – Emotion,

Dissonanz und ihre Stimmung. ZKM | Zentrum

für Kunst und Medien Karlsruhe, Lorenzstr. 19

Change your world- dance!

23.-26. September

Waldsee Freiburg

www.change-your-world-festival.de

Mi 29. September

Freiburg

Theater & Tanz

20 h: „La Voix – une Chanson–Opéra de Francis

Poulenc et Barbara“ – Opera Factory Freiburg.

Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Film

19:30 h: Cordiale: „Taxi nach Afrika“ –

Filmgespräch mit Reinhild Dettmer–Finke.

Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „4 1/2 Jahreszeiten“ / Oper. Theater

Basel, Elisabethenstr. 16

19:30 h: „Onkel Wanja“. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

20 h: „Empty Thrones“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Film

19 h: „Dieter Meier – Ein Zufall“ – Film von

PeterSempel. In Anwesenheit des Regisseurs.

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe,

Vortragssaal, Lorenzstr. 19

Do 30. September

Freiburg

Musik

18:30 h: Cordiale: „Afrika trifft Orient“. E–Werk

Freiburg, Eschholzstraße 77

Theater & Tanz

20 h: Uraufführung: „Hannibal – Ein Kind unserer

Zeit“ / Dirk Laucke nach Motiven des Romans

von Ödön von Horváth. Theater Freiburg,

Bertoldstr. 46

Kabarett & Comedy

20 h: „Deutschland umtopfen.“ – Jean–Philippe

Kindler Vorderhaus, Habsburgerstraße 9

Vorträge & Gespräche

18:30 h: Cordiale Eröffnung. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

19 h: Cordiale: „Was ist los auf dem Stühlinger

Kirchplatz – eine Analyse“. E–Werk Freiburg,

Eschholzstraße 77

21 h: Cordiale: „Musikalischer Nachklang“–

Nadine Traoré. E–Werk Freiburg, Eschholzstraße

77

Basel

Theater & Tanz

19:30 h: „5 Duos/Bliss“ / Ballett. Theater Basel,

Elisabethenstr. 16

Andere Orte

Vorträge & Gespräche

17 h: Digiloglounge Digital ZKM | Zentrum für

Kunst und Medien Karlsruhe, Lorenzstr. 19

Wem gehört unser Leben? Freiburg

Hat der Mensch das Recht

sich selbst zu töten? Das Theater

Pro inszeniert „Gott“ von

Ferdinand von Schirach und

feiert am 15. September, 20:30

Uhr Premiere im E-Werk. In

„Gott“ stellt von Schirach die

existienzielle Frage danach,

wem unser Leben gehört und

wer über sein Ende entscheiden

darf. Wie selbst bestimmt ein

Menschen leben und sterben

darf, hat während der Pandemie

an Aktualität gewonnen.

Ziel der Theaterproduktion ist

es, diesem Thema eine künstlerische

Diskussionsebene hinzuzufügen

und das Publikum

zu einer persönlichen Entscheidungsfindung

zu führen.

Weitere Vorstellungen:

16./17./18./22./23./24./25. September,

20./21./22./23. Oktober,

jew. 20:30 Uhr. Infos:

www.ewerk-freiburg.de

Ralf Buron erarbeitete das Regiekonzept

zu von Schirachs „Gott“

Foto: promo

Was macht uns menschlich? Freiburg

Nach „The Age of Aquarium“

(2019) und „Let it Rain“

(2020) zeigt die Cia. Nadine

Gerspacher mit „Non-Upgraded

Existence“ den dritten

und letzten Teil ihrer Trilogie,

die sich mit digitalen Technologien

und deren Einfluss auf

den Menschen auseinandersetzt

und am 9. September,

20 Uhr im E-Werk Premiere

feiert. Fünf Tänzerinnen und

Tänzer gruppieren sich um einen

langen Tisch und wohnen

Unter dem Titel „Tardieu -

Worte und Freiheit“ feiert das

Theater Harrys Depot am 18.

September, 19 Uhr eine weitere

Premiere. Für dieses Projekt

ist Harrys Depot wieder

zu Gast im Schlosspark Ebnet.

dem Abspann der fetten Jahren

bei, bis sie der ohrenbetäubende

Schrei eines Kindes in

eine Art harmonischen Urzustand

überführt. Was ist Glück

und was macht uns Menschen

menschlich?

Weitere Vorstellungen:

10./11. September, jew. 20 Uhr,

12. September, 19 Uhr. Infos:

www.e-werk-freiburg.de

„Non Upgraded Existence“

© Nicolas Clausen

Surrealistische Lyrik Freiburg-Ebnet

Unter dem Dach der Zehntscheune

werden fünf Einakter

aus Jean Tardieus Reihe

„Kammertheater“ gezeigt.

Thematischer Schwerpunkt ist

die Sprache und vor allem das

Ironisch-Absurde, mit dem der

Ein außergewöhnliches Leben Freiburg

Die Biographie von Florence

Foster Jenkins ist so außergewöhnlich,

dass sie eine Erfindung

sein könnte. Die reiche

amerikanische Erbin sang in

den 1940er Jahren vor einem

hin-(und her-)gerissenen New

Yorker Publikum die Klassiker

der Opernliteratur zum Erbarmen

falsch! Doch Kritik und

Zweifel konnten Florence nicht

erschüttern. Von ihrem Leben

erzählt Stephen Temperleys

Broadway-Hit „Souvenir“,

das am 24. September, 20 Uhr

Premiere im Musiktheater Die

Schönen feiert.

Weitere Vorstellungen bis 6.

November, Freitag und Samstag

je 20 Uhr sowie am 17./18.

Oktober, 19 Uhr. Weitere Infos:

www.dieschoenen.de

Foto: promo

französische Autor meisterhaft

experimentiert.

Weitere Vorstellungen:

23./24./30. September, 1./2./7./8./9.

Oktober, jew. 19 Uhr. Weitere Infos:

www.ensemble-harry.de

Herausgeber:

Art Media Verlagsgesellschaft mbH

Auerstr. 2 • 79108 Freiburg

Redaktionsleitung (V.i.S.d.P.):

Christel Jockers

Redaktion:

Cornelia Frenkel

Christiane Grathwohl

Annette Hoffmann

Marion Klötzer

Erich Krieger

Nike Luber

Fabian Lutz

Georg Rudiger

Claus Weissbarth

Friederike Zimmermann

u.a.

Terminredaktion:

Elisabeth Jockers

Layout/Satz:

Art Media Verlag

Telefon: 0761 / 72072

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Anzeigen/Telefon:

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Rheinpfalz Verlag und Druckerei

GmbH & Co. KG, Ludwigshafen

Das Copyright für vom Verlag gestaltete

Anzeigen und Artikel liegt beim Verlag.

Nachdruck, auch nur auszugsweise, nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte,

Fotos, Vorlagen und für Programmhinweise

kann keine Garantie übernommen werden,

sie sind aber herzlich willkommen.

Freiburger Puppenbühne

Alle kleinen und großen

Freunde des Puppentheaters dürfen

sich freuen. Am Samstag, 11.

September spielt David Minuth

von der Freiburger Puppenbühne

um 16 Uhr „Kasper und der Pirat

der sieben Meere“ in Freiburg im

Haus der Jugend. Der Pirat der

sieben Meere hat auf See fette

Beute gemacht und kehrt nun mit

Kisten voller Gold zurück. Doch

oh Schreck: Zur Belohnung für

seine Dienste will der Seeräuber

Freiburg

die Tochter des Königs zur Frau.

Gut, dass sich Kasper und sein

pfiffiger Hund Bello zusammentun.

Tickets unter www.freiburgerpuppenbuehne.de.

„Kasper und der Pirat der

sieben Meere“ Foto: promo


Klimaschutz mit Rebellenkraft!

Die EWS in Freiburg

Die Stromrebellen sind jetzt auch in Freiburg? Ja klar! Aber eigentlich

sind wir schon lange hier: Pflegen Partner- und Freundschaften, fördern

Kultur- und Sozialprojekte, investieren in regenerative Energie und in

innovative Forschung. Jetzt wollen wir noch viel mehr bewegen. Mehr

für den Klimaschutz und für die Bürgerenergiewende. Gemeinsam mit

Euch. Im EWS-Store freuen wir uns auf Euch und Eure Ideen!

Veranstaltungen EWS-Store Freiburg

06.09.21 Ausstellungsbeginn «Wandelgestalten»

24.09.21 Aktionen zum «Globalen Klimastreiktag»

Öffnungszeiten

Montag von 10:00 bis 14:00 Uhr

Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 17:00 Uhr

Samstag von 10:00 bis 16:00 Uhr

www.ews-schoenau.de/freiburg

Freiburg

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EWS Store

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