Restauro 6/2021
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WELTERBE<br />
welche Konsequenzen entstehen daraus für<br />
die Weiterentwicklung des Olympiaparks? Die<br />
internationale ICOMOS-Tagung am 7. und 8.<br />
November 2019 in München widmete sich<br />
ebenfalls dem Erbe der Olympischen Spiele<br />
der Neuzeit: Historische Sportstätten zwischen<br />
Konservierung und Konversion. Die Dokumentation<br />
dieser Tagung ist fertiggestellt<br />
und liegt nun als Publikation vor.<br />
Der Stadtrat befürwortete die Beantragung<br />
der Aufnahme des Olympiaparks als<br />
UNESCO-Welterbe und beauftragte das Referat<br />
für Stadtplanung und Bauordnung mit<br />
der Vorbereitung des Bewerbungsverfahrens.<br />
Die Vorbewerbung des Olympiaparks<br />
als UNESCO-Welterbe (samt sogenannter<br />
Tentativliste) wurde im Oktober 2019 beim<br />
beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft<br />
und Kunst eingereicht. Bis zur Verleihung<br />
des Titels ist es allerdings ein langer<br />
Weg. Das Bewerbungsverfahren geht von<br />
der Kommunal- über die Landes- bis hin zur<br />
Bundesebene. Erst im Jahr 2024 öffnet sich<br />
die UNESCO-Vorschlagsliste wieder, da vorher<br />
andere Bewerbungen aus aller Welt abzuarbeiten<br />
sind. Frühestens im Sommer<br />
2026 entscheidet das UNESCO-Welterbekomittee<br />
über die Eintragung des Olympiaparks<br />
in die Welterbeliste.<br />
In dem laufenden dreistufigen Verfahren ist<br />
jetzt ein erster Zwischenerfolg erzielt worden:<br />
Der Antrag, den Olympiapark in die bayerische<br />
Vorschlagsliste aufzunehmen, wurde<br />
vom Expertenrat des Bayerischen Staatsministeriums<br />
für Wissenschaft und Kunst positiv<br />
beurteilt. Der Rat kam zu dem Ergebnis,<br />
dass der Antrag des Olympiaparks zur Aufnahme<br />
in die UNESCO-Welterbeliste unter<br />
allen eingegangenen Anträgen des bayernweiten<br />
Interessenbekundungsverfahrens<br />
„mit Abstand die größten Chancen zur Eintragung“<br />
hat, und dies sowohl hinsichtlich<br />
der Anmeldung bei der Kultusministerkonferenz<br />
als auch bei der UNESCO. Der Rat empfiehlt<br />
den Antrag des Olympiaparks „nachdrücklich“.<br />
Laut Icomos-Präsident Haspel hat der<br />
Münchner Antrag gute Chancen, denn unter<br />
den aktuell 1121 Welterbe-Stätten gibt es nur<br />
zwei mit Sportbezug gibt: die antiken Anlagen<br />
in Olympia sowie – als Teil der Universitätsstadt<br />
in Mexiko-Stadt – einige Bauten, die<br />
für die Sommerspiele 1968 genutzt wurden –<br />
außerdem sei gerade das Kulturerbe des 20.<br />
Jahrhunderts noch unterrepräsentiert.<br />
Der nächste Schritt zur Nominierung des<br />
Olympiaparks als Weltkulturerbe folgt bald,<br />
denn nach der Sommerpause wird das Kabinett<br />
entscheiden, ob der Antrag des Olympiaparks<br />
an die Kultusministerkonferenz weitergegeben<br />
und damit die bundesdeutsche<br />
Ebene erreichen wird.<br />
Dr. Ute Strimmer<br />
Literaturtipp<br />
Pünktlich zum Beginn der Olympischen<br />
Sommerspiele in Tokio am 23.<br />
Juli erschien der ICOMOS- Tagungsband<br />
zum architektonischen Erbe der<br />
Olympischen Spiele der Moderne.<br />
Er dokumentiert die Ergebnisse einer<br />
internationalen Tagung, die im November<br />
2019 im Münchner Olympiastadion<br />
stattfand.<br />
Erstmals verschafften sich Denkmalpfleger,<br />
Sporthistoriker und Welterbe-<br />
Experten einen globalen Überblick<br />
über die architektonischen Zeugnisse,<br />
die diese sportlichen Großveranstaltungen<br />
im 20. Jahrhundert hinterlassen<br />
haben: Das moderne Erbe der<br />
Olympischen Spiele. Historische<br />
Sportstätten zwischen Konservierung<br />
und Konversion. The Modern Heritage<br />
of the Olympic Games. Historic<br />
Sports Sites between Conservation<br />
and Conversion, Herausgeber: Sigrid,<br />
Brandt, Jörg Haspel, Ralph Paschke<br />
und John Ziesemer. ICOMOS – Hefte<br />
des Deutschen Nationalkomitees<br />
LXXVI, 236 Seiten mit zahlreichen,<br />
vorwiegend farbigen Abbildungen<br />
Hendrik Bäßler Verlag Berlin <strong>2021</strong>.<br />
6/<strong>2021</strong><br />
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