Ausgabe o3.2021

c.karpe

Das Magazin der Stadtwerke Erfurt für Kunden und für alle Erfurtfans. Auf 68 Seiten lesen Sie spannende Geschichten rund um die Stadtwerke, Erfurt und die Region. Ein 24-seitiger Innenteil zeigt die schönsten BUGA-Momente der diesjährigen Gastgeberstadt Erfurt. Weitere Themen: 30 Jahre SWE - wie ein Stadtwerk eine Stadt verändert, essbare Blumen, Naturlampen von der Krämerbrücke und vieles mehr.

Herbst 2021

Journal

Das Magazin für unsere Kunden

Impressionen

von der BUGA

Glaskunst auf

dem Petersberg

Zu Besuch bei Sandra Meinung Seite 28

Auf den Spuren

von Miss Merkel

David Safier kommt zur Erfurter Herbstlese Seite 14


Inhalt

Starke Netze für eine starke Stadt

120 Jahre Stromversorgung in

Erfurt – 30 Jahre SWE – 15 Jahre

SWE Netz GmbH.....................................20

Von der Kraft der Kräuter

Naturheilkunde im

Erfurter Festungsgraben....................... 24

Unsere Blumen kann man essen

Mit Gärtnerin Melanie Trinks

durch den egapark................................. 32

Sorgebrunnen 2.0

Altes Juwel im Stadtpark

soll in die Kur..........................................42

Es werde Licht!

Naturlampen von der

Erfurter Krämerbrücke.........................54

Die Magie des Waldes

21x1000: Unterwegs mit dem

Waldläufer-Foto-Kurs........................... 56

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Der Stadtwerke-Blog:

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Impressum

HERAUSGEBER: SWE Stadtwerke Erfurt GmbH

REDAKTION: Henry Köhlert, Anke Roeder-Eckert

E-Mail: presse@stadtwerke-erfurt.de, Telefon: 0361 564-1128

BEIRAT: Udo Bauer, Ivo Dierbach, Annett Glase, Anne Griese,

Christine Karpe, Inka Kaufmann, Sabine Lehmann,

Barbara Mörstedt, Hanno Rupp, Anett Schmidt, Maxi Wähnert

REDAKTIONSSCHLUSS: 12.08.2021

GESTALTUNG: Stefan Waldert, Janet Waldert

TITELBILD: Steve Bauerschmidt

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Die VIER MUSKETIERE

Inzwischen sind sie im Stadtbild keine

Seltenheit mehr – die neuen Tramlinks der

EVAG. Die 42 Meter langen Straßenbahnen sind auf

der BUGA-Linie 2 unterwegs. 248 Fahrgäste können mitfahren,

102 davon auf Sitzplätzen. Die Bahnen aus Valencia sind sehr

energieeffizient und verfügen über moderne Klimaanlagen für Fahrer und

Fahrgastraum. Über einen Rückkühler wird der Fahrgastraum mit der Abwärme der

wassergekühlten Motoren geheizt. Das Klimasystem arbeitet mit einem bedarfsgerechten

Umluftbetrieb. Dazu misst ein CO 2

-Sensor die Luftqualität, das

Klimasystem heizt oder kühlt genau das Frischluftvolumen, wie es die

Passagieranzahl erfordert. Bis Ende November sind alle 14 neuen

Tramlinks im Einsatz.

FOTO: ANDREAS HULTSCH

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Der Erfurter

KLAPPI-Mann

Tagsüber verkauft ERIC BENKERT

Gebrauchtwaren im SWE Stöberhaus,

nachts schraubt er an alten

Klappfahrrädern. Das ist nachhaltig.

Sein größter Fan: Clueso.

Das Klapprad oder auch Faltrad hat eine lange

Geschichte. Erfunden hat es der Engländer

William W. Grout 1878. Danach durchlief

es viele Evolutionsstufen. Eine kurze

Hochphase hatte das Klapprad, Spitzname Klappi,

in der alten Bundesrepublik in den 1970ern. Danach

verlor es den „Kampf“ gegen das „Bonanza“-Rad.

Solch eine Konkurrenz gab es in der DDR nicht.

Der Fahrradhersteller MIFA (Mitteldeutsche Fahrradwerke)

produzierte von 1967 bis 1990 sagenhafte

2,8 Millionen Klappräder. Viele landeten später

im Schrott. Aber nicht alle! In Erfurt gibt es eine

Klappfahrrad-Oase. Einen „Zufluchtsort“ haben einige

– zurzeit 26 Stück – in der Garage von Eric Benkert

gefunden. Dazu kommen noch Ersatzteile: Lenker,

Rahmen, 20 Zoll-Räder… Viel Platz gibt es nicht mehr.

Die Liebe zum Klappi kam spät. Als Kind fuhr der

45-Jährige ein orangefarbenes „Bonanza“ – die Konkurrenz

aus dem „Westen“. Das war ein Geschenk

vom Papa, dem legendären RWE-Torhüter Wolfgang

Benkert.

Die Familiengründung bewog Eric Benkert vor zehn

Jahren, mit dem Boxsport aufzuhören, ein neues familientaugliches

Hobby musste her. Ein Freund reparierte

in dieser Zeit gerade sein altes MIFA-Klapprad.

Eric Benkert half mit. Das Feuer war entfacht. Es

musste schnell ein eigenes Klappi her, allerdings

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TEXT: IVO DIERBACH FOTOS: JACOB SCHRÖTER

Satteltasche mit

Autogramm von

Clueso.

Unter den 26

Klappfahrrädern

befindet sich auch

eines mit Beiwagen

Marke Eigenbau.

Hier im Test mit

Papa Wolfgang und

Sohnemann Otto.

blieb es nicht bei einem. Benkert baute

sie nicht nur auf, sondern auch um.

Ein Klappi bekam einen Beiwagen, ein

anderes wurde zum Dreirad – ein Geschenk

für seine Schwiegermutter.

Durch einen Hüftschaden konnte sie

nie Fahrrad fahren. Jetzt sind Klappfahrradausflüge

mit der Familie kein

Problem. Kompromisslos ist er beim

Aufbau seiner Klappis: nur MIFA,

möglichst Originalteile und Verkehrstüchtigkeit.

Deshalb bekommen alle

aufgebauten Klappis einen Reifen mit

Reflexionsstreifen. Die gab es beim

Original nicht.

Erics Klappradliebe sprach sich in

Erfurt schnell rum. Als jemand das

Klapprad des bekannten Sängers

Clueso stahl, suchte der Popstar einen

Ersatz. Als Stammkunde beim Erfurter

Stöberhaus kam er mit Eric ins

Gespräch. Dort arbeitet der Klappi-

Experte seit 2005 als Verkäufer. Klar,

dass Clueso jetzt wieder ein Klappi

hat – es ist goldfarben. Ein identisches

Rad steht auch bei Eric, sozusagen die

Schwester, geziert von einem Autogramm

von Clueso. Die beiden Klappis

haben Namen, so wie alle anderen

Klappis, die die Werkstatt von Eric

verlassen. Sie sind nach den „Bluesbrothers“

benannt – Jake und Elwood.

Aber nicht nur die Namen auf den

Klapprädern sind ein Markenzeichen,

auch die Spielwürfel als Ventilkappe,

die Eric „upcycelt“. Schließlich arbeitet er ja im Stöberhaus

– eines der größten Gebrauchtwarenhäuser

Deutschlands.

Auch der Extremsportler Jan Hähnlein aus Erfurt

hat bei Eric geklingelt. Er brauchte gute Klappräder für

seinen Weltrekordversuch. Der dann auch „klappte“ –

mit Erics Klappis. 414,75 Kilometer auf einem Klapprad

ist er innerhalb von 24 Stunden gefahren – das

sind 1.659 Runden à 250 Meter auf der Radrennbahn

Andreasried in Erfurt. Die Aktion fand für einen guten

Zweck statt.

Eric Benkert fährt seine Klappis natürlich auch

selbst, nicht nur bei Ausflügen, sondern auch gern

beim „Klappradrennen des Todes“, wo er einen stolzen

17. Platz schaffte. Aber die meiste Zeit verbringt

Eric am und nicht auf dem Rad. Wenn er seine Kinder

ins Bett gebracht hat, wird das Licht in der Garage oft

gegen 21 Uhr noch einmal angemacht, dann kann es

auch mal bis 2 Uhr gehen. Aufträge hat er genug. Die

Liebe zum Klappi vermehrt den Radbestand stetig –

gekauft oder geschenkt. Alle warten auf eine liebevolle

Aufarbeitung.

Mehr über den Klappi-Mann:

www.instagram.com/eric.benkert

oder im Blog www.swefuererfurt.de.

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Wichtiges

Rädchen im Getriebe

Ein Gespräch mit Dr. Arne Langer - Chefdramaturg am Theater Erfurt

Zwei Uraufführungen plant das Theater Erfurt in der kommenden Spielzeit. Auf „Julie et Mao“ freut sich Dr.

Arne Langer besonders. „Eine bewegende Geschichte um eine Chinesin, die mit 13 Jahren zwangsverheiratet

wurde und später eine große Karriere als Pianistin startete“, fasst er die Oper von Jeffrey Ching kurz

zusammen. Ein Stoff, der zum Hollywood-Streifen taugt. Und doch ist es eine wahre Geschichte, und

zwar die von Chow Ching Lie, einer erfolgreichen Pianistin, die 1936 in China geboren wurde und sich

in Paris ihren Lebenstraum erfüllte. In ihrem Buch „Die Sänfte der Tränen“, das auch verfilmt wurde,

beschreibt sie ihr entbehrungsreiches Leben und die unermüdliche Arbeit an ihrem großen Traum,

dem sie nach dem Tode ihres Mannes alles unterordnete. „Jeden Franc, den sie verdiente, steckte

sie in ihre musikalische Ausbildung“, erzählt der Dramaturg, der seit 23 Jahren am Erfurter

Opernhaus arbeitet.

Was man da macht? Dr. Arne Langer lacht. „Zunächst mal sehr viel Textarbeit. Wir liefern

alles an Texten, angefangen vom Dreizeiler für die Werbung über Überschriften bis

hin zum Programmheft“, erklärt der 59-Jährige. Doch das ist nur ein kleiner Teil seiner

Arbeit. Interviews mit Sängerinnen und Sängern gehören ebenso dazu – nicht selten

in Französisch, Italienisch oder Englisch – die klassischen Opernsprachen, die

Dr. Arne Langer beherrscht. „Eigentlich sind wir Stückebesorger, bearbeiten Textfassungen,

modernisieren, passen an. Ein kleines bisschen wie Friedrich Schiller,

der selbst als Dramaturg arbeitete, wenn er nicht gerade schrieb“, sagt er

und erklärt: „Eine Wagner-Oper wird man inhaltlich wenig bearbeiten. Die

ist so, wie sie ist. Aber gerade für die DomStufen-Festspiele gilt es oft,

Stücke zu straffen. Bei Operetten und Musicals mit gesprochenen Dialogen

ist es manchmal nötig, die modernen Inszenierungen historischer

Stoffe auch von der Sprache her anzupassen. Wenn in einem

Stück plötzlich Pistolen auftauchen und das Original noch

von Schwertern spricht, dann passen wir das an“, sagt er.

Die Übertitel – sehr kurz gefasste inhaltliche Einblendungen

auf Monitoren – stammen ebenfalls aus seiner

Feder. „In wenigen Sätzen geben wir einen inhaltlichen

Überblick über die Oper, die heute

wieder vermehrt in den Originalsprachen

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Dr. ARNE LANGER

ist einer von drei

Dramaturgen am

Theater Erfurt.

gespielt wird“, sagt der Musik- und Theaterwissenschaftler,

der sich sein handwerkliches

Rüstzeug in Berlin holte. „Wenn der

Zuschauer nur noch damit beschäftigt ist, die Texte

zu lesen und die Aufführung nicht auf sich wirken lassen

kann, dann haben wir etwas falsch gemacht“, fasst er es kurz

zusammen, freut sich aber auch, wenn sich die eigenen Vorschläge

im Spielplan wiederfinden, wenn man ein vergessenes Stück an die

Moderne anpassen und dem Publikum näherbringen kann. „Wir sind zwar

nicht die Entscheider, aber ein wichtiges Rädchen im Getriebe“, sagt er und hat

gleich eine kleine Anekdote parat. „Oper ist ein sehr komplexes Produkt. Die Sänger

wären ohne Orchester verloren, ohne Bühnentechnik, Kostüm und Kulisse ginge gar

nichts. Und ohne den Dramaturgen? Dann hätte kein Orchester die passenden Noten in der

richtigen Reihenfolge auf dem Tisch“, beschreibt er einen kleinen, aber sehr wichtigen Teil seiner

Arbeit. Denn der Kauf der Noten, die Abklärung von Urheberrechten, gerade bei Kürzungen ein sehr

wichtiges Thema, gehört ebenso zu den Aufgaben des dreiköpfigen Dramaturgenteams. „Hier muss man

nicht nur wissen, wo fängt die Arie an und wo hört sie wieder auf, sondern auch, welche Instrumente für

welches Stück gebraucht werden“, erklärt Dr. Arne Langer, der sich als Dienstleister zwischen Regieteam und

den Interessen des Theaters sieht, das sich im Laufe der Jahre auch überregional einen Ruf erarbeitet hat.

Bekannt ist Dr. Arne Langer aber auch für seine kurzen launigen Texte im Programmheft, mit denen er

die Leser neugierig macht. „Das schreibe ich im allerletzten Moment, inspiriert von der Inszenierung, um

den richtigen Ton zu treffen“, sagt er, der sich nie hätte träumen lassen, dass ein Großteil seiner beruflichen

Aufgaben irgendwann mal aus Textarbeit bestehen würde. „In der Schule mochte ich das gar nicht. Das hat

sich erst später entwickelt“, sagt der Musikfreund.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

Mehr zum Programm der neuen Spielzeit unter www.theater-erfurt.de.

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#swelokal Erfurter Theaterlandschaften

Es sind nicht nur die großen Bühnen, auf denen die Leidenschaft zum Schauspiel ausgelebt

werden kann. Wir haben eine Auswahl kleiner Erfurter Theater besucht.

Theater Waidspeicher

Hier wird mit Puppen gespielt. Natürlich Theater. Seit 1979 verzaubern Stab- und Tischpuppen, Marionetten

und andere Figuren ein internationales Publikum. Die gebürtige Eisenacherin Sibylle Tröster ist

seit 2009 Intendantin. Sie fand über die Intendanz der Kleinen Bühne Naumburg ihre Liebe zum Puppenspiel.

Im einzigen institutionell selbstständigen Ensemblepuppentheater Thüringens kann die studierte

Theaterwissenschaftlerin ihre Leidenschaft ausleben – auch als Leiterin des Internationalen Puppentheaterfestivals

Synergura, welches alle zwei Jahre in Erfurt stattfindet.

gegründet 1979

ADRESSE

Domplatz 18, 99084 Erfurt

27 Mitarbeiter

PERSÖNLICHES LIEBLINGS-

THEATERSTÜCK VON

SIBYLLE TRÖSTER

Der Sturm von Shakespeare

WEBSEITE

www.waidspeicher.de

KONTAKT

Telefon: 0361 5982924

REPERTOIRE

Puppentheater mit Stoffen aus

allen Epochen und verschiedene

Genres für alle Altersgruppen

NÄCHSTE PREMIERE

„Der Tag,

an dem die

Oma das Internet

kaputt

gemacht

hat“,

17. September

2021

gegründet 2012

ADRESSE

Michaelisstraße 30,

99084 Erfurt

3 Mitarbeiter

PERSÖNLICHES LIEBLINGS-

THEATERSTÜCK VON

HEINRICH KUS

„Was Frauen wirklich wollen“

WEBSEITE

www.theaterimpalais.de

KONTAKT

Telefon: 0361 55049901

REPERTOIRE

Komödien, Krimis, Märchen,

Theatersoaps – alle mit

Publikumsinteraktion

NÄCHSTE PREMIERE Start

„Erfurter Bettgeschichten – Die

erste Erfurter Theatersoap aus

Erfurt für Erfurt“, 23. September

2021

Theater im Palais

Das Rüstzeug für die Leitung des „Theaters im Palais“ hat sich der gebürtige Rostocker Heinrich Kus als

Regisseur und Schauspieler schon auf zahlreichen großen und kleinen Bühnen geholt, u. a. am Staatsschauspiel

Dresden, Schauspiel Leipzig, Neuen Theater Zeitz und an der Kammerbühne Leipzig. Nach

Erfurt zog ihn die Stelle einer Theaterleitung für das „Theater in der Kapelle“. Weil die Kirche die Kapelle

wieder selbst nutzen wollte, zogen er und sein Ensemble in ein Palais um, daher der neue Name.

Heinrich Kus liebt das Spiel in der freien Szene auf kleinen Brettern, weil er mit den Zuschauern in

Dialog kommt. Diese werden auch regelmäßig in das Stück integriert.


Theaterfirma

gegründet 1999

ADRESSE

Waidgarten 10, 99098 Erfurt

2 Mitarbeiter plus Partner für

Regie und Schauspiel

PERSÖNLICHES LIEBLINGS-

THEATERSTÜCK VON

KLAUS MICHAEL TKACZ

„Die Nibelungen“

WEBSEITE

www.theaterfirma.de

KONTAKT

Telefon: 036203 73574

REPERTOIRE

Sagen, Mythen, Legenden und

Stadtgeschichte

NÄCHSTE PREMIERE

„Das Lametta-Gedöns“ in der

Marktstraße 6, 4. Dezember 2021

Klaus Michael Tkacz – aufgewachsen auf einem Bauernhof am Bodensee – kam durch einen Unfall zum

Theater. Zeit zum Nachdenken. So wurde aus dem Ingenieursstudium ein Studium der Puppenspielkunst

an der Ernst Busch Hochschule. Engagements in Wismar und im Erfurter „Waidspeicher“ führten letztendlich

1999 – als Weimar Kulturhauptstadt wurde – zur Gründung der „Theaterfirma“ mit seiner Schauspielkollegin

Susanne Peschel. Sein Traum von damals, vom Theater leben zu können, hat sich erfüllt.

Deshalb wurde bewusst der Name Firma gewählt und nicht Laboratorium. Eine feste Bühne gibt es nicht.

gegründet 1991

ADRESSE

Schotte e. V., Schottenstraße 7

99084 Erfurt

10 Mitarbeiter

PERSÖNLICHES LIEBLINGS-

THEATERSTÜCK VON

UTA WANITSCHKE

vieles, nichts Spezielles

WEBSEITE

www.dieschotte.de

KONTAKT

Telefon: 0361 78929777

REPERTOIRE große Theaterklassiker,

moderne Stücke,

Eigenproduktionen, Improvisation-,

Straßen-, Mitspieltheater

NÄCHSTE PREMIERE

„Feindliche Übernahme“ von

Thomas Steinke,

12. November 2021

Die Schotte e. V.

Seit 1991 gibt der Verein Jugendlichen von 10 bis 27 Jahren in einer ehemaligen Turnhalle eine

Bühne. Knapp 300 Mitglieder erlernen hier die Grundformen szenischer Darstellung und die Regeln

des gemeinsamen Arbeitens. Für Schotte-Leiterin Uta Wanitschke ist das Theaterspiel ein

perfektes Mittel, um die Persönlichkeit junger Menschen zu entwickeln. Dabei gehe es nicht vorrangig

um die Ausbildung künftiger Schauspieler oder Dramaturgen – obwohl einige ehemalige

Mitglieder der Schotte beim Schauspiel geblieben sind, wie der zum Beispiel mittlerweile bekannte

Schauspieler Alexander Beyer. TEXT: IVO DIERBACH FOTOS: JACOB SCHRÖTER

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Hier sind

zwei Helfer

SAUBER

unterwegs

Klein. Wendig. Flink. Und sie stinken

nicht, die Autos der neuen Elektroflotte

der ambulanten Pflege vom Deutschen

Roten Kreuz in Erfurt. Denn sie tanken

Strom statt Benzin. Die fünf E-Skodas,

die am DRK-Standort an der Mühlhäuser

Straße ihr neues Zuhause gefunden

haben, sind nur der Anfang: „Bis Anfang

2023 wollen wir alle 14 Wagen der

Ambulanten Pflege in der Landeshauptstadt

von Verbrennern auf e-mobil

umgestellt haben“, sagt Holger Siegel

vom Qualitätsmanagement des DRK.

Foto links: Laden

über Nacht kein

Problem – dank

der Ladesäulen der

SWE Energie GmbH

auf dem Hof an der

Mühlhäuser Straße.

Der Partner dabei: die SWE Energie. „Das Unternehmen war

mitbeteiligt an der Errichtung von sechs Ladesäulen auf unserem

Hof, zwei mit 22 Kilowatt Ladeleistung, vier mit je 11

Kilowatt pro Stunde. Wir tanken Naturstrom, der ist zwar etwas

teurer, aber das ist uns die Umwelt wert.“ Doch warum

die Umstellung von Benzin auf Elektro? „Für unsere ambulante

Pflege in der Stadt brauchen wir kleine, wendige Autos.

Immer mehr Hersteller haben bald keine Kleinwagen

mit Verbrennungsmotoren mehr im Angebot, also stellen

wir rechtzeitig um und tun damit auch etwas für die saubere

Luft in Erfurt“, sagt Holger Siegel.

Zwischen 30 und 100 Kilometer legen die Fahrzeuge täglich

zurück. „Kein Problem für die E-Autos“, sagt Steffen

Hummel. Er ist Pflegefachkraft, seit drei Jahren beim Deutschen

Roten Kreuz und seit einigen Wochen dienstlich elektrisch

unterwegs. „Ich möchte diesen Wagen nicht mehr mis-

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Uwe Ritzau (li.) und Steffen

Hummel, Pflegefachkräfte beim

Deutschen Roten Kreuz in Erfurt,

legen mit ihren neuen E-Autos

bis zu 100 Kilometer täglich

zurück. „Leise, flink und sauber –

besser geht nicht“, sagen beide.

sen, für die Stadt ist er bestens geeignet.“ Uwe Ritzau ist

seit neun Jahren beim DRK, und auch er ist elektrisch unterwegs:

„Das Fahren macht einfach Spaß, der Wagen ist klein,

wendig, leise und ganz schön flink.“ Ritzau weiter: „Also am

Anfang war das noch gewöhnungsbedürftig, dann kam das

Aha-Erlebnis und seitdem weiß ich Elektromobilität sehr zu

schätzen.“

Für Hummel und Ritzau ist das Auto natürlich Mittel zum

Zweck, bringt darüber hinaus aber auch Spaß: „Wir arbeiten

abwechselnd im Früh- oder Spätdienst. Im Frühdienst betreut

jeder von uns bis zu 14 Menschen und da ist Zeit ein

knappes Gut“, sagt Hummel. Die kleinen Stadtflitzer ergattern

natürlich schneller einen Parkplatz als die größeren Autos,

das spart kostbare Zeit. „Wir wechseln die Verbände, wir

waschen die Damen und Herren, stellen und verabreichen

die Medikamente, geben auch Spritzen.“ Uwe Ritzau ergänzt:

„Unsere Klienten sind zwischen 20 und 100 Jahre alt, und

dadurch, dass wir überwiegend feste Touren haben, kann

man auch eine persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Da

nimmt man sich auch mal Zeit für ein Schwätzchen und hin

und wieder ist man auch der Kummerkasten.“

Steffen Hummel: „Ich mag meinen Beruf. Man hilft anderen

Menschen, spürt die Dankbarkeit. Aber unsere Patienten

geben einem auch viel zurück, das ist schon fast wie in

einer Familie.“

Doch zurück zu den E-Autos – was fahren die beiden Herren

privat? „Verbrenner“, antworten beide fast gleichzeitig.

Und warum kein Elektroauto? „Als Zweitwagen kann ich mir

das wunderbar vorstellen – aber für meine langen Strecken

sind die Autos noch nicht ideal. Auch wenn ich glaube, dass

sich das sehr zügig weiterentwickeln wird“, sagt Uwe Ritzau.

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: JACOB SCHRÖTER

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Verstärkung fürs SWE Volley-Team

Seit Ende Mai bittet der neue

Trainer Konstantin Bitter seine

Schützlinge zum Ball- und Athletiktraining.

Neben Paula Reinisch

gehen weiterhin Michelle

Petter, Rica Maase und Sindy

Lenz für Schwarz-Weiß Erfurt an

den Start. Rückkehrerin Antonia

Stautz (vier Jahre beim SC Potsdam)

sowie Lena Liegert und Corina

Glaab verstärken das Erfurter

Volleyteam 2022 ebenso wie

die Schwedin Hanna Hellvig,

die Amerikanerinnen Elisabeth

Sandbothe, Margaret Speaks

und Hillary Hurley Reynolds sowie

Jazmine White aus Kanada.

Das erste Heimspiel gegen

den VC Wiesbaden ist am 9. Oktober

2021 in der Riethsporthalle

geplant.

Paula Reinisch

in Aktion.

Leistungsträger

Miles Osei

verlängert seinen

Vertrag und

bleibt in Erfurt.

Basketball Löwen greifen an

Die Basketball Löwen starten Mitte September

mit einer neuen Mannschaft in ihre vierte

Bundesligasaison. Die ersten Saisonspiele stehen

ab dem 17. September 2021 an. Das erste

Heimspiel startet am 26. September um 16:00

Uhr gegen die scanplusbaskets Elchingen in

der Riethsporthalle. Das zweite Heimspiel ist

für den 10. Oktober um 16:00 Uhr gegen die

Depant GIESSEN 46ers Rackelos geplant.

Weiter im Löwen-Trikot aktiv sind die

regionalen Eigengewächse Lorenz Schiller

(Erfurter Puffbohne) und die beiden Jugendnationalspieler

Fidelius Kraus und

Dominykas Pleta aus Gotha. Internationale

Erfahrung bringen der US-Amerikaner

Tyseem Lyles und Guy Landry

Edi als Nationalmannschaftskapitän der

Elfenbeinküste mit.

Mehr zum Spielplan gibt es auf der

Homepage www.basketball-loewen.com.

Neues vom FC Rot-Weiß Erfurt

Die 1. Mannschaft des FC Rot-Weiß Erfurt ist im August in die Saison

in der NOFV Oberliga Süd gestartet. Die Staffel ist auf 19 Mannschaften

gewachsen – auf das Team von Goran Miscevic und Manuel Rost

warten damit in diesem Spieljahr 18 spannende Gegner.

Am 17. September tritt der FC RWE gegen den FSV Wacker Nordhausen

an. Spielstart ist um 19:30 Uhr. Am 2. Oktober um 14:00 Uhr spielt

der FC RWE gegen den 1. FC Merseburg.

FOTOS: SEBASTIAN DÜHRING,

SEBASTIAN SCHMIDT,

FC ROT-WEIß ERFURT

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FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

ENTSPANNUNG PUR

F

reunde des gesunden Schwitzens

können sich in der Saunawelt

in der Roland Matthes

Schwimmhalle bei drei verschiedenen

Temperaturen entspannen: In

der Finn Sauna herrschen 90° C, in der

Außensauna 85° C. Für Anfänger, die

sich langsam steigern wollen, empfiehlt

sich die Kräutersauna mit 70° C.

Das Dampfbad ist aufgrund der Hygieneschutzauflagen

leider nicht geöffnet.

Und auch die Besucherzahl in

der Sauna ist auf maximal 50 Personen

begrenzt.

Wer möchte, kann sich nach dem

Schwitzbad im neu gestalteten

Saunagarten abkühlen. Auf einer

Strecke von knapp 100 Metern erfreuen

Stauden, Sträucher und Gehölze

das Auge des Betrachters. Ganz entspannt

kann man bis zur Außensauna

schlendern. Direkt aus dem Untergeschoss

gelangt man in den Garten,

der sich als kleine, gut abgeschirmte

Oase präsentiert. Jeder, der etwas für

eine bessere Durchblutung tun will,

sollte unbedingt den Barfußpfad im

Garten ausprobieren.

Um sein Immunsystem zu stärken,

sollte man das ganze Jahr über regelmäßig

in die Sauna gehen – am besten

einmal pro Woche. Angenehmer Nebeneffekt:

Während des Schwitzens

werden Abfallstoffe ausgeschwemmt,

und die Haut wird porentief gereinigt.

Im Anschluss empfiehlt sich ein Peeling.

Es regt die Bildung neuer Hautzellen

an, die Haut erscheint frischer.

Unter Saunafans wird gar gemunkelt,

das regelmäßige Schwitzen sei der

perfekte Faltenkiller, da die Haut entschlackt

und Feuchtigkeit besser gespeichert

werden kann.

Der Stoffwechsel wird angeregt,

Stresshormone werden abgebaut.

Der extreme Wechsel zwischen kalten

und hohen Temperaturen zwingt den

Körper regelrecht zum Entspannen.

Nach einem Saunabad fühlt man sich

wohlig entspannt und ist nicht selten

sogar müde. Die perfekte Basis, um

das Haupt danach zur Ruhe zu betten.

Regelmäßige Saunagänge sollen

nicht nur bei Einschlaf-, sondern auch

bei Durchschlafstörungen helfen.

Wie gefällt Ihnen unser Journal?

3

Gutscheine

á 50 Euro für das

„Magda“ zu

gewinnen

Ist es Ihnen aufgefallen? Seit diesem Jahr setzen wir auf FSC-zertifiziertes Papier, das aus Hölzern hergestellt

ist, die aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Gefällt Ihnen das neue Papier?

Was halten Sie von der Gestaltung unseres Journals? Was sagen Sie zu unseren Fotos? Was können wir

besser machen? Was würden Sie gern in unserem Magazin lesen? Schenken Sie uns 5 Minuten Ihrer

Zeit und machen Sie bei unserer Befragung mit.

Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Restaurantgutscheine im Wert von

jeweils 50 Euro für das Restaurant „Magda“. Freuen Sie sich auf gehobene Landhausküche

im Erfurter Magdalenengut. Teilnahmeschluss ist der 31. Oktober 2021.

Einfach den QR-Code scannen. Aber auch per www.stadtwerke-erfurt.de/swejournal

ist die Teilnahme möglich.

Wir sagen Danke!

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Auf den Spuren von

Miss Merkel

D

avid Safier nicht zu kennen, ist mehr

oder weniger unmöglich, selbst wenn

man keins seiner Bücher gelesen habe sollte. Wer

sich genauer mit ihm befasst, wird feststellen, er

kennt ihn doch: als Autor der Serie „Berlin, Berlin“,

für die er den Grammy gewann. Auch „Jesus liebt

mich“, verfilmt mit Jessica Schwarz und Florian

David Fitz, stammt aus seiner Feder, ebenso wie

„Happy Family“, ein witziger Animationsfilm über

eine gar nicht so glückliche Familie, deren zweiter

Teil im November in die Kinos kommt.

Am 23. November 2021 ist er um 19:30 Uhr zur

Erfurter Herbstlese zu Gast und stellt im Atrium der

SWE seinen Bestseller „Miss Merkel“ vor, in dem es

um die Hobbydetektivin und baldige Ex-Bundeskanzlerin

geht. Mit dabei ist der Zeichner Oliver

Kurth.

„Miss Merkel“ war kaum veröffentlicht, da stand

es schon auf der Bestsellerliste. Haben Sie ein

Händchen für die richtigen Geschichten?

Ich schreibe nur Sachen, die mir selbst große, große

Freude machen oder mich sehr interessieren. Ich

hoffe immer, dass es den Lesern auch Freude macht.

Ich schreibe mit dem Herzen und hoffe, dass es auch

die Herzen der Leser erreicht.

FOTO: DENNIS DIRKSEN

Warmherzig-freundliche Geschichten sind Ihr

Metier, aber nicht nur. Sie beherrschen auch die

Gratwanderung zwischen fröhlichen und ernsthaften

Themen. Wie haben Ihre Fans auf Ihren

Holocaust-Roman „28 Tage lang“ reagiert?

Die Reaktionen waren überwältigend, sehr positiv,

sowohl von jungen als auch von älteren Menschen.

Natürlich ist es nicht exakt die gleiche Leserschaft,

die zu den Veranstaltungen kommt. Wer lustige Geschichten

liebt, liest nicht automatisch ein Buch über

das Warschauer Ghetto aus Sicht einer 16-Jährigen.

Aber manche tun es eben doch und sagen dann: „Ich

mag Ihre lustigen Geschichten sehr, aber das hat mir

auch sehr gefallen.“ Sicher ist das eine Gratwanderung,

aber nicht nur für die Leser, sondern auch für

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mich als Autor. Das Thema war mir sehr wichtig, da es auch

Teile meiner Familiengeschichte behandelt. Ein bisschen ist

es, als wäre man in unterschiedlichen Welten unterwegs,

vielleicht wie ein Schauspieler, der den einen Tag in einer

Komödie spielt, den anderen in einer Tragödie.

Wie kam Ihnen die Idee zur Bundeskanzlerin in Rente?

Das war 2019 und damit vor Corona. Angela Merkel war

gar nicht mehr so in den Medien präsent. Es ging fast immer

nur um ihre Nachfolge. Ich habe darüber nachgedacht, was

sie wohl danach machen wird. Sicherlich nicht in einen Aufsichtsrat

gehen, sondern sich vermutlich zurückziehen, nicht

nur aus der Karriere. Wir haben ein bisschen rumgesponnen

und als ich dann abends eine Folge

von „Columbo“ im Fernsehen sah,

dachte ich, das ist doch genau das

Richtige. Und so kam es, dass Miss

Merkel in einem kleinen Ort in der

Uckermark landet und Hobbydetektivin

wird.

Was sagt Frau Merkel denn selbst

zum Buch?

Ich habe ihr einen Brief geschrieben,

den der Verlag gemeinsam mit

dem Roman ans Bundeskanzleramt

geschickt hat. Von dort kam schließlich

die Antwort, dass sie sich sehr

über das Buch gefreut hat.

Sie kommen mit Ihrem Zeichner

Oliver Kurth zur Herbstlese. Worauf

können wir uns freuen?

Ich lese ein paar Passagen aus dem

neuen Roman und erzähle Anekdoten

aus dem Leben als Autor.

Dann wird es spannend: Wir entwickeln

zusammen mit dem Publikum

eine wilde Detektivgeschichte.

Oliver steht an der Staffelei und

zeichnet. Ein bisschen ist das wie bei

„Dalli Dalli“ mit Hans Rosenthal und seinem Schnellzeichner

Oskar. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was den Leuten

einfallen wird. Das zeigt immer auch viel von der Stadt selbst

und wie die Menschen ticken. Da freu ich mich schon sehr

drauf. Die Bilder kann man für einen guten Zweck mit nach

Hause nehmen. Die gehen immer gut weg, bisher ist noch

keins übrig geblieben. Wir hoffen, das ist in Erfurt auch so.

Die Gelder gehen an ein Bildungsprojekt in Nepal und das

Kinderhospiz in Wilhelmshaven.

Nein, den Wunsch zu schreiben hatte ich schon immer,

schon vor dem Journalismus. Ich wollte schon mit 17 Drehbücher

und Romane schreiben. Den Gedanken fand ich

großartig. Dann bin ich mit 22 bei Radio Bremen gelandet

und wir haben viele lustige Formate gemacht. Aber mit Mitte

20 dache ich dann, ich muss zielgerichteter werden. Das

war der Moment, als ich anfing, Drehbücher zu schreiben. Da

hatte ich das Glück, dass „Berlin, Berlin“ sehr erfolgreich war,

und irgendwann fragte ein Verlag an, ob ich mir auch vorstellen

könnte, Romane zu schreiben. Das war meine Chance.

Ich habe vier Vorschläge gemacht, die Ideen auf jeweils

drei Seiten kurz skizziert. Alle fanden die Idee von „Mieses

Karma“ toll, und da hab ich es dann geschrieben.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Anfangs habe ich so zehn bis

zwölf Stunden am Tag geschrieben.

Das war schon heftig. Das mache

ich heute nicht mehr. Ich frühstücke,

dann setze ich mich an den Schreibtisch

und arbeite. Meist so um die

fünf Stunden am Tag. Nachmittags

erledige ich Telefonate, gebe Interviews.

Ich gehe sehr viel spazieren,

mit meinem Labradoodle. Dabei

denke ich viel nach, über die aktuellen

Stoffe, aber auch über zukünftige

Projekte.

Ironie spielt in Ihren Büchern

eine große Rolle. Was bedeutet

Ironie für Sie und Ihre Sicht auf die

Welt?

Ich habe, glaube ich, einen sehr

humoristischen Blick auf die Welt.

Mir ist wichtig, dass man sich nicht

über etwas lustig macht, sondern

mit den Figuren fühlt und mit ihnen

gemeinsam lacht. Denn Fehler haben

wir alle, nicht nur meine Figuren

in den Büchern. Ich schreibe über die

Fehler, die wir alle haben. Und gemeinsam lachen wir darüber.

Ich mag Geschichten, die ein positives Potenzial haben.

Einen Thriller zu schreiben, würde mir keinen Spaß machen.

COVER: ROWOHLT VERLAG

Mehr zum Programm der Herbstlese gibt es

im Internet unter www.herbstlese.de.

INTERVIEW: ANKE ROEDER-ECKERT

Sie haben Ihre Karriere als Journalist begonnen. Gab es

irgendwann den Moment, dass Sie dachten, das reicht mir

nicht mehr?

Auch für die Kunden der SWE Energie GmbH gibt es 2021

wieder Freikarten für die Erfurter Herbstlese. Den Vorteil gibt

es ab November in der App SWE Für Erfurt.

15


Azubiticket Thüringen

Gute Nachrichten für Azubis! Auch 2021 gibt es wieder

das Azubiticket, das thüringenweit gilt. Für Auszubildende

ist es zum unschlagbaren Preis von 50

Euro pro Monat zu haben und erleichtert vieles: den

Weg von der Arbeit nach Hause oder zur Berufsschule,

die oft in einem anderen Ort liegt. Die Differenz

zum gesamten Abo-Preis übernimmt der Freistaat

Thüringen.

Das Abo lohnt sich für alle Azubis, die wegen

Ausbildung oder Schule weite Wege auf sich nehmen

und durch mehrere Tarifzonen pendeln müssen.

Es ist im gesamten VMT-Verbundgebiet und in

den Nahverkehrszügen in Thüringen gültig. Weitere

Informationen dazu unter www.evag-erfurt.de.

Für alle mit vielen Zielen

Wieder einsteigen bitte! Die VMT-Abos machen

das Leben leichter. Für Sie und die Umwelt.

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2021 35 Euro sichern! Aktionscode: Bonus 35.

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FOTO: BARBARA NEUMANN

Aus 4 mach EINE

Wer öfter mit dem ÖPNV unterwegs ist,

merkt schnell: Mit einem Abo fährt es sich

günstiger. Für alle, die bisher per Monatskarte

unterwegs waren, haben wir jetzt

ein besonderes Angebot: Tauschen Sie

die letzten vier Monatskarten gegen ein

Abo und sparen Sie 11,40 Euro im Monat.

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eine Abo-Rate, egal, ob Sie ein Abo Solo,

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Sie können bis zu 64 Euro sparen. Probieren

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liegt bei vier Monaten.

So einfach geht’s: Schließen Sie Ihr Abo

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Monatskarten von vier zusammenhängenden

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Abo-Aktionswochen

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Ja ist denn schon wieder Weihnachten?

Noch nicht. Aber wir sind vorbereitet.

Damit Sie so richtig in Weihnachtsstimmung

kommen, bieten wir wieder

Adventstouren mit unserem beliebten

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und samstags geht es im Zeitraum vom

24. November bis zum 22. Dezember

FOTO: BARBARA NEUMANN

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die dem ÖPNV auch in

Zeiten der Krise die Treue gehalten

haben, plant der Verband

Deutscher Verkehrsunternehmen

(VDV). Alle Fahrgäste, die

zum Zeitpunkt der Aktionswochen

über ein gültiges Abo verfügen,

können in der Zeit vom

13. bis 26. September 2021 bundesweit

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Fernverkehr sollen Abo-Kunden

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BahnCard 25 vergünstigt zu erwerben.

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16


Nach der Schule

noch nichts vor?

FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

Vom 22. bis 24. September

2021 wird die SWE

zum Messecampus. Von

9 bis 14 Uhr dreht sich

hier alles rund um Ausbildung

und Studium.

Dieses Jahr setzen wir auf einen Mix aus online und

offline“, sagt Maya Henze, Praktikantin im Personalbereich.

Zusammen mit Ausbildungsleiter Udo Bauer

kümmert sie sich um den reibungslosen Ablauf der SWE Ausbildungsmesse.

„Ich bin richtig happy, dass ich hier nicht nur

reinschnuppern, sondern gleich wichtige Aufgaben übernehmen

darf“, sagt die 22-Jährige. Sie studiert im 7. Semester

Tourismusmanagement an der Hochschule Harz und hat ein

Faible fürs Organisieren von Veranstaltungen.

Viele Thüringer Ausbildungsbetriebe, Hochschulen und

die Bundeswehr sind zur Messe dabei. Drei Tage lang haben

Schüler ab der 8. Klasse Gelegenheit, mit ihnen ins Gespräch

zu kommen. Auch die Azubis der Stadtwerke Erfurt

sind vor Ort und geben einen Einblick in ihren Alltag. „Wir

bieten Thementouren durch die virtuellen Messestände an,

haben aber auch eine Technikschau direkt vor Ort. Es gibt

Vorträge rund um den Start ins Berufsleben, die ideale Bewerbungsmappe

und das richtige Verhalten im Vorstellungsgespräch“,

erklärt sie.

Wer die Ausbildungsmesse nicht persönlich besuchen

kann, hat die Chance, sich online zuzuschalten. Über einen

Link auf der SWE Internetseite kann man sich die Angebote

bis zum 5. Oktober 2021 ansehen und Kontakt mit Unternehmen

oder Hochschulen aufnehmen.

Mehr zur Messe und zu den

Angeboten gibt es im Internet unter

www.stadtwerke-erfurt.de/ausbildungsmesse.

17


Julian und Johannes

schwören auf ihr

faltbares Excalibur.

Kunst im Park

Ein faltbares Excalibur-Schwert

und

die reflektierende

Kunstbrücke – ein

Kunstworkshop mit

Alexander Grüner

Ein sonniger Tag im neuen Park an der Geraaue in Gispersleben.

Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse sitzen mit einem

Künstler auf der Wiese und auf Bänken, basteln spiegelnde

Kunstwerke. Warum? Der Grund: Die sogenannte Energiebrücke,

die genau hier über die Gera Fernwärme transportiert.

Diese Brücke hatte Künstler Alexander Grüner im

Frühjahr mit Reflexionsflächen und Licht gestaltet. Das SWE

Journal schrieb über diese Kunstaktion. Die Kunstlehrerin der

Kooperativen Gesamtschule „Am Schwemmbach“ Ines Pfefferkorn

las den Artikel mit Begeisterung. Da passte es, dass

die Stadtwerke mit Künstler Alexander Grüner einen Kunstworkshop

angeboten haben. Schon war die 7. Klasse der Kooperativen

Gesamtschule „Am Schwemmbach“ angemeldet.

Da Alexander Grüner eher Kunst macht und nicht vermittelt,

hat er sich extra für den Workshop Rat bei einer befreundeten

Pädagogin geholt. Zum Aufwärmen gab es zunächst

die Aufgabe, ganz frei mit Kreide zu zeichnen – was

einem so in den Sinn kam. Dann wurde es „ernst“, als der

Künstler mit einem Glas voller Zettel kam. Kleine Schülergruppen

durften ein „Los“ ziehen. Auf diesen standen Begriffe

wie „Kreislauf“, „Geschwindigkeit“ oder „Falten“. Die

Begriffe sollten auf einer 12 x 12 cm großen Pappfläche mit

Spiegeln (wie die Brücke) und diversen anderen Materialien

interpretiert werden. Julian und Johannes zogen den Begriff

„Falten“.

Sehr schnell hatten sie die Idee für die Umsetzung: das

spiegelnde, faltbare Excalibur-Schwert. Beide lieben den

Film „King Arthur – Legend of the Sword“ und natürlich die

Geschichte um das heilige Schwert. Ruckzuck war die Entwurfsskizze

fertig. Dann wurde am Kunstwerk „gecuttet“.

Stolz präsentierten sie nach einer Stunde ihr Kunstwerk

den Mitschülern, ihrer Klassenlehrerin Silke Heim und ihrer

Kunstlehrerin Ines Pfefferkorn. Das Spiegelschwert war danach

Teil einer Ausstellung, bei der die anderen Interpretationen

gezeigt wurden. Jetzt hat es ein Plätzchen auf dem

Regal zu Hause – abwechselnd bei den beiden Schülern.

TEXT: IVO DIERBACH FOTOS: JACOB SCHRÖTER

18


Guter Rat ist

nicht teuer

Im Juli startete im Rahmen der BUGA auf dem Petersberg eine

Eisblockwette. In zwei kleinen Häuschen befanden sich Eisblöcke.

Durch die eingebauten Fenster konnte man das Abschmelzen

beobachten. Der Clou: Ein Häuschen war optimal gedämmt, das

andere nicht. Nicht schwer zu erraten, wo der Eisblock schneller

schmolz. Übertragen auf die „reale“ Welt schmilzt bei

nicht energieeffizienten Häusern kein Eis, sondern

das Geld dahin. Energiekostenfresser lauern

überall! Die Suche nach solchen Kostenfallen

kann bei einer Gebäudesanierung oder -planung

den Bauherren, aber auch den Architekten

schnell überfordern. Letztendlich

hängt auch die Vergabe von Fördermitteln

davon ab, inwieweit man energetisch

optimal saniert oder ggf. sogar

neu baut. Schon kleine Ungenauigkeiten

in der Planungs- oder Bauphase

können dazu führen, dass die

erwarteten Einsparungen nicht erreicht

werden.

Deswegen ist es wichtig und

sinnvoll, einen ausgewiesenen

Fachmann für Energieeffizienz zu

finden, um die „Energiefresser“

ausfindig zu machen. Zudem ist

ein Gutachten vom qualifizierten

Energieeffizienzberater eine

Grundvoraussetzung zur Inanspruchnahme

vieler Fördermittel.

Hier kommt Andreas Backhaus mit

seinem Kollegen Jan Strebel ins Spiel.

Andreas Backhaus ist als Mitarbeiter der Erfurter

Stadtwerke „Energieeffizienzexperte des Bundes“

(www.effizienzexperte.de). Er und sein Kollege

sind nicht nur Detektive beim Aufspüren von Kostenfallen,

sie kennen sich auch im Dschungel der Fördermaßnahmen

aus. Kenntnisse, die sich für den Bauherren

sehr schnell bezahlt machen. Das Beste: Erstberatungen

sind kostenfrei. Hierbei reicht das Themenspektrum

vom richtigen und hygienischen Lüften, dem Einsatz

effizienter Lichttechnik, dem Stromsparen im Haushalt

bis hin zur Auswahl der optimalen Heizungstechnik und

intelligenten Haussanierung.

Im Rahmen einer Erstberatung wird der gewünschte

Beratungsumfang besprochen. Hier werden die Beratungsthemen

vorgestellt und ein erster Überblick über geplante

oder bestehende Anlagen und Gebäude wird gegeben. Diese

Beratung nehmen nicht nur Häuslebauer und Architekten

gern in Anspruch, auch große Firmen nutzen die Fachkompetenz

der Stadtwerke-Mitarbeiter. Die Energieberater begleiten

zum Beispiel die Optimierung des Beleuchtungskonzeptes bei

Siemens hinsichtlich Fördermitteln. Was im Großen geht, geht

natürlich auch im Kleinen.

Ein Anruf genügt, ein Termin ist schnell vereinbart und

Andreas Backhaus oder Jan Strebel stehen mit einem Notizbuch

vor der Tür.


Mehr Infos unter www.swe-energie.de.

Sparen mit Andreas Backhaus –

dem SWE Energieeffizienzberater

TEXT/FOTO:

IVO DIERBACH

19


Altes Schätzchen aus der Vergangenheit: ein druckluftbetriebenes

50kV-Schaltfeld. Die Schalter (Baujahr 1935)

waren bis 1999 in Betrieb. Ein Original gibt es noch – im

kleinen Betriebsmuseum im Umspannwerk Erfurt-Ost.

E

rfurt und Elektrizität – diese

Liaison begann schon vor

120 Jahren. Der 1. Oktober

1901 ging als Start der öffentlichen

Stromversorgung in die Annalen

der Geschichte ein. In der Radowitzstraße

– heute Iderhoffstraße –

entstand das erste Kraftwerk.

Doch bereits 1886 brannten die

ersten Lichter in Erfurter Läden

und später in den Straßen. Die

Geschichte der SWE Netz GmbH

beginnt aber erst viel später –

im Jahr 2006, als gesetzliche

Vorgaben dazu führten, dass

Stromversorgung und Stromverteilung

getrennt wurden.

Das neue Umspannwerk an der Lache versorgt den Erfurter Norden seit 2019. Im Hintergrund das alte Umspannwerk aus

den 1960er-Jahren.

20


Hanno Rupp ist seit 1994 bei den

Stadtwerken Erfurt. Der Elektroingenieur ist

Leiter Technik Stromnetz bei der SWE Netz GmbH.

Im Einsatz für starke Netze

120 Jahre Stromversorgung in Erfurt – 30 Jahre SWE – 15 Jahre SWE Netz GmbH

90 Jahre Entwicklung und technischer Fortschritt hätten

doch zu einem modernen Netzbetrieb führen müssen, mag

sich der eine oder andere denken. Aber die Wirklichkeit

sieht anders aus. „Anfang der 1990er-Jahre war der Sanierungsbedarf

enorm. Das Stromnetz war zur Wende in einem

katastrophalen Zustand, der Verschleiß enorm, die Netze

überaltert. Viele Schwachstellen im Stromnetz führten zu

Überlastungen, Stromausfälle waren keine Seltenheit“, erzählt

Hanno Rupp, der 1994 als frisch gebackener Ingenieur

zur 1993 gegründeten Strom- und Fernwärme GmbH (heute

SWE Energie GmbH) stieß. Ich war noch keine vier Wochen

da, als es im April 1994 ein verheerendes Hochwasser gab.

Das Umspannwerk in Gispersleben war tot, es stand komplett

unter Wasser. Zu Fuß kam da gar keiner mehr durch,

nur noch mit dem Boot“, erinnert er sich. Und das an einem

der wichtigsten Energieknotenpunkte Erfurts... Hier standen

mehrere Kraftwerke, die alte Kohlebude, die aufgrund ihrer

Umweltbelastung nach der Wende schnell abgeschaltet

wurde, ein Gasturbinenkraftwerk aus den 1960ern, das

nur zugeschaltet wurde, wenn es mit der Versorgung eng

wurde. Auch ein altes Ölkraftwerk stand hier. Wenn es zu

DDR-Zeiten nachts angeworfen wurde, waren die Fassa-

21


den der umstehenden Häuser am nächsten Morgen ölverschmiert.

„Verständlich, dass die Anwohner nicht gut auf uns

zu sprechen waren“, erzählt Hanno Rupp, heute Leiter Technik

Stromnetz bei der SWE Netz GmbH. Heute ist hier die

reinste Idylle, nicht weit entfernt liegt der Kilianipark, überall

ist es grün.

1997 ging das erste neue Umspannwerk Erfurt/Flughafen

in Betrieb. Heute versorgen insgesamt acht neue oder

grundhaft erneuerte Umspannwerke ganz Erfurt, eingespeist

durch ca. 33 Kilometer moderne Hochspannungsleitungen.

Das modernste steht im Erfurter Norden. 2019

wurde es fertiggestellt. „Das Umspannwerk ist ein wichtiger

Mosaikstein, um die Aufgaben der Zukunft hinsichtlich

der Energiewende zu bewältigen“, betont Frank Heidemann,

Geschäftsführer der SWE Netz GmbH. Übrigens steht es an

historischer Stelle. „Hier gab es schon seit den Sechzigern

ein Umspannwerk. Nicht nur, weil gleich nebenan Sauerstoff

hergestellt wurde und Generatoren gebaut wurden.

Auch das Rieth wurde damals entwickelt, die ersten Neubaugebiete

entstanden“, erzählt Lutz Hoffmann, der seit

1977 in Sachen Strom unterwegs ist. Beim Energiekombinat

Süd lernte er Elektromonteur, heute ist er als Meister der Betriebsstelle

für 16 Kollegen verantwortlich, kümmert sich um

planmäßige Schalthandlungen, Inspektionen, die Betreuung

von Störungen, angefangen von der Lokalisation im Netz

über die Umschaltung bis zur Reparatur, damit die Erfurter

schnell wieder Strom haben.



Älteste Tankstelle Erfurts

Der älteste Energieknoten – die Iderhoffstraße – gehört

auch heute noch zu den wichtigsten im Stromnetz. 2000

wurde hier ein neues Umspannwerk errichtet. Die alten Anlagen

stammten noch aus den 1920er-Jahren und mussten

dringend erneuert werden. Aktuell werden die Fassade und

das Dach des Gebäudes – das auch für die Erschließung der

ICE-City Ost genügend Reserven bietet – saniert.

Ein besonderes Bonbon der Energieversorgung steht

in der Viktor-Scheffel-Straße. Hier, am Abzweig der Arnstädter

Straße, befindet sich nicht nur Erfurts erste Tankstelle,

hier war einst auch ein wichtiger Knotenpunkt

im Stromnetz des Erfurter Südens. Das Gebäude wurde

1930 nach Plänen des Architekten Johannes Klass errichtet.

„1993 ereilten das Schalthaus gleich zweimal schwere

Wasserschäden. Im Zuge der Straßensanierung wurden

neue Kabelsysteme ins Schalthaus verlegt. Dafür musste

die Kellerwand geöffnet werden. Bei starkem Gewitter liefen

die Wassermassen ungehindert in den Keller. Das Wasser

stand bis zur Decke. Ein halbes Jahr später stand das

Wasser wieder meterhoch und richtete enormen Schaden

an“, erzählt Hanno Rupp. Heute befindet sich hier

nur noch eine kleine Trafostation. Die Versorgung des

Erfurter Südens erfolgt über das Umspannwerk Melchendorf.

„Viele 100 Millionen Euro wurden im Laufe der letzten 30

Jahre investiert, in Anlagen und Netze. 95 Prozent der Leitungen

sind als Kabel im Boden verlegt. Unser Netz ist sehr

zuverlässig, wir liegen bei der Versorgungssicherheit über

dem Durchschnitt der Bundesrepublik“, sagt Hanno Rupp,

betont aber auch: „Es gibt immer was zu tun, will man den

Standard halten. 80 Prozent unseres Mittel- und Niederspannungsnetzes

sind auf dem neuesten Stand der Technik,

jetzt sind die anderen 20 Prozent dran.“

Die Energiewende bringt viele Aufgaben für den Stromnetzbetrieb.

„Aktuell speisen knapp 1.800 dezentrale Einspeiser

– vornehmlich aus regenerativen Quellen – ins Erfurter

Stromnetz ein. Und es werden immer mehr. Speicher

nehmen die überschüssige Energie auf und geben sie bei

Bedarf wieder ab. Für das Stromnetz ist das echter Stress“,

22






1 Lutz Hoffmann ist seit 1977 in Sachen Strom unterwegs.

Anfangs als Elektromonteur. Heute ist er

Meister der Betriebsstelle und ist für 16 Kollegen

verantwortlich.

2 Schutzrelais und alte Meldetafeln aus dem ehemaligen

Umspannwerk in der Iderhoffstraße.

3 Architektonisch wertvoll: das neue Umspannwerk

in Gispersleben aus dem Jahr 2003.

4 Die alte Olex-Tankstelle an der Arnstädter Straße

ist nicht nur die älteste Tankstelle Erfurts. Hier

befand sich viele Jahrzehnte ein wichtiger Knotenpunkt

der Energieversorgung für den Erfurter

Süden.

5 Thomas Schmidt ist seit 26 Jahren bei der SWE.

Sein Handwerk hat der Gruppenleiter Betriebsführung

von der Pike auf gelernt – erst Lehre als Elektriker

beim Energiekombinat, dann Studium der

Elektrotechnik an der TU Ilmenau.

6 Das alte Umspannwerk in Gispersleben wurde

Ende der Neunziger abgerissen.

betont Hanno Rupp. Die Welt wird ‚smart‘, angefangen vom

Zähler (Smart Meter) bis in den Heimbereich (Smart Home)

hinein. „Dafür aber braucht man smarte Energie- und Kommunikationsnetze.

Die Lastflüsse verändern sich, nicht nur

an den Einspeisestellen, sondern auch an den Verbrauchspunkten.

Um die Netze bei gleichbleibender Versorgungsqualität

nicht zu überlasten, sind moderne IT-Lösungen gefragt“,

gibt er einen Ausblick auf die Zukunft.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT

FOTOS: ARCHIV SWE NETZ GMBH,

STEVE BAUERSCHMIDT

23


Die KRAFT der KRÄUTER

Marlén Wiedenstritt ist nicht nur

historisch sehr beschlagen, sondern

auch so etwas wie die geheime Kräuterexpertin

unter den Stadtführerinnen. Ein Spaziergang

durch den Festungsgraben des Petersberges.

Ringelblumen und Kornblumen setzen nicht nur schöne

Akzente, sondern haben auch eine heilende Wirkung.

Ringelblumen helfen bei Geschwüren oder Sonnenbrand,

Kornblumen bei Verdauungsproblemen.

Wer Marlén kennt, weiß, diesen Ruf würde sie nie

für sich beanspruchen. Dafür ist die junge Frau

viel zu bescheiden. Und dennoch sprudelt das

Wissen nur so aus ihr heraus, als wir durch den

Festungsgraben am Petersberg wandern.

Hier stehen nicht nur alte Gemüsesorten, sondern auch Kräuter

aller Facetten dicht an dicht. Auf 3.400 Quadratmetern werden

die Pflanzen präsentiert. Da ist der Waid, der im Mittelalter

nicht nur das wichtigste Färbemittel war, sondern heute auch

als Holzschutzmittel verwendet wird. „Die Blüten helfen gegen

Neurodermitis und sind inzwischen aus der Kosmetik nicht

mehr wegzudenken“, berichtet sie. Aber auch Krapp und Färberwau

finden sich hier. Beides waren früher beliebte Färberpflanzen:

Krapp für Rot und Wau für Gelb in den verschiedensten

Schattierungen.

Es macht Spaß, ihr zuzuhören. Denn immer wieder verknüpft

sie das Fachwissen rund um Kräuter mit Anekdoten aus der Historie

des Petersberges, erzählt von den Benediktinern, die sich

hier im 11. Jahrhundert niederließen und hinter dem Kreuzgang

einen großen Kräutergarten auf dem Plateau anlegten.

Dort, wo heute die Defensionskaserne steht, erstreckten sich

Obstbäume. Hier wurde Hopfen angebaut, aber auch jede Men-

24


Wenn Marlén Wiedenstritt eine Pflanze mal

nicht zuordnen kann, ist das auch kein Problem.

Sie schwört auf die App „flora incognita“ der

TU Ilmenau, mit der Pflanzenbestimmung übers

Handy ganz leicht und kostenlos funktioniert.

ge Wein. Denn auch Erfurt war eine Weinbergstadt. Bis zum

Roten Berg reichten die Weinberge, auch am heutigen Hauptfriedhof

wuchsen die Reben. „Die Bedingungen waren perfekt,

das Klima mild und warm, sodass der Wein nicht nur für

den liturgischen Bedarf reichte, sondern für die Benediktiner

auch eine wichtige Einnahmequelle war“, erzählt Marlén Wiedenstritt.

Das Kloster galt als eines der wichtigsten in Erfurt. Im Laufe

der Zeit entwickelte es sich zu einem großen Wirtschaftsbetrieb.

Nicht nur die Gartenarbeit spielte bei den Benediktinern

eine wichtige Rolle, sondern auch die Wirkung von Heilkräutern.

„Die Mönche griffen das Wissen der Antike auf und entwickelten

die Lehre der Heilkräuter weiter. Davon profitieren

wir noch heute“, betont sie.

Die bekannteste Benediktinerin ist ohne Frage Hildegard

von Bingen, die im 12. Jahrhundert lebte und als erste Vertreterin

der deutschen Mystik des Mittelalters gilt. Auch der

Thüringer Theologe Meister Eckhart gehörte später zu ihnen.

Sie verfassten viele ihrer Texte in der Volkssprache und nicht

auf Latein, was der Entwicklung der deutschen Schriftsprache

enormen Auftrieb gab.

25



Heute ist Hildegard von Bingen vor allem für ihre natur- und heilkundlichen

Schriften bekannt. Sie beschrieb über 260 Heilkräuter und

ihre Anwendung, brachte das Wissen des Altertums in Einklang mit

der Volksmedizin, mit der Kräuterkunde, die auch heute wieder an Bedeutung

gewinnt. Etwas, das auch Marlén Wiedenstritt an sich selbst

beobachtet. „Je intensiver ich mich mit dem Thema beschäftige, umso

mehr werde ich an meine Kindheit im Erzgebirge erinnert. Die Wiesen

waren voll von Heilkräutern. Wir haben Huflattich gesammelt und daraus

Tee und Sirup hergestellt. Das hilft bei Husten. Ebenso wie Thymian.

Aufgrund seiner bakteriellen Wirkung eignet er sich ideal für Gurgelwasser“,

erzählt sie.

Einer ihrer Favoriten ist die Erfurter Puffbohne. „Ich hab sie selbst

im Garten, man kann sie roh essen, sie ist süßer als eine normale Bohne,

sehr eiweißhaltig und enthält ganz viel Vitamin B 12“, sagt sie und

bleibt bei der Brennnessel stehen. „Sie hätte im Heilkräuter-Ranking

einen der obersten Plätze verdient, obwohl sie im Garten nicht so gern

gesehen ist. Alle Pflanzenteile kann man verwenden. Ein Tee aus den

Blättern ist nicht nur blutreinigend, sondern auch entwässernd. Ein

Sud aus der Wurzel hilft gegen Haarausfall oder Schuppen, massiert

man die Kopfhaut damit. Mit 15 hab ich mir aus der Brennnesselwurzel

selbst Shampoo gemacht, mit Birkenblättern“, sagt sie und ist ihren

Eltern dankbar, die sie schon in jungen Jahren an die Naturheilkunde

herangeführt haben. „Löwenzahnsalat, Brennnesselsuppe oder Lindenblüten

gegen Fieber waren bei uns ganz normal“, erinnert sie sich und

freut sich über das Interesse der Besucher, wenn sie durch den Festungsgraben

führt: „Viele haben ihre ganz eigenen Erfahrungen gemacht,

es ist toll, sich darüber auszutauschen.“

Eibisch z. B. ist ein sehr altes Heilkraut, das auch den Weg in die

Kochtöpfe fand. Von der Blüte her ähnelt der Eibisch der Malve. Die

Wurzelknollen wurden zu Eintöpfen verarbeitet. Blätter und Blüten geben

Mischsalaten eine pikante Note, helfen aber auch bei Erkältungen.

Gleich nebenan steht der Salbei, der viel bekannter ist. Mancher

hat sicher unangenehme Erinnerungen an das Gewächs. Salbeitee eignet

sich perfekt als Gurgelwasser bei Halsentzündungen. In Pubertät

und Wechseljahren wirkt die Pflanze ausgleichend und normalisiert die

Schweißbildung. Nicht umsonst gilt Salbei als eines der ältesten Heilkräuter

überhaupt. Der Name leitet sich von salvare ab, das steht für

heilen, gesund sein. Mehr als 500 Salbeisorten gibt es. In jedem mittelalterlichen

Kräutergarten war die Pflanze, die sehr lange blüht, ein

Muss. Auch in der Küche ist Salbei beliebt, nicht nur für Fleischgerichte.

„Ich verarbeite ihn gern zu Salbeiöl. Zu Spaghetti ist es köstlich“, sagt

Marlén Wiedenstritt und hat noch einen besonderen Trink-Tipp für

heiße Tage: Agaven- oder Holundersirup, aufgefüllt mit Wasser, Minze

und ein Salbeiblatt dazu.

Zu ihren Lieblingen aber gehört der Rosmarin, der die Menschen

schon in der Antike begeisterte. Das Heilkraut steht für Unsterblichkeit.

Die Ägypter gaben einen Rosmarinzweig mit ins Grab, in Griechenland

war es der Göttin Aphrodite geweiht. In mittelalterlichen Krankenstuben

wurden Sträußchen aus Rosmarin und Salbei aufgehängt.

Auch heute ist Rosmarin für seine belebende Wirkung bekannt. „Sein

Duft macht munter, er regt zu geistiger Klarheit an, wirkt herzstärkend

und hat eine positive Wirkung aufs Nervensystem“, sagt Marlén Wiedenstritt,

die bei kalten Füßen auf Fußbäder mit Rosmarin schwört,

gleichzeitig aber auch eine Lanze für Wildkräuter bricht. „Sie werden

oft zertreten, dabei kann man so viel damit machen. Sie liefern viele

Nährstoffe und sind richtige Powerpflanzen, Brennnesseln z. B. enthalten

sechsmal so viel Kalzium wie Milch.“



Mehr zu Heilpflanzen und ihrer Wirkung lesen Sie in unserem

Blog www.swefuererfurt.de. Einfach den QR-Code scannen oder

unter www.stadtwerke-erfurt.de/swejournal schauen.

26



1 Spitzwegerich hat sich als Pflaster für unterwegs

bewährt. Man kaut ihn und legt ihn auf die Wunde. Das

wirkt entzündungshemmend.

2 Frauenmantel hat nicht nur eine tolle Blattstruktur, sondern

hilft auch nach Geburten oder bei Menstruationsbeschwerden.

3 Schwarzkümmel verleiht Gerichten nicht nur eine unvergleichliche

Note. Schwarzkümmelöl soll gegen Zecken

helfen. Die kleinen Körner wirken entzündungshemmend,

schmerzlindernd und gleichen den Blutdruck aus.


4 Die Blüten der Waidpflanze werden heute oft in

kosmetischen Produkten verwendet.

5 Die Weinraute war zu Zeiten Hildegard von Bingens ein

beliebtes Arzneimittel. Heute rät man lieber davon ab,

da sie in größeren Mengen schädlich ist.

6 Echter Salbei sieht nicht nur schön aus, Salbeitee hilft

auch bei Halsentzündungen.

7 Umschläge aus Beinwell helfen bei Arthritis. Die Pflanze

wirkt antirheumatisch, wundheilend und antiseptisch.

8 Thymian galt im Mittelalter wie Eisenkraut und Oregano

als Kraut der Liebe. Seine ätherischen Öle entfalten sich

am besten, wenn man ihn zur Mittagszeit erntet.




TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

27


Das Kreuz vom

Petersberg verzaubert

BUGA-Besucher

Sein Farbenspiel erfreut die Besucher – das gläserne Kreuz im

Kirchenpavillon auf dem Petersberg ist in der Schauwerkstatt

von Sandra Meinung im Hof der Handwerkskammer entstanden.

28


R

ote Flächen an den vier Enden weisen in alle Himmelsrichtungen,

schattierte und marmorierte blaue

Bänder symbolisieren den Himmel, gelbe Zungen lodern wie

Flammen – und das alles aus zerbrechlichem Glas. Das Kreuz

im Kirchenpavillon auf dem Petersberg bietet dem Auge ungezählte

Anregungen. Die Farb- und Formensprache der Erfurter

Glaskünstlerin Sandra Meinung hat dem Kreuz seine

symbolische Schwere genommen, die es in der christlichen

Geschichte verkörpert, und ihm Leichtigkeit verliehen.

Das gläserne Kreuz hat seinen Platz im modernen hölzernen

Kirchenpavillon auf dem Erfurter Petersberg, der eigens

für die Bundesgartenschau entworfen und errichtet wurde.

„Ins Herz gesät“ ist der ökumenische Beitrag betitelt und

genau das schafft das gläserne Kreuz bei dem, der sich Zeit

zum Verweilen nimmt, den unterschiedlichen Lichteinfall auf

sich wirken lässt.

Die Schöpferin des fragilen Kunstwerkes ist öfter auf dem

Petersberg anzutreffen, schon frühzeitig hat sie sich darum

bemüht, zu dieser Bundesgartenschau in ihrer Heimatstadt

Erfurt beizutragen. Ursprünglich war für den Kirchenpavillon

direkt neben dem historischen Gebäude der Klosterkirche

St. Peter und Paul nicht geplant, das ins Holz geschnittene

Kreuz zu schließen. Es sollte ursprünglich offen bleiben.

29



Als sich die Chance dazu ergab, packte Sandra Meinung sie

beim Schopfe und fertigte neun Entwürfe für das 1,20 x 2,00

m große christliche Symbol.

In der Glasmanufaktur Waldsassen bestellte die studierte

Glasrestauratorin die mundgeblasenen Echt-Antikgläser.

„Dafür wurde der flüssige Werkstoff mit einer Glasmacherpfeife

zu einer Kugel geformt, zu einem Zylinder geblasen,

aufgeschnitten und geglättet. Bereits im Mittelalter wurde

diese Technik verwendet, mehr als 5.000 Farbtöne können

so erzeugt werden“, sagt sie.

Ausbildung im Glaserhandwerk

Zu den traditionellen Gläsern in Gelb, Rot und Blau kombinierte

die Glashandwerkerin ein marmoriertes Glas, Bullseye

genannt. Für den ausgewählten Entwurf fertigte Sandra

Meinung zuerst Schablonen aus derbem Karton, für jedes

Teil des Kreuzes eine Vorlage. Mit der Hand schnitt sie dann

die Formstücke aus dem farbigen Glas. Das beherrscht sie

nahezu perfekt, vor ihrem Studium an der Fachhochschule

Erfurt erlernte sie das Glaserhandwerk: „Die Arbeit mit dem

zerbrechlichen Werkstoff erfordert handwerkliches Geschick

und Erfahrung, das hat mir meine Ausbildung gegeben.“

Nach dem Schneiden der Formstücke bemalte sie diese

in mehreren Schritten mit transparenten Farben, Schicht für

Schicht wurden sie im Ofen bei 600° Celsius gebrannt. Dann

setzte sie das Kreuz zusammen, fast wie ein Puzzle. Verbunden

sind die Teile mit Bleiprofilen, die Sandra Meinung mit

geschickten Händen um die Scherben gebogen hat. An den

Verbindungsstücken wurde mit Zinn verlötet. Nach 70 Stunden

war das Kreuz für den Kirchenpavillon vollendet.

„Diese Arbeitstechnik wurde bereits im Mittelalter verwendet,

so sind viele Kirchenfenster entstanden“, erzählt Sandra

Meinung, die in ihrer Werkstatt auch solche wertvollen Stücke

restauriert. Dabei lässt sie sich gern über die Schulter

schauen, seit zehn Jahren hat sie ihr Domizil in der Schauwerkstatt

im Innenhof der Handwerkskammer. Kirchenfenster

finden sich viele in ihrer Werkstatt. „Eine Zeit lang wurden

viele Fenster entfernt, weil sie nicht aus dem Mittelalter

stammten, sondern im 19. Jahrhundert getauscht wurden.

Als Glasrestauratorin möchte ich diese Arbeiten bewahren,

sie haben ihren eigenen Charakter, gehören zur Geschichte

der jeweiligen Kirche und sind Teil unserer Historie.“

Wer den Weg zur versteckten gläsernen Werkstatt gefunden

hat, wird vom gemütlichen Ambiente rund um Sandra

Meinungs Domizil begrüßt. Sitzmöglichkeiten, viel Grün

und sogar ein Männerwartesessel. Geduld ist schon gefragt,

wenn man die vielen Ausstellungsstücke ihrer Schauwerkstatt

in Ruhe betrachten möchte und vielleicht die eine oder

andere Frage an die Kunsthandwerkerin hat. Glasschmuck,

gepresste Flaschen – ein echter Verkaufsrenner, wie die

freundliche und fröhliche Werkstattbetreiberin erzählt –

Schlüsselanhänger und viele Kirchenfenster.

Wenn die BUGA zu Ende ist, dann wird auch das gläserne

Kreuz auf dem Petersberg mit dem Kirchenpavillon abgebaut.

Sandra Meinungs größter Wunsch wäre, dass es einen

neuen Platz bei einer Kirchengemeinde findet, welche die

wunderbaren BUGA-Erinnerungen bewahren will. Sie freut

sich über Anfragen unter glaeserne-werkstatt@gmx.de.

TEXT: CHRISTINE KARPE FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

30


Diese Arbeitstechnik

wurde bereits im

Mittelalter verwendet.

Glaskünstlerin Sandra Meinung



1 Im Innenhof der Handwerkskammer lädt

Sandra Meinung in ihre gläserne Werkstatt

und auch davor kann man gemütlich sitzen.

2 Bleiprofile werden um die Glasstücke gebogen

und verlötet.

3 Unter dem Motto „Ins Herz gesät“ lädt der

ökumenische Beitrag direkt an der Peterskirche

zum Verweilen, zum Gespräch und zum

Treffen.


4 Kirchenfenster erzählen Geschichten. Sandra

Meinung rettet viele und restauriert sie fachgerecht.

31


Diese Blumen

kann man essen


Gänseblümchen, Ringelblumen,

Dahlien

oder Löwenmäulchen – allen ist eins gemeinsam: Man kann

sie essen. Melanie Trinks, Gärtnerin im egapark, hat sich intensiv

mit dem Thema befasst. „Mir schmeckt die Kapuzinerkresse

am besten, sie diente lange Zeit als Kapernersatz und besticht

durch ihren kräftigen Geschmack“, sagt sie und erklärt:

„Die Öle der Kapuzinerkresse haben auch antibakterielle Wirkung,

sodass die Pflanze zur Wundheilung eingesetzt wird.“

Zu den essbaren Blüten gehören auch die Dahlien, die es

im egapark in unendlicher Farb- und Formenvielfalt gibt.

Auch der Geschmack der Blüten variiert, sodass die Pflanze

immer wieder für Abwechslung sorgt, als farbenfrohe Beigabe

zu grünen Salatblättern, Farbtupfer im Obstsalat und oder

leicht säuerlicher Akzent zu süßen Früchtchen. „Wichtig ist,

nur ungespritzte Blüten zu verwenden. Am besten zieht man

sie selbst“, betont Melanie.

Essbar sind auch die Blüten der Ringelblume. Sie verfeinern

Gemüse, Salate oder Süßspeisen. Die farbenprächtige

Cosmea, auch Schmuckkörbchen genannt, sorgt in einer Blütenbowle

für den richtigen Hingucker. Kandiert wird sie – wie

auch die Ringelblume – zur perfekten Leckerei.

Löwenmäulchen schmecken leicht süßlich und eignen sich

aufgrund ihrer Farbenpracht sehr gut als Deko für Desserts.

Leckere Salate kann man im Sommer mit Taglilien anrichten,

sie enthalten viel Vitamin A und C. Im Juli blühen sie am

schönsten.

Lavendel eignet sich gut, um Trinkwasser in ein aromatisches

Getränk zu verwandeln. Zusammen mit Blaubeeren besticht

er in der Karaffe nicht nur durch sein sattes Lila. Auch

eine entspannende Wirkung wird dem Aromawasser nachgesagt.

Wer es etwas süßer mag: Lavendelsirup ist ganz schnell

hergestellt – mit einer Handvoll Lavendelblüten, 1 Kilo Zucker

und 1 Liter Wasser. Aufkochen, fertig!

Kandierte Lavendelspitzen verschönern Kuchen und Desserts.

Gänseblümchen sorgen auf dem klassischen Butterbrot

nicht nur für eine bessere Optik, sie haben auch einen ganz eigenen

Geschmack und schmecken sogar als Suppe. Rosenblütenwasser

wird in der orientalischen Küche gern verwendet,

um Süßspeisen zu veredeln. Aber auch als Hingucker im Salat,

in der Himbeermarmelade oder in Kombination mit Panna

Cotta weiß die Königin der Blumen zu überzeugen.

Neu ist die Blütenküche jedoch nicht. Schon im 16. Jahrhundert

schwor man auf eingelegte oder kandierte Blüten, erzählt

32


Melanie Trinks in einem

Meer aus Ringelblumen

im egapark. Die Gärtnerin

kennt sich mit essbaren

Blüten bestens aus.



1 Aromatisch-erfrischend: Blütenbutter.

2 Löwenmäulchen gibt es in vielen

Farben.

3 Farbenprächtige Cosmea.

4 Das Gänseblümchen.


5 Fortuna – die

Floribunda-Rose.

6 Schön und

aromatisch:

Lavendel.

Melanie und zaubert fix


ein paar Rezeptideen aus

dem Ärmel. Wer möchte,

kann seine Gäste z. B. mit einer

raffinierten roten Blütenbutter

verblüffen. Sie erfreut nicht nur

das Auge, sondern auch den Geschmackssinn.

„Ganz wichtig, bevor es losgeht: Für die Blütenküche

bitte nur Blumen verwenden, die man

selbst angezogen hat“, betont Melanie.


Farbenfrohe Blütenbutter

Zutaten: 250 Gramm weiche Butter, die Blütenblätter von

zwei Dahlien und Ringelblumen, etwas Honigsenf, die

Schale einer halben geraspelten Zitrone und eine Messerspitze

Salz. Alles vermengen, vor dem Servieren kühlen.

Weitere Rezepte gibt es in unserem Blog:

www.swefuererfurt.de/unsere-blumen-kann-man-essen.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

33


34

Impressionen eines

Sommermärchens


Wenn Sie sich die nächsten acht Seiten etwas Zeit

nehmen und entspannt die Bilder von BUGA-Fotograf

Steve Bauerschmidt betrachten, so kann schon ein

wenig Melancholie aufkommen. So heiter und gelassen

waren die Augenblicke auf dem Petersberg und

im egapark, so blühendbunt und sattgrün die Farben,

so verträumt mancher Morgen und mancher Abend.

Doch es gibt sie noch die BUGA, bis zum 10. Oktober

haben Sie Gelegenheit, sie zu besuchen. Und auch

danach wird sie in Erfurt weiterleben, versprochen!

35




36


1 Mehr als 2.200 Veranstaltungen

begleiten die BUGA, vom Klassenzimmer

über Lesungen, Sport, Pop

und Klassik ist alles dabei gewesen.

Und die BUGA ist ja noch nicht

vorbei…

2 Frühmorgens auf dem Petersberg

– ein Gärtner gießt die Pflanzen im

Rosenbeitrag Heilige Elisabeth.

Einer der wohl schönsten Arbeitsplätze

zurzeit.

3 Von Juni bis in den August hinein

verzaubert der Steppensalbei mit

seinen violetten Blüten die

Besucher, hier blüht er im egapark.


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Die Stelzenläufer vom Ensemble Skaramouche sorgen auf dem

Petersberg immer wieder für Aufsehen bei den Besuchern.

Sieht schon ein wenig

gespenstisch aus, wie das

erste Tageslicht die gelb

blühende Wolfsmilch unterhalb

der alten Sternwarte

im egapark erreicht.

Frühmorgendlicher Blick auf das Danakil – doch die Stille hält nur so lange,

bis die Fontänen angehen.

38


Das blaue Band auf

dem Petersberg besteht

aus 50 leuchtend blauen

Seilen, die Skulptur zieht

sich über eine Länge von

120 Metern durch die

Gartenlandschaft.

Dahlien auf dem Petersberg – auf der BUGA werden 290 Sorten aller

15 Klassen präsentiert.

39


Sonnenstrahlen brechen sich den Weg durch die Bäume im egapark, treffen auf Kugeldisteln. Ihr Name

„Echinops“ leitet sich aus den lateinischen Worten „echinus“ (Igel) und „opsis“ (Aussehen) ab.

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In der Poterne der

Zitadelle Petersberg

(Verbindung vom oberen

Plateau zur Festwiese)

findet sich, genau das

richtige Maß von Feuchtigkeit

und Dunkelheit

nutzend, die Pilzpräsentation

vom Bund Deutscher

Champignon- und

Kulturpilzanbauer.

Blick auf den egapark,

aufgenommen an einem

frühen Morgen. Oben

der Haupteingang, unten

beginnt das Große Blumenbeet

mit seiner Blütenpracht

und überall

säumt uralter Baumbestand

Wege und Beete.

Nahaufnahme

einer Fleißarbeit:

Königskerzen

ziehen mit ihren auffälligen

Blütenständen

im Beet alle Blicke

auf sich – auch die der

fleißigen Bienen.

41


Mit viel Liebe kümmert sich das Garten- und

Friedhofsamt um die Anlage. Doch eine

grundlegende Sanierung ist längst überfällig.

Sorgebrunnen 2.0

Verein will das einstige Juwel im Stadtpark runderneuern

Vereinschef Winfried Wehrstedt (r.) erläutert

Journal-Reporter Henry Köhlert die Pläne. Beide

sind sich sicher: Das ist ein tolles Projekt!

Manchmal ist ein Name Programm. Nicht nur für Menschen

und Tiere, auch für Dinge. So wie beim Sorgebrunnen im

Erfurter Stadtpark, dessen Wasser seit Jahren eher kränklich

vor sich hinplätschert – wenn es nicht gerade durch eine der

vielen Ritzen im Becken versickert.

Der Stadtpark südlich des Hauptbahnhofes ist, im Gegensatz

zum Luisenpark und der Geraaue, ein Geheimtipp für

Entspannungsfreunde und Grünliebhaber. Obwohl nur wenige

hundert Meter vom Hauptbahnhof und der quirligen

Innenstadt entfernt, strahlt der Park eine wohltuende Ruhe

aus. Er ist stattliche 6,5 Hektar groß (in etwa so viel Fläche

wie der Petersberg).

Ursprünglich befand sich hier die Daberstedter Schanze

als Teil der Stadtbefestigung. Im Zuge der Stadterweiterung

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden

die Anlagen abgebrochen, das Gelände wurde umgestaltet.

Im Stadtpark gibt es u. a. einen Spielplatz, einen Pavillon

42


TEXT: HENRY KÖHLERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

und zwei Brunnenanlagen, im Baumbestand finden sich u. a.

Amur-Korkbäume und ein beeindruckender Maulbeerbaum

(2 Meter Stammdurchmesser). Was kaum jemand weiß: Unter

dem Stadtpark befand sich während des Zweiten Weltkriegs

ein Luftschutzbunker für Bahnreisende und Anwohner.

„Der Stadtpark ist nie überlaufen, er hat einen wundervollen

alten Baumbestand und wird vom Garten- und Friedhofsamt

liebevoll gepflegt“, sagt Winfried Wehrstedt vom

Verein Spiel- und Freizeitplätze der Generationen e. V.

Wehrstedt ist in Erfurt aufgewachsen, wohnt quasi um die

Ecke, und hat sich mit seinem Verein die Sanierung des Sorgebrunnens

auf die Fahnen geschrieben. Im Juni ging’s in die

konkreten Planungen.

„Wir wollen die technischen Anlagen des Brunnens ertüchtigen,

sie auf den Stand bringen, wie sie ursprünglich

einmal waren“, sagt Wehrstedt. „Die Anlage sah bis in die

1960er-Jahre ganz anders aus. Was wir jetzt hier sehen, ist

eine Notlösung. Es gab zwei große Springbrunnen, das Wasser

schoss 5 Meter hoch.“ Zwei Figuren sorgten für die Fontänen:

Zum einen ein Pelikan, aus dessen Maul das Wasser kam,

und zum anderen ein Delfin – auf den Figuren aus Sandstein

saß jeweils eine Putte (ein Knäblein, mal mit und mal

ohne Flügel).

Wehrstedt: „Die jetzigen ganz schön verwitterten Figuren,

die zwei korpulente Damen zeigen, sind nicht die Originale.

Die damaligen Figuren kann man aber problemlos nachbauen.“

Die Kosten für die Sanierung der technischen Anlage

beziffert Wehrstedt auf 80.000 Euro: „Für die Aufnahme des

undichten Brunnenbeckens und die Neuerrichtung, für die

beiden Figuren, für die Sanierung der Treppen und Umrandungen

liegen die Kosten bei bis zu 400.000 Euro.“

Und wer zahlt? „Wir werden bis Ende 2022 Sponsoren für

unser Projekt werben, aber auch Privatleute ansprechen. Viele

Erfurter haben bereits Unterstützung signalisiert.“ 300.000

Euro will der Verein schaffen, für den Rest muss die Stadt

aufkommen. „Eine Idee ist, die 43 Stufen der aufwendig sanierten

Stadtparktreppe zu vermarkten. Jeder, der 1.908

Euro (Anm. d. Red.: Gründungsjahr Stadtparktreppe) zahlt,

bekommt quasi eine Stufe gewidmet und sein Name wird

mit einer Plakette verewigt.“

Dass der Verein sein Vorhaben durchbringt, daran lässt

Wehrstedt keinen Zweifel: „Gemeinsam mit der Stadt haben

wir 2014 für 1,27 Mio. Euro die Treppe saniert, wir haben

für 120.000 Euro aus Eigenmitteln die wunderschöne Pergola

mitten im Park hergerichtet. Wenn der Sorgebrunnen,

der übrigens nach einem Erfurter Bürger benannt wurde, der

1897 der Stadt 20.000 Goldmark für den Bau spendete, fertig

ist, wird er sich perfekt in die wunderschöne Anlage einfügen.

Die Erfurter werden es lieben!“

43


Fast 1.800 dezentrale Einspeiser, klein

und groß, vornehmlich aus regenerativen

Quellen wie Fotovoltaikanlagen,

speisen mittlerweile in das Erfurter

Stromnetz ein.

Erfurts älteste Tankstelle in der Viktor-Scheffel-Straße

war u. a. viele

Jahrzehnte ein wichtiges Umspannwerk/Schalthaus

für die Stromversorgung

des Erfurter Südens.

Gebaut wurde sie 1930. Der Entwurf

stammt vom Architekten Johannes

Klass. Heute befindet sich dort nur

noch ein kleines Schalthaus.

17 Ladestationen für Elektrofahrräder betreibt die

SWE Energie GmbH. Die Ladepunkte befinden sich nicht

nur an zentralen Orten in der Stadt, z. B. am egapark, am

Thüringenpark oder an den Schwimmhallen der SWE

Bäder GmbH, sondern auch an Ausflugszielen der Umgebung.

So können Fahrradwanderer

problemlos Ausflüge ins schöne Ilmtal

machen, ohne Angst um ihren Akku

haben zu müssen. Weitere Stationen

gibt es z. B. an der Stiefelburg

in Nauendorf oder bei

„Hans am See“ in

Hohenfelden.

Das Attraktionsbecken im Nordbad

ist bis zu 1,35 Meter tief.

Die wärmste Wassertemperatur einer Saison

lag bei 45° C – unter den Duschen.

Für Urlaubsfeeling sorgt der Sandstrand

in Stotternheim. Er ist ca.

250 Meter lang und ca. 10 Meter breit.

Das Kinderbecken im Strandbad Stotternheim

fasst ca. 50.000 Liter.

Das Dreienbrunnenbad ist 118 Jahre

alt. 1903 wurde es als Frauenbad

errichtet.

Seit 2019

unterstützen wir

die Gärtner von

morgen. Im Projekt

„Junges Gemüse“,

das sich an Grundschulen

und Kindergärten

richtet,

haben wir seitdem

30 Vorhaben

gefördert.

Ca. 55.000

Telefonanrufe,

30.000

Besuche im Kundenzentrum,

20.000 E-Mails

und 15.000

Briefe erhält die

SWE Energie

GmbH im Jahr von

ihren Privat- und

Geschäftskunden.

30

Fakten

aus

30

Jahren

SWE

Am 16. April 1991 wurden die

Stadtwerke Erfurt gegründet.

Seit 30 Jahren sind wir

für Erfurt und die Erfurter

im Einsatz. Anlässlich unseres

30. Bestehens haben wir

für Sie 30 Fakten gesammelt.

Hätten Sie es gewusst?

44

GRAFIKEN: ADOBESTOCK.COM


Die SWE betreibt das Tierheim an zwei Standorten: Hunde und Schafe

sowie der Tierfriedhof befinden sich am Lutherstein. An der Rennbahn

finden Katzen, Kaninchen und andere Kleintiere ein Zuhause auf Zeit.

In den letzten 30 Jahren sind ca. 50.000 Tiere im Tierheim betreut worden,

darunter Fund-, Abgabe- oder Pensionstiere.

Seit Gründung der Stadtwerke

haben 1.000 junge Menschen

ihre Ausbildung bei den Stadtwerken

Erfurt abgeschlossen.

13 Ausbildungsmöglichkeiten

bietet die Stadtwerke

Erfurt Gruppe im technischen,

gewerblichen und kaufmännischen

Bereich. Aktuell werden

zwei duale Studiengänge angeboten:

Bachelor of Engineering

Praktische Informatik und

Bachelor of Science

Wirtschaftsinformatik.

25.000 Schüler haben die SWE

Ausbildungsmesse seit ihrer

Gründung im Jahr 1999

besucht. Jährlich präsentieren

sich rund 30 Aussteller,

darunter Firmen, Hoch- und

Fachschulen.

Seit 2016 haben

39 junge

Leute bei der

EVAG ihre Ausbildung

zur

Fachkraft im

Fahrbetrieb

begonnen.

70 Busse sind für die EVAG im Einsatz,

40 davon sind Standardlinienbusse,

30 Gelenkbusse.

55 Fahrkartenautomaten stehen an

den Straßenbahnhaltestellen der

EVAG in Erfurt zur Verfügung.

Die längste Bus-Linie der EVAG ist

die Linie 51. Eine Strecke vom

Urbicher Kreuz bis zum Schloss

Molsdorf umfasst 29 Kilometer.

Der Cabrio-Bus der EVAG ist ein

besonderes Schätzchen. Der

MAN SL 200 wurde 1980 gebaut, verfügt

über 45 Sitzplätze und Toilette.

Der neue Tramlink ist 42 Meter lang,

3,61 Meter hoch und 2,30 Meter breit.

Er hat 7 Fahrgasttüren.

313 Erfurter Projekte in den Bereichen

Sport, Bildung, Kultur und

Soziales haben wir seit 2006 mit

jeweils 1.000 Euro unterstützt, das

sind in Summe 313.000 Euro.

Die Förderung des Nachwuchssports

ist uns ein wichtiges Anliegen: Seit

24 Jahren unterstützen wir den

FC Rot-Weiß Erfurt e. V., seit 20

Jahren die Radsportler vom RSC

Turbine Erfurt e. V., seit 18 Jahren

das SWE Volley-Team e. V., die

Basketball Löwen seit 2018.

7 Parkhäuser werden von uns bewirtschaftet: Domplatz, Hauptbahnhof,

Forum 1, Forum 2/3, Thomaseck, Stadtwerke, Am Stadion.

2 Parkplätze betreibt die SWE Parken GmbH: Forum 2 und Forum 4.

Seit 24 Jahren sind wir Sponsor der Erfurter

Kinderbuchtage, die immer wieder mit viel Engagement

und Liebe zum Detail von der Buchhandlung

Peterknecht ausgerichtet werden.

Insgesamt stehen 3.424 Stellplätze zur Verfügung,

2.970 davon in Parkhäusern. In Anwohnerparkhäusern

sind es 243, auf Parkplätzen 211.

Bereits zum 22. Mal sind wir Hauptsponsor

der Erfurter Herbstlese, die seit 25 Jahren

jährlich bis zu 15.000 Besucher lockt. Im

Schnitt finden pro Saison 60 bis 70 Lesungen

in großen und kleinen Veranstaltungssälen

statt. 132 Autoren waren im Laufe der Jahre

allein im Atrium der Stadtwerke Erfurt zu

Gast. Insgesamt fanden seit Beginn der

Erfurter Herbstlese 1.179 Lesungen statt

(Stand 2020).

Ca. 6 Tonnen Abfall stemmt

ein „Müllmann“ pro Tag.

Über 30.000 Kilometer Straßen

und 6.000 Kilometer Fußwege

reinigen wir jährlich.

Über 130.000 Papierkörbe leeren wir

jährlich für Thüringens Landeshauptstadt.

45


Thüringen hat mehr

zu bieten als den

Rennsteig – unzählige

Wanderrouten führen

durch die

malerischen

Gegenden des

Freistaates. Das

Journal ist für

Sie unterwegs

gewesen und

entführt Sie auf

den traumhaften

Drei-Türme-Weg

südlich von

Weimar…

Hoch auf dem Kötsch

(497 Meter ü. NN) lockt

der Carolinenturm Wanderer

und Fahrradfahrer.

TEXT: HENRY KÖHLERT

FOTOS: JACOB SCHRÖTER

46


Beste Aussicht auf

Wiesen und Wälder

Zeile Zeile Zeile Zeile

47



G

oethe, seines Zeichens Universalgenie, hat es in einem

kleinen Gedicht treffend formuliert: „Willst du immer

weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“

Ob er dabei an das großherzogliche Weimar gedacht hat, an

das malerische Bad Berka, den zauberhaften Ort Buchfart oder

die malerische Ilm ist nicht überliefert. Eines allerdings ist sicher:

Kaum eine Gegend in Thüringen ist so idyllisch, so lieblich und

so abwechslungsreich. Wie gut, dass ein Wanderweg rund durch

diese hügelige Landschaft führt, die einen hie und da an die Heimat

der Hobbits aus dem „Herrn der Ringe“ erinnert. „Thüringer

Drei-Türme-Weg“ heißt diese vom Deutschen Wanderverband

mehrfach ausgezeichnete Wanderung, die so ziemlich alles zu

bieten hat. Vor allem Schönheit der Natur. Mehr als die Hälfte

der Strecke führt durch Buchen- und Mischwälder, ein wunderschönes

Farbenspiel in den verschiedensten Grüntönen, unterlegt

mit den unterschiedlichsten Gerüchen des Waldes. Wer

sich Zeit lässt, kann am Wegesrand oder über seinem Kopf immer

wieder Dinge entdecken, die die Seele entschleunigen: von

feuchtem Moos überwachsene Baumstämme, verschiedenste

Pilze, das Singen der Vögel, das Plätschern kleiner Bäche, ein

sich ständig änderndes Wechselspiel der Sonnenstrahlen durch

das dichte Dach des Waldes.

Und Zeit nehmen ist wichtig. Denn die Strecke misst (mindestens)

26 Kilometer. Das ist ganz schön viel und da auch 500 Höhenmeter

zu überwinden sind, ist sich Zeit lassen ein Muss. Der

Rundwanderweg verbindet den Bad Berkaer Paulinenturm mit

dem Hainturm bei Weimar und dem Carolinenturm bei Blankenhain.

Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf die Landschaft.

Und dabei ist es völlig egal, ob man im Uhrzeigersinn

wandert (und anfangs nicht ganz so lange im Wald unterwegs

ist) oder andersherum (ca. 10 Kilometer durch dichtes Grün).

Der Blick aus dem Wald kommend auf das romantische Ilmtal,

der Blick von der auf einem Bergrücken gelegenen Gaststätte

„Balsamine“ runter auf Buchfart oder vom Carolinenturm auf

die friedliche Landschaft bei Mechelroda – alles Augenblicke,

die man nicht vergisst. Dazu drei Wallanlagen inklusive einzigartiger

Felsenburg an der Ilm, Dörfer wie Oettern, Vollersroda

(dessen Kirche der Maler Lyonel Feininger mehrfach verewigte)

und Buchfart mit seiner einzigartigen vollüberdachten Holzbrücke.

Dazu immer wieder weite Felder. Der Horizont liegt in weiter

Ferne, die Freiheit scheint grenzenlos zu sein.

Es gibt allerdings Voraussetzungen, an die sich jeder halten

sollte: festes Schuhwerk, ein Hut und Sonnencreme (vor allem

im Sommer auf den freien Wegen empfehlenswert), und jede

Menge (alkoholfreie) Flüssigkeit im Rucksack. Wer auf ein Picknick

im Grünen verzichten möchte (was schade wäre), den erwarten

leckere Gerichte in verschiedensten Biergärten, Restaurants

und Cafés. Einfach mal die Internetseite des Wanderweges

(www.drei-tuerme-weg.de) anklicken und nicht nur die Route

ausdrucken, sondern auch die vielfältigen Gastronomieangebote

studieren.



Und noch etwas: Wer ganz entspannt unterwegs sein will,

lässt sein Auto stehen und macht sich mit dem Verkehrsverbund

Mittelthüringen auf den Weg. Die passende Internetadresse:

https://routenplaner.evag-erfurt.de. Mögliche Ziele für den

Start der Wanderung: Weimar (Schlosspark Belvedere), Hetschburg

oder Bad Berka (Coudray-Haus).

48




1 Klein, aber fein – der Hainturm im

Belvederer Forst, am Rande des rund

43 Hektar großen Schlossparks im

Süden von Weimar (einer von

25 BUGA-Außenstandorten).

2 Hund (George) und Herrchen (Henry)

durchwanderten Wälder, Wiesen (wie

hier bei Blankenhain) und malerische

Orte mit ganz viel Geschichte.

3 Die Gaststätte „Balsamine“ lockt nicht

nur mit leckerem (thüringischen)

Essen, auch der Blick auf das Ilmtal

ist einzigartig.

4 Das Schloss Belvedere ist Teil einer

üppig gestalteten Lustschlossanlage,

1724 bis 1744 als Residenz

für Herzog Ernst August I. von

Sachsen-Weimar erbaut.

5 Die überdachte Holzbrücke (erbaut

1816-1818) in Buchfart ist eines der

Wahrzeichen des Ortes. Und natürlich

führt die Wanderung über das 43 Meter

lange Konstrukt.

6 Thüringen, soweit das Auge reicht!

Hier ist es der Ausblick vom Carolinenturm

auf die Landschaft bei Mechelroda.


49


50

Endlich geht’s wieder los!

Sabine Bock, Teamleitung Events,

und Geschäftsführer Thomas

Günther schieben symbolisch

den roten Vorhang beiseite.


Vorhang auf für

den Kaisersaal

Vorsichtig erwacht die Stadt wie aus einem

Albtraum, abwartend. Aber auch neugierig

und ein klein wenig aufgeregt. So, als

ob viele Menschen noch gar nicht glauben

können, dass es auch ein Leben nach Corona gibt.

Doch wie sieht es aus? So wie das Leben vor Corona?

Mitten im historischen Erfurt, an der Futterstraße,

liegt der Kaisersaal – eines der angesagtesten Kulturund

Kongresszentren der Stadt. Bis Corona kam und

auch hier alles lahmlegte: „Ich weiß es genau, es war

der 13. März 2020. Nach der Whiskymesse ging gar

nichts mehr“, sagt Thomas Günther, Geschäftsführer.

Dort, wo 1808 der Erfurter Fürstenkongress von Kaiser

Napoleon und Zar Alexander stattfand, wo einst

Goethe und Schiller ein und aus gingen, Paganini und

Franz Liszt – blieben die Säle verwaist, die dichten

Bühnenvorhänge geschlossen.

„Überlebt haben wir dank der Hilfen des Staates.

Man muss schon dankbar sein, dass man als Unternehmer

in Deutschland wirken darf“, sagt Günther.

„Doch es waren auch die Mitarbeiter, die das Unternehmen

mit ihrem Einfallsreichtum und Engagement

gerettet haben.“

Jetzt langsam öffnen sich wieder die Türen des

altehrwürdigen Hauses. „Die Message ist: Wir sind

vorbereitet auf Alpha, Beta, Omega – oder was da

sonst so an Viren möglicherweise ranschwappt. Wir

werden endlich wieder Veranstaltungen durchführen,

so, wie es die Verordnungslage zulässt und versuchen,

kreativ damit umzugehen. Wir haben geprüfte Konzepte,

mit grünem Licht durch das Gesundheitsamt.“

Tagungen und Kongresse, sie gehören zu den wirtschaftlichen

Standbeinen des Kaisersaals, starten

langsam: „Die Unternehmen sind noch vorsichtig.

Aber wir bieten in diesem Jahr zum ersten Mal, quasi

als Premiere, eine digitale Alternative: hybride Tagungen

und Kongresse. Das heißt, der Hauptteil der

Veranstaltung findet hier statt und wir sorgen dafür,

dass andere Teilnehmer, egal wo sie gerade sind, dank

unseres Streamingdienstes mit ihrem PC dabei sein

können.“

Auch für Veranstaltungen wie Konzerte oder Feiern

haben die Kaisersäler Lösungen gefunden: „Früher

hieß es: schneller, höher, weiter. Das ist vorbei: Wir haben

eine Verantwortung gegenüber den Gästen und

unseren Mitarbeitern. Also reduzieren wir die Teilnehmerzahl

erheblich, sorgen für genügend Platz und

Abstand. Bei den Sitzplätzen gilt ja noch der 1,5-Meter-Abstand.

Wir haben Familien- und Pärchenplätze

geschaffen, wo die, die den ganzen Tag zusammenleben,

auch während einer Feier nicht plötzlich auf Abstand

gehen müssen. Das versteht ja keiner mehr…“,

sagt Günther.

Auch die beliebten Ü30-Partys kommen wieder:

„Manche, die diese Partys kennen, sagen: Zu voll, zu

viel Gedränge – da gehe ich lieber nicht hin. Wir sagen:

Partys sollen sein, wir müssen zum normalen Leben

zurück. Also haben wir das Ganze neu entwickelt,

nennen es jetzt „Ja, Nein, Vielleicht – die Flirtparty“.

Wo früher 1.000 dicht gedrängt standen, sind es jetzt

400, 500. Alle haben ausreichend Platz, es gibt viele

Sitzbereiche, verschiedene Ebenen zum Tanzen. Rein

kommen nur die, die geimpft, genesen, registriert und

getestet sind. Unsere Botschaft ist: Wir tun alles, damit

es für dich safe ist.“

Auch die beliebten Reiseberichte aus aller Welt gehen

wieder los, natürlich mit Abstand. „Wir holen viele

Künstler ins Haus, die alles das, was lange nicht möglich

war, abarbeiten wollen“, sagt Günther. Das Programm:

kunterbunt. Weltstar Ute Lemper, Die große

Johann Strauß Revue, Prinzenkrönung, Bibi Blocksberg

(das Musical), Christoph Maria Herbst, „La Montanara“

oder die European Outdoor Film Tour…

Auch der Garten des Kaisersaals wird genutzt: „Wir

schaffen hier unseren eigenen kleinen Weihnachtsmarkt.

Für Unternehmen oder auch für Privatleute,

die in dem einzigartigen Ambiente einfach nur ihren

Glühwein trinken wollen.“

TEXT: HENRY KÖHLERT FOTO: STEVE BAUERSCHMIDT

51


EVAG

Service

von A bis Z

Victoria und Kerstin List (v. l.) in der Rezeption

ihres Campingparks Erfurt.

16 Agenturen haben die

Erfurter Verkehrsbetriebe

im ganzen Stadtgebiet. Bis

2023 sollen zehn weitere

dazukommen. Der Clou:

Die Agenturen haben das

gesamte EVAG-Sortiment

im Angebot – von A wie

Abo über B wie Beratung

bis Z wie Zusatztickets

für Hunde oder Fahrräder.

Natürlich gibt es in den

Agenturen auch die Papierfahrkarte

zu kaufen. Wir

waren auf Stippvisite

und stellen Ihnen drei

EVAG-Agenturen vor:

Gerd und Marion Reichardt

in ihrem Geschäft.

Diana Six im

SWE Kundenzentrum

in der

Magdeburger

Allee.

52


Campingpark Erfurt in der Rudolstädter Straße

In der Rudolstädter Straße 83c in Erfurt wächst zusammen,

was zusammen gehört: Camping und

Nahverkehr. Seit Mai 2020 betreibt dort Familie

List/Egle ihren Campingpark. Rund 100 Wohnmobile

oder Wohnwagen können sie auf dem großen

Gelände beherbergen. Dazu gibt es sieben Campinghütten,

eine Zeltwiese, einen kleinen Shop mit

Lebensmitteln und einen modernen Sanitärtrakt inklusive

Duschen – alles, was das Camperherz begehrt.

„Wir leben hier unseren Traum, haben das

Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Kerstin List und

lacht. Sie ist die Inhaberin des Campingparks, kümmert

sich zusammen mit ihrem Mann, den zwei Kindern

und fünf Mitarbeitern um das Wohl der Gäste.

Dazu zählt auch das Verkaufen von Fahrscheinen

für den ÖPNV. Das Tolle: Quasi vor der Tür hält die

Bus-Linie 60, die die Gäste in nur 3 Minuten zum

Hauptbahnhof bringt. Kerstin List: „Zu uns können

packsend.de am Südparkkarré

aber auch die Anwohner kommen. Wir beraten gerne

zu den EVAG-Angeboten und verkaufen zum Beispiel

auch Abos.“ Der Campingpark Erfurt ist jeden

Tag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (Camper dürfen

auch mal später anreisen).

Marion und Gerd Reichardt sind für die Bewohner

rund um den Südpark nicht mehr wegzudenken.

Seit 2007 betreiben sie ihren kleinen Laden „packsend.de“

in der Häßlerstraße 6. Sie sind Anlaufstelle

für alle Dinge rund ums Büro oder die Schule.

Auch Pakete können hier aufgegeben bzw. abgeholt

werden. Viele Kunden kommen seit Jahren,

sind per du und kaufen in der EVAG-Agentur ihre

Einzel- oder 4-Fahrtenkarten, aber auch Monatstickets.

Gerd Reichardt: „Viele unserer Kunden setzen

noch auf den Papierschein.“ Das Ehepaar ist

stolz auf das Geschaffene. „Alle Sachen hier wählen

wir sorgfältig aus und kaufen sie selbst ein“, sagt

Marion Reichardt. Sie zeigt dabei auf die aktuellen

Verkaufsschlager: Stifteköcher, die zum Beispiel aussehen

wie eine alte Dampflok oder ein Feuerwehrauto.

Schätzungsweise 12.000 Artikel haben die

beiden im Angebot. „Was nicht da ist, wird bestellt.

Unsere Kunden erreichen uns sogar per WhatsApp“,

sagt Gerd Reichardt. Ihr Laden samt den sechs Mitarbeitern

und ihre Kunden bedeuten für Marion und

Gerd Reichardt alles. Montags bis freitags haben sie

von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Am Samstag kann

von 10:00 bis 16:00 Uhr gestöbert werden.

SWE Kundenzentrum in der Magdeburger Allee

Diana Six ist Teamleiterin im Kundenzentrum der

Stadtwerke Erfurt. Zusammen mit ihren 13 Kolleginnen

und Kollegen berät sie die Erfurter rund um Fragen

beim Strom, Gas und Wasser. „Uns ist der persönliche

Kontakt zu unseren Kunden sehr wichtig.

Wir kümmern uns direkt um ihre Belange und bieten

genau das, wonach sie suchen“, sagt Diana Six.

Im SWE Kundenzentrum in der Magdeburger Allee

34 können die Kunden nicht nur Stromverträge abschließen

oder Gasrechnungen bezahlen. Diana Six:

„Wir beraten auch zu allen Themen in Sachen EVAG

und Nahverkehr. Wer zum Beispiel mit den Öffentlichen

bis nach Weimar fahren möchte, kann sich

bei uns beraten lassen und den Fahrschein kaufen.“

Auch Tickets für die BUGA 2021 sowie Gutscheine

für den egapark oder die SWE Bäder gibt es hier. Das

SWE Kundenzentrum hat montags, mittwochs und

donnerstags von 8:30 bis 16:00 Uhr geöffnet. Dienstags

ist von 8:30 bis 18:00 Uhr auf, freitags sind die

Kollegen von 8:30 bis 13:00 Uhr vor Ort ansprechbar.

TEXT: HANNES SCHAUERHAMMER FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT 53


54

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT


Es werde

Licht!

Naturlampen von der

Erfurter Krämerbrücke

Dass Sylvia Döhler ein Atelier auf der Krämerbrücke hat, weiß fast keiner.

Ihre Naturlampen präsentiert sie in einem kleinen Schaufenster am

anderen Ende der Brücke, in der Nähe der Ägidienkirche. Viele bleiben

stehen und sind gebannt von der Schönheit der Leuchten, die in warmem

Licht strahlen. Wer sich am Ende aber entscheidet, bei ihr anzurufen,

hat schon länger darüber nachgedacht.

Viele besuchen Erfurt mehrfach und melden sich ganz gezielt. „Einfach

anrufen, einen Termin vereinbaren und im Atelier vorbeikommen.

Ein Besuch lohnt sich immer“, sagt sie. Nicht nur in Deutschland sind

ihre Lampen begehrt. Viele gingen auch schon nach Österreich, in die

Schweiz oder nach Frankreich. „Ich freu mich, dass sie so gut ankommen,

bei Jungen und Älteren, Männern und Frauen“, sagt sie.

Stehen die Besucher dann in ihrem kleinen Atelier, das sich im Haus

Nr. 2 verbirgt, direkt neben Martin Gobschs Werkstatt, sind sie erstmal

sprachlos. Unzählige Lampen, große und kleine, strahlen in warmem

Licht. Jede ist einmalig und hat ihren ganz besonderen Reiz. Da sind

große Stelen mit Lunaria oder Zaunwicke, kleine Lampen mit Ginkgo

oder Ahornnasen. Gemeinsam mit Rosanna Minelli, mit der sie sich den

kleinen Hinterhof teilt, hat sie Lampen mit Waid entwickelt – dem Blauen

Gold – das Erfurt reich gemacht hat.

Bis eine Lampe so schön erstrahlt, geht viel Zeit ins Land. Sylvia Döhler

ist oft in Gärten, auf Feldern oder in Wäldern unterwegs, um Naturmaterialien

zu sammeln. „Doch der Zeitpunkt muss stimmen. Ich muss

die Natur immer im Blick haben“, sagt sie. Die Wicken holt sie, bevor

die Mahd auf Feldern und Wiesen einsetzt. Und auch im Herbst sind

es gerade mal zwei Wochen, in denen die Blätter die schönste Färbung

haben. „Herbstblätter haben viele Pigmente, sie halten die Farbe sehr

schön“, sagt die Textilkünstlerin, die lieber abstrakt als dekorativ arbeitet.

So wird man bei ihr keine Lampen mit Blumen finden.

Drei bis vier Wochen trocknet sie die Pflanzen, schichtet sie immer

wieder um, damit sie nicht verderben. Erst dann arrangiert und drapiert

sie die Rankenblätter. In mehreren Schichten arbeitet sie die Pflanzen in

einen weißen, viskoseähnlichen Stoff ein, den sie im Anschluss mit Klarlack

versiegelt, damit die Lampen so schön bleiben wie am ersten Tag.

Entwickelt hat sie ihn selbst, noch im letzten Studienjahr an der Hochschule

für Textildesign in Münchberg, einem Außenstandort von Hof.

Lange hat sie experimentiert, bis der Stoff ihren Vorstellungen entsprach

und die Naturmaterialien ihre Wirkung entfalteten. Anfangs entwarf

sie vor allem dekorative Wandbehänge. Auch für Schiebevorhänge

eignet sich das Material gut. Seit 2016 gestaltet sie Naturlampen. Seitdem

hat sie auch ihr Atelier auf der Krämerbrücke. Das Arrangement

aus Schaufenster und der kleinen versteckten Werkstatt gefällt ihr. „So

kann ich in Ruhe arbeiten und wenn jemand eine Lampe möchte, ruft

er mich an. Das klappt sehr gut“, sagt sie.

Eine große Vielfalt ihrer Lampen präsentiert Sylvia Döhler

auf ihrer Internetseite www.non-wovens.de.

Sylvia Döhler vor ihrem

kleinen Schaufenster an

der Krämerbrücke.

In mehreren Schichten arbeitet sie die

Naturmaterialien in den Stoff ein.

Alle Blätter, Ranken und Gräser sammelt sie selbst.

55


Sehnsuchtsort Wald: Im Waldläufer-Foto-Kurs erkunden die

Teilnehmer den Steiger (v. l. Matthias und Manuel).

Die Magie des Waldes

Auch 2021 fördern wir 21 tolle Projekte mit jeweils 1.000 Euro, die Erfurt noch schöner

machen: z. B. den Waldläufer-Foto-Kurs des NaturErlebnisGartens Fuchsfarm e. V.

Wer dieser Tage durch den Steigerwald streift, wundert

sich vielleicht: Wanderer hocken im Gras und fixieren Steine,

klettern halb auf Bäume und halten sich immer wieder

einen weißen Diarahmen vors Auge, durch den sie die Umgebung

prüfend betrachten. „Das ist unser Waldläufer-Foto-Kurs“,

sagt Jens Düring. In seiner Freizeit widmet er sich

der Bildungsarbeit im Wald, er leitet den Erfurter Förderverein

der Fuchsfarm e. V., beruflich ist der Forstwissenschaftler

Chef der Unteren Naturschutzbehörde in Erfurt.

„Wir wollten gern ein ganzheitliches naturbezogenes Angebot

für Erwachsene entwickeln, das Wald, Wissen und

Kunst verbindet“, sagt der 41-Jährige. Mit Uta Krispin, der

Leiterin des Forstreviers Erfurt, und Kunst-Fotografin

Sylwia Mierzynska, bekannt durch

das BUGA-Fotoprojekt „Grüne Oasen“

am Petersberg, fand er die richtigen

Partner für das Projekt. An sechs

Samstagen streifen die Waldläufer

jeweils von 10 bis 16 Uhr

durch den Wald. Die Teilnehmer

sind bunt gemischt, der älteste

ist Horst, er ist schon in Rente, der

56


jüngste Manuel, er hat gerade erst sein Studium beendet.

Allen ist eins gemeinsam: Sie lieben die Natur,

sind wissbegierig und lassen sich gern auf etwas

Neues ein. Die Gruppe ist bunt gemischt, fotografische

Laien sind dabei, aber auch Erfahrene.

Sylwia Mierzynska führt sie in die Grundlagen der

Fotografie ein, angefangen vom Bildaufbau über den

Einsatz verschiedener Perspektiven bis hin zum Spiel

mit Licht und Schatten, das im Wald eine besondere

Herausforderung darstellt. Kaum einer kann sich der

Magie des Waldes entziehen – der Ruhe und seiner

natürlichen Mystik.

Auch für Försterin Uta Krispin ist jeder Besuch im

Steiger ein Energieschub, ein Quell der Kraft und

Freude. Diese Begeisterung gibt sie nur zu gern an

die Teilnehmer des Fotokurses weiter. Sie schärft

den Blick für die Besonderheiten des Waldes, den

sie wie ihre Westentasche kennt. Egal, ob es um

Preußische Eichen oder Waldmeister, Waldmarkierungen

oder Rückepferde geht, sie hat viel zu erzählen.

2020 war sie Försterin des Jahres, sie führt

regelmäßig Veranstaltungen im Forsthaus Willrode

durch, lädt zu Waldwanderungen ein und erklärt,

was es mit den Waldpflegemaßnahmen auf

sich hat. Das zahlt sich aus. Auch ihre Sprechstunde

ist immer sehr gut frequentiert. Und auch zum

Fotokurs ist sie ganz in ihrem Element, sie erzählt

von ihrer täglichen Arbeit, aber auch vom Klimawandel.

Denn auch im Steigerwald sind die Folgen

der Erderwärmung bereits zu spüren. Der Bergahorn

leidet unter der Rußrindenkrankheit, die Buchen

unter Wassermangel. Das Eschentriebsterben, bekannt

unter Eschenwelke, breitet sich aus. „Auch

wenn wir hier noch einen guten Baumbestand haben,

der Wald verändert sich“, sagt Jens Düring, der

den Teilnehmern des Waldläufer-Foto-Kurses einen

Blick auf den Wald im Wandel der Jahreszeiten ermöglichen

will – vom ersten Grün im Frühjahr über

die vollen Wipfel der Sommermonate bis hin zum

Herbstlaub und den Tönen des Winters. Zum Abschluss

wird es eine Fotoausstellung im Forsthaus

Willrode geben, die Bilder werden aber auch im

Erfurter NaturErlebnisGarten Fuchsfarm gezeigt.

Fotografin Sylwia Mierzynska führt in die Grundlagen

der Fotografie ein.

Flora nähert sich

einem Baum aus der

Froschperspektive.

Mehr zu den Angeboten des NaturErlebnisGartens

gibt es im Internet unter www.fuchsfarm-erfurt.de.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT

FOTOS: KARINA HEßLAND-WISSEL

Sylwia Mierzynska und Försterin Uta Krispin entdecken

immer wieder neue Fotomotive.

57


Hier werden

Paletten zu

roten Beeten

Arbeit im Grünen steht

für die Schülerinnen und

Schüler der Riethschule

auf dem Stundenplan.

Damit die jungen Gärtner

möglichst viel Platz für

Blumen, Kräuter und

Gemüse haben, sind

durch neue Beete in

Europaletten 60 kleine

Anbaumöglichkeiten

entstanden.

Jolin prüft eine

Tomatenpflanze.

Grüner Unterricht ist toll. Gärtnern auch. Nur – was

ist, wenn der Platz für neue Pflanzen und neue Projekte

immer weniger wird? Da muss eine Idee her

und die hatte die Ganztagsschule Erfurter Norden:

Beete in den Verstrebungen von Europaletten, sogenannte

Vertikalbeete!

„Wir haben 16 Klassen hier im Gebäude. Bei gutem Wetter

kann es sein, dass bis zu drei Klassen gleichzeitig draußen sind

und sich auf den Flächen beschäftigen“, sagt Sandy Alperstädt.

Sie ist seit vier Jahren Lehrerin an der Riethschule und

hauptverantwortlich für das Projekt. „Auch wenn nie die gesamte

Klasse im Schulgarten arbeitet, kann es um und auf den

Beeten schnell ziemlich eng werden. Die Vertikalbeete waren

eine Möglichkeit, die Anbauflächen aufzustocken“, sagt sie.

Deswegen hat sich die Grundschule bei der Projektförderung

„Junges Gemüse“ der SWE Stadtwerke beworben und

500 Euro für die Umsetzung ihres Projekts erhalten.

Nachhaltige Projekte wie das der Riethschule zu unterstützen,

ist das Ziel der SWE. „Wir haben ein Förderprogramm geschaffen,

mit dem wir Schulen genau dort unterstützen, wo

Hilfe benötigt wird“, sagt Anett Glase, Referentin für Schulkommunikation

der Stadtwerke Erfurt. „Außerdem tragen wir

durch unsere Projektförderung dazu bei, dass Erfurt grüner

wird.“

Viel junges Grün sprießt auch in den neuen Beeten der

Riethschule. „An den Vertikalbeeten haben wir Erdbeeren,

Salat und Zwiebeln gepflanzt“, sagt der 10-jährige Moritz,

aber auch verschiedene Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie

und Rosmarin wachsen in den Pflanzkästen heran. Für Begeisterung

sorgt bei den Kindern besonders das Zitronenblatt.

„Die Kinder freuen sich jedes Mal über den stark zitronigen

Geruch, wenn sie an der Pflanze vorbeigehen“, sagt

Sandy Alperstädt.

Entstanden sind die Beete aus zehn Paletten, die bisher

ungenutzt im Keller der Schule standen. „Wir hatten schon

lange überlegt, was wir daraus machen können“, sagt die

Lehrerin. Mit der Unterstützung ihrer vierten Klasse hat die

58


Jannik, Moritz, Nelly und Kevin

haben saubere Arbeit geleistet und

die Beete von Unkraut befreit.

TEXT: EMELY LEA STEHR

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

37-Jährige aus ihnen knallig rote Blickfänge geschaffen. „Durch

Vertikalbeete kann man auf wenig Fläche viel anbauen. Jetzt

können bis zu zwölf Kinder mehr draußen arbeiten, da durch

die neuen Pflanzmöglichkeiten viel mehr zu tun ist.“ Auch ihre

Schüler sind begeistert. „Ich finde es praktisch, dass die Pflanzen

so geschützt sind und man nicht auf ihnen herumtrampelt

wie bei normalen Beeten“, sagt die 10-jährige Jolin aus Klasse

4. Sandy Alperstädt: „Demnächst möchten wir ein Färberprojekt

angehen und unser eigens hergestelltes Papier mit selbst angebauter

Färberkamille und Färbekraut einfärben.“

Wer im Garten oder auf dem Balkon ebenfalls zu wenig Platz

hat, kann das Projekt ohne großen Aufwand oder handwerkliches

Geschick nachmachen. „Es ist wirklich nicht schwer. Die

Einsätze können im Baumarkt gekauft werden. Man sollte nur

mit Pinsel und Farbe umgehen können, um die Paletten anzumalen.“

Mehr zum Projekt lesen Sie in

unserem Blog www.swefuererfurt.de.

Einfach den QR-Code scannen.

Lehrerin Sandy

Alperstädt erklärt

Nelly, was sie beim

Anbau von Salat im

Vertikalbeet beachten

muss.

59


Stolz präsentieren die

Kinder der JUL Kita

Johannesplatzkäfer eines

ihrer kreativen Siegermodelle

– „Monsti“, das

Altpapier fressende

Monster.

Zeile Papierwettbewerb

Zeile Zeile

Ran ans Altpapier!

Wirfst du Kartons und Zeitungen etwa noch in den Müll? Das

muss nicht sein! Mach lieber bei unserem SWE Papierwettbewerb

mit – entweder im Kreativteil, wo du auch allein oder mit Freunden

fantasievolle Dinge aus Altpapier zaubern kannst, oder mit deiner

Kita und deiner Grundschule am Sammelwettbewerb, um etwas

Gutes für die Umwelt zu tun.

60


D

er Löwe Nimmersatt, das

Alien namens „Helen von

Linksfuß“ und „Mäh“ das Schaf haben

eins gemeinsam: Appetit auf Papier!

Jedes dieser bunten Fantasiewesen ist im Rahmen

des SWE Papiersammelwettbewerbs entstanden.

Sie alle stehen in den Gruppenräumen der JUL

Kita Johannesplatzkäfer, die in diesem Jahr den Kreativteil

des Papierwettbewerbes gewonnen hat. Gemeinsam mit

ihren Erziehern haben die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf

gelassen und zu dem Motto „S wie Sammelsurium“ lustige

Sammelbehälter aus Papier gebastelt, mit denen das gemeinsame

Papiersammeln im Kindergarten Spaß macht.

Habt ihr Lust, im kommenden Jahr dabei zu sein? Dann

macht einfach mit! Das Motto lautet diesmal: „Eeeene, meene,

miste – es rappelt in der Kiste“. Ihr sollt alten Kartons,

Papierkästen, -schalen oder -tüten eine neue Lebensaufgabe

geben: Farbenfroh und mit recycelbarer Papiermaterialien

verziert, soll die Schachtel eure Schätze aufbewahren.

Und natürlich interessiert uns, warum euch diese Dinge

wichtig sind – sammelt ihr eure selbst gemachte Kunst, bewahrt

ihr Urlaubserinnerungen auf oder sucht ihr auf Spaziergängen

besondere Steine? Schreibt uns die Geschichte

über eure Lieblingsstücke und schickt sie uns zusammen

mit eurer selbstgebauten Papierschatztruhe

zu. Ihr könnt für eure

Schule oder euren Kindergarten

Preisgelder im Wert von 1.100 Euro

gewinnen.

Wie der Name des Wettbewerbs

verrät, suchen wir nicht nur kreative

Köpfe, sondern auch fleißige Hände,

die tatkräftig beim Papiersammeln

helfen. Im letzten Papiersammelwettbewerb

haben 42 Kitas, 39

Schulen und zehn weitere Einrichtungen

wie z. B. Vereine 144.224 kg

Altpapier gesammelt. „Die 144 Tonnen

sind ungefähr vergleichbar

mit dem Gewicht von 20 Elefanten“,

sagt Annett Glase. Sie ist Referentin für

Schulkommunikation bei den Stadtwerken

Erfurt und begleitet den Papiersammelwettbewerb

im nächsten Jahr bereits zum 19. Mal.

Euren Sammlerfleiß belohnt die SWE Stadtwerke

Erfurt mit Siegerprämien in einem Gesamtwert

von

5.000 Euro. „Es

geht aber nicht

nur darum,

wer das meiste

Papier sammeln

kann. Uns

ist es besonders

wichtig,

dass

die Kinder

Spaß am

Thema Recycling

haben.“

Mach mit!

Ihr wollt am Kreativteil des

Papierwettbewerbs teilnehmen?

Dann sendet uns

eure neu gestaltete Papierschachtel

mit eurer ganz

persönlichen Geschichte zu

ihrem Inhalt im Original an:

SWE Stadtwerke

Erfurt GmbH/

Schulkommunikation

Magdeburger Allee 34

99086 Erfurt

Oder per Foto an:

annett.glase@

stadtwerke-erfurt.de

Einsendeschluss ist der

10.07.2022.

Um Teil des Sammel-Teams

von bisher rund 90 Einrichtungen

zu werden, schickt

eine E-Mail an:

annett.glase@

stadtwerke-erfurt.de

oder ruft an unter

0361 564-1031.

TEXT: EMELY LEA STEHR

FOTOS: JACOB SCHRÖTER

61


WBG Einheit

macht mobil

Zeile Zeile Zeile

Zeile Zeile Zeile

WBG-Vorstandsvorsitzender

Christian Büttner (li.) und

WBG-Vorstand Christian

Gottschalk mit den „Elmos“ 001

und 002 (6 km/h Spitze).

62


Gut, ein Rennen kann Mann/Frau mit den „Elmos“ nicht gewinnen. Und es kann

passieren, dass die leise surrenden Vierrädler von mach‘ straff marschierenden

Fußgängern überholt werden. Doch die Fahrer dürften an einem Temporausch

auch eher wenig interessiert sein – sie wollen einfach nur mobil sein

und sicher von A nach B kommen. Und ein Stück Lebensfreude und Selbstständigkeit

zurückgewinnen. Eine Erfurter Wohnungsbaugenossenschaft hat sich der Sache angenommen

und bietet ihren Mietern elektrische Sitzroller zum Mieten an.

Christian Büttner, Vorstandsvorsitzender der WBG Einheit: „Wir sind nicht nur ein

Wohnungsbauunternehmen. Wir wollen nicht nur Wohnungen vermieten, wir wollen

unseren Mietern ein Zuhause bieten. Wir müssen ständig das Ohr am Mieter haben, um

zu wissen, was er braucht, um glücklich bei uns wohnen zu können.“ Und deshalb der

Einsatz der Elmos, die für die Senioren unter den Mietern gedacht sind: „Für all diejenigen,

denen der Gang zum Supermarkt zunehmend schwerfällt, die nicht mehr so unterwegs

sein können wie früher.“ Die nicht ständig andere Menschen fragen möchten, ob

sie ihnen helfen können.

Büttner: „Es ist ein in Deutschland einmaliges Pilotprojekt, wir wollen damit die Selbstständigkeit

unserer Mieter im Alter stärken.“ 7.300 Wohnungen, vor allem im Südosten

der Landeshauptstadt, nennt die Genossenschaft ihr Eigen, bietet 25.000 Menschen

ein Zuhause. „Der Anteil an Senioren im Erfurter Süden wächst ständig, besonders

die Stadtteile Daberstedt und Wiesenhügel liegen deutlich über dem Durchschnittsalter“,

sagt Christian Gottschalk, ebenfalls Vorstand der WBG.

Büttner: „Die Elektro-Scooter

mit vier Rädern haben eine

Reichweite von 30 Kilometern

und sind ideal, um damit zum

Arzt, zum T.E.C. oder zum Mellemarkt

zu fahren.“ Gottschalk:

„Unser Rollerverleih startete im

August gemeinsam mit einem

Partner mit zwölf Fahrzeugen an

sechs Standorten der WBG Einheit,

alle in unmittelbarer Nähe

der Wohnanlage.“ Und natürlich

bekommt jeder Elmo-Parkplatz

auch spezielle Parkhäuschen…

Der Fahrer startet seinen „Elmo“ mit einem

Armband, das die Nutzer nach

Registrierung und Einweisung erhalten.

Gottschalk: „Jeder „Elmo“ hat

einen individuell einstellbaren,

drehbaren Sitz, ein großes digitales

Display, Vollfederung sowie

einen Gehstockhalter. Ein großzügiger

Korb sorgt für den nötigen Stauraum des Gepäcks oder des Einkaufs.“ Büttner

ergänzt: „Die Bedienung ist kinderleicht. Je ein Hebel zum Vorwärts- und Rückwärtsfahren,

ein Blinker, eine Notruftaste und eine Hupe.“ Eine Notbremse gibt’s auch, doch

„Elmo bremst von alleine, wenn der Fahrer das Gas wegnimmt.“ 6 km/h ist Spitzengeschwindigkeit,

eine Schneckentaste drosselt das Tempo auf 3 km/h, wenn der Fahrer von

einem Fußgänger begleitet wird.

TEXT: HENRY KÖHLERT

FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT

Gottschalk: „Gestartet wird der „Elmo“ mit einem Armband, dass der Nutzer nach erfolgreicher

Registrierung und Einweisung von unserem Partner, der Elmo Mobil GmbH,

erhalten. Der darin befindliche Chip speichert die Kenndaten und das Guthaben.“ Einmal

freigeschaltet, steht „Elmo“ dem Nutzer so lange zur Verfügung, bis er wieder in der

Abstell- und Ladestation an eine Steckdose angeschlossen wird. Gottschalk: „Der Roller

kann also ganz entspannt vor einem Supermarkt abgestellt werden, ohne dass ein

Unbefugter das Fahrzeug in Betrieb setzen kann.“ Die Kosten für die Mitglieder der WBG

Einheit: fünf Euro die Stunde, wenn das Gefährt unterwegs ist, 2 Euro, wenn „Elmo“ zwischengeparkt

wird.

Die beiden Vorstände der WBG Einheit sind sich einig: „Bewährt sich das Pilotprojekt,

werden wir es ausbauen.“

63


Magisches Leuchten

im Advent

Wenn die Tage kürzer werden, die ersten

Überraschungen für das Weihnachtsfest in

Planung sind und ganz langsam die Vorfreude

auf die Feiertage im Kreise der Familie

steigt, dann startet das Winterleuchten.

Nach unvergesslichen 171 Tagen Bundesgartenschau

beginnt dann die neue egapark-Zeit

mit einem besonderen Erlebnis im Winter.

Geometrische Körper im farbenfrohen Lichtdesign,

mystisches Wispern und Geschichten,

besondere Lichtobjekte und viele überraschende

Entdeckungen locken Abend für

Abend in den egapark. In diesem Jahr werden

neue Areale in das Lichterlebnis einbezogen.

Alle Stammbesucher können sich auf

ganz neue Leuchtmomente freuen. Start ist

am 5. November, bis zum 23. Januar lockt

die Leuchtmagie in den Park. Ein Begleitprogramm

für große und kleine Besucher und

kulinarische Köstlichkeiten des Advents in einem

Food Court sind Teil des magischen

Wintererlebnisses.

Jahresabschluss im egapark

Danke sagen, im Team ein aufregendes Jahr abschließen oder eine lang aufgeschobene

Familienfeier im großen Kreis nachholen – der egapark vermietet mit

dem Neustart nach der BUGA besondere Räumlichkeiten für ganz unterschiedliche

Anforderungen. In der Winterzeit bieten besonders die neuen Möglichkeiten im

Danakil und im rundum sanierten Empfangsgebäude attraktiven Raum für Feiern.

Bis zu 250 Gäste finden im Veranstaltungsraum im Danakil Platz. Besondere Atmosphäre

schafft die große Glasfront mit Blick in den Park oder die ebenfalls beeindruckende

Sicht ins Wüstenhaus des neuen Gebäudes. Das Empfangsgebäude

besticht durch eine stilvolle Lounge-Athmosphäre im historischen Ambiente.

64


Wunschzeit im Felsenkeller

Die diesjährige Ausstellung „Florales zur Weihnachtszeit“ im Felsenkeller am

Dom steht ganz im Zeichen des Wünschens. In den 24 Nischen werden die beteiligten

Floristen ihren Weihnachtswunsch meisterhaft floral gestalten: von der

Schlittenfahrt bis zum Gabentisch, vom gemeinsamen Plätzchenbacken bis zum

Märchenabend am Kamin. Die Besucher werden in das „Wunschdenken“ einbezogen,

sie können ihre Wünsche formulieren, auf kleine Wunschkärtchen

schreiben und an eine Wunschwand hängen. Die Adventsschau im Felsenkeller

lädt vom 23. November bis zum 26. Dezember 2021 dazu ein, den Advent und

die Feiertage entspannt zu erleben.

Trauen Sie sich

14 Trauungen fanden während

der Bundesgartenschau im egapark

statt. Bereits seit mehreren

Jahren ist die Blütenpracht des

Gartenparks eine einzigartige und

besonders beliebte Kulisse für das

Ja-Wort. Trauungen im Mainzpavillon

sind auch 2022 sehr

gefragt, wer seine Hochzeit dort

erleben möchte, sollte schnell

sein. Für die anschließende Feier

können neben dem Mainzpavillon

der moderne Veranstaltungsraum

im Danakil oder die Empfangshalle

gemietet werden. Einzigartige

romantische Fotopunkte für Ihre

Hochzeitsbilder finden Sie im neu

gestalteten Rosengarten oder an

der Staudenschau in voller Blütenpracht.

Gern beraten wir Sie dazu.

Sprechen Sie uns an – Sie haben

den Termin, wir die Ideen.

FOTOS: EGAPARK ERFURT/BARBARA NEUMANN, EGAPARK ERFURT/OLIVER KERN, PAUL-PHILIPP BRAUN, ADOBE STOCK

65






66

1 Hauptfeldwebel Tobias Scholze an der Tuba.

2 Hauptfeldwebel Christian Kühn brilliert als Schlagzeuger

und Sänger.

3–4 Auftritt beim Ball der Offiziere in der Wiener Hofburg.

5 Blick auf eine Probe.

6 Seit 2018 leitet Major Dr. Tobias Wunderle das Luftwaffenmusikkorps

Erfurt.

TEXT: ANKE ROEDER-ECKERT FOTOS: STEVE BAUERSCHMIDT


Von Marschmusik bis Swing

und Pop

Luftwaffenmusikkorps

Erfurt feiert 30. Geburtstag


„Die letzten Monate haben wir in kleiner Besetzung vor allem

für die Bewohner von Pflege- und Altenheimen gespielt.

Die Begeisterung war groß“, sagt Major Dr. Tobias Wunderle,

Dirigent des Luftwaffenmusikkorps Erfurt. Inzwischen rüstet

sich das 50 Frauen und Männer starke Orchester wieder für

größere Auftritte. Am 4. Oktober spielen sie im Gewandhaus

Leipzig, wenig später in der Sektkellerei in Freyburg.

Eine Veranstaltung liegt ihm aber besonders am Herzen:

das Abschlusskonzert zur BUGA am 9. Oktober 2021 auf der

großen Bühne am Petersberg. „Wir spielen ‚Erfordia – Die Petersbergsymphonie‘

und sind schon intensiv am proben“, erklärt

der 35-jährige Wahl-Erfurter, der aus Lauingen an der

Donau stammt. Die Symphonie wurde 2008 von Dr. Raphael

Dominique Thöne nach einer Idee von Karl Heinrich Reich

komponiert. Anlass war das 200-jährige Jubiläum des Fürstenkongresses

im Erfurter Kaisersaal. „Das Besondere an der

Symphonie: Sie spiegelt die Erfurter Geschichte musikalisch

wider. So startet sie mit mittelalterlichen Klängen im Jahr

742, als ‚Erphesfurt‘ gegründet wurde, erzählt vom 30-Jährigen

Krieg, von den Preußen, aber auch vom Zweiten Weltkrieg“,

berichtet der Kapellmeister, der das Orchester seit

2018 leitet.

Das Repertoire der Musiker – übrigens der einzige Klangkörper

der Bundeswehr in ganz Mitteldeutschland – ist groß.

Es reicht von klassischer Militärmusik wie „Alte Kameraden“

oder dem „Florentiner Marsch“ über Stücke von Dmitri

Schostakowitsch, Johann Strauß oder Richard Wagner bis hin

zu moderner Unterhaltungsmusik. „Wir sind richtige Chamäleons

und ziemlich wandlungsfähig“, sagt Dr. Tobias Wunderle,

der selbst Klavier und Posaune spielt.

„Wir können unser Orchester ganz schnell in eine Big Band

umbauen, Jazz und Swing, Weihnachtsklassiker oder Filmmusiken

spielen“, sagt Dr. Tobias Wunderle. Aber auch mit

bekannten Pop-, Rock- und Musicalsongs begeistert das

Orchester immer wieder das Publikum.

Für die Bundeswehr sind die Profimusiker nicht nur in Thüringen,

sondern auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen unterwegs,

spielen zu feierlichen Gelöbnissen, aber auch zu

Benefizkonzerten. Auch im Ausland genießt das Luftwaffenmusikkorps

einen sehr guten Ruf. Die Musiker gastierten auf

internationalen Musikfestivals in Belgien, Frankreich, Großbritannien,

Polen, Schweden, Tschechien, Kasachstan, der

Schweiz, den Niederlanden, in Kanada und den USA.

Der nächste große Auftritt in Erfurt ist für den 30. November

2021 geplant. Dann spielt das Luftwaffenmusikkorps „Erfordia“

im Kaisersaal.

Einen Einblick in die Musik des

Luftwaffenmusikkorps gibt es hier.

Einfach den QR-Code scannen.

❻ 67


ERFURT

ERBLÜHT

40 Ausstellungen auf

2 Ausstellungsflächen

Zahlreiche

Veranstaltungen

auf über 50.000 m²

Spiel & Spaß

Aktuelle Infos

und Tickets unter

buga2021.de

BUGA Erfurt

2021 App

Jetzt in den App-Stores.

www.buga2021.de

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/buga2021

@buga2021

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über 50 Themenund

Schaugärten

Kontakte

■ SWE HAUPTSITZ

Magdeburger Allee 34, 99086 Erfurt

■ VERSORGUNG

Kommunales Dienstleistungszentrum

An-, Um- und Abmeldungen Gas, Strom und

Wasser, Telefon: 0361 564-1010

Störungsnummern

Strom 0361 564-1000

Wärme 0361 564-3000

Erdgas 0361 564-3333

Wasser 0361 564-1818

Entsorgung

Kundendienst

Telefon: 0361 564-3455

■ MOBILITÄT

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am Anger: Beratung, Verkauf

und Information

Fahrplan und Tarifauskünfte

Telefon: 0361 19449

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■ FREIZEIT

Bäder

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BUGA-Hotline

Telefon: 0361 664-0160

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