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WOLL Magazin 2021.3 Herbst I Meschede, Bestwig, Olsberg

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Herbst 2021

17

10 Jahre

Worte, Orte, Land und Leute.

Ausgabe für

Meschede,

Bestwig und

Olsberg

Sauerland

So wohnt das

Sauerland

Taikoschule Sen Ryoku in Eversberg

99 Weinreben am Velmeder Südhang

Olsberg-Gierskopp - herrlich frisch

Sauerland Digital:

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WOLL - mit Herz und Hand von


Verein des

Jahres 2021

85.000 Euro für die

Vereine in unserer Region.

Im Oktober bewerben,

im November abstimmen.

S

Sparkasse

Mitten im Sauerland


Liebe Leserinnen und Leser,

die Gratulation kommt aus vollem Herzen: WOLL feiert 10-jähriges Jubiläum.

Hermann-J. Hoffe brachte im Oktober 2011 die erste Ausgabe für Schmallenberg,

Eslohe und Umgebung heraus. Dem WOLL-Gründer ist es auf vorbildliche

Weise gelungen, aus vier Buchstaben eine starke Marke zu entwickeln und sie

mit Leben zu füllen: Worte, Orte, Land und Leute. Inzwischen freuen sich die

Sauerländer auf fünf weitere regionale Ausgaben wie diese für Meschede, Bestwig

und Olsberg.

In unserem Schwerpunktthema geht es ums Wohnen im Sauerland. Prof. Sabine

Keggenhoff, „mit Kopf und Herz hier verortet“, weiß, dass das Sauerland eine

Lebensqualität bietet, wie es sie in den Großstädten nicht gibt. Sie setzt sich

besonders für das Bewahren des baukulturellen Erbes ein. Unsere Redakteurin

Monika Loerchner durfte einen Blick in die „Zellen“ der Mescheder Benediktinerabtei

werfen. Die Mönche fühlen sich hier nicht wie im Gefängnis, sondern

schätzen die Zellen als Rückzugsorte, wie die ursprüngliche Bedeutung der Zelle

auch lautet.

Paul Senske

Chefredakteur

Am Hennesee haben wir Robert Dietrich getroffen. Der langjährige Technische

Geschäftsführer der Hochsauerlandwasser GmbH gilt als „Mr. Trinkwasser“ und

befindet sich jetzt im Vorruhestand. Eine „Kunstpause“ haben wir beim Antfelder

Künstler Joachim Schulz eingelegt, der die Betonkunst für sich entdeckt

und perfektioniert hat. Dass Fitness nicht unbedingt in geschlossenen Räumen

stattfinden muss, kann man in den Henneauen auf einer tollen Fitnessstrecke

erfahren.

Viel Spaß bei der Lektüre der WOLL-Herbstausgabe.

Paul Senske

Kontakt:

www.woll-magazin.de

redaktion-mbo@woll-magazin.de

facebook.com/WOLLMeschede

WOLL Herbst 2021 - 3


Meschede

Bestwig

Auf dem Titelbild ist „Buskers Haus“

zu sehen. Es ist das älteste Bauernhaus

in Assinghausen. Seine Errichtung

wird auf das Jahr 1688 datiert.

08 Perspektive

39 Rose-Handwerk

43 Zuhause in der Benediktinerabtei

55 Autohaus O. Stratmann

56 Das Mescheder Rockcafé

60 Tagesmutter Ute Kirtz-Hackenberg

62 Über Kryptowährungen

64 Flugplatz Schüren

66 Pension „Haus Waldeck“

100 Outdoor-Fitness in den Henneauen

106 Erben gesucht!

122 E-Auto im Sauerland laden?

138 Taiko-Gruppe Eversberg

142 Franz-Xaver-Kapelle in Ensthoff

145 Neue Volksbank

Schwerpunkt “So baut und

wohnt das Sauerland” ab Seite 19

16 Christof Sommer

vom Städteund

Gemeindebund

28 Büdenbender Musterhaus

34 Moderne Stadtvilla

von Wiese und Heckmann

51 Möbelmarkt Bestwig

52 Wenn´s ums Wasser geht:

Robert Diedrich

58 Plattdeutscher Arbeitskreis

84 Schaukeln macht glücklich

136 Wein aus Velmede

Olsberg

06 Der Antfelder Künstler Joachim Schulz

10 Ortsporträt Gierskopp

14 Provinzial Versicherung

70 Die „Olsberger Hütte“

86 Bigger Werkstatt

132 Robert geht wandern

Aus dem Sauerland

67 BMS Industriebau

102 Lampenschirmbauer Werner Mittler

69 Von Sauerländer Hampelmännern

105 IHK Podcast ORIENTIERBAR

73 Kuhgeflüster im Herbst

108 Kürbissuppe

74 Der alte Plackweg

109 Schriftstellerin Andrea Hundsdorer

76 Die jungen Glöckner von Bredelar

112 DJ Maroox

79 Huckepack-Apfel

114 Gute Geschichten aus Südwestfalen

80 Leben im Kloster Oelinghausen

116 Der Mensch dahinter: Hermann J. Hoffe

83 Egger Holzwerkstoffe

119 48 WOLL-Köpfe

88 Sauerland-Comic

124 WOLL-ABO

89 Gedicht

125 Pastor Ansgar Drees

90 Heckmann Bau

128 Die Notärztin Dr. Anna Hötger-Bödefeld

92 Schiedsrichterin Victoria Filthaut

135 Nebel

95 Annas kleine Farm

141 Zwillingsäpfel

98 Alexa Macketing

145 Kartoffelherz

99 Briloner Möbelwerke

146 Premium-Verteilstellen/Impressum

4 - WOLL Herbst 2021


Das Christentum hatte in

Irland gerade erst Einzug gehalten,

als der Ire Jack Oldfield

das Zeitliche segnete.

Im Himmel, so erzählt man es sich, wollte man den Ungetauften nicht einlassen.

Der Höllenfürst wies ihn ebenfalls ab. Draußen war es kalt und dunkel

und selbst der Teufel bekam Mitleid mit der armen Seele. Darum gab er

ihm ein Stück Höllenglut. Um das Stück tragen zu können, steckte Jack es in

eine ausgehöhlte Rübe. Damit der Untote „Jack O’Lantern“ nicht an die Tür

der Le benden klopfte und um Eintritt bat, stellen die Menschen seitdem zu

Halloween beleuchtete Rüben oder Kürbisse vor Haustür und Fenster.

Sternenstaub und Tränen

Die Legende um

Jack O’Lantern

Astraea, in der griechischen Mythologie

die Göttin der Gerechtigkeit

und der Unschuld, lebte

einige Zeit unter den Menschen.

Doch deren Bosheit betrübte

sie, sodass sie die Erde verließ,

um im Sternzeichen Jungfrau

weiterzuleben. Ihr Vater Zeus

bestrafte die Menschen daraufhin mit einer Flut. Darüber vergoss die

mitfühlende Göttin viele Tränen. Überall, wo diese auf die Erde fielen,

wurden sie zu Sternblumen, auch Astern genannt. Einer anderen Legende

zufolge entstanden Astern aus Sternenstaub, den die Götter auf der

Erde verteilten. Aus diesem Staub wuchsen die Herbstblumen, deren

Aussehen noch heute an ihre himmlische Herkunft erinnert.

Mit Argusaugen

und Licht in den

Luftkammern

„Ich bin der Schönste“ signalisiert der

Blaue Pfau, wenn er sein Rad schlägt.

Und diese Botschaft des ursprünglich

aus Indien und Sri Lanka stammenden

Hühnervogels kommt an.

Vielen Völkern gilt er als Symbol für

Schönheit und Reichtum, manchmal

aber auch für Stolz und Arroganz.

Um Fressfeinde abzuschrecken,

richtet der Pfau seine bis zu 1,5 m

lange Schleppe auf. Wenn das nicht

reicht, bringt er den Federschmuck

durch Muskelvibration zum Zittern,

sodass ein Rascheln ertönt. Die Federaugen

wirken dabei fast starr, weil die

Federn in diesem Bereich wesentlich

steifer sind.

Es sind übrigens keine Farbpigmente,

die die Leuchtkraft seines Gefieders

ausmachen, sondere eine dünne

Schicht von Interferenzfarbe, weißes

Licht, das durch optische Reflexion

farbig erscheint und das in den

winzigen Luftkammern der Federn

eingeschlossen ist. Ohne diese Luftkammern

würde sein Federkleid dunkelgrau

erscheinen.

Hurkefeuer: Kartoffeln in der Glut

Zu kaum einer anderen Jahreszeit schmecken Kartoffeln besser als im Herbst.

Vor allem dann, wenn sie in heißer Glut gegart wurden. Ganz traditionell wie

früher zur Erntezeit, wenn nach dem Kartoffellesen die restlichen Strünke und

das Kartoffelkraut zusammengetragen und mit Buchenscheiten für das Feuer

aufgeschichtet wurden. Um das Feuer herum hockten („hurkten“) früher

dann die größeren Kinder, um die Glut zu bewachen. Man aß die Kartoffeln

damals meist mit der

dunklen Schale. Natürlich

schmeckt auch feiner

Lachs dazu – aber für den

echten Geschmack reichen

Salz und Butter völlig aus.


Der Antfelder Künstler Joachim Schulz

Eine „Kunstpause“,

die Flügel verleiht

Sonja Funke

Iris Böning

Ein bunter Zaun trennt den Garten von der B7 oberhalb ab. „JoSch

verleiht Flügel“ werden Passanten eingeladen, einzutreten und hier

ein Foto von sich mit Engelsflügeln zu schießen. Sie dürfen Pause

machen – „Kunstpause“. Wo? Bei JoSch alias Joachim Schulz direkt am

Ruhrtal-Radweg am Ortseingang von Antfeld. Nur ein kleiner Schlenker

und schon stehen sie in einer Oase. Vor einigen Jahren entdeckte JoSch die

Betonkunst für sich. Seitdem hat er sie perfektioniert und immer wieder

Neues geschaffen.

6 - WOLL Herbst 2021


Ein großer imaginärer Dirigent schwingt

den Taktstock. Für welches Werk? Eine

kleine Figur auf einem großen Betonsockel

hält Ausschau. Wonach? Das bleibt

dem Betrachter der Skulpturen im hübschen

Betonkunst-Garten überlassen.

Weiter vorne im Garten hat sich JoSch

an gesellschaftliche Themen gewagt.

Ein Corpus mit hochgezogener Kapuze

ohne Gesicht, aber mit dem Handy vor

sich und Kopfhörern, die zu imaginären

Ohren führen. „Abwesend“ heißt die

Skulptur. Daneben ein Mann, der sich

an goldenen Flügeln vorbei eine Treppe

hochwindet, oben aber: nichts als rostige,

zerbrochene Flügel. Eine „falsche

Freiheit“. „Hier habe ich die Situation

der Flüchtlinge thematisieren wollen“,

sagt der Künstler.

Immer ausdrucksstärker

und individueller

Letztes Handanlegen

Egal welche Skulptur, allen gemein ist

ein Kern aus Styropor, bei den kleineren

auch ein Drahtgerüst innen. Um

dies herum modelliert JoSch den Beton,

der gemischt ist mit Glasfaser, damit er

nicht reißt. Ist die Figur fertig, wird sie

imprägniert, um auch draußen stehen zu

können. Mit einer typisch überdimensionierten

weiblichen Nana-Figur fing all

dies an, sie war JoSch‘ erstes Werk und

ist im Garten ausgestellt. Es muss fünf,

sechs Jahre her sein, als er mit seinem

Freund dessen Stelzenvogel aus Beton

von einem Workshop in Arnsberg abholen

wollte, beim bekannten Künstler

Arno Mester. Joachim Schulz betrat das

Atelier und war begeistert. „Ich habe

mich an Ort und Stelle für den

nächsten Workshop angemeldet.“

Es folgten viele weitere, ganz

unterschiedliche Skulpturen

gesellten sich zur Nana. Und:

Über die Jahre wurden und

werden JoSch‘ Plastiken immer

ausdrucksstärker und individueller.

Ein Zenit ist noch

lange nicht in Sicht.

„Arno Mester ist inzwischen

wie ein väterlicher

Freund“, sagt der 60-Jährige.

Die Betonkunst zu entdecken,

war für Joachim Schulz,

der hauptberuflich Sachbearbeiter

im Bauamt des Hochsauerlandkreises

ist, nicht weniger als eine

„Befreiung“. So lange hatte er gesucht,

sein Körper mahnte ihn erst mit einem

Herzinfarkt und 2012 mit einem Burn-

Out, dass irgendwo ein Gleichgewicht

fehlte. Das hat er nun über seine Kunst

gefunden. JoSch strahlt dies absolut aus.

„Ich bin Nebenerwerbskünstler“, betont

der Antfelder darum auch. Ihm ist bewusst,

dass die Kunst viel mehr ist als

sein Hobby.

Noch viele Ideen

„Und irgendwie ist das auch unser

Ding. Joachim hat schon vieles ausprobiert,

hiermit ist er angekommen“, sagt

seine Frau Ute, die gerade den Garten

mit aufhübscht. Auf dem Jakobsweg

hatte ihr Mann sie gefragt, ob sie dabei

ist, wenn er das mit der Kunst ausbaut.

Sie sagte „Ja“, hilft tatkräftig mit,

zum Beispiel bei Workshops. Joachim

Schulz ist immer freitags und oft nach

Feierabend sowie am Wochenende in

seinem Atelier beschäftigt und er sagt:

„Ich habe noch so viele Ideen!“ 2019

hat JoSch im Kreishaus Meschede ausgestellt,

es kamen so viele Besucher

wie selten zuvor. Im Herbst dieses

Jahres plant er gemeinsam

mit Künstlerkollegen des

Kunstvereins Brilon eine

Ausstellung im Berghaus

in Sundern-Stockum.

Im neu angebauten

Atelierraum wartet indes

sein neuestes Werk

auf einen Platz im

Garten: ein lebensgroßer,

älterer Mann

mit Schnurrbart. Er

lässt auf einer Bank,

eine Trinkflasche in der

Hand und den Kopf im

Nacken, die Beine baumeln.

Er wirkt echt, nahezu lebendig.

Name: „Pause“. Es lohnt sich, für diese

Skulptur und für all die anderen, eine

„Kunstpause“ in Antfeld einzulegen! ■

WOLL Herbst 2021 - 7


Perspektive

Durch die Rodung im Küppel wurde

eine neue Perspektive auf Freienohl sichtbar.

S. Droste

8 - WOLL Herbst 2021


WOLL Herbst 2021 - 9


Schön gelegen und herrlich frisch

Gierskopp - ein Ort, der lange auf

seine Entdeckung wartete

Sonja Funke

Iris Böning

Blick auf Gierskopp heute...

W

ie einen Ort greifen, der

keine Kirche und Schule,

dafür aber eine Mariengrotte

und eine große Schutzhütte mit

Grillplatz inclusive Kneipp-Wanderweg-Tretstelle

als Zentrum hat? Na,

indem man genau hier anfängt mit

einem Rundgang. Es plätschert der

gleichnamige Bach, der Blick geht hoch

zum Olsberg. Erster Eindruck: Die zu

Olsberg gehörende Gierskopp ist sehr

schön gelegen!

...und vor einigen Jahrzehnten

Wir betreten den „Giersker Treff“, eine

1995 von den Bürgern mit viel Eigenleistung

gebaute Schutzhütte für Treffen

und Veranstaltungen jeder Art. Das 9 x

13 Meter große Gebäude umfasst drei

Etagen, Hütte klingt da doch ziemlich

niedlich. Heute machen hier sechs Mitglieder

des einzigen Gierskopper Vereins,

des erst 1993 gegründeten Heimat- und

Fördervereins, einen Sonder-Stammtisch

für WOLL. Rund um den Vorsitzenden

Werner Sabinarz und den Ehrenvorsitzenden

Ferdi Körner sind sie genau die

Richtigen, um zu schildern, was denn

ihre Gierskopp ausmacht.

„Aktiv und direkt, Lust am Diskutieren,

lebenswert“, so beschreibt der langjährige

Ratsvertreter Peter Rosenfeld den Ort.

„Zusammenhalt und das Kinderschützenfest“,

ergänzt Vereinsmitglied Arnd

Steinrücken. „Hier ist es gelungen, sechs

Siedlungsgebiete zu einer Einheit zusammenzubringen“,

betont Ferdi Körner. Alt-

Gierskopper Rolf Meier ergänzt: „Es gab

bis in die 50er ja nur die paar Häuser hier

unten“. Schon damals aber wurde am ältesten

Hof, dem Schultenhof, dreimal am

10 - WOLL Herbst 2021


Die Mariengrotte

dank Ferdi Körner als Bauleiter“, betont

Werner Sabinarz. „Wir brauchten einen

Veranstaltungsraum, nachdem Pierens,

der Gasthof Körner, geschlossen hatte“,

ergänzt Franz-Peter Bludau, der 2. Vorsitzende

des Heimat- und Fördervereins.

Neue Heimat

Tag zum „Engel des Herrn“ geläutet.

Im Jahr 1912 wurde die Mariengrotte

gebaut, sie ist bis heute Anlaufstelle für

viele Gläubige und gleichzeitig Kriegerdenkmal.

Im Giersker Treff

Im Giersker Treff indes treffen sich die

Gierskopper zum Klönen, ganz verschiedene

Runden. Hier hielten Eltern

schon ihre Spielgruppen ab. „Was hier

entstanden ist, haben die Bewohner

selbst geschaffen, in viel Eigenleistung

und dank Spenden umliegender Betriebe

sowie eines städtischen Grundstückes,

auf dem die Anlage steht. Und

Der Ort wartete lange auf seine Entdeckung.

Erst 1951 bauten Heimatvertriebene

das erste neue Haus, es

folgten ganze Siedlungen, besonders

auf der anderen Straßenseite in Richtung

Lingelscheid/Kienegge, unterhalb

des Borbergs. Es entstand die „obere

Gierskopp“. Viele Menschen fanden

hier eine neue Heimat, feierten bald

Karneval und andere Feste. Es gehört

zur jungen Geschichte der Gierskopp,

dass sich die Strukturen hier gänzlich

von denen anderer Orte unterscheiden.

„Die Olsberger Ortsvorsteherin ist für

den Ort mit zuständig. Tradition hat

die Maiandacht an der Marien-Grotte,

von den Frauen des Ortes organisiert“,

sagt Werner Sabinarz. Und es ist Usus,

dass sich hier ehemalige Gierskopper

wie Olsberger mitengagieren. Sie mögen

den Ort, weil er so herrlich frisch

ist. Dies wohl auch, weil sich hier Menschen

ganz unterschiedlicher Herkunft

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WOLL Herbst 2021 - 11


Der Giersker Treff

trafen und aufeinander einlassen mussten,

die heute alle eines sind: Gierskopper.

Man sagt, ich wohne „auf der Gierskopp“,

denn die meisten Bewohner blicken

eben von der Borbergsseite hinunter

auf die Grotte. Wir fahren hin zu dieser

„Sommerseite“. Der Ausblick von einer

Wiese an der Kienegge auf den Olsberg

und seine Umgebung ist grandios. Doch

Gierskopp hat noch mehr zu bieten. „Die

Bewertungen

bekannte rote Brücke mit ihrem Wanderparkplatz

und alles bis

auch

zum Schinkenwirt

für

und dem Philippstollen Oldtimer Rott & gehört

mit zum Ort“, sagt Youngtimer

Werner Sabinarz. In

dieses Naherholungsgebiet zieht es Gäste

Ferdi Körner, Arndt Steinrücken, Peter Rosenfeld, Werner Sabinarz, Rolf Meier, Franz-Peter Bludau (v.l.)

von Nah und Fern sowie die Gierskopper

selbst. Hier oben feierten sie auch eines

der beliebtesten Feste: ihr Kinderschützenfest,

das zuletzt 2010 stattfand. Wer

die Chronik zum 25-Jährigen im Jahr

1989 durchblättert, sieht: Was anderswo

der Schützenkönig, war hier der Kinderschützenkönig,

von überall her kamen

sie zum Feiern. Zurück zum Giersker

Treff. Auch hier soll noch viel gefeiert

und viel geklönt werden. Und wer weiß,

was Neues entsteht? Leben heißt Veränderung.

Keiner weiß dies besser als die

Gierskopper. ■

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WOLL Herbst 2021 - 13


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„Wir haben 50 Prozent aller

Häuser versichert“

Sonja Funke

Iris Böning & Provinzial

V

om modernen Einfamilienhaus bis zum Denkmal geschützten Fachwerk:

Wenn sich einer damit auskennt, wie das Sauerland wohnt, dann die Mitarbeiter

der Provinzial-Geschäftsstellen. „Wir haben westfalenweit 50

Prozent aller Häuser versichert, also auch im WOLL-Gebiet“, sagt Patrick Potthoff,

der gemeinsam mit Jürgen Mues die Olsberger Geschäftsstelle leitet. Neben

dem Fachbereich Landwirtschaft sind Wohngebäude- und Hausratversicherungen

ein Schwerpunkt im täglichen Geschäft. „Die Kunden merken einfach, wir

kümmern uns von A bis Z, wenn ein Schadensfall da ist. Wir sind rund um

die Uhr erreichbar“, betont Patrick Potthoff. Sein Handy sei voll mit örtlichen

Handwerkernummern, damit er schnell und unbürokratisch Hilfe organisieren

kann. Vom Wasserrohrbruch bis zum Brand oder Sturmschaden rufen die Kunden

an, auch am Wochenende.

Provi

„Hier können wir gegenüber den meist

günstigeren Online-Tarifen punkten. Im

Schadensfall gleicht es sich schnell aus,

wenn man etwas mehr bezahlt hat, weil

man sich durch unser schnelles Agieren

viel Ärger und Zeit ersparen kann“, ergänzt

Christa Tillmann-Susewind von

der Geschäftsstelle Eversberg. Dass zu

einem Wohnhaus neben einer Gebäude-

auch die Hausratversicherung unerlässlich

sei, unterschätzten indes viele

Kunden. „Wenn ich das Gebäude nehmen

und einmal auf den Kopf stellen

würde, dann ist alles, was rausfällt Hausrat.

Dazu gehören auch die Möbel auf der

Terrasse oder die E-Bikes in der Garage.

Und neuerdings ist auch ein Türöffnungsservice

in der Hausratversicherung

enthalten“, erklärt sie.

Wenn der schlimmste Fall passiert und

das gesamte Haus abbrennt, organisiert

die Provinzial innerhalb von 24 Stunden

interne wie externe Sachverständige, die

auch dafür sorgen, dass die Betroffenen

sofort an eine erste Versicherungsauszahlung

kommen. „Außerdem fahren

wir selbst hin, machen Fotos und geben

durch, was gemacht werden muss“, ergänzt

Dominik Graetz, Geschäftsstelle

Bestwig. Sehr hilfreich ist dabei eine genaue

Wertermittlung des Objektes, die

automatisch Bestandteil ist, wenn ein

Kunde sich für die Provinzial entscheidet.

Und: „Alle zwei Jahre machen wir

einen Versicherungs-TÜV, um zu schauen,

ob sich beim Produkt oder auch beim

Kunden etwas geändert hat“, sagt Graetz.

Bei einer Wohngebäudeversicherung

können das gerne mal ein Carport, eine

große Gartenhütte oder auch unbedingt

eine Photovoltaik-Anlage sein, die mit in

die Versicherung gehören.

Bleiben noch zunehmenden Extremwetter-Ereignisse.

Sturmschäden sind

in der Wohngebäudeversicherung drin,

aber sieht es mit anderen Ereignissen aus?

„Nach den Erfahrungen der letzten Jahre

macht eine Elementarschadenversicherung

absolut Sinn“, sagt Patrick Potthoff.

In diesem Sommer erst hat er von einem

Kollegen aus dem Nachbarkreis mitbekommen,

dass starker Regen zu einem

Erdrutsch vom Feld des Bauernhofs in

die Keller der Nachbarn gesorgt hat.

„Wenn es Acker und nicht nur Wasser ist,

sprechen wir schnell von mehreren zehntausend

statt mehreren Tausend Euro

Schaden“, sagt Patrick Potthoff. Er zeigt

seinen Kunden zu diesem Thema eindrucksvolle

Fotos vom Sturzregen zum

Olsberger Schützenfest 2018. Vollgelaufene

Keller oder Wasser, das aus Toiletten

tritt: Ein Grauen für alle Hausbesitzer

und für Patrick Potthoff jede Menge Anrufe:

„Es hagelten die Aufträge herein.“

Und damit wären wir wieder am Anfang,

dem unschlagbaren Service einer Provinzial-Geschäftsstelle

vor Ort. Und das gilt

selbstverständlich für jegliche Art von

Versicherung. ■

14 - WOLL Herbst 2021


Geschäftsstelle Meschede-Eversberg

Christa Tillmann-Susewind

Telefon: 0291 – 1261

E-Mail: tillmann-susewind@provinzial.de

Geschäftsstelle Bestwig

Dominik Graetz

Telefon: 02904 – 3365

E-Mail: graetz@provinzial.de

nzial

Eversberg

Bestwig

Meschede

Olsberg

Geschäftsstelle Olsberg

Jürgen Mues / Patrick Potthoff

Telefon: 02962 – 2233

E-Mail: mues-potthoff@provinzial.de

WOLL Herbst 2021 - 15


Ideenreichtum

der Sauerländer

Gemeinden

macht Hoffnung

Christof Sommer, Hauptgeschäftsführer des

Städte- und Gemeindebundes NRW

Christel Zidi

S. Droste

Der aus Nuttlar stammende

Christof Sommer war von

1999 bis 2005 Bestwigs

Bürgermeister, von 2005 bis 2020

Bürgermeister in Lippstadt. Seit dem

01.01.2021 ist der Volljurist Hauptgeschäftsführer

des Städte- und Gemeindebundes

NRW in Düsseldorf.

WOLL: Herr Sommer, wie kam es

zum Wechsel nach Düsseldorf?

Christof Sommer: Der Abschied vom

Amt des Bürgermeisters ist mir nicht

leichtgefallen. Das operative Geschäft,

das Gestalten und der Austausch mit

den Menschen, das hat mir viel Freude

gemacht. Aber in den vielen Jahren im

Rathaus habe ich einfach zu oft erlebt,

dass die kommunalen Leistungen nicht

die Anerkennung bekommen, die sie

verdienen. Wenn man daran etwas verändern

will, muss man auf Landesebene

tätig werden.

WOLL: Welche Sauerländer Interessen

gilt es aktuell besonders zu berücksichtigen?

Christof Sommer: Das Sauerland ist

ein ländlicher Raum, der sich sehen

lassen kann. Nicht nur als Magnet für

Touristen. Wirtschaftlich zählt die Region

zu den erfolgreichsten in Deutschland.

Sie bietet den Menschen Perspektiven

und darauf kommt es an. Das gilt es

zu erhalten und zu fördern, etwa durch

Verbesserungen in der Infrastruktur. Es

geht dabei um das Ziel gleichwertiger

Lebensverhältnisse.

WOLL: Ihr Vorgänger, Dr. Bernd Jürgen

Schneider, hat in einem Interview

gesagt. „Wir müssen die Städte neu

denken. Weg vom Shopping-Ziel hin

zum Zentrum für Austausch, Kultur

und Miteinander.“

Wie schwer ist es, das umzusetzen?

Reicht es, die nötigen Angebote zu

16 - WOLL Herbst 2021


schaffen und darauf zu warten, dass

die Menschen sich dort sammeln?

Christof Sommer: Umgekehrt wird ein

Schuh draus: Ohne ein attraktives Angebot

werden die Menschen noch weniger

als zuletzt in die Innenstadt kommen.

Der Online-Handel hat den Zentren

schon vor der Pandemie arg zugesetzt,

Corona war da nur ein Brandbeschleuniger.

Jetzt wird es darum gehen, den

Handel so gut es geht zu stärken, aber

die Städte auch mit zusätzlichen Komponenten

zu beleben. Das ist auch eine

Riesenchance.

WOLL: Wie werden unsere Innenstädte

in Zukunft aussehen? Haben

Sie da eine Vision oder gibt es schon

konkrete Pläne?

Christof Sommer: Das lässt sich nicht

über einen Kamm scheren. Viele Kommunen

probieren derzeit aus und überlegen

zusammen mit Handel, Kultur,

Politik und Immobilieneigentümern,

welche Schwerpunkte sie setzen wollen,

um das Profil der Stadt zu schärfen.

Konkret lässt sich sicher schon sagen,

dass sich das Gesicht der Zentren verändern

wird. Weniger Einkaufsmeile,

dafür mehr Wohnen, Kindergärten,

Handwerk, Bildung oder Kultur. Auch

Gastronomie und Events werden eine

größere Rolle spielen. Jetzt ist die Zeit,

um den richtigen Mix zu finden.

WOLL: Was wird sich für die Dörfer

auf dem Land ändern? Tante-Emma-

Läden gibt es auch da ja kaum noch.

Und ohne Auto geht sowieso nichts

mehr?

Christof Sommer: Das ist noch ein

Blick in die Kugel. Es gibt da sehr widersprüchliche

Trends. Manches macht

den Dörfern Hoffnung. Wir wissen zum

Beispiel nicht, inwieweit es die Menschen

bei hohen Mieten weiterhin in die

große Stadt ziehen wird. Das Homeoffice

macht das Leben

in ländlichen Regionen

wieder attraktiver.

Ein Mindestmaß an Infrastruktur

muss aber sicher vorhanden sein, ob bei

der Gesundheitsversorgung, Verkehr

oder Kinderbetreuung. Worauf man

bauen kann, ist außerdem der Ideenreichtum,

den ich in vielen Gemeinden

immer wieder wahrnehme. Tante Emma

hat sich vielerorts neu erfunden. In Südwestfalen

kenne ich Dorfläden, die den

Menschen als Ort für Begegnung und

Austausch dienen und gleichzeitig ihr

Sortiment über eine Online-Plattform

anbieten und die halbe Region beliefern.

Das funktioniert!

WOLL: Der Leerstand in vielen Städten

war auch schon vor der Pandemie

erschreckend. Jetzt dürfen Städte

leerstehende Objekte ankaufen – vorausgesetzt

das Geld von Bund und

Land reicht dafür. Und da hapert es

noch?

Christof Sommer: Da muss man das

Land auch mal loben. Kommunalministerin

Ina Scharrenbach hat schnell reagiert

und den Städten und Gemeinden

mit dem Sofortprogramm Innenstadt

die richtigen Hilfen zur richtigen Zeit

an die Hand gegeben. 100 Millionen

Euro sind kein Pappenstiel. Zur Wahrheit

zählt aber auch, dass der Umbau der

Städte Jahre in Anspruch nehmen wird.

Ohne eine Verstetigung der Förderung

wird es nicht gehen. Erfreulicherweise

hat jetzt auch der Bund die Zeichen der

Zeit erkannt und will aktiv werden.

WOLL: Falls die Leerstände nicht

durch den Einzelhandel aufgehoben

werden, weil der Trend zum Kauf

im Internet weitergeht, wird sich der

analoge Einkauf wohl auf die Supermärkte

konzentrieren. Das alles am

Stadtrand?

Das Homeoffice macht das Leben in

ländlichen Regionen wieder attraktiver

Christof Sommer: Ganz und gar nicht,

der Supermarkt draußen auf der grünen

Wiese liegt nicht in unserem Interesse.

Je mehr die Zentren wieder für das

Wohnen zur Verfügung stehen, desto

wichtiger wird die Nahversorgung. Viele

Kommunen loten derzeit im Gespräch

mit den Handelsketten aus, unter welchen

Umständen eine Rückkehr in die

Innenstadt möglich ist. Die Schlüsselfragen

sind das Parken und die Mieten.

Da sehe ich Spielräume.

WOLL: Und wie sieht es mit dem

Wohnungsangebot aus? Ein Häuschen

auf dem Land zu bekommen, ist

jetzt schon kaum noch möglich. Mieten

und Mietnebenkosten steigen auf

dem Dorf genau wie in der Stadt. Haben

Sie eine Idee wie man aus dieser

Misere wieder rauskommt?

Christof Sommer: Mit nur einer Idee

kommt man da nicht aus, wir müssen an

vielen Stellschrauben drehen. Grundsätzlich

geht es um einen Mangel an

Flächen. Seit dem Mai gibt es daher das

Baulandmobilisierungsgesetz. Es soll

Genehmigungsverfahren beschleunigen

und gibt Ländern und Kommunen

in angespannten Wohnungsmärkten

einige gute Instrumente an die Hand.

Zum Beispiel sind Städte und Gemeinden

nicht mehr gezwungen, ein Grundstück

im Rahmen des Vorkaufsrechts

zum Höchstgebot zu erwerben. Jetzt

greift der gutachterliche Verkehrswert.

Dies kann dazu beitragen, die Preise zu

dämpfen.

WOLL: Bei den Kommunen ist der

Investitionsrückstand trotz steigender

Investitionen weiter angestiegen.

Besonders in den Bereichen Schule

und Verkehrsinfrastruktur. Zwei Be-

WOLL Herbst 2021 - 17


eiche, in denen es besonders wichtig

ist, zu investieren. Braucht es einen

neuen Rettungsschirm?

Christof Sommer: Ja, und zwar dringend.

Wenn das eintritt, was die Steuerschätzung

erwartet, fehlen den kommunalen

Kassen in NRW bis 2024 jährlich

an die zwei Milliarden Euro. Der hohe

Investitionsbedarf für Schule und Verkehr,

aber auch die Digitalisierung der

Schulen oder den Umbau der Innenstädte

kommt da noch obendrauf. Bisher

ziehen Bund und Land daraus nicht

die erforderlichen Schlussfolgerungen.

WOLL: Wenn die Lage schon in

diesen Bereichen nicht gerade rosig

ist, rücken die zuvor erwähnten Zukunftsplanungen

doch in viel weitere

Ferne, oder?

Christof Sommer: Die Politik hat sich

da in besorgniserregendem Maße von

der Realität abgekoppelt. Man kann

nicht große Transformationsprozesse

ankündigen, ohne dafür die erforderlichen

Mittel bereitzustellen. Umsetzen

müssen Klimaschutz, Verkehrswende

oder Digitalisierung am Ende die

Kommunen. Anstatt das anzuerkennen,

zwingen uns Bund und Land, auf Jahre

hinaus Schulden anzuhäufen. Das wird

in vielen Städten und Gemeinden spürbare

Folgen für die Lebensqualität vor

Ort haben.

WOLL: Sie kommen ursprünglich

vom Lande, aus Nuttlar, sind dann

nach Lippstadt, in eine mittelgroße

Stadt gezogen und seit Anfang des

Jahres leben sie in der Großstadt

Düsseldorf. Gerade stelle ich mir zuerst

ein Fachwerkhaus im Sauerland

vor, ein schönes Einfamilienhaus am

Stadtrand von Lippstadt und jetzt

eine Penthouse-Wohnung. Ist das so?

Wie wohnen Sie privat?

Christof Sommer: Mit der Penthouse-

Wohnung kann ich leider nicht aufwarten,

aber ansonsten sind Sie schon

nahe dran. In Nuttlar war es ein Einfamilienhaus,

in Lippstadt auch und

in Düsseldorf finden Sie mich in einer

kleinen Wohnung im Souterrain eines

Boardinghouses. Noch habe ich aber die

Hoffnung auf eine etwas größere und

dennoch bezahlbare Wohnung nicht

aufgegeben.

WOLL: Sie haben in Ihrem Xing-Profil

angegeben, dass Sie auf sauerländisch

sprechen. Was ist Ihr Lieblingswort,

ihr Lieblingssatz?

Christof Sommer: „Komma bei mich

bei!“ Das habe ich als Kind immer von

meinen Großeltern gehört - und ist so

typisch sauerländisch, woll? ■

Der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen setzt sich dafür ein, dass

die Anliegen der kleineren und mittleren Städte und Gemeinden bei der Gesetzgebung

berücksichtigt werden. Er hat ein Mitspracherecht bei allen Gesetzesvorhaben

des Landes, wenn es um die kommunalen Interessen geht.

18 - WOLL Herbst 2021


Leben im Sauerland

WOLL

Worte, Orte, Land und Leute.

Verlags-Spezial

So baut und wohnt

das Sauerland

Fotoquelle: Olsberg GmbH

Neue Wertschätzung des ländlichen Raums Seite 20

Lebensqualität, die Städte nicht bieten können Seite 24

Ab ins schöne Eigenheim Seite 28

Hasse chehört…? Seite 30

Herzensprojekt einer Madfelder Innenarchitektin Seite 31

Moderne Stadtvilla mitten im Sauerland Seite 34

Umzug von Vosswinkel nach Bachum - mit Haus Seite 36

Tische aus echtem Altholz Seite 39

Warstein, Rosengasse 5 Seite 40

„Eine Zelle ist ein Rückzugsort“ Seite 43

Das eigene Traumhaus realisieren Seite 46

Leben in Oberhenneborn Seite 48

Der Buiterling: Bauen im Sauerland Seite 50

WOLL Herbst 2021 - 19


Paul Senske

Zimmermann Haus/

Werbstatt

Bauen und Wohnen:

Nachfragen nach Wohnungen

jeglicher Form und Couleur

im Trend

Neue Wert schätzung

des länd lichen Raums

Die Stadt Arnsberg hat in

ihrem Handlungskonzept

„Zukunft Wohnen Arnsberg

2030“ ein anspruchsvolles Leitbild

formuliert, das auf alle Kommunen

des Sauerlandes und der

Hellweg-Region übertragen werden

kann und in ähnlicher Weise auch

so formuliert wird: „Wohnen wollen

alle – In Arnsberg finden alle Menschen

mit ihren vielfältigen Lebensstilen,

in allen Lebensphasen und mit

jedem Geldbeutel ein breites Angebot

an Wohnungen.“ Die Nachfrage nach

Wohnungen jeglicher Form und Couleur

ist derzeit groß, der Markt teilweise

überhitzt. Corona hat zudem

eine Tendenz verdeutlicht und beschleunigt,

die sich vorher schon abgezeichnet

hatte und die von Dr. Birgitta

Plass und Michaela Röbke von

der Stadt Arnsberg als „neue Wertschätzung

des ländlichen Raums“ bezeichnet

wird.

Dr. Birgitta Plass und Michaela Röbke

leiten den Fachbereich Planen, Bauen,

Wohnen und berichten auch von Anfragen

u. a. aus dem Raum Dortmund

nach Bauplätzen und Wohnungen in

der „polyzentralen“ Stadt zwischen

Ballungsraum und Arnsberger Wald.

Michael Stelte, Mitarbeiter des Fachbereichs

Stadtplanung der Stadt Brilon,

spricht von einem „überhitzten Wohnungsmarkt“:

„Die Nachfrage, die sich

vor allem auf die Kernstadt konzentriert,

ist unglaublich hoch. Aber auch

die Ortsteile, die nah an der Kernstadt

liegen, sind gefragt.“ Brilon geht für die

kommenden Jahre von einem Bedarf

von 700 bis 1.000 zusätzlichen Wohneinheiten

aus. Ähnlich sieht es in der

Kreis- und Hochschulstadt Meschede

aus: „Die 70 Bauplätze der zwei neuen

Wohngebiete Ziegelei II und Liegnitzer

Straße beispielsweise waren in kürzester

Zeit vergriffen.“, sagt Klaus Wahle,

Fachbereichsleiter Planung & Bauordnung.

Meschede zieht als attraktiver

Wohnort.“ Auch die Gemeinde Ense,

ein gefragter Arbeits- und Wohnort,

verzeichnet ein ähnliches Bild. „Viele

junge Enser Bürgerinnen und Bürger

wollen bauen oder suchen passende

Wohnungen“, erklärt Stefanie Müller

vom Fachbereich Bauen und Gemein-

20 - WOLL Herbst 2021


„Innenentwicklung

hat Vorrang vor

Außenentwicklung“

- Dr. Birgitta Plass

deentwicklung. „Auch von außerhalb

kommen Anfragen.“ Die Wertschätzung

der heimischen Region als attraktiver

Standort für Wohnen und

Arbeiten hatte sich bereits in den letzten

Jahren abgezeichnet, Corona hat

die Tendenz verstärkt. Günstigere Bauund

Mietpreise als in den Ballungsräumen,

niedriges Zinsniveau, Homeoffice,

hoher Freizeitwert waren und sind

die wichtigsten Beschleuniger der Entwicklung,

die weiter anhält, obwohl inzwischen

die Miet- und Baulandpreise

sowie die Baukosten auch in der Region

teilweise deutlich gestiegen sind.

Nachfrage nach

„urbanem Wohnraum“

Ein Trend zeichnet sich deutlich ab: die

Nachfrage nach „urbanem Wohnraum“

in der Region. Für Arnsberg gilt das

besonders für die drei großen Stadteile

Neheim, Alt-Arnsberg und Hüsten.

„Familien, junge Paare und Wohngemeinschaften,

Jugendliche, Senioren

insbesondere der Nachfamilienphase,

Menschen mit geringem Einkommen,

aber auch Flüchtlinge suchen und konkurrieren

hier um Wohnraum“, heißt es

im Handlungskonzept der Stadt. Ähnlich

sieht es auch in den anderen Kommunen

aus. „Die Menschen ziehen auch

im Alter um, das hat es früher nicht gegeben“,

so Klaus Wahle über die Situation

in Meschede. „Sie ziehen vom Berg

runter in die Stadt.“ Das gelte auch für

junge Familien. Brilons Bürgermeister

Dr. Christof Bartsch umschreibt die

Suche nach urbanem Wohnraum im

„lebenswerten Standort im Grünen“ so:

„Die Menschen ziehen der Versorgung

hinterher – in die Kernstadt und in die

nahegelegenen Dörfer.“

Wie kann der Wunsch nach „urbanem

Wohnraum“ befriedigt werden? Die

handelnden Akteure sind sich einig,

dass vor allem „verdichtete Wohnformen“

wie Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser,

Kettenhäuser oder besondere

Bau- und Wohngruppen an geeigneten

Standorten infrage kommen. Nachverdichtung,

Umbau, Aufstockung oder

Abriss und Ersatzneubau gelten als bevorzugte

Maßnahmen – alle mit hohem

Standard im Hinblick auf Klimaschutz,

Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit.

„Die Nachverdichtung, also die Nutzung

freier Flächen im Bereich bestehender

Bebauung, spielt eine dominierende

Rolle“, sagt Klaus Wahle. „Bauen

im Bestand, also im bebauten Bereich

bleiben.“ „Die Innenentwicklung hat

Vorrang vor der Außenentwicklung“,

fasst es Dr. Birgitta Plass zusammen.

„Die Fläche ist endlich.“ In Brilon beispielsweise

stehen 600 bebaubare Fläche

zur Verfügung, davon 250 in der Kernstadt,

alle fast ausschließlich in privater

Hand. Den Flächenverbrauch erheblich

zu reduzieren: Dieses Gebot gilt in der

ganzen Region.

Umbau des alten Arbeitsamtes

als pilotträchtiges Beispiel

Ein pilotträchtiges Beispiel für die Philosophie

der Nachhaltigkeit sind die

Kernsanierung und der Umbau des

alten Arbeitsamtes zu einem Mehrgenerationenhaus

in der Mescheder

Steinstraße. Die sogenannten barrierefreien

Variowohnungen in den unteren

Etagen werden zunächst von Studenten

der Fachhochschule genutzt und können

mittelfristig ohne großen Aufwand

als Wohnungen für Senioren umgebaut

werden. Die beiden oberen Etagen des

fünfstöckigen Gebäudes sind Büroräume.

Das Modellvorhaben wurde vom

Bund mit 550.000 Euro gefördert und

gilt als „Leuchtturm“ für nachhaltiges

Bauen. Als weiteres beispielhaftes Projekt

in Meschede gilt das Bauvorhaben

auf dem Gelände der ehemaligen Franz-

Stahlmecke-Schule. Teile des Gebäudes

werden abgerissen, 14 Baugrundstücke

für Einfamilienhäuser, Eigentums- und

Mietwohnungen, betreutes Wohnen

sowie für eine Demenz-WG sind erschlossen.

Großes Interesse findet auch

der geplante Bau eines Beginenhofs

in Meschede. Es ist ein Wohnprojekt

für Frauen (Siehe weiteren Artikel). In

Neheim entsteht der Garten.Hof, eine

moderne Baugruppe mit fünf Einfamilienhäusern,

die durch einen zentralen

Garten und ein gemeinsam nutzbares

„Hofhaus“ verbunden sind. Großes Potenzial

wird einem Bauvorhaben mitten

WOLL Herbst 2021 - 21


Baugebiet Neheim Moosfelde

(Foto: Volksbank Sauerland)

in Neheim-Moosfelde bescheinigt. Die

Volksbank Sauerland vermarktet auf

dem Gelände des ehemaligen Combi-

Marktes 25 Wohneinheiten, 24 für Einfamilienhäuser

und Doppelhaushälften

sowie eine Parzelle für ein Mehrfamilienhaus.

Für Moosfelde bedeutet das

eine weitere Aufwertung des Quartiers.

Bevölkerungsrückgang nicht so

stark wie befürchtet

Beim Blick in die Zukunft und auf

die weitere Entwicklung des Wohnens

spielen die demografische Entwicklung

und die gesellschaftlichen Entwicklungen

eine entscheidende Rolle. Es zeichnet

sich ab, dass die Region Einwohner

verlieren wird, aber nicht in dem Maße,

wie es frühere Prognosen vermuten und

befürchten ließen. Der Anteil junger

Menschen, die nach Studium oder Ausbildung

(„Bildungswanderung“) wieder

in die Region zurückkehren, wird

größer. Fest steht, dass die Bevölkerung

älter wird. In Arnsberg zum Beispiel

werden 2030 die „Best Ager“ genannten

Jahrgänge (zwischen 58 und 73 Jahre

alte Menschen) die größte Gruppe

stellen. Die Wohn- und Lebensformen

werden nicht nur für die Senioren vielfältiger

sein, so die Einschätzung der

Stadtplaner. Wichtig werden danach

generationengerechte, nachhaltige und

sozial durchmischte Wohnquartiere

sein. Ein weiteres wichtiges Kriterium

wird bezahlbare (Miet-)Wohnungen für

junge Menschen (Starter) und junge Familien

sein. Individuelle Wohnformen

müssen von den handelnden Akteuren

auf dem Wohnungsmarkt unterstützt

werden. Für das Erscheinungsbild der

Kommunen spielt zudem die Baukultur

auch mit moderner Architektur eine bedeutende

Rolle.

Bei allem Trend zu urbanen Wohnformen

im Sauerland: Die Dörfer dürfen

nicht vergessen werden, so der Tenor

in den Kommunen. „Die Dörfer in

Brilon liegen uns am Herzen“, erklärt

Dr. Christof Bartsch. „In den Dörfern

haben wir keine strukturellen Leerstände.“

Die Politik und die Dorfgemeinschaften

sind in den letzten Jahren mit

Dorferneuerungsprogrammen aktiv gewesen.

IKEK (Integriertes kommunales

Entwicklungskonzept), DIEK (Dorfinnen-Entwicklungskonzept)

und LEA-

DER, das Förderprogramm der EU, haben

zu einer erheblichen Aufwertung,

besonders der Dorfkerne, geführt. „Die

Dorfkerne haben eine zentrale Bedeutung

für den Zusammenhalt“, so Stefanie

Müller. Neuausweisungen von

Baugebieten sind weiterhin möglich,

sollen aber vorwiegend in Form von

Arrondierungen erfolgen. „In den Dörfern

hat sich eine Menge getan“, betont

Michaela Röbke. Wichtig seien künftig

auch die Themen Digitalisierung der

kleinen Stadtteile und Mobilität mit

verbesserten Angeboten im öffentlichen

Personen-Nahverkehr und der Ausbau

der Radwegenetze. ■

22 - WOLL Herbst 2021


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WOLL Herbst 2021 - 23


EINE

LEBENS-

QUALITÄT,

DIE STÄDTE

NICHT

BIETEN

KÖNNEN

Die Neheimerin Sabine

Keggenhoff über das Bauen

und Wohnen im Sauerland

Christel Zidi

Tom Linke

P

rof. Dipl.-Ing. Sabine Keggenhoff

aus Neheim ist Innenarchitektin

und Architektin. Als geborene

Sauerländerin hat sie einen besonderen

Bezug zur heimatlichen Baukultur. Sie

weiß um die Geschichte und versteht es,

moderne Strukturen in die gewachsene

Kulturlandschaft einzubinden.

WOLL: Wie gefällt Ihnen das Sauerland

aus Sicht der Architektin?

Sabine Keggenhoff: Ich fühle mich hier

ausgesprochen gut aufgehoben. Ich selbst

bin im Sauerland geboren und aufgewach-

Sabine Keggenhoff in einem (fast fertigen) Haus am Ufer des Möhnesees.

24 - WOLL Herbst 2021


sen, also hier mit Kopf und Herz verortet

- persönlich und beruflich.

Die Stadt- und Dorfstrukturen sind

historisch gewachsen, sie erzählen eine

lange Geschichte. Eingebettet in die

grünen, schwingenden Landschaften,

umgeben von einer Vielzahl an Seen,

spiegeln sie vielfältige Entstehungsgeschichten.

Mir ist es ein Anliegen, an

erster Stelle den historischen Kontext

der gebauten Umwelt in der Bewertung

hinzuzuziehen. Gestaltung und Machbarkeiten

der Zeit wirken prägnant auf

regionale Bauweisen. Die Summe aller

Teile hat damit vollste Berechtigung.

Ich schätze u. a. die traditionellen Bauten

sehr, wegen der handwerklichen

Qualitäten und deren Konsequenz, die

den „Geist des Ortes“, in der Architektur

und Innenarchitektur auch Genius

Loci genannt, belegen.

WOLL: Fahren Sie manchmal durch

das Sauerland und denken: „Oh

nein!“ angesichts architektonischer

Bausünden?

Sabine Keggenhoff: Das kommt

durchaus schon vor. Die gebaute Umwelt

ist mein Beruf, meine Passion - und

es ist mir unmöglich diese wertneutral

zu betrachten. Vor allem die Nachkriegszeit

hat uns baukulturell Gebäude

hinterlassen, deren Qualität in der Substanz

heute kaum bestehen kann. Oft

handelt es sich dabei um Gebäude, die

weder außen noch innen identitätsbildende

Bezüge zum Ort aufweisen; mit

guter Absicht entworfen, Gebäude, die

die Errungenschaften der bauhausgeprägten,

modernen Architektur schlicht

fehlinterpretierten. Quadratisch, praktisch

- des Öfteren fehlt mir persönlich

das „gut“.

WOLL: Wo sehen Sie architektonische

Meisterleistungen – an neuen als

auch an historischen Bauten?

Sabine Keggenhoff: Historisch betrachtet,

denke ich an die vielen Fachwerkbauten

- Meisterleistungen ihrer

Zeit und darüber hinaus. Gebäude, die

seit vielen Jahrhunderten existieren und

dem Menschen nach wie vor ein Zuhause

bieten. Mich inspiriert das Haus der

Stille von Peter Kulka in Meschede. „Ein

Ort in der Welt, aber nicht von dieser

Welt sollte das neue Gästehaus der Abtei

werden,“ heißt es und diese Leitidee

ist im Gebäude jederzeit wirkungsvoll

sphärisch spürbar. Das in der neueren

Zeit entstandene Arnsberger Sauerlandmuseum

von Bez+Kock, als auch das

Gemeindehaus der Christuskirche in

Neheim, geplant und umgesetzt von unserem

Büro, sind aus Architekturwettbewerben

hervorgegangen und als vorbildliche

Bauten mehrfach preisgekrönt.

Ich empfinde sie als impulsgebende Gebäude,

die gekonnt zwischen Tradition

und Moderne vermitteln. Diese Beispiele

verstehe ich als moderne Architektur,

die ein zeitgemäßes Verständnis mit

dem Geist des Ortes verwebt. Es wird

so ein spannungsvoller Kontrast hervorgerufen,

der sein Umfeld bereichert und

einlädt, räumliche Wahrnehmungen

jenseits von Konventionen zu schärfen.

Als Planende Altes mit Neuem zu fügen,

stellt immer eine Herausforderung dar.

Ein emphatisches Vorgehen im Prozess

als auch in Bezug auf die gestalterischen

Mittel ist notwendig. Besonders wenn er

intensive Veränderungen mit einbezieht,

kann dies polarisierende Reaktionen

hervorrufen. Nicht nur der bauliche Bestand,

sondern auch damit verknüpfte

Seit 25 Jahren Ihr „in Ihrer Nähe“ Spezialist für

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WOLL Herbst 2021 - 25


Assoziationen, Traditionen, Erinnerungen und Rituale

werden in ein neues Gesamtgefüge eingebunden.

WOLL: “Baukultur ist der immaterielle Reichtum

unserer Region“ ist die „Charta zur Sauerland-Baukultur

in Südwestfalen“ überschrieben.

Inwieweit kann der einzelne Bürger dazu beitragen?

Sabine Keggenhoff: Im ersten Schritt geht es darum,

die eigenen Sinne zu schärfen. Genauer hinschauen,

die eigene, gebaute Umwelt in den Blick

nehmen und dadurch ein Gespür für Baukultur zu

entwickeln.

Im Auge des Betrachters ist die Bewertung der gebauten

Umwelt etwas sehr Subjektives. Da wir aber

diese gemeinsam erschaffen, ist ein Dialog essenziell.

Eben dieser stellt bereits einen immens wichtigen,

baukulturellen als auch gesellschaftlichen Beitrag

dar. Gleichgültigkeit ist hier fehl am Platz, denn

Gleichgültigkeit sorgt für Beliebigkeit, Beliebigkeit

führt zu Identitätsverlust.

Spannende Aussicht

Haus mit Durchsicht

Foto: Constantin Meyer

WOLL: Schwarz-weiße Fachwerkhäuser, Schieferdächer

und die Einbettung in das Grün der

Wiesen und Wälder sind typisch für das Sauerland.

Passen sich auch moderne Häuser an die für

das Sauerland typischen gestalterischen Parameter

an?

Sabine Keggenhoff: Mit unserem heutigen Bewusstsein

um das Bewahren eines baukulturellen

Erbes, betrachte ich die Ist-Situation als richtungsweisend.

Es ist wichtig anzuerkennen, dass Architektur

schon immer dem Wandel der Zeit verschrieben

war. In dem Sinne würde ich moderne Architektur

per se nie als etwas „Fremdes“ beschreiben, dass sich

anzupassen hat. Im Gegenteil, den Kontrast zwischen

alt und neu herauszuarbeiten, ist ein wichtiges

architektonisches Stilmittel - es geht im Kern um

Respekt und Achtsamkeit. Andernfalls laufen wir

Gefahr, dass unsere Gebäude durch simples Kopieren

aussagelose, historisierende Repliken werden.

Seit einigen Jahren wird dem ländlichen Raum in

weiten Architekturdiskursen wieder ein höherer

Stellenwert beigemessen. Die Lebensqualität in naturnahen,

weitläufigeren Strukturen mit ausgeprägtem

sozialen Netzwerk hat viele Anreize, die Städte

einfach nicht bieten können. Coronabedingt haben


sich diese Diskurse um den ländlichen

Raum noch einmal positiv intensiviert.

Das Leben im Lockdown hat bei vielen

Menschen ein Umdenken herbeigeführt.

Ein möglicher Rück- oder Zuzug

neuer Bewohner könnte gestalterische

Impulse und neue, z.B. infrastrukturelle

Bedürfnisse mitbringen, im privaten

wie im öffentlichen Raum. Ziel dabei:

bestehende Strukturen zu beleben, um

die Stadt- und Dorfkerne wieder zu reaktiveren.

Es ist in jedem Fall hochinteressant,

wie sich diese Phase unseres

Lebens auch langfristig baulich auswirken

wird.

Zur Person:

Die Innenarchitektin Sabine Keggenhoff

konnte die Qualifizierung zur Architektin

durch die Realisierung diverser Hochbauprojekte

erlangen. Über den sog. „Genieparagrafen“

der Landesbauordnung

NRW, der dies unter anspruchsvollen Voraussetzungen

zulässt.

Von innen nach außen, von außen zurück:

KEGGENHOFF | PARTNER bietet

durch die Verknüpfung der Disziplinen

Architektur und Innenarchitektur einen

nachhaltigen Mehrwert, der das Potenzial

von Raum zielführend, angemessen

und atmosphärisch zu vermitteln vermag.

2001 von Sabine Keggenhoff und Michael

Than in Arnsberg-Neheim gegründet,

agiert das Büro deutschland- und europaweit.

In interdisziplinären Projektteams

werden vielfältige Aufgaben in variierenden

Größenordnungen bearbeitet.

Ihre Beziehung zur Innenarchitektur

nahm in den 80er Jahren ihren Anfang,

inspiriert durch eine Nachbarsfamilie:

Das Zuhause der (Kunst-)Sammlerin und

des Bauingenieurs „kontrastierte durch

klare Linienführung mit einer guten

Portion Selbstbewusstsein den restlichen

Ortskern“. Die beiden nahmen Vorbildcharakter

für die damals Jugendliche an,

die so eine besondere Sensibilität gegenüber

Wohnumfeldern entwickelte. „Immer

schon war ich gerne Beobachterin mit

einem analytischen Geist. An einem Tag

in den 80er Jahren verstand ich dann zum

ersten Mal, dass Raum als Kommunikationsmittel

funktioniert, einen Ausdruck

der eigenen Identität formuliert. Ohne

WOLL: Welche Trends haben sich in

den letzten Jahren im Bereich Innenarchitektur

durchgesetzt?

Sabine Keggenhoff: Eine der bedeutendsten

Strömungen unserer Zeit,

geknüpft an unsere gesellschaftlichen

Wertvorstellungen und die sog. ‚Megatrends‘,

ist das Thema der Nachhaltigkeit.

Dies bezieht sich auf alle Parameter

von Planungs- und Herstellungsprozessen,

vom Objekt über den Raum bis

zum Gebäude. Trends in Einrichtungsfragen

tangieren uns lediglich bedingt,

wir agieren hier so unabhängig wie

möglich. Wir treten ein für eine qualitativ

hohe Material- und Produktbeschaffenheit

sowie eine außerordentlich hohe

handwerkliche Qualität in der Verarbeitung.

Nutzer spüren die Authentizität

von Material, die durch Natürlich- und

Langlebigkeit zum Tragen kommt.

Unsere Konzeptionen denken Patina,

eine würdevolle Alterung, immer mit.

Geschichten, die Material und Objekt

durch ihre Nutzung erzählen, haben

einen immens hohen und nachhaltigen

Stellenwert. ■

Worte, immens aussagekräftig. Ich war

beeindruckt, verzaubert - und mein Berufswunsch

stand fest.“

Sabine Keggenhoff arbeitet und lebt in

einem sehr offenen Grundriss, weitläufig,

kommunikativ und lichtdurchflutet.“ Ihr

Arbeitskontext ist farblich in schwarz-weiß

gehalten - „bis ins Detail, da bin ich sehr

konsequent.“ Diese Kombination erzeugt

für sie „einen inspirierenden Kontrast

und besticht gleichermaßen durch seine

ordnende Neutralität.“ Und weiter erklärt

sie: „Wie ein Passepartout rahmt dieses

Konzept meine Gedanken und Impulse.

Dieses bietet Raum und Freiheit in der

vertrauensvollen und mich ausfüllenden

Arbeit für unsere Auftraggeber - vor allem

in der täglichen intensiven Auseinandersetzung

mit Material, Form und Farbe.“

WOLL Herbst 2021 - 27


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Ab ins schöne Eigenheim!

Dank Büdenbender schon innerhalb eines Jahres

offen, gemütlich“ – diese drei

Wörter fallen der Familie spontan ein,

„Modern,

wenn sie an ihr Eigenheim denkt. In

ländlicher Lage im Kreis Soest haben sie sich ihren Traum

vom Eigenheim erfüllt. Mit der Firma Büdenbender sind

sie rundum zufrieden, vor allem von dessen Verlässlichkeit:

„Von der Unterschrift bis zum Einzug verging

genau ein Jahr, was genau dem verabredeten Zeitplan

entsprach.“ Das Haus stand nach der Fertigstellung des

Kellers bereits nach zwei Tagen und der Innenausbau

wurde nach nur drei Monaten abgeschlossen.

Das Gesamtkonzept in Verbindung mit einer „freundlichen

und glaubwürdigen Vertriebsbetreuung“ hat sie vollends

überzeugt. Punkte wie freie Planungsmöglichkeiten, transparente

Preisgestaltung und moderne Ideenentscheidungen

gehörten mit dazu. Besonderen Wert hat die Familie darauf

gelegt, dass der Grundriss ihren Vorstellungen entspricht.

Und so fällt das diffusionsoffene Haus in Holzständerbauweise

schon durch das versetzte Pultdach auf: 16 bzw. 7

Grad Neigung – ganz nach den Vorstellungen der Bauherren.

Das Dach wirkt nicht nur ausgesprochen modern, sondern

bietet auch größtmöglichen Gestaltungsspielraum für

die beiden versetzten Wohnebenen. Wichtig war der Familie

auch, dass sie die Elektroinstallation in Eigenleistung umsetzen

konnten und diese mit der restlichen Bauplanung Hand

in Hand ging. „Das war gar kein Problem. Unser Wunsch

wurde unterstützt und voll mit eingeplant“, erinnert sich der

Bauherr. Weitere Besonderheiten sind die Luft-Wasser-Wärmepumpe

und die Fußbodenheizung. Ihre Entscheidung

für Büdenbender – aufgrund der freien Planungsmöglichkeiten

und transparenten Preisgestaltung – war also genau

das Richtige. All ihre Vorstellungen sind ganz nach ihren

Wünschen und ihrem Geschmack umgesetzt worden. Vom

Ergebnis sind sie begeistert. In Ihrem neuen149 m² (ohne

Keller) großen Haus in offener Bauweise und mit lichtdurchfluteten

Räumen fühlten sie sich von Anfang an zu

Hause und rundum wohl. Nach dem schönsten Moment

gefragt, antworten sie: „Es gibt nicht den einen schönsten

Moment“. Jeder neue Tag in unserem Traumhaus bringt

immer wieder schöne Momente mit sich.“ Wer nun eine

Vorstellung davon bekommen möchte, wie sein Traumhaus

aussehen könnte, ist herzlich eingeladen, das Büdenbender

Musterhaus in Bestwig zu besichtigen – nach vorheriger Terminabsprache

oder jeden Samstag und Sonntag zwischen 14

und 17 Uhr. ■

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Schlafen

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WOLL Herbst 2021 - 29


Hasse chehört…?

Anke Kemper

Fine, wat will denn der Otto bei euch

im Chatten bauen? Der Friedel hat jesacht,

„Hömma,

der Otto is am Ausmessen dranne für nen

Schuppen.“

„Ne Lisbeth, kein Schuppen. Nen Tiny House nennt man

dat.“

„Wat is dat denn?“

„Nen janz kleines Haus mit dem Nötigsten, wat man so

braucht, woll?“

„Und wofür will der Otto dat machen?“

„Na, für uns zwei. Wir sind ja auch nich mehr die Jüngsten,

da brauchen wa doch nich mehr so viel Platz, weißte. Wat

sollen wa denn dann mit nem janzen Haus samt Keller?“

„Ohne Keller? Dat jet ja jarnich.“

„Doch, dat mut. Nur nen Wohnraum mit Küche, nen Bad

und ne Schlafkoje, chlaube ich.“

„Ja biste jescheit? Dann haste keinen Bastelkeller mehr für

den Otto?“

„Ne.“

„Und kein Bügel- und Handarbeitszimmer für dich?“

„Ne, auch net. Dat braucht man doch allet jar nich.“

„Haste Töne! Und wo lasst ihr alle Plörren und Jedöns, wat

man so im Haus hat?“

„Na verkaufen, verschenken, wechschmeißen. Is doch voll

der Trend. Wir behalten nur noch dat, wat man wirklich

brauchen tut, woll?“

„Und dann hockt ihr den janzen Tach zusammen auf einer

Bude?“

„Wird im Alter wohl nich so schlimm sein, odda?“

„Dat chibt Mord und Totschlach, so wie ich euch kennen tu.

Da bin ich mir abba sicha. Und überhaupt: wat macht ihr

denn dann mit eurem Haus?“

„Weißichnich, vermieten, denke ich.“

„Dann haste so nen paar Mietnomaden im eigenen Haus

und du selbst hockst im Chatten inner Hütte? Ich weißjanich.

Dat würde ich mir abba nochmal überlejen.“

„Soweit sind wa ja auch noch nich. Der Otto misst ja erst mal

und guckt, ob dat überhaupt passt.“

„Na Chottseidank. Also, ich würde es erst mal mit nem

Wohnmobil testen. Wenn ihr drei Wochen Urlaub durchhaltet

auf engstem Raum, dann chönnta imma noch überlejen.“

„Chute Idee. Und wenn dat allet nich klappt, dann machen

wa ne WG zusammen.“

„Wer? Der Otto und du mit de Mietnomaden?“

„Ne, der Otto und ich mit euch zusammen, woll?“ ■

30 - WOLL Herbst 2021


Altes Fachwerkhaus trifft auf

modernen Einrichtungsstil

DAS HERZENS-

PROJEKT EINER

MADFELDER

INNENARCHITEKTIN

Petra Kleine

sabrinity

K

ein noch so kleines Detail

wird dem Zufall überlassen.

Keine Materialauswahl, kein

Farbton, kein Blickwinkel. Nachdem

Petra Schluer vor wenigen Jahren das

Nebenhaus aufwendig und detailgetreu

historisch zu einem wahren

Schmuckstück umgebaut hat, geht sie

nun ihr wahres Herzensprojekt an.

Petra Schluer

Die studierte Innenarchitektin ist gerade

dabei, ihre Diplomarbeit von damals umzusetzen.

Im Hause der Schwiegereltern

schafft sie aus Deele und Stallungen einzigartige

Räume, die eine architektonische

Meisterleistung aus „Tradition trifft

Moderne“ darstellen.

Mit Herzblut und Begeisterung packt sie

auch selbst mit an, um alles ihren Wünschen

und Vorstellungen entsprechend

umzusetzen. Natürlich unterstützt von

der gesamten Familie, die ja später auch

vom gelungenen Endergebnis profitieren

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Moderne Stadtvilla

mitten im Sauerland

Janine und Timo Bültmann haben

mit Wiese und Heckmann ihr

Traumhaus realisiert

Anne von Heydebrand

Jürgen Eckert

Das Jahr 2018 werden Janine und Timo Bült

mann wohl nie vergessen. Es war ein Glücksjahr

für die beiden, denn neben ihrer Hochzeit

im Sommer, konnten sie im Herbst endlich ihr Traumhaus

beziehen. Die Planungen wurden strikt verteilt:

Er Haus. Sie Hochzeit. Und damit sich das junge Paar

auf das Wesentliche konzentrieren konnte, stand ihnen

mit Wiese und Heckmann ein starker Baupartner zu

Seite.

Mittlerweile hat sich das Paar in ihren eigenen vier Wänden

eingelebt. Die 160 Quadratmeter große Stadtvilla mit

Doppelgarage ist noch immer ihr absolutes Traumhaus.

Janina und Timo Bültmann hatten genaue Vorstellungen,

wie ihr Eigenheim aussehen soll und brachten ihre Ideen

selbst zu Papier. Dass es ein Haus aus Holz wurde, war

Zufall. „Wir haben unsere Zeichnung einer befreundeten

Architektin gezeigt, die selbst in einem Holz-Rahmen-Bau

von Wiese und Heckmann lebt. Wir waren von ihrem Haus

und der tollen Holzdecke begeistert und haben uns dann

ein Angebot dort eingeholt“, erzählt Timo Bültmann. Eine

Entscheidung, die sie nie bereut haben. Es passte von Anfang

an zwischen dem Unternehmen und den Bauherren

aus Heringhausen. „Wir haben uns dort einfach wohlgefühlt.

Alle waren nett und sind voll auf unsere Wünsche

eingegangen. Wir haben uns so gut beraten gefühlt, dass

wir dann auch gar kein anderes Angebot mehr eingeholt

haben“, erklärt die 29-jährige Reiseverkehrskauffrau. Für

sie war es wichtig, dass sie immer einen Ansprechpartner

hatten. „Das Unternehmen ist ja ganz in der Nähe und

wenn während der Bauphase irgendwelche Fragen aufkamen,

waren sie sofort da.“

Im April 2018 lieferte Wiese und Heckmann schließlich

die Außenwände inklusive Kunststofffenster sowie Außenputz.

Drei Tage später stand die Außenhülle und für die

Bauherren begann die eigentliche Arbeit. Den Ausbau des

Hauses wollten sie in Eigenregie fertig stellen. Eine anstrengende

Zeit für das Paar, die sie allerdings nichts missen

wollen. „Wir würden alles wieder genau so machen“, meint

Timo Bültmann. Doch seiner Frau ist auch klar, dass sie

das alles niemals ohne Hilfe geschafft hätten. „Ohne die

Unterstützung unserer Familie wäre das alles sehr schwer

geworden.“

34 - WOLL Herbst 2021


Der Traum hat sich erfüllt

Heute ist das Haus mit seinen 160 Quadratmetern Grundfläche

auf zwei Etagen zum echten Wohlfühlort für das

Paar geworden. Die moderne Küche ist zum Wohn- und

Essbereich offengehalten. Durch die großen, bodentiefen

Fensterelemente ist der Mittelpunkt des Hauses lichtdurchflutet

und bietet an jeder Stelle einen Zugang zum mehr als

1.000 Quadratmeter großen Garten. Während im Erdgeschoss

noch ein Gästezimmer sowie ein Bad untergebracht

ist, befindet sich im Obergeschoss das Schlafzimmer mit

abgeteilter Ankleide, sowie das Familienbad und zwei Kinderzimmer.

Ihr persönliches Highlight: Die weiß-lasierte

Massivholzdecke, die auf beiden Ebenen zu finden ist und

die sie auch schon bei ihrer Architektin begeistert hat.

werden. Für frische Luft sorgt obendrein eine Lüftungsanlage.

Sie säubert und filtert die Frischluft, bevor sie ins Haus

gelangt. Für die beiden Allergiker ein echter Pluspunkt. „In

unserer alten Wohnung haben uns ständig die Augen gejuckt

und wir mussten niesen. Jetzt ist es viel besser. Kein

Vergleich mehr zu früher“, beschreibt Janine Bültmann die

neue Wohnqualität. ■

Während der Planung entschloss sich das Paar für eine

Luftwasserwärmepumpe. Diese nutzt zur Energiegewinnung

die Außenluft und kann unabhängig von grundstücks-

und wasserrechtlichen Bedingungen eingesetzt

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UMZUG

VON

VOSSWINKEL

NACH

BACHUM –

MIT HAUS

Christel Zidi

Marc Niemeyer

T

ransloszierungen, also die Versetzung

von Häusern, gab es gelegentlich auch

im Sauerland. Beispiele sind die Gevelinghauser

Mühle, die Forstscheune in Madfeld,

Haus Böhlsdorf in Warstein oder die Theodorus-Kapelle

in Neheim. Die Nachfahren

eines solchen „Hausversetzers“ haben wir in

Arnsberg-Bachum getroffen: Stefan und Hubert

Kemper. Noch als Kinder lebten sie mit Eltern

und Geschwistern in dem alten Bauernhaus.

Heute direkt gegenüber.

Früher standen vor dem Elternhaus der

beiden Brüder zwei Kastanienbäume

36 - WOLL Herbst 2021


Hier, in diesem alten Bauernhof sind Stefan und Hubert

Kemper großgeworden. Besonders Hubert Kemper, der ältere

der beiden Brüder, kann sich gut daran erinnern, dass

oft Bachumer aus dem unteren Dorf zu ihnen ins Haus

kamen. Nicht in der „Guten Stube“, sondern in der Küche

saßen dann die Gäste. Dem ein oder anderen schmeckte

auch der Korn, den der Vater eigens für den Besuch auf den

Tisch gestellt hatte.

Vom Schäfer zum Bauern

„Mein Urgroßvater, der eigentlich Voßwinkeler war, arbeitete

als Schäfer auf dem Hof Ebel“, weiß Stefan Kemper.

„Später hat er sich hier oben das Haus aufgebaut. Nach und

nach kaufte er Land hinzu – und im Laufe der Jahre wurde

aus der Schäferei ein Bauernhof.“ Während Hubert Kemper

in die Fußstapfen seines Vaters trat und bis vor einigen

Jahren als Landwirt tätig war, ging der jüngere Bruder,

Stefan Kemper, in die Industrie. Geregeltere Arbeitszeiten

machten es möglich, dass er zwölf Jahre als Schützenoberst

der St. Isidor-Schützenbruderschaft Bachum wirkte. Die

Kempers - eine rundum beliebte und anerkannte Familie

in Bachum. Eine Anerkennung, die dem Urgroßvater, dem

Erbauer des Hofes, lange Zeit versagt geblieben war …

Die Geschichte des Hauses

Der Neheimer Josef-Georg Pollmann hat sich intensiv mit

der Geschichte dieses Hauses und den damaligen „Auswirkungen

auf das Gemeindeleben“ befasst. Er berichtet

in einem Aufsatz* davon, dass das Haus ohne Absprache

mit der Gemeindevertretung errichtet wurde. Absprachen,

so Pollmann, gab es wahrscheinlich nur interne, zwischen

dem Schäfer Kemper und seinem Auftraggeber, dem Bauern

vom Kaiser-Hof (heute Ebel), einer der Urhöfe Bachums.

Warum Kaiser seine Hudefläche für ein Haus abgab,

ist nicht bekannt. Deshalb mutmaßt Pollmann, „Haus

Kemper könnte durchaus ein neues Hirtenhaus für Kaiser

gewesen sein.“

Dass dieses Haus 1848 transloziert wurde, versetzt von

Voßwinkel nach Bachum, gilt als bewiesen. In den alten

Akten des Arnsberger Stadtarchives ist zu lesen, dass das

Haus von „Voßwinkel nach Bachum gefahren“ wurde. Eine

Ganzteil-Translozierung“ etwa? „Auch die Zeitangabe „des

Morgens“ lässt, so Pollmann, den Rückschluss zu, dass es

sich um eine „Nacht- und Nebelaktion“ handelte.

WOLL Herbst 2021 - 37


Hausversetzungen und

Translozierungen

in alter Zeit

Nichts wirklich Seltenes, denn

in früheren Jahrhunderten entstanden

aufgrund „unregelmäßiger

Zuweisungspolitik für

Siedlungswillige viele Häuser

‚schwarz’“. Die Häuser wurden

oftmals heimlich errichtet und

mussten am nächsten Morgen

fertig sein, da sie sonst abgerissen

wurden.

Die Balken der Fachwerkhäuser waren miteinander

verzapft und ließen sich so leicht wieder voneinander

trennen. Das Lehmgefache zwischen den Holzbalken

musste anschließend allerdings erneuert werden. Als Transportmittel

dienten wahrscheinlich Baumstämme, auf denen

die großen Teile auflagen. Mithilfe von Pferden konnte

das Schwergut dann bewegt werden.

Gemeindemitglied ohne Rechte

Bei seinen gründlichen Recherchen fand Pollmann heraus,

dass der Schäfer Kemper 1852 ein Bittschreiben an

die Gemeindevertretung Bachum schickte. Der Inhalt ist

nicht bekannt, aber die Antwort: Kemper musste von da

an jährlich einen Taler als „Communalgefälle“ an die Gemeindekasse

entrichten. Damit war er zwar in die Gemeinde

aufgenommen, allerdings „unter Ausschließung aller

Stefan und Hubert Kemper

Nutznießung“. Aufgrund dieser Querelen

war das Leben für den Schäfer wohl

nicht einfach, denn, so Pollmann,

„ohne irgendein Anrecht auf

Nutznießung dörflicher Rechte

konnte im Prinzip jeder kleine

Fehltritt als Frevel ausgelegt

werden.“ „Das haben die gar

nicht gern gesehen, dass man so

weit außerhalb ein Haus baute“,

weiß auch Stefan Kemper. Und

Pollmann zitiert aus den Akten des

Stadtarchivs: „ …weit von den nächsten

Häusern mitten im Walde wo gar

kein ordentlicher Weg dahin fürth und der

ganzen Gemeinde zum Nachteil seye.“ Bereits 1858

wollte Schäfer Kemper ein neues Haus errichten - wegen

des schlechten Zustandes des 1848 errichteten Hauses oder

zur Hofvergrößerung. Beim geplanten Neubau gab es aber

Streit mit einem weiteren Bachumer Neuansiedler, worauf

Kemper sein Haus wohl nur auf seiner Parzelle vergrößern

durfte.

All das ist lange her. Die Hausstreitigkeiten längst aus dem

Wege geräumt und Bachum wieder ein „friedliches Dörfchen“

– mit den Kempers, die noch immer weit draußen

wohnen, aber trotzdem „mittendrin“ sind, als wichtige

Mitglieder der Bachumer Dorfgemeinschaft. ■

Aufsatz aus dem Buch “Bauten in Bewegung”: Eine Translozierung 1848 und ihre

Folgen für das Gemeindeleben im sauerländischen Bachum (Josef –Georg Pollmann)

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Gepflegte und gelebte Warsteiner Heimatgeschichte

Warstein, Rosengasse 5

Sabina Butz

S. Droste

Auf der Suche nach der Rosengasse 5 in Warstein findet man sich in einer kleinen Nebenstraße mit gemischten

Mehrfamilienhäusern ohne besondere Auffälligkeiten oder gar ästhetischem Anspruch. Noch bevor man die Hausnummer

5 erkennt, steht da ganz plötzlich und unvermutet ein kleines, malerisches altes Häuschen in einem zauberhaften

Garten mit alten Obstbäumen und vielen, vielen Bauernpflanzen, reichlich dekoriert mit bäuerlichen Nutzgegenständen

und gemütlichen Sitzgelegenheiten. Hier wird sich schon so mancher Besucher verblüfft die Augen gerieben

haben. Sind wir im Märchenwald gelandet? Ein Heimatmuseum mitten in einer unscheinbaren Gegend? Der 71-jährige

Eigentümer, Manfred Gödde, Warsteiner Urgestein, gelernter Kaufmann mit 30-jähriger Sparkassen-Berufstätigkeit und

35-jähriger Politikerfahrung, unter anderem als Warsteiner Bürgermeister, empfängt uns vor der Haustür. Er stellt uns

als erstes seine Lebensgefährtin, Anni Dunker vor, ohne deren Unterstützung „das alles gar nicht möglich wäre“.

WOLL: Was genau versteckt sich hinter der Adresse Rosengasse

5 in Warstein?

Manfred Gödde: Das älteste Haus Warsteins. Ich habe es

von meinen Eltern geerbt und ab 2014 vollständig renoviert.

Eine Renovierung unter Denkmalschutz und liebevoller Bewahrung

alter Schätze, wie Haushaltsgegenstände, Werkzeug

und Spielzeug der ehemaligen Bewohner. Heute vermiete

ich es an Feriengäste und biete Führungen für kleine

Besuchergruppen an.

WOLL: Welche historischen Fakten gibt es zur Rosengasse

5?

Manfred Gödde: Im Jahr 1617 wurde Warstein durch einen

verheerenden Stadtbrand völlig vernichtet. Die Stadtväter

40 - WOLL Herbst 2021


entschieden, dass der Wiederaufbau auch außerhalb der bis dahin geltenden

Stadtgrenzen stattfinden durfte, ohne dass die Bürger ihr Bürgerrecht verlieren

sollten. Auf einer solchen Parzelle „Bruch 28“ könnte eines dieser Häuser gestanden

haben, das mit noch brauchbaren Baumaterialien aus den verbrannten

Häusern errichtet wurde. Der jetzige Mescheder St.- Walburga-Pfarrer Michael

Schmitt, gebürtiger Warsteiner, ist historisch sehr versiert und ausgewiesener

Experte in der Regionalgeschichte. Er konnte einen entsprechenden Nachweis

für den Namen „Lourweges Haus“ aus dem Jahr 1757 aus einem alten Kirchenbuch

erbringen. Bis heute hat das Haus noch bei vielen älteren Warsteinern den

Beinamen „Lorwigs Häuseken“.

Meine Großmutter, Elisabeth Sprave, geb. Felmecke, ist in diesem Haus geboren

worden, meine Mutter hat es geerbt und nun ist es in meinem Besitz. Das

Haus ist ca. 400 Jahre immer bewohnt worden. Zu den Bewohnern zählten

neben den Familienangehörigen eine Kuh und ein Schwein, manchmal auch

zwei, die in den Ställen rechts und links der Deele untergebracht waren. Dazu

kamen natürlich noch jede Menge Hühner, und ein Hofhund dürfte auch nicht

gefehlt haben. Ich kann mich noch gut erinnern, wie 1956 die letzte Kuh aus

dem Haus geführt wurde. Damals verwirrten mich die Tränen in den Augen

meiner Verwandten, heute verstehe ich ihre Trauer.

WOLL: Warum haben Sie 2014 die aufwändige Restauration vorgenommen?

Manfred Gödde: Das Haus war heruntergekommen und sollte ganz abgerissen

werden. Es entsprach einfach nicht mehr unserem Wohnstandard. Da ich immer

schon alle möglichen alten Dinge gesammelt habe, zerriss es mir förmlich

das Herz. Es muss genetisch begründet sein, denn das alte, krumme, verwunschene

Haus enthielt so viele kleine Kostbarkeiten, von altem Geschirr über

Haushaltsgegenstände, Bilder und Handwerkszeug, die ich einfach nicht entsorgen

konnte.

So reifte der Plan, das Häuschen bewohnbar und vermietbar wieder herzurichten.

Der Denkmalschutz musste beachtet werden, die kleinen Ställe mussten zu

Wohnraum umfunktioniert werden, ein Badezimmer fehlte, Elektro-, Heizungund

Sanitäranlagen wurden installiert bzw. renoviert. Eine Menge Arbeit, aber

schon von Anfang an bekam ich von Warsteiner Bürgern und auch überregio-

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In der Diele

In der Küche

In der Schlafstube

nal die eine oder andere „Kostbarkeit“, mit der Bemerkung

„Wir können damit nichts mehr anfangen, aber Du weißt

diese Dinge doch zu schätzen“. So entstand eine beachtliche

Sammlung von alten Gebrauchsgegenständen, die immer

noch weiter ergänzt wird, wobei die meisten Gegenstände

original aus dem Haus stammen.

WOLL: Wie beurteilen Ihre Mieter das Haus?

Manfred Gödde: Bislang haben wir nur begeisterte Reaktionen

zu hören bekommen. Die Gäste sprechen von einer

besonderen Gemütlichkeit, einer Puppenstube oder einem

Knusperhäuschen. Man fühlt sich wohl in diesem Haus und

behandelt das Inventar sehr respektvoll. Bisher haben wir

überhaupt keine negativen Erfahrungen machen müssen.

Auch die kleinen Führungen, die ich gelegentlich anbiete,

werden sehr geschätzt und sind immer wieder auch für mich

eine Bestätigung, dass ich mit meiner Einschätzung, das

Alte zu bewahren, vielen Menschen aus der Seele spreche.

WOLL: Gibt es etwas, was Sie den Warsteiner Bürger/

innen sagen möchten?

Manfred Gödde: Der Denkmalschutz wird von mir als Privatperson

akzeptiert, respektiert und finanziert. Das erkennen

viele Warsteiner Bürger/innen an. Mein Idealismus wird

als solcher gewertschätzt.

Es ist ein schönes Gefühl, alte Traditionen in alten Häusern

hautnah und nachfühlbar zu gestalten.

Zugegeben, es ist ein kostspieliges Hobby. Alte, denkmalgeschützte

private Gebäude vor Verfall und Abbruch zu retten,

sollte auf dem Land und in der Stadt umfangreich unterstützt

werden. ■

42 - WOLL Herbst 2021


„Friede den Einkehrenden, Heil den

Gehenden“ – Gastfreundschaft spielt

bei den Benediktiner-Mönchen eine

große Rolle.

Bei den Benediktiner-Mönchen

in Meschede

„Eine Zelle ist ein

Rückzugsort“

Monika Loerchner

I

ch betrete die Zelle von Bruder Benjamin. Eine Matratze

liegt auf dem kalten Steinboden. Die Wände

sind kahl und feucht, das winzige Fenster vergittert.

„Monika?“ - Georg, mein Fotograf, bringt mich zurück

in die Wirklichkeit. „Wenn du mal kurz zur Seite gehen

könntest?“ Zurück im Hier und Jetzt stehe ich inmitten

eines lichtdurchfluteten Raumes. Alles ist ganz anders, als

ich es mir vorgestellt habe. Aber fangen wir von vorne an.

„Wie leben eigentlich Mönche heutzutage?“ – Dieser Frage

wollte ich auf den Grund gehen. Zu meiner Überraschung

zeigte sich P. Cosmas Hoffmann, Prior der Abtei Königsmünster

in Meschede, sehr angetan von der Idee. Nachdem V.

Abt Aloysius Althaus seine Zustimmung gegeben hatte, stand

einem Besuch bei den Brüdern vom Orden des Heiligen Benedikt

nichts mehr im Wege. Ich werde von Bruder Benjamin,

55, und Bruder Symeon, 29, begrüßt. Bruder Benjamin ging

im Alter von 21 Jahren ins Kloster, Bruder Symeon ist seit vier

Georg Giannakis

Jahren Teil des drittgrößten Benediktinerordens Deutschlands.

50 Brüder zwischen 27 und 92 Jahren gehen hier „zusammen

durch Dick und Dünn“, wie Bruder Symeon sagt.

Ora et labora et lege

Die Gebete werden immer zu festen Zeiten verrichtet, geben

den Brüdern Halt. Dazwischen gemeinsames Essen, Zeit zum

Studieren. „Viele kennen nur ‚Ora et labora‘, dabei heißt es auch

noch ‚et lege‘, also ‚Bete und arbeite und lies!“, erklären mir die

Mönche. Dann führen sie also ein Leben, in dem jede Minute

verplant ist? Kopfschütteln. „Wir haben einen ganz normalen

Acht-Stunden-Arbeitstag“, sagt Bruder Symeon. Bruder Benjamin

ergänzt: „Wir haben sogar drei Wochen Urlaub im Jahr.“

Dennoch vermisst er die fehlende Spontanität, „dass ich mich

nicht mehr in mein privates Auto setzen und irgendwohin fahren

kann.“ Tatsächlich teilen sich die 50 Brüder sechs Fahrzeuge.

Und was vermisst ein Mönch wohntechnisch am meisten?

WOLL Herbst 2021 - 43


„Ein eigenes Badezimmer!“ Bruder Benjamin

lacht. „Das wird Ihnen jeder Brüder unterschreiben.“

In den Zellen

besser: Sie werden von der freundlichen, individuellen Einrichtung

beiseite gefegt, verblassen unter dem einfallenden Sonnenlicht.

Ich bin baff. Während Georg Fotos schießt, versuche

ich mein Bestes, doch noch einem Hauch Mittelalter auf die

Spur zu kommen.

Die Zimmer der Mönche sind circa 14 qm

groß. „Natürlich heißt es ‚Zelle‘, aber wir

sind hier ja nicht im Gefängnis“, erklärt

mir Bruder Symeon. Tatsächlich

bedeutet das Wort „Zelle“ in seiner

ursprünglichen Bedeutung „Rückzugsort“.

Der ist umso wichtiger, wenn

man ansonsten alles miteinander teilt.

Zwar verfügen viele Brüder über

ein Handy oder Laptop, jedoch

werden diese überwiegend als

Arbeitsgeräte eingesetzt. Präsenz

in den sozialen Medien,

Live-Streams der

Gottesdienste bei You-

Tube. Darf man das

überhaupt? „Zu Zeiten

des Heiligen Benedikts

gab es zum Beispiel

das Wort ‚privat‘

gar nicht “, so Bruder

Benjamin. Daher

müssen die Mönche es

schaffen, die Regeln des

Ordensgründers in die

heutige Zeit zu übersetzen,

„sonst enden wir als

Museum.“ Wir betreten

das Innere des Klosters,

gehen über hellen Boden

aus Muschelkalk. Die Flure

sind still, aber hell. Bis jetzt

ist nichts so, wie ich es mir

vorgestellt hatte. Bruder Benjamin

öffnet eine Tür. „Bitte,

kommen Sie hinein.“ Ich betrete ein wunderschönes, helles,

geschmackvoll eingerichtetes Zimmer. Sorgfältig ausgewählte

Bilder schmücken die Wände. Viele Bücher und zwei Hanteln

verraten, womit sich Bruder Benjamin in seiner freien Zeit

beschäftigt. Das Zimmer strahlt pure Behaglichkeit aus. In

Bruder Symeons Zimmer ergeht es meinen Vorurteilen nicht

Bruder Symeon und Bruder

Benjamin bei einem Spaziergang

im klostereigenen Park.

Alltagsleben

„Sicher haben Sie doch eine Putzkraft?“ „Nein,

wir halten unsere Zimmer selbst sauber. Für die

Duschen und Toiletten gibt es einen Putzplan.“ Nur

nicht für die Küche. Die Brüder werden nämlich

über die Großküche versorgt, die auch Gästehaus

und Café beliefert. „Wir werden zu

gut versorgt“, verrät Bruder Benjamin

und lacht. „Sonst bräuchte ich ja keine

Hanteln!“ Wir schauen uns noch

eines der acht Gästezimmer an. Hier

können männliche Nicht-Mönche

einige Zeit lang das Kosterleben

kennenlernen („Gehen

Mönche eigentlich in

Rente?“ – „Gott sei Dank

nicht“, sagt Bruder Benjamin),

sich Gott wieder

annähern. Ein Angebot,

das oft und gern genutzt

wird. Zwanglose Treffen

der Brüder finden im

Park statt, bei kaltem oder

schlechtem Wetter im Fernsehraum.

Wenn ein WM-

Spiel stattfindet, läuft der

Fernseher.

Eine neue, große Familie

„Manche Menschen denken,

wir wären halbe Engel“,

erzählt Bruder Benjamin.

„Dabei sind wir auch nur

Menschen!“ „Streiten Sie sich auch mal?“, frage ich vorsichtig.

Bruder Symeon nickt. „Auf jeden Fall! Aber wir halten uns an

die Regel, dass man bis zum Abend wieder Frieden schließen

soll.“ Bruder Benjamins alter Novizenmeister pflegte immer

zu sagen, dass Mönche in erster Linie Menschen sind, danach

Christen und erst an dritter Stelle Mönch, „sonst haben Sie

44 - WOLL Herbst 2021


Helle Möbel, fröhliche Farben:

Die Mönchszelle von Bruder Benjamin.

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Wünschen. Überzeugen Sie sich vom Leistungsspektrum

anhand der zahlreichen Referenzen auch auf der

BauLokal-Ausstellung in Hüsten am Stand Nr. C1.

Auch Bruder Symeon durfte sich seine Zelle nach eigenen Wünschen einrichten.

Besonders genießt er die wunderschöne Aussicht über Meschede.

Übrigens: Hoff ist

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Dieser Zusammenschluss

besteht nur

am Ende ein unmenschliches oder unchristliches Mönchtum.“ Bruder Symeon ergänzt:

„Man kann Gott ja auch dienen, wenn man kein Mönch ist. Jeder Mensch

ist anders.“

aus besonders leistungsfähigen

Holzbau-Unternehmen

im deutschsprachigen

Raum. Die Zimmerei-Holzbau

Hoff GmbH ist somit Teil dieser führenden

Darum ist es den Mönchen auch wichtig, dass niemand überstürzt in den Orden

eintreten kann. Intensive Gespräche und eine lange Probezeit klären, ob jemand

wirklich zum Mönch berufen ist. Ist das der Fall, findet er in der Abtei Königsmünster

eine neue, große Familie.

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bietet Hoff auch Baugrundstücke zum Verkauf an. Ein Besuch

lohnt sich also!

Gibt es denn auch Freundschaften unter den Mönchen? „Natürlich“, sagt Bruder

Benjamin. „Wenn es einem schlecht geht, muss man an eine Tür klopfen können.

Das hat für mich auch viel mit einem Zuhause zu tun.“ ■

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MIT ZIMMERMANN HAUS DAS

EIGENE TRAUMHAUS REALISIEREN

„J

edes neue Haus/Projekt ist so individuell wie

der Mensch, der dahintersteht“, sagt Matthias

Pape von Zimmermann Haus in Schmallenberg.

Für ihn ist die Zusammenarbeit mit den Bauherren

immer wieder anders, aber stets unglaublich spannend.

So ist es ihm auch mit Thorsten Schulte und seiner Lebensgefährtin

Katharina Schmidt ergangen. In Oberhenneborn

hat das Paar in diesem Jahr sein Traumhaus errichten lassen.

Beide sind - wie geplant -Anfang August eingezogen. Auch

ein wenig stolz, “ein für uns so großes Projekt gemeistert zu

haben.”

“Unser Plan war es von vornherein, in ein möglichst fertiges

Haus ‚ohne noch vorhandene Baustellen’ zu ziehen und das

haben wir auch geschafft.“ Den Traum vom eigenen Haus

haben viele Menschen. Matthias Pape weiß, dass der Weg

dorthin selten einfach ist: „Vieles muss berücksichtigt, Kleingedrucktes

gelesen und Gesetzespassagen richtig verstanden

werden. Es gibt so vieles, was beachtet werden muss, das kostet

viel Geduld und Zeit.“ Wichtig für Bauherren, sich dann

auch für den richtigen Anbieter zu entscheiden. Das Oberhenneborner

Paar hat für sich die richtige Entscheidung getroffen:

„Uns war nach viel Recherche und Vergleich von vielen Anbietern

letztlich wichtig, dass wir mit einem lokalen Anbieter

bauen und somit immer einen greifbaren Ansprechpartner in

der Nähe haben. Die Firma Zimmermann Haus hat uns von

Anfang an ‚an die Hand genommen’ und uns während der

ganzen Bauphase super begleitet.“

Lösungsorientiert und im Sinne

des Kunden

Das Bauherrenpaar hatte sich schon im Vorfeld viele Gedanken

gemacht. Die Grundrissplanung setzten sie dann – nach

ihren Bedürfnissen - mit der Architektin, Petra Schirmer von

Zimmermann Haus, um. Dann konnten die Bauherren beobachten,

wie aus den Planungen, auf Papier bzw. am Computer,

das schöne Haus mit Holzverschalung in Oberhenneborn entstand.

Ein spannender Prozess für alle Beteiligten. „Betrachten

wir heute rückblickend unsere ersten eigenen Skizzen zum

Eigenheim, dann haben wir, um einige gute Ideen von Petra

Schirmer ergänzt, genau unser Traumhaus realisieren können.

Natürlich gab es während der Bauphase immer mal wieder

46 - WOLL Herbst 2021


„Wir würden auch noch einmal

mit Zimmermann Haus bauen“

Probleme, die es zu lösen galt. Aber

auch da muss man wirklich sagen, dass

Christian Himmelreich, der Bauleiter,

immer lösungsorientiert und in unserem

Sinne die Probleme aus der Welt

geschaffen hat.“

Bei der Planung mussten nicht nur das

Wohnen, sondern auch die selbständige

Tätigkeit und damit das Homeoffice

und die Hobbys im Grundriss vereint

werden: „Wir haben mit einem großzügigen

Büro im Erdgeschoss alle Voraussetzungen

dafür geschaffen. Das Büro

ermöglicht es mir, in meiner nebenberuflichen

Tätigkeit als Grafiker auch

Kunden zu empfangen, ohne dass diese

durch die privaten Räume gehen müssen.

Zudem haben wir alle Räume im

Haus entsprechend mit Netzwerk-Anschlüssen

ausgestattet, um auch dort

unabhängig arbeiten zu können“, berichtet

Thorsten Schulte.

Als „Kellerersatz“ wurde ein ziemlich

großes Garagengebäude direkt an das

Haus angebaut, so dass das Bauherrenpaar

immer auf kurzen und trockenen

Wegen direkt in das Haus kommen

kann. Auch der Hauswirtschaftraum

im EG ist sehr zentral gelegen und sorgt

zusätzlich für kurze Wege. Es mangelt

also nicht an Bewegungsfreiraum. Insgesamt

sind die Räume, wie der Bauherr

berichtet „alles in allem recht großzügig

geschnitten und wir freuen uns über

unseren großen Garten von rund 600

m² mit direktem Zutritt aus Küche und

Wohnzimmer.“ Wie wichtig eine gute

Planung für die Zukunft ist, weiß das

junge Bauherrenpaar auch: „Ja, auch das

war für uns ein Thema bei der Planung

(wenn auch nicht das Wichtigste). Unser

Erdgeschoss ist so geplant, dass aus dem

jetzigen Büro im Grunde jederzeit ein

Schlafzimmer entstehen könnte. Auch

das Gäste-Bad im EG haben wir entsprechend

mit einer bodentiefen Dusche

versehen, um im Falle des Falles unabhängig

vom Hauptbad im OG zu sein.“.

Thorsten Schulte und Katharina

Schmidt sind mit den Leistungen, der

Zusammenarbeit mit Zimmermann-

Haus „ohne Übertreibung: wirklich

sehr zufrieden.“ Und so können beide

einstimmig sagen: „Wir würden auch

noch einmal mit der Firma Zimmermann

Haus bauen.” ■

Zimmermann Haus

Mein Haus nach Maß.

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WOLL Herbst 2021 - 47


Oberhenneborn setzt auf

Natur und das „Wir-Gefühl“

Andreas Melliwa

Klaus-Peter Kappest

V

or 36 Jahren ist Schmallenberg-Oberhenneborn

zu einem der attraktivsten Dörfer Deutschlands

gewählt worden. Die Goldmedaille im Wettbewerb

„Unser Dorf soll schöner werden“ war damals eine

große Überraschung – besonders für die Oberhenneborner

selbst. Denn sie hatten eigentlich nicht mehr getan,

als die Schönheit ihrer Heimat ins rechte Licht zu setzen.

Und damit haben sie auch heute noch Erfolg…

Die Augen glänzen noch wie damals, wenn Annette Göddeke

von der Preis verleihung in Berlin erzählt: Fünf Jahre lang

hatten die Oberhenneborner immer wieder am Wettb ewerb

„Unser Dorf soll schöner werden“ teilgenommen, jedes Jahr

war man dem großen Ziel ein Stück nähergekommen. 1985

gelang dann der große Coup. Bundesgolddorf – Oberhenneborn

gehörte zu den 13 schönsten Dörfern Deutschlands.

„Morgens um acht kriegten wir den Anruf“, erinnert sich

die damalige Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins,

„danach war hier Ausnahmezustand!“ Oberhennebor ner,

die bereits auf dem Weg zu Arbeit waren, kehrten wieder

um, die Kirchen glocken läuteten, der Schützenverein ließ

Böllerschüsse los.

Alles begann in der Dorfkneipe

Ohne das gemütliche Frauen- Treffen in „Wüllners Landgasthof“

wäre es wohl nie soweit gekommen. Der damalige

Ortsvorsteher fragte Anfang der 1980er-Jahre vorsichtig

nach, ob denn nicht eine der Damen ein bisschen Zeit hätte,

etwas fürs Dorf zu tun. „Wenn, dann alle von uns!“ war die

Antwort, und die Keimzelle des Dorfverschönerungsvereins

war geboren. Alle weiteren Planungen liefen dann auch in

der Kneipe zusammen, hauptsächlich beim sonntäglichen

Frühschoppen. Der war gesetzt: Pünktlich nach dem letzten

Lied in der Messe ging’s zu „Wüllners“, Warsteiner und

Veltins vom Fass, die dunklen Zigarren machten rechts vom

Tresen die Runde, die hellen links rum.

Feuchtbiotope, Unkraut und Kopfsteinpflaster

„Wir hatten Glück, dass damals ein Umdenken im Wettbewerb

stattfand“, erinnert sich Annette Göddeke, „zuvor

sollten sich die Dörfer zu einer Art Kur ort entwickeln. Jetzt

rückte die Natur, das Dorf als Lebensraum in den Mittelpunkt“.

Das gefiel den Oberhennebornern und sie legten

48 - WOLL Herbst 2021


los: Wilde Wiesen wurden angelegt, Feuchtbio tope,

das alte Kopfstein pflaster unter der dicken Asphaltdecke

hervorgeholt. „Wir haben etwas für uns, fürs

Dorf gemacht, und das hat wohl letztlich den Ausschlag

gegeben!“ sind sich die Oberhenneborner

sicher.

Ein Dorf voller (Foto)Perspektiven

Den Schwung aus der Wettbewerbs zeit haben sie ins

Heute mitgenommen. Medaillen hat es zwar nicht

mehr gegeben, aber das Dorf hat sich behutsam

weiterentwickelt. Zahl reiche Wanderrouten sind

entstanden, wie zum Beispiel die Golddorf-Route

mit Bienenlehrpfad und – als letztes Projekt – die

Fotoroute. Auf dem Rundwanderweg hat der

renommierte Landschaftsfotograf Klaus-Peter Kappest

besonders reizvolle Stellen zum Fotografieren

ausgesucht, auf Schildern gibt er dort Tipps für

optimale Aufnahmen. Der Clou sind fest installierte

Stative, an denen jeder sein Handy oder Fotoapparat

festmachen kann. Wer will, kann auch eine Fototour

mit dem Meister selbst buchen.

Biertresor für Jedermann

Als Geheimtipp entlang der Wanderwege gilt allerdings

der Osterfeuerplatz. Hier hat Annette Göddeke

an ihrem Lieblingsort einen kleinen unterirdischen

Getränkevorrat angelegt. Bier, Limo, Cola und

Wasser, alles da für Jedermann. Die Kasse ist ein

kleines Kästchen und Vertrauenssache. Bodenständiger

Charme im besten Sinne des Wortes. Und so

wollen die Oberhenneborner ihren Ort wei ter pflegen.

Vielleicht reicht’s ja dann doch noch mal für

Böllerschüsse und Glockenläuten. Irgendwann… ■

Golddorf mit Perspektiven

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WOLL Herbst 2021 - 49


Sabina Butz

Anke Kemper

Der Buiterling: Bauen im Sauerland

Prozent der Deutschen leben mietfrei in einer

Wohnung oder einem Haus. 48,6 Prozent

51,4 leben zur Miete. Damit liegen wir europaweit

auf dem niedrigsten Wert, nirgendwo sonst gibt es weniger

selbstgenutztes Wohneigentum als bei uns. Die Gründe für diese

Zurückhaltung dürften vielfältig sein, für den HSK könnten folgende

Fakten eine maßgebliche Rolle spielen:

Da möchte zum Beispiel ein Bewohner der Kreisstadt ein Einfamilienhaus

bauen. Einen Bauplatz hat er geerbt, was für einen

echten Poahlbürger nicht unwahrscheinlich ist. Die Finanzierung

steht, fehlt nur noch die Umsetzung in die Tat: Als Erstes

sucht unser Bauherr einen Architekten. Als Poahlbürger hat

man da natürlich so seine Rücksichtsnahmen zu bedenken. Der

Architekten-Schwager muss bedacht werden, sonst hängt der

Haussegen schief. Vielleicht könnte man aber für die Statik den

Kegel-, Skat- oder Schützenbruder einsetzen? Schwierig, weil

immer einer zu kurz kommt und dann vielleicht verstimmt sein

könnte. Die einzelnen Gewerke, so nennt man die notwendigen

Handwerkerdienste beim Bau, stellen dann ein ähnlich schwieriges

Problem dar, wie die Sitzordnung beim Kommunionskaffeetrinken

oder nächsten Familienfest. Wenn der Installateur oder

der Dachdecker nicht im engsten Familienkreis gefunden werden

kann, dann bestimmt im erweiterten Bekanntenkreis. Schon

wieder dürfte die Entscheidung für diesen oder jenen, bei mehreren

anderen liebenswerten und gleich qualifizierten Freunden

eine Verstimmung auslösen. Den Maler des Innenbereichs, der

sich der Beobachtung von draußen entzieht, könnte man vielleicht

nach Preis-Leistung auswählen, vorausgesetzt, er fährt ein

neutrales Auto. Bei der Gartenanlage könnte man ja selber Hand

anlegen, und so allen Problemen aus dem Weg gehen, wenn da

nicht der angeheiratete Neffe wäre, der sich doch gerade erst

selbstständig gemacht hat und dringend Aufträge benötigt.

Das ganze Dilemma dürfte für den Poahlbürger der einzig denkbare

Anlass sein, einmal den Buiterling zu beneiden, der frei von

solchen Überlegungen, fröhlich seinen Bau vorantreibt. Gönnen

wir es dem Buiterling, er hat ja sonst nicht unbedingt viel zu

lachen. ■

50 - WOLL Herbst 2021


Anzeige

Möbelkauf im Sauerland

Worauf kommt es wirklich an? Ein Blick nach Bestwig zu MMB

W

orauf kommt es beim Möbelkauf an? Auf den niedrigsten Preis? Auf die beste Beratung? Auf ein Café im Haus?

Oder auf die Ausstellung? Pauschal kann man diese Frage nicht per se beantworten. Natürlich ist ein günstiger

Preis wichtig – schließlich will Niemand zu viel bezahlen. Doch dass lautschreierische Rabatte bis zu 50, 60 oder

75% nicht seriös sein können, hat sich mittlerweile nicht nur bei Sauerländer Möbelkäufern herum gesprochen.

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WOLL Herbst 2021 - 51


Großes Lob für „fantastische Entwicklung“

der Hochsauerlandwasser GmbH

Beim Wasser ist

Robert Dietrich in

seinem Element

Paul Senske

S. Droste

Grün sind nicht nur

Dietrichs Schuhe...

W

enn´s ums Wasser geht,

dann ist Robert Dietrich in

seinem Element. Für den

64-jährigen ehemaligen und langjährigen

Technischen Geschäftsführer

der Hochsauerlandwasser GmbH in

Meschede ist Trinkwasser nicht nur

„das Lebensmittel Nr. 1, sondern „es

hat in den letzten Jahren auch eine

enorme Aufwertung“ erfahren. „Das

Produkt ist dank einer noch effizienteren

Aufbereitung besser geworden

und hat eine höhere Akzeptanz erfahren“,

sagt der Diplom-Ingenieur.

Gleichzeitig plädiert er mit Nachdruck

für einen effektiven Schutz und

schonenden Umgang mit der kostbaren

Ressource.

52 - WOLL Herbst 2021


Das Thema Wasser hat für Dietrich immer eine überragende

Rolle gespielt. Dabei wurde der Diplom-Ingenieur für Wasserund

Abfallwirtschaft von seinem Vater Herbert „gelenkt“, der

die gleiche Ausbildung absolviert hatte und als Leiter des Tiefbauamtes

beim HSK u. a. mit dem möglichen Bau der Renautrinkwassertalsperre

nahe Siedlinghausen beschäftigt war.

Die Renautalsperre war 1984 auch Gegenstand der Diplom-

Arbeit von Robert Dietrich, der zuvor als Pionier der Bundeswehr

einen weiteren Bezug zum Wasser hatte. Und „nicht

Wasser genug“: Sein Sohn Lars wurde im Februar geboren,

Sternzeichen Wassermann, seine Tochter Lisa im März, Sternzeichen

Fisch.

Wertschöpfung bleibt in der Region

Dass Dietrich nach dem Studium auch beruflich „was mit

Wasser zu tun haben wollte“, war klar. Nach zwei Jahren

beim damaligen Wasserwirtschaftsamt Hagen arbeitete er

ab 1987 als Werkleiter beim Wasserwerk Meschede. Zum 1.

Januar 2006 wurde Dietrich - neben dem Kaufmännischen

Geschäftsführer Christoph Rosenau - zum Technischen Geschäftsführer

der neu gegründeten Hochsauerlandwasser

GmbH (HSW) berufen. Die HSW ist für die Trinkwasserversorgung

von Bestwig, Meschede und Olsberg zuständig.

„Das kommunale Unternehmen hat eine fantastische Entwicklung

genommen“, betont Dietrich. „Die Wertschöpfung

bleibt in der Region, die Arbeitsplätze sind vor Ort und die

Ansprechpartner sind in der Region verwurzelt.“ Auch überregional

war und ist Dietrich aktiv. Seit 2009 ist er Mitglied

des Präsidiums und seit 2017 stellvertretender Vorsitzender

der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr. Die

AWWR versteht sich als Interessenvertretung des Flusslaufes

Ruhr von der Quelle bis zur Mündung. Sein Mandat läuft

noch bis Anfang November 2021.

„Herzstück“ Wasserwerk Hennesee

Wenn Dietrich auf seine Arbeit zurückblickt („Wir haben

immer als Team gearbeitet und funktioniert“), dann richtet

sich das Augenmerk auch und besonders auf das 2016 in Betrieb

genommene, hochmoderne Wasserwerk Hennesee, in

dem Wasser aus der Hennetalsperre zu Trinkwasser aufbereitet

wird. Es gilt als „Herzstück“ der Trinkwasserversorgung.

Bevor es zum Bau des Wasserwerks kam, hatte der Wasserverband

Hochsauerland mit seinen neun Mitglieds-Kommunen

sowie dem HSK den Plan eines Baus der schon zitierten

Renautalsperre verfolgt, der aber Anfang der 1990er-Jahre

scheiterte. Ein Vergleich mit der Bezirksregierung Arnsberg,

der eine geänderte Planung mit einem geringeren Stauvolumen

vorsah, „versandete“. „Das war schon eine große Enttäuschung

für die Region“, so Dietrich.

Im Hitzesommer 2003 wurde es richtig eng

Daher mussten Alternativen her, um die auftretenden Versorgungsengpässe

in den Griff zu bekommen. Die Kommunen

ertüchtigten ihre Anlagen, der Wasserverband Hochsauerland

nahm rechtzeitig zum Hitzesommer 2003 den 121 km langen

Leitungsverbund auf der Ruhrachse vom Sorpesee bis Medebach

und Hallenberg in Betrieb. 2008 folgte die „Südachse“

Meschede-Eslohe-Schmallenberg „Im Hitzesommer 2003

wurde die Wasserversorgung praktisch mit dem letzten Tropfen

richtig eng“, erinnert sich Dietrich. „Es musste was passieren.“

Gedanken und Pläne reiften, Trinkwasser aus der Hennetalsperre

zu gewinnen, Gespräche mit dem Ruhrverband

als Betreiber folgten. Es dauerte einige Zeit, um die „beste

Lösung“ zu realisieren. Der Baubeginn des Wasserwerks erfolgte2014,

die Inbetriebnahme zwei Jahre später. „Die Einspeisung

des ersten Wassers aus dem Hennesee war mein

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WOLL Herbst 2021 - 53


„Mit dem Wasser sind wir

in der obersten Liga“

- Robert Dietrich

"Wir machen aus jedem Garten

einen Platz zum Wohlfühlen."

Gartenplanung

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Natursteinarbeiten

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und Mauern

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fällungen Gehölzschnitt

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schönstes berufliches Erlebnis. Da ist uns eine große Last von

den Schultern gefallen. Das Wasser ist top, wir sind damit in

der obersten Liga.“ Das Wasserwerk Hennesee versorgt nicht

nur Meschede, sondern auch Bestwig und Olsberg und verkörpert

die interkommunale Ausrichtung des Unternehmens. Die

Hochsauerlandwasser GmbH unterhält heute 15 Wassergewinnungs-Anlagen,

darunter auch den Tiefbrunnen in Bigge.

„Mit der Trinkwasserversorgung sind wir heute sicher aufgestellt“,

betont Dietrich. „Wir dürfen uns aber nicht ausruhen.“

Nachhaltigkeit, Maßnahmen zur Minderung des Klimawandels

mit Trockenheit, Starkregen und Stürmen sowie der

Schutz des Wassers seien unabdingbare Zukunftsaufgaben.

Um den Großteil des „enormen Strombedarfs“ nachhaltig zu

erzeugen, will die Hochsauerlandwasser GmbH im Ruhrtal

östlich von Honsel eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen.

„Das wird eine wichtige Investition.“

Seit Juni 2021 befindet sich Dietrich, der mit seiner Frau Kordula

in Wehrstapel wohnt, in der Freistellungsphase der Altersteilzeit.

Er hat jetzt (mehr) Zeit für die Enkelkinder und sein

Hobby: die Modelleisenbahn. „Darüber freue ich mich.“ ■

54 - WOLL Herbst 2021


MOBILITÄT IN

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WOLL Herbst 2021 - 55


Im Mescheder Rockcafé sind

junge Menschen willkommen

Wichtiger

Freizeit-Begleiter

in der Jugend

Britta Melgert

S. Droste

Es

ist Mittwochnachmittag, 16:00 Uhr. Susi Heinemann

schließt die Türen auf – es geht wieder

los! Das Jugendzentrum “Rockcafé” hat geöffnet.

Peu à peu trudeln die ersten jungen Leute ein. Hier

ist ihr Treffpunkt, ihre Anlaufstelle bei Problemen oder einfach

der Ort, um Freunde zu treffen und Spaß zu haben.

„Das Rockcafé gibt es in der Mescheder Kolpingstraße bereits

seit den 1990er Jahren“, weiß Susi. Träger ist der Verein

SJD, Die Falken Meschede, dessen kommissarischer Vorsitzender

aktuell Susis Ehemann Klaus ist. Beide Eheleute sind

ausgebildete Sozialpädagogen.

Neuanfang mit Susi

Susi blickt zurück: „Ich selbst bin nun seit fast zwei Jahren

als Jugendzentrumsleiterin hier – übrigens als erste Frau

in dieser Aufgabe. Aus dem weiblichen Blickwinkel heraus

musste hier erst einiges passieren, bevor das Rockcafé so

wurde, wie ich es mir vorstelle, angefangen mit einer ordentlichen

Grundreinigung bis hin zur Neuaufteilung des Inventars.

Aber nun ist es der einladende Ort, an dem man sich

wohlfühlen kann und gern Zeit verbringt.

Selbstorganisation und Partizipation

Zeit verbringen – das geschieht beispielsweise beim Billard

spielen, beim Tischtennis oder Kickern. „Im Vergleich zum

Klaus und Susi Heinemann laden ein ins Rockcafé

Schul- oder Berufsalltag soll bei uns die Freizeit selbst gestaltet

werden, und das gänzlich ohne kommerziellen Hintergrund“,

freut sich Susi Heinemann. „Damit es hier aber rund

läuft, mussten wir Regeln für das Miteinander aufstellen. Da

waren die Jugendlichen selbst gefragt, um sich auf Standards

zu einigen, an die sich nun alle halten. Ohnehin stehen bei

uns Selbstorganisation und Partizipation im Vordergrund.

Und wir wollen, dass die Jugendlichen lernen, Verantwortung

zu übernehmen und mit Tugenden wie Pünktlichkeit

und Zuverlässigkeit gestärkt ins Leben gehen.“

Dem, der mal Probleme mit herbringt, sei es aus der Schule,

vom Arbeitsplatz oder aus dem privaten Bereich, versucht man

beizustehen und zu helfen. „Angefangen bei der Klärung von

Spannungen im Klassenverbund über die Orientierungshilfe

bei der Ausbildungsplatzfindung bis hin zur Begleitung von

Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei ihren speziellen

Themen sind wir im Rahmen unserer Möglichkeiten gern für

die Jugendlichen da. Zudem planen und organisieren wir im

Team beispielsweise Ausflüge, Reisen, Schwimmkurse oder

kleine Koch-Events. Das kommt gut an!“

56 - WOLL Herbst 2021


Engagierte Helfer gesucht

Klaus Heinemann, der seinerzeit den Vereinsvorsitz aus

Mangel an weiteren Bewerbern übernommen hatte, appelliert

an alle Interessierte, sich für die ehrenamtliche Arbeit

im Verein, vielleicht auch speziell für sein zur Verfügung stehendes

Amt, zu melden. „Ich kann mir das durchaus auch

für einen verantwortungsbewussten jungen Erwachsenen

vorstellen, zumal sich, nebenbei bemerkt, ein solches soziales

Engagement auch gut in jedem Lebenslauf macht. Mit

dem 18-jährigen Amir Herlitschka beispielsweise haben wir

bereits aus den eigenen Reihen gute Erfahrungen bei dessen

Entwicklung vom Gast zum tatkräftigen Helfer, der öfters

mit ins Rad greift, gemacht.“ Wie aufs Stichwort werden

dabei drei weitere „Helfer“ wach, nämlich die Heinemann-

Hunde Chico, Mei und Kimberly, die uns von Susi als perfekte

Therapiehunde vorgestellt werden; Schmusefaktor inklusive.

Innenaufnahme

Billard

Regionalradio statt dröhnendem Rock

Und so trifft man sich mittwochs bis freitags, manchmal sogar

sonntags, mit durchschnittlich 20 Besuchern aus allen

Bevölkerungsschichten. Mal ist man aktiver – mal wird eher

gechillt. „Was es aber immer gibt, ist Musik“, so Susi Heinemann.

„Diesbezüglich denkt man hinsichtlich des Namens

“Rockcafé” vielleicht an dröhnende Töne à la AC/DC oder

Metallica. Aber bei uns läuft meistens Eins LIVE oder Radio

Sauerland”, sagt sie und lacht, und schließt gegen 20 Uhr,

zufrieden mit dem Tag, die Türen wieder zu. ■

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WOLL Herbst 2021 - 57


Plattdeutscher Arbeitskreis in Velmede

Wai well geren

Plattduitsk kuiern?

Sonja Nürnberger

S. Droste

„S

ünte Meerten is niu kummenas, Niu is et Koren

innebracht, Un schwaak scheynt nau de

Sunne, Düär duistr’re Wolkenpracht.“ Mit

diesem Gedicht werde ich von Karl-Josef Kramkowski und

Franz-Josef Hegener zum Interview begrüßt. Karl-Josef

Kramkowski gründete im Februar 2014 den Plattdeutschen

Arbeitskreis in Velmede, Franz-Josef Hegener ist das

jüngste Mitglied. Beide haben zwar noch einige wenige Erinnerungen

an das Plattdeutsche aus ihrer Kindheit, gelernt

haben sie es jedoch erst in den letzten Jahren – und

sind noch immer dabei.

Karl-Josef Kramkowski und Franz-Josef Hegener (v.l.)

58 - WOLL Herbst 2021


Der Sonnenvogel ist ein Schmetterling

Auf dem Tisch liegen verschiedenste alte und neue Wörterbücher,

Gedichtbände, Kassetten und andere alte Schätze –

alles auf Plattdeutsch. Der Plattdeutsche Arbeitskreis ist ein

offenes Angebot in Velmede, bei dem jedoch auch jeder über

die Grenzen hinaus willkommen ist. Zurzeit sind es etwa

fünfzehn aktive Mitglieder – Männer und Frauen von Calle

bis Messinghausen –, die sich einmal im Monat treffen, um

gemeinsam plattdeutsche Texte zu lesen. „Die gelesenen Texte

übersetzen wir später ins Hochdeutsche“, erklärt Karl-Josef

Kramkowski. „Das geschieht anhand von vorbereiteten Kopien.

Bei den schwierigen Wörtern schreibe ich schon vorher

die Bedeutung daneben.“ Gelesen werden Prosa, Gedichte,

Zeitungsberichte, aber auch Lieder mit plattdeutschen Texten,

die teilweise selbst ausgedacht sind, werden gesungen. „Plattdeutsch

lässt sich sehr häufig vom Hochdeutschen ableiten.

Einiges muss aber auch auswendig gelernt werden, dabei helfen

oft Eselsbrücken“, stellt er fest. „Ein Schmetterling fliegt

durch die Luft, er muss also ein Vogel sein. Er flattert aber

nur, wenn die Sonne scheint. Also sagt der Plattdeutsche dazu

Sunnenviuel, also Sonnenvogel. Diese beiden Wörter nebeneinander

gestellt, versteht man natürlich nicht. Aber wenn

einem einmal diese Verbindung bewusst ist, dann kann man

es sich gut merken.“

wie die Atmosphäre war. Und andersrum stellt sich mir daraus

die Frage: Aus welcher Tradition stamme ich überhaupt?

Denn ich bin ja von meinen Eltern mit dem erzogen worden,

was sie aus ihrer Kindheit mitbekommen haben und dazu gehörte

eben auch die Mundart. Insofern ist das Plattdeutsche

auch ein Rückblick in diese vergangenen Zeiten.“

*Ins Hochdeutsche übersetzt: Wer will gerne Plattdeutsch

sprechen? ■

Regionale Unterschiede

Bedenken muss man allerdings, dass Plattdeutsch häufig sogar

zwischen den einzelnen Orten variiert. „Man lief ja nicht

so gerne über den Berg in das nächste Dorf, sondern blieb

im Tal und hatte dann dort seine Bekannten. Und so sind

die Mundarten im Sauerland sehr häufig an die Orte gebunden.

Die Eversberger, die beispielsweise eher Kontakt zu den

Warsteinern und Hirschbergern hatten, sagen: ui und dui und

mui – also ihr und dir/dich und mir/mich. In Velmede sagen

wir jedoch: ey und dey und mey. In Remblinghausen hingegen

heißt es: oi und doi und moi. Und das geht dann munter

so weiter.“ Franz-Josef Hegener ist über einen Freund auf den

Arbeitskreis aufmerksam geworden: „Einige Worte kommen

aus der Kindheit wieder hoch, wenn wir zusammen sitzen und

lesen. Bei manchen Worten muss ich noch ein wenig überlegen.

Das geht nicht von heute auf morgen, aber je länger ich

dabei bin, desto flüssiger wird es – und dabei unterstützen

wir uns alle gegenseitig.“ Die verwendeten Texte sind zum

Großteil natürlich schon sehr alt. Deswegen sieht Karl-Josef

Kramkowski nicht nur den Erhalt der Sprache als Aufgabe des

Arbeitskreises: „Diese Texte lassen auch ein Stück weit erkennen,

wie diese Menschen damals gelebt und gedacht haben,

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WOLL Herbst 2021 - 59


Nicola Collas

S. Droste

Ute Kirtz-Hackenberg

„Ein kleiner Mensch mit all seinen Facetten

ist für mich immer noch ein Wunderwerk“

Angekommen im Rehweg in Meschede, kommen sofort

Erinnerungen in mir hoch: Wie ich vor zehn Jahren

aus dem Auto steige, meine Tochter aus ihrem Autositz

nehme und sie auf dem Arm die Treppenstufen hochtrage

- zu ihrer Tagesmutter Ute …

Oben angekommen, entdecke ich ein schmiedeeisernes Schild

neben der Tür: „Utes Rasselbande“ lese ich. Das gab es damals

noch nicht. Aber die Türglocke ist noch dieselbe: Eine

Schiffsglocke - die ich bimmeln lasse. Es dauert nicht lange,

schon fliegt die Tür auf und vor mir steht tatsächlich eine

Rasselbande: zwei Jungs und zwei Mädels, die mich teils

forsch, teils schüchtern anschauen. Die Kinder lotsen mich

hinein und mein Blick fällt sofort auf die vielen eingerahmten

Fotos an der Wand im Flur. Meine Tochter entdecke ich

auch: Auf dem Foto sitzt sie am Mittagstisch, einen Löffel in

der Hand, den Mund verschmiert. Ich erkenne das ein oder

andere Kind wieder. 73 Kinder hat Ute Kirtz-Hackenberg als

Tagesmutter in 29,5 Jahren begleitet. Jetzt hat sich die 65-Jährige

zur Ruhe gesetzt.

Keine volle Windeltonne mehr

„Ab sofort steht keine volle Windeltonne mehr vor der Tür“,

erzählt Ute und lacht. In den vergangenen fast 30 Jahren hat

die Tagesmutter viele volle Windeln gewechselt. Ute Kirtz-

Hackenberg erinnert sich noch genau, wie damals alles anfing.

„Im Herbst 1991 besuchte ich ein Seminar für Tagesmütter.

Damals hatte mich eine Bekannte auf dem Markt in

Meschede angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte,

das Kind ihrer alleinerziehenden Tochter zu betreuen. Du

hast drei kleine Kinder, bist zuhause und gelernte Erzieherin.

Das wäre genau die richtige Aufgabe für Dich, meinte die

Bekannte.“ Ute sprach mit ihrem Mann und ihren Kindern

darüber und nachdem ihre ganze Familie die Idee gut fand,

startete die damals 39-Jährige als Tagesmutter - zunächst mit

einem Kind.

Das Jugendamt zahlte zu der Zeit 2,60 DM pro Stunde, das

war eher ein Mini-Taschengeld für Ute. 2006 wurde mit dem

KIBIZ-Gesetz die Betreuung durch Tagesmütter in NRW

professioneller mit Rentenbeiträgen, Krankenkassenbeiträgen

60 - WOLL Herbst 2021


und höheren Stundenlöhnen. Auch wenn sich die Rahmenbedingungen

im Laufe der Jahre verbessert haben, Utes Idee,

wie Kindertagespflege auszusehen hat, ist dieselbe geblieben:

„Für mich ist Kindertagespflege familiennahe Betreuung. Ich

habe die Kinder ins Familienleben mit einbezogen. Zum Beispiel

haben wir mittags zusammen gekocht und auch die Vorbereitungen

zusammen getroffen. Bei mir konnte jedes Kind,

das in den Kindergarten kam, Kartoffeln schälen“, erzählt sie.

Jedes Kind, das in den Kindergarten kam, konnte

Kartoffeln schälen

Während Ute Kirtz-Hackenberg das sagt, steht der kleine

Theo vor uns, hält eine Kuh hoch und sagt: „Muh!“ Paul

hüpft auf Sprungmatten rauf und runter. Florentine meint zu

uns: „Papa, ab!“, was soviel heißen soll wie: Heute holt mich

Papa ab. Pauline beschäftigt sich mit Spielsachen.

Die Rasselbande bestand all die Jahre aus kleinen unterschiedlichen

Persönlichkeiten - für die Tagesmutter mit das

Faszinierendste an ihrem Beruf: „Es war etwas Wunderbares,

so viele kleine Menschen mit ihren Eigenarten zu erleben, sie

begleiten zu dürfen, sie glücklich zu erleben - oder auch mal

mit schlechter Laune. Ein kleiner Mensch mit all seinen Facetten

ist für mich immer noch ein Wunderwerk“, schwärmt

Ute Kirtz-Hackenberg.

Und sie ist auch immer ein bisschen stolz, wenn sie ehemalige

Tageskinder trifft und hört, was aus ihnen geworden ist. „Ich

blättere z. B. immer die Zeitung durch und informiere mich

über die Abiturienten. Ganz oft kann ich sagen, die oder der

war früher auch bei mir.“

Ute Kirtz-Hackenberg wird die Kinder vermissen und auch

den strukturierten Alltag mit der Rasselbande, aber sie freut

sich auch darauf, dass sie künftig mehr Zeit für ihre Enkelkinder

hat. Ute und ihr Mann Uwe sind sechsfache Großeltern,

ihre Kinder und Enkelkinder wohnen alle weiter weg. „In Zukunft

kann ich aber auch mal sagen, ich komme in der Woche

zu euch und unterstütze euch, wenn ihr mich braucht.“

In fast dreißig Jahren hat sie viel erlebt, aber eine lustige Geschichte

wird sie nie vergessen. „Ich hatte ein ehemaliges Tageskind

zu Besuch, das mit uns zu Mittag essen durfte. Seine

Cousine war zu dem Zeitpunkt bei mir und saß auch mit am

Tisch. Irgendwann erzählte mir der Junge, dass er Star Wars

mag. Ich machte das Darth-Vader-Atemgeräusch nach und

zitierte den berühmten Satz aus Star Wars: Ich bin dein Vater.

Daraufhin guckte mich mein Tageskind an und sagte aus

vollem Herzen: ‚Nein, das stimmt nicht. Du bist doch meine

Tagesmutter’“. ■

Abschied als Tagesmutter

Ute und ihre Rasselbande

WOLL Herbst 2021 - 61


Wenn‘s um

Bitcoin & Co.

geht …

raten die

Sparkassen

zur Vorsicht

Rät bei Kryptowährungen zur Vorsicht: Marcus Arens.

Paul Senske

privat

Die Kryptowährungen als digitale Geldeinheiten

schießen wie „Pilze aus dem Boden“. Sind diese

virtuellen Währungen mit dem Bitcoin als

„Platzhirsch“ mehr als ein Nischen-Anlageobjekt mit einer

buchstäblich goldenen Zukunft oder nur spannende

Spekulationsobjekte? Die heimischen Sparkassen jedenfalls

raten ihren Kunden bei Bitcoin, Ethereum, Tether

oder Ripple zur Vorsicht.

„Für mich überwiegen im Moment ganz klar die Risiken“,

sagt Marcus Arens, Direktor und stellvertretendes Vorstandsmitglied

der Sparkasse Mitten im Sauerland. „Nimmt man

beispielsweise den Kurs des Bitcoins, der hatte jüngst eine

wahre Achterbahnfahrt hinter sich. Ungeahnten Kurshöhen

folgten jähe Abstürze. Diese Kursschwankungen sind unkalkulierbar.

Es fehlt ein Regulativ. Bitcoin & Co. sind daher aus

unserer Sicht höchst spekulativ.“

Arens, der den Privatkundenbereich leitet, sieht in den Kryptos

keine Währungen im klassischen bzw. gesetzlichen Sinn:

„Ökonomen definieren Geld über drei wesentliche Funktionen:

Als Zahlungsmittel vereinfacht es den Güteraustausch

sowie die Vergabe und Tilgung von Krediten. Als Recheneinheit

macht es den Wert von Gütern vergleichbar, und als

Wertaufbewahrungsmittel ermöglicht es das Sparen. Das alles

erfüllen Kryptowährungen nicht.“ Daher hält Arens die Bezeichnung

„Digitalwährung“ für irreführend. „Gesetzliche

Zahlungsmittel wie Euro und Dollar werden von den Zentralbanken

und Regierungen kontrolliert und gesteuert. Im

Euroraum dürfen die Europäische Zentralbank (ZB) und die

nationalen Notenbanken - in Deutschland die Bundesbank

- Banknoten in Umlauf bringen. Für die Münzen sind die Regierungen

der Eurostaaten zuständig. Dagegen kann an dem

Rechenprozess, mit dem Bitcoin erzeugt werden, prinzipiell

jeder mitwirken. Bitcoins unterliegen keiner Kontrolle.“

Die Sparkassen registrieren derzeit, dass das Thema Kryptowährungen

an Bedeutung gewonnen hat. „Man spricht darüber

und fragt nach. Von Hype kann aber keine Rede sein“,

betont Arens. „Wir informieren grundsätzlich über Chancen

und Risiken auf diesem Sektor, geben aber keine Empfehlungen

ab.“ Arens weist darauf hin, dass man bei den Sparkassen

62 - WOLL Herbst 2021


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keine Kryptowährungen kaufen kann. Neben der Möglichkeit,

über eine Handelsplattform oder die Börse - die Börse

Stuttgart ist über die BISON App Vorreiter - ins Kryptogeschäft

einzusteigen, gibt es, so Arens, „bei den Sparkassen allerdings

den Umweg über ein Wertpapier an der Entwicklung

des Bitcoins teilzunehmen“. Dabei wird nicht direkt in Bitcoins

investiert: Die Kunden können ihr Wertpapierkonto nutzen

und über die „normale“ Börse Anlagezertifikate kaufen,

die die Wertentwicklung des Bitcoins und anderer Kryptos

abbilden. „Steigt der Bitcoin beispielsweise um fünf Prozent,

steigt auch entsprechend der Wert des Wertpapiers - natürlich

auch umgekehrt. Die Sparkassen als Dienstleister wickeln die

Wertpapier-Transaktionen ab.“

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Beim Blick auf künftige Geldanlagen richtet sich das Augenmerk

der Kunden besonders auf die Themen Nachhaltigkeit

und technologische Weiterentwicklung. Hierbei rückt die sogenannte

„Blockchain-Technologie“ immer mehr ins Rampenlicht.

Sie wurde ursprünglich im Rahmen der Kryptowährungen

entwickelt, geht aber in ihren Anwendungsmöglichkeiten

inzwischen weit darüber hinaus. Blockchain („Blockkette“)

ermöglicht sichere, nicht manipulierbare Transaktionen im

Netz, schafft u. a. Raum für automatisierte Geschäftsprozesse

oder ermöglicht direkten und schnellen Zahlungsverkehr -

ohne Intermediär (Vermittler). „Blockchain hat Zukunft und

ist nachhaltig“, erklärt Arens. „Auch industrielle Anwendungen

und staatliche Prozesse sind auf dieser Basis darstellbar.

Wenn sich Kunden mit diesem Thema beschäftigen, so können

wir ihnen die in diesem Bereich weltweit operierenden

Technologiekonzerne nennen und entsprechende Empfehlungen

für Aktien und Fonds geben.“

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Arens sieht den Markt derzeit in starker Bewegung. „Im Moment

ruckelt alles. Wir nehmen das wahr, beobachten die

Trends, werden uns als Sparkasse darauf einstellen und entsprechend

reagieren.“ ■

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Fusion zur Sparkasse Mitten im Sauerland

Die Sparkasse Meschede-Eslohe, die Stadtsparkasse

Schmallenberg und die Sparkasse Finnentrop haben sich

am 1. August 2019 zur Sparkasse Mitten im Sauerland

zusammengeschlossen. Sie ist damit eine Zweckverbandsparkasse

der Städte Meschede und Schmallenberg sowie

der Gemeinden Eslohe und Finnentrop. Der Vorstandssitz

befindet sich in Meschede. Die Bilanzsumme im letzten

Jahr betrug 1,619 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen

beliefen sich auf 1,238 Milliarden Euro.

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WOLL Herbst 2021 - 63


Die große Zeit des Schürener

Flugplatzes soll nicht vergessen werden

Grunau Baby IIb - fliegen wie anno dazumal

Britta Melgert

S. Droste

Die letzten Arbeiten sind erledigt.

Die Prüfer waren

da und die Genehmigung

zum Flugbetrieb wird in den nächsten

Tagen erwartet. Stolz und voller Vorfreude

präsentieren die Mitglieder des

Historischen Flugsportvereins ihr altes

Holzflugzeug, in dessen Restaurierung

sie unzählige Arbeitsstunden, Mühe

und Schweiß und auch viel Geld investiert

haben: ihr Grunau Baby IIb.

Mit dem Segelflugzeug aus dem Jahr

1954 werden wir Sauerländer künftig

beim Blick in den Himmel immer mal

wieder an Schürens bemerkenswerte

Historie erinnert.

Blicken wir jedoch zunächst weit zurück.

Im Jahr 1930 kehrte der Stockhausener

Arnold Flues nach seinem Studium als

Lehrer zurück nach Meschede. Im Gepäck

hatte er seine neu entstandene

Begeisterung und das Know-how fürs

Segelfliegen. Die noch in den Kinderschuhen

steckende Luftsportart machte

nun auch im Sauerland von sich reden.

Es fanden sich schnell einige abenteuerlustige

Männer aus der näheren und weiteren

Umgebung, die bei Flues Flugstunden

nahmen und gemeinsam mit ihm

an dem klapperigen Flugzeug werkelten.

Das Geld für das benötigte Material -

man bedenke die Zeit - werden sie sich

quasi vom Munde abgespart haben.

6.000 Zuschauer beim

Flugtag am Sündelt

Dann die Sensation: Meschede stand

Kopf, als zu Pfingsten 1932 anlässlich

eines Flugtages am Sündelt rund 6.000

Zuschauer die tollkühnen Segelflieger sehen

wollten. Die wachsende Popularität

machte eine geeignete Heimatbasis für

den Segelflugsport erforderlich. Bauer

Grewe aus Schüren zeigte ein Herz für

die jungen Flieger und stellte mit seinen

Bergwiesen ein ideales Areal zur Verfügung,

wo nicht nur geflogen werden

konnte, sondern auch eine Flugschule

entstand. Kost und Logis, z. T. im Heu,

gab’s bei Grewes oder in Herbergen in

Benannt nach dem Unterstützer

des hiesigen Flugsports

Blick ins Cockpit

64 - WOLL Herbst 2021


Mitglieder des Vereins vor dem alten Lernflugzeug (Schulgleiter):

Bodo Kirtz, Frank Hofmann, Ute Kirtz-Hackenberg, Jonas Hoffmann,

Jörg Kirtz und Katharina Milke (v.l.)

der Nähe. Später wurden Hallen und Baracken gebaut. Bereits

im Jahr 1932 waren hier im ansonsten eher beschaulichen Schüren

stets rund 300 junge Flugschüler gleichzeitig untergebracht.

Erinnerungen sollen

lebendig bleiben

Wer heute den Flugplatz in Schüren besucht, kann dessen früheren

Ruhm nur noch erahnen. Neben wenigen kleinen Chartermaschinen

dient er im Wesentlichen den Freizeitfliegern,

sowie als Standort der Flugschule. Damit jedoch die alten Geschichten

nicht in Vergessenheit geraten, gründeten Interessierte

2018 den Historischen Flugsportverein Meschede, der sich für

den Erhalt des alten Gebäudes einsetzt und die Erinnerungen

lebendig halten möchte. Jörg Kirtz, Gründungsmitglied und

erster Vorsitzender, erzählt: „Wir organisieren Ausstellungen

mit unserem alten Lernflugzeug und kümmern uns z. B. um

die Aufbereitung und Veröffentlichung des historischen Fotomaterials.“

Ich bastle mir ein Flugzeug –

mit Bauplänen aus der

Sonntagszeitung

Und nun: „Richtig, das eigene Grunau Baby IIb“, so Jörg

Kirtz. Sein Bruder Bodo, der Archivar des Vereins, ergänzt:

„Diese Segelflugzeuge wurden ab 1930 bis in die 1950er

Jahre hinein gebaut. Sie waren damals die weltweit meistgebauten

Segelflugzeuge überhaupt.“ Er schmunzelt. „Inspiriert

durch die Veröffentlichung der Baupläne in einer

Sonntagszeitung fühlten sich seinerzeit auch viele Hobby-

Flieger berufen, sich mit viel Fleiß ein eigenes Segelflugzeug

zu ‚basteln‘. Das waren besondere Zeiten. Denken Sie mal an

den Rühmann-Film ‚Quax, der Bruchpilot‘, der diese Aufbruchstimmung

gut wiedergibt.“

In Erinnerung an Bauer Grewe

„Ganz ohne tollkühnen Aktionismus, sondern mit den Sicherheitsvorschriften

der heutigen Zeit, wurde der neue

Stolz unseres Vereins in den letzten Monaten so aufbereitet,

dass er wieder flugfähig wurde, nachdem er jahrelang in Dänemark

auf dem Abstellgleis in Vergessenheit geraten war“,

berichtet Bodo Kirtz. „Und zum neuen Start wurde das

Schürener Grunau Baby nun auch neu benannt. In Erinnerung

an die alten Zeiten und den großzügigen Unterstützer

des hiesigen Flugsports haben wir uns für den Namen ‘Bauer

Grewe‘ entschieden.“ ■

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WOLL Herbst 2021 - 65


Idylle am Ruhrufer in der

ehemaligen Pension Waldeck

Ein Haus geprägt

von Gastfreundschaft

Anke Kemper

S. Droste

1932

erbaut, war es das erste Haus am

Küppelweg in Freienohl. Helene

Rocholl führte dort die Pension

Waldeck bis 1962. 1995 wurde das Gebäude aufwendig

grundsaniert und wird jetzt von Dorothee Hüster und

ihrer Familie bewohnt.

Die meisten Gäste kamen aus dem Ruhrgebiet in den damaligen

Luftkurort Freienohl. Dass man hier in dieser Idylle

mit Blick auf die Ruhrauen und auf den Küppel, damals wie

heute Erholung findet, erschließt sich dem Betrachter sofort.

Das imposante Gebäude mit ca. 300 qm Wohnfläche wurde

aufwändig grundsaniert. Die damalige Wirtschaftsküche zu

Wohnraum verwandelt und der Essensaufzug zu einem Kamin

umfunktioniert. Dorothee Hüster hat sich mit ihrer Familie

ein Refugium geschaffen und mit viel Liebe das Haus

geschmackvoll gestaltet und eingerichtet. „Das ein oder andere,

das der Sanierung zum Opfer fiel, hätte man heute schon

gerne genauso wieder“, erzählt die 53-Jährige und schwärmt

von den alten Schiebefenstern und den Schachbrettfliesen

im Haus. Aber das Sahnehäubchen ist wohl der Garten mit

altem Baumbestand und direktem Zugang zum Ruhrufer.

Auf dem ca. 1.900 qm großen Grundstück gibt es lauschige

Plätzchen und viele Möglichkeiten zum Entspannen. Und

das nicht nur für die Eigentümerin. Die Ferienwohnung im

Souterrain ist ständig vermietet. Die Gäste genießen neben

den Wander- und Radwegen sowie Ausflugsmöglichkeiten

in der Umgebung vor allem die erholsame Ruhe. Und hier

schließt sich der Kreis von der ehemaligen Pension Waldeck

zu einem modernen Ruhr-Idyll. ■

66 - WOLL Herbst 2021


Anzeige

Karriere bei BMS Industriebau Brilon

Weil einfach alles passt

Tim Sumkowski

Marcel Schneider (v.l.)

M

it seiner Entscheidung

für eine Ausbildung zum

Konstruktionsmechaniker

bei BMS Industriebau in Brilon hat

Marcel Schneider den Grundstock für

seine Karriere gelegt. Heute ist der

38-jährige Industriemeister und für

die Arbeitsvorbereitung in der Abteilung

„Kleinteile“ zuständig.

Wie viele andere auch, stand er nach

seinem Schulabschluss vor der schwerwiegenden

Entscheidung, welcher Beruf

der richtige für ihn ist. Dass es ein

technischer Beruf sein soll, stand für ihn

außer Frage. Der Beruf des Konstruktionsmechanikers

sprach ihn besonders

an. Der Bontkirchener bewarb sich bei

mehreren Unternehmen, musste sich

schließlich zwischen zwei Firmen entscheiden.

An erster Stelle war für ihn

wichtig, eine qualifizierte Ausbildung

mit guten beruflichen Perspektiven zu

erhalten. Wenn das Betriebsklima dazu

passt – umso besser.

Eine qualifizierte Ausbildung

Motiviert startete Marcel Schneider in

das Berufsleben und stellt schon bald

fest, dass seine Erwartungen voll erfüllt

und sogar noch übertroffen wurden.

Umso erfreuter war er dann auch, dass

er nach Ende der Ausbildung von BMS

übernommen wurde. „Die Übernahmechancen

bei uns sind sehr gut“, betont

Schneider. „Weil wir versuchen, junge

Leute heranzuführen und die auch gern

übernehmen.“

Der nächste Schritt

Nach einigen Jahren als Konstruktionsmechaniker

„bot es sich an, den nächsten

Schritt zu gehen.“ Und das bedeutet die

Ausbildung zum Industriemeister, die er

dann in Arnsberg begann. Seine Nachfrage

über einen möglichen Einsatz als

Meister bei BMS, beantwortete man

ihm damals damit, dass „der Arbeitsplatz

schon für mich vorgesehen war.“

Ständige Fortbildung

Im Briloner Unternehmen ist man generell

sehr offen für Fortbildung. Davon

konnte auch Marcel Schneider profitieren.

Mit dem Meisterbrief in der Tasche

ließ er sich nicht nur zum Schweißfachmann

fortbilden lassen, sondern – weil

ein großer Auftrag in den USA anstand

– auch zum VT2-Prüfer (Sichtprüfung

an Schweißnähten).

Eine qualifizierte Ausbildung, beste

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

– bei BMS Industriebau hat es für Marcel

Schneider von Anfang an gepasst.

Dass das Unternehmen auf Nachhaltigkeit

bedacht ist und die Qualifizierung

als „Familienfreundliches Unternehmen“

besitzt, sind weitere Vorteile. Last,

but not least gefällt ihm auch das Betriebsklima,

denn „das ist top“, so Marcel

Schneider. ■

Hier geht’s zum Video:

BMS Industriebau

Alte Heeresstraße 25 | 59929 Brilon

www.bms-industriebau.de

Partner der Big Six

WOLL Herbst 2021 - 67


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68 - WOLL Herbst 2021


Mode anno dazumal

Von Sauerländer Hampelmännern und Rümpken

Christel Zidi

Anke Kemper

N

och bis Mitte des 20. Jahrhunderts

hatte “Leibwäsche”

den vorrangigen Zweck,

seinen Besitzer zu wärmen. Das

scheint sehr lange her bei einem

Blick in die Auslage heutiger

Dessousläden.

Unsere Leserin M. Schäfer kann

sich noch an ganz andere Kleidungsstücke

erinnern: „Der ‚Hampelmann’

war früher eine Unterhose

für junge Burschen. Etwas längere Ärmel

und Beine. Hinten wurde zugeknöpft. Und es

gab einen Hosenklapp (für hinterlistige Zwecke)“,

erinnert sich die Brilonerin.

„Dann gab es noch ein Rümpken (Leibchen)

aus Baumwolle zum Knöpfen. Daran waren

an den Seiten Knöpfe und langes Lochgummiband.

Unten waren die Kneifer,

um die langen Wollstrümpfe festzuhalten.“

Hört sich nicht unbedingt nach

“Wohlgefühl beim Tragen an”... Mit

dem Aussehen der Unterwäsche haben

sich auch die Namen geändert. Ob

moderne Leibwäsche allerdings immer

bequem ist, darf man beim Anblick z. B. eines

Stringtangas allerdings doch bezweifeln. ■

WOLL Herbst 2021 - 69


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Olsberger Hütte Anfang des 20. Jahrhunderts

444 JAHRE AM

FUSSE DES OLSBERGS

Sonja Funke

Olsberg GmbH

Mächtig prangt er über der Stadt: der 703 Meter hohe Olsberg ist das Wahrzeichen der gleichnamigen

HSK-Kommune. Ohne das heimische Gestein, das Sauerländer Eisenerz, indes gebe es auch ein Unternehmen

nicht, das zu seinen Füßen liegt: die Olsberg GmbH. In diesem Jahr besteht die „Olsberger Hütte“,

wie sie im Volksmund genannt wird, seit 444 Jahren und ist eines der ältesten Familienunternehmen Deutschlands.

Sie ist mit Geschichte und Identität der 14.500-Einwohner-Stadt unmittelbar verbunden.

Glühend rot fließt das 1.400 Grad heiße Metall in die Form.

Es ist vollbracht, ein neues Gussstück hergestellt. In der

Olsberg GmbH werden heute hochwertige Produkte für den

internationalen Maschinenbau hergestellt.

Eisenverhüttung ist ein uraltes Geschäft, schon bei den Germanen

wurde sie nachgewiesen. In Olsberg nahm alles am

Gießereibelegschaft 1880 Die Gießerei 1935

Eisenberg seinen Anfang. 1577 wurde die Olsberger Eisenhütte

mit eigener Erzförderung erstmalig urkundlich erwähnt,

um 1700 wurde ein Hammerwerk an den Verhüttungsbetrieb

angeschlossen, es konnten Schmiedeeisen hergestellt werden.

Mit dem Abriss der alten Eisenhütte und dem Neubau eines

modernen Industriebetriebs wurden im Jahr 1823 die Weichen

für die Zukunft gestellt. Eine Dampfmaschine und der Bau

des ersten Kupolofens brachten

den Durchbruch hin zur

Eisengießerei. „Heute schmelzen

wir hochwertiges Gusseisen,

um daraus Produkte wie

zum Beispiel Motoren- und

Pumpengehäuse für namhafte

Maschinenbau-Unternehmen

herzustellen. Dafür

setzen wir zu mehr als 90 Prozent

metal lische Schrotte ein,

es handelt sich also um einen

hochgradigen Recyclingpro-

70 - WOLL Herbst 2021


Olsberg GmbH heute: Moderner Standort mitten im Grünen

zess“, betont Ulrich Herrmann, einer der beiden Geschäftsführer

des Unternehmens.

Die Olsberger identifizieren sich mit ihrer „Hütte“ und

nicht selten arbeiten hier Einheimische in der dritten,

wenn nicht sogar vierten Generation ihrer Familie. „Und

das betrifft ganz unterschiedliche Bereiche. Waren Großvater

und Vater zum Beispiel in der Produktion beschäftigt,

arbeitet der Sohn heute in der Verwaltung“, sagt

Stefan Osebold, Geschäftsführer. Auch das Unternehmen selbst

hat eine langjährige, bis heute anhaltende Familiengeschichte.

Wie keine andere prägte Anfang des 20. Jahrhunderts die Hütten-Chefin

Ida Kropff-Federath das Unternehmen und den

Ort. Die von ihr gegründete Stiftung kümmert sich bis heute

um das Wohl von Kindern und Jugendlichen in Olsberg. Nach

ihrem Tod im Jahre 1918 wurden die Unternehmensanteile von

drei Nichten und Neffen übernommen. Die drei Familien bilden

bis heute den Gesellschafterstamm.

„Tradition und Innovation gehören bei uns untrennbar zusammen“,

betonen die beiden Geschäftsführer. Das Unternehmen

schöpft aus seiner Erfahrung und hat über die Jahrzehnte

gleichzeitig immer wieder bewiesen, dass es sich neu aufstellen

kann, wenn dies der Markt erfordert. Die Gießerei ist bis heute

das Herzstück der Firma. „Noch vor mehreren hundert Jahren

bis hin in die 70er Jahre haben wir viele Produkte für den Endverbraucher

hergestellt. Heute fertigt unsere Grauguss-Sparte

Ausgezeichnetes Design: Olsberg PALENA Compact

mit schneeweißer Keramikabdeckung

High-Tech Gussprodukt für die Industrie

Die Olsberg GmbH hat drei Geschäftsbereiche: die

Gießerei, das Feinblechwerk sowie die Kamin- und

Pelletöfen-Sparte zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren

Energien. Im Bereich der raumluftunabhängigen

Kaminöfen ist das Unternehmen Weltmarktführer.

Zurzeit beschäftigt das Unternehmen 260 Mitarbeiter

an seinen Standorten in Olsberg, Brilon und

Königshütte/Harz, davon 210 in Olsberg. Der Umsatz

liegt bei rund 60 Mio. Euro im Jahr.


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Moderner Olsberg Ofen

Feinblechtechnik für Industriekunden

vor allem für die Industrie“, sagt Ulrich Hermann. Von Waffel-

und Bügeleisen über Grabkreuze bis hin zu Gussfenstern

machte sich das Unter-

nehmen einen Namen,

gekrönt wurde dies

mit der Herstellung

von Kochherden und Zimmeröfen aus

Guss.

Die Olsberg-Öfen sind bis heute geblieben,

als eine weitere Sparte des Unternehmens.

Wäh- rend wunderschön

verzierte gusseiserne

Exemplare im Eingangsbereich

der Ver-

waltung an frühere

Zeiten erinnern, finden sich im

Kundencenter zum Beispiel moderne

Scheitholz- und Pellet- öfen mit neuester

Steuerungstechnik. Diese Heiz- geräte sorgen für wohliges

Ambiente in heimischen Wohnzimmern.

Aus der Fertigung für Elektrospeicherheizungen, die vor wenigen

Jahren eingestellt wurde, ist das dritte Standbein des

Unternehmens hervorgegangen: die Feinblechtechnik. Hier

sind modernste Blechbearbeitungsmaschinen wie Laser- und

Stanzanlagen im Einsatz. Diese Unternehmenseinheit fertigt

zum Beispiel Bauteile für Kühlregale ebenso wie Wechselrichter-

oder Schaltschrankgehäuse. Kunden sind ebenfalls namhafte

Industrieunternehmen.

Olsberg ist ein

attraktiver Arbeitgeber

Stolz und unverrückbar blickt der Olsberg auf das Unternehmen.

Mitarbeiter sind gekommen und gegangen, es wurde gebaut

und verändert. 444 Jahre sind ein stolzes Alter und sie

bergen ihre ganz eigene Verpflichtung. Dass es erfolgreich weitergeht,

daran arbeitet die gesamte „Hütten-Familie“. ■

Hätten Sie´s gewusst?

Es gibt nur wenige Unternehmen, die in Reinform

nach dem Ort benannt sind, in dem sie ihren Standort

haben. Dass ein Betrieb wie die Olsberg GmbH auch

noch direkt unterhalb des gleichnamigen Berges liegt,

dürfte einzigartig sein.

1972 gelang Olsberg mit dem „Hobby-Gussgrill“ ein

Verkaufsschlager, der bis heute von vielen genutzt wird

und einen hohen Nostalgiefaktor hat. Es wurden rund

1 Mio. Exemplare verkauft.

Olsberg GmbH | Hüttenstraße 38 | 59939 Olsberg

02962 / 805 - 0 | www.olsberg.com

72 - WOLL Herbst 2021


Kuhgeflüster im Herbst

Kuhgeflüster im Herbst

Peter P. Neuhaus

Vom Mittelmaß

von Peter P. Neuhaus

Die Kuh flog niemals auf den Mond,

sah nie Amerika.

Sie ist zufrieden, wo sie wohnt –

wie Tante Erika.

Die Kuh schrieb niemals ein Poem,

obwohl sie’s sicher kann.

Sie fuhr nicht selbst nach Bethlehem,

sie schickte ihren Mann.

Sie schnurrt nicht und sie haart nicht sehr,

taugt nicht als Kind-Ersatz.

Sie fährt nicht mit dem Nahverkehr,

zahlt Standardsteuersatz.

Ist keine, die sich groß beschwert,

braucht keine Majestät,

geht ungern nur ins Jazzkonzert,

sah niemals Breaking Bad.

Sie denkt nicht übers Große nach,

das Ganze juckt sie kaum.

Und liegt sie dann im Schlafgemach,

vergisst sie Zeit und Raum.

Die Kuh, sie ist zufrieden schon

mit wenig. Von derWelt

erwartet sie nicht Gotteslohn,

nicht Auto, Haus, nicht Geld.

Die Kuh isst nicht beim Sternekoch

und trinkt nur selten Gin.

Am Abend sagt sie:„Sicher doch …“

und legt sich friedlich hin.

Sie hofft nicht auf den großen Spaß.

Sie ist und bleibt bloß: Kuh.

Ist glücklich mit dem Mittelmaß,

genau wie ich und Du.

Die Comic von Rüdiger Tillmann und die Gedichte von Peter P. Neuhaus finden Sie

im Buch "Kuhgeflüster – Geschichten und Gedichte aus dem Sauerland"

15,90 € / ISBN-978-3-943681-63-5 / Erschienen im WOLL-Verlag

Erhältlich im www.woll-onlineshop.de oder in den Sauerländer Buchhandlungen

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„Das ganze Buch ist gut.“

Thomas Gsella

Auf den sauerländischen Weiden und in den dunklen

Wäldern der berühmten Mittelgebirgs region zwischen

Ural und französischem Zentralmassiv tummeln sich Tiere,

die sich allerlei zu erzählen haben.

Das wird von Rüdiger Tillmann genaustens beobachtet

und in bunten Cartoons festgehalten. Und darüber muss

man Worte verlieren. Also reimt Peter P. Neuhaus, was

die Tierwelt hergibt.

Immer wieder steht im Zentrum dieser Beobachtungen

die Kuh, die Symbolfigur des Lands der tausend Berge, in

dem am Ende der Geschichte manchmal sogar Cowboys

gen Horizont ziehen sollen. Und wenn die grad nicht da

sind, tut’s eben die Kuh.

Geschichten und Gedichte aus dem Sauerland R. Tillmann / P. P. Neuhaus

ÜSTER

Rüdiger Tillmann Peter P. Neuhaus

KUHGEFLÜSTER

WOLL Herbst 2021 - 73

aus dem Sauerland


Der alte Plackweg führt von Kloster Himmelpforten bis Brilon-Esshoff

Auf uralten Wegen

Christel Zidi

Georg Giannakis

74 - WOLL Herbst 2021


Ob

der Sachsenherzog Widukind,

der Name bedeutet

übrigens Waldkind,

im achten Jahrhundert mit

seinem weißen Ross tatsächlich über

die Höhen des Arnsberger Waldes gestürmt

ist, ist zumindest vorstellbar.

Auf jeden Fall hatte er von den Bergkämmen

aus sicherlich auch eine tolle

Rundumsicht.

Natürlich nicht ganz so atemberaubend,

wie vom 35 Meter hohen, architektonisch

hochinteressanten Lörmecketurm,

der eine Panoramasicht vom Hochsauerland

über den Haarstrang und die Westfälische

Bucht bis hin zum Teutoburger

Wald bietet.

Der 2008 eröffnete Turm befindet sich

unweit des Plackweges, eines uralten

Handelsweges. Genauer gesagt auf einem

älteren Zweig des Plackweges, 300

Meter westlich des Kamm-Hauptgipfels

(581,5 Meter ü. NN), der in Richtung

Kallenhardt führt.

Vom ehemaligen Kloster Himmelpforten

über den Stimmstamm bis nach Brilon-

Esshoff verlief die Handelsstraße. Am

Warsteiner Kopf kreuzte er einen anderen

Handelsweg, den Kriegerweg, der

von Siegen nach Paderborn führte. Noch

heute sind die Spuren der Pferdegespanne

in den tiefen Hohlwegen erkennbar.

Die gleichnamige, 143,23 km lange

Wanderstrecke (X 1) des Sauerländischen

Gebirgsvereins verläuft von Hagen bis

zur Diemeltalsperre. Dieser Weg ist auch

mit dem Fahrrad befahrbar. Dem, der

nicht gerade mit einem E-Bike unterwegs

ist, sondern mit einem ganz normalen

Drahtesel, wird sich der Name des Plackweges

schon bald erschließen. Denn

einer Deutung nach stammt das Wort

„Plaggen“ von „plack“ oder „placken“,

also „sich anstrengen“. ■

WOLL Herbst 2021 - 75


Zum Gottesdienst läuten die Pastorensöhne

die Kirchturm-Glocken per Hand

Die jungen Glöckner von Bredelar

W

enn Silas Pape (12) und sein Bruder Julius (16) jeden Samstagabend

spätestens um Viertel vor sechs zu Hause sein müssen, dann

wundert das ihre Freunde schon lange nicht mehr. Sie wissen: Die

beiden müssen zum „Beiern“. So wird traditionell das Anschlagen der Kirchenglocken

per Hand bezeichnet. In Deutschland ist das Beiern vor allem im

Rheinland Brauch. Im sauerländischen Marsberg-Bredelar geschieht es deshalb

auch eher aus der Not heraus…

76 - WOLL Herbst 2021

Andreas Melliwa

sabrinity

Julius, Markus und Silas Pape


Bis vor zwei Jahren konnte Pfarrer Markus Pape die Glocken

„seiner“ Kirche in Bredelar noch bequem elektrisch

schwingen lassen. So wie es in den allermeisten Kirchen im

Sauerland üblich ist. „Doch unser Turm hat leichte Risse bekommen.

Nicht dramatisch, aber zusätzliche Erschütterungen

tun ihm nicht gut. Da haben uns Experten geraten, auf

das Schwingen der Glocken zu verzichten.“ Doch ein Gottesdienst

ohne Kirchenläuten – unvorstellbar. Und auch auf

das samstägliche Abendläuten um sechs wollten und sollten

die Bredelarer nicht verzichten. Deshalb blieb nur noch der

Handbetrieb.

Allerdings fiel Vater Markus Pape dafür aus. 60 Stufen rauf

in den engen Glockenschacht, und 60 Stufen wieder runter

– das ist selbst für den sportlichen Pfarrer vor dem Gottesdienst

nicht zu machen. Und so dürfen die beiden jüngsten

Söhne ran.

Abendläuten als Mini-Konzert

Julius und Silas Pape

Die finden das cool - und ihre Freunde auch. Wenn die

Glocken erklingen müssen, krabbeln Silas und Julius in

die Turmspitze, wo zwei Glocken übereinander hängen.

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WOLL Herbst 2021 - 77


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Viel Platz ist nicht. Der kleinere Silas

sitzt an der oberen Glocke auf einem

schmalen Brett, unter ihm gegenüber

der schon ziemlich große Julius.

Mit einer Leine ziehen sie dann den

Klöppel der Glocke gegen die innere

Glockenwand, die Glocke selbst bleibt

starr. Beide tragen natürlich einen Gehörschutz,

denn es wird laut. Richtig

laut.

Sie sind im Laufe der Zeit ein eingespieltes

Team geworden. Denn das

Läuten der Glocken erfolgt nach einer

festgelegten Reihenfolge, nach einer

Art Melodie. „Da ist ein gutes Rhythmusgefühl

gefragt“, erklärt Silas, „Da

verstehe ich mich mit Julius blind.

Wenn Papa mal aushilft, muss ich

mich schon mehr konzentrieren. Der

hat’s nicht so damit…“

Beim samstäglichen Abendläuten läutet

Silas zunächst fünf Minuten die

kleine Glocke. Dann gibt es drei mal

drei Schläge mit der großen Glocke,

und anschließend läuten beide Glocken

im Wechsel. Das gesamte „Konzert“

dauert exakt 15 Minuten. Dabei

kommen die Jungs auf bis zu 46

Schläge in der Minute.

Der Herr Pfarrer kommt

ins Schwitzen

Feingefühl ist auch bei Sondereinsätzen

gefordert, zum Beispiel, wenn bei

Beerdigungen der Trauerzug von der

Kirche zum Friedhof läuft. So lange

müssen die Glocken läuten – allerdings

verschwindet der Tross schnell

aus dem Sichtbereich des Turms.

Also schätzen die Jungs die Zeit bis

die Trauernden das Grab erreichen –

bisher hat es immer gut hingehauen.

Pfarrer Pape kommt dagegen zum

Beginn des Gottesdienstes schon mal

ins Schleudern: Beginn ist nämlich,

wenn seine Söhne mit dem Handläuten

aufhören. Ist er dann noch auf

dem Weg vom Pfarrhaus zur Kirche,

rauscht er schon mal mit fliegendem

Talar hinter den Altar…

Die Glöckner sitzen in

der ersten Reihe

Im Winter ist der Einsatz im Glockenturm

allerdings öfters eine Herausforderung.

„Dann geht’s mit Taschenlampe

die Stufen rauf, und auf

die Sitzbretter weht auch schon mal

eine Schicht Pulverschnee“, erzählt

Silas und lacht, „Das I-Tüpfelchen

sind dann die leicht angefrorenen

Plastik-Ohrenschützer!“ Allerdings

werden die beiden durch einen fulminanten

Fernblick entschädigt. Besonders

in der Silvesternacht haben

sie eine Premium-Sicht auf das Feuerwerk,

weit über Marsberg hinaus.

„Einfach nur cool“ – finden die beiden

Glöckner von Bredelar. ■

78 - WOLL Herbst 2021


Huckepack-Apfel

sabrinity

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Das Wort “Huckepack” lässt Erinnerungen an die Kindheit wach

werden. Was damit gemeint ist, weiß jeder: etwas auf dem Rücken

tragen. Der erste Wortteil “Huck” stammt vom Wort “hucken” ab

und bedeutet “eine Last tragen”. Beim zweiten Wortteil “pack” sind sich die

Sprachforscher nicht sicher. Entweder ist damit der Rücken (niederdeutsch:

Back) oder das Bündel (mittelhochdeutsch: Pack) gemeint. Gerhard Frese

aus Brilon-Madfeld hat diesen Huckepack-Apfel in seinem Garten entdeckt.

Der große und der kleine haben nur einen gemeinsamen Stiel. Fruchtstiele

sind übrigens mehr als nur eine Aufhängung, über sie erhält die Frucht alles,

was sie zum Wachsen benötigt. (c.z.) ■

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Leben im Kloster Oelinghausen

Ruhe und Kraft finden bei

der „Königin des Sauerlandes“

Julius Kolossa

Tom Linke

Gemeindeteam Oelinghausen

K

loster Oelinghausen

übt eine besondere

Faszination auf Besucher

aus. Das altehrwürdige

Klostergebäude strahlt von außen

Ruhe und Gelassenheit aus, während der Kircheninnenraum

einen warmen, vom barocken Altar und der Orgel

kommenden Glanz ausstrahlt. In der Krypta lenkt nichts

vom Wesentlichen ab, dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden

Gnadenbild der Mutter Gottes mit Jesus Christus

auf ihrem Schoß. Kerzen brennen Tag und Nacht davor.

„Hier ist ein Ort der Kraft“, weiß Schwester Maria Gabriela von

den Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel (SMMP). Im

November sind es 30 Jahre, die sie hier als Therapeutin tätig ist.

„Mein Orden hat seinerzeit die Nachfolge der Mariannhiller

Missionare übernommen.“ Seit sechs Jahren wird die ausgebildete

Ergotherapeutin von Schwester Lucia Maria im Klosterkonvent

unterstützt. Schwester Lucia Maria ist verantwortlich

für die Wallfahrtsseelsorge.

„Wenn wir sichtbar sind, werden wir auch

angesprochen“ – Sw. Maria Gabriela

Beide Ordensschwestern suchen und finden täglich neue Begegnungen

mit Besuchern vor Ort. „Hier kann man Ruhe ganz

anders erleben“, hat Schwester Lucia Maria festgestellt. Sie hatte

zuvor in einem Jugend- und Erwachsenenhaus in Heiligenstadt

in Thüringen gearbeitet. Dem Ruf ihres Ordens zum Kloster

Oelinghausen folgte die studierte Gemeindereferentin und lebt

jetzt im Sauerland an jenem Ort, an dem täglich die Menschen

auf der Suche sind. „Sie wollen ihre Gedanken sortieren oder

aber das Gespräch suchen.“ Schwester Maria Gabriela: „Wenn

wir sichtbar sind, werden wir auch angesprochen.“ Und der

Redebedarf sei groß bei den Familien, Paaren oder Einzelbesuchern.

Aus dem Märkischen Kreis kommen viele, darunter

auch viele Fahrradfahrer. „Viele stecken eine Kerze in der Krypta

an“, so Schwester Maria Gabriela. Die Gedanken dazu können

in einem „Anliegenbuch“ zu Papier gebracht werden.

Die Schwestern stehen gerne zur Seite in „ihrem“ Kloster, sind

aber auch für den Küsterdienst vor den Messfeiern zuständig.

Eigene Auszeiten nehmen sie sich in ihrem Klostergarten. Dieser

ist ihr alleiniges Refugium.

Geo-Caching Tour: Rund um den Heiligen Geist

Besucher finden sich aber auch alleine zurecht, so bei der Geo-

Caching-Tour. „Rund um den Heiligen Geist“, stellte Schwester

Lucia Maria das Thema vor, über das am Kircheneingang Informationsmaterial

bereitliegt. Sie macht vielfältige Angebote

zur Wallfahrtsseelsorge – ob ein Krippenweg im Advent oder zu

80 - WOLL Herbst 2021


Ostern ein Weg zu biblischen Stationen.

Wenn es die Corona-Vorschriften wieder

möglich machen, wird auch das „Mobile

Kloster“ wieder eingesetzt. Mit einem

VW Bulli ist die Ordensschwester dann

unterwegs zu Schulen und Großveranstaltungen,

um Workshops anzubieten

und Begegnungen zu suchen.

„Königin des Sauerlandes“

Die Faszination sei ungebrochen, das

Gnadenbild der Mutter Gottes als „Königin

des Sauerlandes“ zu besuchen.

„Hier ist ein Ort für alle Generationen –

in der Krypta kann man als Mann ganz

für sich sein“, weiß die Seelsorgerin aus

vielen Begegnungen, dass Männer einen

Besuch nutzen, um zu reden, oder aber

auch, um die Gedanken zu sortieren.

„Das Kloster ist ein Ort der Kraft – und

das ist spürbar.“

Besondere Kraftplätez

Schwester Maria Gabriela und Schwester Lucia Maria (v.l.)

Besondere Kraftorte seien in der Krypta

die vordere Sitzreihe ganz rechts und

draußen vor dem Kloster der Walnussbaum.

„Man kann es spüren.“ Schwester

Lucia Maria und Schwester Maria Gabriela

schöpfen vom Kloster viel Kraft für

sich und ihre Arbeit. „Wir haben lange,

aber reich gefüllte Tage“, fasste Schwester

Maria Gabriela zusammen.

Dreharbeiten im Kloster

Sie erinnert sich noch an eine Zeit mit

sehr viel Stress, in der das Kloster als

Drehort für den Fernsehfilm „Dem

Himmel sei Dank“ diente. Im Jahr 2005

war dies, als Marie-Luise Marjan nicht

die Mutter Beimer spielte, sondern eine

evangelische Pfarrerin. Weitere Schauspieler

waren Hans Peter Hallwachs

und Ulrich Pleitgen. Es galt, die Dreharbeiten

mit denen der Kirchenbesucher

und denen der ergotherapeutischen Praxis

abzustimmen; dies war nicht immer

ganz einfach, gelang aber doch immer

in Absprache mit allen Beteiligten. „Ich

musste Frau Marjan beibringen, wie

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WOLL Herbst 2021 - 81


man segnet“, erinnert sich Schwester Maria Gabriela, wie sie die

Schauspielerin auf ihre Rolle vorbereitete.

Promis hat sie als „normale“ Menschen erlebt, die hier arbeiteten,

aber auch in Drehpausen hier Kraft schöpften. Und so geht

es letztlich Jung und Alt, die hier im Gebet verharren wollen.

„Kloster Oelinghausen ist ein Ort, wo man Halt macht und

gestärkt wieder geht.“ ■

Kurzer geschichtlicher Überblick

1174 Gründung als Prämonstratenserkloster

Um 1200 Bau der ersten romanischen Klosterkirche

1390 urkundliche Erwähnung einer Orgel

1714 die Orgel erhält ihr heutiges Aussehen

1804 Auflösung des Klosters Oelinghausen

1828 Erwerb des Klostergutes durch das Haus

des Grafen von Fürstenberg-Herdringen

1904 selbständige Pfarrkirche mit Filialkirchen

in Holen und Oelinghausener Heide

82 - WOLL Herbst 2021

1953 bis 1991 Mariannnhiller Missionare leiten das Kloster

Ab 1992 beziehen die Schwester der hl. Maria Magdalena

Poste (SMMP) das Kloster und richten eine

Ergotherapiepraxis ein

2003 St. Petri Oelinghausen wird Teil des Pastoralverbundes

„Kloster Oelinghausen“

2013 Kloster Oelinghausen gehört mit zum neuen

pastoralen Raum Katholische Kirchengemeinde

St. Petri Hüsten und ist seitdem Klosterkirche


Neue digitale Ansätze

EGGER- AUSBILDUNG

GOES DIGITAL

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Christel Zidi

Philipp Nolte

H

eute schon an übermorgen denken – nach diesem

Prinzip handelt die Firma EGGER in Brilon. Nicht

umsonst steht EGGER deshalb als äußerst erfolgreiches

und mehrfach ausgezeichnetes Unternehmen da. Auch

in Sachen Ausbildung und Azubi-Gewinnung ist der Betrieb

Vorreiter und nutzt dafür alle digitalen Möglichkeiten.

Blogs, Podcasts und Videos

Dass EGGER die Azubi-Findung am Herzen liegt, zeigen schon

deren Azubi-Podcasts. Hier finden sich Anleitungen, worauf man

bei der Bewerbung achten muss, welche Möglichkeiten und Zukunftsaussichten

das Werk bietet u.v.m. Zu Wort kommen dabei

sowohl Ausbilder als auch Azubis. Zudem kann man über den

„EGGER Azubi Podcast“, der über YouTube, Spotify und Apple

Podcast zu empfangen ist, persönliche Einblicke in die Ausbildung

bei EGGER bekommen. News zur Ausbildung erhält man

auch über den Ausbildungs-Blog auf der Firmen-Homepage.

Hier erscheinen regelmäßig Posts für die Auszubildenden, zum

Beispiel wie man das Azubi-Taxi nutzen kann.

ARRIERE

Virtuelle Betriebstour

Um einen (virtuellen) Blick hinter die Kulissen zu bekommen,

wurden vor Kurzem Inhalte für eine VR-Brille produziert, mit

N

der eine virtuelle

BRILON

Betriebsführung und spannende Einblick in die

Folgende Ausbildungsplätze bietet Egger derzeit an:

Duales Studium

• Bachelor of Engineering – Holz und Möbeltechnik

• Bachelor of Art – BWL Handel/Holzbetriebswirtschaft

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Ausbildung

• Elektroniker für Automatisierungstechnik

e suchen • Fachinformatiker eine neue für Herausforderung? Systemintegration

Dann sind

• Fachkraft für Abwassertechnik

• Fachkraft für Lagerlogistik

e bei uns genau richtig. Die „,Big Six BRILON“ stehen

r hervorragende Karrieremöglichkeiten in einer

milienfreundlichen Region. Hier finden Sie zum

Ausbildung ermöglicht werden. Der Träger erhält spektakuläre

Bilder von Maschinen und Anlagen, von den riesigen Hallen

und den Mitarbeitern. Viele Ausbildungsberufe lassen sich auf

diese Weise einmal „ansehen“. Die VR-Brille soll demnächst bei

Messen, Schulbesuchen oder auch bei Vorstellungsgesprächen

eingesetzt werden und Schülerinnen und Schülern einen unvergesslichen

Blick hinter die Kulissen von EGGER ermöglichen.

„Denn“, so Julian Schirp, Personalreferent/Ausbildung, „Bilder

sagen oft mehr als 1000 Worte“.

Praktikum

Wer alle digitalen Erkundungsmöglichkeiten genutzt hat und

noch immer unschlüssig ist, kann auch - ganz klassisch – als

Schülerpraktikant, Fachpraktikant oder Ferienarbeiter die verschiedenen

Ausbildungsberufe erschnuppern. Vielleicht sind Sie

dann „übermorgen“ der nächste Facharbeiter bei EGGER, erfolgreich

und qualifiziert wie das Unternehmen selbst. ■

Hier geht’s zum Video:

• Fachlagerist

• Holzbearbeitungsmechaniker

• Industriekaufmann

• Industriemechaniker für Betriebstechnik

• Kaufmann im E-Commerce

• Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

• Maschinen- und Anlagenführer

• Produktionstechnologen

• Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik

(Alle Ausbildungsbildungsangebote gelten für m/w/d)

EGGER Holzwerkstoffe | Brilon GmbH & Co. KG

Im Kissen 19 | 59929 Brilon

T +49 800 344 3745 (Service-Center) | T +49 2961 770 0 (Vermittlung)

WOLL Herbst 2021 83

WOLL Winter 2020 - 83


Neuer Themenweg in Ostwig

Schaukeln macht glücklich

Sonja Nürnberger

S. Droste

Als ich in Ostwig dort ankomme,

wo ich mit der Fotografin

und meinem Interviewpartner

verabredet bin, höre ich schon die

Kinder jauchzen. Die Sonne scheint

so warm auf den Schützenplatz, als

wolle sie sagen, dass sie doch nicht

vergessen habe, dass gerade Hochsommer

ist. Die kleinen Kinderbeine fliegen

wild durch die Luft – auf und ab,

auf und ab. Denn hier befindet sich

die erste Station des neuen Schaukelweges

in Ostwig.

In Zukunft markieren extra angefertigte

Schilder mit selbstentworfenem Logo

den etwa 1,4 Kilometer langen Rundweg.

Vom Schützenplatz geht es über

eine kleine Brücke, die sich über die leise

dahinplätschernde Elpe spannt. Wir

folgen dem Bachlauf und gehen schon

bald durch ein Holztor bergauf. Bei dem

Wetter kommen wir gut ins Schwitzen

– bis auf die Kinder, die flink und unbeschwert

vor uns herumwuseln und

schon lange am Schaukeln sind, wenn

wir an der nächsten Station ankommen.

Aber die Wege sind gut ausgebaut und

auch mit dem Kinderwagen befahrbar.

„Meine Frau und ich waren im Urlaub

und da haben wir so etwas gesehen und

direkt gedacht: Das wäre doch auch etwas

für Ostwig“, erinnert sich Ortsvorsteher

Manfred Ramspott. „Wir haben

überlegt, ob wir den Weg auf dieser Seite

der Elpe, durch den Wald oder oben

beim Sportplatz anlegen. Aber hier hat

man dadurch, dass eben nicht so viele

Bäume am Wegesrand stehen, diesen

einzigartigen Panorama-Blick.“

Es dauert nicht lange, da kann man den

Blick erahnen, den man schon bald über

den Ort haben wird. Und richtig – wir

werden nicht enttäuscht. Von hier aus

schaut man über das gesamte Dorf – ein

herrlicher Ausblick. Und dazu noch die

tollen Schaukeln – von der Hängematte

bis zur Riesenschaukel. Hier kann man

nicht nur die Seele, sondern auch die

Beine baumeln lassen.

84 - WOLL Herbst 2021


Die richtige Auswahl

„Die Auswahl der Schaukeltypen für

die jeweiligen Standorte war gar nicht

so leicht. Man musste schauen, ob die

Schaukeln für alle Altersgruppen geeignet

sind.“ Und dann sollten die Schaukeln

sich ja auch ins Landschaftsbild

einfügen: „Da haben wir wirklich lange

drüber nachgedacht“, erzählt der Ostwiger.

„Am Ende haben wir uns für sechs

ganz unterschiedliche Schaukeltypen

entschieden. Beim Material haben wir

Robinienholz gewählt, da das gut hierher

passt und sehr widerstandsfähig ist.“

Als wir den Berg wieder gemütlich hinuntergelaufen

sind, kommen wir zu

einer eingezäunten Station direkt neben

der Elpe. Dort steht eine Schaukel, mit

der auch Menschen mit Handicap ihren

Spaß haben können. „Diese Schaukel

und auch einige der anderen stehen auf

Privatgrundstücken – das hat hier in

Ostwig wirklich ganz problemlos geklappt.“

Wie viel Arbeit das Projekt war und wie

viel Zeitdruck dahinter stand, ist heute

schon fast vergessen, denn am Ende hat

es sich doch gelohnt: „Regionalmanagerin

Miriam Schulte-Remmert hat uns

sehr unterstützt, dieses LEADER-Projekt*

umzusetzen. Es gab für unser kleines

Team so viel zu beachten. Für uns

war das komplettes Neuland.“

Ein paar Kleinigkeiten stehen noch an,

aber wenn das erledigt ist, soll es – wenn

die Umstände es endlich erlauben – eine

große Einweihungsfeier geben, an der

der ganze Ort und alle Vereine teilnehmen

können. „Durch die Pandemie sind

so viele Feiern ausgefallen, da nehmen

wir die offizielle Eröffnung des Schaukelweges

gerne zum Anlass, mal wieder

zusammenzukommen.“ ■

Beim Schaukeln werden Endorphine

ausgeschüttet, die nicht nur

glücklich machen, sondern auch

das Schmerzempfinden verringern.

Außerdem stärkt das Schaukeln

Bänder, Muskeln und Sehnen.

WOLL Herbst 2021 - 85


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Und ab geht die Post…

Bigger Werkstatt ist Lettershop-Dienstleister

für Unternehmen

Britta Melgert

sabrinity

R

osi und Werner Hillebrand sind bereits vor vielen Jahren von Meschede ins Rheinland gezogen. Dennoch

hängt ihr Herz noch am Sauerland. Logisch, dass sie keine Ausgabe des WOLL-Magazins verpassen möchten.

Sie haben sich, wie viele andere Sauerländer auch, für ein Abo entschieden. Neu ist: Seit diesem Jahr wird

ihnen das Magazin aus Bigge zugesandt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bigger Werkstatt übernahmen

diese Aufgabe.

Birgit Brandt, eine von zwei Gruppenleiterinnen des Dienstleistungszentrums

(DLZ) aus dem Werkstattbereich der

Josefsheim gGmbH, führt uns durch die Räume, in denen

gut 30 Menschen mit Beeinträchtigung ihrer täglichen Arbeit

nachgehen. „Wir übernehmen hier bereits seit vielen Jahren als

Dienstleister für etliche regionale oder überregionale Unternehmen

und Organisationen diverse Tätigkeiten in Zusammenhang

mit dem Versand von Prospekten, Katalogen, Mailings

usw., teils sogar mit Lagerhaltung und Druckservice. Ob

individueller Brief mit einem angeforderten Prospekt, ob 200

Mailings oder 2000 – wir kümmern uns darum! Und dass

wir nun auch für das WOLL-Magazin von AXO.MEDIA zuständig

sind, freut uns natürlich besonders.“

Kiloweise WOLL-Magazine

Vier Mal im Jahr heißt es hier künftig: „WOLL muss in die

Post“. Die frischen Magazine müssen in Umschläge gepackt

und adressiert werden, evtl. kommt eine Rechnung dazu,

dann werden die Briefe frankiert und zur Post gefahren. „Da

kommen etliche Kilos zusammen“, weiß Birgit Brand, und ergänzt:

„Auch die buchhalterischen Tätigkeiten rund um das

Abo wurden auf uns übertragen.“

„Kann nicht - gibt’s nicht“

Für Menschen mit Beeinträchtigung bieten diese Aufträge

eine Chance auf ein normales Arbeitsleben mit einer Regelarbeitszeit

von 35 Stunden pro Woche. „Im Vergleich zur

Arbeitskraft ohne Beeinträchtigung ist unser Zeitaufwand

leicht höher, doch für uns ist unsere Tätigkeit enorm wichtig“,

berichtet Birgit Brandt, die selbst seit Geburt mit einer Gehörschädigung

lebt. „Unser Leitspruch ist: Kann nicht - gibt’s

nicht. Jeder von uns wird nach seinen Möglichkeiten eingesetzt,

auch um die Motorik und die kognitiven Fähigkeiten zu

fördern. Es gibt Aufgaben, die nur am Computer ausgeführt

werden. Bei anderen Tätigkeiten benötigt man zupackende

Hände. Im Zweifel muss halt ein Hilfsmittel her und da tut es

86 - WOLL Herbst 2021


manchmal schon eine einfache Anti-Rutschmatte, wenn der

zweite Arm, beispielsweise aufgrund einer Lähmung, nicht

einsetzbar ist. Die Freude und der Stolz, etwas Wichtiges leisten

zu können, sind fast nicht beschreibbar. Daher sind wir

dem Verlag, aber auch allen anderen Unternehmen, die uns

als Dienstleister wählen, sehr dankbar.“

Beitrag für die Gesellschaft: Voller Abo-Preis geht

direkt an das DLZ

Auch bei AXO.MEDIA ist man froh über diese Kooperation.

„Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen“, berichtet

Dirk Bannenberg, der Herausgeber des WOLL-Magazins.

Für die Bearbeitung der vielen Abonnements musste eine neue

Lösung gefunden werden, und da bot sich natürlich die Auslagerung

an das Josefs-Team, mit dem wir bereits längere Zeit

sehr gut zusammenarbeiten, an. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Der Workflow läuft störungsfrei und bei Absprachen

können wir kurze Wege nutzen. Uns gefällt aber besonders,

dass dort Menschen mit Beeinträchtigung nach ihren Wünschen

und Fähigkeiten arbeiten und dadurch gefördert werden.

Daher haben wir uns entschieden, den gesamten Abo-

Preis dem DLZ der Bigger Werkstätten zufließen zu lassen:

unser Beitrag für die Gesellschaft.“

Was gibt es Schöneres, als eine solche Win-Win-Situation?

Und auch unsere Abonnenten, inklusive Rosi und Werner,

wird es freuen, woll! ■

WOLL Herbst 2021 - 87

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Herbstzeit – Erntezeit

Robert Dröge

Die ersten Stürme künden es an,

den Herbst man schon fast sehen kann,

erste Blumen welken, es färbt sich der Wald,

Spinnennetze verbergen nun manchen Spalt,

unter den Füßen raschelt das Laub,

Herbstidylle, wohin man auch schaut.

Der Bauer, er hat nun sehr wenig Zeit -

Getreide, Kartoffeln, sie sind bereit

und bei trockenem Wetter und Sonnenschein

bringt er dankbar seine Ernte ein.

Tomaten, Beeren, Trauben am Strauch und Reben,

wer ernten will, der muss sich sputen, sich regen.

Doch gar manches Obst, man glaubt es kaum

bleibt ungepflückt einfach hängen am Baum,

oder liegt darunter, vermodert, verfault,

denn pflücken, auflesen ist Mühe, leichter ein Kauf.

Dazu die Schale, stets sauber und glatt,

keine, die Risse, raue Stellen hat,

wenn auch teuer, das ist doch egal,

Hauptsache genug in reicher Auswahl.

In früheren Jahren wurde aufgelesen, gepflückt,

denn ein Korb voller Obst, für viele war´s Glück.

Aber lassen wir das, genießen die Zeit,

bevor der Winter sich macht bereit. ■

Dicke Sauerländer®

BOCKWURST

WOLL Herbst 2021 - 89


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Heckmann Bau Brilon

Standort

Brilon

ES GEHT UM MEHR ALS UM MASCHINEN,

KUBIKMETER UND STAHLBETON

Standort

Hamm

Christel Zidi

Heckmann Bau

Als sich Bernhard und Therese Heckmann 1921 in Hamm mit einem

Tief- und Straßenbauunternehmen selbstständig machten, hätten sie

sich wohl kaum vorstellen können, welch erfolgreiches Unternehmen

einmal aus ihrem Familienbetrieb entstehen würde. Zur „Unternehmensfamilie

Heckmann“ gehören heute fünf eigenständige Firmen mit sich ergänzenden

Schwerpunkten, die untereinander bestens vernetzt sind und regelmäßig

ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen.

„Menschen sind die entscheidenden

Faktoren in

unserem Unternehmen“

- Josef Thiele

Eines dieser Unternehmen ist Heckmann

Bau in Brilon. Drei Geschäftsführer

teilen sich hier nicht nur die

Verantwortung für das Unternehmen,

sondern – gemeinsam mit ihren Mitarbeitern

- auch die Freude am Bauen:

Josef Thiele, Wolfgang Püschel und

Martin Karnein.

Hohe Fertigungstiefe

90 - WOLL Herbst 2021

Ursprünglich lag der Schwerpunkt der

1985 auf Initiative von Martin Karnein

gegründeten Firma Heckmann Bau Brilon

im klassischen Tief- und Straßenbau.

Ab Mitte der 1990er-Jahre wurden immer

mehr Komplettlösungen angeboten.

Und so plant und erstellt Heckmann

Bau Brilon heute Büro-, Industrie- und

Infrastrukturprojekte – auf Wunsch

auch schlüsselfertig. Zum Leistungsportfolio

gehören sämtliche Erdarbeiten,

Kanal- und Entwässerungsarbeiten,

Ver- und Entsorgungsleitungen, Straßenbauarbeiten

sowie Stahlbetonbauarbeiten.

Absolute Verlässlichkeit

Aus dem reinen Anbieter von Bauleistungen

ist längst ein kunden- und

lösungsorientiertes Generalbauunternehmen

geworden. Auch die Kundenstruktur

veränderte sich von

öffentlichen Auftraggebern hin zu

Gewerbe- und Industriekunden sowie

Kunden in der Energiewirtschaft.

Seine Fertigungstiefe, Erfahrung und

fachliche Kompetenz machen Heckmann

Bau für Kunden attraktiv und

effizient. Was den Erfolg des Unternehmens

aber letztlich ausmacht, ist

die absolute Verlässlichkeit, „der ehrliche

und faire Umgang mit unseren

Kunden und Mitarbeitern“, wie Josef

Thiele betont. Langjährige und gute

Verbindungen zur heimischen Industrie,

besonders zur Holz- und Möbelindustrie

bestätigen das.

Klare Werte

Der Erfolg von HECKMANN gründet

sich auf das Zulassen von Veränderungen

und auf Zusammenhalt.

Durch das Setzen klarer Werte entstand

eine Firmenphilosophie, die auf

überzeugende Kompetenz, auf gelebtes

Vertrauen („Unser Wort gilt“ – Martin

Karnein) und klare Kommunikation

fußt. Kundenorientierung und Mitarbeiterentwicklung

sind prägende Elemente

des Unternehmens.


Wolfgang Püsche, Josef Thiele,

Martin Karnein (v.l.)

Unter der Dachmarke HECKMANN sind

folgende Unternehmen vereint:

Feuerwache Willingen

Ständige Weiterentwicklung

• Bernhard HECKMANN Bauunternehmung, Hamm

• HECKMANN Bau, Brilon

• HECKMANN Bauland und Wohnraum

• HECKMANN Bauplus

• HECKMANN Service

Die Umsetzung des Fortschritts in

Form modernster Geräte und Maschinen,

aber auch die Digitalisierung,

Arbeitsschutz- und Workflow-Optimierung

ließen HECKMANN große

Technologiesprünge machen: „Während

damals die meisten bei Lasertechnik

an Science-Fiction dachten,

haben wir damit bereits Rohre in nie

gekannter Präzision verlegt“, erinnert

sich Martin Karnein, „1970 stand bereits

der erste Computer in der Lohnbuchhaltung“.

Derzeit beschäftigt man sich intensiv

mit dem Thema „Building Information

Modeling“ (BIM). Mittels entsprechender

Software können Bauprojekte

visualisiert, effizient geplant und

anschließend ein noch reibungsloserer

Projektablauf erzielt werden. Damit hat

man jederzeit den perfekten Überblick,

selbst über Details.

Mitgestaltung erwünscht

optimal in die Projekte eingebracht

werden. Einsatzfreudige und eigenverantwortliche

Mitarbeiter können sich

für Führungspositionen qualifizieren.

Für Wolfgang Püschel ist Heckmann

„ein 5-Sterne-Unternehmen, das Mitarbeitern

die Freiheit lässt neue Wege

zu gehen. Jeder darf mitgestalten, wenn

das Unternehmen dadurch nach vorne

kommt.“

Kunden und Mitarbeiter

sind das Wertvollste

Ausbilden, Weiterbilden, Fördern –

darauf setzen die drei Briloner Geschäftsführer.

Martin Karnein: „Wenn

wir uns für die Menschen im Unternehmen

interessieren, Talente entdecken,

Menschen unterstützten und

ihre persönliche Entwicklung fördern,

entwickelt sich auch unser Unternehmen

insgesamt ganz von selbst weiter.“

Worte, denen auch Taten folgen:

Zum 1. August dieses Jahres wurden

25 neue Auszubildende eingestellt, in

16 verschiedenen Berufen. Damit liegt

das Verhältnis der Auszubildenden zur

Gesamtbelegschaft bei 1:6, die landesweit

höchste Ausbildungsquote in der

Baubranche.

Trotz allem Fortschritt und der ständigen

Weiterentwicklung bleiben bei

HECKMANN die Fundamente absolute

Verlässlichkeit, Vertrauen und

Verantwortung erhalten. Und wie kann

man das schöner ausdrücken als Martin

Karnein mit den Worten: „Unsere

Kunden und unsere Mitarbeiter/innen

sind das Wertvollste. Seit 100 Jahren –

und das bleibt auch so.“ ■

Regelmäßig fachlich geschult, kann

das erworbene Wissen der aktuell 470

Mitarbeiter der Heckmann-Familie

Gallbergweg 36 | 59929 Brilon

Tel. 02961 97860 | www.heckmann-bau-brilon.de

WOLL Herbst 2021 - 91


Sie weiß,

was sie will

Respekt und Gerechtigkeit: Victoria

Filthaut (17) ist die einzige

Schiedsrichterin im Fußballkreis

Arnsberg

Paul Senske

Tom Linke

S

ie ist 17 Jahre jung, leidenschaftliche

Fußballerin des TuS Voßwinkel und

Schiedsrichterin – die einzige im

Fußballkreis Arnsberg. Victoria Filthaut

hat als Referee früh Verantwortung übernommen,

auf dem grünen Rasen an Selbstbewusstsein

gewonnen und viel fürs Leben

gelernt. Ihr Credo: Gerechtigkeit

und Respekt. „Ich mache von Beginn

an klar, dass sie Respekt vor

mir haben, was umgekehrt auch

für mich gilt“, sagt Victoria,

die in der Regel Spiele von

Jungen-Teams pfeift und

als „professionelle Spielleiterin“

geschätzt wird.

Die Schülerin des Neheimer

Ursula-Gymnasiums

weiß, was sie will: Ein

Ziel ist es, in der Bundesliga

zu pfeifen, als

Spielerin könnte sie sich

ebenfalls die höchste

Klasse vorstellen.

Auch beruflich hat sie

klare Vorstellungen:

Sie will Grundschullehrerin

werden.

92 - WOLL Herbst 2021


Dass Victoria den Weg zum Fußball gefunden hat, liegt auch und

besonders an ihrem Onkel Tobias Filthaut, der als Mentor und

Trainer den TuS zu einer Hochburg des Damen- und Mädchen-

Fußballs aufgebaut hat. Derzeit sind über 30 junge Frauen und

Mädchen aktiv. „Ohne Tobi wäre ich niemals beim Fußball gelandet“,

erzählt Victoria. „Meine Mutter Alejandra

hat immer gesagt, Fußball sei kein

Sport für Mädchen.

Da geht‘s lang!

Tobi hat sich bei meiner Mutter für

mich eingesetzt und sie schließlich überzeugt.“

Im Alter von sechs Jahren durfte Victoria

schließlich zum Training ins Waldstadion, das

ihr großen Spaß gemacht hat. Fußball wurde ihre Leidenschaft,

weil es in dieser Sportart „immer neue Herausforderungen

gibt“. Zuvor und parallel zum Fußball hatte sie an mehreren

anderen Sportarten wie Tennis, Schwimmen, Leichtathletik, Turnen

oder Taekwondo geschnuppert. „Victoria ist eine sehr gute

Fußballerin, sie ist schnell, zuverlässig und hat einen starken linken

Fuß“, betont Tobias Filthaut. „Sie hat großes Potenzial. Mich

freut auch, dass sie sich im TuS als Junior-Coach engagiert.“ Großes

Potenzial wird Victoria auch als Schiedsrichterin attestiert.

Die Ausbildung hat sie im Winter 2018 absolviert und seitdem mit

André Franzisko einen Mentor an ihrer Seite. Für Victoria ist er

ein „wahrer Glücksfall“. Franzisko ist Vorstandsmitglied des TuS

Voßwinkel, Polizeibeamter und selbst Schiedsrichter, der Victoria

berät und zu den Spielen begleitet. „Mit André habe ich die auf

dem Platz wichtige deutliche Ansprache geübt, auch die Körpersprache

habe ich gelernt. Er hat mir zudem gezeigt, wie man an

die Kabinentüren klopft, um die Mannschaften aufs Spielfeld zu

bitten.“ Diese Übungen waren für Victoria wichtige Weichenstellungen.

„Als Schiedsrichterin wirst du von den Jungs oft belächelt.

WOLL Herbst 2021 - 93


Viktoria Filthaut mit ihren Bezugspersonen: André Franzisko und Tobias Filthaut (re)

„André hat mir gezeigt, wie man an die

Kabinentüren klopft“ - Victoria Filthaut

Aber ich lasse mir nicht auf der Nase herumtanzen. Ich erwarte

Respekt. Auch in der Schule trete ich jetzt selbstbewusster

auf, beispielsweise wenn ich ein Referat halte.“

KOPFKINO FÜR

DAS SAUERLAND

Mit „Kopfkino“ zur

echten Sauerlandmarke

werden: Wir

helfen dabei. Mit

echten Geschichten,

echten Bildern, echten

Menschen. Digital und

Print. www.axo.media

Ihr Mentor sieht Victoria auf einem sehr guten Weg: „Sie ist

extrem professionell, lässt sich nicht beirren und löst deeskalierend

auch schwierige Situationen“, so Franzisko. „Sie ist eine

starke, selbstbewusste und angenehme Persönlichkeit.“ Tobias

Filthaut lobt besonders ihren hohen Gerechtigkeitssinn und

ihr souveränes Verhalten auf dem Spielfeld. „Auch von dummen

Sprüchen von außerhalb lässt sie sich nicht beirren.“

Sie hilft Kindern bei

der Hausaufgabenbetreuung

Fußball ist ein wichtiges und belebendes Element in ihrem

Leben, aber nicht alles. Victoria engagiert sich im Spielmannszug

Voßwinkel, spielt Querflöte und lernt derzeit trommeln.

Sie interessiert sich für Geschichte; ihr Großvater Michael,

einer der Redakteure der „Voßwinkler Rückblicke“, hat sie

in die entsprechende Spur gebracht. Sie hilft Kindern in der

Hausaufgabenbetreuung der Grundschule Wickede: „Kinder

liegen mir am Herzen.“ Ihr Berufsziel kommt nicht von ungefähr:

Sie will Grundschullehrerin werden. Nach dem Abitur

im nächsten Jahr geht es nach Köln zum Studium. Dem Fußball

bleibt sie mit ihren ambitionierten Zielen erhalten. ■

94 - WOLL Herbst 2021


Annas kleine Farm

Junge Landwirtin schafft Paradies für seltene Hühnerrassen

Helmut Gaida

S. Droste

F

ür Anna-Maria Aust aus Kallenhardt wurde ein Kindheitstraum wahr: Die Schaffung eines Paradieses für

seltene Hühnerrassen und ein persönlicher Rückzugsort. Inzwischen ist das für jeden zugängliche Grundstück in

Kallenhardt Anziehungspunkt für Groß und Klein, für Kindergärten und Wanderer.

WOLL Herbst 2021 - 95


Laufenten

Besuch im Paradies

Die Eingabe von „Lütke Linde 4 in Rüthen“ ins Navigationssystem

erweist sich als Volltreffer mit dem Hinweis:

„Anna´s Chicken Farm“. Hier sitzt - völlig entspannt -

Anna-Maria Aust, 23 Jahre alt und gelernte Landwirtin,

mitten in ihrem kleinen Paradies. Sie strahlt eine innere

Ruhe und Zufriedenheit aus. Ohne abgehoben zu wirken,

stimmt sie der Beschreibung “paradiesischer Zustände

im kleinen Rahmen” spontan zu und bestätigt: „Hier ist

mein persönlicher Rückzugsort nach einem stressigen Arbeitstag“.

Neben den inzwischen 40 Hühnern können sich ihre Besucher

auch an fünf Bretonischen Zwergschafen erfreuen.

Die kleinste Schafsrasse der Welt stammt ursprünglich von

der rauen, französischen Atlantikinsel Quessant und stand

kurz vor dem Aussterben. Eine widerstandsfähige und absolut

pflegeleichte Rasse, die ganze Arbeit leistet - auch für

Annas Rasen: „Schließlich braucht mein Rasen auch einen

natürlichen Rasenmäher“.

Artenrettung - seltener Hühnerrassen

Bei Anna „hängt es einfach in den Genen“ dass der

Berufswunsch Landwirtin konsequent umgesetzt wurde.

Schon ihre Familie war landwirtschaftlich orientiert.

Schon vor längerer Zeit hatte Anna den Entschluss gefasst,

in der Nähe ihres Elternhauses ein Grundstück zu erwerben.

In der “Lütke Linde 4” fand sie eines, auf dem von

Behördenseite her auch nicht zwangsläufig innerhalb einer

bestimmten Zeit ein Haus errichtet werden musste. Denn

Anna hatte andere Pläne, als sie das Grundstück zu ersten

Mal sah: „Hier bau ich einen Hühnerstall“.

“Im Einvernehmen mit der netten Nachbarschaft”, so

Anna wurde dann die „Hühnerstube“ gebaut und das erste

Paar einer seltenen Hühnerrasse erworben: das „Westfälische

Totlegerhuhn“.

Wegen ihrer hohen Legeleistung hießen diese Hühner

ursprünglich Alltagsleger oder Dauerleger (Im Platt- und

Niederdeutschen´”Doutleijer”). Falsch ins Hochdeutsche

Annas Hühnerfarm

Seramas, die kleinsten Hühner der Welt

96 - WOLL Herbst 2021


übersetzt, wurde später daraus das Wort “Totleger”.

(Quelle: Wolf-Diemtar Unterweger: Das Hühnerbuch)

Diese besondere Liebe zu seltenen und vom Aussterben

bedrohte Hühnerrassen führte Anna durch ganz NRW

und nach Hessen. Der Erfolg vieler anstrengender Recherchen

und Reisen zeigt sich heute durch insgesamt 40

eigene, besondere und besonders seltene Hühner. Darunter

auch Seramas, die kleinsten Hühner der Welt.

machte. Des Öfteren fragten Besucher schmunzelnd nach

dem Huhn „mit der Warnweste“. Inzwischen genießt das

frühere Batterie-Legehuhn seinen Lebensabend auf Annas

kleiner Farm. Linda legt jetzt nur noch gelegentlich ein Ei

und sitzt ansonsten am liebsten in der Sonne, im Rüthener

Hühnerparadies. ■

Linda, das nackte Huhn mit der Warnweste

Nicht nur seltene Hühnerrasse finden bei Anna ein

Zuhause. Auch ein Huhn aus einer Legebatterie fand

schließlich den Weg in die Hühner-Stube. Anna hatte Mitleid

mit dem halb zerfetzen Tier, nahm es auf und nannte

es Linda. Dem frierenden, fast federlosen Huhn wurde

ein gelber Pullover gestrickt, der es damit zur Attraktion

Linda (Mitte), jetzt ohne Warnweste

Kauf , ne Kuh

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Region. Infos unter

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Wir sind ein kleiner Familienbetrieb

im Nebenerwerb und bewirtschaften

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WOLL Herbst 2021 - 97

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„ALEXA,

was ist das älteste Gewerbe der Welt?“

„Ich habe das hier im WOLL Magazin gefunden:“

Z

unächst beruhigen Sie sich

bitte, wir sind nicht so schlüpfrig

unterwegs, wie Sie vielleicht

gerade denken. Denn: Das älteste

Gewerbe der Welt ist unzweideutig

Marketing. Zugegeben, der Begriff

Marketing ist erst im vorigen Jahrhundert

entstanden und fasst die Prozesse

rund um Verkaufen von Produkten

und Dienstleistungen zusammen.

Dazu zählt natürlich besonders die

Kommunikation, oder wie es früher

hieß: Werbung, Reklame.

Und so lichtet sich der Nebel. Denn

es war eine gelungene Werbeaktion

von Eva, mit der Adam zum verbotenen

Biss in den Apfel verführt wurde.

Kommt Ihnen diese Methode bekannt

vor? Sie werden bestätigen: Ja, das ist

Marketing. Viel älter geht´s nicht.

Sauerländer sind die Besten?

Vermutlich waren es dann die frühen

Vorfahren der Sauerländer, die die

Vorzüge und Möglichkeiten von Marketing

erkannt und noch wichtiger,

auch konsequent genutzt haben.

WOLL-Autor Michael Martin, der

durch mehrere stammtisch-wissenschaftliche

Studien den Sauerländern

aufs Maul geschaut hat, behauptet

in seinem Werk „Sauerländer. Besser

geht’s nicht.“ felsenfest: „Die Sauerländer

sind einfach die Besten. Vom

lieben Gott nach seinem Ebenbild

erschaffen aus Mutter Erde und Vater

Durst. Die Krönung vonner Schöpfung.

Das Gelbe von zwei bis drei

Eiern. Das Mett in der Wurst, und so

weiter!“

Wir wollen an dieser Stelle die Lobhudelei

des Autors beenden, denn

schon nach diesen ersten Sätzen wird

die reklamemäßige Hervorhebung der

Sauerländer deutlich. Wer denkt nicht

bei Mutter Erde und Vater Durst an

die beliebten Sauerländer Biermarken?

Oder wer freut sich bei „das

Gelbe von zwei bis drei Eiern“ nicht

sofort an das Sauerländer Eierbacken?

Und wer

das Wort Wurst nur hört,

bekommt knackige „Dicke Sauerländer“

in die Augen. Geschickt und

konsequent nutzen Sauerländer die

Chancen und Möglichkeiten des

Marke tings. Innovative Produktentwicklung,

strategische Markenbildung,

kluge Marktpositionierung

und weitsichtige Vertriebspolitik stehen

hinter den Erfolgen bekannter

Mar ken wie FALKE, WARSTEINER

oder GEFU, um nur einige zu nennen.

Warum nicht einfach mal beim Unternehmen

in der Nachbarschaft nachhören,

wie sie den Markt bearbei ten?

Oder einfach beim Marketingclub

Hochsauerland reinschnuppern? Sauerländer

Nachbarschaftshilfe! Besser

geht’s nicht... ■

www.marketingclub-hsk.de

Mein Name ist Macketing. Alexa Macketing. Ich bin Dozentin im Fachbereich

„Dönekes“ an der Sauerland-Universität zu Blüggelscheidt-Mosebolle.

Zusammen mit meinem Marketingclub-Team forsche ich am Geheimnis,

warum es so viele welt-erfolgreiche Sauerländer Unternehmen gibt. Zugegeben:

Noch tappen wir ein wenig im Dunkeln, aber wir bleiben am Ball…

Mehr Marketing-Dönekes in den kommenden WOLL-Ausgaben!

98 - WOLL Herbst 2021


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Standort Brilon

puris Bad Christel Zidi

D

ie Briloner Möbel Werke vereinen die erfol g -

reichen Unternehmen Impuls Küchen, puris Bad

sowie die Industrietischlerei Briloner Möbelfertigungsgesellschaft.

Alle drei Unternehmen sind in Ihren

Sparten wichtige Produzenten und Anbieter von Möbel

und Möbelelementen und weit über die Grenzen von Brilon

bekannt. Bad- und Küchenmöbel werden rund um den

Globus verkauft.

Im Mittelpunkt des Handelns dieser Unternehmen steht aber

der Mensch mit seinen persönlichen Bedürfnissen und Wünschen.

Ein attraktiver Arbeitgeber also, mit über 700 Personen

Beschäftigten. Ein starkes Team, das sich mit den Produkten

des „Made-in-Germany“-Produzenten identifizieren kann und

ARRIERE

sein Herzblut in das Unternehmen steckt. Von dieser Begeisterung

für das Unternehmen und die Produkte wird jeder angesteckt,

der hier eine strukturierte Ausbildung beginnt. Azubis

bekommen internationale Kundenstrukturen und einen optimierten

Produktionsablauf geboten. Sie lernen Abläufe, Aufgaben

und Prozesse eines dynamischen Industrieunternehmens

kennen.

Ausbildungsstart in ein

Unternehmen mit viel Herzblut

Ein Unternehmen - viele Möglichkeiten!

Auch und besonders für junge Menschen, die

hier ihren Start ins Berufsleben beginnen.

Briloner Möbel Werke

N BRILON

Derzeit sind noch folgende Ausbildungsplätze frei:

• Industriekaufmann (w/m/d)

• Fachkraft für Lagerlogistik (w/m/d)

• Holzmechaniker (w/m/d)

• Mechatroniker (w/m/d)

Briloner Möbel Werke GmbH

• Produktionstechnologe (w/m/d)

Hinterm Gallberg

(Die vollständigen Profile sind auf der Homepage im Bereich Karriere zu finden) 59929 Brilon

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e suchen eine neue Herausforderung? Dann sind

e bei uns genau richtig. Die „,Big Six BRILON“ stehen

r hervorragende Karrieremöglichkeiten in einer

milienfreundlichen Region. Hier finden Sie zum

Impuls Küchen

Die Marke Impuls Küchen zeichnet sich durch einen sympathischen

Mix aus Design und Funktionalität für Küchen möbel

aus. Impuls Küchen gehört zu den bekannten Namen im Markt

und gilt als feste, verlässliche Größe. Die hochwertigen Möbel

von puris Bad zeichnen sich durch die Kombination aus stilvollem

Design, modernen Dekoren, innovativer Technik und

geprüfter Qualitätsstandards aus. Innovative Möbelideen von

puris Bad bringen Wohnlichkeit und Flair ins Bad. Selbstverständlich

arbeiten die Briloner Möbel Werke in allen Bereichen

umweltschonend und nachhaltig und produzieren nach höchsten

Standards. ■

Hier geht’s zum Video:

T + 49 2961 778 0

F + 49 2961 778 6110

E karriere@briloner-mw.de

WOLL Herbst 2021 - 99


Outdoor-Fitness

in den Henneauen

Breitensport und Wohlbefinden

in grüner Umgebung

Louisa rudert „auf dem Trockenen“

Britta Melgert

S. Droste

Dominik und Marco tun was für Ihre

Oberschenkelmuskulatur

Beinschwung: Lisa und Nina beim

schwebenden Lauftraining

Kornelia und Frank Topp stärken ihre Rückenmuskulatur

im Sitzen und im Stehen

Etwas Bewegung tut gut. Egal,

ob der Körper nach einem

langen Arbeitstag Abwechslung

vom langen Sitzen braucht, ob

die Waage immer wieder bedenklich

warnt oder man einfach fit bleiben

möchte – Sport hilft. In der Kreisstadt

kann man seit Kurzem ein besonderes

Angebot nutzen: Dank der großzügigen

Spende der Bürgerstiftung Meschede

wurden in den Auen entlang

der renaturierten Henne hochwertige

Fitness-Geräte aus wetterbeständigem

Aluminium installiert, die nun

Fitnessbegeisterten und Gelegenheitssportlern

gleichermaßen zur Verfügung

stehen – und das sogar rund um

die Uhr und kostenlos.

Koordination in den Armbewegungen

Wir treffen vor Ort auf die Familie Topp

aus Arnsberg. „Wir sind speziell wegen

dieser Fitness-Strecke, von der uns

Freunde erzählt haben, hierhergekommen“,

berichtet Frank Topp. Auch Ehefrau

Kornelia, Tochter Louisa und deren

Freund Dominik Jäkel sind dabei. Die

Stimmung ist gut. „Wir haben bereits

vier der sieben Geräte ausprobiert und

sind begeistert“, verrät Louisa, die sich

nun gemeinsam mit dem Freund an den

beeindruckenden Armzug-Liegestütz-

Trainer begibt.

Für Anfänger und „alte Hasen“

Sieben Geräte – jedes ist anders. Beweglichkeit,

Koordination, Kraft und Aus-

100 - WOLL Herbst 2021


Warteschlangen gibt’s in den Henneauen

bisher nur für’s lustige Foto

dauer sollen beispielsweise verbessert

werden. Tafeln mit Beschreibungen der

Übungen sind an jedem Gerät vorhanden

und geben auch Tipps für unterschiedliche

Schwierigkeitsgrade. Geübte,

wie z. B. Dominik, erkennen die

verschiedenen Möglichkeiten vermutlich

sofort. Als Anfänger hingegen schauen

wir teils staunend auf die vorgeführten

Übungen, die wir sonst vielleicht nur aus

dem Fernsehen kennen. Aber auch Zuschauen

kann ja Spaß machen.

Joggingstrecke mit tollem Upgrade

Auch Lisa Droste aus Freienohl mit

Freund Marco Jäger und Schwester Nina

sind heute hier. „Das Joggen entlang

des Hennesees, die Himmelstreppe hinunter

und dann zum Abschluss diesen

Parcours zu nutzen, ist großartig. Dabei

kann man sich an der frischen Luft auszupowern

und bekommt den Kopf frei“,

so Lisa. Marco ergänzt: „Das Laufen

oder Joggen wird durch diese tollen Geräte

richtig aufgewertet. Die Qualität ist

weitestgehend mit der im Fitness-Center

vergleichbar.“ Nina hingegen verrät

uns schmunzelnd ihren Geheimtipp:

“Wenn hier am Ende unserer Strecke

die Füße brennen, dann bietet die

Henne die Chance, die müden Beine

darin zu erfrischen, ob nun auf einem

dicken Stein am Ufer sitzend oder, wie

in einer Kneippanlage, durch den Fluss

watend.“

Spielplatz für Große

Die Begeisterung teilen scheinbar

auch andere. Sowohl Familien, sportliche

Senioren, ein paar junge Frauen,

eine joggende Fußballmannschaft und

Wanderer kommen des Weges. Hier

ist was los! Man grüßt sich und lächelt

einander zu. Ein bisschen fühlt man

sich wie auf einem Spielplatz für Große.

Warum also nicht einfach mal was

Neues ausprobieren? Vielleicht macht

dieses Trainingsgerät, das so seltsam

aussieht, ja tatsächlich Spaß? Vielleicht

hilft die Übung dem verspannten Rücken?

Vielleicht spürt man nach dem

Training Muskeln an Stellen, wo man

es gar nicht mehr gekannt hatte? Und

vielleicht profitiert ja nicht nur der Bewegungsapparat,

sondern man lernt

auch nette Leute kennen? „Alles durchaus

möglich“, ist sich Kornelia Topp

sicher. „Doch ganz sicher ist, dass man

von dieser tollen, grünen Umgebung

beeindruckt ist und mit einem Gefühl

des Wohlbefindens heimkehrt. Und

wir kommen bestimmt wieder!“ ■

Besuchen Sie unser

Veranstaltungsprogramm:

Liegestütze in unterschiedlichen Positionen und Höhen

Marketing Club Hochsauerland | Oststraße 43

57392 Schmallenberg | 02972 9748688

kontakt@marketingclub-hsk.de

WOLL Herbst 2021 - 101


Ein Stück Neheimer Industriegeschichte:

Noch mit 80 Jahren fertigt Werner Mittler

Lampenschirmgestelle an

„Ich habe das Gefühl,

noch gebraucht

zu werden“

Paul Senske

Philipp Nolte

Von Rentnerdasein keine Spur: Auch mit 80 Jahren bereitet Werner Mittler die Arbeit Freude.

Den „Blaumann“ hat Werner

Mittler seit 65 Jahren an

und darauf ist er stolz. Der

gelernte Gürtler fertigt noch im Alter

von 80 Jahren in seiner Werkstatt in

der Neheimer Burgstraße Lampenschirmgestelle.

Mittler verkörpert als

letzter verbliebener „Einzelkämpfer“

ein Stück Neheimer Leuchtenindustrie-Geschichte

und beliefert einen

festen Kundenstamm. Die Werkstatt

im Hinterhof gleicht einem Industriemuseum

mit besonders hohem ideellem

Wert. „Ich habe das Gefühl, noch

gebraucht zu werden“, sagt Mittler.

„Mir macht die Arbeit Spaß.“

Seit 1977 ist Mittler mit der Firma Hücker

& Mittler selbstständig. Über Jahrzehnte

an seiner Seite Kumpel Heinz

Hücker, den er seit der gemeinsamen

Gürtler-Lehre 1956 kannte und der

am 23.08.21 verstarb. Ihre beruflichen

Wege waren unzertrennlich: Die großen

Neheimer Leuchtenfirmen Egon Hillebrand

und Schröder, zwischendurch die

Firma Albers, so lauteten die Stationen,

ehe sie sich selbstständig machten. Vor

der Gründung der eigenen Firma 1977

produzierten sie „nach Feierabend“ schon

Lampenschirmgestelle. 2014 schied Hücker,

inzwischen auch 80, aus gesundheitlichen

Gründen aus der Fima aus.

Mittler ist seitdem Einzelkämpfer, eine

Aushilfe erledigt die Büroarbeit. „Heinz

rief mich jeden Montag zwischen 10 und

11 Uhr an, darauf freute ich mich. Es gab

immer viel zu bereden.“

Natürlich geht es um die Geschäfte, die

laufen in der umkämpftem und von Krisen

gebeutelten Leuchtenindustrie „gut“.

Der entscheidende Grund ist die Tatsache,

dass die Senior-Firma Drahtgestelle

für Sonderanfertigungen von Lampenschirmen

fertigt. Der Kundenstamm

steht für den Zulieferer aus Neheim.

Hauptabnehmer ist die Firma Peters

Leuchten (Peters Design) in Rinteln in

102 - WOLL Herbst 2021


Die Werkstatt gleicht einem Industriemuseum mit vielen Schätzen.

„Die Werkstatt ist

mein Leben“

- Werner Mittler

Niedersachsen, die seit 1919 Leuchten

und Sonderleuchten baut, auch und besonders

für Hotels in Europa. „Darunter

sind auch bekannte 5-Sterne-Hotels wie

in München oder Paris“, betont Mittler.

Daneben beliefert Mittler vier bis fünf

kleinere Firmen.

Der Blick in seine Werkstatt ist atemberaubend,

sie atmet Neheimer Leuchtengeschichte

und erinnert an die kleinen

Zulieferbetriebe in der Möhnestraße,

wo in der Lampen-Blütezeit vor über

100 Jahren praktisch in jedem Keller

Leuchtenteile für die großen heimischen

Firmen von Weltruf hergestellt wurden.

„Die Werkstatt ist mein Leben.“ Und

gleicht einem Museum. Sieben Schweißmaschinen,

eine aus dem Zeitraum

1935/1940, Schere, Ringautomat, eine

pneumatische Bewusst Maschine zum Abkanten,

drei Maschinen mit Handbetrieb - eine

ist ein umgestalteter Poststempel - finden

sich hier, wecken Erinnerungen und lassen

die Herzen der Tüftler und Heimatforscher

höherschlagen. Die Werkstatt ist

eine wahre Fundgrube, ein Schatz. Und

was geschieht mit der Werkstatt, wenn

er mal aufhören sollte? „Dann wird die

Werkstatt hier abgebaut und in Rinteln

bei Peters wieder aufgebaut. Diesen Deal

habe ich mit dem Seniorchef von Peters

vereinbart.“

Hin- und Weghören

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Filterfunktion mit der

terzo®Gehörtherapie!

Bewusst

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WOLL Herbst 2021 - 103


1946 als Vertriebener aus

Schlesien nach Neheim

gekommen

Ans Aufhören denkt Mittler noch lange

nicht. „Wenn ich das Wort aufhören in

den Mund nehme, dann will das keiner

hören, ich werde sofort abgeblockt.“ Er

hat die Rente längst durch, die Arbeit ist

Hobby und vermittelt das Gefühl „gebraucht

zu werden“. Der Neheimer hat

sich einen Traum erfüllt. 1946 war er

als Vertriebener aus Schlesien nach Neheim

gekommen, sein Vater arbeitete als

Schweizer (Melker) auf Gut Moosfelde.

Mittler besuchte die damalige Volksschule

in der Burgstraße, in unmittelbarer

Nähe seiner jetzigen Werkstatt.

51 Jahre ist er inzwischen mit Ehefrau

Sigrid verheiratet, Anja und Axel heißen

die Kinder. Jahrelang war er als Hundeführer

mit eigenen Boxern unterwegs. Er

ist bekennender und treuer Schalke-Fan

– auch in diesen nicht leichten Zeiten.

Zugleich interessiert ihn alles, was mit

Sport zu tun hat. Im Sport kennt er sich

genauso gut aus wie bei den Lampen. ■

Mittlers Lampenschirmgestelle

in Pariser 5-Sterne-Hotels

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104 - WOLL Herbst 2021

Wiegers-Gabelstapler GmbH & Co. KG | Unterm Ohmberg 15 · 34431 Marsberg


Orientierbar - der neue Podcast

für Eltern, Schüler/-innen und Lehrkräfte

Im

Frühjahr dieses Jahres

hat der Ausbildungskonsens

Hellweg-Sauerland

einen Podcast veröffentlicht, der

sich in erster Linie an junge Menschen

wendet, die sich in der Berufsorientierung

bzw. kurz vor Ende ihrer Schullaufbahn

befinden. Aber auch deren

Eltern soll er ansprechen, da ihnen

in diesem Entscheidungsprozess eine

wichtige Beraterrolle zukommt.

„Die Themen, die dieser Podcast beinhaltet,

sind vielfältig“, weiß IHK-Ausbildungsberater

Sebastian Rocholl, „genauso

vielfältig wie die Wege, die junge

Menschen heute bei Ihrem Einstieg in

die berufliche Karriere gehen können.“

Im Podcast kommen Eltern zu Wort,

Ausbilder, Azubis. Aber natürlich auch

die verschiedenen Partner von Karriere-hier.

Schüler/-innen „Als Netzwerkpartner und Lehrkräfte

Orientierbar - der neue Podcast

für Eltern, plaudern

wir aus dem Beratungsnähkästen und

versuchen erfolgreiche Tipps zu geben.“

Neben anderen Medien (Homepage

Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und

zukunftsorientierte Chancen für einen erfolgreichen Karrierestart vor der eigenen

Haustür. Grund genug, diese Themen rund um Ausbildung, Bewerbungszeit und

Praxistipps aufzugreifen und hörbar zu machen.

www.

karrierehier.de

www.

ORIENTIERbar

BERUF.LEBEN.ZUKUNFT

Karriere-hier.de, eigene Mediathek auf

YouTube), ist ORIENTIERBAR ein

weiteres Medium, das die Chancen bietet,

verschiedene Themen rund um die

Berufsorientierung, um Ausbildungsberufe

usw. einmal tiefergehend zu besprechen

und spannende Einblicke in

die Karrierewelt hier in unserer schönen

Region zu bekommen.

„Orientierung 2go“

Dass Podcasts das persönliche Beratungsgespräch

ersetzen, verneint Sebastian

Rocholl definitiv: „Das persönliche

Gespräch, haben wir in letzter Zeit

schmerzlich gelernt, ist nicht durch diese

Medien zu ersetzen. Aber sie ergänzen

Beratungsangebote, bereiten diese

vor oder beantworten auch wesentliche

Fragen, sodass man sich in der direkten

Beratung tiefergehend um den Kern der

Berufs- bzw. Karriereweg- oder Lehrstellenfindung

Scannen - Reinhören - Abonnieren kümmern kann.“

ORIENTIERbar

BERUF.LEBEN.ZUKUNFT

Hier stimmt der Ton

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Podcast ORIENTIERBAR

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Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und

zukunftsorientierte Chancen für einen erfolgreichen Karrierestart vor der eigenen

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Praxistipps aufzugreifen und hörbar zu machen.

So vielfältig wie die Karrierewege

Mit dem Start ist es geglückt: In den

ersten Wochen konnten wir 600 Downloads

und über 90 Abonnenten über die

unterschiedlichen Anbieter (Spotify,

Apple Podcasts, Google Podcasts, Lopodio

Kreis Soest oder unter karrierehier.de.)

erreichen. „Das Feedback ist

durchgängig positiv“, zeigt sich Rocholl

erfreut. „Wichtig ist, dass die Themen

gut rüberkommen und der Ton stimmt.

Hierzu arbeiten wir aber auch mit einem

externen, regionalen Podcastproduzenten

zusammen.“

Orientierbar - der neue Podcast

für Eltern, Schüler/-innen und Lehrkräfte

Die Region Hellweg-Sauerland mit ihren Ausbildungsbetrieben bietet vielfältige und

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Monatlich soll eine Folge des Podcast

ORIENTIERBAR veröffentlicht werden,

bislang sind so fünf Folgen online.

Und es geht weiter: „Aktuell kommen

wir aus der Sommerpause mit zwei

Sonderfolgen zum Sommer der Ausbildung“,

so Rocholl, „Weitere Folgen sind

schon in den Planungen ■

ere-

karrierehier.de

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-

Karriere-hier ist eine Initiative des Ausbildungskonsens Hellweg-Sauerland.

www.

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karrierehier.de

WOLL Herbst 2021 - 105


Anzeige

Anja Ullrich aus Wallen

kümmert sich um ungeklärte Nachlässe

ERBEN GESUCHT!

Britta Melgert

Georg Giannikis

„U

nser aktuell höchster Nachlass, für den

wir Hinterbliebene als Erben suchen, beträgt

400.000,00 Euro“, erzählt Anja Ullrich.

Immer wieder versterben Menschen, ohne ein gültiges

Testament zu hinterlassen. In solchen Fällen tritt die gesetzliche

Erbfolge ein. Das bedeutet, den nächsten Familienangehörigen

steht das Vermögen, oder Anteile davon,

zu. Doch was, wenn zunächst keine Verwandten bekannt

sind? „Genau dann werden wir tätig“, so Anja Ullrich.

„Wir sind als Nachlasspfleger im hiesigen Raum tätig!“

Den schönen Traum vom Brief aus Amerika, in dem ein Notar

einen Erben für das Vermögen eines verstorbenen Onkels sucht,

hat wohl jeder schon mal geträumt. Doch auch hier im Sauerland

gibt es gelegentlich ungeklärte Familienzugehörigkeiten, unvollständige

Stammbäume oder nicht auffindbare Verwandte. Gemeinsam

mit ihrer Angestellten Brigitte Berkenkopf macht sich

Anja Ullrich in solchen Fällen ans Werk.

Die gesetzlichen Vertreter der unbekannten Erben

Auch wenn kein Vermögen, vielleicht sogar Schulden, vorhanden

sind, gibt es Arbeit für die beiden. „Generell gilt: Wenn ein

Mensch alleinstehend verstirbt, ist oft der Einsatz von Nachlasspflegern

erforderlich“, so Anja Ullrich. „Meistens kommen unsere

Aufträge vom Amtsgericht. Von diesem Augenblick an sind

wir die gesetzlichen Vertreter der unbekannten Erben und übernehmen

daher alle dessen Rechte und Pflichten.“

Gut versteckt im Kulturbeutel: 30.000,00 Euro

Brigitte Berkenkopf beschreibt ihre Tätigkeit so: „Wir gehen

möglichst zeitnah, immer zu zweit, in die Wohnung des Verstorbenen

und verschaffen uns eine erste Übersicht. Gibt es ein

Testament? Manchmal ist es ordentlich in einem Ordner abgeheftet;

bei anderen liegt es im Schlafzimmer unter den gebügelten

Taschentüchern. Wir schauen auch nach Sparbüchern, Schmuck,

wertvollen Bildern, kostbaren Möbeln, Edelmetallen oder Bar-

106 - WOLL Herbst 2021


geld. Erst kürzlich fanden wir im unauffälligen Kulturbeutel

einer Verstorbenen 30.000,00 Euro in 50er-Scheinen, verpackt

in Alufolie. Alle Werte müssen ordentlich dokumentiert und verwahrt

werden.“

Ohne Testament wird die Suche aufwändig

Anja Ullrich ergänzt: „Meist schleppen wir waschkörbeweise Akten

und Unterlagen in unser Büro nach Meschede-Wallen, und

daraus entsteht viel Arbeit für die nächsten Wochen: Strom und

Telefon abmelden, Abos beenden, das Konto auflösen und Vieles

mehr. Zudem muss der Mietvertrag gekündigt und die Ausräumung

der Wohnung beauftragt werden. Falls ein Testament

gefunden wurde, prüfen wir dessen Gültigkeit, denn oft scheitert

es beispielsweise schon daran, dass der letzte Wille nicht unterschrieben

wurde. Dann, aber auch bei fehlendem Testament,

müssen die Erben oft aufwändig gesucht werden.“

Im Einsatz für den privaten Erben

Doch nicht nur vom Amtsgericht kommen die Aufträge für das

Nachlassverwalter-Team aus Wallen. „Auch Privatleute können

sich an uns wenden“, berichtet Anja Ullrich. „Oft ist eine Erbauseinandersetzung

schwierig, wenn nicht alle Verwandten bekannt

sind oder irgendwo im Ausland leben. Doch bevor diese

nicht nachweisbar gefunden wurden, wird kein Erbschein erstellt

und das Erbe kann nicht angetreten werden. Diese kniffelige Recherchearbeit

übernehmen wir dann ebenfalls gern. Wir nehmen

Kontakt zu Behörden auf und setzen unser, durch regelmäßige

Schulungen erworbenes, Expertenwissen fachmännisch ein,

um eine Lösung innerhalb einer akzeptablen Zeit anzustreben.

Durch unsere Kontakte innerhalb eines großen Netzwerkes sind

Unterlagen in fremden Sprachen keine Hürde mehr. Wenn es

aber bloß um ein Dokument geht, das seinerzeit in Sütterlin geschrieben

wurde, reicht auch unser eigenes Wissen aus, um uns

auf die Suche nach den fehlenden Erben zu machen.“

Dank Expertenwissen zur Miss Marple

Beide Damen sind sich einig: „Jeder Fall ist anders, aber fast immer

ist unsere Aufgabe spannend. Da werden wir regelmäßig zur

sauerländischen Miss Marple.“ ■

Anja

Ullrich

gültig bis

17.06.2022

Mitgliedsnr. 10302005

Anja Ullrich

Nachlasspflege

Berufsbetreuung

Zum Brückenberg 29a

59872 Meschede

Tel. 02903 3999883

Fax 02903 3999877

info@anja-ullrich.de

www.anja-ullrich.de

WOLL Herbst 2021 - 107


Silvia Padberg

Unser Spaghettikürbis-Bolognese-Rezept

Herbstzeit ist Kürbis-Zeit

Der Herbst ist zurück und damit erobert auch der Kürbis mit seiner

Sortenvielfalt wieder die Küchen. Hokkaido, Butternut, Muskatkürbis,

Bischofsmütze, Spaghettikürbis… Weltweit soll es über 800

verschiedene Kürbissorten geben. Wir haben uns für den Spaghetti-Kürbis entschieden.

Lecker-deftig, wie man es im Sauerland mag, gehört die Spaghettikürbis-Bolognese

auf jeden Fall zu den Speisen, die man nicht nur einmal genießen

möchte.

Zutaten für 2 Personen:

1 großer Spaghettikürbis

1 Gemüsezwiebel

4 Knoblauchzehen

400 g Rinderhackfleisch

200 ml passierte Tomaten

300 g Tomaten

1 EL Kokosöl

3 EL frischer Oregano

400 g Champignons

2 TL Chilipulver

1 frische Chili (optional)

1 Prise(n) Salz

1 Prise(n) Pfeffer

geriebener Käse

So schmeckts nochmal so gut

beim Grillen mit frischen

Grillbroten und Baguettes

Hauptgeschäft Brilon

Friedrichstraße 1

02961-4959

Öffnungszeiten:

Mo., Mi. & Do. 6:00 -13:00 Uhr

Di. & Fr. 6:00-18:00 Uhr

Sa. 6:00-13:00 Uhr

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Filiale Brilon Madfeld

Bernhard-Bartmann-Str.3

02991-9629712

Öffnungszeiten:

Mo., Mi. & Do. 6:00 -13:00 Uhr

Di. & Fr. 6:00-12:30 Uhr & 14:30-18:00 Uhr

Samstag 6:00-12:30 Uhr

108 - WOLL Herbst 2021

Sonntag 7:30-10:30 Uhr

Zubereitung:

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Spaghetti Kürbis halbieren und die enthaltenen

Kerne auslöffeln. Mit der geschnittenen Seite nach unten auf ein Backblech

legen. Etwas Wasser auf das Backblech geben und die Kürbishälften für 30 Minuten

in den Ofen geben. Während der Kürbis im Ofen gart, wird die Bolognese-

Sauce vorbereitet. Kokosöl in einer Pfanne erhitzen. Gemüsezwiebel kleinschneiden

und im Öl anbraten, bis sie glasig werden. Gepresste Knoblauchzehen zu den

Zwiebeln geben. Alles zusammen kurz anbraten. Hackfleisch hinzugeben und so

lange braten, bis alles hellbraun ist. Tomaten enthäuten, entkernen, dann in kleine

Würfel schneiden. Mit den passierten Tomaten zum Hackfleisch geben und gut

verrühren. Frische Kräuter und Gewürze zugeben und etwa 30 Minuten einkochen

lassen. Am Ende die geputzten, in Scheiben geschnittenen Champignons in

die Sauce hinzugeben. Vorsichtig den Kürbis aus dem Ofen holen, drehen und

mit einer Gabel das Fadenfruchtfleisch herauslösen. Entweder die Bolognese mit

dem Fruchtfleisch geschichtet in zwei Schalen des Kürbis geben oder das Fruchtfleisch

direkt mit dem Hack mischen. Wer mag, kann das Ganze mit etwas Käse

bestreuen! Guten Appetit!

Der ursprünglich aus Japan stammende Spaghettikürbis hat mit einem

Emissionswert von unter 130 Gramm eine gute CO2-Bilanz. Durch seinen

recht hohen Vitamin-A-Gehalt unterstützt er das Sehvermögen. Das

enthaltene Kalium regt die Nieren- und Blasenfunktion an. Mit seinem

fadenartigen Fruchtfleisch ist der Spaghettikürbis eine gute und vor allem

kalorienarme Pasta-Alternative


Monika Loerchner

S. Droste

„Ich habe meine Figuren

alle im Kopf; ich

mache die Augen

zu und sie sind da.“

Ein Plausch mit der Sichtigvorer Schriftstellerin Andrea Hundsdorfer

Margarethenring, Sichtigvor. Von hier aus unternimmt Andrea Hundsdorfer die spannendsten Reisen. Zum

Beispiel ins magische Reich Atramento. Dafür braucht sie nichts weiter als Stift, Zettel und Klemmbrett.

Mittlerweile hat die Autorin mehr als 20 Bücher geschrieben. Angefangen mit Kinder- und Jugendbüchern

widmet sie sich nun auch der Erwachsenenliteratur.

WOLL: Hallo Andrea! Wir kennen uns ja, sind beide bei

den BördeAutoren. Umso mehr freue ich mich, dich jetzt

mit Fragen löchern zu dürfen. Erzähl doch erstmal ein

bisschen von dir!

Andrea Hundsdorfer: Ich bin 55 Jahre alt, verheiratet und

habe zwei erwachsene Söhne. Ursprünglich komme ich aus

Möhnesee-Günne und bin das sechste von sieben Kindern.

Ich bin gelernte Pferdewirtin, habe aber mit 25 nochmal umgesattelt

auf Fremdsprachenkorrespondentin. Seit neun Jahren

arbeite ich im Vertrieb.

WOLL: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Andrea Hundsdorfer: Ich schreibe gern Gedichte für besondere

Anlässe. Als ich dann für meine Patentochter eine Geschichte

mit ihr als Titelheldin schrieb, dachte ich mir, ich

könnte doch auch ein Buch schreiben.

WOLL: 2008 erschien dein Debütroman „Neele“. Seitdem

sind jede Menge Bücher hinzugekommen. Überwiegend

Kinder- und Jugendromane, stimmt‘s?

Andrea Hundsdorfer: Genau. Normalerweise bin ich auch

recht rege mit meinen Büchern unterwegs, lese viel an Grundschulen.

Das fehlt mir wirklich sehr.

WOLL Herbst 2021 - 109


WOLL: Von Kindern bekommt man sicher ein ungeschöntes

Feedback, oder?

Andrea Hundsdorfer: Da merke ich sofort, ob ich so lustig

und spannend schreibe, dass die Kinder daran Spaß haben.

Ich habe aber auch Freundinnen, denen ich meine Sachen vorher

zeige.

WOLL: Und die sind ehrlich?

Andrea Hundsdorfer: Die sind oft voll des Lobes, hauen mir

aber auch schon mal was um die Ohren. Testleser müssen ehrlich

sein, nur durch konstruktive Kritik wird man besser.

WOLL: Was ist das Schwierigste am Schreiben?

Andrea Hundsdorfer: Gar nichts.

WOLL (lacht): Gut. Was ist dann das Herausforderndste?

Andrea Hundsdorfer: Die Charaktere sympathisch zu schreiben.

Du hast die Geschichte im Kopf und alles macht Sinn,

aber sie muss auch für die Leser plausibel und spannend sein.

WOLL: Du nimmst ja mittlerweile auch sehr erfolgreich

an Schreibwettbewerben teil…

Andrea Hundsdorfer: Ja, da habe ich jetzt Blut geleckt!

WOLL: Wie findest du die Ideen?

Andrea Hundsdorfer: Die ploppen einfach so auf. Später verselbstständigt

sich die Geschichte auch oft. Das liebe ich, dieses

der Fantasie freien Lauf lassen; ich kann tun, was immer

ich will.

WOLL: Aber ein paar Regeln muss man doch beachten!?

Andrea Hundsdorfer: Ja klar! Wenn ich eine Obduktion beschreibe,

muss das alles auch so stimmen. Aber wenn ich wie

in „Yanapaii“ beschließe, dass eine Schneekugel ein Tor zu

einer anderen Welt ist, dann ist das so.

WOLL: „Obduktion“? Das klingt eher nach Erwachsenenbuch.

WOLL: Was ist das Schönste am Schreiben?

Andrea Hundsdorfer: Das Wort „Ende“! (Lacht) Dass ich

bei der Recherche so viele Leute und Orte kennenlerne. Und

der Schreibprozess an sich. Ich liebe die Ich-Perspektive, die

Szenenwechsel, durch die ich eben auch in die Gedanken der

Bösewichte eintauchen kann.

110 - WOLL Herbst 2021


Andrea Hundsdorfer: Das war für einen Krimi. Dafür habe

ich auch ein Interview mit einem Pressesprecher der Polizei

geführt und war zu Besuch in der Pathologie der Uni Dortmund.

WOLL: Wann und wie oft schreibst du?

Andrea Hundsdorfer: Manchmal schreibe ich die Nächte

durch, dann wieder eine Woche lang gar nicht. Auf jeden Fall

schreibe ich abends, ich muss den Tag erst hinter mir haben.

WOLL: Worum geht es in deinen Kinder- und Jugendbüchern?

Andrea Hundsdorfer: Die Protagonisten erleben in meinen

Büchern die unglaublichsten Abenteuer. Dabei lernen sie, zu

ihren Schwächen zu stehen. Es ist schwierig, erwachsen zu

werden, aber gemeinsam ist man stark.

WOLL: Was liest du eigentlich privat?

Andrea Hundsdorfer: Fast alles. Ich lese einen 1.000 Seiten-Wälzer

genauso wie eine Liebeskomödie, die man in drei

Stunden wegschnubbelt.

WOLL: Du bist seit einigen Jahren Jurymitglied des Kreativwettbewerbs

für Schüler/innen des Medienzentrums

Soest. Wie ist das?

Andrea Hundsdorfer: Ich bin immer wieder positiv überrascht,

wie kreativ manche sind.

WOLL: Was braucht man sonst noch, um als Schriftsteller/in

erfolgreich zu sein?

Andrea Hundsdorfer: Ein dickes Fell und langen Atem.

Beim Schreiben ist viel Handwerk dabei, aber Talent kann

auch nicht schaden.

WOLL: Woran arbeitest du im Moment?

Andrea Hundsdorfer: Der Krimi liegt gerade bei einer Literaturagentur.

„Atramento“ geht im Herbst in den Druck und

aktuell schreibe ich an einer Liebeskomödie.

WOLL: Hast du zum Schluss noch einen Schreibtipp?

Andrea Hundsdorfer: Man sollte schreiben, was einen selbst

begeistert. ■

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WOLL Herbst 2021 - 111


DJ Maroox alias Marlon Ohms aus Brilon-Madfeld

„Bei meinen Auftritten

gebe ich richtig Gas“

Manfred Eigner

sabrinity & privat

M

it 15 Jahren schon zu wissen, welcher beruflichen Tätigkeit man unbedingt nachgehen will, ist in diesem

Alter schon an sich bemerkenswert. Dass er damit sein Hobby zum Beruf machen kann, beneidenswert. Dass

beides möglich ist, beweist Marlon Ohms aus Brilon-Madfeld. Parallel zu seiner schulischen Ausbildung

startet Marlon unter seinem eingetragenen Künstlernamen MAROOX eine steile Karriere in einem nicht alltäglichen

Beruf: als DJ

WOLL: Für viele junge Leute ist es eine spannende Aktion,

auf privaten Partys den DJ zu machen und die Feiernden

mit Musik, meist als persönliche Sammlung auf

dem Notebook, zu unterhalten. Was ist der Unterschied zu

dem, was du als DJ „MAROOX“ machst?

Marlon Ohms: Da werden alle Musikrichtungen gespielt und

der DJ passt sich der Veranstaltung entsprechend an. Ich gebe

bei meinen Auftritten eine strikte Linie aus „Elektro House“

in meinem 90-minütigen Programm vor.

WOLL: Was war der Auslöser für deine Leidenschaft

„aufzulegen“?

Marlon Ohms: Ich bezeichne es als performen, weil es mehr

Entertainment ist. Bei meinen Auftritten gebe ich richtig Gas.

Einfluss hat sicherlich, dass Musik in unserer Familie - von DJ

bis Sängerin - zu finden ist.

WOLL: Du planst das als deinen Hauptberuf anzustreben.

Welche Voraussetzungen braucht man dafür und gibt

es auch so etwas wie eine Ausbildung für diesen Beruf?

112 - WOLL Herbst 2021


Marlon Ohms privat...

Marlon Ohms: Ein Ausbildungsberuf ist es nicht, darum ist

mir der schulische Abschluss besonders wichtig. Aber die Weichen

sind gestellt. Voraussetzung ist ein gutes Musikfeeling

und eine gute Zusammenarbeit mit anderen DJ´s. Von Paul

Kold und mir ist beispielsweise das erfolgreiche Mashup Pack,

das in den Elektro House Charts Platz #01 und im ALL Genre

Platz #04 belegt, entstanden. Gemeinsam mit dem Platin

verifizierten Produzenten MOKABY bilden die beiden DJ´s

mein Management.

WOLL: Der DJ steht auf seiner Bühne und sorgt für Stimmung.

Das kann man sehen; doch welche Vorbereitungen

und was für ein Equipment ist Voraussetzung, um so professionell

arbeiten zu können?

Marlon Ohms: Wichtig ist im Vorfeld die Arbeit an Notebook

und Mischpult. Da wird der Auftritt mit speziellen Programmen

vorbereitet, wie das angesprochene Mashup Pack,

bei dem erfolgreiche Lieder zusammengemischt und beim

Refrain beispielsweise Bässe eingespielt werden. Bei mir zu

...und am Mischpult

Hause und mit noch umfangreicherer Technik in den Studios.

Das erfordert ein absolut exaktes zeitgenaues Arbeiten,

um am Ende das Sounderlebnis zu erreichen. Beim Auftritt

Online, in Clubs oder Open Air ist neben dem Mischpult

der USB-Stick mit den gespeicherten Vorbereitungen mein

Equipment als DJ.

WOLL: Was waren bisher besondere Highlights?

Marlon Ohms: Ein Highlight war meine erste offizielle Performance

48 HOURS Live aus Braunschweig. Erfolgreichster

Auftritt 2NIHGHTS 1STREAM in der Toskana Therme

in Bad Schandau für den Twitch Kanal von Anastasia

Rose sowie mein Auftritt auf einem Partyboot in Novalja

Kroation, wo ich erste Publikumserfahrung sammeln konnte.

Derzeit arbeite ich mit meinem Management an eigenen

Produktionen.

Wer möchte, kann marooxmusic auf den Sozialen Medien

begleiten. ■

Brillenmoden Schwiddessen

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WOLL Herbst 2021 - 113


Gute Geschichten aus Südwestfalen

Positiv, dynamisch, echt...

“Summer of Pioneers”: Ein NRW-weit einzigartiges Projekt in Altena

Die Stadt stellt ihren Gästen günstigen

Wohnraum und modern ausgestattete

Coworking-Spaces zur Verfügung. Die

Pioniere haben im Gegenzug Projekte

und Ideen im Gepäck, wie man modernes

Leben auf dem Land in Altena und

in der Region Südwestfalen gestalten

kann.

15 kreative Pioniere, eine Gastgeberstadt,

sechs Monate Zeit und viele neue

Ideen und Impulse: So könnte man den

„Summer of Pioneers“ kurz und knapp

beschreiben. Hier in Südwestfalen ist

das NRW-weit einzigartige Projekt vor

kurzem an den Start gegangen.

Die Pioniere sind da!

Anfang Juni sind 15 Digitalarbeitende

und Kreative aus ganz Deutschland in

Altena eingetroffen. Im Rahmen des

„Summer of Pioneers“ wollen sie den

Großstadtdschungel von Köln, Berlin

oder Hamburg hinter sich lassen und das

Leben auf dem Land austesten – in einer

Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.

Ideen für neues Leben

auf dem Land

Die Idee der Initiatoren: Altena und die

Pioniere sollen voneinander profitieren.

Ihre Ideen sind beispielsweise für das

Gelände der „Schwarzenstein-Brache“

gefragt, einem Relikt aus Zeiten,

in denen die Stadt an der Lenne eine

Gelddruckmaschine war. Sprichwörtlich.

Denn in Altena wurden bis 1980

Rohlinge für die D-Mark hergestellt.

Seitdem die Maschinen ruhen, liegt das

Industriegelände brach. Das soll sich

ändern – und die Sichtweisen der Pioniere

sind für dieses große Vorhaben ein

wichtiger Impuls.

Foto: Michael Bahr

Foto: Felix Weber

Foto: Alexander Schirm

Darum schneidet Südwestfalen in einer

Umfrage so gut ab…

Zahlreiche Job-Möglichkeiten, viele

Wohlfühl-Orte und die Natur immer

vor der Nase. Südwestfalen hat viele

Pluspunkte, für Menschen, die sich

nach dem Leben auf dem Land sehnen

und hier in der Region beruflich

Fuß fassen wollen. Das bestätigte nun

eine Umfrage im Rahmen des bundesweiten

Projekts „Starke Regionen“.

Wie ein Sternekoch aus Südwestfalen

YouTube erobert…

Tipps und Tricks für die heimische

Küche direkt von einem Sternekoch?

Diese exklusive Kochschule gibt es auf

dem YouTube-Kanal von Felix Weber.

Der einzige Sternekoch im Sauerland

will dort – neben seiner Arbeit im Fünf-

Sterne-Hotel Deimann in Schmallenberg

– Hobbyköch*innen inspirieren

und fürs Kochen begeistern.

Coole Geschenk-Idee für Freunde oder Familien:

Per “Trecker-Tour” die Region erkunden

Tolle Idee aus Brilon! Mit den Touren

von Alexander Schirm kann man die

wunderschöne Landschaft im Land

der tausend Berge hinter dem Lenkrad

eines restaurierten Oldtimer-Treckers

erleben. Das „Treckerwandern“ eignet

sich perfekt für Betriebsausflüge, oder

als Geschenk für die Familie, Freunde,

Mitarbeitende und Kunden.

114 - WOLL Herbst 2021


Junge Macherin mit 21 Jahren Chefin im Speditionsbusiness

AUF DIESEM

BILD HABEN

SICH 150

WELTMARKT-

FÜHRER

VERSTECKT

Foto: Südwestfalen Agentur,

Patrick Bonzel

Südwestfalen ist ein echter “Hier geht

was!”-Raum! Genau das zeigt die Reihe

“Junge Macher*innen”. 59 junge Menschen

stellen sich selbst und ihr Herzensprojekt

hier in der Region vor. So

auch Milena Grilo Da Costa. Sie wagte

2018 den Schritt in die Selbstständigkeit

und kaufte im Alter von 21 Jahren

Firmenanteile der Spedition „GlexX Logistik

GmbH“ aus Meschede. Seitdem

führt sie das Unternehmen gemeinsam

mit zwei Geschäftspartnern. Als Gesellschafterin

und Geschäftsführerin

kümmert Sie sich um die Bereiche

Verwaltung, Personal, Buchhaltung

und Ausbildung. Wow!

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Top Jobs bei mehr als

150 Weltmarktführern

und 80.000 Unternehmen,

bezahlbarer Wohnraum,

grüne Work-Life-Balance?

Das klingt doch alles

zu schön, um nicht da zu sein!

Diese und weitere gute Geschichten

Überzeuge dich selbst unter

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Foto: Rothaarsteigverein e.V. / Klaus-Peter Kappest

www.suedwestfalen-mag.com

Gefördert durch:

WOLL Herbst 2021 - 115


10 Jahre WOLL-Magazin: Hermann-J. Hoffe prägte aus vier Buchstaben

eine faszinierende Sauerländer Marke

„Das Schöne

auf Papier

bringen“

Paul Senske

Tom Linke

Es

ist eine Erfolgsgeschichte

der

besonderen Sauerländer

Art: Das WOLL-Magazin

feiert zehnjähriges Jubiläum. Das

beliebteste Wort der Sauerländer

Alltagssprache, die vier Buchstaben

mit Leben gefüllt - Worte, Orte, Land

und Leute - und sie zu einer einzigartigen

und faszinierenden Marke mit Strahlkraft

über die Region hinaus entwickelt: Für

WOLL-Gründer und Verleger Hermann-J. Hoffe

aus Schmallenberg-Kückelheim ist das Magazin ein

Lebenswerk, für die Sauerländer verkörpert es Heimat

und Wohlfühlen.

Hoffe. „Wir wollen das Schöne in Wort und Bild auf

Papier bringen. Das Sauerland ist schön und hat

viele Schätze.“ Diese „Schätze“ birgt WOLL

inzwischen in sechs regionalen Ausgaben,

verschiedenen Sonder-

Meilensteine fürs Sauerland gesetzt: Hermann-J. Hoffe.

116 - WOLL Herbst 2021

Sauerländer LEUTE –

Der MENSCH dahinter


im Sauerland

im Sauerland

editionen und füllt mit kluger Strategie

auch auf den sozialen Kanälen eine

Marktlücke. Dass WOLL im Oktober

2011 mit der ersten Ausgabe für Eslohe

und Schmallenberg auf den Markt kam

und die Menschen „regelrecht begeistert

waren“, hat viel mit der Leidenschaft von

Hermann-J. Hoffe fürs Sauerland zu

tun. Der 69-Jährige ist im schnuckeligen

Schmallenberg-Kückelheim fest verwurzelt,

hat aber nie den Blick nach draußen

und für andere Dinge verloren. Der Familienvater

- Ehefrau Roswitha, Töchter

Katharina und Juliana - ist bodenständig

und heimatverbunden sowie weltoffen

und innovativ zugleich. Das Magazin

trägt seine Handschrift.

Erste Erfahrungen als Redaktionsmitglied

der Jugendzeitung „Wir“

Erste journalistische Erfahrungen als

Mitglied der Jugendzeitung „Wir“ in

Arpe/Kückelheim sowie seine Lehr- und

Berufszeit in der europaweit operierenden

Schmallenberger Firma Falke waren

wichtige Etappen. „Wir haben damals

als Jugendgruppe über Themen aus dem

Dorf berichtet, für die sich auch die

Westfälische Rundschau interessierte.

Darauf waren wir richtig stolz.“ In eine

„völlig neue Welt“ tauchte Hoffe während

seiner zweijährigen Lehrzeit als Indu s-

triekaufmann bei Falke ein. Vom ersten

Tag an lernte er in der Werbeabteilung.

„Die Werbewelt hat mich fasziniert, ich

war begeistert und neugierig zugleich.“

Nach Beendigung seiner Lehre 1971 -

der heutige Landrat Dr. Karl Schneider

absolvierte übrigens im selben Zeitraum

seine Lehre bei Falke - baute Hoffe sein

Fachabitur, studierte in Hagen Betriebswirtschaft

mit dem Schwerpunkt Marketing,

verlor aber nie den Kontakt zu

Falke, die Werbewelt ließ ihn einfach

nicht los. Er arbeitete in den Semesterferien

in der Firma und erhielt zum 1. 8.

1975 2. Mach einen hinne Vertrag als Werbeassistent. 7. Schmacht Er

arbeitete 4. Hömma an Magazinen (Falke-Magazin)

9. dicke

und 5. Prospekten Ker maßgeblich 10. mit, Schmackes war auf

Modeschauen und organisierte sie auch:

Die Zeit bei Falke hat ihn geprägt. Eine

legendäre Fachanzeige der Firma „begleitet“

ihn heute noch: Falke in Schmallenberg

als „das Herz Europas“. „Diese Anzeige

ist geradezu symptomatisch für das

Sauerland und seine Weltoffenheit: Wir

sind europa- und weltweit mit unseren

Firmen unterwegs und zugleich stolz auf

die Heimat.“

Bis 1981 arbeitete Hoffe bei Falke. Nach

einem zweijährigen Intermezzo als Produktmamanager

in Meinerzhagen machte

er sich selbstständig: Marketing und

Kommunikation als Standbeine. Bekannte

Sauerländer Firmen wie Severin

in Sundern und WEPA in Müschede

waren seine Kunden. Für Severin organisierte

er 1992 das 100-jährige Betriebsjubiläum

mit Bundeskanzler Helmut

Kohl als Ehrengast, 2003 das 111-jährige

Bestehen der Firma, die damals auch in

DIE DIE SUCHE NACH DEM SCHÖNSTEN WORT. WORT.

N

ur ein Wort ist notwendig um seinem Gegenüber zu sagen:

Ich bin ein Sauerländer! Und auf die Suche nach diesem

ur ein Wort ist notwendig um seinem Gegenüber zu sagen:

Ausdruck machte sich die Kur und Freizeit GmbH auf der Social

Ich bin ein Media Sauerländer! Plattform „Facebook“ Und auf und die stellte Suche eine nach ganz einfache diesem

Frage: „Wir suchen euer liebstes, typisch sauerländisches Wort!

Ausdruck machte sich die Kur und Freizeit GmbH auf der Social

Einen typischen Satz oder ähnliches… Kreative Ideen sind

Media Plattform gefragt“. „Facebook“ Das Interesse und an dieser stellte Umfrage eine hat über ganz die einfache Grenzen

Frage: „Wir suchen

des

euer

Schmallenberger

liebstes,

Sauerlands

typisch sauerländisches

Anklag gefunden: 13.700

Wort!

Stimmen wurden abgegeben. Aus den ursprünglichen drei

Einen typischen Wörtern, Satz oder die die Kur ähnliches… und Freizeit GmbH Kreative zur Abstimmung Ideen frei sind

gefragt“. Das Interesse gegeben an hatte, dieser ist dank Umfrage Nutzerkommentaren hat über eine lange die Liste Grenzen mit

originellen Begriffen und Ausdrücken aus dem Sauerland geworden.

Ein

des Schmallenberger Sauerlands

sauerländisches

Anklag

Wort hatte

gefunden:

die Nase schnell

13.700

vorn:

Stimmen wurden „Woll“ abgegeben. wurde zum Favoriten Aus erkoren. den ursprünglichen Doch das Rennen ist noch drei

nicht entschieden. Bisher noch unerwähnte oder wenig beachtete

linguistische Perlen wie „Unsere“ (als Bezeichnung für die

Wörtern, die die Kur und Freizeit GmbH zur Abstimmung frei

gegeben hatte, ist Eltern), dank Nutzerkommentaren „Wem gehörse“ oder „Hümmeken“ eine lange haben also Liste noch mit

Chancen in die Top Ten zu gelangen. Wer Lust hat, sich an der

originellen Begriffen und Ausdrücken aus dem Sauerland geworden.

Ein sauerländisches www.facebook.com/Schmallenberger.Sauerland Wort hatte die Nase schnell tun. Neben vorn: der

Abstimmung und Diskussion zu beteiligen, kann dies unter

Umfrage gibt es hier auch Fotos, Veranstaltungen und vieles

„Woll“ wurde zum Favoriten erkoren. Doch das Rennen ist noch

mehr rund um unsere Region. (kr)

nicht entschieden. Bisher noch unerwähnte oder wenig beachtete

linguistische Perlen

Die Top Ten

1. woll

wie „Unsere“ (als

6. Ette

Bezeichnung für die

2. Mach hinne 7. Schmacht

Eltern), „Wem gehörse“ oder „Hümmeken“ haben also noch

3. Ne? 8. Guck ma auf´n Tacho

Chancen in die Top

4. Hömma

Ten zu gelangen. Wer

9. dicke

Lust hat, sich an der

5. Ker 10. Schmackes

Abstimmung und Diskussion zu beteiligen, kann dies unter

www.facebook.com/Schmallenberger.Sauerland tun. Neben der

Umfrage gibt es hier auch Fotos, Veranstaltungen und vieles

mehr rund um unsere Region. (kr)

Die Top Ten

1. woll 6. Ette

3. Ne? 8. Guck ma auf´n Tacho

01_39_WOLL_Magazin.indd 19

N

Quelle: 1. WOLL-Ausgabe Eslohe/Schmallenberg Oktober 2011

W.O.L.L. Oktober 2011 - 19

Sachen Sportsponsoring unterwegs war

und u. a. Stabhochspringer Danny Ecker

(ein Sechs-Meter-Springer) unter Vertrag

hatte. Mit WEPA als Sponsor des TC

Blau-Weiß Sundern war er in der Tennis-

Bundesliga unterwegs.

01_39_WOLL_Magazin.indd 19 26.09.11 09:35

Intensive Beschäftigung mit

den neuen Medien

Parallel zu seiner Marketing- und Kommunikationstätigkeit

für namhafte Firmen

beschäftigte sich Hoffe intensiv mit

den aufkommenden neuen Medien. Er

ahnte, das Social Media eine Kommunikations-Plattform

mit riesigem Potenzial

ist. „Wenn man so will, wird das, was

früher am Stammtisch diskutiert wurde,

heute über die sozialen Medien ausgetauscht,

eine Art Dorfklatsch.“

„Die Werbewelt hat

mich fasziniert“

- Hermann-J. Hoffe

W.O.L.L. Oktob

WOLL Herbst 2021 - 117


Gleichzeitig

stellte

er sich die

Frage, warum es

für Schmallenberg und

Umgebung kein klassisches

Glanzmagazin wie beispielsweise in Düsseldorf gab. Es reifte

daher die Idee, ein Magazin „für die Region, in der man lebt“,

ins Leben zu rufen. „Die Prämisse war, dass der Titel aus vier/

fünf Buchstaben bestehen und was mit dem Sauerland zu tun

haben muss und dass sich die Menschen wiederfinden“, erzählt

Hoffe. „Die Buchstaben mussten sitzen.“ Sie saßen – und wie:

„Wir haben uns für das Wort Woll entschieden, es ist ein typisches,

identitätstiftendes Sauerländer Wort mit Alleinstellungsmerkmal.“

Die Entscheidung im Sommer 2011 war goldrichtig.

Einige Wochen später brachte eine Facebook-Umfrage der

Schmallenberger Kur- und Freizeit GmbH zu Tage: Woll ist

das schönste, beliebteste und markanteste Wort der Sauerländer

Alltagssprache. Einen entsprechenden Artikel mit einer Analyse

der Ergebnisse („Kauderwelsch im Sauerland“) hat Hoffes

Tochter Katharina in der ersten WOLL-Ausgabe veröffentlicht.

Hoffe und seinen Mitstreitern war aber auch klar, dass vier

schöne Buchstaben allein nicht reichen würden. „Wir mussten

aus den Buchstaben was machen und sie mit Leben füllen.“ Das

geniale Ergebnis: W.O.L.L. - Worte, Orte, Land und Leute.

Der Name wurde als Marke beim Patentamt angemeldet und

hat sich zu einer starken Sauerländer Marke entwickelt. Das

erste Magazin erschien im Oktober 2011 für den Bereich Eslohe/Schmallenberg.

Das durch Anzeigen finanzierte Magazin

wurde kostenlos verteilt und „uns praktisch aus den Händen

gerissen“. Von Beginn an im Team waren der niederländische

und erfahrene Redakteur Tiny Brouwers, der im Sauerland

heimisch gewordene Ostfriese und Gestalter Rainer Zepernick

sowie das Schmallenberger Satzstudio Glade. Die WOLL-Philosophie

ist bis heute gültig: Das Schöne aus dem Sauerland,

die verborgenen Schätze zu bergen und sie in Wort und Bild

auf Papier bringen, das auch vor dem Hintergrund der Globalisierung.

„Die Menschen müssen sich in ihrer kleinen und

großen Lebenswelt im Magazin wiederfinden, das wünschen

sie sich auch.“

Übrigens: Die in der ersten Ausgabe im Oktober 2011 in Posterform

veröffentlichten Namen (Kauderwelsch im Sauerland)

stießen auf ein sensationelles Interesse. „Macht doch Plakate

bzw. Poster daraus“, so der Tenor. Heute sind die WOLL-Poster

ein echter Hit, nicht nur im Sauerland. ■

„Wir mussten die vier Buchstaben mit

Leben füllen“ - Hermann-J. Hoffe

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48

WOLL

KÖPFEsabrinity

Ein starkes Team für Worte, Orte, Land und Leute im Sauerland

Ein WOLL-Magazin macht sich nicht von allein.

In jeder Ausgabe steckt eine Menge Herzblut, Engagement,

Können und Fleiß. Immerhin gilt es,

pro Jahr rund 2.300 Magazinseiten mit wunderschönen

Geschichten und Bildern aus dem Sauerland zu erstellen.

Und auch die gut 83.000 Fans und Follower in den

sozialen Medien möchten regelmäßig mit interessanten

Posts (ca. 1.500 pro Jahr) informiert werden.

Doch wer steckt eigentlich hinter dieser Medienmarke? Wer

recherchiert und schreibt all diese Geschichten? Wer macht

die Bilder dazu? Wer setzt und druckt das Magazin? Wer ist

für Werbung und Anzeigen verantwortlich? Auf den folgenden

Seiten finden Sie die Antwort. Erkennen Sie jemanden

wieder? ■

Andreas Melliwa

Redaktion

Anke Kemper

Redaktion + Illustration

Antonius Henke

Medienberatung

Britta Melgert

Redaktion + Backoffice

Catharina Schäfer

Gestaltung

Christel Zidi

Redaktion + Lektorat

Daniela Rose

Vertrieb Magazine

Daniela Weber

Redaktion

Ohne Bild: Anne von Heydebrand, Redaktion | Carla Wengeler, Redaktion + Social Media | Daniel Kaminski, Gestaltung

Dirk Kochsiek, Vertrieb Magazine | Georg Giannakis, Redaktion + Fotos | Marc Niemeyer, Fotos

Matthias Koprek, Redaktion + Fotos | Walter Eilhard, Medienberatung

WOLL Herbst 2021 - 119


Dirk Bannenberg

Herausgeber + Geschäftsführer

Gisela Wilms

Redaktion

Harald Kröger

Medienberatung

Helmut Gaida

Redaktion

Hermann-J. Hoffe

Herausgeber

Inga Bremenkamp

Redaktion + Video

Iris Böning

Fotos

Julius Kolossa

Redaktion

Luca Cramer

Gestaltung

Manfred Haupthoff

Redaktion

Manfred Eigner

Redaktion

Markus Weber

Redaktion

W

Monika Loerchner

Redaktion

Nicola Collas

Redaktion

Oliver Schaeffer

Verkaufsleiter

Paul Senske

Chefredakteur

120 - WOLL Herbst 2021


Petra Kleine

Redaktion

Philipp Nolte

Fotos

Rainer Grundhoff

Medienberatung + Druck

Robert Hinkel

Redaktion

Sabina Butz

Redaktion

OLL

Sabrina Voss (Sabrinity)

Fotos

Silvia Padberg

Redaktion + Social Media

Sonja Funke

Redaktion

Sonja Nürnberger

Redaktion + Social Media

Sophie Schmucker

Gestaltung

Stefan Droste

Fotos

Susanne Droste

Fotos

Tom Linke

Fotos

Vanessa Schulte

Anzeigen + Digital Sales

Verena Sen

Redaktion

Willi Bannenberg

Senior-Chef

WOLL Herbst 2021 - 121


E-AUTO IM

SAUERLAND

LADEN?

Perfekte Wallbox-

Lösungen für Firmen

und Gastgeber im

Sauerland

900

Euro Wallbox-

Förderung für

jedermann?

„Stimmt nicht”, klärt uns Thomas

Pöttgen, Geschäftsführer von Pro-

Charge aus Freienohl, auf. “Die Förderung

erhält man nur, wenn man entweder

den Strom dafür z.B. mit PV selbst

produziert oder einen Öko-Stromtarif

nutzt. Auch bei Privatleuten. Andernfalls

geht man leer aus oder man muss

später die Förderung zurückzahlen.”

Er muss es wissen: Der überzeugte

E-Mobilist beschäftigt sich bereits jahrelang

mit diesem boomenden Markt und

hat daher im Juni 2020 die Pro- Charge

GmbH in Freienohl gegründet. Diese

bietet neben Wallboxen auch Beratungen,

Planungen und günstige Ökoladestromtarife

an.

Strom und Benzin mit einer einzigen

Karte tanken

Und es läuft richtig rund: Die Auftragsbücher

sind voll – hauptsächlich mit Aufträgen

von Firmen, Gastgebern (Hotels,

Ferienwohnungen, Gastro), Wohnungsgesellschaften

und Stellplatzbetreibern.

Und das mittlerweile Europaweit. Um

das schnelle Wachstum auch stemmen

zu können, hat sich Pöttgen mit dem

Arnsberger Unternehmer Andreas Grüne

einen erfahrenen Partner ins Boot geholt.

“Als Tankstellenbetreiber sahen wir den

aktuellen Trend hin zu E-Mobilität naturgemäß

zunächst kritisch. Jetzt, nach dem

Einstieg bei Pro-Charge, haben wir in diesem

Zukunftsmarkt einen Fuß in der Tür

und sind positiv gespannt auf die weitere

Entwicklung”, sagt Grüne, Geschäftsführer

und Inhaber vom Arnsberger Traditionsunternehmen

Grüne Energie.

Sowohl Pöttgen als auch Grüne sind sich

einig, dass die Zusammenarbeit Früchte

tragen wird: “Zusammen mit unseren

Tanknetz-Partnern werden wir zukünftig

das öffentliche Laden von Strom wie

auch das Tanken mit Diesel oder Benzin

mit einer Karte deutschlandweit anbieten

können. Gerade für Fuhrparkbetreiber ist

das ein echtes Plus!”, so Grüne.

Herstellerunabhängig

Pro-Charge fungiert bei der Ladeinfrastruktur

als Händler und Projektpartner.

“Ein Hersteller verkauft natürlich am

ehesten seine eigenen Produkte. Ob diese

aber für den Kunden bei Preis und Leistung

optimal sind, steht auf einem anderen

Blatt”, so Pöttgen über die Unabhängigkeit

seiner Firma. Daher arbeitet das

Pro-Charge-Team Herstellerunabhängig

und kann die am besten geeignete Wallbox

für den jeweiligen Einsatzzweck empfehlen.

Förderung: Mehr als nur 900 Euro

Neben der Wallbox an sich kommen auf

Immobilienbesitzer weitere Investitionen

zu: Haus-Elektroinstallation, Hausanschlusskosten

(bei größeren Anlagen),

smarte Stromzähler und Erdarbeiten.

Manche Leistungen sind über die 900,-

für die Wallbox hinaus förderfähig, etwa

mit dem Programm Progres NRW. “Dabei

werden zum Teil auch Beratungsleistungen

sowie die Erd- und Pflasterarbei-

122 - WOLL Herbst 2021


ten mit bis zu 50 % bezuschusst”, ergänzt

Matthias Stirnberg, weiterer Geschäftsführer

bei Pro-Charge. Als ehemals technische

Führungskraft eines großen Klinikums

und technischer Leiter bei einem

Schaltschrankbauer ist er bestens vertraut

mit den Besonderheiten größerer Gebäudeinstallationen.

Auch die Konstruktion

und Planung von Schaltschränken

kann Pro-Charge somit aus einer Hand

anbieten.

Autohäuser und Elektroniker

Aufgrund der Unabhängigkeit ist Pro-

Charge auch erster Partner sowohl für

Autohäuser wie auch für Elektroinstallationsbetriebe.

“Wir installieren selber

nichts, wir verkaufen auch keine Fahrzeuge,

aber wir stehen unseren Partnern

kompetent zur Seite. Bei Direktanfragen

vermitteln wir die Installation immer zu

unseren guten Partnern in der jeweiligen

Region”, ergänz Thomas Pöttgen.

Fazit

Nahezu alle Fachleute sind sich einig: Der

Elektromobilität gehört die Zukunft. Sowohl

der politische wie auch gesellschaftliche

WiIlle ist dazu vorhanden. Die nächsten

Jahre werden im Bereich Mobilität

einen Umbruch zeigen, wie wir ihn zuletzt

von der Pferdekutsche auf das Automobil

gesehen haben. Die Frage ist nicht ob, sondern

wann mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge

elektrisch betrieben werden. Daher

ist jetzt der beste Zeitpunkt, mit dem Ausbau

der Infrastruktur zu beginnen. Für

Fragen zum Thema Wallbox steht das

Pro-Charge Team unter 02903 96990 02

montags bis freitags von 08:00 bis 14:00

Uhr zur Verfügung oder besuchen Sie die

Website www.pro-charge.net . ■

Andreas Grüne (links) und Thomas Pöttgen

setzen auf Elektromobilität im Sauerland

Tipp für Gastgeber

“Optimale Route für E-Bikes": Freizeit- und Routenplanungs-APPs wie Komoot & Co. weisen gezielt Gastgeber mit

E-Ladestationen aus. Entsprechend wird die Route geplant, entsprechend mehr Gäste finden den Weg, kehren ein und

verzehren – und sei es nur zum Warten, bis das Vehikel (ob Bike oder Auto) wieder aufgeladen ist.

WOLL Herbst 2021 - 123


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124 - WOLL Herbst 2021

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Bestwig und

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Taikoschule Sen Ryoku in Eversberg

99 Weinreben am Velmeder Südhang

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Worte, Orte, Land und Leute.

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Im Portrait: Neerdar bei Willingen

Altes Madfelder Fachwerk in neuem Glanz

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Pastor Ansgar Drees

aus Brilon

„Man muss menschlich

in der Lage sein, den

Beruf auszuüben“

Petra Kleine

sabrinity

Pastor Drees nimmt sich Zeit für ein persönliches Gespräch.

Einfühlsam hört er zu, gibt Impulse und ist dankbar dafür, Anteil nehmen zu dürfen.

In

Zeiten, in denen das Ansehen

der Kirche enormen

Schaden erlitten hat, tut es

gut, auch von Menschen, speziell von

Geistlichen berichten zu können, die

segensbringend für ihre Gemeinden

im Einsatz sind. Pastor Ansgar Drees

aus Brilon ist einer von ihnen.

„Es sind die Begegnungen mit Menschen,

die mir Freude machen“, verrät

mir Pastor Ansgar Drees (56), und diese

Freude merkt man ihm an. „Wenn

sie sich mir öffnen, sich mir anvertrauen,

mir das Gefühl geben, dass ich

Anteil haben darf, dann ist das beglückend

für mich. Es bereichert mich,

dass ich den Lebensnerv der Menschen

begleiten darf.“

Das tut er in der Tat in vielfältigster Art

und Weise, quasi von der Wiege bis zur

Bahre. „Wenn ich bei Taufgesprächen

das Glück der Eltern sehe, wenn sie

einfach nur ihr Kind anschauen, dann

berührt mich das sehr“, erzählt er mir.

„Oder die Kommunionkinder in ihrer

Vorfreude auf ihr Sakrament. Aber auch

ein Trauergespräch kann voller Hoffnung,

liebevoller Erinnerungen und

tiefer Dankbarkeit sein.“ Denn die Botschaft

lautet: Gott ist bei euch!

Für Pastor Drees war es immer wichtig,

die gesamte seelsorgerische Breite

abzudecken und für alle Gruppen der

Gesellschaft da zu sein. So zählen auch

Kindergarten-Gottesdienste, schulseelsorgerische

Tätigkeiten, die Arbeit mit

Menschen mit Behinderung im Caritasverband,

in Seniorenheimen und

Beistand für Kranke ebenso zu seinem

abwechslungsreichen Tagesprogramm

wie Messfeiern, Erstkommunionen oder

Trauungen. Dabei ist er aufgrund des

Pastoralen Raumes im Pastoralteam

unter der Leitung des Propstes für die

Stadt Brilon mit allen ihren Dörfern zuständig.

„Ich sehe es als große Chance, direkt

vor Ort den seelsorgerischen Auftrag zu

haben“, erklärt er mir. „Jede Begegnung

ist ein kleiner Baustein, dass das Reich

Gottes für die Menschen ein bisschen

spürbarer wird. Die großen Fragen werde

ich dabei bestimmt nicht lösen, aber

das will und kann ich auch gar nicht!“

WOLL Herbst 2021 - 125


Ich fang das einfach mal an…

Dass aus ihm überhaupt mal ein Pastor

werden würde, hätte er selbst nicht gedacht.

Aufgewachsen im überwiegend

protestantischen Bielefeld suchten die

Eltern ihm eine katholische Schule aus

und prägten seine Werte. Es gab auch

einen Onkel, der Franziskaner war, und

natürlich war Ansgar auch Messdiener.

Dann waren da noch diese Vikare, mit

denen man sich in der Freizeit traf, lachte

und Spaß hatte, und die so einen positiven

und zufriedenen Eindruck auf ihn

machten.

Fußball bei Arminia Bielefeld

Die engagierte Religionslehrerin hatte

ebenfalls entscheidenden Einfluss

auf Ansgar Drees und nicht zuletzt

auch der Kirchenorgel-Lehrer. „Wenn

er spielte, geschah das mit so viel Gefühl,

dass man spürte, dass er es zur

Ehre Gottes tat. Man hörte in seinem

Orgelspiel förmlich seinen Glauben an

Gott heraus.“ Nach einer kleinen Pause

fügt er hinzu: „Ich selbst habe damals

übrigens auch Orgel gespielt.“ Nebenbei

aber auch Fußball, bei der Arminia in

Bielefeld.

„Ich fang das einfach mal an“, dachte er

sich nach dem Abitur, aber es sollte erst

alles noch reifen mit dem Theologiestudium,

denn zunächst kam die 15-monatige

Bundeswehrzeit, bevor es in Paderborn,

im Leokonvikt losging.

„Man muss menschlich in der Lage sein,

den Beruf auszuüben“, erläutert er mir.

Da man das selbst für sich nicht abschließend

beurteilen kann, bat er be-

Vielen Menschen ist ihr Glaube abhanden gekommen. Pastor

Drees ist es daher ein besonderes Anliegen, uns allen die Botschaft

Gottes nahe zu bringen. Er wird nicht müde zu vermitteln,

dass der Glaube uns Kraft gibt, unser Leben zu meistern.

126 - WOLL Herbst 2021


freundete Menschen, deren Urteil er

vertraute, vor und während des Studiums

um ihre ehrliche Meinung. Sie

hielten ihn für geeignet!

Trotzdem gönnte er sich nach dem

Vordiplom eine Auszeit und absolvierte

ein freiwilliges soziales Jahr in

einem Altenheim. Mit Schichtdienst,

Wochenendarbeit und unendlich vielen

Eindrücken. In dieser Zeit durfte

er bei Priestern wohnen und deren

Alltag kennenlernen, worüber er sehr

dankbar war.

Ein Auslandsjahr im kulturell faszinierenden

Wien war ebenfalls Bestandteil

seines Studiums. Nach dem Diplom

entschied er sich, ein Jahr nach Italien

in die Nähe von Florenz zu gehen. Er

verbrachte dort ein geistliches Jahr in

einer Gemeinschaft aus Priestern und

Theologiestudenten, in dem neben

Gebet und Austausch ein altes Franziskanerkloster

durchrenoviert wurde.

Auch diese Zeit hat ihn geprägt und

birgt schöne Erinnerungen.

… und wenn der Bischof mich

jetzt noch haben will…

Nun war Ansgar Drees bestärkt darin,

seinen eingeschlagenen Weg weiter zu

gehen: „Und wenn der Bischof mich

jetzt noch haben will, dann komme

ich und gehe zuversichtlich meinen

Weg!“ So ging er ins Priesterseminar,

versprach unter anderem ein Leben in

Bescheidenheit und Ehelosigkeit, als

er zum Diakon geweiht wurde. 1994

war dann im Paderborner Dom die

feierliche Priesterweihe. „Das war ein

ganz besonderer Moment für mich,“

erinnert er sich dankbar. „Insgesamt

18 junge Priester wurden geweiht und

ich war einer von ihnen.“

Jetzt steht er selbst schon seit vielen

Jahren vorne am Altar und versucht

seinen „Schäfchen“ Impulse zu geben

und ihnen die Botschaft Gottes zu

konkretisieren und näher zu bringen.

Er tut es noch immer mit ganzem

Herzen und der gleichen Überzeugung

und Hingabe wie zu Beginn.

Das kommt bei den Menschen gut an.

Als ihn seine Mutter hier besuchte,

stellte sie das gleich fest. „Junge“, sagte

sie zu ihm, „die Herzlichkeit, mit der

die Menschen dir hier begegnen, zeigt

mir, wie gut du hier gelitten bist.“

So fühlt er sich selbst sehr wohl im

Sauerland, hat längst Gefallen an den

zunächst ungewohnten Schützenfesten

gefunden, genießt die Natur und

steckt bei seinen Spaziergängen am

Borberg gern ein Kerzchen für die

Menschen im Tal vor der Mutter Gottes

an. ■

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„Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“ Diesen Bibelvers

wählte Pastor Ansgar Drees als Primizspruch

und er begleitet ihn durchs Leben

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WOLL Herbst 2021 - 127


LEBEN ZWISCHEN RETTUNGS-

WAGEN UND RUNKELRÜBEN

Nach dem Dienst schaltet die

Marsberger Notärztin Dr. Anna

Bödefeld-Hötger auf ihrem

Bauernhof komplett ab

Andreas Melliwa

Tom Linke

W

er Kinder hat mit aufgeschlagenen

Knien, kennt

sie. Wer sich beim Sport

den Fuß verknackst, kennt sie. Wer

am Wochenende plötzlich Herzstiche

hat, kennt sie. Und wer den Rettungswagen

alarmieren musste, hat sie

vermutlich auch kennengelernt. Die

Chirurgin Dr. Anna „Anne“ Bödefeld

ist die „Ärztliche Leiterin der Zentralen

Notaufnahme“ am Marsberger

St- Marienhospital. Viele sagen auch

einfach: Sie ist das Herz der Ambulanz.

Seit 36 Jahren gehört sie zum

Stamm des Marsberger Hospitals, nur

unterbrochen von ihrer Ausbildungszeit

zum Facharzt der Chirurgie. Die

hat sie in Münster absolviert. „Ich bin

halt bodenständig durch und durch!“

sagt die gebürtige Marsbergerin voller

Überzeugung. Das liegt auch daran,

dass sie „vom Hof kommt“, wie man

im Sauerland sagt. Und bis heute

findet Frau Doktor in der Landwirtschaft

Abstand und Ausgleich von ihrem

stressigen Beruf.

128 - WOLL Herbst 2021


Als sie 1978 ihren späteren Mann

Willi Hötger kennenlernt, geben die

meisten ihrer Freunde und auch in

der Familie den beiden nur wenig Zukunft.

Denn Willi ist junger Landwirt

mit eigenem Hof, und Anne ist

gerade auf dem Sprung zum Medizinstudium

nach Düsseldorf. „Da lernste

ruck-zuck ´nen feschen Arzt kennen

– so die Prognosen. Aber gegen Willi

kam keiner an. 1986 wurde geheiratet,

„…und ich habe es nie bereut!“

Mit der Heirat war auch klar: Die beiden

werden weiterhin im Sauerland

leben. „Dabei habe ich mich zweimal

gegen eine vermutlich steile Karriere

entschieden,“ sagt Anne Bödefeld

ohne Groll, „Einmal hatte ich das Angebot,

mit meinem Professor zusammen

die Herzchirurgie in Bad Oeynhausen

mit aufzubauen. Und ich habe

nach dem Studium eine feste Stelle an

der Uniklinik in Münster angeboten

bekommen. Aber ich wollte aus dem

Sauerland nicht weg“.

Von Kindesbeinen mit der Landwirtschaft

verbunden

Es war aber nicht nur der buchstäbliche

Stallgeruch, der sie letztlich auf

dem elterlichen Hof in Marsberg-Beringhausen

hielt. Sondern es war auch

die schwere Erkrankung ihres Vaters,

dem es immer schwerer fiel, sich um

Haus und Hof zu kümmern. „Als er

zum ersten Mal plötzlich ins Krankenhaus

musste, fiel bei mir auch

die Entscheidung, Ärztin zu werden.

Denn es stand Spitz auf Knopf, aber

mein Vater hatte schon lange den Pastor

gesehen, ehe mal ein Arzt vorbeikam.

Das konnte nicht sein!“ Bereits

während des Studiums und auch als

fertige Ärztin half Anne dann regelmäßig

auf dem Hof mit. In der Erntezeit

kam es nicht selten vor, dass sie

sogar in der Mittagspause vom Krankenhaus

direkt zum Acker fuhr. „Vieh

treiben, Strohfuder packen, Runkeln

hacken – ich hab gemacht, was auf

dem Hof gerade so anfiel. Das erdet

ungemein.“

Alltag in der Klinik ist

eine Wundertüte

Nach dem Tod des Vaters übernahm

Annes Bruder Meinolf den Hof, aber

auch er wurde krank und starb früh.

Nun kümmerte sich Ehemann Willi

um den Hof in Beringhausen, parallel

zu seinem eigenen in Bad Wünnenberg.

Mittlerweile hat Annes Neffe

Johannes die Hofstelle übernommen.

„Das Leben auf dem Hof begleitet

mich aber immer noch,“ sagt Anne

Bödefeld, „und es prägt meine Arbeit

in der Klinik nach wie vor!“ Denn

Medizin und Landwirtschaft haben

für sie viel gemeinsam: Wenig ist zu

kalkulieren, oft müssen Entscheidungen

kurzfristig gefällt werden. Auf

dem Hof sind es zum Beispiel die Unwägbarkeiten

des Wetters, im Krankenhaus

können plötzlich Komplikationen

auftreten. Anne Bödefeld ist

das bewusst: „Wenn ich morgens zur

Klinik fahre, ist der Arbeitstag eine

Wundertüte. Ich weiß nie, was mich

erwartet. Beim Landwirt ist das ähnlich!“

Die Nähe zu den Menschen auf dem

Land hilft auch bisweilen bei der ersten

Diagnose. „Ich kenne sehr viele

hier, und sehr viele kennen mich.

Wenn zum Beispiel ein Bauer mitten

in der Erntezeit zur Behandlung ins

Krankenhaus kommt, dann weiß ich:

„Dem muss es wirklich schlecht gehen,

sonst wäre er auf dem Acker. Da

gehen bei mir sämtliche Alarmleuchten

an!“

Das Leben auf dem Hof begleitet die Ärztin.

WOLL Herbst 2021 - 129


Aktiv relaxen !

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Spüren Sie die Kraft von Wasser, Salz und

Wärme. Wie schwerelos treiben Sie in der

warmen Natursole und atmen tief durch. Die

Heilkraft der Natur entfaltet sich und bringt

Körper und Geist ins Gleichgewicht. Entspannen

Sie bei unseren einmaligen Dampfbadaufgüssen.

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mit Massage- und Sprudelextras

∙ großes Dampfbad

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WALDSAUNA

Endlich wieder richtig schwitzen. Wie gut das tut!

Entspannung bringt Vitalität. Schalten Sie ab,

kommen Sie zur Ruhe, tanken Sie Kraft, aktivieren

Sie die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers –

in der Waldsauna geht das wie von selbst.

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∙ Kamin

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∙ Großer Saunagarten

∙ Barfußpfad

Dr. Anna Bödefeld-Hötger und

ihr Mann Willi Hötger.

Königin der Ambulanz

Persönliche Schicksalsschläge und die

tägliche Nähe von Leid und Tod haben

die Notärztin demütig gemacht. Und

gelehrt, das Leben zu feiern. Höhepunkt

bisher war ihr Jahr als Beringhäuser

Schützenkönigin 2006/2007. „Das war

´ne tolle Zeit,“ erzählt sie noch heute begeistert,

„Die Leute haben sich mit mir

gefreut. Auch die, von denen ich wusste,

dass sie eigentlich krankgeschrieben

sind. Die haben sich dann eher in die

zweite Reihe gedrängelt.“ Anne Bödefeld

hat dann aber dicht gehalten, denn

„beim Schützenfest, da wird gefeiert, da

vergesse ich alles, was den Job angeht“.

Allerdings wurde sie in diesem besonderen

Jahr des Öfteren von den Patienten

mit „Ihre Majestät“ angesprochen…

„Wenn ich morgens

zur Klinik fahre, ist der

Arbeitstag eine Wundertüte.

Ich weiß nie, was mich erwartet.

Beim Landwirt ist das ähnlich“

- Anna Bödefeld-Hötger

Familie und Glaube

geben ihr Kraft

Die Marsberger kennen sie und wissen,

woher sie kommt. Das Bodenständige,

die Augenhöhe, das Wissen um ihre

persönlichen Schicksalsschläge helfen

oft auch bei schwierigen Gesprächen mit

Patienten. Sie selbst baut auf ihren Glauben.

„Gott bewahrt nicht vor allem Leid,

er hilft aber bei allem Leid“ – aus diesem

Satz des Hl. Augustinus hat sie nicht nur

selbst Kraft geschöpft, sondern auch so

manchen Patienten gestützt. „In machtlosen

Situationen sage ich mir: Das hat

der Herrgott so gewollt“. Das hilft. Und

das Familienleben mit Ehemann Willi

und den beiden Töchtern. Anna-Sophie

ist Försterin geworden, und Agnes Ärztin.

Unfallchirurgin. Sie wohnt mit ihrer

kleinen Familie ebenfalls auf dem Hof

der Bödefelds in Bad Wünnenberg. Sie

wird wissen, warum… ■

AquaOlsberg – Die Sauerlandtherme

Zur 130 Sauerlandtherme - WOLL Herbst 12021

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benutzten Handtuchpapier entleeren lassen.

IHR ORGANISATION

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Waschraum

Nach der Verwendung sammeln Sie

Ihr Handtuchpapier wie gewohnt separat

im Abfallbehälter.

Verarbeitung als Rohstoff

Ihr gebrauchtes Handtuchpapier

wird bei der WEPA als Rohstoff

für BlackSatino Hygienepapier

eingesetzt.

PAPIERABFALLSTRÖME

Der Kreis schließt sich

Zusammen schließen wir den Kreislauf,

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wieder in Ihren Waschräumen einsetzen.

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Handtuchpapier? Wir holen es ab!

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Unternehmen Röhrtaler Wertstoff GmbH werden

Papierabfallmengen eingesammelt und als Rohstoff für die

Produktion von BlackSatino Hygienepapier verwendet. Dadurch

verbleibt das gebrauchte Papier im Sauerland, wird dem

Wertstoffkreislauf hinzugefügt und stärkt so die Nachhaltigkeit auch

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WOLL Herbst 2021 - 131


Robert geht wandern

Olsberg, Eisenberg

Robert Hinkel

und Borberg

Der Start liegt an der roten Brücke oberhalb

Olsberg, Koordinaten 51.358541, 8.513458.

Beides findet google, die Koordinaten findet

auch Bing. Ich stehe dort am 16.10. um 10 Uhr. Vom

Bahnhof Olsberg ist die Brücke 2,6 km über die Rothaarsteig-Spur

entfernt.

2Der Weg A4 steigt ganz langsam und gemächlich an.

Wenn Ihr nach gut 3 km nahenden Straßenverkehr

hört, geht ihr rechts rauf. Dann kommt ihr zum Parkplatz

„Langer Berg“. Hier kann man auch die Wanderung

starten. Die gleichnamige Bushaltestelle wird stündlich von

der Linie S30 zwischen Olsberg und Brilon bedient.

1

Zuerst geht es zum Eisenberg, mit einem

kleinen Abstecher zum Phillipstollen nach

1 km. Der Eisenberg heißt nicht ohne

Grund so:

3Wenn man rechts über die Waldroute und später den

Gewerkenweg immer weiter bergauf geht, kommt

man zu einer geschwungenen Bank, die nach Süden

ausgerichtet ist. Hier kann man entspannt in der Sonne liegen...

jedenfalls im Herbst. Im Sommer wird man da eher

geröstet.

132 - WOLL Herbst 2021


4Noch ein Stück Gewerkenweg bergauf, und

man steht nah am 595 m hohen Eisenberg-

Gipfel. Gewerken waren einflussreiche Familien,

die die Bergwerke einschließlich Verhüttung

betrieben.

6Hier am Borberg auf gut 600 m üNN stehen

Überreste aus dem Mittelalter, unter anderem eine

Wall-Anlage und ein Kirchhof.

5Ein kleiner Schlenker nach links, und man steht an

einem Pingenfeld. Hier wurde das Erz anfangs im Tagebau

gewonnen, bevor Stollen gegraben wurden. Zurück

das Ganze und weiter den Gewerkenweg entlang der

Südseite des Berges. Tja, der Borkenkäfer verursacht auch

hier Probleme. Es liegen viele Baumstämme am Wegesrand

und es gibt viel Freifläche, wo langsam wieder Gras und Blumen

wachsen. Die Bäume werden gefällt, bevor sich die Käfer

zu stark vermehren und noch die benachbarten Bäume

befallen kann.

WOLL Herbst 2021 - 133


7Auf dem folgenden Kilometer gibt es mehrere Möglichkeiten,

rechts ins Tal abzubiegen und nach insgesamt 9 km zurück an

der roten Brücke zu sein. Meine Tour ist ein Stückchen länger

und biegt erst rechts ab, wenn man nach 7 km an einer breiten

Kreuzung auf den Rothaarsteig trifft. Hier hat man die Wahl, ob

man den Trampelpfad (= Rothaarsteig) oder die breite Forststraße

links daneben nimmt. Den Rothaarsteig hat man separat angelegt,

weil er ein Premium-Wanderweg ist. Auf eine solche Zertifizierung

wirken sich Trampelpfade positiv und breite Forststraßen negativ

aus. Ihr könnt es euch aussuchen:

8Von der Kapelle an einem Felsvorsprung mit

Aussicht geht es steil runter, alpine Gefühle

kommen auf. Beim Blick zurück (bergauf) erkennt

man am linken Baum den gelben Rothaarsteig-

Zubringer. Die Kapelle ist gleichzeitig das obere Ende

eines Kreuzwegs. Die sind häufig steil - die erste Station

unten, die letzte Station oben - denn man soll das

Leiden Jesu Christi nachempfinden.

Wer es nicht so steil mag: Man kann den Abstieg über die Südseite des Bergs entschärfen. Dann muss man um die Kapelle herum,

rechts den Berg runter und nach ca. 300m wieder scharf rechts. Auch den halbwegs steil bergab verlaufenden Glockenpfad kann

man umgehen, indem man auf dem breiten Weg bleibt und eine Gelegenheit später links abzweigt. Alles, was bergab geht, ist gut.

Dann seid ihr nach 10-11 km zurück an der Eisenbahnbrücke. ■

Diese Strecke wandere ich am 16.10.21 um 10 Uhr. Weitere Geschichten von mir mit ~5 Minuten

Lesezeit gibt’s auf www.sauerland-wandern-und-wetter.blogspot.com

134 - WOLL Herbst 2021


Nebel -

das undurchschaubare Wetter

Valerie Eßfeld

Es

sieht so aus, als ob ganz

viele einzelne Sonnenstrahlen

sichtbar wären…

Für dieses Phänomen ist der Nebel verantwortlich,

auf den man besonders

häufig bei morgendlichen Spaziergängen

im herbstlichen Wald und an Gewässern

trifft. Durch die Wassertropfen

in der Luft wird das Sonnenlicht so

gestreut, als würden einzelne Sonnenstrahlen

sichtbar.

Erst ab einer Sichtweite von weniger

als einem Kilometer spricht man von

Nebel, bei einem bis vier Kilometern

von Dunst. Das Wort „Nebel“ leitet

sich aus dem griechischen „nephel“ =

Wolke ab. ■

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„Jede kleine Entwicklung

beobachten wir voller Spannung“

- Jürgen Müller

Die Velmeder Jürgen

und Monika Müller sind

Hobby-Winzer

Britta Melgert

S. Droste

In

Deutschland gibt es 13

offizielle Weinanbaugebiete,

die meisten davon

südlich von hier. Durchschnittstemperaturen

und Sonnenstunden begünstigen

eher Regionen um Rhein,

Mosel, Ahr oder Nahe als das Sauerland.

Dennoch trauten sich Jürgen

und Monika Müller aus Velmede, hier

im Sauerland einen eigenen kleinen

Weinberg anzulegen. In Kürze können

sie ihren ersten Wein probieren.

„Die Idee kam im Herbst 2019 bei einem

Besuch in einer Winzerei an der

Nahe“, erzählt Jürgen Müller. „Im Rahmen

einer Weinprobe fachsimpelten wir

mit dem Winzer darüber, welche Erfordernisse

berücksichtigt werden müssten,

damit auch hier bei uns im kälteren

Landstrich Wein erfolgreich angebaut

werden könnte. Kurz zuvor hatte ich

meinem Nachbarn ein brachliegendes

Stückchen Land am sonnigen Hang abgekauft,

ohne konkrete Pläne damit zu

haben. Also – warum nicht? So wurde

dann aus der gewagten Idee schnell ein

konkretes Vorhaben.

Winterharte Sorten fürs

sauerländische Velmede

„Mit Hilfe des Winzers und dessen

Pflanzen-Lieferanten suchten wir die

winterharten Rebsorten Muscat bleu

für Rotwein und Solaris für Weißwein

aus. Beide sollten gut mit den hiesigen

Bedingungen auskommen“, erinnert

sich Jürgen Müller. „Wir bekamen etliche

gute Tipps und auch die Info, dass

private Winzer in Deutschland nur bis

zu 99 Reben anpflanzen dürfen. An

dieses Limit haben wir uns natürlich

gehalten.“

Im ersten Jahr muss

viel gegossen werden

Um Ostern 2020 herum ging es dann

los. „Grad mal 20 cm groß plus Wurzel

waren die Pflänzchen damals“, erzählt

Müller und grinst. „In Büchern hatte

ich mich inzwischen schlau gemacht,

zum Beispiel über den idealen Pflanzabstand

von 120 cm zwischen zwei Reben.“

Auch seine Frau Monika war von

Anfang an stark involviert. Die begeisterte

Hobby-Gärtnerin hatte sich fortan

136 - WOLL Herbst 2021


vb-sauerland.de

Ein Weinberg mit Velmeder Südhanglage

Trauben im August 2021

Monika und Jürgen Müller vor ihrer Weinstube

nicht nur um ihr Obst, Gemüse und

die Blumen zu kümmern, sondern im

heißen Sommer 2020 auch viel Gieß-

Arbeit am jungen Weinberg zu erledigen.

„Später wachsen die Wurzeln

tiefer in die Erde hinein und versorgen

sich überwiegend aus dem Grundwasser,

aber anfangs muss man da schon

nachhelfen“, weiß sie. „Oh, und das

Unkraut!“, sagt sie und lacht. „Spätestens

nach drei Wochen wäre ohne

regelmäßige Pflege alles zugewuchert

gewesen.“

Erstaunlich, wie schnell das geht!

Zeitsprung in den Spätsommer 2021:

Aus den kleinen Pflanzen wurden

stolze Reben, die sich inzwischen bis

zu 180 cm an gezogenen Rank-Bändchen

hochschlängeln. Erstaunlich, wie

schnell das geht! „Jede kleine Entwicklung

beobachten wir voller Spannung“,

verrät Jürgen Müller. „Was waren wir

stolz, als das allererste Auge, das dann

zur Traube wird, zu sehen war!“ Inzwischen

hängen überall Trauben, die bis

zur Lese noch wachsen und möglichst

viel Sonne abbekommen sollen. „Aus

diesem Grund ist es jetzt wichtig, regelmäßig

die großen Weinblätter wegzuschneiden,

um die direkten Strahlen

nicht zu behindern“, erklärt der Hobby-Winzer.

Seine Augen strahlen beim

Berühren der noch harten Trauben.

Voller Vorfreude auf den

ersten Schluck

Halbe Sachen scheinen Müllers nicht

zu mögen. Für die baldige Verarbeitung

der Trauben haben Sie inzwischen

eine hölzerne Weinwerkstatt, die

auch als gemütliche Weinlaube genutzt

werden kann, gebaut und diese winzertypisch

eingerichtet. Wer jetzt darüber

spekuliert, ob Müllers ihren Wein mit

den Füßen stampfen werden, der sei beruhigt:

Die Weinpresse aus Holz steht

nämlich längst parat; ein Maischefass

natürlich auch. „Bis dahin genießen

wir noch den von dem befreundeten

Winzer mitgebrachten Wein“, lacht

Jürgen Müller. „Aber sicher wird jeder

verstehen, dass wir voller Spannung

darauf warten, wie uns unsere beiden

eigenen Weine schmecken werden.“ Da

wünschen wir doch weiterhin viel Erfolg

und sagen „Zum Wohl“. ■

WOLL Herbst 2021 - 137


Taikoschule Sen Ryoku in Eversberg

Hineingezogen in den Trommel-Rhythmus

Markus Weber

S. Droste

Düsseldorf vor gut zwanzig Jahren. Das EKO-Haus

der Japanischen Kultur in Düsseldorf. Konzert

der Gruppe TenTekko. Peter Wiegelmann, der mit

seiner Tochter Daniela vor Ort war, erinnert sich noch sehr

gut daran: „Ich war fasziniert, konnte nicht aufhören, zuzuhören.“

Nach dem Konzert ging er zu den Künstlern und

fragte, was er tun müsse, um das Trommeln zu erlernen. Die

Reaktion: „Eine Einladung zu meinem ersten Übungsabend.“

Eversberg heute. Das Markes-Haus in Eversberg. Übungsstunde

der von Peter Wiegelmann gegründeten Gruppe Sen

Ryoku (= Große Trommel). Ganz anders als die Samurai, die

vor den Kämpfen durch intensive, rhythmische Klänge in

Ekstase, fast in eine Art Blutrausch versetzt wurden, befindet

Christine sich während des Trommelns eher in einem „Flow“:

„Losgelöst von allen Alltagssorgen, einfach nur man selbst

sein, im Einklang mit der Trommel.“ Ein gewisser „Suchtfaktor“

spielt beim Spielen und Hören der Trommeln durchaus

eine Rolle, aber „Wir kommen natürlich nicht in einen Blutrausch“,

berichtet Christiane und lacht. Hanne empfindet das

Trommeln als „Kraftquelle, die erden und ausgleichen kann.“

„Wobei“, so ergänzt Uwe, „das Gruppengefühl eine ganz entscheidende

Rolle spielt, da man nur in der Gemeinschaft, im

musikalischen Dialog das richtige Taiko-Gefühl erlebt“.

Vom Kopf in die Arme

Allerdings ist der Weg dorthin oft etwas steinig. Offensichtlich

haben auch die Götter Japans vor den Erfolg den Schweiß

gesetzt. „Taiko“, so Peter Wiegelmann, „deckt tatsächlich

recht brutal aktuelle Konzentrations- bzw. Koordinationsschwächen

auf. Als Leiter bin ich dann natürlich gefordert,

darauf hinzuweisen. Es gab auch schon mal Teilnehmer, die

dann ein Tränchen verdrückt haben - aber wiedergekommen

sind immer alle.“ „Trotzdem“, so ergänzen schließlich Michael

und Christiane, ist das Überwinden dieser Widerstände, etwa

138 - WOLL Herbst 2021


eim Einüben eines neuen Stückes, etwas, das uns neues Zutrauen

schenkt, dann, wenn die Musik schließlich „vom Kopf

in die Arme gekommen ist“.

Die bekannteste Taiko-Trommel nennt sich „wadaiko“. Ihre

charakteristische Fassform gibt es in Größen von 30 bis 180

cm Durchmesser. Beidseitig ist sie mit Leder bespannt. Bereits

16 dieser Trommeln hat Peter Wiegelmann, der Leiter der

Taikoschule, in wochenlanger Arbeit selbst hergestellt. Auch

Trommler Ulmar Becker hat seine Trommel selbst gebaut.

Besonderen Begegnungen der sehr menschlichen Art

Im Rahmen des Förderprogramms „Kultur und Schule“ besucht

Peter Wiegelmann viele Schulen der Region, um Kindern

und Jugendlichen das Trommeln nahezubringen.

Etwa sechs bis sieben Mal pro Jahr tritt die Gruppe öffentlich

auf, 2018 etwa beim Hennesee-Festival oder bei der Matinee

in den Arnsberger Bürgergärten.

Welchen Einfluss Taiko auch auf die Zuhörer hat, war beim

„Martinslauf“ in Paderborn zu sehen, bei dem Sen Ryoku das

musikalische Rahmenprogramm bildete. Die Gruppe nahm

den Lauf-Rhythmus der rundenweise herannahenden Läufer

Peter Wiegelmann

mit ihren tiefen Trommelklängen auf, beschleunigte dann -

und - die Läufer beschleunigten ebenfalls - vermutlich unbewusst,

aber deutlich sichtbar - in jeder Runde mit.

Bei einem Konzert in Lippstadt teilte die Begleiterin einer

taubstummen Zuhörerin später mit, dass diese das Trommeln,

Das „Taiko-Trommeln“ hat eine Jahrtausende

alte Tradition. Noch vor Christi

Geburt wurde erst in China, dann in Korea

und schließlich in Japan (mit dem Import des

Buddhismus etwa im 5. Jahrhundert n.Chr.)

auf die Taiko, die „dicke Trommel“ geschlagen.

Zunächst sollte das Trommeln die Götter

der Shinto-Religion beschwören, später

die Samurai vor Kämpfen in Ekstase bringen.

WOLL Herbst 2021 - 139


das zu spürende Vibrieren, als etwas empfand, mit dem sie mit

ihrer Umwelt, sprich den anderen Menschen im Publikum, in

Kontakt treten kann. Herbert Grönemeyer („Sie mag Musik

nur, wenn sie laut ist“) lässt grüßen.

Einer der vielen gemeinnützigen Auftritte war den Opfern

des Katastrophen-Jahres 2011 (Stichwort Fokushima) gewidmet.

Zusammen mit anderen Taiko-Gruppen werden seit

vielen Jahren in Dortmund Konzerte gespielt, deren Erlös ausschließlich

für die medizinische Betreuung von Kindern aus

der Region verwendet wird. 2019, beim bisher letzten Auftritt

dieser Art, kam einer der vielen japanischen Besucher auf

Daniela Wiegelmann zu: „Er sprach offensichtlich kein Wort

Deutsch, ich kein Wort Japanisch. Und da stand dieser hochbetagte

Herr vor mir, bedankte sich schweigend, mit einer tiefen

Verbeugung bei mir. Ein Moment, bei dem ich noch heute

Gänsehaut bekomme!“

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Bernadette Schneider

Im großen Übungsraum des „Markes Haus“ in Eversberg,

findet dann alles, was zuvor beschrieben und wurde, in der

Musik eine wunderbare Übersetzung: Eingeleitet durch einen

riesigen Gong, erfüllen tiefe rhythmische Trommel-Klänge,

erst ruhiger, dann sich steigernd bis hin zu einem dramatischen

Inferno, den großen Raum, dann wieder leiser, langsamer,

und …da capo. Es ist laut, aber es ist vor allem faszinierend.

Der Zuhörer wird in die Musik hineingezogen wie eine

Nussschale in eine Meereswelle … ■

Termin nach Absprache

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140 - WOLL Herbst 2021


Die angeschrumpelten

Früchte müssen

köstlich sein...

sabrinity

...von jener trügerischen Trockenheit, die jede Runzel mit

kondensiertem Aroma tränkt. Doch du hast keine Lust, sie

zu essen. Vor allem: Bloß nicht diese schwebende Macht

des Dufts in einen identifizierbaren Geschmack verwandeln....

Der Herbst in der Schule ist darin eingeschlossen

(Aus: “Der erste Schluck Bier” von Philip Delerm)

Diese Äpfel aus dem Garten von Gerhard Frese aus Madfeld

sind auch in anderer Hinsicht besonders, denn die Zwillingsäpfel

haben nur einen gemeinsamen Stiel. (c.z.) ■

WOLL Herbst 2021 - 141


Die Franz-Xaver-Kapelle

EIN DENKMAL-

GESCHÜTZTES

KLEINOD IN

MESCHEDE

Sabina Butz

S. Droste

Ein Kleinod der Stadt

Meschede, welches allen

Besuchern offen steht und als

kleiner Geheimtipp gilt.

142 - WOLL Herbst 2021


Im

Mescheder Land, zwischen

Enste und Stockhausen

gelegen, findet

sich eine denkmalgeschützte Hofkapelle

aus dem 19. Jahrhundert. Von

außen und von innen überrascht sie

mit Besonderheiten, zu denen die

Ensthof-Bewohner Hildegard und

Bernd Schrage einiges zu berichten

haben.

Wenn das Glockengeläut in Ensthof

erklingt, weiß kaum jemand, dass

die Glocke eigentlich aus Immendorf

stammt. 1955 hatte das Ehepaar Beule

den Ensthof inklusive Kapelle vom

Grafen von Westfalen erworben. Die

Familie Beule musste wegen der Vergrößerung

der Hennetalsperre ihren

Hof in Immenhausen verlassen. Die

Glocke aus der Hofkapelle nahmen sie

mit auf den Ensthof.

2004 bis 2005 wurde die Kapelle umfangreich

renoviert. „Der ehemalige

Bürgermeister Bruno Peus und die St.-

Georgs-Schützenbruderschaft unterstützten

uns sehr. Unvergessen bleibt

das von ihnen organisierte Kapellenfest“,

berichtet Bernd Schrage. Darüber

hinaus halfen auch viele Mescheder

Bürger den Ensthof-Bewohnern

umfangreich und mit großem Einsatz.

Inzwischen war die Kapelle denkmalgeschützt.

Historische Fakten

„Der Ensthof bestand schon im frühen

17. Jahrhundert. Die Hofkapelle

wurde frühestens 1865, vielleicht aber

auch erst 1881 erbaut“, weiß Bernd

Schrage, „Aus diesem Jahr stammt

eine Urkunde, die den Kauf des Ensthofes

durch den Grafen von Westfalen

belegt. Darin heißt es ausdrücklich,

dass die Kapelle nebst Inventar und

Messutensilien vom Verkäufer Franz

Jürgens ebenfalls an den Grafen veräußert

wurden. Leider wissen wir

nicht viel über diesen Franz Jürgens, er

scheint ein ‚Bruder Leichtfuß’ gewesen

zu sein, der in finanziellen Schwierigkeiten

steckte, aber beweisen lässt sich

das nicht mehr.“

Die Architektur

Bernd Schrage bedauert, den Namen

des Architekten nicht zu kennen.

Umso mehr kann er uns über den

Baustil berichten: „Ein achteckiger

Zentralbau in neugotischem Stil trägt

ein Pyramidendach und einen Dachreiter,

eine ungewöhnliche Architektur

für eine Hofkapelle im Sauerland,

möchte man auf Anhieb meinen. Allerdings

finden wir in Halbeswig die

Katharinenkapelle und in Fredeburg

die St. Maria auf dem Altenhof-Kapelle,

die beide zwischen 1861 und 1866

erbaut wurden, und fast identisch sind

mit unserer Franz-Xaver-Kapelle.“ Die

Forschung zur westfälischen Neugotik

nimmt derzeit wieder Fahrt auf.

Ein hochspannendes Thema, welches

sicherlich noch einige interessante Ergebnisse

erwarten lässt.

Inventar aus Immenhausen

Die Innenausstattung der Kapelle

wurde aus der in Immenhausen abgebrochenen

Hofkapelle übernommen:

Wunderschöne Schnitzfiguren und

Kirchenbänke wurden ergänzt durch

KOPFKINO FÜR

DAS SAUERLAND

Was passiert, wenn herzergreifende Geschichten

aus unserer Heimat auf über 300.000 Print-Lesende

pro Quartal und über 83.000 Fans und Follower

in den sozialen Netzwerken treffen? Richtig:

Es entsteht allerfeinstes Kopfkino!

Und wozu ist das für Firmen gut? Nun, wenn man

alles richtig macht, wird man zur Marke.

Mit einer Marke kann man die attraktiveren Kunden

gewinnen, höhere Preise durchsetzen und

als Arbeitgebermarke die besten Talente der Region

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über 40 festen und freien Redakteuren, Fotografen,

Videoleuten, Medienberatern und Grafikern

dabei, aus Firmen echte Sauerlandmarken zu

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die neuen Fenster, die die drei göttlichen

Tugenden (Glaube, Liebe Hoffnung)

und die vier Kardinaltugenden

(Klugheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit,

Mäßigung) symbolisieren. Ein friedlicher,

zur Einkehr und zur Andacht einladender

Ort.

Der Namenspatron

Über den Namenspatron der Kapelle ist

einiges mehr bekannt als über die Anfänge

der Kapelle: Der Heilige Franz

Xaver (1506 – 1552), missionierte nicht

nur in Indien, sondern auch in Japan

und starb kurz bevor er sein neues Missionsziel

China erreichen konnte. Als

Mitbegründer der Gesellschaft Jesu (Jesuiten)

und Wegbereiter der christlichen

Mission genießt er heute in Ostasien

und weltweit hohes Ansehen. Der aus

einer baskischen Adelsfamilie stammende

Franz Xaver, ursprünglich Javier de

Jassú y Azpilcueta, ist Schutzheiliger u.

a. der Mission, der Seefahrer, Patron von

Indien und Namenspatron der Hofkapelle

auf dem Ensthof.

Eine Kapelle, die für

alle offen steht

Die Eheleute Schrage sprechen nicht

gern über ihren Einsatz für den Erhalt

und die Pflege ihrer Hofkapelle. Es ist

für sie selbstverständlich. Man nimmt

ihnen ab, dass sie sich über jeden interessierten

Besucher freuen. Sie halten die

Kapelle offen und geben auch Auskunft

zur Geschichte und Bedeutung dieses

aus der Zeit gerückten Bauwerks. ■

144 - WOLL Herbst 2021


„Morgen kann

kommen“

Gemeinsam eine neue starke regionale

Volksbank für das Sauerland

Die Volksbanken Bigge-Lenne und Sauerland wollen

im Jahr 2022 fusionieren. Das ist das erklärte Ziel

von Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbanken aus

Schmallenberg und Arnsberg-Hüsten. Ein Zusammenschluss

wird vorbereitet.

Michael Griese (VB Bigge-Lenne), Bernd Griese (VB Bigge-Lenne),

Michael Reitz (VB Sauerland), Andreas Ermecke (VB Bigge-Lenne),

Dr. Florian Müller (VB Sauerland)) v.l.

„Wir arbeiten schon seit Jahren in vielen Bereichen und Projekten

vertrauensvoll zusammen“, so Michael Griese, zuständiger

Projektvorstand bei der Volksbank Bigge-Lenne eG. „Auch vom

Geschäftsmodell über die strategische Ausrichtung bis hin zur

menschlichen Ebene passt man einfach sehr gut zueinander“,

ergänzt Dr. Florian Müller, zuständiger Projektvorstand bei der

Volksbank Sauerland eG. Die Volksbanken sind sich einig darin,

dass sie gemeinsam noch mehr für ihre Mitglieder, Kunden

und für die heimischen Unternehmen schaffen können. Man ist

davon überzeugt, dass so die Herausforderungen aus den Umbrüchen

in der Bankenlandschaft noch besser bewältigt und die

Ertragskraft auch in Zukunft gesichert werden kann. „Volksbank

Sauerland eG“ soll der Name des fusionierten Instituts lauten, das

seinen rechtlichen Sitz in Schmallenberg haben wird. Es soll noch

mehr Impulse und wertvolle Beiträge für die Weiterentwicklung

der heimischen Region geben. Die Fusion steht unter dem Leitmotiv

„Morgen kann kommen“. Die Gremien beider Banken

sind sich einig: „Wir wollen gemeinsam eine neue starke regionale

Volksbank für das Sauerland schaffen.“ ■

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146 - WOLL Herbst 2021


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