FOCUS-IAA-MOBILITY-SPECIAL-01-2021_Vorschau
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VERKEHRSPLANUNG<br />
Platz da: In Städten<br />
wie Kopenhagen ist<br />
auch im Zentrum ausreichend<br />
Raum, um das<br />
Fahrrad abzustellen<br />
Vorfahrt<br />
für das Fahrrad<br />
Moderne Mobilität<br />
erfordert ein<br />
Umdenken bei der<br />
Verkehrsplanung.<br />
Mit spezieller<br />
Software lässt die<br />
PTV Group den<br />
Verkehr rollen –<br />
und macht unsere<br />
Städte sauberer<br />
TEXT<br />
Gunnar Ebmeyer<br />
Abgestimmt wird<br />
mit den Füßen“,<br />
sagt Sebastian<br />
Pelka, Senior Product<br />
Manager Urban Mobility<br />
der PTV Group aus<br />
Karlsruhe, und verweist<br />
auf Kopenhagen. 62 Prozent<br />
der Einwohner der<br />
fahrradfreundlichsten Stadt<br />
der Welt nutzen das Rad für<br />
den Weg zur Arbeit oder<br />
Uni. Und das ist auch sein<br />
Verdienst: „Gemeinsam mit<br />
Kopenhagen haben wir 2<strong>01</strong>2<br />
mit unserer Software vorab<br />
simuliert, mit welchen Maßnahmen<br />
die Stadt fahrradfreundlich<br />
wird und wo es<br />
Sinn macht, Geld zu investieren.“<br />
GLOBAL PLAYER<br />
Weltweit nutzen inzwischen<br />
rund 2500 Städte die<br />
von der PTV Group (siehe<br />
Kasten) entwickelte Software.<br />
Am Computer lässt<br />
sich damit vorwegnehmen,<br />
wie sich unsere Mobilität<br />
verändert. „Grundlage ist ein<br />
digitaler Zwilling der Stadt,<br />
in dem auch Daten hinterlegt<br />
sind, wo die Menschen leben,<br />
wo sie arbeiten und wo zum<br />
Beispiel ein großer Supermarkt<br />
ist“, erklärt Pelka.<br />
Daraus ergeben sich die<br />
Verkehrsströme einer Stadt,<br />
die intelligent zu lenken<br />
sind. Stadtplaner können<br />
vorab diverse Parameter<br />
verändern, Ampeln anders<br />
takten, neue Radrouten planen,<br />
bestehende Radwege<br />
verbreitern oder Kreuzungen<br />
umgestalten – und erkennen<br />
direkt, welche Folgen das für<br />
den Verkehr hat.<br />
„Das ermöglicht uns beispielsweise<br />
Prognosen, wie<br />
viel Prozent mehr Fahrradfahrer<br />
diese Route befahren<br />
werden“, sagt Pelka.<br />
Klar ist aber auch: Es gibt<br />
kein Allheilmittel, denn<br />
Voraussetzungen und Bedürfnisse<br />
sind in jeder Stadt<br />
individuell. Doch am Computer<br />
wird relativ schnell<br />
deutlich, welche Ideen und<br />
Maßnahmen umsetzbar<br />
sind. Oder eben gar keine<br />
Verbesserung darstellen.<br />
WENIGER SCHADSTOFFE<br />
Stand dabei bislang vor<br />
allem ein optimierter Verkehrsfluss<br />
im Vordergrund,<br />
rückt nun auch die Verbesserung<br />
der Luftqualität in<br />
den Fokus: Seit März kooperiert<br />
PTV mit Bosch, deren<br />
Luftmessstationen in den<br />
Städten die notwendigen<br />
Emissionsdaten liefern. Sie<br />
werden mit den PTV-Daten<br />
verknüpft. Zukünftig lässt<br />
sich damit auf Knopfdruck<br />
auch direkt ermitteln, wie<br />
sich Maßnahmen auf die<br />
Luftverschmutzung auswirken.<br />
Ziel ist ein sogenanntes<br />
„City-Dashboard“, das<br />
Verkehrsströme und daraus<br />
resultierende Emissionen in<br />
Echtzeit abbildet.<br />
LOKAL AGIEREN<br />
Wie effektiv die Anpassung<br />
alleine von Ampelschaltungen<br />
sein kann, belegen frühere<br />
Projekte: „In Straßburg<br />
haben wir an der Avenue de<br />
Colmar, einer der Hauptverkehrsadern,<br />
den Stop-andgo-Verkehr<br />
um neun Prozent<br />
Fotos: Lars Rolfsted Mortensen; PTV Group<br />
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