16.09.2021 Aufrufe

Be a Butcher

Magazin für den Fleischernachwuchs

Magazin für den Fleischernachwuchs

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

September 2021

MAGAZIN FÜR DEN FLEISCHERNACHWUCHS

Jenny’s Journey

Eine taffe, junge Fleischermeisterin,

ihr Traum vom

eigenen Laden und eine

Reise durch Norddeutschland.

Nachgefragt

Kim Berns über die

Nationalmannschaft des

Fleischerhandwerks und

die Möglichkeiten, die ihr

Beruf bietet.

Sicher in die

Zukunft

Meisterbetriebe zukunftssicher

machen: Fleischer

for future, Fleischer goes

future!


EDITORIAL

INHALT

Inhalt

Mit Jenny auf Reisen

Sie liebt ihren Beruf und sieht ihre

Zukunft im Fleischerhandwerk:

Begleiten Sie Jenny auf ihrem Weg.

4

Ausbildung im Norden

Zahlen, Daten und Fakten rund um die

Ausbildung im Fleischerhandwerk.

6

Liebe Leserinnen und Leser,

Im Interview

Kim Berns, Mitglied der Nationalmannschaft

des Fleischerhandwerks: „Für mich bedeutet

das, ein Teil von etwas Großem zu sein.“

7

Auszubildende für das Fleischerhandwerk

zu begeistern – das ist das Ziel der

Nachwuchskampagne des Fleischerverbands

Nord. Herzstück ist der YouTube-

Kanal Be a Butcher. Jenny, eine junge, engagierte

Fleischermeisterin, nimmt das Publikum

mit auf den Weg. Auf ihrer Reise – Jenny’s

Journey – besucht sie Kolleg*innen im Verbandsgebiet.

Sie zeigt den Zuschauenden, wie

es hinter den Kulissen des Fleischerhandwerks

aussieht und welche spannenden Aufgaben auf

potenzielle Nachwuchskräfte warten. Ehrlich

und authentisch erzählt sie, wie sie Fleischerin

geworden ist, was sie begeistert und welche

Ziele sie verfolgt.

Die Zielgruppen der Kampagne selbst sind

breit gefächert. Wir wollen junge Menschen,

die den Einstieg ins Berufsleben planen,

genauso ansprechen, wie Lehrkräfte, Eltern,

Berufsberater*innen und Ausbilder*innen.

Daher gibt es zusätzlich zum Social-Media-

Auftritt auch ein gedrucktes Magazin, dessen

erste Ausgabe Sie gerade in den Händen halten.

Das Be a Butcher-Magazin wird dreimal im

Jahr erscheinen und über unser Handwerk

informieren. Inhaltlich greift das Magazin

Ausbildungsinhalte sowie Zukunftsperspektiven

auf und vermittelt ein zeitgemäßes Bild

des Fleischerhandwerks. Zusätzlich werden die

Inhalte des Magazins online auf der Kampagnenwebsite

verbreitet.

Ob analog oder digital – wir hoffen, Sie

begleiten uns ein Stück auf der Reise durch das

Fleischerhandwerk. Lassen Sie uns gemeinsam

über ein 1000-jähriges Handwerk sprechen,

das sich gerade neu erfindet. Wir bieten jungen

Menschen Chancen, Sicherheit und vielfältige

Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen.

Meisterbetriebe 8

zukunftssicher machen

Mit dem Projekt agenda29 machen sich neun Fachgeschäfte

auf den Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit

und Klimaschutz.

Tradition trifft Moderne

Wie neueste Techniken im ehrbaren

Fleischerhandwerk für frischen Wind

sorgen und Abläufe vereinfachen.

Foto: Maria Dittrich

9

3 Fragen an ...

… Christian Lohff, Lehrlingswart des

Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein,

über die Fleischer*innen-Ausbildung.

10

2

Herbert Dohrmann

Landesinnungsmeister

Niedersachsen/Bremen

Michael Durst

Obermeister

Fleischerinnung Hamburg

Roland Lausen

Landesinnungsmeister

Fleischerverband Schleswig-Holstein

Impressum

Nachfolger gesucht!

Welche Vorteile die Übernahme eines bestehenden,

mittelständischen Unternehmens

gegenüber einer Neugründung bietet.

Fleischerverband Nord e. V. . Marktstraße 57 . 20357 Hamburg

Tel. 040 /35 07 04-00 . info@fleischer-nord.de . www.fleischer-nord.de

Fotos: Deutscher Fleischerverband, Fleischerverband Nord e.V., Adobe Stock

11

3


JENNY’S JOURNEY

JENNY’S JOURNEY

Mit Jenny auf Reisen

Die junge Dame auf dem Titelblatt dieses Magazins ist Jenny.

Sie kommt aus Hamburg, ist 28 Jahre alt und Fleischermeisterin.

Sie ist auch das Gesicht des Youtube-Kanals Be a Butcher. Dort

nimmt sie uns mit auf Reisen – genauer gesagt auf Jenny’s Journey.

Wohin die Fahrt geht? Auf direktem Weg zu ihrem eigenen Laden.

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk,

Schwerpunkt

Fleischerei (kurz: Fleischereifachverkäuferin),

direkt im Anschluss

folgte dann die Fleischer-Lehre in

einem Hamburger Handwerksbetrieb.

„Während meiner ersten

Ausbildung musste mich mein

damaliger Chef immer aus der

Produktion in den Verkaufsraum

scheuchen. Ich hatte mehr Spaß

daran, Wurst herzustellen als

sie zu verkaufen“, erinnert sich

Jenny. Kaum hatte sie den Gesellenbrief

in der Tasche, meldete

sich die ehrgeizige Hamburgerin

zum Meisterkurs an. „Stillstand

ist nichts für mich, ich hatte

schließlich schon damals den

Traum vom ‚Made by Butcher‘ vor

Augen“, kommentiert sie.

Jenny’s Journey

So macht sich Jenny auf in die

norddeutschen Lande, um

potenziellen Nachwuchskräften

das Fleischerhandwerk näher

zu bringen. Von Hamburg aus

besucht sie zum Beispiel einen

Kollegen in Schleswig-Holstein,

der selbst Rinder hält. Hier darf

sie seit Langem mal wieder eine

Rindhälfte zerlegen. Weitere Stationen

werden folgen.

Sicherlich, Jenny könnte den

Weg in Richtung Selbstständigkeit

auch ohne Kamerabegleitung

bestreiten. Allerdings

möchte sie ihre Begeisterung für

ihr Handwerk mit anderen teilen.

„Ich sehe meine Zukunft im Fleischerhandwerk

und daher muss

ich etwas dafür tun, dass es das

Gewerk auch in 20 Jahren noch

gibt“, sagt Jenny. „Mit den Videos

auf YouTube möchte ich Jugendliche

für das gewinnen, was ich

liebe. Viele wissen gar nicht, wie

vielfältig unser Job ist. Das muss

sich ändern!“ Neue Zeiten erfordern

eben neue Medien.

Leidenschaft Fleischerhandwerk

Seit ihrer Ausbildung träumt

Jenny davon, eines Tages ihre

eigene Fleischerei zu führen.

Sie liebt es, Dinge zu organisieren,

die Theke herzurichten,

für Kund*innen da zu sein und

ordentlich mit anzupacken.

„… was mit Tieren.“

Es war ihre große Schwester, die

Jenny vor zehn Jahren vorschlug,

ins Fleischerhandwerk einzusteigen.

Nach einem Praktikum in

der Fleischerei ums Eck war die

Sache für Jenny dann klar: Hier

gehört sie hin, hier will sie bleiben.

„Ich wollte als Kind Kosmetikerin

oder Frisörin werden. Als

ich älter wurde, sollte es Tierpflegerin

sein. Jetzt arbeite ich halt in

einer Fleischerei – ist ja auch was

mit Tieren“, sagt Jenny und lacht.

Seit diesem ersten Praktikum

ist karrieretechnisch einiges

in Jennys Leben passiert: Erst

machte sie eine Ausbildung zur

Lass Dir von der Fleischermeisterin ihr Handwerk zeigen.

Abonniere den YouTube-Kanal Be a Butcher!

4 5


AUSBILDUNG

Im Interview

INTERVIEW

Ausbildung

im Norden

Im Sommer 2021 befanden sich bundesweit

fast 6000 Menschen in einem Ausbildungsverhältnis

im Fleischerhandwerk, davon

über 700 in Norddeutschland. Betrachtet man

alle drei Ausbildungsjahre, so machten in

Hamburg 69 Auszubildende eine Ausbildung

zum*zur Fleischer*in und 16 eine Ausbildung

zum*zur Fachverkäufer*in. In Schleswig-Holstein

waren es 172 Fleischer*innen und 82

Verkäufer*innen, in Niedersachsen/Bremen

waren es 393 Auszubildende in beiden Berufen.

Zahlen, Daten und Fakten

In allen drei Landesverbänden fällt auf, dass

in den vergangenen Jahren lange nicht mehr

alle Ausbildungsplätze besetzt werden konnten.

Insbesondere die Bewerbungen für eine

Ausbildung zum*zur Fachverkäufer*in sind

rückläufig. Dass jedoch gerade hier ein großer

Bedarf besteht – und damit die Möglichkeit,

einen gut bezahlten Beruf mit viel Perspektive

zu erlernen – zeigt der vermehrte Einsatz von

professionellen Headhuntern bei der Suche

nach Verkaufskräften.

Lohnempfehlung für Azubis (Fleischer*innen und Fachverkäufer*innen)

1. Lehrjahr

2. Lehrjahr

3. Lehrjahr

Hamburg

600O

720O

850O

Schleswig-Holstein

550O

650O

750O

Niedersachsen/Bremen

650O

750O

850O

Kim Berns über Kreativität im Fleischerhandwerk

Die Nationalmannschaft

des Fleischerhandwerks

setzt sich mit Leidenschaft

für ihr Handwerk ein.

Auf Wettbewerben, Messen und

politischen Festen zeigen die Mitglieder

der Mannschaft, wofür

sie mit ihrem Handwerk stehen.

Kim Berns ist eine von ihnen.

Was bedeutet deine Mitgliedschaft

in der Nationalmannschaft

für dich?

Für mich bedeutet das, ein

Teil von etwas Großem zu

sein. Zusammen mit meinen

Team-Kolleg*innen können

wir etwas für das Handwerk

erreichen. Wir sind inzwischen

eine riesige Community und

auch auf Social Media aktiv.

Was haben deine Kolleg*innen

und du für Ziele?

Wir wollen das Handwerk

bekannter machen. Uns eine

politische Stimme verschaffen,

um ganz oben anzusetzen.

Es muss ein Umdenken in der

Gesellschaft stattfinden. Vielen

Menschen ist nicht klar, wie viel

Spaß das Handwerk macht. Das

wollen wir den Menschen zeigen.

Es sollte mehr auf Qualität als

auf Quantität geachtet werden.

Nicht zuletzt wollen wir junge

Menschen für eine Ausbildung

im Handwerk begeistern.

Warum ist ein Beruf im

Fleischerhandwerk für

junge Leute so attraktiv?

Der Beruf ist unglaublich

facettenreich. Man kann sich in

allen Bereichen ausleben. Nach

der Ausbildung kann man den

Meisterkurs besuchen, Verkaufsleiter*in

werden und sogar

studieren. Das Handwerk ist

eine Investition in die Zukunft.

Du hast vorher mit Malarbeiten

dein Geld verdient.

Kannst du auch im Fleischerhandwerk

kreativ sein?

Oh, total! Ich war tatsächlich

Malerin, bevor ich mich umentschieden

habe. Das hat mir auch

Spaß gemacht, aber auf Dauer

war es mir tatsächlich zu eintönig.

Als Fleischer*in kannst du

dich komplett entfalten: Neue

In der Nationalmannschaft des

deutschen Fleischerhandwerks

engagieren sich 25 hochmotivierte

Nachwuchskräfte für die

fleischerhandwerklichen Berufe.

Sie verstehen sich als Botschafter

für ihr Handwerk. Die Aufgaben

der Nationalmannschaft sind

vielfältig: Teilnahme an (internationalen)

Fleischerwettbewerben,

öffentliche Auftritte auf

Messen, Veranstaltungen oder

der Austausch mit Vertretern der

Politik.

www.nationalmannschaftfleischerhandwerk.de

Produkte entwickeln, Gewürz-

Kombinationen testen und

hier und da mal etwas Neues

ausprobieren. Der Beruf ist so

vielseitig, es ist unglaublich.

Was sind die ersten Schritte,

wenn man eine Ausbildung

im Fleischerhandwerk

antreten möchte?

Am Besten macht man mehrere

Praktika oder Probetage in

einem oder mehreren Betrieben.

Man sollte nach einer negativen

Erfahrung nicht direkt die Flinte

ins Korn werfen. Es ist allgemein

wichtig, einen Betrieb für die

Ausbildung zu finden, bei dem

man wirklich Spaß hat und wo

man jeden Tag gerne hingeht.

6

7


NACHHALTIGKEIT

DIGITALISIERUNG

Meisterbetriebe

zukunftssicher machen

Fleischer for future

Tradition trifft Moderne

Erfolgreiche Digitalisierung im Fleischerhandwerk

8

Fleisch essen und Nachhaltigkeit – wie

geht das zusammen? Wenn man sich

einen durchschnittlichen Betrieb im

Fleischerhandwerk anschaut, wird einem

schnell klar, dass dort schon seit Generationen

nach nachhaltigen Aspekten gearbeitet

wird. Denn die meisten Fleischer*innen

bekommen ihr Fleisch von den Landwirten

aus ihrer Region. Damit unterstützen sie die

Wirtschaft vor Ort, fördern eine artgerechte

Haltung und manchmal auch die Erhaltung

alter Rassen. Sie verwerten häufig das ganze

Tier und achten darauf, dass nichts weggeworfen

wird, was man in der Küche verwenden

kann – denn selbst aus Knochen

kann man noch eine Fleischbrühe kochen!

Außerdem bilden sie Nachwuchs aus und

bieten Jobs für die Menschen in ihrer Heimat.

Kultur bewahren,

Klima schützen

Eine Gruppe von neun Fleischern aus Norddeutschland

hat sich im Jahr 2020 unter dem

Namen „agenda29“ auf den Weg zu noch mehr

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gemacht.

Gemeinsam suchen sie zum Beispiel nach

umweltfreundlichen Verpackungslösungen,

ermitteln Maßnahmen für weniger CO2-Ausstoß

und kümmern sich um die Energie-Effizienz

ihrer Maschinen. Dabei binden sie ihre

Kunden*innen und Mitarbeiter*innen in

Verbesserungsprozesse ein, denn Klimaschutz

funktioniert nur gemeinsam! Kommunikation,

die auch bei Fleischerfachgeschäften inzwischen

verstärkt über Facebook, Instagram,

Whatsapp und natürlich die Website läuft, ist

hier besondes wichtig. Fleischer for future,

Fleischer goes future ...

Es stimmt: Fleischer*innen

sind stolz auf ihr traditionelles

Handwerk. Viele

ihrer Fleisch- und Wurstwaren

stellen sie nach überlieferten,

betriebsinternen Rezepten und

Methoden her. Gleichzeitig

setzen die Unternehmen bei der

eigentlichen Produktion und

dem Verkauf jedoch auf moderne

Technik. Das vereinfacht Arbeitsprozesse

und ermöglicht einen

direkten Kontakt zu Kund*innen.

Was bedeutet das für die

Beschäftigten?

Durch den digitalen Wandel im

Fleischerhandwerk wird den Mitarbeiter*innen

vielerorts der Job

einfacher gemacht. Artikelnummern

müssen nicht mehr einzeln

eingegeben werden und Bestellungen

können digital notiert werden.

Auch lassen sich die benötigten

Rohstoffe besser kalkulieren

und Angebote planen. Bleibt mehr

Zeit für das, was alle im Fleischerhandwerk

Beschäftigten an ihrem

Beruf lieben: die Möglichkeit,

kreativ zu sein, zu experimentieren

und Neues auszuprobieren.

„Gerade für junge Berufsanfänger*innen

ist die

Digitalisierung eine große

Chance.”

Dr. Joachim Drescher

GF, Fleischerverband Nord

Online-Shops, Website und

Social Media

Einen Großteil des Umsatzes

erzielen Fleischereifachgeschäfte

mit dem Ladengeschäft. Seit einer

Weile lässt sich hier allerdings ein

verändertes Verbraucher*innen-

Verhalten beobachten. Insbesondere

die jüngere Kundschaft

nutzt das Internet, um sich über

Angebote zu informieren und

einzukaufen. Darauf haben

Fleischereien reagiert. Immer

mehr Betriebe nutzen Websites,

Online-Shops und Facebook-

oder Instagram-Accounts,

um mit ihren Kund*innen zu

kommunizieren. Dazu zählen in

Szene gesetzte Angebote, interessante

Blicke hinter die Kulissen

oder auch Tipps von dem*der

Fleischermeister*in.

Neue Aufgabenfelder

Diese digitalen Medien müssen

selbstverständlich gepflegt

werden. Als Digital Natives sind

häufig Junggesell*innen oder

Auszubildende dafür verantwortlich,

dass Websites auf dem

neuesten Stand sind und Social-

Media-Accounts regelmäßig mit

Inhalt gefüllt werden. Bereits in

der Ausbildung werden daher

einige Grundlagen des Online

Marketing behandelt.

9


AUSBILDUNG

KARRIERE

Nachfolger gesucht!

Leistungswettbewerb 2019: Christian Lohff mit Gewinnerin Merle von Röteln und Gewinner

Tim Stumpf. Während des Wettbewerbs stellen die besten Absolvent*innen aus dem Verbandsgebiet

ihr fleischerhandwerkliches Können gegeneinander unter Beweis.

3 Fragen an...

... Christian Lohff, Fleischermeister und Lehrlingswart

des Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein

Welche Voraussetzungen sollten

angehende Fleischer*innen

erfüllen?

Eine freundliche Ausstrahlung

und ein gewisser Ehrgeiz sind

schon die halbe Miete. Wer sich

für eine Ausbildung im Fleischerhandwerk

interessiert, sollte

zusätzlich Spaß an Teamwork

haben. Ob in der Produktion oder

im Verkauf – in der Gruppe geht

vieles eben leichter von der Hand.

Grundsätzlich kann eine praktische

Veranlagung ein Plus in der

Ausbildung sein.

Welche Schwerpunkte gibt es in

der schulischen Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr dreht sich

zunächst alles um das Thema

Nahrungsmittelhygiene. Besonders

im Umgang mit Fleisch- und

Wurstwaren gibt es hier einiges

zu beachten. Außerdem werden

wichtige Berufsgrundlagen vermittelt.

Auf dieser Basis geht’s

im zweiten Lehrjahr dann um

die Herstellung von Fleisch- und

Wurstwaren, z. B. um Zerlegetechniken

und die Wurstproduktion.

Im dritten Lehrjahr beschäftigen

sich die Auszubildenden mit ihren

jeweiligen Spezialisierungen. Zu

Beginn der Ausbildung entscheidet

sich jede*r Fleischer*in

für zwei von sechs sogenannten

Wahlqualifikationen.

Ist Fleischer*in ein Beruf mit

Zukunft?

Ja, auf jeden Fall. Gerade die vergangenen

Monate haben gezeigt,

dass das Fleischerhandwerk in

Krisenzeiten unerlässlich ist. Wir

tragen mit unserer Arbeit zur

Nahversorgung der Bevölkerung

bei, wir sind systemrelevant.

Durch unsere enge Zusammenarbeit

mit ortsansässigen Landwirten

und anderen Partnern

stärken wir gleichzeitig regionale

Strukturen. Mit unserer Kernkompetenz

in Sachen Lebensmittel

sind wir für viele Verbraucher*innen

zusätzlich vertrauensvolle

Ansprechpartner rund

ums Thema gesunde Ernährung.

Wahlqualifikationen

• Schlachten

• Herstellen besonderer Fleischund

Wurstwaren

• Herstellen von Gerichten

• Veranstaltungsservice

• Kundenberatung und Verkauf

• Verpacken von Produkten

Die Übernahme eines bereits bestehenden

Betriebes bietet gegenüber einer

Neugründung einige Vorteile. Das

Unternehmen ist bereits am Markt eingeführt,

Strukturen und Arbeitsprozesse haben sich

bewährt, Mitarbeiter sind vorhanden. Eine

solide Basis also, auf der Gründer*innen aufbauen

und neue Ideen verwirklichen können.

Allerdings müssen solche Übergaben gut

vorbereitet sein. „Für viele ist der Betrieb ihr

Lebenswerk. Wer ein Unternehmen aufgebaut

hat, kann sich häufig nicht einfach trennen.

Dazu kommt, dass eine Betriebsübergabe ein

komplexes Projekt ist, dass nicht innerhalb

weniger Tage oder Wochen abgewickelt werden

kann“, so Dr. Joachim Drescher, Geschäftsführer

des Fleischerverbandes Nord. Steht kein*e

Übernehmer*in aus der Familie zur Verfügung,

dauert es in vielen Fällen zwischen drei und

sechs Jahren, bis ein*e Nachfolger *in gefunden

ist. Übergeber*in und Übernehmer*in sollten

sich also Zeit nehmen und langfristig planen.

Damit sich auch alle angehenden Meister*innen

in Norddeutschland über Möglichkeiten,

Voraussetzungen, Chancen und Risiken von

Anzeige

Die Anzahl der Existenzgründer in Deutschland

nimmt ab. Im Jahr 2001 waren es noch über 1,5

Millionen, Anfang 2020 nurmehr knapp 550.000.

Gleichzeitig werden die Unternehmer*innen in

Deutschlands mittelständischen Betrieben immer

älter. Anfang des Jahrtausends waren 20 Prozent

der Firmeninhaber*innen über 55 Jahre alt, 20

Jahre später sind es 44 Prozent. Laut Kreditanstalt

für Wiederaufbau wird sich dieser Trend in

den kommenden Jahren noch ver stärken, wenn

die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer

aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Betriebsübernahmen und Selbständigkeit

informieren können, hat die Erste Norddeutsche

Fleischerfachschule einen Baustein

„Wechselzone – Betriebsübergaben im Fleischerhandwerk“

in das Curriculum des Meisterkurses

aufgenommen. „Unser Handwerk

braucht starke Betriebe, in denen Menschen

mit Fachwissen, Mut und Perspektive arbeiten.

Dies soll auch noch in zehn Jahren so sein.

Dafür setzten wir uns ein“, erklärt Geschäftsführer

Drescher.

Erfolgreiches Fachgeschäft im Großraum Hannover ab Herbst 2021

altersbedingt zu verpachten. Jahresumsatz ca. 1,5 Mio. Produktion,

Lager sowie zusätzlicher Wohnraum vorhanden.

Anfragen bitte unter: info@fleischer-nord.de.

10

11


Ausbildung im Fleischerhandwerk

nachhaltig. sicher. kreativ.

Fleischerverband Nord e. V.

Marktstraße 57

20357 Hamburg

Telefon: 040 /35 07 04-00

info@fleischer-nord.de

www.fleischer-nord.de

www.be-a-butcher.de

Be a Butcher

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!