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Be a Butcher

Magazin für den Fleischernachwuchs

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September 2021<br />

MAGAZIN FÜR DEN FLEISCHERNACHWUCHS<br />

Jenny’s Journey<br />

Eine taffe, junge Fleischermeisterin,<br />

ihr Traum vom<br />

eigenen Laden und eine<br />

Reise durch Norddeutschland.<br />

Nachgefragt<br />

Kim <strong>Be</strong>rns über die<br />

Nationalmannschaft des<br />

Fleischerhandwerks und<br />

die Möglichkeiten, die ihr<br />

<strong>Be</strong>ruf bietet.<br />

Sicher in die<br />

Zukunft<br />

Meisterbetriebe zukunftssicher<br />

machen: Fleischer<br />

for future, Fleischer goes<br />

future!


EDITORIAL<br />

INHALT<br />

Inhalt<br />

Mit Jenny auf Reisen<br />

Sie liebt ihren <strong>Be</strong>ruf und sieht ihre<br />

Zukunft im Fleischerhandwerk:<br />

<strong>Be</strong>gleiten Sie Jenny auf ihrem Weg.<br />

4<br />

Ausbildung im Norden<br />

Zahlen, Daten und Fakten rund um die<br />

Ausbildung im Fleischerhandwerk.<br />

6<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Im Interview<br />

Kim <strong>Be</strong>rns, Mitglied der Nationalmannschaft<br />

des Fleischerhandwerks: „Für mich bedeutet<br />

das, ein Teil von etwas Großem zu sein.“<br />

7<br />

Auszubildende für das Fleischerhandwerk<br />

zu begeistern – das ist das Ziel der<br />

Nachwuchskampagne des Fleischerverbands<br />

Nord. Herzstück ist der YouTube-<br />

Kanal <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>. Jenny, eine junge, engagierte<br />

Fleischermeisterin, nimmt das Publikum<br />

mit auf den Weg. Auf ihrer Reise – Jenny’s<br />

Journey – besucht sie Kolleg*innen im Verbandsgebiet.<br />

Sie zeigt den Zuschauenden, wie<br />

es hinter den Kulissen des Fleischerhandwerks<br />

aussieht und welche spannenden Aufgaben auf<br />

potenzielle Nachwuchskräfte warten. Ehrlich<br />

und authentisch erzählt sie, wie sie Fleischerin<br />

geworden ist, was sie begeistert und welche<br />

Ziele sie verfolgt.<br />

Die Zielgruppen der Kampagne selbst sind<br />

breit gefächert. Wir wollen junge Menschen,<br />

die den Einstieg ins <strong>Be</strong>rufsleben planen,<br />

genauso ansprechen, wie Lehrkräfte, Eltern,<br />

<strong>Be</strong>rufsberater*innen und Ausbilder*innen.<br />

Daher gibt es zusätzlich zum Social-Media-<br />

Auftritt auch ein gedrucktes Magazin, dessen<br />

erste Ausgabe Sie gerade in den Händen halten.<br />

Das <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>-Magazin wird dreimal im<br />

Jahr erscheinen und über unser Handwerk<br />

informieren. Inhaltlich greift das Magazin<br />

Ausbildungsinhalte sowie Zukunftsperspektiven<br />

auf und vermittelt ein zeitgemäßes Bild<br />

des Fleischerhandwerks. Zusätzlich werden die<br />

Inhalte des Magazins online auf der Kampagnenwebsite<br />

verbreitet.<br />

Ob analog oder digital – wir hoffen, Sie<br />

begleiten uns ein Stück auf der Reise durch das<br />

Fleischerhandwerk. Lassen Sie uns gemeinsam<br />

über ein 1000-jähriges Handwerk sprechen,<br />

das sich gerade neu erfindet. Wir bieten jungen<br />

Menschen Chancen, Sicherheit und vielfältige<br />

Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen.<br />

Meisterbetriebe 8<br />

zukunftssicher machen<br />

Mit dem Projekt agenda29 machen sich neun Fachgeschäfte<br />

auf den Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit<br />

und Klimaschutz.<br />

Tradition trifft Moderne<br />

Wie neueste Techniken im ehrbaren<br />

Fleischerhandwerk für frischen Wind<br />

sorgen und Abläufe vereinfachen.<br />

Foto: Maria Dittrich<br />

9<br />

3 Fragen an ...<br />

… Christian Lohff, Lehrlingswart des<br />

Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein,<br />

über die Fleischer*innen-Ausbildung.<br />

10<br />

2<br />

Herbert Dohrmann<br />

Landesinnungsmeister<br />

Niedersachsen/Bremen<br />

Michael Durst<br />

Obermeister<br />

Fleischerinnung Hamburg<br />

Roland Lausen<br />

Landesinnungsmeister<br />

Fleischerverband Schleswig-Holstein<br />

Impressum<br />

Nachfolger gesucht!<br />

Welche Vorteile die Übernahme eines bestehenden,<br />

mittelständischen Unternehmens<br />

gegenüber einer Neugründung bietet.<br />

Fleischerverband Nord e. V. . Marktstraße 57 . 20357 Hamburg<br />

Tel. 040 /35 07 04-00 . info@fleischer-nord.de . www.fleischer-nord.de<br />

Fotos: Deutscher Fleischerverband, Fleischerverband Nord e.V., Adobe Stock<br />

11<br />

3


JENNY’S JOURNEY<br />

JENNY’S JOURNEY<br />

Mit Jenny auf Reisen<br />

Die junge Dame auf dem Titelblatt dieses Magazins ist Jenny.<br />

Sie kommt aus Hamburg, ist 28 Jahre alt und Fleischermeisterin.<br />

Sie ist auch das Gesicht des Youtube-Kanals <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>. Dort<br />

nimmt sie uns mit auf Reisen – genauer gesagt auf Jenny’s Journey.<br />

Wohin die Fahrt geht? Auf direktem Weg zu ihrem eigenen Laden.<br />

Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk,<br />

Schwerpunkt<br />

Fleischerei (kurz: Fleischereifachverkäuferin),<br />

direkt im Anschluss<br />

folgte dann die Fleischer-Lehre in<br />

einem Hamburger Handwerksbetrieb.<br />

„Während meiner ersten<br />

Ausbildung musste mich mein<br />

damaliger Chef immer aus der<br />

Produktion in den Verkaufsraum<br />

scheuchen. Ich hatte mehr Spaß<br />

daran, Wurst herzustellen als<br />

sie zu verkaufen“, erinnert sich<br />

Jenny. Kaum hatte sie den Gesellenbrief<br />

in der Tasche, meldete<br />

sich die ehrgeizige Hamburgerin<br />

zum Meisterkurs an. „Stillstand<br />

ist nichts für mich, ich hatte<br />

schließlich schon damals den<br />

Traum vom ‚Made by <strong>Butcher</strong>‘ vor<br />

Augen“, kommentiert sie.<br />

Jenny’s Journey<br />

So macht sich Jenny auf in die<br />

norddeutschen Lande, um<br />

potenziellen Nachwuchskräften<br />

das Fleischerhandwerk näher<br />

zu bringen. Von Hamburg aus<br />

besucht sie zum <strong>Be</strong>ispiel einen<br />

Kollegen in Schleswig-Holstein,<br />

der selbst Rinder hält. Hier darf<br />

sie seit Langem mal wieder eine<br />

Rindhälfte zerlegen. Weitere Stationen<br />

werden folgen.<br />

Sicherlich, Jenny könnte den<br />

Weg in Richtung Selbstständigkeit<br />

auch ohne Kamerabegleitung<br />

bestreiten. Allerdings<br />

möchte sie ihre <strong>Be</strong>geisterung für<br />

ihr Handwerk mit anderen teilen.<br />

„Ich sehe meine Zukunft im Fleischerhandwerk<br />

und daher muss<br />

ich etwas dafür tun, dass es das<br />

Gewerk auch in 20 Jahren noch<br />

gibt“, sagt Jenny. „Mit den Videos<br />

auf YouTube möchte ich Jugendliche<br />

für das gewinnen, was ich<br />

liebe. Viele wissen gar nicht, wie<br />

vielfältig unser Job ist. Das muss<br />

sich ändern!“ Neue Zeiten erfordern<br />

eben neue Medien.<br />

Leidenschaft Fleischerhandwerk<br />

Seit ihrer Ausbildung träumt<br />

Jenny davon, eines Tages ihre<br />

eigene Fleischerei zu führen.<br />

Sie liebt es, Dinge zu organisieren,<br />

die Theke herzurichten,<br />

für Kund*innen da zu sein und<br />

ordentlich mit anzupacken.<br />

„… was mit Tieren.“<br />

Es war ihre große Schwester, die<br />

Jenny vor zehn Jahren vorschlug,<br />

ins Fleischerhandwerk einzusteigen.<br />

Nach einem Praktikum in<br />

der Fleischerei ums Eck war die<br />

Sache für Jenny dann klar: Hier<br />

gehört sie hin, hier will sie bleiben.<br />

„Ich wollte als Kind Kosmetikerin<br />

oder Frisörin werden. Als<br />

ich älter wurde, sollte es Tierpflegerin<br />

sein. Jetzt arbeite ich halt in<br />

einer Fleischerei – ist ja auch was<br />

mit Tieren“, sagt Jenny und lacht.<br />

Seit diesem ersten Praktikum<br />

ist karrieretechnisch einiges<br />

in Jennys Leben passiert: Erst<br />

machte sie eine Ausbildung zur<br />

Lass Dir von der Fleischermeisterin ihr Handwerk zeigen.<br />

Abonniere den YouTube-Kanal <strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>!<br />

4 5


AUSBILDUNG<br />

Im Interview<br />

INTERVIEW<br />

Ausbildung<br />

im Norden<br />

Im Sommer 2021 befanden sich bundesweit<br />

fast 6000 Menschen in einem Ausbildungsverhältnis<br />

im Fleischerhandwerk, davon<br />

über 700 in Norddeutschland. <strong>Be</strong>trachtet man<br />

alle drei Ausbildungsjahre, so machten in<br />

Hamburg 69 Auszubildende eine Ausbildung<br />

zum*zur Fleischer*in und 16 eine Ausbildung<br />

zum*zur Fachverkäufer*in. In Schleswig-Holstein<br />

waren es 172 Fleischer*innen und 82<br />

Verkäufer*innen, in Niedersachsen/Bremen<br />

waren es 393 Auszubildende in beiden <strong>Be</strong>rufen.<br />

Zahlen, Daten und Fakten<br />

In allen drei Landesverbänden fällt auf, dass<br />

in den vergangenen Jahren lange nicht mehr<br />

alle Ausbildungsplätze besetzt werden konnten.<br />

Insbesondere die <strong>Be</strong>werbungen für eine<br />

Ausbildung zum*zur Fachverkäufer*in sind<br />

rückläufig. Dass jedoch gerade hier ein großer<br />

<strong>Be</strong>darf besteht – und damit die Möglichkeit,<br />

einen gut bezahlten <strong>Be</strong>ruf mit viel Perspektive<br />

zu erlernen – zeigt der vermehrte Einsatz von<br />

professionellen Headhuntern bei der Suche<br />

nach Verkaufskräften.<br />

Lohnempfehlung für Azubis (Fleischer*innen und Fachverkäufer*innen)<br />

1. Lehrjahr<br />

2. Lehrjahr<br />

3. Lehrjahr<br />

Hamburg<br />

600O<br />

720O<br />

850O<br />

Schleswig-Holstein<br />

550O<br />

650O<br />

750O<br />

Niedersachsen/Bremen<br />

650O<br />

750O<br />

850O<br />

Kim <strong>Be</strong>rns über Kreativität im Fleischerhandwerk<br />

Die Nationalmannschaft<br />

des Fleischerhandwerks<br />

setzt sich mit Leidenschaft<br />

für ihr Handwerk ein.<br />

Auf Wettbewerben, Messen und<br />

politischen Festen zeigen die Mitglieder<br />

der Mannschaft, wofür<br />

sie mit ihrem Handwerk stehen.<br />

Kim <strong>Be</strong>rns ist eine von ihnen.<br />

Was bedeutet deine Mitgliedschaft<br />

in der Nationalmannschaft<br />

für dich?<br />

Für mich bedeutet das, ein<br />

Teil von etwas Großem zu<br />

sein. Zusammen mit meinen<br />

Team-Kolleg*innen können<br />

wir etwas für das Handwerk<br />

erreichen. Wir sind inzwischen<br />

eine riesige Community und<br />

auch auf Social Media aktiv.<br />

Was haben deine Kolleg*innen<br />

und du für Ziele?<br />

Wir wollen das Handwerk<br />

bekannter machen. Uns eine<br />

politische Stimme verschaffen,<br />

um ganz oben anzusetzen.<br />

Es muss ein Umdenken in der<br />

Gesellschaft stattfinden. Vielen<br />

Menschen ist nicht klar, wie viel<br />

Spaß das Handwerk macht. Das<br />

wollen wir den Menschen zeigen.<br />

Es sollte mehr auf Qualität als<br />

auf Quantität geachtet werden.<br />

Nicht zuletzt wollen wir junge<br />

Menschen für eine Ausbildung<br />

im Handwerk begeistern.<br />

Warum ist ein <strong>Be</strong>ruf im<br />

Fleischerhandwerk für<br />

junge Leute so attraktiv?<br />

Der <strong>Be</strong>ruf ist unglaublich<br />

facettenreich. Man kann sich in<br />

allen <strong>Be</strong>reichen ausleben. Nach<br />

der Ausbildung kann man den<br />

Meisterkurs besuchen, Verkaufsleiter*in<br />

werden und sogar<br />

studieren. Das Handwerk ist<br />

eine Investition in die Zukunft.<br />

Du hast vorher mit Malarbeiten<br />

dein Geld verdient.<br />

Kannst du auch im Fleischerhandwerk<br />

kreativ sein?<br />

Oh, total! Ich war tatsächlich<br />

Malerin, bevor ich mich umentschieden<br />

habe. Das hat mir auch<br />

Spaß gemacht, aber auf Dauer<br />

war es mir tatsächlich zu eintönig.<br />

Als Fleischer*in kannst du<br />

dich komplett entfalten: Neue<br />

In der Nationalmannschaft des<br />

deutschen Fleischerhandwerks<br />

engagieren sich 25 hochmotivierte<br />

Nachwuchskräfte für die<br />

fleischerhandwerklichen <strong>Be</strong>rufe.<br />

Sie verstehen sich als Botschafter<br />

für ihr Handwerk. Die Aufgaben<br />

der Nationalmannschaft sind<br />

vielfältig: Teilnahme an (internationalen)<br />

Fleischerwettbewerben,<br />

öffentliche Auftritte auf<br />

Messen, Veranstaltungen oder<br />

der Austausch mit Vertretern der<br />

Politik.<br />

www.nationalmannschaftfleischerhandwerk.de<br />

Produkte entwickeln, Gewürz-<br />

Kombinationen testen und<br />

hier und da mal etwas Neues<br />

ausprobieren. Der <strong>Be</strong>ruf ist so<br />

vielseitig, es ist unglaublich.<br />

Was sind die ersten Schritte,<br />

wenn man eine Ausbildung<br />

im Fleischerhandwerk<br />

antreten möchte?<br />

Am <strong>Be</strong>sten macht man mehrere<br />

Praktika oder Probetage in<br />

einem oder mehreren <strong>Be</strong>trieben.<br />

Man sollte nach einer negativen<br />

Erfahrung nicht direkt die Flinte<br />

ins Korn werfen. Es ist allgemein<br />

wichtig, einen <strong>Be</strong>trieb für die<br />

Ausbildung zu finden, bei dem<br />

man wirklich Spaß hat und wo<br />

man jeden Tag gerne hingeht.<br />

6<br />

7


NACHHALTIGKEIT<br />

DIGITALISIERUNG<br />

Meisterbetriebe<br />

zukunftssicher machen<br />

Fleischer for future<br />

Tradition trifft Moderne<br />

Erfolgreiche Digitalisierung im Fleischerhandwerk<br />

8<br />

Fleisch essen und Nachhaltigkeit – wie<br />

geht das zusammen? Wenn man sich<br />

einen durchschnittlichen <strong>Be</strong>trieb im<br />

Fleischerhandwerk anschaut, wird einem<br />

schnell klar, dass dort schon seit Generationen<br />

nach nachhaltigen Aspekten gearbeitet<br />

wird. Denn die meisten Fleischer*innen<br />

bekommen ihr Fleisch von den Landwirten<br />

aus ihrer Region. Damit unterstützen sie die<br />

Wirtschaft vor Ort, fördern eine artgerechte<br />

Haltung und manchmal auch die Erhaltung<br />

alter Rassen. Sie verwerten häufig das ganze<br />

Tier und achten darauf, dass nichts weggeworfen<br />

wird, was man in der Küche verwenden<br />

kann – denn selbst aus Knochen<br />

kann man noch eine Fleischbrühe kochen!<br />

Außerdem bilden sie Nachwuchs aus und<br />

bieten Jobs für die Menschen in ihrer Heimat.<br />

Kultur bewahren,<br />

Klima schützen<br />

Eine Gruppe von neun Fleischern aus Norddeutschland<br />

hat sich im Jahr 2020 unter dem<br />

Namen „agenda29“ auf den Weg zu noch mehr<br />

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gemacht.<br />

Gemeinsam suchen sie zum <strong>Be</strong>ispiel nach<br />

umweltfreundlichen Verpackungslösungen,<br />

ermitteln Maßnahmen für weniger CO2-Ausstoß<br />

und kümmern sich um die Energie-Effizienz<br />

ihrer Maschinen. Dabei binden sie ihre<br />

Kunden*innen und Mitarbeiter*innen in<br />

Verbesserungsprozesse ein, denn Klimaschutz<br />

funktioniert nur gemeinsam! Kommunikation,<br />

die auch bei Fleischerfachgeschäften inzwischen<br />

verstärkt über Facebook, Instagram,<br />

Whatsapp und natürlich die Website läuft, ist<br />

hier besondes wichtig. Fleischer for future,<br />

Fleischer goes future ...<br />

Es stimmt: Fleischer*innen<br />

sind stolz auf ihr traditionelles<br />

Handwerk. Viele<br />

ihrer Fleisch- und Wurstwaren<br />

stellen sie nach überlieferten,<br />

betriebsinternen Rezepten und<br />

Methoden her. Gleichzeitig<br />

setzen die Unternehmen bei der<br />

eigentlichen Produktion und<br />

dem Verkauf jedoch auf moderne<br />

Technik. Das vereinfacht Arbeitsprozesse<br />

und ermöglicht einen<br />

direkten Kontakt zu Kund*innen.<br />

Was bedeutet das für die<br />

<strong>Be</strong>schäftigten?<br />

Durch den digitalen Wandel im<br />

Fleischerhandwerk wird den Mitarbeiter*innen<br />

vielerorts der Job<br />

einfacher gemacht. Artikelnummern<br />

müssen nicht mehr einzeln<br />

eingegeben werden und <strong>Be</strong>stellungen<br />

können digital notiert werden.<br />

Auch lassen sich die benötigten<br />

Rohstoffe besser kalkulieren<br />

und Angebote planen. Bleibt mehr<br />

Zeit für das, was alle im Fleischerhandwerk<br />

<strong>Be</strong>schäftigten an ihrem<br />

<strong>Be</strong>ruf lieben: die Möglichkeit,<br />

kreativ zu sein, zu experimentieren<br />

und Neues auszuprobieren.<br />

„Gerade für junge <strong>Be</strong>rufsanfänger*innen<br />

ist die<br />

Digitalisierung eine große<br />

Chance.”<br />

Dr. Joachim Drescher<br />

GF, Fleischerverband Nord<br />

Online-Shops, Website und<br />

Social Media<br />

Einen Großteil des Umsatzes<br />

erzielen Fleischereifachgeschäfte<br />

mit dem Ladengeschäft. Seit einer<br />

Weile lässt sich hier allerdings ein<br />

verändertes Verbraucher*innen-<br />

Verhalten beobachten. Insbesondere<br />

die jüngere Kundschaft<br />

nutzt das Internet, um sich über<br />

Angebote zu informieren und<br />

einzukaufen. Darauf haben<br />

Fleischereien reagiert. Immer<br />

mehr <strong>Be</strong>triebe nutzen Websites,<br />

Online-Shops und Facebook-<br />

oder Instagram-Accounts,<br />

um mit ihren Kund*innen zu<br />

kommunizieren. Dazu zählen in<br />

Szene gesetzte Angebote, interessante<br />

Blicke hinter die Kulissen<br />

oder auch Tipps von dem*der<br />

Fleischermeister*in.<br />

Neue Aufgabenfelder<br />

Diese digitalen Medien müssen<br />

selbstverständlich gepflegt<br />

werden. Als Digital Natives sind<br />

häufig Junggesell*innen oder<br />

Auszubildende dafür verantwortlich,<br />

dass Websites auf dem<br />

neuesten Stand sind und Social-<br />

Media-Accounts regelmäßig mit<br />

Inhalt gefüllt werden. <strong>Be</strong>reits in<br />

der Ausbildung werden daher<br />

einige Grundlagen des Online<br />

Marketing behandelt.<br />

9


AUSBILDUNG<br />

KARRIERE<br />

Nachfolger gesucht!<br />

Leistungswettbewerb 2019: Christian Lohff mit Gewinnerin Merle von Röteln und Gewinner<br />

Tim Stumpf. Während des Wettbewerbs stellen die besten Absolvent*innen aus dem Verbandsgebiet<br />

ihr fleischerhandwerkliches Können gegeneinander unter <strong>Be</strong>weis.<br />

3 Fragen an...<br />

... Christian Lohff, Fleischermeister und Lehrlingswart<br />

des Fleischer-Verbands Schleswig-Holstein<br />

Welche Voraussetzungen sollten<br />

angehende Fleischer*innen<br />

erfüllen?<br />

Eine freundliche Ausstrahlung<br />

und ein gewisser Ehrgeiz sind<br />

schon die halbe Miete. Wer sich<br />

für eine Ausbildung im Fleischerhandwerk<br />

interessiert, sollte<br />

zusätzlich Spaß an Teamwork<br />

haben. Ob in der Produktion oder<br />

im Verkauf – in der Gruppe geht<br />

vieles eben leichter von der Hand.<br />

Grundsätzlich kann eine praktische<br />

Veranlagung ein Plus in der<br />

Ausbildung sein.<br />

Welche Schwerpunkte gibt es in<br />

der schulischen Ausbildung?<br />

Im ersten Lehrjahr dreht sich<br />

zunächst alles um das Thema<br />

Nahrungsmittelhygiene. <strong>Be</strong>sonders<br />

im Umgang mit Fleisch- und<br />

Wurstwaren gibt es hier einiges<br />

zu beachten. Außerdem werden<br />

wichtige <strong>Be</strong>rufsgrundlagen vermittelt.<br />

Auf dieser Basis geht’s<br />

im zweiten Lehrjahr dann um<br />

die Herstellung von Fleisch- und<br />

Wurstwaren, z. B. um Zerlegetechniken<br />

und die Wurstproduktion.<br />

Im dritten Lehrjahr beschäftigen<br />

sich die Auszubildenden mit ihren<br />

jeweiligen Spezialisierungen. Zu<br />

<strong>Be</strong>ginn der Ausbildung entscheidet<br />

sich jede*r Fleischer*in<br />

für zwei von sechs sogenannten<br />

Wahlqualifikationen.<br />

Ist Fleischer*in ein <strong>Be</strong>ruf mit<br />

Zukunft?<br />

Ja, auf jeden Fall. Gerade die vergangenen<br />

Monate haben gezeigt,<br />

dass das Fleischerhandwerk in<br />

Krisenzeiten unerlässlich ist. Wir<br />

tragen mit unserer Arbeit zur<br />

Nahversorgung der <strong>Be</strong>völkerung<br />

bei, wir sind systemrelevant.<br />

Durch unsere enge Zusammenarbeit<br />

mit ortsansässigen Landwirten<br />

und anderen Partnern<br />

stärken wir gleichzeitig regionale<br />

Strukturen. Mit unserer Kernkompetenz<br />

in Sachen Lebensmittel<br />

sind wir für viele Verbraucher*innen<br />

zusätzlich vertrauensvolle<br />

Ansprechpartner rund<br />

ums Thema gesunde Ernährung.<br />

Wahlqualifikationen<br />

• Schlachten<br />

• Herstellen besonderer Fleischund<br />

Wurstwaren<br />

• Herstellen von Gerichten<br />

• Veranstaltungsservice<br />

• Kundenberatung und Verkauf<br />

• Verpacken von Produkten<br />

Die Übernahme eines bereits bestehenden<br />

<strong>Be</strong>triebes bietet gegenüber einer<br />

Neugründung einige Vorteile. Das<br />

Unternehmen ist bereits am Markt eingeführt,<br />

Strukturen und Arbeitsprozesse haben sich<br />

bewährt, Mitarbeiter sind vorhanden. Eine<br />

solide Basis also, auf der Gründer*innen aufbauen<br />

und neue Ideen verwirklichen können.<br />

Allerdings müssen solche Übergaben gut<br />

vorbereitet sein. „Für viele ist der <strong>Be</strong>trieb ihr<br />

Lebenswerk. Wer ein Unternehmen aufgebaut<br />

hat, kann sich häufig nicht einfach trennen.<br />

Dazu kommt, dass eine <strong>Be</strong>triebsübergabe ein<br />

komplexes Projekt ist, dass nicht innerhalb<br />

weniger Tage oder Wochen abgewickelt werden<br />

kann“, so Dr. Joachim Drescher, Geschäftsführer<br />

des Fleischerverbandes Nord. Steht kein*e<br />

Übernehmer*in aus der Familie zur Verfügung,<br />

dauert es in vielen Fällen zwischen drei und<br />

sechs Jahren, bis ein*e Nachfolger *in gefunden<br />

ist. Übergeber*in und Übernehmer*in sollten<br />

sich also Zeit nehmen und langfristig planen.<br />

Damit sich auch alle angehenden Meister*innen<br />

in Norddeutschland über Möglichkeiten,<br />

Voraussetzungen, Chancen und Risiken von<br />

Anzeige<br />

Die Anzahl der Existenzgründer in Deutschland<br />

nimmt ab. Im Jahr 2001 waren es noch über 1,5<br />

Millionen, Anfang 2020 nurmehr knapp 550.000.<br />

Gleichzeitig werden die Unternehmer*innen in<br />

Deutschlands mittelständischen <strong>Be</strong>trieben immer<br />

älter. Anfang des Jahrtausends waren 20 Prozent<br />

der Firmeninhaber*innen über 55 Jahre alt, 20<br />

Jahre später sind es 44 Prozent. Laut Kreditanstalt<br />

für Wiederaufbau wird sich dieser Trend in<br />

den kommenden Jahren noch ver stärken, wenn<br />

die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer<br />

aus dem Erwerbsleben ausscheiden.<br />

<strong>Be</strong>triebsübernahmen und Selbständigkeit<br />

informieren können, hat die Erste Norddeutsche<br />

Fleischerfachschule einen Baustein<br />

„Wechselzone – <strong>Be</strong>triebsübergaben im Fleischerhandwerk“<br />

in das Curriculum des Meisterkurses<br />

aufgenommen. „Unser Handwerk<br />

braucht starke <strong>Be</strong>triebe, in denen Menschen<br />

mit Fachwissen, Mut und Perspektive arbeiten.<br />

Dies soll auch noch in zehn Jahren so sein.<br />

Dafür setzten wir uns ein“, erklärt Geschäftsführer<br />

Drescher.<br />

Erfolgreiches Fachgeschäft im Großraum Hannover ab Herbst 2021<br />

altersbedingt zu verpachten. Jahresumsatz ca. 1,5 Mio. Produktion,<br />

Lager sowie zusätzlicher Wohnraum vorhanden.<br />

Anfragen bitte unter: info@fleischer-nord.de.<br />

10<br />

11


Ausbildung im Fleischerhandwerk<br />

nachhaltig. sicher. kreativ.<br />

Fleischerverband Nord e. V.<br />

Marktstraße 57<br />

20357 Hamburg<br />

Telefon: 040 /35 07 04-00<br />

info@fleischer-nord.de<br />

www.fleischer-nord.de<br />

www.be-a-butcher.de<br />

<strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>

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