KPM MAGAZIN 2021
Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin konzipierte Storyboard 2017 ein eigenes Magazin: WEISS. Die neue Ausgabe des Magazins, das in diesem Jahr seinen 5. Geburtstag feiert, widmet sich der bunten Seite und dem Wir-Gefühl.
Für die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin konzipierte Storyboard 2017 ein eigenes Magazin: WEISS. Die neue Ausgabe des Magazins, das in diesem Jahr seinen 5. Geburtstag feiert, widmet sich der bunten Seite und dem Wir-Gefühl.
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<strong>KPM</strong> <strong>MAGAZIN</strong> N ọ 05<br />
WEISS<br />
VERGNÜGEN –<br />
Jeden Tag bewusst<br />
genießen: mit<br />
KURLAND und LAB<br />
GLÜCKWUNSCH –<br />
<strong>KPM</strong> Berlin feiert 90 Jahre<br />
URBINO, ein Service<br />
von zeitloser Schönheit<br />
MEISTERWERKE –<br />
Die einzigartige<br />
VICTORIA Vase und<br />
andere Lieblingsstücke
EDITORIAL<br />
DANKE!<br />
Martina Hacker, Geschäftsführerin,<br />
und Jörg Woltmann, Inhaber<br />
Liebe Freundinnen und Freunde des Hauses <strong>KPM</strong>,<br />
die Pandemie hat uns alle in Atem gehalten und<br />
vieles verändert. Das hat uns nicht in die Knie<br />
gezwungen, sondern täglich angespornt, uns der<br />
Herausforderung zu stellen. In kürzester Zeit sind<br />
Arbeitsplätze ins Homeoffice umgezogen, digitale<br />
Prozesse wurden auf- und umgesetzt, entsprechend<br />
der kreativen Lebenszeichen, die wir von unseren<br />
Vertriebswegen – online und offline – erhalten haben.<br />
Unser aller Ziel war – unabhängig von der Gesundheit,<br />
welche das schützenswerteste Gut ist –, die wirtschaftliche<br />
Stabilität unseres Unternehmens zu sichern.<br />
Dabei sind wir noch fester zusammengewachsen. An<br />
dieser Stelle möchten wir auch Ihnen für Ihre Treue<br />
danken, denn ohne Sie hätten wir die Krise nicht so<br />
bravourös meistern können. Darum widmet sich die<br />
neue Ausgabe des WEISS Magazins, das in diesem<br />
Jahr den 5. Geburtstag feiert, der bunten Seite und<br />
dem Wir-Gefühl. Die Herzstücke werden dieses Mal<br />
von <strong>KPM</strong> Familien gezeigt. Die Kollektion URBINO<br />
feiert ihren 90. Geburtstag in bunten Farben. In<br />
unserer Mix&Match-Geschichte kommen regionale<br />
Lebensmittel auf den Tisch. Nachhaltigkeit gehört<br />
seit Jahrhunderten zu unserem Markenkern, aber<br />
was genau wir dafür machen, erklärt CEO Martina<br />
Hacker im Interview. Jörg Woltmann, der inzwischen<br />
seit 15 Jahren Inhaber der <strong>KPM</strong> Berlin ist, trifft sich<br />
mit Familie Jay von Seldeneck – ein Gespräch über<br />
Sammelleidenschaft und Werte. Zu Besuch sind wir<br />
bei <strong>KPM</strong> Chefdesigner und LAB Kreateur Thomas<br />
Wenzel, der nicht nur seinen Küchenschrank öffnet,<br />
sondern auch zum Sonntagsbrunch einlädt.<br />
Wir freuen uns, Ihnen mit WEISS No. 5 ein<br />
weiteres Stück aus dem Inneren der Manufaktur zu<br />
zeigen, und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.<br />
Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!<br />
Bild: Franz Grünewald<br />
IHRE<br />
MARTINA HACKER<br />
IHR<br />
JÖRG WOLTMANN<br />
N°. 05 3 <strong>KPM</strong> Magazin
NEWS<br />
07–12<br />
Neues bei der <strong>KPM</strong> Berlin: von Aktionen<br />
gegen Ausbeutung über fabelhafte<br />
Schafe bis hin zu schillernd-schönen Vasen<br />
INHALTSVERZEICHNIS<br />
62<br />
FINE DINING<br />
15–18<br />
In diesen Restaurants werden Köstlichkeiten<br />
auf <strong>KPM</strong> Porzellan serviert<br />
MANUFAKTUR<br />
20 Happy Birthday, URBINO!<br />
Das von Trude Petri entworfene<br />
Service feiert 90. Geburtstag<br />
26 Familienbande<br />
Viele Mitarbeiter:innen der<br />
Manufaktur sind verwandt oder<br />
ein Paar. Hier zeigen sie ihre<br />
Lieblingsstücke<br />
32 Virtuoses Meisterwerk<br />
Diese Sonderanfertigung der<br />
VICTORIA Vase ist eine Pracht<br />
34 Gemeinsam stark<br />
Theresa Haala-Hirt, Head of<br />
Communications der <strong>KPM</strong> Berlin,<br />
schätzt die Arbeit im Team<br />
54<br />
SCHATZKAMMER<br />
Ein Blick in das<br />
Zuhause von <strong>KPM</strong><br />
Chefdesigner<br />
Thomas Wenzel<br />
38 Ein Tag im Leben von ...<br />
... <strong>KPM</strong> Store Manager Markus<br />
Roessiger und Larissa Bachmann,<br />
Store Managerin von Sawade, im<br />
neuen <strong>KPM</strong> Pavillon am Ku’damm<br />
40 Nachhaltig gut<br />
Was die <strong>KPM</strong> Berlin für die<br />
Umwelt tut. Plus: Geschäftsführerin<br />
Martina Hacker im Interview<br />
44<br />
LEBEN<br />
44 Showtime<br />
Diese <strong>KPM</strong> Vasenklassiker bieten<br />
Blumen eine fantastische Bühne<br />
26<br />
50 Everybody’s darling<br />
Immer dabei: der To-go Becher<br />
54 Im Küchenschrank von ...<br />
... <strong>KPM</strong> Chefdesigner<br />
Thomas Wenzel<br />
56 Handverlesen Wir lieben Tee!<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 4 N°. 05
IMPRESSUM<br />
68<br />
HERAUSGEBER<br />
<strong>KPM</strong> Königliche Porzellan-Manufaktur<br />
Berlin GmbH, Wegelystraße 1,<br />
32<br />
10623 Berlin<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Martina Hacker<br />
EINZIGARTIG<br />
Die VICTORIA Vase zeigt<br />
die Handwerkskunst der <strong>KPM</strong><br />
Meistermaler:innen<br />
MARKETING &<br />
KOMMUNIKATION<br />
Theresa Haala-Hirt<br />
Jenja Carow<br />
PRODUZIERT VON<br />
storyboard GmbH<br />
34<br />
Wiltrudenstraße 5<br />
80805 München<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
TEAMPLAYERIN<br />
Theresa Haala-Hirt,<br />
Head of<br />
Communications der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin<br />
20<br />
HAUSFREUNDE<br />
62 Woltmann trifft ...<br />
... Kilian und Alice Jay von<br />
Seldeneck vom Kunsthaus<br />
Lempertz. Plus: 15 Jahre<br />
Manufaktur – die Highlights<br />
68 Genuss für jeden Tag<br />
Ein entspannter Mix aus den<br />
Kollektionen KURLAND und LAB<br />
76 Hausbesuch beim ...<br />
... Hamburger Interiordesigner<br />
Wolfram Neugebauer<br />
82 Zugabe, Zugabe!<br />
Jetzt auf www.kpm-berlin.com<br />
noch mehr Geschichten entdecken<br />
Cover: Stills & Strokes; Bilder: Peter Rigaud, Franz Grünewald, Alexander Kilian, Gene Glover, Claudia Gödke, Stills & Strokes, <strong>KPM</strong><br />
Dr. Markus Schönmann<br />
(V.i.S.d.P.)<br />
REDAKTIONELLE<br />
LEITUNG<br />
Sandra Djajadisastra<br />
GRAFIK<br />
Nina Breindl<br />
Claudia Homer<br />
BILDREDAKTION<br />
& PRODUKTION<br />
Elina Gathof<br />
Jasmin van de Loo<br />
REDAKTION<br />
Heike Gläser<br />
Marlene Irausek<br />
Alissa Selge<br />
Sandra Winkler<br />
PROJEKTMANAGEMENT<br />
Barbara Webinger<br />
ILLUSTRATION<br />
Anne Albert<br />
SCHLUSSREDAKTION<br />
Lektorat Süd<br />
LITHO<br />
magazine services gbr<br />
DRUCK<br />
G. Peschke Druckerei GmbH<br />
N°. 05 5 <strong>KPM</strong> Magazin
Gönnen Sie sich mal wieder einen schönen Anblick.<br />
Manufakturen machen die Kunst des Handwerks sichtbar. Dies gilt<br />
für edles Porzellan ebenso wie für unsere Premium-Nachtsichtgeräte<br />
für die Jagd. Deshalb fertigen wir jedes unserer Geräte mit absoluter<br />
Sorgfalt, jahrzehntelanger Erfahrung und in präziser Handarbeit.<br />
Erfahren Sie jetzt mehr unter nachtsichttechnik-jahnke.de
<strong>KPM</strong> Magazin<br />
WEISS<br />
N°. 05<br />
NEWS<br />
Bild: <strong>KPM</strong>/Studio Likeness<br />
07 –12
So einfach, so<br />
elegant, so schillernd<br />
Ein ganz besonderes Liebhaberstück:<br />
Dank einer speziellen Kristallglasur<br />
schimmert die Vase HERZFORM in irisierenden<br />
Strukturen, die an Eisblumen<br />
erinnern. Sie bilden sich, weil die<br />
Glasur mit Oxiden angereichert wird,<br />
die während des niedrig temperierten<br />
Brands im Glasurfluss neue Mineralien<br />
entstehen lassen. Mit dieser Technik<br />
experimentierte die <strong>KPM</strong> Berlin bereits<br />
im 19. Jahrhundert. Kein Ergebnis<br />
gleicht dem anderen, jede Vase ist ein<br />
Kunstwerk für sich – und von hohem<br />
Sammlerwert. Trude Petri entwickelte<br />
HERZFORM im Jahr 1932 mit dem<br />
Leitgedanken: „So einfach wie möglich,<br />
so elegant wie möglich.“ Heute zählt sie<br />
zu den schönsten Vasenklassikern der<br />
Manufaktur. Für die Sonderedition<br />
hatten die Mitglieder unseres WEISS<br />
Kundenclubs ein Vorkaufsrecht – im<br />
Nu war sie vergriffen. Interesse? Einfach<br />
anmelden unter www.kpm-berlin.<br />
com/weiss-kundenkarte und viele Vorteile<br />
genießen!<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 8 N°. 05
Von links: Philipp Richard (Leiter Digitale Technologien & Netzwerke, dena), Jörg<br />
Woltmann (Inhaber <strong>KPM</strong> Berlin), Andreas Feicht (Staatssekretär im Bundesministerium für<br />
Wirtschaft und Energie), Andreas Kuhlmann (Vorsitzender der dena-Geschäftsführung)<br />
Raum für Innovationen<br />
In unmittelbarer Nachbarschaft der <strong>KPM</strong> Berlin wird Zukunft gestaltet<br />
– und die digitale Energiewende vorangetrieben, um die Klimaziele der<br />
Bundesregierung zu erreichen. Im Herbst bezieht das „Future Energy<br />
Lab“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) Räume auf dem Gelände<br />
der Königlichen Porzellan-Manufaktur. Expert:innen aus Digital- und<br />
Energiewirtschaft werden sich hier austauschen und in einem Co-Working-Bereich<br />
sowie in einer digitalen Werkstatt an neuen Technologien<br />
arbeiten, unter anderem mithilfe künstlicher Intelligenz und Blockchain-Strategien.<br />
Der Standort sei eine „spannende Verbindung zwischen<br />
historischer Kulisse und hochinnovativen Technologien“, so<br />
Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.<br />
Schmuckes Stück<br />
Außen schwarz, innen vollvergoldet,<br />
die Krönung ist ein Deckel aus rauchigem,<br />
lüstergleichem Kristallglas. Die<br />
Schatzdose BOITE DE LOUISE ist für<br />
Kostbarkeiten gemacht – und selbst<br />
eine kleines Juwel. Industriedesigner<br />
Hermann August Weizenegger ließ<br />
sich für das Innere von historischen<br />
Formen der <strong>KPM</strong> Berlin inspirieren,<br />
der exakt runde Körper veranschaulicht<br />
die Werkstoffexpertise von <strong>KPM</strong><br />
Chefdesigner Thomas Wenzel. Die<br />
Schatzdose, die auch in „Atmoism“,<br />
Weizeneggers Ausstellung im Berliner<br />
Kunstgewerbemuseum, zu sehen war,<br />
ist auf 100 Exemplare limitiert und ab<br />
15. Oktober für 500 Euro erhältlich.<br />
<strong>KPM</strong> Erlebnisse<br />
Bilder: <strong>KPM</strong>, Photothek/Felix Zahn, Benjamin Zibner, Mathias Völzke<br />
Wozu dient das Blautauchen? Wie lange<br />
brauchen Meistermaler:innen für<br />
ein Dekor? Und welche Schätze liegen<br />
im Keller? Zweimal im Monat veranstaltet<br />
die <strong>KPM</strong> Welt eine Führung<br />
durch die Manufaktur, das älteste Industriedenkmal<br />
Berlins. Dabei erfährt<br />
man alles über die traditionelle Porzellanherstellung<br />
und wie viel Handarbeit<br />
in jedem Stück steckt. Die Zahl der<br />
Plätze ist begrenzt, Anmeldung auf<br />
www.kpm-welt.com. Übrigens: Mit der<br />
ERLEBNISBOX – MALEREI EDITI-<br />
ON kommt die <strong>KPM</strong> Berlin auch zu<br />
Ihnen nach Hause: Sie enthält Pinsel,<br />
Porzellanfarbe, URBINO Teller und<br />
natürlich eine Anleitung, um sein eigenes<br />
Stück zu kreieren.<br />
N°. 05 9 <strong>KPM</strong> Magazin
<strong>KPM</strong> für Modefans<br />
Für alle, die ein stilvolles Geschenk<br />
suchen, sei es zum Geburtstag, Hochzeitstag<br />
oder für Weihnachten: Die<br />
MANSCHETTENKNÖPFE mit Verschluss<br />
in Zepterform und einer Fassung<br />
aus Sterlingsilber oder vergoldetem<br />
Sterling lassen sich mit Initialen<br />
individualisieren. Die <strong>KPM</strong> Meistermaler:innen<br />
setzen das Wunsch-Monogramm<br />
in zwei Schriftarten in<br />
Schwarz, Silber oder Gold um. Personalisiertes<br />
MANSCHETTEN-KNOPF-<br />
SET ab 299 Euro<br />
Designliebling<br />
de luxe<br />
In Form gegossene Fantasie<br />
„Das Mondschaf steht auf weiter Flur. Es harrt und harrt der großen<br />
Schur“, beginnt eines der berühmten „Galgenlieder“ von Christian Morgenstern<br />
(1871–1914) und es ist der beste Beweis dafür, dass Gedichte<br />
Gestalt annehmen können. Denn Ludwig Gies, einer der bedeutendsten<br />
Bildhauer des 20. Jahrhunderts, ließ sich davon zu seiner expressionistischen<br />
Skulptur MONDSCHAF inspirieren: Anlässlich des 150. Geburtstags<br />
von Morgenstern lancierte die <strong>KPM</strong> Berlin eine limitierte Version des<br />
so fabelhaften wie rätselvollen Wesens in Schwarz.<br />
Seit Langem verbindet die mehr als<br />
250 Jahre alte <strong>KPM</strong> Berlin eine enge<br />
Partnerschaft mit dem Fashion- und<br />
Lifestyle-Unternehmen Breuninger,<br />
das in diesem Jahr 140-jähriges Jubiläum<br />
feiert. Zusammen mit dem Multimediadesigner<br />
Michel Comte kreierten<br />
sie bereits vor drei Jahren ein<br />
gemeinsames Kunstobjekt: das Maskottchen<br />
BREUNI BÄR in einer exklusiven<br />
Designver sion. Zum Jubiläum<br />
des Mode- und Lifestyle-Unternehmens<br />
erstrahlt die Porzellanskulptur<br />
BREUNI BÄR in schillerndem Perlmuttglanz.<br />
Sie ist auf 100 nummerierte<br />
Exemplare limitiert und deutschlandweit<br />
in den elf Breuninger<br />
Department Stores sowie bei Konen<br />
in München erhältlich.<br />
Bilder: <strong>KPM</strong>, Benjamin Zibner, Frank Hülsbömer, Jens Remes<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 10 N°. 05
EIN BECHER,<br />
VIELE AUSDRUCKSFORMEN<br />
Mit „Love Hate“-Ambigramm in<br />
Rosé: <strong>KPM</strong>+ Edition mit Künstlerin<br />
Mia Florentine Weiss, 69 Euro<br />
Zum 300. Todestag von Jean-Antoine<br />
Watteau: KURLAND Heritage Edition<br />
„Le Pierrot“, 300 Euro<br />
Statement to go<br />
Gemeinsam be -<br />
ziehen die <strong>KPM</strong><br />
Berlin und IJM<br />
Deutschland Stellung<br />
gegen Ausbeutung<br />
und soziales Unrecht<br />
IJM Deutschland ist der deutsche Zweig der weltweit größten Anti-Sklaverei-Organisation<br />
International Justice Mission. Im Dezember 2020 hat der Verein ein<br />
eigenständiges Projekt zum Schutz von Kindern in Ghana gestartet. Das Land<br />
gehört zu den größten Kakaoproduzenten der Welt. Für den süßen Genuss werden<br />
dort schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder ausgebeutet. Mit der Kampagne<br />
will man die Umstände ausbeuterischer Kinderarbeit untersuchen und nachhaltig<br />
beseitigen. Unterstützt wird das Projekt durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale<br />
Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag der deutschen Bundesregierung.<br />
Und von der <strong>KPM</strong> Berlin: Seit Juli gibt es die IJM-Edition „Stopp Sklaverei!“<br />
des <strong>KPM</strong> To-go Bechers. Pro Becher spendet die Manufaktur 10 Euro an das<br />
IJM-Projekt. Ein aussagekräftiges Zeichen gegen das Schweigen über die soziale<br />
Katastrophe moderner Sklaverei.<br />
KURLAND Heritage Edition<br />
„La Dame“, 300 Euro. Beide Motive<br />
exklusiv limitiert auf 300 Stück<br />
Für die Freiheit:<br />
IJM-Edition „Stopp Sklaverei!“,<br />
79 Euro<br />
N°. 05 11 <strong>KPM</strong> Magazin
In neuem<br />
Glanz ...<br />
... erstrahlt das Berliner Schloss nicht<br />
nur auf dem To-go Becher der <strong>KPM</strong><br />
Berlin. Das zentrale Gebäude (und eines<br />
der größten Bauwerke der Stadt)<br />
brannte im Zweiten Weltkrieg aus und<br />
wurde später teilweise durch den Palast<br />
der Republik ersetzt. Durch den<br />
Förderverein Berliner Schloss wurde<br />
der Wiederaufbau des geschichtsträchtigen<br />
Denkmals beschlossen. Von<br />
2013 bis 2020 entstand nach Plänen<br />
des italienischen Architekten Franco<br />
Stella anstelle des abgerissenen Palastes<br />
ein Bau mit einem Grundriss, der<br />
dem des einstigen Kom plexes weitgehend<br />
gleicht, die <strong>KPM</strong> Berlin fertigte<br />
die Stifterplaketten. Im Juli <strong>2021</strong> feierlich<br />
eröffnet, ergänzt das Humboldt<br />
Forum als modernes Museum mit<br />
drei rekonstruierten Fassaden die<br />
Berliner Museumsinsel. Wer danach<br />
noch Lust zu shoppen hat: Der <strong>KPM</strong><br />
To-go Becher ist auch im Museumsund<br />
im Passagenshop erhältlich.<br />
Bauhaus forever,<br />
bitte!<br />
Das Bauhaus setzte eine Designrevolution<br />
in Gang, die bis heute in unserer<br />
Ästhetik und natürlich in der <strong>KPM</strong><br />
Berlin nachklingt. Klassiker werden<br />
immer wieder neu interpretiert, so<br />
auch das ikonografische Dejeuner<br />
HALLE’SCHE FORM, das Marguerite<br />
Friedlaender 1930 entwarf. Das dekorlose<br />
Mokkaservice und die Kombination<br />
von zylindrischer Kanne und gerader<br />
Tülle machten das Dejeuner<br />
damals zum Exempel der Bauhaus-Ästhetik.<br />
Mit seinen geometrischen Linien<br />
ist das blau-grüne Dekor der neuen<br />
Edition B100.2 eine Hommage der<br />
<strong>KPM</strong> Meistermaler:innen an Edith<br />
Alberti und ihre Porzellanentwürfe<br />
aus dem Jahr 1927. Das zehnteilige<br />
Mokkaservice HALLE’SCHE FORM<br />
B100.2 ist eine Sonderedition und<br />
auf zehn Sammlerstücke limitiert,<br />
4.990 Euro.<br />
Nur eine geübte Hand kann derart<br />
gleichmäßige Farbbänder in gerader Linie<br />
ziehen. In Kombination erzeugen sie auf<br />
Plateau, Mokkakanne, Tassen und Untertassen<br />
den optischen Effekt eines Labyrinths<br />
Bilder: <strong>KPM</strong>/Studio Likeness, <strong>KPM</strong>/Benjamin Zibner, <strong>KPM</strong>/Holger Talinski<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 12 N°. 05
© Jo rdana Schramm<br />
GESPÜR FÜR DAS<br />
FEINE DETAIL<br />
Selten wird edles Wohnen mit so viel Gefühl um gesetzt<br />
wie im neuen Stadtquartier AM TACHELES. Jedes<br />
kleinste Detail der Grundrisse und Raum ausstattungen<br />
trägt zu einem außergewöhnlich sinnlichen Wohnerlebnis<br />
bei. Ein Einblick in die Perfektion des Kleinen.<br />
© Jordana Schramm<br />
Das Auge erfreut sich an subtilen Farbnuancen, die kühle<br />
Klinke schmiegt sich perfekt in die Hand, das wohlige<br />
Gefühl von Echtholzparkett unter den Füßen – unsere<br />
Sinne haben ein untrügliches Gespür für Qualität. Nicht<br />
umsonst geht es bei feinstem Wohndesign immer auch<br />
darum, den vermeintlichen Widerspruch zwischen Sinn<br />
und Sinnlichkeit aufzuheben und erlesenen Materialien<br />
durch handwerkliche Meisterschaft die perfekte Form<br />
zu verleihen. Jeder einzelne Handgriff, jeder nochmalige<br />
Qualitätscheck, jede stolze Wertschätzung des<br />
Geschaffenen tragen zum Gesamteindruck bei.<br />
Diese Liebe zum Detail ist überall AM TACHELES<br />
spürbar. So außergewöhnlich wie dieses neue Stück<br />
Berlin nach dem Masterplan von Herzog de Meuron,<br />
so herausragend auch die Wohngebäude: Jedes ein<br />
Meisterstück mit ganz eigenem, starkem Charakter,<br />
den es im Inneren erlebbar und spürbar zu machen<br />
gilt. Ob der verspielte Luxus des avantgardistischen<br />
JOUX, die spannenden Kontraste des FORM3 oder<br />
die lässige Eleganz und die geschwungene Fassade<br />
des VERT – immer sind es sorgfältig aufeinander abgestimmten<br />
Materialien, die die Sinne anregen und in<br />
ihrer harmonischen Gesamtheit außergewöhnliches<br />
Wohngefühl vermitteln.<br />
Vom Masterplan bis zum Spaltmaß wurde AM<br />
TACHELES absolut nichts dem Zufall überlassen. So<br />
wird das Wohnen in diesem neuen Stadtquartier zum<br />
unvergleichlichen Erlebnis.<br />
Teilen Sie unsere Liebe zum Detail? Wir präsentieren<br />
Ihnen gerne das Projekt. wohnen@amtacheles.de<br />
www.amtacheles.de
Von Bootsbauern<br />
und Silberschmieden<br />
w w w . r o b b e b e r k i n g . c o m
NEUE TISCHKULTUR<br />
INDIVIDUELL, NACHHALTIG, MUTIG: In der deutschen Gastro-Szene weht<br />
ein frischer Wind. Was die unterschiedlichen Konzepte eint? Regionale Zutaten<br />
von höchster Qualität und die zeitlosen Kollektionen der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
Nah an der Natur:<br />
Das„Farm to<br />
Table”-Konzept ist in<br />
Hohenhaus Teil des<br />
Selbstverständnisses<br />
Bilder: PR<br />
Hotel Hohenhaus<br />
Eingebettet in die märchenhafte Naturlandschaft<br />
zwischen Bad Hersfeld, Kassel<br />
und Eisenach liegt das herrschaftliche<br />
Anwesen aus dem 16. Jahrhundert. Hier<br />
kommen die Kräuter und Früchte von<br />
den umliegenden Gärten, das Wasser aus<br />
den hauseigenen Brunnen und das Wild<br />
aus dem privaten Revier. Was nicht selbst<br />
hergestellt werden kann, liefern Produzenten<br />
aus der Region. Einzig Fisch und<br />
Meeresfrüchte werden aus der Bretagne<br />
oder aus Skagen in Dänemark direkt vom<br />
Fischer gekauft. Eine Kostprobe der ausnahmslos<br />
ehrlichen Küche von Gastgeber<br />
Peter Niemann und seinem Team gibt es<br />
im Gourmetrestaurant „La Vallée Verte“.<br />
Auf <strong>KPM</strong> Porzellan serviert, eine vollkommene<br />
Gaumenfreude!<br />
www.hohenhaus.de<br />
N°. 05 15 <strong>KPM</strong> Magazin
Weltwirtschaft<br />
Berlin<br />
Schon fast 30 Jahre lang ist Dominik<br />
Bausinger in der Gastronomie tätig.<br />
Unter anderem mit seiner Bar „San<br />
Remo Upflamör“ in Berlin. Zusammen<br />
mit Crowdfunding-Spezialist Konrad<br />
Lauten bewirbt er sich 2018 für die<br />
komplett sanierte Gastronomie am<br />
Haus der Kulturen der Welt. Mit Erfolg:<br />
Seit knapp zwei Jahren betreibt<br />
das kreative Duo die „Weltwirtschaft“<br />
am Tiergarten, mit Restaurant, Biergarten<br />
und Dachkiosk – und einem herrlichen<br />
Blick auf Parlament und Spree.<br />
Wie würden Sie Ihr Konzept beschreiben?<br />
DOMINIK BAUSINGER: Wir sind ein<br />
offenes Haus und möchten nicht nur<br />
ein elitäres Publikum bedienen. Darum<br />
haben wir uns bewusst für mehr<br />
Vielfalt entschieden: Im Restaurant<br />
servieren wir feine À-la-carte-Küche,<br />
in unserem Biergarten richtig gute<br />
Pizza und Snacks. To go gibt es bei<br />
uns eigentlich nicht. Das ist gerade etwas<br />
schwierig, jedoch ein Ziel, auf das<br />
wir in naher Zukunft wieder hinarbeiten.<br />
Die Leute haben hier so viel Platz,<br />
sich hinzusetzen und die Atmosphäre,<br />
ein gutes Essen oder einen Drink zu<br />
genießen – wenn sie denn dürfen.<br />
Sie servieren auch auf <strong>KPM</strong> Porzellan.<br />
Warum haben Sie sich dafür<br />
entschieden?<br />
DOMINIK BAUSINGER: Die <strong>KPM</strong><br />
Berlin ist ein Unternehmen mit einer<br />
großen Tradition, das schon lange<br />
hochwertiges Geschirr und tolle Linien<br />
herstellt. Wir haben uns für die LAB<br />
Serie entschieden. Die passt gut zu<br />
unserem Auftritt. Unser Gebäude ist<br />
zwar in den 50er-Jahren gebaut, hat<br />
aber mit seinen klaren Strukturen doch<br />
eine gewisse Bauhaus-Prägung.<br />
Was mögen Sie besonders an <strong>KPM</strong>?<br />
DOMINIK BAUSINGER: Wir verwenden<br />
die <strong>KPM</strong> Stücke beim<br />
Abendservice im Restaurant oder<br />
Ein Hingucker ist<br />
der Porzellan-Biber,<br />
gefertigt von der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin<br />
bei Veranstaltungen im kleineren<br />
Rahmen. Die Teller sind sehr<br />
schlicht. Gerichte lassen sich darauf<br />
wunderbar inszenieren.<br />
Haben Sie einen Style-Tipp für uns?<br />
DOMINIK BAUSINGER: Wir halten<br />
es minimalistisch, haben keine Tischdecken,<br />
setzen dafür aber gern Akzente.<br />
Das kann mal ein Glas sein, das aus<br />
der Reihe fällt, oder eine Vase. Durch<br />
kleine Stilbrüche fällt auch das <strong>KPM</strong><br />
Geschirr wieder mehr ins Gewicht.<br />
Wie kommt das bei den Gästen an?<br />
DOMINIK BAUSINGER: Gerade die<br />
LAB Serie spricht auch Leute an, die<br />
mit klassischen Servicen gar nicht so<br />
viel anfangen können. Alle, die irgendwie<br />
mit Design und Ästhetik zu tun<br />
haben – und das sind am Haus der<br />
Kulturen der Welt ganz schön viele –,<br />
sind davon angetan.<br />
weltwirtschaft.berlin<br />
Bilder: PR, Meike Kenn, Marko Seifert, Holger Talinski<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 16 N°. 05
Essigbrätlein<br />
Ein beschränktes Angebot als kreative Herausforderung: Die Spitzenköche<br />
Andree Köthe und Yves Ollech haben sich 2008 von den klassischen Zutaten der<br />
Spitzengastronomie verabschiedet und konzentrieren sich seitdem vermehrt aufs<br />
Gemüse. In ihrem Restaurant in der Nürnberger Altstadt ver arbeiten sie<br />
Produkte aus der Region auf charmante Art und Weise. Ihre Experimentierfreude<br />
zeigt die Zutaten aus einer neuen Perspektive – auch im Zu sammenspiel mit<br />
Fisch und Fleisch. Die Produkte, stets natürlich<br />
in Farbe und Textur, stehen aber<br />
nicht nur in der Küche selbst im Mittelpunkt:<br />
Für den Gast werden sie auch stilvoll<br />
in Szene gesetzt.<br />
www.essigbraetlein.de<br />
Signature Dish im „Essigbrätlein“: „Rote<br />
Bete mit Kümmelkaramell”, angerichtet auf<br />
einem Teller der <strong>KPM</strong> URBINO Kollektion<br />
Restaurant Sonnora<br />
Mit 33 Jahren ist Clemens Rambichler<br />
der jüngste 3-Sterne-Koch Deutschlands.<br />
Der Küchenchef des Gourmetrestaurants<br />
im Waldhotel Sonnora hat<br />
Anfang des Jahres zusammen mit seiner<br />
Lebensgefährtin Magdalena Brandstätter<br />
den Betrieb in Dreis übernommen.<br />
Und sich für sein neu eingerichtetes Lokal<br />
etwas Besonderes einfallen lassen:<br />
individuelle Platzteller, gestaltet von der<br />
Keramikdesignerin Wiebke Lehmann.<br />
Die passende Bühne für ihre Ideen bieten<br />
die Teller der Serie URBINO, gefertigt<br />
in der <strong>KPM</strong> Berlin. Vier Motive, inspiriert<br />
von Klassikern auf der Karte,<br />
zieren die Stücke: Hummer, Reh, Fenchel<br />
und Steinbutt. Mit etwas Glück<br />
können Gäste sich bei jedem Besuch an<br />
einem anderen Kunstwerk erfreuen.<br />
www.hotel-sonnora.de<br />
Nobelhart & Schmutzig<br />
Billy Wagner mag’s besonders. Der mehrfach ausgezeichnete Sommelier eröffnete<br />
2015 das „Nobelhart & Schmutzig“ in Berlin. Seitdem hat sich sein Restaurant zum<br />
politischsten Deutschlands entwickelt. Zubereitet werden nur Nahrungsmittel aus<br />
der Region. Küchenchef Micha Schäfer zeigt, wie gut das schmeckt, und hat umgehend<br />
einen Stern erkocht. Ein Abend hier unterscheidet sich aber auch sonst von<br />
normalen Restaurantbesuchen. À la carte gibt es nicht und bis Ende des Jahres<br />
mischt sich sogar ein Stück Berliner Geschichte<br />
in die Menüabfolge: Denn ein Gang kommt auf<br />
<strong>KPM</strong> Porzellan daher. „Als Remix vom Gericht.<br />
Das fällt auf!“, freut sich Wagner.<br />
www.nobelhartundschmutzig.com<br />
Dream-Team: Billy Wagner (links) und<br />
Küchenchef Micha Schäfer. Das KURLAND<br />
Dekor setzt einen schönen Kontrast.<br />
Darauf angerichtet: Bressehuhn mit Majoran<br />
N°. 05 17 <strong>KPM</strong> Magazin
XXXXXXXXXXX<br />
Die Aromen<br />
Asiens, serviert<br />
im <strong>KPM</strong> Hotel<br />
& Residences<br />
Zwanglos,<br />
abwechslungsreich,<br />
köstlich – das ist die<br />
Genussformel des<br />
Restaurants DONG A<br />
<strong>KPM</strong> Hotel & Residences<br />
Ein Rückzugsort mit zeitgemäßem Flair findet sich zwischen dem traditionsreichen<br />
Gebäudeensemble der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin und dem satten<br />
Grün des Großen Tiergartens. Im <strong>KPM</strong> Hotel & Residences lässt es sich entspannt<br />
wohnen und zusammenkommen, egal, ob für ein Wochenende, zum Lunch oder<br />
für ein Abendessen. So wird im Restaurant DONG A mit taufrischen Zutaten,<br />
erlesenen Gewürzen und fein abgestimmten Kräutern die köstliche Vielfalt der<br />
asiatischen Küche zelebriert. Ganz unter sich ist man hingegen in der Community<br />
Kitchen mit ihrem großen Küchentisch und den bequemen Stühlen: der perfekte<br />
Ort für entspannte Gespräche, Beratungen oder gemütliche Runden. Das Essen<br />
selbst zubereiten, vom Profi lernen oder sich bekochen lassen, hier ist alles<br />
möglich, was Genuss bereitet.<br />
www.kpmhotel.de<br />
Professionelle<br />
Küchenausstattung<br />
und feines <strong>KPM</strong><br />
Porzellan in der<br />
Community Kitchen<br />
Bilder: <strong>KPM</strong><br />
<strong>KPM</strong> Magazin 18 N°. 05
<strong>KPM</strong> Magazin<br />
WEISS<br />
N°. 05<br />
MANUFAKTUR<br />
90 JAHRE URBINO Ein Bestseller feiert Geburtstag Seite 20<br />
WE ARE FAMILY Lieblingsstücke von <strong>KPM</strong> Familien Seite 26<br />
MEISTERWERK Diese Vase ist einzigartig Seite 32<br />
<strong>KPM</strong> TEAMWORKERIN Theresa Haala-Hirt im Porträt Seite 34<br />
NEUERÖFFNUNG <strong>KPM</strong> und Sawade am Ku’damm Seite 38<br />
NACHHALTIG GUT Das tut die <strong>KPM</strong> Berlin fürs Klima Seite 40<br />
Bild: Franz Grünewald<br />
19 – 42
HOCH DIE TASSEN!<br />
Intensives Eisenrot, kräftiges Blau oder<br />
leuchtendes Zitronengelb: Charakteristisch für<br />
den URBINO Multicolore Dekor ist die einfarbige<br />
Tellerfläche und Außenseite der Tassen, gekrönt<br />
von einer 24-karätigen Goldlinie am Teller- oder<br />
Tassenrand sowie an den Henkeln. Jedes Stück<br />
wird von Hand mit der traditionellen<br />
„Stupftechnik“ bemalt – mithilfe eines speziellen<br />
Schwamms. Ganz unten der weiße Teller<br />
URBINO CANTO: Hier besteht die Besonderheit<br />
in einer feinen schwarzen Linie.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 20 N°. 05
MANUFAKTUR<br />
HAPPY<br />
BIRTHDAY<br />
EIN BESTSELLER FEIERT GEBURTSTAG!<br />
Vor genau 90 Jahren entwarf Trude Petri<br />
das Tafelservice URBINO im Stil der neuen<br />
Sachlichkeit. Es zählt auch heute noch zu den<br />
beliebtesten Kollektionen der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
Bilder & Styling:<br />
STILLS & STROKES<br />
Text:<br />
HEIKE GLÄSER<br />
EPOCHALER EINFLUSS<br />
Auf den URBINO Beilagenschalen und Platten<br />
lässt sich Gebäck, Aufschnitt oder Käse anrichten,<br />
ebenso Stifte, Schmuck und Schlüssel sammeln<br />
– der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Trude<br />
Petri verzichtete komplett auf Zierrat und ließ nur<br />
die reine Form zur Geltung kommen. Bei der<br />
absatzlosen Tellerform orientierte sie sich an<br />
Keramiktellern der oberitalienischen Renaissance.<br />
Daher ist das Service nach der italienischen Stadt<br />
Urbino benannt.<br />
N°. 05 21 <strong>KPM</strong> Magazin
ILLUSTRE RUNDE<br />
Die URBINO Terrinen und Ragouts sind von<br />
asiatischen Reisschalen inspiriert: Trude Petri<br />
legte großen Wert auf Funktionalität und<br />
vielseitige Verwendbarkeit ihrer Entwürfe. Der<br />
Deckel lässt sich umgedreht als Schale nutzen.<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 22 N°. 05
ZUGABE, ZUGABE!<br />
Öl- und Essigflasche fallen durch ihre markante<br />
Taillenform und den ausladenden Kragen auf:<br />
Trude Petri fügte sie in den 50er-Jahren dem<br />
URBINO Service hinzu und bildete mit ihnen<br />
ganz bewusst ein Gegengewicht zu den<br />
sonstigen Kugel- und Kreisformen der<br />
Kollektion.<br />
FIFTIES-FLAIR<br />
Hingucker sind auch der Salz- und der<br />
Pfefferstreuer. Trude Petri entwarf sie (wie Ölund<br />
Essigflasche) 20 Jahre nach der ersten<br />
URBINO Serie und ließ die Aufbruchstimmung<br />
der Wirtschaftswunderjahre in die Kollektion<br />
einfließen. Das asymmetrisch geschwungene<br />
Design erweitert die strenge Formensprache<br />
um spielerische Akzente. Der Entwurf wurde<br />
unter anderem 1954 auf der X. Triennale in<br />
Mailand ausgezeichnet.<br />
N°. 05 23 <strong>KPM</strong> Magazin
WECHSELMODELL<br />
Alle, die glauben, hier die Vase CADRE zu sehen,<br />
haben recht – allerdings nur fast. Die Teedose<br />
(hier ohne Deckel, mit oder ohne Platinstaffage)<br />
gestaltete Trude Petri als spannungsreiche<br />
Ergänzung zu den Kreis- und Kugelformen der<br />
URBINO Kollektion. 1967, mehr als 30 Jahre<br />
später, griff sie die quadratische Form für die Vase<br />
CADRE erneut auf.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 24 N°. 05
Geniale Gestalterin<br />
Trude Petri schuf Designs, die von zeitloser Schönheit sind<br />
Bilder: <strong>KPM</strong><br />
ALS TRUDE PETRI 1927 ihre Töpferlehre in Hamburg<br />
abbricht, um nach Berlin zu ziehen, ahnt die<br />
damals 21-Jährige vermutlich nicht, wie nachhaltig<br />
sie das deutsche Porzellandesign in der ersten Hälfte<br />
1906<br />
des 20. Jahrhunderts prägen wird. Zunächst vertieft sie<br />
ihre keramischen Studien an der Staatlichen Porzellan-<br />
Manufaktur (später <strong>KPM</strong> Berlin) und wird vom damaligen<br />
Direktor Nicola Moufang sowie dem Bildhauer Otto<br />
Gothe gefördert. Auch der neue Direktor Günther von<br />
Pechmann erkennt das Talent der jungen Petri, bietet ihr<br />
1929 eine Festanstellung an und gibt ihr den Auftrag, im<br />
Geiste der Neuen Sachlichkeit ein Service mit klarer Formensprache<br />
zu entwickeln.<br />
Zwei Jahre später, 1931, gelingt es Trude Petri, gleich<br />
zu Beginn ihrer Karriere einen der berühmtesten Designklassiker<br />
der <strong>KPM</strong> Berlin zu entwerfen: das Tafelgeschirr<br />
URBINO. Dabei lässt sie sich vor allem von ostasiatischen<br />
Keramiken wie schlichten Reisschalen, die auf Kreis- und<br />
Kugelformen basieren, inspirieren. Die vom Bauhaus beeinflusste<br />
„reine Form“ ohne Dekor beeindruckt auch die<br />
Fachwelt: Auf der VI. Triennale di Milano wird URBINO<br />
1936 mit der Goldmedaille und 1937 auf der Internationalen<br />
Weltausstellung in Paris mit einem Grand Prix ausgezeichnet.<br />
Der Zweite Weltkrieg verändert vieles: Im November<br />
1943 zerstören alliierte Flieger große Teile der Manufaktur,<br />
Anfang 1944 wird Petris Wohnung vollständig ausgebombt.<br />
Die <strong>KPM</strong> evakuiert alle Mitarbeiter:innen in die Porzellanstadt<br />
Selb. Nach Kriegsende beschäftigt sich Petri in der<br />
oberfränkischen Provinz mit der Rekonstruktion ihrer<br />
zerstörten Modelle.<br />
1949 wagt sie der Liebe wegen den Sprung in die USA.<br />
Sie zieht zu ihrem Hamburger Jugendfreund, dem Architekten<br />
John G. Raben, der bereits seit 1929 in Chicago<br />
lebt. Kurz darauf heiratet das Paar. Mit der Berliner Manufaktur<br />
steht sie in den folgenden Jahrzehnten in engem<br />
Kontakt, liefert der <strong>KPM</strong> weiterhin Entwürfe und bleibt<br />
dabei ihrer Maxime „So einfach wie möglich, so elegant<br />
wie möglich“ treu.<br />
Ende der 50er-Jahre plant das Ehepaar, nach New York<br />
umzusiedeln. Doch als John Raben 1961 an einem Herzinfarkt<br />
stirbt, beschließt Trude Petri, in Chicago zu bleiben. Bei<br />
aller Trauer arbeitet sie unbeirrt weiter. Anlässlich des 200-jährigen<br />
Bestehens der <strong>KPM</strong> reist sie 1963 noch einmal nach<br />
Berlin. Ihr letzter Porzellanentwurf für die Manufaktur<br />
stammt aus dem Jahr 1967: die rechteckige Vase Tee (heute<br />
CADRE), deren Form auf die Anfang der 1930er-Jahre geschaffene<br />
URBINO Teedose zurückgeht. Ein weiterer Designklassiker<br />
von Trude Petri – einfach, elegant und zeitlos.<br />
als Tochter eines<br />
Pelzhändlers in<br />
Hamburg geboren<br />
1925–1927 Ausbildung zur<br />
Töpferin in Hamburg<br />
1927–1929 Aufbaustudium in<br />
der keramischen<br />
Fachklasse an der <strong>KPM</strong><br />
1929–1949 Festanstellung als<br />
Gestalterin bei der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin<br />
1944 Umsiedlung mit der<br />
evakuierten Manufaktur<br />
nach Selb/<br />
Oberfranken<br />
1949 Auswanderung nach<br />
Chicago/USA; Heirat<br />
mit dem Architekten<br />
John G. Raben<br />
1958 Erhalt der<br />
amerikanischen<br />
Staatsbürgerschaft<br />
1961 unerwarteter Tod des<br />
Ehemanns<br />
1973 Umzug an die<br />
kanadische Westküste<br />
1998 gestorben in Vancouver<br />
N°. 05 25 <strong>KPM</strong> Magazin
MANUFAKTUR<br />
HERZSTÜCK<br />
DAS SCHÖNSTE LOB für ein Traditionsunternehmen wie<br />
die <strong>KPM</strong> Berlin? Wenn die Mitarbeiter:innen auch ihre<br />
Partner:innen, Töchter oder Söhne an Bord holen. We proudly<br />
present: Familien und ihre Favoriten aus der Manufaktur<br />
Text: ALISSA SELGE<br />
Bilder: GENE GLOVER<br />
&<br />
zeigen an Sandras Arbeitsplatz, auf<br />
welches Herzstück sie sich geeinigt haben:<br />
die KRÖTE, die auch bei ihnen im<br />
Wohnzimmer steht und oft von Besuch<br />
bewundert wird. Sie war eines der ersten<br />
Stücke, an denen Sandra gearbeitet<br />
hat. 2006 begann sie bei der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
die Ausbildung zur Manufakturporzellanmalerin<br />
und schloss sie 2010 als Bundesbeste<br />
ab. Seitdem erweckt sie Landschaften<br />
und anderes Dekor auf Tassen,<br />
Vasen & Co. zum Leben. Josef, den sie<br />
2010 an Silvester kennenlernte, bewundert<br />
ihre Fähigkeit, mit einem Pinsel<br />
Geschichten erzählen zu können. Er<br />
entschloss sich 2018, in das Traditionsunternehmen<br />
einzusteigen. „Als Josef in<br />
den Betrieb kam, kannten ihn viele Mitarbeiter:innen<br />
schon und haben sich<br />
sehr gefreut, dass er nun auch zur <strong>KPM</strong><br />
gehört“, erinnert sich Sandra. Sie bringen<br />
morgens ihre Kinder in die Schule<br />
und die Kita und fahren anschließend<br />
gemeinsam zur Arbeit. Der Lagerist<br />
kümmert sich um die Logistik rund um<br />
den Warenbestand sowie um den Onlinehandel.<br />
Neben der KRÖTE hat er<br />
noch ein weiteres Herzstück: eine Tasse,<br />
die Sandra für ihn mit einem persönlichen<br />
Motiv handbemalte.<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 26 N°. 05
N°. 05 27 <strong>KPM</strong> Magazin
&<br />
sind lange Zeit gemeinsam zur Arbeit<br />
gefahren. Weil der 28-Jährige mittlerweile<br />
in einem anderen Teil Berlins<br />
wohnt, machen Mutter und Sohn unter<br />
der Woche hin und wieder gemeinsam<br />
Mittagspause. Die Keramikmalerin liebt<br />
die FRANZÖSISCHE VASE: Sie hat<br />
das kostbare Stück von ihren Teamkollegen<br />
zum 25-jährigen Firmenjubiläum<br />
geschenkt bekommen. Auf die Idee, zur<br />
<strong>KPM</strong> Berlin zu gehen, brachte sie ihre<br />
Uroma. Susanne war schon in jungen<br />
Jahren eine talentierte Zeichnerin und<br />
versuchte 1983 ihr Glück: Drei Tage<br />
dauerte damals der Aufnahmetest. Wer<br />
hätte gedacht, dass viele Jahre später ihr<br />
Sohn in ihre Fußstapfen tritt? Der Industriekeramiker<br />
begleitet in der Modellwerkstatt<br />
die Entstehung der Porzellanstücke<br />
und liebt die Vielseitigkeit<br />
seines Jobs. Verschenkt hat er <strong>KPM</strong><br />
Porzellan auch schon: Seine Schwester<br />
bekam Tassen aus der Kollektion FELD-<br />
BLUME zum Geburtstag.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 28 N°. 05
trinken ihren Kaffee am liebsten aus den<br />
KURLAND To-go Bechern. „Immer<br />
wieder werden hier neue Designs entwickelt<br />
– einfach toll“, findet Heike. Die<br />
Roßmeisls haben einen regelrechten<br />
<strong>KPM</strong> Stammbaum: Schon Hardys Vater<br />
arbeitete für die Manufaktur, er selbst<br />
ist seit mehr als 40 Jahren für die <strong>KPM</strong><br />
Berlin tätig. Auch zwei Brüder von Heike<br />
waren hier angestellt. Da ist es nur<br />
,<br />
&<br />
logisch, dass Heike 1986 und Sohn<br />
Dennis 2014 in den Betrieb einstiegen.<br />
Oft treffen sie alte Kollegen, „dann gibt<br />
es immer viel Lustiges zu erzählen“, so<br />
Hardy. Vater, Mutter, Sohn sind meist<br />
in der Ofenhalle zu finden: Hardy baut<br />
Kassetten und befüllt diese mit Porzellan,<br />
Heike bemalt Biskuitporzellan,<br />
stempelt die Ware und übernimmt das<br />
Blautauchen, Dennis ist in der Endfertigung<br />
und Schleiferei tätig. Außerdem<br />
kümmert sich der 31-Jährige um den<br />
Versand in die Set-Packerei: „Da ich<br />
aus dem Handwerk komme, bedeutet<br />
es mir viel, in einem Traditionsunternehmen<br />
zu arbeiten“, sagt er. Die Familie<br />
nutzt zu Hause – vom Kaffeefilter bis<br />
zum Kuchenteller – ausschließlich Stücke<br />
aus der Manufaktur: ein Leben für<br />
und mit der <strong>KPM</strong> Berlin.<br />
N°. 05 29 <strong>KPM</strong> Magazin
&<br />
wuchsen beide mit <strong>KPM</strong> Porzellan auf,<br />
denn schon ihre Großtante und sein<br />
Vater waren im Berliner Traditionsunternehmen<br />
tätig. 1999 begann Katarzyna<br />
im Alter von 17 Jahren ihre Ausbildung<br />
bei der <strong>KPM</strong> Berlin. Dort lernte<br />
sie später Sebastian kennen: „Man begehrt,<br />
was man täglich auf der Arbeit<br />
sieht … und das gilt nicht nur für<br />
Porzellan“, schmunzelt sie. Ihr gemeinsames<br />
Lieblingsstück ist die Büste<br />
FRIEDRICH DER GROSSE: Der preußische<br />
König erwarb und gründete die<br />
Manufaktur 1763. „Wir Mitarbeiter:innen<br />
der <strong>KPM</strong> sind eine große Familie<br />
mit unterschiedlichsten Charakteren<br />
und doch erschaffen wir Hand in Hand<br />
die tollsten Produkte“, so Katarzyna.<br />
Das Pärchen lebt in einem Haus im<br />
Grünen in Schönwalde-Glien. Dort<br />
findet auch Katarzynas <strong>KPM</strong> Sammlung<br />
Platz, die sie seit 22 Jahren stets<br />
erweitert. „,Ihr arbeitet im selben Unternehmen?<br />
Ach, du meine Güte‘ –<br />
das hören wir öfter“, lacht Sebastian,<br />
der sich um die zentrale Instandhaltung<br />
in der Manufaktur kümmert.<br />
Nach acht gemeinsamen Jahren „trauen<br />
wir uns“, erzählen die beiden: Sie<br />
heiraten im Sommer <strong>2021</strong>!<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 30 N°. 05
N°. 05 31 <strong>KPM</strong> Magazin
XXXXXXXXXXX<br />
MANUFAKTUR<br />
DAS<br />
besondere<br />
STÜCK<br />
LANDSCHAFTEN, VÖGEL,<br />
BLUMEN, OPULENTE<br />
DEKORE: Diese VICTORIA<br />
Vase vereint alle Disziplinen der<br />
Porzellanmalerei – und würdigt<br />
das handwerkliche Können<br />
der Meistermalerinnen und<br />
Meistermaler der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx
Bilder: Gene Glover, <strong>KPM</strong><br />
GROSS UND DICKBÄUCHIG,<br />
PRÄCHTIG BEMALT, auf einem<br />
Sockel thronend, steht sie<br />
vor dem Betrachter: Eine außergewöhnliche<br />
VICTORIA Vase wird gerade im<br />
Flagshipstore der <strong>KPM</strong> in Berlin ausgestellt.<br />
Kaum ein Fleckchen weißes Porzellan<br />
ist mehr auf ihr zu sehen. Vor<br />
dunklen Fonds, die reich mit Goldornamentik<br />
umfasst sind, blüht weißer<br />
Rhododendron. Die Rückseite zieren<br />
helle Päonien. Auf den Seitenflächen<br />
picken zwei Gimpel an den Beeren einer<br />
Eber esche, ein Schwanzmeisenpaar sitzt<br />
auf Hagebuttenzweigen. Ursprünglich<br />
wurde die eiförmige VICTORIA Vase<br />
1860 vom <strong>KPM</strong> Modellmeister Julius<br />
Mantel entworfen. Ihren Namen erhielt<br />
sie zu Ehren der Kronprinzessin Victoria<br />
von Großbritannien, die zwei<br />
Jahre zuvor den späteren Kaiser Friedrich<br />
III. von Preußen geheiratet hatte.<br />
Die Ausführung der VICTORIA<br />
Vase im <strong>KPM</strong> Flagshipstore ist im vergangenen<br />
Jahr entstanden: als eine Art<br />
Leistungsschau der handwerklichen<br />
Expertise der <strong>KPM</strong> Meistermaler:innen.<br />
Sämtliche Malereibereiche sollten auf<br />
dieser monumentalen Vase und ihrem<br />
Sockel gezeigt werden. Über Monate<br />
arbeiteten Porzellanmaler:innen, die<br />
sich nach der Ausbildung auf ein bestimmtes<br />
Gebiet spezialisieren, an den<br />
detailreichen Blumen, Landschaften,<br />
Dekorationen und Vogelmotiven. Dabei<br />
wandten sie besondere Techniken an.<br />
Die Blumenkomposition entwarf die<br />
Spezialistin für Weichmalerei, welche<br />
Ende des 19. Jahrhunderts in der <strong>KPM</strong><br />
entwickelt wurde. Durch einen sanften<br />
Farbverlauf und virtuosen Farbauftrag<br />
wird die Fotografie der damaligen Zeit<br />
nachgeahmt. „Was auf alten Blumenfotos<br />
in unserem Archiv unscharf aussieht,<br />
wurde diffuser gemalt, sodass die Blüten<br />
Einmalig: Auf dieser<br />
VICTORIA Vase, die<br />
2020 entstand, bringen<br />
alle Malereibereiche der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin ihr Können<br />
zum Ausdruck. Ihr Preis:<br />
180.000 Euro<br />
Man entdeckt immer<br />
wieder Neues auf der<br />
VICTORIA Vase. Sie ist<br />
im Flagshipstore auf dem<br />
historischen Gelände<br />
der Königlichen<br />
Porzellan-Manufaktur in<br />
Berlin zu bewundern<br />
im Vordergrund besonders schön hervortreten“,<br />
erklärt Claudia Tetzlaff, Leiterin<br />
des <strong>KPM</strong> Archivs und Malereiausbilderin.<br />
Beeinflusst vom Impressionismus,<br />
sollten die Blumen besonders plastisch<br />
und wie in Licht getaucht erscheinen.<br />
Eine spezielle Wirkung entfalten die<br />
hellen Blüten auf dem dunklen Fond.<br />
Der einzigartige Grünton ließ sich nur<br />
durch langjähriges und aufwendiges<br />
Experimentieren, schrittweise Farbüberlagerungen<br />
und mehrfache Zwischenbrände<br />
erzielen.<br />
Die Bemalung des Sockels, der ihr<br />
eine skulpturale Ausstrahlung verleiht,<br />
wurde auf die Farben der Vase (Dunkeltürkis,<br />
Luftblau und Braunrot) abgestimmt.<br />
Die Bildfelder sind von einer<br />
Vergoldung umrahmt und zeigen Farbund<br />
Goldstaffagen, polychrome Malerei<br />
sowie Landschaftsszenen. Auch wenn<br />
sich der Betrachter unweigerlich fragt,<br />
welche Orte abgebildet sind: „Die Motive<br />
sind der Fantasie in Anlehnung an<br />
die Romantik geschuldet“, erklärt Claudia<br />
Tetzlaff.<br />
Momentan ist diese VICTORIA<br />
Vase das größte Vasenmodell auf dem<br />
Gelände der Königlichen Porzellan<br />
Manufaktur in Berlin. Etwas über 70<br />
Zentimeter misst sie – und das ohne<br />
Sockel. Schon immer war die VICTORIA<br />
Vase ein Kunstwerk, mit dem sich die<br />
<strong>KPM</strong> Berlin geschmückt hat. „Vor allem<br />
auf den Weltausstellungen wurde sie gern<br />
gezeigt, um die Könnerschaft der manuellen<br />
Fertigung unter Beweis zu stellen“,<br />
so Claudia Tetzlaff. Eine Herausforderung<br />
war die Größe. Denn: Je höher die<br />
Vase, desto schwieriger der Brand. Das<br />
größte Exemplar maß 2,08 Meter. Auf<br />
der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900<br />
präsentierte die <strong>KPM</strong> Berlin zudem eine<br />
Vase mit plastischen Blüten und riesigen<br />
Putten, die darauf herumzuturnen<br />
schienen. „Sie war typisch für den Historismus.<br />
In dieser Zeit sollte alles gigantisch<br />
sein“, erzählt die Archivarin.<br />
Solch große Vasen haben eine besondere<br />
Wirkung auf den Betrachter.<br />
Steht man vor der VICTORIA Vase und<br />
tritt ein Stück zurück, verbinden sich<br />
die einzelnen Dekore miteinander. Aus<br />
der Nähe kann man die porzellanmalerische<br />
Hochleistung bis ins kleinste<br />
Detail bewundern – und entdeckt versteckte<br />
filigrane Goldverzierungen, die<br />
Person am Flussufer oder eine vom<br />
Vogel angepickte Beere – ein Schauspiel<br />
ohnegleichen.<br />
N°. 05 33 <strong>KPM</strong> Magazin
„WIR<br />
BRINGEN<br />
DIE <strong>KPM</strong><br />
BERLIN<br />
GEMEINSAM<br />
VORAN!“<br />
Text:<br />
SANDRA WINKLER<br />
Bilder:<br />
GENE GLOVER<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 34 N°. 05
MANUFAKTUR<br />
THERESA HAALA-HIRT stieg vor<br />
zwölf Jahren bei der <strong>KPM</strong> Berlin als<br />
Praktikantin ein. Heute gibt sie<br />
als Head of Communications die<br />
Begeisterung für die Marke und<br />
deren Ge schichte weiter – unterstützt<br />
von einem starken Frauenteam<br />
GUT GELAUNT FÜHRT<br />
THERESA HAALA-HIRT<br />
DEN BESUCH in ihr Büro auf<br />
dem historischen Gelände der <strong>KPM</strong> in<br />
Berlin. Im Vorbeigehen ruft sie einem<br />
Kollegen zu: „Herzlichen Glückwunsch!“<br />
Heute Morgen hat sie erfahren,<br />
dass er heiraten wird. Ein individuelles<br />
Geschenk wird für diesen<br />
Anlass traditionell von der <strong>KPM</strong> Familie<br />
organisiert. Für eine Kollegin aus<br />
der Onlineabteilung ließ die <strong>KPM</strong> kürzlich<br />
eine URBINO Teekanne personalisieren,<br />
erzählt Haala-Hirt.<br />
Als Leitung der Kommunikationsabteilung<br />
und stellvertretende Marketingleiterin<br />
kennt Theresa Haala-Hirt<br />
so ziemlich alle Mitarbeiterinnen und<br />
Mitarbeiter. Seit zwölf Jahren ist sie eine<br />
verlässliche Konstante im Kosmos der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin: „Erst kürzlich hat mir unsere<br />
Geschäftsführerin vorgerechnet,<br />
dass das ein Drittel meines Lebens ist“,<br />
sagt sie. Dabei kam die heute 36-Jährige<br />
eher durch Zufall zur Königlichen<br />
Porzellan-Manufaktur. Während ihres<br />
BWL-Studiums suchte sie einen Praxisbetrieb,<br />
die Mutter einer Freundin vermittelte<br />
ein Vorstellungsgespräch bei<br />
der Marketingchefin. Theresa Haala-<br />
Hirt bekam die Stelle als Praktikantin.<br />
Als Berlinerin kannte Haala-Hirt die<br />
Marke vom Hörensagen. Und die Leidenschaft<br />
für Kulturgut und Porzellan<br />
entwickelte sich schnell: „Nachdem ein<br />
Kollege mich in der ersten Woche mehrere<br />
Stunden durch die Manufaktur ge-<br />
Gründergeist:<br />
In ihrem Büro<br />
hängt ein buntes<br />
Porträt Friedrichs<br />
des Großen<br />
führt hatte, fühlte ich mich drei Tage lang<br />
sprachlos – so beeindruckt war ich von<br />
diesem ehrlichen und authentischen Produkt<br />
und den vielen Geschichten, die es<br />
darüber zu erzählen gibt.“ Sie kam und<br />
sie blieb: Nach Abschluss ihres Studiums<br />
fing Theresa Haala-Hirt – mit 26<br />
Jahren – direkt in Festanstellung bei der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin an. Als ihre Vorgesetzte<br />
wenige Monate später die Manufaktur<br />
verließ, war die einstige Praktikantin in<br />
der Marketingabteilung plötzlich auf<br />
sich gestellt: „Es war sehr kaltes Wasser,<br />
in das ich da gesprungen bin. Aber so<br />
lernt man schnell“, erinnert sie sich.<br />
In den vergangenen Jahren ist der<br />
Bereich Marketing bei der <strong>KPM</strong> stetig<br />
gewachsen. Im zehnköpfigen Team arbeiten<br />
fast nur Frauen: bis auf einen Praktikanten,<br />
einen dualen Studenten – und<br />
den Chef. „Er ist mit zwei Schwestern<br />
groß geworden und kann sehr gut mit<br />
der weiblichen Übermacht umgehen“,<br />
erklärt Haala-Hirt lachend. Neben der<br />
strategischen Planung und Gestaltung<br />
der Kommunikationskampagnen rund<br />
um traditionelle und neue Produkte, Editionen<br />
und Kooperationen verantwortet<br />
Haala-Hirt in ihrer Position unter anderem<br />
die Kommunikation und Pressearbeit.<br />
Über verschiedene Kanäle und<br />
Formate – von der klassischen Pressemitteilung<br />
bis zum kreativen Launch-Event<br />
– sorgt sie mit ihrem Team mit Leidenschaft,<br />
Erfahrung und Herzblut dafür,<br />
dass die <strong>KPM</strong> Liebhaber:innen und die<br />
<strong>KPM</strong> Community über alle Besonderheiten<br />
und Neuigkeiten der Manufaktur<br />
auf dem Laufenden bleiben.<br />
Warum das Team hauptsächlich aus<br />
Frauen besteht? Das könne mit der Empathie<br />
zu tun haben, die dort gebraucht<br />
N°. 05 35 <strong>KPM</strong> Magazin
wird, vermutet sie. Man muss die Redaktionen<br />
von Zeitungen und Magazinen<br />
ansprechen und Kontakte pflegen,<br />
das erfordere zwischenmenschliches<br />
Feingefühl, das man eher dem weiblichen<br />
Geschlecht nachsage. Bestes Beispiel<br />
für Haala-Hirt: <strong>KPM</strong> Geschäftsführerin<br />
Martina Hacker. „Sie hat eine<br />
angenehme, zurückhaltende Art und<br />
fragt nach, wenn sie das Gefühl hat,<br />
irgendetwas sei nicht in Ordnung.“<br />
Auch Haala-Hirt gibt auf die Stimmung<br />
im Team acht: „Mir ist es wichtig,<br />
dass wir das Unternehmen gemeinsam<br />
voranbringen. Ich halte nichts von<br />
Ellenbogenmentalität.“ Ihr Büro teilt<br />
sie sich mit fünf Kolleg:innen. Der direkte<br />
Austausch und kurze Arbeitswege<br />
sind ihr wichtig: „Das Großartige an der<br />
<strong>KPM</strong> ist, dass wir als Manufaktur selbst<br />
produzieren – und zwar vor Ort in Berlin.“<br />
Man habe ganz andere Möglichkeiten,<br />
sich einzubringen: „Wenn ich<br />
zum Beispiel eine Idee für ein Produkt<br />
habe, dann gehe ich direkt zu der Person,<br />
die sie umsetzen könnte.“<br />
Seit Haala-Hirt bei der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
angefangen hat, ist nicht nur das Marketingteam<br />
größer geworden, sondern auch<br />
die Arbeit professioneller. Vieles hat sich<br />
neu entwickelt: Das Kundenmagazin<br />
WEISS (in dem Sie diesen Text lesen) hat<br />
Haala-Hirt von der ersten Ausgabe an<br />
betreut und mitgestaltet. Für die neue<br />
Marke <strong>KPM</strong>+ konnte sie spannende Kooperationen<br />
mit externen Künstler:innen<br />
anschieben. Maler:innen, Zeichner:innen,<br />
Industrie- oder Produktdesigner:innen<br />
„Das Großartige an der <strong>KPM</strong> ist, dass<br />
wir als Manufaktur selbst produzieren –<br />
und zwar vor Ort in Berlin.“<br />
THERESA HAALA-HIRT<br />
spielen dabei mit dem Erbe der <strong>KPM</strong><br />
Berlin. Vorgaben gibt es so gut wie keine.<br />
So sollen neue Facetten und Einflüsse<br />
von außen in die Manufaktur geholt werden.<br />
„Manchmal ist es schwer, aus dem<br />
Gewohnten auszubrechen. Man braucht<br />
jemanden mit einer anderen Denkweise,<br />
um sich weiterzuentwickeln.“<br />
Hinter Theresa Haala-Hirts<br />
Schreibtisch hängt ein Porträt von Friedrich<br />
dem Großen – einstiger Besitzer der<br />
Königlichen Porzellan-Manufaktur – in<br />
einer Pop-Art-Version. Es fasst für sie<br />
zusammen, was das Traditionsunternehmen<br />
<strong>KPM</strong> Berlin heute leisten muss: alte<br />
Handwerkskunst mit neuer Kreativität<br />
verbinden. „Wir haben eine über<br />
250-jährige Geschichte, die wir mit Stolz<br />
und Achtung mit uns herumtragen.“<br />
Viele Geschichten über die Manufaktur<br />
und ihr Werk wollen noch erzählt werden<br />
– Historisches aus dem Archiv, aber<br />
auch über das Handwerk. Dabei sieht<br />
sie sich weniger als Hüterin von Geheimnissen<br />
der großen Porzellan-Manufaktur,<br />
sondern als Übersetzerin. „Seit 1763 ist<br />
die <strong>KPM</strong> ihren Weg vorangeschritten<br />
– nie zurück“, sagt sie. „Wir müssen<br />
nicht unbedingt mit Trends gehen, aber<br />
mit dem Zeitgeist und dem (gesellschaftlichen)<br />
Wandel.“ Dazu gehören auch<br />
eine gut gemachte Onlinepräsenz und<br />
die Zusammenarbeit mit Social-Media-Influencern.<br />
So sieht man seit ein<br />
paar Jahren bei Presse-Events häufiger<br />
junge Menschen mit Smart phones in<br />
den altehrwürdigen Räumen der Manufaktur.<br />
Eine ungewöhnliche Mischung,<br />
die funktioniert. „Wir haben ein buntes<br />
Netzwerk von jungen Menschen aufgebaut,<br />
die die <strong>KPM</strong> kennen- und schnell<br />
lieben gelernt haben.“ So wie Theresa<br />
Haala-Hirt selbst, als sie vor zwölf Jahren<br />
zum ersten Mal durch die Manufaktur<br />
geführt wurde.<br />
Kennt die <strong>KPM</strong> Berlin<br />
wie ihre Westentasche:<br />
Theresa<br />
Haala-Hirt erklärt die<br />
Arbeitsprozesse in<br />
der Ofenhalle<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 36 N°. 05
Hat gute Leute an ihrer<br />
Seite: Theresa Haala-Hirt<br />
zwischen Julia Hell (Head<br />
of Art Department), Julia<br />
Möbes (Communications<br />
Managerin), Nina Jäckel<br />
(Social Media), Charleen<br />
Albrecht (Head of Digital<br />
experience)<br />
N°. 05 37 <strong>KPM</strong> Magazin
MANUFAKTUR<br />
Ein Tag im Leben von…<br />
LARISSA BACHMANN, Filialleiterin der Pralinenmanufaktur Sawade,<br />
und MARKUS ROESSIGER, Store Manager bei der <strong>KPM</strong> Berlin, beziehen<br />
mit ihren Teams den <strong>KPM</strong> Pavillon auf dem Berliner Ku’damm<br />
Text:<br />
ALISSA SELGE<br />
Bilder:<br />
PHILIPP LANGENHEIM<br />
Frau Bachmann, wie beginnen Sie<br />
einen typischen Arbeitstag? Mit einer<br />
Runde auf dem Rennrad. Dann gibt’s<br />
einen Cappuccino mit Hafermilch,<br />
am liebsten vom Einstein Kaffee, das<br />
mit Sawade und der <strong>KPM</strong> in das neue<br />
Geschäft am Kurfürstendamm gezogen<br />
ist. Für dieses morgendliche Ritual<br />
liebäugele ich schon lange mit dem<br />
KURLAND To-go Becher.<br />
Die Wahlberlinerin<br />
Larissa Bachmann<br />
studierte Landschaftsarchitektur<br />
– hatte<br />
dann aber doch Lust<br />
auf etwas ganz<br />
anderes<br />
Wieso entschieden Sie sich für eine<br />
Stelle bei Sawade? Ich bin verrückt<br />
nach Schokolade. Für die älteste Pralinenmanufaktur<br />
Berlins zu arbeiten, ist<br />
ein wahr gewordener Traum! Ich bewundere<br />
den Einsatz von traditionellen<br />
Werkzeugen, Techniken und Rezepten.<br />
Was sind das für Werkzeuge? Zum<br />
Beispiel ein Marzipanhobel. Mit dem<br />
habe ich diesen Frühling in der Produktion<br />
für Ostern um die 500 Marzipaneier<br />
geformt. Es war eine tolle<br />
Erfahrung, unsere Produkte noch mal<br />
ganz anders kennenzulernen.<br />
Im neuen Geschäft am Kurfürstendamm<br />
32 arbeiten Sie eng mit der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin zusammen. Was verbinden<br />
Sie mit der Marke? Qualität, Liebe<br />
zum Handwerk und Zeit für Details<br />
in unserem schnelllebigen Alltag. Genau<br />
diese Werte gelten auch für unsere<br />
Pralinenherstellung. Deswegen freue<br />
ich mich so über die Zusammenarbeit<br />
mit der <strong>KPM</strong> – es passt einfach.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 38 N°. 05
Herr Roessiger, Sie sind seit 35<br />
Jahren für die <strong>KPM</strong> Berlin tätig.<br />
Wie hat alles angefangen? Ich habe<br />
von 1986 bis 1989 meine Ausbildung<br />
zum Porzellanmaler bei der <strong>KPM</strong><br />
absolviert. In den darauffolgenden<br />
Jahren habe ich dann immer mal<br />
wieder im Verkauf ausgeholfen und<br />
merkte bald: Das will ich wirklich<br />
machen! Seit Mitte der 90er-Jahre<br />
bin ich Store Manager bei der <strong>KPM</strong>.<br />
Wie verläuft Ihr Arbeitstag? Mit meinem<br />
Team kümmere ich mich um die<br />
Warenannahme, um die Verwaltung<br />
unserer Kundenaufträge und die Umsetzung<br />
von Marketingmaßnahmen.<br />
Es ist uns wichtig, gemeinsam für eine<br />
gute Atmosphäre im Store zu sorgen.<br />
Am schönsten sind für mich die Begegnungen<br />
mit unseren Kunden, bei denen<br />
Porzellan oft das verbindende Element<br />
für Themen rund um Kultur, Kunst<br />
und Kulinarik ist. Unsere Stammkunden<br />
schauen deshalb regelmäßig auf<br />
einen Espresso vorbei.<br />
Welches Ereignis Ihres Berufslebens<br />
ist Ihnen besonders im Gedächtnis<br />
geblieben? Der Prinz von Preußen<br />
und seine Braut Sophie hatten ihre<br />
Hochzeitsliste bei uns hinterlegt. Die<br />
Verwaltung der Geschenke und die<br />
Kommunikation mit den Gästen aus<br />
aller Welt, das war ein Vollzeitjob und<br />
hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht.<br />
Worauf freuen Sie sich im neuen<br />
Store? Auf die Zusammenarbeit mit<br />
Sawade! Wir haben viel mehr Platz,<br />
können Schaufenster und Flächen gemeinsam<br />
gestalten und uns neue Kooperationen<br />
überlegen. Hochwertiges<br />
Porzellan und fantastische Pralinen –<br />
was für eine wunderbare Synergie!<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
Larissa Bachmann und Markus<br />
Roessiger arbeiten künftig Seite<br />
an Seite: Die <strong>KPM</strong> Berlin und<br />
die Pralinenmanufaktur Sawade<br />
ziehen in den ehemaligen<br />
Salon von Udo Walz<br />
N°. 05 39 <strong>KPM</strong> Magazin
XXXXXXXXXXX<br />
Effektvoll: Um Energie zu sparen, wurden alle<br />
Leuchtmittel in der <strong>KPM</strong> Berlin auf LED umgestellt.<br />
Ewig schön: Viele <strong>KPM</strong> Produkte passen durch ihr schlichtes Design in jede Epoche.<br />
Sie bleiben Jahrzehnte, ach was: Jahrhunderte im Portfolio (z. B. KURLAND seit 1790)<br />
– man kann die Stücke jederzeit ersetzen und Kollektionen immerzu ergänzen.<br />
Onlinebestellungen werden mit DHL Go Green klimaneutral verschickt: Der Service<br />
gleicht Emissionen, die durch den Versand entstehen, durch weltweite<br />
Umweltschutzprojekte aus. Alle <strong>KPM</strong> Produkte werden in Handarbeit zu fairen<br />
Bedingungen mitten in Berlin gefertigt. Und Mitarbeiter:innen, die bei der <strong>KPM</strong><br />
Berlin ausgebildet werden, werden in der Regel übernommen.<br />
Die <strong>KPM</strong> Berlin unterstützt Artenschutzprojekte<br />
wie „Deutschland summt“ der Stiftung Mensch<br />
und Umwelt. Diese erhielt z. B. 20 Euro jedes<br />
verkauften To-go Bechers der exklusiven<br />
Wildbienen-Edition.<br />
Illustration: Bilder: Xxxxxxxxxxx Anne Albert<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 40 N°. 05
Bye-bye, Plastik! Die wiederverwendbaren Porzellanbecher der <strong>KPM</strong><br />
To-go Serie setzen ein stilvolles Zeichen gegen den Wegwerf-Wahnsinn.<br />
Porzellan besteht aus vier<br />
natürlichen Rohstoffen: Quarz,<br />
Kaolin und Feldspat be -<br />
zieht die <strong>KPM</strong> Berlin aus<br />
Deutschland, Tschechien und<br />
England. Die vierte Zutat ist:<br />
Berliner Leitungswasser.<br />
Seit 2017 fließt die Abwärme aus den Brennöfen in das Berliner Fernwärmenetz ein:<br />
Die überschüssige Prozesswärme wird mithilfe einer Rückgewinnungsanlage direkt<br />
in Berliner Haushalte geleitet.<br />
Upcycling de luxe: Die Manufaktur gestaltet aus<br />
ehemaligen Brennhilfen hübsche Windlichter oder<br />
praktische Abtropfschalen für den Kaffeefilter.<br />
NACHHALTIGKEIT, der schonende<br />
Umgang mit der Natur und ihren<br />
Ressourcen stehen bei der <strong>KPM</strong> Berlin an<br />
oberster Stelle. Das Unternehmen ist<br />
aufgrund seiner jahrhundertealten Tradition<br />
nicht nur seinem Standort mitten in Berlin<br />
verpflichtet, sondern versteht es auch als<br />
seine gesellschaftliche Verantwortung,<br />
klimafreundlich und zu fairen Bedingungen<br />
zu produzieren (siehe auch Seite 42).<br />
N°. 05 41 <strong>KPM</strong> Magazin
„Wir haben eine soziale Verantwortung“<br />
Das Thema Nachhaltigkeit wird in der <strong>KPM</strong> Berlin entschieden<br />
vorangetrieben: Geschäftsführerin Martina Hacker im Interview<br />
Text: HEIKE GLÄSER<br />
MARTINA HACKER<br />
stieg 2016 als kaufmännische Leiterin bei der <strong>KPM</strong> Berlin ein. 2019<br />
wechselte sie in die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens.<br />
Nachhaltigkeit ist eines der Themen, die ihr besonders am Herzen liegen<br />
Frau Hacker, Porzellan ist per se nachhaltig, oder?<br />
MARTINA HACKER: Ja, total. Porzellan ist allein aufgrund<br />
der Langlebigkeit nachhaltig. Wenn man einen<br />
Kaffee aus einem <strong>KPM</strong> Becher trinkt, wirft man diesen<br />
hinterher – Gott sei Dank – nicht weg. Wir sind durch und<br />
durch nachhaltig, was natürlich auf die Marke einzahlt.<br />
Zudem wird unser Porzellan aus natürlichen Rohstoffen<br />
hergestellt plus gefiltertem Berliner Leitungswasser.<br />
Woher beziehen Sie die Rohstoffe Kaolin, Feldspat<br />
und Quarz?<br />
MARTINA HACKER: Immer so regional wie möglich. Sie<br />
kommen aus Deutschland, England und Tschechien, also<br />
nicht aus Ländern, wo man befürchten muss, dass vielleicht<br />
Kinderarbeit im Spiel ist. Nachhaltigkeit bedeutet<br />
auch, ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen<br />
und als Unternehmen Verantwortung zu tragen.<br />
Wie äußert sich diese Form von sozialer Verantwortung?<br />
MARTINA HACKER: Beispielsweise bilden wir den<br />
Manufakturnachwuchs ausschließlich nach Bedarf aus.<br />
Auf der anderen Seite sind wir dieses Jahr eine Kooperation<br />
mit IJM eingegangen: International Justice Mission ist<br />
eine der größten Menschenrechtsorganisationen, die gegen<br />
moderne globale Sklaverei kämpfen. Dazu zählt auch die<br />
Ausbeutung von Kindern. Wir unterstützen diese Arbeit,<br />
weil wir uns auch in der Verantwortung sehen, unseren<br />
Status als Marktleader dem guten Zweck zu widmen.<br />
Der To-go Becher ist ja auch ein Statement gegen die<br />
Wegwerfmentalität.<br />
MARTINA HACKER: Absolut. Seit dem 3. Juli haben<br />
wir ein EU-weites Verbot für die Herstellung von<br />
Einwegplastik. Und dafür steht unser To-go Becher.<br />
Übrigens: Der Deckel ist aus Thermoplastischem<br />
Elastomer, frei von Weichmachern, und damit auch<br />
eine umwelt- und nutzerfreundliche Alternative.<br />
Wie sieht es mit der Verpackung und dem Warenversand<br />
aus?<br />
MARTINA HACKER: Wir setzen hauptsächlich Papiere<br />
ein und haben entsprechende Zertifikate von unserem<br />
Lieferanten erhalten, dass die Papiere und Geschenkkartons<br />
aus einer nachhaltigen Produktion stammen und<br />
dass auch die soziale Verantwortung in dem entsprechenden<br />
Land gewährleistet ist. Beim Versand sind wir seit<br />
letztem Jahr klimaneutral. Das heißt, der entstandene<br />
CO 2 -Ausstoß wird nachträglich neutralisiert.<br />
Die Herstellung von Porzellan ist sehr energieintensiv.<br />
Wie kann man da nachhaltig produzieren?<br />
MARTINA HACKER: Wenn wir Porzellan brennen, entsteht<br />
sehr viel Abwärme, die in der Vergangenheit durch<br />
den Schornstein freigesetzt wurde. Bereits seit 2017 wird<br />
diese überschüssige Energie direkt dem Fernwärmenetz<br />
von Vattenfall zugeführt. Um eine Vorstellung zu geben,<br />
was das bedeutet: Durch das Brennen von drei Currywurstschalen<br />
kann ein Charlottenburger heiß duschen.<br />
Was haben Sie als Unternehmen bisher umgesetzt,<br />
um klimaneutral zu werden, und was ist in Planung?<br />
MARTINA HACKER: Im vorletzten Jahr haben wir die<br />
komplette Manufaktur von Neonröhren auf LED-Leuchten<br />
umgestellt, um Energie einzusparen. Und im letzten<br />
Jahr haben wir den Antrag gestellt, auf unseren Dächern<br />
eine Solaranlage zu bauen. Wir hoffen, dass wir das im<br />
nächsten Jahr umsetzen können. Es dauert noch etwas,<br />
da das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz steht<br />
und wir dafür besondere Genehmigungen brauchen.<br />
Bilder: Franz Grünewald<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 42 N°. 05
<strong>KPM</strong> Magazin<br />
WEISS<br />
N°. 05<br />
LEBEN<br />
EINE BÜHNE FÜR BLUMEN Vasen in neuer Inszenierung Seite 44<br />
VIELSEITIG Der To-go Becher für unterwegs und zu Hause Seite 50<br />
<strong>KPM</strong> CHEFDESIGNER Thomas Wenzel zeigt die Schätze<br />
in seinem Küchenschrank Seite 54<br />
FEINE AROMEN Jetzt Tee mit allen Sinnen genießen! Seite 56<br />
43 – 60
Show<br />
Der MOZARTBECHER<br />
zeigt auf dem Biskuit-<br />
Medaillon das Konterfei<br />
des Komponisten.<br />
In Weiß oder mit<br />
Goldstaffage verziert,<br />
110 mm hoch<br />
Herrlich kapriziös<br />
ragen die Blüten der<br />
Kapuzinerkresse in alle<br />
Richtungen. Kenzan,<br />
Blumenstützen aus dem<br />
Ikebana, geben den<br />
Blumen Halt<br />
Die KRÖTE wird seit<br />
1994 in der <strong>KPM</strong> Berlin<br />
gefertigt: Sie steht für<br />
Erdverbundenheit sowie<br />
Verwandlung. Jedes<br />
Stück ist handbemalt<br />
und ein Unikat<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 44 N°. 05
LEBEN<br />
TIME<br />
EIN BEZAUBERNDES SCHAUSPIEL für zu Hause: Die Schönheit<br />
von Blumen kann man mit der Wahl der passenden Vase deutlich<br />
intensivieren. Vorhang auf für Klassiker der <strong>KPM</strong> Berlin!<br />
Bilder:<br />
ALEXANDER KILIAN<br />
Styling:<br />
RUBY BARBER/MARY LENNOX<br />
N°. 05 45 <strong>KPM</strong> Magazin
Die Vase<br />
TROMPETENFORM,<br />
die Karl Friedrich<br />
Schinkel Anfang des<br />
19. Jahrhunderts<br />
gestaltete, gibt es in<br />
sechs Ausführungen,<br />
mit schlanker oder<br />
breiter Öffnung<br />
In der<br />
TROMPETENFORM<br />
mit breiter Öffnung<br />
kommen üppige<br />
Sträuße schön zur<br />
Geltung: Hier ist es ein<br />
Mix aus Rosen und<br />
Pfingstrosen in zarten<br />
Rosé- und Gelbtönen<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 46 N°. 05
Das Jugendstil-Design<br />
der Vase<br />
FLASCHENFORM<br />
stammt vom ehemaligen<br />
Künstlerischen Leiter<br />
der <strong>KPM</strong> Berlin:<br />
Theodor Schmuz-Baudiß<br />
Die Vase ist mit ihrem<br />
schmalen Hals für<br />
langstielige Blütenstars<br />
konzipiert: hier ein<br />
Orchideenzweig,<br />
kombiniert mit einer<br />
Hummerschere<br />
(Heliconia)<br />
N°. 05 47 <strong>KPM</strong> Magazin
Das Relief auf der<br />
Vase HEXENBECHER<br />
(links) verweist auf die<br />
Walpurgisnacht-Szene<br />
in Johann Wolfgang<br />
von Goethes „Faust –<br />
Der Tragödie erster<br />
Teil“. 88 mm hoch<br />
Die Vase<br />
BECHERFORM ist ein<br />
Entwurf von Trude<br />
Petri aus dem Jahr<br />
1948: Charakteristisch<br />
ist der taillierte Fuß.<br />
95 mm hoch<br />
Bei kompakten<br />
Blumenarrangements<br />
(wie hier aus<br />
Orchideen) erzielt<br />
man einen tollen Effekt,<br />
wenn ein Zweig aus<br />
der Reihe tanzt und<br />
in die Höhe ragt<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 48 N°. 05
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
N°. 05 49 <strong>KPM</strong> Magazin
XXXXXXXXXXX<br />
LEBEN<br />
NIE OHNE<br />
MEIN <strong>KPM</strong>!<br />
IMMER MIT VON DER PARTIE Ob auf dem Weg ins<br />
Büro oder beim Picknick mit Freunden: Der To-go Becher<br />
ist nicht nur ein stilvoller, sondern auch ein besonders<br />
nachhaltiger Alltagsbegleiter<br />
Bilder:<br />
HOLGER TALINSKI<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 50 N°. 05
Text: Sandra Djajadisastra<br />
N°. 05 51 <strong>KPM</strong> Magazin
Schnell noch einen Cappuccino<br />
aus dem Lieblingscafé mitnehmen?<br />
Der To-go Becher KURLAND ist<br />
Zeichen eines wichtigen Trends: des<br />
bewussten und schonenden Umgangs<br />
mit der Natur und ihren Ressourcen<br />
EIN KLEINES GEDANKENSPIEL<br />
VORWEG: Angenommen, Peter<br />
von Biron hätte einen Blick in<br />
die Zukunft werfen können. Wir<br />
schreiben das Jahr 1790, der Herzog<br />
von Kurland und Semgallen hat bei<br />
der Königlichen Porzellan-Manufaktur<br />
Berlin ein prächtiges Tafelservice<br />
in Auftrag gegeben – für seinen neuen<br />
Wohnsitz Schloss Friedrichsfelde, in<br />
das er mit seiner dritten Gattin ziehen<br />
wird. Gerade verlässt er das Manufaktur-Gelände<br />
– da braust an seiner Kutsche<br />
ein sonderbares Gefährt auf zwei<br />
Rädern vorbei. Und, mon dieu, er traut<br />
seinen Augen nicht: Daran hängt ein<br />
Stück von „seinem“ Porzellan, die Reliefbordüre<br />
hat er sofort erkannt! Was<br />
war das?<br />
Hübsche Geschenkidee für<br />
Kolleg:innen: Man kann auf<br />
den KURLAND To-go Becher<br />
auch den Namen malen<br />
lassen – so findet im Büro<br />
keine Verwechslung statt
Für längere Autofahrten<br />
oder die Mittagspause:<br />
Im KURLAND To-go Becher<br />
bleiben Heißgetränke<br />
schön lange warm. Es gibt<br />
ihn in vielen Variationen,<br />
in matten und glänzenden<br />
Farben und mit passender<br />
Manschette<br />
Seit mehr als 230 Jahren wird das<br />
„Service mit antiquer Kanthe“, wie<br />
KURLAND anfangs noch hieß, in der<br />
<strong>KPM</strong> Berlin gefertigt: Nie hat es eine<br />
Produktionspause gegeben, über alle<br />
Epochen hinweg fand es Liebhaber. Mit<br />
rund 70 Teilen zählt KURLAND heute<br />
zu den umfangreichsten Kollektionen<br />
der <strong>KPM</strong> Berlin. Immer wieder wurde<br />
das Service um neue Einzelteile erweitert.<br />
Besonders erfolgreich war dabei<br />
die jüngste Einführung: der To-go Becher,<br />
den Thomas Wenzel 2018 gestaltete.<br />
Ganz bewusst setzte der <strong>KPM</strong><br />
Chefdesigner mit seinem Entwurf ein<br />
Zeichen gegen das klimaschädliche,<br />
mittlerweile verbotene Einweggeschirr.<br />
Zahlreiche Arbeitsschritte, die über<br />
mehrere Arbeitstage von spezialisierten<br />
Manufakturist:innen ausgeführt werden,<br />
sind nötig, um den To-go Becher zu<br />
fertigen, darauf folgen mehrere Qualitätskontrollen.<br />
Das Porzellan hält Kaffee<br />
und Tee aufgrund seiner niedrigen Wärmeleitfähigkeit<br />
lange heiß. Das Fassungsvermögen<br />
von 0,35 Litern eignet<br />
sich ebenfalls für Säfte, Smoothies und<br />
Shakes. Porzellan nimmt keine Fremdaromen<br />
auf, weshalb man am nächsten<br />
Tag auch wieder den Latte macchiato<br />
aus dem – spülmaschinenfesten – To-go<br />
Becher genießen kann.<br />
Könnten wir jetzt einen Blick ins<br />
Jahr 2251 werfen: Welches KURLAND<br />
Objekt würde wohl an uns vorbeirauschen?<br />
Es ist so faszinierend wie beruhigend,<br />
zu sehen, dass ein Design von<br />
Dauer ist.<br />
N°. 05 53 <strong>KPM</strong> Magazin
LEBEN<br />
IM KÜCHENSCHRANK VON ...<br />
Thomas Wenzel<br />
DER CHEFDESIGNER DER <strong>KPM</strong> BERLIN liebt nachhaltige Lösungen.<br />
Ohne Schnörkel, funktional und einfach schön<br />
Text: MARLENE IRAUSEK<br />
Bilder: FRANZ GRÜNEWALD<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 54 N°. 05
JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED – und<br />
Thomas Wenzel der seiner Wohnlichkeit. Vieles in<br />
seinem Zuhause wurde von ihm selbst designt und<br />
konstruiert: „Ich versuche immer, etwas bestmöglich nach<br />
meinen Vorstellungen umzusetzen.“ Schönen Materialien,<br />
die zu schade zum Wegwerfen sind, schenkt er gerne ein<br />
neues Leben. Sein Küchenschrank etwa diente früher als Laborschrank<br />
in der <strong>KPM</strong> Berlin, damals noch komplett schwarz<br />
gestrichen. Neu aufgefrischt, beherbergt das antike Stück<br />
heute Wenzels Sammlung verschiedenster <strong>KPM</strong> Teile. „Ich<br />
bin ein großer Fan von Laborporzellan. Sowohl der technische<br />
Aspekt als auch die klare, reduzierte Form haben mich schon<br />
immer fasziniert.“ Bis 1993 stellte die <strong>KPM</strong> Berlin diese praktischen<br />
Porzellangefäße her. Wenzel begann früh, die Stücke<br />
zu sammeln, stöberte sie überall auf, auch auf dem Flohmarkt.<br />
Aus ihnen etwas mit Mehrwert zu gestalten, hat den 57-Jährigen<br />
lange beschäftigt. Entstanden ist schließlich seine LAB<br />
Kollektion. Die Objekte beeindrucken durch zeitloses Design<br />
und eine außergewöhnliche Haptik. Denn bei der unteren<br />
Hälfte der Gefäßaußenseite wird auf die Porzellanglasur verzichtet,<br />
wodurch ein harmonisches Spiel der Texturen aus<br />
glattem Glasur- und mattem Biskuitporzellan entsteht. Kombiniert<br />
wird auch mit anderen Materialien wie Holz, Stahl und<br />
Glas. Neu daran war aber nicht nur der Materialmix, sondern<br />
auch die junge Zielgruppe. „Ein bisschen weg vom gedeckten<br />
Tisch, rein in die Anwendung“, das war das Ziel. Denn: „Die<br />
Küche ist zu einem zentralen Ort geworden. Dadurch haben<br />
wir Porzellangegenstände entworfen, die die Manufaktur vorher<br />
noch nicht im Portfolio hatte, wie Salz- und Pfeffermühlen<br />
oder Mörser.“ Außerdem geht der Trend heute zur Vielfalt<br />
Der gedeckte Tisch: Gutes Design hat die Aufgabe,<br />
den täglichen Umgang damit zu erleichtern und im besten<br />
Falle unseren Alltag zu bereichern<br />
und die Lieblingsstücke werden bei Tisch miteinander kombiniert.<br />
Übrigens auch bei den Wenzels: „Ich verwende Teller<br />
aus der URANIA Kollektion. Sie sind schön neutral und bieten<br />
eine gute Fläche. Auch das zarte und leichte Design von UR-<br />
BINO macht sich gut auf dem Tisch, vor allem für Tee und<br />
Kaffee.“ Wenzels Favorit bleibt aber ein Stück aus seiner neu<br />
gestalteten Linie: „Ich liebe den hohen LAB Becher 2H. Ich<br />
möchte aus keinem anderen mehr trinken.“ Der Becher lässt<br />
sich sowohl für Wasser als auch für Longdrinks oder Cocktails<br />
nutzen. Und es ist nicht mehr wie früher, wo man nur Desserts<br />
in Dessertschalen serviert hat. „In der Familie essen wir im<br />
Grunde alles aus den kleineren LAB Servierschalen: Salat,<br />
Auflauf, Spaghetti Bolognese. Nur ein Steak, das kommt immer<br />
noch auf den Teller“, so Wenzel.<br />
Wohin man auch blickt, entdeckt man <strong>KPM</strong> Stücke –<br />
kunstvoll ausgestellt: zum Beispiel historische <strong>KPM</strong> Laborschalen<br />
auf einem Drehteller. Auch Hund Kuba scheint‘s zu gefallen
LEBEN<br />
Die Berliner Teemeister<br />
HIER STIMMT DIE CHEMIE Die<br />
LAB Serie der <strong>KPM</strong> Berlin und das<br />
angesagte Tee-Label P & T verbinden<br />
neben ihrem Berliner Ursprung auch<br />
die Liebe zur Handwerkskunst und<br />
die Verpflichtung zu höchstem Genuss<br />
Text:<br />
SANDRA DJAJADISASTRA<br />
Bilder:<br />
MIRKO STOEDTER<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 56 N°. 05
Zuwachs für die LAB Familie: Die LAB Teekanne<br />
mit ihrem charakteristischen seitlichen Griff<br />
wurde von <strong>KPM</strong> Chefdesigner Thomas Wenzel<br />
entworfen und fasst 0,8 Liter. Sie ist ab Oktober<br />
<strong>2021</strong> im Handel erhältlich<br />
Bild: <strong>KPM</strong><br />
INTERVIEW MIT<br />
PAPER & TEA<br />
SEIT 2020 KOOPERIEREN DIE<br />
<strong>KPM</strong> BERLIN und die Pioniere<br />
für moderne Teekultur P & T<br />
(Paper & Tea). Wie das Arbeiten mit<br />
Porzellan ist auch die Fertigkeit des<br />
Teemischens ein kreativer Prozess und<br />
eine traditionsreiche Kunst. Caroline<br />
Henne, Geschäftsführerin von P & T,<br />
sowie Eduardo Molina Anfossi, Head<br />
of Tea Experience bei P & T, geben<br />
Tipps für den Teegenuss.<br />
Wann haben Sie Tee für sich<br />
„entdeckt“?<br />
CAROLINE HENNE: Sehr früh,<br />
schon meine Eltern sind große Teeliebhaber.<br />
Durch eine Kaffeeunverträglichkeit<br />
bin ich als Morgenmuffel<br />
quasi zu koffeinhaltigem Teegenuss<br />
genötigt worden und habe in diesem<br />
Zuge eine große Leidenschaft für<br />
Grüntees entwickelt, wie unseren<br />
Yuzu Midori N°328. Auch meine vielen<br />
Reisen haben meine Teepassion<br />
genährt: im Speziellen für hochwertige<br />
indische und afrikanische Tees wie<br />
First Flush Darjeelings und Schwarztees<br />
aus Kenia.<br />
Worauf sollte man beim Zubereiten<br />
und Servieren von Tee achten?<br />
EDUARDO MOLINA ANFOSSI:<br />
Auf fünf Dinge: Wasserqualität, Temperatur,<br />
Zeit, Teemenge und Raum<br />
zur Entfaltung. Die Wasserqualität ist<br />
wichtig und wir würden stets gefiltertes<br />
Wasser empfehlen, denn hartes<br />
Leitungswasser hat oft Rückstände,<br />
die den Geschmack beeinflussen.<br />
Wenn Sie einen Schritt weitergehen<br />
wollen, können Schwarztees und<br />
fermentierte Pu- Erh-Tees mit etwas<br />
mehr Mineralien im Wasser sehr gut<br />
umgehen. Probieren Sie einfach, den<br />
gleichen Tee mit unterschiedlichen<br />
Wassern aufzubrühen. Während manche<br />
Teesorten ihre Geschmacksnoten<br />
sehr leicht an das Wasser abgeben,<br />
brauchen andere einen viel intensiveren<br />
Aufguss, um ihr volles Potenzial<br />
zu entfalten. Deswegen geben wir<br />
unseren Kunden Temperatur- und<br />
Zeitempfehlungen für jeden Tee mit.<br />
Auch die Teemenge spielt eine große<br />
Rolle: je mehr Teeblätter, desto<br />
intensiver der Geschmack. Mehr<br />
Tee ermöglicht darüber hinaus auch<br />
mehrere, kürzere Aufgüsse und somit<br />
unterschiedlichste Geschmacksprofile<br />
über die Aufgüsse hinweg. Zu guter<br />
Letzt sollte der Tee in der Kanne ausreichend<br />
Platz haben, um zu rehydrieren<br />
und seinen vollen Geschmack zu<br />
entfalten. Geben Sie Ihrem Tee den<br />
Platz, den er verdient, und sperren<br />
Sie ihn nicht in enge Teeeier.<br />
Was machen viele falsch?<br />
CAROLINE HENNE: Die meisten<br />
bereiten alle Tees – egal, welchen Oxidationsgrades<br />
– auf die gleiche Weise<br />
zu. Dabei braucht jede Teesorte ihre<br />
ganz individuelle Zubereitungsmethode,<br />
um ihr bestes Geschmacksprofil<br />
zu zeigen. Wenn Sie zum Beispiel<br />
delikaten Grüntee wie unseren japanischen<br />
Daikoku N°317 mit kochendem<br />
Wasser aufgießen, verbrennen Sie ihn.<br />
Schwarztee wiederum schmeckt oft zu<br />
stark und bitter, wenn er zu lange zieht.<br />
Was sollte man bei der Aufbewahrung<br />
beachten?<br />
EDUARDO MOLINA ANFOSSI: Tee<br />
sollte man unbedingt von seinen fünf<br />
„Erzfeinden“ fernhalten: Sauerstoff,<br />
Feuchtigkeit, Hitze, Licht und starke<br />
Aromen. Bewah ren Sie Ihren Tee in luftdichten<br />
Behältern auf, idealerweise fernab<br />
vom Gewürzschrank. Ein kleiner<br />
N°. 05 57 <strong>KPM</strong> Magazin
Geheimtipp: Unsere feinsten Grüntees,<br />
und vor allem die limitierten Ernten,<br />
bleiben bei uns stets im Kühlschrank,<br />
um ihre besondere Frische zu erhalten.<br />
Was wissen die Leute oft nicht<br />
über Tee?<br />
CAROLINE HENNE: Umgangssprachlich<br />
bezeichnen wir vieles als<br />
„Tee“, was eigentlich gar kein Tee ist,<br />
etwa Pfefferminz-, Kamillen- oder<br />
Früchtetee. Dabei werden alle echten<br />
Tees aus einer einzigen Pflanze gewonnen,<br />
der Camellia Sinensis. Dieser<br />
simple Busch ist die komplexeste<br />
Pflanze der Welt, mit über 700 unterschiedlichen<br />
Inhaltsstoffen, die je<br />
nach Produktion unterschiedlich stark<br />
zur Geltung kommen. Aus dieser einen<br />
Pflanze entstehen alle sechs Arten<br />
des echten Tees: Weiß-, Grün-, Gelb-,<br />
Oolong-, Schwarztee und fermentierter<br />
dunkler Tee. Sie unterscheiden<br />
sich lediglich in der Art der Herstellung<br />
und Trocknung. Innerhalb dieser<br />
sechs Teefamilien finden wir 3000<br />
bis 5000 unterschiedliche Variationen<br />
des puren Tees.<br />
Welche Mythen über Tee halten sich<br />
hartnäckig?<br />
CAROLINE HENNE: Ein Mythos ist,<br />
dass Grüntee gesünder sei als andere<br />
Tees. Tee werden allgemein viele gesundheitsfördernde<br />
Eigenschaften<br />
nachgesagt: Er stärkt das Immunsystem<br />
und wirkt sich nicht nur positiv<br />
auf unser Stresslevel aus, sondern<br />
senkt auch Cholesterinwerte und das<br />
Krebsrisiko. Grüntee wird als Jungbrunnen<br />
besungen, und natürlich ist<br />
er tatsächlich gesund – ganz genau<br />
wie alle anderen Tees, die ebenfalls<br />
von ein und derselben Pflanze stammen.<br />
Ein weiterer Mythos: Viele<br />
Teetrinker denken, dass Schwarztee<br />
das meiste Koffein beinhaltet – wenn<br />
sie überhaupt wissen, dass auch Tees<br />
Koffein, und nicht im Deutschen umgangssprachlich<br />
Teein, enthalten.<br />
1827 wurde Koffein im Tee erstmals<br />
entdeckt und Teein genannt. Die bald<br />
darauf folgende Erkenntnis, dass<br />
Teein und Koffein chemisch identisch<br />
sind, führte zum Fallenlassen dieser<br />
alten Bezeichnung und eigentlich zum<br />
einheitlichen Namen Koffein. Schwarz -<br />
tee hat zwar den höchsten Oxidationsgrad,<br />
doch nicht unbedingt den<br />
höchsten Koffeingehalt. Die Faustregel<br />
ist: Je stärker ein Tee schmeckt,<br />
desto koffeinreicher ist er. Übrigens:<br />
Wenn Sie koffeinärmeren Tee suchen,<br />
wählen Sie großblättrigen Tee, der<br />
niedriger an der Pflanze wächst, wie<br />
einige Oolongs, japanischer Kukicha –<br />
wie unser Kumano N°313 – oder Houjicha<br />
– wie unser Daily Toast N°318.<br />
„Alle echten Tees<br />
werden aus einer<br />
einzigen Pflanze<br />
gewonnen. Dieser<br />
simple Busch ist die<br />
komplexeste Pflanze<br />
der Welt, mit über<br />
700 unterschiedlichen<br />
Inhaltsstoffen.“<br />
CAROLINE<br />
HENNE<br />
Mit welchen Sorten kann man Gäste<br />
überraschen?<br />
EDUARDO MOLINA: Die meisten<br />
Menschen kennen nur Schwarz- und<br />
Grüntees, daher empfehlen wir, Gäste<br />
mit der Süße delikater Weißtees, den<br />
blumigen Noten eines Oolongs oder<br />
den vielschichtigen Aromen in Pu-<br />
Erhs für ein völlig neues Teeerlebnis<br />
zu begeistern. Eine Überraschung ist<br />
ebenfalls, wie gut ein hochklassiger<br />
Kamillen- oder Hibiskusaufguss<br />
schmecken kann. Unsere Kräutermischungen<br />
sind aus so hochwertigen<br />
Kräutern und Pflanzen geschöpft,<br />
dass sie nur wenig mit herkömmlichen<br />
Kräuter- und Früchtetees aus dem<br />
Supermarkt gemein haben.<br />
Welche Trends im Teegenuss zeichnen<br />
sich ab?<br />
CAROLINE HENNE: Einer der größten<br />
Trends über die letzten Jahre ist<br />
und bleibt Matcha. Neben seinem anspruchsvollen<br />
Geschmack und Aroma<br />
ist das ganz besondere Grünteepulver<br />
auch das Herzstück der japanischen<br />
Teezeremonie. Darüber hinaus ist<br />
Matcha voller Antioxidantien und<br />
Koffein: Beide genießen heutzutage<br />
sehr hohe Beliebtheit. Die Entdeckung<br />
dieser uralten Tradition in ihrer<br />
modernen Interpretation macht aus<br />
Matcha den neuen Espresso.<br />
Ein idealer Tee für Einsteiger?<br />
EDUARDO MOLINA: Wenn Sie noch<br />
nie einen unserer Tees probiert haben,<br />
müssen Sie Golden Earl N°514 probieren.<br />
Wir sind unglaublich stolz auf<br />
diese Perfektion eines Earl Greys. Wir<br />
wollen nicht angeben, aber die hohe<br />
Qualität unserer Zutaten macht diesen<br />
Tee einzigartig, denn wir benutzen nur<br />
feinsten chinesischen Schwarztee und<br />
italienisches Bergamottenöl: keine Zusätze,<br />
kein Parfüm, nur purer Genuss.<br />
Seit 2020 arbeiten die <strong>KPM</strong> Berlin<br />
und Paper & Tea zusammen: Was<br />
verbindet beide Unternehmen?<br />
Das zeitgenössische Design der LAB<br />
Serie ist wie geschaffen für unsere Tees.<br />
Sie ist inspiriert von der Ästhetik eines<br />
eleganten Chemielabors und im Grunde<br />
ist gute Teezubereitung nichts anderes<br />
als pure Chemie. Ein perfektes<br />
Match sozusagen. Langsam rehydriert<br />
Wasser die Teeblätter und entfesselt die<br />
Inhaltsstoffe in ihnen, bis wir die verschiedenen<br />
Pigmente, Aromen, Geschmäcker<br />
und Texturen wahrnehmen.<br />
Deswegen haben wir der LAB Serie einen<br />
hochoxidierten Oolong gewidmet,<br />
eine Ode an die Natur, welche schon<br />
von Königinnen und Königen hochgeschätzt<br />
wurde: Unser LAB OOLONG –<br />
ab Oktober bei <strong>KPM</strong> Berlin und Paper<br />
& Tea erhältlich – bekommt nur durch<br />
die Hilfe kleiner Grashüpfer seinen unvergleichlichen<br />
Geschmack. Die kleinen<br />
Jacobiasca Formosana knabbern<br />
an den Teeblättern und lösen einen<br />
chemischen Verteidigungsmechanismus<br />
innerhalb der Teepflanze aus, welcher<br />
wiederum diesem Tee seine unglaublich<br />
tiefen Aromen gibt.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 58 N°. 05
„WAS VIELE GAR NICHT WISSEN: Tee lässt sich wunderbar als<br />
Zutat für Kuchen und Gerichte verwenden. Ein rauchiger Lapsang<br />
verleiht Nudelwasser einen Geschmack von Smoky Bacon und<br />
Oolong lässt Brotteig geschmacklich vielschichtiger werden.“<br />
Der White Earl<br />
N°107 sorgt mit<br />
einem Hauch<br />
Bergamotte für eine<br />
feine Überraschung<br />
im Käsekuchen auf<br />
dem LAB Teller 19<br />
WHITE EARL BASQUE<br />
CHEESECAKE<br />
Für eine Springform (Ø 25 cm) benötigen Sie:<br />
15 g White Earl N°107<br />
460 g Sahne<br />
900 g Frischkäse<br />
300 g Zucker<br />
6 Eier L<br />
1 TL Zitronensaft<br />
1 TL Salz<br />
1 TL Vanilleextrakt<br />
50 g Mehl<br />
Den Tee am besten 24 Stunden vorher in der Sahne<br />
ziehen lassen und diese am Tag des Backens abseihen.<br />
Frischkäse und Zucker cremig rühren, bis Letzterer aufgelöst<br />
ist. Dann jedes Ei einzeln hinzufügen, sobald das vorige<br />
inkorporiert ist. Sind alle Eier eingerührt, Zitronensaft,<br />
Salz und Vanilleextrakt zugeben.<br />
In einer separaten Schüssel, zum Beispiel der großen<br />
LAB Schale, das Mehl sieben, dann in drei Schritten die<br />
aromatisierte Sahne einrühren, sodass Klümpchen vermieden<br />
werden. Diesen Mix dann voll ständig mit der Frischkäsemischung<br />
vermengen.<br />
Im auf 220 °C vorgeheizten Backofen 60–65 Minuten<br />
backen, bis der Kuchen goldbraun gefärbt ist und in der<br />
Mitte noch wackelt. Dieser Cheesecake wird idealerweise gut<br />
gekühlt serviert, vielleicht begleitet von einem P & T Ice Tea.<br />
N°. 05 59 <strong>KPM</strong> Magazin
MCKEAG’S CARBONARA<br />
Für 4 bis 6 Portionen benötigen Sie:<br />
1–2 Schalotten, fein geschnitten<br />
7 Eigelb und 1 Ei<br />
10–15 g McKeag’s Lapsang N°520, im Satchel-Filter<br />
500 g Pasta (z. B. Bucatini)<br />
70 g Parmesan oder Pecorino, fein gerieben<br />
2 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen<br />
Öl zum Braten<br />
Salz<br />
Schon während das Wasser zum Kochen gebracht wird,<br />
können die Schalotten in einer Pfanne mit etwas Öl angebraten<br />
werden, bis sie goldbraun und knusprig sind. Nun<br />
werden alle Eigelb und das Ei in einer großen Schale zu<br />
einer gleichmäßigen Masse vermengt. In diese Schüssel<br />
kommt später auch die gekochte, noch heiße Pasta. Vorher<br />
können schon die leicht abgekühlten Schalotten abgeseiht<br />
und in die Eimasse gerührt werden.<br />
RUSTIKALES<br />
OOLONG-LANDBROT<br />
Sauerteig<br />
250 ml Four Seasons of Spring N°402 Oolong-Tee (50 °C)<br />
200 g Roggenvollkornmehl<br />
40 g Anstellgut<br />
Hauptteig<br />
200 g Roggenmehl 1150<br />
100 g Dinkelmehl 1050<br />
150 ml Four Seasons of Spring N°402 Oolong-Tee (50 °C)<br />
Sobald das Nudelwasser siedet, ordentlich salzen,<br />
Rauchtee und Pasta dazugeben und die Nudeln al dente<br />
kochen. Die fertig gegarte Pasta kann direkt aus dem Kochwasser<br />
mit einer Zange in die Schale mit dem Ei gegeben<br />
und mit zusätzlich zwei Esslöffeln Pastawasser gründlich<br />
vermengt werden. Hier kann auch das restliche Öl vom<br />
Anbraten der Schalotten eingearbeitet werden.<br />
Jetzt wird in drei Phasen der geriebene Käse allmählich<br />
untergemengt, sodass dieser Zeit hat zu schmelzen, bevor<br />
die nächste Portion ihren Weg in die Schüssel findet. So<br />
wird sichergestellt, dass Käse, Ei und Pasta cremig und<br />
gleichmäßig emulgieren. Zieht die Soße zu sehr, kann etwas<br />
mehr Kochwasser hinzugefügt werden. Nun kann mit Pfefer<br />
und Salz abgeschmeckt werden. Zum Servieren kann es natürlich<br />
eine Extraportion Parmesan oder Pecorino regnen.<br />
Den Four Seasons off Spring N°402 mit der doppelten<br />
Menge an Tee wie üblich brühen. Also 8 g auf die 250 ml und<br />
5 g auf die 150 ml. Sauerteigzutaten mischen und 14 Stunden<br />
bei 20 °C reifen lassen. Mit 75 ml heißem Wasser übergießen<br />
und etwas salzen. Mit Frischhaltefolie abdecken und ca.<br />
1 Stunde auf etwa 50 °C abkühlen lassen.<br />
Die Hauptteigzutaten von Hand homogen verrühren.<br />
45 Minuten ruhen lassen, dann den Teig rundwirken und<br />
mit dem Ende nach unten in den bemehlten Gärkorb legen.<br />
90 Minuten bei 20 °C ruhen lassen. Bei 250 °C, fallend auf<br />
200 °C, ca. 55 Minuten backen.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 60 N°. 05
<strong>KPM</strong> Magazin<br />
WEISS<br />
N°. 05<br />
HAUSFREUNDE<br />
JÖRG WOLTMANN im Gespräch mit den Kunstexperten<br />
Alice und Kilian Jay von Seldeneck Seite 62<br />
15 JAHRE <strong>KPM</strong> BERLIN JUBILÄUM Woltmanns Highlights Seite 67<br />
BEWUSST GENIESSEN Inspiration für jeden Tag Seite 68<br />
HARMONIE IN SCHWARZ-WEISS Das Zuhause von<br />
Interiordesigner Wolfram Neugebauer Seite 76<br />
Bild: Claudia Gödke<br />
61 – 80
HAUSFREUNDE<br />
WOLTMANN<br />
trifft …<br />
Alice & Kilian<br />
Jay von Seldeneck<br />
Text: SANDRA WINKLER<br />
Bilder: PETER RIGAUD<br />
ALICE UND KILIAN JAY VON SELDENECK ersteigern und<br />
versteigern mit großer Leidenschaft Porzellan. Jörg Woltmann,<br />
Eigentümer der <strong>KPM</strong> Berlin, sprach mit dem Ehepaar über Dinge,<br />
die Geschichten erzählen, und Kunstwerke in Kinderhänden<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 62 N°. 05
N°. 05 63 <strong>KPM</strong> Magazin
JÖRG WOLTMANN: Wie sind Sie<br />
dazu gekommen, Porzellan zu sammeln?<br />
Für ein junges Paar, wie Sie es<br />
sind, ist das doch eher unüblich.<br />
ALICE VON SELDENECK: Ich finde,<br />
man sollte als Sammler immer das kaufen,<br />
woran man Freude hat. Wenn jemand nur<br />
etwas ersteht, weil er meint, er tätigt damit<br />
eine gute Geldanlage, sammelt er falsch.<br />
KILIAN VON SELDENECK: Es gibt<br />
einen schönen Begriff: Neben der monetären<br />
Rendite, die man sich verspricht,<br />
gibt es auch eine emotionale Rendite.<br />
Wenn Sie jeden Tag an einem Sammelobjekt<br />
vorbeigehen und sich daran erfreuen,<br />
ist das doch unbezahlbar.<br />
JÖRG WOLTMANN: Was begeistert<br />
Sie an den Objekten der <strong>KPM</strong> Berlin?<br />
KILIAN VON SELDENECK: Die Formensprache,<br />
die in dieser Berliner Manufaktur<br />
entwickelt wurde, finde ich<br />
sehr spannend. Die Großmeister der<br />
jeweiligen Epochen konnten sich hier<br />
am Werkstoff Porzellan versuchen.<br />
ALICE VON SELDENECK: Worauf wir<br />
uns beim Sammeln konzentrieren, sind<br />
die Porzellane des 20. Jahrhunderts. In<br />
dieser Zeit haben sich viele Künstler<br />
und Künstlerinnen in der <strong>KPM</strong> gegenseitig<br />
beflügelt. Die klassischen Formen<br />
von Trude Petri, Siegmund Schütz, Enzo<br />
Mari und Marguerite Friedlaender haben<br />
meines Erachtens noch viel Potenzial.<br />
Das Interesse daran steigt.<br />
JÖRG WOLTMANN: Diese Epoche<br />
steht auch im Fokus einer Publikation,<br />
die ich mit meiner Stiftung unterstützt<br />
habe. In dem dreibändigen Werk<br />
„Porzellan der <strong>KPM</strong> Berlin 1918–<br />
1988“ widmet sich der Autor Tim<br />
Gronert der modernen Berliner Porzellanproduktion.<br />
ALICE VON SELDENECK: Tim Gronerts<br />
Publikation war für mich ein Highlight<br />
2020. Ein Band handelt allein von<br />
den Künstlerinnen und Künstlern, die<br />
für die <strong>KPM</strong> gearbeitet haben. Ich finde<br />
es toll, dass sich ein junger Mann zehn<br />
Jahre in dieses Thema vertieft und als<br />
Sohn eines Antiquitätenhändlers ganz<br />
viel Familienwissen eingebracht hat.<br />
JÖRG WOLTMANN: Bis zu dem Zeitpunkt,<br />
an dem ich die Manufaktur<br />
übernommen habe, war ich lediglich<br />
Nutzer des <strong>KPM</strong> Porzellans. Mein<br />
erstes KURLAND Service habe ich<br />
mit 28 Jahren gekauft und besitze es<br />
noch immer. Heute – als Liebhaber<br />
und Sammler – habe ich natürlich<br />
auch die Klassiker wie die PRINZES-<br />
SINNENGRUPPE, den SCHINKEL-<br />
KORB und die FRIEDRICH Büste. Jedes<br />
ist ein kompliziertes und im<br />
Herstellungsprozess sehr anfälliges<br />
Meisterwerk. Haben Sie ein Herzensstück<br />
aus unserer Manufaktur?<br />
KILIAN VON SELDENECK: Wir haben<br />
vor Kurzem ein BLUMENSCHIFF von<br />
Siegmund Schütz gekauft, in einer sehr<br />
speziellen 50er-Jahre-Bemalung: auf der<br />
einen Seite schwarz, auf der anderen<br />
innen gelb und außen weiß.<br />
Das Gespräch fand im<br />
Atrium des neuen <strong>KPM</strong><br />
Hotel & Residences direkt<br />
neben der Manufaktur<br />
statt. In den Vitrinen der<br />
fünf Meter hohen Wand<br />
sind Stücke aus der<br />
Porzellan- Manufaktur<br />
ausgestellt
„Wir sammeln vor allem <strong>KPM</strong> Porzellane<br />
aus dem 20. Jahrhundert. In dieser Zeit haben<br />
sich viele Künstler gegenseitig inspiriert.“<br />
ALICE VON SELDENECK<br />
ALICE VON SELDENECK: Es hat einen<br />
Steckeinsatz aus Porzellan, den ich jede<br />
Woche neu mit Blumen bestücke. Das<br />
sieht jedes Mal anders aus. Es ist eigentlich<br />
ein Kunstwerk.<br />
KILIAN VON SELDENECK: Der ganze<br />
Tisch ist damit schön geschmückt<br />
und gleichzeitig lässt es ein Gespräch<br />
über die Blumen hinweg zu. Eine Vase<br />
steht ja manchmal im Weg.<br />
JÖRG WOLTMANN: Sie haben vier<br />
Kinder … Wird Ihr <strong>KPM</strong> Geschirr auch<br />
benutzt oder steht es in der Vitrine?<br />
KILIAN VON SELDENECK: Wir haben<br />
vier Kinder – unser ältester Sohn ist<br />
gerade zehn geworden – und einen<br />
Hund. Trotzdem kommt bei uns das<br />
gute Geschirr auf den Tisch.<br />
ALICE VON SELDENECK: Ja, das ist<br />
mir wichtig. Ich möchte die Kinder schon<br />
früh an schöne Dinge gewöhnen.<br />
JÖRG WOLTMANN: In meinem Elternhaus<br />
wurde nur sonntags vom guten<br />
<strong>KPM</strong> Geschirr gegessen. Und mir<br />
war schon früh bewusst, dass es etwas<br />
Besonderes war. Mein Bruder und ich<br />
mussten dann nicht den Tisch decken<br />
und abräumen, durften nicht abwaschen<br />
und abtrocknen. Das war zu<br />
gefährlich fürs gute Service. Uns war<br />
das sehr recht, wir haben vor allem<br />
den Abwasch gehasst.<br />
ALICE JAY VON SELDENECK Geb. 1980 in<br />
Köln. Die ausgebildete Restauratorin für Gemälde<br />
und Skulptur studierte in Wien Kunstgeschichte<br />
und war in der Generaldirektion der Staatlichen<br />
Kunstsammlungen in Dresden tätig. Seit<br />
2007 arbeitet die Mutter von drei Söhnen und<br />
einer Tochter im Kunsthaus Lempertz, das ihr Vater,<br />
Henrik Hanstein, in fünfter Generation leitet.<br />
Vor neun Jahren übernahm sie die Berliner Niederlassung<br />
des Familienunternehmens.<br />
KILIAN JAY VON SELDENECK Geb. 1979 in Berlin.<br />
Er studierte Betriebswirtschaft in St. Gallen und<br />
Berkeley. Als Banker und Unternehmensberater<br />
lebte er lange in der Schweiz. Von 2012 bis 2020<br />
war er Mitglied der Geschäftsleitung des Kunsthauses<br />
Lempertz. Als Auktionator verwirklichte er<br />
einige ungewöhnliche Auktionsformate mit seinem<br />
Start-up „KvS Auctions“. Kilian Jay von Seldeneck<br />
ist darüber hinaus Kuratoriumsmitglied der Stiftung<br />
Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin.<br />
JÖRG WOLTMANN Geb. 1947 in Berlin.<br />
Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre zum<br />
Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftslehre<br />
in Berlin. 1979 gründete Woltmann<br />
die Privatbank ABK Allgemeine Beamten Bank.<br />
Im Februar 2006 übernahm er als Alleingesellschafter<br />
die <strong>KPM</strong> Berlin. Woltmann ist Träger<br />
des Bundesverdienstkreuzes am Bande und<br />
wurde 2015 mit dem Verdienst orden des Landes<br />
Berlin ausgezeichnet.<br />
N°. 05 65 <strong>KPM</strong> Magazin
Von der neuen<br />
Dachterrasse des <strong>KPM</strong><br />
Hotel & Residences<br />
blickt man auf das<br />
historische Gelände<br />
der Porzellan-<br />
Manufaktur – und<br />
auf ganz Berlin<br />
KILIAN VON SELDENECK: Unsere<br />
Kinder werden mit <strong>KPM</strong> groß und haben<br />
ein Gefühl für diesen Werkstoff,<br />
der seit 1763 einen Zauber verströmt<br />
und bis heute die Menschen fasziniert.<br />
Sie haben keine Berührungsängste.<br />
ALICE VON SELDENECK: Im Gegenteil.<br />
Kürzlich ist etwas ganz Tolles passiert.<br />
Ich hatte in Hamburg zwei verschiedene<br />
Teeservice von <strong>KPM</strong> gekauft,<br />
aber beide im gleichen Design. Die<br />
Gelegenheit war einfach zu verlockend.<br />
Als ich die große Kiste mit den beiden<br />
Servicen geliefert bekam und auspackte,<br />
war mein fünfjähriger Sohn dabei.<br />
Er nahm sich zwei Tassen, drehte sie<br />
um und sagte: „Mami, guck mal, die<br />
sehen zwar gleich aus, aber auf der<br />
einen ist ein Reichs apfel. Die ist von<br />
vor dem Krieg, die andere von danach.“<br />
JÖRG WOLTMANN: Er hat es an<br />
der Kennzeichnung unter den Tassen<br />
erkannt?<br />
ALICE VON SELDENECK: Ja. Allein,<br />
dass er den Begriff Reichsapfel kannte,<br />
hat mich überrascht. Ich habe ihn gefragt:<br />
„Woher weißt du denn das?“<br />
„Hat mir mal der Papi erzählt“, war<br />
seine Antwort.<br />
JÖRG WOLTMANN: Als Tochter von<br />
Henrik Hanstein, der in fünfter Generation<br />
das Kunstauktionshaus Lempertz<br />
in Köln leitet, sind auch Sie<br />
umgeben von kostbaren Objekten<br />
aufgewachsen. War Ihnen das als<br />
Kind bewusst?<br />
ALICE VON SELDENECK: Bewusst<br />
war mir das als Kind natürlich nicht,<br />
aber es ist bestimmt auch nicht ganz<br />
spurlos an mir vorübergegangen. Einen<br />
Sinn für die schönen Dinge haben mir<br />
meine Eltern auf jeden Fall mitgegeben.<br />
„Conversation Pieces<br />
aus Porzellan spannen<br />
einen Bogen zwischen<br />
den Generationen.“<br />
KILIAN VON<br />
SELDENECK<br />
JÖRG WOLTMANN: Wenn Sie sich<br />
den Markt heute anschauen: Würden<br />
Sie jemandem raten, Porzellan<br />
zu sammeln?<br />
KILIAN VON SELDENECK: Wenn Sie<br />
ein junger, aufstrebender Sammler sind<br />
und ein Budget von – sagen wir mal<br />
– 5.000 oder 10.000 Euro in die Hand<br />
nehmen, bekommen Sie dafür gerade<br />
einmal eine Edition von Gerhard Richter.<br />
Aber Sie können sich mit Sicherheit<br />
ein spannendes Stück von der <strong>KPM</strong><br />
kaufen, das aus dem Kanon der Kunstgeschichte<br />
nicht wegzudiskutieren ist.<br />
ALICE VON SELDENECK: Und dieses<br />
Stück behält seinen Wert. Wenn Sie<br />
zum Beispiel eine <strong>KPM</strong> Tasse nur lange<br />
genug behalten, dann können Sie daran<br />
sogar richtig viel Geld verdienen.<br />
Zugegeben: Es dauert. Was wir jetzt<br />
teuer verkaufen, ist das Porzellan des<br />
18. Jahrhunderts. 250 Jahre können<br />
Sie nicht warten … Aber Sie könnten<br />
es vererben. Oder auch bereits nach<br />
einer Woche wieder zu einem guten<br />
Preis verkaufen.<br />
JÖRG WOLTMANN: Man denkt gemeinhin<br />
vielleicht, dass Porzellan gar<br />
nicht so en vogue sei.<br />
KILIAN VON SELDENECK: Ich habe<br />
das Gefühl, dass Porzellan ein Sammelgebiet<br />
ist, dem schon jetzt viel Dynamik<br />
innewohnt. Wir haben viele Freunde, die<br />
sich für Porzellan begeistern. Es gibt<br />
diese sogenannten Conversation Pieces:<br />
Konversationsstücke, die gekauft werden,<br />
um damit Geschichten und Geschichte<br />
zu erzählen. Und mit den alten<br />
Techniken, die die <strong>KPM</strong> jetzt wiederaufleben<br />
lässt, spannen sie einen Bogen zwischen<br />
den Generationen.<br />
JÖRG WOLTMANN: Was gefällt Ihnen<br />
besonders?<br />
ALICE VON SELDENECK: Die Lüstermalerei<br />
auf den BERLIN Frühstückstassen<br />
zum Beispiel. Das sind<br />
prachtvolle Gastgeschenke – ein modernes<br />
Design und durch die Lüstermalerei<br />
gleichzeitig tief in der <strong>KPM</strong> Geschichte<br />
verwurzelt.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 66 N°. 05
BEST OF 15 JAHRE <strong>KPM</strong><br />
JÖRG WOLTMANN sicherte 2006 mit dem Kauf der <strong>KPM</strong> Berlin das<br />
Fortbestehen des Traditionsunternehmens. Seine Highlights dieser Zeit<br />
2006<br />
2011<br />
RASANTE PARTNERSCHAFTEN<br />
Der passionierte Autoliebhaber Woltmann<br />
fädelt Kooperationen mit Luxusmarken wie<br />
Bugatti ein: Die Sportwagen sind innen und<br />
außen mit Porzellanintarsien geschmückt.<br />
GUTE INVESTITION<br />
Mit 28 Jahren leistet sich Jörg Woltmann<br />
sein erstes <strong>KPM</strong> Service (KURLAND), mit<br />
59 Jahren aus Überzeugung die Manufaktur<br />
– um sie vor der Insolvenz zu retten.<br />
2013<br />
JUBILÄUMSFEIER<br />
Der 250. Geburtstag der Königlichen Porzellan-Manufaktur<br />
wird mit Ausstellungen (z. B.<br />
im Stadtmuseum Berlin), Festen und natürlich<br />
allen Mitarbeiter:innen groß gefeiert.<br />
KULTURGUT<br />
Mit Gründung der gemeinnützigen<br />
<strong>KPM</strong> Stiftung werden<br />
Weiterentwicklung und Forschung<br />
des Kulturguts <strong>KPM</strong> Berlin, der<br />
Erhalt der Archive, Formen (z. B.<br />
für die PRINZESSINNENGRUP-<br />
PE) und Co. gefördert.<br />
2016<br />
2019<br />
HOHER BESUCH<br />
Erfunden wurde Porzellan in China: 2014<br />
bewundern Bundeskanzlerin Angela<br />
Merkel und der chinesische Ministerpräsident<br />
Li Keqiang die Arbeit der <strong>KPM</strong> Berlin.<br />
AUSZEICHNUNG<br />
Jörg Woltmann erhält<br />
2015 den Verdienstorden<br />
des Landes Berlin.<br />
2018<br />
Bilder: <strong>KPM</strong>, Franz Grünewald<br />
<strong>KPM</strong> FÜR DIE NACHT<br />
2019 öffnet das edle <strong>KPM</strong> Hotel &<br />
Residences seine Tore – gleich um die Ecke<br />
des historischen Manufaktur-Geländes.<br />
ANERKENNUNG<br />
Das Malereihandwerk der <strong>KPM</strong> Berlin wird<br />
als Immaterielles Kulturerbe ins Bundesweite<br />
Verzeichnis der UNESCO aufgenommen.<br />
N°. 05 67 <strong>KPM</strong> Magazin
Kleiner Aufwand, große Wirkung: Der Holztisch ist mit LAB Tellern und Schalen sowie Tellern und Gläsern aus der<br />
Kollektion KURLAND schnell und hübsch gedeckt. Dazu: das Salz- und Pfefferstreuer-Set LAB. Einen wunderschönen<br />
Rahmen für den Vintage-Chic bildet das Gewächshaus der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 68 N°. 05
HAUSFREUNDE<br />
GENUSS PUR!<br />
OB AUFWENDIG GEKOCHT oder schnell gezaubert: Mit gutem<br />
Porzellan lässt sich jedes Essen bewusster zelebrieren – und<br />
gesünder ist es auch. Zu Tisch, bitte! Mit einem Mix aus den <strong>KPM</strong><br />
Kollektionen KURLAND und LAB<br />
Bilder:<br />
CLAUDIA GÖDKE<br />
Styling:<br />
MARIA STRUCK<br />
Foodstyling:<br />
LUKAS GROSSMANN<br />
N°. 05 69 <strong>KPM</strong> Magazin
Aus dem Garten auf<br />
den Teller: Salatschale<br />
und Weinglas stammen<br />
aus der Kollektion<br />
KURLAND, erkennbar<br />
am charakteristischen<br />
Relief. Dazu LAB Teller<br />
und Salzstreuer<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 70 N°. 05
So charmant wie lässig: Das edle weiße Porzellan lässt sich perfekt mit Leinenservietten, rustikalen Keramikstücken<br />
und Silberbesteck, das Patina aufweist, kombinieren. Schmecken, riechen, tasten, das Auge erfreuen – mehr<br />
Lebensqualität hat, wer mit allen Sinnen genießt<br />
N°. 05 71 <strong>KPM</strong> Magazin
Das Gute liegt so nah:<br />
Die Hülltöpfe ARKADIA<br />
mit Medaillon und der<br />
Kräutergarten LAB mit<br />
drei Pflanztöpfen und<br />
Echtholzgestell bieten<br />
auf der Fensterbank viel<br />
Platz für selbst gezogene<br />
Tomaten, Gurkenpflanzen<br />
und Kapuzinerkresse<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 72 N°. 05
N°. 05 73 <strong>KPM</strong> Magazin
Der Sommer geht in die Verlängerung! In den Weckgläsern werden verschiedene Gemüse eingelegt oder fermentiert,<br />
sodass man auch in kalten Monaten etwas von ihnen hat. Selbstversorgen liegt im Trend: Immer mehr Menschen<br />
entdecken die Kunst der Haltbarmachung von Lebensmitteln für sich und ihre gesunde Ernährung<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 74 N°. 05
Frisch geerntet<br />
schmeckt’s am besten:<br />
Zum gegrillten Gemüse<br />
werden Polenta und<br />
Salat mit frischen<br />
Kräutern angerichtet<br />
N°. 05 75 <strong>KPM</strong> Magazin
HAUSFREUNDE<br />
Reine<br />
POESIE<br />
ZU BESUCH BEIM HAMBURGER STYLISTEN UND<br />
INTERIORDESIGNER Wolfram Neugebauer: Er gestaltet<br />
Tischdekorationen von subtiler Schönheit. Wer an seiner<br />
Tafel Platz nimmt, erlebt ein Fest der Sinne<br />
Styling:<br />
WOLFRAM NEUGEBAUER<br />
Bilder:<br />
JULE BREIERT<br />
Bilder: Xxxxxxxxxxx<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 76 N°. 05
N°. 05 77 <strong>KPM</strong> Magazin
Hat unverkennbar<br />
ein Faible für Schwarz:<br />
Stylist und Interiordesigner<br />
Wolfram<br />
Neugebauer<br />
MIT JEDEM PORZELLAN verbindet der Hamburger<br />
Stylist und Interiordesigner Wolfram Neugebauer<br />
eine Geschichte: Kennengelernt hat er die <strong>KPM</strong> Berlin<br />
als junger Mann im Haus einer Freundin und war vom<br />
Fleck weg verliebt in ihre ARKADIA Serie. Eine Liebe, die bis<br />
heute anhält: Die Freundin vererbte ihm ihr <strong>KPM</strong> Service und<br />
legte so den Grundstock für eine lebenslange Leidenschaft.<br />
Bei seinen raffinierten Tischdekorationen darf das klassische<br />
ARKADIA Porzellan seitdem nie fehlen: Es steht im<br />
Mittelpunkt jeder Tafel. Für die Formgebung dieser Kollek-<br />
tion aus dem Jahr 1938 war Trude Petri verantwortlich. Die<br />
unterschiedlichen Motive der Reliefmedaillons wiederum, die<br />
an die antike Kameentradition knüpfen, hat der Bildhauer und<br />
Porzellanmodelleur Siegmund Schütz entworfen: Sie sind nicht<br />
nur ein Hingucker, sondern regen auch die Konversation bei<br />
Tisch an, weiß Neugebauer: „Najade, Neptun oder Muschel:<br />
Viele meiner Freunde haben ein ARKADIA Lieblingsmotiv<br />
oder fragen nach der Bedeutung der Figuren in den Biskuit-Medaillons.“<br />
So kommen die Geschichten des Traumlands Arkadien<br />
auf charmante Weise in eine heutige Tischgesellschaft.<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 78 N°. 05
Stillleben: Die Vasen<br />
CADRE, ASIA und<br />
FLASCHENFORM mit<br />
Kornähren bilden ein<br />
skulpturales Ensemble<br />
Schwarz-Weiß mit<br />
einem Hauch Silber<br />
und Naturtönen in der<br />
Küche: Die Schüssel<br />
ist aus der Kollektion<br />
ARKADIA, der weiße<br />
Krug aus URBINO<br />
N°. 03 79 <strong>KPM</strong> Magazin
Motive aus der<br />
antiken Mythologie<br />
zieren die Biskuit-<br />
Medaillons der<br />
Kollektion ARKADIA<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 80 N°. 05
Wolfram Neugebauer<br />
setzt beim Interiordesign<br />
auf Möbelklassiker<br />
wie die dreiarmige<br />
Wandleuchte von<br />
Serge Mouille – und<br />
viel Schwarz
LETZTE SEITE<br />
ZUGABE, ZUGABE!<br />
LUST AUF MEHR? Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der <strong>KPM</strong> Berlin,<br />
lernen Sie unsere Manufakturist:innen kennen und lassen Sie sich inspirieren:<br />
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spannende Ideen für die moderne Kreativ-Küche und Tischkultur.<br />
WWW.<strong>KPM</strong>-BERLIN.COM/PORZELLAN-SHOP/INSPIRATION/<br />
<strong>KPM</strong> Magazin 82 N°. 05
ologna Bodenleuchte<br />
Die bologna Bodenleuchte der gangkofner-Edition besitzt<br />
eine außergewöhnliche Bandbreite von atmosphärischer<br />
bis hin zu raumfüllender Beleuchtung durch das stufenlose<br />
und flackerfreie Dimmen des dim2warm-Leuchtmittels.<br />
mawa‒design.de Made in Germany<br />
Foto: Martin Tervoort<br />
N°. 03 83 <strong>KPM</strong> Magazin
Schutzgebühr: 8€<br />
k pm-ber lin.com