LUFT UND LUNGE

MediaplanetVerlagDeutschland

EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

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LUFT UND

LUNGE

Ein Ratgeber über Atemwegserkrankungen

NICHT VERPASSEN:

Hausstauballergie

Symptome richtig deuten

Seite 05

COPD

Lungenunterstützendes

Verfahren kann Leben retten

Seite 08

Schnarchen und

Schlafapnoe

Wie Schnarchtracking

Betroffenen helfen kann

Seite 09

Die rätselhafte

Lungenkrankheit

Michelle Schindlmeier ist 24 Jahre alt und führt ein Leben

mit ständiger Atemnot. Welche Krankheit sie hat, weiß

niemand. Im Interview spricht sie über ihren Alltag, ihre

Hoffnungen und Ängste.


2

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IN DIESER AUSGABE

06

Saubere Luft

Dr. Roger Pierenkemper im

Interview

10

24. Deutscher Lungentag 2021

unter dem Motto Asthma & Allergien

Unsere Lunge – einfach

atemberaubend!

Einfach tief durchatmen und Luft holen – für die meisten

Menschen ist das eine Selbstverständlichkeit. Tatsächlich verbirgt

sich dahinter ein komplexes Wunder der Natur, das sich

mit jedem Atemzug wiederholt – bis zu 20.000 Mal am Tag.

An den Steuerhebeln dieses Wunders sitzt ein Organ, von

dem viele seiner Eigentümer allerdings nur eine sehr vage

Vorstellung haben. Das soll sich ändern – mit dieser Sonderpublikation

zum Thema „Luft und Lunge“.

11

Asthma-Kontrolle per App

Mehr Lebensqualität für Patient(innen)

Senior Project Manager: Gulaim Steinrötter Senior Project

Manager: Katja Wilksch, Director Business Development

Health: Miriam Hähnel, Head of Key Account Management:

Tanja Bickenbach Geschäftsführung: Richard Båge

(CEO), Philipp Colaço (Managing Director), Franziska

Manske (Head of Editorial & Production), Henriette

Schröder (Sales Director) Designer: Ute Knuppe

Mediaplanet-Kontakt: redaktion.de@mediaplanet.com

Coverbild: Doris Gmeiner

Alle durch „in Zusammenarbeit mit“ gekennzeichneten

Artikel sind keine neutrale Redaktion des Mediaplanet

Verlags.

facebook.com/MediaplanetStories

@Mediaplanet_germany

Please recycle

Priv.-Doz. Dr.

med. habil.

Kai-Michael Beeh

Facharzt für

Innere Medizin

mit Schwerpunkt

Pneumologie

Institut für Atemwegsforschung

GmbH und Privatpraxis

für Pneumologie,

Wiesbaden

Privatdozent Dr.

med. Kai-Michael

Beeh ist Internist

und Pneumologe.

2004 gründete er

das insaf Institut für

Atemwegsforschung

in Wiesbaden. Seit

2021 ist er zudem in

eigener Privatpraxis

ambulant tätig. Er ist

Autor des Sachbuchs

„Die atemberaubende

Welt

der Lunge“ (Heyne

Verlag 2018) und

zahlreicher Artikel

in Fachzeitschriften

sowie Mitautor und

Herausgeber von

Standard-Lehrbüchern.

Als Experte

für Atemwegserkrankungen

ist Dr.

Beeh ein gefragter

Vortragsredner und

in den Medien als

Interviewpartner

zum Thema Lungengesundheit

präsent.

Weitere Informationen

unter:

p3beeh.de

Sie zwickt nicht wie ein krankes

Knie, pulsiert nicht wie ein aufgeregtes

Herz und ist für das

Auge unsichtbar – unsere Lunge.

Dabei lohnt sich auch in einer Zeit, in

der das Zurschaustellen äußerer körperlicher

Merkmale in sozialen Medien

zur Selbstverständlichkeit geworden ist,

ein genauerer Blick auf unsere „Inneren

Werte“.

Wer das sensible System der Atmung

zu begreifen lernt, wird ein natürliches

Interesse daran entwickeln, das wunderbare

Organ „Lunge“ möglichst lange

funktionsfähig zu erhalten. Atmung ist

viel mehr als nur die reine Bereitstellung

von Sauerstoff zur Energiegewinnung in

Muskulatur und Gehirn. Sie ist die Verbindung

unserer inneren Lebenswelt

mit dem Außen und für viele Menschen

seit Jahrhunderten ein Zugang zu Ruhe,

Ausgeglichenheit und Spiritualität.

Welche zum Teil gravierenden Folgen

es für Betroffene haben kann, wenn der

empfindliche Prozess der Atmung durch

krankhafte Veränderungen der Lunge

und Atemwege gestört wird, zeigen die

Beispiele dieser Sonderpublikation. Sie

zeigen aber vor allem auch, wie sich aus

einem profunden wissenschaftlichen

Verständnis der Atmungsphysiologie erfolgreich

wirksame Behandlungsmöglichkeiten

für Patienten mit Lungenerkrankungen

entwickeln lassen. Gerade hier

besteht ein großer Bedarf, denn: Lungenerkrankungen

nehmen weltweit zu.

Dieser alarmierende Trend resultiert

zumindest teilweise auch aus der Unachtsamkeit,

mit der wir unser (flächenmäßig)

größtes Organ behandeln. Die

gleiche Luft, die unserem Organismus

als Lebens- und Energiespender dient,

ist für die Lunge zugleich eine Bedrohung.

Mit jedem Atemzug muss sie

Viren, Bakterien, Luftschadstoffe wie

Feinstaub oder Allergene abwehren und

sich häufig noch mit Zigarettenrauch

oder anderen „Genussmitteln“ herumplagen.

Wie kein zweites Organ ist die

Lunge durch Umwelt und Lebensführung

gefährdet – und trotzdem schafft

sie es auf erstaunliche Weise, bei den

meisten Menschen lebenslang bis ins

hohe Alter funktionsfähig zu bleiben.

Wie kein zweites

Organ ist die

Lunge durch

Umwelt und

Lebensführung

gefährdet.

Dabei sollten wir sie nach Kräften unterstützen.

Mit sauberer Luft, Bewegung

und gesunder Lebensführung.

Merken wir uns: Freies, unbeschwertes

Atmen ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit!

DIE ATEMBERAUBENDE

WELT DER LUNGE

Warum unser größtes Organ

Obst mag, wir bei Konzerten

husten müssen und jeder

Atemzug einzigartig ist

Dr. med. Kai-Michael Beeh


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit tesa entstanden.

70%

Mehr als

der Drucker sind

Laserdrucker, die für

das Auge unsichtbare

Staubpartikel freisetzen.

Drei Lagen Vlies

für saubere Luft

Feinstaub ist gefährlich für die Gesundheit des Menschen.

In Büros sind hier Laserdrucker die Verursacher. Mit dem

praktischen tesa Clean Air lassen sich jedoch nach einfacher

Installation und aufgrund komplexer Technik die

gefährlichen Feinstaubpartikel sicher filtern.

Text

Dominik Maaßen

Mehr Informationen zum

tesa Clean Air:

tesa.com/de-de/

buero-und-zuhause/

basteln-und-buero/

clean-air-feinstaubfilter

Er ist ein schädlicher Stoff

in der Luft, es ist vor

allem der Mensch, der ihn

technisch produziert und

er ist gefährlich für die

Erde und seine Lebewesen

– der Feinstaub. Zu seinen größten

Verursachern draußen gehören Verbrennungsmotoren,

Kohlekraftwerke,

Industrieanlagen, Brems- und Reifenabrieb

bei Fahrzeugen sowie die Landwirtschaft.

In Innenräumen wiederum

sind Toaster, Kerzen und Gasherde

entscheidende Quellen von Feinstaub.

Was die Wenigsten wissen: In Büros sind

auch die weit verbreiteten Laserdrucker

ein potenzielles Risiko. Viele Arbeitnehmer

halten sich während der gesamten

Arbeitszeit unweit von ihnen auf und

setzen sich damit unwissentlich einer

Gesundheitsgefährdung aus.

Feinstaubbelastung durch Drucker

Hinzu kommt: Mehr als 70 Prozent der

genutzten Druckgeräte in deutschen Büros

sind Laserdrucker. Sie setzen bei jedem

Ausdruck für das Auge unsichtbare

Staubpartikel frei, die durch Einatmen

in die Lunge und sogar in den Blutkreislauf

gelangen können. Die Feinstaubbelastung

in Büroräumen gleicht durch

einige Druckermodelle sogar der einer

Hauptverkehrsstraße.

Gefährlich für die Gesundheit

Außerdem problematisch: Gesundheitliche

Auswirkungen von Feinstaub-Emissionen

sind von der Größe der Partikel

abhängig. Größere Feinstaubpartikel, die

zum Beispiel Autos ausstoßen, setzen

sich schwerer im Körper fest als sehr kleiner

Feinstaub aus den Laserdruckern. Je

kleiner die Partikel sind, desto häufiger

FOTOS: TESA

beobachten die Mediziner also gesundheitliche

Beeinträchtigungen des gesamten

Organsystems. Die ultrafeinen Stäube

gehören zu den hoch krebserregenden

Partikeln und sind daher besonders

schädlich: Studien zufolge können Partikel

ab einer Größe von durchschnittlich

weniger als 10 Mikrometern die Lungenfunktion

verschlechtern, Partikel unter

einer Größe von 2,5 Mikrometern können

bereits systemische Krankheitseffekte

wie Tumore oder Herz Kreislaufschwäche

auslösen. Aber auch Asthma oder

Allergien sind die Folgen.

Filtertechnik mit tesa Clean Air

Die Lösung: Lüftet man die Büroräume

regelmäßig, steigert man die Luftqualität.

Noch wichtiger sind jedoch Feinstaubfilter

für Laserdrucker, die die

Verunreinigung der Büroluft deutlich

reduzieren können. Tesa hat zum Beispiel

mit dem tesa Clean Air einen Feinstaubfilter

für Laserdrucker im Portfolio,

der aus einem dreilagigen Spezialvlies

besteht, bis zu 94 Prozent aller Feinund

Ultrafeinstaubpartikel zurückhält

und für eine gesündere Raumluft sorgt.

Damit mindert der Druckerfilter das

Gesundheitsrisiko, das von feinen und

ultrafeinen Staubpartikeln ausgeht.

Mehrere Schichten gegen Feinstaub

Praktisch: Der Feinstaubfilter wird

einfach mit einem selbstklebenden

Klettsystem am Abluftschlitz befestigt

und eignet sich für alle Laserdrucker mit

einer zentralen Lüftung, was auf circa 70

Prozent aller Geräte zutrifft. Jede seiner

drei Schichten übernimmt eine wichtige

Aufgabe: Die erste Lage filtert größere

Staubpartikel. Die zweite Lage bindet

kleinere Partikel dank elektrostatisch

geladener Mikrofasern. Die dritte Lage

ist extrem feinporig und filtert auch

kleinste Feinstaubpartikel. Die Funktionsfähigkeit

und Leistung des Druckers

werden nicht beeinträchtigt. Last,

but not least: Nach 70.000 Ausdrucken

oder 12 Monaten kann der Druckerfilter

mit dem Hausmüll entsorgt werden.


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Das richtige Raumklima bei

Atemwegserkrankungen –

worauf ist zu achten?

Das richtige Raumklima für sich zu finden, ist grundsätzlich weder

verkehrt noch einfach. Wer jedoch unter Atemwegserkrankungen

leidet, der weiß die Wichtigkeit des Raumklimas in den eigenen vier

Wänden besonders zu schätzen. Hier geht es nicht allein darum,

irgendwie ein gutes Verhältnis aus Sauerstoff und Luftfeuchte zu

erreichen, denn selbst, wenn diese Faktoren stimmen, kann es

schadhafte Einflüsse auf das Klima geben. Dieser Artikel schaut sich

die Thematik einmal genauer an und erklärt, worauf zu achten ist, wenn

Erkrankungen vorliegen.

1

Raumklima bei

Hausstauballergien

Die Hausstauballergie zählt mit zu den

fiesesten Allergien. Sicher leiden Betroffene

anderer Allergien auch an der Erkrankung,

doch anders als beispielsweise bei Allergien

auf Zitrusfrüchte kann man den Hausstaub

nicht einfach weglassen. Hausstaub ist immer

vorhanden, selbst in der reinlichsten aller

Wohnungen. Wobei Hausstauballergiker weniger unter dem

Staub leiden als an den Ausscheidungen der Milben, die sich

im Staub aufhalten. Hausstaubmilben sind dabei auch kein

Zeichen von Unreinheit, denn sie tummeln sich grundsätzlich

dort, wo menschliche Spuren hinterlassen werden: Betten,

Sofas, Teppichen. Sie völlig aus der Wohnung zu verbannen ist

fast nicht möglich, doch gilt hier: Die Menge macht das Gift.

Wichtig ist, zuerst eine Grundlage zu schaffen:

Matratzen/Betten – Matratzen sollten mit einem entsprechenden

Schoner aus Latex bedeckt werden, damit die

Milben sich nicht des Nachts an Hautschuppen laben können.

Sofas – auch hier gilt, dass Schutzdecken oder Überwürfe

ratsam sind. Sie lassen sich gut in der Maschine reinigen.

Teppiche – gerade Auslegwaren sind wahre Staub- und

Milbenrückbestandsfänger und sollten daher nicht in

Wohnungen sein, die von Allergikern bewohnt werden. Läufer,

Brücken oder kleinere Teppiche hingegen sind in Ordnung, da

sie gut gereinigt und auch mal in die Sonne gebracht werden

können.

Generell ist eine regelmäßige Reinigung der Wohnung und der

Polstermöbel notwendig. Für viele Staubsauger gibt es spezielle

Milbenaufsätze, mit denen die Matratzen ordentlich gereinigt

werden können. Zusätzlich gilt:

Luftfeuchtigkeit – umso trockener die Raumluft, desto

leichter wirbelt der Staub auf. Gut ist eine dauerhafte

Luftfeuchtigkeit von ungefähr 50 – 60 Prozent. Höher sollte die

Feuchtigkeit nicht steigen, da Schimmelsporen auf Luftfeuchte

reagieren.

Lüften – das Lüften aller Räume ist ebenfalls ein wichtiger

Faktor. Sicherlich wirbelt der Luftzug Staub auf, doch

findet auch ein Luftaustausch statt.

Sauberer Staubsauger – Hausstauballergiker sollten

nicht nur darauf achten, einen Staubsauger mit HEPA-Filter

zu nutzen, sondern den Staubsauger anständig reinigen. In

etlichen Tests kam heraus, dass Staubsauger für Allergiker

echte Tücken sind, da wahlweise der Auffangbehälter nur

unzureichend geleert und gesäubert wird und der Filter am

hinteren Teil des Gerätes gar nicht beachtet wird. Und genau

dieser Filter schützt davor, dass die angesaugte Luft, die wieder

ausgestoßen wird, mit Staub- und Milbenpartikeln belastet ist.

2

Raumklima bei

weiteren Atemwegserkrankungen

Es gibt natürlich noch

weitere Atemwegserkrankungen,

auf die

das Raumklima einen

Einfluss hat. Die Erkrankung

muss nicht so schwerwiegend wie COPD

oder Asthma sein, selbst eine bloße Erkältung mit

ordentlichem Husten kann durch das richtige Klima

beeinflusst werden. Generell lässt sich sagen:

Lüften – auch im tiefsten und kältesten

Winter muss ausreichend gelüftet werden.

Hierbei wird nicht das Fenster in die Kippstellung

gesetzt, sondern es wird vollends aufgerissen.

Noch besser ist es, wenn Durchzug geschaffen

werden kann. Dieses Lüften garantiert einen

vollständigen Luftaustausch und schützt

zugleich vor Schimmel. Die Dauer sollte ungefähr

5 – 10 Minuten betragen und das Lüften findet

zwei bis drei Mal täglich statt.

Temperatur – zu warme Luft schadet den

Atemwegen. Pauschal kann die Temperatur

auf 21 Grad, eventuell auch 22 Grad eingestellt

werden, wobei das Schlafzimmer eine empfohlene

Temperatur von maximal 18 Grad hat.

Luftfeuchtigkeit – sie sollte immer

zwischen 40 und 60 Prozent liegen, eine

Luftfeuchte von circa 50 Prozent ist ideal. Die

Luft bindet Staub, trocknet die Atemwege nicht

aus und erhitzt sich recht gut.

Chemische Reize – vielleicht kennt das der

eine oder andere von der letzten Erkältung.

Die Duftstecker oder Lufterfrischer reizen

während der Atemwegserkrankung besonders,

obwohl sie sonst nicht auffallen. Wer an Atemwegserkrankungen

leidet, der sollte schauen, ob

die künstlichen Erfrischer nicht gegen andere

Methoden ausgetauscht werden können. Eine

Wasserschale mit ätherischem Öl auf der Heizung

hat denselben Effekt – nur ohne Chemie.

3

Schimmelbildung

nicht vergessen

Ein wichtiger, wenn

auch oft unsichtbarer,

Faktor des Raumklimas

ist Schimmel. Schimmelsporen

umgeben uns

praktisch überall, doch

je nach Schimmelart

und Konzentration schlägt sich ihr Vorhandensein

deutlich auf die Gesundheit. In der Folge

können Atemwegserkrankungen entstehen,

Asthma, COPD wird verschlimmert und das

Immunsystem im Allgemeinen angegriffen.

Hinsichtlich der Raumluft gibt es überwiegend

zwei Schimmelfaktoren:

Wandschimmel – ob dieser nun von

schlecht gedämmten, undichten Fassaden

stammt oder einfach durch ein miserables

Lüftungsverhalten herbeigeführt wird: Er ist

schädlich. Ursache ist eine Kombination aus zu

wenig Luftaustausch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit,

wodurch sich die Feuchtigkeit auf kalte

Wandstellen absetzt und dort Schimmel

verursacht. Bei miserabel gedämmten Wänden

ist natürlich eine äußerliche Ursache zu finden.

Blumenerde – gerade im Winter kommt

dieser Schimmel gerne auf. Er zeichnet sich

durch flauschig-weiße Schimmelflecken auf der

Blumenerde aus.

Das richtige Heizen und Lüften ist schon ein guter

Weg, um keinen Schimmel in der Wohnung

zu haben. Nur lassen sich manche Räume nur

schlecht lüften, zugleich ist die Luftfeuchtigkeit

über 60 Prozent. Was kann hier getan werden?

Ein Überblick:

Kleine Probleme – wer nur geringe

Probleme hat und die Luftfeuchtigkeit sich

halbwegs in Grenzen hält, der kann testen, ob

Katzenstreu oder Salz in einer Schale eine

Verbesserung der Feuchtigkeit bewirkt.

Größere Probleme – Luftentfeuchter mit

einem speziellen Granulat oder gar

elektrische Entfeuchter helfen bei gröberen

Problemen. Es gibt eine große Vielfalt auf dem

Markt für unterschiedliche Anforderungen.

Bei Schimmel auf der Blumenerde sollte dieser

abgetragen und die Erde mitunter ausgetauscht

werden. Eine Schicht Vogelsand auf der Erde

beugt neuem Schimmel vor.

Fazit – Luftfeuchtigkeit spielt eine tragende

Rolle. Zu trockene Luft reizt die Atemwege

und wirbelt Staub auf, zu feuchte Luft fördert

Schimmel und somit neue Schadstoffe. Wer an

einer Atemwegserkrankung leidet, der sollte

sich unbedingt Hygrometer anschaffen und mit

ihnen die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten. Je

nach Ergebnis helfen Entfeuchter oder auch Befeuchter.

Zudem ist das Lüftungsverhalten wichtig,

denn nur dieses hilft beim Luftaustausch.


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Leiden Sie

an einer

Hausstauballergie?

Symptome

richtig deuten

FOTO: HBRH/SHUTTERSTOCK

Mehrere Millionen

Milben befinden sich

in jedem Bett.

Symptome einer

Hausstauballergie

auf einen Blick

Die ersten Anzeichen einer Hausstauballergie

gleichen denen eines Infektes:

Wer morgens regelmäßig mit Husten,

Kopfschmerzen oder einer tropfenden

Nase aufwacht, hat möglicherweise eine

allergische Atemwegserkrankung.

Text Paul Howe

• Verstopfte oder

laufende Nase

Anschwellende Schleimhäute

und Nasennebenhöhlenentzündungen

können die Folge sein.

• Juckende Nase

und Niesreiz

Im Gegensatz zu einer

Erkältung juckt die Nase

häufig.

Gleich nach Pollen und

Blütenstaub stellen

Hausstaubmilben mit 30

Prozent den zweithäufigsten

Allergieauslöser

dar, der auch chronische

Atemwegserkrankungen, Atemnot oder

Asthma verursachen kann.

Lebensraum für Hausstaubmilben

An einer Hausstauballergie leiden

heute immer mehr Menschen. Allein

in Deutschland sind etwa 4,5 Millionen

Menschen davon betroffen. Der Begriff

„Hausstauballergie“ ist zunächst irreführend,

denn als Auslöser identifiziert

wurde nicht das, was man gemeinhin

mit einem Staubtuch vom Regal wischt,

sondern ein winziges Lebewesen aus der

Gattung der Spinnentiere, die sogenannte

Hausstaubmilbe. Sie lebt bevorzugt

in Haushaltstextilien, wie zum Beispiel

Teppichen und Polstermöbeln, aber auch

in Kopfkissen, Bettdecken und Matratzen

ist sie zu finden.

Mit bloßem Auge nicht zu sehen

Hausstaubmilben loszuwerden, ist eine

fast unlösbare Aufgabe. Nur 0,2 bis ein

Millimeter groß, sind sie mit bloßem

Auge gar nicht zu erkennen. Die Milbe

selbst ist zwar kein Überträger von

Krankheiten, ihr Kot gilt jedoch als

starkes Allergen, auf das eine wachsende

Zahl von Menschen mit verschiedenen

Symptomen reagiert. Die winzigen Kotbällchen

der Milben zerfallen zu Staub

und werden, aufgewirbelt mit der Raumluft,

in die Atemwege aufgenommen.

Kommen menschliche Schleimhäute mit

den Milbenallergenen in Kontakt, werden

Histamine freigesetzt, Entzündungsstoffe,

die als Botenstoffe in unserem

Körper eine Reaktion auslösen. Neben

den bekannten Atemwegsbeschwerden

können auch ständige Müdigkeit oder

Konzentrationsschwäche Anzeichen

einer Hausstauballergie sein.

Millionen Milben in jedem Bett

Wer sich des Nachts allein in seinen

Laken wähnt, der irrt: Mehrere Millionen

Milben befinden sich in jedem

Bett. Hausstaubmilben lieben das

feuchtwarme Milieu der Bettausstattung,

wo sie ideale Bedingungen und

reichlich Nahrung in Form von abgestorbenen

Hautzellen finden. Dort legen

sie ihre Eier und vermehren sich

schnell. Auch Schimmelpilze und

Sporen, die fast überall in unserer

Umgebung sind, fördern die Ausbreitung

von Milben immens. Um eine

Hausstauballergie nachzuweisen, wird

ein Allergietest empfohlen. Dazu

werden Hausstauballergene in gelöster

Form unter die Haut gespritzt und

überprüft, ob und wie stark die Hausstauballergie

anschlägt. In der Regel ist

innerhalb von 15 bis 20 Minuten eine

Reaktion in Form von juckenden,

geröteten Quaddeln zu erwarten. Ist das

Ergebnis nicht eindeutig, werden

zusätzlich Allergene als Augentropfen

oder Nasenspray direkt auf die Schleimhäute

gebracht.

• Tränende, juckende

und gerötete Augen

Der Allergenkontakt

kann eine allergische

Bindehautentzündung

auslösen.

Gut zu wissen: Anders

als bei Heuschnupfen

treten die Symptome

einer Hausstauballergie

meist ganzjährig auf –

verstärkt in Innenräumen

und vor allem morgens

und abends. Zudem kann

die Haustauballergie zu

einer Bronchitis und zu

allergischem Asthma

führen, was schlimmstenfalls

mit akuter Atemnot

einhergeht.

Lisas Sieg über die

Hausstaubmilben-Allergie

Lisa aus Hamburg hat immer versucht, die Kontrolle über ihre Allergie zu behalten – mit symptomlindernden

Medikamenten. Doch ständiges Niesen, Einschränkungen im Job und Alltag wollte

sie nicht länger hinnehmen und entschied sich für eine Allergie-Immuntherapie mit Tabletten. In

einem Interview erzählt Lisa, wie es ihr heute geht.

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FOTO: ANGELINA VERNETTI

Wie und wann hat sich die Allergie bei dir bemerkbar gemacht?

Ich hatte schon immer einige Allergien. Mir waren Allergiesymptome

daher niemals komplett fremd. Dann fiel mir aber auf,

dass ich in der eigentlich allergiefreien Zeit im Herbst trotzdem

Beschwerden hatte. Ich habe direkt einen Allergietest gemacht,

bei dem meine Hausstaubmilben-Allergie festgestellt wurde.

Warum hast du dich für eine Hyposensibilisierung entschieden?

Ich habe mich lange mit Allergie-Medikamenten vollgepumpt.

An vielen Tagen ging es mir nicht gut. Ich hatte verquollene,

rote Augen, meine Nase war komplett zu. Häufig wurde meine

Allergie für eine Erkältung gehalten. Ich hatte

immer die Sorge, beruflich unterschätzt zu

werden. Seit einem dreiviertel Jahr bin ich nun

in Behandlung. Bereits nach einem halben Jahr

habe ich gemerkt, dass sich meine Allergie-

Symptome deutlich gebessert haben. Inzwischen

nehme ich nur noch etwa zehn Prozent meiner

Allergie wahr. Dafür lohnt es sich, diese Behandlung

zu beginnen und durchzuhalten.

Den Film zum Interview

mit Lisa und andere

Allergie-Erfolgsgeschichten

sehen

Sie auf:

allergiecheck.de/

beat-your-allergy

Wieso hast du dich für eine Tabletten-Therapie entschieden?

Die Behandlung lässt sich sehr gut in den Alltag einbinden.

Man nimmt täglich eine Tablette und das war’s. Das ist besonders

sinnvoll für Menschen, die einen gut durchstrukturierten

Alltag haben und flexibel mit Terminen umgehen müssen. Mit

der Tablette ist die Handhabung viel einfacher. Wenn man sie

in seinen Alltag einbaut, zum Beispiel bevor man ins Bett geht,

wird es zur Routine und man vergisst es nicht.

Was rätst du anderen Menschen mit Allergien?

Die Hyposensibilisierung hat viel in meinem Leben verändert –

ich fühle mich so viel besser. Eine Allergie

schränkt im Alltag stark ein, daher empfehle ich

auch anderen Menschen die Therapie mit einer

Hyposensibilisierung. Viele wissen weder von

dieser Behandlung – noch, dass es dafür speziell

ausgebildete Ärzte gibt. Daher möchte ich, dass

auch andere Menschen mit Allergie wissen: „Du

musst nicht unter dieser Allergie leiden. Wenn es

dich stört, dann kannst du etwas dagegen tun.“


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit

schwa-medico GmbH entstanden.

Saubere Luft

der Zukunft

Im Gespräch mit Dr. Roger

Pierenkemper, Geschäftsführer

schwa-medico GmbH, über die

saubere Luft der Zukunft.

Text Benjamin Pank

Die schwa-medico GmbH blickt,

als eines der führenden Medizintechnik-Unternehmen

unter der

Leitung von Dr. Roger Pierenkemper,

auf eine 45-jährige Erfolgsgeschichte

zurück. Das Unternehmen

hat sich mit seinen innovativen

und hochwertigen medizinischen

Produkten unter anderem in den

Bereichen Therapie, Rehabilitation,

Muskeltraining und Wellness positioniert.

Bereits im letzten Frühjahr

hat das Unternehmen mit den

AernoviR Luftreinigern eine Produktreihe

auf den Markt gebracht,

die Lufthygiene in geschlossenen

Räumen sicherstellt, Keime zerstört,

Viren deaktiviert und zusätzlich

die allergene Wirkung von

Pollen entschärft.

Dr. Roger

Pierenkemper

Geschäftsführer

schwa-medico

GmbH

Die schwa-medico GmbH hat mit dem

AernoviR als eines der ersten Unternehmen

im letzten Jahr Luftreiniger zum Schutz vor

Coronaviren auf den Markt gebracht. Wie kam

es dazu?

Als Firmengruppe beschäftigen wir uns schon

lange intensiv mit dem Thema „Luftreinigung“

in unterschiedlichen Bereichen. So sind unsere

Systeme seit vielen Jahren in der Industrie und

im Medizinsektor im Einsatz. Mit dem Auftreten

des Coronavirus SARS-CoV-2 und infolge der Erkenntnisse

zu den Übertragungswegen erlangte

das Thema Raumluft und deren Reinhaltung

vermehrt Aufmerksamkeit. Wurde die Luftqualität

thematisiert, galt das Augenmerk bislang vor

allem der Luft im Freien, während die Qualität

der Luft in geschlossenen Räumen vernachlässigt

wurde. Dies ist erstaunlich, wenn man bedenkt,

dass der heutige Durchschnittseuropäer 90 Prozent

seines Lebens in geschlossenen Räumen

verbringt.

Welche Technologie steckt hinter der Funktion

der Hochintensiv-Plasma-Luftreiniger?

Die AernoviR Produktreihe genügt als Medizinprodukt

Klasse I höchsten Ansprüchen. Mit der

Kombination von Plasmatechnologie, HEPA-Filtern

und Aktivkohlefiltern, nutzen wir das Beste

aus allen Welten und bieten ein Produkt, das sich

auf dem aktuellen Stand der Technik befindet.

Als Modulsystem lassen sich so, je nach Bedarf,

die unterschiedlichsten Ausstattungsvarianten

zusammenstellen: Abhängig von Einsatzort und

Raumgröße ist der AernoviR in vier Ausführungen

erhältlich mit Reinigungsvermögen von 115

Kubikmetern bis zu 500 Kubikmetern je Stunde.

Wie unterscheidet sich die HPL-Technologie

somit von den „herkömmlichen Haushaltsgeräten“?

Bei der Plasmaluftdesinfektion wird in der

Verbindung von Dielektrikum und Hochspannung

ein Plasma erzeugt, das in der Verbindung

von Ozon und UV-Strahlung eine effektive

Keimabtötung und Virendeaktivierung erzielt.

Der Vorteil der Plasmatechnologie liegt in der

großen Fläche des Oberflächenkontaktes der Luft

mit den Plasmaelektroden. Dieses sorgt für

nachweislich hohes Reinigungsvolumen und

dauerhaft gleichbleibende Entkeimung.

Das komplette Interview lesen Sie auf:

gesunder-koerper.info

Ein Leben mit

ständiger Luftnot

Michelle Schindlmeier im Interview.

Text

Franziska Manske

Du leidest seit deiner Kindheit an

einer unbekannten Lungenkrankheit.

Bitte gib uns einen Einblick in den

Krankheitsverlauf.

Ich war ein kerngesundes Baby. Im

Kleinkindalter hatte ich ganz viele

grippale Infekte, hier mal eine Lungenentzündung,

da mal eine Bronchitis.

Zudem hatte ich mit starken Allergien

zu kämpfen und ab meinem dritten

Lebensjahr kam auch noch eine starke

Neurodermitis dazu.

Wie sind die Erinnerungen an deine

Kindheit und Jugend?

Ich hatte eigentlich eine ganz normale

Kindheit, außer dass ich häufiger krank

war als andere und schneller außer Puste

war. Als ich zwölf Jahre alt war, sagte mir

ein Lungenfacharzt, dass ich eine Lungenfunktion

einer Sechsjährigen habe.

Der Verlauf wurde immer schlechter,

sodass meine Lungenfunktion während

der Ausbildung auf 30 Prozent sank. Seit

2017 brauche ich rund um die Uhr Sauerstoff,

meine Lungenfunktion beträgt

noch 20 Prozent. Seitdem hat es sich aber

zum Glück nicht weiter verschlechtert.

Was bedeutet ein Lungenvolumen

von 20 Prozent für deinen Alltag?

Ich kann gar keine Treppen mehr steigen.

Mein Mann trägt mich immer die

Treppen hoch, wenn es keine andere

Option gibt. Wenn wir spazieren gehen,

bin ich eigentlich die ganze Zeit im Rollstuhl

und stehe nur bei geraden Strecken

mal auf, um ein paar Meter zu gehen.

Wie schaffst du es, mit deinem

Schicksal umzugehen?

In meiner Teenagerzeit hatte ich sehr


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damit zu kämpfen. Andere sind in Klubs

gegangen, sind gereist und haben einfach

unbefangen das Leben genossen,

während ich zu Hause war und nichts

mit mir anzufangen wusste. Um zu lernen,

damit umzugehen, bin ich zu einer

Psychotherapeutin gegangen, was mir

sehr geholfen hat und nach wie vor hilft,

mich mit meinem Schicksal zu arrangieren.

Auch mein heutiger Partner hat

mir sehr geholfen, da er seine Partyzeit

schon hinter sich hatte und es ihn nicht

gestört hat, mit mir zu Hause zu bleiben.

Wie geht dein Partner mit deiner

Erkrankung um?

Er wusste das von Anfang an. Damals,

vor neun Jahren, war es zwar noch besser

als heute, doch er war immer an meiner

Seite, wenn ich einen Rückfall hatte, im

Krankenhaus auf der Intensivstation lag.

Das hat ihn nicht abgeschreckt, was bei

vermeintlichen Freunden schon so war.

Viele konnten damit nicht umgehen. Er

schon. Dafür bin ich sehr, sehr dankbar.

Dein täglicher Begleiter ist dein

Sauerstoffgerät. Manche Betroffene

geben ihren Medizinprodukten, die

sie ständig begleiten, einen Namen.

Wie ist das bei dir?

Mein Sauerstoffgerät hat keinen Namen,

aber mein Port. Er heißt Piggy (lacht).

Hast du Angst, dass es schlimmer

wird?

Angst habe ich nicht mehr. Früher hatte

ich das sehr. Ich hatte Angst zu schlafen,

weil ich dachte, dass ich nachts ersticke.

Durch die Therapie habe ich das im

Griff. Ich bin mit meinem Arzt sehr

glücklich, weil ich auch durch ihn seit

drei Jahren stabil bin. Natürlich hoffe

ich sehr, dass meine Lunge auch weiterhin

stabil bleibt und ich mein Leben,

auch wenn es vielleicht nicht perfekt ist,

genießen kann.

Auf deinem Instagram-Account verbreitest

du Hoffnung und Optimismus

– trotz deiner Krankheit. Warum

gehst du mit deiner Erkrankung an

die Öffentlichkeit?

Damals habe ich mich nicht getraut,

mich mit Nasenbrille oder Rollstuhl zu

zeigen. Durch Instagram und all die

positiven und aufmunternden Reaktionen

fühle ich mich stärker. Zudem zeige

ich anderen, ebenfalls kranken Menschen,

dass sie sich nicht verstecken

müssen. Es gibt mir Kraft und ich mache

anderen Mut, aus diesem Grund mache

ich das.

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Wie kamst du auf den Namen?

Wenn ich meine Antibiotikainfusion

bekomme, muss man den Port anstechen.

Und dieser Schlauch, der dann

dort dranhängt, heißt pig tail, also

Schweineschwanz. Die Ärztin meinte

dann zu mir, dass ich den Schweineschwanz

halten soll. Das fand ich lustig.

Seitdem heißt er nun Piggy.

Deine Krankheit gibt auch Ärzten

Rätsel auf. Gehst du regelmäßig zu

Kontrolluntersuchungen? Wie sehen

diese aus?

Ich gehe alle vier bis sechs Wochen in

eine Lungenfachklinik. Dort wird ein

Lungenfunktionstest gemacht, Blut

abgenommen und es findet ein langes

Arztgespräch statt. Das finde ich sehr

wichtig. Denn manchmal sind die Werte

anders als mein Befinden. Durch die

Gespräche fühle ich mich gut versorgt.

Für deinen Arzt muss es doch frustrierend

sein, dass er zwar sieht,

dass du krank bist, dir aber nicht

wirklich helfen und die Krankheit

nicht benennen kann.

Ist es auch. Bei Ärztekongressen ist

meine Krankheit auch immer wieder

Thema, um zu schauen, was „hinter

dem Ganzen“ steckt. Bisher immer ohne

Erfolg.

Gibt es denn einen Verdacht, was es

sein könnte?

Bei mir wurden Bronchiektasen festgestellt,

das sind Vernarbungen in der

Lunge. Die haben eigentlich einen

Auslöser. Bei der Mukoviszidose ist es

der Gendefekt. Den gibt es bei mir aber

nicht. Die Bronchiektasen sind einfach

da und keiner weiß, warum.

Bei der Mukoviszidose hilft inhalieren.

Gibt es neben deinem Sauerstoffgerät

noch andere Hilfsmittel oder

Therapien, die dir helfen?

Ich inhaliere auch zwei bis dreimal am

Tag mit Feuchtinhalation. Dann habe

ich ein Spray, das ich regelmäßig nehmen

muss, und alle drei bis vier Monate

die Antibiotikatherapie. Zudem mache

ich zweimal pro Woche eine Atemtherapie,

was mir sehr hilft.

FOTOS: DORIS GMEINER

Ich hoffe, dass meine

Lunge stabil bleibt

und ich mein Leben,

auch wenn es vielleicht

nicht perfekt ist,

genießen kann.

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8

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„Ich war der Meister

der Ausreden“

FOTO: CHRISTOPH HOPF

Eberhard Jordan hat COPD im vierten Stadium. Anfangs nahm

der Wiener seine Erkrankung nicht ernst. Welche dramatischen

Folgen das hatte und warum er in diesem Jahr 843 Stufen

erklimmen möchte, erzählt er im Interview.

Text

Benjamin Pank

Die meisten Patienten nehmen

die Symptome einer COPD nicht

ernst. Was hat Sie damals bewogen,

zum Arzt zu gehen?

Mir ging es einfach nicht gut.

Meine Leistungsfähigkeit nahm

rapide ab, ich kam mit den anderen

einfach nicht mehr mit und wurde

immer kurzatmiger. Der Arzt teilte

mir dann mit, dass ich eine COPD

habe. Das war vor 21 Jahren.

Haben Sie nach Ihrer Diagnose

aktiv etwas an Ihrem Lebensstil

geändert?

Nein, ich habe das schlichtweg

ignoriert. Das ist, meiner Meinung

nach, die typische Reaktion von 90

Prozent der COPD-Patienten. Natürlich

weiß man, dass man anfangen

sollte, Sport zu machen und nicht

mehr zu rauchen. Das habe ich alles

nicht gemacht – ich habe weiter

geraucht und Sport war nach wie

vor ein Fremdwort für mich. Ich

war der Meister der Ausreden, um

es nicht tun zu müssen (lacht).

Natürlich war mir bewusst, dass

ich was tun müsste, doch ich habe

es einfach nicht geschafft. Zudem

bekommt man einfach nicht die

Hilfe, die man eigentlich bräuchte.

Welche Hilfe hätten Sie sich

gewünscht?

Ich hätte gern eine ambulante Reha

gemacht, doch es gab Kommunika-

tionsprobleme mit meinem Arzt, und

so blieb mir diese leider verwehrt.

Gab es dann diesen einen

Moment, in dem Sie dachten,

„jetzt muss ich etwas ändern“?

Den gab es.

Was ist passiert?

Ich bin 2014 auf der Intensivstation

gelandet. Mein Körper hat damals

beschlossen, dass es reicht. Und

als ich das Krankenhaus verlassen

habe, konnte ich ohne Begleitung

meiner Kinder oder meiner Freunde

nicht das Haus verlassen. Es

stand sehr schlecht um mich, und

das hat mein Denken komplett verändert.

Das war der Wendepunkt

in meinem Leben. Hätte ich das

nicht geschafft, wäre ich heute tot.

Ich habe aufgehört zu rauchen und

angefangen zu trainieren.

Wie ging es weiter?

Ich habe mich mit zunächst kleinen

Zielen, wie den kurzen Fußweg

von zu Hause zur Bushaltestelle

zu schaffen, zurück ins Leben

gekämpft.

Wie meistern Sie heute Ihren Alltag

mit COPD?

Ich versuche, mir nicht so viele

Gedanken darum zu machen. Ja,

ich habe COPD und die werde

ich auch nicht mehr los, aber ich

Eberhard Jordan, Initiator myCOPD-Challenge (links) und Martin Gütlbauer, begleitender

Therapeut (rechts) bei der Challenge im August 2021.

versuche, zu leben und alles zu

machen, was noch geht. Ich habe

eine chronische Erkrankung und

mit der muss ich leben.

Sie sind der Initiator der

myCOPD-Challenge. Was hat es

damit auf sich und was hat Sie

dazu bewogen, diese Challenge

ins Leben zu rufen?

Seit 2018 stelle ich mir jedes Jahr

eine persönliche sportliche Herausforderung.

Damit kämpfe ich

nicht nur gegen das Fortschreiten

meiner Erkrankung an, ich möchte

auch mehr Aufmerksamkeit für

die schwere, chronische Lungenerkrankung

erreichen. Obwohl in

Deutschland 6.000.000, in Österreich

400.000 und in der Schweiz

400.000 mit der Krankheit diagnostiziert

sind, kennt die Mehrheit die

Erkrankung nicht oder unterschätzt

die massiven Auswirkungen, die sie

auf das Leben hat.

Welchen Herausforderungen

haben Sie sich schon gestellt?

Treppensteigen ist eine der größten

Herausforderungen für Menschen

mit COPD. Also habe ich damit angefangen.

2018 bin ich den Stephansturm

mit 343 Stufen raufgestiegen.

2019 bezwang ich die 776 Stufen des

Wiener Donauturms. Für 2020 hatte

ich die 843 Stufen des Millennium

Tower im Visier. Doch wegen Corona

hat das nicht geklappt. Das werde

ich aber dieses Jahr noch nachholen.

Mit all diesen Challenges möchte ich

beweisen, dass man auch mit COPD

im Endstadium ein aktives Leben

führen kann.

COPD-Patienten geraten gerade

beim Treppensteigen oft in

Atemnot. Was raten Sie COPD-

Patienten?

Mit kleinen Schritten beginnen, so

wie ich es vor sieben Jahren getan

habe. Mit akuter Atemnot ist es

nicht leicht, sich aufzuraffen, doch

das ist die einzige Möglichkeit.

Also, lauft los und lasst euch Zeit

dabei. Und wenn es am Anfang nur

zwei, drei Stufen in fünf Minuten

sind, egal. Es werden immer mehr,

glaubt mir.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit XENIOS, A FRESENIUS MEDICAL CARE COMPANY entstanden.

„Wir schenken den Ärzten

lebenswichtige Behandlungszeit“

Ein Gespräch mit

Dr. Jürgen Böhm,

CMO bei der

XENIOS AG, über

ihre Verfahren zur

Unterstützung

von Lungen- und

Herzpatienten und

Vorteile für Ärzte

und Patienten.

Text Dominik Maaßen

Ihr Unternehmen versteht sich als Pionier in

der extrakorporalen Herz- und Lungenunterstützung.

Können Sie das näher erklären?

Unser Ausgangspunkt war die „Extrakorporale

Membranoxygenierung“ oder kurz ECMO. Der

Arzt kann damit Blut des Patienten außerhalb

des Körpers teilweise oder vollständig

von Kohlendioxid befreien und mit Sauerstoff

anreichern. Das ECMO-Gerät befördert mit Hilfe

einer Pumpe eine definierte Blutmenge pro Zeit

über einen Gefäßkatheter aus dem Körper des

Patienten und durch einen Membranoxygenator.

Dieser Oxygenator ersetzt den Gasaustausch

in der Lunge: Er entfernt Kohlendioxid aus dem

Blut und reichert es mit Sauerstoff an. Danach

gelangt das aufbereitete Blut über einen weiteren

Gefäßkatheter zurück in den Blutkreislauf

des Patienten.

Wo kommen Ihre Verfahren zum Einsatz und

welche Vorteile haben sie?

Sie eignen sich grundsätzlich für Patienten mit

einem Versagen der Herzkreislauf- und Lungenfunktion.

Wir haben eine Variante entwickelt,

die ideal für das reine Lungenversagen geeignet

ist. Bedeutend ist sie für Patienten mit chronisch

obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) im

späten Stadium. Dank dieses Verfahrens, das mit

nur einem Gefäßkatheter möglich ist, lässt sich

CO 2 außerhalb des Körpers entfernen. Das ist

weniger belastend, Patienten sind in der Regel

nicht sediert und können so durchaus an ihrer

Genesung mitarbeiten, um die Beatmungstherapie

gegebenenfalls zu verkürzen. Einsetzbar

ist sie auch für Lungenpatienten, die aufgrund

von Infekten mechanisch beatmet werden

müssen: Bei der mechanischen Beatmung wird

das Lungengewebe mechanisch belastet. In

Kombination mit unserem Verfahren ist eine

schonendere Beatmung möglich, was potentielle

Folgeschäden und entsprechend die Liegedauer

auf der Intensivstation reduzieren kann.

Zum Einsatz kommt unser Verfahren aber

auch bei Untersuchungen im Herzkatheterlabor.

Wir bieten ein Verfahren an, das dank innovativer

Pumpentechnologie kurze Zeitintervalle

zwischen zwei Herzschlägen nutzen kann. Das

Gerät pumpt sozusagen pulsatil und nur, wenn

das Herz eine Pause macht. Wir pumpen deshalb

nicht gegen das Herz an, was dessen Arbeit

und damit den Sauerstoffverbrauch erhöhen

würde. Dadurch sollen zum Beispiel nach einem

Herzinfarkt wichtige Organe besser durchblutet

und Belastungen für das Herz reduziert werden.

Zum Einsatz kommt das Verfahren aber auch,

wenn der Zustand des Patienten noch nicht so

kritisch ist: Ärzte können es zur Stabilisierung

des Patienten während der Diagnose oder Therapie

im Herzkatheterlabor verwenden.

Was bedeutet Ihre Technologie für die

zukünftige Versorgung der Patienten?

Unsere Technologie behandelt nicht die

Ursachen, aber wir unterstützen bei zwei

wichtigen Punkten: Der Gasaustausch und der

Herzkreislauf werden aufrecht und damit der

Patient am Leben erhalten. Und der Arzt

bekommt während Diagnostik und Therapie im

Wortsinn mehr lebenswichtige Behandlungszeit.

Und die ist in der Behandlung von

essenzieller Bedeutung.

Mehr Informationen: xenios-ag.com


Lesen Sie mehr auf gesunder-koerper.info 9

Text

Hanna Sinnecker

Schnarchen und Schlafapnoe:

Der passende

Schnarchtracker kann

ein innovatives Tool sein

In vielen deutschen Schlafzimmern sind sie Nacht für Nacht zu hören: laute,

störende Schnarchgeräusche, die mögliche Partner, aber auch die Schnarcher

selbst vom Schlaf abhalten können. Ab dem 65. Lebensjahr sind schätzungsweise

40 bis 50 Prozent der Bevölkerung betroffen. Doch neben dem akustischen

Störfaktor kann Schnarchen auch gefährlich werden: nämlich wenn

die Atemwege sich beim Schnarchen derart verengen, dass die Atmung zeitweise

aussetzt (sogenannte Schlafapnoe). Wir sprachen mit dem Experten

Prof. Ingo Fietze über Schnarchen, gefährliche Atemaussetzer und die innovativen

Möglichkeiten, die Schnarchtracking für Betroffene bieten kann.

Herr Prof. Fietze, viele Menschen

schnarchen im Schlaf, aber außer

über die störenden Effekte, die es

haben kann, macht man sich oft wenig

Gedanken darüber. Schnarchen

kann aber durchaus auch gefährlich

werden. Inwiefern, und wie viele Menschen

sind betroffen?

Man kann davon ausgehen, dass in jedem

zweiten Schlafzimmer geschnarcht

wird, mal lauter, mal leiser. Schnarchen

ist vererbbar und oft die Vorstufe einer

nächtlichen Atmungsstörung. Je enger

der Rachenbereich, desto höher die

Wahrscheinlichkeit fürs Schnarchen.

Woran kann der Betroffene oder

ggf. der Schlafmediziner feststellen,

ob gesundheitliche Risiken mit

dem nächtlichen Schnarchen einhergehen?

Der Partner oder die Partnerin kann

Atmungsstörungen (oder gegebenenfalls

Atempausen) in der Nacht feststellen.

Je lauter das Schnarchen, umso wahrscheinlicher

sind auch Atmungsstörungen

und auch das Herzkreislaufrisiko.

Nicht erholsamer Schlaf bei bekanntem

Schnarchen sollte abgeklärt werden. Ein

Anzeichen dafür ist eine zunehmende

Tagesmüdigkeit.

Im Zeitalter von Smartwatches und

Fitnesstrackern ist auch das Thema

Schlaftracking gerade in aller Munde.

Was kann das Schlaftracking gerade

für schnarchende Betroffene, gegebenenfalls

mit Atemaussetzern, leisten?

Das sollten Schnarchtracker leisten

können: lautes Schnarchen erkennen

und dann auch regelmäßige Pausen zwischen

lauten Schnarchgeräuschen. Das

Problem: Es sollte nur einer im Zimmer

schnarchen und es sollten sonst wenige

Nebengeräusche auftreten.

Welche Werte sind beim Schlaftracking

zu Hause besonders wichtig, vor

Prof. Dr. med.

Ingo Fietze

Leiter des Interdisziplinären

Schlafmedizinischen

Zentrums an

der Charité Berlin

allem wenn die Werte mit dem behandelnden

Arzt besprochen werden

sollen? Welche Rolle spielt hier der

ODI?

Wenn man nachts den Sauerstoffgehalt

im Blut trackt, dann kann man Sauerstoffabfälle

feststellen. Wenn die vermehrt

und periodisch auftreten, dann

werden sie gezählt und ergeben geteilt

durch die Schlafstunden einen Sauerstoffentsättigungsindex

(ODI, oxygen

desaturation index). Ist dieser größer

10 pro Stunde oder treten tiefe Abfälle

auf (oft unter 85 Prozent), dann sollte

man sich danach (nach dem Tracking)

beim Schlafmediziner vorstellen. Da die

Körperlage, guter oder schlechter Schlaf

et cetera dabei eine Rolle spielen können,

kann man gern auch wiederholt tracken!

Schlaftracking ist eine tolle Sache,

kann aber eine fachmännische medizinische

Betreuung nicht ersetzen.

Kann es aber einen Baustein der Therapie

bilden?

Das Schnarchtracking beziehungsweise

Schlafapnoe-Tracking ist ein guter Hinweis,

wo die Reise in der Diagnostik und

Therapie hingeht. Das Schlaftracking mit

Detektion der Schlafqualität ist weniger

gut geeignet. Brauchbar ist hier nur das

Tracken der Schlaflänge, also möglicherweise

eines Schlafdefizits.

Es gibt viele verschiedene Arten von

Schlaftrackern: Smartwatches, Armbänder,

Ringe ... Was muss ein Tracker

mitbringen, damit er verlässliche

Daten liefert und dem Nutzer tatsächlich

hilft?

Egal wie gut der Tracker aussieht,

sich anhört oder wie teuer er ist: Der

Schlaf(-Qualitäts)-Tracker ist noch nicht

geeignet und nicht verlässlich. Das

Schnarch- und Schlafapnoe-Tracking ist

besser und für den weiterbehandelnden

Arzt ein guter Hinweis für das weitere

Management, immer im Zusammenspiel

mit den subjektiven Beschwerden.

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Circul: Schlaf- und Schnarchtracking neu gedacht

Dr. med. Hans Strubel sprach mit uns über seine Erfahrungen mit dem neuen Schnarchtracker in Ringform

Sie benutzen seit einiger Zeit den Schlaf- und

Schnarchtracker Circul. Was hat Sie dazu bewegt,

den Ring zu nutzen?

Ich leide seit etwa 30 Jahren an dem sogenannten Restless-Leg-Syndrom

und nehme dazu auch Medikamente

ein. Seit einem Jahr weiß ich, dass ich auch ein gemischtes

Schlafapnoe-Syndrom mit zentralen Anteilen habe.

Den Ring nutze ich, um die nächtlichen Entsättigungen

und die Auswirkungen meiner Medikamente aufzuzeichnen.

Schlaftracking kann man ja mittlerweile mit

Smartwatches und Co. betreiben. Warum haben Sie

sich für den Circul-Ring entschieden und was sind

Ihre Erfahrungen damit?

Ich habe mich für diesen Ring entschieden, weil der den

SpO2-Wert kontinuierlich misst. Besonders für mich als

Mediziner ist es ein Wert, den ich objektiv und sinnvoll

bewerten kann. Meine Erfahrungen mit dem CIRCUL

Ring sind bisher durchweg positiv.

Wie würden Sie die Vorteile des Schlaf- und

Schnarchtrackings mit Circul für sich beschreiben?

Die kontinuierliche Messung ist wohl der wichtigste Vorteil.

Momentaufnahmen allein würden für ein langfristiges

Schlaftracking wahrscheinlich nicht ausreichen.

Die Bauform unterstützt diese kontinuierliche Messung

durch einen nicht störenden Sitz am Finger zusätzlich.

Wie schätzen Sie das Preisleistungsverhältnis des

Circul Rings ein?

Auch wenn der CIRCUL Ring mit 300€ sicherlich nicht

günstig ist, habe ich ein Gerät gesucht, das vor allem die

Sauerstoffsättigung präzise misst. Ich glaube, dass der

Ring mit hohem Tragekomfort und einer präzisen Messung

seinen Preis sehr gut rechtfertigen kann.

Für wen ist der Ring Ihrer Meinung nach geeignet?

Ich denke, dass der Ring im professionellen Bereich von

Ärzten für Schlaf-Screenings eingesetzt werden könnte,

aber natürlich auch von interessierten Patienten, die im

Rahmen ihrer Therapie objektive und gut nachvollziehbare

Werte nutzen möchten, um diese im Verlauf nachvollziehen

zu können.

www.mycircul.de


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Deutscher

Lungentag

2021 live

und interaktiv

FOTO: DAREN WOODWARD/SHUTTERSTOCK

Text Deutsche Atemwegsliga e. V.

FOTO: VECTORMINE/SHUTTERSTOCK

Online-Seminar am

25. September 2021

(Samstag), 11–13 Uhr

für Patient*innen

und Eltern

Unser Thema:

ASTHMA &

ALLERGIEN

Moderation:

Prof. Dr. Christiane Lex

Hilfe, mein Kind ist allergisch!

(Prof. Dr. Christiane Lex,

Göttingen)

Aktuelles zur Diagnostik und Therapie

von Asthma und Allergien bei Kindern

und Jugendlichen

Sport & Bewegung bei Asthma?

Ja, unbedingt!

(Dr. Thomas Spindler, Davos/Schweiz)

Sport und Rehabilitation für Kinder

und Jugendliche mit Asthma

Mein Kind verträgt keine

Nüsse?!

(Frau Sharon Nagel, Frankfurt)

Diagnostik und Therapie von Nahrungsmittelallergien

im Kindesalter

Moderation:

Prof. Dr. Marek Lommatzsch

Mein Asthma habe ich im Griff!

(Prof. Dr. Heinrich Worth, Fürth)

Diagnostik und Therapie von Asthma

inkl. Patientenschulung

Ich inhaliere alles, was es gibt,

und trotzdem bekomme ich

keine Luft ...

(Prof. Dr. Marek Lommatzsch, Rostock)

Neuigkeiten zur Allergenimmuntherapie

(Hyposensibilisierung) und zur

Therapie von schwerem Asthma

Asthma und Beruf:

Auf was muss ich achten?

(PD Dr. Alexandra Preisser, Hamburg)

Aktuelles zur Berufswahl und Berufsausübung

Veranstaltungskalender unter:

lungentag.de

E-Mail:

info@lungentag.de

Schweres Asthma –

wenn plötzlich die

Luft weg ist

Arnaud Paciel hat eine schwere Form von Asthma. Wie er damit

lebt und was er Betroffenen rät, lesen Sie im Interview.

Text Franziska Manske

Es gibt verschiedene Formen von

Asthma. An welcher leiden Sie?

Ich habe eosinophiles Asthma. Eosinophile

sind eine Untergruppe von

weißen Blutzellen und somit Teil des

Immunsystems. Bei Asthmatikern, die

eine erhöhte Anzahl von eosinophilen

Granulozyten im Blut aufweisen,

können sie schwere Entzündungen im

Lungengewebe auslösen.

Der Grund, weshalb Menschen Asthma

entwickeln, ist noch nicht vollständig

geklärt, obwohl man weiß,

dass sowohl Gene als auch Umgebungsfaktoren

eine Rolle spielen.

Können Sie sagen, was bei Ihnen der

Auslöser war?

Das weiß ich leider nicht. Bei mir ist das

Asthma erst sehr spät ausgebrochen. Ich

war schon 35 Jahre alt. Vorher hatte ich

keinerlei Probleme – weder Allergien

noch Probleme mit der Lunge oder

der Atmung. Ich habe sehr viel Sport

gemacht, bin Halbmarathon gelaufen.

Wann und wie hat sich Ihr Gesundheitszustand

verschlechtert?

Das war 2015. Plötzlich konnte ich

nachts nur noch sehr schwer atmen, ich

habe kaum Luft bekommen. Es wurde

immer schlimmer, ich hatte große Angst

und bin zum Arzt gegangen. Der hat

mich untersucht und Blut abgenommen.

Anhand des Blutbildes, eines Lungenfunktionstests

und einer Bronchoskopie

wurde es dann diagnostiziert. Meine

Lungenleistung war damals bei gerade

noch 50 Prozent. Zum Glück war die

Diagnose dann aber schnell da und mir

konnte geholfen werden.

Wie beeinflusst die Krankheit Ihren

Alltag?

Heute zum Glück kaum noch. Ich kann

ein normales Leben führen. Natürlich

trage ich immer mein Notfallspray

bei mir, aber ich musste es noch nie

benutzen. Ich kann sogar wieder Sport

machen und eigentlich ein ganz normales

Leben führen.

Es gibt eine Vielzahl an therapeutischen

Hilfen, um Asthma zu behandeln.

Wie sieht Ihr Therapieplan aus

und was hilft Ihnen am besten, um

so gut wie möglich mit der Krankheit

leben zu können?

Da ich eine schwere Form von Asthma

habe, spritze ich mir, zusätzlichen zur

täglichen inhalativen Therapie, alle zwei

Wochen Medikamente. Das ist eine Antikörpertherapie.

Das hilft mir sehr gut

und ich bin sehr dankbar, dass es diese

Therapien gibt.

Es heißt, dass jeder dritte Asthmapatient

die Therapie vernachlässigt.

Wie war/ist das bei Ihnen und was

raten Sie anderen Betroffenen?

Es kommt vor, dass ich vergesse zu

inhalieren, aber sehr selten (lacht). Ich

rate jedem, glücklich zu sein – auch mit

Asthma. Das Leben darf sich nicht um

die Krankheit drehen, denn dafür ist es

viel zu schön!

Arnaud Paciel

Asthmapatient


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Digitale Helfer

Wie Apps den Umgang mit einer Atemwegserkrankung erleichtern können

Text Hanna Sinnecker

Patient(innen), die an einer chronischen

Atemwegserkrankung

wie beispielsweise Asthma oder

COPD leiden, stehen jeden Tag

vor der Herausforderung, ihren

Alltag mit der Erkrankung zu bestreiten.

Da jeder Patient und jede Patientin einen

ganz individuellen Krankheitsverlauf hat

und damit auch die Therapie entsprechend

angepasst werden muss, ist der enge

Austausch mit dem behandelnden Arzt

oder der behandelnden Ärztin und die

Überwachung der Krankheitsaktivität

sehr wichtig. Besonders in Zeiten der

COVID-19-Pandemie war aber genau das

nicht ganz einfach umzusetzen. Viele

Ärzt(innen) haben daher vermehrt digitale

Sprechstunden angeboten, die Digitalisierung

hat besonders im Gesundheitsbereich

entsprechenden Aufwind bekommen.

Patient(innen) stehen aber zusätzlich zu

den Angeboten der Ärzt(innen) auch vermehrt

digitale Helfer in Form von Apps

zur Verfügung, die dabei helfen können,

die Krankheitsaktivität und den Therapieerfolg

zu tracken. Speziell im Bereich

Asthma Bronchiale gibt es mittlerweile

eine Vielzahl an Apps, die den Betroffenen

die Möglichkeit geben, beispielsweise

krankheitsrelevante Parameter wie

Wetterentwicklungen, Umweltdaten wie

die aktuelle Feinstaubbelastung in der

Luft oder den Pollenflug zu tracken. Das

wiederum gibt Betroffenen die Möglichkeit,

tagesaktuell zu reagieren und die Alltagsplanung

entsprechend anzupassen.

Zudem bieten solche Apps oft auch die

Möglichkeit, die persönlichen Krankheitssymptome

zu tracken und die Medikamenteneinnahme

zu kontrollieren oder

gegebenenfalls anzupassen. Bei Asthmatikern

kann das beispielsweise der Peakflow

sein. Der Peakflow ist, ähnlich wie der

Blutzucker bei Diabetikern, ein Messwert,

um den Krankheitsverlauf zu interpretieren

und zu beobachten. Meist haben diese

Apps auch eine Erinnerungsfunktion, damit

keine Medikamenteneinnahme verpasst

wird. Manche Apps verfügen sogar

über Tutorials zur richtigen Einnahme

der Medikamente oder zu Atemübungen,

die dabei helfen können, den Alltag mit

der Erkrankung besser zu bestreiten. So

kann der individuelle Umgang mit der

Erkrankung ganz einfach in den Alltag

integriert werden und der Patient oder

die Patientin selbst kann einen großen

Teil des Therapiemanagements selbst in

die Hand nehmen. Da diese Apps ganz

einfach auf dem Smartphone installiert

werden, die sowieso mittlerweile fast in

jeder Tasche stecken, hat man seinen

persönlichen Gesundheitsmanager jederzeit

dabei.

Die Nutzung solcher Apps kann

natürlich den Austausch mit dem behandelnden

Arzt oder der behandelnden

Ärztin nicht ersetzen. Die Daten, die der

Patient oder die Patientin in der App

sammelt, können aber durchaus einen

nützlichen Baustein bilden, wenn es um

individuelle Therapieentscheidungen

geht, da die Daten mit dem Arzt oder der

Ärztin gemeinsam in Form eines Reportings

besprochen werden können. So

bekommt der Patient oder die Patientin ein

großes Stück Eigenverantwortung für das

Management der Erkrankung übertragen

und kann mit dem Arzt zusammen gut

informierte Entscheidungen treffen.

FOTO: ELENABSL/SHUTTERSTOCK

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