kunst:stück Magazin c/o Bremen + der Norden | issue 50

agenturh2

Kunst und Kultur aus der Region Bremen / Oldeburg + der Norden für die Monate Oktober + November 2021

kunst:stück

Magazin für Kunst und Kultur

Bremen / Oldenburg und der Norden

issue 50 | Oktober + November 20 21

Frida Orupabo: Untitled, 2019, Collages with paper pins mounted on aluminium

Courtesy Galerie Nordenhake Berlin/Stockholm/Mexico City, Photo: Gerhard Kassner


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Neue

Schätze

im MKdW

Von Max Liebermann

bis Jochen Hein

28.2.2021 –

13.2.2022

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 2 kunst:stück 1 · 25938 Alkersum/Föhr · mkdw.de


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Beate C. Arnold, Foto: © Jörg Sarbach/Worpsweder Museumsverbund

Faszination Worpswede

Beate C. Arnold, Wissenschaftliche Leiterin des Barkenhoff und

Künstlerische Leiterin der Großen Kunstschau Worpswede

Die Worpsweder Museen I www.worpswede-museen.de

Das Künstlerdorf Worpswede übt auf viele

Menschen eine große Faszination aus. Der

Zusammenklang von Kunst und Landschaft,

insbesondere aber auch das Zusammenspiel

von reichem kulturellem Erbe und lebendiger

Kunstszene machen diesen Ort so

einzigartig.

Auch mich hat die Besonderheit Worpswedes

sofort in den Bann gezogen, als ich

vor 20 Jahren hierherkam, um die Wissenschaftliche

Leitung der Barkenhoff-Stiftung

Worpswede zu übernehmen. Die Auseinandersetzung

mit Leben und Werk des Künstlers

Heinrich Vogeler begeisterte mich und

tut dies nach wie vor. Mit der Entwicklung

des Barkenhoff zu einem professionellen

Museum konnte ich meinen großen Respekt

der Kunst und diesem einmaligen Ort gegenüber

zum Ausdruck bringen. Ich freue mich,

mit der Großen Kunstschau Worpswede nun

ein weiteres Museum zu leiten, dessen Gründung

ebenfalls auf einen Künstler, Bernhard

Hoetger, zurückgeht.

Beide Protagonisten werden im Fokus stehen,

wenn sich ihre Geburtstage zum 150.

Mal jähren. Den Anfang bildet 2022 eine

große Ausstellung zu Heinrich Vogeler in

allen Worpsweder Museen. Seine Biografie

spiegelt die künstlerische wie (gesellschafts-)politische

Geschichte der ersten

Hälfte des 20. Jahrhunderts in unvergleichlicher

Art wider, seine sozialutopischen

Ideen sind auch heute von unglaublicher

Aktualität und machen den Brückenschlag

zwischen Worpsweder (Kunst-)Geschichte

und unserer Gegenwart geradezu zwingend.

Die Ausstellung ist gleichzeitig Auftakt

des auf mehrere Jahre angelegten

Ausstellungs-, Kunst- und Forschungsprojekts

»ZEITENWENDE – Kunst im Aufbruch in

einer Welt im Umbruch«. Es widmet sich der

Erkundung der heutigen und zukünftigen

Rolle und Verantwortung von Kunst und

Kultur und stellt nach Vogeler in den Jahren

2024 Bernhard Hoetger und 2026 Paula

Modersohn-Becker in den Mittelpunkt.

Gemeinsam mit meinen Kolleg:innen der

Worpsweder Museen freue ich mich auf

Ihren Besuch!

Beate C. Arnold

kunst:stück 3


. inhalt

03 Grußwort

03 - Beate C. Arnold, Wissenschaftliche

Leiterin des Barkenhoff und

Künstlerische Leiterin der Großen

Kunstschau Worpswede

04 Inhalt

04 - Impressum

06 Bremen & Umzu

18 - Stade

20 - Worpswede

26 - Syke

28 - Föhr

30 - Stadtland

33 Oldenburg & Umzu

36 - Dangast

38 - Leer

39 - Wilhelmshaven

40 - Emden

46 - Hude

48 - Papenburg

50 - Lingen

54 - Nordhorn

56 - Neuenhaus

57 - Sögel

58 - Bad Rothenfelde

62 - Bramsche

64 - Osnabrück

70 - Münster

74 Hamburg

xx Spezielles in dieser Ausgabe

58 - Lichtsicht Trienale in

Bad Rothenfelde

DAS TITELBILD

Jack Davison, Omer Fast, Frida Orupabo

PHOXXI. Haus der Photographie Temporär

30. September 2021 bis 23. Januar 2022

www.deichtorhallen.de

Frida Orupabo: Untitled, 2019, Collages

with paper pins mounted on aluminium,

Courtesy Galerie Nordenhake Berlin/Stockholm/Mexico

City, Photo: Gerhard Kassner

Der Brückenschlag zwischen historischer Fotografie

und der digitalen Gegenwart des 21. Jahrhunderts

steht im Mittelpunkt der ersten Ausstellungsprojekte

im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie.

Die Ausstellungen von JACK DAVISON,

OMER FAST und FRIDA ORUPABO zeigen Erweiterungen

der analogen Fotografie ins Digitale, Dreidimensionale

und Bewegtbild. → Seite 74

kunst:stück Magazin

online | 24h / 7day

www.yumpu.com/user/agenturh2

IMPRESSUM

H2 Verlag

Klaus Hortenbach (V.i.S.d.P.)

Siemes Tannen 9 · 49565 Bramsche

Tel: 05495 85999 00

mail@kunststueck-magazine.de

redaktionsschluss für die ausgabe

Dez / Jan: 15. November 2021

anzeigenberatung:

Klaus Hortenbach Tel: 05495 85999 00

Mobil: 0152 389 510 24

4 kunst:stück


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TOM SACHS

SPACE

PROGRAM:

RARE EARTHS

#TOMSACHSHAMBURG

19. SEPTEMBER 2021 –

10. APRIL 2022

HALLE FÜR AKTUELLE

KUNST

TOM SACHS

Sam‘s Suit, 2019, MIXED MEDIA

PHOTO: GENEVIEVE HANSON © TOM SACHS

JACK

DAVISON

OMER FAST

FRIDA

ORUPABO

#JACKDAVISONDTH

#OMERFASTDTH

#FRIDAORUPABODTH

30. SEPTEMBER 2021 –

23. JANUAR 2022

PHOXXI. HAUS DER

PHOTOGRAPHIE

TEMPORÄR

JACK DAVISON

UNTITLED, 2017 (ABSTRACT COLOUR), DETAIL,

FROM PHOTOGRAPHS, PUBLISHED BY

LOOSE JOINTS, 2019

ABY WARBURG

BILDERATLAS

MNEMOSYNE

DAS ORIGINAL

#ABYWARBURGDTH

21. AUGUST –

31. OKTOBER 2021

SAMMLUNG

FALCKENBERG

ABY WARBURG

BILDERATLAS MNEMOSYNE, TAFEL 39, DETAIL

(REKONSTRUKTION OHRT/HEIL 2020),

FOTO: WOOTTON/FLUID;

COURTESY THE WARBURG INSTITUTE

kunst:stück 5


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Elisabeth Wagner „hinten links ist Schimmer“

Skulpturen und Zeichnungen

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

Elisabeth Wagner (geb. 1954) wechselt mit

großer Selbstverständlichkeit und Souveränität

zwischen abstrakten und figürlichen

Modi. Ihr Œuvre umspannt den weiten Bogen

von gegenstandslosen Formen und

Objekten bis hin zu den aus einer realen

Welt angeregten Bildnisbüsten (nach berühmten

Porträts der Malereigeschichte),

Mensch- und Tierfiguren. Gips, Pappe, Papier,

Draht sind ihre bevorzugten Materialien,

aus denen sie ihre Skulpturen formt

und zusammenfügt, der Herstellungsprozess

bleibt sichtbar und nachvollziehbar.

In ihrer Kunst erkundet die Künstlerin die

Funktion des Raums, von Fall zu Fall lotet

sie die Beziehung zwischen Motiv, Material

und Umraum neu aus. Figurativ oder abstrakt,

der Grundton ist derselbe, stets thematisiert

Elisabeth Wagner, wie sie selbst

sagt, die Zerbrechlichkeit des Lebens. Sie

lehrt seit 1996 als Professorin für Bildhauerei

an der Muthesius Kunsthochschule Kiel.

Hermann Meyer Panorama

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

„Kein Stein bricht wie ein zweiter: Man

muss die Kräfte bündeln und das Wesen

in den Raum stellen“, sagt Heinrich Meyer.

Er ist ein Bildhauer, der die im Naturstein

vorhandene Zeichnung mit plastischen

Motiven verbindet und dann scheinbar realistische

Bilder von Landschaft herausarbeitet.

Aus dieser Verbindung lässt sich die

besondere Wirkung seiner Steine erklären:

Sie potenzieren das „Sowohl-Als-Auch“

der Bildhauerei, immer Material und Bild

gleichzeitig zu sein. Die Werke erwecken

den Eindruck, als würde sich das Gesehene

aus der Logik des Steins ergeben. Jedoch

in der vertieften Wahrnehmung löst sich

die Trennung von Material und Bild auf.

Koper/Ogiermann Im Schwarm

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

Die vierte gemeinsame Arbeit der bildenden

Künstlerin Dina Koper und des Komponisten

Christoph Ogiermann ist ein

visuell-elektroakustisches Projekt. Grundausstattung

des Raums sind aus unzähligen

Abbildungen und Zeichnungen von

Koper zusammengesetzte, den Raum füllende

„Fraktale Gehänge“. Auf den Gehängen

erzeugen Licht und Videoprojektionen

stets neue skulpturale Raumeindrücke.

Die mehrkanalige Arbeit von Ogiermann

für dieses Projekt ist aus instabilen

Schwingkreisen gewonnene elektroakustische

Musik, die an „natürliche“ Massenphänomene

erinnert. In ihren Bedeutungsebenen

kreist die Arbeit um mögliche

Themen wie Schwärme, Dickicht aber

auch um Sexualität, Mythos und Körper.

Dorothee Prühl Ornament und Skulptur

7. November 2021 bis 13. Februar 2022

„Schmuck ist mir wichtig in seiner ursprünglichen

Bestimmung. Dazu gehören

Tragbarkeit, Haltbarkeit und Kostbarkeit

im weitesten Sinne. Am Material interessieren

mich neben den ästhetischen vor

allem die formbestimmenden Eigenschaften.

Halsschmuck ist für mich Schmuck par

excellence“, beschreibt Dorothea Prühl ihre

Kunst. Dorothea Prühl (geb. 1937) schafft

Schmuck wie Skulptur. Ihr Werk entstammt

Gerhard-Marcks-Haus, Am Wall 208, 28195 Bremen

www.marcks.de

der Tradition der Kunstgewerbeschule Burg

Giebichenstein in Halle, wo die Tradition des

frühen Bauhauses auch nach dem Zweiten

Weltkrieg weitergeführt wurde. Die Idee,

dass bildende Kunst und Design sich gegenseitig

befruchten, führte zur Einrichtung

einer Metallwerkstatt, die sowohl in Richtung

Bildhauerei als in Richtung Schmuck

ausbildete. Das Werk von Prühl entstammt

dieser produktiven Verbindung.

Abb. oben: Elisabeth Wagner, Lucretia unterm Rock, 2010, Gips bemalt, Packpapier, Rollbrett, Bild-Kunst, Bonn 2021 // rechts

Mitte: Dina Koper, Im Schwarm, 2021, Papier, Scherenschnitt, Collage, VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // rechts unten: Heinrich

Meyer, Luft, 2009, Marmor // links unten: Dorothee Prühl, Große Schmetterlinge, 2015, Ulmenholz, Verschlusshaken: Gold

kunst:stück 7


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Was bleibt

Die Sammlung regionaler Kunst Bremen

17. Oktober bis 19. Dezember 2021

Städtische Galerie Bremen | www.staedtischegalerie-bremen.de

Was bleibt? Was bleibt! Zum Beispiel Kunst.

Nach einer Zeit beschleunigter Digitalisierung

und ungewisser gesellschaftlicher

Übereinkünfte zeigt die Städtische Galerie

Bremen die Sammlung regionaler Kunst,

die wir verwahren. Dieser Bremer Schatz

mit über 6.000 Werken ist ein Besitz aller

Bremer*innen, ein repräsentativer Einblick

in die regionale Kunstgeschichte, die wiederum

bei all ihren besonderen Entwicklungen

die wichtigen künstlerischen Strömungen

seit der Nachkriegszeit in lokaler

Ausprägung beinhaltet. Die Kunstsammlung,

die im Kern in den Jahren 1984 bis

2004 im Rahmen des Programms Soziale

Künstlerförderung entstanden ist, kann

gewöhnlich nur in Auszügen in den Räumen

städtischer Behörden erlebt werden.

Die Ausstellung WAS BLEIBT bietet einen

Einblick in die regionale Kunst und

die Struktur der Sammlung. Im Kontext

aktueller kurzlebiger digitaler Ereignisse

verweist die Ausstellung darüber hinaus

auf das Potenzial kultureller Artefakte,

ihre eigene Zeit zu vermitteln und jederzeit

einen neuen Blick auf ihre unvergängliche

Bedeutung zu werfen. Was insbesondere

in den 1980er und 1990er Jahren in

Bremen künstlerisch los war, was vergessen

wurde, was scheinbar zeitlose Bedeutung

mit sich bringt und was aktuelle Fragestellungen

angestoßen hat, lässt sich

anhand der zahlreichen künstlerischen

Exponate ablesen. Mit diesen verbunden

war eine einzigartige Art der Förderung

von Künstler*innen im Bewusstsein der

außerordentlichen Bedeutung von Kunst

für eine Gesellschaft. Die Krise der Pandemie,

aus der heraus wir auf die dauerhafte

Kraft der regionalen Kunstsammlung

verweisen wollen, hat 2020 dazu geführt,

dass in einem ersten Soforthilfeprogramm

Bremer Künstler*innen, denen Ausstellungen

und die Möglichkeit von Verkäufen

weggefallen waren, durch Ankäufe ihrer

Arbeiten unterstützt wurden. Um dieses

jüngste Konvolut der Sammlung regionaler

Kunst gruppieren sich in der Ausstellung

WAS BLEIBT Beispiele verbreiteter künstlerischer

Ansätze der Bremer Kunstszene

und unvergleichliche künstlerische Positionen.

Öffnungszeiten:

Di-So 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr, Eintritt frei

Städtische Galerie Bremen

Buntentorsteinweg 112, 28201 Bremen

– – –

Abb. linke Seite, oben: Marina Schulze, Ohne Titel (A XVIII) 2020, Öl und Acryl auf Leinwand, 38 x 42 cm, Foto: Frank

Scheffka © Marina Schulze bei VG Bild-Kunst, Bonn // unten: Markus Genesius/WOW 123, Titel: Glow, Spraypaint on Canvas,

2015, 80 x 80 cm © Markus Genesius // Diese Seite oben: Edith Pundt, Aus der Serie Fensterbilder (Wilke Atelier,

Bremerhaven), 2014, Fotografie auf Pappe, 50 x 70 cm © Edith Pundt bei VG Bild-Kunst, Bonn

kunst:stück 9


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Big friends

Plastiken von Amir Omerović

und Malerei von Milan Mihajlović

2. Oktober (Eröffnung: 16–19 Uhr) bis zum 19. Dezember 2021

Atelier Brandt Credo | www.atelier-brandt-credo.de

Es gibt sie noch, die besonderen Momente,

die spannenden Ereignisse: Fast 100 Einzelausstellungen

hat die Galerie im Altbremer

Haus ausgerichtet und jetzt findet die Doppelausstellung

zweier Künstler statt, die

sich als wirklich enge und beste Freunde

gefunden haben. Vor gut 20 Jahren haben

sich der Bildhauer Amir Omerović und der

Maler Milan Mihajlović in München kennengelernt.

Daraus ergaben sich eine Vielzahl

von gemeinsamen Ausstellungen und

unendlich viele Gespräche über Kunst, Gott

und die Welt. Was sie verbindet und sie als

große Gemeinsamkeit sehen, ist die Freude

an der Zusammenarbeit und am Experimentieren.

Die Besucher der aktuellen Ausstellung

erleben zwei unterschiedliche künstlerische

Positionen – Plastiken und Malerei,

die sich zu einem harmonischen Ganzen

vereinigen.

Die Plastiken von Amir Omerović scheinen

Geschichten zu erzählen. Es sind immer

wieder humorvolle Ansätze, denn die

10 kunst:stück


. bremen

Amir und Milan

Bronzeplastik und Malerei

Arbeiten entwickeln sich aus einer Lust

am Machen – oft spontan und spielerisch.

Der Künstler entdeckt für seine Arbeiten

immer wieder neue Werkstoffe, die die

Grundlage für seine Bronzearbeiten - zumeist

Unikate - bilden.

Die Malerei von Milan Mihajlović beeindruckt

durch Farbigkeit und Bewegung.

Die Arbeiten sehen spontan aus, aber jeder

Strich ist geplant, jede Pinselsetzung

durchdacht.

Der Austausch, die künstlerische Auseinandersetzung,

die Freude am Experimentieren,

die Lust am Machen verbindet zwei

künstlerische Positionen und zwei Künstler

zu ‚Big friends‘.

Amir Omerović, 1971 in Bremen geboren,

verbrachte Kindheit und Jugend größtenteils

in Bosnien-Herzegowina. Nach dem 6

jährigen Kunststudium mit dem Schwerpunkt

Bildhauerei machte er 2002 das Diplom

an der Hochschule für Künste in Bremen

und studierte 2003 als Meisterschüler

bei Prof. Bernd Altenstein. Er lebt und arbeitet

in Bremen.

Milan Mihajlović, geboren 1953 in einem

Bergdorf 60 Kilometer südlich von Sarajewo,

lebt und arbeitet seit 1979 in München.

Beide Künstler zeigten ihre Werke in zahlreichen

Ausstellungen im In- und Ausland.

Atelier Brandt Credo

Meyerstraße 145, 28201 Bremen

kunst:stück 11


. bremen

Kunsthalle Bremen | Am Wall 207 | 28195 Bremen

T. 0421 329080 | www.kunsthalle-bremen.de

– Manet und Astruc. Künstlerfreunde | 23.10.21 bis 27.2.22

– Goya und Manet. Radierungen | 23.10.21 bis 27.2.22

– Für die Kunst heute. 50 Jahre Förderkreis für Gegenwartskunst

| 11.9.21 bis 30.1.22

Elisabeth Wagner, Lucretia

unterm Rock, 2010, Gips bemalt,

Packpapier, Rollbrett, Bild-Kunst,

Bonn 2021, Gerhard Marcks-Haus

Gerhard-Marcks-Haus | Am Wall 208 | 28195 Bremen

T. 0421 9897520 | www.marcks.de

– Ruud Kuijer. Bildhauerei! Was sonst? | bis 24.10.

– Ngozi Schommers. The Way We Mask | bis 24.10.

– Patricia Lambertus. zweijahrtausendfern | bis 24.10.

– Emil Utitz und Gerhard Marcks. Tsurikrufn | bis 24.10.

– Elisabeth Wagner. „hinten links ist Schimmer“ | bis 13.2.22

– Hermann Meyer. Panorama | 7.11.21. bis 13.2.22

– Koper/Ogiermann. Im Schwarm | 7.11.21. bis 13.2.22

– Dorothee Prühl. Ornament und Skulptur | 7.11.21. bis 13.2.22

Städtische Galerie | Buntentorsteinweg 112 | 28201 Bremen

| T. 0421 3615826 | www.staedtischegalerie-bremen.de

– Was bleibt. Die Sammlung regionaler Kunst Bremen | 17.10.

bis 19.12.

Markus Genesius/WOW 123,

Titel: Glow, Spraypaint on

Canvas, 2015, 80 x 80 cm ©

Markus Genesius, Städtische

Galerie Bremen

Übersee-Museum Bremen | Bahnhofsplatz 13 | 28195 Bremen

| T. 0421 160380 | www.uebersee-museum.de

– Junge Wilde. Tierisch erwachsen werden | 2.10.21 bis 10.3.22

Museen BöttcherstraSSe | Böttcherstraße 6–10 | 28195

Bremen | T. 0421 3388222 | www.museen-boettcherstrasse.de

– Tausche Cranach gegen Monet. Meisterwerke aus den Sammlungen

Rau und Roselius | bis 30.1.22

Galerie mitte im Kubo | Beim Paulskloster 12 | 28203

Bremen | T. 0421 76026 | www.galeriemitte.eu

– This is not a Photo, Teil II / Projekt Fotografie 2021 | 22.10.(Eröffnung:

19 Uhr) bis 5.12. (Finissage: 16 Uhr)

Ulli Bomans, Face it

Galerie Mitte

Atelier Brandt Credo | Meyerstraße 145 | 28201 Bremen

T. 0421 558455 | www.atelier-brandt-credo.de

– Big friends. Plastiken von Amir Omerović | 2.10. bis 19.12.

Künstlerhaus Bremen | Am Deich 68/69 | 28199 Bremen

T. 0421 508598 | www.kuenstlerhausbremen.de

– Irina Gheorghe. Methods for the Study of What Is Not There

| bis 21.11.

Amir und Milan, Bronzeplastik

und Malerei, Detail, Atelier

Brand Credo

Kunstmix | Produzentengalerie im Schnoor | Kolpingstraße 18

28195 Bremen | T. 0421 68534406 | www.kunstmixbremen.de

– Katrin Schütte. Konstruktionen, Malerei und Objekte | 3.10.

(Eröffnung: 15–17 Uhr) bis 29.10.

– Pia van Nuland. End of Season, Linolschnitt | 31.10. (Eröffnung:

15–17 Uhr) bis 26.11.

12 kunst:stück


hinten links

ist Schimmer

7. 11. 2021 – 13. 2. 2022

Elisabeth

Wagner

Dienstag bis

Sonntag

10 – 18 Uhr

Donnerstag

10 – 21 Uhr

Am Wall 208

28195 Bremen

www.marcks.de

bäuerle

Gefördert von

freundes

kreis

Medienpartner

Elisabeth Wagner ©VG Bild-Kunst, Bonn 2021


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– Leuchtstoff. kunstmix & friends | 28.11.21 (Eröffnung: 15–17

Uhr) 28.01.22

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst e.V. | Teerhof

21 | 28199 Bremen | T. 0421 500897 | www.gak-bremen.de

– Felix Dreesen . Von Wolkenschäden | bis 24.10.

– Last notes before entering the building. Meisterschüler*innen

der HfK Bremen | 13.11.21 bis 9.1.22

Pia van Nuland. End of Season

Kunstmix

Galerie Herold | Künstlerhaus Güterbahnhof

Beim Handelsmuseum 9 | 28195 Bremen | https://galerieherold.de

– Material Girls – Ulrike Brockmann, Claudia Christoffel, Franziska

von den Driesch, Franziska Keller, Edeltraut Rath, Sabine

Schellhorn, Ute Seifert | bis 17.10.

– Anne Krönker und Tim Reinecke – Serviervorschlag | 5.11.

(Eröffnung: 20 Uhr) bis 12.12.

Galerie des Westens | Reuterstraße 9–17 | 28217 Bremen

T. 0421 3807990 | www.gadewe.de

– The Kids Are Alright. Klasse Heike Kati Barath | bis 15.10.

Fritz Stuckenberg, Selbstbildnis,

um 1909, Öl auf Leinwand,

Sammlung Haus Coburg

Städtische Galerie Delmenhorst | Fischstraße 30

Delmenhorst | www.staedtische-galerie-delmenhorst.de

– Bicycle. Das Rad neu erfinden | bis 31.10.

– Sammlungspräsentation | 20.11.21 bis 16.1.22

Dolf Bissinger

Rot – Malerei

30. Oktober (Eröffnung: 18 Uhr) bis zum 21. November 2021

Kunst [ ] Raum Bremen

Die Farbe Rot spielt in der Malerei von

Dolf Bissinger eine große Rolle. Die Herausforderung

für ihn ist, dass Rot üblicherweise

als laute Farbe gilt. Stille ist

jedoch ein zentraler Aspekt in seiner Arbeit.

So geht es auch darum, im Rot die

Dimension der Stille anklingen zu lassen

und darin die nicht so offensichtliche Seite

dieser Farbe frei zu legen. In vielen

Farbschichten lotet er ihre Grenzen und

Möglichkeiten aus, nutzt das Spektrum

von Orange bis hin zu Pink oder Violett.

In kleinen und großen Formaten wird

Vielfalt und Wirkung der Farbe Rot erkundet.

Eröffnung:

Samstag 30.10.2021 um 18 Uhr

Es spricht Ute Seifert, Kunst [ ] Raum

Finisage und Lesung:

Sonntag 21.11.2021 um 18 Uhr

Rainer Iwersen liest aus Orhan Pamuk "Rot

ist mein Name"

Zu den Veranstaltungen bitte die GGG-Regel

als Zugangsvoraussetzung zu berücksichtigen.

Es gilt Maskenpflicht.

Öffnungszeiten:

mittwochs 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr, sowie

nach telefonischer Vereinbarung 0151

12755983 oder 0421 701918

Kunst [ ] Raum Bremen

Rückertstraße 21, 28199 Bremen

14

kunst:stück


Atelier Brandt Credo

. bremen

Die Galerie im Altbremer Haus

Aktuelle Informationen

unter www.atelier-brandt-credo.de

Meyerstr.145 | 28201 Bremen | Tel. 0421 – 55 84 55

mail@atelier-brandt-credo.de

FASZINATION OSTFRIESLAND

MALEREI, ZEICHNUNG, DRUCKGRAPHIK

5. SEPTEMBER BIS 31. OKTOBER 2021

Alfred Kaufner, Ohne Titel, 2003 (Detail)

KUNSTHAUS LEER

Turnerweg 5, 26789 Leer | 0491 926 1531

www.kunsthaus-leer.de | Di–Do + So 14–17 Uhr

Dolf Bissinger, Rot 2000, 108 x 237 cm, 3-tlg, Pigment auf Büttenpapier

kunst:stück 15


. bremen & umzu

Syker Vorwerk | Waldstraße 76 | 28857 Syke | T. 04242

577410 | www.syker-vorwerk.de

– Auf ins Kaff | | 17.10. (Eröffnung: 12 Uhr) bis 26.12

Dana Levy, Forget me not, 2020,

aus zehnteiliger Serie, found photography,

Syker Vorwerk

Die Worpsweder Museen | Barkenhoff | Große Kunstschau

| Haus im Schluh | Worpsweder Kunsthalle | T. 04792

3968 I www.worpswede-museen.de

– Martha Vogeler. Leben mit der Kunst | bis 7.11., Haus im Schluh

– WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens – Sandra

Boeschenstein und Young-Jae Lee zu Gast in Worpswede |

bis 30.1.22 | Barkenhoff + Große Kunstschau

MUSEUM AM MODERSOHN-HAUS | Hembergstraße 19

27726 Worpswede | www.museum-modersohn.de

– Paula in Worpswede. Ein Frauenleben um 1900 | bis 31.10.

Heinrich Vogeler, Zentralasien,

1927, Öl auf Leinwand, Inv. Nr. A

III 274, Nationalgalerie, Staatliche

Museen zu Berlin, Foto: © Nationalgalerie,

SMB / Eike Knopf,

Worpswede

ALTES RATHAUS | Bergstraße 1 | 27726 Worpswede | www.

gemeinde-worpswede.de

– Paula Modersohn-Becker open air| bis 31.10.

SKULPTUREN IM ÖFFENTLICHEN RAUM | Bergstraße | 27726

Worpswede | www.galerie-altes-rathaus-worpswede.de

– Tote gibt’s hier genug! Fünf lebendige Positionen | bis 08.05.22

Galerie des nwwk im Village | Bergstraße 22 | 27726

Worpswede | www.nwwk.de

– Marikke Heinz-Hoeck. Legenden und Sternenstaub, Bilder

und Objekte | 3.10. bis 28.11.

Marikke Heinz-Hoeck. Stardust II,

Zeichnungen aus NASA Fotografie

(Detail), Galerie des nwwk

Historisches Museum Bremerhaven | An der Geeste

27570 Bremerhaven | T. 0471 308160 | www.historischesmuseum-bremerhaven.de

– Bremerhavener Werbestrategien. Slogans und Wahrzeichen

bis 31.10

Deutsches Pferdemuseum e.V | Holzmarkt 9 | 27283

Verden / Aller | T. 04231 807140 | www.dpm-verden.de

– Legendär! Sonderausstellung über Helden mit Hufen | bis 31.10.

Bremerhaven Werbestrategien

– Slogans und Wahrzeichen, © Historisches

Museum Bremerhaven

Kunsthaus Stade | Wasser West 7 | 21682 Stade | T. 04141

7977320 | www.museen-stade.de

– Jacoba van Heemskerck. Kompromisslos modern | bis 6.2.22

Die Ausstellung zeigt ca. 60 Werke aller Schaffensphasen

Sjoerd Knibbeler, In Elements,

2020, Fotos: Lukas Spörl,

Museum Kunst der Westküste

Museum Kunst der Westküste | Hauptstraße 1 | 25938

Alkersum/Föhr | T. 04681 747400 | www.mkdw.de

– Neue Schätze im MKdW. Von Max Liebermann bis Jochen

Hein | bis bis 13.1.2022

– Sjoerd Knibbeler. In Elements | bis 16.1.2022

– Made on Föhr. Fotografie aus dem Artist-in-Residence-Programm

/ Nicole Ahland, Elina Brotherus, Thomas Wrede | bis 5.12.

16 kunst:stück


Heinrich Vogeler, Zentralasien (Ausschnitt), 1927, Öl auf Leinwand

Staatliche Museen zu Berlin/Neue Nationalgalerie, Inv. Nr. A III 274

Foto: © Nationalgalerie, SMB/Eike Knopf

WIR. Bilder für eine neue

Kunst des Zusammenlebens

bis 6. März 2022

Barkenhoff und Große Kunstschau

Aktuelle Corona-Infos, Öffnungszeiten, den BLOG und die digitalen

Angebote der Worpsweder Museen finden Sie über den QR-Code.

www.worpswede-museen.de


. stade

Jacoba van Heemskerck

Kompromisslos modern

25. September 2021 bis 6. Februar 2022

Kunsthaus Stade | www.museen-stade.de

Jacoba van Heemskerck (1876, Den Haag

– 1923, Domburg) hat in weniger als zwei

Jahrzehnten ein kraftvolles Œuvre geschaffen,

das Gemälde, Grafiken, Mosaike

und Glasarbeiten umfasst. Zu Lebzeiten

steht die niederländische Künstlerin

im Zentrum der Avantgarde und Sturm-

Bewegung um Herwarth und Nell Walden

in Berlin. Bald nach ihrem Tod gerät sie jedoch

in Vergessenheit, so wie viele Künstlerinnen

zu Beginn des 20. Jahrhunderts,

die erst langsam wiederentdeckt wurden

und immer noch werden.

Rhythmische Kompositionen des Bildraums,

schwarze Umrisslinien und

ein intensiver Farbeinsatz prägen van

Heemskercks expressive Landschafts-,

Stadt- und Hafenmotive. Sie sind von

der niederländischen Natur und regelmäßigen

Sommeraufenthalten am Meer

geprägt. Dabei geht es van Heemskerck

jedoch weniger um eine unmittelbare

Wiedergabe der sichtbaren Umgebung.

Vielmehr eröffnet sich ihrer Auffassung

nach hinter der äußeren Natur eine Welt

aus Licht, Energie, Farben und Formen,

die von einer Verbindung allen Lebens

zeugt. Lebewesen teilen einen Élan vital,

wie der Philosoph Henri Bergson es

in dieser Zeit als ein vitalistisches Verständnis

von Natur und Kosmos formuliert.

Das Geäst und die Wurzeln eines

Baums, die sich bei van Heemskerck über

die gesamte Bildfläche verteilen können,

werden auf diese Weise zu alles durchströmenden

Lebensadern.

Van Heemskercks Lebensanschauung ist

von einem damals aufkommenden Weltbild

geprägt, das einen reinen Positivismus

für überholt hält. Dies zeigt sich in

der Lehre der Anthroposophie, mit der

sich van Heemskerck beschäftigt. Auch

in der Sturm-Bewegung, der sie von 1913

bis 1923 neben Künstler*innen wie Franz

Marc, Wassiliy Kandinsky, Gabriele Münter

oder Alexej Jawlensky angehört, werden

neue Auffassungen von Kunst und Gesellschaft

begründet. Heute, wo wir unter

anderen Vorzeichen gefordert sind, die

komplexen Zusammenhänge in der Welt

als Ganzes zu sehen, ist das Werk wieder

höchst aktuell.

18 kunst:stück


. stade

Abb. v.l.n.r.: Jacoba van Heemskerck, Bild (Landschaft mit Bäumen und Bergen), 1915 © Sammlung Kunstmuseum Den Haag

// Jacoba van Heemskerck, Bild no. 18, 1915 © Sammlung Kunstmuseum Den Haag // Jacoba van Heemskerck, Bild Nr. 36, 1915,

Öl auf Leinwand © Sammlung Kunstmuseum Den Haag

Jacoba van Heemskerck ist nach ihrer

Entscheidung für die Künstlerinnen-Laufbahn

zunächst im Umfeld der Maler Jan

Toorop und Piet Mondrian tätig. Sie stellt

in Amsterdam, Domburg, Brüssel und Paris

mit überwiegend männlichen Kollegen

aus. Luminismus und Kubismus kennzeichnen

ihre frühen Werke. Von 1913 bis 1923

gehört sie zur avantgardistischen Bewegung

des Sturm in Berlin und ist dort nach

Oskar Kokoschka die meist gezeigte künstlerische

Position. Nach ihrem frühen Tod

im Alter von 47 Jahren gerät van Heemskerck

nahezu in Vergessenheit. Vor allem

die Verbindung zu theosophisch-spirituellen

Themen wurde bei der späteren Rezeption

von Künstlerinnen oft nachteilig

ausgelegt, während sie für Künstler, wie

zum Beispiel Mondrian, wenig störend

oder gar förderlich war. Die Ausstellung

will auch dazu beitragen, die genderbedingte

Rezeptionsgeschichte kritisch zu

reflektieren.

In Deutschland fand vor rund vierzig Jahren

(1983/84) die erste Einzelausstellung

zu Jacoba van Heemskerck in Berlin, Stuttgart,

Saarbrücken, Bonn und Erlangen

statt, die zunächst wenig Nachhall hervorrief.

Nach der Wiederentdeckung van

Heemskercks in den Niederlanden in Folge

der Ausstellung «Jacoba van Heemskerck.

A Rediscovery» im Kunstmuseum

Den Haag im Jahr 2005 und ihrer wichtigen

Rolle in der Gruppenausstellung «Sturm-

Frauen» (2015/16) der Schirn Kunsthalle

Frankfurt, wird die Künstlerin nun als eine

singuläre Position der Moderne auch

in Deutschland einem großen Publikum

vertiefend vorgestellt.

Die Ausstellung zeigt ca. 60 Werke aller

Schaffensphasen, Leihgaben aus dem

Kunstmuseum Den Haag, das mit über

250 Werken den größten Bestand an Werken

van Heemskercks in einer Sammlung

beherbergt. Sie ist eine Kooperation mit

dem Kunstmuseum Den Haag, der Kunsthalle

Bielefeld und dem Edwin Scharff

Museum unter der Schirmherrschaft des

Königreichs der Niederlande in Deutschland.

Anliegen der Ausstellung ist es, van

Heemskercks Rolle im Kunstgeschehen vor

genau 100 Jahren zu untersuchen, die bis

heute bestehende Relevanz ihres Werkes

deutlich zu machen und ihr internationales

Wirken zwischen den Niederlanden und

Deutschland aufzuzeigen. Nicht zuletzt

möchte die Ausstellung eine fast vergessene

Künstlerin der Moderne wieder in das

öffentliche Bewusstsein rücken.

Museen Stade, Kunsthaus

Wasser West 7, 21682 Stade

kunst:stück 19


. worpswede

Sandra Boeschenstein und Young-Jae Lee

zu Gast in Worpswede

bis 30. Januar 2022

Große Kunstschau Worpswede | www.worpswede-museen.de

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts

»WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens«

sind Sandra Boeschenstein

und Young-Jae Lee in der Rotunde

der Großen Kunstschau Worpswede zu

Gast. Ausgangspunkt der Installation von

Sandra Boeschenstein ist Paula Modersohn-Beckers

Gemälde Halbakt einer sitzenden

Bäuerin aus dem Jahr 1900. Die Radikalität

dieses Bildes, das Boeschenstein in

ihre Rotunden-Arbeit integriert hat, liegt in

der direkten Konfrontation des Betrachtenden

mit der halb entblößten Frau und

mit den sich in der Darstellung ihres Gesichts

spiegelnden, zwischen Scham und

Selbstbehauptung changierenden Emotionen.

Das Gemälde fordert den Betrachtenden

durch die realistisch dargestellte

Körperlichkeit der Frau heraus und konfrontiert

ihn mit seiner eigenen Leiblichkeit.

Diese anzunehmen und zu bejahen

ist die Voraussetzung für eine gefestigte

Identität und ein offenes In-der-Welt-Sein,

für ein starkes Ich wie für ein reiches Wir,

das sich in der Begegnung mit den anderen

Ichs entfaltet.

Die Arbeit von Sandra Boeschenstein setzt

an diesem Punkt an. Sie reagiert auf das

Gemälde mit acht Abdrucken ihres eigenen

Körpers auf weißem Papier. Diese Drucke

stellt sie dem Modersohn-Becker Gemälde

zur Seite. Die Abdrucke ihres Torsos

ergänzt und umspielt sie mit detailreich

gezeichneten Elementen – einer Kamera,

einem Fernglas, Vögeln oder einer angedeuteten

Landschaft. Darstellungsformen,

Perspektiven und Dimensionen verschieben

sich, es entsteht ein Spiel mit Realitäts-

und Wahrnehmungsebenen; überall

gibt es für den Betrachtenden etwas zu

entdecken. Die Zeichnung verlässt die Blätter,

setzt sich auf der Wand fort und wird

durch Objekte und reale Gegenstände –

zwei Äpfel, ein Paar Schuhe – angereichert.

Spielerisch und spontan, hellsichtig und humorvoll

erkundet und erobert die Künstlerin

das Rund der Rotunde, lädt mit vielen,

manchmal winzigen Details zu immer

neuen Entdeckungen ein, bietet Brücken

vom Sehen zum Denken an und stellt die

Seh- und Denkgewohnheiten der Betrachtenden

ein ums andere Mal auf die Probe.

20 kunst:stück


. worpswede

Sandra Boeschenstein vor dem "Halbakt einer sitzenden Bäuerin" von Paula Modersohn-

Becker in der Rotunde der Großen Kunstschau und beim Zeichnen vor Ort. Im Vordergrund

die Arbeit "111 Schalen" von Young-Jae Lee. © Matthias Jäger / Worpsweder Museumsverbund

Das »Ich«, das uns in Sandra Boeschensteins

Körperdrucken begegnet, öffnet

die koreanische, seit 1972 in Deutschland

lebende Keramikerin Young-Jae Lee auf

faszinierende Weise zum »Wir«. Unter der

eingehängten Kuppel der Rotunde sind

auf dem Boden 111 Schalen aufgestellt.

Handgetöpfert und unterschiedlich glasiert,

gleicht keine Schale der anderen, und

doch antwortet jede durch ihre nach oben

geöffnete Form auf die nach unten sich

öffnende Kuppel der Rotunde.

Seit rund 40 Jahren stellt die in Korea und

in Deutschland ausgebildete Young-Jae

Lee ihre Schalen in Museen aus und ist international

in zahlreichen Sammlungen

vertreten. Dabei offenbaren die Schalen

ihr Geheimnis erst, wenn eine große Anzahl

von ihnen gezeigt wird: das Spiel von

Ähnlichkeit und Differenz.

Vom Ich zum Wir: In der Zusammenstellung

von 111 Schalen unter der Kuppel der

Rotunde, im Spiel von Ähnlichkeit und Differenz

zwischen den einzelnen Schalen

entsteht ein Sinnbild für ein gelingendes

Miteinander von Menschen. Wir teilen die

gleichen biologischen Grundlagen und ähneln

uns in Vielem, gleichzeitig unterschei-

den wir uns, und erst im Austausch der

Übereinstimmungen und Unterschiede

wird das Eigene kenntlich und erfahrbar –

so, wie sich der formale Reichtum und die

Schönheit der 111 Schalen erst in ihrer Vielfalt

zeigt. In religiösen Kontexten, die in

der Arbeit von Young-Jae Lee eine wichtige

Rolle spielen, wird der Mensch als tönernes

Gefäß beschrieben, das von Gott geformt

und dessen offene, leere Mitte von

ihm mit dem Lebensatem gefüllt wird – der

Mensch ist Teil der vielfältigen menschlichen

Gemeinschaft und gleichzeitig ein

Gefäß für das Göttliche.

Nach dem Gastspiel der beiden Künstlerinnen

wird die Gemeinschaftsausstellung

»WIR. Bilder für eine neue Kunst des Zusammenlebens«

noch bis einschließlich 6.

März 2022 im Barkenhoff und in der Großen

Kunstschau gezeigt.

Aktuelle Corona-Infos, die Öffnungszeiten,

den BLOG und die digitalen Angebote der

Worpsweder Museen finden Sie über den

folgenden QR-Code: http://qrco.de/WorpswederMuseenDigital

www.worpswede-museen.de

Worpswede

kunst:stück 21


. worpswede

Abb. oben: Arbeit von Eva Sörensen // Abb. unten: Sibylle Berkefeld, Foto: Prinzenstudio Hannover

Kunsthandwerkermarkt

im Rathaus Worpswede

20. und 21. November 2021, 11–18 Uhr

Rathaus Worpswede | www.worpsweder-kunsthandwerk.de

Seit 1989 findet immer am Samstag und

Sonntag vor dem 1. Advent ein Kunsthandwerkermarkt

im Worpsweder Rathaus

statt. Ursprünglich als Privatinitiative

einer Gruppe Worpsweder

Kunsthandwerker*innen gegründet und

organisiert, ist der Markt zu einem beliebten

Ziel geworden.

Seit diesem Jahr wird der Kunsthandwerkermarkt

im Rathaus von der Gemeinde

Worpswede veranstaltet und bezieht

Aussteller*innen überregional ein.

Rund 30 professionelle Handwerker*innen

und Designer*innen präsentieren sich mit

ihren Ständen auf 2 Etagen des Worpsweder

Rathauses. Auf dem Außengelände findet

sich Platz für weitere Aussteller*innen

in kleinen Zelten. Es werden Arbeiten aus

verschiedensten Handwerken angeboten:

Neben Textilschaffenden mit Gewebtem,

Gefilztem, Genähtem, schicken

Hüten und Mützen sind in diesem Jahr

auch Goldschmied*innen, Drechsler, Keramikerinnen,

Feintäschner*innen sowie

Metallhandwerker vertreten. Auch Glasschmuck,

Papierarbeiten und originelle

Handpuppen sind zu sehen.

Zugelassen sind nur Kunsthandwerker*

innen und Designer*innen, die sich professionell

mit der zeitgenössischen Gestaltung

und Herstellung von Gebrauchsgütern

und angewandter Kunst im Bereich

Unikat oder Kleinserien beschäftigen.

Rathaus Worpswede

Bauernreihe 1, 27726 Worpswede

22 kunst:stück


. worpswede

kunst:stück 23


. worpswede

Marikke Heinz-Hoeck. Stardust II, Zeichnungen aus NASA Fotografie , 100/210 cm (Detail)

Marikke Heinz-Hoeck

Legenden und Sternenstaub

Bilder und Objekte

03. Oktober 2021 bis 28. November 2021

Galerie des nwwk im Village | www.nwwk.de

Marikke Heinz-Hoek arbeitet als Multi-

Mediakünstlerin seit Jahren zum Thema

Erinnerung und Legendenbildung. In der

Ausstellung im oberen Raum geht es um

großformatige norddeutsche Landschaftsmotive,

die auf Nasa-Fotografien gezeichnet

wurden. Im unteren Bereich erwarten

den Besucher Fotoarbeiten, Texte und Objektinstallationen,

die den Worpsweder Legenden

Rainer Maria Rilke, Clara Westhoff

und Paula Modersohn Becker gewidmet

sind. Sie alle verbindet ein poetisch-melancholischer

Grundton, dem eine Spur Humor

hinzugefügt wurde.

Öffnungszeiten:

Donnerstag –Sonntag, 10–18 Uhr

Galerie des nwwk im Village

Bergstraße 22, 27726 Worpswede

24 kunst:stück


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. syke

Dana Levy, Forget me not, 2020, aus zehnteiliger Serie, found photography

כפר Auf ins Kaff

Mit: Hadas Amster, Daniel Laufer, Dana Levy, Michaela Melián,

Sala-Manca, Ali Shrago-Spechler

Kuratiert von Nicole Giese-Kroner und Elianna Renner

17. Oktober (Eröffnung: 12 Uhr) bis 26. Dezember 2021

Syker Vorwerk | www.syker-vorwerk.de

Das Syker Vorwerk – Zentrum für zeitgenössische

Kunst nimmt das Festjahr

#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland

zum Anlass, das interdisziplinäre Projekt

„Auf ins KAFF ‏“כפר anzustoßen, das

sich an der Schnittstelle von Wissenschaft,

Gegenwartskunst und Gesellschaft bewegt

und dessen Ergebnisse eine Kunstausstellung

mit zeitgenössischen Positionen bilden,

die mit begleitenden Veranstaltungen

umrahmt wird. Konzeptioneller Ausgangspunkt

ist die Geschichte der jüdischen Gemeinde

in Syke im niedersächsischen Landkreis

Diepholz.

Am 17. Oktober beginnt die Ausstellung

mit internationalen Positionen zeitgenös-

sischer Kunst, die sich mit Geschichte(n)

von jüdischem Leben auf dem Land insbesondere

in Syke auseinandersetzen.

Der Titel „Auf ins Kaf ‏”כפר verdeutlicht,

dass unser Alltag und unsere Sprache bis

heute geprägt ist von der jüdischen Kultur.

Das Wort Kaff findet seinen Ursprung im

hebräischen kfar und bedeutet Dorf. Der

Titel ist als Zuruf an Künstler*innen und

Besucher*innen zu verstehen. Eine Einladung,

das vermeintliche „Kaff“ Syke und

seine Umgebung zu besuchen und eine

neue Perspektive und Sicht auf jüdische

Geschichte und Kultur zu erhalten.

Eröffnung: 17.10.2021, 12 Uhr

Aufgrund von jeweils aktuell geltenden

Maßnahmen und Verordnungen gegen

die Ausbreitung des Corona-Virus, können

wir derzeit nicht absehen, welche Veranstaltungen

in welcher Form durchgeführt

werden können. Bitte informieren Sie sich

daher vor Ihrem Besuch auf unserer Internetseite

oder per Telefon.

Syker Vorwerk

Zentrum für zeitgenössische Kunst

Am Amtmannsteich 3, 28857 Syke

26 kunst:stück


. syke

SPOT

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SZENEN

SZENEN

EINER

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RÖMISCHEN

RÖMISCHEN

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02.05.

02.05. –

14.11.2021

14.11.2021

SZENE

EINER

RÖMIS

STADT

02.05.

14.11.

Venner Straße 69 | 49565 Bramsche-Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de

Venner Straße 69 | 49565 Bramsche-Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de

kunst:stück 27


. föhr

Neue Schätze im MKdW

Von Max Liebermann bis Jochen Hein

28. Februar 2021 bis 13. Februar 2022

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Das Museum Kunst der Westküste konnte

seine Sammlung in den vergangenen fünf

Jahren um mehr als 200 bedeutende neue

Werke erweitern. Es handelt sich dabei um

Erwerbungen ebenso wie um Dauerleihgaben

und Zustiftungen. Mit der Konzentration

auf Malerei und Grafik, die unter dem

Generalthema „Meer & Küste“ in den vier

Ländern Norwegen, Dänemark, Deutschland

und in den Niederlanden zwischen

1830 und 1930 geschaffen wurden, versammelt

die weltweit singuläre und sehr

homogene Kollektion damit aktuell über

900 Arbeiten. Auch internationale zeitgenössische

Kunst, die demselben Themenspektrum

verpflichtet ist, spielt eine

wichtige Rolle.

In der Ausstellung tritt eine Auswahl der

„neuen Schätze“ in Verbindung mit Werken,

die bereits länger zum Sammlungsbestand

gehören. Die Zusammenstellung

vermittelt, wie bedeutende Themenschwerpunkte

weiter ausgebaut werden

konnten. Großen Raum nehmen Gemälde

und Ölskizzen des deutschen Impressionisten

Max Liebermann ein. Farbintensive

Nordsee- und Hafendarstellungen von

Erich Heckel repräsentieren den deutschen

Expressionismus.

28 kunst:stück


. föhr

Abb. linke Seite: Mila Teshaieva, ????? und rechts im Bild Mila Teshaieva, Zweifel, 2014, Foto Lukas Spörl // Abb. oben:

Jochen Hein, ???? 2020, Foto Lukas Spörl // Abb. unten v.l.n.r.: Anja Jensen, Ahnung, 2019 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 //

Max Liebermann, An der See - Strandbild, 1911, Dauerleihgabe im MKdW, Foto: Ehlert // Carl Hilmers, Helgoland, 1921,

Foto: Lukas Spörl // Erich Heckel, Hafeneinfahrt, 1916 © Nachlass Erich Heckel, Foto: Lukas Spörl

Neben den Skagen-Malern Michael Ancher

und Christian Krohg sind Künstler aus

Nordfriesland wie Hans Peter Feddersen

und Emil Nolde mit eindrucksvollen Landschaftsdarstellungen

vertreten.

Monumentale Gemälde von Jochen Hein

zeigen im Bereich der Gegenwartskunst

die unerschöpflichen Möglichkeiten, die

die Gattung Malerei rund um das Thema

Meer bereithält.

Fotoarbeiten der Artists in Residence

Mila Teshaieva und Anja Jensen befragen

die insulare „Heimat“ neu.

In diesem Jahr wurde das andauernde

Forschungs- und Digitalisierungsprojekt

„SAMMLUNG ONLINE“ lanciert. Nahezu

jeder Eintrag dieser neuen Rechercheplattform

ist mit umfangreichen wissenschaftlichen

Einzelwerk-Informationen – wie einer

Bildanalyse und der Herkunftsgeschichte

– versehen. Damit wurde ein erster Ausschnitt

der Sammlung über die Website

mkdw.de veröffentlicht.

Die Erkundung der aktuellen Ausstellungen

„Made on Föhr“, „Sjoerd Knibbeler. In Elements“

und „Neue Schätze im MKdW. Von

Max Liebermann bis Jochen Hein“ ist auch

virtuell über MKdW-3D möglich:

mkdw.de/de/mkdw-3d

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1, 25938 Alkersum / Föhr

QR-Code zum

virtuellen Rundgang

MKdW-3D

kunst:stück 29


. stadtland

30 kunst:stück


. stadtland

Doris Eickhoff, Dagmar Jacobsen und Hein Bohlen

Winterausstellung in der Privatgalerie Ysabel Sureth

14. November bis 12. Dezember 2021

Privatgalerie Ysabel Sureth | www.ysabel-sureth.de

Die kommende Ausstellung in der Privatgalerie

Ysabel Sureth, Achterstädter Straße

10, lädt vom 14. November bis zum 12. Dezember

2021 Besucher*Innen in ihre Ausstellungsräume

ein.

In der Abgeschiedenheit medialer Hektik,

inmitten der Weite der norddeutschen

Marschlandschaft präsentieren die

Künstler*innen Doris Eickhoff, Dagmar

Jacobsen und Hein Bohlen ihre Arbeiten.

In den unterschiedlichen Räumen, wie der

Remise und dem ehemaligen Kuhstall der

früheren Achterstädter Schule, werden

Malerei, Druckgrafik, und tragbare Bilder

gezeigt.

Die Besucher*Innen sind herzlich eingeladen

an den verschiedenen Orten zu

verweilen und die verschiedenen Kunstpositionen

auf sich wirken zu lassen.

Die Vernissage findet am 14. November

2021 um 15.00 Uhr statt und wird von der

Kunstvermittlerin Meike Janßen begleitet.

Zusätzlich ist die Ausstellung freitags von

16.00 bis 18.00 Uhr, sowie samstags und

sonntags von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Am 12. Dezember 2021 endet die Ausstellung

mit einer Finissage um 15.00 Uhr. Die

Besucher*Innen werden darum gebeten

die aktuellen Coronaregeln zu beachten.

Privatgalerie Ysabel Sureth

Achterstädterstraße 10/11, 26936 Stadland

– – –

Abb. linke Seite, von oben nach unten: Doris Eickhoff, Rotes Tuch, 2018, Öl auf Leinwand, Papierlithografie, 30x50 cm

// Dagmar Jacobsen, Zyklop III, 2018, Hohlkörpermontage von Silber mit Sternrubin , Almandin, Rohdiamant und Strandgut

// Hein Bohlen, Im Park -Acryl Bütten, 60 cm x 46 cm (links) // Hein Bohlen, Umringt, Mixed Media, Leinwand,

60 cm x 45 cm

kunst:stück 31


. oldenburg + umzu

Horst-Janssen-Museum | Am Stadtmuseum 4–8 | 26121

Oldenburg | T. 0441 2352891 | www.horst-janssen-museum.de

– Janssen animert. Bewegte Bilder von Matthias Beckmann,

Aline Helmcke, Petra Lottje, Bettina Munk und Norbert

Trummer | 16.10.21 bis 16.1.22

– Horst Janssen. Neue Dauerausstellung zum Leben und Werk

Franz Radziwill, Stillleben mit

drei Zitronen in weißer Schale,

1926, Privatbesitz,

Franz Radziwill Haus

Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Katharinenstraße 23

26121 Oldenburg | T. 0441 2353208 | www.edith-russ-haus.de

– Marolijn Dijkman - Shifting Axis | 28.10.21 bis 2.1.22

Oldenburger Kunstverein | Damm 2a | 26135 Oldenburg

| T. 0441 27109 | www.oldenburger-kunstverein.de

– Alexander Wolff. Malen vor Ort – Painting before Time

bis 07.11.

Udo Rathke, Vom Abgrund nämlich

..., 2020, Acryl, Ölkreide

und Graphit auf Bütten,

Galerie am Stall, Hude

Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Oldenburg | Damm 1 | 26135 Oldenburg | T. 0441 40570400

www.landesmuseum-ol.de

– Licht des Südens. Künstler sehen Italien | bis 24.10.

– Kabinettschau 100 Jahre "Der Fels" | bis 31.10.

– Der Oldenburger Hofmaler Tischbein und die niederländische

Kunst | 25.9.21 bis 9.1.22

Landesmuseum Natur und Mensch | Damm 38–44

26135 Oldenburg | www.naturundmensch.de

– Mission 2030 – Globale Ziele erleben | 9.10.21 bis 18.4.22

Rebecca Blöcher, MicraKosmos,

2021, Aquarellfarbe

Galerie am Stall, Hude

Franz Radziwill Haus | Sielstraße 3 | 26316 Dangast |

Tel. 04451-2777 | www.radziwill.de

– Franz Radziwill – Magie der Stille. Landschaften und Stillleben

aus privaten Sammlungen | bis 9.1.22

David Rauer & Samuel Treindl,

Preisträger der NORDWEST-

KUNST 2019, Prinzbesetzung,

2019, Foto: Axel Biewer,

Kunsthalle Wilhelmshaven

Galerie am Stall | Am Ebenesch 4 | 27798 Hude | T. 04408

8099848 | www.galerie-am-stall.de

– Ausstellung Udo Rathke „zu Hölderlin“, Zeichnungen | 14.11.

bis 19.12.

– Rebecca Blöcher. Der Micra-Kosmos, eine Graphic Novel

17.10 bis 31.10

Kunsthalle Wilhelmshaven | Adalbertstraße 28

26382 Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

– NORDWESTKUNST 2021 | 16.10. bis 21.11.

Kunsthaus Leer | Turnerweg 5 | 26789 Leer | T. 0491

9261531 | www.kunsthaus-leer.de

– Faszination Ostfriesland. Malerei, Zeichnung, Druckgraphik

bis 31.10.

Marikke Heinz-Hoek, landeinwärts

2 (Pappeln), 2008, Mischtechnik

auf Papier, 10 x 10 cm

Kunsthaus Leer

Ostfriesisches Landesmuseum emden | Brückstraße 1

26725 Emden | www.landesmuseum-emden.de

32 kunst:stück


. bremen

kunst:stück 33


. oldenburg + umzu

– Komplizenschaft. Die Sammeltätigkeit von „Kunst“ und

Stadt Emden während der NS-Zeit im Fokus der Provenienzforschung

| bis 14.11.

– Engelke up de Mue. Fotografien von Prof. Dr. Erhard Bühler

– Ostfriesland im Fokus. Szenenwechsel in der Neuen Galerie

bis Ende 2022

Hanns Ludwig Katz, Eye Operation,

1929/30, Öl auf Sperrholz, 70,4

x 39,7 cm. Kunsthalle Emden

KunstHalle eMDen | Hinter dem rahmen 13 | 26721

emden | t. 04921 975050 | www.kunsthalle-emden.de

– Welt aus den Fugen. Scharl, Katz, Radziwill | 9.10.21 bis

30.1.22

– Sven Drühl. Apokryphe Landschaften | bis 30.1.22

– Wer wir sind - was wir tun. Museales Arbeiten | bis 30.1.22

– Kunst braucht Freunde. Rendez-vous des amis | 9.10.21

bis 30.1.22

PriVatGalerie isabell sureth | achterstädterstr. 10/11

26936 stadland | www.ysabel-sureth.de

– Doris Eickhoff, Dagmar Jacobsen und Hein Bohlen – Winterausstellung

| 14.11. bis 12.12.

Hein Bohlen, Transrapid, 2020,

collagiert und übermalt

Emslandmuseum

eMslandMuseuM schloss cleMenswerth | 49751

sögel | t. 05952.932325 | www.clemenswerth.de

– d-platziert - Stadt. Land. Schloss. 75 Jahre BBK | bis 31.10.

ausstellunGszentruM Gut altenkaMP | am altenkamp

1 | 26871 Papenburg-aschendorf | t. 04962.6505

www.gut-altenkamp.de

– Autonomie der Gegensätze. Rudolf Draheim und Peter Rüwe

bis 31.10.

Rudolf Draheim, Spiegelung

Serie, Öl auf Maltuch, 2019, 150

x 110 cm, Gut Altenkamp

KunstHalle linGen | Kaiserstraße 10a | 49809 lingen

t. 0591 59995 | www.kunsthallelingen.de

– Mon coeur mis à nu (Mein Herz entblößt) | 9.10. bis 28.11.

– Veit Laurent Kurz. CORIUM | bis 24.10, / im Wasserturm

städtische Galerie nordhorn | Vechteaue 2 | 48529

nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

– Andreas Koch. Manchmal ist es besser nach draußen zu gehen

»Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2020« | bis 21.11.

Andreas Koch, „Eine Falte meines

Kopfkissens im Maßstab 20:1“,

1998, MDF, Flugzeugsperrholz,

Siebdruck, 120 x 160 x 130 cm

© Andreas Koch,

Städtische Galerie Nordhorn

kunstVerein Grafschaft bentheiM | Hauptstraße 37

49828 neuenhaus | www.kunstverein-grafschaft-bentheim.de

– Lars Karl Becker. Tap Water from Coke Bottles | bis 17.10.

– Tuğba Şimşek. Ramba Zamba | 30.10. bis 23.12.2021

Tuğba Şimşek, BAYRAM 2016, 5

Zeichnungen, Kreide, Tafellack,

Holz, Kunstverein Grafschaft

Bentheim

lichtsicht 7 ProJektions-triennale | Gradierwerke.

49214 bad rothenfelde | www.lichtsicht-triennale.de

– lichtsicht 7 projektions-triennale. Videoprojektionen auf

den Gradierwerken in Bad Rothenfelde | 22.10.21 bis 20.2.22

Zwei historische Gradierwerke bilden eine gigantische und

weltweit einzigartige Projektionsfläche.

34 kunst:stück


. bremen

Doris Eickhoff

„Rotes Tuch“ 2018

Öl auf Leinwand / Mischtechnik

Winterausstellung

14.11.-12.12.2021

Vernissage 14.11.2021, um 15 Uhr

Hein Bohlen: Malerei & Druckgrafik

Doris Eickhoff: Malerei & Druckgrafik

Dagmar Jacobsen: Tragbare Bilder & Skulpturen

www.ysabel-sureth.de

kunst:stück 35


. dangast

Franz Radziwill, Stillleben mit drei Zitronen in weißer Schale, 1926, Privatbesitz

Franz Radziwill – Magie der Stille

Landschaften und Stillleben aus privaten Sammlungen

21. März 2021 bis 9. Januar 2022

Franz Radziwill Haus | www.radziwill.de

Die Malerei Franz Radziwills (1895–1983)

ist international durch großformatige Endzeitszenarios

mit mahnender Symbolik bekannt.

Diese Motive bilden jedoch nur einen

Teil seines künstlerischen Schaffens.

Wie seine Stillleben und Landschaften

bezeugen, besitzt der Maler auch eine

Franz Radziwill, Landschaft mit zweiflügeliger Mühle, 1924,

Ölgemälde, Privatbesitz

beschauliche, friedvolle Seite. In der aktuellen

Ausstellung sind Beispiele dieser

stillen Werke versammelt. Präsentiert werden

rund 30 Gemälde, ergänzt um Aquarelle

und Zeichnungen, aus den Jahren 1920

bis 1970. Die ausgewählten Leihgaben

stammen ausschließlich aus Privatbesitz

und wurden in der Vielzahl noch nie öffentlich

ausgestellt.

Radziwills Stillleben faszinieren durch den

nahsichtigen Blick auf alltägliche Dinge.

Sie scheinen ein Geheimnis zu bergen, das

den schlichten Motiven eine magische Dimension

verleiht. Viele Bildgegenstände

sind als Inventar heute noch im Künstlerhaus

zu finden. Auf der Leinwand besitzen

sie eine solche Plastizität, dass sie den Betrachterzum

Anfassen reizen. Das „Stillleben

mit Zitronen“ ist sichtbar geprägt

von der Malerei der alten Niederländer, die

Radziwill ab 1925 begeistert studierte. Seine

Signatur hat er dort auf das Etikett der

Flasche gesetzt. Das Werk mit den leucht-

36 kunst:stück


. dangast

enden Früchten galt über Jahrzehnte als

verschollen.

Die Landschaftsbilder sind geprägt von

den täglichen langen Spaziergängen des

Malers durch das Dorf und seine Umgebung.

Neben dem Erlebnis unberührter

Natur vermitteln Frühling- und Herbst-,

Sommer- und Winterlandschaften als erkennbare

Jahreszeiten auch Momente des

Geborgenseins, der Entspannung und des

Träumens. In diesen Gemälden zeigt sich

Radziwills tiefe Verbundenheit mit der

Landschaft und ihrer Flora und Fauna.

Im Jahr 1895 an der Unterweser geboren,

wuchs Franz Radziwill in Bremen auf und

entschied sich 1923 mit einem Hauskauf für

den Künstlerort Dangast. In seiner Wahlheimat

schuf er den Großteil seiner rund

850 Ölgemälde. Das Franz Radziwill Haus

gehört zu den wenigen Künstlerhäusern,

die im Originalzustand erhalten sind. Im

Atelier steht noch heute seine Staffelei,

daneben hängt der Malkittel. Radziwills

Bilder am authentischen Ort ihrer Entstehung

zu betrachten, bleibt ein einzigartiges

Erlebnis.

Zur Ausstellung wird ein facettenreiches

Begleitprogramm geboten. Besucher werden

gebeten, sich vorab auf der Website

oder telefonisch zu informieren, ob die

Veranstaltungen im Haus, im Garten oder

online stattfinden. Es gelten die üblichen

Hygieneregeln.

Franz Radziwill Haus

Sielstraße 3, 26316 Dangast

Tel. 04451-2777

Franz Radziwill, Die Heiterkeit der gut gestalteten Dinge, 1966,

Oelgemaelde, Museum am Modersohn Haus, Worpswede

franz radziwill haus

Foto: © Foto Michael Kusmierz

VeranstaltunGen

Jeweils um 11.30 Uhr im Franz Radziwill

Haus (falls nicht anders angegeben)

Erwachsene inkl. Eintritt 10 €

Schüler/Studenten 8 €

– – –

10.10. Apfelfest

für Jung und Alt im Künstlergarten in

Kooperation mit dem B.U.N.D., 14 Uhr

– – –

10.10. Nationalpark Wattenmeer

Vortrag von Peter Südbeck, Leiter der

Nationalparkverwaltung Niedersächsisches

Wattenmeer, 17 Uhr | Programm

13. Zugvogeltage (Karte) | Zugvogeltage

– – –

28.11. Adventsmatinée

Musik von Beethoven, Debussy und

Brahms | Konzert mit Wilhelm Hofmann,

Klavier und Andre Saad, Violoncello

– – –

14.11. Olga Bontjes von Beek

Dok.-Film von Sara Fruchtmann und

Konstanze Radziwill | Filmvorführung

und Gespräch mit Konstanze Radziwill,

17 Uhr

– – –

9.01.22 Finissage

Rückblick und Vorschau

– – –

Bitte informieren Sie sich kurzfristig

über die Homepage, ob die Veranstaltungen

pandemie-bedingt stattfinden.

Aufgrund des begrenzten Platzangebotes

wird um Voranmeldung gebeten.

– – –

Öffnungszeiten 01.11. – 23.12.2021

Fr 15–18 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr

Öffnungszeiten 26.12.21 – 09.01.22

Mi–Fr 15–18 Uhr, Sa/So 11–18 Uhr

Feiertage 11–18 Uhr


. leer

Abb. oben: Alfred Kaufner, Ohne Titel, 2003, Aquarell, 48 x 67 cm // Abb. unten: Marikke Heinz-Hoek,

landeinwärts 2 (Pappeln), 2008, Mischtechnik auf Papier, 10 x 10 cm

Faszination Ostfriesland

Malerei, Zeichnung, Druckgraphik

5. September bis 31. Oktober 2021

Kunsthaus Leer | www.kunsthaus-leer.de

Ostfriesland beeindruckt durch seine einzigartige

Landschaft. Große Faszination

übt der weite Himmel über dem tief liegenden

Horizont aus. Malerisch erscheinen

die kleinen Städte und Dörfer, die im seichten

Wasser der Sielhäfen liegenden Schiffe

oder die offene See. Viele Künstlerinnen

und Künstler fanden ihre Motive auf dem

Festland und den Inseln, verwandelten sie

auf der Leinwand poesievoll in Malerei, fingen

flüchtige Momente im Aquarell ein,

widmeten sich mit dem Zeichenstift oder

in der Druckgraphik auch den hier lebenden

Menschen. Die Ausstellung zeigt Bilder

des 20. und 21. Jahrhunderts aus eigenem

Bestand, ergänzt um weitere Leihgaben.

Mittels Werken, die von realitätsnahen

Darstellungen über stilisierte sowie aus

der Erinnerung heraus gestaltete Landschaftsbilder

bis hin zur vollständigen Abstraktion

reichen, lädt sie ein, die Begeisterung

der Künstlerinnen und Künstler für

diese Region nachzuempfinden.

Mit Werken von: Hinrikus Bicker-Riepe, Karl

Dönselmann, Anne Dück-von Essen, Wolfgang

Epple, Hilke Deutscher, Bernhard Grotzeck,

Marikke Heinz-Hoek, Alfred Kaufner,

Traud´l Knoess, Siegfried Kunstreich, Anna-

Liese Langeheine, Ahlrich van Ohlen, Heinz

Pahling, Emil Rizek, Gerd Rokahr, Johann

Rosenboom, Oskar Rosi, Zoppe Voskuhl und

Carla Zierenberg.

Kunsthaus Leer

Turnerweg 5, 26789 Leer

38 kunst:stück


. wilhelmshaven

David Rauer & Samuel Treindl, Preisträger der NORDWESTKUNST 2019, Prinzbesetzung, 2019, Foto: Axel Biewer

NORDWESTKUNST 2021

16. Oktober bis 21. November 2021

Kunsthalle Wilhelmshaven | www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

Zum 12. Mal verleiht der Verein der Kunstfreunde

für Wilhelmshaven e. V. den Preis

der NORDWESTKUNST. Um diese Auszeichnung,

die mit einem Preisgeld und

einer Einzelausstellung im Folgejahr mit

Katalog einhergeht, bewerben sich alle

zwei Jahre zahlreiche Künstler*innen der

Nordwestregion. Malen, Zeichnen, Fotografieren,

Filmen, Installieren, Schreiben,

Performen, Gießen, Häkeln, Arrangieren –

die Spannbreite künstlerischer Techniken

ist auch in diesem Jahr beeindruckend.

niela Wesenberg, Reiko Yamaguchi, Noriko

Yamamoto.

Kunsthalle Wilhelmshaven

Adalbertstraße 28, 26382 Wilhelmshaven

Die Ausstellung präsentiert die Werke der

25 nominierten Künstlerinnen und Künstler

und gibt einen Einblick in die Vielfalt des aktuellen

Kunstschaffens der Region. Einzelne

Arbeiten sind auch im Stadtraum präsent.

Mit: Anna Bart, Helga Beisheim, Katja Blum,

Lisa Lotti Brockmann, Eddie de Goër, Gruppe

Stumpf, Muharrem Elburuz Fidan, Sara

Förster, Kornelia Hoffmann, Lisa Hoffmann,

Alexander Janz, Miriam Laage, Christian Retschlag,

Simon Ringelhan, Anna Sasse, Elke

Schweigart, Ul Seo, Hassan Sheidaei, Irene

Strese, Philipp Valenta, Jet van Oosten, Da-

kunst:stück 39


Josef Scharl, Blinder Bettler im Café, 1927, Öl auf Rupfen, 160,3 x 200,8 cm

Kunsthalle Emden © Susanne Scharl

Josef Scharl (1896–1954), Hanns Ludwig

Katz (1892–1940) und Franz Radziwill

(1895–1983) – drei Künstler, deren Lebenswege

nicht unterschiedlicher sein könnten.

Was sie vereint, ist ihre Generation: Allesamt

sind sie in den 1890er Jahren geboren.

Die im Obrigkeitsstaat des Deutschen

Kaiserreichs aufgewachsenen Künstler

teilten die Kollektiverfahrung des Ersten

Weltkriegs und der unruhigen Zwischenkriegsjahre.

und sie erlebten den aufkommenden

Nationalsozialismus und teilweise

den Zweiten Weltkrieg. Dennoch haben

die drei Protagonisten unterschiedliche

kunst:stück 41


. emden

»Tsurikrufn« ist jiddisch und bedeutet »erinnern«. Im Gedenkjahr 2021erinnert ein digitales

Gemeinschaftsprojekt des AsKI e.V. unter www.tsurikrufn.de an jüdische Persönlichkeiten,

unter anderem mit einem Beitrag von Samira Kleinschmidt über Hanns Ludwig Katz.

Die Kunsthalle Emden verfügt über das größte institutionelle Konvolut des Malers, der nach

der nationalsozialistischen Diffamierung und im südafrikanischen Exil in Vergessenheit geraten

war. Erst eine Retrospektive zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 1992 trug zu neuer

Bekanntheit in Deutschland bei und brachte den Künstler aus der sogenannten Verlorenen

Generation zurück ins kulturelle Gedächtnis.

42 kunst:stück


. emden

Konsequenzen daraus gezogen: Während

Katz als jüdischer Künstler nach Südafrika

flüchtete und dort 1940 starb, emigrierte

Scharl 1939 in die USA, um nie mehr nach

Deutschland zurückzukehren. Radziwill

hingegen trat 1933 der NSDAP bei und wurde

während des Krieges geläutert – was

sich teilweise in nachträglichen Übermalungen

seiner Bilder widerspiegelt.

Anhand der Individualschicksale werden in

WELT AUS DEN FUGEN die Ambivalenzen

in einem turbulenten Kapitel der Geschichte

sichtbar und zueinander in Beziehung

gesetzt, sodass Zeit- und Kunstgeschichte

als ganzheitliches, dicht verwobenes Netz

einzelner Schicksale und kollektiver Erfahrungen

begreifbar werden.

Digitales Storytelling Projekt

„Tsurikrufn“ ist jiddisch und bedeutet „erinnern“.

Ein digitales Gemeinschaftsprojekt

des AsKI e.V. erinnert im Gedenkjahr

2021 “1700 Jahre jüdisches Leben in

Deutschland“ unter www.tsurikrufn.de an

jüdische Persönlichkeiten, unter anderem

mit einem Beitrag von Samira Kleinschmidt

über Hanns Ludwig Katz. Die Kunsthalle

Emden verfügt über das größte institutionelle

Konvolut des Malers, der nach der

nationalsozialistischen Diffamierung und

im südafrikanischen Exil in Vergessenheit

geraten war. Erst eine Retrospektive zu

seinem 100. Geburtstag im Jahr 1992 trug

zu neuer Bekanntheit in Deutschland bei

und brachte den Künstler aus der sogenannten

Verlorenen Generation zurück ins

kulturelle Gedächtnis.

Katalog WELT AUS DEN FUGEN

Der gleichnamige Katalog zur Ausstellung

Welt aus den Fugen. Scharl, Katz, Radziwill

erscheint als Band #01 in der Schriftenreihe

Hinter dem Rahmen, herausgegeben von

Lisa Felicitas Mattheis und Samira Kleinschmidt

für die Kunsthalle Emden – Stiftung

Henri und Eske Nannen und Schenkung

Otto van de Loo. Mit Texten von Samira

Kleinschmidt, Olaf Peters, Paula Schwerdtfeger

und Nora Stölten sowie einem Vorwort

von Lisa Felicitas Mattheis.

Audioguide WELT AUS DEN FUGEN

Besucher können das freie WLAN der

Kunsthalle nutzen und den den Audioguide

auf Deutsch und Niederländisch vom eigenen

Smartphone hören. Zugang erhalten

sie über QR-Codes in der Ausstellung

sowie auf unserer Homepage. Die Kunsthalle

empfiehlt, für besseren Komfort und

Hörqualität die eigenen Kopfhörer mitzubringen.

Kunsthalle Emden

www. kunsthalle-emden.de

Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden

Abb. linke Seite: Hanns Ludwig Katz, Eye Operation, 1929/30, Öl auf Sperrholz, 70,4 x 39,7 cm.

Kunsthalle Emden // Abb. diese Seite, unten links, dann rechts: Franz Radziwill, Selbstbildnis,

1944, Öl auf Leinwand auf Sperrholz, 64,5 x 53 cm. Kunsthalle Emden – Dauerleihgabe der Claus

Hüppe-Stiftung. Kunsthalle Emden © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 // Franz Radziwill, Wo der Baum

nicht mehr wächst, ist Gott auch, 1951, Öl auf Leinwand auf Holz, 104,5 x 111,5 cm. Kunsthalle

Emden – Dauerleihgabe der Tochter des Künstlers © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

kunst:stück 43


. emden

Doing Museum

Wer wir sind – Was wir tun

9. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022

Kunsthalle Emden

www. kunsthalle-emden.de

Zu den Kernaufgaben eines Museums gehören

neben dem Ausstellen auch das

Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln.

Die Präsentation DOING MUSEUM

gibt einen Einblick in zentrale Arbeits- und

Forschungsfelder wie Restaurierung und

Provenienzforschung.

Kunst braucht Freunde

Rendez-vous des amis

9. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022

Kunsthalle Emden

www. kunsthalle-emden.de

Die Ausstellung KUNST BRAUCHT

FREUNDE rückt das bürgerschaftliche Engagement

des Fördervereins Freunde der

Kunsthalle e. V. ins Zentrum und präsentiert

eine Auswahl der Sammlungserweiterungen.

In Form von Paardialogen – Rendez-vous

– werden einzelne Schenkungen

des Freundeskreises dem Kernbestand

der Kunsthalle Emden gegenübergestellt.

Kunsthalle Emden

Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden

Sven Drühl

Apokryphe Landschaften

9. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022

Kunsthalle Emden

www. kunsthalle-emden.de

Wie kann sich Malerei vor dem Hintergrund

der Digitalisierung, Globalisierung

und Bilderflut gegenüber den Zeichen unserer

Zeit positionieren? Anhand des klassischen

Motivs der Landschaft denkt der

in Berlin lebende Künstler Sven Drühl (*

1968) den Gattungsbegriff der Malerei weiter

– Landschaftsmaler 2.0. Seine Arbeiten

entstehen nicht in der Natur, sondern im

Atelier. Sie sind aus unterschiedlichen Vorlagen

gesampelt, seien es kunsthistorische

Vorbilder oder virtuelle Abbildungen. Sven

Drühl ist somit kein Landschaftsmaler per

se: Das Motiv ist Mittel zum Zweck, um

über Fragen von Autorschaft, Originalität

und Reproduktion zu reflektieren. In dieser

konzentrierten Ausstellung werden neueste

Lack- sowie und Neon-Arbeiten des in

Berlin lebenden Künstlers zusammen mit

dreidimensionalen Objekten präsentiert.

Publikation

„Sven Drühl. Apokryphe Landschaften“,

hrsg. von Lisa Felicitas Mattheis, Carola

Schneider, mit Texten von Katharina Henkel,

Lisa Felicitas Mattheis, Carola Schneider,

Gestaltung von Claudia Bachmann. Deutsch,

Englisch, 2020.

Bestand Kunsthalle:

Rainer Fetting, Marcus, 1992, Öl auf Jute

Zugang Freunde der Kunsthalle e.V.:

Cornelius Völker, Pulli, Öl auf Leinwand

44 kunst:stück


. emden

Sven Drühl, S.D.E.T., 2019, 270 x 200 cm, Lack auf

Leinwand, courtesy ALEXANDER OCHS PRIVATE,

Berlin, und Tony Wuethrich Galerie, Basel

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021


→ 7.11.2021

# Emder Museumstag

Aktionstag der Emder Museen mit

günstigem Kombiticket

– – –

# Kunst & Kluntje

Online-Seminar-Reihe; vier Termine 55 €

→ 18.10.2021 Einführung in die Ausstellung

→ 15.11.2021 Josef Scharl im Fokus

→ 13.12.2021 Hanns Ludwig Katz im Fokus

→ 17.01.2022 Franz Radziwill im Fokus

– – –

# Langer Kunstabend

an jedem ersten Dienstag eines Monats

Das Haus ist bis 21 Uhr geöffnet, jeweils

um 19.30 Uhr Kurzführungen:

→ 2.11.2021 zu WELT AUS DEN FUGEN

mit Samira Kleinschmidt

→ 7.12.2021 zu WELT AUS DEN FUGEN

mit Samira Kleinschmidt

04.01.2021 zu KUNST BRAUCHT FREUNDE

mit Marike Schmidt

kunst:stück 45


. hude

Udo Rathke,

Vom Abgrund nämlich ..., 2020,

Acryl, Ölkreide und Graphit auf

Bütten, 98 x 69 cm

Udo Rathke „zu Hölderlin“

Zeichnungen

14. November bis 19. Dezember 2021

Galerie am Stall | www.galerie-am-stall.de

Anno 2020. Corona-Lockdown. Für viele

eine sehr bedrückende Zeit.

Udo Rathke, Plüschow (Mecklenburg), den

die Galerie am Stall zuletzt 2015 mit seinem

Zyklus zu Dantes „Inferno“ präsentiert hat,

nutzt den verordneten lähmenden gesellschaftlichen

Stillstand freudig und hochkonzentriert

für die Realisierung eines

neuen Projekts. Auch diesmal geht es um

ein Stück Dichtung, auch diesmal entsteht

ein Zyklus von z.T. großformatigen Zeichnungen

– „zu Hölderlin“.

Rathke beschäftigt sich in seinen Arbeiten

mit Hölderlins Gedichten und seinem Roman

„Hyperion“. Ihm geht es dabei aber

nicht in erster Linie um die inhaltlichen Aspekte

von Hölderlins Dichtung. Was ihn

fasziniert sind Klang und Rhythmus der

Sprache, die trotz eines Strebens nach Harmonie

gekennzeichnet ist von Brüchen,

Zerrissenheit, Lebensnot. Diesen Sprachrhythmus

nimmt Rathke auf und gibt ihm

bildhafte Gestalt. Er wählt einzelne Text-

zeilen aus, die er in seiner eigenen Schrift

auf die einzelnen Blätter überträgt und die

so als grafische Grundstruktur seiner Arbeiten

dienen. Rathke unterlegt oder überdeckt

diese textliche Struktur dann teils mit

stakkatohaft-expressiven zeichnerischen

Interventionen, teils mit eher flächenhaft

gestalteten Farbgründen, deren Farbigkeit

und Intensität sich bestimmen nach der

durch Hölderlins Zeilen bei Rathke ausgelösten

Stimmungen.

Auf diese Weise gelingen Rathke einzigartige

zeichnerische Gemälde von großer Ausdruckskraft

und Ausstrahlung, künstlerische

Dokumentationen der durch Hölderlins

Sprachmelodien erzeugten Gefühlslagen.

Die Galerie am Stall freut sich sehr, Udo

Rathkes Zyklus „zu Hölderlin“ erstmals zusammenhängend

präsentieren zu können.

Galerie am Stall

Am Ebenesch 4, 27798 Hude

46 kunst:stück


. bremen . hude

of Tradition

Breaking out

Japanese Lacquer – 1890 to 1950

23.9. –

12.12.2021

Die Ausstellung ist eine Kooperation

mit dem Rijksmuseum, Amsterdam

Eine Einrichtung der

BASF Coatings GmbH

www.museum-fuer-lackkunst.de

Windthorststraße 26

48143 Münster

kunst:stück 47


. papenburg-aschendorf

Autonomie der Gegensätze

Rudolf Draheim und Peter Rüwe

19. September bis 31. Oktober 2021

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp, Papenburg-Aschendorf | www.gut-altenkamp.de

Die beiden Künstler Rudolf Draheim und

Peter Rüwe, nehmen die Besucher mit in

ihren künstlerischen Makrokosmos und

präsentieren ab dem 19. September in ihrer

Ausstellung „Autonomie der Gegensätze“

zwei spannende Positionen zeitgenössischer

Kunst: Ungegenständlichkeit

und Figuration.

Für Rudolf Draheim (geb. 1941) ist Malen

Existenzdeutung und so stehen im Fokus

seiner Werke die existentiellen Fragen

des Lebens, die jedem Menschen immanent

sind. Ausgehend von den Grundtönen

Rot, Blau und Gelb bildet er in seinen

Werken nicht nach, sondern er bildet neu,

den künstlerischen Blick auf die Seele einer

Situation, einer Landschaft oder einer

Person gerichtet. Durch die Verwendung

von Rakel oder Spachtel statt Pinsel entstehen

spannende Oberflächenstrukturen,

die sich in Unschärfen und fließenden Bewegungen,

harten Kanten und staccatoartigen

Strukturen äußern. Peter Rüwe (geb.

1955) ist seit seinem Studium an der Hochschule

für Kunst und Gestaltung in Bremen

Anfang der 1980er- Jahre als freischaffender

Künstler tätig. Rüwe setzt sich in seinem

künstlerischen Schaffen mit den verschiedensten

Möglichkeiten der Figuration

48 kunst:stück


. papenburg-aschendorf . bremen

Abb. v.l.o.n.r.u.: Rudolf Draheim, Spiegelung Serie, Öl auf

Maltuch, 2019, 150 x 110 cm // Peter Rüwe, Unter der Esche,

2020, Öl auf Leinwand, 200 x 250cm // Peter Rüwe, Der behexte

Stallknecht, 2020, Öl auf Holz, 60 x 78cm // Rudolf

Draheim, O.T., (Detail) Öl auf Maltuch, 2021, 50 x 35 cm

auseinander, ohne jedoch das abstrakte Sehen zu vernachlässigen.

Für den Künstler ist Kunst „ein geistiger

Vulkanismus, der seine Lava in die Landschaft ergießt“.

Das Ausstellungszentrum ist dienstags bis sonntags

von 10–17 Uhr geöffnet. Am Wochenende ist auch das

Café geöffnet und bietet hausgemachten Kuchen an.

Öffnungszeiten: Di–So 10 bis 17 Uhr

Weitere Informationen zu Eintrittspreisen, Corona-bedingten

Einschränkungen sowie weiteren Veranstaltungen

sind auf der Website www.gut-altenkamp.de

oder auf Facebook zu finden.

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

Am Altenkamp 1, 26871 Papenburg-Aschendorf

kunst:stück 49


. lingen

© Taner Tümkaya

50 kunst:stück


. bremen . lingen

Mon coeur mis à nu

(Mein Herz entblößt)

09. Oktober bis 28. November 2021

Kunsthalle Lingen | www.kunsthallelingen.de

Das Verhältnis von Kunst und Mode ist

komplex, und oft auch von Komplexen

geprägt. „Der Kunst das Ewige, der Mode

die Vergänglichkeit“ lautete lange Zeit

das Unverträglichkeitsparadigma. Die Erweiterung

des Kunstbegriffs und die Entauratisierung

des Kunstwerks durch seine

technische Reproduzierbarkeit wie sie zu

Beginn des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen

wurden, haben wesentlich dazu

beigetragen, dass sich Mode und Kunst

gegenseitig miteinander auseinandersetzten.

Dadaist*innen, Vertreter*innen

des Suprematismus und Künstler*innen

im Bauhaus, um nur einige Beispiele aus

der klassischen Moderne zu nennen, haben

nicht nur die Auflösung der Grenze

zwischen angewandter und hoher Kunst

vorangetrieben, sondern die Mode und

das Modische im Kunstbetrieb tief verankert.

Seither ist die Zeitgenossenschaft

als Kriterium künstlerischer Qualität

aus der Kulturökonomie ebenso

für Mode als auch für Kunst nicht mehr

wegzudenken. Beide Bereiche reflektieren

aktuelle Aspekte wie Identität,

Genderfragen, Rollenspiel, die Grenze

zwischen freier und angewandter

Kunst auf ebenso gemeinsame wie unterschiedliche

Art und Weise.

Die Ausstellung „Mon coeur mis à nu

(Mein Herz entblößt)“ besteht aus

mehreren Elementen, die sich formal

und inhaltlich auf einander beziehen,

um vor allem eine Offenheit für verschiedenste

Lesarten zu eröffnen,

die sich um die Komplexe „Mode“

und „Kunst“ drehen. Den Auftakt

des Projekts bildet eine theatralisch

inszenierte Modenschau, innerhalb

derer Modedesigner*innen

und Goldschmied*innen Teile ihrer

Arbeit präsentieren. Beteiligt sind

Anne Bellinger und Laura Gerte aus

Berlin, Florentina Leitner aus Wien,

Ferencz Borbàla aus Budapest, An-

ouk van Kampen Wieling aus Utrecht

und Théo Lalis aus London. Ihre Mode

ist jeweils individuell und basiert teilweise

auf dem Prinzip nachhaltiger Produktion.

Diese Show wird von dem Künstler

und Modefotografen Taner Tümkaya

gefilmt, dieser Film sowie von ihm gefertigte

Fotografien sind ebenfalls Bestandteil

der Ausstellung, das Set Design

der Ausstellung hat die Künstlerin

und Modedesignerin Anouk van Kampen

Wieling entworfen.. Weiterhin wird

Schmuck von den Goldschmiedinnen

Marlies Behm aus Lübeck und Angela

Geisenhofer aus München präsentiert.

Während der Laufzeit der Ausstellung

bieten die Designer*innen und Marlies

Behm jeweils einen öffentlichen Wochenendworkshop

an, an dem jede*r

teilnehmen kann, entstandene Kleidungs-

und Schmuckstücke werden

im Rahmen einer Abschlussshow öffentlich

präsentiert. An einem Abend

wird das inhaltlich komplexe Thema

„Mode versus Kunst“ öffentlich durch

Expert*innen aus beiden Bereichen verhandelt.

Zur Ausstellung erscheint ein

Booklet.

Teilnehmer:innen

Marlies Behm, Anne Bellinger, Ferencz

Borbàla, Laura Gerte, Angela Geisenhofer,

Anouk van Kampen Wieling, Théo Lalis,

Florentina Leitner, Taner Tümkaya

Kuratiert von:

Meike Behm und Taner Tümkaya

Eröffnung:

Freitag, 08. Oktober 2021, 19 Uhr

Modenschau zur Vernissage

am Freitag, 08. Oktober 2021, 21 Uhr

Modenschau zur Finissage

am Freitag, 26. November 2021, 21 Uhr

Kunsthalle Lingen

Kaiserstraße, 49809 Lingen

kunst:stück 51


. lingen

Laura Gerte, Collage 2019

Foto: Taner Tümkaya

MON COEUR MIS À NU

Workshops

# Anmeldung erforderlich

# Kosten pro Workshop pro Tag:

25 Euro + 5 Euro für Material und Verpflegung

→ Sa, 09. und So, 10. Oktober 2021 :

Workshop mit Anne Bellinger, Berlin

Eine kurze Einführung in die Welt der Schuhe

Jeweils von 12 bis 18 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 10 / Mindestalter: 12 Jahre

– – –

Jede*r Teilnehmer*in sollte ein Paar Schuhe mitbringen. Durch

Zusatz unterschiedlicher Materialien, die zur Verfügung stehen,

werden aus alten und abgetragenen Schuhen neue und vor allem

individuell gestaltete Exemplare.

↗ Anmeldung bitte bis spätestens Mittwoch 06. Oktober 2021

52 kunst:stück


. bremen . lingen

→ Sa, 16. und So, 17. Oktober 2021:

Workshop mit Florentina Leitner, Wien

Jeweils 10.00 bis 18.30 Uhr inkl. Pause von

13.30 bis 14.30 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 10/

Mindestalter: 14 Jahre

– – –

Zu dem Workshop mit der Wiener Modedesignerin

Florentina Leitner sollte

jede*r Teilnehmer*in ihr* sein Lieblings-

Kleidungsstück mitbringen und einen Gegenstand,

der sie*ihn an ihre*seine Kindheit

erinnert. Im Rahmen des Workshops

entstehen dann neue Modelle.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 13. Oktober 2021

→ Sa, 23. und So, 24. Oktober 2021:

Workshop mit Marlies Behm, Lübeck

Jeweils 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr

Maximal Anzahl Teilnehmer*innen: 10 /

Mindestalter: 12 Jahre

– – –

Im Rahmen des Workshops mit der Lübecker

Goldschmiedin Marlies Behm entstehen

aus unterschiedlichen Materialien wie

Plexiglas, Plastik, Silberdraht, Perlen oder

Holz Schmuckstücke wie beispielsweise

Ketten oder Broschen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 20. Oktober 2021

→ Sa, 06. und So, 07. November 2021 :

Workshop mit Théo Lalis, London

Jeweils 13 bis 17 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 10 /

Mindestalter: 16 Jahre

– – –

Im Rahmen des Workshops, geleitet von

dem Londoner Modedesigner Théo Lalis,

entsteht Kleidung und Accessoires aus

unterschiedlichen Materialien wie Silikon,

alten Accessoires, Kleidungsstücken

und Schmuck.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 03. November 2021

→ Sa, 13. und So, 14, November 2021 :

Workshop mit Laura Gerte, Berlin

Upcycling und Stoff Manipulation

Jeweils 13 bis 17 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 8 /

Mindestalter: 18 Jahre

– – –

Im Rahmen des Workshops, geleitet von

der Berliner Modedesignerin Laura Gerte,

geht es um das Prinzip des Upcycling und

der schnellen und leichten, aber wirkungsvollen

Manipulation von Stoffen. Laura

Gerte zeigt den Teilnehmer*innen unterschiedliche

Möglichkeiten, wie sie alte Kleidungsstücke

dazu nutzen können, neue attraktive

Stücke entstehen zu lassen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 10. November 2021

→ Sa, 30. und So, 31. Oktober 2021 :

Workshop mit Ferencz Borbála, Budapest

Jeweils 10 bis 18 Uhr (inkl. Mittagspause

von 13 bis 14 Uhr)

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 10 /

Mindestalter: 14 Jahre

– – –

Es wird mit unterschiedlichen Patchwork-

Techniken gearbeitet. Die Farben und Formen

des Patchworks können ein Spiegelbild

der Person sein, die es fertigt. Eine

andere Technik wäre die Herstellung von

intuitiven Patchworks aus Textilabfällen.

Die Teilnehmer*innen können auch experimentelle

Wege finden, um neue Kleidungsstücke

zu schaffen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 27. Oktober 2021

→ Sa, 20. und So 21. November 2021:

Workshop mit Anouk

van Kampen Wieling, Utrecht

Makramee Deine Materialien zusammen

Jeweils 11 bis 17 Uhr

Maximale Anzahl Teilnehmer*innen: 12 /

Mindestalter: 12 Jahre

– – –

Während des Workshops von Anouk van

Kampen Wieling aus Utrecht werden unterschiedliche

gebrauchte Kleidungsstücke

durch verschiedene Seile verbunden. In

diesem Workshop wird erlernt, eigene

Kleidung durch Nutzung unterschiedlicher

Techniken wie Makramee, Filzen und Weben,

zu fertigen.

↗ Anmeldung bis spätestens

Mittwoch, 17. November 2021

kunst:stück 53


. nordhorn

»Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2020«

Andreas Koch

Manchmal ist es besser nach draußen zu gehen

25. September bis 21. November 2021

Städtische Galerie Nordhorn | staedtische-galerie.nordhorn.de

Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine

Einzelausstellung des in Berlin lebenden

Künstlers Andreas Koch, der 2020

mit dem Kunstpreis der Stadt Nordhorn

ausgezeichnet wurde. Die Kunst von Andreas

Koch bewegt sich in einem komplexen

Geflecht von Bild, Raum und Mensch.

Ausgangspunkt für seine Erkundungen

ist häufig das persönliche Umfeld von

Wohnung oder Atelier sowie umgebene

Stadtteile. Doch was zunächst als präzise

Wiedergabe erscheint, offenbart häufig

Täuschungen oder Widersprüche. Architekturen

und städtebauliche Elemente

werden stark vergrößert oder verkleinert,

so dass der menschliche Maßstab nachhaltig

irritiert wird. Fotografien und Videos

erzeugen Perspektiven, die zwar denkbar

erscheinen, jedoch in der Realität nicht

möglich sind.

Für die Ausstellung in Nordhorn konzentriert

sich Andreas Koch auf eine Werkgruppe,

die innerhalb seiner Arbeit seit

langem eine wichtige Rolle spielt. Die gezeigten

Werke beschäftigen sich mit dem

Motiv einer Wohnung in Ost-Berlin, in die

Koch Anfang 1993 als junger Kunststudent

einzog. Die Ausstellung umfasst verschiedene

Techniken – von Bleistiftzeichnung,

über großformatige Fotografien bis hin zu

Skulptur und Video. Eine Wiedererkennbarkeit

oder ein Stil ist nicht auszumachen,

vielmehr untersucht Koch anhand seiner

unmittelbaren Umgebung Formen der visuellen

Wahrnehmung sowie deren kognitive

Verarbeitung und Speicherung. Die

Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven

und Maßstäben fordern dabei die eigene

aktive Wahrnehmung der Betrachter

heraus. Andreas Kochs filmische und foto-

54 kunst:stück


. nordhorn . bremen

grafische Arbeiten vollziehen sowohl mögliche

als auch unmögliche Blicke nach. Sie

führen multiperspektivisch und scheinbar

endlos scharf in Bildräume, die so nur im

Kopf existieren, und genau deshalb umso

realistischer erscheinen. Die erstmals

in einer Ausstellung zusammengefassten

Werke sind über einen Zeitraum von mehr

als 20 Jahren entstanden. So lassen sich

auch wichtige Entwicklungsprozesse in

Kochs Werk sinnlich erleben.

Andreas Koch (*1970 In Stuttgart) studierte

bildende Kunst an der Universität

der Künste in Berlin bei Dieter Appelt und

Christiane Möbus und machte 1998 seinen

Meisterschülerabschluss. Neben seiner

künstlerischen Tätigkeit ist Andreas

Koch auch Buchgestalter und Herausgeber

der Zeitschrift »vonhundert«. Er lebt

und arbeitet in Berlin.

Die Ausstellung wird gefördert durch das

Land Niedersachsen und den Förderkreis

Städtische Galerie Nordhorn e.V.

Abb. oben links: Andreas Koch, „Mein Balkongeländer im

Maßstab 2:1“, 2010, Stahl, verzinkt, 221× 404 × 164 cm © Andreas

Koch // rechts: Andreas Koch, „Wohnzimmer“, 2008,

C-Print auf Aludibond, 245 × 115 cm © Andreas Koch // Abb.

unten: Andreas Koch, „Eine Falte meines Kopfkissens im

Maßstab 20:1“, 1998, MDF, Flugzeugsperrholz, Siebdruck,

120 x 160 x 130 cm © Andreas Koch

Weitere Informationen zu den Corona-

Schutzmaßnahmen unter:

www.staedtische-galerie.nordhorn.de

Städtische Galerie Nordhorn

Vechteaue 2, 48529 Nordhorn

kunst:stück 55


. neuenhaus

Tuğba Şimşek, BAYRAM 2016, 5 Zeichnungen, Kreide, Tafellack, Holz

Tuğba Şimşek

Ramba Zamba

30. Oktober 2021 (Eröffnung: 16–20 Uhr) bis 23. Dezember 2021

Kunstverein Grafschaft Bentheim | www.kvgb.de

Der Kunstverein Grafschaft Bentheim zeigt

seine „Atelier auf Zeit“ Ausstellung dieses

Jahr im Herbst. Tuğba Şimşek öffnet die Türen

des Kunstvereins ab dem 23. Oktober

2021. Passant*innen und Besucher*innen

sind dazu eingeladen einen Einblick in den

Prozess der Künstlerin zu erhalten: Sie

können erleben wie sich die Räume des

Kunstvereins nach und nach in eine Zeichenbühne

verwandeln.

Tuğba Şimşek installiert im Kunstverein eine

Bühne, die für vielerlei Aktionen dient:

Ein Rautenmuster mit schwarzen Karos

durchzieht die Räume. Auf der Bodeninstallation

tanzt eine Tänzerin. Sie hinterlässt

Kreidespuren. Die Künstlerin lädt das

Publikum ein, an den Wänden des Kunstvereins

mit Kreide zu zeichnen. Die Vergänglichkeit

dient Tuğba Şimşek als ein

Ausgangspunkt: Die Kreide als Material

ist ephemer. Eine Arbeit mit Uhrzeiten

aus Kreide reflektiert den Augenblick, die

Vergangenheit oder die Zukunft. In ihrer

Einzelausstellung RAMBA ZAMBA bezieht

sich Tuğba Şimşek zudem zeichnerisch

auf ihr neues Zuhause: Neuenhaus. Mit

zahlreichen Veranstaltungen möchte die

Künstlerin die Menschen erleben lassen,

dass Kunst mit viel Spaß und Lebensfreude

verbunden sein kann.

Tuğba Şimşek (*1986 in Grünstadt) studierte

Freie Kunst an der Hochschule für

Bildende Künste in Braunschweig. Zurzeit

absolviert sie ihren Quereinstieg als Kunstlehrerin

am Lise-Meitner-Gymnasium in

Neuenhaus. Ihre Werke waren bereits u.

a. in Metz, Frankreich und in Los Angeles,

USA zu sehen und zuletzt in der Herbstausstellung

2021 im Kunstverein Hannover.

Kunstverein Grafschaft Bentheim

Hauptstraße 37, 49828 Neuenhaus

56 kunst:stück


. bremen . sögel

75 Jahre BBK Niedersachsen

Landeskunstausstellung auf Schloss Clemenswerth

4. September bis 31. Oktober 2021

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth | www.clemenswerth.de

Hein Bohlen, Transrapid, 2020,

collagiert und übermalt

Im Jahr 2021 blickt das Land Niedersachsen

ebenso wie der Bund Bildender Künstlerinnen

und Künstler für Niedersachsen

e.V. (BBK) auf eine 75-jährige Geschichte

zurück. Dieses Ereignis feiert der BBK

mit der Landesausstellung „d platziert –

Stadt.Land.Schloss.“, die im Jubiläumsjahr

in fünf geschichtsträchtigen Schlössern

gastiert, welche ein Ausstellungsforum

für vierzig verschiedene niedersächsische

Künstler*innen, die sich in ihren Werken

mit den Ausstellungsorten in unterschiedlicher

Art und Weise auseinandersetzen,

bieten. Fünf eigenständige, mit Blick auf

den jeweiligen Genius loci und die Raumsituation

entwickelte Ausstellungen greifen

das provokative Thema „d platziert“ auf

und laden zu einem Besuch ein, zum Verweilen,

Flanieren, Betrachten und zur Diskussion.

Schirmherr aller Ausstellungen ist

Ministerpräsident Stephan Weil. Er schreibt

in seinem Grußwort an den BBK: „Kunst

und Kultur sind ein wichtiger Motor für die

Innovationsfähigkeit der Wirtschaft und

Gesellschaft unseres Landes […] Denn unsere

Gesellschaft braucht Kunst und Kultur

als Lebenselixier, zur Stärkung des Zusammenhalts,

zur Belebung von Veränderungsprozessen

und vor allem zur Auseinandersetzung

mit sich und anderen.“

Vom 4. September bis 31. Oktober werden

am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Werke von Gernot Baars (Braunschweig),

Hein Bohlen (Varel), Ingeborg

Dammann-Arndt (Sellstedt), Michaela

Hanemann (Hannover), Susanne Laufer

(Rastede), Susanne Otte (Halle), Ursula

Reiff (Braunschweig), Hiltrud Schäfer

(Osnabrück) und Brigitte Schulten (Bad

Zwischenahn) gezeigt, die Werke der Objektkunst,

Malerei und Mischtechnik, Installation

und des Films präsentieren.

Schloss Clemenswerth, errichtet von

1737 bis 1747 in der Mode der Zeit, ist

heute die weltweit einzig erhaltene Jagdsternanlage

und lädt mit seinen Ausstellungen

ein „Barock mit allen Sinnen“

zu entdecken. Zudem spannt das Emslandmuseum

mit der Reihe ForumForm

Clemenswerth, in deren Rahmen auch

die BBK-Ausstellung zu sehen ist, seit

den 1970er Jahren immer wieder einen

Bogen vom Heute ins 18. Jahrhundert.

„d platziert“ zeigt, dass Kunst, wie Stephan

Weil sagt, „ÜberLebensRelevant“ für gesellschaftliche

und kulturelle Systeme ist

sowie enge Verbindungen zwischen Menschen,

Zeiten und Orten schafft. Passender

als in den Pandemiejahren 2020/2021 und

der damit einhergehenden Frage „Was ist

uns Kunst und Kultur in Zeiten von Corona

wert?“ könnte die Jubiläumsschau des

BBKs also nicht sein.

Die Ausstellung wird gefördert durch die

EWE Stiftung sowie der Emsländischen

Sparkassenstiftung. Das Gesamtprojekt

des BBKs wird unterstützt durch die STIF-

TUNGKUNSTFONDS und das Niedersächsische

Ministerium für Wissenschaft und

Kultur.

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

49751 Sögel

kunst:stück 57


. bad rothenfelde

lichtsicht 7

↗ Wiederholung

lichtsicht 7 projektions-triennale

Videoprojektionen auf den Gradierwerken in Bad Rothenfelde

www.lichtsicht-triennale.de | 22. Oktober 2021 bis 20. Februar 2022

Die zweite Welle der Corona-Pandemie

setzte der lichtsicht 7 projektions-triennale

am 1. November 2020 nach nur zehn

Tagen Laufzeit ein jähes Ende.

Die Perspektive für 2021

Das „große Welttheater“, wie diese siebte

Ausgabe in der Fachpresse für Medienkunst

betitelt wurde, wird komplett wiederholt

und soll vom 22. Oktober 2021 bis

zum 20. Februar 2022 erneut ein Besuchermagnet

sein. Gleichwohl muss die Entwicklung

der Corona-Pandemie weiterhin aufmerksam

beobachtet werden.

„Ich freue mich sehr über die richtungsweisende

Entscheidung der Gesellschafterversammlung

– sie stellt im wahrsten

Sinne des Wortes einen Lichtblick in dieser

schwierigen Zeit dar.“ so Bürgermeister

Klaus Rehkämper.

Die vergangenen Monate haben bewiesen,

wie sehr Kulturschaffende und kulturell interessierte

Menschen diese bereichernde

Facette des Lebens vermisst haben. Die

lichtsicht 7 wird einen hohen Stellenwert

einnehmen und diese Lücke schließen.

Der Kunstparcours

Die markanten Wahrzeichen von Bad Rothenfelde

sind zwei historische Gradierwerke,

die ursprünglich zum Salinenbetrieb

gehörten. Heute besitzen sie eine

touristische Magnetkraft für Tausende Besucher.

Nun bilden sie eine gigantische und

weltweit einzigartige Projektionsfläche.

58 kunst:stück


. bad rothenfelde

Abb. links: Conrad Veit mit 100 Jahre Caligari // rechts oben: Natalie Bookchin, The act of changing something’s position //

darunter: Conrad Veit mit 100 Jahre Caligari // unten: Eija Liisa Athila mit Horizontal // alle Fotos: Angela von Brill

Nicht nur die Achse des 1 km langen Kunstparcours,

sondern auch der Wechsel von

feinen Verästelungen und Verkrustungen

in der Oberfläche der Dornenwände erzeugt

eine facettenreiche Strahlkraft der

Projektionen. Renommierte Künstler dieses

Genres haben seit 2007 diese Chance

ergriffen, ihre Werke über mehrere

Monate im Bad Rothenfelder Kurpark zu

präsentieren. William Kentridge, Robert

Wilson, Kanjo Také, Veldhues und Schumacher,

Klaus Obermaier sind nur ein Auszug

der großen Namen.

Das Kunsterlebnis

Für Bad Rothenfelde hat sich dieses einzigartige

Kunstevent zum unverzichtbaren

Kulturereignis entwickelt. Es ist eine

ideale Symbiose: Die Heilkraft der Sole,

die sich mit der Leuchtkraft der lichtsicht

verbindet. Kulturelle Erlebnisse sind eine

Kraftquelle für den Geist – und gerade im

hochprädikatisierten Heilbad ist aus therapeutischer

Sicht der künstlerische-kulturelle

Aspekt untrennbar mit dem Erfolg

einer Kur- und Rehamaßnahme verbunden.

Diese Kunstform hat zusätzlich eine Anzie-

kunst:stück 59


. bad rothenfelde

Bad Rothenfelde:

8.660 Einwohner, Landkreis Osnabrück | 18 ha Kurparkfläche, 530 Tsd. Übernachtungen

pro Jahr (Stand 2019), 1,0 Mio. Tagesbesucher | Verkehrsanbindung:

33 Anschlussstelle Dissen-Bad Rothenfelde, Zug: NordWestBahn, RB 75

Osnabrück-Bielefeld im Stundentakt, Bahnhof: Dissen-Bad Rothenfelde, Flughafen

Münster-Osnabrück, Buslinien 467 und 466 nach Osnabrück im Stundentakt

www.bad-rothenfelde.de | www.lichtsicht-triennale.de

Abb.: Julius von Bismarck mit Fire With

Fire, Foto: Angela von Brill

Partner und Förderer:

Stiftung Niedersachsen, Niedersächsisches

Ministerium für Wissenschaft und Kultur,

Landkreis Osnabrück und der

Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V.

lichtsicht 7

hungskraft, die weit über die touristische

Region des Osnabrücker Landes reicht.

Das Team

Garant für diesen hohen Anspruch ist der

künstlerische Leiter und Kurator Professor

Michael Bielicky, der selbst als Medienkünstler

zwei Mal an der lichtsicht projektions-biennale

teilgenommen hat. Ihm zur

Seite stehen der Projektleiter Tim Rossberg

und der technische Leiter Christian Meyer.

Lydia Hoske (Kunstwerk in der Fontaine), Essenz,

Foto: Angela von Brill

Mit der lichtsicht 7 setzt Michael Bielicky

neue, aufsehenerregende Akzente und

konnte große Namen wie Jeffrey Shaw,

Julius von Bismarck, Refik Anadol und

LuYang gewinnen, die zusammen mit

Vertreter*Innen der neuen Generation

Kunstwerke in derselben Galerie: auf der

10.000 qm großen Leinwand der Gradierwerke

sowie im Areal des Kurparks präsentieren.

Die Intention „Narrative der vermischten

Realität“ zeigt sich in der Auswahl

der Künstler*Innen. Das klassische Medienkunstverständnis

wird mit dem Netz-

Medienverständnis lehrreich und spielerisch

erweitert.

Christian Meyer verwendet die neueste

Beamertechnik. Die Auflösung der Geräte

erreicht fast 4K-Niveau und verleiht den

Kunstwerken an den Gradierwerken eine

nie dagewesene Plastizität. Der neu hinzugewonnene

Farbraum erreicht dabei

Kinoqualität.

Lichtsicht 7

Gradierwerke. Bad Rothenfelde

60 kunst:stück


. osnabrück

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

CAMOIN MARQUET MANGUIN MATISSE

9. 9. OKT

BIS BIS

16. 16. JAN

2022

Picassoplatz 1 | 148143 | Münster | T.: | T.: 0251 0251 / 414 / 414 47-10 | info@picassomuseum.de

| www.kunstmuseum-picasso-muenster.de | Dienstag | bis bis Sonntag: 10 10 – 18 – 18 h h

kunst:stück 61


. bramsche

62 kunst:stück


. bramsche

Alle Foto: © Copyright Varusschlacht im Osnabrücker Land,

Foto: Sebastian Ortner

Spot an! Szenen einer römischen Stadt

Aktuelle Sonderausstellung im Varusschlacht-Museum

2. Mai bis 14. November 2021

Museum und Park Kalkriese | www.kalkriese-varusschlacht.de

Herausragende archäologische Funde und

der Prunk der einst größten römischen Metropole

nördlich der Alpen: Die Wanderausstellung

„Spot an! Szenen einer römischen

Stadt“, die noch bis zum 14. November

2021 in Museum und Park Kalkriese zu sehen

ist, illustriert eindrücklich die Bedeutung

des antiken Triers und gibt anhand

beeindruckender Mosaike, Skulpturen und

Münzen einen Einblick in das Stadtleben

der Antike.

Mit dem Vormarsch der Römer nach

Norden gelangten viele kulturelle Neuerungen

nach Mitteleuropa. Zu den wirkungsmächtigsten

gehörten die planmäßig

angelegten Städte. Ihre Architektur, ihre

Struktur, ihre Funktion setzten Maßstäbe,

die bis in die Gegenwart Geltung behalten

sollten. Mit öffentlichen Plätzen,

eindrucksvollen Tempeln, großen öffentlichen

dern und prächtigen Statuen bot

sich den Bewohnern ein ungekannter Luxus,

der sich nicht selten hinter der Wohnungstür

weiter fortsetzte. Prachtvolle

Mosaiken und Wandmalereien und exquisite

Möbel und Tischgeschirre zeugen

von der einstigen Pracht des urbanen Privatlebens.

Aber Städte dienten nicht nur

dem Wohnen. Sie waren Orte der Macht,

Schaltstelle der Verwaltung und Zentren

des Handwerks, der Wirtschaft und des

Handels. Etwa 2 000 antike Städte vermutet

die moderne Forschung auf dem Boden

des ehemaligen Römischen Reiches.

Nur ein kleiner Teil verdient indes die Bezeichnung

Metropole. Das antike Trier ist

sicherlich eine davon. Auf rund 500 Quadratmeter

zeigt die Sonderausstellung

„Spot an! Szenen einer römischen Stadt“

am Beispiel der um 300 n. Chr. zur Kaiserresidenz

aufsteigenden blühenden Moselmetropole

Trier Szenen aus dem Leben

einer römischen Großstadt. Als größte römische

Stadt nördlich der Alpen verfügte

Trier sowohl im öffentlichen als auch im

privaten Raum über eine eindrucksvolle

Architektur. Die verkehrsgünstige Lage

verhalf ihren Bewohnern zu Wohlstand,

der sich in ihren Wohnungen und Lebensgewohnheiten

entsprechend niederschlug.

Das Rheinische Landesmuseum Trier hat

dafür seine reich bestückten Depots gesichtet

und herausragende antike Exponate

zusammengestellt. Sie illustrieren die

Bedeutung des antiken Trier und geben

anhand beeindruckender Mosaike, Skulpturen

und Goldmünzen einen Einblick in

das Leben in der einst größten Metropole

nördlich der Alpen.

Zur Ausstellung bieten Museum und Park

Kalkriese immer sonntags um 16:00 Uhr

eine öffentliche Führung an. Informationen

unter www.kalkriese-varusschlacht.de

Varusschlacht im Osnabrücker Land

Museum und Park Kalkriese

Venner Straße 69, 49565 Bramsche

kunst:stück 63


. osnabrück

→ Ako Salemi, IR – Afghanistan: The Color Awakens

Deutscher Friedenspreis für Fotografie

Ausstellung im Kulturgeschichtlichen Museum

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück | 3. Oktober 2021 bis 6. März 2022

www.museumsquartier-osnabrueck.de

Am 26.8.2021 wählte die Jury fünf Arbeiten

aus den nahezu 400 Einreichungen

und nominierte sie für den „Deutschen

Friedenspreis für Fotografie”. Der Preis

wird gemeinsam von der Stadt Osnabrück

und dem ortsansässigen Spezialpapierhersteller

Felix Schoeller Group vergeben. Die

→ Emeke Obanor, NR – Heroes

Sieger:in wird erst zur Preisverleihung am

2. Oktober 2021 bekanntgegeben und erhält

ein Preisgeld in Höhe von 10.000 €.

Anschließend wird am 3. Oktober die Ausstellung

im Museumsquartier Osnabrück

eröffnet, in der die Arbeiten bis zum 6.

März 2022 zu sehen sein werden.

Der von der Stadt Osnabrück und der Felix

Schoeller Group initiierte Friedenspreis

würdigt und fördert internationale, professionelle

Fotograf:innen, deren Bilder

Bemühungen um eine friedliche Welt widerspiegeln.

Der Preis geht an Fotografen,

die den Gedanken, dass unsere Zukunft

im friedlichen Zusammenleben liegt, am

besten zum Ausdruck bringen. Der Preis

macht Hoffnung auf die positiven Möglichkeiten

der Menschheit.

Der „Deutsche Friedenspreis für Fotografie“

ist dabei offen für viele fotografische

Genres. Journalistische Arbeiten können

ebenso eingereicht werden wie solche aus

der Porträt-, Architektur- oder Natur- und

Landschaftsfotografie oder aus dem freikonzeptionellen

Bereich. Der Preis bettet

sich ein in das Selbstverständnis der Stadt

64 kunst:stück


. osnabrück

Foto oben: → Emeke Obanor – NG, Heroes

Fotos unten v.o.n.u.: → Hamed Sodachi, IR – Sunrise

→ Shirin Abedi, DE – May I Have This Dance?

→ Reyad Abedin, BD – The Name of my City is

dust and smoke and life

Osnabrück als „Friedensstadt“, erwachsen

aus ihrer Geschichte als einer der Verhandlungsorte

des Westfälischen Friedens von

1648, und gesellt sich zum ebenfalls in Osnabrück

vergebenen Erich-Maria-Remarque

Friedenspreis für Kunst, Wissenschaft

und Journalismus.

Fotos, auf denen es um den Frieden geht,

gibt es viele. Und nicht alle von ihnen haben

mit einem Frieden zu tun, der das Gegenteil

ist von einem Krieg. Frieden hat

viele Gesichter. Man kann ihn ökologisch

deuten, oder kulturell, oder familiär. Man

kann ihn mit Geschlechterrrollen verbinden,

oder mit dem Lebensalter, oder mit

dem Betrieb, der das Gehalt bezahlt. Er

betrifft jeden Einzelnen von uns, und er

betrifft die Menschheit als Ganzes.

Für den „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“

wurden nominiert:

– – –

Antonio Aragon Renuncio ES, ‘I wanna be

Messi‘

Reto Klar DE, ‘Life between home and hell:

Refugees in Camp Moria on Lesbos’

Ako Salemi IR, ‘Afghanistan: The Color

Awakens’

Emeke Obanor NG, ‘Heroes’

Hamed Sodachi IR, ‘Sunrise’

kunst:stück 65


. osnabrück

→ Reto Klar, DE – Life between home and hell: Refugees in Camp Moria on Lesbos

Der Deutsche Friedenspreis für Fotografie

wurde im Rahmen des internationalen Felix

Schoeller Photo Award für die beste Nachwuchsarbeit

2021 ausgeschrieben. Mit nahezu

400 Einreichungen hat sich die Resonanz

auf den Deutschen Friedenspreis für

Fotografie in diesem Jahr gegenüber 2019

nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Länder,

aus denen die Beiträge stammen, hat sich

von 42 auf 95 erhöht. Angeführt wird die

Liste von Einreichungen aus Deutschland,

gefolgt von solchen aus Russland, dem Iran

und Indien. Aber auch Brasilien, Bangladesch,

Italien, Frankreich, Großbritannien

und die USA gehören zu den Ländern, aus

denen Fotoserien vorliegen.

Thematisch drehen sich viele Arbeiten um

die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

→ Antonio Aragon Renuncio, ES – I Wanna Be Messi

Darüber hinaus wurden aber auch fotografische

Arbeiten eingereicht, die sich

mit den Folgen des Klimawandels, dem

Frieden zwischen Lebensentwürfen oder

mit Flüchtlingskrisen beschäftigen. Menschen

sind zu sehen, die in Trümmern nach

Brauchbarem suchen, die davon träumen

gehen zu können, die in Afghanistan auf

eine bessere Zukunft hoffen.

Um sich allein auf die Werke und die dahinterstehenden

Konzepte konzentrieren

zu können, sind der fünfköpfigen Jury weder

die Namen noch die Nationalität der

Fotograf:innen bekannt. Neben Nils-Arne

Kässens, dem Direktor des Museumsquartiers

Osnabrück, gehören der Jury die Galeristin

Clara Maria Sels an, Simone Klein

von der Deutschen Gesellschaft für Photographie,

der Osnabrücker Friedensforscher

Ulrich Schneckener, Professor für Internationale

Beziehungen & Friedens- und

Konfliktforschung, Universität Osnabrück.

Vorsitzender der Jury ist der international

renommierte Porträtfotograf Michael

Dannenmann.

Die Nominierten sind veröffentlicht unter

www.felix-schoeller-photoaward.com/winner/award-2021

Museumsquartier Osnabrück

Kulturgeschichtliches Museum

Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück

66 kunst:stück


. osnabrück

AUTONOMIE DER GEGENSÄTZE

19. SEPT – 31. OKTOBER 2021

RUDOLF

DRAHEIM

PETER

RÜWE

Ausstellungszentrum Gut Altenkamp

Papenburg-Aschendorf

Dienstag – Sonntag von 10 – 17 Uhr

Tel. 04962 6505 | www.gut-altenkamp.de

kunst:stück 67


. osnabrück

asap – we must hurry to slow down

kuratiert von Ann-Katrin Günzel

28. August bis 31. Oktober 2021

Kunstraum hase29 – Gesellschaft für zeitgenössische Kunst

www.hase29.de

Der Kunstraum hase29 zeigt vom 28.8.–

31.10.2021 mit der Ausstellung „asap. we

must hurry to slow down“ 11 internationale

künstlerische Positionen, die sich mit der

ständig wachsenden Geschwindigkeit in

unserem Alltag auseinandersetzen.

Sebastian Schmieg, Gallery Delivery, 2018–2021

Die Kölner Kunstwissenschaftlerin Ann-

Katrin Günzel hat dazu die Künstler*innen

Douglas Coupland, Oliver Gather, Mischa Kuball,

Dan Perjovschi, Warren Neidich, Stefan

Rohrer, Sebastian Schmieg, Matthias Surges,

Su Yu Hsin, Johanna Terhechte und Stefanie

Zoche eingeladen, Arbeiten in Osnabrück

zu präsentieren, die sich kritisch mit Fortschrittseuphorie,

Beschleunigungsdruck

und dem ständigen Wachstumsimperativ

sowie mit den entsprechenden Auswirkungen

der Erschöpfung, Ausbeutung

und Zerstörung unserer Ressourcen beschäftigen.

So betritt man den Kunstraum durch das

zeichnerische Werk des Künstlers Dan

Perjovschi, der auf der Glasfassade in Skizzen

und Wortspielen humorvolle, aber

durchaus kritische Anmerkungen zu unserem

Weltgeschehen notiert, während im

68 kunst:stück


. osnabrück

Stefan Rohrer, rote Schwalbe, 2013 // Douglas Coupland, Slogans for the 21st Century, 2019, Plakat

Innenraum Malerei, Skulpturen, Videoarbeiten,

Sound, Installationen und Plakate

facettenreich das Thema darlegen: mit den

Originalfotografien der geschwindigkeitsbegeisterten

Futuristen aus den 1920er

Jahren korrespondiert das schwungvoll

verbogene Moped von Stefan Rohrer, während

Johanna Terhechte die inzwischen

kilometerlangen Staus der (damals) gefeierten

Automobile ins Visier nimmt

und Oliver Gather uns der Monotonie der

Stauberichte aussetzt, Douglas Couplands

Plakate zum Innehalten auffordern, Su

Yu Hsin in ihrer Video-Installation die entschleunigten

Zeitverläufe der Natur poetisch

in den Raum stellt, Matthias Surges

thematisiert, wie die Naturbetrachtung im

Anthropozän durch Geschwindigkeit zum

Verschwinden gebracht wird und Stefanie

Zoche die Auswirkungen eines gewinnorientierten

Umgangs mit unseren Wäldern

aufzeigt. Die Ausstellung weitet sich

durch die Tag und Nacht in der Außenvitrine

leuchtende Arbeit des Künstlers Warren

Neidich sowie mit Douglas Couplands Plakaten

auch in den Außenraum aus, wo

auf den Dächern der Stadtbibliothek und

des Theaters außerdem die leuchtenden

Schriftzüge (un)finished und Dys(U)topia

von Mischa Kuball zu bedenken geben,

dass alles auch immer eine Frage der Perspektive

ist.

Sebastian Schmieg schließlich bezieht sich

mit seiner performativen Arbeit auf die verstärkt

um sich greifende Angewohnheit,

sich die Dinge geradewegs nach Hause liefern

zu lassen: wer möchte, kann sich also

eine komplette Ausstellung kurzerhand

ins heimische Wohnzimmer liefern lassen.

Mit freundlicher Unterstützung: Sievert

Stiftung, Stadt Osnabrück, Ministerium

für Wissenschaft und Kultur, Niedersachsen

dreht auf, Landschaftsverband Osnabrücker

Land e.V.

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, 14 – 18 Uhr,

Do, 16 – 20 Uhr, Sa, 11 – 15 Uhr | Eintritt frei

Kunstraum hase29

Hasestraße 29 / 30, 49074 Osnabrück

kunst:stück 69


. münster

Albert Marquet, Frauen aus Laghouat, um 1921, Öl auf Leinwand, Centre Pompidou Paris

Musée national d'art moderne - Centre de création industrielle

Rendezvous der Freunde

Camoin, Marquet, Manguin, Matisse

9. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Charles Camoin, Lola auf der Terrasse des Hotel Bellevue in

Toulon, 1920, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Paris

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Die vier französischen Künstler Charles

Camoin, Albert Marquet, Henri Manguin

und Henri Matisse lernten sich in den

1980er-Jahren in Paris kennen. Sie fanden

als junge Studenten während ihrer

künstlerischen Ausbildung im Atelier

von Gustave Moureau freundschaftlich

zusammen und blieben sich ein Leben

lang verbunden. Immer wieder malten

sie zu verschiedenen Zeiten Seite an Seite

und tauschten Hunderte von Briefen

aus, die neben den Kunstwerken die

engen kameradschaftlichen Bande belegen,

die sie untereinander knüpften

und kultivierten.

Die Ausstellung zeigt rund 90 Gemälde,

Zeichnungen und grafische Arbeiten der

vier Künstler und spürt gleichzeitig ihren

gemeinsamen Inspirationsquellen

nach. Ihr Werk ist geprägt vom französischen

Impressionismus, deren naturalistische

Landschaftsschilderungen sie jedoch

zu Gunsten einer intensivfarbigen,

ausdrucksvolleren Ästhetik überwanden

und weiterentwickelten. Mit ihrer expressiven

Malerei lösten die vier Künstler der

70 kunst:stück


. münster

„Moureau-Gruppe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Skandale aus. Kritiker bezeichneten

ihre Kunst als „wilde Malerei“, was

ihnen den Spitznamen der „Fauves“ (die

Wilden) verlieh.

Nach ihrer gemeinsamen fauvistischen

Stilperiode beschritten die vier Männer

in ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung

individuelle Wege. Ein ständiger

Briefwechsel zeugt jedoch von

den weiterhin freundschaftlichen Beziehungen

zwischen Matisse und Camoin

einerseits, sowie Matisse und Marquet

andererseits.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt

durch die jeweilige stilistische Entwicklung

der vier Maler, gemeinsame Themen sowie

ihre gegenseitige Inspiration. Die Präsentation

stellt darüber hinaus auch ihre künstlerische

Individualität und die stilistischen

Besonderheiten jedes einzelnen heraus.

In diesem Zusammenhang werden auch

Werke ihres gemeinsamen Lehrers Gustave

Moreau präsentiert.

André Villers, Pablo Picasso, La chèvre aux gravois, Diurnes, 1962 © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Picasso

Fotografie und Mythologie

9. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster | www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

„Im Grunde gibt es nur einen: Matisse.“

Picassos berühmtes Urteil über den großen

Konkurrenten und späten Weggefährten

drückte sich auch in bildkünstlerischer

Hinsicht im Schaffen des Spaniers aus: Zu

Beginn der 1960er-Jahre adaptierte er das

von Matisse zur Perfektion gebrachte Verfahren

des Scherenschnitts für die Gestaltung

des ungewöhnlichen, in Zusammenarbeit

mit dem Fotografen André Villers

entstandenen Künstlerbuches „Diurnes“.

Picasso, der dem jungen Fotografen seine

erste Rolleiflex schenkte und Villers,

der den Künstler in Südfrankreich in zahlreichen

Kampagnen porträtierte, verband

eine enge Freundschaft. „Diurnes“ repräsentiert

den Höhepunkt der gemeinsamen

in den 1950er-Jahren begonnenen fotografischen

Experimente. Im Rahmen der

Ausstellung treffen die 30 Lichtdrucke des

Künstlerbuches auf im zeitlichen Umfeld

entstandene Werke aus dem Eigenbestand

des Picasso-Museums.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr

Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Picassoplatz 1, 48143 Münster

kunst:stück 71


. münster

72 kunst:stück


. münster

Breaking out of Tradition

Japanische Lackkunst 1890 – 1950

23. September bis 12. Dezember 2021

Museum für Lackkunst, Münster | www.museum-fuer-lackkunst.de

Die Sonderausstellung im Museum für

Lackkunst präsentiert anhand von nahezu

60 Objekten eine Zeit des Umbruchs in

der japanischen Lackkunst. Zwischen 1890

und 1950 durchliefen Lackkünstler auf der

Suche nach einer veränderten Identität

und Ausdrucksweise bahnbrechende Entwicklungen

und Veränderungen. Von großer

Bedeutung waren dabei Innovationen

in den Lacktechniken und Experimente mit

unterschiedlichen Materialien sowie neuartigen

Pigmenten.

Die Ausstellung „Breaking out of Tradition“

lässt den Besucher die richtungsweisenden

Entwicklungen der Lackkunst Japans

in der Zeit des ausgehenden 19. bis

in die Mitte des 20. Jahrhunderts erleben

– einer Epoche, die von politischen und

kulturellen Umbrüchen geprägt war: traditionelle

Werte und moderne, vielfach

aus dem Westen kommende Strömungen

standen einander gegenüber.

Nachdem sie jahrhundertelang ihre Traditionen

gepflegt und von Generation zu

Generation weitergegeben hatten, begannen

die Lackkünstler zu Beginn des

20. Jahrhunderts diese erstmalig kritisch

und zugleich kreativ zu hinterfragen. Damit

setzten sie wegweisende Impulse in

der japanischen Kunst.

In diese Zeit fiel auch die Gründung von

Kunstgesellschaften und Akademien, die

zur Herausbildung eines individuellen

Künstlertums beitrugen und bedeutende

Künstlerpersönlichkeiten hervorbrachten.

Gleichzeitig veränderte sich die Wahrnehmung

der Lackkunst: sie entwickelte sich

zu einer eigenständigen und anerkannten

Kunstform und erlebte so eine Blütezeit.

Die Ausstellung, deren Idee vor einigen

Jahren im Gespräch mit dem Sammler und

Kunsthistoriker Dr. Jan Dees entstand, ist

eine Kooperation mit dem Rijksmuseum

in Amsterdam.

Das Begleitprogramm wird tagesaktuell

angekündigt.

Öffnungszeiten:

Mittwoch–Sonntag, und an gesetzlichen

Feiertagen: 12–18 Uhr

Museum für Lackkunst

Windthorststraße 26, 48143 Münster

Abb. von links oben nach rechts unten: Uono Jisei (1883–1941), Schreibkasten mit einem Dekor von Kiefernschößlingen

(1931), 6.4 x 24.4 x 26 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star // Tsujimura Shōka (1867–1929), Teedose mit Nelkendekor

(1927), 7.5 x 7.4 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star // Moriya Shōtei (1890–1972), Schreib- und Papierkasten

mit einem Dekor von Erbsenpflanzen, (1930), 13.1 x 19.6 x 28.6 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star //

Uematsu Hōbi (1872–1933), Dose mit einem Dekor traditioneller Textilmuster, 13.5 x 14.6 x 21.6 cm, um 1924, Privatsammlung

// Kōmo Tōzan (1882–1955), Schreibkasten mit Auberginen-Dekor, 10 x 23.5 x 26 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der

Star // Furuyama Eiji (1889–1969), Schreibkasten ‘Asiatic Dayflower’ (1940), 4.2 x 21.5 x 23.5 cm, Privatsammlung Jan Dees &

René van der Star // Koshida Bizan (1874–1941), rundes Tablett mit hohem Fuß; der Rand mit stilisierten Pflanzen verziert, 10

x 37.3 cm, Privatsammlung Jan Dees & René van der Star

kunst:stück 73


. hamburg

links: Frida Orupabo: Untitled, 2019, Collages with paper pins mounted on aluminium, Overall dimensions: 100 x 121 cm,

Courtesy Galerie Nordenhake Berlin/Stockholm/Mexico City. Photo: Gerhard Kassner

Jack Davison, Omer Fast, Frida Orupabo

PHOXXI. Haus der Photographie Temporär

30. September 2021 bis 23. Januar 2022

www.deichtorhallen.de

Die Deichtorhallen Hamburg eröffnten am

29. September 2021 mit »PHOXXI« – dem

temporären Haus der Photographie – ein

neues Ausstellungshaus in Hamburg. Das

PHOXXI präsentiert internationale zeitgenössische

Positionen der Fotografie direkt

auf dem Gelände der Deichtorhallen und

überbrückt damit die rund dreijährige Sanierungs-

und Schließzeit der südlichen

Deichtorhalle, in dem das Haus der Photographie

seit 2005 angesiedelt ist. Die

Auftaktausstellungen stellen Werke von

JACK DAVISON, OMER FAST und FRIDA

ORUPABO vor.

Der Begriff »PHOXXI« leitet sich vom disziplinären

Kunstbegriff »Photographie«

und der Verwendung der römischen Zahl

»XXI« ab, die für eine Transformation der

Fotografie und den Dialog mit zeitgenössischen

fotografischen Denkweisen im 21.

Jahrhundert steht.

Für die Außengestaltung des Gebäudes

konnte der in Berlin ansässige und an der

HfbK Hamburg lehrende Künstler Anselm

Reyle gewonnen werden, dessen Arbeiten

2012 in einer Einzelausstellung in den

Deichtorhallen präsentiert wurden. Seine

farbintensive Inszenierung der Fassade

setzt u.a. Werke aus der Sammlung F. C.

Gundlach in einen spannungsvollen Dialog

mit seinen charakteristischen Streifen.

Reyle wurde Anfang der 2000er-Jahre mit

Werken bekannt, die in ihrer Formensprache

an die Errungenschaften der abstrakten

Kunst anknüpfen und durch ihre ungeheure

Objekt- und Raumpräsenz faszinieren.

74 kunst:stück


. hamburg

oben: Jack Davison: Untitled, 2017 (Abstract Colour), From Photographs, published by Loose Joints, 2019, © Jack Davison

unten: Visualisierung des »PHOXXI. Haus der Photographie temporär« auf dem Platz der Deichtorhallen Hamburg von

Anselm Reyle, © Anselm Reyle

Das 50 x 12,5 m große, mehrstöckige Gebäude

bietet mit einer Gesamtfläche von

rund 820 qm Platz für einen großen Ausstellungsraum,

ein Auditorium sowie Büroflächen.

Ein Foyer mit Garderobe und

Shopbereich ergänzt das Angebot. Zusätzlich

wird es während

der Sanierung der Südhalle

auch in der Halle für aktuelle

Kunst der Deichtorhallen

und in der Sammlung

Falckenberg punktuell fotografischeAusstellungen

geben

und das Vermittlungsprogramm

weitergeführt.

Der Brückenschlag zwischen

historischer Fotografie

und der digitalen Gegenwart

des 21. Jahrhunderts

steht im Mittelpunkt der ersten

Ausstellungsprojekte

im PHOXXI, dem temporären

Haus der Photographie. Vom 30. September

2021 – 23. Januar 2022 zeigen die

Ausstellungen von JACK DAVISON, OMER

FAST und FRIDA ORUPABO Erweiterungen

der analogen Fotografie ins Digitale, Dreidimensionale

und Bewegtbild.

kunst:stück

75


. hamburg

Omer Fast: Still aus dem Film AUGUST, 2016, 3D-Film mit Sound, 15:30 min, Im Auftrag von Martin Gropius Bau/ Berliner

Festspiele, Foto: © Filmgalerie 451/ Stefan Ciupek/ Julia M. Müller

Der Rückgriff auf bereits vorhandene ikonische

Bilder bildet die Grundlage des Werkes

von JACK DAVISON (*1990 in Essex). Der in

London lebende Fotograf verarbeitet eine

Vielzahl von Genres, Stilen und Techniken,

die vom Avantgarde-Experiment bis zum

objektiven Dokumentarfilm, vom Porträt

aus der Mitte des 20. Jahrh. hin zur konzeptionellen

Studie reichen. Seine Bilder

wirken wie Déjà-vus aus der Geschichte

der Fotografie und erinnern an Fotografien

von Max Ernst oder Man Ray. Davison gelingt

es Werke zu schaffen, die auf faszinierende

Weise unmittelbar gegenwärtig erscheinen.

Dabei verarbeitet er die Präsentationsästhetik

von Online-Communities

Omer Fast: Still aus Film AUGUST, 2016, 3D-Film mit Sound,

15:30 min, Im Auftrag von Martin Gropius Bau/ Berliner Festspiele,

Foto: © Filmgalerie 451/ Stefan Ciupek/ Julia M. Müller

wie etwa Flickr. Inspiriert von der Bildsprache

Salvador Dalís spielt Davison mit Lichtreflexen

und der gezielten Verwendung

einzelner Requisiten und überführt auf

diese Weise surrealistische, traumwandlerische

Ausdrucksformen in die Gegenwart.

Der israelische Videokünstler OMER FAST

(*1972 in Jerusalem, lebt in Berlin) reflektiert

mit seiner 3DMehrkanal-Video-Installation

»AUGUST« das Werk von August

Sander, einem der wichtigsten Fotografen

des frühen 20. Jahrhunderts. Omer Fast

stellt Sander als einen fiktiven Charakter

am Ende seines Lebens dar, fast blind und

vom Tod seines Sohnes und den Geistern

der von ihm fotografierten Figuren heimgesucht.

Auch Sanders bahnbrechende

Porträtreihe »Menschen des 20. Jahrhunderts«,

die er von 1900 bis Mitte der

1930er-Jahre erschuf, wird im Film thematisiert.

Letztendlich wird der Frage nachgegangen,

ob die Fotografie als Medium

die Wahrheit über Menschen und die Gesellschaft

abbilden kann. Die erzählerische

Linie zwischen Dokumentation und Fiktion,

wie sie Omer Fast gezielt in seinen Werken

einsetzt, ist Teil eines aufkommenden Genres

in der zeitgenössischen Kunst, das als

»Parafiction« bekannt ist.

76 kunst:stück


. hamburg

Tom Sachs

Space Program: Rare Earths

(Seltene Erden)

19. September 2021 bis 10. April 2022

Halle für aktuelle Kunst

www.deichtorhallen.de

Vom 19. September 2021 bis zum 10.

April 2022 begeben sich die Deichtorhallen

Hamburg gemeinsam mit dem amerikanischen

Künstler Tom Sachs und

seinem Team von Bildhauer*innen und

Astronaut*innen auf eine interstellare

Mission, dem SPACE PROGRAM: RARE

EARTHS (SELTENE ERDEN). Diese vierte

Ausstellung in Sachs' »Space Program« ist

Teil einer dreizehnjährigen Erkundungsreise

an die Grenzen anderer Welten und

menschlicher Möglichkeiten zur Erforschung

des Weltraums.

Auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

wird Tom Sachs die Halle für aktuelle

Kunst mit neuen und bereits bestehenden

Bricolage-Arbeiten in eine

interaktive Space-Landschaft verwandeln.

Der norwegisch-nigerianische Künstlerin

FRIDA ORUPABO (*1986, lebt in Oslo)

dienen im Internet gefundene historische

Bilder sowie Abbildungen aus der Kolonialgeschichte,

aus Musikvideos, afroamerikanischen

Medien oder privaten

Aufnahmen zur eigenen Herkunfts- und

Identitätsfindung. Ihr umfangreiches Archiv,

das sie über ihren Instagram-Account

@nemiepeba öffentlich macht, bildet für

sie eine Grundlage, um das koloniale Erbe

zu verstehen, zu verarbeiten und neu zu

ordnen. Ausgehend von der Zusammenarbeit

mit dem US-amerikanischen Künstler

Arthur Jafa und der damit beginnenden

Ausstellungstätigkeit erweitert Orupabo

die digitale Praxis in den dreidimensionalen

Raum. Ihre Collagen zerstückeln

Körperabbildungen, fügen sie wie brutal

verzerrte Gliederpuppen mit Reißzwecken

zusammen oder konfrontieren sie

mit Genrebildern, deren Zusammenhang

oft im Unklaren bleibt. Rassismus und Sexismus

sind offensichtliche Themen dieser

eindringlichen Werke, die sich vom Internet

über Wände, Tische und Böden in den

Raum erweitert haben.

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg

Aby Warburg

Bilderatlas Mnemosyne.

Das Original

21. August bis 31. Oktober 2021

Sammlung Falkenberg, Hamburg Harburg

www.deichtorhallen.de

Mit der Ausstellung ABY WARBURG: BIL-

DERATLAS MNEMOSYNE. DAS ORIGINAL

kommt Aby Warburgs berühmter Bilderatlas

zurück nach Hamburg in Warburgs

Geburtsstadt und wird vom 21. August

– 31. Oktober 2021 in der Sammlung Falckenberg

zu sehen sein. Der »Bilderatlas

Mnemosyne« zählt bis heute zu den weltweit

bedeutendsten kunsthistorischen

Forschungsprojekten. Auch heute bietet

sein Umgang mit dem Bildgedächtnis Inspiration

und alternative Routen durch

eine von visuellen Medien bestimmte

Realität.

Die von Axel Heil und Roberto Ohrt gemeinsam

mit dem Warburg Institute London

in Zusammenarbeit mit den Deichtorhallen

Hamburg / Sammlung Falkenberg

kuratierte und vom Haus der Kulturen

der Welt in Berlin produzierte Ausstellung,

stellt die letzte dokumentierte Version

des Atlas von Herbst 1929 nahezu

vollständig mit den Originalabbildungen

wieder her.

kunst:stück

77


. hamburg

Von Dix bis Picasso

Die Sammlung Ernst-Joachim Sorst

26. September 2021 bis 30. Januar 2022

Ernst Barlach Haus | www.barlach-haus.de

Figur, Porträt, Landschaft: Das thematische

Spektrum der Sammlung Sorst ist

rasch umrissen. Doch jenseits der Pauschalbegriffe

eröffnen die sechzig Werke,

die der Hannoveraner Unternehmer Ernst-

Joachim Sorst (1931–2012) zusammentrug,

ein Kaleidoskop druckgrafischer Stile, Motive

und Techniken in der Kunst der 1910er

bis 1960er Jahre. Die Natursehnsucht der

Brücke-Expressionisten Erich Heckel und

Karl Schmidt-Rottluff trifft auf Biblisches

und Erotisches der französischen Modernen

Marc Chagall und Pablo Picasso, und

Bildsatiren der Neuen Sachlichkeit von

Otto Dix, Rudolf Schlichter oder Jeanne

Mammen begegnen den farbstarken Abstraktionen

von HAP Grieshaber.

Die fünfzehn Künstlerinnen und Künstler

der Sammlung Sorst sind zumeist mit

kleineren Werkgruppen vertreten; eine

besondere Rolle nimmt Gerhard Marcks

ein, dessen Holzschnitt-Konvolut durch

drei plastische Werke ergänzt wird. Neben

Klassikern aus Picassos Suite Vollard oder

dem Repertoire der frühen Brücke-Grafik

sind auch charmante Solitäre zu entdecken,

etwa der zart kolorierte Junge im

Matrosenanzug von Rolf Nesch.

78 kunst:stück


. hamburg

Abb. v.l.n.r.: Otto Dix, Römerin, 1963 // Otto Dix: Verächter des Todes (aus der Mappe »Zirkus«), 1922, // Marc Chagall, Eva

wird von Gott verdammt (aus »Illustrationen für die Bibel II«), 1960 // Abb. unten: HAP Grieshaber, Katze und Vogel, 1960

→ alle Abbildungen: Sammlung Ernst-Joachim Sorst, Hannover © VG Bild-Kunst, Bonn 2021, alle Fotos: Werner Herling

Nach dem Tod von Ernst-Joachim Sorst im

November 2012 ging seine Sammlung zunächst

als Dauerleihgabe an das Sprengel

Museum Hannover. Nun setzt ihre Präsentation

im Ernst Barlach Haus eine Ausstellungsreihe

fort, in der zuletzt die privaten

Schätze von Helmut und Loki Schmidt gezeigt

wurden.

– – –

Werke von:

Ernst Barlach, Marc Chagall, Otto Dix, HAP

Grieshaber, Erich Heckel, Horst Janssen,

Oskar Kokoschka, Käthe Kollwitz, Jeanne

Mammen, Gerhard Marcks, Rolf Nesch,

Pablo Picasso, Rudolf Schlichter, Karl

Schmidt-Rottluff, A. Paul Weber

Ernst Barlach Haus

Jenischpark

Baron-Voght-Straße 50a, 22609 Hamburg

Veranstaltungen – geplant –

– – –

immer sonntags 12 Uhr

Kostenlose öffentliche Führungen

– – –

Sonntag, 31. Oktober 2021, 12 Uhr

Bildergeschichten | Karsten Müller im

Gespräch mit Bernhard und Harald

Sorst, den Söhnen des Sammlers

– – –

Sonntag, 24. Oktober 2021, 11–18 Uhr

Familientag

Fröhliche Aktionen im Stundentakt

– – –

Dienstag, 26. Oktober und 16. November

2021, 11. Januar 2022, jeweils 18 Uhr

Kuratorenführungen | Ausstellungsrundgänge

mit Karsten Müller

– – –

Öffnungszeiten: Di–So 11–18 Uhr

(an Feiertagen auch Montag)

kunst:stück

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© Ako Salemi, Afghanistan: The Color Awakens (Ausschnitt),

nominiert für den Deutschen Friedenspreis für Fotografie

3.10.21 – 6.3.22

Museumsquartier Osnabrück

Lotter Straße 2 | 49078 Osnabrück

www.museumsquartier-osnabrueck.de

www.felix-schoeller-photoaward.com

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