AUGENBLICK, BITTE!

MediaplanetVerlagDeutschland

EINE UNABHÄNGIGE KAMPAGNE VON MEDIAPLANET

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AUGENBLICK, BITTE!

NICHT VERPASSEN:

Plötzlich blind Tina konnte bis

zu ihrem 15. Lebensjahr sehen,

dann wurde es dunkel.

Seite 04

LHON Andreas ist fast blind.

Was seine größte Hoffnung ist,

lesen Sie auf

Seite 04

Homeoffice ist Gift für die

Augen. Warum und was man

dagegen tun kann, lesen Sie auf

Seite 10

Grüner Star

mit 22 Jahren

Der Schauspieler Tim Rasch bekam vor 18 Monaten

die Diagnose. Wie er damit lebt und was

er allen Menschen rät, lesen Sie im Interview.


2

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VERANTWORTLICH FÜR DEN

INHALT IN DIESER AUSGABE

Julia Hener

Die Welt scharf

und in Farbe zu

sehen ist nicht

selbstverständlich,

deshalb sollten

wir unsere Augen

schützen!

Viel mehr als nur Brillen

Augenoptiker und Optometristen bieten vielfältige Services

über Sehtest und Brille hinaus. Für gute Sicht und gesunde

Augen in jedem Alter empfiehlt sich ein regelmäßiger Besuch

bei den Fachleuten für gutes Sehen.

IN DIESER AUSGABE

05

Brillencheck

Tipps von Brillenexpertin Petra

Waldminghaus.

09

Glaukomcheck

Was der Berufsverband der Augenärzte

Deutschlands e. V. rät.

Project Manager: Julia Hener Business Development

Manager: Sarra Gläsing Geschäftsführung: Richard Båge

(CEO), Philipp Colaço (Managing Director), Franziska

Manske (Head of Editorial & Production), Henriette

Schröder (Sales Director) Designer: Elias Karberg

Mediaplanet-Kontakt: redaktion.de@mediaplanet.com

Coverbild: Georg Verhasselt

Alle mit gekennzeichneten Artikel sind keine neutrale

Redaktion vom Mediaplanet Verlag.

facebook.com/MediaplanetStories

@Mediaplanet_germany

Please recycle

Giovanni Di Noto

Augenoptikermeister

und

Vorstandsmitglied

im Zentralverband

der Augenoptiker

und Optometristen

(ZVA)

Gutes Sehen ist in jeder Lebenslage und in

jedem Alter wichtig – für den persönlichen

Komfort, aber auch um Unfälle zu vermeiden,

visuelle Anforderungen in Schule,

Beruf, Straßenverkehr und Sport zu meistern und

unbeschwert am gesellschaftlichen Leben teilhaben

zu können. Oft wird eine Sehverschlechterung nicht

direkt erkannt; schließlich ist eine Fehlsichtigkeit

keine Krankheit und verursacht keine direkten

Beschwerden. Vor dem Hintergrund, dass unsere

Gesellschaft immer älter wird und wir immer länger

mobil und aktiv bleiben, aber auch im Hinblick auf

zunehmende Bildschirmnutzung ist eine regelmäßige

Überprüfung von Sehvermögen und Auge wichtig.

Stellt der Augenoptiker eine neu aufgetretene

Fehlsichtigkeit oder bei Brillenträgern eine Veränderung

der bisherigen Korrektionswerte fest, ermittelt

er verschiedene Parameter und passt die Brille oder

Kontaktlinse individuell an. Brillen lassen sich zwar

auch online auswählen und bestellen, aber: Die

gängigen Online-Sehtests entsprechen nicht den

geltenden Arbeits- und Qualitätsrichtlinien für

Augenoptik und Optometrie (AQRL) und liefern

keine vergleichbaren Ergebnisse mit den Messungen

eines Augenoptikers vor Ort. Darüber hinaus fehlen

bei der Online-Brille in der Regel wichtige Daten wie

etwa die Einschleifhöhe der Brillengläser, der

Hornhautscheitelabstand oder die Fassungsvorneigung.

Mit einer nicht optimal angepassten Brille ist

die Sicht nicht so gut, wie sie sein könnte – sie kann

außerdem zu gesundheitlichen Beschwerden wie

Kopfschmerzen oder Schwindel führen. Für

Gleitsichtbrillen aus dem Internet muss zusätzlich

ein Warnhinweis für den Gebrauch im Straßenverkehr

angezeigt werden. Ein Besuch beim Augenoptiker

vor Ort bietet deshalb klare Vorteile, wenn es um

beratungsintensive Produkte wie die Gleitsichtbrille,

um Kinderbrillen oder eine Zweitbrille für die

Bildschirmarbeit, das Autofahren oder bestimmte

Sportarten sowie die Erstanpassung von Kontaktlinsen

geht. Letztere eignen sich übrigens für jedes

Lebensalter vom Kleinkind bis zum Senioren und bei

so gut wie jeder Fehlsichtigkeit – einige Sehprobleme

können sogar mit den unsichtbaren Sehhelfern

Bei Auffälligkeiten verweist

der Optometrist zur

medizinischen Abklärung

und gegebenenfalls Therapie

an einen Augenarzt.

besser korrigiert werden als mit einer Brille. Modernste

Materialien ermöglichen eine schnelle Eingewöhnung

und hohen Tragekomfort, selbst z. B. bei

trockenen Augen. Da Kontaktlinsen direkt auf dem

Auge sitzen, müssen hierfür andere Werte ermittelt

werden als für ein Brillenglas, auch die Hornhautbeschaffenheit

und der Tränenfilm spielen eine Rolle

für gesundes und komfortables Tragen. Augenoptiker

mit der Zusatzqualifikation als Optometrist

können neben der fachgerechten Sehstärkenbestimmung

und Anpassung von Sehhilfen zusätzliche

Services zur Gesundheitsvorsorge rund ums Auge

anbieten. Dazu gehören etwa die Betrachtung des

Augenhintergrundes, die Untersuchung des

gesamten visuellen Systems mithilfe moderner

Geräte (auch als Screening bekannt), Tests zu

bestimmten Sehfunktionen, die Analyse des

Tränenfilms oder die Überprüfung des Augeninnendrucks.

Bei Auffälligkeiten verweist der Optometrist

zur medizinischen Abklärung und

gegebenenfalls Therapie an einen Augenarzt. Bei

Augenerkrankungen können wiederum medizinische

Maßnahmen oftmals durch eine geeignete

Sehhilfe unterstützt werden. Der Vorteil der Lotsenfunktion

des Optometristen im Gesundheitssystem:

Ein Termin ist oft ohne lange Wartezeit möglich und

in ländlichen Regionen kann der Optometrist

aufgrund des zunehmenden Fachärztemangels in

einigen Fällen eine erste Anlaufstelle bieten. Viele

weitere Informationen rund um gutes Sehen und

gesunde Augen erhalten Sie in dieser Ausgabe von

„Augenblick, bitte!“.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der CooperVision GmbH entstanden.

Alterssichtigkeit betrifft uns alle

Gleitsichtkontaktlinsen statt Gleitsichtbrillen

Der Arm wird zu kurz für die ungetrübte Buch-Lektüre? Das Entziffern von Haltbarkeitsdaten zieht den Aufenthalt im Supermarkt

zeitraubend in die Länge? Die Bankleitzahlen auf dem Briefbogen verschwimmen seit Kurzem mit der Postanschrift? Meist liegt

der Grund hierfür nicht in ungünstig kleinen Schriftgrößen, wie man optimistisch mutmaßen möchte, sondern in einer beginnenden

Alterssichtigkeit (Presbyopie). Ein Fall für die Gleitsichtkontaktlinse und alles andere als ein Grund zur Panik.

Text Helga Wiegel

G

utes Sehen ist eine der Grundvoraussetzungen

für Lebensqualität.

Dank Forschung und Entwicklung

sind wir heute in der Lage, unser

Sehvermögen über alle Altersstufen hinweg

weitgehend zu erhalten. Moderne Sehhilfen

unterstützen uns dabei. Sie gleichen die

verschiedensten Arten von Fehlsichtigkeit aus

und ermöglichen uns so eine uneingeschränkte

Teilnahme am sozialen Leben. Und dieses

gewinnt zusehends an Dynamik. Wir sind

von früh bis spät und bis ins hohe Alter aktiv.

Lesen, Bildschirmarbeit, Autofahren und

Sport gehören heute zum Alltag aller Generationen.

Umso wertvoller ist es, wenn wir dabei

auf eine Sehhilfe zurückgreifen können, die

allen Anforderungen gleichermaßen gerecht

wird und auch noch bequem zu handhaben

ist. Gleitsichtkontaktlinsen sind als praktische

Alternative zur Gleitsichtbrille eine besonders

effektive und gleichzeitig bequeme Methode,

der Presbyopie zu begegnen. Der Aufbau der

Multifokallinse ermöglicht uns scharfes Sehen

auf allen Distanzen und unabhängig von

unserer Blickrichtung. Der Unterschied zur

Gleitsichtbrille: Bei Blickbewegungen hat man

mit den Gleitsichtlinsen keine Einschränkungen

beim Sehen, da sie sich natürlich mit

dem Auge mitbewegen. Letztendlich entscheiden

die persönlichen Voraussetzungen, die

Präferenzen und das Trageempfinden über die

Wahl der Multifokallinse. Moderne Premiumlinsen

mit neuesten Linsentechnologien

berücksichtigen alle Kriterien, die für die

Augengesundheit wichtig sind, und überzeugen

mit herausragender Sehqualität, hoher

Verträglichkeit und besonderem Komfort.

Das umfassende Produktportfolio an Gleitsichtkontaktlinsen

von CooperVision, einem

weltweit führenden Hersteller weicher

Kontaktlinsen, macht Schluss mit Lesedefiziten

aufgrund der Alterssichtigkeit, korrigiert

verkürzte Armlängen und macht alles mit, was

der Tag auch bringen mag.

Machen Sie am

besten gleich einen

Termin bei Ihrem

Augenoptiker/Ihrer

Augenoptikerin aus

oder informieren Sie

sich unter: www.

coopervision.de


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INNOVATIVE

GENTHERAPIE

BEI SELTENEN

NETZHAUTERKRANKUNGEN

Für PatientInnen, die durch die Erbkrankheit Lebersche

Hereditäre Optikus Neuropathie (LOHN) ihre Sehkraft

verlieren, gibt es einen neuen Therapieansatz.

GenSight Biologics, ein Biopharma-Unternehmen aus

Frankreich, hat sich auf die Forschungsarbeit an neurodegenerativen

Augenerkrankungen und Erkrankungen des

zentralen Nervensystems spezialisiert. Die innovativen

Therapieansätze richten sich dabei besonders an PatientInnen

mit Leberscher hereditärer Optikusneuropathie

(LHON) und Retinitis Pigmentosa.

International und auch unter Beteiligung deutscher

Forscher wird derzeit eine neue Gentherapie klinisch

erprobt, die sich speziell auf ProbandInnen fokussiert,

die an der schwersten klinischen Form der LHON (ND4-

LHON) erkrankt waren. Die Ergebnisse aus den drei

kontrollierten Studien RESCUE, REVERSE und REFLECT

sind vielversprechend und bilden die Grundlage für den

Zulassungsantrag und die Freigabe für den Einsatz an

qualifizierten Zentren für Seltene Erkrankungen.


4

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Plötzlich blind

Ob Tina mit Vorurteilen

zu kämpfen hat

und wie sie Make-up-

Artist wurde, lesen

Sie unter: gesunderkoerper.info

Tina (28) verlor über Nacht ihr Augenlicht, heute ist

sie Mutter, Make-up-Artist und Ehefrau. Wie sie ihren

Alltag meistert und was sie sich für alle Menschen mit

Handicap wünscht, erzählt sie im Interview.

Text Franziska Manske

Du bist mit der Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa

geboren, konntest aber als Kind noch sehen.

Woran kannst du dich erinnern?

Ich kann mich noch an wahnsinnig viel erinnern. Ich bin

ein totaler Familienmensch und meine visuellen Erinnerungen

drehen sich alle um meine große Familie. Es sind

nicht die materiellen Dinge, eher gemeinsame Momente

und Situationen, die wir zusammen verbracht haben.

Wie hat sich die Krankheit zu Beginn bemerkbar

gemacht?

Ich habe das von Geburt an. Die Krankheit hat sich schleichend

entwickelt. Ich war immer sehr lichtempfindlich,

doch das konnte ich immer gut ausgleichen. An sehr sonnigen

Tagen beispielsweise mit speziellen Sonnenbrillen,

die auch an der Seite geschlossen sind. Richtig schlimm

wurde es, als ich 15 wurde.

Wusstest du, dass du eines Tages erblinden würdest?

Warst du darauf vorbereitet?

Tatsächlich überhaupt nicht. Ich war zwar immer in

ärztlicher Betreuung und bin regelmäßig zu Kontrollen

gegangen, doch da war immer alles auf dem gleichen

Stand. Die Ärzte haben uns immer versichert, dass die

Erblindung nicht eintreten wird. Und selbst wenn, dann

erst in sehr hohem Alter.

Leider haben sich die Ärzte geirrt.

Ja, leider. Von heute auf morgen war ich blind. Ich bin

am 3. Januar 2008 abends ins Bett gegangen und nachts

aufgewacht. Ich wollte mir ein Wasser holen und habe das

Licht angemacht. Es wurde nicht hell. Ich bin dann zu meiner

Schwester, habe sie geweckt und ihr gesagt, dass das

Licht nicht angeht. Sie hat mich dann angemotzt, dass das

Licht doch an ist. Für mich war es das aber nicht. Alles war

dunkel, und das blieb es auch.

Was hast du in dem Moment gedacht?

Ich habe die Hände vors Gesicht geschlagen und bin in

eine Schockstarre verfallen. Ich habe nichts mehr um mich

herum wahrgenommen und weiß fast nichts mehr von

dieser Nacht.

Wie geht man damit um, wenn man plötzlich blind ist?

Ich habe sehr viel mit mir selber ausgemacht. Ich musste

die Schule wechseln und bin auf eine Blindenschule

gekommen. Dort hat man mir sehr geholfen. Ich musste ja

alles neu lernen. Selbst die kleinsten Kleinigkeiten stellten

für mich auf einmal eine riesengroße Herausforderung

dar. Angefangen beim Schuhezubinden bis hin zum Essen.

Ich habe mich sehr zurückgezogen und meine Familie

hatte es auch nicht leicht mit mir. Die alte Tina war einfach

nicht mehr da.

Ist „die alte Tina“ im Laufe der Jahre zurückgekommen?

In Teilen ja, doch dieser harte Schicksalsschlag hat schon

meine Sicht auf das Leben verändert und mich reifer

werden lassen.

Kannst du beschreiben, was du noch visuell wahrnimmst?

Drei Monate nach der Erblindung fing es an, dass ich Hell

und Dunkel sowie alles in Form von Schatten und Umrissen

wahrnehmen konnte. Die Sinne schärfen sich sehr. Das

Gehör ist meine größte Stütze. Aber auch Gedächtnisarbeit

ist ein großer Punkt. Man merkt sich sehr viele Dinge, weiß

dadurch, wo was zu finden ist.

Gibt es etwas, das dich im Alltag besonders herausfordert?

Es gibt immer wieder Situationen, bei denen man an seine

Grenzen stößt. Meine größte Herausforderung ist mein

fünfjähriger Sohn. Er kann sehen. Ich hatte natürlich schon

in der Schwangerschaft Ängste und auch, als er noch so

klein war. Ich habe mich selbst total unter Druck gesetzt,

muss aber sagen, dass alles immer sehr gut funktioniert hat.

Mein Mann und meine Familie haben mich immer bei all

meinen Träumen und auch deren Umsetzung unterstützt

– dafür bin ich unendlich dankbar.

Zurück ins Leben?

Als Andreas 33 Jahre alt ist, bekommt er Probleme mit den Augen. Er geht zum Augenarzt

und erhält den Verdacht Hirntumor. Dass eine seltene Erkrankung dahintersteckt, ahnte

zu diesem Zeitpunkt niemand. Heute hat der Elektromeister ein Sehvermögen von einem

Prozent. Um welche Erkrankung es sich handelt und warum Andreas große Hoffnung hat,

bald wieder sehen zu können, erzählt er im Interview.

Andreas, welche Augenerkrankung haben Sie?

Ich habe die seltene Augenerkrankung Lebersche

Hereditäre Optikus-Neuropathie (LHON). Das ist

eine genetische Erkrankung der Nervenzellen des

Auges, die vor allem junge Männer betrifft. Sie tritt in

Deutschland nur circa 80-mal pro Jahr als Neuerkrankung

auf.

Wie haben Sie gemerkt, dass etwas mit Ihren

Augen nicht stimmt, und welche Beschwerden

traten auf?

Im September 2019 traten Sehbeschwerden auf,

ich sah teilweise verschwommen und ging zum

Optiker, weil ich vermutete, dass ich eine neue Brille

benötige. Beim Sehtest konnte ich kaum die Zahlen

erkennen. Der Optiker reinigte extra das Gerät, da

er nicht glauben konnte, dass ich kaum etwas sah.

Doch mit dem Gerät war alles in Ordnung. Er schickte

mich zum Augenarzt, der sämtliche Untersuchungen

machte und mich dann per Notfallüberweisung

ins Krankenhaus schickte wegen des Verdachts auf

Hirntumor. Zum Glück bestätigte sich die Diagnose

nicht. Doch warum ich immer schlechter sehen

konnte, wusste immer noch niemand.

Wie lange hat es gedauert, bis die Diagnose

LHON gestellt wurde, und was hat die Diagnose

für Ihr Leben bedeutet?

Es ging wochenlang hin und her und die ständig

neuen Verdachtsdiagnosen machten mich wahnsinnig.

Die ständige Angst und die immer größer

werdende Unsicherheit haben mich sehr viel Kraft

gekostet. Im Oktober kam dann der erste Hinweis

auf LHON, was dann auch durch einen genetischen

Test bestätigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich

noch eine Sehkraft von vier bis fünf Prozent. Doch

das ging weiter bergab. Heute habe ich eine Sehkraft

von einem Prozent. Mein Leben war quasi von heute

auf morgen nicht mehr das gleiche. Ich brauchte

sehr lange, um mich mit meinem neuen Leben zu

arrangieren. Lange wollte ich es nicht wahrhaben

und habe mich immer gefragt: Warum ich?

Wie sieht Ihr Alltag mit der Erkrankung aus, und

fühlen Sie sich als Patient mit einer seltenen

Augenerkrankung gut versorgt?

Ich lebe in einer Kleinstadt im ländlichen Raum.

Hier ist man auf das Auto angewiesen. Doch natürlich

kann ich mich als fast blinder Mensch nicht

mehr hinters Steuer setzen. Auch der Alltag mit der

Familie hat sich natürlich verändert und auch die

Arbeit. Doch ich habe das große Glück, dass sowohl

meine Frau als auch mein Arbeitgeber, wo ich als

Kalkulator arbeite, immer hinter mir standen und

stehen. Zudem habe ich mich an die PRO RETINA

gewandt, die mir sehr viele Hilfestellungen an die

Hand gegeben hat und nach wie vor gibt. Nicht

allein zu sein, ist ein gutes Gefühl.

Ich muss vierteljährlich zum Arzt, der mir mein

Medikament verschreibt. Zudem stehe ich auf einer

Liste mit sechs weiteren Personen für eine neuartige

Gentherapie. Bei dieser wird LHON-Betroffenen ein

Virus ins Auge gespritzt, was eine Heilung zur Folge

haben soll. Ich hoffe täglich auf den Anruf. Diese

Behandlung würde mir mein Leben zurückgeben.

Andreas

Regnat

LHON-Betroffener

Text

Franziska Manske

5 FAKTEN ZUR

LEBERSCHEN

HEREDITÄREN

OPTIKUS-

NEUROPATHIE

(LHON):

1

2

3

4

5

Schätzungen zufolge erkranken jährlich

etwa 80 neue Patienten an LHON in

Deutschland (Inzidenz).

Mit einem einfachen Gentest kann bei

Verdacht auf eine LHON die Diagnose

gesichert und festgestellt werden. Dieser

Gentest wird in der Regel extrabudgetär

von den Krankenkassen bezahlt.

Eine frühzeitige Diagnose bietet den

Patienten auf lange Sicht die besten

Chancen bei einer Behandlung.

Durchschnittlich verbleiben den

meisten Betroffenen etwa drei Monate

nach dem Auftreten der ersten Symptome

nicht mehr als zehn Prozent ihrer

Sehkraft.

LHON führt zu einem deutlichen Verlust

an Lebensqualität und betrifft neben

dem Erkrankten auch die Familie und

Pfleger.

Weitere Informationen:

www.pro-retina.de


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HOMEOFFICE:

STRESS FÜR DIE AUGEN

Text Kerstin Kruschinski

Ständige Computerarbeit kann den Augen

schaden. Erst recht im Homeoffice. Bildschirmnutzer

sitzen länger vor dem Monitor und haben

oft den gut ausgestatteten Büro-arbeitsplatz

gegen das provisorische Homeoffice getauscht.

Kerstin Kruschinski, Stellvertretende Geschäftsführerin

Kuratorium Gutes Sehen e. V., zu den

negativen Folgen digitalen Sehens und Möglichkeiten,

dem entgegenzuwirken.

Verdirbt der Job unsere Augen?

Zumindest werden sie offensiv gefordert. Die

Anfahrtswege, der Bürotalk, Offline-Besprechungen

und ausreichende Pausen fallen im

Homeoffice weg. Wir sitzen schlechter, schauen

kaum noch in die Ferne und starren länger als

sonst auf kleinere Monitore. Das reduziert wiederum

die Lidschlagfrequenz. Aber regelmäßiges

Blinzeln ist wichtig, um die Hornhaut

ausreichend mit Tränenflüssigkeit zu befeuchten

und mit Nährstoffen zu versorgen.

Unser Körper quittiert das mit müden,

geröteten und brennenden Augen – als

Office-Eye-Syndrom bekannt. Fehlhaltungen

durch angestrengtes Starren verursachen oft

anhaltende Schmerzen im Nacken-, Schulterund

Rückenbereich.

Was können Brillenträger tun?

Bei der Bildschirmarbeit wandert der Blick

lediglich zwischen Schreibtisch und Monitor

und ab und an in den Raum. Weder Lese- noch

Gleitsichtbrillen sind auf diese Distanzen

optimiert. Für entspannteres Sehen ohne

verkrampfte Kopfhaltung sorgen spezielle

Bildschirmbrillen, die alle drei Sehzonen mit

großen Bereichen für die Sicht auf Tastatur,

Monitor und in den Raum abdecken. Besonders

Menschen mit Alterssichtigkeit profitieren

von diesem Komfort.

Die permanent auf Displays gerichteten

Augen von Young Digitals können sogenannte

Low-Addpower-Brillen entlasten. Das sind

Gleitsichtgläser mit leichter Nahunterstützung

im Bereich zwischen +0,25 und 1,75 Dioptrien.

Das ist Maßarbeit …

… die nur Augenoptiker erledigen können.

Denn für die Brille berücksichtigen sie nicht

nur die nötige individuelle Sehstärke und den

Augenabstand, sondern auch die konkreten

Bedingungen am Arbeitsplatz. Dazu müssen

Sehabstand und Blickrichtung zur Tastatur und

zum Bildschirm genau ausgemessen werden.

Experten empfehlen außerdem beidseitig

entspiegelte und mit Blaulichtfilter ausgestattete

Gläser.

Im Stakkato: Was kann man sonst noch

Gutes für die Augen tun?

Regelmäßige Sehtests. Augenkrankheiten

und Sehdefizite werden so früh erkannt. Junge

Menschen und Erwachsene sollten alle zwei bis

drei Jahre, alle ab 40 im Zweijahresrhythmus

und ältere Menschen jährlich zum Check.

Optimale Lichtverhältnisse. Tageslicht ist

perfekt. Gegen störende Blendungen:

Bildschirm senkrecht zum Fenster aufstellen.

Spiegelungen durch helle Lampen vermeiden.

Am besten sind Deckenleuchten über dem

Arbeitsplatz.

Häufiges Blinzeln und befeuchtende

Augentropfen. So werden die Augen mit

frischer Tränenflüssigkeit versorgt oder

zusätzlich benetzt.

Pausen im Freien. Der Blick kann entspannt

in die Ferne schweifen, die frische Luft hilft

gegen trockene Augen.

Ergonomischer Arbeitsplatz. Der Monitor

ist mindestens 50 Zentimeter von den Augen

entfernt, die Bildschirmoberkante auf Augenhöhe.

Knie und Hüfte sind im rechten Winkel

zueinander positioniert. Auch die richtige Brille

entspannt Nacken und Rücken.

Brillencheck –

so blicken Sie besser durch

In den letzten 20 Jahren haben sich Brillen von der reinen Sehhilfe zu einem stil- und

persönlichkeitsrelevanten Accessoire entwickelt. Ich würde behaupten, dass jeder eine

Brille besitzt – und wenn es nur eine Sonnenbrille ist. Doch die Wirkung, die eine Brille

auf die Mitmenschen haben kann, ist längst nicht allen bewusst. Hier ein paar Tipps.

Text Petra Waldminghaus

Petra

Waldminghaus

Brillenexpertin

Auf die richtigen Proportionen kommt es an

Sie sollten die Brille als ein weiteres Charakteristikum

Ihres Gesichts betrachten. Nimmt

eine Brille die natürlichen Proportionen auf

oder harmonisiert sie diese sogar, ist die Brille

gut gewählt. Wichtig ist, dass die Augenbrauen

sichtbar bleiben, denn sie sind der natürliche

Rahmen des Gesichts. Probieren Sie deshalb Fassungen

mit geradem oder gerundetem Oberrand.

Der Nasensteg sollte sich in seiner Breite den

Proportionen des Nasenrückens anpassen und

die Länge der Nase günstig beeinflussen. Hier

lohnt sich der Vergleich unterschiedlicher Stegvarianten

und deren Einfluss auf die optische

Veränderung von Nasenlänge und -breite.

Schnellcheck Brillenpassform

Gläser und Fassung stimmen in punkto

Größe mit den Verhältnissen des Gesichts

Neuss

Erfurt

Pocking

überein

Die Breite der Bügel orientiert sich an der

Länge des Gesichtes.

Die Fassung ragt nicht über das Gesicht

hinaus.

Behalten Sie Ihren persönlichen Stil. Dieser

sollte sich auch in den Materialien widerspiegeln.

Die richtige Farbe

Eine unpassende Brillenfarbe kann schnell zum

Störfaktor werden, da sie beim Blick ins Gesicht

irritieren kann. Nehmen Sie Ihren natürlichen

Haarton oder Ihre Augenfarbe in der Fassung mit

auf. Ein Wort zur schwarzen Brille: Fast jeder

trägt sie, doch nicht jedem steht sie. Achten Sie

auf Ihre natürlichen Kontraste: Bei heller Haaroder

Augenfarbe lohnt der Vergleich mit einem

weniger dunklem Modell in Blau, Braun, Grau.

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Hier werden Sie bestens beraten

Statt eine Brille online zu kaufen,

haben Kunden gute Gründe,

auch in Zukunft den Gang

zum Optiker zu wählen. Denn

der Service und das Gefühl, eine

Brille in der Hand – und auf

der Nase – zu haben, das gibt

es online nicht. Je spezieller die

Ansprüche sind, zum Beispiel

durch extreme Sehschwäche

oder Allergien, umso mehr bietet

es sich an, vom Fachpersonal

beraten zu werden und die

Brille oder die Kontaktlinsen direkt

mit nach Hause zu nehmen.

Ausgesuchte Fassungskollektionen

Dänisch puristisch von Lindberg, farbenfrohes Blocktitan von Ørgreen, Schwarzwälder

Handwerkskunst von Lunor oder modisch verrückt wie Carolin Abram Paris

Biometrische Brillengläser

DNEye-Technik von Rodenstock auf die 1/1000 Dioptrie individualisiert

Optik Mellentin

Neustrasse 18, 41460 Neuss , Tel. 02131 222466

optik-mellentin.de

Unsere Leidenschaft ist Qualität.

Motiviert und mit ehrlicher

Freude beraten wir Sie

ausführlich und individuell.

Wir verwenden ausschließlich

hochwertige Materialien und

führen Marken, die in unserer

Region einzigartig sind. Mit

modernster Technik, ständiger

Fortbildung und anhaltend

hoher Qualität sorgen wir mit

einzigartigen Produkten für Ihre

vollste Zufriedenheit.

Augenoptik Bettzüge

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Weitergasse 17, 99084 Erfurt,

Tel. 0361 5624044

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de

Kompetenz und Herzlichkeit stehen

bei uns an oberster Stelle. Im

SEHZENTRUM Günter Loibl Augenoptik

beraten Sie ausschließlich

Augenoptiker mit hochwertiger

Ausbildung. Für unsere

Kunden halten wir stets die wichtigste

Komponente für perfektes

Sehen bereit: Zeit. Denn nur,

wer sich Zeit nimmt, kann verstehen

und die richtigen Schlüsse

ziehen.

Günter Loibl Augenoptik

Indlinger Strasse 8a, 94060

Pocking, Tel.: 08531 8477

augenoptik-pocking.de


Schmerzen

bei jedem

Wimpernschlag

Foto: CBM/Hayduk

Die dreifache Mutter Dinknesh (38) hatte

Trachom auf beiden Augen. Dank der CBM hat

sie heute keine Schmerzen mehr.

Christoffel-Blindenmission hilft dreifacher

Mutter aus Äthiopien durch Operation

Faya/Bensheim. Eine Pinzette kann vielseitig

eingesetzt werden, vom Herausziehen eines

Splitters bis zum Zupfen einer verirrten Augenbraue.

In Faya, im Norden Äthiopiens, ist der

Boden voller Dornen und Disteln und riesige

stachelige Kakteen säumen die Felder. Fast alle

leben von Landwirtschaft. Eine Pinzette hat jeder.

Aber hier hat sie noch einen anderen Zweck.

Dinknesh ist eine schüchterne, zierliche 38-

Jährige. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder,

das älteste ist 21, das jüngste 1 Jahr alt. Ihr Haus

liegt im Zentrum von Faya, nicht viel mehr als

eine Ansammlung von ein paar Dutzend kleiner

traditioneller Häuser auf einer Anhöhe. Hinter

ihrem Haus liegen die Kochstelle, die Grubenlatrine

und die Weide mit den Ziegen. Perfekter

Nährboden für Fliegen. Sie sind überall und

können die Bakterien übertragen, die Trachom

verursachen. Trachom ist die weltweit häufigste

infektiöse Ursache für Erblindung.

Jeder zweite Mensch in Nordäthiopien hat mit

Trachom zu kämpfen. Bei Dinknesh waren beide

Augen entzündet. Wirklich schmerzhaft wurde es,

als sich ihre Augen immer wieder entzündeten.

Es entstanden Narben auf der Innenseite der

Augenlider, die sich dadurch verkürzten und die

Wimpern nach innen zogen. Die Wimpern der

38-Jährigen scheuerten beim Blinzeln über die

Hornhaut. Deshalb riss sich Dinknesh die

Wimpern mit der Pinzette aus. Übertragen wird

Trachom nicht nur durch Fliegen, sondern auch

von Mensch zu Mensch, zum Beispiel wenn

gemeinsam genutzte Handtücher oder

ungewaschene Hände mit den Augen in

Berührung kommen. Hygiene ist also zentral,

aber meist fehlt dafür sauberes Wasser.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) und ihre

Partner arbeiten in Nordäthiopien daran, die Zahl

der Trachom-Patienten zu reduzieren. Gesundheitshelfer

erklären, was Trachom verhindern

kann: Regelmäßig Hände und Gesicht waschen.

Damit es genug sauberes Wasser gibt, wurden

mehr als 700 Brunnen gegraben und Quellzugänge

eingefasst. Und die CBM schickt Ärzte in

die Dörfer, um den betroffenen Menschen vor Ort

zu helfen.

Dinknesh weiß heute, dass Antibiotika die Infektion

– rechtzeitig entdeckt – hätten heilen können.

Ihre Sehfähigkeit konnte nur durch eine Lid-

Operation gerettet werden. Durchgeführt wurde

sie in einer von der CBM unterstützten Gesundheitsstation.

Die dreifache Mutter war dankbar

und glücklich, dass ihr ein 30-Minuten-Eingriff ein

Leben ohne dauerhaften Schmerz schenkt.


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Umfassende Hilfe für die

Ärmsten der Armen

Was die CBM gegen Trachom macht, erklärt Augenarzt Prof. Dr. Martin Kollmann.

Der gebürtige Kasselaner arbeitete bis zu seinem Ruhestand für die CBM

als Fachberater für vernachlässigte Tropenkrankheiten in Nairobi, Kenia.

Worauf kommt es bei der Trachombehandlung

an?

Prof. Dr. Kollmann: Im Anfangsstadium kann die

bakterielle Infektion durch regelmäßiges

Waschen des Gesichts, die Benutzung von Toiletten

und antibiotische Augensalbe verhindert beziehungsweise

geheilt werden. Ist die Krankheit

weiter fortgeschritten, so dass unwiderrufliche

Erblindung droht, hilft eine rechtzeitige kleine

Operation an den Augenlidern. Bei Trachom

reicht aber die medizinische Behandlung

einzelner Patienten nicht. Sie ist so ansteckend,

dass die Verbreitung verhindert werden muss.

Durch die Verteilung von Antibiotika an betroffene

Gemeinden, durch die Aufklärung der Bevölkerung,

Brunnenbau oder die Verbesserung

sanitärer Anlagen kann eine Ausbreitung effektiv

und nachhaltig verhindert werden. Entscheidend

ist dabei, dass die Gemeinden selber alle

Maßnahmen mittragen und mitgestalten.

Was genau macht die CBM gegen

Trachom?

Prof. Dr. Kollmann: Die CBM hilft umfassend: Sie

verteilt Antibiotika an betroffene Gemeinden,

behandelt Infizierte mit einer Augensalbe oder

operiert ihre vernarbten Augenlider. Sie schult

Ärzte und Gesundheitspersonal, klärt ganze

Dörfer über die nötige Hygiene auf und gräbt

Brunnen.

Darüber hinaus arbeitet die CBM an der Inklusion

der Menschen, die bereits durch Trachom

unwiderruflich sehbehindert oder gar erblindet

sind. Diese umfassende Hilfe, die Betonung der

Eigenverantwortung und der inklusive

Entwicklungsansatz unterscheiden die CBM von

vielen anderen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

Und wo ist die CBM aktiv?

Prof. Dr. Kollmann: Der Schwerpunkt unserer

Trachom-Arbeit liegt derzeit in Äthiopien,

Nigeria und der Demokratischen Republik

Kongo. Außerdem sind wir noch in Burundi,

Südsudan, Pakistan, Kenia und in der Zentralafrikanischen

Republik aktiv. Dank der CBM konnten

2020 fast 6,5 Millionen Behandlungen gegen

Trachom durchgeführt werden.

Foto: CBM/argum/Einberger

Trachom-Experte

Prof. Dr. Martin

Kollmann kämpft

auch heute noch

engagiert dafür,

dass sich die

Tropenkrankheit

nicht weiter verbreitet.

Kurzinfo: Trachom

In Deutschland kommt Trachom sehr selten

vor. Weltweit ist es unter den Top Ten

der Ursachen für Blindheit. 137 Millionen

Menschen sind von der hochansteckenden,

bakteriellen Infektion bedroht und

damit von Blindheit. Die Krankheit zählt

zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten

und trifft vor allem arme

Menschen in heißem Klima, wenn die

hygienischen Verhältnisse schlecht sind:

in Afrika, Südost-Asien, Zentral- und Südamerika

sowie im Nahen Osten.

Vorsorglich wird bei Massenverteilungen

Antibiotika an die betroffenen Gemeinden

ausgegeben.

Übertragen werden die Erreger durch

Hautkontakte, verschmutzte Kleidung

oder Handtücher, aber auch durch

Fliegen, die sich ins Gesicht setzen. Die

bakterielle Infektion macht sich zunächst

bemerkbar wie eine Bindehautentzündung

durch tränende Augen und

angeschwollene Lider. Wiederkehrende

und unbehandelte Infektionen führen

allmählich zu Narben auf der Innenseite

(Bindehaut) der Augenlider, die sich

dadurch verkürzen und die Wimpern nach

innen drehen. In der Folge scheuern die

Wimpern bei jedem Blinzeln über die

Hornhaut, die sich zunehmend eintrübt

und schließlich unwiderruflich vernarbt.

Unbehandelt erblinden die Betroffenen.

Foto: CBM

Über die CBM

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu

den international führenden Organisationen

für inklusive Entwicklungszusammenarbeit.

Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen

in den ärmsten Ländern der Welt – und das

seit mehr als 110 Jahren. Gemeinsam mit ihren

lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich

das Leben von Menschen mit Behinderungen

grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie

leistet medizinische Hilfe und setzt sich für

gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe

ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der

Menschen mit und ohne Behinderungen ihre

Fähigkeiten einbringen können und niemand

zurückgelassen wird.

Informationswoche im Oktober

Die CBM engagiert sich bei der Aktionskampagne

Woche des Sehens. Vom 8. bis 15. Oktober

lenken Organisationen der Selbsthilfe,

der Augenmedizin und der Entwicklungshilfe

den Blick auf Sehen, Blindheit und Augenkrankheiten.

Mehr Informationen gibt es

unter www.cbm.de und

www.woche-des-sehens.de.

Unterstützen Sie die Arbeit der Christoffel-Blindenmission mit einer Spende!

Spendenkonto

IBAN: DE46 3702 0500 0000 0020 20 · BIC: BFSWDE33XXX

CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V.

Stubenwald-Allee 5 · 64625 Bensheim

Telefon: (0 62 51) 131-131 · Fax: (0 62 51) 131-139 · E-Mail: info@cbm.de · www.cbm.de


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„Vor der Diagnose war ich blind“

Im Interview spricht der Schauspieler Tim Rasch über sein Leben mit grünem Star.

Text Franziska Manske

Tim Rasch

TV-Persönlichkeit

und Model

Instagram: www.

instagram.com/

tim_rasch

Wie hast du festgestellt, dass mit deinen

Augen etwas nicht stimmt?

Im März 2020 habe ich das bemerkt. Meine

Augen wurden lichtempfindlicher. Zudem

habe ich einen schwarzen Punkt wahrgenommen,

wenn ich auf eine weiße Wand geschaut

habe.

Was hast du dann unternommen?

Anfangs gar nichts. Ich dachte, das sei nur

temporär – was von allein kommt, geht auch

wieder von allein. Als ich nach Köln gezogen

bin, um bei „Köln 50667“ mitzumachen,

hatte ich das Gefühl, dass es schlimmer wird.

Wieder zurück in Bremen, bin ich dann zum

Augenarzt gegangen. Im August 2020 bekam

ich die Diagnose grüner Star.

Wie bist du mit dieser Diagnose umgegangen?

Schlimm waren die Monate davor. Ich hatte

riesengroße Angst zu erblinden. Meine

größten Sorgen waren, dass ich meinen Eltern,

meinen Geschwistern, meinen Kindern nicht

mehr in die Augen schauen kann. Die drei Monate

vor der Diagnose waren die schlimmsten.

Das war wirklich eine harte Zeit. Als die Diagnose

dann kam, war ich eher beruhigt, da ich

Gewissheit hatte, was es ist. Die Ärzte konnten

mir dann auch meine Ängste nehmen und mir

Sicherheit geben, indem sie mir erklärten, wie

der grüne Star behandelt wird und dass man

ihn zwar nicht heilen, aber stoppen kann.

Gehst du jetzt regelmäßig zur Vorsorge

bzw. bist du in Behandlung?

Ich gehe alle vier Monate in das Klinikum, das

auch die Diagnose gestellt hat. Zudem nehme

ich Augentropfen, die den Augeninnendruck

senken. Nebenbei haben diese Augentropfen

auch noch einen kleinen Beautyeffekt, da sie

die Wimpern dunkler färben. Wenn schon so

ein Schicksal, dann wenigstens mit schönen

Wimpern (lacht).

Wie hat sich dein Leben seit deiner Diagnose

verändert?

In meinem Leben hat sich nicht wirklich viel

verändert, doch meine Sichtweise auf das

Leben ist eine komplett neue. Mein Mindset

hat sich unglaublich gedreht.

Inwiefern?

Ich schätze alles viel mehr. Was vorher normal

war, also sich mit Freunden oder Familie

treffen beispielsweise und ihnen in die Augen

schauen zu können, ist für mich jetzt jedes

Mal ein besonderer Moment, den ich sehr

genieße. Ich würde sagen, dass ich vor der

Diagnose oft blind war und jetzt das Leben

erst richtig sehe.

Kann es sein, dass du deine Lieben irgendwann

nicht mehr sehen können wirst?

Da ich in Behandlung bin, ist das Risiko zum

Glück sehr gering. Erst nach 15 Jahren mit

der Erkrankung ohne Behandlung ist das

Risiko sehr, sehr hoch, dass man erblindet.

Heimtückisch an dieser Erkrankung ist, dass

über 50 Prozent der Leute gar nicht wissen,

dass sie den grünen Star haben, weil das Gehirn

kleine Makel im Sichtfeld ausgleicht. Mir

ist aufgefallen, dass viele Menschen Probleme

mit den Augen einfach ignorieren. So wie ich

es am Anfang ja auch gemacht habe. Mein

Tipp: Macht es nicht! Geht zum Augenarzt.

Das kann ich jedem nur raten – egal wie alt

man ist. Wir alle hören viel zu wenig auf

unseren Körper, doch das Schlimmste, was

passieren kann, ist Krankheiten zu spät zu

erkennen. Also geht zum Arzt – damit brecht

ihr euch keinen Zacken aus der Krone. Macht

es für euch und die Menschen, die ihr liebt.

Du hast dich im Zusammenhang mit

deiner Diagnose auch schon zum Thema

mentale Gesundheit geäußert. Was gibst

du Menschen mit auf den Weg, die sich in

ähnlichen Situationen befinden und mit

psychischen Tiefs zu kämpfen haben?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es

superschwer ist, dort wieder herauszukommen.

Ich habe für mich festgestellt, dass es

mir hilft, mich nicht noch zusätzlich damit zu

geißeln, dass es mir gerade nicht so gut geht,

sondern es zu akzeptieren. Es ist okay, sich

nicht gut zu fühlen, es ist okay, traurig zu

sein. Es ist völlig normal, dass man nicht

jeden Tag glücklich ist. Also sei nicht so hart

zu dir selbst!

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der OPTICUM Augentagesklinik Berlin Neukölln entstanden.

Brillenfreiheit

ohne Laser?

Text Paul Howe

D

ie Augengesundheit wird von

vielen – jungen wie älteren

Menschen – als einer der

wichtigsten Eckpfeiler guter

Lebensqualität eingestuft, weil im

Grunde alle Lebensbereiche direkt von

einem guten Sehvermögen abhängig

sind.

Implantierbare Kontaktlinsen

Gerade jüngere Menschen, die aktiv

sind und mitten im Leben stehen,

fühlen sich durch eine hohe Fehlsichtigkeit

häufig enorm beeinträchtigt.

Die lästige Sehhilfe ist in Familienleben

und Beruf ihr ständiger Begleiter.

Vielen dieser Frauen und Männer, die

sich im Alltag mehr Sehkomfort wünschen,

können wir

durch die Implantation von phaken

Intraokularlinsen helfen. Dabei handelt

es sich um individuell angefertigte

Kunstlinsen, die zusätzlich zur körpereigenen

Linse ins Auge implantiert

werden. Brille oder Kontaktlinsen mit

all ihren Nachteilen werden nach der

Implantation nicht mehr gebraucht.

Voraussetzung für die Implantation ist,

dass die Augen gesund sind, außerdem

darf sich die Sehstärke im letzten Jahr

nicht verändert haben. Empfehlenswert

ist dieses moderne Verfahren vor

allem für Menschen zwischen 21 und

60 Jahren, die an einer hohen Fehlsichtigkeit

leiden.

Ablauf

Der minimalinvasive Eingriff dauert

nur etwa zehn Minuten für jedes Auge

und läuft in drei Schritten ab:

Nach einer Tropfenbetäubung des

Auges setzt der Operateur einen

winzigen, nur drei Millimeter breiten

Schnitt am Hornhautrand.

Mit einem Spezialinstrument wird

die gefaltete Zusatzlinse in das Auge

eingeführt. Dort entfaltet und verankert

sie sich selbstständig hinter der

Regenbogenhaut.

Der kleine Schnitt muss nach dem

Eingriff nicht genäht werden, sondern

verschließt sich von selbst.

Wir laden Sie herzlich ein, sich über

unser gesamtes Behandlungsspektrum

zu informieren und eine individuelle

Beratung in unserer Praxis, in Berlin,

zu vereinbaren.

Weitere Informationen:

www.opticum-augen.de


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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) entstanden.

Welche Risikofaktoren bei einem

Offenwinkelglaukom zu berücksichtigen

sind, hat die Deutsche Ophthalmologische

Gesellschaft (DOG) unter

Mitwirkung des BVA in einer Leitlinie

zusammengefasst, die auf der Internetseite

der Arbeitsgemeinschaft der

Wissenschaftlichen Medizinischen

Fachgesellschaften zu finden ist:

Bewertung von Risikofaktoren für das

Auftreten des Offenwinkelglaukoms,

S2e-Leitlinie, Registernummer 045-

015, https://www.awmf.org/leitlinien/

detail/ll/045-015.html.

Messung des

Augeninnendrucks

Weitere

Informationen:

augeninfo.de

Glaukom-Check –

Damit man den Durchblick behält

Kann man blind werden, ohne es zu merken? Leider ja. Beim Glaukom,

umgangssprachlich auch als Grüner Star bezeichnet, gehen schleichend

über Jahre hinweg Fasern des Sehnervs zugrunde. Die Folge sind Ausfälle

im Gesichtsfeld – zuerst am Rand, dann weiter zum Zentrum hin

fortschreitend. Unbehandelt führt das Glaukom zur Erblindung.

Text Jeanette Prautzsch

Die Betroffenen selbst bemerken

die Krankheit sehr lange

nicht. Denn über sogenannte

„Fill-in-Effekte“ erzeugt das

Gehirn keine schwarzen Flecken im

Gesichtsfeld. Der fehlende Seheindruck

wird passend zur wahrgenommenen

Umgebung aufgefüllt. So meint man,

im Auto sitzend, die ganze Straße mit

Bordstein und Gehweg zu überblicken.

Das Kind, das von der Seite auf die Fahrbahn

läuft, nimmt man nicht wahr. Erst

wenn es schon mitten auf der Straße

ist, taucht es „wie aus dem Nichts“ im

Gesichtsfeld auf. Bis die Betroffenen

selbst bemerken, dass mit ihren Augen

etwas nicht in Ordnung ist, ist bereits

der größte Teil des Sehnervs unwiederbringlich

geschädigt worden. In

Deutschland gibt es gut 920.000 Menschen,

die vom Glaukom betroffen sind.

Das Risiko steigt mit dem Alter

Das Risiko, an einem Glaukom zu

erkranken, steigt mit zunehmendem

Alter. Deshalb empfehlen Augenärztinnen

und Augenärzte allen Personen ab

dem Alter von 40 Jahren regelmäßige

Früherkennungsuntersuchungen. Sie

sind rechtlich verpflichtet, darüber

aufzuklären und dies auch zu dokumentieren.

Denn mit einem Glaukom-Check

lassen sich krankhafte Veränderungen

rechtzeitig erkennen – noch bevor

das Sehvermögen eingeschränkt ist.

Bei einer frühen Diagnose kann das

Fortschreiten des Glaukoms mit einer

Behandlung aufgehalten werden, sodass

das Sehvermögen erhalten bleibt.

Untersuchung des Sehnervs und

Augeninnendruckmessung

Zum Glaukomscreening gehören eine

gezielte Untersuchung des Sehnervs

und eine Messung des Augeninnendrucks.

Unter Umständen ist es auch

sinnvoll, die Hornhautdicke zu messen.

Wenn sich dabei kein Glaukomverdacht

ergibt, folgt der Rat, die Untersuchung

je nach Alter und vorliegenden Risikofaktoren

in ein bis fünf Jahren

zu wiederholen. Liegt dagegen ein

auffälliger Befund vor, dann stehen

weitere diagnostische Maßnahmen wie

die Untersuchung des Gesichtsfelds an.

Unter Umständen sind auch Kontrolluntersuchungen

in kürzeren Abständen

sinnvoll. Ist die Glaukom-Diagnose

gesichert, dann wird die Behandlung

eingeleitet. Meist ist eine Therapie mit

Augentropfen, die den Augeninnendruck

senken, ausreichend. In schwereren

Fällen kann ein Lasereingriff

oder eine Operation notwendig sein.

Das Glaukom ist eine chronische

Krankheit. Das bedeutet, dass die Therapie

dauerhaft fortgesetzt und immer

wieder auf ihren Erfolg hin kontrolliert

werden muss.

Keine Kostenübernahme durch die

Krankenkassen

Die Krankenkassen übernehmen die

Kosten für die Glaukomfrüherkennung

nicht. Augenärzte bieten sie ihren

Patienten deshalb als Individuelle

Gesundheitsleistung an, die privat bezahlt

werden muss. Seit Jahren sehen

sie sich immer wieder Diffamierungen

Dr. Peter Heinz

1. Vorsitzender

des BVA

vonseiten der Verbraucherschützer

und des Medizinischen Dienstes der

Krankenkassen ausgesetzt. Diese bezweifeln,

dass es für den Glaukom-

Check eine stichhaltige medizinische

Begründung gibt. Dabei heißt es in der

Leitlinie des International Council of

Ophthalmology zum Glaukom: „Die

meisten Patienten mit Offenwinkelglaukom

und Engwinkelglaukom sind

sich dessen nicht bewusst, dass sie an

einer das Sehvermögen bedrohenden

Krankheit leiden. Ein bevölkerungsweites

Massen-Screening wird derzeit

nicht empfohlen. Doch alle Patienten,

die zu einer Augenuntersuchung kommen,

sollten eine Untersuchung erhalten,

um ein Glaukom auszuschließen,

und bei ihnen sollte das Vorliegen von

Risikofaktoren für ein Glaukom geklärt

werden. Glaukompatienten sollten

angehalten werden, ihre Geschwister,

Eltern und Kinder darüber

zu informieren, dass sie ein erhöhtes

Glaukomrisiko haben und dass sie

regelmäßig untersucht werden sollten.“

Dies entspricht dem Vorgehen,

das der Berufsverband der Augenärzte

Deutschlands e. V. (BVA) seit Jahren

empfiehlt und das jüngst sogar vom

Bundesgerichtshof (BGH) als korrekt

bestätigt wurde.

Bestätigung durch den Bundesgerichtshof

Die von der Verbraucherzentrale

kritisierte Formulierung „Ich habe

die Patienteninformation zur Früherkennung

des Grünen Stars (Glaukom)

gelesen und wurde darüber aufgeklärt,

dass trotz des Fehlens typischer

Beschwerden eine Früherkennungsuntersuchung

ärztlich geboten ist“

weicht nicht von Rechtsvorschriften

ab, so der BGH, der in einer Pressemitteilung

schrieb: „Das vom Beklagten

empfohlene Informationsblatt unterrichtet

die Patienten über das Risiko

eines symptomlosen Glaukoms und

über die Möglichkeit einer (auf eigene

Kosten durchzuführenden) Früherkennungsuntersuchung.

Die streitige

Klausel dient der Dokumentation der

hierüber erfolgten Aufklärung und der

Entscheidung des Patienten, ob er die

angeratene Untersuchung vornehmen

lassen möchte.“

Dr. Peter Heinz: Das Sehvermögen der

Patienten steht an erster Stelle

„Die Gesundheit und das gute Sehvermögen

der Patientinnen und Patienten

stehen für die deutsche Augenärzteschaft

an erster Stelle“, betont Dr. Peter

Heinz, der 1. Vorsitzende des BVA. „Der

BGH hat nun klargestellt, dass es

augenärztlich geboten ist, die Glaukomfrüherkennung

anzubieten, auch wenn

die gesetzlichen Krankenkassen die

Kosten für diese Untersuchung nicht

übernehmen. Ich hoffe, dass dies den

Diffamierungen der vergangenen Jahre

ein Ende setzt“, so Dr. Heinz.


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Therapie der altersabhängigen Makuladegeneration

und neue Forschungsansätze

Text Paul Howe Foto AMD-Netz e.V.

Die altersabhängige Makuladegeneration,

AMD, ist eine Erkrankung der Stelle

des schärfsten Sehens im hinteren

Augenbereich (Makula). Sie ist in den

westlichen Industrieländern eine der häufigsten

Ursachen für gravierende Sehverluste und betrifft

in Deutschland ca. 7,5 Millionen Menschen (davon

ca. 500.000 Menschen mit einer späten AMD).

Frühe und intermediäre AMD

Grundlegend ist die AMD eine Erkrankung, die

sich aus den altersabhängigen

Veränderungen

der zentralen

Netzhaut entwickelt.

Es kommt bei jedem

Menschen im Laufe

des Lebens zu Ablagerungen

von Abfallprodukten

unter der

zentralen Netzhaut.

Diese gelblichen

Ablagerungen, sogenannte

Drusen, sind

das Kennzeichen

der frühen und

intermediären AMD. In

diesem Stadium ist das

Sehen oft noch wenig

beeinträchtigt. Die Zusammensetzung

und

Lage der Drusen ist in

hohem Maße genetisch

vorherbestimmt.

„Trockene“ Spätform

der AMD

Im weiteren Verlauf

kann es zum Untergang der zentralen Netzhautzellen

und zu einem langsamen Verlust des zentralen

Seh- und Lesevermögens kommen (geografische

Atrophie, „trockene“ Spätform der AMD). Bisher

war diese Spätform der AMD nicht zu behandeln.

Zurzeit werden jedoch zwei prospektive klinische

Studien mit Medikamenten durchgeführt, die

den Verlust der zentralen Netzhautzellen verlangsamen

können. Die Vorergebnisse waren

vielversprechend, im Jahr 2022 sind erste Daten

der Zulassungsstudien zu erwarten. Für die Behandlung

der trockenen AMD gibt es damit erste

Hoffnungsstreifen am Horizont.

„Feuchte“ Spätform

Neben dem Zelluntergang kann durch die Ablagerungen

(Drusen) aber auch eine Abwehrrektion

des Körpers angeregt werden. Hierbei werden

Botenstoffe („VEGF“) von den Netzhautzellen gebildet,

die irreguläre Blutgefäße aus der Aderhaut

unter die zentrale Netzhaut einsprießen lassen.

Durch den Austritt von Flüssigkeit und die Entwicklung

von Blutungen ergeben sich Verzerrungen

und ein mehr oder weniger rascher Zellund

Sehverlust. Seit ca. zehn Jahren gibt es Eiweiße

zum Binden der VEGF-Botenstoffe, die in das Auge

eingegeben werden (Injektions- oder IVOM-Therapie).

Die Effekte dieser Therapie können mittels

Schichtbildaufnahmen, der Optischen

Kohärenztomografie (OCT), morphologisch gut

dargestellt werden. Da die bisherigen Medikamente

(Lucentis®, Eylea®, Avastin®) meist nur ca. vier

Wochen im Auge verbleiben, sind nahezu monatliche

Injektionen bzw. Kontrollen über viele Jahre

oder sogar Jahrzehnte das derzeitige Behandlungsprinzip.

Das Ziel ist es daher, Medikamente mit

längerer Wirkungsdauer zu entwickeln, die größere

Abstände der Injektionen möglich machen. Neue

Wirkstoffe wie Brolucizumab (bereits zugelassen)

und Faricimab sowie operativ eingebrachte

Slow-release Systeme

(jeweils Zulassung in

2022 erwartet), lassen in

der nahen Zukunft neue

Therapieoptionen am

Horizont erscheinen.

Unterstützende

Maßnahmen bei der

späten AMD

Die Therapie der

feuchten AMD muss

langfristig erfolgen und

erfordert regelmäßige

Kontrollen beim

Augenarzt. Die Therapietreue

der Patienten ist

dabei zentral, da eine

konsequente Behandlung

nahezu immer zu

einer Stabilisierung der

Sehkraft führt. In der

Praxis kommt es leider

häufig zu Unterbrechungen

oder Abbrüchen der

IVOM-Therapie. „Hier

muss eine konsequente

Information und Aufklärung der Patienten

erfolgen, damit die notwendigen regelmäßigen

Kontrollen und Injektionen auch tatsächlich

durchgeführt werden“, sagt Professor Pauleikhoff,

Vorstandsmitglied des AMD-Netzes. Der gemeinnützige

Verein stellt Informationen für Patienten

und deren unterstützende Angehörige sowie

Module für die Augenärzte bereit, um verständliche

und umfassende Aufklärung zu ermöglichen.

Professor

Pauleikhoff

Augenarzt und

Vorstandsmitglied

des AMD-Netz

Weitere

Informationen:

amd-netz.de

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Grauer Star: Klare Sicht dank Kunstlinse

Das menschliche Auge ist nicht einmal acht Gramm schwer, aber ein wahres Wunderwerk. Mit zehn

Millionen Informationen pro Sekunde ist es der wichtigste Datenlieferant für unser Gehirn. Rund 80

Prozent aller bewussten Sinneseindrücke nimmt der Mensch über das Auge auf. Umso schlimmer ist es,

wenn die Sehleistung abnimmt oder ganz erlischt. Moderne Medizintechnologien helfen, damit Betroffene

wieder möglichst scharf und klar sehen können.

Text Paul Howe

Ab dem 60. Lebensjahr kann die menschliche Augenlinse trüb werden.

Bei fast 10 Millionen Menschen in Deutschland schreitet die Trübung

so weit voran, dass das Sehen dadurch stark eingeschränkt wird: Bilder

werden unscharf, Kontraste verschwimmen und die Blendempfindlichkeit

nimmt zu. Augenärzte nennen diese Augenerkrankung – im Volksmund

als Grauer Star bekannt – Katarakt. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig

geklärt. Zum Teil spielen die Gene eine Rolle, aber auch der Lebensstil. So

kann Zigarettenrauch das Risiko für eine Linsentrübung erhöhen, während eine

gesunde, vitaminreiche Ernährung sich positiv auswirkt. Um zu vermeiden,

dass die Sicht so schlecht wird, dass der Patient über Hindernisse in der eigenen

Wohnung oder im Straßenverkehr stürzt, sollten Menschen ab dem 60. Lebensjahr

einmal jährlich zur augenärztlichen Kontrolle gehen.

800.000 OPs

Die Behandlung des grauen Stars gilt in Deutschland als Routineeingriff: Jedes

Jahr operieren deutsche Augenärzte mehr als 800.000 Augen, um die getrübte

Linse durch eine Kunstlinse auszutauschen. Mit einer Erfolgsrate von 90 bis 100

Prozent gehört die Operation des grauen Stars zu den erfolgreichsten Eingriffen

überhaupt. Bei fast allen Betroffenen bessert sich das Sehvermögen danach

deutlich, vorausgesetzt, es liegen keine anderen Augenerkrankungen vor. Bei

der Operation schneidet der Augenchirurg mithilfe eines Laserstrahls oder mit

einem Messer eine zwei bis drei Millimeter breite Öffnung in die Hornhaut des

Auges. Üblicherweise wird zunächst nur das Auge behandelt, das am stärksten

von der Trübung betroffen ist. Einige Tage oder Wochen später folgt das zweite.

Während der Heilungsphase

von zwei bis vier Wochen

pro Auge muss der Patient

Augentropfen einnehmen

und regelmäßig zur

augenärztlichen Kontrolle

gehen. Es gibt verschiedene

Arten von Kunstlinsen,

auch Intraokularlinsen

(IOL) genannt, die bei der

Operation eingesetzt

werden können. Welche

sich am besten eignet,

entscheidet der Augen-

50%

zwischen 52 und 64 Jahren

haben einen Grauen Star

chirurg bei einer gründlichen Voruntersuchung. Eine sogenannte Monofokallinse

kann so ausgewählt werden, dass der Patient nach dem Eingriff in der Nähe

oder auf mittlere Distanz oder in der Ferne scharf sieht. Multifokallinsen ermöglichen

scharfes Sehen auf allen Distanzen, sodass der Patient nach der Operation

keine Brille mehr braucht. Diese sind jedoch teurer und kommen nicht für

jeden infrage. Die Kosten für den Eingriff, die Standardvor- und nachuntersuchung

sowie eine Standardlinse trägt die Krankenkasse. Zusätzliche Leistungen,

wie etwa Multifokallinsen, muss der Patient in der Regel selbst bezahlen. Die

Betroffenen sollten sich im Vorfeld über die Kostenübernahme der Behandlung

mit ihrer Krankenkasse beraten.

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