Technologies for Smart Factories

mp.austria

Die digitale Welt verändert sich immer rasanter. Wer sich bereits mit den richtigen Strategien und Technologien auseinandergesetzt hat, arbeitet nicht nur ressourcenschonender, sondern erreicht auch eine höhere Qualität. In dieser Kampagne wird aufgezeigt, welche Maßnahmen zukunftsweisend sind.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

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TECHNOLOGIES FOR

SMART FACTORIES

IN DIESER

AUSGABE:

Flexible Produktion

mit 5G

Chancen für die

Digitalisierung von

Produktionsabläufen

Seite 4

Das Internet

der Dinge

Wie die Arbeitswelt

verändert

wird durch IoT

Seite 11

Die Zukunft

der Industrie

Strategien & Technologien für effizientes,

ressourcenschonendes und qualitativ hochwertiges

Arbeiten in der Produktion von morgen

FOTO: VOESTALPINE AG


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2 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

IN DIESER AUSGABE

05

Dr. Dr. Florian Skopik

Der Thematic Coordinator des AIT

(Austrian Institute of Technology

GmbH) über Cyber Security

09

Edge Computing

Vorhandene Abläufe berechenbar

machen, wenn aus Daten Fakten werden

13

Preventive Maintenance

Die Zukunft der Wartung in der

Industrie 4.0

Project Manager: Anna Deisenhammer Business Developer:

Kerstin Köckenbauer Senior Business Developer:

Florian Rohm, BA Content and Production Manager:

Viktoria Pisker Layout: Ute Knuppe Managing Director:

Bob Roemké Medieninhaber: Mediaplanet GmbH,

Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU 64759844

FN 322799f FG Wien Impressum: http://mediaplanet.

com/at/impressum Distribution: Der Standard

Verlagsgesellschaft m.b.H. Druck: Mediaprint

Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. & Co.KG Kontakt bei

Mediaplanet: Tel.: +43123634380 E-Mail: hello-austria@

mediaplanet.com ET: 30.09.2021

@MediaplanetWorld

@austriamediaplanet

VORWORT

Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft

brauchen

einander – zum Wohle aller

Roland Sommer

Geschäftsführer

Plattform Industrie

4.0 Österreich

FOTO: JOHANNES ZINNER

Technologie und Digitalisierung

sind zwei

maßgebliche Treiber für

den Klimaschutz. 103 von

169 postulierten Einzelzielen der

strategischen Entwicklungsziele

(SDGs), die die Vereinten Nationen

erarbeitet haben, können durch

Einsatz von Technologie unterstützt

werden. Darin liegt nicht nur

ein großer Hebel, sondern auch

eine gewaltige Chance für heimische

Betriebe, durch Forschung

und Entwicklung, Innovation und

digitale Transformation zur Erreichung

dieser Ziele beizutragen.

Eine zentrale Komponente

spielen Daten und insbesondere die

Nutzung derselben. Es ist ein Trend

zu beobachten, dass der Austausch

von Daten zunehmend zu einem

wichtigen Wettbewerbsfaktor wird.

Der Datenaustausch über unterschiedliche

Abteilungen in einem

Unternehmen, beispielsweise

von der Produktentwicklung über

den Einkauf, der Produktionsvorbereitung,

der Produktion und

der Intralogistik bietet ein großes

Potenzial für effizientere Prozesse.

Zunehmend erfolgt der Datenaustausch

aber über Unternehmensgrenzen

hinweg entlang ganzer

Wertschöpfungsnetzwerke. Wenn

ich Parameter bestimmter Eigenschaften

meiner Vormaterialien

bereits kenne, kann ich meine

Prozesse entsprechend adaptieren.

Gleichzeitig geht die Entwicklung

noch viel weiter. Das Sammeln und

Auswerten von Daten entlang eines

kompletten Produktlebenszyklus

wird früher oder später kommen

und wird von den Kunden auch

zunehmend eingefordert. Wesentliche

Treiber dafür, dass sich

diese Möglichkeiten eröffnen, sind

zunehmend günstigere Sensoren,

sich rasch steigernde Rechnerleistungen

sowie immer höhere

Datenübertragungsraten und

zunehmend leistungsfähigere

Analysetools.

Die Möglichkeiten, die uns die

Digitalisierung bietet, der immer

stärkere Einsatz neuer Technologien

und die laufende Erforschung

und Entwicklung dieser tragen essenziell

dazu bei, ein nachhaltiges

Wirtschaften sicher zu stellen und

das Thema Kreislaufwirtschaft auf

fundierte Beine zu stellen.

In dieser Ausgabe, die unter

dem Überbegriff Ressourcen- und

Energieeffizienz steht, finden Sie

zahlreiche digitale Bausteine, die in

ihrer Gesamtheit eine Route in eine

nachhaltigere Zukunft weisen. Rainer

Pamminger berichtet über das

hohe Potenzial von Eco-Design und

Kreislaufwirtschaft, Thomas Zemen

beleuchtet 5G im Kontext der

flexiblen und ressourceneffizienten

Produktion, Florian Skopik adressiert

das Thema Cyber Security, das

aktueller denn je ist, und Marion

Mitsch führt aus, welch wichtige

Rolle digitale Technologien allgemein

haben. Diese Technologien

in Kombination mit Automatisierungslösungen,

der zunehmenden

Verwendung von Edge Devices und

Prescriptive Analysis bieten starke

Werkzeuge zur Gestaltung unserer

Zukunft.

Viel Spaß beim Lesen dieser

Ausgabe!

2021

6. Summit Industrie 4.0

Die Jahreskonferenz der Plattform Industrie 4.0 Österreich

› Programm und Anmeldung: www.plattformindustrie40.at

In Kooperation mit:

1.12.2021

Rathaus

Wien

digital : regional


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Sponsored by PTC

FOTO: POPTIKA/SHUTTERSTOCK

PHOTO: NAME SURNAME

Der Wandel zur Industrie

4.0 ist in vollem Gange

Weitgehend unbemerkt findet der größte Umbau der Industriegeschichte

statt – worauf Unternehmen jetzt achten sollten.

Text Dominik Rüchardt, PTC

Der ursprüngliche Aufruf zur

Industrie 4.0 hat sich zu einem

regelrechten Strukturwandel entwickelt.

Seit mittlerweile gut zehn

Jahren läuft die digitale Transformation hin

zur vernetzten Industrie, die sich das Internet

of Things (IoT) und die damit einhergehende

Digitalisierung zunutze macht. Es

geht um die Wettbewerbsfähigkeit im Sinne

von Flexibilität, Nachhaltigkeit, Effizienz

und Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen.

Die zugrunde liegenden Technologien wie

das IoT, Augmented Reality, Lifecycle-Management,

Künstliche Intelligenz und

die Cloud haben einen hohen Reifegrad

erreicht. Unterschätzt wurde häufig, dass

Vernetzung zumeist unternehmensübergreifend

stattfindet, was Entscheidungen

zunächst langsamer, dann aber umso

wirkungsvoller macht. Mittlerweile befindet

sich der Umbauprozess hin zur

Industrie 4.0 zwischen der Phase der

Architekturfindung und der Umsetzung in

Communitys bestimmter Branchen. Aus

dieser Phase wird sich dann erst die eigentliche

Wertschöpfung ableiten, wie etwa

serviceorientierte Geschäftsmodelle

und eine dynamischere Produktion, die

ferngesteuerte Maschinenwartung und

automatisierte Qualitätssicherung, die

Nachweisfähigkeit und das konsequente

Ersetzen von Energie und Ressourcen

durch Information.

Die gewonnene Erkenntnis ist eindeutig:

Die Lösung für die Vernetzung ganzer

Branchen wird eine offene, kommerzielle

Architektur sein. Offen, weil sich noch

vieles verändern wird, was nicht vorhergesagt

werden kann, und kommerziell, weil

nur ein kommerzieller Anbieter in der Lage

ist, eine solche Architektur und die entsprechenden

Lösungen langfristig und robust

zu pflegen, zu warten und weiterzuentwickeln.

Es geht dabei um Kernkompetenzen,

welche die Teilnehmer eines Netzwerkes

einbringen.

PTC bietet, angelehnt an Industriekonzepte

wie RAMI und das „Internet of Production“,

die Software-Lösungen für diese wichtige

Transformation. Cloud-fähig, im Eigenbetrieb

oder als „as a Service“-Modell.

Unternehmen sollte bewusst sein, dass

die Architekturen für industrielle Vernetzung

derzeit entstehen und, sind sie einmal

ausgereift, Revolutionen auslösen. Es geht

jetzt darum, sich vorzubereiten, sich die

Technologien anzueignen, digitale Prozesse

andockfähig zu gestalten und die internen

Abläufe zu modernisieren. Im Idealfall mit

einem Partner, der dem Unternehmen

langfristig zur Seite steht.

FOTO: PTC

Dominik Rüchardt

Senior Director,

Business Development

bei PTC

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unter

ptc.com/de


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4 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

FOTO: VIKTORIA KURPAS/SHUTTERSTOCK

Flexible

Produktion

mit 5G

Die Digitalisierung von Produktionsabläufen

mittels zuverlässiger 5G-Funksysteme

bietet große Chancen für die

österreichische Wirtschaft.

Text

Priv.-Doz. DI

Dr. techn.

Thomas Zemen

Moderne 5G-Kommunikationssysteme

ermöglichen

einen sichereren, kostengünstigeren,

zuverlässigeren

und umweltfreundlicheren Betrieb

vieler technischer Systeme – etwa in

der Wirtschaft und im Verkehr, wo für

zeitkritische Anwendungen zuverlässige

drahtlose Kommunikationssysteme mit

kurzer Latenz (maximal eine Millisekunde

Verzögerung) und hoher Zuverlässigkeit

(über 99,999 Prozent) erforderlich

sind. Diese Fähigkeiten sind der Schlüssel

zu einem wettbewerbsfähigen

österreichischen Wirtschaftsstandort, da

durch den Wegfall von fixen Kabelverbindungen

Produktionsprozesse flexibler

gestaltet und einfacher geändert werden

können.

Ein zentrales Nervensystem für die

Digitalisierung

5G-Funksysteme bilden das zentrale

Nervensystem für die Digitalisierung von

Transport- und Produktionsprozessen.

Zuverlässige drahtlose Kommunikationssysteme

erhöhen die Betriebssicherheit

und senken die Betriebskosten von

Verkehrssystemen, zum Beispiel indem

verkabelte Sicherheitssysteme durch

drahtlose Verbindungen ersetzt werden.

In Produktionsprozessen ermöglichen

5G-Funksysteme die Roboter-Roboterund

Mensch-Roboter-Interaktion unter

Berücksichtigung der Anforderungen der

menschlichen Sinne. Die Latenzanforderung

des menschlichen Tastsinns für

taktile Rückmeldungen bei Schneidprozessen

ist zum Beispiel eine Millisekunde.

Der digitale Zwilling

Die Qualität einer Funkverbindung

unterliegt zufälligen Schwankungen, die

durch die Funkwellenausbreitung und

deren Reflexion an Objekten in der

Umgebung (Gebäude, Maschinen,

Fahrzeuge, Gelände) verursacht werden.

Für die Etablierung von hochzuverlässigen

Funkverbindungen ist daher ein

digitaler Zwilling des Funksystems von

großer Bedeutung, um die Entwicklung

und den kostengünstigen Test konkreter

Systeme zu unterstützen. Die Geometriedaten

für den digitalen Zwilling können

zum Beispiel aus OpenStreetMap

importiert werden. Der digitale Zwilling

ist auch in der Lage, konkrete Sender und

Empfänger zu vermessen, um funkstandardunabhängig

eingesetzt zu werden

und auch mehrere Sender und Empfänger

gleichzeitig in Echtzeit zu simulieren

(Simulation auf Systemebene).

FOTO: JOHANNES ZINNER

Priv.-Doz. DI

Dr. techn.

Thomas Zemen

Principal Scientist

Center for Digital

Safety & Security

AIT Austrian Institute

of Technology

GmbH


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Cyberkriminelle haben

oft leichtes Spiel

Die Cybersecuritybedrohungen für Smart Factories sind vielfältig. Funktionierende Sicherheitsmechanismen

unterscheiden sich teils fundamental von der klassischen Unternehmens-IT,

essenziell ist aber auch hier ein risikobasierter Ansatz. Text Dr. Dr. Florian Skopik

Dr. Dr. Florian

Skopik

Thematic Coordinator

Cyber Security,

Security &

Communication

Technologies,

Center for Digital

Safety & Security,

AIT Austrian

Institute of Technology

GmbH

FOTO: AIT/JOHANNES ZINNER

Erfolgreiche Cybersecurityangriffe

auf nicht-klassische

IT-Systeme nahmen

in den letzten Jahren rasant

zu. Neben vereinzelten aufsehenerregenden

Fällen, wie dem Angriff

auf die Colonial Pipeline in den USA

im Mai 2021, gibt es de facto wöchentlich

Berichte über erfolgreiche

Angriffe auf Firmen im produzierenden

Gewerbe und Anbieter von

kritischer Infrastruktur. Die Akteure

sind so vielfältig wie ihre Ziele.

Von sogenannten Insider Threats

(typischerweise unzufriedene,

bestechliche oder erpressbare Mitarbeiter:innen

mit Insiderwissen)

über Hacktivist:innen, die aus ideologischen

Motiven handeln, oder

Cyberkriminellen, die rein finanzielle

Motive verfolgen, bis hin zu

staatlich finanzierter Wirtschaftsspionage

ist alles nicht nur denkbar,

sondern bereits da gewesen.

Die Ziele der Angreifer können

sehr unterschiedlich sein

Angreifer versuchen dabei, Zugriff

auf interne Systeme zu erlangen,

um geistiges Eigentum, wie Produktionspläne

oder Maschineneinstellungen,

zu entwenden, oder aber

haben das Ziel, den Betrieb zu stören.

Dabei muss nicht immer gleich

ein Totalausfall die Folge sein. Auch

die Manipulation einzelner Maschinen

mit dem Ziel, die Produktqualität

zu verringern, konnte bereits

beobachtet werden – was sehr

schwer für den Betreiber zu entdecken

ist. Verbreitet ist auch, mittels

Ransomware (Verschlüsselungstrojaner)

Systeme zu verschlüsseln und

Lösegeld zu erpressen.

Die eigenen Schwächen kennen

Hierbei gehen die Angreifer ganz

unterschiedlich vor, jedoch in der

Regel so, dass sie mit dem geringstmöglichen

Aufwand die größte

Wirkung im Sinne ihrer Ziele erreichen.

Daher ist es für Betreiber

essenziell, die eigenen Schwächen

genau zu kennen, um dort gezielt

nachzubessern. Neben technischen

Lücken steht bei vielen erfolgreichen

Angriffen auch der Mensch im

Fokus. Mittels Social Engineering,

also der Anwendung ausgefeilter

Täuschungsmanöver, werden

Mitarbeiter:innen dazu gebracht, im

Sinne der Angreifer zu handeln – die

sich beispielsweise als Geschäftspartner

oder Dienstleister ausgeben.

Dahingehend bergen insbesondere

der unachtsame Umgang mit

sensitiven Informationen, wie Passwörtern,

gepaart mit mangelndem

Risikobewusstsein, große Gefahren.

Der Druck auf die Unternehmens-IT

wächst

Die klassische Unternehmens-IT

hat in den letzten Jahren teils

unter großem Leidensdruck

lernen müssen, mit diesen

Bedrohungen umzugehen. Die

Betriebsleittechnik, auch Operational

Technology (OT) genannt,

die auch Steuersysteme in Smart

Factories umfasst, hinkt aber oft

aus unterschiedlichen Gründen

deutlich hinterher. Ein breiter Mix

an eingesetzten Technologien und

Geräten mit wenig Rechenleistung

und schlechter Netzwerkanbindung

verhindert oft anspruchsvolle

Schutzmechanismen, wie

fortschrittliche Kryptografie und

feingranulares Monitoring. Geräte

in der OT unterliegen auch einem

sehr hohen Lebenszyklus von oft

20 Jahren und mehr – neue Sicherheitstechnologien

setzen sich

daher nur langsam durch. Darüber

hinaus sind Updates und das

Einspielen von Patches in Steuergeräten

nicht so einfach umsetzbar

wie in Bürogeräten.

Ein risikobasiertes Informationssicherheitsmanagementsystem

(ISMS), das diese Faktoren berücksichtigt

und den Umgang mit verbleibenden

Risiken wirksam steuert,

ist daher auch für Smart-Factory-

Betreiber unumgänglich.

FOTO: MILAN MALKOMES


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6 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Die Zukunft

gehört der

Kreislaufwirtschaft

FOTO: ISTOCK/PETMAL

Kreislaufwirtschaft hält wertvolle Ressourcen so lange wie möglich im System und ist ein wichtiger

Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Wirtschaft. Deshalb forscht das UAR Innovation Network gemeinsam

mit Unternehmen an innovativen Lösungen. Wohin die Reise geht, zeigen aktuelle Projekte im Rahmen

der Förderausschreibung „Kreislaufwirtschaft“ des Landes Oberösterreich.

Folien im Kreislauf

Verpackungsfolien haben einen

großen Anteil am Kunststoffabfall

– vom Restmüll über

den Gelben Sack bis zu Gewerbe-

und Baustellenabfällen.

Der Recyclingprozess muss

an die Vielfalt und oft starke

Verschmutzung angepasst

werden. Die Competence Center

CHASE GmbH forscht mit ihren

Projektpartner:innen daran,

mehr Folienabfälle für Recyclingunternehmen

verwertbar zu

machen und so die Recyclingquote

zu erhöhen.

Herausforderungen beim Recyclen.

Bei der kryogenen Vermahlung

können Werkstoffverbunde

mit flüssigem Stickstoff

bei –196 Grad Celsius in einer

Trommel zerkleinert und durch

unterschiedliche Versprödung

der Stoffe sortenrein getrennt

werden. Dieses Verfahren wird

unter der Leitung der Leichtmetallkompetenzzentrum

Ranshofen GmbH (LKR) an

Kunststoff-Mehrschichtfolien

sowie an verunreinigten Metallabfällen

erforscht.

Vom Schaumstoffabfall

zum Reifen

Gemischte Schaumstoffabfälle

wie Matratzen, Polstermöbel

oder Automobilauskleidungen

sind schwer wiederzuverwerten –

die stoffliche Trennung ist

aufwendig und das Material

muss sehr rein sein. Gemeinsam

mit der Eurofoam GmbH

erforschen CHASE und TCKT

ein neues Verfahren zur

Auftrennung der Schaumstoffabfälle

in Öl, Gas und Koks.

Diese Rohstoffe sollen in der

chemischen Industrie und als

Ersatz für Industrieruß bei der

Herstellung von Reifen, Gummi

und Farbpasten zum Einsatz

kommen.

Neue Fasern aus Alttextilien

Rund 10.000 Tonnen Textilabfälle

werden jährlich in Österreich

verbrannt, da Mischtextilien

nicht recyclingfähig sind.

Ein neues Verfahren soll diese

auftrennen können. Die Fasern

können dann wieder zu einem

Textil aufbereitet werden. Unter

der Leitung der Transfercenter

für Kunststofftechnik GmbH

(TCKT) arbeiten Partner:innen

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

zusammen –

von der Sammlung bis hin zur

Textilherstellung.

Das UAR Innovation Network

zählt insgesamt 17 hochkarätige

Forschungszentren, die

Unternehmen bei der Realisierung

ihrer Innovationsvorhaben

tatkräftig unterstützen.

Die Kernkompetenzen lassen

sich in drei Stärkefelder

zusammenfassen – smarte

Systeme, digitale Technologien

und nachhaltige

Materialien.

uar.at

Eiskalt zerkleinern

Verschmutzung und Sortenunreinheit

sind große

FOTO: UAR


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/industrie4-0 7

Die Zukunft ist kreisrund

Der aktuell viel zu hohe Ressourcenverbrauch ist selbst der größte Treiber der Kreislaufwirtschaft,

sagt Rainer Pamminger vom Forschungsbereich ECODESIGN an der TU Wien.

Text Werner Sturmberger

Warum sollte man sich mit Kreislaufwirtschaft

beschäftigen?

Der Erdüberlastungstag fand in Österreich

heuer am 7. April statt. Noch in

den 1970er-Jahren hat man aber genau

so viele Ressourcen verbraucht, wie

die Erde in einem Jahr regenerieren

konnte. Beim aktuellen Ressourcenverbrauch

würden wir aber selbst mit zwei

Erden nicht auskommen. Wir haben

schlicht und ergreifend keine andere

Option als Kreislaufwirtschaft, weil wir

nicht endlos Rohstoffe importieren

können, sondern nutzen müssen, was

da ist.

Wie funktioniert Kreislaufwirtschaft?

Prinzipiell unterscheidet man die

Material-, Komponenten- und

Produktebene. Wird lediglich das

Material weitergenutzt, spricht man

von Recycling. Am besten ist es aber,

ganze Produkte wiederzuverwerten

und weiterzunutzen, damit die für die

Entwicklung und Herstellung benötigten

Ressourcen erhalten bleiben.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung

dabei?

In vielen Fällen ist sie mit noch mehr

Energieverbrauch verknüpft. Sie kann

aber auch einen Beitrag leisten. Das

beweisen einerseits Sharing-Plattformen,

aber auch Technologien wie

Building Information Modeling. Damit

wird es etwa möglich, ein digitales

Abbild eines Gebäudes zu erstellen,

das einen genauen Überblick über

verwendete Komponenten liefert. Das

erleichtert die Wiederverwertung und

hilft dabei, Bauschutt – die größte einzelne

Abfallquelle – zu reduzieren.

Wie ist der Status quo bei der Kreislaufwirtschaft?

Noch fehlen oftmals entsprechende

Geschäftsmodelle bei den Unternehmen.

Es gibt aber innovative Zugänge

zu dem Thema. Das reicht von der

Aufbereitung benutzter Laptops und

Smartphones bis hin zur Vermietung

von Produkten. Ein Hersteller von

Bauwerkzeugen verkauft diese nicht

mehr nur, sondern vermietet sie auch.

Damit verändert sich auch das

Produktdesign. Es wird viel wichtiger,

schnell und einfach Geräte reparieren

und Komponenten tauschen zu

können. Generell gewinnt dieses

Thema auch dank neuer EU-Verordnungen

an Bedeutung. Und genau da

setzen wir an und begleiten Unternehmen

auf dem Weg zu kreislauffähigen

und ressourceneffizienten Lösungen.

FOTO: TU WIEN

DI Dr. Rainer

Pamminger

Senior Scientist,

Forschungsbereich

ECODESIGN,

TU Wien

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Nachhaltigkeit vom Branchenprimus

Als Österreichs größter technischer Händler setzt Haberkorn Maßstäbe beim Thema Nachhaltigkeit.

Thomas Lutz, Leiter E-Business & Logistik-Lösungen, erklärt, wie Haberkorn Kunden dabei hilft,

Energie- und Ressourceneffizienz zu optimieren, indem die Supply Chain effizienter gestaltet wird.

Thomas Lutz

Leiter E-Business &

Logistik-Lösungen

Lesen Sie mehr

unter

haberkorn.com

FOTO: HABERKORN

Wie kann die Digitalisierung für mehr Nachhaltigkeit

sorgen?

Die Digitalisierung hat es möglich gemacht, über integrierte

Versorgungskonzepte noch enger mit unseren

Kunden zusammenarbeiten. So können wir gemeinsam

Lieferprozesse optimieren und so letztlich Wegstrecken

und auch Verpackungsmaterial einsparen. Wir beraten

unsere Kunden darum auch bei der Disposition von Beständen,

um Engpässe zu verhindern und helfen dabei,

mehr Systematik und Transparenz in die Lagerhaltung

zu bringen. Natürlich achten wir auch bei den Produkten

in unserem Sortiment auf Nachhaltigkeit. Darum werden

diese kontinuierlich gescreent und besonders nachhaltige

Produkte für den Kunden beispielsweise im Online-Shop

entsprechend gekennzeichnet.

Ressourceneffizienz meint ja nicht nur Umweltfaktoren,

sondern auch Kosten?

Aus einer Hand zu bestellen heißt, den Ressourcenbedarf

in der Supply Chain gering zu halten, weil weniger Bestellungen,

Lieferungen und Rechnungen anfallen. Unsere

Automaten sorgen beim Kunden für eine effiziente Ausgabe

von Verbrauchsmaterial und die Möglichkeit, diese

vollautomatisiert in die Verrechnungsprozesse zu integrieren.

Dies führt zu einem geringeren Verwaltungsaufwand

beim Kunden. Außerdem schafft die systematische

Protokollierung aller Entnahmen mehr Transparenz und

fördert den bewussteren Umgang mit den Produkten, was

die Umwelt schont und Kosten spart.

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Ihrem

Unternehmen selbst?

Unser Ziel ist es, so zu handeln, dass auch für kommende

Generationen eine lebenswerte Zukunft möglich ist.

Wir verstehen nachhaltiges Handeln als ein ganzheitliches

Konzept, das ökonomische, ökologische und

gesellschaftliche/soziale Belange in alle Bereiche des

unternehmerischen Handelns integriert. Das heißt für

uns, einen wertschätzenden Umgang mit unseren

Mitarbeitern zu pflegen und schonend mit unserer

Umwelt umzugehen: Wir setzen auf PV zur Stromerzeugung

und Geothermie zur Kühlung der Gebäude. Wir

legen großen Wert auf die bewusste Gestaltung von

Sortiment und Services. So schaffen wir Mehrwert für

unsere Kunden, aber auch für Gesellschaft, Umwelt und

Mitarbeitende.


Lesen Sie mehr unterzukunftindustrie.info/industrie4-0

8 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lösungen basieren

auch auf digitalen

Technologien

Text Marion Mitsch, Geschäftsführerin des Fachverbands

der Elektro- und Elektronikindustrie, FEEI

FOTO: IAN EHM

Die Digitalisierung bringt große gesellschaftliche Herausforderungen und hohe

Anforderungen an Wirtschaft und Industrie mit sich – Chancen inklusive.

Die Elektro- und Elektronikindustrie

spielt bei der Digitalisierung

eine zentrale Rolle,

sie ist Taktgeber für Innovation

und Fortschritt im Land. 300

Unternehmen stellen intelligente Lösungen

für künftige Herausforderungen bereit und

gestalten in dieser Schlüsselbranche die

Zukunft mit. Diese Innovationskraft ist maßgeblich

für die Bewältigung von Krisen und

für die Entwicklung neuer Technologien.

Essenziell ist sie, wenn es um Themen wie

Urbanisierung, Erhalt und Betrieb kritischer

Infrastruktur, digitale Vernetzung und

heimische Wettbewerbsfähigkeit geht. Ohne

die Elektro- und Elektronikindustrie wäre

die voranschreitende Digitalisierung aller

Lebensbereiche so nicht möglich. Anwendungen

wie Industrie 4.0, E-Mobilität oder

das Internet of Things werden durch sie erst

realisierbar. Die Lösungen für die großen

Herausforderungen unserer Zeit, allen voran

den globalen Klimawandel, basieren auf

digitalen Technologien. Mit anderen Worten:

Das Potenzial, die Chancen für den Wirtschafts-

und Innovationsstandort Österreich

und für die EEI sind enorm. Und die gilt es

seitens der Unternehmen zu nutzen und

von politischer Seite mit praxistauglichen

Rahmenbedingungen zu unterstützen.

Ein Beispiel: Der Wandel unseres Energiesystems

hin zu einem nachhaltigen

Versorgungssystem hat dank Forschung

und Entwicklung insbesondere im technologischen

Bereich sowie im Bereich der

Digitalisierung in den letzten Jahren große

Fortschritte gemacht. Ohne die Leistungen

der Industrie ist Klimaneutralität nicht

erreichbar. Wir dürfen aber nicht dem Trugschluss

unterliegen, dass uns die Technik

allein retten wird. Es geht darum, diese

entwickelten Technologien für die Menschen

zugänglich zu machen, sie so zu gestalten,

dass sie akzeptiert und angenommen

werden. Die Politik muss jetzt liefern – sie

muss ihre Steuerungsfunktion wahrnehmen

und mit geeigneten Rahmenbedingungen

Gegebenheiten schaffen, in denen sich die

Unternehmen frei entfalten können, sie darf

ihnen kein zu enges Korsett anlegen. Unsere

Unternehmen brauchen Planungssicherheit.

Eine neue Kostenlawine, sei es durch die EU

oder hausgemacht, schwächt die Industrie

im internationalen Wettbewerb.

Und zu guter Letzt muss man sich vor

Augen halten, was dank der enormen

digitalen Fortschritte heute alles zuhause

und von zuhause aus möglich ist: Smart-

Home-Lösungen, Homeoffice und vieles

mehr. Dadurch sparen wir Energie und Zeit

und leisten aufgrund reduzierter CO 2-Emissionen

einen Beitrag zum Klimaschutz.

Chancen, die es zu nutzen gilt.

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Datendemokratisierung: Was bedeutet das?

Daten sind das neue Öl, sagt man. Doch was hat es mit der Datendemokratisierung auf sich und wie

kann sie Unternehmen zu besserer Wettbewerbsfähigkeit verhelfen?

Alles, was an Daten entsteht, ist von Wert. Das

ist die Grundhypothese. Und wir haben mit

unseren Kund:innen bereits erfolgreich bewiesen,

dass dem wirklich so ist. Für Mitarbeiter:innen

in Unternehmen sind die Daten

als Gesamtheit natürlich auch von großem Nutzen. Aber

anstatt jetzt zu sagen, ich löse ein Logistikproblem nur mit

Logistikdaten oder ein Produktionsproblem nur mit Produktionsdaten,

haben wir erkannt, dass die Bereitstellung

und Nutzung von allen Daten entlang eines Produktlebenszyklus

für die Verbesserungsarbeit den größten Mehrwert

bringt. Und jetzt kommen wir zum Punkt – Demokratisierung

der Daten bedeutet insofern, dass jede:r Mitarbeiter:in,

der oder die eine Idee zur Optimierung hat, alle dazu

notwendigen Daten abteilungsübergreifend nutzen darf.

Der Experte für Datendemokratisierung bei TietoEVRY,

Thomas Lamprecht, erklärt, worauf es dabei ankommt:

„Für diese Reise hin zur Datendemokratisierung begleiten

wir unsere Kund:innen von der Idee zu Beginn über die

Umsetzung bis hin zum nachhaltigen Betrieb. Wir setzen

alles daran, nicht nur eine Softwarelösung anzubieten,

sondern die gesamte Unternehmenstransformation zu

begleiten.“ Die Demokratisierung und damit die abteilungsübergreifende

Nutzung von Daten für die Qualitätsverbesserung

oder die Kostenreduktion bietet laut dem

Experten signifikante Vorteile, um im internationalen

Wettbewerb hinsichtlich Kostendruck und Wettbewerbsfähigkeit

vorne mit dabei zu sein.

tietoevry.at

FOTO: TIETOEVRY

Thomas

Lamprecht

Lead Industry Consultant,

TietoEVRY


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/industrie4-0 9

Neue Einblicke

in die

Produktion

Schnell an einer Schraube gedreht –

so einfach geht es nicht in einer Fertigungsoptimierung.

Vorhandene Abläufe „berechenbar“

zu machen, ist der Ansatz von

Edge Computing.

Text

Mag. Karin Schneck

Begriffe wie disruptiv, connected,

smart, cloud-basiert

oder IoT (Internet of Things)

kennzeichnen die rasanten

Entwicklungen in der Industrie.

Diese Abläufe werden nun neu in Beziehung

gesetzt und erfahren so eine

Weiterentwicklung.

Österreichs Industriefirmen sind

in vielen Geschäftsfeldern Weltmarkt-

führer und gleichzeitig ist die Unternehmensstruktur

sehr vielfältig.

Nischenführer stehen großen

Konzernen gegenüber und in diesem

Spannungsfeld entwickeln sich neue

Technologien, die eine stetige Verbesserung

der Produktionsleistung

ermöglichen. Edge Computing ist so

ein weiterer Begriff, der allerdings

einen etwas anderen Ansatz verfolgt:

Durch Rechenleistung an den

vorhandenen Maschinen visualisiert

es Abläufe in Daten, die für weitere

Schritte herangezogen werden

können.

Wenn aus Daten Fakten werden

Die Aspekte von Edge Computing

ziehen sich durch alle Branchen und

Bereiche der Industrie. Von der

Getränkeindustrie, wo grammgenau

eine Kunststoffflasche optimiert

werden kann, über das Energiemanagement

bis hin zu einer Autoproduktion,

in der u. a. die Auslastung

von Fertigungsstationen beobachtet

werden kann. Es gibt unzählige

Möglichkeiten, die vorhandenen

Daten anhand der Technologien von

FOTO: CHARLES DELUVIO/UNSPLASH

Edge Computing zu sammeln und

neu einzuordnen. Je nach Größe

eines Unternehmens sowie Verwendungsmöglichkeit

können wenige

Prozente in der Optimierung einen

sehr hohen Vorteil herausholen. So

berechnet Edge Computing nicht nur

Daten, sondern gibt dem Anwender

neue Fakten zur möglichen Verbesserung

– und es wird sichtbar, an

welchen Schrauben wirklich gedreht

werden muss.

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Am Puls der Zeit

DI Dr. Thomas Berndorfer, Mitglied des Vorstands der TTTech Industrial Automation AG*

in Wien, gibt Einblicke in die Produktion der Zukunft.

FOTO: TTTECH INDUSTRIAL AUTOMATION AG

Dr. Thomas

Berndorfer

Mitglied des Vorstands,

TTTech Industrial

Automation AG

Lesen Sie mehr unter

tttech-industrial.com

Sehen Sie Edge Computing

in Österreich bereits als verankert

an?

Die Awareness für Edge Computing

ist in Österreich groß. Die

Industrie hat bereits begonnen,

weitreichende Digitalisierungsprojekte

umzusetzen. Viele

haben sich schon länger mit

dem Thema beschäftigt, denn

die Vernetzung von Maschinen

und Steuerungsanlagen war ein

notwendiges Thema für Kunden,

besonders auch in der Pandemie.

Welche Voraussetzungen sollten

Kunden mitbringen, wenn

sie Edge Computing in der

Praxis umsetzen möchten?

Wer sich dem Thema strukturiert

nähert, muss mit vielen Disziplinen

zusammenarbeiten. Dafür

benötigt es eine Firmenkultur mit

einer Offenheit für ein fächerübergreifendes

Zusammenarbeiten.

Es müssen Fachbereiche wie OT

(industrielle Betriebstechnologie)

und IT an einen Tisch geholt

werden, um die Daten aus den Maschinen

zu Informationen für eine

optimierte Fertigung zu bündeln.

Welche Lösungen bietet

TTTech Industrial in diesem

Bereich an?

Nerve ist unsere Edge-Computing-

Plattform, die eine softwaregestützte

Infrastruktur für die

Gewinnung von Daten aus den

Produktionsabläufen bietet. Quasi

ein „Schweizer Taschenmesser“ für

Firmen, die mit Edge Computing

starten. Nerve bietet eine Infrastruktur

zur Lösung von Fragen

wie: „Wie bringe ich Daten in die

Cloud, wie verwalte ich Software

am Edge, wie kann ich einen

Remote-Zugriff gestalten, wie

garantiere ich IT-Security, usw.“

Die an den Maschinen gesammelten

Daten dienen dann als

zusätzliche Entscheidungsgrundlage

zur Fertigungsoptimierung.

Die Wettbewerbsfähigkeit von

morgen wird heute entschieden.

„Run a factory like a data center“

ist das Motto für die Fabrik der

Zukunft – mit vernetzten Maschinen

und intensivem Einsatz von

Software. An unserem neuen

Standort im Silicon Valley nutzen

wir solche Denkansätze für die

Weiterentwicklung von Nerve.

* Die TTTech

Industrial Automation

AG ist

eine eigenständige

AG und

100 % Tochtergesellschaft

der TTTech

Computertechnik

AG.


Lesen Sie mehr unterzukunftindustrie.info/industrie4-0

10 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Die Wirtschaft steht vor großen

Herausforderungen

Green Deal, COVID-19, Globalisierung: Das Umfeld für KMU ist fordernd. Wer keine langfristige

Strategie fährt, könnte Probleme bekommen.

Text

Philipp Jauernik

Eine Investition in Wissen

bringt immer noch die besten

Zinsen“. Diesen Spruch hören

in Zeiten einer globalen

Pandemie mit unklaren Folgen für

Finanz- und Wirtschaftswelt viele zunächst

gern, bis die Frage auftaucht:

„Ja, aber was heißt das eigentlich für

mich konkret?“

Im Wirtschaftsleben geht es vor

allem um Daten. Sie sind das neue

Gold, das neue Öl, heißt es seit vielen

Jahren. Das sind zunächst Plattitüden,

die man leicht dreschen kann:

Dass sie stimmen, wird niemand bestreiten,

doch was sie genau bedeuten,

muss man erst erklären.

Ein Gewerbebetrieb hat heute –

natürlich abhängig von seiner Größe –

zig Daten an der Hand. Da geht es um

Fertigungsströme und Maschinenperformance,

von der digitalen Steuerungseinheit

bis zur letzten Schraube

und Walze. Es geht um Lagerbestände,

es geht um Transportwege, um Mitarbeiterauslastung,

um Finanzplanung,

Ertragsoptimierung, Marketing- und

Salesaktivitäten und vieles mehr.

Kurz gesagt: Während es seiner

normalen Geschäftstätigkeit nachgeht,

generiert ein Unternehmen

Daten aller Art. Die sind deshalb Gold

wert, weil aus ihnen vieles abgelesen

werden kann. Das beginnt bei der

klassischen Performance, geht aber

viel tiefer: In der Analyse dieser Daten

zeigen sich langfristige Trends und

am Horizont befindliche Chancen –

dafür müssen sie aber auch erkannt

und richtig gedeutet werden.

Genau hierin liegt das Problem: Die

Kapazität, Daten richtig zu aggregieren,

zu clustern, zu interpretieren und

Schlüsse daraus abzuleiten, ist

vielerorts nicht vorhanden. Das

braucht nämlich Know-how und ist

eine gewisse Investition. Auch dann,

wenn die Daten automatisiert

analysiert werden, braucht es Wissen,

wie damit umgegangen werden soll.

Gerade für produzierende Betriebe ist

das eine der entscheidenden Schlüsselfragen

auch dafür, ob sie in einem

immer kompetitiveren und im

tiefgreifenden Strukturwandel befindlichen

Marktsystem bestehen können

oder nicht.

Sponsored by SOFTWAREPARK HAGENBERG

Automatische Analytik:

Potenziale heben

Produzierende Betriebe müssen ständig ihre Performance verbessern. Ein Weg, das automatisiert zu tun,

ist die präskriptive Analytik. Ein Expertengespräch mit Michael Affenzeller.

FH-Prof. Priv.-Doz.

DI Dr. Michael

Affenzeller

Wissenschaftlicher

Leiter Softwarepark

Hagenberg

softwareparkhagenberg.com

FOTO: SARA ASCHAUER

office@softwareparkhagenberg.com

Was versteht man eigentlich unter

prescriptive analytics?

Die vorschreibende, also präskriptive

Phase der Analytik ist jene Phase, die

man als die letzte Stufe bezeichnet –

der Bogen reicht von der deskriptiven

über die diagnostische und die prädiktive

Analytik. Im Prinzip geht es

dabei immer um Daten – statistische

Auswertungen, Visualisierungen und

so weiter. In der diagnostischen und

prädiktiven Analytik kommt noch

Machine Learning dazu, um Strukturen

und Zusammenhänge in den

Daten zu identifizieren.

Welche Rolle übernimmt dann die

präskriptive Analytik?

Das ist die Re-Transformation der aus

den Daten gewonnenen Erkenntnisse

zurück ins Analoge. Die Entscheidungsfindung

wird damit sowohl auf operati-

ver als auch auf strategischer Ebene

optimiert. Operativ können das beispielsweise

Optimierungsaufgaben in

Produktion, Layout, Intralogistik oder

Produktdesign sein. Strategisch kann es

eine Unterstützung für Entscheidungsträger

sein, indem die Konsequenzen

verschiedenster Szenarien vor der Umsetzung

transparent gemacht werden.

Ermöglicht wird das alles durch ein komplexes

Zusammenspiel vieler Teildisziplinen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung

gibt es auch hier einen Schub.

Hier heißt es oft, dass heimische

KMU im internationalen Vergleich

hinterherhinken. Woran liegt das?

Mein Eindruck ist, dass die Notwendigkeit

der automatisierten Datenanalyse

bei vielen Betrieben noch nicht ganz

angekommen ist. Die Erfordernisse

des Tagesgeschäfts stehen dann oft im

Vordergrund, so dass man sich nicht

mit größeren strategischen Visionen

beschäftigt, die oft erst später Nutzen

entfalten. Dabei haben hier gerade KMU

oft viel Entwicklungspotenzial.

Woher kommt die besondere Stärke

des Softwarepark Hagenberg in

diesem Bereich?

Das haben wir vor 2–3 Jahren selbst

einmal analysiert. Das Ergebnis war,

dass wir in sehr vielen Teildisziplinen

besondere Kompetenzen aufgebaut

haben, was der Analytik natürlich hilft,

da sie ja selbst so viele Teildisziplinen

umfasst. Der industrielle Schwerpunkt

im oberösterreichischen Zentralraum

hat dazu auch beigetragen, weil unsere

Forschung in enger Kooperation mit

einigen führenden produzierenden

Betrieben und Anlagenbauern stattgefunden

hat.


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/industrie4-0 11

Das Internet der Dinge

verändert die Arbeitswelt

der Menschen

Der erste Hype um IoT ist verflogen. Das hat in vielen Unternehmen

den Blick dafür freigemacht, systematisch zu analysieren,

wo und wie IoT einen wirklichen Mehrwert schaffen kann.

Text Werner Sturmberger

Aber was ist IoT eigentlich? So

unterschiedlich die Definitionen

sein mögen, letzten Endes geht

es darum, dass einzelne Geräte

oder ganze Technologie-Ökosysteme im

Internet miteinander kommunizieren oder

sich vom Menschen mobil steuern lassen.

Das reicht vom Fitnesstracker, der mit dem

Smartphone kommuniziert, bis zur Steuerung

und Automatisierung von Jalousien,

Kaffeemaschinen und so weiter.

Ein neuer Schub für IoT-Lösungen

Während die privaten Anwendungen oft

nicht über den Status eines Gadgets hinauskommen

und entsprechend stagnieren, hat

nicht zuletzt 5G IoT-Lösungen in Produktion

und Fertigung einen neuen Schub versetzt.

5G macht es möglich, dass mehr Geräte noch

einfacher ans Netz gehen können. Der tatsächliche

Mehrwert entsteht aber erst durch

die Vernetzung einer Vielzahl von Maschinen

und Sensoren. Was im Smart Home

oftmals Spielerei bleibt, schafft aufgrund

der Skaleneffekte industrieller Prozesse die

Möglichkeiten, Produktivität und Effizienz

drastisch zu erhöhen – sowohl was Auslastung

von Anlagen, aber auch Verbrauch

von Energie und Ressourcen anbelangt. Im

Zuge von Klimawandelanpassungsprozessen

gewinnt dieser Aspekt zusehends an

Bedeutung.

Mehrwert schaffen durch IoT

Mit dem IoT lassen sich letztlich nicht mehr

nur einzelne Produktionsschritte, sondern

gesamte Wertschöpfungsketten automatisieren

oder völlig neuartige Geschäftsmodelle

entwickeln. Entscheidend ist es aber,

Lösungen zu entwickeln, die einen tatsächlichen

Mehrwert schaffen und IoT strategisch

umzusetzen. Gerade bei KMU fehlt es

aber oftmals an entsprechendem Know-how –

mit ein Hauptgrund für die lange Zeit

stockende Implementierung von IoT. Immer

mehr Unternehmen spezialisieren sich

darum darauf, ihre Expertise für KMU

verfügbar zu machen und diese gemeinsam

in konkreten Anwendungsszenarien

umzusetzen. Vernetzung ist auch hier das

Gebot der Stunde.

Der einfache Weg ins Industrial IoT

from data to value

Der Weg ins Industrial IoT muss nicht kompliziert sein. Egal, ob bspw. ein Zugang zu wertvollen Daten

benötigt wird oder neue, datenbezogene Services generiert werden sollen, Weidmüller bietet Komponenten

und Lösungen und ermöglicht so den einfachen Zugang ins Industrial IoT.

Mit dem umfassenden, zukunftsorientierten und aufeinander abgestimmten IoT-fähigen Portfolio gelingt der

Weg ins Industrial IoT - „from data to value“. Egal ob Greenfield oder Brownfield bietet Weidmüller Lösungen

für die Datenerfassung, die Datenvorverarbeitung, die Datenkommunikation und die Datenanalyse.

www.weidmueller.at


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12 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Sponsored by PHOENIX CONTACT GMBH

Phoenix Contact makes the Digital Factory happen – now

Thomas Lutzky

Geschäftsführer

Phoenix Contact

FOTO: PHOENIX CONTACT

Die Digitalisierung bietet der Produktion

zahlreiche Chancen zur Produktivitätssteigerung

und zur Erhöhung

der Anlagenverfügbarkeit.

Im Zentrum aller digitalen

Prozesse stehen Daten. Sie müssen

gesammelt und verarbeitet werden

und für die Nutzung an der richtigen

Stelle und im passenden Format zur

Verfügung stehen. Die steigende Vernetzung

von smarten Geräten erhöht

jedoch die Gefahr von Hackerangriffen.

Umso wichtiger ist deshalb

auch von Beginn an eine vollständige

Umsetzung von Securityaspekten.

Um den heutigen Anforderungen

der Digitalisierung gerecht zu werden

und Chancen profitabel umzusetzen,

bieten Ihnen unsere Lösungen

folgende Vorteile:

• Skalierbar – individuell auf Ihre

Anforderungen zugeschnitten

• Getestet und validiert – in unserer

eigenen Produktion

• Ready-to-use – profitieren Sie noch

heute von der digitalen Transformation

Das Leistungsversprechen von

Phoenix Contact basiert dabei auf den

vier folgenden Handlungsfeldern:

• Data collection, storage, and evaluation

• Data transportation

• Data security

• Data usage

Diese Handlungsfelder bieten verschiedene

Lösungen, von der Datensammlung

bis zur Datennutzung.

Jede einzelne Lösung wird nicht

nur individuell auf die Bedürfnisse

angepasst, auch die Handlungsfelder

können beliebig kombiniert oder für

sich allein betrachtet werden.

Unabhängig davon, wo Sie sich auf

dem Weg zur digitalen Fabrik befinden:

Die Experten von Phoenix

Contact finden mit Ihnen gemeinsam

die passende Lösung für Ihre digitale

Fabrik.

phoenixcontact.at

Sponsored by PREWAVE GMBH

Transparenz, Resilienz und Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Können Sie sich noch vorstellen,

von Lieferantenausfällen oder

Kinderarbeit in der Lieferkette

überrascht zu werden?

Informationen über Streiks, Brände

in Produktionsstätten oder

Umweltverschmutzung werden

täglich in Blogs, Social Media und

lokalen Nachrichten in der jeweiligen

Landessprache publiziert und

sind öffentlich zugänglich. Können

Firmen es sich noch erlauben, diese

Informationen nicht rechtzeitig zu

erhalten?

Eine große Anzahl an Lieferanten

zu beobachten, erfordert zugegebenermaßen

einen nicht zu unterschätzenden

Aufwand. Genau hier kann

künstliche Intelligenz den Mehrwert

bieten.

Künstliche Intelligenz in der

Lieferkette

Unsere Prewave KI beispielsweise

sammelt sämtliche Informationen

über Lieferanten, Rohstoffe und

Komponenten in mehr als 50

Sprachen und in fast allen Ländern

in Echtzeit, wertet diese aus,

klassifiziert sie und stellt sie unseren

Kunden in Echtzeit bereit. Kunden

wie VW oder Kärcher gewinnen

dadurch entscheidende Reaktionszeit.

Die Auswahl der Lieferanten

wird mithilfe historischer Screenings

und einer tagesaktuellen Risikobewertung

weniger fehleranfällig.

Träge Finanzkennzahlen, die oftmals

ein verzerrtes Bild der Realität

zeichnen, gehören der Vergangenheit

an. Darüber hinaus werden auch

Nachhaltigkeitsrisiken erkannt,

wodurch nicht nur Menschenrechtsverstößen

und Reputationsrisiken

vorgebeugt wird, sondern auch die

Sorgfaltspflichten des Lieferkettengesetzes

abgedeckt werden.

prewave.com/de

FOTO: PREWAVE GMBH

Harald

Nitschinger

CEO und Co-Founder

Prewave GmbH

EVENTS

Effizientes Lagermanagement

in der Praxis

05.10.2021 – 07.10.2021

Lehrlinge verstehen,

führen & motivieren

13.10.2021 – 14.10.2021

Dr. Reinhard K. Sprenger:

Die Magie des Konflikts

22.11.2021

imh Zertifizierter Lehrgang

Produktionsleiter

22.11.2021 – 25.11.2021

Der Meister als Steuermann

24.11.2021 – 25.11.2021

Online-Seminar

für Service-

Verantwortliche

Im Maschinen- und Anlagenbau

Service-Leistungen

offensiv verkaufen!

22. Oktober 2021

virtuell

Online-Seminar

zum B2B

Vertriebskongress

Harte Preisgespräche mit

Einkäufern in eingebrochenen

Märkten meistern

18. November 2021

virtuell

Personaleinsatz in der

Produktion flexibilisieren

22.11.2021 – 18.01.2022


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/industrie4-0 13

Preventive Maintenance –

darauf kommt’s an!

Die Transformation hin zur Industrie 4.0 schreitet in zügigen Schritten voran und auch

in Sachen Instandhaltung wird sich in den nächsten Jahren einiges ändern.

Text Lukas Wieringer

Industrie 4.0 zeichnet aus, dass Geräte

und Maschinen so eng wie möglich

miteinander vernetzt sind, um die

Produktivität zu erhöhen. Und auch

in Sachen Instandhaltung, Wartung,

Pflege und Reparaturen kommt die Vernetzung

gerade recht. Wenn es um Instandhaltung

4.0 geht, ist eine Software gemeint,

die alle Assets in einem Unternehmen – von

der Produktionsmaschine über den Fuhrpark

bis hin zum Facility Management –

verwaltet und im Rahmen dessen etwa

wiederkehrende Wartungen definiert. Diese

regelmäßige Wartung hilft, Stillstände

signifikant zu reduzieren. Dazu gehört auch

die Freihaltung von Mitarbeiter:innen an

bestimmten Tagen oder die Lagerung von

benötigten Teilen. All das kann ein CMMS

(Computerized Maintenance Management

System) managen.

Effektivitätssteigerung durch

Preventive Maintenance

Alte Produktionsmaschinen, die keine

ausreichende Menge digitaler Daten liefern

können, müssen nach strikten Wartungsplänen

gewartet werden. Digitalisierte Maschinen

aber können nach Produktionszahl oder

Betriebsdauer gewartet werden. Diese

Instandhaltungsplanung verursacht weniger

Kosten durch Stillstände und weniger Stress

für die Mitarbeiter:innen, was wiederum die

Effektivität steigert. Denn mit CMMS-Programmen

können Fehlerwahrscheinlichkeiten

vorhergesagt werden: Basierend auf

Maschinenparametern können digitalisierte

Produktionsmaschinen etwa selbst mitteilen,

dass sie demnächst aufgrund eines

Defekts ausfallen werden. Ein paar Jahre

wird es zwar noch dauern, bis solche

Systeme serienreif sind, aber es geht alles in

diese Richtung. Denn werden Reparaturen

schon prophylaktisch durchgeführt, bevor

es zum Defekt kommt, wird ein ungeplanter

Stillstand der Produktion vermieden. Und

natürlich gilt eines: Je digitalisierter die

Assets, umso effizienter lässt sich die

Instandhaltung 4.0 umsetzen.

Sponsored by H&H SYSTEMS SOFTWARE GMBH

Instandhaltung 4.0

mit isproNG

Mag. Oliver Hofbauer, CEO und Vertriebsleiter bei H&H-Systems, über die Vorteile

der Instandhaltung 4.0 und wie isproNG dabei helfen kann.

Welche Vorteile bringt das Instandhaltungssystem

von H&H-

Systems?

Assets stellen den zentralen Wertschöpfungsfaktor

in Unternehmen

dar und müssen daher ständig

verfügbar sein. Das wird nur durch

eine perfekte Instandhaltungsstrategie

erreicht. Der Einsatz moderner

Instandhaltungssysteme wie

isproNG spart da Zeit und Kosten.

Wie kann isproNG beim Thema

Effektivitätssteigerung unterstützen?

Modular und flexibel – so funktioniert

moderne und mobile

Instandhaltung mit der isproNG-

App für iOS, Android und Windows.

Das Einloggen und Finden

von Anlagen wird durch moderne

Auto-ID-Technologien und GPS-

Lokalisierung leicht gemacht.

Benachrichtigungen über neue

Aufträge oder Störungen via Push

Notification ermöglichen sofortige

Reaktion auf Stillstände. Autonome

Instandhaltung, unterstützt

durch NFC- und QR-Code-Technologie,

reduziert manuellen

Aufwand. Bilder, Videos und

Sprachaufzeichnungen ergänzen

den Störmeldeprozess. Sekundenschnelles

und automatisiertes

Rückmelden durchgeführter Tätigkeiten

garantieren eine lückenlose

Dokumentation aller Instandhaltungsprozesse.

Was kommt hier in Zukunft

noch auf uns zu?

Die Digitalisierung der Produktion

liefert genaue Daten über Laufzeiten

und Zustände von Anlagen,

was den Einsatz von prädiktiver

Instandhaltung in isproNG

ermöglicht. Just-in-Time-Bestellungen

von benötigten Ersatzteilen

werden durch genaueste

Planung nötiger Wartungen und

Reparaturen unterstützt.

H&H SYSTEMS SOFTWARE GMBH

Mag. Oliver

Hofbauer

CEO und

Vertriebsleiter bei

H&H-Systems


Lesen Sie mehr unterzukunftindustrie.info/industrie4-0

14 Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Herausforderungen

im Maschinenbau

Kosten- und Zeitdruck gehören zu den größten Aufgaben, die Maschinenbauer:innen

heute zu bewältigen haben. Das ist durchaus diffizil, vor allem

vor dem Hintergrund eines global agilen Marktes.

Text

Philipp Jauernik

Wer erinnert sich noch an

die gute, alte Zeit? Ein

Stück Holz, ein Nagel

und ein Hammer – das

war alles, was es an Technik gab.

Jede:r konnte sie bedienen, alles

war einfach zu erkennen und zu

benennen.

Nein, das ist nicht ernst gemeint.

Erstens gab es diese Zeit in Wirklichkeit

nie – und wenn, wäre sie

mehrere Jahrtausende her. Schon

in der Antike waren Tischler:innen

oder Schmiedinnen und Schmiede

um ein vielfaches höher qualifiziert,

sodass ihre Tätigkeit nicht ohne gute

Ausbildung auszuführen war.

Mit dem technischen Fortschritt

stieg auch die Komplexität, und

mit der Automatisierung, die

letztlich schon bei Erfindung des

Buchdrucks vor einem halben

Jahrtausend Einzug gehalten hat,

haben Maschinen begonnen, uns

viele Tätigkeiten abzunehmen.

Das gilt auch in der Industrie – das

automatisierte Fließband, an dem

Roboter und Fertigungsmaschinen

werken, ist schneller, sauberer und

sicherer.

Die längst in vollem Gang befindliche

Digitalisierung lässt hierauf

den logischen nächsten Schritt

folgen. Konstruktionssicherheit ist

nach wie vor – völlig zurecht – eine

der zentralen Anforderungen an ein

Industrieprodukt. Aber auch das

Produktdesign und seine Features

sind für Kund:innen entscheidend –

für Hersteller:innen ist dabei umso

wichtiger, möglichst kostengünstig

dorthin zu kommen, dass der

Kund:innenbedarf und der Kund:innenwunsch

bestmöglich erfüllt

werden.

Das ist eine Herausforderung, von

der viel abhängt, denn hat man im

Maschinenbau einmal einen teuren

Prototypen hergestellt, sind bereits

sehr hohe Kosten generiert. Nun ist

die Frage, was danach folgt. Wollen

Kund:innen umfangreiche Abänderungen,

steht eine Kostenexplosion

ins Haus. Zudem: Eine leistungsfähigere

und flexiblere Maschine

erfordert ein kompliziertes Steuerungsprogramm.

Für den Maschinen- und Anlagenbau

eine große Herausforderung

– will man in der Branche

kompetitiv bleiben, müssen digitale

Lösungen helfen, die technischen

Fragestellungen zu beantworten.

Sponsored by LENZE

Burkhard Balz

Senior Vice President

Automation

Systems bei Lenze

lenze.at

FOTO: LENZE SE

Digitales Engineering

Wie wird die Digitalisierung die

Entwicklung und Konstruktion in

den nächsten Jahren verändern?

Wir stehen vor dem nächsten großen

Schritt, nämlich der wirklich durchgängigen

engen Verknüpfung aller

verfügbaren Daten. Die Konstruktion

wird durch die Nutzung standardisierter

und strukturierter Daten

sowie offener Werkzeuge wesentlich

einfacher und sicherer. Im Entwicklungsprozess

ermöglicht die Digitalisierung

genauere Tests in einer

frühen Projektphase, sie unterstützt

die Programmierung der Anwendungssoftware

und ebnet den Weg

für die virtuelle Inbetriebnahme. Daraus

ergeben sich riesige Chancen:

kürzere Entwicklungszyklen und

schnellere Time-to-Market, weil die

Kundenwünsche bereits beim ersten

Entwurf getroffen und die festgelegten

Spezifikationen sicher eingehalten

werden können. Unser zentrales

Tool für das digitale Engineering

ist der EASY System Designer, ein

webbasiertes Planungswerkzeug

für komplette Maschinenlösungen,

das auch die PLC-Programmierung

unterstützt und die Asset Administration

Shell mit Daten füllt.

Welche Bedeutung spielt in

diesem Zusammenhang die sogenannte

Verwaltungsschale bzw.

Asset Administration Shell (ASS)?

Kurz gesagt: keine Industrie 4.0

ohne Asset Administration Shell! Sie

ist der Container, in dem die relevanten

Daten für jedes Asset gesammelt

und als „Single Point of Truth“

verknüpft werden: die Beschreibung

der mechanisch-elektrischen Eigenschaften,

die Dokumentationen,

Software, Verhaltensbeschreibung

und vieles mehr. Diese Daten wandern

über den gesamten Lebenszyklusprozess

vom Engineering bis zur

Produktion mit und gewährleisten

einen durchgängigen Informationsfluss

ohne Brüche. Aus den Daten

lassen sich tiefer gehende Informationen

gewinnen, die die Basis für

Virtual Commissioning, Simulation,

Condition Monitoring oder auch

Assetmanagement bilden.

Welche neuen Chancen eröffnen

sich Konstrukteure durch das digitale

Engineering und was gibt es

dabei unbedingt zu beachten?

Das digitale Engineering wird die

Entwicklungsprozesse beschleunigen,

die Qualität verbessern und es

ermöglichen, Tätigkeiten zu parallelisieren.

Das bedeutet aber auch,

anders arbeiten zu müssen. Jeder ist

gut beraten, sich geeignete Partner

wie Lenze zu suchen und vom

Not-invented-here-Syndrom zu

lösen. Das heißt, offene Standards

und vorgefertigte und getestete

Software, wie Lenzes FAST-Bibliothek,

zu nutzen. Wir zeigen auf der

„SMART Automation Austria“-Messe

in Linz (19. bis 21. Oktober 2021) neue

Tools, Prototypen und Konzeptstudien

auf, die die Entwicklungsabteilungen

einsetzen können. Ein

Besuch lohnt sich!


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter zukunftindustrie.info/industrie4-0 15

Arbeitsplatzverlust durch

Automatisierung in Österreich 2020

Bei einer im September 2020 in Österreich durchgeführten Umfrage

zu einem möglichen Arbeitsplatzverlust durch die Automatisierung

schätzten 39 Prozent der Befragten es als gar nicht wahrscheinlich

ein, dass ihre derzeitige Tätigkeit in Zukunft durch Maschinen ersetzt

wird. Nur 3 Prozent hingegen hielten dies für sehr wahrscheinlich.

39 %

0 – Gar nicht

wahrscheinlich

26 %

1–3

22 %

4–6

8 %

7–9

3 %

10 – sehr

wahrscheinlich

2 %

Keine

Angabe

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1096934/umfrage/arbeitsplatzverlust-durch-automatisierung-in-oesterreich/

ILLUSTRATION: M-VECTOR/SHUTTERSTOCK

Sponsored by MOTOREX

Wenn es läuft wie geschmiert…

…dann läuft es wohl automatisiert. Das gilt jedenfalls für FLUIDLYNX von MOTOREX.

Doch was für Hintergründe gibt es da noch zu wissen? Ein Blick hinter die Kulissen.

Vorweg: MOTOREX hat

in einer Kooperation

mit Chiron ein automatisiertes

Fluidmanagement

entwickelt –

FLUIDLYNX. Dieses hat die Aufgabe,

die Emulsion ideal zu halten und

die Maschinen unterbrechungsfrei

zu versorgen. Es handelt sich daher

um ein vollautomatisches Messsystem,

das ohne Unterbrechung

frei programmierbar ist und sich

für Einzelanlagen ebenso eignet

wie für Zentralanlagen, unabhängig

vom Füllvolumen. So etwas entsteht

natürlich nicht von heute auf

morgen.

„Der Ausgangspunkt war für

uns, Flüssigkeiten, die man bisher

händisch gemessen hat, künftig

automatisiert zu messen“, so Adrian

Schoch, Produktexperte bei MOTO-

REX. Bereits vor 25 Jahren habe er

in Skandinavien ein selbstregulierendes

System gesehen, das aber

noch alles andere als prozesssicher

war.

2017 wurde die Entwicklung

gemeinsam mit Schweizer Partner:innen

gestartet, nach einigen

Adjustierungen ging es in Richtung

Entwicklung. „Die Leitlinie war die

10er-DNA, also alles 10x kleiner, 10x

schneller und 10x billiger. Das war

der Antrieb“, erzählt Schoch von

den von Anfang an ambitionierten

Zielen, „und genau da stehen wir

heute.“

Während die meisten anderen

Systeme am Markt die Messung mit

einer optischen Linse durchführen,

arbeitet FLUIDLYNX mit einem

extrem kleinen Sensor, der nicht

störungsanfällig ist. „Ich habe

zwei Jahre lang alles auf Herz und

Nieren geprüft, weil ich nach fast

30 Jahren in der Branche selbst

wusste, wie viele Störmöglichkeiten

es gibt. Die wollte ich unbedingt

ausschließen.“

Heute bietet FLUIDLYNX ein

umfangreiches Monitoring durch

Onlinemessungen und erlaubt

durch seinen gleichmäßigen Betrieb

spürbare Einsparung von Kühlschmierstoff.

Für die digitale

Automatisierung ist das ein riesiger

Schritt nach vorn, denn auch die

Maschinen werden so langlebiger,

weil diverse Abnutzungen schwächer

auftreten. Und für das digitale

Spiegelbild gibt es auch eine App –

also alles fit für das Morgen.

FOTO: MOTOREX AG

Adrian Schoch

Leiter Applikation,

MOTOREX AG

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