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sporting hamburg Sonderheft Oktober 2021

Herbst 2021

toll kostenlos

Für: Was

auch immer

„Ältere“

heißt.

Bewegung ist King

Tipps von VIPs

Zum Mit- und Nachmachen

Hauptsache machen!


Editorial

Tschüss Alltag.

Hallo Freiheit.

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IMPRESSUM

sporting hamburg

Stadtsportmagazin

c/o steuermann sport GmbH

Am Sandtorkai 1

20457 Hamburg

Telefon 040-432 08 45 20

info@sporting-magazin.de

www.sporting-magazin.de

Herausgeber

Martin Blüthmann (V.i.S.d.P.)

martin@sporting-magazin.de

Redaktion

Martin Blüthmann,

Andreas Hardt, Marco Santoro,

Lisa Staisch, Manuela Tanzen,

Lars Wichert

Lektorat, Schlussredaktion

Manuela Tanzen

manuela@sporting-magazin.de

Art Direction und Layout

Arndt Grutke

arndt@sporting-magazin.de

Druck

Frank Druck GmbH & Co. KG

– ein Unternehmen der

Eversfrank Gruppe –

Industriestraße 20

D-24211 Preetz

Anzeigen, Mediadaten

Telefon 040-432 08 45 20

anzeigen@sporting-magazin.de

Leserbriefe, Termine

und Kommentare

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Irrtümer und alle Rechte

vorbehalten. Nachdruck sowie

sonstige Vervielfältigungen nur

mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlags. Für unverlangt

eingesandtes Text- und

Bildmaterial wird keine Haftung

übernommen; der Verlag setzt

bei Eingang voraus, dass alle

Rechte und Honorarfragen

geklärt sind. Erscheinungsort

und Gerichtsstand ist Hamburg.

© Foto: sporting hamburg

Liebe Leser:innen,

wir freuen uns über

unser erstes Sonderheft

für Ältere

– und wir meinen das

ernst – was auch immer

„älter“ heißt.

Und wenn auch der Spruch „ … wie man sich fühlt“, ganz schlimm abgedroschen

klingt, ist er komplett passgenau, und deswegen geben wir Euch mit den nächsten

Zeilen, mit diesem Heft hoffentlich ganz viele frische Ideen, Spaß und vielleicht ein

wenig Mut mit auf den Weg. Mehr steht uns gar nicht zu. Wir bleiben beim Du, so

unter Sportler:innen, und wollen auch unterhalten, allen voran mit ein paar Paradebeispielen:

wie man sich fühlen kann, wenn man immer wieder, seit 52 Jahren, das

Sportabzeichen macht, mit über 50 regelmäßig Wasserskilaufen geht, oder auch

ins Fitnessstudio.

Wichtig ist ja, dass Sport immer nicht nur mit Bewegung zu tun hat, sondern auch

mit anderen Menschen. Nirgendwo lernt man schneller Menschen kennen als

wenn man nebeneinander schwitzt, sich gemeinsam auf eine Sache konzentriert.

Jeder Verein in unserer Stadt bietet ein tolles Angebot, bei wirklich erschwinglichen

Mitgliedsbeiträgen, und wir sagen jetzt mal: Wer die nicht stemmen kann, sollte

vorsprechen. Es gibt immer Mittel und Wege, auch da zu helfen. Aktuell wird der

Eintritt in einen Verein im Rahmen der Kampagne #sportvereintuns mit dem 80 Euro

Active City Starter-Gutschein unterstützt.

Und dann gibt es da ja auch die Möglichkeit, im Park, auf der grünen Wiese, aktiv

zu werden, und wenn man beim Spazierengehen einfach mal 3×5 Minuten Gas

gibt, Kniebeugen vor Bänken, was auch immer. Anleitungen hierfür gibt’s in diesem

Heft und in dem beiliegenden Flyer der Hamburg Active City, zusammen mit dem

Hamburger Sportbund.

Wir freuen uns auf Euch, auf Eure Resonanz und

wünschen viel Spaß beim Lesen.

Martin Blüthmann

(martin@sporting-magazin.de)

sporting hamburg erscheint

monatlich. Anzeigen- und

Redaktionsschluss jeweils am

15. des Vormonats.

© Titelfoto: Shutterstock/

© Foto: Pixabay

3


sporting hamburg

Das ist

drin:

Sport in der Gruppe

© Fotos: HSB

Mitmachen –

fitmachen!

© Foto: Bäderland

Editorial/Impressum 3

Mitmachen – fitmachen!

Sport in der Gruppe 5

Johannes B. Kerner

Und täglich grüßt … 6/7

Gehirnfitnesstraining

Aber mit Köpfchen 8/9

Everdance

Darf ich bitten? 10/11

Cornelia Poletto

Gesunde Ernährung genießen 12/13

Gerit Kling

…rasant 14/15

Rudern

Fast magisch 16/17

Poster: Indoortraining

Zu Hause aktiv 18/19

Depressionen

… unbedingt reden 20/21

Bernd Wehmeyer

Fit wie Turnschuh 22/23

Badminton

Der Schlägertyp 24

Family Business

Kraft tanken 25

Immer wieder gut

Einfach SCHWIMMEN 26/27

Raus mit Euch!

„Fit im Park!“ 28/29

Qigong

Nur keine Hemmungen 30/31

Man ist so alt, wie …

Was bedeutet alt? 33

Sportabzeichen

Super-Herbert 34

Sport der Älteren wird auch beim Hamburger

Sportbund ganz groß geschrieben. Wir treffen uns

deswegen mit Elisabeth Rahn, sie leitet das Projekt

„Mach mit – bleib fit!“, eine Herzensangelegenheit.

Seit 2013 gibt es das Ziel, die Zusammenarbeit von Sportvereinen und

Senioreneinrichtungen in den einzelnen Stadtteilen, in den Kommunen

zu fördern. Die Idee dahinter liegt eigentlich auf der Hand: Vereine, die die

Sport-Fachkompetenz mitbringen, gibt es in jedem Stadtteil, warum sollen

die nicht vor Ort in den Pflegeeinrichtungen Sportgruppen durchführen?

Auch Nachbarschafts- oder Stadtteiltreffs, sogar Kirchengemeinden

machen Sinn. Warum? „Weil wir alle älteren Herrschaften ansprechen

wollen, ob sie nun noch alleine leben, bei ihren Familien, oder eben

in Einrichtungen. Wir wollen ihnen allen die Möglichkeit bieten, Sport

zu treiben, sich zu bewegen“, erklärt Elisabeth Rahn. Natürlich aus

gesundheitlichen Gründen, wichtig, aber vor allen Dingen ist es auch

der Spaß, den die Verantwortlichen allen ermöglichen wollen, der

Spaß, sich gemeinsam zu bewegen, sich zu treffen, ein Miteinander

zu erleben. Jawoll. Unterstützt wird das ganze Programm von den

gesetzlichen Krankenkassen und der Sozialbehörde,

bis Ende des Jahres, und das ist schon die Verlängerung.

Danach kommt das Geld vom Hamburger Sportbund,

finanziert aus dem neuen Sportfördervertrag, also von

der Stadt. Danke seeeehr. Hauptsache ist, egal wo die

Kohle herkommt, dass Hamburger:innen, die sich einen

dieser Sportkurse nicht leisten können, genau dadurch

unterstützt werden. Denn wir wollen, dass Ihr alle fit

bleibt. Das wäre großartig.

Unter dem Motto „Mach mit – bleib fit!“ gibt es inzwischen 68 Gruppen

in ganz Hamburg. Und findet eine Gruppe in einer Wohneinrichtung

statt, zu der Ihr nicht mal gehört, macht ja nix: Trotzdem hingehen.

Menschen kennenlernen, sich bewegen, Spaß haben. Da macht Hamburg

anderen Bundesländern ordentlich was vor, und Ihr solltet das einfach

ausnutzen. Das Programm ist für alle, und wenn es in Eurer Ecke noch

kein Angebot gibt, einfach mal nachfragen, bei dem Sportverein um die

Ecke, der Kirche daneben oder eben einer Senioreneinrichtung, einem

Nachbarschaftstreff. „Mach mit – bleib fit!“ ist das Stichwort.

Oder Ihr erkundigt Euch eben einfach bei Elisabeth, sie

hilft sehr gern weiter unter (040) 419 08 211.

4


Johannes B. Kerner

man aber bei Vorerkrankungen vorsichtig sein und das ggf. mit

seinem Arzt besprechen. Ich habe es übrigens am Anfang auch

noch nicht ganz um die Alster geschafft.

© Foto: Sebastian Becker

Und wie bleibt man dann dabei?

Das ist natürlich eine Typfrage, wie groß ist meine Selbstmotivation.

Ich tue es im Wesentlichen für das gute Gefühl danach.

Was sind Deine Lieblings-Laufstrecken in Hamburg?

Am liebsten laufe ich um die Alster, das ist für mich eine schöne

37–45-Minuten-Runde. Ein Freund empfahl mir gerade die Strecke

rund um den Hamburger Flughafen. Das sind allerdings schon 17

km. Und wen es mal nach Berlin verschlägt, der sollte unbedingt

durch den Tiergarten laufen.

Und täglich

grüßt …

Ein Leben ohne Sport wäre …

... auch möglich, aber lange nicht so schön..

Ein Leben mit Sport ist …

... für mich unabdingbar. Das ist mein Versuch, fitter das Leben zu

genießen, und es ist mein gesunder Ausgleich zu Spaghetti und

Weißwein … Das mag ich nämlich auch sehr gerne.

Johannes B. Kerner steht wie kaum ein anderer für das Thema

Sport … Kein Sportevent ohne sein schelmisches Schwiegersohn-

Grinsen auf unseren TV-Bildschirmen, ob national oder international,

ob Fußball-Weltmeisterschaft oder Olympia.

© Foto: sporting hamburg

Jahrzehntelang informiert er uns über

Spielstände und Weltrekorde. Kein Wunder

also, dass der 56-jährige Wahlhamburger

auch selbst fast täglich die Turnschuhe

schnürt und sich auf die Socken macht,

um die Alster. Warum, hat er uns verraten. Und das schelmische

Grinsen lässt sich übrigens auch lesen …

Johannes, es gibt wohl keine Sportart, die Du

nicht kennst. Warum liebst Du ausgerechnet das

Joggen?

Ich liebe es einfach, wenn mir der Wind um die Nase weht. Da

kenne ich nichts, es geht auch im Regen raus. Laufen ist toll, noch

schöner ist allerdings das Gefühl danach. Wenn ich mal wieder die

Runde geschafft habe und auf meiner Checkliste für den Tag den

Haken setzen kann. So viele Menschen nehmen sich jeden Tag

vor, zu laufen und tun es dann doch nicht. Zu diesen Menschen

möchte ich nicht gehören, das ist auch eine Motivation.

Viele denken, mit 50+ sei es zu spät, noch mit dem

Laufen zu beginnen …

Das ist meiner Meinung nach Quatsch. Man kann ganz langsam

beginnen und sich dann behutsam steigern, man ist ja ganz selbstbestimmt.

Es gibt keinen Sport, bei dem man so schnell Erfolge

spürt wie beim Joggen. Heute laufe ich 1 min, morgen schaffe

ich dann schon 2 min, und übermorgen sind es 3. Natürlich sollte

6 März 2016: Schon in der 3. Ausgabe von sporting hamburg war Johannes B. Kerner mit uns an der Alster joggen. Da war er noch mehr ;-)

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Gehirnfitnesstraining

© Fotos: Christine Haider

Aber mit

Köpfchen

Christine Haider ist ausgebildete Gehirnfitnesstrainerin.

Sie besucht Schulungen und geht mit ihrem Kursangebot

einfach mal viral: Ihr bestes Video auf TikTok

verzeichnete stolze 1,3 Mio. Views.

Ihr Anliegen ist es, Menschen zu aktivieren

und über die Bewegung die

grauen Zellen wieder ordentlich auf Trab

zu bringen. Lernen wird im Alter nicht

leichter, na gut, aber gerade darin sieht

Christine Haider die Herausforderung.

Wenn das Gehirn nichts zu tun hat, wird

es träger und verliert an Leistungsfähigkeit.

Gerade bei Renteneintritt machen

es sich viele gemütlich, es sei ihnen von Herzen gegönnt. Aber

eine Stunde pro Woche für ein gezieltes Gehirnfitnesstraining

sollte man sich selbst zuliebe aufbringen.

Denn: Gezieltes Training verbessert die Merkfähigkeit, die Konzentration

und – ganz wichtig – auch die Koordination. Es schult

den Gleichgewichtssinn, lässt neue Synapsen im Gehirn entstehen

und sogar neue Gehirnzellen. Durch das Erlernen immer neuer

Bewegungsabläufe bleibt der Kopf ständig gefordert. Warum

nicht heute mal mit der anderen Hand die Zähne putzen oder auf

einem Bein in der Küche rumwerkeln? Nur Achtung: Nicht mit dem

falschen Bein aufstehen! Das Ganze soll nämlich Spaß machen.

6 Übungen und Tipps von Christine Haider:

1

Entspannungsübung: Strecke die Arme aus und lege den rechten

Arm über den linken Arm. Verschränke die Finger überkreuz,

Innenflächen nach innen und drehe die Arme vor der Brust ein.

Schließe nun die Augen und entspanne Dich. Einatmen, Anhalten,

Ausatmen, dabei jeweils bis 5 zählen. Dann die Arme wechseln

und wiederholen (jeweils 3×).

2Mache jeden Tag etwas anderes: Mit der anderen Hand als

sonst Zähne putzen, Spülmaschine ein/-ausräumen, mit

dem anderen Fuß ins Bett einsteigen.

3Werfen + Fangen: Nimm 2 kleine Bälle

(oder Zitronen o. ä.) und nimm die Hände

über Kreuz, wirf gerade hoch und fange

auf, dann umgekehrt: Bälle hochwerfen und überkreuz auffangen.

Tipp: Zum Üben am Anfang ist es gut, sich über das Bett oder den

Schreibtisch zu stellen, dann muss man sich nicht so oft bücken.

4

Prellen: Nimm 1 Tennisball in die rechte Hand, kreuze Dein

linkes Bein über das rechte, prelle den Ball, dann umgekehrt,

hin und her. Dann wirf den Ball mit der rechten Hand hoch,

hebe das linke Bein hoch und umgekehrt. Beides immer im Wechsel.

5Handauflegen: Lege die rechte Hand auf den linken Oberschenkel,

dann die linke Hand an die Schulter, dann an das

Ohr, dann auf den Kopf, dann an die Nase, dann im Wechsel

mit der jeweils anderen Hand.

6Buchstabieren extraschwer: Du nimmst 1 Tennisball oder

1 Zitrone in eine Hand, wirfst sie von einer Hand in die

andere hin und her und sprichst dabei das Alphabet rückwärts.

Versuche es erst von A–L und rückwärts, dann erst von Z

rückwärts. Du wirst merken, gar nicht so einfach, je öfter Du es

übst, umso besser.

(1) Die Entspannungsübung (li.) erfordert Fingerfertigkeit.

(3) Die Überkreuz-Wurfübung funktioniert auch z. B. mit Zitronen.

Am Anfang nicht gleich aufgeben, mit Übung

wird sich das in Deinem Gehirn einprägen und

neue Pfade und Verbindungen/Synapsen werden

sich bilden, dadurch können immer wieder neue Gehirnzellen

entstehen – und das bis ins hohe Alter.

(4) Prellen mit überkreuzten Füßen, dann: Abwechselnd die Beine hoch!

(5) Handauflegen für die Koordination. So ähnlich kennen wir das von Dick & Doof:

„Kniechen, Näschen, Öhrchen".

Christine Haider erklärt uns den Unterschied: Gedächtnistraining bzw. Gehirnjogging sind ohne,

8

Gehirnfitnesstraining ist mit Bewegung.

9


Everdance

© Fotos: privat

© Fotos: Lisa Staisch

Darf ich

bitten?

Ehepaar Grimm auf dem Titel des „Tanzspiegel" von 1990 (links). Rechts: Mit neuer Tanzpartnerin beim Turnier in Wien 2019.

Leiche kann er nämlich, aber es kribbelt in den Beinen, die Tanzfläche

ruft. Peter ist auf der Suche nach einer neuen Tanzpartnerin, schaltet

sogar eine Anzeige. Sie muss mindestens 60 Jahre alt sein, sollte

bereits bei hochklassigen Turnieren gestartet sein in der S-Klasse,

sollte weiterhin Lust auf Turnierteilnahmen haben, vor allem aber:

Freude am Tanzen haben und harmoniesüchtig sein. Denn das ist

das A & O beim Tanzen. „Der wichtigste Moment ist, wenn ich die

Dame auf die Fläche führe. Das muss Harmonie ausstrahlen, beim

Tanzen spricht der Körper.“ Schon steht Peter Grimm im Wohnzimmer

und zeigt, wie es geht. Es blitzt in seinen Augen. „Tanzen löst

Glücksgefühle in mir aus.“

Deswegen seine dringende Empfehlung

für jedermann und jedefrau, ob

fortgeschritten oder blutige

Anfänger:innen: „Tanzt Euch durchs

Leben. Lasst den Kopf frei werden!“

Alter spielt dabei keine Rolle. Beim

Tanzen werden die Gelenke nicht zu

stark belastet, die dringende Empfehlung

seiner Ärzte: „Hören Sie

bloß niemals mit dem Tanzen auf!

Das hält Sie fit, körperlich, aber auch

geistig.“

Und, besser ist das: Peter Grimm denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Am Donnerstag geht es natürlich wieder zum Training bei Jurij.

Gemeinsam wollen sie im nächsten Jahr nämlich zum Blackpool

Dance Festival, dem ältesten internationalen Tanzwettbewerb der

Welt. Die passende Tanzpartnerin … Du vielleicht?

© Fotos: privat

Ich habe im Leben viel Glück gehabt.“ Das ist ihm wichtig

zu sagen, und das ist toll. Peter Grimm ist 81 Jahre alt

– die letzten 20 Jahre müssen allerdings spurlos an ihm

vorübergegangen sein – und hat Spaß am Leben. Stolz

schwingt in seiner Stimme, als er seine Geschichte erzählt.

Doch erst mal ein Blick zurück: Es ist 1959, gemeinsam

mit Freunden besucht er zum ersten

Mal die Tanzschule im Eppendorfer Weg. „Jetzt

wollten wir mal mit den Mädchen anfangen“, sagt

er augenzwinkernd, tatsächlich verliebt er sich hier

aber in das Tanzen selbst. Als er den zweiten Platz

beim Tanzschulturnier belegt, „ist der erste Nagel

eingeschlagen.“ Ab jetzt hat er nur noch das Tanzen

im Kopf. Er wechselt in die Tanzschulabteilung eines

Sofort werden Ordner mit Bildern und Tagebucheinträgen geholt, Sportclubs, geht das Thema ernster an und landet schließlich im

alles ist dokumentiert, so als möchte er keine Minute seines Lebens

missen oder gar vergessen. Das Band, das alles verbindet: da eine tolle Wertungsrichterin namens Elke ... „Es blitzte zwischen

Alster-Möwe-Club in der Turnierpaarabteilung. Außerdem gibt es

das Tanzen. Nur ganz selten etwas vertüdelt und scheinbar endlos uns.“ 1977 starten die beiden durch. Sie tanzen sich erst durch die

flattert es, mal links, mal rechts – er ist keiner, der Neues ablehnt, Tanzshow in den Hamburger Messehallen und dann durch die ganze

ganz im Gegenteil: Blick nach vorn, immer weiter zum nächsten Ziel. Welt. Das reiselustigste Paar Deutschlands, so nennt man sie, in

Peter Grimm ist Profitänzer mit super Herzblut und ist heute Mitglied einem Jahr absolvieren sie 55 Turniere, in London in der Royal Albert

in der Tanzschulabteilung des ETV, dem Club Céronne.

Hall, in Wien, in Berlin … Es hagelt erste, zweite und dritte Plätze.

Neun Jahre lang schweben

die beiden gemeinsam über

das Parkett, ob im langsamen

Walzer, im Quick Step

oder Tango. Dann wird es

erst einmal ruhiger, aber

nur kurz. Ausruhen können

andere. Er meldet sich bei

einer Schauspielschule

und Modelagentur an und

versucht sich erfolgreich

als Laienschauspieler, am

liebsten in Kriminalfällen.

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10

British Professional „Rising Stars“ 1984 in Blackpool. Da soll es 2022 wieder hingehen!


Interview

© Foto: www.studiolassen.de

Gesunde Ernährung

genießen

Cornelia Poletto, die sehr engagierte, erfolgreiche, vor allen

Dingen Super- Köchin, führt auch nach Feierabend einen

aktiven Lebensstil, treibt Sport, und weiß vor allen Dingen

sehr entspannt so einiges zum Thema gesunde Ernährung

zu sagen. Wir haben sie gefragt.

Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2. Ernährung alleine

kann sicher viel bewirken – viel wichtiger ist noch die Kombination

mit ausreichend Bewegung, Flüssigkeit, frischer Luft und so weiter.

Mit welchen Mythen möchtest Du aufräumen?

Pasta macht dick. Das ist einfach Quatsch. Wenn etwas dick macht,

sind es die Saucen. Eine leichte Spaghetti al Pomodoro mit frischen

Tomaten und ein bisschen Parmesan bringt keine Extra-Pfunde.

Dein empfohlener Speiseplan für einen ganzen Tag:

Das Wichtigste ist, dass man auf seinen Körper hört. Wenn man nicht

der Frühstücker-Typ ist, muss man auch nicht zwingend frühstücken,

finde ich. Wichtig ist, dem Körper genügend Regenerationsphasen

zuzugestehen, damit Blutzucker- und Glukosespiegel runterfahren

können. Zu spätes Essen ist nicht gesund, und außerdem sollte

am Abend nach Möglichkeit auf Rohkost und Salat verzichten

werden, denn das belastet den Darm zu sehr.

Was ist Dein persönliches Lieblings-Fitgericht und

was die kleine Sünde, die Du Dir gönnst?

Mein Lieblings-Fitgericht ist ein wunderbarer Fisch in Salzkruste

– das ist meine absolute Lieblingszubereitung – mit ein bisschen

gegrillten Tomaten und einer Kräutervinaigrette. Meine Sünden

haben meist mit meiner großen Liebe zu Käse und Wein zu tun.

Wie hältst Du Dich im Alltag fit?

Ich versuche, dreimal in der Woche joggen zu gehen – das schaffe

ich nicht immer, aber auch wenn ich den Tag nicht mit einer

Laufrunde um die Alster starte, bemühe ich mich um Bewegung.

Ich fahre immer häufiger Fahrrad, und wenn ich es zeitlich einrichten

kann, dann bin ich am Wochenende entweder mit meiner

Tochter zusammen im Stall und schwinge mich aufs Pferd oder ich

paddele zusammen mit meinem Mann im Kanu durch Hamburgs

schöne Kanäle.

© Foto: ZwillingFotos

Cornelia, bei Deinem Essen denkt man natürlich an

Genuss, inwieweit spielt aber auch die Gesundheit

eine Rolle?

Die Gesundheit spielt natürlich auch eine Rolle. Aber das Schöne

ist, dass man beides – also Gesundheit und Genuss – wunderbar

miteinander vereinen kann. Es heißt schließlich nicht, dass jemand,

der geschmackvoll und gut kocht, nicht gleichzeitig auch gesund

kochen kann. Schon in meiner Ausbildung bei Heinz Winkler

habe ich die „Cuisine Vitale“ kennengelernt, ihr Credo: Essen soll

beflügeln und nicht belasten. Meine Liebe zur italienischen Küche

hat zum Beispiel auch damit zu tun, dass es eine sehr pure und

produktbezogene Küche ist, die eine wunderbare Leichtigkeit

mit sich bringt.

Man liest immer wieder von einer empfohlenen ausgewogenen

Ernährung. Was genau bedeutet das?

Es bedeutet, dass die Dinge, die wir zu uns nehmen, in einem

vernünftigen Verhältnis zueinander stehen – zum Beispiel ein

großer Gemüseanteil gegenüber einem kleinen Proteinanteil oder

so etwas wie die richtige Auswahl der Fette und Öle – am besten

sind ungesättigte Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Olivenöl auftauchen.

Auch Kräuter spielen eine Rolle, die sind nämlich in ihrer

Wirkung nicht zu unterschätzen und viel mehr als nur malerisches

Beiwerk oben drauf. Abwechslung ist ganz wichtig! Ein Mensch,

der fast ausschließlich Kohlenhydrate zu sich nimmt, ernährt sich

ebenso wenig ausgewogen wie einer, der nur auf Eiweiß setzt.

Was benötigt der Körper im Alter besonders (mehr

Nährstoffe, weniger Kalorien, ...)?

Das ist natürlich immer davon abhängig, was ich meinem Körper

abverlange. Wenn ich als Hochleistungssportler agiere, muss ich

meinen Schwerpunkt mehr auf Kohlenhydrate legen, um Muskeln

aufzubauen und Energie zu bekommen. Wenn ich aber den ganzen

Tag am Schreibtisch sitze und mich nicht bewege, macht es natürlich

Sinn, sich leichter zu ernähren. Allgemein wird von einem

abnehmendem Energie- und steigendem Nährstoffbedarf im Alter

gesprochen – ich bin der Meinung, man sollte Ernährung nicht zu

sehr theoretisieren, sondern den Genuss im Fokus behalten und

auf sein Bauchgefühl hören.

Was bewirkt gesunde Ernährung im Körper?

Gesunde Ernährung kann richtige Glücksgefühle auslösen! Und

ist ein toller Energiespender.

Welchen Krankheiten kann man vorbeugen?

Ernährung und Gesundheit sind sehr eng miteinander verbunden.

Wer gesund isst, verringert zum Beispiel sein Risiko für Herz-

12 Am Wichtigsten ist, man hört auf seinen Körper, findet auch Cornelia Poletto.

© Foto: Bertold Fabricius


Gerit Kling

... rasant

© Fotos: privat

Sie führt beruflich ein Leben unter Volldampf, gönnt sich aber immer die

Zeit für Ausgleich, Bewegung, toppt das Ganze dann mit einem nicht

ganz gewöhnlichen Hobby: Sie fährt Wasserski, traut sich was.

© Foto: ZDF/Boris Laewen

Gerit Kling (56) ist immer auf Achse: „Gerade arbeite ich als Regisseurin

und Hauptdarstellerin an einem Theaterstück, morgen

geht’s ans Set von Notruf Hafenkante, und dann sind da noch die

Lesungen, die muss ich noch terminieren und vorbereiten.“ Unsereins

wirbelt der Kopf … Gerit Kling hat alles unter Kontrolle – heute dann

besser auch ihre Wasserski, das steht nämlich heute auf dem Plan:

Wasserskifahren. Mit dabei Gerits Lebenspartner, den sie vor sechs

Jahren geheiratet hat. Beide sind absolut begeistert von dem Sport:

„Wasserski hat mit den Elementen zu tun, mit Wasser, mit Wind, mit

Überwindung und Mut. Das fasziniert uns.“ Mit ordentlich Tempo

geht es über die Heckwelle, mal links, mal rechts, manchmal sogar

mit einem Sprung. Gerit verbessert sich stetig, ist sich aber auch

der Gefahren dieses rasanten Sports bewusst. Stürze können gut

und gerne auch mal mit einem gebrochenen Knochen enden und

man wird nicht jünger. Deswegen ist ihre Bewunderung für ihren

Mann und vor allem auch für das befreundete Paar Gabi und Heiko

Hüller umso größer. Gabi (70) und Heiko (76) räumen einen Titel

nach dem anderen ab, u. a. bei der Senioren Wasserski-WM. „Die

beiden zeigen mir, dass das Alter im Sport gar keine Rolle spielt. Es

geht vielmehr um den Mut, sich immer wieder herauszufordern.“

Und das tut auch Gerit Kling: „Beim

Fahren versuche ich, immer wieder

etwas Neues zu probieren. Mal

hebe ich ein Bein, mal werfe ich

einen Ski ab, und auch Wasserballett

machen wir manchmal.“ Im

Vordergrund steht aber immer der

Spaß, Weltmeisterschaft und so

machen lieber die anderen.

Und wenn es mal nicht aufs Wasser geht, dann zumindest

auf die Yogamatte. „Mein Arzt hat mir das

empfohlen.“ Mindestens zwei bis drei Mal die Woche

muss sie sich bewegen, gerne auch beim Aerobic zum

Video von Pamela Reif. „Die sieht dabei natürlich immer

super aus, mich darf man dabei bitte nicht filmen, ich

sehe … aus.“ Können wir uns gar nicht vorstellen.

Ausruhen ist zumindest nichts, was oft in Gerit Klings Leben vorkommt,

und Ausreden werden auch nicht akzeptiert. „Jeder kann

und vor allem sollte Sport machen. Auch die Knochen werden doch

älter. Man muss elastisch und beweglich bleiben und möchte doch

nicht auf wackligen Beinen stehen und ängstlich sein. Es gibt so viele

Angebote im Internet, und eine Matte hat jeder zu Haus.

Liegestütze, Hampelmann, das

kennt jeder. 20 min jeden Tag, das

schafft man. Und was ich immer

sage: Eine (Übung) ist besser als

keine.“

Wir haben großen Respekt vor

dieser Powerfrau und schmeißen

uns jetzt in die Turnanzüge.

© Foto: ZDF/Boris Laewen

14

Notruf Hafenkante: Wolle (Harald Maack, r.) sucht fachkundigen Rat bei Jasmin (Gerit Kling, l.).

Vom Wasserski fasziniert: Schauspielerin Gerit Kling.


Rudern

Fast magisch

© Fotos: Hamburger Ruderinnen-Club v. 1925

Es ist für die Seele schön. Wenn man über das Wasser

gleitet, die Alster noch ganz leer ist, man nur den

Bug durch das Wasser gleiten hört, im Hintergrund

die Natur.“ Das hört sich schön an.

heute auch Frauen. Lange blieb den

Frauen aber die Mitgliedschaft in den

Hamburger Herren-Rudervereinen

verwehrt. Im Jahr 1925 wurde deshalb

eine Damenriege beim Allgemeinen

Alsterclub gegründet und traf offen-

Es ist 11 Uhr vormittags, der Himmel superknallblau und der erste bar einen Nerv. Die Mitgliederzahl wuchs rasant, es entstand der

Vierer wird bereits in die Halle verfrachtet. Ein zweites Boot legt Hamburger Ruderinnen-Club mit mehreren hundert Mitgliedern.

gerade am Steg an. „260 Jahre, wir haben gerade gerechnet, so

lange ist unsere Bootsbesatzung bereits Mitglied im Hamburger Beide Boote sind jetzt verstaut, die Ruderinnen, eben noch im

Ruderinnenclub.“ Dass sich hier alle seit Langem kennen, spürt man Vereins-Outfit im Boot, streben nun auf die Terrasse des Vereinshauses.

Es gibt Kaffee und offensichtlich eine Menge zu beschna-

absolut. Es liegt fast etwas Magisches in der Luft, man möchte sofort

Teil dieser so vertrauten Truppe sein, die sich selbst Müttergruppe cken, die Atmosphäre gleicht der eines Klassenausflugs. Kurzes

nennt. 1967 beim Anrudern finden sie erstmals zusammen. Da passt Gelächter wird laut, das Kaffeepulver wurde vergessen einzufüllen,

die eine auf die Kinder auf, damit die anderen rudern können, da heute also einmal heißes Wasser? Es scheint so, als sei alles schon

wird trainiert, gefeiert und gelacht. Was Männer können, können immer so gewesen. Und trotzdem haben die Ruderinnen so viel

erlebt. Gemeinsam sind sie erfolgreich, gemeinsam gründen sie

Familien, gemeinsam gehen sie durch gute und schlechte Zeiten,

gemeinsam werden sie alt – die Körper verändern sich, nicht aber

die Freude am Rudern und Beisammensein. Da wird eben immer

nur von einer Seite angelegt, weil das eine Bein nicht mehr so

mitmacht, da wird beim Ein- und Ausstieg geholfen und gemeinsam

angepackt. „Rudern ist ein Teamsport, das macht ihn so besonders.

Er funktioniert nur gemeinsam, wir sitzen alle in einem Boot.“ Die

Boote haben übrigens fast ausschließlich Frauennamen, nur einen

antiken 2-er aus Holz haben sie Friedrich-Wilhelm getauft. „Er ist ein

Traumboot“, fast klingt es wie eine Liebeserklärung. Gemeinsam

unternehmen sie auch Ruderwanderungen. Gerade waren sie auf

den Masurischen Seenplatten, häufig geht es auf die zahlreichen

Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern. Früher noch mit Zelt, heute

etwas komfortabler mit Hotel und so. Im Urlaub wird sogar die New

Yorker Freiheitsstatue umrundet. „Frei sein“ scheint hier Programm

zu sein. „Wir sind hier unter uns, wir stehen uns bei, dürfen auch

mal Fehler machen, kennen unsere Stärken und Schwächen.“ Und

obwohl es eine eingeschweißte Truppe ist, fühlt man sich sofort

herzlich willkommen. „Wir freuen uns immer sehr über neue

Mitglieder. Rudern kann man auch im Alter noch lernen, manche

steigen hier noch mit fast 90 ins Boot. Unser ältestes Mitglied ist

übrigens 96 Jahre alt.“

Und sonst … klönt man eben einfach bei einer Tasse heißem Wasser

auf der Sonnenterrasse. Herrlich.

© Foto: Lisa Staisch

© Foto: Lisa Staisch

16

Damenriege: die ersten Mitglieder 1925/26.

Okay, aktuell eher ohne Hut (links: 1910), aber nach dem Rudern schnacken geht schon immer.


Depressionen

© Foto: Pixabay

© Foto: privat

Könnte

depressiv sein

– unbedingt

reden.

20

Es ist leider noch immer ein großes Tabu thema und

das, obwohl laut WHO über 320 Millionen Menschen

weltweit darunter leiden: Depressionen.

Farzad Farokhzad, approbierter Psychotherapeut

Die Zahl der Erkrankten nahm

über einen Zeitraum von 10 Jahren

um knapp 20 Prozent zu. Und die

Corona-Situation vieler Menschen

hat diese Entwicklung sicher noch

befeuert. Farzad Farokhzad ist approbierter

Psychotherapeut in der Tagesklinik Büchen sowie in der

Fachklinik Vorwerker Diakonie und erklärt, wie und warum depressive

Erkrankungen oft im fortgeschrittenen Alter auftreten.

Depressive Erkrankungen können

unterschiedliche Wurzeln haben. Sie

können genetisch bedingt sein, biologisch

oder auch auf Risikofaktoren

zurückzuführen sein. Fakt ist, eine

Depression ist eine Erkrankung, der

man professionell an den Kragen

gehen muss.

Dazu muss man sie vorerst erkennen.

Jeder sollte sich demnach

Folgendes fragen:

1. Bin ich in den letzten

zwei Wochen deutlich

weniger aktiv gewesen

als sonst? Ziehe ich

mich sozial zurück?

2. Ist meine Stimmung

schlechter als vor

zwei Wochen?

3. Ist mein Antrieb

geringer und bin ich

körperlich erschöpft?

4. Beobachte ich einen

allgemeinen Interessensverlust?

5. Bin ich gereizt, habe

besonders morgens

ein Tief und kaum

Appetit?

Häufig zeigen sich Depressionen

auch durch psychosomatische

Krankheitssymptome. Das können

Bauch- oder Kopfschmerzen oder

auch ganz diffuse Schmerzen sein,

die in der Situation als ganz real

empfunden werden, aber eigentlich

gar nicht wirklich sind. Auch

Schlaflosigkeit und Konzentrationsmangel

können mit einer Erkrankung einhergehen. Ein großes

Problem besteht darin, dass Depressionen gerade bei Älteren deutlich

tabuisierter sind als bei jungen Menschen, die ihre Erkrankung im

Gegenzuge häufig sogar in den sozialen Medien öffentlich machen,

ein anderes besorgniserregendes Thema. Psychiatrien werden häufig

misstrauisch beäugt, klingt ja schlimm … dabei ist es doch nichts

anderes, mit einer fiesen Entzündung zum Arzt zu gehen, als eben

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mit einer verletzten Seele. Viele greifen deswegen selbständig zu

Medikamenten oder Alkohol, um ihre Angstzustände in den Griff zu

bekommen. Tatsächlich steigt dadurch jedoch die Gefahr, wirklich

zu erkranken. Abgesehen davon können Antidepressiva außerdem

Nebenwirkungen haben, z. B. einen Tremor auslösen.

Was also tun, sollte man oben genannte Fragen mit „ja“ beantworten?

Der erste Schritt sollte bitte der Gang zum Arzt sein, das kann

der Neurologe, der Gerontopsychologe oder auch der Psychiater

sein. Es gibt Krankheitsbilder, die sich in ihrer Symptomatik sehr

gleichen, die gilt es zu differenzieren – liegt eine Depression vor

oder handelt es sich unter Umständen sogar um eine Demenz? Der

zweite Schritt sollte dann sein, sich eine Tagesstruktur zu schaffen.

Mit dem Eintritt ins Rentenalter

geht für viele nämlich ein Verlust der

über viele Jahre gelebten Struktur

einher. Man sollte sich deswegen

selbständig neue Tagesziele stecken,

sich auch gezielt soziale Kontakt

suchen und – natürlich – sich bewegen.

Durch Bewegung werden im Körper Glückshormone ausgeschüttet.

Sport und Bewegung sind unsere Tausendsassa: Sport im

Verein, Studio oder in der Natur, um die Ecke im Park schafft einen

Programmpunkt am Tag, fördert soziale Kontakte, beugt Muskelund

Gewebeschwund vor und macht einfach fit. Das wiederum

ermöglicht es älteren Menschen, so lange wie möglich autonom

und selbstbestimmt zu sein. Ein großer Punkt für gute Gefühle, das

Selbstbewusstsein und eine lachende Seele.

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Bernd Wehmeyer

© Fotos: privat

Seine schnelle und technisch geprägte Spielweise hat ihm in der Szene den Spitznamen „Fummel“ beschert.

Fit wie

Turnschuh

183

Mal lief Bernd Wehmeyer mal für den Hamburger

Sport-Verein auf, von 1978 bis 1986 prägte

„Fummel“ durch seine Spritzigkeit und seine

versierte Technik die Spiele der Rothosen.

Gemeinsam mit Horst Hrubesch, Manfred Kaltz

und Ditmar Jakobs feierte er deutsche Meisterschaftstitel

und den Europapokaltitel der Landesmeister.

Hach, was war das schön. Der Sport

steckt Bernd in den Beinen, auch heute mit 69

Jahren kann er es einfach nicht lassen, gut so!

Sein Sportprogramm im Alltag? „Es ist eigentlich

ganz einfach“, sagt er. Er steht morgens gegen

7:30 Uhr auf, fährt dann gleich ins Gym. Hier geht’s zuerst auf den Crosstrainer, erst

ganz locker, dann steigert er Tempo und Widerstand, insgesamt 50 min Cardiotraining,

das sollte reichen. Wow. Anschließend folgen 30 min Rückengymnastik. Wie oft?

„Na, im Durchschnitt würde ich sagen, so an fünf von sieben Tagen“, immer schaffe

er es nicht, sagt er fast verlegen. Schon wieder gibt’s ein Wow. Manchmal hat er

Termine, dann versucht er die Trainingseinheit auf den Abend

zu verschieben. Nach dem Training kommt dann das Beste: ein

gutes Frühstück, „darauf freue ich mich, das schmeckt einfach

besser, wenn man morgens schon sein Programm absolviert hat.“

Müsli mit Obst ist die Basis, dann gerne auch Vollkornbrot „mit

diesem Avocadomus“, das hat er mal bei adidas in der Kantine

kennengelernt, kannte er früher gar nicht. Dazu ein paar Tomaten,

etwas Rührei. Ob das gesund genug ist, fragt er sich manchmal,

„aber was ist heute schon gesund, das ändert sich ja auch ständig.“

Klingt auf jeden Fall gesund, nicht staubig – und lecker.

Wenn Corona nicht gerade wieder alles auf den Kopf stellt, schnürt

Bernd gemeinsam mit seinen ehemaligen HSV-Kollegen auch nochmal

die Fußballschuhe und läuft mit der HSV-Traditionsmannschaft

auf. Und auch der kleine weiße Ball hat es ihm angetan: So vier

bis fünf Golfturniere spielt er im Jahr. Da liegt der Fokus aber auf

dem Spielen, „auf Training habe ich keine Lust.“ Wer’s kann!? Wir

ziehen den Hut, mit ganz viel Schwung – so wollen wir es auch

machen. Doch auch Bernd spielt die Gesundheit im Jahr 2011

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einen ordentlichen Streich.

Beim Joggen drückt es plötzlich

in der Brust, Bernd muss mit

einem Herzinfarkt ins Krankenhaus.

Aber seine Sportlichkeit

zahlt sich aus: Der Herzmuskel

ist stark genug, die Ärzte sind

sich sicher, nur deswegen habe er

den Infarkt so gut überstanden.

Zuweilen bereiten ihm auch die Knie und der Lendenwirbelbereich

Probleme. „Da muss man sich eben anpassen“, statt wie

früher jeden Tag zu joggen, weicht er nun eben auf den

gelenkschonenderen Crosstrainer aus. Ausreden gibt es für den

69-jährigen Vorzeige-Senior nicht. „Durch Sport fühle ich mich

einfach wohl und ich rate jedem, sich zumindest zwei Mal die

Woche sportlich zu betätigen.“ Das kann Walking sein, Schwimmen,

„es gibt so viele Möglichkeiten.“ Ja, auch ihm fällt es nicht

immer leicht, sich zu motivieren, gibt er zu.

„Am besten ist es, sich einen festen

Rhythmus zu schaffen, dann

überlegt man gar nicht lange.“

Einfach machen.

22


Badminton

Family Business

© Fotos: Natalie Bienemann

© Fotos: privat

Der

Schlägertyp

auf Badminton?“ steht Anfang der

1970er auf dem Plakat im Apothekenschaufenster.

„Logo“, sagt Klaus „Lust

Rosenkranz.

So einfach geht das. Zack. Er meldet sich kurzfristig in dem Verein, greift

zum Schläger – und hält ihn seit nun ca. 50 Jahren. Damals ist Klaus Anfang

20, und er will was Neues probieren. Für Neues ist es nie zu spät. Sein

Vorteil ist seine top Kondition, nach Jahren auf dem Fußballplatz und viel

Getobe in der Kindheit schlägt er im 3. Satz noch auf wie ein junger Gott,

wenn der Gegner längst platt ist. Kein Wunder also, dass er schon nach

zwei Jahren der Beste im Team ist. Er wechselt zur TSG Bergedorf – 2.

Mannschaft, 1. Mannschaft, immer weiter, immer höher, bis zum VfL

93 in die 2. Bundesliga. Heute ist Klaus Rosenkranz 70, wieder zurück

bei der TSG und sogar deutscher Meister seiner Altersklasse. Ende

November geht es nach Spanien zur WM. „Da will ich unbedingt Spiele

im Einzel gewinnen.“ Bis dahin heißt es also trainieren, zwei bis drei Mal

die Woche. Erst Aufwärmtraining, wichtig, dann 30 min konzentriertes

Schlagtraining, erst dann wird gespielt. Da muss er sich zügeln, der

Spieltrieb ist groß, aber um sein Niveau zu halten, muss er eben im

Alter etwas mehr trainieren als andere. Kein Problem: „Badminton ist

für mich ein absolutes Geschenk. Ich freue mich schon morgens, dass

ich abends trainieren darf. Der Badmintonschläger ist für mich wie die

Gitarre für Angus Young von AC/DC.“

Das Besondere an Badminton: Es ist sowohl Mannschafts-

als auch Individualsport, Männer und Frauen

spielen gemeinsam im Team: 4 Herren, 3 Damen ist

die Mindestanforderung. „Mit Frauen ist die Stimmung

einfach gut. Die eine bringt Kaffee mit, die andere Kuchen, und die

Männer benehmen sich auch nicht so bullig.“ Kaffee ein, revanchieren

sich und bringen den Müll raus …?! Auch super: Badminton kann jede:r

versuchen, der Einstieg fällt deutlich leichter als z. B. beim Tennis. Und

wenn’s nicht windig ist, kann man das überall spielen. Federball kennen

die meisten vom Strandurlaub, der Ball wird (meistens) getroffen. Obwohl

das mit den echten Naturfederbällen schon nicht ohne ist: „Die Bälle

haben eine irrsinnig hohe Beschleunigung am Anfang, werden dann aber

plötzlich langsamer. Badminton ist die schnellste Rückschlagsportart,

die es gibt.“ Dafür braucht man Gefühl und ein gutes Auge. Die vielen

Überkopfschläge sind technisch anspruchsvoll. Aber einfach wäre ja

auch langweilig.

Im Oktober trifft sich der Sportler des Jahres 2019 der TSG Bergedorf jetzt

erstmal mit Frank-Walter Steinmeier: Er wurde für die Bürgerdelegation

auserwählt und reist für den Tag der Deutschen Einheit nach Halle an der

Saale. Eine großartige Auszeichnung für eine großartige Leistung und

einen großartigen, positiven, bescheidenen und gutgelaunten Sportler.

Kraft tanken

klassische Rhythmus, da treffen sich die Senior:innen

Krafttraining für Ältere: „Ja, gibt’s. Warum auch nicht. in Gruppen, zwischen den Übungen wird von den

Enkeln berichtet, über den Urlaub geschnackt. Danach

Krafttraining heißt nicht zwingend Sixpack und Pumpen. dann noch im 32 Grad warmen Schwimmbecken

entspannen. Das Ganze macht gesund, so einfach

Bei uns ist das Krafttraining sehr gesundheitsorientiert.“

ist das. „Viele, die zu uns kommen, nehmen diverse

Tabletten. Gerade Schmerzmittel erübrigen sich oft

Olaf Rehage, Studioleiter bei der TSG Bergedorf, hat wie seine Kollegin

nach einigen Trainingseinheiten.“ Denn das Training

Felicia Heinrich Sport studiert, und er glaubt an die Heilkraft der Bewegung.

sorgt für einen gestärkten Muskelapparat und eine aufrechte Haltung,

Klingt oldschool, findet er, aber seine tägliche Arbeit mit den Senior:innen

es schützt vor Osteoporose, löst Faszienverklebungen und macht beweglich,

hält das Herz-Kreislaufsystem in Schwung, senkt Blutdruck und

bestätigt ihn immer wieder: „Die Coronapause hat Spuren hinterlassen.

Kaum sind sie an den Geräten aktiv, blühen sie auf, fühlen sich sofort

Diabetesrisiko, erhöht den Stoffwechsel, verbessert die Koordination – die

besser und mobiler.“

Liste ist lang. Ganz wichtig findet Olaf Rehage vor allem: „Krafttraining ist

eine perfekte Sturzprophylaxe, deswegen gehören Koordinations- und

Beim ersten Besuch in seinem Studio gibt’s ein ausführliches Anamnesegespräch.

Ein Functional Movement Screen, man kann auch sagen

Balanceübungen immer zum Programm.“

eine Bestandsaufnahme, gibt aussagekräftige Hinweise zur allgemeinen

Beim Karibischen Abend

Fitness, dann wird ein Trainingsplan erstellt, inklusive pulsgesteuertem

zum Saisonausklang geht

Cardio-Programm. „Die meisten steigen aufs Rad, das kennen sie, da

es aber erstmal wieder

fühlen sie sich wohl. Wir führen die Kundinnen und Kunden aber auch

ums Entspannen, ums

an Neues heran. Gerade das Rudergerät ist für den Schultergürtel sehr

Beisammensein, Lachen,

gewinnbringend.“ Die Schulter ist es nämlich, die den Besucher:innen die

Feiern, Fröhlichsein. Denn

größten Probleme macht. Die meisten Alltags-Aktivitäten finden unterhalb

das kann Krafttraining auch:

der Schulterebene statt, auch Kartoffeln schälen gehört dazu, Auto fahren,

Menschen zusammenbringen,

mit denen man ge-

… den Teller aus dem oberen Regal zu holen, fällt dann schwer. „Kannst Du

mal …“ geht auch nicht immer, vor allem bei Alleinstehenden. Nach dem

meinsam Spaß haben kann.

Cardiotraining geht es dann auch an die Geräte, klassisch mit Steckgewichten,

aber auch an Seilzüge, Schlingtrainer oder Pezzibälle. „Besonders beliebt

ist unser Zirkeltraining.“ Trainiert werden sollte

Eine fleißige TSG-Fitnesssportlerin war so nett und hat uns die Geräte erklärt.

mindestens zwei Mal die Woche, da ist Olaf

streng. Montag, Mittwoch, Freitag – das ist der

3x in Bergedorf

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24

Sogar Peter Tschentscher gratuliert zur Ehrung als „TSG-Sportler des Jahres 2019“.

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Schwimmen

© Fotos: Bäderland

Aqua Rückenfit, Aqua Senior Vital, Aqua Senior Fitness, … die Auswahl ist toll und die Trainer:innen sind speziel ausgebildet.

Immer wieder gut:

Einfach

Oder man besinnt sich einfach auf die Dinge, die man eigentlich nie

verlernt. Schwimmen ist so etwas. Und Schwimmen ist noch viel

mehr: Schwimmen ist Gesellschaft, denn man schwimmt ja nie allein

in Hamburgs Bädern rum; Schwimmen ist Ritual, umziehen, heiß – ok,

auch kalt – duschen, Wasser, ein schönes Gefühl, weil es schmeichelt,

sich treiben lassen, Kopf mal unter Wasser und kurz abschalten, Bahnen

ziehen, einfache Bewegung, geht immer, Pause, durchschnaufen,

duschen die 2., um dann frisch und sauber irgendwann nach Hause zu

gehen, um dann herrlich und bewusst hungrig zu sein, was geschafft,

was gemacht zu haben. Und müde wird man auch, schön müde. Und

wer sich jetzt noch mehr angesprochen fühlt, sollte sich die spannenden

Möglichkeiten, die das Hamburger Bäderland denen bietet, die Spaß

dran haben, mal in Ruhe überlegen.

Zum einen gibt es den Schwimmclub. Da zahlt man einen Festpreis

pro Monat (auf Neudeutsch Flatrate) und kann 2× oder bis zu 7× die

Woche Schwimmen gehen, das wäre dann also täglich. Und je nachdem,

wie oft man dann kommt, spart man knapp 50–80% auf den regulären

Eintrittspreis. Das Praktische ist, man braucht keine Ticketbuchung oder

muss jedes Mal bezahlen: Mitgliedsausweis auf den Tisch, fertig. Für

den Schwimmclub gibt es feste Zeiten: Montag bis Freitag 6:30–9:00

Uhr, Samstag und Sonntag 8:00 bis 10:00. Das Schicke: Da kommt

niemand anderes rein. Members only. Zur Auswahl stehen dafür 15

Bäder im gesamten Stadtgebiet. Und obendrein gibt es überhaupt

Rabatte für die Nutzung der Bäder außerhalb der Clubzeiten und für

weitere Angebote (Freibad, Sauna, …).

Weitere Infos dazu findest Du hier:

www.baederland.de/clubangebote/schwimmclub

Und dann muss man ja nicht nur im Wasser schwimmen oder entspannt

rumtreiben. Man kann sich ja auch noch aktiv bewegen, mit Schwitzen

im Wasser. Bäderland startet jetzt nämlich wieder mit seinen Aqua

Fitness-Kursen. Dabei sind jede Menge unterschiedliche Themen,

mit denen Ihr Euch in Schwung halten oder einfach nur Spaß haben

könnt. Am besten ist, dass Wassergymnastik, Aqua Fitness absolut

gelenkschonend ist. Es gibt von Aqua Jogging und Aqua Cycling bis

hin zu Aqua Senior Fit: Kraft, Beweglichkeit, Kondition, sprich das

Herz-Kreislaufsystem wird trainiert und zwar so gut und nachhaltig,

aufeinander aufbauend, dass die Krankenkasse bis zu 80 % der Kosten

im Sinne der Prävention übernimmt. Die genauen Beschreibungen der

unterschiedlichen Kurse gibt es unter www.baederland.de/kurse

zu sehen. Oder Du fragst bei den sehr netten Menschen an der Kasse,

die wissen bestens Bescheid und freuen sich auf Dich. Wir finden, Ihr

solltet mal wieder Schwimmen gehen. Mütze für den Nachhauseweg

nicht vergessen.

Unterstützt von: Bäderland

SCHWIMMEN!

Man kann sich vieles vornehmen und wir können

ganz schlau, aber herzlich empfehlen,

motivieren, auch mal ganz verrückte Dinge

zu tun, Mut zu beweisen und auch im Alter

(was auch immer das heißt) etwas Neues

auszuprobieren.

26

… und alle haben Spaß, das ist die Hauptsache.


Fit im Park

Raus mit Euch!

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© Fotos: ParkSportInsel/Wichmann

© Gruppenfoto: ParkSportInsel/Wagner-Hauthal

Schlechtes Wetter ist ja nicht, gibt’s

in Hamburg ja zumindest nicht (nur

eben vielleicht doofe Kleidung für

den waagerechten Regen).

Also liefern Euch der ParksportInsel e.V. und die SECURVITA Krankenkasse

ein paar Tipps, wie Ihr Euch draußen bewegen könnt, entwickelt von

Beate Wagner Hauthal und Dr. Henrike Adler. „Fit im Park“ heißt das

Ganze trefflicherweise. Und das Schöne: Ihr seid auch noch in der Natur,

die riecht gut, hört sich gut an und hält Euch beweglich, schon allein weil

nicht asphaltiert. Untersuchungen zeigen außerdem, dass Anspannung,

Ärger, Angst und negative Verstimmungen nach einem Aufenthalt in der

Natur reduziert sind. Positive Reaktionen zeigt der Körper schon nach

3 Minuten: Die Gesichtsmuskeln entspannen sich, die Herzfrequenz wird

niedriger. Ganz nebenbei sorgt das Grün um uns herum dafür, dass der

Blutdruck sinkt und sich die Stresshormone reduzieren. Gute Laune ist das Stichwort. Auch nicht unwichtig: An der frischen Luft

wird die Infektabwehr aktiviert. Die stimulierenden Reize stärken das Immunsystem ganz natürlich. Also, was hält Euch noch auf?

Bitte sehr: Wie liefern Euch nämlich ganz einfach mal ein paar Beispiel-Übungen für Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Kraft.

KRAFT FÜR RÜCKEN & BEINE

Suche Dir eine passende Stufe und stelle Dich davor. Versuche nun, im Zeitlupentempo

einen Schritt hoch zu machen. Genauso langsam gehst Du den Schritt rückwärts

wieder runter. Bleibe dabei aufrecht und schau nach vorn. Der Trick dabei: Je leiser

Du landest, desto mehr stärkst Du die Muskulatur, die Deine Gelenke schützt!

3×5 Wiederholungen für jedes Bein, beim nächsten Mal steigern.

Varianten: Steige vorwärts von einer Stufe abwärts. Oder Du springst sogar. In

beiden Fällen so leise wie möglich auf beiden Beinen landen.

An jeder Station könnt Ihr zwischen einfachen und schwierigeren Varianten wählen. Startet mit den Bewegungen, die Euch leichter

fallen, und probiert dann gern die schwierigeren aus. Auch einfach. Nun müsst Ihr nur noch Eurem inneren Schweinehund mal

vorsichtig in den Mors treten – auch das kriegt Ihr hin – und los geht’s.

Alle 15 Übungen mit ausführlicher Beschreibung findet

Ihr in der Broschüre „Fit im Park!“, Download unter:

www.parksportinsel.de/wp-content/uploads/

2021/09/Broschuere-Fit-im-Park.pdf

Schneller geht’s

mit dem QR-Code.

GANZKÖRPERKRAFT

Suche Dir eine Mauer, deren Höhe für Dich passt. Stütze Dich

mit beiden Händen ab und gehe einen großen Schritt nach

hinten in den Stütz (30 Sekunden). Der Körper bleibt dabei

gerade und fest. Denk dran: Weiter atmen!

Variante: Mache aus dieser Position Liegestütze – auch dabei

gerne weiteratmen! Versuche 3×7 Wiederholungen mit einer

Pause dazwischen, später gerne steigern.

KRAFT FÜR DEN RÜCKEN

Lege das Theraband um einen Baum oder eine Laterne, mach

einen großen Schritt nach hinten, um das Band auf Spannung

zu bringen. Das Band so weit es geht mit den Armen nach

hinten am Körper vorbei ziehen. Der Oberkörper bleibt dabei

aufrecht, schau nach vorne. 7–15 Wiederholungen.

Variante: Aus der gleichen Ausgangsposition die Arme seitlich

nach hinten ziehen. Nach vorn schauen, die Schultern

bleiben tief.

GESCHICKLICHKEIT

Spiele eine Runde Baumtennis! Wirf 1 Tennisball gegen einen

Baum und versuche ihn wieder aufzufangen. Mit wachen Beinen

kann man schneller reagieren.

Variante: Baumsquash! Zu zweit ist die Herausforderung

noch größer: Wirf den Ball so gegen den Baum, dass Dein:e

Mitspieler:in ihn fangen kann.

UNTERER RÜCKEN

Setz Dich bequem auf die Bank, beide Füße sind am Boden.

Lehne Dich sich so weit nach vorn wie möglich, den Bauch

auf den Oberschenkeln ablegen und den Kopf hängen lassen.

Varianten: Um den Zug zu verstärken, ziehst Du das Kinn zur

Brust und umarmst Deine Beine. Wenn das noch nicht reicht,

öffnest Du die Beine und lässt den Oberkörper zwischen den

Beinen durchsinken, zur Unterstützung kannst Du um die

Knöchel greifen.

IN DER GRUPPE

macht’s natürlich noch

mehr Spaß, wie die

ParkSportgruppe hier

eindeutig beweist.

28


Qigong

© Fotos: Matthias Koch

Matthias trainiert verschiedene Gruppen im Taiji und Qigong.

Nur keine

Hemmungen

Klingt neu, ist aber uralt und richtig gut. Es ist Mittwochabend,

19 Uhr, die Kursteilnehmer:innen beginnen, ihren

Körper von oben bis unten und wieder hinauf abzuklopfen,

bringen so ihren Kreislauf in Wallung.

So beginnt sie jedes Mal, die Qigong-Stunde bei Matthias Koch.

„Den Zappelphillipp machen“, so nennt es eine Kursteilnehmerin,

die nun ihren Körper hin und her schwingt, das lockert nämlich (die

Faszien). Nach einem erneuten Ausschütteln aller Gelenke geht es

los mit der Übungsreihe.

Qigong bedeutet für Trainer Matthias im Grunde ein sanftes Bewusstwerden

für den eigenen Körper. Übersetzt bedeutet die aus

der chinesischen Tradition entsprungene Heilgymnastik: die Pflege

des Odems, des Lebensatems. Klingt toll. Je länger dieser nämlich

im Körper verweilt, desto länger und gesünder das Leben. Das

scheint Wirkung zu zeigen, die meisten Kursteilnehmer:innen sind

über 70 Jahre alt, die älteste ist sogar 98, vor fünf Jahren hat sie mit

dem Kurs begonnen und

ist „noch immer fit wie

ein Turnschuh“. Wir sind

schwer beeindruckt. Matthias:

„Die meisten, die zu

mir kommen, hatten eine

Erkrankung und lernten

Qigong in der Reha kennen.

Viele fragen sich aber auch

nach dem Eintritt in die

Rente: Was möchte ich mit

meiner Zeit tun, möchte

ich mich hängenlassen

oder möchte ich meinen

Körper pflegen? Sie schauen

sich die Vereinsangebote

an und landen bei mir.“

Das Schöne an Qigong: Jede:r kann

sofort loslegen. Vorkenntnisse oder

eine besondere Fitness sind nicht

nötig. Also: Keine Hemmungen. Beim

Qigong geht es nicht darum, an seine

physischen Grenzen zu gehen und

gegen den Widerstand zu arbeiten, es

ist ein neuer Zugang zur Bewegung.

Die Bewegung wird dem Atem angepasst, nicht andersherum,

das ist Matthias wichtig. „In meinen Kursen möchte ich meinen

Teilnehmer:innen die Zusammenhänge im Körper bewusster machen.

Stärke ich den Rücken, habe ich eine aufrechtere Haltung,

kräftige ich die Oberschenkelmuskeln, kann ich besser vom Sofa

aufstehen, stabilisiere ich die Fußmuskeln, kann ich beim Gehen

besser abrollen.“ Vor allem geht es dem Trainer um einen stabilen

Stand, einen guten und bewussten Kontakt zum Boden. So können

Stürze vermieden werden. Deswegen werden viele Übungen im

Stehen ausgeübt. Zwei Minuten mit geschlossenen Augen dastehen.

Klingt leicht? Am besten mal versuchen, dabei den Geist mal ganz

zur Ruhe bringen, an nichts denken. Und?

Woran liegt es, dass es meistens Frauen sind, die zu ihm kommen?

„Es ist wie mit dem Yin und dem Yang. Das Yin steht für Ruhe, Männer

brauchen oft aber auch das Yang. Sie wollen Gas geben und haben

Probleme, ihren Ehrgeiz zurückzuschrauben.“ Wer aber einmal einen

Kurs bei Matthias belegt hat, bleibt dabei. Wenn nicht beim Qigong,

dann sicherlich beim Taiji, der chinesischen Kampfkunst. Und auch

„Rückenfit“ und „Fit ein Leben lang“ stehen bei ihm im Programm.

Die Vereinsangebote in Hamburg sind vielfältig und lassen sich

meist für einen einzigen fixen Vereinsbeitrag durchprobieren. „Ein

regelmäßiger Termin in der Woche kann den inneren Schweinehund

überlisten. Die Kurse sind oft mehr als Sport. Es geht auch viel um

das Miteinander, um den Plausch hinterher, die Teilnehmer:innen

fiebern den Kursen entgegen.“ Und wie sagte es ein mittlerweile

über 80-jähriges Paar zu Matthias Koch: „Wir werden alt, aber

nicht so schnell.“

Qigong stärkt die (innere) Balance. Rechts: Trainer Matthias Koch.

31


Was bedeutet alt?

Man ist

so alt,

wie …

© Foto: Pixabay


man sich fühlt: „Ich fühle mich noch überhaupt

nicht wie 60. Es kommt mir vor,

als wäre das gestern gewesen.“ „Heute fühl ich mich wie

100, mir tut alles weh.“

Wann ist man denn nun eigentlich alt? Wir sprechen mit dem Physiotherapeuten,

Personal Trainer und Human Resources Coach Daniel

Hönow vom ETV zu diesem Thema: Wer, wie, was, warum, wir wollen

alles wissen.

Wer ist alt?

Die WHO definiert das ganz klar. Die durchschnittliche Lebenserwartung

der Männer liegt bei 75, die der Frauen bei 80 Jahren. Wer diese Grenze

geknackt hat, ist laut WHO alt. Wer es sogar über die 90 schafft, ist

hochbetagt, mit 100 ist man gar langlebig, klingt wie lange haltbar. Aber:

Man ist immer so alt, wie man sich fühlt … Wie schön.

Was bedeutet alt?

Es gibt zum einen das biologische und zum anderen das kalendarische

Alter. Bei einem positiven Muskel-/Fettverhältnis kann ein:e kalendarisch

70-Jährige:r biologisch auch erst knackige 35 sein. Leider gibt es das

auch andersherum, war ja klar. Allgemein kann man aber sagen, alt

bedeutet einen Verfall von Leistung, einen verlangsamten Stoffwechsel,

einen Abbau von Substanz wie Knochen, Bänder, Knorpel und auch

z. B. von bestimmten Hormonen. Häufig lässt sich im Alter eine Sarkopenie

beobachten, das meint eine Abnahme der Muskelmasse und

Muskelkraft. Der Appetit im Alter lässt nach, es wird weniger gegessen,

dadurch werden weniger Eiweiße aufgenommen, man nimmt ab, die

Muskelmasse schwindet, man wird gebrechlich.

Wann ist man alt?

Das ist auch eine mentale Sache. Wenn ich für mich annehme, ich

sei alt, und von mir und meinem Körper nichts mehr verlange, dann

werde ich auch alt.

Warum fühlt man sich alt?

Der Körper funktioniert nicht mehr so gut, morgens

braucht er eine Einlaufzeit, bereitet Schmerzen. Wenn

das Herz-Kreislauf-System ins Stocken kommt, das

Lungenvolumen abnimmt, die systemischen Leistungen

die Lebensqualität einschränken, wird man kraftlos.

Auch das Immunsystem leidet, man wird anfällig für

Erkrankungen wie z. B. Lungenentzündung.

Wie kann man etwas dagegen tun?

Bewegen, bewegen, bewegen! Manchmal sagen die Patient:innen: „Sie

wissen schon, wie alt ich bin?“ Sch… egal lautet dann die Antwort, ohne

Bewegung geht es nicht. Und auch nicht ohne Ziele. Nur, wer Ziele hat,

hat auch Lust, sich einem Leiden auszusetzen. Nochmal ohne Schmerzen

in der Schulter die Hecke im Garten schneiden können? Nur durch die

Grenzüberwindung, durch Training, kann der Körper wieder Substanz

aufbauen und den Kreislauf in Gang halten. Aber Bewegung soll auch

Spaß machen. Deswegen bietet sich der Vereinssport an. Da gibt es

Gleichgesinnte, die auch motivieren können, Gruppenzwang und so.

„Wo warst Du letzte Woche?“ „Keine Lust gehabt“, kommt da dann nicht

so gut an. Aber auch andersherum muss man das akzeptieren, wenn

jemand lebensmüde ist, alles erledigt hat. Das kann auch passieren. Der

Kreislauf des Lebens ist eben eine große Bewegung.

© Foto: privat

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Daniel Hönow vom ETV ist Physiotherapeut, Human Resources Coach und Personal Trainer.


Sportabzeichen

© Fotos: privat

Super-Herbert

Herbert ist inzwischen Medienprofi. Er erzählt von

Fotoshootings, Interviews, großen Plakatwänden

mit seinem Konterfei – dabei geht es doch

„nur“ um das Sportabzeichen.

Alle fünf Abzeichen (oder Jahre) kann man das

Abzeichen mit der entsprechenden Zahl kaufen,

ab dem 25. und dann alle weiteren fünf Abzeichen

gibt es eine Einladung zur Ehrung im Haus des

Sports, „da bekommt man die entsprechende

Nadel überreicht, bei einem Gläschen ... und Kaffee

und Gebäck“, erzählt Herbert. „Ich mache jeden

Morgen Gymnastik, inklusive 25 Liegestützen,

fahre viel Rad und montags gehen ich schon lange

zum Aqua-Fitness“, erklärt er sein Pensum. Als er

Nur ist gut, denn Herbert hat in diesem Jahr das 52. gemacht, in seine Frau kennenlernte, „war eine der ersten Fragen: Hast Du ein

GOLD, ist ja klar. Herbert ist 83.

Sportabzeichen?“, fällt Jutta ein, „eins habe ich gemacht, das ist sein

Ding.“ Und das ist es: Jeden Mittwoch, von Mai bis September, steht

Der Ur-Hamburger lebt mit seiner sehr reizenden Frau Jutta, sie kam Herbert nämlich auf dem Platz, und nimmt als Obmann im Team mit

gleich mit zum Gespräch, in Lemsahl-Mellingstedt (gehört zum Bezirk vier Vereinskollegen Sportabzeichen ab, für Schulklassen, für alle,

Wandsbek). Eigentlich war er immer Handballer, dann Tennisspieler, die kommen. „Die Lehrer:innen kennen mich schon lange, kommen

damit musste er aber 1997 aufhören, wegen der Knie. Nebenbei ist immer wieder, das ist wirklich schön“, auch für die Schüler:innen

er schon immer Mr. Sportabzeichen: Das erste machte er mit 19, eine tolle Bestätigung. „Und wenn an diesen Tagen mal Leerlauf

das war 1957, und dann immer, immer wieder.

ist, trainiere ich natürlich“, so viel zu Leerlauf und Herbert. Hut ab.

Die Auswahl der Übungen, die er macht, ergeben sich aus seinem

Fit-Zustand, das macht Sinn, sind sie doch in Kategorien aufgeteilt:

Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer. „Bei Schnelligkeit

fahre ich 200 Meter so schnell Rad, wie es geht“, sagt er, „mit

fliegendem Start“, da ist der Mann vom SC Poppenbüttel schon

in Schwung. „Für Ausdauer fahre ich auch Rad, 20 km, Kraft ist

Medizinball werfen, über 8 Meter, und bei Koordination springe ich

Seil, eigentlich nicht so mein Ding.“ Aber Herbert ist entspannt, die

Zeit spielt für ihn: „Die vorgegebenen Zeiten und Weiten für Gold

werden ja immer weniger, wenn man älter wird“, lacht er.

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Sogar Veronika Rücker, Vorstandsvorsitzende des DOSB, hat im August bei Herbert Schacht und

seinem Team ihr Sportabzeichen gemacht.

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