04.10.2021 Aufrufe

Arabische Pferde IN THE FOCUS 3/2021 (Vol. 27) - public

Magazin für Freunde und Züchter des arabischen Pferdes

Magazin für Freunde und Züchter des arabischen Pferdes

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

Arabian Horses<br />

<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong><br />

in the focus<br />

3/<strong>2021</strong> (<strong>Vol</strong>. <strong>27</strong>) • 6,50 €<br />

50 Jahre Gestüt<br />

El Thayeba<br />

Blutfanatismus - Rein,<br />

reiner, am reinsten<br />

www.in-the-focus.com/magazine<br />

www.in-the-focus.com<br />

Kunst & Künstler -<br />

Nicole Sachs


Natürlich!<br />

Nasheed Al Amal Hoor<br />

<strong>Arabische</strong>s <strong>Vol</strong>lblut *01.02.2010, Schimmel<br />

Vater: Hafez Al Ahd Hoor (Hengstlinie: Jamil el Kebir über Anter)<br />

Mutter: Aneedah EAO (Stutenlinie: Saklawi Gidran)<br />

Gestüt Hoor Al Oyoun, Philippe Paraskevas, Besichtigung: Feb. 2019 / Nov. 2019, Abflug Kairo: 19. April <strong>2021</strong>, Ankunft Marbach: 19. April <strong>2021</strong><br />

Haupt- und Landgestüt Marbach mit Landesreit- und Landesfahrschule – das älteste staatliche Gestüt Deutschlands<br />

72532 Gomadingen-Marbach | Tel. (073 85) 96 95-0 | www.gestuet-marbach.de


The cancellation of the All Nations Cup (ANC) came as a bit of a<br />

surprise for some, but less so for others. The reason that the coro-<br />

Editorial<br />

na situation is still incalculable and the financial risk is too great is<br />

Wenn nicht<br />

jetzt<br />

wann dann?<br />

Die Absage des All Nations Cups (ANC) kam für einige etwas überraschend,<br />

für andere weniger. Die Begründung, dass die Corona-Situation<br />

nach wie vor unkalkulierbar und das finanzielle Risiko zu groß<br />

ist, ist vermutlich nur die halbe Wahrheit – aber darum geht es hier<br />

gar nicht.<br />

Ich betrachte die Absage als eine Chance, dass der VZAP jetzt endlich<br />

aus dieser überkandidelten Schauszene – oder besser „Show-Szene“,<br />

und hier sind in erster Linie die A- und Titel-Schauen gemeint – aussteigt.<br />

Für immer. Eine Szene, die wenig Rückhalt in der Züchterschaft<br />

hat – denn nur eine Handvoll <strong>Pferde</strong> deutscher Aussteller ging in<br />

den letzten Jahren am ANC an den Start. Eine Szene, die unter Tierschutzaspekten<br />

mehr als fragwürdig ist – und eines Zuchtverbandes<br />

unwürdig. Eine Szene, die am Geldhahn der arabischen Länder hängt<br />

– wo „Bakschisch“ und Vorteilsnahme an der Tagesordnung sind. Eine<br />

Szene, die Skandale hervorbringt – die dann tunlichst schnell unter<br />

den Teppich gekehrt werden. Eine Szene, die einigen wenigen nützt,<br />

insbesondere den Trainern und Händlern – die aber der Zucht, dem<br />

Ruf der Rasse und vor allem den <strong>Pferde</strong>n schadet.<br />

Aber ich höre schon wieder das Mantra, dass der Verband den ANC<br />

zum (finanziellen) Überleben braucht. Dabei hat die Mitgliederversammlung<br />

schon mehrmals den Auftrag gegeben, ein „Szenario“<br />

ohne ANC zu entwickeln. Meist wurden als Gegenargument die hohen<br />

Personalkosten genannt, die nicht zu bezahlen wären ohne die<br />

Einnahmen aus dem ANC. Nun haben jedoch in letzter Zeit zwei Mitarbeiter<br />

den Verband auf eigenen Wunsch verlassen, die – ohne die<br />

Organisation des ANC und bei sinkenden Mitgliederzahlen und Fohlengeburten<br />

– auch verzichtbar sind. Bevor also neue Mitarbeiter eingestellt<br />

werden, sollte über eine Alternative ohne ANC nachgedacht<br />

werden. Und zwar jetzt – denn jetzt wäre die Gelegenheit!<br />

Viel zu lange hat der „kleine Züchter“ darunter gelitten, dass die<br />

„Show-Szene“ den Ruf der Rasse kaputtgemacht hat. Das Bild des völlig<br />

panischen, verrückten, nicht kontrollierbaren Arabers hat seinen<br />

Ursprung in diesen „Shows“, wo es wichtiger ist, dass <strong>Pferde</strong> mit viel<br />

Steigen und Hüpfen „eine Show abziehen“, statt ordentlich zu traben,<br />

um ordentlich beurteilt zu werden. Wo nur noch „gezirkelt“ wird, und<br />

kaum ein Pferd eine Länge der Bahn ohne Ausfall traben kann (oder<br />

darf). Wo nicht selten mißhandelte Hengste agressiv gegen ihren<br />

Vorführer werden oder panisch Richter und Ringstewards über den<br />

Haufen rennen. Man kann eigentlich nur froh sein, dass es bislang nur<br />

zu wenigen ernsthaften Unfällen gekommen ist.<br />

Es wäre daher an der Zeit, dass sich der VZAP von dieser Art der<br />

„Show-Szene“ verabschiedet. Und wenn man es richtig anstellt,<br />

könnte der VZAP sogar zur Speerspitze gegen diese ausufernde<br />

„Show-Szene“ werden, er könnte sich zum Anwalt der <strong>Pferde</strong> machen<br />

und zum Anführer für einen tierschutzgemäßen Umgang mit ihnen.<br />

Die Mehrheit der Züchter hätte er dabei sicherlich auf seiner Seite.<br />

Now,<br />

or<br />

Never!<br />

probably only half the story - but that's not the point here.<br />

I see the cancellation of this show as a chance that the VZAP will<br />

finally get out of this over-the-top show scene - or rather "showbiz<br />

scene" - forever! -, and I am talking primarily about the A and title<br />

shows here. A scene that has little support from the breeders - because<br />

only a handful of horses from German exhibitors have competed<br />

at the ANC in recent years. A scene that is more than questionable<br />

from an animal welfare point of view - and unworthy of<br />

a breeders association. A scene that hangs on the money from<br />

the Arab countries - where “baksheesh” and taking advantage are<br />

the order of the day. A scene that causes scandals - which are then<br />

swept under the carpet as quickly as possible. A scene that benefits a<br />

few, especially the trainers and dealers - but which damages breeding,<br />

the reputation of the breed and above all the horses.<br />

But I hear the mantra again that the association needs the ANC for<br />

(financial) survival. The general assembly has already given the order<br />

several times to develop a "scenario" without the ANC. Most of<br />

the time, the counter-argument was the high personnel costs, which<br />

could not be paid without the income from the ANC. Recently, however,<br />

two employees have left the association at their own request,<br />

which - without the organization of the ANC and with decreasing<br />

membership numbers and foal births - can then be dispensed with.<br />

So before new employees are hired, an alternative without ANC<br />

should be considered. And that must be done now - because now<br />

would be the opportunity!<br />

For far too long the “little breeder” suffered from the fact that the<br />

“show scene” ruined the breed's reputation. The image of the completely<br />

panicked, crazy, uncontrollable Arabian horse has its origin<br />

in these "shows", where it is more important that horses with a lot<br />

of rearing and jumping around "put on a show" instead of trotting<br />

properly in order to be properly judged. Where horses are shown<br />

only in tiny "circles" and hardly any horse can (or is allowed to) trot<br />

a length of the arena without dropping out. Where it is not uncommon<br />

for abused stallions to be aggressive towards their handler or<br />

where judges and ring stewards are run over in panic. One can really<br />

only be glad that there have been only a few serious accidents so far.<br />

It would therefore be time for the VZAP to say goodbye to this type<br />

of “showbiz scene”. And if they do it right, the VZAP could even become<br />

the spearhead against this rampant "showbiz scene", it could<br />

make itself the advocate of the horses and the leader in dealing with<br />

them in accordance with animal welfare. Then the VZAP would certainly<br />

have the majority of breeders on his side.<br />

Editorial<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Chefredakteurin / Chief Editor<br />

3


Inhaltsverzeichnis<br />

Inhalt<br />

Beständeschau Schweiz - "Wie ein Klassentreffen" 38<br />

Artikel<br />

50 Jahre El Thayeba -<br />

Mit Leidenschaft und Passion 6<br />

Tag der Offenen Tür -<br />

Nagel's Katharinenhof 14<br />

Al Qusar Arabians 16<br />

Vogelsberg-Araber -<br />

Erfolg braucht seine Zeit 18<br />

Denkanstösse -<br />

Rein, reiner am reinsten? 24<br />

Schauen -<br />

Shagya-Europa-Championat 36<br />

Inhaltsverzeichnis<br />

Internationale Tage in Ströhen - Klein aber fein 40<br />

Araber-Festival in Stadl Paura - Kommt die<br />

Trendwende? 42<br />

Von Kunst und Künstlern - Nicole Sachs 46<br />

Verein zur Föderung des Shagya-Arabers -<br />

Vom Online- zum Live-Turnier 52<br />

Europa-Championat der Sport-Araber -<br />

Viele neue Gesichter 54<br />

DM, EM, W-YJ im Distanzreiten 62<br />

Rubriken<br />

News 28<br />

Termine 65<br />

Impressum, Vorschau 65-66<br />

Es gibt nur wenige Arabergestüte in Deutschland, die auf eine<br />

50-jährige Zuchtgeschichte zurückblicken können - El Thayeba ist<br />

eines davon. Im August wurde mit einem „Tag der offenen Tür“<br />

das Gestütsjubiläum gefeiert.<br />

There are only a few Arabian horse studs in Germany that can look back<br />

on a 50 year breeding history - El Thayeba is one of them. In August, the<br />

stud's anniversary was celebrated with an “open day” .<br />

Seit rund 20 Jahren züchten Maria Sens und Harald Frey arabische<br />

<strong>Pferde</strong>. Sie haben ihre Nische im bunten Spektrum der Blutlinien<br />

und Verwendungszwecke gefunden und züchten arabische Reitpferde<br />

aus überwiegend russisch-polnischen Linien. Konsequenz<br />

und Durchhaltevermögen wird belohnt – dieses Jahr hatten sie mit<br />

Abstand die beste Decksaison.<br />

Unser Titelbild<br />

Mouammar (Gazwan<br />

Al Nasser / Amurath Mofeedah)<br />

*2011, Z.u.B.: Gerd<br />

Meixner, geritten von Helena<br />

Jody Byrne<br />

Mouammar (Gazwan Al<br />

Nasser / Amruath Mofeedah)<br />

*2011, br. & ow.: Gerd Meixner,<br />

ridden by Helena Jody Byrne<br />

Foto: G. Waiditschka<br />

4<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Content<br />

Articles<br />

Table of Content<br />

50 Years of El Thayeba Stud -<br />

With Dedication and Passion 10<br />

Open Day at -<br />

Nagel's Katharinenhof 14<br />

Al Qusar Arabians 16<br />

Food for Thought -<br />

Pure, purer, purest?<br />

online only<br />

European Championships for Sports Arabians -<br />

Many new Faces 58<br />

miscellanea<br />

Shows & Events <strong>2021</strong> 65<br />

Mast Head 65<br />

Preview 66<br />

Table of Content<br />

Eine abgespeckte "Schausaison" hielt dennoch für jeden etwas bereit<br />

- sei es das Europa-Championat für Shagya-Araber, internationaler<br />

Flair an den Schauen in Ströhen, echte Zuchtbeurteilung<br />

an der Beständeschau in der Schweiz oder Amateure,<br />

die insbesondere im Sattel glänzten, in Österreich.<br />

Nicole Sachs ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren <strong>Pferde</strong>bronzen<br />

und Skulpturen an die Werke europäischer Künstler um<br />

1840 bis 1920 erinnern. Sie lies sich von diesen, aber auch von<br />

den Bronzen von Brigitte Eberl und Karen Kasper inspirieren; ansonsten<br />

aber hat sie sich die nötige Technik selbst beigebracht!<br />

Trotz Corona hatte das Europa-Championat der Sport-Araber mehr<br />

<strong>Pferde</strong> zu verzeichnen, als in den Vorjahren. Und das Beste daran, es<br />

waren auch viele neue Gesichter dabei!<br />

Despite Corona, the European Championship for Sports Arabians had<br />

more horses than in previous years. And the best thing about it, there<br />

were also many new faces!<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

5


Tag der Offenen Tür - 50 Jahre El Thayeba<br />

Mit Leidenschaft und<br />

Passion<br />

Zucht<br />

Es gibt nur wenige Arabergestüte in Deutschland, die auf eine 50-jährige Zuchtgeschichte<br />

zurückblicken können - El Thayeba ist eines davon. Gegründet 1971 von Dr. Hans-Jörg<br />

Tauschke, werden hier heute <strong>Pferde</strong> in sechster Generation mit dem Präfix „El Thay“ gezüchtet.<br />

Im August wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ das Gestütsjubiläum gefeiert und<br />

Interessierte konnten den Stand der züchterischen Aktivitäten kennenlernen.<br />

6<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Es war 1971, als Dr. Hans-Jörg Tauschke<br />

sich vornahm, arabische <strong>Pferde</strong> im<br />

bayerischen Bad Heilbrunn zu züchten.<br />

Damals, zu Beginn der 1970er Jahre<br />

wurden vor allem Araber aus Russland und<br />

Polen importiert und prägten die Züchterszene.<br />

Die wenigen „Ägypter“, wie Hadban<br />

Enzahi in Marbach, Ghazal in Lütetsburg<br />

und Kaisoon in Duisburg, die ab den<br />

60er Jahren in Deutschland wirkten, waren<br />

eher „Exoten“.<br />

Auch Dr. Tauschke hatte drei <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

aus Russland im Stall stehen. Aber dann<br />

tauchten die ersten <strong>Pferde</strong> aus dem ägyptischen<br />

Staatsgestüt El Zahraa verstärkt auch<br />

bei Privatzüchtern auf, und so beschloß er,<br />

dass er einige Ägypter-Stuten haben wollte.<br />

Durch die Hilfe von Dr. Nagel gelang es ihm,<br />

zwei solcher Stuten zu erwerben: Momtaza<br />

(Sameh / Mamlouka) *1967 and El Thayeba<br />

(Fayek / Mahdia) *1965, beide aber hatten<br />

ein Fruchtbarkeitsproblem. Während<br />

Momtaza mit ihrer Tochter Morawa (v. Nizam)<br />

*1979 wenigstens noch ein Fohlen bei<br />

Dr. Tauschke hatte, blieb El Thayeba „kinderlos“<br />

– dennoch benannte er das Gestüt nach<br />

ihr, weil sie die schönste Stute im Stall war.<br />

Zwischenzeitlich war auch Cornelia Tauschke<br />

ein fester Bestandteil des Gestüts geworden<br />

und verantwortlich für die praktischen<br />

Zuchtangelegenheiten. Der <strong>Pferde</strong>bestand<br />

wuchs an und sprengte bald die Möglichkeiten<br />

des Hofes in Bad Heilbrunn. Daher mußte<br />

ein anderer Standort gefunden werden,<br />

und so zog das Gestüt El Thayeba 1981 nach<br />

Großenkneten um, wo es seither mit einem<br />

Bestand von ca. 25-30 <strong>Pferde</strong>n angesiedelt<br />

ist.<br />

Familie der Momtaza<br />

Die Familie der Momtaza ist noch heute im<br />

Gestüt vertreten – über Morawa – El Thay<br />

Mansoura – El Thay Mahfouza kommen wir<br />

in vierter Generation zu El Thay Malakah (v.<br />

El Thay Mashour) *2005, die uns anläßlich der<br />

Gestütspräsentation gezeigt wurde. Momtaza<br />

entstammt der Rodania-Stutenlinie (Kohailan<br />

Ajuz Ibn Rodan) über Bint Riyala und<br />

Mamlouka. Sie hat den Schmelz ihres Vaters<br />

El Thay Mashour geerbt, ein Hengst, der<br />

Großartiges für das Gestüt geleistet hat. Malakah<br />

ist seine letzte Tochter im Gestüt und<br />

hatte bislang sieben Fohlen, das achte wird<br />

für 2022 erwartet. Ihre Tochter El Thay Munifa<br />

(v. El Thay Mahfouz) *2009 steht ebenfalls<br />

im Stutenstall, und führt das Hengstfohlen<br />

El Thay Murjan (v. NK Nadeer) bei Fuß. Er repräsentiert<br />

somit die sechste Generation der<br />

Momtaza im Gestüt. Die zweijährige Munifa-Tochter<br />

El Thay Malaki ist Anwärterin auf<br />

einen Platz im Stutenstall. Sie hat den im<br />

Gestüt gezogenen El Thay Karim Shah zum<br />

Vater, auf den später noch eingegangen werden<br />

soll.<br />

Familie der Mahiba<br />

Zurück in die 1970er Jahre – damals hat Dr.<br />

Tauschke auch die Stute Mona II (Mahomed<br />

/ Mahiba) *1974 aus der Zucht von Dr. Nagel<br />

kaufen können. Sie war eine Urenkelin der<br />

Moniet el Nefous mütterlicherseits und väterlicherseits<br />

eine Enkelin der Lütetsburger<br />

Malikah, die im Gestüt von Dr. Filsinger ihre<br />

eigene Dynastie gründete. Sie entstammt der<br />

Roga-El-Beida-Stutenlinie (Saklawi Jedran)<br />

über Om Dalal und Moniet el Nefous. Leider<br />

hatten die Stuten aus der Mahiba-Linie<br />

überwiegend Hengstfohlen und so passierte<br />

es, dass diese Familie im Gestüt El Thayeba<br />

fast ausgestorben wäre, obwohl alle Stuten<br />

überdurchschnittlich fruchtbar sind. Als<br />

dann aber El Thay Mayassa fünf Hengstfohlen<br />

in fünf Zuchtjahren brachte, riss Cornelia<br />

Tauschke der Geduldsfaden und sie verkaufte<br />

sie an eine Bekannte in der Nähe, allerdings<br />

mit der Option, dass ein Stutfohlen, sollte sie<br />

ein solches irgendwann doch noch bringen,<br />

an das Gestüt zurückgeht. Und natürlich war<br />

das erste Fohlen bei der neuen Besitzerin<br />

ein Stutfohlen... Auf diese Weise kam El Thay<br />

Mouna Al Ryah (v. Nader Halim) *2020 zurück<br />

ins Gestüt. Als Fuchs ist sie einer der wenigen<br />

„Farbtupfer“ in der Herde und mit ihr soll die<br />

Linie der Mona II wieder im Zuchtprogramm<br />

etabliert werden.<br />

Familie der Taghreed<br />

Abermals müssen wir um annähernd 40 Jahre<br />

in der Geschichte zurückgehen – damals hat<br />

Dr. Tauschke von Dr. Nagel die Stute Tamara<br />

(Jamil / Taghreed) *1980 gekauft, eine <strong>Vol</strong>lschwester<br />

der unvergessenen Welt-Championesse<br />

Tiffaha, und einige Zeit später folgte<br />

El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen / El Thay Kareema) kombiniert die Kamla-II-Familie<br />

mit der Tamria-II-Familie. - El Thay Karim Shah combines the two<br />

families of Kamla II and Tamria II.<br />

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

7<br />

Das Pedigree von El Thay Malakah (El Thay Mashour / El Thay Mahfouza) *2005 führt über El<br />

Thay Mansoura und Morawa auf die Gründerstute Momtaza in vierter Generation zurück. -<br />

The pedigree of El Thay Malakah tails back to the foundation mare Momtaza in 4th generation.<br />

auch ihre Mutter Taghreed (Shaarawi / Naama)<br />

*1975 selbst. Taghreed geht auf die Stutenlinie<br />

der Venus zurück (Hadban Enzahi)<br />

über Bint Samiha und Maysouna. Aus dieser<br />

Linie wurden drei <strong>Pferde</strong> bei der Präsentation<br />

vorgestellt, und hier verdient El Thay Toya (El<br />

Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) *2009 besondere<br />

Erwähnung – eine strahlend weiße<br />

Schönheit mit einem gemeißelten Gesicht,<br />

trocken, voll Adel und mit einem sehr schönen<br />

Auge. Sie ist feminin mit einem schönen<br />

Hals, der in einem leichten Genick endet, dabei<br />

aber mit genügend Rumpftiefe, wie es<br />

eine gute Zuchtstute braucht. Ihr Fohlen von<br />

diesem Jahr ist der „Hingucker“! Der kleine El<br />

Thay Tibras (v. El Thay Kais Al Sabah) ist ein<br />

Strahlemann und sehr selbstbewußt, mit guter<br />

Aufrichtung – auf seine weitere Entwicklung<br />

darf man gespannt sein.<br />

Seine 5-jährige Halbschwester El Thay Tamira<br />

(v. El Thay Karim Shah) ist eine gelungene Verbindung<br />

der beiden Eltern – von der Mutter<br />

der Typ, vom Vater die Gänge. Und – nachdem<br />

sie dieses Jahr nicht aufgenommen hat – ist<br />

sie jetzt das Reitpferd von Cornelia Tauschke.<br />

Familie der Kamla II<br />

Die größte Gruppe bilden die <strong>Pferde</strong> aus der<br />

Stutenlinie der Saidah (Dahman Shahwan)<br />

über El Dahma, Farida zu Moheba. Diese Linie<br />

kam mit Kamla II (Ansata Halim Shah / Mona<br />

III) *1985 ins Gestüt. Ansata Halim Shah war<br />

1984 von Dr. Nagel, Bábolna und Marbach<br />

gepachtet worden, wodurch auch eine kleine<br />

Anzahl Privatzüchter die Möglichkeit erhielten,<br />

ihre Stuten von ihm decken zu lassen.<br />

Mit den Jahren wurde Ansata Halim Shah zu<br />

einem der wichtigsten Vererber für El Thayeba,<br />

denn er ist in nahezu allen Pedigrees zu<br />

finden. Mit gezielter Linienzucht auf diesen<br />

Hengst durch Verwendung von Ansata Hejazi<br />

bzw. seine Söhnen Ansata Selman und Ajmal<br />

Tameen hat man sein Blut fixiert.<br />

Zucht


Zucht<br />

Kamla II hinterließ zwei Töchter für das Gestüt,<br />

El Thay Kamria und El Thay Kamla. Als<br />

Erste betrat El Thay Kidounah Al Sabah in Vertretung<br />

ihrer Mutter El Thay Kamria die Arena.<br />

Wer sich über diesen „Bandwurmnamen“<br />

wundert: Dies kommt daher, dass „El Thay“<br />

das Präfix von Cornelia Tauschke ist, während<br />

der Namenszusatz „Al Sabah“ darauf hindeutet,<br />

dass das Pferd in gemeinschaftlichem<br />

Besitz mit Klaus Beste ist. Die Mutter Kamria<br />

selbst konnte aufgrund eines kürzlichen Weideunfalls<br />

nur an der Hand gezeigt werden.<br />

Kidounah (v. El Thay Kais Al Sabah) *2020 ist<br />

der zweite Fuchs in der El-Thayeba-Herde,<br />

dazu noch mit auffälliger Rabicano-Zeichnung<br />

– vermutlich ein Erbe der Moniet el<br />

Nefous, trotz mehrerer Generationen von<br />

Schimmeln. Sie ist eine Enkelin der Kamla<br />

II, die eine der wichtigsten Stuten im Gestüt<br />

El Thayeba war. Kamla II brachte 16 Fohlen,<br />

darunter fünf Kinder von El Thay Mansour<br />

und sechs Fohlen von seinem Sohn, El Thay<br />

Mashour – beides Passerpaarungen! Zahlreiche<br />

<strong>Pferde</strong> aus diesen Anpaarungen wurden<br />

in die arabischen Länder verkauft, nach Saudi<br />

Arabien, Kuwait und Qatar.<br />

Während El Thay Kamria von Ansata Selman<br />

abstammte, war El Thay Kamla von El Thay<br />

Mashour. Sie war damit ingezüchtet auf die<br />

<strong>Vol</strong>lgeschwister Madkour I und Mona III,<br />

die sie als Großvater (väterlicherseits) bzw.<br />

Großmutter (mütterlicherseits) hatte - eine<br />

Kombination die sich laut Klaus Beste bestens<br />

bewährte. Auch sie war eine Stütze der<br />

Zucht und heute sind von ihr noch die beiden<br />

<strong>Vol</strong>lschwestern El Thay Konouz (*2008) und<br />

El Thay Kahila (v. El Thay Mahfouz) *2010 im<br />

Zuchtbestand.<br />

El Thay Konouz kam als Erste in die Bahn –<br />

sie ist eine tiefrumpfige Zuchtstute, die viel<br />

von der Mutter von El Thay Mahfouz hat, d.h.<br />

von El Thay Mahfouza. Sie hat sich in der<br />

Zucht bewährt und ihre Nachzucht ist begehrt<br />

und steht u.a. in Kuwait und Ägypten.<br />

Ihre Töchter El Thay Kalilah (v. El Thay Karim<br />

Shah) *2019 und El Thay Kenana (v. Ajmal<br />

Tameen) *2014 sind noch im Gestüt. Kalilah<br />

ist etwas eleganter als ihre Mutter und<br />

weiß sich zu bewegen. Sie führt das Blut von<br />

Ansata Halim Shah über Ansata Hejazi und<br />

Kamla II in mehrfacher Ausprägung. Bei ihrer<br />

Halbschwester El Thay Kenana ist die Inzucht<br />

(oder Linienzucht) auf diesen Hengst<br />

sogar noch dominanter. Sie führt <strong>2021</strong> ein<br />

ganz bezauberndes Stutfohlen – das einzige<br />

des Jahrgangs – von dem jungen gestütseigenen<br />

Hengst El Thay Kais Al Sabah namens<br />

El Thay Kirdan Al Sabah. Sie hat auch eine<br />

<strong>Vol</strong>lschwester aus dem Jahrgang 2020, El<br />

Thay Kadira Al Sabah, die sich durch eine<br />

El Thay Kalilah (El Thay Karim Shah / El Thay Konouz) *2019 führt mehrfach das Blut von<br />

Ansata Halim Shah (über Ansata Hejazi) und Kamla II. - El Thay Kalilah carries multiple links to<br />

Ansata Halim Shah (via Ansata Hejazi) and Kamla II.<br />

Obwohl eine Vertreterin der Kamla-II-Familie, kommt El Thay Konouz (El Thay Mahfouz / El Thay<br />

Kamla) *2008 mehr nach ihrer Großmutter väterlicherseits, El Thay Mahfouza. - Although a member<br />

of the Kamla II family, El Thay Konouz resembles more her granddam El Thay Mahfouza.<br />

8<br />

schöne Schulter, einen weit in den Rücken<br />

reichenden Widerrist und herausragende<br />

Bewegungen auszeichnet.<br />

Weiter ging es mit El Thay Kahila, einer <strong>Vol</strong>lschwester<br />

der El Thay Konouz. Im Gegensatz<br />

zu ihrer Schwester verkörpert sie ein etwas<br />

eleganteres Modell mit längerer Halsung, mit<br />

einem markanten Widerrist und überdurchschnittlich<br />

raumgreifenden Gängen. Kahila<br />

hat dieses Jahr ein Hengstfohlen von El Thay<br />

Karim Shah, das jedoch wegen einer Erkältung<br />

nicht gezeigt werden konnte.<br />

Eine „<strong>Vol</strong>lschwester im Blute“ ist El Thay Kateefa<br />

Al Sabah. Ihre Mutter El Thay Khadija ist<br />

eine <strong>Vol</strong>lschwester zu El Thay Kamla. Kateefa<br />

ist eine Fliegenschimmelstute und verkörpert<br />

wiederum das eher tiefrumpfige, kompakte<br />

Modell. Leider haben alle drei Geschwister,<br />

wie auch viele andere Vertreter der Kamla-<br />

Linie eine Pigmentstörung (rosa Flecken,<br />

pinky syndrom) im Gesicht – es scheint hier<br />

doch eine genetische Prädisposition vorzuliegen,<br />

da es in den anderen Linien im Gestüt<br />

nicht so gehäuft auftritt.<br />

Als El Thay Kamla an das Gestüt Al Waab in<br />

Qatar verkauft wurde, behielt man ihre <strong>Vol</strong>lschwester<br />

El Thay Khadija – und das war gut<br />

so, denn sie wurde die Mutter von El Thay Kais<br />

Al Sabah, dem jungen Nachwuchshengst. Kateefa<br />

wurde mit Gefriersperma besamt, aber<br />

leider hatte man kein Glück. Überhaupt steht<br />

man den modernen Reproduktionsmethoden<br />

kritisch gegenüber: Frisch- und Gefriersperma<br />

ja, wenn es nicht anders möglich ist,<br />

um einen bestimmten Hengst zu verwenden,<br />

aber Embryo-Transfer lehnen Cornelia<br />

Tauschke und Klaus Beste ab.<br />

Als letzte Vertreterin dieser Familie wurde El<br />

Thay Komeira Al Sabah gezeigt. Sie ist eines<br />

von zwei Fohlen des 2020er-Jahrganges von<br />

NK Nabhan. Gerne hätte man ihn auch dieses<br />

Jahr verwendet, aber er ist nach Kuwait verpachtet.<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Die Kamla II-Familie wird nun in 5. Generation<br />

im Gestüt El Thayeba gezüchtet und ist die<br />

tragende Säule des Gestüts – 12 <strong>Pferde</strong> sowie<br />

die gestütseigenen und selbstgezogenen<br />

Hengste El Thay Karim Shah und El Thay Kais<br />

Al Sabah gehören dieser Familie an. Kamla II<br />

hat hiermit ihre eigene Dynastie gegründet,<br />

die weite Austrahlungen auch in den Mittleren<br />

Osten hat.<br />

Familie der Mofeedah<br />

Die fünfte und letzte Familie ist die der Malikah<br />

(Ghazal / Malacha) *1962, die für eine<br />

ganze Reihe von deutschen (und internationalen)<br />

Gestüten eine große Bedeutung erlangte,<br />

in erster Linie natürlich für die Zuchten<br />

von Filsinger, Seidlitz und Horsch. Sie<br />

gehört derselben Stutenlinie an wie Kamla II.<br />

Malikahs Tochter Mofeedah (v. Hadban Enzahi)<br />

*1972 wurde im reifen Alter von 18 Jahren<br />

von Dr. Tauschke gepachtet und mit El Thay<br />

Ibn Halim Shah angepaart. Das resultierende<br />

Fohlen war El Thay Bint Mofeedah, das über<br />

El Thay Mashoura und El Thay Malikah die<br />

Urgroßmutter der heutigen El Thay Mazyouna<br />

(El Thay Mahfouz / El Thay Malikah) *2011<br />

darstellt.<br />

El Thay Mazyouna hat eine unglaubliche Ausstrahlung,<br />

ist harmonisch gebaut, wohlproportiniert<br />

und steht ganz im „Malikah-Look“,<br />

wenngleich sie nicht die vielen Fliegenpunkte<br />

hat. Sie hat bislang vier Fohlen für El Thayeba<br />

gebracht, von denen die dreijährige El Thay<br />

Mofida (v. El Thay Karim Shah) ebenfalls gezeigt<br />

wurde. Sie kommt im Gesicht nach ihrer<br />

Mutter, zeigt im Körperbau jedoch etwas<br />

mehr Linie. Dagegen kommt Mazyounas mütterliche<br />

Halbschwester, El Thay Marwa, mehr<br />

nach ihrem Vater El Thay Karim Shah, bzw. der<br />

Kamla-Linie. Sie ist jetzt vierjährig und wurde<br />

eingeritten. Bleibt die Frage, wer die Linie einmal<br />

weiterführen wird – aber vielleicht ist die<br />

Nachfolgerin ja noch gar nicht geboren!<br />

El Thay Mazyouna (El Thay Mahfouz / El Thay Malikah) *2011 steht ganz im „Malikah-Look“,<br />

wenngleich sie nicht die vielen Fliegenpunkte hat. - El Thay Mazyouna represents the typcial<br />

"Malikah look", even though she does not have the many spots.<br />

Nachzuchtsammlung der Hengste<br />

Abschließend wurden die Hengste mit ihren<br />

Nachkommen gezeigt. Den Anfang mache El<br />

Thay Karim Shah mit Nachkommen aus den<br />

Jahrgängen 2016 bis 2019. Diese „Nachzuchtsammlungen“<br />

sind heutzutage ein seltenes<br />

Bild geworden – leider! – und nur auf größeren<br />

Gestüten realisierbar, die über eigene<br />

Hengste verfügen und diese auch in größerer<br />

Zahl einsetzen. El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen<br />

/ El Thay Kareema) entstammt der Kamla-II-Familie,<br />

über Ajmal Tameen geht er aber<br />

auch auf die Tamria II zurück. „Er vererbt sich<br />

in beide Richtungen“, erläutert Klaus Beste<br />

in seiner Moderation. „Die Größe, die langen<br />

Linien, die längeren Beine – das kommt von<br />

der Tamria-Linie. Der Typ und der spezielle<br />

Die dreijährige El Thay Mofida (El Thay Karim Shah / El Thay Mazyouna) *2018 gehört zur<br />

Familie der Mofeedah und hat das Gesicht ihrer Mutter. - The three-year-old El Thay Mofida is a<br />

representative of the Mofeedah family, with the face from her dam.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

9<br />

Charme von der Kamla-II-Linie.“ Noch einmal<br />

wurden die fünf Karim-Shah-Töchter gemeinsam<br />

vorgestellt, und anschließend sein Sohn<br />

El Thay Kais Al Sabah. Dieser hat bereits vier<br />

Kinder aus den Jahrgängen 2020 und <strong>2021</strong><br />

vorzuweisen. Durch seine braune Farbe fällt<br />

er etwas aus dem Rahmen, und auch er trägt<br />

das Rabicano-Gen, wenn auch nicht so ausgeprägt<br />

wie seine Tochter Kidouna.<br />

Der Höhepunkt folgte zum Schluß: El Thay<br />

Mahfouz (Ansata Selman / El Thay Mahfouza),<br />

der mittlerweile 18-jährige Grand<br />

Seigneur des Gestüts. Dieser Hengst aus der<br />

Momtaza-Linie ist von höchstem Adel – ohne<br />

übertriebenen Dish –, mit schönen großen<br />

schwarzen Augen, großen, feinen Nüstern.<br />

Ohne ihn wäre El Thayeba nicht, was es derzeit<br />

ist, denn alleine sechs Zuchtstuten des<br />

Bestandes haben ihn zum Vater. Ihm zu Ehren<br />

wurden auch zwei Bronzen von Nicole Sachs<br />

enthüllt, eine bronzfarbene, die ihn im Stand<br />

zeigt, und eine bemalte, die ihn in Bewegung<br />

zeigt – es ist fast nicht möglich, sich zu entscheiden,<br />

welche besser ist, ihn besser trifft.<br />

Beide sind großartig (mehr dazu im Beitrag<br />

über Nicole Sachs, S. 46).<br />

Rund 80-100 Personen aus aller Herren Länder<br />

folgten der Einladung zum „Tag der Offenen<br />

Tür“ der drei „Großenknetener Gestüte“.<br />

Und sie wurden nicht enttäuscht, als Klaus<br />

Beste in seiner Moderation die Gestütsgeschichte<br />

Revue passieren ließ. 50 Jahre auf<br />

zwei Stunden komprimiert – da blieben natürlich<br />

viele <strong>Pferde</strong> unerwähnt. Und wie bei<br />

jeder Zuchtgeschichte, die sich über einen<br />

längeren Zeitraum erstreckt, gingen Linien<br />

verloren, andere kamen etwas später hinzu.<br />

Dennoch ist es immer wieder schön, wenn<br />

eine Zucht einen so langen Zeitraum überdauert,<br />

und es zeugt von der Leidenschaft<br />

und Passion der Familien Tauschke und Beste,<br />

diese durch alle Wirren der Zeit zu erhalten.<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Zucht


50 years of El Thayeba Stud<br />

With Dedication and<br />

Passion<br />

Zucht<br />

There are only a few Arabian horse studs in Germany that can look back on a 50 year breeding<br />

history - El Thayeba is one of them. Founded in 1971 by Dr. Hans-Jörg Tauschke, horses<br />

with the prefix “El Thay” are bred today in the sixth generation. In August, the stud's anniversary<br />

was celebrated with an “open day” and interested parties could learn about the<br />

present breeding activities.<br />

10<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


It was in 1971, when Dr. Hans-Jörg Tauschke<br />

decided to breed Arabian horses in Bad<br />

Heilbrunn, Bavaria. Back then, at the beginning<br />

of the 1970s, mainly Arabians from<br />

Russia and Poland were imported and shaped<br />

the breeding scene. The few “Egyptians”,<br />

such as Hadban Enzahi in Marbach, Ghazal<br />

in Lütetsburg and Kaisoon in Duisburg, who<br />

were standing at stud in Germany from the<br />

1960s onwards, were quite “exotic”.<br />

Dr. Tauschke had three purebred Arabians<br />

from Russia in his stable, when the first horses<br />

from the Egyptian state stud El Zahraa<br />

began to appear more and more at private<br />

studs, and so he decided that he wanted to<br />

have some Egyptian mares, too. With the<br />

help of Dr. Nagel, he managed to acquire<br />

two such mares: Momtaza (Sameh / Mamlouka)<br />

* 1967 and El Thayeba (Fayek / Mahdia)<br />

* 1965, but both had a fertility problem.<br />

While Momtaza had at least one foal<br />

at Dr. Tauschke’s stud, i.e. the filly Morawa<br />

(by Nizam) * 1979, the mare El Thayeba remained<br />

“childless”. Nevertheless, Tauschke<br />

named the stud after her because she was<br />

the most beautiful mare in the stable.<br />

In the meantime, Cornelia Tauschke had become<br />

an integral part of the stud and was<br />

responsible for practical breeding matters.<br />

The number of horses grew and soon exceeded<br />

the possibilities of the farm in Bad Heilbrunn.<br />

Therefore, another location had to<br />

be found, and so the El Thayeba stud moved<br />

to Großenkneten in 1981, where it has since<br />

settled with a population of around 25-30<br />

horses.<br />

The Momtaza family<br />

Momtaza comes from the Rodania damline<br />

(Kohailan Ajuz Ibn Rodan) via Bint Riyala<br />

and Mamlouka. Her family is still represented<br />

in the stud today: Via Morawa - El Thay<br />

Mansoura - El Thay Mahfouza we come to El<br />

Thay Malakah (by El Thay Mashour) * 2005,<br />

who is representing this line in the fourth<br />

generation and was shown to us at the stud<br />

presentation. She inherited the charm of<br />

her father El Thay Mashour, a stallion who<br />

did a great job for the stud. Malakah is his<br />

last daughter at the stud and has had seven<br />

foals so far, the eighth is expected in 2022.<br />

Her daughter El Thay Munifa (by El Thay<br />

Mahfouz) * 2009 is also in the mare’s barn<br />

and has a colt called El Thay Murjan (by NK<br />

Nadeer) at foot. He represents the sixth generation<br />

of Momtaza in the stud. The twoyear-old<br />

Munifa daughter El Thay Malaki is<br />

also a candidate for a box in the mare stable.<br />

Her father is El Thay Karim Shah, who was<br />

bred at the stud and will be introduced later.<br />

The Mahiba family<br />

Back to the 1970s – it was then, that Dr.<br />

Tauschke managed to buy the mare Mona II<br />

(Mahomed / Mahiba) * 1974, bred by Dr. Nagel.<br />

She was a great-granddaughter of Moniet<br />

el Nefous on her dam’s side and on her<br />

sire's side a granddaughter of Malikah, who<br />

founded her own dynasty at the stud of Dr.<br />

Filsinger. She comes from the Roga-El-Beida<br />

damline (Saklawi Jedran) via Om Dalal<br />

and Moniet el Nefous. Unfortunately, most<br />

of the mares from the Mahiba line had colts<br />

and so it happened that this family at the<br />

El Thayeba Stud almost died out, although<br />

all mares are fertile above average. But<br />

when El Thay Mayassa produced five colts<br />

in a row in five breeding seasons, Cornelia<br />

Tauschke lost her patience and she sold her<br />

to a friend nearby, albeit with the option,<br />

should she ever bring a filly, it would be returned<br />

to the stud. And of course the first<br />

foal with the new owner was a filly ... This<br />

is how El Thay Mouna Al Ryah (by Nader<br />

Halim) *2020 came back to the stud. As a<br />

chestnut she is one of the few "splashes of<br />

colour" in the herd and with her, the Mona<br />

II family will hopefully be re-established in<br />

the breeding program.<br />

The Taghreed family<br />

Again we have to go back almost 40 years<br />

in history - at that time, Dr. Tauschke<br />

bought the mare Tamara (Jamil / Taghreed)<br />

* 1980 from Dr. Nagel, a full sister of the<br />

unforgettable world champion Tiffaha. Her<br />

dam Taghreed (Shaarawi / Naama) * 1975<br />

followed some time later. Taghreed tails<br />

back to the damline of Venus (Hadban Enzahi)<br />

via Bint Samiha and Maysouna. Three<br />

horses from this line were presented at the<br />

stud presentation, and here El Thay Toya<br />

El Thay Toya (El Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) * 2009, one of the<br />

most exquisite mares at El Thayeba. - El Thay Toya ist eine der edelsten<br />

Stuten im Gestüt El Thayeba.<br />

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

11<br />

The colt El Thay Tibras (El Thay Kais Al Sabah / El Thay Toya) *<strong>2021</strong> combines both, the Kamla II<br />

family through his sire and the Taghreed family through his dam. - Das Hengstfohlen El Thay Tibras<br />

kombiniert die beiden Linien der Kamla II über den Vater und der Taghreed über die Mutter.<br />

(El Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) * 2009<br />

deserves a special mention - a radiant white<br />

beauty with a chiselled face, dry, full of<br />

nobility and with a very beautiful eye. She<br />

is feminine with a beautiful neck that ends<br />

in a fine throatlatch, but with enough body<br />

depth which is needed for a good broodmare.<br />

Her foal from this year is an "eye<br />

catcher"! The colt El Thay Tibras (by El Thay<br />

Kais Al Sabah) is a beaming little man and<br />

very self-confident, with good neck carriage<br />

- we will look forward to his further development.<br />

His 5-year-old half-sister El Thay Tamira (by<br />

El Thay Karim Shah) is the successful blend<br />

of the two parents – from her dam she got<br />

the type, from her sire the movements. And<br />

- after she did not get in foal this year - she<br />

is now Cornelia Tauschke's riding horse.<br />

The Kamla II family<br />

The largest group is formed by the horses<br />

from the Talqah (Dahman Shahwan) damline<br />

via El Dahma, Farida to Moheba. This<br />

line came to the stud with Kamla II (Ansata<br />

Halim Shah / Mona III) *1985. Her sire<br />

Ansata Halim Shah was leased in 1984 by<br />

Dr. Nagel, Bábolna and Marbach, and so, a<br />

small number of private breeders also got<br />

the opportunity to have their mares covered<br />

by him. Over the years Ansata Halim<br />

Shah became one of the most important sires<br />

for El Thayeba, because he can be found<br />

in almost all pedigrees. With intentional<br />

line breeding to this stallion, using Ansata<br />

Hejazi or his sons Ansata Selman and Ajmal<br />

Tameen, his blood was consolidated in the<br />

breeding program.<br />

Kamla II left two daughters for the stud,<br />

El Thay Kamria, who could only be shown<br />

in walk due to a recent pasture accident,<br />

and El Thay Kamla. First, El Thay Kidounah<br />

Al Sabah entered the arena on behalf of<br />

Zucht


Zucht<br />

her mother. For anyone who is wondering<br />

about her “tapeworm name”, here is the<br />

explanation: “El Thay” is the prefix of Cornelia<br />

Tauschke, while the addition to the<br />

name “Al Sabah” indicates that the horse<br />

is jointly owned by Klaus Beste. Kidounah<br />

(by El Thay Kais Al Sabah) * 2020 is the second<br />

chestnut in the El Thayeba herd, with<br />

a striking rabicano colour - probably a legacy<br />

of Moniet el Nefous, despite several<br />

generations of grey horses in between. She<br />

is a granddaughter of Kamla II, who left 16<br />

foals for the El Thayeba stud, including five<br />

children by El Thay Mansour and six foals<br />

by his son, El Thay Mashour - both mating<br />

pairs! Numerous horses from these crosses<br />

were sold to the Arab countries, to Saudi<br />

Arabia, Kuwait and Qatar.<br />

While El Thay Kamria’s sire was Ansata<br />

Selman, El Thay Kamla was by El Thay<br />

Mashour. She was thus inbred to the full<br />

siblings Madkour I and Mona III, whom she<br />

had as grandfather (on the paternal side)<br />

and grandmother (on the maternal side) -<br />

a combination which, according to Klaus<br />

Beste, has proven itself very well. She was<br />

also a pillar of the breeding program and<br />

today the two full sisters El Thay Konouz (*<br />

2008) and El Thay Kahila (by El Thay Mahfouz)<br />

* 2010 are still in the breeding stock.<br />

El Thay Konouz was the first of the two to<br />

come into the arena - she is a deep-bodied<br />

broodmare who has a lot from the dam of<br />

El Thay Mahfouz, i.e. El Thay Mahfouza.<br />

She has proven herself in breeding and her<br />

offspring are in great demand and can be<br />

found in Kuwait and Egypt, among others.<br />

Her daughters El Thay Kalilah (by El Thay<br />

Karim Shah) *2019 and El Thay Kenana (by<br />

Ajmal Tameen) *2014 are still at the stud.<br />

Kalilah is a little more elegant than her mother<br />

and knows how to move. She carries<br />

The young chief-sire El<br />

Thay Kais Al Sabah (El<br />

Thay Karim Shah / El<br />

Thay Kateefa Al Sabah),<br />

*2017, has already four<br />

children born in 2020<br />

and <strong>2021</strong>. - Der junge<br />

Hauptbeschäler El<br />

Thay Kais Al Sabah hat<br />

bereits vier Fohlen aus<br />

den Jahrgängen 2020<br />

und <strong>2021</strong>.<br />

the blood of Ansata Halim Shah (via Ansata<br />

Hejazi) and Kamla II in multiple forms.<br />

With her half-sister El Thay Kenana, inbreeding<br />

(or line breeding) on Ansata Halim<br />

Shah is even more dominant. In <strong>2021</strong> she<br />

has a very enchanting filly at foot - the only<br />

filly this year - by the young stud's own stallion<br />

El Thay Kais Al Sabah, named El Thay<br />

Kirdan Al Sabah. She also has a full sister<br />

born in 2020, El Thay Kadira Al Sabah, who<br />

El Thay Kateefa Al Sabah (El Thay Mahfouz / El Thay Khadija) *2009 is the dam of the young<br />

stallion pictured above and tails back to the foundation mare Kamla II. - El Thay Kateefa Al Sabah<br />

ist die Mutter des oben abgebildeten Hengstes und geht auf die Gründerstute Kamla<br />

II zurück.<br />

12<br />

is characterized by a beautiful shoulder,<br />

good withers that reach far into the back<br />

and outstanding movements.<br />

The presentation continued with El Thay Kahila,<br />

a full sister of El Thay Konouz. In contrast<br />

to her sister, she embodies a somewhat<br />

more elegant model with a longer neck,<br />

with a distinctive withers and above-average<br />

ground covering movements. This year,<br />

Kahila has a colt by El Thay Karim Shah, who<br />

could not be shown because of a cold.<br />

A "full sister in blood" is El Thay Kateefa Al<br />

Sabah. Her dam El Thay Khadija is a full<br />

sister to El Thay Kamla. Kateefa is a fleabitten<br />

grey mare and embodies the rather<br />

deep and compact model. Unfortunately,<br />

all three siblings, like many other representatives<br />

of the Kamla line, have a pigment<br />

disorder (pink spots, pinky syndrome) on<br />

the face - there seems to be a genetic predisposition<br />

here, as it does not occur so frequently<br />

in the other lines in the stud.<br />

When El Thay Kamla was sold to the Al<br />

Waab Stud in Qatar, her full sister El Thay<br />

Khadija was retained - and that was a good<br />

thing, because she became the mother of El<br />

Thay Kais Al Sabah, the young sire. For this<br />

year, Kateefa was inseminated with frozen<br />

semen, but unfortunately she didn’t conceive.<br />

In general, Tauschke and Beste are critical<br />

of these modern methods of reproduction:<br />

Fresh and frozen semen, yes, if there<br />

is no other way to use a particular stallion,<br />

but both reject embryo transfer.<br />

As the last representative of this family, El<br />

Thay Komeira Al Sabah was shown. She is<br />

one of two foals from NK Nabhan's 2020<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


foal crop. They would have liked to use him<br />

again this year, but he is presently leased<br />

to Kuwait.<br />

The Kamla II family is now in the 5th generation<br />

bred at the El Thayeba stud and<br />

is one of the pillars of the stud - 12 horses<br />

as well as the stud's own and self-bred stallions<br />

El Thay Karim Shah and El Thay Kais<br />

Al Sabah belong to this family. Kamla II has<br />

hereby founded her own dynasty, which<br />

also has a wide impact in the Middle East.<br />

The Mofeedah family<br />

The fifth and last family is that of Malikah<br />

(Ghazal / Malacha) * 1962, which became<br />

very important for a number of German<br />

(and international) studs, primarily of<br />

course for the breeders Filsinger, Seidlitz<br />

and Horsch. She belongs to the same damline<br />

as Kamla II. Malikah's daughter Mofeedah<br />

(by Hadban Enzahi) *1972 was leased<br />

at the ripe old age of 18 by Dr. Tauschke<br />

and covered by El Thay Ibn Halim Shah.<br />

The resulting foal was El Thay Bint Mofeedah,<br />

who, through El Thay Mashoura and<br />

El Thay Malikah, is the great-grandmother<br />

of today's El Thay Mazyouna (El Thay Mahfouz<br />

/ El Thay Malikah) * 2011.<br />

El Thay Mazyouna has an unbelievable charisma,<br />

is built harmoniously, well-proportioned<br />

and has the "Malikah look", although<br />

she does not have so many spots. So far<br />

she has brought four foals for El Thayeba,<br />

of which three-year-old El Thay Mofida (by<br />

El Thay Karim Shah) was also shown. She<br />

follows her mother in the face, but shows a<br />

little longer lines in her body. On the other<br />

hand, Mazyouna's maternal half-sister,<br />

El Thay Marwa comes more like her sire El<br />

Thay Karim Shah, or the Kamla line. She is<br />

now four years old and has been broken to<br />

saddle. The question remains who will continue<br />

the line one day - but maybe the successor<br />

has not even been born yet!<br />

Get of sires<br />

Finally, the stallions were shown with their<br />

offspring. El Thay Karim Shah started with<br />

offspring from the years 2016 to 2019. These<br />

“get of sire collections” have become a rare<br />

sight these days - unfortunately! - and are<br />

only feasible at larger studs that have their<br />

own stallions and use them in large numbers.<br />

El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen / El<br />

Thay Kareema) comes from the Kamla II line,<br />

but via Ajmal Tameen he also goes back to<br />

Tamria II. “He passes on his characteristics<br />

in both directions,” explains Klaus Beste in<br />

El Thay Kenana (Ajmal Tameen / El Thay Konouz) *2014 is the product of inbreeding to the<br />

famous Ansata Halim Shah, who has a major influence on the El Thayeba breeding program. - El<br />

Thay Kenana ist ein Inzuchtprodukt auf den berühmten Ansata Halim Shah, der einen bedeutenden<br />

Einfluß auf das Zuchtprogramm von El Thayeba hat.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

13<br />

El Thay Mouna Al Ryah (Nader Halim / El Thay Mayassa) *2020 with her, the lost Mona II<br />

family has been brought back to the stud. - El Thay Mouna Al Ryah, mit ihrwurde die verlorene<br />

Linie der Mona II wieder ins Gestüt zurückgeholt.<br />

his moderation. “The size, the long lines, the<br />

longer legs - that comes from the Tamria<br />

line. While the type and the special charm<br />

comes from the Kamla II line.” Once again<br />

the five Karim Shah daughters came into<br />

the arena together, and then his son El Thay<br />

Kais Al Sabah, who has already four children<br />

born in 2020 and <strong>2021</strong>. Due to its brown<br />

colour, he is a bit out of the ordinary, and he<br />

also carries the rabicano gene, although not<br />

as pronounced as his daughter Kidouna.<br />

The highlight followed at the end: El Thay<br />

Mahfouz (Ansata Selman / El Thay Mahfouza),<br />

the now 18-year-old Grand Seigneur<br />

of the stud. This stallion from the<br />

Momtaza line is of the highest nobility -<br />

without excessive dish - with beautiful, large<br />

black eyes, large, fine nostrils. Without<br />

him, El Thayeba would not be what it is<br />

now, because six broodmares in the herd<br />

have him as a father. Two bronzes by Nicole<br />

Sachs were also unveiled in his honour, one<br />

bronze-coloured that shows him standing<br />

and one painted that shows him in motion<br />

- it is almost impossible to decide which<br />

one is better, as both are great (more about<br />

the artist and the bronze on page 46).<br />

Around 80-100 people from all over the world<br />

accepted the invitation to the “Open Day”<br />

of the three “Grossenkneten Studs”. And they<br />

were not disappointed when Klaus Beste reviewed<br />

the history of the stud in his moderation.<br />

50 years compressed to two hours - of<br />

course, many horses were not mentioned.<br />

And as with any breeding history that extends<br />

over a long period of time, lines were<br />

lost, others were added a little later. Nevertheless,<br />

it is always nice when a breeding<br />

program survives such a long period of time<br />

and it shows the passion and dedication<br />

of the Tauschke and Beste families to keep<br />

them through all the turmoil of time.<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Zucht


Nagels<br />

Tag der Offenen Tür<br />

Katharinenhof<br />

Zucht<br />

NK Nadeer (NK Hafid Jamil / NK Nadirah) *2005 mit seinen Töchtern<br />

(oben) NK Nachita (a.d. NK Bint Bint Nashua) *2013 und (unten) NK<br />

Nazli (a.d. NK Nasrin) *2015<br />

alle Fotos: G. Waiditschka<br />

Mitte August wurde Großenkneten zum Wallfahrtsort der Ägypterfreunde. Neben<br />

El Thayeba luden auch das Gestüt Katharinenhof und Al Qusar zu einem<br />

Tag der Offenen Tür ein. Wir geben hier einen Überblick über die Zucht in diesen<br />

beiden Gestüten, auch wenn dies aufgrund der Platzbeschränkung<br />

nicht vollumfänglich möglich ist.<br />

14<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


(links) NK Housain El<br />

Dine (NK Nabhan / NK<br />

Habiba) *2019, ein junger<br />

vielversprechender<br />

Hengst, zweifach auf<br />

NK Nadeer (linke Seite)<br />

ingezogen.<br />

Zucht<br />

Die NK Nabhan-Töchter (oben) NK Amsha (NK Nabhan / NK Abla)<br />

*2017 und (oben rechts) NK Lamya (NK Nabhan / NK Lubna) *2018.<br />

(rechts) NK Lina (NK Kamar El Dine / Muneera) *2010, die über Kis<br />

Mahiba auf Moniet el Nefous zurückgeht.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

15


Tag der Offenen Tür<br />

Al Qusar Arabians<br />

Zucht<br />

Der mittlerweile <strong>27</strong>-jährige Teymur B (Assad / 214 Ibn Galal I) hat mit seinen Töchtern Muneera Al Qusar (a.d. El Thay Bint Maheera) 2007,<br />

Natifa Al Qusar (a.d. Naafisa Al Qusar) 2005 und Mashahana Al Qusar (a.d. Maida Bint Bint Mohssen) 2003 (nächste Seite oben links) den<br />

Grundstock für Al Qusar Arabians gelegt.<br />

alle Fotos: G. Waiditschka<br />

Erst im letzten Jahr sind Robert Schlereth und <strong>Vol</strong>ker Wettengel mitsamt ihrem Gestüt<br />

Al Qusar nach Großenkneten gezogen. Hier bildet Teymur B mit seinen Töchtern<br />

nach wie vor das Herzstück des kleinen aber feinen Zuchtprogramms.<br />

16<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Zucht<br />

Mashahana Al Qusar (a.d. Maida Bint Bint<br />

Mohssen) 2003 mit ihren Kindern Majd Al<br />

Qusar (v. NK Nadeer) 2015 und Majda Al<br />

Qusar (v. NK Nizam) 2018<br />

Pamira Al Qusar (NK Hafid Jamil x Pamina Al Qusar) 2014 mit<br />

ihrer Tochter Al Qusar Pandora (NK Nabhan x Pamira Al Qusar)<br />

<strong>2021</strong> verkörpern eine weitere Stutenlinie im Gestüt Al Quasar<br />

Arabians.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

17


Vogelsberg-Araber<br />

Zucht<br />

Erfolg<br />

braucht seine Zeit<br />

Seit rund 20 Jahren züchten Maria Sens und Harald Frey arabische <strong>Pferde</strong> im schönen Vogelsbergkreis,<br />

zwischen Gießen und Kassel gelegen. Sie haben ihre Nische im bunten Spektrum<br />

der Blutlinien und Verwendungszwecke gefunden und züchten arabische Reitpferde<br />

aus überwiegend russisch-polnischen Linien. Konsequenz und Durchhaltevermögen wird<br />

belohnt – dieses Jahr hatten sie mit Abstand die beste Decksaison.<br />

18<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 2/<strong>2021</strong>


<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> spielten schon recht<br />

früh im Leben von Maria Sens eine<br />

Rolle, und alles begann, nachdem sie<br />

Hadban Enzahi gesehen hatte. „Der hat mir<br />

damals als Kind gut gefallen, da ist der Funke<br />

übergesprungen“, erzählt Maria, als wir<br />

gemütlich im Garten des Vogelsberg-Araber-Gestüts<br />

sitzen. Die zweite Begegnung<br />

mit dieser Rasse fand während eines Besuchs<br />

mit dem Reitverein auf der Equitana statt, wo<br />

ihr ein Schimmelviererzug mit Arabern in Erinnerung<br />

blieb – so wurde das Interesse für<br />

diese Rasse wachgehalten, denn es gab in<br />

Deutschland ja noch nicht so viele davon, damals<br />

in den 1960er Jahren.<br />

Nach Abitur und Studium der Agrarwissenschaften<br />

zog sie mit Kind und Mann in<br />

den Vogelsbergkreis auf einen Resthof. Der<br />

Warmblutwallach aus Kindertagen war mittlerweile<br />

in die Jahre gekommen, sodass sie<br />

sich anfangs der 1990er nach einem neuen<br />

Pferd umsah. Über eine Verkaufsanzeige<br />

wurde sie auf die <strong>Vol</strong>lblutaraberstute Galima<br />

(Ibn Galal-5 / Golda) *1980 aufmerksam, und<br />

kurze Zeit später stand sie bei ihr im Stall –<br />

tragend von Abu Ibn Galal, sodass der Grundstein<br />

für die weitere züchterische Tätigkeit<br />

gelegt war. Die Hengstwahl fiel dann auf den<br />

Russen Karavan (Naslednik / Carolina) *1975,<br />

der bei John Jessen stand. „Die Karavan-Fohlen<br />

waren komplett andere <strong>Pferde</strong> als die von<br />

Abu Ibn Galal“, erläutert Maria. „Sie waren einfacher<br />

im Umgang, ruhig und ausgeglichen<br />

und mehr im Reitpferdetyp - und so bin ich<br />

zu den ‚Russen’ gekommen!“<br />

Zucht<br />

Der eigene Hof<br />

Karavan hat sie so überzeugt, dass kurze Zeit<br />

später eine weitere Tochter von ihm aus der<br />

Zucht von John Jessen im Stall stand: Ravenna<br />

(a.d. Natasha II) *1996, ein gutes Reitpferd,<br />

aber da ihr erstes Fohlen ein bunter Fuchs<br />

war, und Maria mit so viel Weiß gar nicht<br />

glücklich war, wurde sie wieder verkauft.<br />

„Heute würde ich das vermutlich nicht mehr<br />

machen und ihr eine zweite Chance geben“,<br />

sagt sie. Es war auch die Zeit, als sie sich von<br />

ihrem Mann trennte und Harald Frey kennenlernte,<br />

der damals eine Kubinec-Tochter besaß,<br />

Karmen IV (a.d. Bonita) *1994, mit der er<br />

züchtete. Somit hatten sie zusammen bereits<br />

sechs <strong>Pferde</strong>, für die sie einen Hof suchten,<br />

den sie dann hier in Gemünden fanden. „Das<br />

war keine leichte Entscheidung, schließlich<br />

hatte ich ein kleines Kind und einen Job –<br />

und sich dann so ein landwirtschaftliches Anwesen<br />

zu kaufen, war ein großer Schritt“. Harald,<br />

der sowohl ein erfahrener <strong>Pferde</strong>mann<br />

als auch gelernter Handwerker ist, war von<br />

nun an für die Landwirtschaft zuständig und<br />

die ganzen handwerklichen Arbeiten, die auf<br />

so einem Hof anfallen. Mit dem Hof war jetzt<br />

auch genügend Platz vorhanden, zehn Hektar<br />

Wiesen und Weiden konnten zu den zwei<br />

Links der 2020 auf den Vogelsberg gekommene Hengst A Magic<br />

Man of Kossack (S.M.A. Magic One / Abakana Kossack) *2017, bester<br />

Eintragungshengst, gekörter Prämienhengst des VZAP.<br />

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

Der Magic-Man-Sohn HF Maraval (A Magic Man of Kossack / Makemba) *<strong>2021</strong> hat den Blick und<br />

den Typ von seinem Vater geerbt und wurde wie sein Bruder HF Magic Moment als Prämienfohlen<br />

ausgezeichnet.<br />

Hektar eigenem Land zugepachtet werden,<br />

und so begann 1998 die eigentliche Zucht<br />

der „Vogelsberg-Araber“. Seither wurden hier<br />

immer zwischen zwei und sieben Fohlen pro<br />

Jahr geboren, „nur ein Jahr nicht, da hatten<br />

wir den Mut verloren, weil der Absatz fehlte,<br />

daher haben wir 2015 nicht gedeckt“, erläutert<br />

Maria.<br />

Kamerton zieht ein<br />

Noch einmal zurück zum Beginn: Die ersten<br />

Jahre hatte man mit verschiedenen Hengsten<br />

gedeckt, meist russischer Blutführung. Aber<br />

bei durchschnittlich vier Fohlen im Jahr läuft<br />

auch das ins Geld, und so war ein Hengstkauf<br />

durchaus eine Option, zumal man mit dem<br />

eigenen Hof ja auch die räumlichen Voraussetzungen<br />

für die Hengsthaltung hatte. Harald<br />

und Maria waren zu dieser Zeit regelmä-<br />

19<br />

ßige Besucher des Tersk Holland Sales. Als sie<br />

2003 dort waren, war ihre erste Begegnung<br />

mit dem Hengst Kamerton, als dieser aus<br />

dem Stall kam, stieg, sich losriss und dann<br />

frei auf dem Gestütsgelände herumlief. „Den<br />

Idioten will ich nicht“, war Marias spontaner<br />

Gedanke. „Aber laufen konnte er damals<br />

schon, er fiel gerade dadurch auf, dass er sich<br />

elastisch und mit viel ‚Gummi’ bewegte. Und<br />

dann kam er in den Auktionsring – und keiner<br />

wollte ihn haben. Das Mindestgebot wurde<br />

nicht erreicht – back to the stable!“ Zwischenzeitlich<br />

aber war Harald aufgestanden<br />

und weggegangen. Er ging in den Stall und<br />

schaute sich den Hengst nochmals genauer<br />

an: Kein Überbiss, kein Kryptorchide, alle vier<br />

Beine und Sehnen glasklar, und anfassen ließ<br />

er sich auch überall. Minuten später war er<br />

gekauft! Harald war schon immer der mutigere<br />

von den beiden...<br />

Kamerton stellte sich als Glücksgriff heraus,<br />

denn seine Nachkommen sind klar im Kopf,<br />

haben gute Reiteigenschaften und beste<br />

Gänge. „Wir hatten uns schon sehr früh für


Zucht<br />

diesen Weg, arabische Reitpferde zu züchten,<br />

entschieden. Wir hätten in der Schaupferdezucht<br />

ja auch gar nicht mit den großen<br />

Gestüten mithalten können, die Geld aus anderen<br />

Unternehmen in der Rückhand haben.<br />

Abgesehen davon ist das nicht unsere Welt!<br />

Heute sind wir froh, dass wir die Weichen<br />

schon damals so gestellt haben, denn es dauert<br />

seine Zeit, bis ein Fohlen zum Reitpferd<br />

wird und dann für seine Abstammung und<br />

sein Heimatgestüt Werbung machen kann.“<br />

Die Zuchtstuten<br />

Die meisten Namen der Zuchtstuten beginnen<br />

mit „M“ und gehen auf Mercedes II<br />

(Medalist / Mercuria) *1993 bzw. auf ihre<br />

Töchter Matrika und Marenah zurück, beide<br />

von dem Russen Pomarval. HF Karaganda<br />

geht noch auf Harald Freys Stammstute, die<br />

Kubinec-Tochter Karmen IV zurück. Alle diese<br />

Stuten sind zwar nicht „rein russisch“, aber<br />

führen zu 90 und mehr Prozent „Russenblut“.<br />

Vor ein paar Jahren kamen noch die reinen<br />

Russinnen Morwhanna F (Piligrim / Moriachka)<br />

*2003 und Abakana Kossack (Balaton<br />

/ Amunitia) *2001 hinzu und kürzlich OKS<br />

Epigina (Girlan-Bey / OKS Epsylina) *2016 aus<br />

überwiegend polnischen Linien. Alle diese<br />

Stuten bringen Solidität, ein gutes Gebäude<br />

und gute Bewegungen mit – aber mitunter<br />

fehlt es an arabischer Ausstrahlung, Typ<br />

und Schmelz. Dafür sind dann die Hengste<br />

zuständig – und so wurden neben Kamerton<br />

und anderen Russen auch Hengste mit<br />

20<br />

einem „Schuß“ Schaublut eingesetzt, wie<br />

beispielsweise ByStival Kossack, Mouammar<br />

und Pallaton K. „Die Käufer suchen sich aus<br />

einer Gruppe doch immer wieder die <strong>Pferde</strong><br />

mit dem schönsten Kopf aus“, lacht Harald.<br />

„Wichtiger aber als ein hübsches Köpfchen ist<br />

dann doch der Charakter der Fohlen, den erkennt<br />

man aber erst im Umgang. Kürzlich war<br />

eine Käuferin da, der ist eine der Jährlingsstuten<br />

geradezu in die Taschen gekrochen – das<br />

war kaufentscheidend!“<br />

Die Erwartungen erfüllt<br />

Letztes Jahr hat Kamerton nun Konkurrenz<br />

bekommen: A Magic Man of Kossack (S.M.A.<br />

Magic One / Abakana Kossack) *2017 hat seine<br />

Beschälerbox auf dem Vogelsberg-Araber-<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Links der russische Hengst Kamerton (Mat /<br />

Kaluga) mit 22 Jahren noch topfit!<br />

Rechts die in zweiter Generation selbst<br />

gezogene Stute MS Malenka (Prinik Kossack /<br />

Muscata) *2014<br />

Unten die gelungene Kombination aus den<br />

beiden, HF Mandana (Kamerton / MS Malenka)<br />

*<strong>2021</strong><br />

Zucht<br />

gestüt bezogen. Er verkörpert, was Maria Sens<br />

und Harald Frey züchten wollen – solide <strong>Pferde</strong><br />

mit Reitpferdeeigenschaften und gutem<br />

Typ. Und außerdem hat jeder gute Hengst<br />

eine überragende Mutter – und die steht ja<br />

nun auch auf dem Vogelsberg: Abakana Kossack<br />

(Balaton / Amunitia) *2001, WAHO-Trohpy<br />

Gewinnerin 2015, mit einer 1. Prämie und<br />

Elite-Titel des Zuchtverbandes AVS in den<br />

Niederlanden ausgezeichnet. Bislang hat der<br />

junge Hengst alles gut gemeistert und die in<br />

ihn gesteckten Erwartungen mehr als erfüllt:<br />

Er war bester Eintragungshengst des VZAP<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

mit Goldschleife und einer Wertnote von 8,5,<br />

wobei die (komm.) Zuchtleiterin Anja Daniels<br />

insbesondere auf seinen raumgreifenden,<br />

elastischen und durch den Rücken schwingenden<br />

Trab hinwies. Er wurde gekört und<br />

für alle Rassegruppen zugelassen, und er erhielt<br />

<strong>2021</strong> die VZAP-Verbandsprämie. Letzten<br />

Winter hat er auch seine ersten Ausbildungsschritte<br />

unter dem Sattel absolviert und seine<br />

Sache gut gemacht. Wenn alles weiterhin so<br />

gut läuft, soll er 2022 zur Hengstleistungsprüfung<br />

vorgestellt werden. Außerdem sind<br />

dieses Jahr seine ersten beiden Fohlen gefallen<br />

– und auch diese wurden auf Anhieb vom<br />

VZAP mit einer Goldschleife prämiert. Bei solchen<br />

Meriten haben natürlich auch die Deckkunden<br />

nicht lange auf sich warten lassen<br />

(siehe Kasten) – mit 18 Stuten für Kamerton<br />

und A Magic Man hatte das Vogelsberg-Gestüt<br />

seine beste Decksaison seit Bestehen!<br />

Bedeckungszahlen im Vogelsberg-Arabergestüt <strong>2021</strong><br />

Eigene Stuten<br />

Fremdstuten<br />

davon...<br />

Prämienstuten<br />

Elite-Stuten<br />

WAHO-<br />

Trophy<br />

Gewinnerin<br />

Natursprung ist Vertrauenssache<br />

Gedeckt wird mit den beiden Hengsten im<br />

Natursprung und die Befruchtungsquote ist<br />

beeindruckend: Von 18 Stuten sind 16 tragend.<br />

Und was vielleicht noch wichtiger ist,<br />

die Stutenbesitzer bekamen ihre Stuten in<br />

einwandfreiem Zustand zurück. Das Deckgeschäft,<br />

insbesondere im Natursprung, ist<br />

Vertrauenssache, denn schließlich stehen die<br />

Stuten hier einige Zeit, haben Stress mit der<br />

ungewohnten Umgebung, und auch mit dem<br />

Deckgeschäft an sich, insbesondere bei Maidenstuten.<br />

Für Maria ist es jedes Mal eine besondere<br />

Herausforderung, dass sich jede Stute<br />

wohlfühlt, auch psychisch, denn dann ist die<br />

Wahrscheinlichkeit, daß sie aufnimmt, größer.<br />

Von den rund sieben bis acht Zuchtstuten<br />

fallen pro Jahr durchschnittlich etwa vier<br />

Fohlen. Die Anzahl der Bedeckungen hängt<br />

immer vom vorhanden Platz ab. „Im Grunde<br />

machen wir eine Planung für vier bis fünf<br />

Jahre“, erklärt Maria. „Wenn wir jetzt dieses<br />

21<br />

insgesamt<br />

<strong>2021</strong> gedeckte<br />

Stuten<br />

Kamerton 2 5 4 2 2 7<br />

A Magic Man 3 8 3 1 11<br />

gesamt 5 13 7 3 2 18<br />

Jahr Stuten decken, dann kommen die Fohlen<br />

nächstes Jahr auf die Welt, das ist schon<br />

mal ein Jahr. Als Absetzer und Jährling kommen<br />

sie dann in unseren Laufstall, zwei- und<br />

dreijährig sind sie im Sommer 24 Stunden<br />

pro Tag draußen, aber im Winter müssen sie<br />

nachts aufgestallt werden. Der Platz ist somit<br />

der limitierende Faktor. Wenn wir also dieses<br />

Jahr decken, müssen die daraus resultierenden<br />

<strong>Pferde</strong> spätestens in vier bis fünf Jahren<br />

verkauft sein. Natürlich haben wir auch immer<br />

eine Notbox, die noch frei ist, falls etwas<br />

nicht so läuft wie geplant.“<br />

Die Fohlen bleiben die ersten Wochen mit ihren<br />

Müttern auf der „Hauskoppel“ und nachts<br />

im Stall. Dabei werden sie auch an das tägliche<br />

„handling“ gewöhnt, sie werden überall<br />

angefasst und gestreichelt. Im Spätsommer<br />

dürfen sie dann mit ihren Müttern auf die<br />

Waldkoppel umziehen, eine drei Hektar große<br />

Weide, rundherum von Wald umgeben.<br />

Hier gibt es Gras im Überfluß, und so wird nur<br />

täglich geprüft, dass keiner verletzt ist, und<br />

dass genügend Wassser vorhanden ist.<br />

Fohlenerziehung<br />

Dadurch, dass sie zuvor sich überall haben<br />

anfassen lassen, lassen sie sich später auch<br />

anstandslos das Halfter aufziehen. Dies geschieht<br />

im Spätherbst, während sie noch<br />

bei der Mutter sind, in den letzten Tagen vor<br />

dem Absetzen. Erst wenn sie abgesetzt sind<br />

und im Laufstall stehen, werden sie daran<br />

gewöhnt, dass sie angebunden werden. „Ich<br />

lasse sie dann erst zwei Tage im Laufstall völlig<br />

in Ruhe“, erklärt Maria. „Nach zwei Tagen<br />

haben sie sich beruhigt, und ich mache das<br />

Halfter drauf und binde sie an. Die ersten<br />

Male binde ich sie noch nicht fest an, schlinge<br />

nur den Strick durch den Anbindehaken,<br />

sonst wäre das zu gefährlich. Aber das dauert<br />

nur ein bis zwei Tage, dann haben die das<br />

kapiert. Ich habe es bis jetzt – mit Ausnahme


Zucht<br />

eines Jahrgangs – immer alleine geschafft,<br />

dass die Fohlen innerhalb von 10 Tagen alle<br />

angebunden an der Wand stehen. Wenn die<br />

klar im Kopf sind, machen die das! Es gibt hin<br />

und wieder einzelne Fohlen, die sind schwieriger,<br />

da muß ich mehr aufpassen und mehr<br />

Zeit investieren.“<br />

Im Winterhalbjahr werden die Absetzer jeden<br />

Tag einmal angebunden während sie<br />

ihren Hafer bekommen. Dann werden sie<br />

geputzt und müssen die Füße heben – das<br />

wird schnell zur Routine. Auch die Hufpflege<br />

macht Harald selbst, denn vielfach haben<br />

professionelle Hufpfleger nicht die Geduld,<br />

sich mit einem jungen Pferd auch einmal etwas<br />

mehr Zeit zu lassen – und durch schlechte<br />

Erfahrungen verdorben sind sie schnell.<br />

22<br />

Hafer ist das beste Futter<br />

Auf die Fütterung legt Maria besonderen<br />

Wert: Ihre Fohlen bekommen in erster Linie<br />

Hafer, kein Müsli, kein Fohlenaufzuchtfutter,<br />

aber gutes Heu ad libitum und Mineralfutter.<br />

„Ich bin immer noch der Meinung, dass<br />

Hafer das beste <strong>Pferde</strong>futter ist, weil Hafer<br />

die beste Eiweißqualität hat, die beste Bioverfügbarkeit.<br />

Das hochtechnisiert hergestellte<br />

Futter in Pelletform haben wir hier<br />

nur in Ausnahmefällen. Die Hengste kriegen<br />

ein wenig Leistungsfutter in der Decksaison,<br />

aber die Stuten und die Fohlen normalerweise<br />

nicht.“<br />

Die Fohlen und Absetzer erhalten also eine<br />

Grunderziehung, wodurch sie auch ein<br />

Grundvertrauen in den Menschen aufbauen.<br />

„Aber ich will gar keine so sehr enge Bindung<br />

zu den Fohlen aufbauen“, gibt Maria zu<br />

Bedenken, „denn sie sollen ja verkauft werden.<br />

Wenn der neue Besitzer sie abholt, ist<br />

das – egal in welchem Alter – eine Zäsur in<br />

ihrem Leben, denn sie waren vorher ja noch<br />

nie vom Hof. Wenn dieser sich dann in den<br />

ersten Tagen und Wochen intensiv mit dem<br />

Pferd beschäftigt, wird es sich automatisch<br />

an den neuen Besitzer als Bezugsperson<br />

binden. Und diese Rückmeldung bekommen<br />

wir ja auch von den Käufern: ‚Das Pferd<br />

ist völlig klar im Kopf, kommt schnell mit der<br />

neuen Situation klar, ist einfach im Umgang,<br />

absolut gut erzogen, und lernt schnell’ – das<br />

sind so die Aussagen, die wir als Feedback<br />

bekommen.“<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Linke Seite: die russische Stute Morwhanna F<br />

(Piligrim / Moriachka) *2003 mit ihrem Fohlen<br />

HF Makari (v. Kamerton)<br />

Llinks: Matrinka, von Aranik Kossack, aus der<br />

Vogelsberger Stammstute Matrika, geb. 2012<br />

Unten: Ihr Hengstfohlen HF Magic Moment<br />

(von A Magic Man of Kossack) *<strong>2021</strong><br />

Zucht<br />

Nun sind aber diese Charaktereigenschaften<br />

etwas, was sich schwer darstellen und vermitteln<br />

läßt. Viele reden darüber, aber jeder<br />

hat eine andere Vorstellung davon. Hingegen<br />

sind Erfolge, egal in welcher Reitdisziplin,<br />

quanitifizierbar und objektiv. „Deshalb<br />

bin ich der Ansicht, dass wir diesen Leistungssport<br />

brauchen – als Züchter! Jeder<br />

kann sagen ‚meine <strong>Pferde</strong> sind die Besten,<br />

meine sind leistungsfähig und charakterlich<br />

die Besten’ – aber das sagt ja jeder Verkäufer.<br />

Ich muß seriös untermauern können, dass<br />

das, was ich erzähle, stimmt. <strong>Pferde</strong>verkauf<br />

ist Vertrauenssache! Immer noch! Und wenn<br />

die Leute zu uns kein Vertrauen haben, dann<br />

kaufen sie bei uns auch kein Pferd. Aber sich<br />

dieses Vertrauen aufzubauen, das schafft<br />

man eben nicht innerhalb von ein, zwei<br />

Jahren. Wir haben konsequent und zielgerichtet<br />

20 Jahre lang in diese eine Richtung<br />

gearbeitet und ernten jetzt die Früchte dieser<br />

Arbeit.“<br />

Reitsportliche Erfolge<br />

Und die Reiter mit ihren <strong>Pferde</strong>n helfen dabei,<br />

die Reputation aufzubauen, die man als Züchter<br />

von Reitpferden braucht. Sei es MS Madrass<br />

(Kamerton / Marenah) *2005, der in der<br />

Dressur bis M und S ging, Maschatka (Dinar /<br />

Majmakala) *2000, die in der Dressur bis L<br />

platziert ist, ihre Schwester Maskada (Vergil /<br />

Majmakala) *2009, die Distanzen läuft und<br />

den Best Condition nach 84 km gewann,<br />

Masheik (Kamerton / Matrika) *2005, der auf<br />

langen Distanzen unterwegs ist, sowie Krishan,<br />

Magnat, Naheefa – und wie sie alle heißen,<br />

die im Distanzsport gehen.<br />

Der Weg bis hierhin war kein leichter, denn<br />

„Reitaraber“ hatten ja lange Zeit ein Stigma:<br />

Was nicht gut genug ist für die Schau,<br />

geht in den Reitsport. Das war dem Ruf<br />

des Arabers als Reitpferd nicht gerade förderlich.<br />

„Der Durchbruch“, so Maria Sens,<br />

„kam wohl mit Facebook. Über Facebook<br />

hat man ganz gezielt die Möglichkeit, sich<br />

einen ‚Freundeskreis’ aufzubauen oder Mitglied<br />

in spezifischen Gruppen zu sein, und<br />

über regelmäßige Posts diese Leute anzusprechen.<br />

Damit kann man relativ einfach<br />

seinen Bekanntheitsgrad vergrößern. Abgesehen<br />

davon braucht man eine Homepage,<br />

die up-to-date ist, denn die Leute, die<br />

hierher kommen, haben sich vorher schon<br />

ganz genau über unsere <strong>Pferde</strong> informiert!<br />

Das kann Facebook wiederum nicht bieten,<br />

denn auf einer Facebook-Seite etwas zu finden<br />

ist ja fast unmöglich, das ist nur gut für<br />

aktuelle Mitteilungen.“<br />

Und so kommt ein Baustein zum anderen,<br />

was letztendlich zum Erfolg führt: Eine<br />

gute, solide Stutengrundlage und überdurchschnittliche<br />

Hengste, Fachwissen in<br />

<strong>Pferde</strong>zucht, Haltung, und Landwirtschaft,<br />

Ausdauer und ein klares Zuchtziel, das<br />

nicht der Mode geopfert wird. Und dann<br />

kommt auch der Erfolg, aber er braucht seine<br />

Zeit!<br />

Gudrun Waiditschka<br />

MS Makeeva (Kamerton / Muscata), schwarzbraun, 2019, und HF Meleka (Gorky II / Makemba), Fuchs, 2017; dahinter: HF Makeeva (ByStival Kossack<br />

/ Matrinka), braun, 2019, und HF Maruschka (Pallaton K / Makemba), Schimmel, 2019; rechts: Morwhanna F (Piligrim / Moriachka), 2003 und halb<br />

verdeckt HF Mayana (Kamerton / MS Malenka), 2019 (Foto von 2020)<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

23


Denkanstösse<br />

Rein, reiner,<br />

am reinsten?<br />

Zucht<br />

Den Reinen ist alles rein, so steht es in der Bibel.<br />

Das gilt jedoch nicht für Züchter arabischer <strong>Vol</strong>lblüter. Dort treiben die (an sich<br />

legitimen) Versuche, den Spuren der Beduinen zu folgen und nur reinstes<br />

Wüstenblut zu bewahren, mitunter seltsame Blüten.<br />

Früher war alles einfacher: <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

waren <strong>Vol</strong>lblutaraber, und wenn man doch<br />

einmal einen Webfehler entdeckte, wie etwa<br />

eine Nigra Zscheiplitz mit warmblütigen Vorfahren,<br />

dann wurden die entsprechenden<br />

<strong>Pferde</strong> zu schlichten Arabern heruntergestuft<br />

und fertig war die Sache.<br />

Das änderte sich in den 1960er Jahren mit<br />

den Bestrebungen, die wirklich „asilen“ Araber<br />

– also solche, deren Abstammungen<br />

sich gemäß der ursprünglichen Definition<br />

ausschließlich auf <strong>Pferde</strong> aus der arabischen<br />

Wüste zurückführen ließ – zu katalogisieren<br />

mit dem Ziel, sie untereinander anzupaaren<br />

und dadurch die Blutreinheit zu bewahren.<br />

Mittlerweile hatte man nämlich festgestellt,<br />

dass in den Pedigrees der polnischen <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

auch so mancher „Webfehler“ zu<br />

finden war, oder wenigstens Linien, die nicht<br />

in der Wüste endeten, sondern irgendwo in<br />

Polen. Dies betraf auch den Hengst Skowronek,<br />

der zwar nie in Polen deckte, dessen<br />

Nachkommen aber durch seinen Einsatz in<br />

Crabbet Park Verbreitung in der ganzen Welt<br />

fanden. Sein Pedigree gibt bis heute Anlass<br />

zu ganzen Abhandlungen. Die lassen wir hier<br />

aber außen vor, geht es doch um das Gesamtbild.<br />

Suche nach dem Reinheitsprinzip<br />

Die Pionierin auf diesem Gebiet war die<br />

Amerikanerin Jane Llewellyn Ott, die bereits<br />

Anfang der 1950er Jahre mit Hilfe von Carl<br />

Raswan anfing, alle <strong>Vol</strong>lblutaraber in den USA<br />

und deren Vorfahren auf ihre Reinblütigkeit<br />

zu überprüfen und, wenn sie diese Prüfung<br />

bestanden, in ein Register einzutragen. Dafür<br />

benutzte sie Notizbücher mit blauem Einband.<br />

Im Jahr 1961 veröffentlichte sie dann<br />

den „Blue Catalog“ mit den Ergebnissen ihrer<br />

Fleißarbeit, dem etliche Nachträge folgten.<br />

Eben dieser Blue Catalog wurde zur ersten<br />

„Bibel“ für Asil-Züchter.<br />

Im Prinzip ist daran nichts auszusetzen. Der<br />

Versuch, diejenigen <strong>Pferde</strong> zu identifizieren<br />

und zu bewahren, deren Herkunft aus der<br />

Wüste sich nachweisen lässt, ist völlig verständlich<br />

und dürfte die Liebhaber der polnischen<br />

<strong>Pferde</strong> und der Skowronek-Nachkommen<br />

ohnehin wenig interessieren. Allerdings<br />

waren auch bei Miss Ott schon einige <strong>Pferde</strong><br />

reiner als andere, denn getreu ihrem Vorbild<br />

Raswan hielt Miss Ott den Muniqi-Strain für<br />

problematisch. Daher unterteilte sie die <strong>Pferde</strong><br />

in „Blue List“ (alle asilen) und „Blue Star“<br />

(die ohne Muniqi-Blut), die ihrer Ansicht<br />

nach noch etwas reiner waren. Das beinhaltet<br />

natürlich einen Denkfehler, denn wenn<br />

in den ohnehin spärlichen Angaben kein<br />

Muniqi-Blut nachzuweisen war, heißt das<br />

längst nicht, dass es nicht doch vorhanden<br />

sein könnte. Abgesehen davon sind Raswans<br />

Vorbehalte gegen Muniqis längst widerlegt<br />

und die Einteilung damit hinfällig. Aber man<br />

schmückt sich natürlich gern damit, etwas<br />

besonders Exklusives zu haben ...<br />

Ein weiteres Problem bei solchen Katalogen<br />

ist das Auswahlverfahren, das immer von der<br />

betreffenden Person abhängt. So konnte sich<br />

Miss Ott bei einigen zweifelsfrei reinen <strong>Pferde</strong>n<br />

nicht dazu durchringen, sie zu akzeptieren,<br />

aus recht fadenscheinigen Gründen. Das<br />

betrifft beispielsweise den Crabbet-Hengst<br />

Nureddin II (Rijm / Narghileh). Dieser große<br />

und recht grobe Hengst war ein <strong>Vol</strong>lbruder<br />

des sehr typvollen Nasik, den Miss Ott anstandslos<br />

akzeptierte. Bei Nureddin II witterte<br />

sie „foul play“, weil er so anders (sprich: weniger<br />

arabisch) aussah als sein Bruder. Das ist insofern<br />

lachhaft, als die Blunts selbst die größten<br />

Reinheitsfanatiker waren (im Gegensatz zu<br />

ihrer Tochter, Lady Wentworth). Einen Skowronek<br />

hätten sie niemals benutzt. Ausgerechnet<br />

ihnen zu unterstellen, sie hätten womöglich<br />

„gepanscht“, ist schon sehr abwegig.<br />

Schon bei Miss Ott waren<br />

einige <strong>Pferde</strong> reiner als andere,<br />

denn sie hielt den<br />

Muniqi-Stamm für<br />

problematisch, was aber<br />

längst widerlegt wurde.<br />

24<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Ähnlich verhält es sich mit der viel gescholtenen<br />

Wüstenstute Basilisk, die von den<br />

Blunts importiert wurde. Zwar gab es anfangs<br />

offene Fragen zu ihrer Herkunft, die<br />

aber wurden abschließend zu Lady Annes<br />

Zufriedenheit geklärt. Wenn nicht, hätte sie<br />

die Stute nie in die Zucht genommen. Aber<br />

Miss Ott war Lady Annes Urteil wohl nicht<br />

gut genug. Sowohl Nureddin II als auch Basilisk<br />

wurden zwar nicht explizit von der Blue<br />

List ausgeschlossen, aber sie kamen auf eine<br />

sogenannten „Sub-list“, also <strong>Pferde</strong>, die zwar<br />

möglicherweise rein waren, bei denen aber<br />

(zumindest nach Miss Otts Meinung) Zweifel<br />

bestanden. Und schon klebte an ihnen das<br />

Label „unrein“.<br />

Leider hat sich diese Einstellung zu Basilisk,<br />

die in einigen ägyptischen Pedigrees zu finden<br />

ist, in manchen Kreisen bis heute nicht<br />

geändert. Wie absurd das ist, zeigt der Vergleich<br />

mit dem Wüstenhengst El Deree, der<br />

ebenfalls in ägyptischen Pedigrees auftritt,<br />

und zwar weit öfter als Basilisk. Zu dem Zeitpunkt,<br />

als die Blue List erstellt wurde, war von<br />

seiner Herkunft nicht mehr bekannt als im<br />

Fall Basilisk. Von beiden kannte man lediglich<br />

den Strain. Trotzdem kam Jane Ott nicht auf<br />

die Idee, El Deree anzuzweifeln, so wenig wie<br />

die nachfolgenden „asilen“ Interessenverbände.<br />

Warum nur? Könnte es vielleicht daran liegen,<br />

dass man im Fall El Deree fast die gesamte<br />

ägyptische Zucht aus den heiligen Hallen<br />

der Reinheit hätte entfernen müsste?<br />

Soviel zu den Tücken einer solchen Katalogisierung;<br />

wobei hinzuzufügen ist, dass der Fall<br />

El Deree erst in jüngerer Vergangenheit endgültig<br />

zugunsten des Hengstes geklärt wurde.<br />

Das war aber zu Miss Otts Zeiten längst<br />

noch nicht der Fall und es bleibt festzuhalten,<br />

dass hier mit zweierlei Maß gemessen wurde.<br />

Wie schon gesagt, der Versuch der Katalogisierung<br />

ist völlig legitim. In den 1970er Jahren<br />

bildeten sich weitere Interessenverbände<br />

mit gleichen Zielen heraus: in Deutschland<br />

der Asil Club und in den USA Al Khamsa und<br />

die noch stärker spezialisierte Pyramid Society.<br />

Deren Einschätzungen deckten sich nicht<br />

immer mit der Blue List. Zwar hatte auch der<br />

Asil Club anfangs eine Art „sub-list“ und verpasste<br />

„zweifelhaften“ <strong>Pferde</strong>n ein Sternchen<br />

(*), doch das war nicht für alle nachvollziehbar<br />

und wurde später eingestellt. Der Asil<br />

Club hat aber seine eigenen Kriterien und ist<br />

die einzige derartige Organisation, die auch<br />

<strong>Pferde</strong> akzeptiert, die nicht von der WAHO anerkannt<br />

werden. Die amerikanische Al Khamsa<br />

gibt sich am umfassendsten und hat auch<br />

kein Problem mit Basilisk und weiteren <strong>Pferde</strong>n,<br />

die aus diversen Gründen von einzelnen<br />

Züchtergruppen abgelehnt werden. Davon<br />

gibt es einige, obwohl die Gründe dafür bei<br />

näherem Hinsehen ebenso<br />

fadenscheinig sind.<br />

Dennoch werden diese<br />

<strong>Pferde</strong> teilweise mit einer<br />

Vehemenz abgelehnt, gegen<br />

die Miss Otts Einstellung<br />

zu Basilisk geradezu<br />

milde aussieht. Das hat<br />

oft schon Züge von Fanatismus.<br />

Hier zeigt sich<br />

auch das grundlegende<br />

Problem: Selbst die Verfechter<br />

des asilen Gedankens<br />

können sich untereinander nicht darauf<br />

einigen, welche <strong>Pferde</strong> denn nun wirklich asil<br />

sind.<br />

Exklusivität ist Trumpf<br />

Dementsprechend gibt es innerhalb der Asil-<br />

Zucht verschiedene Untergruppen, die sich<br />

auf einen bestimmten, oft sehr begrenzten<br />

Genpool konzentrieren, den sie zu erhalten<br />

versuchen. Bei einigen liegt es daran, dass<br />

sie diese <strong>Pferde</strong> für „reiner“ halten als alle anderen;<br />

manchmal aber auch daran, dass diese<br />

Gruppen in ihrem Bestand bedroht sind<br />

und für die Zukunft erhalten werden sollen.<br />

Sehen wir uns einige dieser Gruppen etwas<br />

näher an.<br />

Die Pyramid Society wurde in den 1970er<br />

Jahren in den USA gegründet und hat mittlerweile<br />

auch einen europäischen Ableger.<br />

Wie der Name vermuten lässt, geht es hier<br />

um den rein ägyptischen <strong>Vol</strong>lblutaraber, für<br />

den sich heute der Begriff „straight Egyptian“<br />

eingebürgert hat. Diese reinen Ägypter<br />

bilden die bei weitem größte Gruppe unter<br />

den Asilen, sind also die weltweit größte Population<br />

von <strong>Vol</strong>lblutarabern, die sich in allen<br />

Linien auf die Wüste zurückverfolgen lässt.<br />

Per Definition der Pyramid Society sind dies<br />

<strong>Pferde</strong>, die in allen Linien auf das ägyptische<br />

Staatsgestüt El Zahraa und die früheren Privatgestüte<br />

des ägyptischen Adels zurückgehen,<br />

sowie auf die bei der EAO geführten<br />

Privatgestüte, soweit diese asil sind. Die in<br />

den Hamdan Stables gezogenen Skowronek-Nachkommen<br />

(ja, so etwas gibt es!) gelten<br />

also nicht als „rein ägyptisch“, auch wenn<br />

sie mehrere Generationen ägyptischer Zucht<br />

repräsentieren.<br />

Obwohl die Ägypterzucht ohnehin über<br />

einen begrenzten Genpool verfügt, gibt<br />

es gerade hier mehrere Untergruppen,<br />

die sich auf einen noch kleineren<br />

Genpool beschränken.<br />

Obwohl die Ägypterzucht ohnehin über einen<br />

begrenzten Genpool verfügt, gibt es gerade<br />

hier mehrere Untergruppen, die sich auf<br />

einen weit kleineren Genpool beschränken.<br />

Diejenigen, die – wie oben erwähnt – einzelne<br />

Linien wegen vermeintlicher „Unreinheiten“<br />

ablehnen, lassen wir an dieser Stelle<br />

unberücksichtigt; ebenso die seit 35 Jahren<br />

geschlossene Population des Katharinenhofs.<br />

Hier geht es vielmehr um Zusammenschlüsse<br />

verschiedener Züchter mit denselben Zielen.<br />

Da sind einmal die Babson-Ägypter. Hierbei<br />

handelt es sich in Reinzucht ebenfalls um<br />

eine geschlossene Population, die auf die Importe<br />

des Amerikaners Henry Babson im Jahr<br />

1932 zurückgeht. Dies waren ein Hengst und<br />

fünf Stuten aus der Zucht des ägyptischen<br />

Staatsgestüts sowie aus der Zucht von Prinz<br />

Mohammed Ali (woher auch der Hengst Jasir<br />

stammte, der in Marbach deckte). Diese <strong>Pferde</strong><br />

stammten alle aus der „alten“ ägyptischen<br />

Zucht, also noch vor der Zeit der EAO und<br />

General Pettkö-Szandtner. Sie führten kein<br />

Nazeer-Blut, ebenso wenig die später von<br />

der EAO eingesetzten Original-Hengste, und<br />

gehen auf die Ursprungszuchten von Abbas<br />

Pasha, Ali Pasha Sherif und den Blunts zurück.<br />

Diese <strong>Pferde</strong> sind natürlich stark ingezüchtet,<br />

Zucht<br />

Der Genpool der Ägypter ist<br />

begrenzt, weshalb es wichtig<br />

ist, wirklich alle vorhandenen<br />

Linien zu erhalten.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

25


Zucht<br />

meist klein, aber bekannt für ihre reiterlichen<br />

Qualitäten, ihre Sportlichkeit und ihren guten<br />

Charakter. Sie bilden einen hervorragenden<br />

Outcross für die „Mainstream“-Ägypter, was<br />

sich beispielsweise das Ansata-Gestüt mit<br />

dem Hengst Prince Fa Moniet und der Stute<br />

Falima zunutze gemacht hat. In Deutschland<br />

gibt es derzeit zwei Babson-Hengste, Manara<br />

Faaris und Vlacq Fadl Nadir, beide zwar nicht<br />

100% Babson, aber hochprozentig. Kleinere<br />

Zuchtbestände gibt es in den Niederlanden,<br />

Frankreich und Großbritannien.<br />

Bei den Babsons gibt es noch die kleinere<br />

Untergruppe der Babson-Turfa-<strong>Pferde</strong>. Die<br />

Es sind zwar alle reinen Ägypter asil,<br />

aber längst nicht alle Asilen rein<br />

ägyptisch.<br />

sind zwar asil, aber nicht rein ägyptisch, weil<br />

sie zusätzlich das Blut der Stute Turfa Or.Ar.<br />

führen. Turfa stammte aus der Zucht der saudischen<br />

Königsfamilie und kam als Geschenk<br />

an das britische Königshaus nach England;<br />

1941 importierte Henry Babson sie in die<br />

USA. Nach Deutschland kam ihr Blut durch<br />

die ersten Olms-Importe und wird heute<br />

noch im Gestüt El Khadir gepflegt.<br />

Die sogenannten Doyle-Ägypter bilden die<br />

kleinste und am stärksten ingezogene Population<br />

der Welt, denn sie sind die Nachkommen<br />

von drei <strong>Pferde</strong>n, die auch schon miteinander<br />

verwandt waren. Sie sind gleichzeitig<br />

die letzten asilen Crabbet-<strong>Pferde</strong>, denn sie<br />

gehen ausschließlich auf die Zucht der Blunts<br />

zurück und verbinden die ägyptischen Linien<br />

Ali Pasha Sherifs mit Original-Importen der<br />

Blunts. Trotz des hohen Inzuchtgrades sind<br />

aus dieser Gruppe einige herausragende Distanzpferde<br />

hervorgegangen. Es gibt sie nur<br />

in den USA. Ein Doyle-Hengst wurde in jüngerer<br />

Vergangenheit als Pachthengst in der<br />

britischen Crabbet-Zucht eingesetzt.<br />

Die Gruppierung Sheykh Obeyd, benannt<br />

nach Lady Anne Blunts Gestüt in Ägypten,<br />

hat sich ebenfalls den alten ägyptischen Linien<br />

– also vor der modernen EAO – verschrieben.<br />

Das umfasst sowohl die Babson- als auch<br />

die Doyle-<strong>Pferde</strong> sowie alle reinen Ägypter,<br />

die keine der später von der EAO eingesetzten<br />

Or.Ar.-Hengste im Pedigree haben (einschließlich<br />

El Deree). Die Anzahl dieser <strong>Pferde</strong><br />

dürfte mittlerweile aber sehr klein sein.<br />

Nun sind zwar alle reinen Ägypter asil, aber<br />

noch längst nicht alle Asilen rein ägyptisch.<br />

Da wäre in Deutschland die Gruppe der asilen<br />

Weiler, die inzwischen zwar überwiegend<br />

ägyptisch gezogen sind, zusätzlich aber<br />

auf die Zucht des Königs Wilhelm I von Württemberg<br />

zurückgehen und damit auf die aus<br />

Syrien importierten Gründerpferde. Diese<br />

Gruppe hat keine Lobby,<br />

ist verschwindend klein<br />

und wird nur vom Hauptund<br />

Landgestüt Marbach<br />

erhalten. Ihr bekanntester<br />

Vertreter war der Hengst<br />

Saher (Ghazal / Sahmet),<br />

der derzeit jüngste Beschäler<br />

aus diesen Linien<br />

ist WM Safi (KP Maryoom / Sarafine).<br />

In den USA gibt es mehrere kleine Gruppen<br />

von <strong>Pferde</strong>n, die ausschließlich auf Direktimporte<br />

aus der Wüste in die USA zurückgehen.<br />

Die bekanntesten sind die Davenports, deren<br />

Vorfahren 1906 von Homer Davenport<br />

importiert wurden. Die Inzucht hält sich<br />

hier in Grenzen, weil die Gruppe der Stammpferde<br />

recht groß und sehr divers war. Diese<br />

Davenport-<strong>Pferde</strong> sind für die Zucht der USA<br />

so etwas wie Weil für Deutschland: Sie bilden<br />

die Basis der Landeszucht und sind in den Pedigrees<br />

aller amerikanischen <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

zu finden, die nicht nur auf spätere Importe<br />

zurückgehen. Im Gegensatz zu den Weilern<br />

gibt es sie aber noch heute in reiner Form. Bis<br />

zum Ende des letzten Jahrhunderts existierte<br />

in den USA noch ein größeres Gestüt, das diese<br />

Linien in Reinzucht fortführte; inzwischen<br />

sind es mehrere kleine, aber sehr engagierte<br />

Züchter. Wie die Doyle-<strong>Pferde</strong>, sind auch sie<br />

weitgehend auf die USA beschränkt. Von der<br />

einzigen Davenport-Stute, die den Weg nach<br />

Deutschland fand, ist nur wenig geblieben.<br />

Eine weitere sehr kleine Population geht auf<br />

einige <strong>Pferde</strong> aus Saudi-Arabien zurück, die<br />

in den 1960er Jahren in die USA importiert<br />

wurden. Von ihnen gab es in jüngster Veran-<br />

Gegen den Strom:<br />

Die anderen Erhaltungszuchten<br />

Alle asilen Zuchten sind Erhaltungszuchten,<br />

aber nicht bei allen Erhaltungszuchten geht<br />

es um asile <strong>Pferde</strong>. Warum das so ist und warum<br />

Erhaltungszuchten wichtig sind, liegt in<br />

der Entwicklung der Gesamtzucht begründet.<br />

Blicken wir ein halbes Jahrhundert zurück<br />

in die Zeit, bevor sich eine internationale<br />

Araberszene herausbildete, so hatten alle<br />

größeren Zuchtländer ihre eigene Blutbasis<br />

und eine weitgehend eigenständige Zucht,<br />

nicht nur Ägypten. Großbritannien hatte<br />

seine Crabbet-Araber, basierend auf den<br />

Importen der Blunts. Spanien hatte eine eigene<br />

Zucht basierend auf den Importen des<br />

Militärs und dem Gestüt des Herzogs von<br />

Veragua. Polen hatte die älteste konsolidierte<br />

Araberzucht überhaupt, zurückgehend<br />

auf die Gestüte der Adelshäuser im 18./19.<br />

Jahrhundert. Frankreich hatte seine Rennaraber,<br />

die schon damals anders aussahen.<br />

Russland hatte sich aus den anderen Ländern<br />

das Beste zusammengesucht und daraus bei<br />

strenger Leistungsauslese eine ebenfalls eigenständige<br />

Zucht geschaffen. Deutschland<br />

hatte Weil-Marbach und nach dem Krieg das<br />

Gestüt Achental als polnisch-ungarischer Basis.<br />

Diese Zuchten brachten <strong>Pferde</strong> hervor,<br />

denen man ihren Ursprung deutlich ansehen<br />

konnte. Es war so gut wie unmöglich, einen<br />

spanischen, britischen, polnischen oder auch<br />

Marbacher <strong>Vol</strong>lblutaraber miteinander zu<br />

verwechseln.<br />

Das bedeutete auch, dass die Möglichkeiten<br />

schier unbegrenzt waren, denn es gab mehrere<br />

ganz unterschiedliche Genpools. Verband<br />

man diese, konnte etwas Erstaunliches<br />

und Bahnbrechendes dabei herauskommen:<br />

etwa ein El Shaklan, der ägyptisches und spanisches<br />

Blut vereinigte und damit etwas völlig<br />

Neues erschuf.<br />

Mit der Internationalisierung der Araberszene<br />

und der Ausdehnung des Schauwesens<br />

veränderte sich weltweit das Zuchtziel, oder<br />

besser: es vereinheitlichte sich. In allen Ländern<br />

versuchten Züchter, dasselbe Ideal zu<br />

erreichen und bedienten sich dabei <br />

Jeder hat das Recht, das zu<br />

züchten, was ihm gefällt,<br />

aber er hat nicht das Recht,<br />

andere <strong>Pferde</strong> schlecht zu<br />

machen oder gar als „unrein“<br />

zu deklarieren.<br />

26<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


genheit eine kleine Gruppe in Deutschland,<br />

die aber inzwischen nach Ungarn umgezogen<br />

ist. Der Hengst AAS Theeb wurde 2011<br />

ins VZAP-Stutbuch eingetragen. Diese <strong>Pferde</strong><br />

entsprechen im Typ so gar nicht unseren<br />

westlichen Vorstellungen, sind aber vom Asil<br />

Club anerkannt. Das gilt auch für die <strong>Pferde</strong><br />

des königlichen Gestüts von Bahrain,<br />

die ebenfalls eine geschlossene Population<br />

bilden. Hier gibt es als einzige europäische<br />

„Zweigstelle“ das Pearl Island Stud in England,<br />

das einen regen Austausch mit dem<br />

königlichen Gestüt betreibt und als einziges<br />

europäisches Gestüt Bahrainis züchtet.<br />

<strong>Vol</strong>lblut, Partbred, oder was?<br />

Gegenüber diesen winzigen Gruppen haben<br />

es die Ägypter mit ihrer viel größeren<br />

Population vergleichsweise gut. Zumindest<br />

ist ihre Erhaltung in keiner Weise gefährdet.<br />

Der Genpool ist jedoch begrenzt, weshalb<br />

es wichtig ist, wirklich alle vorhandenen Linien<br />

zu erhalten. Dennoch gibt es gerade<br />

hier Splittergruppen, die man nicht immer<br />

nachvollziehen kann. Da sind die Züchter,<br />

die die Nachkommen der Stute Tifla ablehnen,<br />

weil die angeblich mal den Paddock mit<br />

einem Esel geteilt hat. Oder solche, die den<br />

amerikanischen Hengst The Minstril nicht<br />

anerkennen, weil ein Vorfahre seinerzeit von<br />

Carl Raswan mit einem zweifelhaften Hengst<br />

gleichen Namens verwechselt wurde. Oder<br />

solche, die keine Basilisk oder auch keine<br />

Hanan in der Abstammung haben wollen,<br />

weil beide nicht „Blue List“ sind, denn auch<br />

die Urmutter aller Asil-Register und Erhaltungszuchten<br />

hat heute noch ihre Anhänger.<br />

Selbstverständlich hat jeder das Recht,<br />

genau das zu züchten, was ihm gefällt. Das<br />

steht außer Frage. Es wird allerdings dann<br />

grenzwertig, wenn es dazu führt, dass andere<br />

<strong>Pferde</strong> schlecht gemacht oder gar als „unrein“<br />

deklariert werden, was leider immer wieder<br />

vorkommt. Man sollte auch nicht vergessen,<br />

dass alle reinen Ägypter, also auch Tifla, The<br />

Minstril und Hanan, von der Pyramid Society,<br />

dem Asil Club und Al Khamsa anerkannt sind;<br />

von der WAHO ohnehin.<br />

Noch etwas zum Thema WAHO: Man kann<br />

von deren Vorgehen (vor allem angesichts<br />

der mittlerweile nachgewiesenen Fremdblut-<br />

der identischen Blutlinien – meist <strong>Pferde</strong><br />

aus den USA, in denen bereits die verschiedensten<br />

Linien vereint waren. Die Globalisierung<br />

und die Reproduktionstechnologie<br />

vereinfachten das ungemein.<br />

Als Ergebnis sieht man heute überall denselben<br />

Typus und dieselben Blutlinien; von den<br />

ursprünglichen Typen sind fast nur noch die<br />

Franzosen übrig, weil die immer noch auf<br />

Rennen selektiert werden, und die Ägypter,<br />

weil die von jeher eine Erhaltungszucht waren<br />

und eine große Lobby haben. Alle anderen<br />

bedienen sich mittlerweile großzügig<br />

bei den Showlinien, um im internationalen<br />

Wettbewerb mithalten zu können. Selbst Polen,<br />

einst eine Bastion der Eigenständigkeit,<br />

das allenfalls Hengste aus dem benachbarten<br />

Russland einsetzte, benutzt fast nur noch<br />

Vererber, die gerade in Mode sind, und verspielt<br />

endgültig seinen Heimvorteil.<br />

Vor diesem Hintergrund formieren sich<br />

zunehmend Erhaltungszüchter. Die Crabbet-Züchter<br />

in Großbritannien sind mittlerweile<br />

organisiert und arbeiten auch international<br />

zusammen. Die Anhänger der<br />

traditionellen „alten“ polnischen, russischen<br />

und spanischen <strong>Vol</strong>lblutaraber sind eher<br />

Einzelkämpfer. Gerade im Fall Polen sind inzwischen<br />

Züchter im Ausland gefragt, denn<br />

die Staatsgestüte driften zunehmend in den<br />

Mainstream ab. Die traditionellen russischen<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber werden wenigstens zum Teil<br />

noch in ihrem Heimatgestüt Tersk gepflegt<br />

und in Deutschland bewahrt Marbach weiterhin<br />

das Erbe des württembergischen Königshauses.<br />

Inzwischen gibt es auch hier vereinzelte<br />

Züchter, der sich bemühen, auch<br />

einkreuzungen bei Rennpferden) halten, was<br />

man will. Man darf aber nicht vergessen, dass<br />

der Rassebegriff „<strong>Vol</strong>lblutaraber“ noch relativ<br />

neu ist. Was ein <strong>Vol</strong>lblutaraber ist, bestimmt<br />

nun einmal die WAHO, ebenso wie die Pyramid<br />

Society definiert, was ein reiner Ägypter<br />

ist (was auch nicht jedem passt). Es geht<br />

also gar nicht, alle nicht-asilen <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

pauschal als „Partbreds“ zu deklarieren, denn<br />

auch das ist eine Rassebezeichnung. Ein polnischer<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber ist kein Partbred, auch<br />

wenn Hansi Heck-Melnyk (deren andere Verdienste<br />

ausdrücklich gewürdigt werden müssen)<br />

meinte, einen „Index der Partbred-Araber,<br />

die international als <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

eingetragen sind“ veröffentlichen zu müssen.<br />

Darin enthalten: alle <strong>Vol</strong>lblutaraber, die nicht<br />

der Blue List, dem Asil Club oder Al Khamsa<br />

angehören. So geht das nicht! Man kann<br />

nicht einfach die Mehrheit aller <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

auf eigene Faust zu Partbreds erklären.<br />

Man kann natürlich so züchten, als wäre das<br />

so, wenn man das möchte. Aber dabei bitte<br />

leben und leben lassen: <strong>Vol</strong>lblutaraber sind<br />

sie letztendlich alle.<br />

Betty Finke<br />

die Achentaler Linien zu bewahren, bevor<br />

sie endgültig von den modernen Strömungen<br />

verdrängt werden.<br />

Erhaltungszucht heißt, gegen den Strom<br />

zu schwimmen, und verlangt eine gehörige<br />

Portion Idealismus. Warum sollte man<br />

solche „alten“ Linien bewahren, wenn doch<br />

die anderen so viel erfolgreicher und gefragter<br />

sind? Was ist eigentlich dran an diesen<br />

altmodischen <strong>Pferde</strong>n? Da ist einmal<br />

das ganz andere Zuchtziel, das sich auf ein<br />

vielseitig einsetzbares, leistungsstarkes,<br />

menschenbezogenes Reitpferd richtete, bei<br />

dem die Schönheit ein Bonus war und kein<br />

Selbstzweck. Dazu kommt die Erhaltung<br />

verschiedener Genpools, damit abseits des<br />

Show-Mainstreams noch ein Reservoir existiert,<br />

auf das man zurückgreifen kann und<br />

in dem die ursprünglichen Qualitäten des<br />

arabischen <strong>Pferde</strong>s erhalten bleiben. In diesem<br />

Sinne sollten sich die Bewahrer der alten<br />

polnischen, spanischen und auch deutschen<br />

Linien ein Beispiel an den Crabbet-Züchtern<br />

nehmen und sich miteinander vernetzen<br />

und stärker zusammenarbeiten. Sonst wird<br />

man eines Tages nur noch feststellen können,<br />

dass diese <strong>Pferde</strong> endgültig verschwunden<br />

sind.<br />

BF.<br />

Es gibt eine neue Initiative, das Projekt "Alte<br />

deutsche Linien", das sich die Vernetzung<br />

und den Austausch von Züchtern der alten<br />

deutschen Linien untereinander zur Aufgabe<br />

gemacht hat. Wer Interesse hat, findet<br />

hier weitere Info:<br />

www.in-the-focus.de/alte-linien<br />

Zucht<br />

Mit der Internationalisie-<br />

rung der Araberszene und<br />

der Ausdehnung des Schauwesens<br />

veränderte sich weltweit<br />

das Zuchtziel, oder<br />

besser: es vereinheitlichte sich.<br />

For the English version, please go to<br />

www.in-the-focus.com<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

<strong>27</strong>


Shagya-Araber<br />

Zucht<br />

Bei strahlendem Wetter fand die diesjährige<br />

Körung des Österreichischen Araberzuchtverbandes<br />

(ÖAZV) vom 2. bis 3. Juli<br />

im <strong>Pferde</strong>zentrum Stadl-Paura statt. Der Verband<br />

betreut Shagya Araber, Partbred-Araber<br />

sowie Anglo-<strong>Arabische</strong> <strong>Vol</strong>lbüter und erfreut<br />

sich leicht steigender Fohlenzahlen.<br />

ÖAZV Hengstanerkennung<br />

von 1991 Simeon Shai (Hengstlinie Saklawi I<br />

über Nazeer) zurück. In der Mutterlinie findet<br />

man über Nejenka die bedeutende, 1918 im<br />

österreichischen Radautz geborene Koalicja,<br />

die der Stutenfamilie der Milordka entstammt.<br />

Das Urteil der Körkommission lautete wie<br />

folgt: „Der Name ist hier Programm, wie man<br />

Bastello. Der charmante fünfjährige Hengst<br />

mit freundlichem Auge wusste zu gefallen<br />

und zeigte gute Grundgangarten mit schönem<br />

Bergaufgalopp. Von den fünf vorgestellten<br />

Hengsten bekam er insgesamt die höchsten<br />

Noten für Schritt, Trab und Galopp. Er steht<br />

nach wie vor in der Entwicklung und man<br />

SL Vision Gold (SL Kingsgold / Crown Bb Dasmira) APb<br />

Shagya-613 / Bastello (Shagya Burla / Shagya XXV-38) ShA<br />

sieht. Ein sehr auffälliger Hengst, der typstark<br />

und sehr edel ist. Er ist fünfjährig, verfügt über<br />

eine sehr schöne Körperanlage mit einer genug<br />

geschwungenen Halsung und einem<br />

schönen Kopf. Die Mittelhand ist vielleicht etwas<br />

lang, da würd sich man sich etwas mehr<br />

Geschlossenheit wünschen. Aber trotzdem<br />

ein sehr harmonisches Gesamtbild. Mit seiner<br />

Männlichkeit ist er sich heute ein paarmal<br />

selbst im Weg gestanden. Er ist zu gespannt,<br />

zu wenig locker. Das heißt, der Schritt war etwas<br />

schwierig zu beurteilen. Es könnte durchaus<br />

sein, dass er im Schritt noch eine etwas höhere<br />

Note erringen kann. Aber dieser Hengst<br />

soll ja auch leistungsgeprüft werden. Heute<br />

haben wir leider keine freie Bewegung gesehen,<br />

sondern nur gespannte Tritte. Der Galopp<br />

kann gespannt sein, wie er in ein paar Jahren<br />

aussehen wird.<br />

Er führt seltene und geschätzte Linien. Seine<br />

Mutter stammt aus Topolcianky/SK und entstammt<br />

dem Stutenstamm der 131 Moldauerin.<br />

Bastellos Vater, Shagya Burla, geht im<br />

Hengststamm über den ebenfalls in Topolcianky<br />

geborenen Shagya XX-23 (Radautz) auf<br />

den Namensgeber der Rasse zurück.<br />

Die Körkommission erklärte: „Er hat einen<br />

sehr raumgreifenden Schritt gezeigt. In der<br />

Trabmechanik hat er uns sehr gefallen. Man<br />

könnte vielleicht sagen, dass er mit dem Vorderbein<br />

etwas besser rauskommen könnte.<br />

Der Hengst hat sich klar positiv auch in den<br />

Grundgangarten präsentiert und ist daher zu<br />

Recht mit der Note 7,05 gekört.“<br />

Einzelnoten der gekörten Hengste<br />

Name, Rasse<br />

Körpermaße<br />

Typ Kopf Hals Gebäude Fundament<br />

Schritt Trab Galopp<br />

Gesamteindruck<br />

Gesamtnote<br />

SL Vision Gold, PbA<br />

151/172/18<br />

8,00 8,00 7,50 7,00 6,50 6,50 7,50 7,00 7,50 7,<strong>27</strong><br />

Shagya-613, ShA<br />

160/180/19<br />

7,00 7,50 7,00 7,00 6,00 7,50 7,50 7,00 7,00 7,05<br />

Inkspots de Terrackie PbA,<br />

156/181/19<br />

8,00 8,00 7,50 7,50 5,50 7,50 7,00 5,50 7,00 7,05<br />

Manhattan ox<br />

150/173/18,50<br />

7,50 8,50 7,00 6,50 5,50 7,00 7,50 6,50 7,00 7,00<br />

Man hätte sich zwar etwas mehr Teilnehmer<br />

wünschen können, aber für das zweite Corona-Jahr<br />

war man durchaus zufrieden. Die<br />

Veranstaltung war gut organisiert, die Hartplatzmusterung<br />

am Freitag interessant und<br />

aufschlussreich. Schade eigentlich, dass dies<br />

kein Bestandteil von <strong>Vol</strong>lblutaraberschauen ist.<br />

Beim ÖAZV gilt ein Hengst ab einer Note von<br />

7,0 und mit keiner Wertnote unter 5,0 als gekört.<br />

Grundsätzlich ist die Notenvergabe des<br />

ÖAZV allgemein niedrig angesetzt. Ein Hengst<br />

gilt mit 7,0 gekört, die „7“ gilt als „gut“. Andere<br />

Verbände vergeben generell sehr hohe<br />

Bewertungen, daher sind die Noten oft nicht<br />

vergleichbar.<br />

Fünf sehr unterschiedliche Hengste traten zur<br />

Körung an. Ein <strong>Vol</strong>lblutaraber, ein Shagya-Araber,<br />

zwei Partbred-Araber (Pintabians) sowie<br />

ein Altösterreichisches Warmblut. Vier der fünf<br />

Hengste wurden gekört.<br />

SL Vision Gold (SL Kingsgold / Crown Bb<br />

Dasmira), Partbred, Z.: David Lee Grenda/D,<br />

B.: Katharina Weitensfelder/AT, Note: 7,26<br />

Strahlender Gesamtsieger wurde der typvolle<br />

palominofarbene SL Vision Gold. Seine hauptsächlich<br />

russischen Vorfahren kann er im Erscheinungsbild<br />

nicht leugnen. In der Vaterlinie<br />

geht SL Vision Gold auf den World Champion<br />

Inkspots De Terackie (Terackie Psynsatonal<br />

Design / Terackie Malikah), Partbred,<br />

B.: Katharina Weitensfelder, Z.: J. McEwen / GB<br />

Der homozygote Braunschecke bringt viel<br />

Rahmen und ein groß angelegtes Gebäude<br />

mit. Er trat gelassen auf, zeigte sich gut im<br />

Schritt. Da erst 3-jährig, ist die Hengstleistungsprüfung<br />

für 2022 geplant.<br />

In der Vaterlinie geht Inkspots auf den in<br />

Österreich gezüchteten <strong>Vol</strong>lblutaraber Psynergy<br />

zurück, der über Padrons Psyche auf<br />

die Hengstlinie Saklawi I zurückführt. In der<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

28<br />

war gut durchgesprungen. Und auch der Trab<br />

war sehr gut getragen und dynamisch. Er stellt<br />

ein komplettes Pferd dar, im positiven Sinn,<br />

von der Körperanlage her und auch von der<br />

Bewegung. Deshalb hier ganz klar an erster<br />

Stelle mit einer Wertnote von 7,26.“<br />

Shagya 613/Bastello (Shagya Burla / Shagya<br />

XXV-38), Shagya-Araber, Z. u. B.: Franz<br />

Kögl, AT<br />

In einer für die Shagya-Araber seltenen Rotfuchs-Jacke<br />

präsentierte sich der 1,60 große


ÖAZV Hengstanerkennung (Fortsetzung)<br />

Mutterlinie findet man Crabbetblut, ansonsten<br />

CMK, russisches, polnisches, ägyptisches<br />

und etwas spanisches Blut.<br />

Die Körkommission urteilte über ihn: „Ein<br />

3-jähriger Hengst, weit entwickelt, gut im<br />

Geschlechtsausdruck. Er hat einen typischen<br />

Hengstkopf, die Halsung ist richtig geformt,<br />

Inkspots De Terackie (v. Ter. Psynsatonal Design)<br />

im Genick etwas schwer, man kann sich vorstellen,<br />

dass er mit 5-6 Jahren schon ein sehr<br />

kapitaler Hengst sein wird. Die Anlage ist gut,<br />

auch die Körperanlage und die schön ausgebaute<br />

lange Kruppe. Die Vorhand gut markiert<br />

und genügend lang. Abstriche haben wir im<br />

Vorderbein zu machen. Im Schritt hat er sich<br />

auch in kurzen Reprisen raumgreifend, im Takt<br />

sicher gezeigt. Im Trab und Galopp hätten wir<br />

uns ein bißchen mehr Dynamik, ein bißchen<br />

mehr Sprungkraft gewünscht. Da sehen wir<br />

schon noch ein bißchen Entwicklungspotential.<br />

Da kann man ihn heute als bestenfalls<br />

durchschnittlich bezeichnen. Aber dieser<br />

Hengst hat durchaus Höhepunkte im Typ und<br />

in der Körperanlage. Die Wertnote 7,05.“<br />

Manhattan (Dalmaz / Diamantina), <strong>Vol</strong>lblutaraber,<br />

Z. u. B.: Gestüt Mauritsch/AT<br />

Der 13-jährige typvolle schneeweiße Hengst<br />

stammt aus einer Familie guter Distanzpferde<br />

und hat bisher für die HLP Distanz 500 km in<br />

der Wertung beendet; sie soll nächstes Jahr<br />

abgeschlossen werden. Bei der Körung war<br />

der sonst bei Distanzritten gelassene Hengst<br />

etwas aufgeregt.<br />

Manhattan ist eng auf die in der Distanz erfolgreichen<br />

<strong>Vol</strong>lgeschwister Dalmaz und Darika<br />

gezogen - Darikas Tochter von Mohafez<br />

wurde mit Dalmaz angepaart. Manhattan<br />

stammt somit hauptsächlich aus CMK-Linien<br />

sowie ägyptischem und polnischem Blut. Er<br />

geht sechsmal auf Witez II zurück.<br />

Die Körkommission beschreibt ihn wie folgt:<br />

„Der Hengst ist 13 Jahre alt, vom Rassetyp und<br />

Geschlechtstyp ansprechend, ein maskuliner<br />

Hengst. Im Typ mit leichten Abzügen bezogen<br />

auf die Zuchtbuchordnung des ÖAZV. Er hat<br />

zwar selbst viel Substanz und wirkt dadurch<br />

athletisch, ist aber mit 1,52 m am unteren<br />

Rand. Der Hengst hat einen schönen Kopf, die<br />

Halsung ist an sich richtig geformt, aber etwas<br />

stark. Das Gebäude ist ausgeglichen, einzig in<br />

der Mittelhand ist der Hengst recht vorgetieft.<br />

Das hängt vielleicht auch damit zusammen,<br />

wie er gerade dasteht und eine gewisse Körperspannung<br />

aufbaut. Den Schritt hat er uns<br />

kurzzeitig auch ausreichend taktsicher und<br />

Manhattan (Dalmaz / Diamantina), VA<br />

raumgreifend gezeigt. Die Galoppade war etwas<br />

flach, diese hätten wir uns besser durchgesprungen<br />

gewünscht. Die Trabmechanik<br />

hat uns gut gefallen. Speziell auch in der Rundung<br />

und in der Wendung, sehr viel Dynamik<br />

und auch gut getragen. Leichte Abstriche im<br />

Fundament, aber noch korrekt genug. Er wurde,<br />

vorbehaltlich der HLP, für Partbred Araber<br />

und Anglo Araber gekört. Für Shagya-Araber<br />

hat er die Mindestgröße von 1,54 nicht<br />

erreicht.“<br />

Alexandra Dietl<br />

Anzeige<br />

Zucht<br />

Mutter und Tochter im Gespann zu verkaufen:<br />

Dajinah ox *2012 v. Nastaran ox a.d. Dumjeh ox v. Muammar<br />

WM Dardascha ox *2017 v. WM Safi ox<br />

a.d. Dajinah ox v. Nastaran ox<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber aus dem Hauptgestüt!<br />

Ansprechpartner:<br />

Stutenmeister Klaus Niethammer (01 60) 8 10 90 63<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

www.gestuet-marbach.de<br />

29<br />

Arab Gespann 148x210.indd 1 <strong>27</strong>.05.21 15:17


Grosse Woche in Iffezheim mit Araberrennen<br />

Al Khamsa Convention<br />

Shagya-Araber<br />

Zucht News<br />

Am 05. September fand im Rahmen des<br />

Hauptrenntages der Großen Woche<br />

auf der Rennbahn in Iffezheim der 'The<br />

President of the United Arab Emirates Cup'<br />

statt. Der Cup ist eine weltweite Serie für arabische<br />

<strong>Pferde</strong>. Nach einem Jahr Corona-Pause<br />

für die Zuschauer war es nun wieder möglich,<br />

dieses Listenrennen mit 12 Startern über<br />

1600 Meter mit einem Preisgeld von 40.000<br />

Euro vor Publikum zu laufen.<br />

Siegerin wurde die 5-jährige Schimmelstute<br />

Lamet Shamel QA (Af Albahar (UAE) / Valuta<br />

Khan (HOL)), gezogen in Qatar und im Besitz<br />

von Waleed ben Zaied aus Frankreich.<br />

Geritten wurde die Stute von Oliver d'Andigne<br />

und sie steht im Training bei Jean-<br />

Loup de Mieulle/FR. Mit einer halben Länge<br />

Rückstand ging der 4-jährige in Frankreich<br />

gezogene Schimmelhengst Almafjar (Mister<br />

Ginoux (FR) / Al Dhabi (QA)), im Besitz<br />

von Al Shaqab Racing/FR, über die Ziellinie.<br />

Als Dritter kam mit 1,5 Längen Abstand<br />

der 7-jährige in Belgien gezogene braune<br />

Hengst El Zarka (Af Albahar (UAE) / Schiva<br />

D.A. (BEL)), im Besitz von Johann Verstrepen/<br />

BEL, ins Ziel. Der Vorjahressieger Freddy Py<br />

ox (TM Fred Texas (USA) / Via Hipolyte (FR))<br />

wurde 5. und Mashhur al Khalediah (Jalnar<br />

al Khalidiah (KSA) / Amerah al Khalediah<br />

(KSA)), der Sieger aus dem Jahr 2019, erreichte<br />

nur den 6. Platz.<br />

Unter dem Link badengalopp.de finden Sie<br />

weitere Informationen zu diesem Rennen.<br />

Birgitta Frosch<br />

Im Rahmen der „Al Khamsa Convention“<br />

wird es einige Gastvorträge geben, die<br />

auch online zu verfolgen sind und an deren<br />

Diskussion man online teilnehmen kann. So<br />

wird es am Freitag, 15. Oktober, einen Vortrag<br />

von Michael Bowling zu „125-jähriges Jubiläum<br />

der Davenport-Araber“ geben, Yasser<br />

Ghanim und Edouard Al-Dadah werden ihr<br />

„<strong>Arabische</strong>s Manifest“ vorstellen. Am Samstag,<br />

16. Oktober, wird Jenny Lees über „Araberrennen“<br />

referieren, sowie Dr. Samantha<br />

Brooks über die genetische Verankerung<br />

phänotypischer Eigenschaften, u.a. Gebäude<br />

und Kopfformen. Weiterhin stellt Edouard<br />

Al-Dadah Sprachaufzeichnungen, Fotos und<br />

Videos von Nachfahren der Beduinen vor, die<br />

einige Stammpferde der Al Khamsa gezüchtet<br />

haben, u.a. Basilisk, Haidee und Hadba.<br />

Die Vorträge sind in englischer Sprache, man<br />

kann sich über www.alkhamsa.org/?id=200<br />

registrieren, die Teilnahmegebühr beträgt 40<br />

U$.<br />

Terminänderung Europa-<br />

Championat Sport<br />

Lamet Shamel QA (FR) (AF Albahar / Valuta Khan) *2016, Siegerin über 1600 m im Araberrennen<br />

in Iffezheim (Baden-Baden).<br />

Foto: Br. Frosch<br />

Der zuvor in den Social Media veröffentlichte<br />

Termin von Ende Juli für das Europa-Championat<br />

der Sport-Araber mußte geändert werden.<br />

Die Veranstaltung findet nun am 1. bis 4.<br />

September 2022 statt!<br />

Es kommen insgesamt vier Championate an<br />

diesem langen Wochenende zur Austragung:<br />

ECAHO European Championships, Masters<br />

Championships, National Championships<br />

und die Newcomer Championships. Der Austragungsort<br />

bleibt wie gehabt das Western<br />

Trainings Center (WTC) Schulz in Wiener Neustadt,<br />

Österreich.<br />

Pl. Pferd Ziel Preisgeld Besitzer / Land Gewicht Toto<br />

1.<br />

Lamet Shamel<br />

QA (FR)<br />

sicher 20.000 €<br />

W. ben Zayed /<br />

Frankreich<br />

54,0 kg 9,4<br />

2. Almafjar (FR) 1/2 Länge 10.000 €<br />

Al Shaqab Racing /<br />

Frankreich<br />

56,0 kg 8,0<br />

3.<br />

El Zarka D.A. 1 1/2<br />

(BEL)<br />

Längen<br />

5.000 €<br />

J. Verstrepen /<br />

Belgien<br />

56,0 kg 37,1<br />

4.<br />

Mounjared<br />

Al Cham (FR)<br />

1/2 Länge 2.500 €<br />

Al Shaqab Racing /<br />

Frankreich<br />

56,0 kg 4,0<br />

5. Freddy Py (FR)<br />

1 1/2<br />

Längen<br />

1.500 €<br />

G. Th. Zoetelief /<br />

Niederlande<br />

57,0 kg 5,3<br />

6.<br />

Mashhur Al<br />

Khalediah (FR)<br />

1 Länge 1.000 €<br />

Athbah Stud Ltd. /<br />

England<br />

56,0 kg 5,0<br />

7. Messi (BEL) 3/4 Länge<br />

V. Keersmaekers /<br />

Belgien<br />

62,0 kg 10,0<br />

8.<br />

Mayar Al<br />

Khalediah (FR)<br />

12 Längen<br />

Polska AKF Sp.z o.o. /<br />

Polen<br />

56,0 kg 18,6<br />

9. General Lady (FR)<br />

6 1/2<br />

WOW Sp.z.o.o. / 55,0 kg<br />

Längen<br />

Polen<br />

Mgw. 1,0<br />

19,8<br />

10.<br />

Conchita D.A.<br />

(BEL)<br />

3 1/2<br />

Längen<br />

P. Deckers /<br />

Belgien<br />

55,0 kg 30,9<br />

11.<br />

Ainhoa Damili<br />

(FR)<br />

15 Längen<br />

Stall Eclipse /<br />

Deutschland<br />

54,0 kg 30,2<br />

12.<br />

Maestro MNM<br />

(GER)<br />

71 Längen<br />

Günay Equestrian<br />

Invest GmbH/Polen<br />

56,0 kg 49,7<br />

30<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Stutbuchaufnahme und Fohlenchampionat des ÖAZV<br />

Zeitgleich mit der Hengstanerkennung<br />

fand auch die Stutbuchaufnahme für<br />

Shagya- und Partbred-Stuten statt.<br />

Die Charakteristik der Stuten war sehr unterschiedlich,<br />

die Typvarianz war groß.<br />

Gesamtsiegerin und als Einzige mit einer<br />

Prämie ausgezeichnet wurde die neunjährige<br />

Shagya-Araber-Stute Gazal-224 (Gashima)<br />

(Gilgamesch II x Badia), Z.: Karin und<br />

Harald Gasser, AT, B.: Sandra Janko, AT. Eine<br />

gewinnende Stute vom Ausdruck, Kopf<br />

und vom Shagya-Araber-Typ. Die Halsung<br />

ist vielleicht etwas tief angesetzt, aber in<br />

Stutbuchaufnahme des ÖAZV<br />

der Bewegung lässt sie sich gut fallen. Eine<br />

gute geschlossene Stute, die im Leistungstyp<br />

steht. Der Schritt war sehr gut durch<br />

den Körper gehend. Der Trab war losgelassen,<br />

sehr gut getragen und durchgesprungen<br />

mit hervorragender Trabmechanik. Im<br />

Fundament konnte sie ebenfalls punkten.<br />

Die Wertnote ergab eine verdiente 7,50.<br />

Im Fohlenchampionat siegte von vier vorgestellten<br />

Fohlen der dunkelbraun-gescheckte<br />

GH Namib (NuStar Kossak ox /<br />

Absolute Shamira), Z. u. B.: Gerda Laimgruber,<br />

AT. Als Erster in der Bahn erschienen,<br />

konnte er nicht mehr eingeholt werden. GH<br />

Namib ist ein schön aufgerichtetes Fohlen<br />

mit sehr viel Ausdruck und Typ. Es präsentierte<br />

sich in der Gesamterscheinung sehr<br />

langbeinig, mit gutem Körper und mit<br />

guter Gangkorrektheit. Namib wurde mit<br />

der Gesamtnote von 7,80 prämiert und ist<br />

somit das beste Fohlen der letzten beiden<br />

Jahrgänge. Er ist das erste Pintabian-Fohlen<br />

von NuStar Kossack, der letztes Jahr mit<br />

7,95 Punkten eine gute Hengstleistungsprüfung<br />

abgelegt hat.<br />

Alexandra Dietl<br />

Pl. Pferd Vater Mutter Züchter Besitzer Wertnote<br />

Shagya-Araber<br />

1 Gazal-224 (Gashima) Gilgamesch II Badia (Ibn Galal) Karin + Harald Gasser Sandra Janko<br />

7,50<br />

(Prämie)<br />

2 Hadban-828 (Saphira) Tirkhan Dahoman-211 (Sass) Franz Kögl Franz Kögl 7,44<br />

3 Kismeth des Charmes Gersix ox Kleopatra Edda Haas Elvira Birnstingl 7,22<br />

3 O'Bajan-706 (Shyenne) Grando Shagmene-4 Ramona Spörk Ramona Spörk 7,22<br />

5 Saklawi I-705 (Grace) Saklawi I-931 (Rashid) Shagya-789 (Gina) Ramona Spörk Ramona Spörk 7,07<br />

Partbred-Araber<br />

1 W. H. Farida Sahib Ibn Azal Charming Fee Johannes Bilgeri Roman Hruby 7,25<br />

2 Absolute Shamira Absolute Ibn Dash Terackie Shakira Petra Müller Gerda Laimgruber 7,16<br />

3 PHR Raffaela Sauda Zahra Black Rafaa Hi Ja Anita Platzer Barbara Wallner 7,11<br />

Anzeige<br />

Sportliche News Araber<br />

Typvolle <strong>Vol</strong>lblutaraber für Zucht, Sport, Freizeit & Familie<br />

Fotos: © M.Groger<br />

WILLKOMMEN <strong>IN</strong> DER VORSCHULE<br />

Schnell werden sie erwachsen. Wir bereiten<br />

unsere Zöglinge bestmöglichst darauf vor.<br />

Finden Sie bei uns Ihr Traumpferd!<br />

acebook.com/gestuet.amurath<br />

Bernd & Gabriele Zimmermann, 88<strong>27</strong>9 Amtzell<br />

Tel.: +49 (0) 75 22 - 93 15 60 * www.gestuet-amurath.de<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

31


Shagya-Araber<br />

Zucht News<br />

Stephanie Weirich mit ihrem Hengst Sahil Ibn<br />

Farag II-3 (Farag II-3 / Souha) *2010<br />

Sahil Ibn Farag II-3 mit der Stute S.B. Mabrouka<br />

(Wahhabit / Mabrouk-1) *1996<br />

Farida Bint Farag II-3 (Farag II-3 / Rashida P)<br />

*2012<br />

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3 /<br />

Farida Bint Farag II-3) *2020<br />

Shuweyma-Sabbah (Moftha / Moona) *2005,<br />

eine Ur-Ur-Enkelin der 25 Amurath Sahib.<br />

Stutenleistungsprüfung des ZSAA<br />

Jeweils am zweiten Septemberwochenende<br />

wird auf dem Araber Gestüt Rhön war die Salazar S Tochter Nuria (aus der<br />

ya-Araber-Stute mit einer Note von 7.41<br />

in Mittelkalbach von Familie Wehner Norma), ebenfalls im Besitz von Dr. Sylvia<br />

und ihrem Team traditionell eine Stutenleistungsprüfung<br />

Hagen, Niederbösa. Der 4-jährigen sympa-<br />

(ZSAA) organisiert. An thischen Schimmelstute wurde sowohl von<br />

diesem Termin werden auch Fohlen gemustert<br />

den Richtern als auch von der Fremdreilichkeit<br />

und prämiert und es besteht die Mög-<br />

terin Martha Grauel eine gute Rittigkeit mit<br />

der Hengstvorstellung sowie der schöner Aufrichtung sowie gute Grundgangarten<br />

Stuteneintragung. In der vor zwei Jahren<br />

attestiert. Auch im Freispringen<br />

neu errichteten und schön geschmückten zeigte sie sich solide.<br />

Reithalle wurden in diesem Jahr insgesamt Der Abschluss dieses schönen und interessanten<br />

24 <strong>Pferde</strong> verschiedenster Rassen vorgestellt<br />

Tages gehörte den Fohlen und<br />

und die anwesenden Zuschauer erhielten<br />

Stuten die zur Prämierung beziehungs-<br />

somit einen vielfältigen Überblick weise zur Stutbucheintragung antraten.<br />

über die vom ZSAA betreuten Zuchtrichtungen.<br />

Mütter mit Fohlen bei Fuß die noch nicht<br />

eingetragen waren, wurden von den Rich-<br />

Zur Hengstnachkörung traten zwei Hengste<br />

tern gleichzeitig mit ihrem Nachwuchs<br />

an, der vom Gestüt gezogene 4-jährige bewertet. Vorab erschienen jedoch zwei<br />

Theoderich (Marek x AA / Tertia AA) sowie Töchter des Shagya-Araber-Hengstes Midas<br />

ein P.R.E. für die Spezial-Zucht. Beide erhielten<br />

(Mersuch XIX / Azizka). Midas hat sei-<br />

ein positives Körurteil. Theoderich führt nen Weg in die Zucht erst spät gefunden.<br />

über seine Mutter Tertia unter anderem das Trotz erfolgreich abgelegter HLP wurde<br />

wertvolle Shagya-Araberblut von Bajar der 1994 geborene Hengst aus der Conradty-Zucht<br />

(Suakim / Gazelle I). Tertias Vater, der 2011<br />

erst 2016, nachdem er zu<br />

verstorbene Puschkin R (Pamino / Cäcilie) Familie Wehner gekommen war, zur Körung<br />

ist wohl noch vielen Shagya-Araber-Freunden<br />

vorgestellt. Vorerst, aufgrund seines<br />

ein Begriff. Seine Hengstleistungsprüfung<br />

altersbedingten Zustandes, nur für drei<br />

legte er gegen Warmblüter ab und Stuten anerkannt, erhielt er später die<br />

ging als Sieger hervor. Er war ein hoch volle Zuchtzulassung.<br />

erfolgreiches Sportpferd und Vater vieler Bashima (aus der Bagiera) und Jarinka (aus<br />

erfolgreicher Nachkommen. Puschkin R erhielt<br />

der Jamila), gezüchtet und im Besitz von<br />

in vielen Deutschen Zuchtverbänden Solveig Bajec, Lauter-Bernsbach, präsen-<br />

eine Zuchtzulassung. Im Gestüt Rhön hat er tierten sich in ähnlichem Typ stehend noch<br />

seine Spuren in Form von hervorragender etwas unausgereift, was ihrem jungen Alter<br />

Nachzucht hinterlassen.<br />

von vier Jahren geschuldet ist. Beide haben<br />

Für die Hengstvormusterung wurde von schöne Partien, die jedoch noch nicht ganz<br />

den Richtern Ahmed Al Samarraie, Dr. Sylvia<br />

harmonisch zusammenspielen. Beide Stuber<br />

Hagen und Peter Pracht ein Shagya-Araten<br />

wurden mit der Empfehlung, sie nach<br />

begutachtet. Dareios (Daru / Dalicah) der Geburt ihrer Fohlen im nächsten Jahr<br />

aus der Zucht und im Besitz von Jörn-Helge<br />

vielleicht noch einmal vorzustellen, mit der<br />

Möller, Rohrbach, kann seine Daho-<br />

Note 7.18 eingetragen.<br />

man-Vorfahren nicht verleugnen. Der noch Bei den Jüngsten stellten sich auch zwei<br />

nicht ganz ausgereifte 5-Jährige zeigt gute Shagya-Araber-Fohlen des Gestüts Rhön<br />

Ansätze bei genügendem Hengstausdruck dem Urteil der Richter. Den Anfang machte<br />

und bekam die Empfehlung, ihn für die Körung<br />

Agnetha (Diamant / Ashley), gefolgt von<br />

vorzubereiten.<br />

Bolero (Javino / Bashra). Beide präsentierten<br />

Zur Stutenleistungsprüfung nach LPO<br />

schöne Bewegungsansätze, wie es bei<br />

traten 5 Stuten sowie ein Wallach an. Die Fohlen aber so oft der Fall ist, kann das angelegte<br />

Teilnahme eines Wallaches macht insofern<br />

Potenzial je nach Wachstumsphase<br />

Sinn, da die Noten in die Zuchtwertschätzung<br />

nicht immer voll ausgeschöpft werden. So-<br />

der Elterntiere einfließen was die wohl Agnetha wie auch Bolero wurden im<br />

Genauigkeit der Daten verbessert. Geprüft Exterieur und für die Bewegung mit "sehr<br />

werden einerseits die Springanlage im Freispringen<br />

gut" bewertet und erhielten damit die Ein-<br />

als auch die Grundgangarten und Stern-Prämie. Die Spitze der Fohlenriege<br />

Rittigkeit unter dem Eigenreiter sowie unter<br />

bildete das von Thomas Wehner gezoge-<br />

einem Fremdreiter. Das Richtergremium ne Anglo Araber-Fohlen Tarek (Ismael AA /<br />

wurde für diese Prüfung mit der FN-Richterin<br />

Tertia AA). Tarek erhielt sowohl im Exterieur<br />

Sabine Bunk ergänzt. Unter den fünf wie auch für die Bewegungen verdient je<br />

Stuten waren erfreulicherweise drei Shagya-Araber-Stuten<br />

ein "vorzüglich" und somit die Drei-Ster-<br />

wovon eine die Prüfung ne-Prämie. Er geht über seine Eltern auf<br />

leider nicht zu Ende bringen konnte. Mit <strong>Pferde</strong> zurück, die über Generationen im<br />

der Tageshöchstnote von 8.38 wurde die Gestüt Rhön gezüchtet worden sind. Und<br />

4-jährige Holsteinerstute Dinara im Besitz natürlich ist über Tertia AA wieder der Shagya-Araber<br />

von Dr. Sylvia Hagen, Niederbösa, belohnt.<br />

Puschkin R im Pedigree zu fin-<br />

Auch sie führt über den <strong>Arabische</strong>n Halbblüter<br />

den.<br />

Bachus das Bajar-Blut. Beste Shag-<br />

Yvonne Wernig<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

32


Leserbrief<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

In seinem Artikel "Homage an Tibor Pettkó-Szandtner"<br />

in Ausgabe 1/<strong>2021</strong> schrieb<br />

der Autor Laszló Király am Schluß: "Die Retterin<br />

der Linie ist 221 Kuhaylan Zaid-4, in<br />

Polen auch als Blaga bekannt, die vom letzten<br />

Vertreter der asilen Amurath-Hengstlinie,<br />

Amurath Sahib, tragend nach Ungarn<br />

zurückgebracht wurde. Die legendäre Stute<br />

25 Amurath Sahib wurde 1952 geboren.<br />

Dank dieser Umstände lebt diese asile Blutlinie<br />

noch, wenn auch nicht in Bábolna."<br />

Zu dieser Tatsache, dass es diese asile Linie mit<br />

Amurath Sahib noch immer gibt, erreichte uns<br />

folgender Leserbrief von Stephanie Weirich:<br />

Fast 30 Jahre ist es nun her, dass ich durch<br />

puren Zufall meinem Once-in-a-life-time-<br />

Hengst begegnete. Es war der damals 4-jährige,<br />

in Bábolna gezogene Farag II-3 (Farag II<br />

/ 204 Ghalion), geboren 1987.<br />

Ich erinnere mich noch genau an den Satz<br />

der damalige Zuchtbeauftragten in Bayern:<br />

„Wissen Sie eigentlich, was Sie da haben!?“<br />

Nein, das wusste ich nicht – noch nicht.<br />

Farag II-3 entwickelte sich in den nächsten<br />

Jahren zu einem stattlichen und typvollen<br />

Hengst, der es mir aber auch nicht immer<br />

leicht machte. Manche Hengste sind einfach<br />

nicht für ein Leben im Reitstall gemacht. Das<br />

änderte sich schlagartig, als ich 2000 meinen<br />

ersten eigenen Offenstall hatte und Farag<br />

fortan friedlich und zufrieden neben „seinen“<br />

Stuten lebte.<br />

2009 – Farag II-3 war bereits 21 Jahre alt – pachtete<br />

ihn das Haupt- und Landgestüt Marbach<br />

für die letzten beiden asilen Stuten des Gestütes.<br />

Horst König umsorgte den alten Herrn<br />

während seines Aufenthaltes auf dem Gestüt<br />

liebevoll und nannte ihn „einen Edelstein“, weil<br />

Farag einer der wenigen, wenn nicht sogar der<br />

letzte noch lebenden asile Hengst war mit 17-<br />

mal Amurath im Pedigree.<br />

Während Farag in Marbach zumindest einen<br />

kleinen Teil zur Zuchtgeschichte beitrug,<br />

machte ich mich auf die Suche nach weiteren<br />

Stuten dieser asilen Linie. Entweder lebten<br />

sie aber schon nicht mehr oder waren bereits<br />

zu alt für die Zucht.<br />

War es Glück oder Bestimmung, dass die<br />

Schimmelstute Farag II-1 (Farag II / 238 Rajan),<br />

geb. 1991, zu uns stieß? Sie wurde bei einem<br />

<strong>Pferde</strong>händler gefunden, war schon 18<br />

Jahre alt und in einem erbärmlich mageren<br />

Zustand. Sie zog zu Farag-Arabians, wurde<br />

ein Jahr lang aufgepäppelt und 2010 ihrem<br />

75%igen Bruder Farag II-3 zugeführt. Leider<br />

wollte sie nicht tragend werden, und so riet<br />

mir ein sehr erfahrener Züchter, einen jüngeren<br />

Hengst einzusetzen, um die in die Jahre<br />

gekommene Stute nochmal “anzuschieben“.<br />

Die Wahl fiel 2011 auf den eng verwandten<br />

und sehr Dressur-talentierten Szar Szara<br />

Cham Dell Lilla (Mascha Farag v. Farag II x<br />

Hamra Azali, geb. 2000) im Besitz von Mira<br />

von Bodelschwingh. Im darauffolgenden<br />

Jahr gebahr Farag II-1 die großrahmige und<br />

typvolle Szara Bint Farag II-1. In den Folgejahren<br />

folgten 2 weitere Stutfohlen – diesmal<br />

von Farag II-3 –: Arzu-Melina Bint Farag II-3<br />

und Taza Bint Farag II-3.<br />

Aus dem Tete-a-tete in Marbach fielen 2010<br />

die Söhne Sahil (a.d. Souha) und Salib (a.d.<br />

Sabola).<br />

Sahil Ibn Farag II-3 blieb noch zur Aufzucht<br />

in Marbach und zog dann natürlich auch zu<br />

Farag-Arabians, um den Platz seines Vaters<br />

einzunehmen, der 2016 mit fast 30 Jahren auf<br />

die immergrünen Weiden ging.<br />

Meine Suche nach passenden Stuten führte<br />

mich auch nach Nordrhein-Westfalen, zu Familie<br />

Pühl. Dort lebte die 239 Rajan (Rajan x<br />

3 Siglavy Bagdady VI). Leider war sie schon zu<br />

alt, aber ihre wunderschöne Tochter Rashida<br />

P (Maysoun x 239 Rajan) war erst 6 Jahre alt.<br />

Sie war der Liebling der Besitzerin Katrin Pühl<br />

und gerade angeritten. Die Begeisterung<br />

hielt sich anfangs sehr in Grenzen, die junge<br />

Stute ausgerechnet jetzt in die Zucht zu geben.<br />

Ich ließ nicht locker und Rashida P durfte<br />

letztendlich zu Farag. Im Jahre 2012 kam die<br />

hübsche Farida Bint Farag II-3 zur Welt.<br />

Die aus dem Besitz von Karl Hemmer stammende<br />

S.B.Mabrouka (Wahhabit x Mabrouk-1,<br />

geb. 1996) kam 2016 aus Österreich<br />

zu uns. Sie ist eine „Hengstmutter“, die ihren<br />

Söhnen durchweg die dunkle Fuchsjacke<br />

und den flachsfarbenen Behang vererbt.<br />

2019 gebar sie den Sahil-Ibn-Farag-II-3-Sohn<br />

Muktashif Hafid Farag II-3. Zu meiner großen<br />

Freude kam dieses Jahr endlich das ersehnte<br />

Stutfohlen von Sahil und Mabrouka. Leider<br />

währte meine Freude nicht lange. 5 Stunden<br />

nach der Geburt musste die kleine Sahila Hafida<br />

Farag II-3 schon wieder aus dem Leben<br />

gehen. Freud und Leid eines jeden Züchters<br />

liegen so eng beieinander...<br />

2018 konnte ich den Bestand mit der Stute<br />

Shuweyma Sabbah (Moftha x Moona), geb.<br />

2005, einer Ghalion-6-Urenkelin erweitern.<br />

Sie soll mit Ghalion-6 TG besamt werden.<br />

Leider nur ein kurzes Gastspiel gab der 2019<br />

von Karl Günter aus Österreich zugekaufte<br />

Hengst Sheik Tahawi (Unkas x Tahia v. Ghalion-6,<br />

geb. 1999), der für Farags Töchter angedacht<br />

war. Er führte ebenso wie Farag II-3<br />

altes Bábolnaer Blut ohne Ibn Galal und ging<br />

ebenfalls über Amurath Sahib zurück auf<br />

Amurath Weil, 1881. Außerdem hatte Sheik<br />

Tahawi noch den Shuweyma Sabbah Strain<br />

über die Folla, eine Tahawi-Stute. Ohne bei<br />

uns Fohlen hinterlassen zu haben, musste er<br />

im Dezember 2020 ganz überraschend aufgrund<br />

einer schweren Kolik erlöst werden.<br />

Die Jüngste bei Farag-Arabians ist die reizende<br />

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3<br />

x Farida Bint Farag II-3, geb. 2020). Sie vereint<br />

die Sanftmut und überdurchschnittliche Größe<br />

ihres Vaters und das Liebenswerte ihrer<br />

Mutter. Sie ist das „Engelchen“ im Stall.<br />

Dank all dieser Umstände lebt diese asile<br />

Blutline noch, wenn auch nicht in Bábolna –<br />

dafür aber in Deutschland.<br />

Stephanie Weirich, Wedemark<br />

33<br />

Stephanie Weirich mit ihrem Hengst Sahil Ibn<br />

Farag II-3 (Farag II-3 / Souha) *2010<br />

Sahil Ibn Farag II-3 mit der Stute S.B. Mabrouka<br />

(Wahhabit / Mabrouk-1) *1996<br />

Farida Bint Farag II-3 (Farag II-3 / Rashida P)<br />

*2012<br />

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3 /<br />

Farida Bint Farag II-3) *2020<br />

Shuweyma-Sabbah (Moftha / Moona) *2005,<br />

eine Ur-Ur-Enkelin der 25 Amurath Sahib.<br />

Sportliche Leserbriefe Araber


Shagya-Araber<br />

Zucht News<br />

Geboren am 2. Juni 1941 in London, starb<br />

Charlie Watts, der Drummer der Rolling<br />

Stones, am 24. August im Alter von 80 Jahren<br />

in einem Krankenhaus in Londen im<br />

Kreise seiner Familie.<br />

Schon früh entdeckte Watts seine Liebe<br />

zu Jazz und Blues, 1963 trat er den Rolling<br />

Stones bei, mit denen er Weltruhm errang.<br />

Nach Mick Jagger und Keith Richards war<br />

Watts das dienstälteste Mitglied der Band<br />

und galt vielen als der großartigste Schlagzeuger<br />

seiner Generation. Eigentlich wollte<br />

die Band ihre wegen der Coronapandemie<br />

unterbrochene US-Tournee ab September<br />

Am 9. Juli ist<br />

Christa Reiner<br />

im 86. Lebensjahr<br />

gestorben.<br />

Sie war Gründungsmitglied<br />

des Shagya-Araber-Verbandes<br />

der Schweiz und<br />

dabei eine sehr<br />

aktive und erfolgreiche<br />

Züchterin.<br />

Christa wurde in<br />

Deutschland geboren und ist dort auch aufgewachsen.<br />

Sie hat den aus Österreich stammenden<br />

Architekten Hans Reiner geheiratet,<br />

sie zogen in die Schweiz, wo sie drei Kinder<br />

hatten. Hans starb 1991 völlig unerwartet.<br />

1977 hat Christa den Jährlingshengst Fawzan<br />

bei Liesegangs gekauft. Vorher hatte sie<br />

schon New Forest- und Araberponys, auch<br />

Partbred-Araber von Haladin (AV) und Paladin<br />

(AV) hatte sie in ihrem Stall. Dann suchten<br />

die Reiners größere <strong>Pferde</strong>, um im Sport<br />

mithalten zu können. Auf dem Reichshof bei<br />

Ruth Pack fanden sie 1985 den Hengst Oberon<br />

von Ben Bajar und die Stute Okhara, von<br />

Bajar. Auf Oberon ritt Tochter Andrea zu zahl-<br />

Wir gedenken...<br />

fortsetzen, dies wird nun leider ohne Charlie<br />

Watts geschehen ...<br />

Freunde des arabischen <strong>Pferde</strong>s aber kennen<br />

ihn und seine Frau Sherley als <strong>Pferde</strong>züchter,<br />

speziell Liebhaber der polnischen<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber aus den Staatsgestüten. Die<br />

Namen in der Stutenherde lesen sich wie<br />

das „Who is Who“ der polnischen Araberzucht<br />

und die Watts’ kauften nahezu jedes<br />

Jahr <strong>Pferde</strong> für einen sechsstelligen Betrag<br />

auf der Auktion in Janow Podlaski – Emmona,<br />

Egna, Ekspulsja, Emantia, Alhambra,<br />

Altamira, Andromeda, Biruta und Cenoza<br />

stehen (oder standen) in Halsdon Arabians<br />

in Devon, um nur einige zu nennen.<br />

Mit diesem Gestüt hatten sich Shirley und<br />

Charlie Watts ein Stück Paradies auf Erden<br />

geschaffen.<br />

Beide waren auch gern gesehene Gäste auf<br />

Schauen, auf den polnischen Auktionen<br />

und auf privaten Gestütspräsentationen<br />

und man hatte den Eindruck, dass Charlie<br />

Watts es genoß, in diesen Kreisen einmal<br />

er selbst zu sein und nicht der berühmte<br />

„Drummer der Rolling Stones“.<br />

2004 unterzog er sich einer erfolgreichen<br />

Krebsbehandlung, da bei ihm Kehlkopfkrebs<br />

diagnostiziert wurde. Am 5. August<br />

<strong>2021</strong> wurde berichtet, dass er aufgrund<br />

eines medizinischen Eingriffs, der das Herz<br />

betraf, ins Krankenhaus mußte, wo er am<br />

24. August starb. Unser Mitgefühl gilt seiner<br />

Frau Shirley, seiner Tochter Seraphine<br />

und Enkelin Charlotte sowie allen Bandmitgliedern<br />

und Freunden.<br />

Gudrun Waiditschka<br />

reichen reiterlichen Erfolgen.<br />

Schon 1986 begab sich Christa mit dem Kauf<br />

der Stute Jourkaida von O‘Bajar in die oberste<br />

Klasse der Shagya-Araber-Zucht. Acht Fohlen<br />

aus der Jourkaida hat Christa gezogen, eins<br />

besser als das andere. Joggal, geboren 1988,<br />

von Shagal. Er wurde in Deutschland beim<br />

VZAP und beim ZSAA zur Zucht anerkannt.<br />

Beim VZAP hat er auch die HLP bestanden. Joanna,<br />

geboren 1993, von Amor, war Siegerin<br />

an Schauen, überall wo sie auftrat. Das sind<br />

nur zwei der acht wertvollen Fohlen aus der<br />

Jourkaida, die hier genannt werden. Wie wertvoll<br />

diese «J»-Linie ist, zeigt auch die 2016 bei<br />

Gabi und Ueli Haldemann geborene Januska,<br />

von Thamias, deren Urgroßmutter Jourkaida<br />

war und die am ISG-Europachampionat 2019<br />

in Marbach Siegerin der Schau wurde.<br />

Christa war eine liebenswürdige, kleine, überaus<br />

wirblige Frau. Zahlreiche Umzüge in viele<br />

Ställe quer durch die Schweiz, aus der Schweiz<br />

nach Deutschland oder gar in die Toskana und<br />

wieder zurück prägten ihr Leben.<br />

Nun ist die Stimme einer großen <strong>Pferde</strong>freundin<br />

verstummt. Der Schreibende ist überzeugt,<br />

dass Christa auf der großen Weide,<br />

inmitten ihrer über 20 selbst gezogenen Shagya-Araber<br />

sitzt und glücklich ist.<br />

Bruno Furrer<br />

Am 30. August starb Gerhard Huber im Alter<br />

von 67 Jahren. Er war einer der größten<br />

und erfolgreichsten Araberzüchter Österreichs.<br />

Bereits Ende der 1980er Jahre wurde er mit<br />

dem Arabitis-Virus infiziert und reiste ins<br />

ungarische Nationalgestüt Bábolna, von<br />

wo er zwei ägyptische Stuten und einen<br />

Hengst importierte. Da es ihm aber auch<br />

die Spanier angetan hatten, wählte er den<br />

„umgekehrten Golden Cross“ und deckte<br />

seine Ägypter-Stuten mit Abha Hamir - ein<br />

Sündenfall in den Augen mancher, aber<br />

Gerhard Huber ging züchterisch immer<br />

seinen eigenen Weg. Und er behielt recht.<br />

Abha Hamirs Tochter Al Harimba wurde<br />

Reserve-Welt-Championesse 1994, Abha<br />

Hamirs Tochter Gahari ist die Mutter der<br />

Rappstute Al Aliha, die lange Zeit die Perle<br />

im Gestüt Al Hambra war.<br />

Mit der Zeit folgten weitere <strong>Pferde</strong> aus<br />

spanischen Linien, aus Ägypten, den USA<br />

und Polen - wo immer er hinreiste, er kam<br />

mit <strong>Pferde</strong>n zurück. Die Nachzucht dieser<br />

Importe machte Al Hambra zu einem der<br />

größten und erfolgreichsten Gestüte Österreichs.<br />

Der von Peter Gross gezogene<br />

Mahadin war einer der wichtigsten Hengste<br />

der 2000er-Jahre, ist er doch der Vater<br />

so erfolgreicher Schaupferde wie Al Fakhir,<br />

der es 2010 bis in die Top Ten am Weltchampionat<br />

schaffte. In den letzten Jahren<br />

wurden vermehrt moderne Schauhengste<br />

eingesetzt.<br />

Gerhard Huber war auch leidenschaftlicher<br />

Fahrer und so konnte man ihn 2013 in Wels<br />

in einem Schaubild auf dem Kutschbock eines<br />

Viererzugs bewundern. Mit seinem Tod<br />

verliert Österreich einen engagierten Züchter,<br />

der sich auch viele Jahre als Vizepräsident<br />

für den VVÖ eingestzt hat. Sein Sohn<br />

Michael wird das Gestüt weiterführen.<br />

Unser Beileid gilt seiner Frau Sonja, seinen<br />

Kindern und Enkeln.<br />

-gw-<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

34


Wir gedenken...<br />

Nach einem langen und ereignisreichen Leben<br />

ist Ursula Rahm am 21. Juli im Alter von<br />

94 Jahre zuhause verstorben. Durch ihr Wirken<br />

für das <strong>Arabische</strong> Pferd hat sie viele Menschen<br />

und deren Lebensweg beeinflußt. Auch mein<br />

Lebensweg wäre ohne Ursula Rahm anders<br />

verlaufen.<br />

Doch wo anfangen, wo aufhören, bei einem so<br />

bewegten Leben, wie es Ursula Rahm geführt<br />

hat? Geboren am <strong>27</strong>. März 19<strong>27</strong> in Männedorf,<br />

besuchte sie in Zürich die Schule und absolvierte<br />

anschließend eine Lehre als Laborantin<br />

im Tierspital Zürich.<br />

1950 heiratete sie Urs Rahm, der am Tropeninstitut<br />

beschäftigt war, und ein Jahr<br />

später zogen sie berufsbedingt nach Afrika,<br />

wo Urs in einer Forschungsstation arbeitete.<br />

Ursula leitete eine Farm mit Milchkühen<br />

und verschiedenen Wildtieren (Berggorillas,<br />

Schimpansen, Büffel, Antilopen usw.). Ende<br />

1969 fand die Zeit in Afrika ihr Ende und Familie<br />

Rahm kehrte zurück in die Schweiz. In<br />

Himmelried bauten sie sich ein Zuhause, natürlich<br />

mit <strong>Pferde</strong>boxen.<br />

In Bezug auf die Shagya-Araber war 1973 das<br />

„Schicksalsjahr“ – Ursula Rahm reiste nach<br />

damals sowohl für <strong>Vol</strong>lblut- als auch für Shagya-Araber<br />

zuständig war und wo sich Ursula<br />

Rahm von Anfang an engagierte und über<br />

lange Jahre das Sekretariat führte. Im Frühjahr<br />

1976 fuhr sie dann nach England und kaufte<br />

die <strong>Vol</strong>lblutaraberstute Aphaia, die im Mai<br />

Etwa 10 Jahre später war sie es, die mich als<br />

General Secretary der ECAHO vorschlug, eine<br />

Position, die ich rund 16 Jahre inne hatte. Gerne<br />

denke ich an die vielen Sitzungen bei ihr<br />

zuhause „im Muspenacker“ zurück, die langen<br />

Abende mit Major Pat Maxwell, Ursula Roberts<br />

und vielen anderen. Ihr Haus war immer offen<br />

und die Welt bei ihr zu Gast. Viele Ideen wurden<br />

hier geboren, viele Diskussionen geführt,<br />

dabei war Ursulas Anliegen immer das Wohl<br />

der <strong>Pferde</strong>. Sie war kompromisslos und direkt,<br />

was ihr nicht nur Freunde beschert hat – aber<br />

Respekt hat ihr jeder gezollt.<br />

2017 erhielt sie für ihre Verdienste die Ehrenmitgliedschaft<br />

der ECAHO, 2018 wurde sie als<br />

„Person of the Year“ anläßlich des All Nations<br />

Cups in Aachen geehrt. Sie ließ sich die Gelegenheit<br />

nicht entgehen, ein paar Worte an das<br />

Publikum und die Offiziellen zu richten: “Ich<br />

bin sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten.<br />

Das Wohlergehen der <strong>Pferde</strong> war immer<br />

mein oberstes Ziel. Doch bin ich traurig, dass<br />

in den letzten Jahren die <strong>Pferde</strong> immer weiter<br />

in den Hintergrund, die ‚Show’ als solche in<br />

den Vordergrund rückte. Die <strong>Pferde</strong> sind es,<br />

die unsere Aufmerksamkeit verdienen, nicht<br />

News<br />

Ursula Rahm und ihre Shagya-Araber-Stute O'Bajan I-17 bei der Schau in Frauenfeld 1983 - und mit ...<br />

den beiden Töchtern Mamoura und Amoraja.<br />

Dänemark auf das Gestüt Bartahus von Ulla<br />

Nyegaard und kaufte dort die zweijährige<br />

Stute O’Bajan I-17 (O’Bajan I / O’Bajan X-1). Sie<br />

wurde zuhause nur Masikia genannt, da sie<br />

immer die Ohren hängen ließ – und Masikio<br />

heißt „Ohren“ auf Suaheli. Masikia war züchterisch<br />

ein Glückstreffer. Nicht nur, daß sie eine<br />

„Bilderbuchstute“ war, die zahlreiche Championate<br />

errang, sie brachte auch hervorragende<br />

Nachzucht – insgesamt 16 Fohlen! Unter ihnen<br />

auch Batan, der später zum Hauptbeschäler in<br />

Bábolna anvancierte, sowie die Stuten Amoraja,<br />

Bajgala und Paraja, die das Erbe von Masikia<br />

in der Rahm’schen Zucht weiterführten. In die<br />

Anfangszeit ihrer Shagya-Araber-Zucht fällt<br />

auch die Gründung der Schweizer Zuchtgenossenschaft<br />

für <strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> (SZAP), die<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

1976 nebst ihrem Stutfohlen in die Schweiz<br />

„zügelte“. Auch sie fand als Zuchtstute Einsatz,<br />

allerdings nicht mit dem gleichen Erfolg wie<br />

ihre Stallgenossin.<br />

1983 wurde die ECAHO gegründet – zum<br />

Schutz der <strong>Pferde</strong> und um „Fair Play“ auf den<br />

Schauen zu garantieren. Insbesondere der<br />

Schutz der <strong>Pferde</strong> war Ursula wichtig, und bald<br />

war sie in ganz Europa berühmt-berüchtigt als<br />

Mitglied des Disziplinarkomitees, das für Ordnung<br />

auf den Schauen sorgte. Ursula Rahm<br />

war bei der Gründung der ECAHO dabei und<br />

hielt dieser Organisation noch lange die Treue,<br />

erst als Kassier und DC, später als Ausbilderin<br />

für DCs und Mitglied der Berufungsinstanz.<br />

Ich lernte Ursula in den 1980er Jahren auf den<br />

berühmten Frauenfelder Schauen kennen.<br />

35<br />

die Show. Ich bitte Sie, lieben Sie Ihre <strong>Pferde</strong><br />

und achten Sie darauf, dass es ihnen auch an<br />

Schauen gut geht.”<br />

Mit Ursula Rahm geht ein „Urgestein“ der Araberszene.<br />

Sie hat rund die Hälfte ihres Lebens<br />

und viele Jahre harter Arbeit dem arabischen<br />

Pferd gewidmet – und das ehrenamtlich! Bei<br />

meinem letzten Besuch sagte sie noch, wie<br />

schön es war, mal wieder mit jemandem über<br />

die guten alten Zeiten zu reden, denn der<br />

Weg, den die Schauszene zwischenzeitlich genommen<br />

hat, war ihr zuwider. Zum Abschied<br />

meinte sie noch, dass dies wahrscheinlich das<br />

letzte Mal sei, dass wir uns treffen würden, da<br />

sie nicht erwarte, noch lange auf dieser Welt<br />

zu sein. Sie hat leider recht behalten.<br />

Gudrun Waiditschka


ISG Europa-Championat<br />

Schauen<br />

Anfang September feierte<br />

das slowakische Staatsgestüt<br />

Topolcianky seinen<br />

100. Geburtstag mit dem<br />

ISG Europa-Championat für<br />

Shagya-Araber sowie einer<br />

Schau für <strong>Vol</strong>lblutaraber,<br />

Huzulen und Lipizzaner.<br />

An historischer Stätte<br />

Um es gleich vorwegzunehmen, es waren<br />

überaus schöne und sehr angenehme<br />

Tage rund um die 100-Jahr-Feier<br />

in Topolcianky, die unter der Leitung des<br />

umsichtigen Gestütsdirektors Michal Horný<br />

und der Mitarbeiter des Nationalgestüts organisiert<br />

wurde. Vom 1. bis 4. September hat<br />

das Slowakische Nationalgestüt sein bedeutendes<br />

Jubiläum gefeiert. Der Organisation<br />

dieser Veranstaltung ging trotz der ungünstigen<br />

Pandemie-Situation mit COVID-19 eine<br />

langfristige und intensive Vorbereitung voraus.<br />

Beeindruckendes Rahmenprogramm<br />

Vorab fanden am Mittwoch auf der Rennbahn<br />

vor den Toren des Städtchens Topolcianky<br />

mehrere Trabrennen, Flach- und<br />

Hürdenrennen statt. Als Höhepunkt des<br />

Renntages wurde auch ein Steeple-Chase<br />

über 5000 m vor gefüllter Tribüne gestartet.<br />

Am Donnerstag wurden dann die Juniorenklassen<br />

bewertet und am Freitag die Seniorenklassen.<br />

Zu der Veranstaltung mit vier<br />

verschiedenen Rassen waren insgesamt 156<br />

<strong>Pferde</strong> gemeldet, davon 60 Shagya-Araber<br />

und 16 <strong>Vol</strong>lblutaraber. Bei wunderbarem<br />

Herbstwetter konnten alle <strong>Pferde</strong> im Freien<br />

auf dem Sandplatz hinter der historischen<br />

Reithalle dem internationalen Richter-Gremium<br />

vorgestellt werden. Für jede Rasse<br />

wurden eigene Richter eingeladen. Alle<br />

<strong>Pferde</strong> wurden mit dem 10er-System mit<br />

den bekannten sieben Kriterien gerichtet.<br />

Die beiden Erstplatzierten jeder Klasse waren<br />

championatsberechtigt, wobei bei den<br />

Shagya-Arabern bis zum Show-Champion<br />

die Champions gegeneinander antraten.<br />

Interessant war zu beobachten, dass die<br />

Nachkommen des 2003 in Bábolna geborenen<br />

4965 Gazal XXI (Báb) (v. Paris (3929<br />

Gazal XIX, Báb)) die größten Schauerfolge<br />

hatten. Klassensieger, die dann vielleicht<br />

zum Beispiel in einem Championat noch<br />

von O’Bajan VI-1, *2019, einem mehrfachen<br />

Enkel von Batan (O'Bajan XVIII, Báb) aus<br />

Tschechien oder von 54 Shagya XXXII aus<br />

Topolcianky abgefangen wurden. Auch aus<br />

Radautz, Deutschland und Österreich waren<br />

gute Shagya-Araber am Start. Erwähnt werden<br />

muss auch 5724 Koheilan XV (Báb), der<br />

mit seiner Tochter und seinem Sohn, jeweils<br />

mit der Fohlennummer 3, sehr erfolgreich<br />

war.<br />

Der Züchterabend im Weinbetrieb durfte<br />

natürlich nicht fehlen. Und zum Abschluss<br />

der 100-Jahr-Feier, wurde am Samstagnachmittag<br />

auf der Rennbahn ein feines Galaprogramm<br />

mit zahlreichen Reiterspielen,<br />

klassischer Reiterei und Gespannfahren, mit<br />

historischen Kutschen bis zum Sechsspänner<br />

vorgeführt. Auch der berühmte Fünfspänner<br />

mit Shagya-Araber-Schimmelstuten aus Bábolna<br />

war mit dabei.<br />

100 Jahre Topolcianky<br />

100 Jahre ist es her, dass das Staatsgestüt gegründet<br />

wurde. Während seines Bestehens<br />

wurden mehr als 8700 <strong>Pferde</strong> hier gezüchtet.<br />

Es erlangte einen überragenden Status und<br />

die Anerkennung von Züchtern auf der ganzen<br />

Welt. Es wurde außerdem zu einer Bastion<br />

der Zucht seltener genetischer Reserven der<br />

<strong>Pferde</strong>rassen Shagya-Araber, Lipizzaner und<br />

Huzulenpferde. Nebst diesen traditionellen<br />

Rassen werden seit den 70er Jahren des vorigen<br />

Jahrhunderts die Rassen Slowakisches<br />

Warmblut und <strong>Arabische</strong>s <strong>Vol</strong>lblut gezüchtet.<br />

Das Gestüt feierte sein 100-jähriges Bestehen<br />

mit dem Internationalen Zuchtchampionat für<br />

Shagya-Araber, Lipizzaner, Huzulenpferde und<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber. Für diese traditionellen <strong>Pferde</strong>rassen<br />

ist das Nationalgestüt «Topolcianky»<br />

Zuchtgarant in der Slowakei und weltweit.<br />

Etwas Historie<br />

Solange die Slowakei noch zur großen Völkerfamilie<br />

der österreichisch-ungarischen Monarchie<br />

gehörte, stellten Mezöhegyes, Radautz<br />

und Bábolna die Landbeschäler den Hengstdepots<br />

zur Verfügung. Damit war es vorbei,<br />

als nach dem Ersten Weltkrieg der Vertrag von<br />

Versailles die Tschechoslowakei als selbständiges<br />

Staatsgebilde aus der Taufe hob und die<br />

Slowaken sehen mussten, woher sie künftig<br />

ihre arabischen Hengste erhalten konnten. Die<br />

Bauern schätzten für ihre Arbeit von jeher ein<br />

ausdauerndes und leichtfuttriges Pferd wie<br />

den Araber. So entstand im September 1921<br />

das Hauptgestüt Topolcianky, im Kreis Nitra,<br />

zwischen den Ausläufern der Mittelgebirge<br />

Inovec und Tribec. Riesige wildreiche Buchenwälder,<br />

Felder und Weingärten gehören zum<br />

klassizistischen Schloss Topolcianky, das 1293<br />

erbaut wurde. Als Wehrburg gegen die Einfälle<br />

der Tataren und Türken wurde das Kastell von<br />

einem Herrn Topolciany erbaut. Nachdem die<br />

Familie Topolcian(k)y ausgestorben war, folgten<br />

die Adelsfamilien Rákoczy, die Keglewic<br />

und schließlich die Habsburger.<br />

Die <strong>Pferde</strong>zucht in Topolcianky wurde durch<br />

den Grafen Karel Keglevic, geboren 1739, gegründet.<br />

Sein Werk haben die Habsburger<br />

fortgesetzt. Nach 1918 ging das Schloss in den<br />

Besitz des tschechoslowakischen Staats über.<br />

Bei der Gründung des heutigen Gestüts vor<br />

100 Jahren wurden zunächst die historische<br />

Reithalle und der Marstall der Habsburger<br />

übernommen. Mit der Zeit wurde das Gestüt<br />

erweitert und verfolgt bis heute unverändert<br />

seine ursprünglichen Ziele.<br />

Die Araberabteilung des Gestüts Topolcianky<br />

begann mit drei Shagya-Araber-Hengsten und<br />

28 Stuten. Die Hengste und 23 Stuten hatten<br />

Radautzer Abstammung, vier Stuten kamen<br />

aus Bábolna und eine Originalaraberin kam<br />

aus der Prager Burg.<br />

Bruno Furrer<br />

36<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3<strong>2021</strong>


ISG Europa-Champonat der Shagya-Araber<br />

Topolcianky / SVK<br />

Einjährige Stuten (3 Starter)<br />

1. Hadban-101 (Maluk (Hadban) / Alien (Koheilan) *2020, B: B. Avramov / AUT<br />

2. Gazal-020 Nefteta (4964 Gazal XIX-4 / Gazal-707) *2020, B: Fam. Hemmer /AUT<br />

3. Dahoman XV-6 (2943 Dahoman XV / 667 Sig. Bagdady III-11) *2020, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

Zweijährige Stuten (5 Starter)<br />

1. O´ Bajan VI-1 (2523 O’Bajan VI-CZ Maghreb / Rába) *2019, B: P. Zdeněk / CZE<br />

2. Koheilan XV-4 (5724 Koheilan Kopány P / Shagya VIII-1) *2019, B: Bábolna / HUN<br />

3. Koheilan XV-2 (5724 Koheilan Kopány P / <strong>27</strong>4 Shagya VI) *2019, B: Bábolna / HUN<br />

Dreijährige Stuten (5 Starter)<br />

1. Koheilan XV-3 (5724 Koheilan Kopány P / Gazal XXI-4) *2018, B: Bábolna / HUN<br />

2. Hadban-828 (Tirkhan / Dahoman-211) *2018, B: Fr. Kögl / AUT<br />

3. Koheilan XIII-1 SK (Symfónia) (3843 Koheilan XIII / 4492 Makram-7) *2018, B: Farma Gireth / SVK<br />

Einjährige Hengste (1 Starter)<br />

1. Kuhaylan Zaid-004 (Kuhaylan Zaid-906 (Frost) / Shagya-212 (Judy)) *2020, B: Fr. Kögl / AUT<br />

Zweijährige Hengste (4 Starter)<br />

1. Koheilan XV-3 ( 5724 Koheilan Kopány P / 263 Gazal XVII) *2019, B: Bábolna / HUN<br />

2. Mersuch Firenze (3928 Mersuch XXII-8 / Siglavy Bagdady Fruzsi) *2019, B: G. Kontár / HUN<br />

3. O’Bajan-2 Odyseus (99 O’Bajan IX / Mersuch I-4 SK) *2019, B: Ing. A. Zagora / CZE<br />

Dreijährige Hengste (1 Starter)<br />

1. Gazal Grand Grades (Gazal II–CZ / Safíja) 2018, B: A. Kinský / CZE<br />

Vier- bis sechsjährige Stuten (5 Starter)<br />

1. Gazal XXI-1 (4965 Gazal XXI / Basra) *2017, B: P. Zdeněk / CZE<br />

2. Kemir VII-6 (4555 Kemir V-5 / <strong>27</strong>7 Gazal XIX) *2015, B: Bábolna / HUN<br />

3. Kosma al Samarra (Olymp / Kalinka) *2017, B: Fam. Al Samarraie / GER<br />

Sieben- bis zehnjährige Stuten (7 Starter)<br />

1. Gazal-309 (Saba) (Gazal XXI / Soraya-60) *2013, B: R. Meindl / AUT<br />

2. O’Bajan XXVIII-6 (4130 O’Bajan XXIII Basa / Gazal XIV-2) *2014, B: Bábolna / HUN<br />

3. Koheilan Rubin (Izsófalva Koheilan-49 Kenitra / Shagya Rezeda) *2014, B: G. Kontár / HUN<br />

Elfjährige und ältere Stuten (4 Starter)<br />

1. Gazal XXI-4 (4965 Gazal XIX-5 / 190 Shagya I) *2010, B: Bábolna / HUN<br />

2. Shagya-697 (Mokka) (Sahman / Mirza-372) *2006, B: S. Fokschaner / AUT<br />

3. Gazala (Gazal XI-1 / Gasha-317) *2000, B: W. Fahrnleitner / AUT<br />

Vier- bis sechsjährige Hengste (3 Starter)<br />

1. Gazal XXI-10 (Gazal XXI / Koheilan XLII-10) *2016, B: Radautz / ROM<br />

2. O’Bajan V-13 (75 O’Bajan V / Siglavy Bagdady I-24) *2015, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

3. O’Bajan V-32 (75 O’Bajan V / Kuhailan Urkub I-20) *2016, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

Sieben- bis zehnjährige Hengste (8 Starter)<br />

1. Shahim Des Charmes (Gazal Golyó / Sziena 59) *2011, B: E. Haas / FRA<br />

2. Shagya Damil (3887 Shagya LIX-16 / 1961 Shagya Diamon) *2014, B: L. Baumann / HUN<br />

3. Saklavi VII-CZ (Sonador) (Shamir Ibn Ansata Sinan ox / Sahara) *2011, B: Sontini Speed / CZE<br />

Gold Fohlen-Champion:<br />

Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / Bourhani<br />

Fadissima)<br />

Gold Junioren-Hengste Champion:<br />

MS Hermes (Cyclone OS / Gaida)<br />

Gold Junioren-Stuten Champion:<br />

IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda)<br />

Schauen<br />

Elfjährige und ältere Hengste (8 Starter)<br />

1. Shagya XXXII (24 Shagya XXIX Sereth / 604 Shagya XXIV-9) *2005, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

2. Dahoman XIII (4 Dahoman XI / 584 Shagya XXIV-10) *2007, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

3. O’Bajan Gondolat (3926 O’Bajan XVIII-1 / 1890 Shagya Gina) *2009, B: L. Baumann / HUN<br />

Junioren-Stuten Championat<br />

Champion:<br />

Koheilan XV-3, B: Bábolna / HUN<br />

Reserve-Champion: O´ Bajan VI-1, B: P. Zdeněk / CZE<br />

Junioren-Hengste Championat<br />

Champion:<br />

Koheilan XV-3, B: Bábolna / HUN<br />

Reserve-Champion: Kuhaylan Zaid-004, B: Fr. Kögl / AUT<br />

Senioren-Stuten Championat<br />

Champion:<br />

Gazal XXI-4, B: Bábolna / HUN<br />

Reserve-Champion: Gazal XXI-1, B: P. Zdeněk / CZE<br />

Senioren-Hengste Championat<br />

Champion:<br />

Shagya XXXII, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

Reserve-Champion: Dahoman XIII, B: NZ Topolcianky / SVK<br />

Best of Show: Gazal XXI-4, B: Bábolna / HUN<br />

Alle Pedigrees finden Sie auf www.shagyadata.ch<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

37<br />

Fotos: E. Furrer (1), G. Dalibor (4), privat (1)<br />

Gold Senioren-Hengste Champion:<br />

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA)<br />

Silber Senioren-Hengste Champion:<br />

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)


Schweizer Nationales Championat und Beständeschau<br />

Schauen<br />

Gold Junioren-Stuten Champion:<br />

MW Alessandra (EKS Alihandro / MW<br />

Candara)<br />

Vor drei Jahren fand die<br />

letzte Beständeschau statt,<br />

und so fieberten die Schweizer<br />

Araberfreunde nach so<br />

langer Abstinenz der diesjährigen<br />

Veranstaltung mit<br />

Vorfreude entgegen, zumal<br />

durch die offene Reithalle<br />

keine Corona-Beschränkungen<br />

in Kraft waren.<br />

„Wie ein Klassentreffen“<br />

Die kleine Schweizer Araberszene wartete<br />

mit rund 30 <strong>Pferde</strong>n auf, gemessen<br />

am Gesamtbestand ist das beachtlich.<br />

Interessant ist auch, dass die Schweizer in den<br />

letzten Jahren fleißig im Ausland eingekauft<br />

haben – seien es <strong>Pferde</strong> oder Bedeckungen –,<br />

sodass auch die „großen Namen“ der Schauszene<br />

hier Einzug gehalten haben: Es waren<br />

alleine drei EKS-Alihandro-Kinder und drei<br />

Enkel zu sehen, zwei WH-Justice-Kinder und<br />

je ein Nachkomme von Magic Magnifique,<br />

Santorini und RFI Farid. Und auch bei dieser<br />

Veranstaltung gab es dank der Bemühungen<br />

der rührigen Präsidentin der SZAP (Schweizer<br />

Zuchtgenossenschaft für <strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong>),<br />

Renata Schibler, einige Bedeckungen namhafter<br />

Hengste zu gewinnen.<br />

Die Kombi-Schau<br />

Die Veranstaltung bestand im Wesentlichen<br />

aus zwei verschiedenen „Schauen“, einer Beständeschau<br />

(nach SZAP-Regeln) und einem<br />

Nationalen Championat (nach ECAHO), aber<br />

jedes Pferd wurde nur einmal vorgestellt.<br />

Dazu hatte das Nationale Championat eine<br />

modifizierte Bewertung, wie sie bei der Beständeschau<br />

üblich ist: Jedes Pferd wird in<br />

11 Kriterien bewertet, sodass beispielsweise<br />

die Vor- und Hinterhand getrennte Noten erhalten,<br />

auch stellen Kopf, Hals, Schulter drei<br />

Kriterien dar. Gezeigt werden die <strong>Pferde</strong> auch<br />

im Freilauf, sodass auch der Galopp in die Bewertung<br />

einfließt. Zum Schluß gibt es auch<br />

eine Note für den Gesamteindruck, denn ein<br />

Pferd ist nicht nur die Summe aller Einzelteile<br />

– sie müssen auch zusammen harmonieren!<br />

Ein Zugeständnis an das Nationale Championat<br />

ist dann die Rangierung in jeder Klasse<br />

sowie die Championate, denn bei der Beständeschau<br />

gibt es nur Noten, keine Rangierung<br />

und kein Championat. Wer in der<br />

Beständeschau mehr als 7,0 Punkte am Ende<br />

hat, kommt in den Rapell, d.h. er wird speziell<br />

ausgezeichnet – dieses Jahr hatten alle <strong>Pferde</strong><br />

zwischen 7,1 und 8,3 Punkte!<br />

Womit wir bei den Noten wären, die dieses<br />

Jahr gefühlt um einige Zehntelpunkte zu<br />

hoch lagen. Man hätte sich vielleicht auch<br />

mehr Differenzierung gewünscht, was durch<br />

die 11 Kriterien problemlos möglich ist, da<br />

man nicht verschiedene Bereiche in einer<br />

Note zusammenfassen muß. Aber durch das<br />

hohe Notenniveau sah man dafür nur glückliche<br />

Gesichter – und das war ja vielleicht auch<br />

Sinn der Übung...<br />

Höchstnoten für die Stuten<br />

Mit der höchsten Note der Schau, einer 8,3,<br />

wurde die 8-jährige braune Stute HB Angelina<br />

von den Richtern zur „Best in Show“ gekürt.<br />

Die Stute stammt von Santorini aus einer Magic-Dream-Tochter.<br />

Sie hat klare Stärken – und<br />

Noten über 9,0 – in Typ, Kopf, Trab und Gesamteindruck.<br />

Gezogen in England, ist sie im<br />

Besitz von Michèle Wanzenried. Und auch der<br />

zweijährige in Frankreich gezogene NM Anakin<br />

(RFI Farid / Annalisa Alih) erhielt dieselbe Punktzahl<br />

– damit gingen die beiden <strong>Pferde</strong> mit der<br />

höchsten Punktzahl der Schau an Michèle Wanzenried,<br />

Tochter des kürzlich verstorbenen Martin<br />

Wanzenried, die seine Zucht weiterführt. Mit<br />

solchen sollte dies gut möglich sein!<br />

Die Stutenklassen waren allgemein eine Augenweide<br />

– und das ist gut so, denn Hengste<br />

kann man heute „per Mausklick“ im Internet<br />

bestellen, aber die Stuten bilden noch immer<br />

die Grundlage der Zucht. Zwei weitere Importe,<br />

die in Deutschland gezogene Al Milana<br />

(Al Milan / Marakovka) im Besitz von Samira<br />

Gianotti und die in Italien geborene Fayizza<br />

El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha Faye y Medina)<br />

von Claudia Friedli-Kaufmann, erreichten<br />

eine Wertnote von 8,1. Beides Stuten,<br />

die man im Kopf nun nicht als „exotisch“ bezeichnen<br />

würde, die aber über einen soliden<br />

Körper verfügen und gute Gänge aufweisen<br />

konnten.<br />

Auch Sportpferde am Start<br />

Ebenfalls eine 8,1 erhielt der selbstgezogene<br />

JS Prince Najuba (Masoun El Adeyat<br />

/ Helena) aus dem Stall JS Najuba Arabians<br />

von Johann Allemann und Sandra Bürkin.<br />

Dieser Jährlingshengst ist ausgesprochen<br />

harmonisch entwickelt, mit Höhepunkten<br />

im Typ, Kopf und Körper, und man darf auf<br />

seinen weiteren Werdegang gespannt sein.<br />

Drei der fünf Starterinnen aus der Klasse der<br />

4- bis 6-jährigen Stuten erreichten eine 8,0<br />

– hier muß man sich die Details anschauen,<br />

denn diese Stuten sind nicht „gleich“.<br />

So hat Ilham Al Adeyat (v. EKS Alihandro)<br />

einen sehr schönen Typ und Kopf, der vermutlich<br />

von der Mutter Inspired Princess<br />

Natalie kommt, aber leider mußten die<br />

Richter Abstriche im Fundament machen.<br />

Ilham ist im Besitz von JS Najubi Arabians.<br />

Al Guwa Azida ist hingegen nach ihrem Va-<br />

38<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3<strong>2021</strong>


ter Altis (v. WH Justice) geraten. Sie erhielt<br />

gleichmäßig hohe Noten mit Abstrichen im<br />

Schritt – was aber auch situationsbedingt<br />

sein kann, denn immerhin hat sie auch den<br />

Preis für das „Beste Sportpferd“ erhalten,<br />

da sie 2020 zwei Starts in der Dressur vorweisen<br />

kann. Die dritte „8,0“ ging an Bo.A.S.<br />

Emeraya (Emerald J / Bo.A.S. Naganya) aus<br />

dem Bolero Arabian Stud, die nach ihrem<br />

Großvater Nagadir kommt. Sie zeichnete<br />

sich durch Typ und Trab aus, wo sie eine 9,0<br />

erreichte, aber Abstriche mußten auch bei<br />

ihr im Fundament gemacht werden.<br />

Ebenfalls eine 8,0 erreichte die von Martin<br />

Wanzenried gezogene MW Alessandra (EKS<br />

Alihandro / MW Candara) im Besitz von Al<br />

Guwa Arabians. Sie erhielt – zu Recht – mit<br />

9,7 die höchste Wertnote aller <strong>Pferde</strong> für<br />

den Kopf, jedoch verhinderten ihre Fundamentsnoten<br />

und eher durchschnittlichen<br />

Bewegungsnoten eine höhere Endnote.<br />

Damit hatte rund ein Drittel aller <strong>Pferde</strong><br />

eine Bewertung von 8,0 oder besser.<br />

Die Hengstkategorisierung<br />

Der <strong>Vol</strong>lständigkeit halber sollen auch<br />

noch die beiden Hengste erwähnt werden,<br />

die zur „Kategorisierung“ kamen. In<br />

der Schweiz werden Zuchthengste in „A“,<br />

„B“, oder „C“ eingeteilt (oder kategorisiert),<br />

dazu werden die 11 Kriterien herangezogen,<br />

und zusätzlich erfolgt noch eine Hartbodenmusterung.<br />

Beide Hengste waren<br />

Rappen, beide standen im Reitpferdetyp,<br />

jedoch ließen beide den Rassetyp und<br />

die Korrektheit vermissen. Und so erhielt<br />

Elan (Gramet / Ejwina) *2015, in Deutschland<br />

gezogen und im Besitz von Christina<br />

Gutschler, die Wertnote 7,2 in der Beständeschau<br />

und die Kategorisierung „C“ als<br />

Zuchthengst. Sinoan El Marees (SAR Sharaf<br />

El Aswad / Sinoan Aleeyah) *2014, in Frankreich<br />

gezogen und im Besitz von Silvio Pfister<br />

und Najal Zinbi, erhielt die Wertnote 7,0<br />

und ebenfalls die Kategorisierung „C“.<br />

Eine Veranstaltung ging zu Ende, die bewies,<br />

dass es auch ohne VIP-Tische geht,<br />

ohne Glitzer und Glamour und ohne übertriebenes<br />

Show-Gehabe. Eine Veranstaltung,<br />

bei der die <strong>Pferde</strong> im Mittelpunkt<br />

standen, bei der Zeit für Gespräche war,<br />

wo man alte Bekannte und Freunde wiedergetroffen<br />

hat. „Es war fast wie ein Klassentreffen“,<br />

meinte jemand – und so freuen<br />

wir uns schon jetzt auf das Klassentreffen<br />

im nächsten Jahr!<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Schauen<br />

Silber Junioren-Hengst Champion:<br />

JS Prince Najuba (Masoun Al Adeyat / Helena)<br />

Gold Champion Wallache:<br />

MW Calipo (WH Justice / WA Carisma)<br />

Gold Senioren-Hengst Champion:<br />

Elan (Gramet / Ejwina)<br />

Schweizer Nationales Championat und Beständeschau<br />

Junioren-Stuten Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

MW Alessandra (EKS Alihandro / MW Candara) *2018, B: Al Guwa Arabians<br />

JS Marwana (JS Badari Ibn Bolero EM / Maybelle) *2018, B: JS Najuba Arabians<br />

Senioren-Stuten Championat<br />

Gold: HB Angelina (Santorini / MC Angelica), *2013, B: M. Wanzenried<br />

Silber: Ilham Al Adeyat (EKS Alihandro / Inspired Princess Natalie), *2015, B: JS Najuba Arabians<br />

Bronze: Fayizza El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha Faye y Medina) *2017, B: Cl. Friedli-Kaufmann<br />

Junioren-Hengste Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

NM Anakin (RFI Farid / Annalisa Alih) *2019, B: M. Wanzenried<br />

JS Prince Najuba (Masoun Al Adeyat / Helena) *2020, B: JS Najuba Arabians<br />

Senioren-Hengste Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

Elan (Gramet / Ejwina) *2015, B: Chr. Gutschler<br />

Sinoan El Marees (SAR Sharaf Al Aswad / Sinoan Aleeyah) *2014, B: S. Pfister & N. Zinbi<br />

Wallache-Championat<br />

Gold: MW Calipo (WH Justice / WA Carisma) *2009, B: L. Diserens<br />

Silber: JS Basheer (JS Badari Ibn Bolero EM / Helena) *2018, B: D. Kottmann<br />

Bronze: JS Badari Ibn Bolero (Bolero EM / Black Lady Mahali) *2012, B: JS Najuba Arabians<br />

Best in Show: HB Angelina (Santorini / MC Angelica), *2013, B: M. Wanzenried<br />

Bestes Sportpferd: Al Guwa Azida (Altis / Al Guwa Mukowa) *2015, B: N. Kottmann<br />

Gold Senioren-Stuten Champion:<br />

HB Angelina (Santorini / MC Angelica)<br />

alle Fotos: G. Waiditschka<br />

Bronze Senioren-Stuten Champion:<br />

Fayizza El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha<br />

Faye y Medina)<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

Bestes Sportpferd:<br />

Al Guwa Azida (Altis / Al Guwa Mukowa)<br />

39<br />

Gold Junioren-Hengst Champion:<br />

NM Anakin (RFI Farid / Annalisa Alih)


Intern. Tage des <strong>Arabische</strong>n <strong>Pferde</strong>s in Ströhen<br />

Schauen<br />

Shirin JJ und SL Blanca, beide von Shahram, errangen<br />

das Silber und Bronze Championat in der C-Schau.<br />

alle Fotos: B. Finke<br />

Klein, aber fein<br />

Anfang Juli konnte man fast meinen, die Welt sei wieder in Ordnung. Die Besucher flanierten<br />

scharenweise durch den Tierpark Ströhen, während auf dem Schauplatz nebenan<br />

Araberbesitzer und -freunde ein fröhliches Wiedersehen feierten.<br />

Sah man genauer hin, entdeckte man<br />

aber doch Auswirkungen der Pandemie.<br />

So glänzten einige große Aussteller<br />

durch Abwesenheit: Hanaya Arabians, Knocke<br />

Arabians und das Schoukens Training<br />

Center waren diesmal nicht dabei. Dafür<br />

stellten die deutschen Aussteller mit 10 <strong>Pferde</strong>n<br />

die größte Gruppe in der europäischen<br />

C-Schau, die mit 54 <strong>Pferde</strong>n deutlich besser<br />

besetzt war als die internationale B-Schau<br />

mit 39. Große Klassen gab es nur bei den einund<br />

zweijährigen Stuten. Keine andere Klasse<br />

kam über fünf Teilnehmer hinaus und Wallache<br />

waren diesmal nicht dabei.<br />

Die Qualität war dafür durchweg gut mit einigen<br />

herausragenden Spitzen. Da war beispielsweise<br />

die dreijährige Ascot DD-Tochter<br />

IS Elasca, die mit ihrem Gold-Titel bei der<br />

C-Schau einen Heimsieg feierte. Sie ist mittlerweile<br />

in englischem Besiatz und trägt auch<br />

den Titel British National Champion. Mütterlicherseits<br />

stammt sie aus der alten polnischen<br />

Zygota-Familie des Rostocker Zoos.<br />

Bei den Seniorenstuten begeisterten die<br />

beiden Klassensiegerinnen Shirin JJ und SL<br />

Blanca, Töchter des Hengstes Shahram (Gharam<br />

/ Sorella), derzeit wohl der erfolgreichste<br />

Vererber, der nicht aus den üblichen Show-Linien<br />

stammt. Beide Stuten sind überaus typvoll,<br />

verkörpern das klassische Modell polnischer<br />

Mutterstuten und wurden wunderbar<br />

locker von Johanna Ullström vorgestellt. Da<br />

macht das Zuschauen Spaß! Im Championat<br />

mussten sich die beiden allerdings von Inga<br />

El Lawrence (Lawrence El Gazal / FT Indyanna)<br />

geschlagen geben, die in der Klasse noch<br />

Zweite hinter SL Blanca war. Auch sie ist eine<br />

beeindruckende Stute, feiner und „moderner“,<br />

mit längeren Linien.<br />

Bemerkenswert auch ein seltener Teilnehmer<br />

aus der Zucht von Silvia Garde-Ehlert, der<br />

Hengst Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)<br />

mit alten russischen Linien. Er ging mit der<br />

Schärpe des Silberchampions nach Hause.<br />

In der Fohlenklasse nahmen die beiden deutschen<br />

Teilnehmer die Spitzenplätze ein: vorneweg<br />

Bourhani Azeem, ein typischer Ajman<br />

Moniscione-Sohn, dahinter die charmante<br />

Jinny MA, eine Jyar Meia Lua-Tochter aus dem<br />

Gestüt Malenga Arabians. Jinny MA behauptete<br />

sich auch auf der B-Schau und erhielt<br />

dort Gold.<br />

Medaillen auch für Europäer<br />

Die B-Schau wurde erwartungsgemäß von<br />

<strong>Pferde</strong>n aus den arabischen Ländern dominiert,<br />

wobei allein zwei der Goldtitel<br />

an Excalibur EA-Kinder aus Dubai gingen.<br />

Dennoch hatten die europäischen Teilnehmer<br />

ein Wörtchen mitzureden. Bei den<br />

Seniorenstuten ging der Goldtitel wie erwartet<br />

an die zauberhafte Royal Lavita Bella<br />

aus amerikanischer Zucht und im Besitz<br />

40<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3<strong>2021</strong>


des Al Sheikh Stud, doch Silber und Bronze<br />

blieben in Europa. Silber ging an Paprotnia<br />

(Elgast / Paeksa) aus Polen, eine Ekstern-Enkelin<br />

mit entsprechenden Bewegungen.<br />

Auf den Bronze-Platz kam Cornelia Kolnbergers<br />

selbstgezogene DA Alihandra (EKS<br />

Alihandro / DA Miss Justice) aus Österreich.<br />

Die ehemalige deutsche Nationalchampionesse<br />

EDW Hi Catharina (AF Edil / AF Elady)<br />

aus dem Besitz von Hans Pfeiffer erreichte<br />

einen beachtlichen zweiten Platz in ihrer<br />

Klasse hinter der späteren Goldchampionesse.<br />

Bei den Seniorenhengsten stammte<br />

der Silberchampion aus deutscher Zucht:<br />

RP Burj Al Arab (WH Justice / Pamira Bint<br />

Psytadel), der zwar für Südafrika antrat,<br />

aber in Frankreich steht. Er ist nicht fehlerfrei,<br />

beeindruckt aber stets durch sein<br />

selbstbewusstes Auftreten und seine große<br />

Ausstrahlung. Daneben wirkte der viel jüngere<br />

Goldchampion AJ Elaf noch wie ein<br />

„Grünschnabel“.<br />

Wie immer in Ströhen gab es eine abendliche<br />

Präsentation mit Gestütspferden und Zirkusdarbietungen.<br />

Neben dem derzeitigen Hauptbeschäler<br />

Ascot DD wurde auch der Neuzugang<br />

Santorini (Vervaldee / Lady Madonna)<br />

gezeigt. Dieser Hengst aus britischer Zucht<br />

hat in seinem Heimatland schon viele erfolgreiche<br />

Nachkommen gezeugt; man darf also<br />

gespannt sein! Aber auch ein trauriger Anlass<br />

wurde nicht vergessen und eine bewegende<br />

Diaschau erinnerte an die Anfang des Jahres<br />

verstorbene Almut Ismer. Auf allen bisherigen<br />

Schauen war sie dabei gewesen, oft begleitet<br />

von einem ihrer vierbeinigen Pflegekinder.<br />

Ihre Anwesenheit wurde schmerzlich vermisst<br />

und angesichts der Bilder auf der großen Leinwand<br />

blieb kaum ein Auge trocken.<br />

Betty Finke<br />

Gold Fohlen-Champion:<br />

Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / Bourhani<br />

Fadissima)<br />

Schauen<br />

Ströhen European Show (C)<br />

Junioren-Stuten Championat<br />

Gold: IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda) *2018, B: M. J. Smith / GBR<br />

Silber: Marajja WZA (Marajj / Bint Medina) *2020, B: M. Levorsen / DEN<br />

Bronze: El Elwa of Sinus (Wadee Al Shaqab / El Dorella) *2019, B: Sinus Arab Stud / SWE<br />

Gold Junioren-Hengste Champion:<br />

MS Hermes (Cyclone OS / Gaida)<br />

Senioren-Stuten Championat<br />

Gold: Inga El Lawrence (Lawrence Al Gazal / FT Indyanna) *2012, B: La Movida / AUT<br />

Silber: Shirin JJ (Shahram / FS Shaklina) *2016, B: Audentia Partnership / BEL<br />

Bronze: SL Blanca (Shahram / Britny) *2014, B: Audentia Partnership / BEL<br />

Junioren-Hengste Championat<br />

Gold: MS Hermes (Cyclone OS / Gaida) *2020, B: St. Pramstrahler / ITA<br />

Silber: Marco NWA (FA El Rasheem / Miss Dior NWA) *2018, B: F. Pernille<br />

Bronze: Aachen TMA (FA El Rasheem / TS Jubilee) *2019, B: TM Arabians / SLK<br />

Senioren-Hengste Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA) *2017, B: P. Redestowicz / POL<br />

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II) *2011, B: S. Garde-Ehlert / GER<br />

Gold Junioren-Stuten Champion:<br />

IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda)<br />

Fohlen Championat<br />

Gold: Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / B. Fadissima) *<strong>2021</strong>, B: Bourhani Arabians / GER<br />

Silber: Jinny MA (Jyar Meia Lua / Joleen MA) *<strong>2021</strong>, B: Malenga Arabians / GER<br />

Bronze: Wadee The Magic K (Magic Magnifique / Wadida Nur) *<strong>2021</strong>, B: Kanka Arabians / CZE<br />

Ströhen International B-Show (B)<br />

Junioren-Stuten Championat<br />

Gold: D Fannanah (Excalibur EA / Elle Flamenca) *2018 , B: Dubai Arabian Horse Stud / UAE<br />

Silber: Nouf Al Faisaly (Cyclone OS / Eleanor MJ) *2020, B: Al Faisaly Stud / KSA<br />

Bronze: Aroub Al Hamad (Emerald J / Ajmani Al Hamad) *2018, B: Al Hamad Stud / KUW<br />

Senioren-Stuten Championat<br />

Gold: Royal Lavita Bella (Ajman Monisicione / Ivory Lavita B.) *2013, B: Al Sheik Stud / ISR<br />

Silber: Paprotnia (Elgast / Paeksa) *2017, B: Lech Blaszczyk / POL<br />

Bronze: DA Alihandra (EKS Alihandro / DA Miss Justice) *2015, B: Diamond Arabians / AUT<br />

Gold Senioren-Hengste Champion:<br />

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA)<br />

Junioren-Hengste Championat<br />

Gold: D Shart (Excalibur EA / D Shihannah) *2020, B: Dubai Arabian Horse Stud / UAE<br />

Silber: Camec Ecosse (E.S. Sarab / Camec Parisa) *2020, B: Aldeem Arabians / KUW<br />

Bronze: Afnas Al Shahania (Na'mous Al Sh. / Nirah Meia Lua) *2019, B: Aba Alsaleel Stud / QAT<br />

Senioren-Hengste Championat<br />

Gold: AJ Elaf (AJ Mardan / AJ Estrella) *2017, B: Ajman Stud / UAE<br />

Silber: RP Burj Al Arab (WH Justice / Pamira Bint Psytadel) *2012, B: Agmal Arabians / RSA<br />

Bronze: Magic Al Gazal (Gazal Al Shaqab / Ale by Magnifique) *2017, B: Sh. Rahman Al Qassimi<br />

Fohlen Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

Jinny MA (Jyar Meia Lua / Joleen MA) *<strong>2021</strong>, B: Malenga Arabians / GER<br />

CNC Majestic Maraya (ACE Ventura / AF Majesta) *<strong>2021</strong>, B: Sh. Lufting / NED<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

41<br />

Silber Senioren-Hengste Champion:<br />

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)


11. Araber-Festival Stadl Paura<br />

kommt die Trendwende?<br />

Amateure<br />

Zum 11. Mal fand das Araber-Sommerfestival<br />

statt,<br />

doch hatten die Schauklassen<br />

so geringe Nennzahlen<br />

wie noch nie. Zum Glück<br />

wurde dies wettgemacht<br />

durch mehr Meldungen im<br />

Sport. Wie immer war die<br />

Stimmung unter den Teil<br />

nehmern kameradschaftlich<br />

und der Spaß mit den <strong>Pferde</strong>n<br />

hatte oberste Priorität,<br />

sei es im Schauring, im<br />

Dressurviereck oder der<br />

Western-Arena.<br />

Erfolgreichstes Paar der Veranstaltung war Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estilia) *2011 unter<br />

Daniela Entner: Bei insgesamt 8 Starts in der Dressur Kl. L und LM, Classic Pleasure und<br />

Hunter Pleasure (jeweils Master Klasse) errangen die beiden 8 Siege.<br />

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka<br />

Die schlechte Nachricht vorneweg: Die<br />

diesjährige Amateur-Schau hatte das<br />

schlechteste Nennergebnis seit Bestehen<br />

des Araber-Festivals – und das sind<br />

immerhin schon 11 Jahre! Das geplante Nationale<br />

Championat wurde gar ganz abgesagt,<br />

wegen mangelnder Nennungen. Die gute<br />

Nachricht ist: Der Sport hat stark zugelegt!<br />

Und so ist das Araber-Festival nach wie vor<br />

eine der vielseitigsten Veranstaltungen in<br />

Mitteleuropa, wo Teilnehmer im klassischen<br />

Reitsport, im Westernreiten, in der Schau und<br />

im Distanzsport die Vielseitigkeit dieser Rasse<br />

unter Beweis stellen.<br />

Die Amateur-Schau<br />

Dominiert wurde die Schau vom Gestüt<br />

Adjuvense Arabians der Familie Lampertsberger,<br />

das mit drei <strong>Pferde</strong>n – Yasmin Adjuvense<br />

(v. Martinez), Giuliette Adjuvense (v.<br />

Lotos) und Aahir Ibn Essteema (v. Baahir Ibn<br />

Marwan) – drei Klassensiege sowie auch drei<br />

Silber-Championate errang. Wie Aahir Ibn<br />

Essteema stammt auch Mydream (Marshan<br />

/ Essdreama) aus der Zucht des Gestüts Sax<br />

und geht auf die schon legendäre Essteema<br />

zurück; die Junioren-Championesse<br />

ist im Besitz von Jenny Pohl, eine der ganz<br />

wenigen ausländischen Teilnehmer. Das Junioren-Champoinat<br />

ging an Al Tabali (v. Al<br />

Picasso) im Besitz von Lisa Millidorfer, der in<br />

dritter Generation die Zucht des Gestüts Al<br />

Hambra repräsentiert. Den Silber-Champion<br />

holte sich in der dürftig besetzten Kategorie<br />

der Juniorenhengste AA Massimo, ein Ajman-Moniscione-Sohn<br />

im Besitz von Anjalina<br />

Arabians.<br />

Größere Klassen gab es dann bei den Seniorenstuten,<br />

wo ebenfalls Ajman Moniscione<br />

einen der Champions stellte, dieses Mal<br />

42<br />

die Gold-Championesse Galahad Binabey,<br />

die durch ihre reellen Gänge punktete. In<br />

der Klasse hinter ihr plazierte sich Vanaya<br />

(v. Psyches Ambassador), die durch ihre<br />

„russischen Gänge“ auffiel, aber aufgrund<br />

ihres schlechten Rückens im Championat<br />

leer ausging, denn das Silber-Championat<br />

ging an die oben erwähnte Giuliette Adjuvense.<br />

Bronze holte sich Al Quirina, wieder<br />

ein Zuchtprodukt des Gestüts Al Hambra,<br />

gezogen von Al Hambras Royal aus der Al<br />

Fatima und im Besitz von Elisabeth Großschartner.<br />

Bei den Hengsten traten nur vier <strong>Pferde</strong> an:<br />

Der oben bereits erwähnte Aahir Ibn Essteema<br />

gewann seine Klasse vor Al Talaah (v.<br />

Marjan Albidayer) im Besitz von Christopher<br />

Denner. Diese beiden rangierten im Championat<br />

auf dem Silber- und Bronze-Platz. Die<br />

Senioren-Hengste konnten dann gegensätz-<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Araber-Festival Stadl Paura - European Amateur Show<br />

Junioren-Stuten Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

Mydream (Marshan / Essdreama) 2018, B: Jenny Pohl / GER<br />

Yasmin Adjuvense (Martinez / Rhywanna Adjuvense) 2020, B: Adjuvense Arabians/AUT<br />

Senioren-Stuten Championat<br />

Gold: Galahad Binabey (Ajman Moniscione / Babina el Bey) *2012, B: V. Hagen / AUT<br />

Silber: Giuliette Adjuvense (Lotos / K.I.M. Grazija) *2017, B: Adjuvense Arabians / AUT<br />

Bronze: Al Quirina (Al Hambras Royal / Al Fatima) *2016, B: E. Großschartner / AUT<br />

Junioren-Hengste Championat<br />

Gold:<br />

Silber:<br />

Al Tabali (Al Picasso / Al Khalida) *2019, B: L. Millidorfer / AUT<br />

AA Massimo (Ajman Moniscione / Prada by Noah) *2020, B: Anjalina Arabians /AUT<br />

Senioren-Hengste Championat<br />

Gold: NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, B: Epulari Arabians / AUT<br />

Silber: Aahir Ibn Essteema (Baahir El M. / Essteema) *2016, B: Adjuvense Arabians / AUT<br />

Bronze: Al Taalah (Marjan Albidayer / Thoraya Bint Mahadin) *2013, B: Leo Denner / AUT<br />

Araber-Festival Stadl Paura - Reitklassen<br />

Dressurprüfung Kl. LM Master, ECAHO Aufgabe LM1 / LM3 (Nr. 6 + 54)<br />

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT<br />

2. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT<br />

3. WM Safi (KP Maryoom / Sarafine) *2013, R: St. Seebauer / GER<br />

Classic Pleasure Master ECAHO (Nr. 19)<br />

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT<br />

2. NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, R: M. Spörk / AUT<br />

3. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT<br />

Classic Pleasure Master ECAHO (Nr. 44)<br />

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT<br />

2. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT<br />

Hunter Pleasure Master ECAHO (Nr. 25)<br />

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT<br />

2. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT<br />

3. NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, R: M. Spörk / AUT<br />

Hunter Pleasure Master ECAHO (Nr. 47)<br />

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT<br />

2. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT<br />

3. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT<br />

Trad. Arabian Riding Classic Master ECAHO<br />

1. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT<br />

2. Mahasin (Shawahin Ibn Cheeban / Mahira B. Mameluck) *2009, R: A. Kriechbaumer-Wagner / AUT<br />

Western Trail Master ECAHO (Nr. 13 + 35)<br />

1. Loggia (Alert / Laranda) *2011, R: S. Schuh / AUT<br />

2. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT<br />

3. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT<br />

Western Pleasure Master ECAHO (Nr. 22)<br />

1. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT<br />

2. Loggia (Alert / Laranda) *2011, R: S. Schuh / AUT<br />

3. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT<br />

Western Pleasure Master ECAHO (Nr. 41)<br />

1. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT<br />

2. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT<br />

3. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT<br />

Ranch Riding Master ECAHO (Nr. 32)<br />

1. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT<br />

2. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT<br />

3. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT<br />

Ranch Riding Master ECAHO (Nr. 48)<br />

1. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT<br />

2. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT<br />

3. Bushido (Bouznika / Lakaia) *2004, R: K. Wehrle / AUT<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

43<br />

Zwei zweite Plätze in der Dressur LM:<br />

HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani)<br />

Zwei dritte Plätze in der Dressur LM:<br />

WM Safi (KP Maryoom / Sarafine)<br />

1. Platz im Western Trail (Master):<br />

Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad)<br />

Zwei zweite Plätze im Western Trail (Master):<br />

El Trocadero (Psyrasic / Kashida)<br />

Ein 1. und 2. Platz Western Pleasure (Master):<br />

GFH Eniya (Baikal / Enaam)<br />

Amateure


Schauen<br />

Amateure<br />

Galahad Binabey (Ajman Moniscione /<br />

Babina el Bey) *2012, im Besitz von Valerie<br />

Hagen, erreichte die höchste Note der Stuten<br />

und wurde Stuten-Championesse.<br />

licher kaum sein: Zum einen der Showman<br />

NuStar Kossack (v. Kunar T), der kaum wußte,<br />

wohin mit seiner Energie, zum anderen der<br />

völlig gechillte Gips-Sohn GF Maschuk, das<br />

Distanzpferd von Petra Hutterer. Es siegte –<br />

wie sollte es für eine Schaubewertung auch<br />

anders sein – NuStar Kossack im Besitz von<br />

Epulari Arabians, der auch das Gold-Championat<br />

für sich entscheiden konnte. GF Maschuk<br />

ging im Championat leer aus.<br />

Die Reitklassen<br />

Einen Brückenschlag zwischen Schau und<br />

Sport stellt der „Trail in Hand“ dar, hierbei<br />

führt man sein Pferd an der Hand über einen<br />

Trailparcours – und tatsächlich haben hier<br />

auch einige der <strong>Pferde</strong> teilgenommen, die<br />

auch an der Schau gestartet sind. Auch gerade<br />

für junge <strong>Pferde</strong> ist dies eine gute Übung<br />

und ideal, um Turnierluft zu schnuppern. Und<br />

so waren diese Prüfungen mit 11 bis 13 Startern<br />

auch die stärksten Klassen der ganzen<br />

Veranstaltung! Dabei muß man kein Western-Outfit<br />

tragen, man darf auch mit korrekter<br />

englischer Kleidung starten. Das Pferd<br />

„trägt“ altersunabhängig ein Stallhalfter, bevorzugt<br />

aus Leder; Gebisse sind nicht erlaubt.<br />

Es siegte die erst dreijährige HAG Najada an<br />

der Hand von Manuela Kainsner in der Novice-Klasse<br />

und dasselbe Pferd an der Hand<br />

von Melanie Sulzner in der Advanced-Klasse.<br />

Aber es gab auch Tränen, als bei der jüngsten<br />

Teilnehmerin das ebenfalls junge Pferd<br />

nicht so recht mitmachen wollte – hier waren<br />

wohl beide mit der Situation überfordert und<br />

die Kombination von junger Vorstellerin und<br />

jungem Pferd etwas unglücklich. Aber das<br />

macht ja nichts – nächstes Jahr klappt es bestimmt<br />

besser!<br />

Die meisten Prüfungen, sei es Western oder<br />

klassisch wurden in drei Niveaus angeboten,<br />

sodass man auch mit einem jungen Pferd –<br />

oder als turnierunerfahrener Reiter – in den<br />

einfachsten, den Novice-Klassen, starten<br />

konnte. In der Dressur ist diese Bezeichnung<br />

eher ungewöhnlich, zum Vergleich sei hier<br />

Novice mit einer A-Dressur, Advanced mit einer<br />

L-Dressur und Master mit einer LM-Dressur<br />

„übersetzt“, wobei zu beachten ist, dass<br />

dies die österreichische Nomenklatur ist, und<br />

die LM in Deutschland einer L auf Kandare<br />

entspricht.<br />

Sieger in beiden Master-Dressuren – und<br />

nicht nur das, sondern in allen acht Prüfungen,<br />

zu denen die beiden antraten! – wurde<br />

Erasmos unter Daniela Entner. Die beiden<br />

war damit das erfolgreichste Paar der Veranstaltung!<br />

Und das macht der amtierenden<br />

Vize-Europameisterin in der Dressur und Europameisterin<br />

in Hunter Pleasure so schnell<br />

auch keiner nach. Auf Platz zwei lag in beiden<br />

Prüfungen HAG Latano unter Wiltraud<br />

Rabeder und auf Platz drei und vier folgten<br />

Mydream (Marshan / Essdreama) *2018 ist mit ihrer Besitzerin Jenny Pohl aus Deutschland angereist.<br />

Sie erreichte die höchste Note der Junioren-Stuten und wurde Junioren Championesse.<br />

die beiden Marbacher Hengste WM Safi und<br />

WM Malakil, die bei Anja Beran in klassicher<br />

Ausbildung sind. Die beiden zeigten sich von<br />

ihrer besten Seite und ernteten viel Anerkennung,<br />

aber gegen die zwei turniererfahrenen<br />

<strong>Pferde</strong> vor ihnen konnten sie nichts ausrichten.<br />

Im Trail brillierte in beiden Master-Klassen<br />

die 10-jährige Loggia vom Fronleitenhof mit<br />

Susanne Schuh im Sattel. Dieses Paar ist auch<br />

amtierender Europameister im Trail und Western<br />

Pleasure. In der Western Pleasure konnte<br />

sie jedoch ihrem Titel keine Ehre machen<br />

– das mag daran gelegen haben, dass das<br />

Paar sehr langsam und mitunter nicht mehr<br />

im Takt unterwegs war. Diese typisch amerikanische<br />

Art der Western Pleasure ist aber<br />

auf Araberturnieren eher nicht erwünscht<br />

und so war es wohltuend zu sehen, dass dies<br />

von den Richtern entsprechend abgewertet<br />

wurde. Es siegten dafür einmal ihre hübsche<br />

Stallgefährtin GFH Eniya unter Reinhard<br />

Hochreiter, das andere Mal El Trocadero mit<br />

Karin Lenhard im Sattel – auch dieses Paar<br />

nimmt regelmäßig am Europa-Championat<br />

teil.<br />

Ranch Riding ist eine Disziplin, die sich immer<br />

größerer Beliebtheit erfreut. Und auch hier<br />

siegte eine Vize-Europameisterin, nämlich<br />

Baikals Shangrila vom Fronleitenhof, unter<br />

Camilla Haberl. In einer Master-Klasse mußte<br />

sie sich jedoch gegen Emaril, geritten von<br />

Claudia Kohlhammer, geschlagen geben, die<br />

mit dem hübschen WH-Justice-Sohn auch in<br />

der Hunter Pleasure unterwegs war, und mit<br />

ihm den Distanzritt über 40 km absolvierte,<br />

der am Sonntag-Vormittag stattfand! Wenn<br />

das nicht die Vielseitigkeit des Arabers demonstriert,<br />

was dann?<br />

Ausblick<br />

Bleibt zum Abschluß die Frage, wie mißt man<br />

den Erfolg einer Veranstaltung? Doch wohl<br />

an der Anzahl der genannten <strong>Pferde</strong>, an der<br />

Anzahl der Starts und an den glücklichen<br />

Gesichtern? Und da zeichnet sich beim Araber-Festival<br />

in Stadl Paura ein Paradigmenwechsel<br />

ab, denn die „Schau“ verliert (auch<br />

hier) an Zulauf. Schauen wir uns die Zahlen<br />

an: 40 <strong>Vol</strong>lblutaraber wurden für den Reitsport<br />

gemeldet (plus einige „Nicht-Araber“ im<br />

Distanzritt), dagegen nur 29 für die ECAHO-<br />

Amateur-Schau. Hinzu kommt, dass man im<br />

Reitsport mehrere Prüfungen gehen kann,<br />

in der Schau ist man auf eine Vorstellung reduziert,<br />

gegebenenfalls kann man sein Pferd<br />

auch noch in der Liberty zeigen. Bei den<br />

Starts ist die Diskrepanz daher noch gravierender:<br />

Waren es bei der Schau 40 Starts (incl.<br />

Liberty), so waren es im Sport 172 (plus die<br />

Distanzreiter). Mittlerweile hat hier also der<br />

Sport die Schau erst ermöglicht, denn für nur<br />

29 <strong>Pferde</strong> hätte man kaum diesen ganzen<br />

Aufwand betreiben und diese wunderschöne<br />

Anlage mieten können! Das Pendel schlägt<br />

also eindeutig in Richtung Sport aus – ist das<br />

also der Vorbote für eine Trendwende? Schön<br />

wäre es!<br />

Gudrun Waiditschka<br />

44<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Amateure Shows<br />

<br />

Strahlende<br />

Gesichter<br />

<br />

<br />

<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

<br />

45<br />

1 - Nicole Schmied mit AClass Kossack (Pristice Kossack / Abapana<br />

Kossack) *2013<br />

2 - Angelika Gumhalter<br />

3 - Daniela Bergmoser<br />

4 - Manuela Kainsner mit HAG Latou (Sheetan) (BS Black Lover / SW<br />

Nabila Bint Sheitan) *2005<br />

5 - Sebastian Hagmair mit HAG Nejada (BS Black Lover / SW Nabial Bint<br />

Sheitan) *2018<br />

6 - Karina Krummer mit Evoli (Enrique / Grikola) *2018


Aus Von meinem Kunst und Buchregal<br />

Künstlern<br />

Sachs Bücher<br />

Von Kunst und Künstlern<br />

Nicole<br />

Eine Auftragsarbeit zum 50-jährigen Jubiläum<br />

des Gestüts El Thayeba: Der Hengst El<br />

Thay Mahfouz in dunkler Patinierung.<br />

Nicole Sachs (Jahrgang 1966) ist eine zeitgenössische<br />

Künstlerin, deren <strong>Pferde</strong>bronzen<br />

und Skulpturen an die Werke europäischer<br />

Künstler um 1840 bis 1920 erinnern. Und<br />

obwohl sie familiär künstlerisch nicht vorbelastet<br />

war, entstanden mit Knetmasse und<br />

Malstiften schon sehr früh „altersgemäße<br />

Werke”.<br />

Bereits seit über 30 Jahren ist Nicole Sachs<br />

von der Schönheit des arabischen <strong>Pferde</strong>s<br />

fasziniert, und da sie nicht allzuweit von Großenkneten,<br />

dem „Zentrum der Ägypterzucht<br />

in Deutschland“ lebt, lernte sie auch die<br />

Zuchtgrößen dieser Gestüte kennen und näherte<br />

sich ihnen auf einer künstlerischen Ebene.<br />

Doch Malen und Zeichnen waren zwar<br />

schön, aber bereits weit verbreitet. Die Fotografie<br />

war dann dank der schnellen Ergebnisse<br />

auch für eine Weile sehr befriedigend,<br />

aber sie suchte bald ein neues Tätigkeitsfeld.<br />

Dieses fand sie in der Bildhauerei, denn ein<br />

Pferd dreidimensional zu erschaffen, ist eine<br />

weit größere Herausforderung als die zweidimensionale<br />

Darstellung.<br />

In der Folge ließ sie sich durch die Werke<br />

von früheren Künstlern, aber auch von den<br />

Bronzen von Brigitte Eberl und Karen Kasper<br />

inspirieren; ansonsten aber hat sie sich die<br />

nötige Technik selbst beigebracht. Größer als<br />

die künstlerische Herausforderung war dann,<br />

eine geeignete Gießerei zu finden, die bereit<br />

war, die aufwändigen <strong>Pferde</strong>skulpturen in<br />

Bronze zu gießen. Eine erste Bronze entstand<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 4/2018 3/<strong>2021</strong><br />

46


Art and Artists<br />

Ein "Fantasie-Hengst" mit arabischem<br />

Halfter, das die Gießerei vor eine besondere<br />

Herausforderung stellte.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

47


Von Kunst und Künstlern<br />

Sachs<br />

Nicole<br />

(oben) Ein Hengst, der der Fantasie der Künstlerin<br />

entsprang und ihre Ideale in sich vereint;<br />

in heller Patinierung.<br />

(rechts) Der Hengst NK Nabhan in dunkler<br />

Patinierung; im Original 29 cm hoch.<br />

48<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Art and Artists<br />

(oben) Die Rappstute Napirai mit galoppierendem Fohlen.<br />

(llinks und unten) Der Hengst El Thay Mahfouz in weißer, sehr naturgetreuer<br />

Bemalung.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

49


Von Kunst und Künstlern<br />

Sachs<br />

Nicole<br />

bereits Ende der 1990er Jahre, aber die Gießerei<br />

wollte sich diesem aufwändigen Genre<br />

nicht weiter widmen und so unterbrach<br />

Nicole ihre künstlerische Arbeit in diesem<br />

Bereich für rund 20 Jahre. Erst 2017 wagte<br />

sie einen erneuten Versuch und fand durch<br />

Zufall die Gießerei Barth, die in 3. Generation<br />

Bronzen fertigt. „Sowohl Herr Barth junior als<br />

auch senior haben ein tiefes Verständnis für<br />

Tierbronzen und machen eine wunderbare<br />

Arbeit, indem sie sich um jede einzelne Ohrspitze<br />

und um jedes kleine Detail des Mauls einem „Draht-Rohling“.<br />

Der Künstler formt das Pferd mit Plastillin auf<br />

kümmern,“ lobt Nicole deren Arbeit. „Je nach<br />

Komplexität der Skulptur stecken im Modellieren<br />

etwa 100 bis 150 Stunden Arbeit. Nicht<br />

am Stück, sondern über Monate gestreckt“,<br />

erklärt Nicole. „Ich ‚gucke mich schnell fest’,<br />

sehe dann schon das, was es erst werden<br />

soll, und brauche Pausen, um das werdende<br />

Modell wieder neutral beurteilen zu können<br />

und dann weiter am Ausdruck zu arbeiten.“<br />

Wenn das Plastillin-Modell fertig ist, wird es<br />

in der Gießerei in Wachs gegossen. „Korrekturen<br />

am Wachs mache ich jeweils an einem<br />

Tag in der Gießerei; maximal 2 Wachsmodelle<br />

auf einmal“, sagt Nicole. „Der Gießer arbeitet<br />

Abformung des Plastillin-Modells durch Herstellung<br />

einer Gipsschale mit Silikonnegativ.<br />

dann auch noch ca. 35-40 Stunden an Form,<br />

Guß, Ziselieren und Patinieren.“ Das Gießerei-Handwerk<br />

ist daher ein fließender Übergang<br />

zur Kunst. Beim Ziselieren (Bearbeiten<br />

des roh aus dem Ofen kommenden Metalls)<br />

bringt der Gießer wieder zum Vorschein, was<br />

er am Modell sieht und was der Künstler ihm<br />

als wichtig benannt hat. Dabei könnte alles<br />

ruiniert werden!<br />

Nicole Sachs achtet besonders auf eine<br />

möglichst lebensechte Anatomie, feine Details<br />

und individuellen Ausdruck und ist<br />

kein Freund von kitschiger Übertreibung –<br />

wie man es leider häufig sieht. Neben den (oben) Der „Positivabdruck" bzw. das „Modell“<br />

Standard-Posen für <strong>Pferde</strong>skulpturen setzt<br />

aus Wachs ist identisch mit dem Plastillinpferd.<br />

sie auch originellere Varianten um: Die Ohren<br />

müssen nicht immer gespitzt sein, der form hergestellt wird.<br />

(unten) Der Glühofen, in dem die Schamotte-<br />

Schweif darf auch mal in Bewegung sein. Die<br />

größte Herausforderung empfindet Nicole<br />

darin, dass sie im Ergebnis von der Qualität<br />

der Arbeit der Gießereien abhängig ist. Gerne<br />

würde sie Skulpturen-Gruppen aus mehreren<br />

<strong>Pferde</strong>n umsetzen, eine Herde Stuten<br />

mit Fohlen, beispielsweise, was aber kaum zu<br />

finanzieren ist.<br />

Fünf bis sechs Skulpturen erschafft Nicole<br />

Sachs pro Jahr - glücklich, wer eine davon<br />

sein eigen nennen kann!<br />

Gudrun Waiditschka<br />

50<br />

The<br />

Das Pferd wird mit allen Details in Plastillin<br />

ausmodelliert.<br />

Mit Hilfe des Silikonnegativs wird ein Wachsmodell<br />

hergestellt.<br />

(oben) Am Wachsmodell werden die Zu- und<br />

Ableitungen für das flüssige Metall gelegt.<br />

(unten) Die Bronze, das Rohmaterial für die<br />

Skulpturen.<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Making Of...<br />

Art and Artists<br />

(oben) Die Künstlerin Nicole Sachs mit ihrem Werk - El Thay Mahfouz<br />

mit weißer Bemalung.<br />

Foto: Monika Pehr<br />

(oben links) Nach dem Ausgießen der Hohlform, die Bronze ist noch in<br />

ihrer Gipsschamotteform.<br />

(links) Die Bronzestatue vom Gipsschamotte befreit noch mit den Zuund<br />

Ableitungen aus Bronze. Diese müssen durch Schweißen entfernt<br />

werden, anschließend erhält die Bronze durch Ziselierung ihre endgültige<br />

Oberflächenstrucktur.<br />

(oben) Die Patina ist keine Bemalung, sondern eine chemische Bearbeitung<br />

des Metalls, bei der die Bronze per Bunsenbrenner heiß gemacht<br />

wird. Das macht ebenfalls der Gießer. Der Künstler kann begrenzt eine<br />

hellere oder dunklere Patina in Auftrag geben und an der Schattierung<br />

einzelner Partien mitarbeiten. Feinheiten wie die Augen arbeitet Nicole<br />

Sachs selbst nach.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

51<br />

(links) Für den Schimmel El Thay Mahfouz wurde eine weiße Patina gew<br />

ählt.<br />

alle Fotos: Nicole Sachs


Verein zur Förderung des Shagya-Arabers (FSAT)<br />

Vom Onlinezum<br />

Live-Turnier<br />

Sport<br />

Bahrain von Ludwigsburg mit Ina Charlotte Seehrich im<br />

Sattel war erfolgreichster Shagya-Araber des Turniers.<br />

Alle Fotos: Solveig Söding<br />

Nach zwei erfolgreichen<br />

Online-Turnieren konnte<br />

man dieses Jahr ein "echtes"<br />

Turnier zur Förderung<br />

des Shagya-Arabers (und<br />

anderer arabischer Rassen)<br />

veranstalten. Ausrichter und<br />

Veranstalter des Turniers<br />

„<strong>Arabische</strong> Sportpferde im<br />

Norden“ zogen eine positive<br />

Bilanz. Aufgrund der vielen<br />

konstruktiven Rückmeldungen<br />

der Teilnehmer soll<br />

das Prüfungsangebot im<br />

kommenden Jahr erweitert<br />

werden.<br />

In insgesamt fünf Dressur- und sieben<br />

Springprüfungen der Klassen E bis L gingen<br />

vom 24. Bis 25. Juli 30 Paare mit ihren arabischen<br />

<strong>Pferde</strong>n in Aukrug (Schleswig-Holstein)<br />

an den Start. Teilnahmeberechtigt waren Shagya-Araber<br />

(ShA), <strong>Vol</strong>lblutaraber (OX), Araber<br />

(X), Anglo-Araber (AA) und Arabisch Partbred<br />

mit mindestens 12,5 % arabischem Blutanteil.<br />

Aufgrund der Begrenzung des Blutanteils<br />

konnten in der Gruppe Arabisch Partbred leider<br />

40 der insgesamt 142 Nennungen nicht<br />

angenommen werden. Mit 77 Starts und einer<br />

Teilnahmequote von gut 75 % sind der FSAT<br />

und der Reitverein Aukrug, gerade aufgrund<br />

der kurzen Vorlaufzeit und unter Corona-Bedingungen,<br />

mehr als zufrieden.<br />

Insgesamt neun Shagya-Araber von acht<br />

verschiedenen Züchtern gingen an den<br />

Start, und sechs von ihnen konnten in Aukrug<br />

ihre erste Saison-Platzierung in LPO- und<br />

WBO-Prüfungen verbuchen. Und das obwohl<br />

in diesem Jahr einige bewährte Paare leider<br />

nicht teilnehmen konnten. Erfolgreichster<br />

Shagya-Araber war Bahrain von Ludwigsburg,<br />

mit der FSAT Vorsitzenden Ina Charlotte<br />

Seehrich im Sattel. Mit einem 1. Platz im Stilspringen<br />

Kl. A*, einem 2. Platz in der Springprüfung<br />

Kl. A* und im Stil A** sowie jeweils<br />

einem 4. Platz in den Springprüfungen Kl. A**<br />

und L stellte der Hengst aus der Zucht von<br />

Kurt-Jürgen Karl seine Klasse unter Beweis,<br />

und wurde dafür mit dem "ISG-Ehrenpreis -<br />

bester ShA-Wallach/Hengst Aukrug <strong>2021</strong>" der<br />

Internationalen Shagya-Araber Gesellschaft<br />

ausgezeichnet. Mit diesen Erfolgen war der<br />

beim VZAP eingetragene Bahrain gleichzeitig<br />

bestes arabisches Pferd des Turniers, und<br />

damit Gewinner des „Paltra-Ehrenpreises –<br />

bestes arabisches Sportpferd“ der Familie<br />

Paltra. In dieser Wertung wurde es besonders<br />

spannend, denn vor dem abschließenden<br />

Springen für Baharain von Ludwigsburg in<br />

der Klasse L lag der in der Dressur startende<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber Epifan ox mit seinem Reiter<br />

Aleksandar Danšin noch einen Punkt vor seinem<br />

Konkurrenten.<br />

Nach einer zweijährigen Fohlenpause meldete<br />

sich auch die 16-jährige Stute Roxana erfolgreich<br />

zurück. Sie siegte mit Ina Charlotte<br />

Seehrich und Douglas-William-Otto Wurms<br />

im Springen A** und im Springwettbewerb<br />

und konnte im Springen A* den 6. Platz belegen.<br />

Als zweitbester Shagya-Araber des Turniers<br />

und beste Shagya-Araber-Stute sicher-<br />

52<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


te sie sich hiermit den vom Zuchtverband<br />

für Sportpferde arabischer Abstammung<br />

e.V. vergebenen "ZSAA-Ehrenpreis - beste<br />

ShA-Stute Aukrug <strong>2021</strong>".<br />

Neben den Shagya-Arabern waren fünf<br />

<strong>Vol</strong>lblutaraber, fünf Anglo-Araber, und<br />

bei den Arabisch Partbred drei Arabisch<br />

Partbred Typ Deutsches Reitpferd (jetzt<br />

Deutsches Edelblutpferd), zwei Arabisch<br />

Partbred Typ Spezialpferd, zwei Deutsche<br />

Reitponys und jeweils ein Trakehner, Deutsches<br />

Sportpferd, Deutsches Pferd und Niederländisches<br />

Pony mit arabischem Blutanteil<br />

am Start.<br />

Von den fünf <strong>Vol</strong>lblutarabern kamen gleich<br />

drei aus Dänemark. Während die Stute Equna<br />

Asil mit Katrine Vraa Andersen den Dressurwettbewerb<br />

für sich entscheiden konnte,<br />

ging Mayah Bell nicht nur in den Dressuren<br />

der Klasse E erfolgreich an den Start, sondern<br />

zeigte ihre Vielseitigkeit, indem sie in<br />

beiden Springen der Klasse E den 2. Platz<br />

belegte. Das eigens angereiste dänische<br />

Fanlager konnten sich dann auch noch über<br />

den 4. Platz von Thee Fifth Element und<br />

Alma Traasdahl freuen. Bester <strong>Vol</strong>lblutaraber<br />

mit jeweils einem 3. Platz in der Dressur A**<br />

(Oben) Zweitbestes Pferd des Turniers war die<br />

ShA-Stute Roxana. (Unten) Der Hengst Epifan<br />

war bester <strong>Vol</strong>lblutaraber.<br />

(Unten) Pauline Hartmann war beste Teilnehmerin<br />

U18, hier mit dem Partbred-Hengst<br />

Seven seas of love.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

53<br />

und der Dressur der Klasse L war der ebenfalls<br />

beim VZAP eingetragene Hengst Epifan<br />

ox von Psytadel ox.<br />

In der Gruppe der Arabisch Partbred waren<br />

die <strong>Pferde</strong> aus der Zucht von Meike Heisig<br />

sehr erfolgreich unterwegs. Der Hengst Seven<br />

seas of love und seine Töchter Vaany<br />

HWK und Veyja HWK sicherten sich zahlreiche<br />

Platzierungen. Mit Seven seas of love<br />

und Veyja HWK gewann ihre Reiterin Pauline<br />

Hartmann zudem den vom Verein zur Förderung<br />

des Shagya-Arabers im klassischen Turniersport<br />

vergebenen „Jungendförderpreis<br />

des FSAT e.V. – bester Teilnehmer/beste<br />

Teilnehmerin U18“. Der Trakehner Bergprinz<br />

von Bazar konnte die Springprüfungen der<br />

Klassen A** und L für sich entscheiden.<br />

Aus Sicht des FSAT war das erste „Vor-Ort-<br />

Turnier“ nach zwei Corona-bedingten Online-Turnieren<br />

auch dank der Unterstützung<br />

beiden deutschen Araber-Zuchtverbände<br />

und zahlreicher Sponsoren ein voller Erfolg.<br />

Nachdem viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer<br />

auf jeden Fall auch 2022 wieder mit<br />

dabei sein wollen, soll im kommenden Jahr<br />

das Prüfungsangebot deutlich erweitert<br />

werden. Damit sich das Turnier gerade für<br />

alle mit einer weiteren Anreise lohnt, werden<br />

die Dressuren voraussichtlich ebenfalls<br />

an zwei Tagen stattfinden und um Prüfungen<br />

der Klasse M und eine Reitpferdeprüfung<br />

ergänzt. Auch eine Erweiterung der<br />

Teilnahmeberechtigung für Reiterinnen und<br />

Reiter aus dem benachbarten Ausland ist in<br />

der Planung. Dabei hoffen Teilnehmer und<br />

der Vorstand des FSAT, dass 2022 nicht nur<br />

das Turnier „<strong>Arabische</strong> Sportpferde im Norden“<br />

wieder stattfindet. Mit den beiden Turnieren<br />

„<strong>Arabische</strong> <strong>Pferde</strong> in Westfalen“ und<br />

dem ANC Turnier in Aachen haben Reiterinnen<br />

und Reiter in den letzten beiden Jahren<br />

zwei Turniere schmerzlich vermisst.<br />

Solveig Söding<br />

Alle Ergebnisse des Turniers sind über die<br />

Internetseiten des Vereins unter www.<br />

turniersport-shagyaaraber.de/das-turnier/<br />

abrufbar.<br />

Sport


Europa-Championat der Sport-Araber <strong>2021</strong><br />

Viele<br />

neue<br />

Sport<br />

Gesichter<br />

Bereits zum zweiten Mal<br />

fand das Europa-Championat<br />

der Sport-Araber<br />

unter Corona-Bedingungen<br />

statt, aber da es sich um<br />

eine Außenveranstaltung<br />

handelt, merkt man kaum<br />

etwas davon. Und so kamen<br />

mehr Teilnehmer, als die<br />

letzten Jahren und vor allem<br />

viele neue Gesichter!<br />

Das erfolgreichste Pferd des Turniers - 3x Gold für Loggia (v.<br />

Alert) und Susanne Schuh. - The most successful horse of the<br />

competition - 3 x Gold for Loggia and Susanne Schuh<br />

alle Fotos: G. Waiditschka<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

54


Die Reiter, das konnte man merken, waren<br />

dankbar für dieses Turnier, in einer Zeit<br />

wo so viele Veranstaltungen abgesagt wurden.<br />

Und so kamen mehr Reiter und <strong>Pferde</strong><br />

als in den letzten Jahren nach Wiener Neustadt,<br />

doch leider fehlten zum wiederholten<br />

Male die Springreiter. Insgesamt waren acht<br />

Nationen vertreten: Belgien, Dänemark,<br />

Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen,<br />

Schweden und das Gastgeberland Österreich.<br />

Die am weitesten Gereisten legten<br />

1450 km (einfache Strecke) zurück und bekamen<br />

dafür sogar einen Ehrenpreis!<br />

Die Klassischen Disziplinen<br />

Interessant war dieses Jahr, dass neue<br />

Pferd-Reiter-Paare am Start waren – es scheint<br />

ein Generationswechsel stattzufinden. So hat<br />

sich Haifi El Sorrento aus dem aktiven Turniersport<br />

verabschiedet und ist jetzt Lehrmeister<br />

für eine junge Generation von Reitern. Krümel<br />

(CH Silverlight) gab dieses Jahr seine letzte<br />

Vorstellung – mit zwei Goldmedaillen.<br />

Zu den neuen Gesichtern, die gleich großen<br />

Eindruck gemacht haben, gehört zweifellos<br />

Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012<br />

unter Tara den Hartog aus den Niederlanden.<br />

Dieses Paar gewann alle drei Prüfungen, zu<br />

denen sie angetreten waren, und sie nutzten<br />

damit auch die Möglichkeit, sich langsam an<br />

die äußeren Bedingungen zu gewöhnen. Das<br />

braucht dieser sehr typvolle und ausdrucksstarke<br />

Hengst auch, da er sehr „elektrisch“ ist<br />

und ständig unter Spannung steht. Mit 62,50 %<br />

siegte er im Prix St. Georges und errang somit<br />

die Goldmedaille vor Erasmos (Ainhoa<br />

St. Faust / Estylia) *2011 unter Daniela Entner<br />

aus Österreich, die zwar ihre Lektionen wesentlich<br />

entspannter absolvierten, aber auch<br />

weitaus „blasser“ wirkten. Bronze ging an FA<br />

Moonshadow (Marajj / GF Kavadis) *2011 unter<br />

Helena Jodie Byrne aus Dänemark, einen<br />

„Newcomer“ unter den <strong>Pferde</strong>n, den Helena<br />

erst seit Januar <strong>2021</strong> reitet. Alle drei <strong>Pferde</strong><br />

hatten zuvor noch nicht an der Dressur am<br />

Europa-Championat teilgenommen, für Primeval<br />

und Moonshadow war es das erste Mal,<br />

dass sie an dieser Veranstaltung teilnahmen.<br />

Zu den klassischen Prüfungen gehören auch<br />

die Classic Pleasure und Hunter Pleasure,<br />

wobei hier die Anforderungen wesentlich<br />

geringer sind als in einem Prix St. Georges.<br />

Unterschätzen darf man sie jedoch auch<br />

nicht, denn nicht jedes Pferd läuft gelassen in<br />

einer Gruppe, bei der auch überholt werden<br />

darf! Und so sind diese Prüfungen – neben<br />

der Überprüfung der Grundgangarten – auch<br />

ein Charaktertest: Ist es ein Vergnügen, dieses<br />

Pferd zu reiten – auch und insbesondere in einer<br />

Gruppe? Für Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila)<br />

*2004 mit Emma Dorn im Sattel konnte<br />

diese Frage ganz eindeutig mit einem „Ja“ beantwortet<br />

werden und die beiden gewannen<br />

die Goldmedaille für ihre Vorstellung. Dieser<br />

vielseitige Hengst – er geht neben dem Turniersport<br />

auch bei Karnevalsumzügen mit<br />

und hat seine Hengstleistungsprüfung auf<br />

Distanzritten absolviert – ist ein guter Lehrmeister<br />

für die mittlerweile 18-jährige Emma,<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

Mit 2 x Gold in der Reining und im Ranch Riding hat "Krümel" aka CH Silverlight sein Ergebnis<br />

aus den Vorjahren noch getoppt. - With 2 x Gold in Reining and Ranch Riding, CH Silverlight even<br />

exceeded his results of former years.<br />

und die beiden wachsen immer weiter zusammen.<br />

FA Moonshadow mit Helena Byrne<br />

erreichten den zweiten Rang und damit die<br />

Silbermedaille, während Erasmos mit Daniela<br />

Entner die Bronzemedaille errang. Etwas flotter<br />

vorwärts geht es in der Hunter Pleasure,<br />

die ausrüstungsmäßig an die englische Jagdreiterei<br />

angelehnt ist. Hier wird im leichten<br />

Sitz geritten und es wird weniger Versammlung<br />

verlangt. Die „Gruppentauglichkeit“<br />

muß aber auch hier gegeben sein! Es siegte<br />

Erasmos vor FA Moonshadow, und Emaril<br />

(WH Justice / Edelmira) *2016 unter Claudia<br />

Kohlhammer errang die Bronzemedaille; die<br />

beiden sind sonst eher in Westernprüfungen<br />

unterwegs.<br />

Eine weitere Pleasure-Klasse ist die „Traditional<br />

Arabian Riding“ oder wie es im amerikanischen<br />

„Original“ heißt: „Mounted Native<br />

Costume“. Nun, die Kostüme haben weder<br />

etwas mit arabischer Tradition zu tun, noch<br />

mit „einheimischen“ Kostümen. Aber farbenprächtig<br />

anzuschauen sind sie schon! Auch<br />

hier muß das Pferd charakterlich so gefestigt<br />

sein, dass es trotz der ganzen Quasten und<br />

Bommel, dem Geklitzer und Geklimper zurechtkommt.<br />

Die Prüfung wird nur im Schritt<br />

und Galopp geritten, Überholen erlaubt. Hier<br />

siegte im Gold-Rang Oliwia Kowal mit ihrem<br />

Elgoriusz (Medalion / Elgora) *2017, der – erst<br />

4-jährig – seine Sache wirklich gut gemacht<br />

hat! Silber ging an den Landsmann Korab (Pegasus<br />

/ Kabala) *2012 mit Marta Kulczynska<br />

im Sattel und Platz drei und damit die Bronzemedaille<br />

ging wiederum an Mosri Al Dahab<br />

mit Emma Dorn. Vielleicht noch ein Wort<br />

zu den Kostümen, die meist nicht „von der<br />

55<br />

Stange“ sind, sondern selbst geschneidert!<br />

Da werden Omis, Mütter und Tanten eingespannt,<br />

um das Kostüm für Ross und Reiter zu<br />

schneidern – und die Ergebnisse können sich<br />

sehen lassen (und werden auch bewertet),<br />

denn die Zeiten, da ein Bettlaken als „Beduinenumhang“<br />

herhalten konnte, sind längst<br />

vorbei!<br />

Eine weitere „Kostümklasse“, wenn man sie<br />

so nennen will, ist die Klasse für die Ladies<br />

im Damensattel. Leider waren diesmal nur<br />

drei Reiterinnen angetreten, sodass die Paare<br />

aus der klassischen und Western-Reitweise<br />

zusammen starten mußten. Diese elegante<br />

Reitweise ist ein Augenschmauss und allein<br />

dafür gebührt ihr ein Platz bei diesem Europa-Championat.<br />

Siegerin wurde Sarah Gollowitzer<br />

mit Lilian (Chalef Ibn Madour / Elerna)<br />

*2002, die klassisch unterwegs ist, vor Barbara<br />

Kristen mit Rosaleda Qahira (Valeroso<br />

Qahira / Shirina Carisma) *2010 und Karin<br />

Lenhard mit El Trocadero (Psyrasic / Kashida)<br />

*2008 – die letzten beiden starteten in Western-Outfit.<br />

Die Western-Disziplinen<br />

Auch die Westernreiter haben natürlich ihre<br />

Pleasure-Klasse, die Western Pleasure, die<br />

eigentliche Keimzelle aller Pleasureklassen.<br />

Vorsicht ist hier für die Richter geboten,<br />

dass sie nicht in die amerikanische Western<br />

Pleasure abgleitet, wo „langsam“ mehr<br />

zählt als „taktrein“. Die routinierte Loggia<br />

(Alert / Laranda) *2011, als Zweijährige von<br />

Petra Dries in Polen gekauft, avancierte dieses<br />

Jahr mit drei Goldmedaillen unter ihrer<br />

Reiterin und Trainerin Susanne Schuh zum<br />

Sport


Sport<br />

Silber und Bronze in Trail<br />

und Ladies Sidesaddle,<br />

sowie die Silbermedaille<br />

im Western Allround<br />

machten El Trocadero<br />

mit Karin Lenhard zu<br />

einem der vielseitigsten<br />

Teilnehmer.<br />

Silver and Bronze in Trail<br />

and Ladies Sidesaddle,<br />

as well as Silver in the<br />

Allroud Western made<br />

El Trocadero with Karin<br />

Lenhard one of the most<br />

versatile participants.<br />

erfolgreichsten Pferd des Turniers! Mit den<br />

diesjährigen Goldmedaillen in Western Pleasure,<br />

Trail und Western Allround hat sie in<br />

den letzten drei Jahren insgesamt neun Medaillen<br />

am Europa-Championat gewonnen.<br />

Die Silbermedaille ging wie auch letztes<br />

Jahr an MM Sandrine (QR Marc / Sayonara<br />

El Bri) *2010 unter Mario Matt, eine Stute<br />

mit viel Aufrichtung, die sehr elegant unter<br />

ihrem Reiter wirkt. Bronze ging dann an<br />

Enzo (Saragon / Emina) *1997 unter Tina<br />

Schatz, der mit seinen 24 Jahren auch den<br />

Preis für den ältesten Teilnehmer des Turniers<br />

erhielt.<br />

Etwas Sorge bereitete dieses Jahr die Reining,<br />

die vor ein paar Jahren noch mit rund<br />

10 Startern besetzt war, heute aber auf drei<br />

geschrumpft ist. Auch in den Vorläufen sah<br />

es nicht wesentlich anders aus: In der Advanced<br />

Reining drei Starter, davon einer<br />

mit „Null Score“, einer disqualifiziert. Im<br />

„Qualifier“ dann fünf Starter, davon einer<br />

mit „Null Score“ und am Europa-Championat<br />

waren noch drei Starter übrig, die waren<br />

aber auch alle wirklich sehenswert: CH<br />

Silverlight (Azjaa / Silver Riole) *2004 unter<br />

Verena Böckle, Beste im Vorlauf, Zahims<br />

Navii (Zid Ibn El Zahim / India) *2010 und<br />

WAS Tajshan Ibn Taraszena (Zid Ibn El Zahim<br />

/ Taraszena) *2009, beide unter Martin<br />

Pauli, auf Platz zwei und drei im Qualifikationslauf.<br />

Jetzt war nur noch die Frage, wer<br />

bekommt welche Medaille? Gold ging zum<br />

zweiten Mal nach 2019 an CH Silverlight,<br />

Silber konnte sich Tajshan holen, nach<br />

Bronze 2015 war dies seine erste Silbermedaille<br />

in dieser Disziplin, und Bronze ging<br />

an Zahim’s Navii, der die letzten beiden<br />

Jahre die Silbermedaille erringen konnte.<br />

Alle drei <strong>Pferde</strong> und Reiter kamen aus<br />

Deutschland, was den deutschen Medaillenspiegel<br />

kräftig auffüllte!<br />

Bei der Ranch Riding, die seit letztem Jahr<br />

eine Disziplin des Europa-Championats ist,<br />

sah man dann endlich wieder volle Klassen,<br />

was auch die Beliebtheit dieser Disziplin widerspiegelt.<br />

WAS Tajshan Ibn Taraszena bot<br />

im Qualifikationslauf mit 223,5 eine super<br />

Vorstellung – aber im Finale erreichte er nur<br />

den undankbaren vierten Platz. CH Silverlight,<br />

in der Quali auf Platz zwei, schaffte es<br />

im Finale an die Spitze und verteidigte damit<br />

erfolgreich seine Goldmedaille vom letzten<br />

Jahr! Die Silber- und Bronzemedaillen<br />

gingen an zwei <strong>Pferde</strong> des Fronleitenhofs in<br />

Österreich, an die bewährte und immer zuverlässig<br />

laufende Baikal’s Shangrila (Baikal<br />

/ Desert Safanad) *2006 unter Camilla Haberl,<br />

während Bronze an die bildschöne,<br />

aus den USA importierte TA Aleya (Kordelas<br />

/ Altea) *2012 ging, geritten von Susanne<br />

Schuh.<br />

Der Trail ist nach der Reining die zweite<br />

„Königsdisziplin“, und eine Disziplin, in der<br />

der Araber wirklich punkten kann! Auch<br />

diese Prüfung hatte über 10 Teilnehmer<br />

in den Vorläufen, und die Erst- und Zweitplazierten<br />

waren hier wie dort diesselben:<br />

Gold ging an die erfahrene Loggia unter<br />

Susanne Schuh, Silber an El Trocadero mit<br />

Karin Lenhard im Sattel, ein Paar, das wir<br />

aus dem Ladies-Sidesaddle-Wettbewerb<br />

kennen. Die Bronzemedaille ging an Rosaleda<br />

Qahira unter Barbara Kristen. Diese<br />

Stute hatte letztes Jahr mit David Grandits<br />

im Sattel diese Prüfung gewonnen.<br />

Bleibt noch die Allround-Wertung. Hierzu<br />

zählen Prüfungen auf dem Niveau des Österreichischen<br />

National-Championats und<br />

die <strong>Pferde</strong> müssen die „Type & Conformation“-Klasse<br />

absolvieren. Dann werden die<br />

Einzelergebnisse aller Allround-Prüfungen<br />

zusammengezählt, um den vielseitigsten<br />

Araber – jeweils für Classic und Western<br />

getrennt – zu ermitteln. Eigentlich sollte<br />

diese Wertung genau die Eigenschaft, die<br />

den Araber im Speziellen auszeichnet, hervorheben.<br />

Leider ist die „Vielseitigkeit“ im<br />

Bereich „classic“ dadurch etwas verwässert,<br />

dass alle Pleasure-Klassen und die Dressur<br />

in etwa dieselben Kriterien abprüfen.<br />

Solange also keine Springprüfungen oder<br />

gar Geländeprüfungen stattfinden, ist das<br />

nur ein „halber“ Allround. Anders sieht es<br />

bei den Westernprüfungen aus – aber aus<br />

dieser Ecke kommt ja auch die Idee. Hier<br />

zählen Reining, Trail, die diversen Pleasure-Prüfungen<br />

und Ranch Riding dazu,<br />

sodass man hier schon eher von „Vielseitigkeit“<br />

reden kann. Es siegten im „Classic<br />

Allround“ Erasmos vor Mosri Al Dahab und<br />

Elgoriusz, im Western Allround Loggia vor<br />

El Trocadero und Erogant unter Monica von<br />

Duyvenbode, Niederlande.<br />

Zum 5. Mal hat das Europa-Championat<br />

nun schon in Wiener Neustadt, auf der Anlage<br />

von WTC Schulz, stattgefunden, und<br />

fast hat man das Gefühl, es wäre schon immer<br />

hier gewesen. Hoffen wir auf viele weitere<br />

Jahre, denn neben allem sportlichen<br />

Ehrgeiz ist es doch vor allem ein „Wohlfühlturnier“,<br />

wo man Spaß hat und nette Leute<br />

trifft. Und heute schon vormerken – der<br />

Termin für das Europa-Championat 2022<br />

hat sich verschoben und findet nun vom 1.<br />

bis 4. September 2022 statt!<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Die Bronzemedaille in Western Pleasure ging an den ältesten Teilnehmer des Turniers: Enzo<br />

(Saragon / Emina) *1997. - The Bronze medal in Western Pleasure was awarded to the oldest<br />

participating horse: Enzo (Saragon / Emina) *1997<br />

56<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


History<br />

Sport<br />

<br />

<br />

<br />

1 - Rosaleda Qahira (Valeroso Qahira / Shirina<br />

Carisma) mit Barbara Kristen - Silber in<br />

Ladies Sidesaddle, Bronze in Trail.<br />

2 - MM Sandrine (QR Marc / Sayonara El Bri)<br />

mit Mario Matt - Silber in Western Pleasure<br />

3 - TA Aleya (Kordelas / Altea) mit Susanne<br />

Schuh - Bronze in Ranch Riding<br />

4 - Zahims Navii (Zid Ibn El Zahim / India) mit<br />

Martin Pauli - Bronze in der Reining<br />

5 - WAS Tajshan Ibn Taraszena (Zid Ibn El<br />

Zahim / Taraszena) mit Martin Pauli - Silber<br />

in der Reining<br />

<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

57


European Championships for Sport-Arabians<br />

Many<br />

new<br />

Sport<br />

Faces<br />

For the second time, the European<br />

Championship for<br />

Sports Arabians took place<br />

under Corona conditions,<br />

but since it is an outdoor<br />

event, you hardly noticed<br />

it. And so more participants<br />

came than in the last few<br />

years and, above all, many<br />

new faces!<br />

Elgoriusz unter Oliwia Kowal wurde<br />

Europameister in der Traditional<br />

Arabian Riding.<br />

alle Fotos: G. Waiditschka<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

58


You could see that the riders were grateful<br />

for this competition at a time when<br />

so many events were cancelled. And so,<br />

more riders and horses came to Wiener Neustadt<br />

than in recent years, but unfortunately<br />

the show jumpers were missing again. A total<br />

of eight nations were represented: Belgium,<br />

Denmark, Germany, Italy, the Netherlands,<br />

Poland, Sweden and the host country Austria.<br />

The furthest travelled participants came from<br />

Denmark and covered 1450 km (one way) for<br />

which they received an honorary award!<br />

Veni, vidi, vici: Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012 under Tara den Hartog from the Netherlands.<br />

- Veni, vidi, vici: Primeval Kossack unter Tara den Hartog aus den Niederlanden.<br />

The classic disciplines<br />

It was interesting this year that there were<br />

new horse-rider pairs at the start - a generation<br />

change seems to be taking place. Haifi El<br />

Sorrento has said goodbye to active competition<br />

and is now a teacher for a young generation<br />

of riders. Krümel (CH Silverlight) gave<br />

his last performance this year - with two gold<br />

medals as a result.<br />

Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012<br />

under Tara den Hartog from the Netherlands<br />

is undoubtedly one of the new faces that<br />

made a big impression. This couple won all<br />

three tests in which they had competed in,<br />

and which they used to slowly get used to the<br />

external conditions, e.g. the half-open arena.<br />

This very typey and expressive stallion needs<br />

that, too, because he is very "electric" and is<br />

constantly under tension. With 62.50% he<br />

won the Prix St. Georges and thus won the<br />

gold medal ahead of Erasmos (Ainhoa St.<br />

Faust / Estylia) *2011 under Daniela Entner<br />

from Austria, who rode their test in a much<br />

more relaxed way, but they also looked much<br />

"paler". Bronze went to FA Moonshadow (Marajj<br />

/ GF Kavadis) *2011 under Helena Jodie<br />

Byrne from Denmark, a "newcomer" among<br />

the horses, as Helena has been riding him<br />

only since January <strong>2021</strong>. None of the three<br />

horses had previously participated in dressage<br />

at the European Championships, and it<br />

was the first time that Primeval and Moonshadow<br />

had participated in this event at all.<br />

The classic disciplines also include the Classic<br />

Pleasure and Hunter Pleasure, but the requirements<br />

here are, of course, much lower than<br />

in a Prix St. Georges. But they shouldn't be underestimated<br />

either, because not every horse<br />

remains calm in a group where it is also allowed<br />

to overtake! And so, these pleasure classes<br />

are - in addition to checking the basic gaits<br />

- also a character test: Is it a pleasure to ride<br />

this horse - also and especially in a group? For<br />

Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila) *2004 with<br />

Emma Dorn in the saddle, this question could<br />

be answered clearly with a “yes” and the two<br />

won the gold medal for their performance.<br />

This versatile stallion - in addition to competitions,<br />

also takes part in carnival parades<br />

and has completed his stallion performance<br />

test on endurance rides - is a good teacher<br />

for the now 18-year-old Emma, and the two<br />

continue to grow together. FA Moonshadow<br />

with Helena Byrne achieved second place<br />

and thus the silver medal, while Erasmos with<br />

Daniela Entner won the bronze medal. The<br />

Hunter Pleasure, which is based on the equipment<br />

of the English hunting equestrian, is a<br />

little brisker. This test is ridden in a light seat<br />

and less collection is required. But the "group<br />

suitability" must also be given here! Erasmos<br />

won ahead of FA Moonshadow, and Emaril<br />

(WH Justice / Edelmira) *2016 under Claudia<br />

Kohlhammer won the bronze medal; the two<br />

usually tend to ride in western style.<br />

Another pleasure class is the “Traditional<br />

Arabian Riding” or as it is called in the Ame-<br />

Sport<br />

European Championships for Sport Arabians <strong>2021</strong><br />

Medal<br />

Dressage<br />

Classic<br />

Pleasure<br />

Hunter<br />

Pleasure<br />

M. Native<br />

Costume<br />

Ladies Side<br />

Saddle<br />

Western<br />

Pleasure<br />

Reining<br />

Trail<br />

Ranch<br />

Riding<br />

Classic<br />

Allround<br />

Western<br />

Allround<br />

Gold<br />

PrimeVal<br />

Kossack<br />

Mosri Al<br />

Dahab<br />

Erasmos Elgoriusz Lilian Loggia CH Silverlight Loggia CH Silverlight Erasmos Loggia<br />

NED GER AUT POL AUT AUT GER AUT GER AUT AUT<br />

Silver<br />

Erasmos<br />

FA Moonshadow<br />

Mosri Al<br />

Dahab<br />

Korab<br />

Rosaleda<br />

Qahira<br />

MM Sandrine<br />

WAS Tajshan<br />

Ibn Taraszena<br />

El Trocadero<br />

Baikal's<br />

Shangrila<br />

Mosri Al<br />

Dahab<br />

El Trocadero<br />

AUT DEN GER POL AUT AUT GER AUT AUT GER AUT<br />

Bronze<br />

FA Moonshadow<br />

Erasmos<br />

Emaril<br />

Mosri Al<br />

Dahab<br />

El Trocadero Enzo Zahim's Navii<br />

Rosaleda<br />

Qahira<br />

TA Aleya Elgoriusz Erogant<br />

DEN AUT AUT GER AUT AUT GER AUT AUT POL NED<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

59


Sport<br />

rican “Original”: “Mounted Native Costume”.<br />

Well, the costumes have nothing to do with<br />

Arab tradition, nor with "native" costumes.<br />

But they are colourful to look at! Here, too,<br />

the horse's character must be suitable that<br />

it can cope with all the tassels and pompons,<br />

the glittering and tinkling. The test itself is<br />

only ridden at walk and canter, overtaking<br />

is allowed. Here Oliwia Kowal won the gold<br />

medal with Elgoriusz (Medalion / Elgora)<br />

*2017, who - only 4 years old - did his job really<br />

well! Silver went to compatriot Korab (Pegasus<br />

/ Kabala) *2012 with Marta Kulczynska<br />

in the saddle, and third place, and thus the<br />

bronze medal, went to Mosri Al Dahab with<br />

Emma Dorn. Perhaps one more word about<br />

the costumes, which are usually not “off the<br />

shelf”, but rather self-made! Grannies, mothers<br />

and aunts are hired to tailor the costumes<br />

for horse and rider - and the results are<br />

impressive (and are also evaluated), because<br />

the times when a bed sheet could serve as a<br />

“Bedouin cloak” are long gone!<br />

Another "costume class", if you want to call it<br />

that, is the class for the ladies in the side saddle.<br />

Unfortunately this time only three female<br />

riders competed, so that the participants<br />

from the classic and western sections had to<br />

start together. This elegant riding style is a<br />

feast for the eyes and for that alone it deserves<br />

a place at this European championships.<br />

The winner was Sarah Gollowitzer with Lilian<br />

(Chalef Ibn Madour / Elerna) *2002, who rides<br />

in classic style, ahead of Barbara Kristen with<br />

Rosaleda Qahira (Valeroso Qahira / Shirina<br />

Carisma) *2010 and Karin Lenhard with El<br />

Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008 - the last<br />

two started in Western outfits.<br />

The Western Disciplines<br />

Of course, the Western riders also have their<br />

pleasure class, the Western Pleasure, i.e. “the<br />

mother” of all pleasure classes. However, the<br />

judges should be careful not to slip into American<br />

Western Pleasure, where “slow” counts<br />

more than “keeping the correct beat”. The<br />

experienced Loggia (Alert / Laranda) *2011,<br />

who was bought as a two-year-old by Petra<br />

Dries in Poland, advanced this year to the<br />

most successful horse of the championships<br />

with three gold medals, ridden and trained<br />

by Susanne Schuh! With this year's gold medals<br />

in Western Pleasure, Trail and Western<br />

Allround, she has won a total of nine medals<br />

at the European Championships in the last<br />

three years.<br />

Like last year, the silver medal went to MM<br />

Sandrine (QR Marc / Sayonara El Bri) *2010<br />

under Mario Matt, a mare with a lot of<br />

self-carriage, who looks very elegant under<br />

her rider. Bronze then went to Enzo (Saragon<br />

/ Emina) * 1997 under Tina Schatz, who at the<br />

age of 24 also received the prize for the oldest<br />

participant in the tournament.<br />

Reining was a bit of a concern this year. A<br />

few years ago it had around 10 starters, but<br />

has now shrunk to three. In the preliminaries<br />

it didn't look much different either: In the<br />

Advanced Reining, three starters, one with<br />

You can always rely on her: Baikal's Shangrila (Baikal) achieved the Silver Medal in Ranch<br />

Riding. - Auf sie ist immer Verlass: Baikals Shangrila holte sich Silber in der Ranch Riding.<br />

a “Zero Score”, one disqualified. In the "Qualifier"<br />

Susanne Schuh, Silver to El Trocadero with Ka-<br />

there were five starters, one of them rin Lenhard in the saddle, a pair that we know<br />

with a "Zero Score". Finally, there were three from the Ladies Sidesaddle competition, and<br />

starters left at the European Championship, the bronze medal went to Rosaleda Qahira<br />

however, at least they were all really worth under Barbara Kristen. This mare won this test<br />

seeing: CH Silverlight (Azjaa / Silver Riole) last year with David Grandits in the saddle.<br />

*2004 under Verena Böckle, who was best in That leaves the All-round ranking. This includes<br />

the Qualifier, Zahims Navii (Zid Ibn El Zahim<br />

the tests at the level of the Austrian Na-<br />

/ India) *2010 and WAS Tajshan Ibn Taraszena<br />

tional Championships and the horses have<br />

(Zid Ibn El Zahim / Taraszena) *2009, both to participate in the "Type & Conformation"<br />

under Martin Pauli, in second and third place<br />

class. Then the individual results of all All-<br />

in the qualification run. The only question round tests are added up to determine the<br />

now was who gets which medal? Finally, Gold most versatile Arabian - for Classic and Western<br />

went to CH Silverlight for the second time after<br />

separately. Actually, this rating should<br />

2019, Silver went to Tajshan, after Bronze emphasize on exactly the characteristic that<br />

in 2015 this was his first silver medal in this distinguishes the Arab in particular, i.e. his<br />

discipline, and Bronze went to Zahim’s Navii, versatility. Unfortunately, the versatility in<br />

who won the silver medal for the last two the classic category is somewhat watered<br />

years. All three horses and riders came from down because dressage and all the pleasure<br />

Germany, which topped up the German medal<br />

classes test roughly the same criteria. As long<br />

table!<br />

as there are no jumping competitions or even<br />

In Ranch Riding, which has been a discipline cross-country competitions, this is only "half"<br />

of the European Championships since last an all-rounder. It looks different in the western<br />

year, the classes were finally full again, which<br />

category - but that's where the idea co-<br />

also reflects the popularity of this discipline. mes from. Reining, trail, the various pleasure<br />

WAS Tajshan Ibn Taraszena showed a great tests and ranch riding are all part of it, so that<br />

performance in the qualifying run with 223.5 one can truly speak of "versatility" here. Erasmos<br />

points - but in the final he only achieved the<br />

won in the "Classic Allround" ahead of<br />

thankless fourth place. CH Silverlight, in second<br />

Mosri Al Dahab and Elgoriusz. In the Western<br />

place in the qualification, made it to Allround, Loggia was in front of El Trocadero<br />

the top in the final and successfully defended and Erogant under Monica von Duyvenbode,<br />

its gold medal from last year! The silver and Netherlands.<br />

bronze medals went to two horses from the For the 5th time, the European Championship<br />

Fronleitenhof in Austria, to the proven and<br />

has now taken place in Wiener Neustadt,<br />

always reliable Baikal's Shangrila (Baikal / on the WTC Schulz facility, and one almost<br />

Desert Safanad) *2006 under Camilla Haberl, has the feeling that it has always been here.<br />

while Bronze went to the beautiful TA Aleya Let's hope, it will stay here for many more years,<br />

(Kordelas / Altea) *2012, imported from the<br />

because besides all sporting ambition, it<br />

US, and ridden by Susanne Schuh.<br />

is above all a "feel-good tournament" where<br />

After Reining, the Trail is the second “supreme you can have fun and meet nice people. And<br />

discipline” and a discipline in which the Arab make a note of it today - the date for the European<br />

can really score! This test also had over 10 participants<br />

Championship 2022 has been shifted<br />

in the preliminary runs, and the first to later in the year and will now take place<br />

and second places were the same here and from September 1st to 4th, 2022!<br />

there: Gold went to the proven Loggia under<br />

Gudrun Waiditschka<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

60


History<br />

Sport<br />

<br />

<br />

1 - Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila) mit Emma<br />

Dorn - Gold in Classic Pleasure, Silber in<br />

Hunter Pleasure, Bronze in Traditional<br />

Arabian Riding<br />

2 - Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) mit Daniela<br />

Entner - Gold in Hunter Pleasure, Silber<br />

in der Dressur, Bronze in Classic Pleasure<br />

3 - FA Moonshadow (Marajj / GF Kavadis) mit<br />

Helena Jody Byrne - Silber in Classic Pleasure,<br />

Bronze in der Dressur<br />

4 - Lilian (Chalef Ibn Madour / Elerna) mit Sarah<br />

Gollowitzer - Gold in Ladies Sidesaddle<br />

5 - Emaril (WH Justice / Edelmira) mit Claudia<br />

Kohlhammer- Bronze in der Hunter<br />

Pleasure.<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

<br />

<br />

61


Deutsche Meisterschaft im Distanzreiten<br />

Schwere Strecke<br />

Distanzsport<br />

Neue deutsche Meisterin im<br />

Distanzreiten ist Heike Ganster<br />

mit ihrem 11-jährigen<br />

Partbred-Araber Aurières<br />

D’Aurières.<br />

Jugendmeisterin wurde<br />

Nayla Al Samarraie mit der<br />

selbst gezogenen 9-jährigen<br />

Shagya-Araber-Stute<br />

Shadiia al Samarra.<br />

Die neue deutsche Meisterin im Distanzreiten Heike Ganster mit ihrem<br />

Partbred-Araber-Schimmel Aurières d'Aurières (v. Pyrrus des Biolets ox).<br />

Foto: Jan Krischnik / horse-endurance.de<br />

Ausgetragen wurden die Meisterschaften<br />

am 13./14. August im Rahmen<br />

der Alheimer Challenge im hessischen<br />

Rotenburg an der Fulda, gelegen in<br />

einer anmutigen Mittelgebirgslandschaft<br />

mit bewaldeten Gipfeln und weiten Feldern<br />

an Berghängen, die sich sanft geschwungen<br />

der Flussaue zuneigen. Fachwerkhäuser<br />

und mittelalterliche Festungen wie Schloss<br />

Ludwigseck (die Schlossherrin half als Tierarztschreiberin),<br />

welches sich direkt an der<br />

Rittstrecke befindet, sorgen für romantisches<br />

Ambiente. Er habe bewusst keine GPS-Daten<br />

veröffentlicht, sagte Veranstalter Ahmed Al<br />

Samarraie, damit man den Blick durch die<br />

Landschaft schweifen lassen und den Ritt<br />

genießen könne. Das war dank der akribisch<br />

angebrachten Markierungen, die ein Verreiten<br />

nahezu unmöglich machten, nicht zu viel<br />

versprochen.<br />

Alles andere als ein Spazierritt<br />

Dennoch wurde der Wettkampf alles andere<br />

als ein Spazierritt. Die Challenge war, was ihr<br />

Name besagt: eine Herausforderung!<br />

Dass am Ende von zwölf DM-Teilnehmern<br />

nur eine Finisherin übrigblieb, hatte viele<br />

Ursachen. Die Strecke war mit bis zu 1.220<br />

Höhenmetern technisch anspruchsvoll.<br />

Doch wer hier zu einer Meisterschaft angereist<br />

war, wusste das. Jürgen Deneke, der mit<br />

seinem Kabardiner Abu antrat, formulierte<br />

es im Vorfeld so: „Die Strecke ist wohl mit<br />

der anspruchsvollste 160er in ganz Europa.“<br />

Manchem Pferd fehlten vielleicht pandemiebedingt<br />

die Vorbereitungsmöglichkeiten<br />

durch Aufbauwettbewerbe, vor allem auch<br />

im Vorjahr. Andere Teilnehmer hatten einfach<br />

Pech. Auch die unter Mittag sehr heißen Temperaturen<br />

auf Wegstrecken, die im Fuldatal<br />

keinen Schatten boten, machten <strong>Pferde</strong>n und<br />

Reitern zu schaffen.<br />

Start im Morgennebel<br />

Beim Start um 5:00 Uhr war es jedoch noch<br />

kalt und dunkel. Erst als die Reiter bereits<br />

auf der zweiten Runde und beim Aufstieg zu<br />

Schloss Ludwigseck waren, fand die Sonne<br />

ihren Weg durch den sich lichtenden Hochnebel.<br />

Zu diesem Zeitpunkt waren noch alle<br />

Starter im Rennen. Veit Koppe mit Priz hatte<br />

sich gemeinsam mit Nico Helta an die Spitze<br />

gesetzt, gefolgt von Bettina Nonnenmacher<br />

mit JG Narma und Heike Ganster mit Aurières<br />

d’Aurières, die ihren ursprünglichen 20-Minuten-Abstand<br />

aus Gate 1 kontinuierlich<br />

verringerten. In etwa 10-Minuten-Abständen<br />

folgten die anderen Teilnehmer, zunächst<br />

Annekatrin Schmidt mit Sindjar al Khalediah,<br />

dann Nicole Klawitter mit Appolonia<br />

(die leider schon im nächsten Gate ausfiel).<br />

Ihnen folgten Jürgen Deneke mit Abu und<br />

Anja Klein mit Claire de Lune, darauf Tatjana<br />

Stammen mit B Black Vision. Die Nachhut<br />

bildeten Claudia Bretthauer mit FE Sherifa<br />

und Silke Müller mit Karida, für deren <strong>Pferde</strong><br />

es der erste Hundertmeiler war (leider kam<br />

für Silke Müller im 3. Gate das Aus). Stefan<br />

Mönninghof auf Prinzess M. war falsch abgebogen<br />

und hatte bereits den Anschluss<br />

verpasst, bevor sich seine <strong>Vol</strong>lblutstute im 2.<br />

Gate nicht weiterqualifizieren konnte. Leider<br />

kam hier aufgrund einer scheuernden Gamasche<br />

auch schon das Aus für Nico Heltas<br />

White Paoblo.<br />

Aufholjagd bei 28 Grad<br />

In Gate 3 lagen Bettina Nonnenmacher und<br />

Heike Ganster nur noch zwei Minuten hinter<br />

Veit Koppe und schlossen auf der vierten<br />

Runde zu ihm auf. Als die Spitzengruppe um<br />

16:28 Uhr bei Kilometer 120 ins 4. Gate kam,<br />

herrschte schwül-heißes Wetter mit Temperaturen<br />

um die 28°C. Bettina Nonnenmacher<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

62


musste ihre Stute zweimal vorstellen und<br />

wurde dann leider wegen einer Gangunreinheit<br />

aus dem Wettbewerb genommen. Aus<br />

dem gleichen Grund konnte sich Veit Koppes<br />

Priz in der obligatorischen Re-Inspektion<br />

nicht weiterqualifizieren.<br />

Dabei kam die Frage auf, ob es ihm mit einem<br />

wohlwollenden Hinweis der Tierärzte<br />

gestattet gewesen wäre, den Ritt hier in der<br />

Wertung zu beenden, da er national startete<br />

und diese Möglichkeit in der Ausschreibung<br />

gegeben war. Die Antwort des Veranstalters<br />

lautet Nein.<br />

Hätte der Reiter vorzeitig beenden wollen,<br />

hätte er dies vor der ersten tierärztlichen<br />

Untersuchung im Gate kundtun müssen. So<br />

geschehen bei Claudia Bretthauer und FE<br />

Sherifa, die den LDR national bei 120 km in<br />

der Wertung beendete. Heike Ganster ging<br />

als Erste auf den vorletzten Loop.<br />

Nur zwei Minuten dahinter heftete sich jetzt<br />

Tatjana Stammen mit B Black Vision an die Fersen<br />

der Führenden. Zehn Minuten später folgten<br />

Jürgen Deneke und Anja Klein. Annekatrin<br />

Schmidt lag eine halbe Stunde dahinter.<br />

Taktisch klug setzte Jürgen Deneke auf dieser<br />

Runde zur Aufholjagd an. Während die<br />

Abstände zwischen den übrigen drei Teilnehmern<br />

nahezu unverändert blieben, zog<br />

er an Heike Ganster vorbei und erreichte mit<br />

knapp neun Minuten Vorsprung das letzte<br />

Gate, wobei sein Tempo mit 10,67 km/h<br />

durchaus moderat war.<br />

Bedauerlicherweise entschieden die Tierärzte<br />

in der Re-Inspektion, das Paar nicht weiterreiten<br />

zu lassen. Nach einem umsichtigen Ritt<br />

und der erkämpften Spitzenposition so spät<br />

im Wettbewerb auszuscheiden, ist schmerzhaft.<br />

Ähnlich erging es Annekatrin Schmitt,<br />

deren Sindjar al Kalediah bereits die erste<br />

Tierarztkontrolle nicht passierte. Anja Klein<br />

mit Claire de Lune entschloss sich hier, den<br />

LDR bei 140 km in der Wertung zu beenden.<br />

Knappes Finish im Dunkeln<br />

Für den Start in die letzte Runde entschied<br />

sich Heike Ganster, auf Tatjana Stammen zu<br />

warten, die dreieinhalb Minuten hinter ihr<br />

lag, auch da absehbar war, dass es auf den<br />

letzten Kilometern vollständig dunkel sein<br />

würde.<br />

Um 22:15:54 war es endlich so weit! Heike<br />

Ganster und Aurières d’Aurières überquerten<br />

die Ziellinie und konnten sich fünf Minuten<br />

später nach bestandener Nachuntersuchung<br />

Deutsche Meister im Distanzreiten <strong>2021</strong> und<br />

Sieger im CEI*** nennen!<br />

Drama um B Black Vision<br />

Tatjana Stammen überquerte mit B Black Vision<br />

das Ziel nur einige <strong>Pferde</strong>längen dahinter.<br />

Doch die Freude über den Vizemeister-Titel<br />

und den vermeintlichen Sieg im LDR 160<br />

km hielt trotz bestandener Nachuntersuchung<br />

nicht lange an: Als die Tierärzte die bei<br />

FEI-Ritten (auch bei <strong>Pferde</strong>n, die keineswegs<br />

zu schnell geritten worden sind) gängige<br />

Empfehlung gaben, das Pferd an den Tropf<br />

zu hängen, dachte niemand daran, dass dies<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

zwar bei CEIs üblich, laut VDD-Reglement jedoch<br />

verboten ist. Hier darf bis zu zwei Stunden<br />

nach Zieleinlauf nicht behandelt werden.<br />

Als es auffiel, war es bereits zu spät, und seitens<br />

des VDD wurde entschieden, die Reiterin<br />

zu disqualifizieren.<br />

Warum musste ausgerechnet in diesem<br />

Punkt, wo es ausschließlich zum Nachteil der<br />

Reiterin gereichte und dem Pferd eine verdiente,<br />

hart erkämpfte Leistung aberkannt<br />

wurde, das nationale Reglement Anwendung<br />

finden, nachdem seitens des Veranstalters<br />

ansonsten strikt nach internationalem Reglement<br />

verfahren wurde? Wäre eine solche<br />

Paragraphen-Reiterei aufgrund einer unüberlegt<br />

wohlgemeinten Fürsorge für das Pferd<br />

wirklich nötig gewesen? Ich lasse die Frage<br />

offen. Ein Wermutstropfen für den Wettbewerb<br />

war es allemal.<br />

Nayla Al Samarraie mit Shadiia al Samarra<br />

wird wieder deutsche Jugendmeisterin.<br />

Start-Ziel-Sieg bei der Jugend<br />

Solche Dramen blieben bei Deutschen Jugendmeisterschaft<br />

am Vortag, zu der sechs<br />

Starterinnen angetreten waren, zum Glück<br />

aus.<br />

Nayla Al Samarraie mit Shadiia al Samarra und<br />

ihre Trainingsgefährtin Alexandra Weiz mit<br />

Oktavia al Samarra absolvierten den gesamten<br />

Ritt gemeinsam, gingen von Anfang an in<br />

Führung und gaben diese niemals ab. Auch<br />

Daria Rosenthal mit Classic Hope und Lara<br />

Schulze mit Courage hatten sich ursprünglich<br />

gemeinsam auf den Weg gemacht. Im Laufe<br />

des zweiten Loops zog Daria Rosenthal mit<br />

ihrem Traber jedoch davon und rückte näher<br />

an die Spitzengruppe heran, während ihre<br />

Mitreiterin zurückfiel und gemeinsam mit<br />

Liliana Ruml auf Samuraj ibn Samal und Hannah<br />

Gmeiner auf Achill AB ins 2. Gate kam.<br />

Vier Minuten nach dem führenden Duo ging<br />

Daria Rosenthal auf die dritte Runde, eine<br />

Viertelstunde später die drei übrigen Starterinnen.<br />

63<br />

Auf diesem Loop ritt das Führungs-Duo siebzehn<br />

Minuten auf ihre Verfolgerin Daria Rosenthal<br />

heraus. Nur sechs Minuten hinter dieser<br />

kamen Hannah Gmeiner und Lara Schulze<br />

gemeinsam ins 3. Gate, zwanzig Minuten darauf<br />

Liliana Ruml, die sich jedoch nicht weiterqualifizieren<br />

konnte. Leider nahmen die Tierärzte<br />

in diesem Gate auch Lara Schulzes Pferd<br />

aus dem Wettbewerb, sodass noch vier Teilnehmerinnen<br />

auf die letzte Runde gingen.<br />

Nayla verteidigt ihren Titel<br />

Um 17:41 Uhr erreichten die beiden führenden<br />

Reiterinnen das Ziel. Mit zwei <strong>Pferde</strong>längen<br />

Vorsprung finishte sich die amtierende<br />

Jugendmeisterin Nayla Al Samarraie mit ihrer<br />

Shaddiia al Samarra erneut aufs Siegertreppchen<br />

und verteidigte ihren Titel aus dem<br />

Jahr 2019 (2020 waren die Meisterschaften<br />

pandemiebedingt ausgefallen). Bei sechs<br />

Deutschen Jugendmeisterschaften in Folge<br />

sicherte sich die junge Reiterin, die in der<br />

kommenden Saison ins Seniorenlager wechseln<br />

wird, somit zweimal Gold, zweimal Silber<br />

und zweimal Bronze!<br />

Vizemeisterin wurde Alexandra Weiz mit der<br />

10-jährigen Oktavia al Samarra, die, wie auch<br />

das Siegerpferd, aus der Zucht des Samarra<br />

Shagya Araber Gestüts stammt und sich im<br />

Besitz von Kristin Lindenbeck befindet. Jugendmeisterin<br />

und Vizemeisterin belegten<br />

damit auch Rang eins und zwei des CEI-J-YR**.<br />

Knapp 25 Minuten später kam die Dritte der<br />

Jugendmeisterschaft und Gewinnerin des<br />

LDR 120 km Daria Rosenthal mit Classic Hope<br />

ins Ziel. Der Traber, der seine Leistungsbereitschaft<br />

sonst meist vor dem Sulky unter<br />

Beweis stellt, war der jungen Reiterin von<br />

Familie Böker zur Verfügung gestellt worden.<br />

Auf Platz vier der DJM und als Zweitplatzierte<br />

des LDR kamen Hannah Gmeiner und Achill<br />

AB ins Ziel.<br />

Den <strong>Pferde</strong>n beider Deutscher Meisterinnen<br />

wurde on top der Konditionspreis zuerkannt.<br />

Grossartige Gastgeber<br />

Wie so oft im Sport lagen bei dieser Veranstaltung<br />

Triumph und Enttäuschung dicht<br />

beieinander. Unbestritten bleibt jedoch,<br />

dass die Familie Al Samarraie ein großartiger<br />

Gastgeber war, dem es gelang, seinen eigenen<br />

hochgesteckten Standards gerecht zu<br />

werden und für eine angenehme, ja familiäre<br />

Atmosphäre zu sorgen. Dazu beigetragen<br />

haben sowohl viele Helfer als auch die<br />

Kommunen, die Waldbesitzer, die Freiwillige<br />

Feuerwehr, das THW, andere (die mir verzeihen<br />

mögen, falls ich sie vergessen habe) und<br />

nicht zuletzt die Anwohner, die den Wettbewerb<br />

nicht allein duldeten, sondern auch<br />

neugierig verfolgten.<br />

Ahmed Al Samarraie sieht sich als Förderer<br />

des Distanzsports. Er möchte Entwicklungsarbeit<br />

leisten. Daher wurden im Rahmen<br />

dieser perfekt organisierten Veranstaltung<br />

weitere Wettbewerbe von der Kinderdistanz<br />

bis zum CEI angeboten, über die jedoch aus<br />

Platzgründen hier nicht berichtet werden ka<br />

nn.<br />

Miriam Lewin<br />

Distanzsport


Senioren-EM und Jugend-WM in Ermelo<br />

Gemeinsam ins Ziel<br />

Distanzsport<br />

Gemeinsam ins Ziel ritten Nayla Al Samarraie mit Warsana und<br />

Alexandra Weitz mit Saiide al Samarra, die den 19. und 20. Platz bei<br />

den Jugend-Weltmeisterschaften belegten.<br />

Foto: privat<br />

Bei den Europameisterschaften im Distanzreiten in Ermelo hat Bernhard Dornsiepen als<br />

bester Deutscher Platz zwölf belegt. Mit seinem erfahrenen Bekele el Djem schaffte er die<br />

160 Kilometer lange Strecke mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 18,01 km/h.<br />

In Ermelo fanden zeitgleich auch die Weltmeisterschaften der Nachwuchs-Distanzreiter<br />

statt. Hier belegten Nayla Al Samarraie mit Warsana und Alexandra Weitz mit<br />

Saiide al Samarra die Plätze 19 und 20.<br />

Bernhard Dornsiepen nahm bereits<br />

mehrfach an Welt- und Eurpameisterschaften<br />

teil. Der gelernte <strong>Pferde</strong>wirt<br />

und Hufschmied bildet auch immer wieder<br />

junge <strong>Pferde</strong> aus und bringt sie in den großen<br />

Sport. So auch sein jetziges Spitzenpferde<br />

Bekele El Djem, das er er dreijährig<br />

gekauft und dann ausgebildet hat. 2017 ist<br />

der Wallach seine erste 160-Kilometer-Strecke<br />

gegangen. Bei den Europameisterschaften<br />

2019 in Euston Park in Großbritannien<br />

startete er mit Bekele und gewann dort gemeinsam<br />

mit Jule Klingbeil und Merle Röhm<br />

in der Mannschaft die Bronzemedaille. Über<br />

sein Pferd sagt er: „Bekele ist eine Mischung<br />

aus einem verträumten Minimalisten und<br />

einem hochexplosiven Sprengstoff, aber<br />

unglaublich liebenswert und sehr leistungsbereit.“<br />

Der Sieg bei der EM in Ermelo ging an die<br />

Spanierin Angel Soy Coll mit Warrens Hill<br />

Chayze. Sie ritten die 160 Kilometer mit einer<br />

Jugend-WM in Ermelo<br />

Die Nachwuchs-Distanzreiter starteten in<br />

Ermelo über eine Strecke von 120 Kilometern.<br />

Nayla al Samarraie aus Rotenburg an<br />

der Fulda und ihre Teamkollegin Alexandra<br />

Weitz waren gemeinsam auf der Strecke<br />

unterwegs und kamen auf Platz 19 und 20<br />

knapp hintereinander ins Ziel. Die 20-jährige<br />

Nayla Al Samarraie ist amtierende Deutsche<br />

Jugendmeisterin, Alexandra Weitz Vize-Meisterin.<br />

Mit ihren <strong>Pferde</strong>n Warsana und<br />

Saiide al Samara benötigten sie eine Reitzeit<br />

von 6 Stunden, 52 Minuten und 17 bzw.19<br />

Sekunden. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit<br />

betrug 17,46 Kilometer in der Stunde.<br />

Insgesamt kamen bei der Jugend-WM 38<br />

Nachwuchs-Distanzreiter*innen ins Ziel. Der<br />

Sieg ging in der Einzelwertung an die Vereinigten<br />

<strong>Arabische</strong>n Emirate. In der Teamwertung<br />

siegte die Mannschaft aus Frankreich<br />

vor Malaysia und Belgien.<br />

fn-press<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong><br />

64<br />

Durchschnittgeschwindigkeit von 20,99 Kilometern<br />

in der Stunde (Reitzeit: 7 Stunden,<br />

31 Minuten, 21 Sekunden). In der Mannschaftswertung<br />

ging der Sieg ebenfalls nach<br />

Spanien, vor Frankreich und Italien.<br />

Bekele El Djem und Bernhard Dornsiepen lagen<br />

nach 160 km auf Platz 19 bei den Europameisterschaften.<br />

Foto: M. Mulder


Termine <strong>2021</strong> / 2022 / Shows & Events <strong>2021</strong> /2022<br />

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Virus-Pandemie informieren Sie sich bitte direkt beim Organisator, ob eine<br />

Veranstaltung stattfindet oder nicht. Die entsprechenden Hinweise in unserem Terminkalender sind nicht tagesaktuell!<br />

Due to the restrictions caused by the Corona virus pandemic,<br />

please inquire with the organizer directly whether an event is taking place or not.<br />

The information below is not up to date!<br />

8.-10. Oktober<br />

<strong>2021</strong><br />

16.-17. Oktober<br />

<strong>2021</strong><br />

30.-31.<br />

Oktober<strong>2021</strong><br />

neuer Termin!<br />

10.-12. Dez. <strong>2021</strong><br />

HLP des VZAP Mertingen /DE www.vzap.org<br />

Brussels Arabian Masters Brussel / BE www.ecaho.org<br />

Europa-Championat Italien www.ecaho.org<br />

Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org<br />

2022<br />

Mediterranean and Arab<br />

25.-26. Juni 2022<br />

countries show<br />

Menton / FR<br />

www.ecaho.org<br />

<strong>27</strong>.-28. August<br />

UKIAHS<br />

2022<br />

N.N. / GB www.ecaho.org<br />

1.-4. September<br />

2022<br />

8.-10. September<br />

2022<br />

24.-25. September<br />

2022<br />

29.-30. Oktober<br />

2022<br />

9.-11. Dezember<br />

2022<br />

Europa-Championat der Sport-<br />

Araber<br />

Wiener Neustadt / AT<br />

www.friends-of-arabiansporthorses.at<br />

Middle East Championships Amman / JOR www.ecaho.org<br />

All Nations Cup Aachen / DE www.ecaho.org<br />

Europa-Championat N.N. / BE www.ecaho.org<br />

Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org<br />

Impressum<br />

Redaktion / Editor:<br />

Gudrun Waiditschka (v.i.S.d.P.)<br />

Entenstrasse 20<br />

D-73765 Neuhausen a.d.F.<br />

ph: 0049 (0)7158 - 67141<br />

e-mail: arabische-pferde@in-the-focus.com<br />

Verlag & Vertrieb / Publisher & Distribution:<br />

<strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong><br />

Entenstrasse 20<br />

D-73765 Neuhausen a.d.F.<br />

Druck / printing:<br />

WIRmachenDRUCK GmbH, 71522 Backnang<br />

Anzeigen / Advertisement:<br />

e-mail: anzeigen@in-the-focus.com<br />

Aktuelle Anzeigenpreisliste / Current prizes<br />

see www.in-the-focus.com/advertising<br />

Erscheinungsweise / Published:<br />

vierteljährlich (4 Ausgaben im Jahr) /<br />

quarterly ( four times per year)<br />

3/<strong>2021</strong> - www.in-the-focus.com<br />

Impressum - Mast Head<br />

Bezugspreis / Subsciption Price:<br />

Einzelheft / Single Copy:<br />

6,50 € + 1,60 € Porto innerhalb Deutschlands<br />

6,50 € + 4,00 € Porto außerhalb Deutschlands<br />

6,50 € + 4,00 € postage outside Germany<br />

Jahresabonnement / Yearly Subscription:<br />

24 € + 6,50 € Porto innerhalb Deutschlands<br />

24 € + 16 € Porto außerhalb Deutschlands<br />

24 € + 16 € postage outside Germany<br />

Zu beziehen über unseren Online-Shop /<br />

Available through our online shop:<br />

www.in-the-focus.shop<br />

Übersetzungen / Translations:<br />

Gudrun Waiditschka<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe /<br />

Contributors to this issue:<br />

Alexandra Dietl, Betty Finke, Birgitta Frosch,<br />

Bruno Furrer, Miriam Lewin, Solveig Söding,<br />

Yvonne Wernig<br />

65<br />

Fotografen / Photographers:<br />

Gregor Dalibor, Doris Dobetsberger, Betty<br />

Finke, Birgitta Frosch, Elisabeth Furrer, Jan Krischnek,<br />

M. Mulder, Monika Pehr, Nicole Sachs,<br />

Solveig Söding<br />

Die mit Namen des Autors gekennzeichneten<br />

Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung<br />

der Redaktion wieder.<br />

Eingesandte Beiträge unterliegen der redaktionellen<br />

Bearbeitung; Text- und Fotobeiträge<br />

müssen frei von Rechten Dritter sein. Für<br />

unverlangt eingesandte Beiträge und Fotos<br />

übernimmt der Verlag / Redaktion keine Haftung.<br />

Alle Rechte vorbehalten, auch die des auszugsweisen<br />

Nachdrucks, der fotomechanischen<br />

oder digitalen Wiedergabe und der<br />

Übersetzung in andere Sprachen. Ausnahmen<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung der<br />

Redaktion.<br />

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist Stuttgart.<br />

© <strong>2021</strong> <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong>, G. Waiditschka


Vorschau - Preview<br />

Vorschau - Preview<br />

Ausgabe 4/<strong>2021</strong> - erhältlich Ende Dezember <strong>2021</strong><br />

Issue 4/<strong>2021</strong> - available at the end of Dezember <strong>2021</strong><br />

Die Hengstleistungsprüfungen der beiden Verbände VZAP und<br />

ZSAA gehen wieder getrennte Wege. Wir berichten von beiden<br />

Veranstaltungen in Luhmühlen und Mertingen.<br />

Die "alten deutschen Linien", die nach dem Zweiten Weltkrieg<br />

den Grundstock der Araberzucht in Deutschland bildeten, sind<br />

durch die Globalisierung und Konzentration auf einen "modernen<br />

Typ" ins Hintertreffen geraten. Deshalb sollen sie in der<br />

nächsten Ausgabe besonders hervorgehoben werden.<br />

The "old German lines", which formed the basis of Arabian horse<br />

breeding in Germany after the Second World War, have fallen behind<br />

due to globalization and the concentration on a "modern type".<br />

That is why they will be highlighted in the next issue.<br />

Elke Wilfart von EM Arabians hat sich besonders der Zucht alter<br />

deutscher Linien gewidmet und hat uns ihre Schätze gezeigt. Diese<br />

<strong>Pferde</strong> verkörpern den klassischen alten Typ und verdienen eine<br />

Renaissance!<br />

Die Russen kommen! In den letzten Jahren wurden wieder vermehrt<br />

<strong>Pferde</strong> aus dem russischen Gestüt Tersk nach Westeuropa importiert.<br />

Wir beleuchten, was es damit auf sich hat, und welche Hoffnungen<br />

und Erwartungen damit verknüpft sind.<br />

The Russians are coming! In the last few years horses from the Russian<br />

stud Tersk have returned to Western Europe imported.<br />

We shed light on what this is all about, and what hopes and<br />

expectations are associated with it.<br />

66<br />

© ARABISCHE PFERDE - <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong> 3/<strong>2021</strong>


Der Araber -<br />

das vielseitige Sport-Pferd<br />

Fotos + Grafik: G. Waiditschka / <strong>IN</strong> <strong>THE</strong> <strong>FOCUS</strong><br />

www.araber-sportpferde.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!