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Arabische Pferde IN THE FOCUS 3/2021 (Vol. 27) - public

Magazin für Freunde und Züchter des arabischen Pferdes

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Arabian Horses

Arabische Pferde

in the focus

3/2021 (Vol. 27) • 6,50 €

50 Jahre Gestüt

El Thayeba

Blutfanatismus - Rein,

reiner, am reinsten

www.in-the-focus.com/magazine

www.in-the-focus.com

Kunst & Künstler -

Nicole Sachs


Natürlich!

Nasheed Al Amal Hoor

Arabisches Vollblut *01.02.2010, Schimmel

Vater: Hafez Al Ahd Hoor (Hengstlinie: Jamil el Kebir über Anter)

Mutter: Aneedah EAO (Stutenlinie: Saklawi Gidran)

Gestüt Hoor Al Oyoun, Philippe Paraskevas, Besichtigung: Feb. 2019 / Nov. 2019, Abflug Kairo: 19. April 2021, Ankunft Marbach: 19. April 2021

Haupt- und Landgestüt Marbach mit Landesreit- und Landesfahrschule – das älteste staatliche Gestüt Deutschlands

72532 Gomadingen-Marbach | Tel. (073 85) 96 95-0 | www.gestuet-marbach.de


The cancellation of the All Nations Cup (ANC) came as a bit of a

surprise for some, but less so for others. The reason that the coro-

Editorial

na situation is still incalculable and the financial risk is too great is

Wenn nicht

jetzt

wann dann?

Die Absage des All Nations Cups (ANC) kam für einige etwas überraschend,

für andere weniger. Die Begründung, dass die Corona-Situation

nach wie vor unkalkulierbar und das finanzielle Risiko zu groß

ist, ist vermutlich nur die halbe Wahrheit – aber darum geht es hier

gar nicht.

Ich betrachte die Absage als eine Chance, dass der VZAP jetzt endlich

aus dieser überkandidelten Schauszene – oder besser „Show-Szene“,

und hier sind in erster Linie die A- und Titel-Schauen gemeint – aussteigt.

Für immer. Eine Szene, die wenig Rückhalt in der Züchterschaft

hat – denn nur eine Handvoll Pferde deutscher Aussteller ging in

den letzten Jahren am ANC an den Start. Eine Szene, die unter Tierschutzaspekten

mehr als fragwürdig ist – und eines Zuchtverbandes

unwürdig. Eine Szene, die am Geldhahn der arabischen Länder hängt

– wo „Bakschisch“ und Vorteilsnahme an der Tagesordnung sind. Eine

Szene, die Skandale hervorbringt – die dann tunlichst schnell unter

den Teppich gekehrt werden. Eine Szene, die einigen wenigen nützt,

insbesondere den Trainern und Händlern – die aber der Zucht, dem

Ruf der Rasse und vor allem den Pferden schadet.

Aber ich höre schon wieder das Mantra, dass der Verband den ANC

zum (finanziellen) Überleben braucht. Dabei hat die Mitgliederversammlung

schon mehrmals den Auftrag gegeben, ein „Szenario“

ohne ANC zu entwickeln. Meist wurden als Gegenargument die hohen

Personalkosten genannt, die nicht zu bezahlen wären ohne die

Einnahmen aus dem ANC. Nun haben jedoch in letzter Zeit zwei Mitarbeiter

den Verband auf eigenen Wunsch verlassen, die – ohne die

Organisation des ANC und bei sinkenden Mitgliederzahlen und Fohlengeburten

– auch verzichtbar sind. Bevor also neue Mitarbeiter eingestellt

werden, sollte über eine Alternative ohne ANC nachgedacht

werden. Und zwar jetzt – denn jetzt wäre die Gelegenheit!

Viel zu lange hat der „kleine Züchter“ darunter gelitten, dass die

„Show-Szene“ den Ruf der Rasse kaputtgemacht hat. Das Bild des völlig

panischen, verrückten, nicht kontrollierbaren Arabers hat seinen

Ursprung in diesen „Shows“, wo es wichtiger ist, dass Pferde mit viel

Steigen und Hüpfen „eine Show abziehen“, statt ordentlich zu traben,

um ordentlich beurteilt zu werden. Wo nur noch „gezirkelt“ wird, und

kaum ein Pferd eine Länge der Bahn ohne Ausfall traben kann (oder

darf). Wo nicht selten mißhandelte Hengste agressiv gegen ihren

Vorführer werden oder panisch Richter und Ringstewards über den

Haufen rennen. Man kann eigentlich nur froh sein, dass es bislang nur

zu wenigen ernsthaften Unfällen gekommen ist.

Es wäre daher an der Zeit, dass sich der VZAP von dieser Art der

„Show-Szene“ verabschiedet. Und wenn man es richtig anstellt,

könnte der VZAP sogar zur Speerspitze gegen diese ausufernde

„Show-Szene“ werden, er könnte sich zum Anwalt der Pferde machen

und zum Anführer für einen tierschutzgemäßen Umgang mit ihnen.

Die Mehrheit der Züchter hätte er dabei sicherlich auf seiner Seite.

Now,

or

Never!

probably only half the story - but that's not the point here.

I see the cancellation of this show as a chance that the VZAP will

finally get out of this over-the-top show scene - or rather "showbiz

scene" - forever! -, and I am talking primarily about the A and title

shows here. A scene that has little support from the breeders - because

only a handful of horses from German exhibitors have competed

at the ANC in recent years. A scene that is more than questionable

from an animal welfare point of view - and unworthy of

a breeders association. A scene that hangs on the money from

the Arab countries - where “baksheesh” and taking advantage are

the order of the day. A scene that causes scandals - which are then

swept under the carpet as quickly as possible. A scene that benefits a

few, especially the trainers and dealers - but which damages breeding,

the reputation of the breed and above all the horses.

But I hear the mantra again that the association needs the ANC for

(financial) survival. The general assembly has already given the order

several times to develop a "scenario" without the ANC. Most of

the time, the counter-argument was the high personnel costs, which

could not be paid without the income from the ANC. Recently, however,

two employees have left the association at their own request,

which - without the organization of the ANC and with decreasing

membership numbers and foal births - can then be dispensed with.

So before new employees are hired, an alternative without ANC

should be considered. And that must be done now - because now

would be the opportunity!

For far too long the “little breeder” suffered from the fact that the

“show scene” ruined the breed's reputation. The image of the completely

panicked, crazy, uncontrollable Arabian horse has its origin

in these "shows", where it is more important that horses with a lot

of rearing and jumping around "put on a show" instead of trotting

properly in order to be properly judged. Where horses are shown

only in tiny "circles" and hardly any horse can (or is allowed to) trot

a length of the arena without dropping out. Where it is not uncommon

for abused stallions to be aggressive towards their handler or

where judges and ring stewards are run over in panic. One can really

only be glad that there have been only a few serious accidents so far.

It would therefore be time for the VZAP to say goodbye to this type

of “showbiz scene”. And if they do it right, the VZAP could even become

the spearhead against this rampant "showbiz scene", it could

make itself the advocate of the horses and the leader in dealing with

them in accordance with animal welfare. Then the VZAP would certainly

have the majority of breeders on his side.

Editorial

3/2021 - www.in-the-focus.com

Gudrun Waiditschka

Chefredakteurin / Chief Editor

3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Beständeschau Schweiz - "Wie ein Klassentreffen" 38

Artikel

50 Jahre El Thayeba -

Mit Leidenschaft und Passion 6

Tag der Offenen Tür -

Nagel's Katharinenhof 14

Al Qusar Arabians 16

Vogelsberg-Araber -

Erfolg braucht seine Zeit 18

Denkanstösse -

Rein, reiner am reinsten? 24

Schauen -

Shagya-Europa-Championat 36

Inhaltsverzeichnis

Internationale Tage in Ströhen - Klein aber fein 40

Araber-Festival in Stadl Paura - Kommt die

Trendwende? 42

Von Kunst und Künstlern - Nicole Sachs 46

Verein zur Föderung des Shagya-Arabers -

Vom Online- zum Live-Turnier 52

Europa-Championat der Sport-Araber -

Viele neue Gesichter 54

DM, EM, W-YJ im Distanzreiten 62

Rubriken

News 28

Termine 65

Impressum, Vorschau 65-66

Es gibt nur wenige Arabergestüte in Deutschland, die auf eine

50-jährige Zuchtgeschichte zurückblicken können - El Thayeba ist

eines davon. Im August wurde mit einem „Tag der offenen Tür“

das Gestütsjubiläum gefeiert.

There are only a few Arabian horse studs in Germany that can look back

on a 50 year breeding history - El Thayeba is one of them. In August, the

stud's anniversary was celebrated with an “open day” .

Seit rund 20 Jahren züchten Maria Sens und Harald Frey arabische

Pferde. Sie haben ihre Nische im bunten Spektrum der Blutlinien

und Verwendungszwecke gefunden und züchten arabische Reitpferde

aus überwiegend russisch-polnischen Linien. Konsequenz

und Durchhaltevermögen wird belohnt – dieses Jahr hatten sie mit

Abstand die beste Decksaison.

Unser Titelbild

Mouammar (Gazwan

Al Nasser / Amurath Mofeedah)

*2011, Z.u.B.: Gerd

Meixner, geritten von Helena

Jody Byrne

Mouammar (Gazwan Al

Nasser / Amruath Mofeedah)

*2011, br. & ow.: Gerd Meixner,

ridden by Helena Jody Byrne

Foto: G. Waiditschka

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Content

Articles

Table of Content

50 Years of El Thayeba Stud -

With Dedication and Passion 10

Open Day at -

Nagel's Katharinenhof 14

Al Qusar Arabians 16

Food for Thought -

Pure, purer, purest?

online only

European Championships for Sports Arabians -

Many new Faces 58

miscellanea

Shows & Events 2021 65

Mast Head 65

Preview 66

Table of Content

Eine abgespeckte "Schausaison" hielt dennoch für jeden etwas bereit

- sei es das Europa-Championat für Shagya-Araber, internationaler

Flair an den Schauen in Ströhen, echte Zuchtbeurteilung

an der Beständeschau in der Schweiz oder Amateure,

die insbesondere im Sattel glänzten, in Österreich.

Nicole Sachs ist eine zeitgenössische Künstlerin, deren Pferdebronzen

und Skulpturen an die Werke europäischer Künstler um

1840 bis 1920 erinnern. Sie lies sich von diesen, aber auch von

den Bronzen von Brigitte Eberl und Karen Kasper inspirieren; ansonsten

aber hat sie sich die nötige Technik selbst beigebracht!

Trotz Corona hatte das Europa-Championat der Sport-Araber mehr

Pferde zu verzeichnen, als in den Vorjahren. Und das Beste daran, es

waren auch viele neue Gesichter dabei!

Despite Corona, the European Championship for Sports Arabians had

more horses than in previous years. And the best thing about it, there

were also many new faces!

3/2021 - www.in-the-focus.com

5


Tag der Offenen Tür - 50 Jahre El Thayeba

Mit Leidenschaft und

Passion

Zucht

Es gibt nur wenige Arabergestüte in Deutschland, die auf eine 50-jährige Zuchtgeschichte

zurückblicken können - El Thayeba ist eines davon. Gegründet 1971 von Dr. Hans-Jörg

Tauschke, werden hier heute Pferde in sechster Generation mit dem Präfix „El Thay“ gezüchtet.

Im August wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ das Gestütsjubiläum gefeiert und

Interessierte konnten den Stand der züchterischen Aktivitäten kennenlernen.

6

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Es war 1971, als Dr. Hans-Jörg Tauschke

sich vornahm, arabische Pferde im

bayerischen Bad Heilbrunn zu züchten.

Damals, zu Beginn der 1970er Jahre

wurden vor allem Araber aus Russland und

Polen importiert und prägten die Züchterszene.

Die wenigen „Ägypter“, wie Hadban

Enzahi in Marbach, Ghazal in Lütetsburg

und Kaisoon in Duisburg, die ab den

60er Jahren in Deutschland wirkten, waren

eher „Exoten“.

Auch Dr. Tauschke hatte drei Vollblutaraber

aus Russland im Stall stehen. Aber dann

tauchten die ersten Pferde aus dem ägyptischen

Staatsgestüt El Zahraa verstärkt auch

bei Privatzüchtern auf, und so beschloß er,

dass er einige Ägypter-Stuten haben wollte.

Durch die Hilfe von Dr. Nagel gelang es ihm,

zwei solcher Stuten zu erwerben: Momtaza

(Sameh / Mamlouka) *1967 and El Thayeba

(Fayek / Mahdia) *1965, beide aber hatten

ein Fruchtbarkeitsproblem. Während

Momtaza mit ihrer Tochter Morawa (v. Nizam)

*1979 wenigstens noch ein Fohlen bei

Dr. Tauschke hatte, blieb El Thayeba „kinderlos“

– dennoch benannte er das Gestüt nach

ihr, weil sie die schönste Stute im Stall war.

Zwischenzeitlich war auch Cornelia Tauschke

ein fester Bestandteil des Gestüts geworden

und verantwortlich für die praktischen

Zuchtangelegenheiten. Der Pferdebestand

wuchs an und sprengte bald die Möglichkeiten

des Hofes in Bad Heilbrunn. Daher mußte

ein anderer Standort gefunden werden,

und so zog das Gestüt El Thayeba 1981 nach

Großenkneten um, wo es seither mit einem

Bestand von ca. 25-30 Pferden angesiedelt

ist.

Familie der Momtaza

Die Familie der Momtaza ist noch heute im

Gestüt vertreten – über Morawa – El Thay

Mansoura – El Thay Mahfouza kommen wir

in vierter Generation zu El Thay Malakah (v.

El Thay Mashour) *2005, die uns anläßlich der

Gestütspräsentation gezeigt wurde. Momtaza

entstammt der Rodania-Stutenlinie (Kohailan

Ajuz Ibn Rodan) über Bint Riyala und

Mamlouka. Sie hat den Schmelz ihres Vaters

El Thay Mashour geerbt, ein Hengst, der

Großartiges für das Gestüt geleistet hat. Malakah

ist seine letzte Tochter im Gestüt und

hatte bislang sieben Fohlen, das achte wird

für 2022 erwartet. Ihre Tochter El Thay Munifa

(v. El Thay Mahfouz) *2009 steht ebenfalls

im Stutenstall, und führt das Hengstfohlen

El Thay Murjan (v. NK Nadeer) bei Fuß. Er repräsentiert

somit die sechste Generation der

Momtaza im Gestüt. Die zweijährige Munifa-Tochter

El Thay Malaki ist Anwärterin auf

einen Platz im Stutenstall. Sie hat den im

Gestüt gezogenen El Thay Karim Shah zum

Vater, auf den später noch eingegangen werden

soll.

Familie der Mahiba

Zurück in die 1970er Jahre – damals hat Dr.

Tauschke auch die Stute Mona II (Mahomed

/ Mahiba) *1974 aus der Zucht von Dr. Nagel

kaufen können. Sie war eine Urenkelin der

Moniet el Nefous mütterlicherseits und väterlicherseits

eine Enkelin der Lütetsburger

Malikah, die im Gestüt von Dr. Filsinger ihre

eigene Dynastie gründete. Sie entstammt der

Roga-El-Beida-Stutenlinie (Saklawi Jedran)

über Om Dalal und Moniet el Nefous. Leider

hatten die Stuten aus der Mahiba-Linie

überwiegend Hengstfohlen und so passierte

es, dass diese Familie im Gestüt El Thayeba

fast ausgestorben wäre, obwohl alle Stuten

überdurchschnittlich fruchtbar sind. Als

dann aber El Thay Mayassa fünf Hengstfohlen

in fünf Zuchtjahren brachte, riss Cornelia

Tauschke der Geduldsfaden und sie verkaufte

sie an eine Bekannte in der Nähe, allerdings

mit der Option, dass ein Stutfohlen, sollte sie

ein solches irgendwann doch noch bringen,

an das Gestüt zurückgeht. Und natürlich war

das erste Fohlen bei der neuen Besitzerin

ein Stutfohlen... Auf diese Weise kam El Thay

Mouna Al Ryah (v. Nader Halim) *2020 zurück

ins Gestüt. Als Fuchs ist sie einer der wenigen

„Farbtupfer“ in der Herde und mit ihr soll die

Linie der Mona II wieder im Zuchtprogramm

etabliert werden.

Familie der Taghreed

Abermals müssen wir um annähernd 40 Jahre

in der Geschichte zurückgehen – damals hat

Dr. Tauschke von Dr. Nagel die Stute Tamara

(Jamil / Taghreed) *1980 gekauft, eine Vollschwester

der unvergessenen Welt-Championesse

Tiffaha, und einige Zeit später folgte

El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen / El Thay Kareema) kombiniert die Kamla-II-Familie

mit der Tamria-II-Familie. - El Thay Karim Shah combines the two

families of Kamla II and Tamria II.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

3/2021 - www.in-the-focus.com

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Das Pedigree von El Thay Malakah (El Thay Mashour / El Thay Mahfouza) *2005 führt über El

Thay Mansoura und Morawa auf die Gründerstute Momtaza in vierter Generation zurück. -

The pedigree of El Thay Malakah tails back to the foundation mare Momtaza in 4th generation.

auch ihre Mutter Taghreed (Shaarawi / Naama)

*1975 selbst. Taghreed geht auf die Stutenlinie

der Venus zurück (Hadban Enzahi)

über Bint Samiha und Maysouna. Aus dieser

Linie wurden drei Pferde bei der Präsentation

vorgestellt, und hier verdient El Thay Toya (El

Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) *2009 besondere

Erwähnung – eine strahlend weiße

Schönheit mit einem gemeißelten Gesicht,

trocken, voll Adel und mit einem sehr schönen

Auge. Sie ist feminin mit einem schönen

Hals, der in einem leichten Genick endet, dabei

aber mit genügend Rumpftiefe, wie es

eine gute Zuchtstute braucht. Ihr Fohlen von

diesem Jahr ist der „Hingucker“! Der kleine El

Thay Tibras (v. El Thay Kais Al Sabah) ist ein

Strahlemann und sehr selbstbewußt, mit guter

Aufrichtung – auf seine weitere Entwicklung

darf man gespannt sein.

Seine 5-jährige Halbschwester El Thay Tamira

(v. El Thay Karim Shah) ist eine gelungene Verbindung

der beiden Eltern – von der Mutter

der Typ, vom Vater die Gänge. Und – nachdem

sie dieses Jahr nicht aufgenommen hat – ist

sie jetzt das Reitpferd von Cornelia Tauschke.

Familie der Kamla II

Die größte Gruppe bilden die Pferde aus der

Stutenlinie der Saidah (Dahman Shahwan)

über El Dahma, Farida zu Moheba. Diese Linie

kam mit Kamla II (Ansata Halim Shah / Mona

III) *1985 ins Gestüt. Ansata Halim Shah war

1984 von Dr. Nagel, Bábolna und Marbach

gepachtet worden, wodurch auch eine kleine

Anzahl Privatzüchter die Möglichkeit erhielten,

ihre Stuten von ihm decken zu lassen.

Mit den Jahren wurde Ansata Halim Shah zu

einem der wichtigsten Vererber für El Thayeba,

denn er ist in nahezu allen Pedigrees zu

finden. Mit gezielter Linienzucht auf diesen

Hengst durch Verwendung von Ansata Hejazi

bzw. seine Söhnen Ansata Selman und Ajmal

Tameen hat man sein Blut fixiert.

Zucht


Zucht

Kamla II hinterließ zwei Töchter für das Gestüt,

El Thay Kamria und El Thay Kamla. Als

Erste betrat El Thay Kidounah Al Sabah in Vertretung

ihrer Mutter El Thay Kamria die Arena.

Wer sich über diesen „Bandwurmnamen“

wundert: Dies kommt daher, dass „El Thay“

das Präfix von Cornelia Tauschke ist, während

der Namenszusatz „Al Sabah“ darauf hindeutet,

dass das Pferd in gemeinschaftlichem

Besitz mit Klaus Beste ist. Die Mutter Kamria

selbst konnte aufgrund eines kürzlichen Weideunfalls

nur an der Hand gezeigt werden.

Kidounah (v. El Thay Kais Al Sabah) *2020 ist

der zweite Fuchs in der El-Thayeba-Herde,

dazu noch mit auffälliger Rabicano-Zeichnung

– vermutlich ein Erbe der Moniet el

Nefous, trotz mehrerer Generationen von

Schimmeln. Sie ist eine Enkelin der Kamla

II, die eine der wichtigsten Stuten im Gestüt

El Thayeba war. Kamla II brachte 16 Fohlen,

darunter fünf Kinder von El Thay Mansour

und sechs Fohlen von seinem Sohn, El Thay

Mashour – beides Passerpaarungen! Zahlreiche

Pferde aus diesen Anpaarungen wurden

in die arabischen Länder verkauft, nach Saudi

Arabien, Kuwait und Qatar.

Während El Thay Kamria von Ansata Selman

abstammte, war El Thay Kamla von El Thay

Mashour. Sie war damit ingezüchtet auf die

Vollgeschwister Madkour I und Mona III,

die sie als Großvater (väterlicherseits) bzw.

Großmutter (mütterlicherseits) hatte - eine

Kombination die sich laut Klaus Beste bestens

bewährte. Auch sie war eine Stütze der

Zucht und heute sind von ihr noch die beiden

Vollschwestern El Thay Konouz (*2008) und

El Thay Kahila (v. El Thay Mahfouz) *2010 im

Zuchtbestand.

El Thay Konouz kam als Erste in die Bahn –

sie ist eine tiefrumpfige Zuchtstute, die viel

von der Mutter von El Thay Mahfouz hat, d.h.

von El Thay Mahfouza. Sie hat sich in der

Zucht bewährt und ihre Nachzucht ist begehrt

und steht u.a. in Kuwait und Ägypten.

Ihre Töchter El Thay Kalilah (v. El Thay Karim

Shah) *2019 und El Thay Kenana (v. Ajmal

Tameen) *2014 sind noch im Gestüt. Kalilah

ist etwas eleganter als ihre Mutter und

weiß sich zu bewegen. Sie führt das Blut von

Ansata Halim Shah über Ansata Hejazi und

Kamla II in mehrfacher Ausprägung. Bei ihrer

Halbschwester El Thay Kenana ist die Inzucht

(oder Linienzucht) auf diesen Hengst

sogar noch dominanter. Sie führt 2021 ein

ganz bezauberndes Stutfohlen – das einzige

des Jahrgangs – von dem jungen gestütseigenen

Hengst El Thay Kais Al Sabah namens

El Thay Kirdan Al Sabah. Sie hat auch eine

Vollschwester aus dem Jahrgang 2020, El

Thay Kadira Al Sabah, die sich durch eine

El Thay Kalilah (El Thay Karim Shah / El Thay Konouz) *2019 führt mehrfach das Blut von

Ansata Halim Shah (über Ansata Hejazi) und Kamla II. - El Thay Kalilah carries multiple links to

Ansata Halim Shah (via Ansata Hejazi) and Kamla II.

Obwohl eine Vertreterin der Kamla-II-Familie, kommt El Thay Konouz (El Thay Mahfouz / El Thay

Kamla) *2008 mehr nach ihrer Großmutter väterlicherseits, El Thay Mahfouza. - Although a member

of the Kamla II family, El Thay Konouz resembles more her granddam El Thay Mahfouza.

8

schöne Schulter, einen weit in den Rücken

reichenden Widerrist und herausragende

Bewegungen auszeichnet.

Weiter ging es mit El Thay Kahila, einer Vollschwester

der El Thay Konouz. Im Gegensatz

zu ihrer Schwester verkörpert sie ein etwas

eleganteres Modell mit längerer Halsung, mit

einem markanten Widerrist und überdurchschnittlich

raumgreifenden Gängen. Kahila

hat dieses Jahr ein Hengstfohlen von El Thay

Karim Shah, das jedoch wegen einer Erkältung

nicht gezeigt werden konnte.

Eine „Vollschwester im Blute“ ist El Thay Kateefa

Al Sabah. Ihre Mutter El Thay Khadija ist

eine Vollschwester zu El Thay Kamla. Kateefa

ist eine Fliegenschimmelstute und verkörpert

wiederum das eher tiefrumpfige, kompakte

Modell. Leider haben alle drei Geschwister,

wie auch viele andere Vertreter der Kamla-

Linie eine Pigmentstörung (rosa Flecken,

pinky syndrom) im Gesicht – es scheint hier

doch eine genetische Prädisposition vorzuliegen,

da es in den anderen Linien im Gestüt

nicht so gehäuft auftritt.

Als El Thay Kamla an das Gestüt Al Waab in

Qatar verkauft wurde, behielt man ihre Vollschwester

El Thay Khadija – und das war gut

so, denn sie wurde die Mutter von El Thay Kais

Al Sabah, dem jungen Nachwuchshengst. Kateefa

wurde mit Gefriersperma besamt, aber

leider hatte man kein Glück. Überhaupt steht

man den modernen Reproduktionsmethoden

kritisch gegenüber: Frisch- und Gefriersperma

ja, wenn es nicht anders möglich ist,

um einen bestimmten Hengst zu verwenden,

aber Embryo-Transfer lehnen Cornelia

Tauschke und Klaus Beste ab.

Als letzte Vertreterin dieser Familie wurde El

Thay Komeira Al Sabah gezeigt. Sie ist eines

von zwei Fohlen des 2020er-Jahrganges von

NK Nabhan. Gerne hätte man ihn auch dieses

Jahr verwendet, aber er ist nach Kuwait verpachtet.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Die Kamla II-Familie wird nun in 5. Generation

im Gestüt El Thayeba gezüchtet und ist die

tragende Säule des Gestüts – 12 Pferde sowie

die gestütseigenen und selbstgezogenen

Hengste El Thay Karim Shah und El Thay Kais

Al Sabah gehören dieser Familie an. Kamla II

hat hiermit ihre eigene Dynastie gegründet,

die weite Austrahlungen auch in den Mittleren

Osten hat.

Familie der Mofeedah

Die fünfte und letzte Familie ist die der Malikah

(Ghazal / Malacha) *1962, die für eine

ganze Reihe von deutschen (und internationalen)

Gestüten eine große Bedeutung erlangte,

in erster Linie natürlich für die Zuchten

von Filsinger, Seidlitz und Horsch. Sie

gehört derselben Stutenlinie an wie Kamla II.

Malikahs Tochter Mofeedah (v. Hadban Enzahi)

*1972 wurde im reifen Alter von 18 Jahren

von Dr. Tauschke gepachtet und mit El Thay

Ibn Halim Shah angepaart. Das resultierende

Fohlen war El Thay Bint Mofeedah, das über

El Thay Mashoura und El Thay Malikah die

Urgroßmutter der heutigen El Thay Mazyouna

(El Thay Mahfouz / El Thay Malikah) *2011

darstellt.

El Thay Mazyouna hat eine unglaubliche Ausstrahlung,

ist harmonisch gebaut, wohlproportiniert

und steht ganz im „Malikah-Look“,

wenngleich sie nicht die vielen Fliegenpunkte

hat. Sie hat bislang vier Fohlen für El Thayeba

gebracht, von denen die dreijährige El Thay

Mofida (v. El Thay Karim Shah) ebenfalls gezeigt

wurde. Sie kommt im Gesicht nach ihrer

Mutter, zeigt im Körperbau jedoch etwas

mehr Linie. Dagegen kommt Mazyounas mütterliche

Halbschwester, El Thay Marwa, mehr

nach ihrem Vater El Thay Karim Shah, bzw. der

Kamla-Linie. Sie ist jetzt vierjährig und wurde

eingeritten. Bleibt die Frage, wer die Linie einmal

weiterführen wird – aber vielleicht ist die

Nachfolgerin ja noch gar nicht geboren!

El Thay Mazyouna (El Thay Mahfouz / El Thay Malikah) *2011 steht ganz im „Malikah-Look“,

wenngleich sie nicht die vielen Fliegenpunkte hat. - El Thay Mazyouna represents the typcial

"Malikah look", even though she does not have the many spots.

Nachzuchtsammlung der Hengste

Abschließend wurden die Hengste mit ihren

Nachkommen gezeigt. Den Anfang mache El

Thay Karim Shah mit Nachkommen aus den

Jahrgängen 2016 bis 2019. Diese „Nachzuchtsammlungen“

sind heutzutage ein seltenes

Bild geworden – leider! – und nur auf größeren

Gestüten realisierbar, die über eigene

Hengste verfügen und diese auch in größerer

Zahl einsetzen. El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen

/ El Thay Kareema) entstammt der Kamla-II-Familie,

über Ajmal Tameen geht er aber

auch auf die Tamria II zurück. „Er vererbt sich

in beide Richtungen“, erläutert Klaus Beste

in seiner Moderation. „Die Größe, die langen

Linien, die längeren Beine – das kommt von

der Tamria-Linie. Der Typ und der spezielle

Die dreijährige El Thay Mofida (El Thay Karim Shah / El Thay Mazyouna) *2018 gehört zur

Familie der Mofeedah und hat das Gesicht ihrer Mutter. - The three-year-old El Thay Mofida is a

representative of the Mofeedah family, with the face from her dam.

3/2021 - www.in-the-focus.com

9

Charme von der Kamla-II-Linie.“ Noch einmal

wurden die fünf Karim-Shah-Töchter gemeinsam

vorgestellt, und anschließend sein Sohn

El Thay Kais Al Sabah. Dieser hat bereits vier

Kinder aus den Jahrgängen 2020 und 2021

vorzuweisen. Durch seine braune Farbe fällt

er etwas aus dem Rahmen, und auch er trägt

das Rabicano-Gen, wenn auch nicht so ausgeprägt

wie seine Tochter Kidouna.

Der Höhepunkt folgte zum Schluß: El Thay

Mahfouz (Ansata Selman / El Thay Mahfouza),

der mittlerweile 18-jährige Grand

Seigneur des Gestüts. Dieser Hengst aus der

Momtaza-Linie ist von höchstem Adel – ohne

übertriebenen Dish –, mit schönen großen

schwarzen Augen, großen, feinen Nüstern.

Ohne ihn wäre El Thayeba nicht, was es derzeit

ist, denn alleine sechs Zuchtstuten des

Bestandes haben ihn zum Vater. Ihm zu Ehren

wurden auch zwei Bronzen von Nicole Sachs

enthüllt, eine bronzfarbene, die ihn im Stand

zeigt, und eine bemalte, die ihn in Bewegung

zeigt – es ist fast nicht möglich, sich zu entscheiden,

welche besser ist, ihn besser trifft.

Beide sind großartig (mehr dazu im Beitrag

über Nicole Sachs, S. 46).

Rund 80-100 Personen aus aller Herren Länder

folgten der Einladung zum „Tag der Offenen

Tür“ der drei „Großenknetener Gestüte“.

Und sie wurden nicht enttäuscht, als Klaus

Beste in seiner Moderation die Gestütsgeschichte

Revue passieren ließ. 50 Jahre auf

zwei Stunden komprimiert – da blieben natürlich

viele Pferde unerwähnt. Und wie bei

jeder Zuchtgeschichte, die sich über einen

längeren Zeitraum erstreckt, gingen Linien

verloren, andere kamen etwas später hinzu.

Dennoch ist es immer wieder schön, wenn

eine Zucht einen so langen Zeitraum überdauert,

und es zeugt von der Leidenschaft

und Passion der Familien Tauschke und Beste,

diese durch alle Wirren der Zeit zu erhalten.

Gudrun Waiditschka

Zucht


50 years of El Thayeba Stud

With Dedication and

Passion

Zucht

There are only a few Arabian horse studs in Germany that can look back on a 50 year breeding

history - El Thayeba is one of them. Founded in 1971 by Dr. Hans-Jörg Tauschke, horses

with the prefix “El Thay” are bred today in the sixth generation. In August, the stud's anniversary

was celebrated with an “open day” and interested parties could learn about the

present breeding activities.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


It was in 1971, when Dr. Hans-Jörg Tauschke

decided to breed Arabian horses in Bad

Heilbrunn, Bavaria. Back then, at the beginning

of the 1970s, mainly Arabians from

Russia and Poland were imported and shaped

the breeding scene. The few “Egyptians”,

such as Hadban Enzahi in Marbach, Ghazal

in Lütetsburg and Kaisoon in Duisburg, who

were standing at stud in Germany from the

1960s onwards, were quite “exotic”.

Dr. Tauschke had three purebred Arabians

from Russia in his stable, when the first horses

from the Egyptian state stud El Zahraa

began to appear more and more at private

studs, and so he decided that he wanted to

have some Egyptian mares, too. With the

help of Dr. Nagel, he managed to acquire

two such mares: Momtaza (Sameh / Mamlouka)

* 1967 and El Thayeba (Fayek / Mahdia)

* 1965, but both had a fertility problem.

While Momtaza had at least one foal

at Dr. Tauschke’s stud, i.e. the filly Morawa

(by Nizam) * 1979, the mare El Thayeba remained

“childless”. Nevertheless, Tauschke

named the stud after her because she was

the most beautiful mare in the stable.

In the meantime, Cornelia Tauschke had become

an integral part of the stud and was

responsible for practical breeding matters.

The number of horses grew and soon exceeded

the possibilities of the farm in Bad Heilbrunn.

Therefore, another location had to

be found, and so the El Thayeba stud moved

to Großenkneten in 1981, where it has since

settled with a population of around 25-30

horses.

The Momtaza family

Momtaza comes from the Rodania damline

(Kohailan Ajuz Ibn Rodan) via Bint Riyala

and Mamlouka. Her family is still represented

in the stud today: Via Morawa - El Thay

Mansoura - El Thay Mahfouza we come to El

Thay Malakah (by El Thay Mashour) * 2005,

who is representing this line in the fourth

generation and was shown to us at the stud

presentation. She inherited the charm of

her father El Thay Mashour, a stallion who

did a great job for the stud. Malakah is his

last daughter at the stud and has had seven

foals so far, the eighth is expected in 2022.

Her daughter El Thay Munifa (by El Thay

Mahfouz) * 2009 is also in the mare’s barn

and has a colt called El Thay Murjan (by NK

Nadeer) at foot. He represents the sixth generation

of Momtaza in the stud. The twoyear-old

Munifa daughter El Thay Malaki is

also a candidate for a box in the mare stable.

Her father is El Thay Karim Shah, who was

bred at the stud and will be introduced later.

The Mahiba family

Back to the 1970s – it was then, that Dr.

Tauschke managed to buy the mare Mona II

(Mahomed / Mahiba) * 1974, bred by Dr. Nagel.

She was a great-granddaughter of Moniet

el Nefous on her dam’s side and on her

sire's side a granddaughter of Malikah, who

founded her own dynasty at the stud of Dr.

Filsinger. She comes from the Roga-El-Beida

damline (Saklawi Jedran) via Om Dalal

and Moniet el Nefous. Unfortunately, most

of the mares from the Mahiba line had colts

and so it happened that this family at the

El Thayeba Stud almost died out, although

all mares are fertile above average. But

when El Thay Mayassa produced five colts

in a row in five breeding seasons, Cornelia

Tauschke lost her patience and she sold her

to a friend nearby, albeit with the option,

should she ever bring a filly, it would be returned

to the stud. And of course the first

foal with the new owner was a filly ... This

is how El Thay Mouna Al Ryah (by Nader

Halim) *2020 came back to the stud. As a

chestnut she is one of the few "splashes of

colour" in the herd and with her, the Mona

II family will hopefully be re-established in

the breeding program.

The Taghreed family

Again we have to go back almost 40 years

in history - at that time, Dr. Tauschke

bought the mare Tamara (Jamil / Taghreed)

* 1980 from Dr. Nagel, a full sister of the

unforgettable world champion Tiffaha. Her

dam Taghreed (Shaarawi / Naama) * 1975

followed some time later. Taghreed tails

back to the damline of Venus (Hadban Enzahi)

via Bint Samiha and Maysouna. Three

horses from this line were presented at the

stud presentation, and here El Thay Toya

El Thay Toya (El Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) * 2009, one of the

most exquisite mares at El Thayeba. - El Thay Toya ist eine der edelsten

Stuten im Gestüt El Thayeba.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

3/2021 - www.in-the-focus.com

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The colt El Thay Tibras (El Thay Kais Al Sabah / El Thay Toya) *2021 combines both, the Kamla II

family through his sire and the Taghreed family through his dam. - Das Hengstfohlen El Thay Tibras

kombiniert die beiden Linien der Kamla II über den Vater und der Taghreed über die Mutter.

(El Thay Mahfouz / El Thay Taqiyah) * 2009

deserves a special mention - a radiant white

beauty with a chiselled face, dry, full of

nobility and with a very beautiful eye. She

is feminine with a beautiful neck that ends

in a fine throatlatch, but with enough body

depth which is needed for a good broodmare.

Her foal from this year is an "eye

catcher"! The colt El Thay Tibras (by El Thay

Kais Al Sabah) is a beaming little man and

very self-confident, with good neck carriage

- we will look forward to his further development.

His 5-year-old half-sister El Thay Tamira (by

El Thay Karim Shah) is the successful blend

of the two parents – from her dam she got

the type, from her sire the movements. And

- after she did not get in foal this year - she

is now Cornelia Tauschke's riding horse.

The Kamla II family

The largest group is formed by the horses

from the Talqah (Dahman Shahwan) damline

via El Dahma, Farida to Moheba. This

line came to the stud with Kamla II (Ansata

Halim Shah / Mona III) *1985. Her sire

Ansata Halim Shah was leased in 1984 by

Dr. Nagel, Bábolna and Marbach, and so, a

small number of private breeders also got

the opportunity to have their mares covered

by him. Over the years Ansata Halim

Shah became one of the most important sires

for El Thayeba, because he can be found

in almost all pedigrees. With intentional

line breeding to this stallion, using Ansata

Hejazi or his sons Ansata Selman and Ajmal

Tameen, his blood was consolidated in the

breeding program.

Kamla II left two daughters for the stud,

El Thay Kamria, who could only be shown

in walk due to a recent pasture accident,

and El Thay Kamla. First, El Thay Kidounah

Al Sabah entered the arena on behalf of

Zucht


Zucht

her mother. For anyone who is wondering

about her “tapeworm name”, here is the

explanation: “El Thay” is the prefix of Cornelia

Tauschke, while the addition to the

name “Al Sabah” indicates that the horse

is jointly owned by Klaus Beste. Kidounah

(by El Thay Kais Al Sabah) * 2020 is the second

chestnut in the El Thayeba herd, with

a striking rabicano colour - probably a legacy

of Moniet el Nefous, despite several

generations of grey horses in between. She

is a granddaughter of Kamla II, who left 16

foals for the El Thayeba stud, including five

children by El Thay Mansour and six foals

by his son, El Thay Mashour - both mating

pairs! Numerous horses from these crosses

were sold to the Arab countries, to Saudi

Arabia, Kuwait and Qatar.

While El Thay Kamria’s sire was Ansata

Selman, El Thay Kamla was by El Thay

Mashour. She was thus inbred to the full

siblings Madkour I and Mona III, whom she

had as grandfather (on the paternal side)

and grandmother (on the maternal side) -

a combination which, according to Klaus

Beste, has proven itself very well. She was

also a pillar of the breeding program and

today the two full sisters El Thay Konouz (*

2008) and El Thay Kahila (by El Thay Mahfouz)

* 2010 are still in the breeding stock.

El Thay Konouz was the first of the two to

come into the arena - she is a deep-bodied

broodmare who has a lot from the dam of

El Thay Mahfouz, i.e. El Thay Mahfouza.

She has proven herself in breeding and her

offspring are in great demand and can be

found in Kuwait and Egypt, among others.

Her daughters El Thay Kalilah (by El Thay

Karim Shah) *2019 and El Thay Kenana (by

Ajmal Tameen) *2014 are still at the stud.

Kalilah is a little more elegant than her mother

and knows how to move. She carries

The young chief-sire El

Thay Kais Al Sabah (El

Thay Karim Shah / El

Thay Kateefa Al Sabah),

*2017, has already four

children born in 2020

and 2021. - Der junge

Hauptbeschäler El

Thay Kais Al Sabah hat

bereits vier Fohlen aus

den Jahrgängen 2020

und 2021.

the blood of Ansata Halim Shah (via Ansata

Hejazi) and Kamla II in multiple forms.

With her half-sister El Thay Kenana, inbreeding

(or line breeding) on Ansata Halim

Shah is even more dominant. In 2021 she

has a very enchanting filly at foot - the only

filly this year - by the young stud's own stallion

El Thay Kais Al Sabah, named El Thay

Kirdan Al Sabah. She also has a full sister

born in 2020, El Thay Kadira Al Sabah, who

El Thay Kateefa Al Sabah (El Thay Mahfouz / El Thay Khadija) *2009 is the dam of the young

stallion pictured above and tails back to the foundation mare Kamla II. - El Thay Kateefa Al Sabah

ist die Mutter des oben abgebildeten Hengstes und geht auf die Gründerstute Kamla

II zurück.

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is characterized by a beautiful shoulder,

good withers that reach far into the back

and outstanding movements.

The presentation continued with El Thay Kahila,

a full sister of El Thay Konouz. In contrast

to her sister, she embodies a somewhat

more elegant model with a longer neck,

with a distinctive withers and above-average

ground covering movements. This year,

Kahila has a colt by El Thay Karim Shah, who

could not be shown because of a cold.

A "full sister in blood" is El Thay Kateefa Al

Sabah. Her dam El Thay Khadija is a full

sister to El Thay Kamla. Kateefa is a fleabitten

grey mare and embodies the rather

deep and compact model. Unfortunately,

all three siblings, like many other representatives

of the Kamla line, have a pigment

disorder (pink spots, pinky syndrome) on

the face - there seems to be a genetic predisposition

here, as it does not occur so frequently

in the other lines in the stud.

When El Thay Kamla was sold to the Al

Waab Stud in Qatar, her full sister El Thay

Khadija was retained - and that was a good

thing, because she became the mother of El

Thay Kais Al Sabah, the young sire. For this

year, Kateefa was inseminated with frozen

semen, but unfortunately she didn’t conceive.

In general, Tauschke and Beste are critical

of these modern methods of reproduction:

Fresh and frozen semen, yes, if there

is no other way to use a particular stallion,

but both reject embryo transfer.

As the last representative of this family, El

Thay Komeira Al Sabah was shown. She is

one of two foals from NK Nabhan's 2020

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


foal crop. They would have liked to use him

again this year, but he is presently leased

to Kuwait.

The Kamla II family is now in the 5th generation

bred at the El Thayeba stud and

is one of the pillars of the stud - 12 horses

as well as the stud's own and self-bred stallions

El Thay Karim Shah and El Thay Kais

Al Sabah belong to this family. Kamla II has

hereby founded her own dynasty, which

also has a wide impact in the Middle East.

The Mofeedah family

The fifth and last family is that of Malikah

(Ghazal / Malacha) * 1962, which became

very important for a number of German

(and international) studs, primarily of

course for the breeders Filsinger, Seidlitz

and Horsch. She belongs to the same damline

as Kamla II. Malikah's daughter Mofeedah

(by Hadban Enzahi) *1972 was leased

at the ripe old age of 18 by Dr. Tauschke

and covered by El Thay Ibn Halim Shah.

The resulting foal was El Thay Bint Mofeedah,

who, through El Thay Mashoura and

El Thay Malikah, is the great-grandmother

of today's El Thay Mazyouna (El Thay Mahfouz

/ El Thay Malikah) * 2011.

El Thay Mazyouna has an unbelievable charisma,

is built harmoniously, well-proportioned

and has the "Malikah look", although

she does not have so many spots. So far

she has brought four foals for El Thayeba,

of which three-year-old El Thay Mofida (by

El Thay Karim Shah) was also shown. She

follows her mother in the face, but shows a

little longer lines in her body. On the other

hand, Mazyouna's maternal half-sister,

El Thay Marwa comes more like her sire El

Thay Karim Shah, or the Kamla line. She is

now four years old and has been broken to

saddle. The question remains who will continue

the line one day - but maybe the successor

has not even been born yet!

Get of sires

Finally, the stallions were shown with their

offspring. El Thay Karim Shah started with

offspring from the years 2016 to 2019. These

“get of sire collections” have become a rare

sight these days - unfortunately! - and are

only feasible at larger studs that have their

own stallions and use them in large numbers.

El Thay Karim Shah (Ajmal Tameen / El

Thay Kareema) comes from the Kamla II line,

but via Ajmal Tameen he also goes back to

Tamria II. “He passes on his characteristics

in both directions,” explains Klaus Beste in

El Thay Kenana (Ajmal Tameen / El Thay Konouz) *2014 is the product of inbreeding to the

famous Ansata Halim Shah, who has a major influence on the El Thayeba breeding program. - El

Thay Kenana ist ein Inzuchtprodukt auf den berühmten Ansata Halim Shah, der einen bedeutenden

Einfluß auf das Zuchtprogramm von El Thayeba hat.

3/2021 - www.in-the-focus.com

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El Thay Mouna Al Ryah (Nader Halim / El Thay Mayassa) *2020 with her, the lost Mona II

family has been brought back to the stud. - El Thay Mouna Al Ryah, mit ihrwurde die verlorene

Linie der Mona II wieder ins Gestüt zurückgeholt.

his moderation. “The size, the long lines, the

longer legs - that comes from the Tamria

line. While the type and the special charm

comes from the Kamla II line.” Once again

the five Karim Shah daughters came into

the arena together, and then his son El Thay

Kais Al Sabah, who has already four children

born in 2020 and 2021. Due to its brown

colour, he is a bit out of the ordinary, and he

also carries the rabicano gene, although not

as pronounced as his daughter Kidouna.

The highlight followed at the end: El Thay

Mahfouz (Ansata Selman / El Thay Mahfouza),

the now 18-year-old Grand Seigneur

of the stud. This stallion from the

Momtaza line is of the highest nobility -

without excessive dish - with beautiful, large

black eyes, large, fine nostrils. Without

him, El Thayeba would not be what it is

now, because six broodmares in the herd

have him as a father. Two bronzes by Nicole

Sachs were also unveiled in his honour, one

bronze-coloured that shows him standing

and one painted that shows him in motion

- it is almost impossible to decide which

one is better, as both are great (more about

the artist and the bronze on page 46).

Around 80-100 people from all over the world

accepted the invitation to the “Open Day”

of the three “Grossenkneten Studs”. And they

were not disappointed when Klaus Beste reviewed

the history of the stud in his moderation.

50 years compressed to two hours - of

course, many horses were not mentioned.

And as with any breeding history that extends

over a long period of time, lines were

lost, others were added a little later. Nevertheless,

it is always nice when a breeding

program survives such a long period of time

and it shows the passion and dedication

of the Tauschke and Beste families to keep

them through all the turmoil of time.

Gudrun Waiditschka

Zucht


Nagels

Tag der Offenen Tür

Katharinenhof

Zucht

NK Nadeer (NK Hafid Jamil / NK Nadirah) *2005 mit seinen Töchtern

(oben) NK Nachita (a.d. NK Bint Bint Nashua) *2013 und (unten) NK

Nazli (a.d. NK Nasrin) *2015

alle Fotos: G. Waiditschka

Mitte August wurde Großenkneten zum Wallfahrtsort der Ägypterfreunde. Neben

El Thayeba luden auch das Gestüt Katharinenhof und Al Qusar zu einem

Tag der Offenen Tür ein. Wir geben hier einen Überblick über die Zucht in diesen

beiden Gestüten, auch wenn dies aufgrund der Platzbeschränkung

nicht vollumfänglich möglich ist.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


(links) NK Housain El

Dine (NK Nabhan / NK

Habiba) *2019, ein junger

vielversprechender

Hengst, zweifach auf

NK Nadeer (linke Seite)

ingezogen.

Zucht

Die NK Nabhan-Töchter (oben) NK Amsha (NK Nabhan / NK Abla)

*2017 und (oben rechts) NK Lamya (NK Nabhan / NK Lubna) *2018.

(rechts) NK Lina (NK Kamar El Dine / Muneera) *2010, die über Kis

Mahiba auf Moniet el Nefous zurückgeht.

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Tag der Offenen Tür

Al Qusar Arabians

Zucht

Der mittlerweile 27-jährige Teymur B (Assad / 214 Ibn Galal I) hat mit seinen Töchtern Muneera Al Qusar (a.d. El Thay Bint Maheera) 2007,

Natifa Al Qusar (a.d. Naafisa Al Qusar) 2005 und Mashahana Al Qusar (a.d. Maida Bint Bint Mohssen) 2003 (nächste Seite oben links) den

Grundstock für Al Qusar Arabians gelegt.

alle Fotos: G. Waiditschka

Erst im letzten Jahr sind Robert Schlereth und Volker Wettengel mitsamt ihrem Gestüt

Al Qusar nach Großenkneten gezogen. Hier bildet Teymur B mit seinen Töchtern

nach wie vor das Herzstück des kleinen aber feinen Zuchtprogramms.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Zucht

Mashahana Al Qusar (a.d. Maida Bint Bint

Mohssen) 2003 mit ihren Kindern Majd Al

Qusar (v. NK Nadeer) 2015 und Majda Al

Qusar (v. NK Nizam) 2018

Pamira Al Qusar (NK Hafid Jamil x Pamina Al Qusar) 2014 mit

ihrer Tochter Al Qusar Pandora (NK Nabhan x Pamira Al Qusar)

2021 verkörpern eine weitere Stutenlinie im Gestüt Al Quasar

Arabians.

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Vogelsberg-Araber

Zucht

Erfolg

braucht seine Zeit

Seit rund 20 Jahren züchten Maria Sens und Harald Frey arabische Pferde im schönen Vogelsbergkreis,

zwischen Gießen und Kassel gelegen. Sie haben ihre Nische im bunten Spektrum

der Blutlinien und Verwendungszwecke gefunden und züchten arabische Reitpferde

aus überwiegend russisch-polnischen Linien. Konsequenz und Durchhaltevermögen wird

belohnt – dieses Jahr hatten sie mit Abstand die beste Decksaison.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 2/2021


Arabische Pferde spielten schon recht

früh im Leben von Maria Sens eine

Rolle, und alles begann, nachdem sie

Hadban Enzahi gesehen hatte. „Der hat mir

damals als Kind gut gefallen, da ist der Funke

übergesprungen“, erzählt Maria, als wir

gemütlich im Garten des Vogelsberg-Araber-Gestüts

sitzen. Die zweite Begegnung

mit dieser Rasse fand während eines Besuchs

mit dem Reitverein auf der Equitana statt, wo

ihr ein Schimmelviererzug mit Arabern in Erinnerung

blieb – so wurde das Interesse für

diese Rasse wachgehalten, denn es gab in

Deutschland ja noch nicht so viele davon, damals

in den 1960er Jahren.

Nach Abitur und Studium der Agrarwissenschaften

zog sie mit Kind und Mann in

den Vogelsbergkreis auf einen Resthof. Der

Warmblutwallach aus Kindertagen war mittlerweile

in die Jahre gekommen, sodass sie

sich anfangs der 1990er nach einem neuen

Pferd umsah. Über eine Verkaufsanzeige

wurde sie auf die Vollblutaraberstute Galima

(Ibn Galal-5 / Golda) *1980 aufmerksam, und

kurze Zeit später stand sie bei ihr im Stall –

tragend von Abu Ibn Galal, sodass der Grundstein

für die weitere züchterische Tätigkeit

gelegt war. Die Hengstwahl fiel dann auf den

Russen Karavan (Naslednik / Carolina) *1975,

der bei John Jessen stand. „Die Karavan-Fohlen

waren komplett andere Pferde als die von

Abu Ibn Galal“, erläutert Maria. „Sie waren einfacher

im Umgang, ruhig und ausgeglichen

und mehr im Reitpferdetyp - und so bin ich

zu den ‚Russen’ gekommen!“

Zucht

Der eigene Hof

Karavan hat sie so überzeugt, dass kurze Zeit

später eine weitere Tochter von ihm aus der

Zucht von John Jessen im Stall stand: Ravenna

(a.d. Natasha II) *1996, ein gutes Reitpferd,

aber da ihr erstes Fohlen ein bunter Fuchs

war, und Maria mit so viel Weiß gar nicht

glücklich war, wurde sie wieder verkauft.

„Heute würde ich das vermutlich nicht mehr

machen und ihr eine zweite Chance geben“,

sagt sie. Es war auch die Zeit, als sie sich von

ihrem Mann trennte und Harald Frey kennenlernte,

der damals eine Kubinec-Tochter besaß,

Karmen IV (a.d. Bonita) *1994, mit der er

züchtete. Somit hatten sie zusammen bereits

sechs Pferde, für die sie einen Hof suchten,

den sie dann hier in Gemünden fanden. „Das

war keine leichte Entscheidung, schließlich

hatte ich ein kleines Kind und einen Job –

und sich dann so ein landwirtschaftliches Anwesen

zu kaufen, war ein großer Schritt“. Harald,

der sowohl ein erfahrener Pferdemann

als auch gelernter Handwerker ist, war von

nun an für die Landwirtschaft zuständig und

die ganzen handwerklichen Arbeiten, die auf

so einem Hof anfallen. Mit dem Hof war jetzt

auch genügend Platz vorhanden, zehn Hektar

Wiesen und Weiden konnten zu den zwei

Links der 2020 auf den Vogelsberg gekommene Hengst A Magic

Man of Kossack (S.M.A. Magic One / Abakana Kossack) *2017, bester

Eintragungshengst, gekörter Prämienhengst des VZAP.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

3/2021 - www.in-the-focus.com

Der Magic-Man-Sohn HF Maraval (A Magic Man of Kossack / Makemba) *2021 hat den Blick und

den Typ von seinem Vater geerbt und wurde wie sein Bruder HF Magic Moment als Prämienfohlen

ausgezeichnet.

Hektar eigenem Land zugepachtet werden,

und so begann 1998 die eigentliche Zucht

der „Vogelsberg-Araber“. Seither wurden hier

immer zwischen zwei und sieben Fohlen pro

Jahr geboren, „nur ein Jahr nicht, da hatten

wir den Mut verloren, weil der Absatz fehlte,

daher haben wir 2015 nicht gedeckt“, erläutert

Maria.

Kamerton zieht ein

Noch einmal zurück zum Beginn: Die ersten

Jahre hatte man mit verschiedenen Hengsten

gedeckt, meist russischer Blutführung. Aber

bei durchschnittlich vier Fohlen im Jahr läuft

auch das ins Geld, und so war ein Hengstkauf

durchaus eine Option, zumal man mit dem

eigenen Hof ja auch die räumlichen Voraussetzungen

für die Hengsthaltung hatte. Harald

und Maria waren zu dieser Zeit regelmä-

19

ßige Besucher des Tersk Holland Sales. Als sie

2003 dort waren, war ihre erste Begegnung

mit dem Hengst Kamerton, als dieser aus

dem Stall kam, stieg, sich losriss und dann

frei auf dem Gestütsgelände herumlief. „Den

Idioten will ich nicht“, war Marias spontaner

Gedanke. „Aber laufen konnte er damals

schon, er fiel gerade dadurch auf, dass er sich

elastisch und mit viel ‚Gummi’ bewegte. Und

dann kam er in den Auktionsring – und keiner

wollte ihn haben. Das Mindestgebot wurde

nicht erreicht – back to the stable!“ Zwischenzeitlich

aber war Harald aufgestanden

und weggegangen. Er ging in den Stall und

schaute sich den Hengst nochmals genauer

an: Kein Überbiss, kein Kryptorchide, alle vier

Beine und Sehnen glasklar, und anfassen ließ

er sich auch überall. Minuten später war er

gekauft! Harald war schon immer der mutigere

von den beiden...

Kamerton stellte sich als Glücksgriff heraus,

denn seine Nachkommen sind klar im Kopf,

haben gute Reiteigenschaften und beste

Gänge. „Wir hatten uns schon sehr früh für


Zucht

diesen Weg, arabische Reitpferde zu züchten,

entschieden. Wir hätten in der Schaupferdezucht

ja auch gar nicht mit den großen

Gestüten mithalten können, die Geld aus anderen

Unternehmen in der Rückhand haben.

Abgesehen davon ist das nicht unsere Welt!

Heute sind wir froh, dass wir die Weichen

schon damals so gestellt haben, denn es dauert

seine Zeit, bis ein Fohlen zum Reitpferd

wird und dann für seine Abstammung und

sein Heimatgestüt Werbung machen kann.“

Die Zuchtstuten

Die meisten Namen der Zuchtstuten beginnen

mit „M“ und gehen auf Mercedes II

(Medalist / Mercuria) *1993 bzw. auf ihre

Töchter Matrika und Marenah zurück, beide

von dem Russen Pomarval. HF Karaganda

geht noch auf Harald Freys Stammstute, die

Kubinec-Tochter Karmen IV zurück. Alle diese

Stuten sind zwar nicht „rein russisch“, aber

führen zu 90 und mehr Prozent „Russenblut“.

Vor ein paar Jahren kamen noch die reinen

Russinnen Morwhanna F (Piligrim / Moriachka)

*2003 und Abakana Kossack (Balaton

/ Amunitia) *2001 hinzu und kürzlich OKS

Epigina (Girlan-Bey / OKS Epsylina) *2016 aus

überwiegend polnischen Linien. Alle diese

Stuten bringen Solidität, ein gutes Gebäude

und gute Bewegungen mit – aber mitunter

fehlt es an arabischer Ausstrahlung, Typ

und Schmelz. Dafür sind dann die Hengste

zuständig – und so wurden neben Kamerton

und anderen Russen auch Hengste mit

20

einem „Schuß“ Schaublut eingesetzt, wie

beispielsweise ByStival Kossack, Mouammar

und Pallaton K. „Die Käufer suchen sich aus

einer Gruppe doch immer wieder die Pferde

mit dem schönsten Kopf aus“, lacht Harald.

„Wichtiger aber als ein hübsches Köpfchen ist

dann doch der Charakter der Fohlen, den erkennt

man aber erst im Umgang. Kürzlich war

eine Käuferin da, der ist eine der Jährlingsstuten

geradezu in die Taschen gekrochen – das

war kaufentscheidend!“

Die Erwartungen erfüllt

Letztes Jahr hat Kamerton nun Konkurrenz

bekommen: A Magic Man of Kossack (S.M.A.

Magic One / Abakana Kossack) *2017 hat seine

Beschälerbox auf dem Vogelsberg-Araber-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Links der russische Hengst Kamerton (Mat /

Kaluga) mit 22 Jahren noch topfit!

Rechts die in zweiter Generation selbst

gezogene Stute MS Malenka (Prinik Kossack /

Muscata) *2014

Unten die gelungene Kombination aus den

beiden, HF Mandana (Kamerton / MS Malenka)

*2021

Zucht

gestüt bezogen. Er verkörpert, was Maria Sens

und Harald Frey züchten wollen – solide Pferde

mit Reitpferdeeigenschaften und gutem

Typ. Und außerdem hat jeder gute Hengst

eine überragende Mutter – und die steht ja

nun auch auf dem Vogelsberg: Abakana Kossack

(Balaton / Amunitia) *2001, WAHO-Trohpy

Gewinnerin 2015, mit einer 1. Prämie und

Elite-Titel des Zuchtverbandes AVS in den

Niederlanden ausgezeichnet. Bislang hat der

junge Hengst alles gut gemeistert und die in

ihn gesteckten Erwartungen mehr als erfüllt:

Er war bester Eintragungshengst des VZAP

3/2021 - www.in-the-focus.com

mit Goldschleife und einer Wertnote von 8,5,

wobei die (komm.) Zuchtleiterin Anja Daniels

insbesondere auf seinen raumgreifenden,

elastischen und durch den Rücken schwingenden

Trab hinwies. Er wurde gekört und

für alle Rassegruppen zugelassen, und er erhielt

2021 die VZAP-Verbandsprämie. Letzten

Winter hat er auch seine ersten Ausbildungsschritte

unter dem Sattel absolviert und seine

Sache gut gemacht. Wenn alles weiterhin so

gut läuft, soll er 2022 zur Hengstleistungsprüfung

vorgestellt werden. Außerdem sind

dieses Jahr seine ersten beiden Fohlen gefallen

– und auch diese wurden auf Anhieb vom

VZAP mit einer Goldschleife prämiert. Bei solchen

Meriten haben natürlich auch die Deckkunden

nicht lange auf sich warten lassen

(siehe Kasten) – mit 18 Stuten für Kamerton

und A Magic Man hatte das Vogelsberg-Gestüt

seine beste Decksaison seit Bestehen!

Bedeckungszahlen im Vogelsberg-Arabergestüt 2021

Eigene Stuten

Fremdstuten

davon...

Prämienstuten

Elite-Stuten

WAHO-

Trophy

Gewinnerin

Natursprung ist Vertrauenssache

Gedeckt wird mit den beiden Hengsten im

Natursprung und die Befruchtungsquote ist

beeindruckend: Von 18 Stuten sind 16 tragend.

Und was vielleicht noch wichtiger ist,

die Stutenbesitzer bekamen ihre Stuten in

einwandfreiem Zustand zurück. Das Deckgeschäft,

insbesondere im Natursprung, ist

Vertrauenssache, denn schließlich stehen die

Stuten hier einige Zeit, haben Stress mit der

ungewohnten Umgebung, und auch mit dem

Deckgeschäft an sich, insbesondere bei Maidenstuten.

Für Maria ist es jedes Mal eine besondere

Herausforderung, dass sich jede Stute

wohlfühlt, auch psychisch, denn dann ist die

Wahrscheinlichkeit, daß sie aufnimmt, größer.

Von den rund sieben bis acht Zuchtstuten

fallen pro Jahr durchschnittlich etwa vier

Fohlen. Die Anzahl der Bedeckungen hängt

immer vom vorhanden Platz ab. „Im Grunde

machen wir eine Planung für vier bis fünf

Jahre“, erklärt Maria. „Wenn wir jetzt dieses

21

insgesamt

2021 gedeckte

Stuten

Kamerton 2 5 4 2 2 7

A Magic Man 3 8 3 1 11

gesamt 5 13 7 3 2 18

Jahr Stuten decken, dann kommen die Fohlen

nächstes Jahr auf die Welt, das ist schon

mal ein Jahr. Als Absetzer und Jährling kommen

sie dann in unseren Laufstall, zwei- und

dreijährig sind sie im Sommer 24 Stunden

pro Tag draußen, aber im Winter müssen sie

nachts aufgestallt werden. Der Platz ist somit

der limitierende Faktor. Wenn wir also dieses

Jahr decken, müssen die daraus resultierenden

Pferde spätestens in vier bis fünf Jahren

verkauft sein. Natürlich haben wir auch immer

eine Notbox, die noch frei ist, falls etwas

nicht so läuft wie geplant.“

Die Fohlen bleiben die ersten Wochen mit ihren

Müttern auf der „Hauskoppel“ und nachts

im Stall. Dabei werden sie auch an das tägliche

„handling“ gewöhnt, sie werden überall

angefasst und gestreichelt. Im Spätsommer

dürfen sie dann mit ihren Müttern auf die

Waldkoppel umziehen, eine drei Hektar große

Weide, rundherum von Wald umgeben.

Hier gibt es Gras im Überfluß, und so wird nur

täglich geprüft, dass keiner verletzt ist, und

dass genügend Wassser vorhanden ist.

Fohlenerziehung

Dadurch, dass sie zuvor sich überall haben

anfassen lassen, lassen sie sich später auch

anstandslos das Halfter aufziehen. Dies geschieht

im Spätherbst, während sie noch

bei der Mutter sind, in den letzten Tagen vor

dem Absetzen. Erst wenn sie abgesetzt sind

und im Laufstall stehen, werden sie daran

gewöhnt, dass sie angebunden werden. „Ich

lasse sie dann erst zwei Tage im Laufstall völlig

in Ruhe“, erklärt Maria. „Nach zwei Tagen

haben sie sich beruhigt, und ich mache das

Halfter drauf und binde sie an. Die ersten

Male binde ich sie noch nicht fest an, schlinge

nur den Strick durch den Anbindehaken,

sonst wäre das zu gefährlich. Aber das dauert

nur ein bis zwei Tage, dann haben die das

kapiert. Ich habe es bis jetzt – mit Ausnahme


Zucht

eines Jahrgangs – immer alleine geschafft,

dass die Fohlen innerhalb von 10 Tagen alle

angebunden an der Wand stehen. Wenn die

klar im Kopf sind, machen die das! Es gibt hin

und wieder einzelne Fohlen, die sind schwieriger,

da muß ich mehr aufpassen und mehr

Zeit investieren.“

Im Winterhalbjahr werden die Absetzer jeden

Tag einmal angebunden während sie

ihren Hafer bekommen. Dann werden sie

geputzt und müssen die Füße heben – das

wird schnell zur Routine. Auch die Hufpflege

macht Harald selbst, denn vielfach haben

professionelle Hufpfleger nicht die Geduld,

sich mit einem jungen Pferd auch einmal etwas

mehr Zeit zu lassen – und durch schlechte

Erfahrungen verdorben sind sie schnell.

22

Hafer ist das beste Futter

Auf die Fütterung legt Maria besonderen

Wert: Ihre Fohlen bekommen in erster Linie

Hafer, kein Müsli, kein Fohlenaufzuchtfutter,

aber gutes Heu ad libitum und Mineralfutter.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass

Hafer das beste Pferdefutter ist, weil Hafer

die beste Eiweißqualität hat, die beste Bioverfügbarkeit.

Das hochtechnisiert hergestellte

Futter in Pelletform haben wir hier

nur in Ausnahmefällen. Die Hengste kriegen

ein wenig Leistungsfutter in der Decksaison,

aber die Stuten und die Fohlen normalerweise

nicht.“

Die Fohlen und Absetzer erhalten also eine

Grunderziehung, wodurch sie auch ein

Grundvertrauen in den Menschen aufbauen.

„Aber ich will gar keine so sehr enge Bindung

zu den Fohlen aufbauen“, gibt Maria zu

Bedenken, „denn sie sollen ja verkauft werden.

Wenn der neue Besitzer sie abholt, ist

das – egal in welchem Alter – eine Zäsur in

ihrem Leben, denn sie waren vorher ja noch

nie vom Hof. Wenn dieser sich dann in den

ersten Tagen und Wochen intensiv mit dem

Pferd beschäftigt, wird es sich automatisch

an den neuen Besitzer als Bezugsperson

binden. Und diese Rückmeldung bekommen

wir ja auch von den Käufern: ‚Das Pferd

ist völlig klar im Kopf, kommt schnell mit der

neuen Situation klar, ist einfach im Umgang,

absolut gut erzogen, und lernt schnell’ – das

sind so die Aussagen, die wir als Feedback

bekommen.“

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Linke Seite: die russische Stute Morwhanna F

(Piligrim / Moriachka) *2003 mit ihrem Fohlen

HF Makari (v. Kamerton)

Llinks: Matrinka, von Aranik Kossack, aus der

Vogelsberger Stammstute Matrika, geb. 2012

Unten: Ihr Hengstfohlen HF Magic Moment

(von A Magic Man of Kossack) *2021

Zucht

Nun sind aber diese Charaktereigenschaften

etwas, was sich schwer darstellen und vermitteln

läßt. Viele reden darüber, aber jeder

hat eine andere Vorstellung davon. Hingegen

sind Erfolge, egal in welcher Reitdisziplin,

quanitifizierbar und objektiv. „Deshalb

bin ich der Ansicht, dass wir diesen Leistungssport

brauchen – als Züchter! Jeder

kann sagen ‚meine Pferde sind die Besten,

meine sind leistungsfähig und charakterlich

die Besten’ – aber das sagt ja jeder Verkäufer.

Ich muß seriös untermauern können, dass

das, was ich erzähle, stimmt. Pferdeverkauf

ist Vertrauenssache! Immer noch! Und wenn

die Leute zu uns kein Vertrauen haben, dann

kaufen sie bei uns auch kein Pferd. Aber sich

dieses Vertrauen aufzubauen, das schafft

man eben nicht innerhalb von ein, zwei

Jahren. Wir haben konsequent und zielgerichtet

20 Jahre lang in diese eine Richtung

gearbeitet und ernten jetzt die Früchte dieser

Arbeit.“

Reitsportliche Erfolge

Und die Reiter mit ihren Pferden helfen dabei,

die Reputation aufzubauen, die man als Züchter

von Reitpferden braucht. Sei es MS Madrass

(Kamerton / Marenah) *2005, der in der

Dressur bis M und S ging, Maschatka (Dinar /

Majmakala) *2000, die in der Dressur bis L

platziert ist, ihre Schwester Maskada (Vergil /

Majmakala) *2009, die Distanzen läuft und

den Best Condition nach 84 km gewann,

Masheik (Kamerton / Matrika) *2005, der auf

langen Distanzen unterwegs ist, sowie Krishan,

Magnat, Naheefa – und wie sie alle heißen,

die im Distanzsport gehen.

Der Weg bis hierhin war kein leichter, denn

„Reitaraber“ hatten ja lange Zeit ein Stigma:

Was nicht gut genug ist für die Schau,

geht in den Reitsport. Das war dem Ruf

des Arabers als Reitpferd nicht gerade förderlich.

„Der Durchbruch“, so Maria Sens,

„kam wohl mit Facebook. Über Facebook

hat man ganz gezielt die Möglichkeit, sich

einen ‚Freundeskreis’ aufzubauen oder Mitglied

in spezifischen Gruppen zu sein, und

über regelmäßige Posts diese Leute anzusprechen.

Damit kann man relativ einfach

seinen Bekanntheitsgrad vergrößern. Abgesehen

davon braucht man eine Homepage,

die up-to-date ist, denn die Leute, die

hierher kommen, haben sich vorher schon

ganz genau über unsere Pferde informiert!

Das kann Facebook wiederum nicht bieten,

denn auf einer Facebook-Seite etwas zu finden

ist ja fast unmöglich, das ist nur gut für

aktuelle Mitteilungen.“

Und so kommt ein Baustein zum anderen,

was letztendlich zum Erfolg führt: Eine

gute, solide Stutengrundlage und überdurchschnittliche

Hengste, Fachwissen in

Pferdezucht, Haltung, und Landwirtschaft,

Ausdauer und ein klares Zuchtziel, das

nicht der Mode geopfert wird. Und dann

kommt auch der Erfolg, aber er braucht seine

Zeit!

Gudrun Waiditschka

MS Makeeva (Kamerton / Muscata), schwarzbraun, 2019, und HF Meleka (Gorky II / Makemba), Fuchs, 2017; dahinter: HF Makeeva (ByStival Kossack

/ Matrinka), braun, 2019, und HF Maruschka (Pallaton K / Makemba), Schimmel, 2019; rechts: Morwhanna F (Piligrim / Moriachka), 2003 und halb

verdeckt HF Mayana (Kamerton / MS Malenka), 2019 (Foto von 2020)

3/2021 - www.in-the-focus.com

23


Denkanstösse

Rein, reiner,

am reinsten?

Zucht

Den Reinen ist alles rein, so steht es in der Bibel.

Das gilt jedoch nicht für Züchter arabischer Vollblüter. Dort treiben die (an sich

legitimen) Versuche, den Spuren der Beduinen zu folgen und nur reinstes

Wüstenblut zu bewahren, mitunter seltsame Blüten.

Früher war alles einfacher: Vollblutaraber

waren Vollblutaraber, und wenn man doch

einmal einen Webfehler entdeckte, wie etwa

eine Nigra Zscheiplitz mit warmblütigen Vorfahren,

dann wurden die entsprechenden

Pferde zu schlichten Arabern heruntergestuft

und fertig war die Sache.

Das änderte sich in den 1960er Jahren mit

den Bestrebungen, die wirklich „asilen“ Araber

– also solche, deren Abstammungen

sich gemäß der ursprünglichen Definition

ausschließlich auf Pferde aus der arabischen

Wüste zurückführen ließ – zu katalogisieren

mit dem Ziel, sie untereinander anzupaaren

und dadurch die Blutreinheit zu bewahren.

Mittlerweile hatte man nämlich festgestellt,

dass in den Pedigrees der polnischen Vollblutaraber

auch so mancher „Webfehler“ zu

finden war, oder wenigstens Linien, die nicht

in der Wüste endeten, sondern irgendwo in

Polen. Dies betraf auch den Hengst Skowronek,

der zwar nie in Polen deckte, dessen

Nachkommen aber durch seinen Einsatz in

Crabbet Park Verbreitung in der ganzen Welt

fanden. Sein Pedigree gibt bis heute Anlass

zu ganzen Abhandlungen. Die lassen wir hier

aber außen vor, geht es doch um das Gesamtbild.

Suche nach dem Reinheitsprinzip

Die Pionierin auf diesem Gebiet war die

Amerikanerin Jane Llewellyn Ott, die bereits

Anfang der 1950er Jahre mit Hilfe von Carl

Raswan anfing, alle Vollblutaraber in den USA

und deren Vorfahren auf ihre Reinblütigkeit

zu überprüfen und, wenn sie diese Prüfung

bestanden, in ein Register einzutragen. Dafür

benutzte sie Notizbücher mit blauem Einband.

Im Jahr 1961 veröffentlichte sie dann

den „Blue Catalog“ mit den Ergebnissen ihrer

Fleißarbeit, dem etliche Nachträge folgten.

Eben dieser Blue Catalog wurde zur ersten

„Bibel“ für Asil-Züchter.

Im Prinzip ist daran nichts auszusetzen. Der

Versuch, diejenigen Pferde zu identifizieren

und zu bewahren, deren Herkunft aus der

Wüste sich nachweisen lässt, ist völlig verständlich

und dürfte die Liebhaber der polnischen

Pferde und der Skowronek-Nachkommen

ohnehin wenig interessieren. Allerdings

waren auch bei Miss Ott schon einige Pferde

reiner als andere, denn getreu ihrem Vorbild

Raswan hielt Miss Ott den Muniqi-Strain für

problematisch. Daher unterteilte sie die Pferde

in „Blue List“ (alle asilen) und „Blue Star“

(die ohne Muniqi-Blut), die ihrer Ansicht

nach noch etwas reiner waren. Das beinhaltet

natürlich einen Denkfehler, denn wenn

in den ohnehin spärlichen Angaben kein

Muniqi-Blut nachzuweisen war, heißt das

längst nicht, dass es nicht doch vorhanden

sein könnte. Abgesehen davon sind Raswans

Vorbehalte gegen Muniqis längst widerlegt

und die Einteilung damit hinfällig. Aber man

schmückt sich natürlich gern damit, etwas

besonders Exklusives zu haben ...

Ein weiteres Problem bei solchen Katalogen

ist das Auswahlverfahren, das immer von der

betreffenden Person abhängt. So konnte sich

Miss Ott bei einigen zweifelsfrei reinen Pferden

nicht dazu durchringen, sie zu akzeptieren,

aus recht fadenscheinigen Gründen. Das

betrifft beispielsweise den Crabbet-Hengst

Nureddin II (Rijm / Narghileh). Dieser große

und recht grobe Hengst war ein Vollbruder

des sehr typvollen Nasik, den Miss Ott anstandslos

akzeptierte. Bei Nureddin II witterte

sie „foul play“, weil er so anders (sprich: weniger

arabisch) aussah als sein Bruder. Das ist insofern

lachhaft, als die Blunts selbst die größten

Reinheitsfanatiker waren (im Gegensatz zu

ihrer Tochter, Lady Wentworth). Einen Skowronek

hätten sie niemals benutzt. Ausgerechnet

ihnen zu unterstellen, sie hätten womöglich

„gepanscht“, ist schon sehr abwegig.

Schon bei Miss Ott waren

einige Pferde reiner als andere,

denn sie hielt den

Muniqi-Stamm für

problematisch, was aber

längst widerlegt wurde.

24

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Ähnlich verhält es sich mit der viel gescholtenen

Wüstenstute Basilisk, die von den

Blunts importiert wurde. Zwar gab es anfangs

offene Fragen zu ihrer Herkunft, die

aber wurden abschließend zu Lady Annes

Zufriedenheit geklärt. Wenn nicht, hätte sie

die Stute nie in die Zucht genommen. Aber

Miss Ott war Lady Annes Urteil wohl nicht

gut genug. Sowohl Nureddin II als auch Basilisk

wurden zwar nicht explizit von der Blue

List ausgeschlossen, aber sie kamen auf eine

sogenannten „Sub-list“, also Pferde, die zwar

möglicherweise rein waren, bei denen aber

(zumindest nach Miss Otts Meinung) Zweifel

bestanden. Und schon klebte an ihnen das

Label „unrein“.

Leider hat sich diese Einstellung zu Basilisk,

die in einigen ägyptischen Pedigrees zu finden

ist, in manchen Kreisen bis heute nicht

geändert. Wie absurd das ist, zeigt der Vergleich

mit dem Wüstenhengst El Deree, der

ebenfalls in ägyptischen Pedigrees auftritt,

und zwar weit öfter als Basilisk. Zu dem Zeitpunkt,

als die Blue List erstellt wurde, war von

seiner Herkunft nicht mehr bekannt als im

Fall Basilisk. Von beiden kannte man lediglich

den Strain. Trotzdem kam Jane Ott nicht auf

die Idee, El Deree anzuzweifeln, so wenig wie

die nachfolgenden „asilen“ Interessenverbände.

Warum nur? Könnte es vielleicht daran liegen,

dass man im Fall El Deree fast die gesamte

ägyptische Zucht aus den heiligen Hallen

der Reinheit hätte entfernen müsste?

Soviel zu den Tücken einer solchen Katalogisierung;

wobei hinzuzufügen ist, dass der Fall

El Deree erst in jüngerer Vergangenheit endgültig

zugunsten des Hengstes geklärt wurde.

Das war aber zu Miss Otts Zeiten längst

noch nicht der Fall und es bleibt festzuhalten,

dass hier mit zweierlei Maß gemessen wurde.

Wie schon gesagt, der Versuch der Katalogisierung

ist völlig legitim. In den 1970er Jahren

bildeten sich weitere Interessenverbände

mit gleichen Zielen heraus: in Deutschland

der Asil Club und in den USA Al Khamsa und

die noch stärker spezialisierte Pyramid Society.

Deren Einschätzungen deckten sich nicht

immer mit der Blue List. Zwar hatte auch der

Asil Club anfangs eine Art „sub-list“ und verpasste

„zweifelhaften“ Pferden ein Sternchen

(*), doch das war nicht für alle nachvollziehbar

und wurde später eingestellt. Der Asil

Club hat aber seine eigenen Kriterien und ist

die einzige derartige Organisation, die auch

Pferde akzeptiert, die nicht von der WAHO anerkannt

werden. Die amerikanische Al Khamsa

gibt sich am umfassendsten und hat auch

kein Problem mit Basilisk und weiteren Pferden,

die aus diversen Gründen von einzelnen

Züchtergruppen abgelehnt werden. Davon

gibt es einige, obwohl die Gründe dafür bei

näherem Hinsehen ebenso

fadenscheinig sind.

Dennoch werden diese

Pferde teilweise mit einer

Vehemenz abgelehnt, gegen

die Miss Otts Einstellung

zu Basilisk geradezu

milde aussieht. Das hat

oft schon Züge von Fanatismus.

Hier zeigt sich

auch das grundlegende

Problem: Selbst die Verfechter

des asilen Gedankens

können sich untereinander nicht darauf

einigen, welche Pferde denn nun wirklich asil

sind.

Exklusivität ist Trumpf

Dementsprechend gibt es innerhalb der Asil-

Zucht verschiedene Untergruppen, die sich

auf einen bestimmten, oft sehr begrenzten

Genpool konzentrieren, den sie zu erhalten

versuchen. Bei einigen liegt es daran, dass

sie diese Pferde für „reiner“ halten als alle anderen;

manchmal aber auch daran, dass diese

Gruppen in ihrem Bestand bedroht sind

und für die Zukunft erhalten werden sollen.

Sehen wir uns einige dieser Gruppen etwas

näher an.

Die Pyramid Society wurde in den 1970er

Jahren in den USA gegründet und hat mittlerweile

auch einen europäischen Ableger.

Wie der Name vermuten lässt, geht es hier

um den rein ägyptischen Vollblutaraber, für

den sich heute der Begriff „straight Egyptian“

eingebürgert hat. Diese reinen Ägypter

bilden die bei weitem größte Gruppe unter

den Asilen, sind also die weltweit größte Population

von Vollblutarabern, die sich in allen

Linien auf die Wüste zurückverfolgen lässt.

Per Definition der Pyramid Society sind dies

Pferde, die in allen Linien auf das ägyptische

Staatsgestüt El Zahraa und die früheren Privatgestüte

des ägyptischen Adels zurückgehen,

sowie auf die bei der EAO geführten

Privatgestüte, soweit diese asil sind. Die in

den Hamdan Stables gezogenen Skowronek-Nachkommen

(ja, so etwas gibt es!) gelten

also nicht als „rein ägyptisch“, auch wenn

sie mehrere Generationen ägyptischer Zucht

repräsentieren.

Obwohl die Ägypterzucht ohnehin über

einen begrenzten Genpool verfügt, gibt

es gerade hier mehrere Untergruppen,

die sich auf einen noch kleineren

Genpool beschränken.

Obwohl die Ägypterzucht ohnehin über einen

begrenzten Genpool verfügt, gibt es gerade

hier mehrere Untergruppen, die sich auf

einen weit kleineren Genpool beschränken.

Diejenigen, die – wie oben erwähnt – einzelne

Linien wegen vermeintlicher „Unreinheiten“

ablehnen, lassen wir an dieser Stelle

unberücksichtigt; ebenso die seit 35 Jahren

geschlossene Population des Katharinenhofs.

Hier geht es vielmehr um Zusammenschlüsse

verschiedener Züchter mit denselben Zielen.

Da sind einmal die Babson-Ägypter. Hierbei

handelt es sich in Reinzucht ebenfalls um

eine geschlossene Population, die auf die Importe

des Amerikaners Henry Babson im Jahr

1932 zurückgeht. Dies waren ein Hengst und

fünf Stuten aus der Zucht des ägyptischen

Staatsgestüts sowie aus der Zucht von Prinz

Mohammed Ali (woher auch der Hengst Jasir

stammte, der in Marbach deckte). Diese Pferde

stammten alle aus der „alten“ ägyptischen

Zucht, also noch vor der Zeit der EAO und

General Pettkö-Szandtner. Sie führten kein

Nazeer-Blut, ebenso wenig die später von

der EAO eingesetzten Original-Hengste, und

gehen auf die Ursprungszuchten von Abbas

Pasha, Ali Pasha Sherif und den Blunts zurück.

Diese Pferde sind natürlich stark ingezüchtet,

Zucht

Der Genpool der Ägypter ist

begrenzt, weshalb es wichtig

ist, wirklich alle vorhandenen

Linien zu erhalten.

3/2021 - www.in-the-focus.com

25


Zucht

meist klein, aber bekannt für ihre reiterlichen

Qualitäten, ihre Sportlichkeit und ihren guten

Charakter. Sie bilden einen hervorragenden

Outcross für die „Mainstream“-Ägypter, was

sich beispielsweise das Ansata-Gestüt mit

dem Hengst Prince Fa Moniet und der Stute

Falima zunutze gemacht hat. In Deutschland

gibt es derzeit zwei Babson-Hengste, Manara

Faaris und Vlacq Fadl Nadir, beide zwar nicht

100% Babson, aber hochprozentig. Kleinere

Zuchtbestände gibt es in den Niederlanden,

Frankreich und Großbritannien.

Bei den Babsons gibt es noch die kleinere

Untergruppe der Babson-Turfa-Pferde. Die

Es sind zwar alle reinen Ägypter asil,

aber längst nicht alle Asilen rein

ägyptisch.

sind zwar asil, aber nicht rein ägyptisch, weil

sie zusätzlich das Blut der Stute Turfa Or.Ar.

führen. Turfa stammte aus der Zucht der saudischen

Königsfamilie und kam als Geschenk

an das britische Königshaus nach England;

1941 importierte Henry Babson sie in die

USA. Nach Deutschland kam ihr Blut durch

die ersten Olms-Importe und wird heute

noch im Gestüt El Khadir gepflegt.

Die sogenannten Doyle-Ägypter bilden die

kleinste und am stärksten ingezogene Population

der Welt, denn sie sind die Nachkommen

von drei Pferden, die auch schon miteinander

verwandt waren. Sie sind gleichzeitig

die letzten asilen Crabbet-Pferde, denn sie

gehen ausschließlich auf die Zucht der Blunts

zurück und verbinden die ägyptischen Linien

Ali Pasha Sherifs mit Original-Importen der

Blunts. Trotz des hohen Inzuchtgrades sind

aus dieser Gruppe einige herausragende Distanzpferde

hervorgegangen. Es gibt sie nur

in den USA. Ein Doyle-Hengst wurde in jüngerer

Vergangenheit als Pachthengst in der

britischen Crabbet-Zucht eingesetzt.

Die Gruppierung Sheykh Obeyd, benannt

nach Lady Anne Blunts Gestüt in Ägypten,

hat sich ebenfalls den alten ägyptischen Linien

– also vor der modernen EAO – verschrieben.

Das umfasst sowohl die Babson- als auch

die Doyle-Pferde sowie alle reinen Ägypter,

die keine der später von der EAO eingesetzten

Or.Ar.-Hengste im Pedigree haben (einschließlich

El Deree). Die Anzahl dieser Pferde

dürfte mittlerweile aber sehr klein sein.

Nun sind zwar alle reinen Ägypter asil, aber

noch längst nicht alle Asilen rein ägyptisch.

Da wäre in Deutschland die Gruppe der asilen

Weiler, die inzwischen zwar überwiegend

ägyptisch gezogen sind, zusätzlich aber

auf die Zucht des Königs Wilhelm I von Württemberg

zurückgehen und damit auf die aus

Syrien importierten Gründerpferde. Diese

Gruppe hat keine Lobby,

ist verschwindend klein

und wird nur vom Hauptund

Landgestüt Marbach

erhalten. Ihr bekanntester

Vertreter war der Hengst

Saher (Ghazal / Sahmet),

der derzeit jüngste Beschäler

aus diesen Linien

ist WM Safi (KP Maryoom / Sarafine).

In den USA gibt es mehrere kleine Gruppen

von Pferden, die ausschließlich auf Direktimporte

aus der Wüste in die USA zurückgehen.

Die bekanntesten sind die Davenports, deren

Vorfahren 1906 von Homer Davenport

importiert wurden. Die Inzucht hält sich

hier in Grenzen, weil die Gruppe der Stammpferde

recht groß und sehr divers war. Diese

Davenport-Pferde sind für die Zucht der USA

so etwas wie Weil für Deutschland: Sie bilden

die Basis der Landeszucht und sind in den Pedigrees

aller amerikanischen Vollblutaraber

zu finden, die nicht nur auf spätere Importe

zurückgehen. Im Gegensatz zu den Weilern

gibt es sie aber noch heute in reiner Form. Bis

zum Ende des letzten Jahrhunderts existierte

in den USA noch ein größeres Gestüt, das diese

Linien in Reinzucht fortführte; inzwischen

sind es mehrere kleine, aber sehr engagierte

Züchter. Wie die Doyle-Pferde, sind auch sie

weitgehend auf die USA beschränkt. Von der

einzigen Davenport-Stute, die den Weg nach

Deutschland fand, ist nur wenig geblieben.

Eine weitere sehr kleine Population geht auf

einige Pferde aus Saudi-Arabien zurück, die

in den 1960er Jahren in die USA importiert

wurden. Von ihnen gab es in jüngster Veran-

Gegen den Strom:

Die anderen Erhaltungszuchten

Alle asilen Zuchten sind Erhaltungszuchten,

aber nicht bei allen Erhaltungszuchten geht

es um asile Pferde. Warum das so ist und warum

Erhaltungszuchten wichtig sind, liegt in

der Entwicklung der Gesamtzucht begründet.

Blicken wir ein halbes Jahrhundert zurück

in die Zeit, bevor sich eine internationale

Araberszene herausbildete, so hatten alle

größeren Zuchtländer ihre eigene Blutbasis

und eine weitgehend eigenständige Zucht,

nicht nur Ägypten. Großbritannien hatte

seine Crabbet-Araber, basierend auf den

Importen der Blunts. Spanien hatte eine eigene

Zucht basierend auf den Importen des

Militärs und dem Gestüt des Herzogs von

Veragua. Polen hatte die älteste konsolidierte

Araberzucht überhaupt, zurückgehend

auf die Gestüte der Adelshäuser im 18./19.

Jahrhundert. Frankreich hatte seine Rennaraber,

die schon damals anders aussahen.

Russland hatte sich aus den anderen Ländern

das Beste zusammengesucht und daraus bei

strenger Leistungsauslese eine ebenfalls eigenständige

Zucht geschaffen. Deutschland

hatte Weil-Marbach und nach dem Krieg das

Gestüt Achental als polnisch-ungarischer Basis.

Diese Zuchten brachten Pferde hervor,

denen man ihren Ursprung deutlich ansehen

konnte. Es war so gut wie unmöglich, einen

spanischen, britischen, polnischen oder auch

Marbacher Vollblutaraber miteinander zu

verwechseln.

Das bedeutete auch, dass die Möglichkeiten

schier unbegrenzt waren, denn es gab mehrere

ganz unterschiedliche Genpools. Verband

man diese, konnte etwas Erstaunliches

und Bahnbrechendes dabei herauskommen:

etwa ein El Shaklan, der ägyptisches und spanisches

Blut vereinigte und damit etwas völlig

Neues erschuf.

Mit der Internationalisierung der Araberszene

und der Ausdehnung des Schauwesens

veränderte sich weltweit das Zuchtziel, oder

besser: es vereinheitlichte sich. In allen Ländern

versuchten Züchter, dasselbe Ideal zu

erreichen und bedienten sich dabei

Jeder hat das Recht, das zu

züchten, was ihm gefällt,

aber er hat nicht das Recht,

andere Pferde schlecht zu

machen oder gar als „unrein“

zu deklarieren.

26

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


genheit eine kleine Gruppe in Deutschland,

die aber inzwischen nach Ungarn umgezogen

ist. Der Hengst AAS Theeb wurde 2011

ins VZAP-Stutbuch eingetragen. Diese Pferde

entsprechen im Typ so gar nicht unseren

westlichen Vorstellungen, sind aber vom Asil

Club anerkannt. Das gilt auch für die Pferde

des königlichen Gestüts von Bahrain,

die ebenfalls eine geschlossene Population

bilden. Hier gibt es als einzige europäische

„Zweigstelle“ das Pearl Island Stud in England,

das einen regen Austausch mit dem

königlichen Gestüt betreibt und als einziges

europäisches Gestüt Bahrainis züchtet.

Vollblut, Partbred, oder was?

Gegenüber diesen winzigen Gruppen haben

es die Ägypter mit ihrer viel größeren

Population vergleichsweise gut. Zumindest

ist ihre Erhaltung in keiner Weise gefährdet.

Der Genpool ist jedoch begrenzt, weshalb

es wichtig ist, wirklich alle vorhandenen Linien

zu erhalten. Dennoch gibt es gerade

hier Splittergruppen, die man nicht immer

nachvollziehen kann. Da sind die Züchter,

die die Nachkommen der Stute Tifla ablehnen,

weil die angeblich mal den Paddock mit

einem Esel geteilt hat. Oder solche, die den

amerikanischen Hengst The Minstril nicht

anerkennen, weil ein Vorfahre seinerzeit von

Carl Raswan mit einem zweifelhaften Hengst

gleichen Namens verwechselt wurde. Oder

solche, die keine Basilisk oder auch keine

Hanan in der Abstammung haben wollen,

weil beide nicht „Blue List“ sind, denn auch

die Urmutter aller Asil-Register und Erhaltungszuchten

hat heute noch ihre Anhänger.

Selbstverständlich hat jeder das Recht,

genau das zu züchten, was ihm gefällt. Das

steht außer Frage. Es wird allerdings dann

grenzwertig, wenn es dazu führt, dass andere

Pferde schlecht gemacht oder gar als „unrein“

deklariert werden, was leider immer wieder

vorkommt. Man sollte auch nicht vergessen,

dass alle reinen Ägypter, also auch Tifla, The

Minstril und Hanan, von der Pyramid Society,

dem Asil Club und Al Khamsa anerkannt sind;

von der WAHO ohnehin.

Noch etwas zum Thema WAHO: Man kann

von deren Vorgehen (vor allem angesichts

der mittlerweile nachgewiesenen Fremdblut-

der identischen Blutlinien – meist Pferde

aus den USA, in denen bereits die verschiedensten

Linien vereint waren. Die Globalisierung

und die Reproduktionstechnologie

vereinfachten das ungemein.

Als Ergebnis sieht man heute überall denselben

Typus und dieselben Blutlinien; von den

ursprünglichen Typen sind fast nur noch die

Franzosen übrig, weil die immer noch auf

Rennen selektiert werden, und die Ägypter,

weil die von jeher eine Erhaltungszucht waren

und eine große Lobby haben. Alle anderen

bedienen sich mittlerweile großzügig

bei den Showlinien, um im internationalen

Wettbewerb mithalten zu können. Selbst Polen,

einst eine Bastion der Eigenständigkeit,

das allenfalls Hengste aus dem benachbarten

Russland einsetzte, benutzt fast nur noch

Vererber, die gerade in Mode sind, und verspielt

endgültig seinen Heimvorteil.

Vor diesem Hintergrund formieren sich

zunehmend Erhaltungszüchter. Die Crabbet-Züchter

in Großbritannien sind mittlerweile

organisiert und arbeiten auch international

zusammen. Die Anhänger der

traditionellen „alten“ polnischen, russischen

und spanischen Vollblutaraber sind eher

Einzelkämpfer. Gerade im Fall Polen sind inzwischen

Züchter im Ausland gefragt, denn

die Staatsgestüte driften zunehmend in den

Mainstream ab. Die traditionellen russischen

Vollblutaraber werden wenigstens zum Teil

noch in ihrem Heimatgestüt Tersk gepflegt

und in Deutschland bewahrt Marbach weiterhin

das Erbe des württembergischen Königshauses.

Inzwischen gibt es auch hier vereinzelte

Züchter, der sich bemühen, auch

einkreuzungen bei Rennpferden) halten, was

man will. Man darf aber nicht vergessen, dass

der Rassebegriff „Vollblutaraber“ noch relativ

neu ist. Was ein Vollblutaraber ist, bestimmt

nun einmal die WAHO, ebenso wie die Pyramid

Society definiert, was ein reiner Ägypter

ist (was auch nicht jedem passt). Es geht

also gar nicht, alle nicht-asilen Vollblutaraber

pauschal als „Partbreds“ zu deklarieren, denn

auch das ist eine Rassebezeichnung. Ein polnischer

Vollblutaraber ist kein Partbred, auch

wenn Hansi Heck-Melnyk (deren andere Verdienste

ausdrücklich gewürdigt werden müssen)

meinte, einen „Index der Partbred-Araber,

die international als Vollblutaraber

eingetragen sind“ veröffentlichen zu müssen.

Darin enthalten: alle Vollblutaraber, die nicht

der Blue List, dem Asil Club oder Al Khamsa

angehören. So geht das nicht! Man kann

nicht einfach die Mehrheit aller Vollblutaraber

auf eigene Faust zu Partbreds erklären.

Man kann natürlich so züchten, als wäre das

so, wenn man das möchte. Aber dabei bitte

leben und leben lassen: Vollblutaraber sind

sie letztendlich alle.

Betty Finke

die Achentaler Linien zu bewahren, bevor

sie endgültig von den modernen Strömungen

verdrängt werden.

Erhaltungszucht heißt, gegen den Strom

zu schwimmen, und verlangt eine gehörige

Portion Idealismus. Warum sollte man

solche „alten“ Linien bewahren, wenn doch

die anderen so viel erfolgreicher und gefragter

sind? Was ist eigentlich dran an diesen

altmodischen Pferden? Da ist einmal

das ganz andere Zuchtziel, das sich auf ein

vielseitig einsetzbares, leistungsstarkes,

menschenbezogenes Reitpferd richtete, bei

dem die Schönheit ein Bonus war und kein

Selbstzweck. Dazu kommt die Erhaltung

verschiedener Genpools, damit abseits des

Show-Mainstreams noch ein Reservoir existiert,

auf das man zurückgreifen kann und

in dem die ursprünglichen Qualitäten des

arabischen Pferdes erhalten bleiben. In diesem

Sinne sollten sich die Bewahrer der alten

polnischen, spanischen und auch deutschen

Linien ein Beispiel an den Crabbet-Züchtern

nehmen und sich miteinander vernetzen

und stärker zusammenarbeiten. Sonst wird

man eines Tages nur noch feststellen können,

dass diese Pferde endgültig verschwunden

sind.

BF.

Es gibt eine neue Initiative, das Projekt "Alte

deutsche Linien", das sich die Vernetzung

und den Austausch von Züchtern der alten

deutschen Linien untereinander zur Aufgabe

gemacht hat. Wer Interesse hat, findet

hier weitere Info:

www.in-the-focus.de/alte-linien

Zucht

Mit der Internationalisie-

rung der Araberszene und

der Ausdehnung des Schauwesens

veränderte sich weltweit

das Zuchtziel, oder

besser: es vereinheitlichte sich.

For the English version, please go to

www.in-the-focus.com

3/2021 - www.in-the-focus.com

27


Shagya-Araber

Zucht

Bei strahlendem Wetter fand die diesjährige

Körung des Österreichischen Araberzuchtverbandes

(ÖAZV) vom 2. bis 3. Juli

im Pferdezentrum Stadl-Paura statt. Der Verband

betreut Shagya Araber, Partbred-Araber

sowie Anglo-Arabische Vollbüter und erfreut

sich leicht steigender Fohlenzahlen.

ÖAZV Hengstanerkennung

von 1991 Simeon Shai (Hengstlinie Saklawi I

über Nazeer) zurück. In der Mutterlinie findet

man über Nejenka die bedeutende, 1918 im

österreichischen Radautz geborene Koalicja,

die der Stutenfamilie der Milordka entstammt.

Das Urteil der Körkommission lautete wie

folgt: „Der Name ist hier Programm, wie man

Bastello. Der charmante fünfjährige Hengst

mit freundlichem Auge wusste zu gefallen

und zeigte gute Grundgangarten mit schönem

Bergaufgalopp. Von den fünf vorgestellten

Hengsten bekam er insgesamt die höchsten

Noten für Schritt, Trab und Galopp. Er steht

nach wie vor in der Entwicklung und man

SL Vision Gold (SL Kingsgold / Crown Bb Dasmira) APb

Shagya-613 / Bastello (Shagya Burla / Shagya XXV-38) ShA

sieht. Ein sehr auffälliger Hengst, der typstark

und sehr edel ist. Er ist fünfjährig, verfügt über

eine sehr schöne Körperanlage mit einer genug

geschwungenen Halsung und einem

schönen Kopf. Die Mittelhand ist vielleicht etwas

lang, da würd sich man sich etwas mehr

Geschlossenheit wünschen. Aber trotzdem

ein sehr harmonisches Gesamtbild. Mit seiner

Männlichkeit ist er sich heute ein paarmal

selbst im Weg gestanden. Er ist zu gespannt,

zu wenig locker. Das heißt, der Schritt war etwas

schwierig zu beurteilen. Es könnte durchaus

sein, dass er im Schritt noch eine etwas höhere

Note erringen kann. Aber dieser Hengst

soll ja auch leistungsgeprüft werden. Heute

haben wir leider keine freie Bewegung gesehen,

sondern nur gespannte Tritte. Der Galopp

kann gespannt sein, wie er in ein paar Jahren

aussehen wird.

Er führt seltene und geschätzte Linien. Seine

Mutter stammt aus Topolcianky/SK und entstammt

dem Stutenstamm der 131 Moldauerin.

Bastellos Vater, Shagya Burla, geht im

Hengststamm über den ebenfalls in Topolcianky

geborenen Shagya XX-23 (Radautz) auf

den Namensgeber der Rasse zurück.

Die Körkommission erklärte: „Er hat einen

sehr raumgreifenden Schritt gezeigt. In der

Trabmechanik hat er uns sehr gefallen. Man

könnte vielleicht sagen, dass er mit dem Vorderbein

etwas besser rauskommen könnte.

Der Hengst hat sich klar positiv auch in den

Grundgangarten präsentiert und ist daher zu

Recht mit der Note 7,05 gekört.“

Einzelnoten der gekörten Hengste

Name, Rasse

Körpermaße

Typ Kopf Hals Gebäude Fundament

Schritt Trab Galopp

Gesamteindruck

Gesamtnote

SL Vision Gold, PbA

151/172/18

8,00 8,00 7,50 7,00 6,50 6,50 7,50 7,00 7,50 7,27

Shagya-613, ShA

160/180/19

7,00 7,50 7,00 7,00 6,00 7,50 7,50 7,00 7,00 7,05

Inkspots de Terrackie PbA,

156/181/19

8,00 8,00 7,50 7,50 5,50 7,50 7,00 5,50 7,00 7,05

Manhattan ox

150/173/18,50

7,50 8,50 7,00 6,50 5,50 7,00 7,50 6,50 7,00 7,00

Man hätte sich zwar etwas mehr Teilnehmer

wünschen können, aber für das zweite Corona-Jahr

war man durchaus zufrieden. Die

Veranstaltung war gut organisiert, die Hartplatzmusterung

am Freitag interessant und

aufschlussreich. Schade eigentlich, dass dies

kein Bestandteil von Vollblutaraberschauen ist.

Beim ÖAZV gilt ein Hengst ab einer Note von

7,0 und mit keiner Wertnote unter 5,0 als gekört.

Grundsätzlich ist die Notenvergabe des

ÖAZV allgemein niedrig angesetzt. Ein Hengst

gilt mit 7,0 gekört, die „7“ gilt als „gut“. Andere

Verbände vergeben generell sehr hohe

Bewertungen, daher sind die Noten oft nicht

vergleichbar.

Fünf sehr unterschiedliche Hengste traten zur

Körung an. Ein Vollblutaraber, ein Shagya-Araber,

zwei Partbred-Araber (Pintabians) sowie

ein Altösterreichisches Warmblut. Vier der fünf

Hengste wurden gekört.

SL Vision Gold (SL Kingsgold / Crown Bb

Dasmira), Partbred, Z.: David Lee Grenda/D,

B.: Katharina Weitensfelder/AT, Note: 7,26

Strahlender Gesamtsieger wurde der typvolle

palominofarbene SL Vision Gold. Seine hauptsächlich

russischen Vorfahren kann er im Erscheinungsbild

nicht leugnen. In der Vaterlinie

geht SL Vision Gold auf den World Champion

Inkspots De Terackie (Terackie Psynsatonal

Design / Terackie Malikah), Partbred,

B.: Katharina Weitensfelder, Z.: J. McEwen / GB

Der homozygote Braunschecke bringt viel

Rahmen und ein groß angelegtes Gebäude

mit. Er trat gelassen auf, zeigte sich gut im

Schritt. Da erst 3-jährig, ist die Hengstleistungsprüfung

für 2022 geplant.

In der Vaterlinie geht Inkspots auf den in

Österreich gezüchteten Vollblutaraber Psynergy

zurück, der über Padrons Psyche auf

die Hengstlinie Saklawi I zurückführt. In der

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

28

war gut durchgesprungen. Und auch der Trab

war sehr gut getragen und dynamisch. Er stellt

ein komplettes Pferd dar, im positiven Sinn,

von der Körperanlage her und auch von der

Bewegung. Deshalb hier ganz klar an erster

Stelle mit einer Wertnote von 7,26.“

Shagya 613/Bastello (Shagya Burla / Shagya

XXV-38), Shagya-Araber, Z. u. B.: Franz

Kögl, AT

In einer für die Shagya-Araber seltenen Rotfuchs-Jacke

präsentierte sich der 1,60 große


ÖAZV Hengstanerkennung (Fortsetzung)

Mutterlinie findet man Crabbetblut, ansonsten

CMK, russisches, polnisches, ägyptisches

und etwas spanisches Blut.

Die Körkommission urteilte über ihn: „Ein

3-jähriger Hengst, weit entwickelt, gut im

Geschlechtsausdruck. Er hat einen typischen

Hengstkopf, die Halsung ist richtig geformt,

Inkspots De Terackie (v. Ter. Psynsatonal Design)

im Genick etwas schwer, man kann sich vorstellen,

dass er mit 5-6 Jahren schon ein sehr

kapitaler Hengst sein wird. Die Anlage ist gut,

auch die Körperanlage und die schön ausgebaute

lange Kruppe. Die Vorhand gut markiert

und genügend lang. Abstriche haben wir im

Vorderbein zu machen. Im Schritt hat er sich

auch in kurzen Reprisen raumgreifend, im Takt

sicher gezeigt. Im Trab und Galopp hätten wir

uns ein bißchen mehr Dynamik, ein bißchen

mehr Sprungkraft gewünscht. Da sehen wir

schon noch ein bißchen Entwicklungspotential.

Da kann man ihn heute als bestenfalls

durchschnittlich bezeichnen. Aber dieser

Hengst hat durchaus Höhepunkte im Typ und

in der Körperanlage. Die Wertnote 7,05.“

Manhattan (Dalmaz / Diamantina), Vollblutaraber,

Z. u. B.: Gestüt Mauritsch/AT

Der 13-jährige typvolle schneeweiße Hengst

stammt aus einer Familie guter Distanzpferde

und hat bisher für die HLP Distanz 500 km in

der Wertung beendet; sie soll nächstes Jahr

abgeschlossen werden. Bei der Körung war

der sonst bei Distanzritten gelassene Hengst

etwas aufgeregt.

Manhattan ist eng auf die in der Distanz erfolgreichen

Vollgeschwister Dalmaz und Darika

gezogen - Darikas Tochter von Mohafez

wurde mit Dalmaz angepaart. Manhattan

stammt somit hauptsächlich aus CMK-Linien

sowie ägyptischem und polnischem Blut. Er

geht sechsmal auf Witez II zurück.

Die Körkommission beschreibt ihn wie folgt:

„Der Hengst ist 13 Jahre alt, vom Rassetyp und

Geschlechtstyp ansprechend, ein maskuliner

Hengst. Im Typ mit leichten Abzügen bezogen

auf die Zuchtbuchordnung des ÖAZV. Er hat

zwar selbst viel Substanz und wirkt dadurch

athletisch, ist aber mit 1,52 m am unteren

Rand. Der Hengst hat einen schönen Kopf, die

Halsung ist an sich richtig geformt, aber etwas

stark. Das Gebäude ist ausgeglichen, einzig in

der Mittelhand ist der Hengst recht vorgetieft.

Das hängt vielleicht auch damit zusammen,

wie er gerade dasteht und eine gewisse Körperspannung

aufbaut. Den Schritt hat er uns

kurzzeitig auch ausreichend taktsicher und

Manhattan (Dalmaz / Diamantina), VA

raumgreifend gezeigt. Die Galoppade war etwas

flach, diese hätten wir uns besser durchgesprungen

gewünscht. Die Trabmechanik

hat uns gut gefallen. Speziell auch in der Rundung

und in der Wendung, sehr viel Dynamik

und auch gut getragen. Leichte Abstriche im

Fundament, aber noch korrekt genug. Er wurde,

vorbehaltlich der HLP, für Partbred Araber

und Anglo Araber gekört. Für Shagya-Araber

hat er die Mindestgröße von 1,54 nicht

erreicht.“

Alexandra Dietl

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Grosse Woche in Iffezheim mit Araberrennen

Al Khamsa Convention

Shagya-Araber

Zucht News

Am 05. September fand im Rahmen des

Hauptrenntages der Großen Woche

auf der Rennbahn in Iffezheim der 'The

President of the United Arab Emirates Cup'

statt. Der Cup ist eine weltweite Serie für arabische

Pferde. Nach einem Jahr Corona-Pause

für die Zuschauer war es nun wieder möglich,

dieses Listenrennen mit 12 Startern über

1600 Meter mit einem Preisgeld von 40.000

Euro vor Publikum zu laufen.

Siegerin wurde die 5-jährige Schimmelstute

Lamet Shamel QA (Af Albahar (UAE) / Valuta

Khan (HOL)), gezogen in Qatar und im Besitz

von Waleed ben Zaied aus Frankreich.

Geritten wurde die Stute von Oliver d'Andigne

und sie steht im Training bei Jean-

Loup de Mieulle/FR. Mit einer halben Länge

Rückstand ging der 4-jährige in Frankreich

gezogene Schimmelhengst Almafjar (Mister

Ginoux (FR) / Al Dhabi (QA)), im Besitz

von Al Shaqab Racing/FR, über die Ziellinie.

Als Dritter kam mit 1,5 Längen Abstand

der 7-jährige in Belgien gezogene braune

Hengst El Zarka (Af Albahar (UAE) / Schiva

D.A. (BEL)), im Besitz von Johann Verstrepen/

BEL, ins Ziel. Der Vorjahressieger Freddy Py

ox (TM Fred Texas (USA) / Via Hipolyte (FR))

wurde 5. und Mashhur al Khalediah (Jalnar

al Khalidiah (KSA) / Amerah al Khalediah

(KSA)), der Sieger aus dem Jahr 2019, erreichte

nur den 6. Platz.

Unter dem Link badengalopp.de finden Sie

weitere Informationen zu diesem Rennen.

Birgitta Frosch

Im Rahmen der „Al Khamsa Convention“

wird es einige Gastvorträge geben, die

auch online zu verfolgen sind und an deren

Diskussion man online teilnehmen kann. So

wird es am Freitag, 15. Oktober, einen Vortrag

von Michael Bowling zu „125-jähriges Jubiläum

der Davenport-Araber“ geben, Yasser

Ghanim und Edouard Al-Dadah werden ihr

Arabisches Manifest“ vorstellen. Am Samstag,

16. Oktober, wird Jenny Lees über „Araberrennen“

referieren, sowie Dr. Samantha

Brooks über die genetische Verankerung

phänotypischer Eigenschaften, u.a. Gebäude

und Kopfformen. Weiterhin stellt Edouard

Al-Dadah Sprachaufzeichnungen, Fotos und

Videos von Nachfahren der Beduinen vor, die

einige Stammpferde der Al Khamsa gezüchtet

haben, u.a. Basilisk, Haidee und Hadba.

Die Vorträge sind in englischer Sprache, man

kann sich über www.alkhamsa.org/?id=200

registrieren, die Teilnahmegebühr beträgt 40

U$.

Terminänderung Europa-

Championat Sport

Lamet Shamel QA (FR) (AF Albahar / Valuta Khan) *2016, Siegerin über 1600 m im Araberrennen

in Iffezheim (Baden-Baden).

Foto: Br. Frosch

Der zuvor in den Social Media veröffentlichte

Termin von Ende Juli für das Europa-Championat

der Sport-Araber mußte geändert werden.

Die Veranstaltung findet nun am 1. bis 4.

September 2022 statt!

Es kommen insgesamt vier Championate an

diesem langen Wochenende zur Austragung:

ECAHO European Championships, Masters

Championships, National Championships

und die Newcomer Championships. Der Austragungsort

bleibt wie gehabt das Western

Trainings Center (WTC) Schulz in Wiener Neustadt,

Österreich.

Pl. Pferd Ziel Preisgeld Besitzer / Land Gewicht Toto

1.

Lamet Shamel

QA (FR)

sicher 20.000 €

W. ben Zayed /

Frankreich

54,0 kg 9,4

2. Almafjar (FR) 1/2 Länge 10.000 €

Al Shaqab Racing /

Frankreich

56,0 kg 8,0

3.

El Zarka D.A. 1 1/2

(BEL)

Längen

5.000 €

J. Verstrepen /

Belgien

56,0 kg 37,1

4.

Mounjared

Al Cham (FR)

1/2 Länge 2.500 €

Al Shaqab Racing /

Frankreich

56,0 kg 4,0

5. Freddy Py (FR)

1 1/2

Längen

1.500 €

G. Th. Zoetelief /

Niederlande

57,0 kg 5,3

6.

Mashhur Al

Khalediah (FR)

1 Länge 1.000 €

Athbah Stud Ltd. /

England

56,0 kg 5,0

7. Messi (BEL) 3/4 Länge

V. Keersmaekers /

Belgien

62,0 kg 10,0

8.

Mayar Al

Khalediah (FR)

12 Längen

Polska AKF Sp.z o.o. /

Polen

56,0 kg 18,6

9. General Lady (FR)

6 1/2

WOW Sp.z.o.o. / 55,0 kg

Längen

Polen

Mgw. 1,0

19,8

10.

Conchita D.A.

(BEL)

3 1/2

Längen

P. Deckers /

Belgien

55,0 kg 30,9

11.

Ainhoa Damili

(FR)

15 Längen

Stall Eclipse /

Deutschland

54,0 kg 30,2

12.

Maestro MNM

(GER)

71 Längen

Günay Equestrian

Invest GmbH/Polen

56,0 kg 49,7

30

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Stutbuchaufnahme und Fohlenchampionat des ÖAZV

Zeitgleich mit der Hengstanerkennung

fand auch die Stutbuchaufnahme für

Shagya- und Partbred-Stuten statt.

Die Charakteristik der Stuten war sehr unterschiedlich,

die Typvarianz war groß.

Gesamtsiegerin und als Einzige mit einer

Prämie ausgezeichnet wurde die neunjährige

Shagya-Araber-Stute Gazal-224 (Gashima)

(Gilgamesch II x Badia), Z.: Karin und

Harald Gasser, AT, B.: Sandra Janko, AT. Eine

gewinnende Stute vom Ausdruck, Kopf

und vom Shagya-Araber-Typ. Die Halsung

ist vielleicht etwas tief angesetzt, aber in

Stutbuchaufnahme des ÖAZV

der Bewegung lässt sie sich gut fallen. Eine

gute geschlossene Stute, die im Leistungstyp

steht. Der Schritt war sehr gut durch

den Körper gehend. Der Trab war losgelassen,

sehr gut getragen und durchgesprungen

mit hervorragender Trabmechanik. Im

Fundament konnte sie ebenfalls punkten.

Die Wertnote ergab eine verdiente 7,50.

Im Fohlenchampionat siegte von vier vorgestellten

Fohlen der dunkelbraun-gescheckte

GH Namib (NuStar Kossak ox /

Absolute Shamira), Z. u. B.: Gerda Laimgruber,

AT. Als Erster in der Bahn erschienen,

konnte er nicht mehr eingeholt werden. GH

Namib ist ein schön aufgerichtetes Fohlen

mit sehr viel Ausdruck und Typ. Es präsentierte

sich in der Gesamterscheinung sehr

langbeinig, mit gutem Körper und mit

guter Gangkorrektheit. Namib wurde mit

der Gesamtnote von 7,80 prämiert und ist

somit das beste Fohlen der letzten beiden

Jahrgänge. Er ist das erste Pintabian-Fohlen

von NuStar Kossack, der letztes Jahr mit

7,95 Punkten eine gute Hengstleistungsprüfung

abgelegt hat.

Alexandra Dietl

Pl. Pferd Vater Mutter Züchter Besitzer Wertnote

Shagya-Araber

1 Gazal-224 (Gashima) Gilgamesch II Badia (Ibn Galal) Karin + Harald Gasser Sandra Janko

7,50

(Prämie)

2 Hadban-828 (Saphira) Tirkhan Dahoman-211 (Sass) Franz Kögl Franz Kögl 7,44

3 Kismeth des Charmes Gersix ox Kleopatra Edda Haas Elvira Birnstingl 7,22

3 O'Bajan-706 (Shyenne) Grando Shagmene-4 Ramona Spörk Ramona Spörk 7,22

5 Saklawi I-705 (Grace) Saklawi I-931 (Rashid) Shagya-789 (Gina) Ramona Spörk Ramona Spörk 7,07

Partbred-Araber

1 W. H. Farida Sahib Ibn Azal Charming Fee Johannes Bilgeri Roman Hruby 7,25

2 Absolute Shamira Absolute Ibn Dash Terackie Shakira Petra Müller Gerda Laimgruber 7,16

3 PHR Raffaela Sauda Zahra Black Rafaa Hi Ja Anita Platzer Barbara Wallner 7,11

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Shagya-Araber

Zucht News

Stephanie Weirich mit ihrem Hengst Sahil Ibn

Farag II-3 (Farag II-3 / Souha) *2010

Sahil Ibn Farag II-3 mit der Stute S.B. Mabrouka

(Wahhabit / Mabrouk-1) *1996

Farida Bint Farag II-3 (Farag II-3 / Rashida P)

*2012

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3 /

Farida Bint Farag II-3) *2020

Shuweyma-Sabbah (Moftha / Moona) *2005,

eine Ur-Ur-Enkelin der 25 Amurath Sahib.

Stutenleistungsprüfung des ZSAA

Jeweils am zweiten Septemberwochenende

wird auf dem Araber Gestüt Rhön war die Salazar S Tochter Nuria (aus der

ya-Araber-Stute mit einer Note von 7.41

in Mittelkalbach von Familie Wehner Norma), ebenfalls im Besitz von Dr. Sylvia

und ihrem Team traditionell eine Stutenleistungsprüfung

Hagen, Niederbösa. Der 4-jährigen sympa-

(ZSAA) organisiert. An thischen Schimmelstute wurde sowohl von

diesem Termin werden auch Fohlen gemustert

den Richtern als auch von der Fremdreilichkeit

und prämiert und es besteht die Mög-

terin Martha Grauel eine gute Rittigkeit mit

der Hengstvorstellung sowie der schöner Aufrichtung sowie gute Grundgangarten

Stuteneintragung. In der vor zwei Jahren

attestiert. Auch im Freispringen

neu errichteten und schön geschmückten zeigte sie sich solide.

Reithalle wurden in diesem Jahr insgesamt Der Abschluss dieses schönen und interessanten

24 Pferde verschiedenster Rassen vorgestellt

Tages gehörte den Fohlen und

und die anwesenden Zuschauer erhielten

Stuten die zur Prämierung beziehungs-

somit einen vielfältigen Überblick weise zur Stutbucheintragung antraten.

über die vom ZSAA betreuten Zuchtrichtungen.

Mütter mit Fohlen bei Fuß die noch nicht

eingetragen waren, wurden von den Rich-

Zur Hengstnachkörung traten zwei Hengste

tern gleichzeitig mit ihrem Nachwuchs

an, der vom Gestüt gezogene 4-jährige bewertet. Vorab erschienen jedoch zwei

Theoderich (Marek x AA / Tertia AA) sowie Töchter des Shagya-Araber-Hengstes Midas

ein P.R.E. für die Spezial-Zucht. Beide erhielten

(Mersuch XIX / Azizka). Midas hat sei-

ein positives Körurteil. Theoderich führt nen Weg in die Zucht erst spät gefunden.

über seine Mutter Tertia unter anderem das Trotz erfolgreich abgelegter HLP wurde

wertvolle Shagya-Araberblut von Bajar der 1994 geborene Hengst aus der Conradty-Zucht

(Suakim / Gazelle I). Tertias Vater, der 2011

erst 2016, nachdem er zu

verstorbene Puschkin R (Pamino / Cäcilie) Familie Wehner gekommen war, zur Körung

ist wohl noch vielen Shagya-Araber-Freunden

vorgestellt. Vorerst, aufgrund seines

ein Begriff. Seine Hengstleistungsprüfung

altersbedingten Zustandes, nur für drei

legte er gegen Warmblüter ab und Stuten anerkannt, erhielt er später die

ging als Sieger hervor. Er war ein hoch volle Zuchtzulassung.

erfolgreiches Sportpferd und Vater vieler Bashima (aus der Bagiera) und Jarinka (aus

erfolgreicher Nachkommen. Puschkin R erhielt

der Jamila), gezüchtet und im Besitz von

in vielen Deutschen Zuchtverbänden Solveig Bajec, Lauter-Bernsbach, präsen-

eine Zuchtzulassung. Im Gestüt Rhön hat er tierten sich in ähnlichem Typ stehend noch

seine Spuren in Form von hervorragender etwas unausgereift, was ihrem jungen Alter

Nachzucht hinterlassen.

von vier Jahren geschuldet ist. Beide haben

Für die Hengstvormusterung wurde von schöne Partien, die jedoch noch nicht ganz

den Richtern Ahmed Al Samarraie, Dr. Sylvia

harmonisch zusammenspielen. Beide Stuber

Hagen und Peter Pracht ein Shagya-Araten

wurden mit der Empfehlung, sie nach

begutachtet. Dareios (Daru / Dalicah) der Geburt ihrer Fohlen im nächsten Jahr

aus der Zucht und im Besitz von Jörn-Helge

vielleicht noch einmal vorzustellen, mit der

Möller, Rohrbach, kann seine Daho-

Note 7.18 eingetragen.

man-Vorfahren nicht verleugnen. Der noch Bei den Jüngsten stellten sich auch zwei

nicht ganz ausgereifte 5-Jährige zeigt gute Shagya-Araber-Fohlen des Gestüts Rhön

Ansätze bei genügendem Hengstausdruck dem Urteil der Richter. Den Anfang machte

und bekam die Empfehlung, ihn für die Körung

Agnetha (Diamant / Ashley), gefolgt von

vorzubereiten.

Bolero (Javino / Bashra). Beide präsentierten

Zur Stutenleistungsprüfung nach LPO

schöne Bewegungsansätze, wie es bei

traten 5 Stuten sowie ein Wallach an. Die Fohlen aber so oft der Fall ist, kann das angelegte

Teilnahme eines Wallaches macht insofern

Potenzial je nach Wachstumsphase

Sinn, da die Noten in die Zuchtwertschätzung

nicht immer voll ausgeschöpft werden. So-

der Elterntiere einfließen was die wohl Agnetha wie auch Bolero wurden im

Genauigkeit der Daten verbessert. Geprüft Exterieur und für die Bewegung mit "sehr

werden einerseits die Springanlage im Freispringen

gut" bewertet und erhielten damit die Ein-

als auch die Grundgangarten und Stern-Prämie. Die Spitze der Fohlenriege

Rittigkeit unter dem Eigenreiter sowie unter

bildete das von Thomas Wehner gezoge-

einem Fremdreiter. Das Richtergremium ne Anglo Araber-Fohlen Tarek (Ismael AA /

wurde für diese Prüfung mit der FN-Richterin

Tertia AA). Tarek erhielt sowohl im Exterieur

Sabine Bunk ergänzt. Unter den fünf wie auch für die Bewegungen verdient je

Stuten waren erfreulicherweise drei Shagya-Araber-Stuten

ein "vorzüglich" und somit die Drei-Ster-

wovon eine die Prüfung ne-Prämie. Er geht über seine Eltern auf

leider nicht zu Ende bringen konnte. Mit Pferde zurück, die über Generationen im

der Tageshöchstnote von 8.38 wurde die Gestüt Rhön gezüchtet worden sind. Und

4-jährige Holsteinerstute Dinara im Besitz natürlich ist über Tertia AA wieder der Shagya-Araber

von Dr. Sylvia Hagen, Niederbösa, belohnt.

Puschkin R im Pedigree zu fin-

Auch sie führt über den Arabischen Halbblüter

den.

Bachus das Bajar-Blut. Beste Shag-

Yvonne Wernig

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

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Leserbrief

3/2021 - www.in-the-focus.com

In seinem Artikel "Homage an Tibor Pettkó-Szandtner"

in Ausgabe 1/2021 schrieb

der Autor Laszló Király am Schluß: "Die Retterin

der Linie ist 221 Kuhaylan Zaid-4, in

Polen auch als Blaga bekannt, die vom letzten

Vertreter der asilen Amurath-Hengstlinie,

Amurath Sahib, tragend nach Ungarn

zurückgebracht wurde. Die legendäre Stute

25 Amurath Sahib wurde 1952 geboren.

Dank dieser Umstände lebt diese asile Blutlinie

noch, wenn auch nicht in Bábolna."

Zu dieser Tatsache, dass es diese asile Linie mit

Amurath Sahib noch immer gibt, erreichte uns

folgender Leserbrief von Stephanie Weirich:

Fast 30 Jahre ist es nun her, dass ich durch

puren Zufall meinem Once-in-a-life-time-

Hengst begegnete. Es war der damals 4-jährige,

in Bábolna gezogene Farag II-3 (Farag II

/ 204 Ghalion), geboren 1987.

Ich erinnere mich noch genau an den Satz

der damalige Zuchtbeauftragten in Bayern:

„Wissen Sie eigentlich, was Sie da haben!?“

Nein, das wusste ich nicht – noch nicht.

Farag II-3 entwickelte sich in den nächsten

Jahren zu einem stattlichen und typvollen

Hengst, der es mir aber auch nicht immer

leicht machte. Manche Hengste sind einfach

nicht für ein Leben im Reitstall gemacht. Das

änderte sich schlagartig, als ich 2000 meinen

ersten eigenen Offenstall hatte und Farag

fortan friedlich und zufrieden neben „seinen“

Stuten lebte.

2009 – Farag II-3 war bereits 21 Jahre alt – pachtete

ihn das Haupt- und Landgestüt Marbach

für die letzten beiden asilen Stuten des Gestütes.

Horst König umsorgte den alten Herrn

während seines Aufenthaltes auf dem Gestüt

liebevoll und nannte ihn „einen Edelstein“, weil

Farag einer der wenigen, wenn nicht sogar der

letzte noch lebenden asile Hengst war mit 17-

mal Amurath im Pedigree.

Während Farag in Marbach zumindest einen

kleinen Teil zur Zuchtgeschichte beitrug,

machte ich mich auf die Suche nach weiteren

Stuten dieser asilen Linie. Entweder lebten

sie aber schon nicht mehr oder waren bereits

zu alt für die Zucht.

War es Glück oder Bestimmung, dass die

Schimmelstute Farag II-1 (Farag II / 238 Rajan),

geb. 1991, zu uns stieß? Sie wurde bei einem

Pferdehändler gefunden, war schon 18

Jahre alt und in einem erbärmlich mageren

Zustand. Sie zog zu Farag-Arabians, wurde

ein Jahr lang aufgepäppelt und 2010 ihrem

75%igen Bruder Farag II-3 zugeführt. Leider

wollte sie nicht tragend werden, und so riet

mir ein sehr erfahrener Züchter, einen jüngeren

Hengst einzusetzen, um die in die Jahre

gekommene Stute nochmal “anzuschieben“.

Die Wahl fiel 2011 auf den eng verwandten

und sehr Dressur-talentierten Szar Szara

Cham Dell Lilla (Mascha Farag v. Farag II x

Hamra Azali, geb. 2000) im Besitz von Mira

von Bodelschwingh. Im darauffolgenden

Jahr gebahr Farag II-1 die großrahmige und

typvolle Szara Bint Farag II-1. In den Folgejahren

folgten 2 weitere Stutfohlen – diesmal

von Farag II-3 –: Arzu-Melina Bint Farag II-3

und Taza Bint Farag II-3.

Aus dem Tete-a-tete in Marbach fielen 2010

die Söhne Sahil (a.d. Souha) und Salib (a.d.

Sabola).

Sahil Ibn Farag II-3 blieb noch zur Aufzucht

in Marbach und zog dann natürlich auch zu

Farag-Arabians, um den Platz seines Vaters

einzunehmen, der 2016 mit fast 30 Jahren auf

die immergrünen Weiden ging.

Meine Suche nach passenden Stuten führte

mich auch nach Nordrhein-Westfalen, zu Familie

Pühl. Dort lebte die 239 Rajan (Rajan x

3 Siglavy Bagdady VI). Leider war sie schon zu

alt, aber ihre wunderschöne Tochter Rashida

P (Maysoun x 239 Rajan) war erst 6 Jahre alt.

Sie war der Liebling der Besitzerin Katrin Pühl

und gerade angeritten. Die Begeisterung

hielt sich anfangs sehr in Grenzen, die junge

Stute ausgerechnet jetzt in die Zucht zu geben.

Ich ließ nicht locker und Rashida P durfte

letztendlich zu Farag. Im Jahre 2012 kam die

hübsche Farida Bint Farag II-3 zur Welt.

Die aus dem Besitz von Karl Hemmer stammende

S.B.Mabrouka (Wahhabit x Mabrouk-1,

geb. 1996) kam 2016 aus Österreich

zu uns. Sie ist eine „Hengstmutter“, die ihren

Söhnen durchweg die dunkle Fuchsjacke

und den flachsfarbenen Behang vererbt.

2019 gebar sie den Sahil-Ibn-Farag-II-3-Sohn

Muktashif Hafid Farag II-3. Zu meiner großen

Freude kam dieses Jahr endlich das ersehnte

Stutfohlen von Sahil und Mabrouka. Leider

währte meine Freude nicht lange. 5 Stunden

nach der Geburt musste die kleine Sahila Hafida

Farag II-3 schon wieder aus dem Leben

gehen. Freud und Leid eines jeden Züchters

liegen so eng beieinander...

2018 konnte ich den Bestand mit der Stute

Shuweyma Sabbah (Moftha x Moona), geb.

2005, einer Ghalion-6-Urenkelin erweitern.

Sie soll mit Ghalion-6 TG besamt werden.

Leider nur ein kurzes Gastspiel gab der 2019

von Karl Günter aus Österreich zugekaufte

Hengst Sheik Tahawi (Unkas x Tahia v. Ghalion-6,

geb. 1999), der für Farags Töchter angedacht

war. Er führte ebenso wie Farag II-3

altes Bábolnaer Blut ohne Ibn Galal und ging

ebenfalls über Amurath Sahib zurück auf

Amurath Weil, 1881. Außerdem hatte Sheik

Tahawi noch den Shuweyma Sabbah Strain

über die Folla, eine Tahawi-Stute. Ohne bei

uns Fohlen hinterlassen zu haben, musste er

im Dezember 2020 ganz überraschend aufgrund

einer schweren Kolik erlöst werden.

Die Jüngste bei Farag-Arabians ist die reizende

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3

x Farida Bint Farag II-3, geb. 2020). Sie vereint

die Sanftmut und überdurchschnittliche Größe

ihres Vaters und das Liebenswerte ihrer

Mutter. Sie ist das „Engelchen“ im Stall.

Dank all dieser Umstände lebt diese asile

Blutline noch, wenn auch nicht in Bábolna –

dafür aber in Deutschland.

Stephanie Weirich, Wedemark

33

Stephanie Weirich mit ihrem Hengst Sahil Ibn

Farag II-3 (Farag II-3 / Souha) *2010

Sahil Ibn Farag II-3 mit der Stute S.B. Mabrouka

(Wahhabit / Mabrouk-1) *1996

Farida Bint Farag II-3 (Farag II-3 / Rashida P)

*2012

Farah Hafida Farag II-3 (Sahil Ibn Farag II-3 /

Farida Bint Farag II-3) *2020

Shuweyma-Sabbah (Moftha / Moona) *2005,

eine Ur-Ur-Enkelin der 25 Amurath Sahib.

Sportliche Leserbriefe Araber


Shagya-Araber

Zucht News

Geboren am 2. Juni 1941 in London, starb

Charlie Watts, der Drummer der Rolling

Stones, am 24. August im Alter von 80 Jahren

in einem Krankenhaus in Londen im

Kreise seiner Familie.

Schon früh entdeckte Watts seine Liebe

zu Jazz und Blues, 1963 trat er den Rolling

Stones bei, mit denen er Weltruhm errang.

Nach Mick Jagger und Keith Richards war

Watts das dienstälteste Mitglied der Band

und galt vielen als der großartigste Schlagzeuger

seiner Generation. Eigentlich wollte

die Band ihre wegen der Coronapandemie

unterbrochene US-Tournee ab September

Am 9. Juli ist

Christa Reiner

im 86. Lebensjahr

gestorben.

Sie war Gründungsmitglied

des Shagya-Araber-Verbandes

der Schweiz und

dabei eine sehr

aktive und erfolgreiche

Züchterin.

Christa wurde in

Deutschland geboren und ist dort auch aufgewachsen.

Sie hat den aus Österreich stammenden

Architekten Hans Reiner geheiratet,

sie zogen in die Schweiz, wo sie drei Kinder

hatten. Hans starb 1991 völlig unerwartet.

1977 hat Christa den Jährlingshengst Fawzan

bei Liesegangs gekauft. Vorher hatte sie

schon New Forest- und Araberponys, auch

Partbred-Araber von Haladin (AV) und Paladin

(AV) hatte sie in ihrem Stall. Dann suchten

die Reiners größere Pferde, um im Sport

mithalten zu können. Auf dem Reichshof bei

Ruth Pack fanden sie 1985 den Hengst Oberon

von Ben Bajar und die Stute Okhara, von

Bajar. Auf Oberon ritt Tochter Andrea zu zahl-

Wir gedenken...

fortsetzen, dies wird nun leider ohne Charlie

Watts geschehen ...

Freunde des arabischen Pferdes aber kennen

ihn und seine Frau Sherley als Pferdezüchter,

speziell Liebhaber der polnischen

Vollblutaraber aus den Staatsgestüten. Die

Namen in der Stutenherde lesen sich wie

das „Who is Who“ der polnischen Araberzucht

und die Watts’ kauften nahezu jedes

Jahr Pferde für einen sechsstelligen Betrag

auf der Auktion in Janow Podlaski – Emmona,

Egna, Ekspulsja, Emantia, Alhambra,

Altamira, Andromeda, Biruta und Cenoza

stehen (oder standen) in Halsdon Arabians

in Devon, um nur einige zu nennen.

Mit diesem Gestüt hatten sich Shirley und

Charlie Watts ein Stück Paradies auf Erden

geschaffen.

Beide waren auch gern gesehene Gäste auf

Schauen, auf den polnischen Auktionen

und auf privaten Gestütspräsentationen

und man hatte den Eindruck, dass Charlie

Watts es genoß, in diesen Kreisen einmal

er selbst zu sein und nicht der berühmte

„Drummer der Rolling Stones“.

2004 unterzog er sich einer erfolgreichen

Krebsbehandlung, da bei ihm Kehlkopfkrebs

diagnostiziert wurde. Am 5. August

2021 wurde berichtet, dass er aufgrund

eines medizinischen Eingriffs, der das Herz

betraf, ins Krankenhaus mußte, wo er am

24. August starb. Unser Mitgefühl gilt seiner

Frau Shirley, seiner Tochter Seraphine

und Enkelin Charlotte sowie allen Bandmitgliedern

und Freunden.

Gudrun Waiditschka

reichen reiterlichen Erfolgen.

Schon 1986 begab sich Christa mit dem Kauf

der Stute Jourkaida von O‘Bajar in die oberste

Klasse der Shagya-Araber-Zucht. Acht Fohlen

aus der Jourkaida hat Christa gezogen, eins

besser als das andere. Joggal, geboren 1988,

von Shagal. Er wurde in Deutschland beim

VZAP und beim ZSAA zur Zucht anerkannt.

Beim VZAP hat er auch die HLP bestanden. Joanna,

geboren 1993, von Amor, war Siegerin

an Schauen, überall wo sie auftrat. Das sind

nur zwei der acht wertvollen Fohlen aus der

Jourkaida, die hier genannt werden. Wie wertvoll

diese «J»-Linie ist, zeigt auch die 2016 bei

Gabi und Ueli Haldemann geborene Januska,

von Thamias, deren Urgroßmutter Jourkaida

war und die am ISG-Europachampionat 2019

in Marbach Siegerin der Schau wurde.

Christa war eine liebenswürdige, kleine, überaus

wirblige Frau. Zahlreiche Umzüge in viele

Ställe quer durch die Schweiz, aus der Schweiz

nach Deutschland oder gar in die Toskana und

wieder zurück prägten ihr Leben.

Nun ist die Stimme einer großen Pferdefreundin

verstummt. Der Schreibende ist überzeugt,

dass Christa auf der großen Weide,

inmitten ihrer über 20 selbst gezogenen Shagya-Araber

sitzt und glücklich ist.

Bruno Furrer

Am 30. August starb Gerhard Huber im Alter

von 67 Jahren. Er war einer der größten

und erfolgreichsten Araberzüchter Österreichs.

Bereits Ende der 1980er Jahre wurde er mit

dem Arabitis-Virus infiziert und reiste ins

ungarische Nationalgestüt Bábolna, von

wo er zwei ägyptische Stuten und einen

Hengst importierte. Da es ihm aber auch

die Spanier angetan hatten, wählte er den

„umgekehrten Golden Cross“ und deckte

seine Ägypter-Stuten mit Abha Hamir - ein

Sündenfall in den Augen mancher, aber

Gerhard Huber ging züchterisch immer

seinen eigenen Weg. Und er behielt recht.

Abha Hamirs Tochter Al Harimba wurde

Reserve-Welt-Championesse 1994, Abha

Hamirs Tochter Gahari ist die Mutter der

Rappstute Al Aliha, die lange Zeit die Perle

im Gestüt Al Hambra war.

Mit der Zeit folgten weitere Pferde aus

spanischen Linien, aus Ägypten, den USA

und Polen - wo immer er hinreiste, er kam

mit Pferden zurück. Die Nachzucht dieser

Importe machte Al Hambra zu einem der

größten und erfolgreichsten Gestüte Österreichs.

Der von Peter Gross gezogene

Mahadin war einer der wichtigsten Hengste

der 2000er-Jahre, ist er doch der Vater

so erfolgreicher Schaupferde wie Al Fakhir,

der es 2010 bis in die Top Ten am Weltchampionat

schaffte. In den letzten Jahren

wurden vermehrt moderne Schauhengste

eingesetzt.

Gerhard Huber war auch leidenschaftlicher

Fahrer und so konnte man ihn 2013 in Wels

in einem Schaubild auf dem Kutschbock eines

Viererzugs bewundern. Mit seinem Tod

verliert Österreich einen engagierten Züchter,

der sich auch viele Jahre als Vizepräsident

für den VVÖ eingestzt hat. Sein Sohn

Michael wird das Gestüt weiterführen.

Unser Beileid gilt seiner Frau Sonja, seinen

Kindern und Enkeln.

-gw-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

34


Wir gedenken...

Nach einem langen und ereignisreichen Leben

ist Ursula Rahm am 21. Juli im Alter von

94 Jahre zuhause verstorben. Durch ihr Wirken

für das Arabische Pferd hat sie viele Menschen

und deren Lebensweg beeinflußt. Auch mein

Lebensweg wäre ohne Ursula Rahm anders

verlaufen.

Doch wo anfangen, wo aufhören, bei einem so

bewegten Leben, wie es Ursula Rahm geführt

hat? Geboren am 27. März 1927 in Männedorf,

besuchte sie in Zürich die Schule und absolvierte

anschließend eine Lehre als Laborantin

im Tierspital Zürich.

1950 heiratete sie Urs Rahm, der am Tropeninstitut

beschäftigt war, und ein Jahr

später zogen sie berufsbedingt nach Afrika,

wo Urs in einer Forschungsstation arbeitete.

Ursula leitete eine Farm mit Milchkühen

und verschiedenen Wildtieren (Berggorillas,

Schimpansen, Büffel, Antilopen usw.). Ende

1969 fand die Zeit in Afrika ihr Ende und Familie

Rahm kehrte zurück in die Schweiz. In

Himmelried bauten sie sich ein Zuhause, natürlich

mit Pferdeboxen.

In Bezug auf die Shagya-Araber war 1973 das

„Schicksalsjahr“ – Ursula Rahm reiste nach

damals sowohl für Vollblut- als auch für Shagya-Araber

zuständig war und wo sich Ursula

Rahm von Anfang an engagierte und über

lange Jahre das Sekretariat führte. Im Frühjahr

1976 fuhr sie dann nach England und kaufte

die Vollblutaraberstute Aphaia, die im Mai

Etwa 10 Jahre später war sie es, die mich als

General Secretary der ECAHO vorschlug, eine

Position, die ich rund 16 Jahre inne hatte. Gerne

denke ich an die vielen Sitzungen bei ihr

zuhause „im Muspenacker“ zurück, die langen

Abende mit Major Pat Maxwell, Ursula Roberts

und vielen anderen. Ihr Haus war immer offen

und die Welt bei ihr zu Gast. Viele Ideen wurden

hier geboren, viele Diskussionen geführt,

dabei war Ursulas Anliegen immer das Wohl

der Pferde. Sie war kompromisslos und direkt,

was ihr nicht nur Freunde beschert hat – aber

Respekt hat ihr jeder gezollt.

2017 erhielt sie für ihre Verdienste die Ehrenmitgliedschaft

der ECAHO, 2018 wurde sie als

„Person of the Year“ anläßlich des All Nations

Cups in Aachen geehrt. Sie ließ sich die Gelegenheit

nicht entgehen, ein paar Worte an das

Publikum und die Offiziellen zu richten: “Ich

bin sehr geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten.

Das Wohlergehen der Pferde war immer

mein oberstes Ziel. Doch bin ich traurig, dass

in den letzten Jahren die Pferde immer weiter

in den Hintergrund, die ‚Show’ als solche in

den Vordergrund rückte. Die Pferde sind es,

die unsere Aufmerksamkeit verdienen, nicht

News

Ursula Rahm und ihre Shagya-Araber-Stute O'Bajan I-17 bei der Schau in Frauenfeld 1983 - und mit ...

den beiden Töchtern Mamoura und Amoraja.

Dänemark auf das Gestüt Bartahus von Ulla

Nyegaard und kaufte dort die zweijährige

Stute O’Bajan I-17 (O’Bajan I / O’Bajan X-1). Sie

wurde zuhause nur Masikia genannt, da sie

immer die Ohren hängen ließ – und Masikio

heißt „Ohren“ auf Suaheli. Masikia war züchterisch

ein Glückstreffer. Nicht nur, daß sie eine

„Bilderbuchstute“ war, die zahlreiche Championate

errang, sie brachte auch hervorragende

Nachzucht – insgesamt 16 Fohlen! Unter ihnen

auch Batan, der später zum Hauptbeschäler in

Bábolna anvancierte, sowie die Stuten Amoraja,

Bajgala und Paraja, die das Erbe von Masikia

in der Rahm’schen Zucht weiterführten. In die

Anfangszeit ihrer Shagya-Araber-Zucht fällt

auch die Gründung der Schweizer Zuchtgenossenschaft

für Arabische Pferde (SZAP), die

3/2021 - www.in-the-focus.com

1976 nebst ihrem Stutfohlen in die Schweiz

„zügelte“. Auch sie fand als Zuchtstute Einsatz,

allerdings nicht mit dem gleichen Erfolg wie

ihre Stallgenossin.

1983 wurde die ECAHO gegründet – zum

Schutz der Pferde und um „Fair Play“ auf den

Schauen zu garantieren. Insbesondere der

Schutz der Pferde war Ursula wichtig, und bald

war sie in ganz Europa berühmt-berüchtigt als

Mitglied des Disziplinarkomitees, das für Ordnung

auf den Schauen sorgte. Ursula Rahm

war bei der Gründung der ECAHO dabei und

hielt dieser Organisation noch lange die Treue,

erst als Kassier und DC, später als Ausbilderin

für DCs und Mitglied der Berufungsinstanz.

Ich lernte Ursula in den 1980er Jahren auf den

berühmten Frauenfelder Schauen kennen.

35

die Show. Ich bitte Sie, lieben Sie Ihre Pferde

und achten Sie darauf, dass es ihnen auch an

Schauen gut geht.”

Mit Ursula Rahm geht ein „Urgestein“ der Araberszene.

Sie hat rund die Hälfte ihres Lebens

und viele Jahre harter Arbeit dem arabischen

Pferd gewidmet – und das ehrenamtlich! Bei

meinem letzten Besuch sagte sie noch, wie

schön es war, mal wieder mit jemandem über

die guten alten Zeiten zu reden, denn der

Weg, den die Schauszene zwischenzeitlich genommen

hat, war ihr zuwider. Zum Abschied

meinte sie noch, dass dies wahrscheinlich das

letzte Mal sei, dass wir uns treffen würden, da

sie nicht erwarte, noch lange auf dieser Welt

zu sein. Sie hat leider recht behalten.

Gudrun Waiditschka


ISG Europa-Championat

Schauen

Anfang September feierte

das slowakische Staatsgestüt

Topolcianky seinen

100. Geburtstag mit dem

ISG Europa-Championat für

Shagya-Araber sowie einer

Schau für Vollblutaraber,

Huzulen und Lipizzaner.

An historischer Stätte

Um es gleich vorwegzunehmen, es waren

überaus schöne und sehr angenehme

Tage rund um die 100-Jahr-Feier

in Topolcianky, die unter der Leitung des

umsichtigen Gestütsdirektors Michal Horný

und der Mitarbeiter des Nationalgestüts organisiert

wurde. Vom 1. bis 4. September hat

das Slowakische Nationalgestüt sein bedeutendes

Jubiläum gefeiert. Der Organisation

dieser Veranstaltung ging trotz der ungünstigen

Pandemie-Situation mit COVID-19 eine

langfristige und intensive Vorbereitung voraus.

Beeindruckendes Rahmenprogramm

Vorab fanden am Mittwoch auf der Rennbahn

vor den Toren des Städtchens Topolcianky

mehrere Trabrennen, Flach- und

Hürdenrennen statt. Als Höhepunkt des

Renntages wurde auch ein Steeple-Chase

über 5000 m vor gefüllter Tribüne gestartet.

Am Donnerstag wurden dann die Juniorenklassen

bewertet und am Freitag die Seniorenklassen.

Zu der Veranstaltung mit vier

verschiedenen Rassen waren insgesamt 156

Pferde gemeldet, davon 60 Shagya-Araber

und 16 Vollblutaraber. Bei wunderbarem

Herbstwetter konnten alle Pferde im Freien

auf dem Sandplatz hinter der historischen

Reithalle dem internationalen Richter-Gremium

vorgestellt werden. Für jede Rasse

wurden eigene Richter eingeladen. Alle

Pferde wurden mit dem 10er-System mit

den bekannten sieben Kriterien gerichtet.

Die beiden Erstplatzierten jeder Klasse waren

championatsberechtigt, wobei bei den

Shagya-Arabern bis zum Show-Champion

die Champions gegeneinander antraten.

Interessant war zu beobachten, dass die

Nachkommen des 2003 in Bábolna geborenen

4965 Gazal XXI (Báb) (v. Paris (3929

Gazal XIX, Báb)) die größten Schauerfolge

hatten. Klassensieger, die dann vielleicht

zum Beispiel in einem Championat noch

von O’Bajan VI-1, *2019, einem mehrfachen

Enkel von Batan (O'Bajan XVIII, Báb) aus

Tschechien oder von 54 Shagya XXXII aus

Topolcianky abgefangen wurden. Auch aus

Radautz, Deutschland und Österreich waren

gute Shagya-Araber am Start. Erwähnt werden

muss auch 5724 Koheilan XV (Báb), der

mit seiner Tochter und seinem Sohn, jeweils

mit der Fohlennummer 3, sehr erfolgreich

war.

Der Züchterabend im Weinbetrieb durfte

natürlich nicht fehlen. Und zum Abschluss

der 100-Jahr-Feier, wurde am Samstagnachmittag

auf der Rennbahn ein feines Galaprogramm

mit zahlreichen Reiterspielen,

klassischer Reiterei und Gespannfahren, mit

historischen Kutschen bis zum Sechsspänner

vorgeführt. Auch der berühmte Fünfspänner

mit Shagya-Araber-Schimmelstuten aus Bábolna

war mit dabei.

100 Jahre Topolcianky

100 Jahre ist es her, dass das Staatsgestüt gegründet

wurde. Während seines Bestehens

wurden mehr als 8700 Pferde hier gezüchtet.

Es erlangte einen überragenden Status und

die Anerkennung von Züchtern auf der ganzen

Welt. Es wurde außerdem zu einer Bastion

der Zucht seltener genetischer Reserven der

Pferderassen Shagya-Araber, Lipizzaner und

Huzulenpferde. Nebst diesen traditionellen

Rassen werden seit den 70er Jahren des vorigen

Jahrhunderts die Rassen Slowakisches

Warmblut und Arabisches Vollblut gezüchtet.

Das Gestüt feierte sein 100-jähriges Bestehen

mit dem Internationalen Zuchtchampionat für

Shagya-Araber, Lipizzaner, Huzulenpferde und

Vollblutaraber. Für diese traditionellen Pferderassen

ist das Nationalgestüt «Topolcianky»

Zuchtgarant in der Slowakei und weltweit.

Etwas Historie

Solange die Slowakei noch zur großen Völkerfamilie

der österreichisch-ungarischen Monarchie

gehörte, stellten Mezöhegyes, Radautz

und Bábolna die Landbeschäler den Hengstdepots

zur Verfügung. Damit war es vorbei,

als nach dem Ersten Weltkrieg der Vertrag von

Versailles die Tschechoslowakei als selbständiges

Staatsgebilde aus der Taufe hob und die

Slowaken sehen mussten, woher sie künftig

ihre arabischen Hengste erhalten konnten. Die

Bauern schätzten für ihre Arbeit von jeher ein

ausdauerndes und leichtfuttriges Pferd wie

den Araber. So entstand im September 1921

das Hauptgestüt Topolcianky, im Kreis Nitra,

zwischen den Ausläufern der Mittelgebirge

Inovec und Tribec. Riesige wildreiche Buchenwälder,

Felder und Weingärten gehören zum

klassizistischen Schloss Topolcianky, das 1293

erbaut wurde. Als Wehrburg gegen die Einfälle

der Tataren und Türken wurde das Kastell von

einem Herrn Topolciany erbaut. Nachdem die

Familie Topolcian(k)y ausgestorben war, folgten

die Adelsfamilien Rákoczy, die Keglewic

und schließlich die Habsburger.

Die Pferdezucht in Topolcianky wurde durch

den Grafen Karel Keglevic, geboren 1739, gegründet.

Sein Werk haben die Habsburger

fortgesetzt. Nach 1918 ging das Schloss in den

Besitz des tschechoslowakischen Staats über.

Bei der Gründung des heutigen Gestüts vor

100 Jahren wurden zunächst die historische

Reithalle und der Marstall der Habsburger

übernommen. Mit der Zeit wurde das Gestüt

erweitert und verfolgt bis heute unverändert

seine ursprünglichen Ziele.

Die Araberabteilung des Gestüts Topolcianky

begann mit drei Shagya-Araber-Hengsten und

28 Stuten. Die Hengste und 23 Stuten hatten

Radautzer Abstammung, vier Stuten kamen

aus Bábolna und eine Originalaraberin kam

aus der Prager Burg.

Bruno Furrer

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 32021


ISG Europa-Champonat der Shagya-Araber

Topolcianky / SVK

Einjährige Stuten (3 Starter)

1. Hadban-101 (Maluk (Hadban) / Alien (Koheilan) *2020, B: B. Avramov / AUT

2. Gazal-020 Nefteta (4964 Gazal XIX-4 / Gazal-707) *2020, B: Fam. Hemmer /AUT

3. Dahoman XV-6 (2943 Dahoman XV / 667 Sig. Bagdady III-11) *2020, B: NZ Topolcianky / SVK

Zweijährige Stuten (5 Starter)

1. O´ Bajan VI-1 (2523 O’Bajan VI-CZ Maghreb / Rába) *2019, B: P. Zdeněk / CZE

2. Koheilan XV-4 (5724 Koheilan Kopány P / Shagya VIII-1) *2019, B: Bábolna / HUN

3. Koheilan XV-2 (5724 Koheilan Kopány P / 274 Shagya VI) *2019, B: Bábolna / HUN

Dreijährige Stuten (5 Starter)

1. Koheilan XV-3 (5724 Koheilan Kopány P / Gazal XXI-4) *2018, B: Bábolna / HUN

2. Hadban-828 (Tirkhan / Dahoman-211) *2018, B: Fr. Kögl / AUT

3. Koheilan XIII-1 SK (Symfónia) (3843 Koheilan XIII / 4492 Makram-7) *2018, B: Farma Gireth / SVK

Einjährige Hengste (1 Starter)

1. Kuhaylan Zaid-004 (Kuhaylan Zaid-906 (Frost) / Shagya-212 (Judy)) *2020, B: Fr. Kögl / AUT

Zweijährige Hengste (4 Starter)

1. Koheilan XV-3 ( 5724 Koheilan Kopány P / 263 Gazal XVII) *2019, B: Bábolna / HUN

2. Mersuch Firenze (3928 Mersuch XXII-8 / Siglavy Bagdady Fruzsi) *2019, B: G. Kontár / HUN

3. O’Bajan-2 Odyseus (99 O’Bajan IX / Mersuch I-4 SK) *2019, B: Ing. A. Zagora / CZE

Dreijährige Hengste (1 Starter)

1. Gazal Grand Grades (Gazal II–CZ / Safíja) 2018, B: A. Kinský / CZE

Vier- bis sechsjährige Stuten (5 Starter)

1. Gazal XXI-1 (4965 Gazal XXI / Basra) *2017, B: P. Zdeněk / CZE

2. Kemir VII-6 (4555 Kemir V-5 / 277 Gazal XIX) *2015, B: Bábolna / HUN

3. Kosma al Samarra (Olymp / Kalinka) *2017, B: Fam. Al Samarraie / GER

Sieben- bis zehnjährige Stuten (7 Starter)

1. Gazal-309 (Saba) (Gazal XXI / Soraya-60) *2013, B: R. Meindl / AUT

2. O’Bajan XXVIII-6 (4130 O’Bajan XXIII Basa / Gazal XIV-2) *2014, B: Bábolna / HUN

3. Koheilan Rubin (Izsófalva Koheilan-49 Kenitra / Shagya Rezeda) *2014, B: G. Kontár / HUN

Elfjährige und ältere Stuten (4 Starter)

1. Gazal XXI-4 (4965 Gazal XIX-5 / 190 Shagya I) *2010, B: Bábolna / HUN

2. Shagya-697 (Mokka) (Sahman / Mirza-372) *2006, B: S. Fokschaner / AUT

3. Gazala (Gazal XI-1 / Gasha-317) *2000, B: W. Fahrnleitner / AUT

Vier- bis sechsjährige Hengste (3 Starter)

1. Gazal XXI-10 (Gazal XXI / Koheilan XLII-10) *2016, B: Radautz / ROM

2. O’Bajan V-13 (75 O’Bajan V / Siglavy Bagdady I-24) *2015, B: NZ Topolcianky / SVK

3. O’Bajan V-32 (75 O’Bajan V / Kuhailan Urkub I-20) *2016, B: NZ Topolcianky / SVK

Sieben- bis zehnjährige Hengste (8 Starter)

1. Shahim Des Charmes (Gazal Golyó / Sziena 59) *2011, B: E. Haas / FRA

2. Shagya Damil (3887 Shagya LIX-16 / 1961 Shagya Diamon) *2014, B: L. Baumann / HUN

3. Saklavi VII-CZ (Sonador) (Shamir Ibn Ansata Sinan ox / Sahara) *2011, B: Sontini Speed / CZE

Gold Fohlen-Champion:

Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / Bourhani

Fadissima)

Gold Junioren-Hengste Champion:

MS Hermes (Cyclone OS / Gaida)

Gold Junioren-Stuten Champion:

IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda)

Schauen

Elfjährige und ältere Hengste (8 Starter)

1. Shagya XXXII (24 Shagya XXIX Sereth / 604 Shagya XXIV-9) *2005, B: NZ Topolcianky / SVK

2. Dahoman XIII (4 Dahoman XI / 584 Shagya XXIV-10) *2007, B: NZ Topolcianky / SVK

3. O’Bajan Gondolat (3926 O’Bajan XVIII-1 / 1890 Shagya Gina) *2009, B: L. Baumann / HUN

Junioren-Stuten Championat

Champion:

Koheilan XV-3, B: Bábolna / HUN

Reserve-Champion: O´ Bajan VI-1, B: P. Zdeněk / CZE

Junioren-Hengste Championat

Champion:

Koheilan XV-3, B: Bábolna / HUN

Reserve-Champion: Kuhaylan Zaid-004, B: Fr. Kögl / AUT

Senioren-Stuten Championat

Champion:

Gazal XXI-4, B: Bábolna / HUN

Reserve-Champion: Gazal XXI-1, B: P. Zdeněk / CZE

Senioren-Hengste Championat

Champion:

Shagya XXXII, B: NZ Topolcianky / SVK

Reserve-Champion: Dahoman XIII, B: NZ Topolcianky / SVK

Best of Show: Gazal XXI-4, B: Bábolna / HUN

Alle Pedigrees finden Sie auf www.shagyadata.ch

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Fotos: E. Furrer (1), G. Dalibor (4), privat (1)

Gold Senioren-Hengste Champion:

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA)

Silber Senioren-Hengste Champion:

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)


Schweizer Nationales Championat und Beständeschau

Schauen

Gold Junioren-Stuten Champion:

MW Alessandra (EKS Alihandro / MW

Candara)

Vor drei Jahren fand die

letzte Beständeschau statt,

und so fieberten die Schweizer

Araberfreunde nach so

langer Abstinenz der diesjährigen

Veranstaltung mit

Vorfreude entgegen, zumal

durch die offene Reithalle

keine Corona-Beschränkungen

in Kraft waren.

„Wie ein Klassentreffen“

Die kleine Schweizer Araberszene wartete

mit rund 30 Pferden auf, gemessen

am Gesamtbestand ist das beachtlich.

Interessant ist auch, dass die Schweizer in den

letzten Jahren fleißig im Ausland eingekauft

haben – seien es Pferde oder Bedeckungen –,

sodass auch die „großen Namen“ der Schauszene

hier Einzug gehalten haben: Es waren

alleine drei EKS-Alihandro-Kinder und drei

Enkel zu sehen, zwei WH-Justice-Kinder und

je ein Nachkomme von Magic Magnifique,

Santorini und RFI Farid. Und auch bei dieser

Veranstaltung gab es dank der Bemühungen

der rührigen Präsidentin der SZAP (Schweizer

Zuchtgenossenschaft für Arabische Pferde),

Renata Schibler, einige Bedeckungen namhafter

Hengste zu gewinnen.

Die Kombi-Schau

Die Veranstaltung bestand im Wesentlichen

aus zwei verschiedenen „Schauen“, einer Beständeschau

(nach SZAP-Regeln) und einem

Nationalen Championat (nach ECAHO), aber

jedes Pferd wurde nur einmal vorgestellt.

Dazu hatte das Nationale Championat eine

modifizierte Bewertung, wie sie bei der Beständeschau

üblich ist: Jedes Pferd wird in

11 Kriterien bewertet, sodass beispielsweise

die Vor- und Hinterhand getrennte Noten erhalten,

auch stellen Kopf, Hals, Schulter drei

Kriterien dar. Gezeigt werden die Pferde auch

im Freilauf, sodass auch der Galopp in die Bewertung

einfließt. Zum Schluß gibt es auch

eine Note für den Gesamteindruck, denn ein

Pferd ist nicht nur die Summe aller Einzelteile

– sie müssen auch zusammen harmonieren!

Ein Zugeständnis an das Nationale Championat

ist dann die Rangierung in jeder Klasse

sowie die Championate, denn bei der Beständeschau

gibt es nur Noten, keine Rangierung

und kein Championat. Wer in der

Beständeschau mehr als 7,0 Punkte am Ende

hat, kommt in den Rapell, d.h. er wird speziell

ausgezeichnet – dieses Jahr hatten alle Pferde

zwischen 7,1 und 8,3 Punkte!

Womit wir bei den Noten wären, die dieses

Jahr gefühlt um einige Zehntelpunkte zu

hoch lagen. Man hätte sich vielleicht auch

mehr Differenzierung gewünscht, was durch

die 11 Kriterien problemlos möglich ist, da

man nicht verschiedene Bereiche in einer

Note zusammenfassen muß. Aber durch das

hohe Notenniveau sah man dafür nur glückliche

Gesichter – und das war ja vielleicht auch

Sinn der Übung...

Höchstnoten für die Stuten

Mit der höchsten Note der Schau, einer 8,3,

wurde die 8-jährige braune Stute HB Angelina

von den Richtern zur „Best in Show“ gekürt.

Die Stute stammt von Santorini aus einer Magic-Dream-Tochter.

Sie hat klare Stärken – und

Noten über 9,0 – in Typ, Kopf, Trab und Gesamteindruck.

Gezogen in England, ist sie im

Besitz von Michèle Wanzenried. Und auch der

zweijährige in Frankreich gezogene NM Anakin

(RFI Farid / Annalisa Alih) erhielt dieselbe Punktzahl

– damit gingen die beiden Pferde mit der

höchsten Punktzahl der Schau an Michèle Wanzenried,

Tochter des kürzlich verstorbenen Martin

Wanzenried, die seine Zucht weiterführt. Mit

solchen sollte dies gut möglich sein!

Die Stutenklassen waren allgemein eine Augenweide

– und das ist gut so, denn Hengste

kann man heute „per Mausklick“ im Internet

bestellen, aber die Stuten bilden noch immer

die Grundlage der Zucht. Zwei weitere Importe,

die in Deutschland gezogene Al Milana

(Al Milan / Marakovka) im Besitz von Samira

Gianotti und die in Italien geborene Fayizza

El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha Faye y Medina)

von Claudia Friedli-Kaufmann, erreichten

eine Wertnote von 8,1. Beides Stuten,

die man im Kopf nun nicht als „exotisch“ bezeichnen

würde, die aber über einen soliden

Körper verfügen und gute Gänge aufweisen

konnten.

Auch Sportpferde am Start

Ebenfalls eine 8,1 erhielt der selbstgezogene

JS Prince Najuba (Masoun El Adeyat

/ Helena) aus dem Stall JS Najuba Arabians

von Johann Allemann und Sandra Bürkin.

Dieser Jährlingshengst ist ausgesprochen

harmonisch entwickelt, mit Höhepunkten

im Typ, Kopf und Körper, und man darf auf

seinen weiteren Werdegang gespannt sein.

Drei der fünf Starterinnen aus der Klasse der

4- bis 6-jährigen Stuten erreichten eine 8,0

– hier muß man sich die Details anschauen,

denn diese Stuten sind nicht „gleich“.

So hat Ilham Al Adeyat (v. EKS Alihandro)

einen sehr schönen Typ und Kopf, der vermutlich

von der Mutter Inspired Princess

Natalie kommt, aber leider mußten die

Richter Abstriche im Fundament machen.

Ilham ist im Besitz von JS Najubi Arabians.

Al Guwa Azida ist hingegen nach ihrem Va-

38

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 32021


ter Altis (v. WH Justice) geraten. Sie erhielt

gleichmäßig hohe Noten mit Abstrichen im

Schritt – was aber auch situationsbedingt

sein kann, denn immerhin hat sie auch den

Preis für das „Beste Sportpferd“ erhalten,

da sie 2020 zwei Starts in der Dressur vorweisen

kann. Die dritte „8,0“ ging an Bo.A.S.

Emeraya (Emerald J / Bo.A.S. Naganya) aus

dem Bolero Arabian Stud, die nach ihrem

Großvater Nagadir kommt. Sie zeichnete

sich durch Typ und Trab aus, wo sie eine 9,0

erreichte, aber Abstriche mußten auch bei

ihr im Fundament gemacht werden.

Ebenfalls eine 8,0 erreichte die von Martin

Wanzenried gezogene MW Alessandra (EKS

Alihandro / MW Candara) im Besitz von Al

Guwa Arabians. Sie erhielt – zu Recht – mit

9,7 die höchste Wertnote aller Pferde für

den Kopf, jedoch verhinderten ihre Fundamentsnoten

und eher durchschnittlichen

Bewegungsnoten eine höhere Endnote.

Damit hatte rund ein Drittel aller Pferde

eine Bewertung von 8,0 oder besser.

Die Hengstkategorisierung

Der Vollständigkeit halber sollen auch

noch die beiden Hengste erwähnt werden,

die zur „Kategorisierung“ kamen. In

der Schweiz werden Zuchthengste in „A“,

„B“, oder „C“ eingeteilt (oder kategorisiert),

dazu werden die 11 Kriterien herangezogen,

und zusätzlich erfolgt noch eine Hartbodenmusterung.

Beide Hengste waren

Rappen, beide standen im Reitpferdetyp,

jedoch ließen beide den Rassetyp und

die Korrektheit vermissen. Und so erhielt

Elan (Gramet / Ejwina) *2015, in Deutschland

gezogen und im Besitz von Christina

Gutschler, die Wertnote 7,2 in der Beständeschau

und die Kategorisierung „C“ als

Zuchthengst. Sinoan El Marees (SAR Sharaf

El Aswad / Sinoan Aleeyah) *2014, in Frankreich

gezogen und im Besitz von Silvio Pfister

und Najal Zinbi, erhielt die Wertnote 7,0

und ebenfalls die Kategorisierung „C“.

Eine Veranstaltung ging zu Ende, die bewies,

dass es auch ohne VIP-Tische geht,

ohne Glitzer und Glamour und ohne übertriebenes

Show-Gehabe. Eine Veranstaltung,

bei der die Pferde im Mittelpunkt

standen, bei der Zeit für Gespräche war,

wo man alte Bekannte und Freunde wiedergetroffen

hat. „Es war fast wie ein Klassentreffen“,

meinte jemand – und so freuen

wir uns schon jetzt auf das Klassentreffen

im nächsten Jahr!

Gudrun Waiditschka

Schauen

Silber Junioren-Hengst Champion:

JS Prince Najuba (Masoun Al Adeyat / Helena)

Gold Champion Wallache:

MW Calipo (WH Justice / WA Carisma)

Gold Senioren-Hengst Champion:

Elan (Gramet / Ejwina)

Schweizer Nationales Championat und Beständeschau

Junioren-Stuten Championat

Gold:

Silber:

MW Alessandra (EKS Alihandro / MW Candara) *2018, B: Al Guwa Arabians

JS Marwana (JS Badari Ibn Bolero EM / Maybelle) *2018, B: JS Najuba Arabians

Senioren-Stuten Championat

Gold: HB Angelina (Santorini / MC Angelica), *2013, B: M. Wanzenried

Silber: Ilham Al Adeyat (EKS Alihandro / Inspired Princess Natalie), *2015, B: JS Najuba Arabians

Bronze: Fayizza El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha Faye y Medina) *2017, B: Cl. Friedli-Kaufmann

Junioren-Hengste Championat

Gold:

Silber:

NM Anakin (RFI Farid / Annalisa Alih) *2019, B: M. Wanzenried

JS Prince Najuba (Masoun Al Adeyat / Helena) *2020, B: JS Najuba Arabians

Senioren-Hengste Championat

Gold:

Silber:

Elan (Gramet / Ejwina) *2015, B: Chr. Gutschler

Sinoan El Marees (SAR Sharaf Al Aswad / Sinoan Aleeyah) *2014, B: S. Pfister & N. Zinbi

Wallache-Championat

Gold: MW Calipo (WH Justice / WA Carisma) *2009, B: L. Diserens

Silber: JS Basheer (JS Badari Ibn Bolero EM / Helena) *2018, B: D. Kottmann

Bronze: JS Badari Ibn Bolero (Bolero EM / Black Lady Mahali) *2012, B: JS Najuba Arabians

Best in Show: HB Angelina (Santorini / MC Angelica), *2013, B: M. Wanzenried

Bestes Sportpferd: Al Guwa Azida (Altis / Al Guwa Mukowa) *2015, B: N. Kottmann

Gold Senioren-Stuten Champion:

HB Angelina (Santorini / MC Angelica)

alle Fotos: G. Waiditschka

Bronze Senioren-Stuten Champion:

Fayizza El Aziz (Mountassar Al Zobair / Fha

Faye y Medina)

3/2021 - www.in-the-focus.com

Bestes Sportpferd:

Al Guwa Azida (Altis / Al Guwa Mukowa)

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Gold Junioren-Hengst Champion:

NM Anakin (RFI Farid / Annalisa Alih)


Intern. Tage des Arabischen Pferdes in Ströhen

Schauen

Shirin JJ und SL Blanca, beide von Shahram, errangen

das Silber und Bronze Championat in der C-Schau.

alle Fotos: B. Finke

Klein, aber fein

Anfang Juli konnte man fast meinen, die Welt sei wieder in Ordnung. Die Besucher flanierten

scharenweise durch den Tierpark Ströhen, während auf dem Schauplatz nebenan

Araberbesitzer und -freunde ein fröhliches Wiedersehen feierten.

Sah man genauer hin, entdeckte man

aber doch Auswirkungen der Pandemie.

So glänzten einige große Aussteller

durch Abwesenheit: Hanaya Arabians, Knocke

Arabians und das Schoukens Training

Center waren diesmal nicht dabei. Dafür

stellten die deutschen Aussteller mit 10 Pferden

die größte Gruppe in der europäischen

C-Schau, die mit 54 Pferden deutlich besser

besetzt war als die internationale B-Schau

mit 39. Große Klassen gab es nur bei den einund

zweijährigen Stuten. Keine andere Klasse

kam über fünf Teilnehmer hinaus und Wallache

waren diesmal nicht dabei.

Die Qualität war dafür durchweg gut mit einigen

herausragenden Spitzen. Da war beispielsweise

die dreijährige Ascot DD-Tochter

IS Elasca, die mit ihrem Gold-Titel bei der

C-Schau einen Heimsieg feierte. Sie ist mittlerweile

in englischem Besiatz und trägt auch

den Titel British National Champion. Mütterlicherseits

stammt sie aus der alten polnischen

Zygota-Familie des Rostocker Zoos.

Bei den Seniorenstuten begeisterten die

beiden Klassensiegerinnen Shirin JJ und SL

Blanca, Töchter des Hengstes Shahram (Gharam

/ Sorella), derzeit wohl der erfolgreichste

Vererber, der nicht aus den üblichen Show-Linien

stammt. Beide Stuten sind überaus typvoll,

verkörpern das klassische Modell polnischer

Mutterstuten und wurden wunderbar

locker von Johanna Ullström vorgestellt. Da

macht das Zuschauen Spaß! Im Championat

mussten sich die beiden allerdings von Inga

El Lawrence (Lawrence El Gazal / FT Indyanna)

geschlagen geben, die in der Klasse noch

Zweite hinter SL Blanca war. Auch sie ist eine

beeindruckende Stute, feiner und „moderner“,

mit längeren Linien.

Bemerkenswert auch ein seltener Teilnehmer

aus der Zucht von Silvia Garde-Ehlert, der

Hengst Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)

mit alten russischen Linien. Er ging mit der

Schärpe des Silberchampions nach Hause.

In der Fohlenklasse nahmen die beiden deutschen

Teilnehmer die Spitzenplätze ein: vorneweg

Bourhani Azeem, ein typischer Ajman

Moniscione-Sohn, dahinter die charmante

Jinny MA, eine Jyar Meia Lua-Tochter aus dem

Gestüt Malenga Arabians. Jinny MA behauptete

sich auch auf der B-Schau und erhielt

dort Gold.

Medaillen auch für Europäer

Die B-Schau wurde erwartungsgemäß von

Pferden aus den arabischen Ländern dominiert,

wobei allein zwei der Goldtitel

an Excalibur EA-Kinder aus Dubai gingen.

Dennoch hatten die europäischen Teilnehmer

ein Wörtchen mitzureden. Bei den

Seniorenstuten ging der Goldtitel wie erwartet

an die zauberhafte Royal Lavita Bella

aus amerikanischer Zucht und im Besitz

40

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 32021


des Al Sheikh Stud, doch Silber und Bronze

blieben in Europa. Silber ging an Paprotnia

(Elgast / Paeksa) aus Polen, eine Ekstern-Enkelin

mit entsprechenden Bewegungen.

Auf den Bronze-Platz kam Cornelia Kolnbergers

selbstgezogene DA Alihandra (EKS

Alihandro / DA Miss Justice) aus Österreich.

Die ehemalige deutsche Nationalchampionesse

EDW Hi Catharina (AF Edil / AF Elady)

aus dem Besitz von Hans Pfeiffer erreichte

einen beachtlichen zweiten Platz in ihrer

Klasse hinter der späteren Goldchampionesse.

Bei den Seniorenhengsten stammte

der Silberchampion aus deutscher Zucht:

RP Burj Al Arab (WH Justice / Pamira Bint

Psytadel), der zwar für Südafrika antrat,

aber in Frankreich steht. Er ist nicht fehlerfrei,

beeindruckt aber stets durch sein

selbstbewusstes Auftreten und seine große

Ausstrahlung. Daneben wirkte der viel jüngere

Goldchampion AJ Elaf noch wie ein

„Grünschnabel“.

Wie immer in Ströhen gab es eine abendliche

Präsentation mit Gestütspferden und Zirkusdarbietungen.

Neben dem derzeitigen Hauptbeschäler

Ascot DD wurde auch der Neuzugang

Santorini (Vervaldee / Lady Madonna)

gezeigt. Dieser Hengst aus britischer Zucht

hat in seinem Heimatland schon viele erfolgreiche

Nachkommen gezeugt; man darf also

gespannt sein! Aber auch ein trauriger Anlass

wurde nicht vergessen und eine bewegende

Diaschau erinnerte an die Anfang des Jahres

verstorbene Almut Ismer. Auf allen bisherigen

Schauen war sie dabei gewesen, oft begleitet

von einem ihrer vierbeinigen Pflegekinder.

Ihre Anwesenheit wurde schmerzlich vermisst

und angesichts der Bilder auf der großen Leinwand

blieb kaum ein Auge trocken.

Betty Finke

Gold Fohlen-Champion:

Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / Bourhani

Fadissima)

Schauen

Ströhen European Show (C)

Junioren-Stuten Championat

Gold: IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda) *2018, B: M. J. Smith / GBR

Silber: Marajja WZA (Marajj / Bint Medina) *2020, B: M. Levorsen / DEN

Bronze: El Elwa of Sinus (Wadee Al Shaqab / El Dorella) *2019, B: Sinus Arab Stud / SWE

Gold Junioren-Hengste Champion:

MS Hermes (Cyclone OS / Gaida)

Senioren-Stuten Championat

Gold: Inga El Lawrence (Lawrence Al Gazal / FT Indyanna) *2012, B: La Movida / AUT

Silber: Shirin JJ (Shahram / FS Shaklina) *2016, B: Audentia Partnership / BEL

Bronze: SL Blanca (Shahram / Britny) *2014, B: Audentia Partnership / BEL

Junioren-Hengste Championat

Gold: MS Hermes (Cyclone OS / Gaida) *2020, B: St. Pramstrahler / ITA

Silber: Marco NWA (FA El Rasheem / Miss Dior NWA) *2018, B: F. Pernille

Bronze: Aachen TMA (FA El Rasheem / TS Jubilee) *2019, B: TM Arabians / SLK

Senioren-Hengste Championat

Gold:

Silber:

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA) *2017, B: P. Redestowicz / POL

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II) *2011, B: S. Garde-Ehlert / GER

Gold Junioren-Stuten Champion:

IS Elasca (Ascot DD / IS Elanda)

Fohlen Championat

Gold: Bourhani Azeem (Ajman Moniscione / B. Fadissima) *2021, B: Bourhani Arabians / GER

Silber: Jinny MA (Jyar Meia Lua / Joleen MA) *2021, B: Malenga Arabians / GER

Bronze: Wadee The Magic K (Magic Magnifique / Wadida Nur) *2021, B: Kanka Arabians / CZE

Ströhen International B-Show (B)

Junioren-Stuten Championat

Gold: D Fannanah (Excalibur EA / Elle Flamenca) *2018 , B: Dubai Arabian Horse Stud / UAE

Silber: Nouf Al Faisaly (Cyclone OS / Eleanor MJ) *2020, B: Al Faisaly Stud / KSA

Bronze: Aroub Al Hamad (Emerald J / Ajmani Al Hamad) *2018, B: Al Hamad Stud / KUW

Senioren-Stuten Championat

Gold: Royal Lavita Bella (Ajman Monisicione / Ivory Lavita B.) *2013, B: Al Sheik Stud / ISR

Silber: Paprotnia (Elgast / Paeksa) *2017, B: Lech Blaszczyk / POL

Bronze: DA Alihandra (EKS Alihandro / DA Miss Justice) *2015, B: Diamond Arabians / AUT

Gold Senioren-Hengste Champion:

Pireno (Shanghai EA / Pirana KA)

Junioren-Hengste Championat

Gold: D Shart (Excalibur EA / D Shihannah) *2020, B: Dubai Arabian Horse Stud / UAE

Silber: Camec Ecosse (E.S. Sarab / Camec Parisa) *2020, B: Aldeem Arabians / KUW

Bronze: Afnas Al Shahania (Na'mous Al Sh. / Nirah Meia Lua) *2019, B: Aba Alsaleel Stud / QAT

Senioren-Hengste Championat

Gold: AJ Elaf (AJ Mardan / AJ Estrella) *2017, B: Ajman Stud / UAE

Silber: RP Burj Al Arab (WH Justice / Pamira Bint Psytadel) *2012, B: Agmal Arabians / RSA

Bronze: Magic Al Gazal (Gazal Al Shaqab / Ale by Magnifique) *2017, B: Sh. Rahman Al Qassimi

Fohlen Championat

Gold:

Silber:

Jinny MA (Jyar Meia Lua / Joleen MA) *2021, B: Malenga Arabians / GER

CNC Majestic Maraya (ACE Ventura / AF Majesta) *2021, B: Sh. Lufting / NED

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Silber Senioren-Hengste Champion:

Karamasov SGE (Nagadir / Korona II)


11. Araber-Festival Stadl Paura

kommt die Trendwende?

Amateure

Zum 11. Mal fand das Araber-Sommerfestival

statt,

doch hatten die Schauklassen

so geringe Nennzahlen

wie noch nie. Zum Glück

wurde dies wettgemacht

durch mehr Meldungen im

Sport. Wie immer war die

Stimmung unter den Teil

nehmern kameradschaftlich

und der Spaß mit den Pferden

hatte oberste Priorität,

sei es im Schauring, im

Dressurviereck oder der

Western-Arena.

Erfolgreichstes Paar der Veranstaltung war Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estilia) *2011 unter

Daniela Entner: Bei insgesamt 8 Starts in der Dressur Kl. L und LM, Classic Pleasure und

Hunter Pleasure (jeweils Master Klasse) errangen die beiden 8 Siege.

Alle Fotos: Gudrun Waiditschka

Die schlechte Nachricht vorneweg: Die

diesjährige Amateur-Schau hatte das

schlechteste Nennergebnis seit Bestehen

des Araber-Festivals – und das sind

immerhin schon 11 Jahre! Das geplante Nationale

Championat wurde gar ganz abgesagt,

wegen mangelnder Nennungen. Die gute

Nachricht ist: Der Sport hat stark zugelegt!

Und so ist das Araber-Festival nach wie vor

eine der vielseitigsten Veranstaltungen in

Mitteleuropa, wo Teilnehmer im klassischen

Reitsport, im Westernreiten, in der Schau und

im Distanzsport die Vielseitigkeit dieser Rasse

unter Beweis stellen.

Die Amateur-Schau

Dominiert wurde die Schau vom Gestüt

Adjuvense Arabians der Familie Lampertsberger,

das mit drei Pferden – Yasmin Adjuvense

(v. Martinez), Giuliette Adjuvense (v.

Lotos) und Aahir Ibn Essteema (v. Baahir Ibn

Marwan) – drei Klassensiege sowie auch drei

Silber-Championate errang. Wie Aahir Ibn

Essteema stammt auch Mydream (Marshan

/ Essdreama) aus der Zucht des Gestüts Sax

und geht auf die schon legendäre Essteema

zurück; die Junioren-Championesse

ist im Besitz von Jenny Pohl, eine der ganz

wenigen ausländischen Teilnehmer. Das Junioren-Champoinat

ging an Al Tabali (v. Al

Picasso) im Besitz von Lisa Millidorfer, der in

dritter Generation die Zucht des Gestüts Al

Hambra repräsentiert. Den Silber-Champion

holte sich in der dürftig besetzten Kategorie

der Juniorenhengste AA Massimo, ein Ajman-Moniscione-Sohn

im Besitz von Anjalina

Arabians.

Größere Klassen gab es dann bei den Seniorenstuten,

wo ebenfalls Ajman Moniscione

einen der Champions stellte, dieses Mal

42

die Gold-Championesse Galahad Binabey,

die durch ihre reellen Gänge punktete. In

der Klasse hinter ihr plazierte sich Vanaya

(v. Psyches Ambassador), die durch ihre

„russischen Gänge“ auffiel, aber aufgrund

ihres schlechten Rückens im Championat

leer ausging, denn das Silber-Championat

ging an die oben erwähnte Giuliette Adjuvense.

Bronze holte sich Al Quirina, wieder

ein Zuchtprodukt des Gestüts Al Hambra,

gezogen von Al Hambras Royal aus der Al

Fatima und im Besitz von Elisabeth Großschartner.

Bei den Hengsten traten nur vier Pferde an:

Der oben bereits erwähnte Aahir Ibn Essteema

gewann seine Klasse vor Al Talaah (v.

Marjan Albidayer) im Besitz von Christopher

Denner. Diese beiden rangierten im Championat

auf dem Silber- und Bronze-Platz. Die

Senioren-Hengste konnten dann gegensätz-

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Araber-Festival Stadl Paura - European Amateur Show

Junioren-Stuten Championat

Gold:

Silber:

Mydream (Marshan / Essdreama) 2018, B: Jenny Pohl / GER

Yasmin Adjuvense (Martinez / Rhywanna Adjuvense) 2020, B: Adjuvense Arabians/AUT

Senioren-Stuten Championat

Gold: Galahad Binabey (Ajman Moniscione / Babina el Bey) *2012, B: V. Hagen / AUT

Silber: Giuliette Adjuvense (Lotos / K.I.M. Grazija) *2017, B: Adjuvense Arabians / AUT

Bronze: Al Quirina (Al Hambras Royal / Al Fatima) *2016, B: E. Großschartner / AUT

Junioren-Hengste Championat

Gold:

Silber:

Al Tabali (Al Picasso / Al Khalida) *2019, B: L. Millidorfer / AUT

AA Massimo (Ajman Moniscione / Prada by Noah) *2020, B: Anjalina Arabians /AUT

Senioren-Hengste Championat

Gold: NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, B: Epulari Arabians / AUT

Silber: Aahir Ibn Essteema (Baahir El M. / Essteema) *2016, B: Adjuvense Arabians / AUT

Bronze: Al Taalah (Marjan Albidayer / Thoraya Bint Mahadin) *2013, B: Leo Denner / AUT

Araber-Festival Stadl Paura - Reitklassen

Dressurprüfung Kl. LM Master, ECAHO Aufgabe LM1 / LM3 (Nr. 6 + 54)

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT

2. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT

3. WM Safi (KP Maryoom / Sarafine) *2013, R: St. Seebauer / GER

Classic Pleasure Master ECAHO (Nr. 19)

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT

2. NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, R: M. Spörk / AUT

3. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT

Classic Pleasure Master ECAHO (Nr. 44)

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT

2. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT

Hunter Pleasure Master ECAHO (Nr. 25)

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT

2. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT

3. NuStar Kossack (Kunar T / Nustice Kossack) *2013, R: M. Spörk / AUT

Hunter Pleasure Master ECAHO (Nr. 47)

1. Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) *2011, R: D. Entner / AUT

2. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT

3. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT

Trad. Arabian Riding Classic Master ECAHO

1. HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani) *2005, R: W. Rabeder / AUT

2. Mahasin (Shawahin Ibn Cheeban / Mahira B. Mameluck) *2009, R: A. Kriechbaumer-Wagner / AUT

Western Trail Master ECAHO (Nr. 13 + 35)

1. Loggia (Alert / Laranda) *2011, R: S. Schuh / AUT

2. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT

3. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT

Western Pleasure Master ECAHO (Nr. 22)

1. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT

2. Loggia (Alert / Laranda) *2011, R: S. Schuh / AUT

3. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT

Western Pleasure Master ECAHO (Nr. 41)

1. El Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008, R: K. Lenhard / AUT

2. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT

3. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT

Ranch Riding Master ECAHO (Nr. 32)

1. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT

2. GFH Eniya (Baikal / Enaam) *2016, R: R. Hochreiter / AUT

3. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT

Ranch Riding Master ECAHO (Nr. 48)

1. Emaril (WH Justice / Edelmira) *2016, R: Cl. Kohlhammer / AUT

2. Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad) *2006, R: C. Haberl / AUT

3. Bushido (Bouznika / Lakaia) *2004, R: K. Wehrle / AUT

3/2021 - www.in-the-focus.com

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Zwei zweite Plätze in der Dressur LM:

HAG Latano (BS Black Lover / Kashahrani)

Zwei dritte Plätze in der Dressur LM:

WM Safi (KP Maryoom / Sarafine)

1. Platz im Western Trail (Master):

Baikal's Shangrila (Baikal / Desert Safanad)

Zwei zweite Plätze im Western Trail (Master):

El Trocadero (Psyrasic / Kashida)

Ein 1. und 2. Platz Western Pleasure (Master):

GFH Eniya (Baikal / Enaam)

Amateure


Schauen

Amateure

Galahad Binabey (Ajman Moniscione /

Babina el Bey) *2012, im Besitz von Valerie

Hagen, erreichte die höchste Note der Stuten

und wurde Stuten-Championesse.

licher kaum sein: Zum einen der Showman

NuStar Kossack (v. Kunar T), der kaum wußte,

wohin mit seiner Energie, zum anderen der

völlig gechillte Gips-Sohn GF Maschuk, das

Distanzpferd von Petra Hutterer. Es siegte –

wie sollte es für eine Schaubewertung auch

anders sein – NuStar Kossack im Besitz von

Epulari Arabians, der auch das Gold-Championat

für sich entscheiden konnte. GF Maschuk

ging im Championat leer aus.

Die Reitklassen

Einen Brückenschlag zwischen Schau und

Sport stellt der „Trail in Hand“ dar, hierbei

führt man sein Pferd an der Hand über einen

Trailparcours – und tatsächlich haben hier

auch einige der Pferde teilgenommen, die

auch an der Schau gestartet sind. Auch gerade

für junge Pferde ist dies eine gute Übung

und ideal, um Turnierluft zu schnuppern. Und

so waren diese Prüfungen mit 11 bis 13 Startern

auch die stärksten Klassen der ganzen

Veranstaltung! Dabei muß man kein Western-Outfit

tragen, man darf auch mit korrekter

englischer Kleidung starten. Das Pferd

„trägt“ altersunabhängig ein Stallhalfter, bevorzugt

aus Leder; Gebisse sind nicht erlaubt.

Es siegte die erst dreijährige HAG Najada an

der Hand von Manuela Kainsner in der Novice-Klasse

und dasselbe Pferd an der Hand

von Melanie Sulzner in der Advanced-Klasse.

Aber es gab auch Tränen, als bei der jüngsten

Teilnehmerin das ebenfalls junge Pferd

nicht so recht mitmachen wollte – hier waren

wohl beide mit der Situation überfordert und

die Kombination von junger Vorstellerin und

jungem Pferd etwas unglücklich. Aber das

macht ja nichts – nächstes Jahr klappt es bestimmt

besser!

Die meisten Prüfungen, sei es Western oder

klassisch wurden in drei Niveaus angeboten,

sodass man auch mit einem jungen Pferd –

oder als turnierunerfahrener Reiter – in den

einfachsten, den Novice-Klassen, starten

konnte. In der Dressur ist diese Bezeichnung

eher ungewöhnlich, zum Vergleich sei hier

Novice mit einer A-Dressur, Advanced mit einer

L-Dressur und Master mit einer LM-Dressur

„übersetzt“, wobei zu beachten ist, dass

dies die österreichische Nomenklatur ist, und

die LM in Deutschland einer L auf Kandare

entspricht.

Sieger in beiden Master-Dressuren – und

nicht nur das, sondern in allen acht Prüfungen,

zu denen die beiden antraten! – wurde

Erasmos unter Daniela Entner. Die beiden

war damit das erfolgreichste Paar der Veranstaltung!

Und das macht der amtierenden

Vize-Europameisterin in der Dressur und Europameisterin

in Hunter Pleasure so schnell

auch keiner nach. Auf Platz zwei lag in beiden

Prüfungen HAG Latano unter Wiltraud

Rabeder und auf Platz drei und vier folgten

Mydream (Marshan / Essdreama) *2018 ist mit ihrer Besitzerin Jenny Pohl aus Deutschland angereist.

Sie erreichte die höchste Note der Junioren-Stuten und wurde Junioren Championesse.

die beiden Marbacher Hengste WM Safi und

WM Malakil, die bei Anja Beran in klassicher

Ausbildung sind. Die beiden zeigten sich von

ihrer besten Seite und ernteten viel Anerkennung,

aber gegen die zwei turniererfahrenen

Pferde vor ihnen konnten sie nichts ausrichten.

Im Trail brillierte in beiden Master-Klassen

die 10-jährige Loggia vom Fronleitenhof mit

Susanne Schuh im Sattel. Dieses Paar ist auch

amtierender Europameister im Trail und Western

Pleasure. In der Western Pleasure konnte

sie jedoch ihrem Titel keine Ehre machen

– das mag daran gelegen haben, dass das

Paar sehr langsam und mitunter nicht mehr

im Takt unterwegs war. Diese typisch amerikanische

Art der Western Pleasure ist aber

auf Araberturnieren eher nicht erwünscht

und so war es wohltuend zu sehen, dass dies

von den Richtern entsprechend abgewertet

wurde. Es siegten dafür einmal ihre hübsche

Stallgefährtin GFH Eniya unter Reinhard

Hochreiter, das andere Mal El Trocadero mit

Karin Lenhard im Sattel – auch dieses Paar

nimmt regelmäßig am Europa-Championat

teil.

Ranch Riding ist eine Disziplin, die sich immer

größerer Beliebtheit erfreut. Und auch hier

siegte eine Vize-Europameisterin, nämlich

Baikals Shangrila vom Fronleitenhof, unter

Camilla Haberl. In einer Master-Klasse mußte

sie sich jedoch gegen Emaril, geritten von

Claudia Kohlhammer, geschlagen geben, die

mit dem hübschen WH-Justice-Sohn auch in

der Hunter Pleasure unterwegs war, und mit

ihm den Distanzritt über 40 km absolvierte,

der am Sonntag-Vormittag stattfand! Wenn

das nicht die Vielseitigkeit des Arabers demonstriert,

was dann?

Ausblick

Bleibt zum Abschluß die Frage, wie mißt man

den Erfolg einer Veranstaltung? Doch wohl

an der Anzahl der genannten Pferde, an der

Anzahl der Starts und an den glücklichen

Gesichtern? Und da zeichnet sich beim Araber-Festival

in Stadl Paura ein Paradigmenwechsel

ab, denn die „Schau“ verliert (auch

hier) an Zulauf. Schauen wir uns die Zahlen

an: 40 Vollblutaraber wurden für den Reitsport

gemeldet (plus einige „Nicht-Araber“ im

Distanzritt), dagegen nur 29 für die ECAHO-

Amateur-Schau. Hinzu kommt, dass man im

Reitsport mehrere Prüfungen gehen kann,

in der Schau ist man auf eine Vorstellung reduziert,

gegebenenfalls kann man sein Pferd

auch noch in der Liberty zeigen. Bei den

Starts ist die Diskrepanz daher noch gravierender:

Waren es bei der Schau 40 Starts (incl.

Liberty), so waren es im Sport 172 (plus die

Distanzreiter). Mittlerweile hat hier also der

Sport die Schau erst ermöglicht, denn für nur

29 Pferde hätte man kaum diesen ganzen

Aufwand betreiben und diese wunderschöne

Anlage mieten können! Das Pendel schlägt

also eindeutig in Richtung Sport aus – ist das

also der Vorbote für eine Trendwende? Schön

wäre es!

Gudrun Waiditschka

44

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Amateure Shows


Strahlende

Gesichter




3/2021 - www.in-the-focus.com


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1 - Nicole Schmied mit AClass Kossack (Pristice Kossack / Abapana

Kossack) *2013

2 - Angelika Gumhalter

3 - Daniela Bergmoser

4 - Manuela Kainsner mit HAG Latou (Sheetan) (BS Black Lover / SW

Nabila Bint Sheitan) *2005

5 - Sebastian Hagmair mit HAG Nejada (BS Black Lover / SW Nabial Bint

Sheitan) *2018

6 - Karina Krummer mit Evoli (Enrique / Grikola) *2018


Aus Von meinem Kunst und Buchregal

Künstlern

Sachs Bücher

Von Kunst und Künstlern

Nicole

Eine Auftragsarbeit zum 50-jährigen Jubiläum

des Gestüts El Thayeba: Der Hengst El

Thay Mahfouz in dunkler Patinierung.

Nicole Sachs (Jahrgang 1966) ist eine zeitgenössische

Künstlerin, deren Pferdebronzen

und Skulpturen an die Werke europäischer

Künstler um 1840 bis 1920 erinnern. Und

obwohl sie familiär künstlerisch nicht vorbelastet

war, entstanden mit Knetmasse und

Malstiften schon sehr früh „altersgemäße

Werke”.

Bereits seit über 30 Jahren ist Nicole Sachs

von der Schönheit des arabischen Pferdes

fasziniert, und da sie nicht allzuweit von Großenkneten,

dem „Zentrum der Ägypterzucht

in Deutschland“ lebt, lernte sie auch die

Zuchtgrößen dieser Gestüte kennen und näherte

sich ihnen auf einer künstlerischen Ebene.

Doch Malen und Zeichnen waren zwar

schön, aber bereits weit verbreitet. Die Fotografie

war dann dank der schnellen Ergebnisse

auch für eine Weile sehr befriedigend,

aber sie suchte bald ein neues Tätigkeitsfeld.

Dieses fand sie in der Bildhauerei, denn ein

Pferd dreidimensional zu erschaffen, ist eine

weit größere Herausforderung als die zweidimensionale

Darstellung.

In der Folge ließ sie sich durch die Werke

von früheren Künstlern, aber auch von den

Bronzen von Brigitte Eberl und Karen Kasper

inspirieren; ansonsten aber hat sie sich die

nötige Technik selbst beigebracht. Größer als

die künstlerische Herausforderung war dann,

eine geeignete Gießerei zu finden, die bereit

war, die aufwändigen Pferdeskulpturen in

Bronze zu gießen. Eine erste Bronze entstand

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 4/2018 3/2021

46


Art and Artists

Ein "Fantasie-Hengst" mit arabischem

Halfter, das die Gießerei vor eine besondere

Herausforderung stellte.

3/2021 - www.in-the-focus.com

47


Von Kunst und Künstlern

Sachs

Nicole

(oben) Ein Hengst, der der Fantasie der Künstlerin

entsprang und ihre Ideale in sich vereint;

in heller Patinierung.

(rechts) Der Hengst NK Nabhan in dunkler

Patinierung; im Original 29 cm hoch.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Art and Artists

(oben) Die Rappstute Napirai mit galoppierendem Fohlen.

(llinks und unten) Der Hengst El Thay Mahfouz in weißer, sehr naturgetreuer

Bemalung.

3/2021 - www.in-the-focus.com

49


Von Kunst und Künstlern

Sachs

Nicole

bereits Ende der 1990er Jahre, aber die Gießerei

wollte sich diesem aufwändigen Genre

nicht weiter widmen und so unterbrach

Nicole ihre künstlerische Arbeit in diesem

Bereich für rund 20 Jahre. Erst 2017 wagte

sie einen erneuten Versuch und fand durch

Zufall die Gießerei Barth, die in 3. Generation

Bronzen fertigt. „Sowohl Herr Barth junior als

auch senior haben ein tiefes Verständnis für

Tierbronzen und machen eine wunderbare

Arbeit, indem sie sich um jede einzelne Ohrspitze

und um jedes kleine Detail des Mauls einem „Draht-Rohling“.

Der Künstler formt das Pferd mit Plastillin auf

kümmern,“ lobt Nicole deren Arbeit. „Je nach

Komplexität der Skulptur stecken im Modellieren

etwa 100 bis 150 Stunden Arbeit. Nicht

am Stück, sondern über Monate gestreckt“,

erklärt Nicole. „Ich ‚gucke mich schnell fest’,

sehe dann schon das, was es erst werden

soll, und brauche Pausen, um das werdende

Modell wieder neutral beurteilen zu können

und dann weiter am Ausdruck zu arbeiten.“

Wenn das Plastillin-Modell fertig ist, wird es

in der Gießerei in Wachs gegossen. „Korrekturen

am Wachs mache ich jeweils an einem

Tag in der Gießerei; maximal 2 Wachsmodelle

auf einmal“, sagt Nicole. „Der Gießer arbeitet

Abformung des Plastillin-Modells durch Herstellung

einer Gipsschale mit Silikonnegativ.

dann auch noch ca. 35-40 Stunden an Form,

Guß, Ziselieren und Patinieren.“ Das Gießerei-Handwerk

ist daher ein fließender Übergang

zur Kunst. Beim Ziselieren (Bearbeiten

des roh aus dem Ofen kommenden Metalls)

bringt der Gießer wieder zum Vorschein, was

er am Modell sieht und was der Künstler ihm

als wichtig benannt hat. Dabei könnte alles

ruiniert werden!

Nicole Sachs achtet besonders auf eine

möglichst lebensechte Anatomie, feine Details

und individuellen Ausdruck und ist

kein Freund von kitschiger Übertreibung –

wie man es leider häufig sieht. Neben den (oben) Der „Positivabdruck" bzw. das „Modell“

Standard-Posen für Pferdeskulpturen setzt

aus Wachs ist identisch mit dem Plastillinpferd.

sie auch originellere Varianten um: Die Ohren

müssen nicht immer gespitzt sein, der form hergestellt wird.

(unten) Der Glühofen, in dem die Schamotte-

Schweif darf auch mal in Bewegung sein. Die

größte Herausforderung empfindet Nicole

darin, dass sie im Ergebnis von der Qualität

der Arbeit der Gießereien abhängig ist. Gerne

würde sie Skulpturen-Gruppen aus mehreren

Pferden umsetzen, eine Herde Stuten

mit Fohlen, beispielsweise, was aber kaum zu

finanzieren ist.

Fünf bis sechs Skulpturen erschafft Nicole

Sachs pro Jahr - glücklich, wer eine davon

sein eigen nennen kann!

Gudrun Waiditschka

50

The

Das Pferd wird mit allen Details in Plastillin

ausmodelliert.

Mit Hilfe des Silikonnegativs wird ein Wachsmodell

hergestellt.

(oben) Am Wachsmodell werden die Zu- und

Ableitungen für das flüssige Metall gelegt.

(unten) Die Bronze, das Rohmaterial für die

Skulpturen.

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Making Of...

Art and Artists

(oben) Die Künstlerin Nicole Sachs mit ihrem Werk - El Thay Mahfouz

mit weißer Bemalung.

Foto: Monika Pehr

(oben links) Nach dem Ausgießen der Hohlform, die Bronze ist noch in

ihrer Gipsschamotteform.

(links) Die Bronzestatue vom Gipsschamotte befreit noch mit den Zuund

Ableitungen aus Bronze. Diese müssen durch Schweißen entfernt

werden, anschließend erhält die Bronze durch Ziselierung ihre endgültige

Oberflächenstrucktur.

(oben) Die Patina ist keine Bemalung, sondern eine chemische Bearbeitung

des Metalls, bei der die Bronze per Bunsenbrenner heiß gemacht

wird. Das macht ebenfalls der Gießer. Der Künstler kann begrenzt eine

hellere oder dunklere Patina in Auftrag geben und an der Schattierung

einzelner Partien mitarbeiten. Feinheiten wie die Augen arbeitet Nicole

Sachs selbst nach.

3/2021 - www.in-the-focus.com

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(links) Für den Schimmel El Thay Mahfouz wurde eine weiße Patina gew

ählt.

alle Fotos: Nicole Sachs


Verein zur Förderung des Shagya-Arabers (FSAT)

Vom Onlinezum

Live-Turnier

Sport

Bahrain von Ludwigsburg mit Ina Charlotte Seehrich im

Sattel war erfolgreichster Shagya-Araber des Turniers.

Alle Fotos: Solveig Söding

Nach zwei erfolgreichen

Online-Turnieren konnte

man dieses Jahr ein "echtes"

Turnier zur Förderung

des Shagya-Arabers (und

anderer arabischer Rassen)

veranstalten. Ausrichter und

Veranstalter des Turniers

Arabische Sportpferde im

Norden“ zogen eine positive

Bilanz. Aufgrund der vielen

konstruktiven Rückmeldungen

der Teilnehmer soll

das Prüfungsangebot im

kommenden Jahr erweitert

werden.

In insgesamt fünf Dressur- und sieben

Springprüfungen der Klassen E bis L gingen

vom 24. Bis 25. Juli 30 Paare mit ihren arabischen

Pferden in Aukrug (Schleswig-Holstein)

an den Start. Teilnahmeberechtigt waren Shagya-Araber

(ShA), Vollblutaraber (OX), Araber

(X), Anglo-Araber (AA) und Arabisch Partbred

mit mindestens 12,5 % arabischem Blutanteil.

Aufgrund der Begrenzung des Blutanteils

konnten in der Gruppe Arabisch Partbred leider

40 der insgesamt 142 Nennungen nicht

angenommen werden. Mit 77 Starts und einer

Teilnahmequote von gut 75 % sind der FSAT

und der Reitverein Aukrug, gerade aufgrund

der kurzen Vorlaufzeit und unter Corona-Bedingungen,

mehr als zufrieden.

Insgesamt neun Shagya-Araber von acht

verschiedenen Züchtern gingen an den

Start, und sechs von ihnen konnten in Aukrug

ihre erste Saison-Platzierung in LPO- und

WBO-Prüfungen verbuchen. Und das obwohl

in diesem Jahr einige bewährte Paare leider

nicht teilnehmen konnten. Erfolgreichster

Shagya-Araber war Bahrain von Ludwigsburg,

mit der FSAT Vorsitzenden Ina Charlotte

Seehrich im Sattel. Mit einem 1. Platz im Stilspringen

Kl. A*, einem 2. Platz in der Springprüfung

Kl. A* und im Stil A** sowie jeweils

einem 4. Platz in den Springprüfungen Kl. A**

und L stellte der Hengst aus der Zucht von

Kurt-Jürgen Karl seine Klasse unter Beweis,

und wurde dafür mit dem "ISG-Ehrenpreis -

bester ShA-Wallach/Hengst Aukrug 2021" der

Internationalen Shagya-Araber Gesellschaft

ausgezeichnet. Mit diesen Erfolgen war der

beim VZAP eingetragene Bahrain gleichzeitig

bestes arabisches Pferd des Turniers, und

damit Gewinner des „Paltra-Ehrenpreises –

bestes arabisches Sportpferd“ der Familie

Paltra. In dieser Wertung wurde es besonders

spannend, denn vor dem abschließenden

Springen für Baharain von Ludwigsburg in

der Klasse L lag der in der Dressur startende

Vollblutaraber Epifan ox mit seinem Reiter

Aleksandar Danšin noch einen Punkt vor seinem

Konkurrenten.

Nach einer zweijährigen Fohlenpause meldete

sich auch die 16-jährige Stute Roxana erfolgreich

zurück. Sie siegte mit Ina Charlotte

Seehrich und Douglas-William-Otto Wurms

im Springen A** und im Springwettbewerb

und konnte im Springen A* den 6. Platz belegen.

Als zweitbester Shagya-Araber des Turniers

und beste Shagya-Araber-Stute sicher-

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


te sie sich hiermit den vom Zuchtverband

für Sportpferde arabischer Abstammung

e.V. vergebenen "ZSAA-Ehrenpreis - beste

ShA-Stute Aukrug 2021".

Neben den Shagya-Arabern waren fünf

Vollblutaraber, fünf Anglo-Araber, und

bei den Arabisch Partbred drei Arabisch

Partbred Typ Deutsches Reitpferd (jetzt

Deutsches Edelblutpferd), zwei Arabisch

Partbred Typ Spezialpferd, zwei Deutsche

Reitponys und jeweils ein Trakehner, Deutsches

Sportpferd, Deutsches Pferd und Niederländisches

Pony mit arabischem Blutanteil

am Start.

Von den fünf Vollblutarabern kamen gleich

drei aus Dänemark. Während die Stute Equna

Asil mit Katrine Vraa Andersen den Dressurwettbewerb

für sich entscheiden konnte,

ging Mayah Bell nicht nur in den Dressuren

der Klasse E erfolgreich an den Start, sondern

zeigte ihre Vielseitigkeit, indem sie in

beiden Springen der Klasse E den 2. Platz

belegte. Das eigens angereiste dänische

Fanlager konnten sich dann auch noch über

den 4. Platz von Thee Fifth Element und

Alma Traasdahl freuen. Bester Vollblutaraber

mit jeweils einem 3. Platz in der Dressur A**

(Oben) Zweitbestes Pferd des Turniers war die

ShA-Stute Roxana. (Unten) Der Hengst Epifan

war bester Vollblutaraber.

(Unten) Pauline Hartmann war beste Teilnehmerin

U18, hier mit dem Partbred-Hengst

Seven seas of love.

3/2021 - www.in-the-focus.com

53

und der Dressur der Klasse L war der ebenfalls

beim VZAP eingetragene Hengst Epifan

ox von Psytadel ox.

In der Gruppe der Arabisch Partbred waren

die Pferde aus der Zucht von Meike Heisig

sehr erfolgreich unterwegs. Der Hengst Seven

seas of love und seine Töchter Vaany

HWK und Veyja HWK sicherten sich zahlreiche

Platzierungen. Mit Seven seas of love

und Veyja HWK gewann ihre Reiterin Pauline

Hartmann zudem den vom Verein zur Förderung

des Shagya-Arabers im klassischen Turniersport

vergebenen „Jungendförderpreis

des FSAT e.V. – bester Teilnehmer/beste

Teilnehmerin U18“. Der Trakehner Bergprinz

von Bazar konnte die Springprüfungen der

Klassen A** und L für sich entscheiden.

Aus Sicht des FSAT war das erste „Vor-Ort-

Turnier“ nach zwei Corona-bedingten Online-Turnieren

auch dank der Unterstützung

beiden deutschen Araber-Zuchtverbände

und zahlreicher Sponsoren ein voller Erfolg.

Nachdem viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer

auf jeden Fall auch 2022 wieder mit

dabei sein wollen, soll im kommenden Jahr

das Prüfungsangebot deutlich erweitert

werden. Damit sich das Turnier gerade für

alle mit einer weiteren Anreise lohnt, werden

die Dressuren voraussichtlich ebenfalls

an zwei Tagen stattfinden und um Prüfungen

der Klasse M und eine Reitpferdeprüfung

ergänzt. Auch eine Erweiterung der

Teilnahmeberechtigung für Reiterinnen und

Reiter aus dem benachbarten Ausland ist in

der Planung. Dabei hoffen Teilnehmer und

der Vorstand des FSAT, dass 2022 nicht nur

das Turnier „Arabische Sportpferde im Norden“

wieder stattfindet. Mit den beiden Turnieren

Arabische Pferde in Westfalen“ und

dem ANC Turnier in Aachen haben Reiterinnen

und Reiter in den letzten beiden Jahren

zwei Turniere schmerzlich vermisst.

Solveig Söding

Alle Ergebnisse des Turniers sind über die

Internetseiten des Vereins unter www.

turniersport-shagyaaraber.de/das-turnier/

abrufbar.

Sport


Europa-Championat der Sport-Araber 2021

Viele

neue

Sport

Gesichter

Bereits zum zweiten Mal

fand das Europa-Championat

der Sport-Araber

unter Corona-Bedingungen

statt, aber da es sich um

eine Außenveranstaltung

handelt, merkt man kaum

etwas davon. Und so kamen

mehr Teilnehmer, als die

letzten Jahren und vor allem

viele neue Gesichter!

Das erfolgreichste Pferd des Turniers - 3x Gold für Loggia (v.

Alert) und Susanne Schuh. - The most successful horse of the

competition - 3 x Gold for Loggia and Susanne Schuh

alle Fotos: G. Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

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Die Reiter, das konnte man merken, waren

dankbar für dieses Turnier, in einer Zeit

wo so viele Veranstaltungen abgesagt wurden.

Und so kamen mehr Reiter und Pferde

als in den letzten Jahren nach Wiener Neustadt,

doch leider fehlten zum wiederholten

Male die Springreiter. Insgesamt waren acht

Nationen vertreten: Belgien, Dänemark,

Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen,

Schweden und das Gastgeberland Österreich.

Die am weitesten Gereisten legten

1450 km (einfache Strecke) zurück und bekamen

dafür sogar einen Ehrenpreis!

Die Klassischen Disziplinen

Interessant war dieses Jahr, dass neue

Pferd-Reiter-Paare am Start waren – es scheint

ein Generationswechsel stattzufinden. So hat

sich Haifi El Sorrento aus dem aktiven Turniersport

verabschiedet und ist jetzt Lehrmeister

für eine junge Generation von Reitern. Krümel

(CH Silverlight) gab dieses Jahr seine letzte

Vorstellung – mit zwei Goldmedaillen.

Zu den neuen Gesichtern, die gleich großen

Eindruck gemacht haben, gehört zweifellos

Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012

unter Tara den Hartog aus den Niederlanden.

Dieses Paar gewann alle drei Prüfungen, zu

denen sie angetreten waren, und sie nutzten

damit auch die Möglichkeit, sich langsam an

die äußeren Bedingungen zu gewöhnen. Das

braucht dieser sehr typvolle und ausdrucksstarke

Hengst auch, da er sehr „elektrisch“ ist

und ständig unter Spannung steht. Mit 62,50 %

siegte er im Prix St. Georges und errang somit

die Goldmedaille vor Erasmos (Ainhoa

St. Faust / Estylia) *2011 unter Daniela Entner

aus Österreich, die zwar ihre Lektionen wesentlich

entspannter absolvierten, aber auch

weitaus „blasser“ wirkten. Bronze ging an FA

Moonshadow (Marajj / GF Kavadis) *2011 unter

Helena Jodie Byrne aus Dänemark, einen

„Newcomer“ unter den Pferden, den Helena

erst seit Januar 2021 reitet. Alle drei Pferde

hatten zuvor noch nicht an der Dressur am

Europa-Championat teilgenommen, für Primeval

und Moonshadow war es das erste Mal,

dass sie an dieser Veranstaltung teilnahmen.

Zu den klassischen Prüfungen gehören auch

die Classic Pleasure und Hunter Pleasure,

wobei hier die Anforderungen wesentlich

geringer sind als in einem Prix St. Georges.

Unterschätzen darf man sie jedoch auch

nicht, denn nicht jedes Pferd läuft gelassen in

einer Gruppe, bei der auch überholt werden

darf! Und so sind diese Prüfungen – neben

der Überprüfung der Grundgangarten – auch

ein Charaktertest: Ist es ein Vergnügen, dieses

Pferd zu reiten – auch und insbesondere in einer

Gruppe? Für Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila)

*2004 mit Emma Dorn im Sattel konnte

diese Frage ganz eindeutig mit einem „Ja“ beantwortet

werden und die beiden gewannen

die Goldmedaille für ihre Vorstellung. Dieser

vielseitige Hengst – er geht neben dem Turniersport

auch bei Karnevalsumzügen mit

und hat seine Hengstleistungsprüfung auf

Distanzritten absolviert – ist ein guter Lehrmeister

für die mittlerweile 18-jährige Emma,

3/2021 - www.in-the-focus.com

Mit 2 x Gold in der Reining und im Ranch Riding hat "Krümel" aka CH Silverlight sein Ergebnis

aus den Vorjahren noch getoppt. - With 2 x Gold in Reining and Ranch Riding, CH Silverlight even

exceeded his results of former years.

und die beiden wachsen immer weiter zusammen.

FA Moonshadow mit Helena Byrne

erreichten den zweiten Rang und damit die

Silbermedaille, während Erasmos mit Daniela

Entner die Bronzemedaille errang. Etwas flotter

vorwärts geht es in der Hunter Pleasure,

die ausrüstungsmäßig an die englische Jagdreiterei

angelehnt ist. Hier wird im leichten

Sitz geritten und es wird weniger Versammlung

verlangt. Die „Gruppentauglichkeit“

muß aber auch hier gegeben sein! Es siegte

Erasmos vor FA Moonshadow, und Emaril

(WH Justice / Edelmira) *2016 unter Claudia

Kohlhammer errang die Bronzemedaille; die

beiden sind sonst eher in Westernprüfungen

unterwegs.

Eine weitere Pleasure-Klasse ist die „Traditional

Arabian Riding“ oder wie es im amerikanischen

„Original“ heißt: „Mounted Native

Costume“. Nun, die Kostüme haben weder

etwas mit arabischer Tradition zu tun, noch

mit „einheimischen“ Kostümen. Aber farbenprächtig

anzuschauen sind sie schon! Auch

hier muß das Pferd charakterlich so gefestigt

sein, dass es trotz der ganzen Quasten und

Bommel, dem Geklitzer und Geklimper zurechtkommt.

Die Prüfung wird nur im Schritt

und Galopp geritten, Überholen erlaubt. Hier

siegte im Gold-Rang Oliwia Kowal mit ihrem

Elgoriusz (Medalion / Elgora) *2017, der – erst

4-jährig – seine Sache wirklich gut gemacht

hat! Silber ging an den Landsmann Korab (Pegasus

/ Kabala) *2012 mit Marta Kulczynska

im Sattel und Platz drei und damit die Bronzemedaille

ging wiederum an Mosri Al Dahab

mit Emma Dorn. Vielleicht noch ein Wort

zu den Kostümen, die meist nicht „von der

55

Stange“ sind, sondern selbst geschneidert!

Da werden Omis, Mütter und Tanten eingespannt,

um das Kostüm für Ross und Reiter zu

schneidern – und die Ergebnisse können sich

sehen lassen (und werden auch bewertet),

denn die Zeiten, da ein Bettlaken als „Beduinenumhang“

herhalten konnte, sind längst

vorbei!

Eine weitere „Kostümklasse“, wenn man sie

so nennen will, ist die Klasse für die Ladies

im Damensattel. Leider waren diesmal nur

drei Reiterinnen angetreten, sodass die Paare

aus der klassischen und Western-Reitweise

zusammen starten mußten. Diese elegante

Reitweise ist ein Augenschmauss und allein

dafür gebührt ihr ein Platz bei diesem Europa-Championat.

Siegerin wurde Sarah Gollowitzer

mit Lilian (Chalef Ibn Madour / Elerna)

*2002, die klassisch unterwegs ist, vor Barbara

Kristen mit Rosaleda Qahira (Valeroso

Qahira / Shirina Carisma) *2010 und Karin

Lenhard mit El Trocadero (Psyrasic / Kashida)

*2008 – die letzten beiden starteten in Western-Outfit.

Die Western-Disziplinen

Auch die Westernreiter haben natürlich ihre

Pleasure-Klasse, die Western Pleasure, die

eigentliche Keimzelle aller Pleasureklassen.

Vorsicht ist hier für die Richter geboten,

dass sie nicht in die amerikanische Western

Pleasure abgleitet, wo „langsam“ mehr

zählt als „taktrein“. Die routinierte Loggia

(Alert / Laranda) *2011, als Zweijährige von

Petra Dries in Polen gekauft, avancierte dieses

Jahr mit drei Goldmedaillen unter ihrer

Reiterin und Trainerin Susanne Schuh zum

Sport


Sport

Silber und Bronze in Trail

und Ladies Sidesaddle,

sowie die Silbermedaille

im Western Allround

machten El Trocadero

mit Karin Lenhard zu

einem der vielseitigsten

Teilnehmer.

Silver and Bronze in Trail

and Ladies Sidesaddle,

as well as Silver in the

Allroud Western made

El Trocadero with Karin

Lenhard one of the most

versatile participants.

erfolgreichsten Pferd des Turniers! Mit den

diesjährigen Goldmedaillen in Western Pleasure,

Trail und Western Allround hat sie in

den letzten drei Jahren insgesamt neun Medaillen

am Europa-Championat gewonnen.

Die Silbermedaille ging wie auch letztes

Jahr an MM Sandrine (QR Marc / Sayonara

El Bri) *2010 unter Mario Matt, eine Stute

mit viel Aufrichtung, die sehr elegant unter

ihrem Reiter wirkt. Bronze ging dann an

Enzo (Saragon / Emina) *1997 unter Tina

Schatz, der mit seinen 24 Jahren auch den

Preis für den ältesten Teilnehmer des Turniers

erhielt.

Etwas Sorge bereitete dieses Jahr die Reining,

die vor ein paar Jahren noch mit rund

10 Startern besetzt war, heute aber auf drei

geschrumpft ist. Auch in den Vorläufen sah

es nicht wesentlich anders aus: In der Advanced

Reining drei Starter, davon einer

mit „Null Score“, einer disqualifiziert. Im

„Qualifier“ dann fünf Starter, davon einer

mit „Null Score“ und am Europa-Championat

waren noch drei Starter übrig, die waren

aber auch alle wirklich sehenswert: CH

Silverlight (Azjaa / Silver Riole) *2004 unter

Verena Böckle, Beste im Vorlauf, Zahims

Navii (Zid Ibn El Zahim / India) *2010 und

WAS Tajshan Ibn Taraszena (Zid Ibn El Zahim

/ Taraszena) *2009, beide unter Martin

Pauli, auf Platz zwei und drei im Qualifikationslauf.

Jetzt war nur noch die Frage, wer

bekommt welche Medaille? Gold ging zum

zweiten Mal nach 2019 an CH Silverlight,

Silber konnte sich Tajshan holen, nach

Bronze 2015 war dies seine erste Silbermedaille

in dieser Disziplin, und Bronze ging

an Zahim’s Navii, der die letzten beiden

Jahre die Silbermedaille erringen konnte.

Alle drei Pferde und Reiter kamen aus

Deutschland, was den deutschen Medaillenspiegel

kräftig auffüllte!

Bei der Ranch Riding, die seit letztem Jahr

eine Disziplin des Europa-Championats ist,

sah man dann endlich wieder volle Klassen,

was auch die Beliebtheit dieser Disziplin widerspiegelt.

WAS Tajshan Ibn Taraszena bot

im Qualifikationslauf mit 223,5 eine super

Vorstellung – aber im Finale erreichte er nur

den undankbaren vierten Platz. CH Silverlight,

in der Quali auf Platz zwei, schaffte es

im Finale an die Spitze und verteidigte damit

erfolgreich seine Goldmedaille vom letzten

Jahr! Die Silber- und Bronzemedaillen

gingen an zwei Pferde des Fronleitenhofs in

Österreich, an die bewährte und immer zuverlässig

laufende Baikal’s Shangrila (Baikal

/ Desert Safanad) *2006 unter Camilla Haberl,

während Bronze an die bildschöne,

aus den USA importierte TA Aleya (Kordelas

/ Altea) *2012 ging, geritten von Susanne

Schuh.

Der Trail ist nach der Reining die zweite

„Königsdisziplin“, und eine Disziplin, in der

der Araber wirklich punkten kann! Auch

diese Prüfung hatte über 10 Teilnehmer

in den Vorläufen, und die Erst- und Zweitplazierten

waren hier wie dort diesselben:

Gold ging an die erfahrene Loggia unter

Susanne Schuh, Silber an El Trocadero mit

Karin Lenhard im Sattel, ein Paar, das wir

aus dem Ladies-Sidesaddle-Wettbewerb

kennen. Die Bronzemedaille ging an Rosaleda

Qahira unter Barbara Kristen. Diese

Stute hatte letztes Jahr mit David Grandits

im Sattel diese Prüfung gewonnen.

Bleibt noch die Allround-Wertung. Hierzu

zählen Prüfungen auf dem Niveau des Österreichischen

National-Championats und

die Pferde müssen die „Type & Conformation“-Klasse

absolvieren. Dann werden die

Einzelergebnisse aller Allround-Prüfungen

zusammengezählt, um den vielseitigsten

Araber – jeweils für Classic und Western

getrennt – zu ermitteln. Eigentlich sollte

diese Wertung genau die Eigenschaft, die

den Araber im Speziellen auszeichnet, hervorheben.

Leider ist die „Vielseitigkeit“ im

Bereich „classic“ dadurch etwas verwässert,

dass alle Pleasure-Klassen und die Dressur

in etwa dieselben Kriterien abprüfen.

Solange also keine Springprüfungen oder

gar Geländeprüfungen stattfinden, ist das

nur ein „halber“ Allround. Anders sieht es

bei den Westernprüfungen aus – aber aus

dieser Ecke kommt ja auch die Idee. Hier

zählen Reining, Trail, die diversen Pleasure-Prüfungen

und Ranch Riding dazu,

sodass man hier schon eher von „Vielseitigkeit“

reden kann. Es siegten im „Classic

Allround“ Erasmos vor Mosri Al Dahab und

Elgoriusz, im Western Allround Loggia vor

El Trocadero und Erogant unter Monica von

Duyvenbode, Niederlande.

Zum 5. Mal hat das Europa-Championat

nun schon in Wiener Neustadt, auf der Anlage

von WTC Schulz, stattgefunden, und

fast hat man das Gefühl, es wäre schon immer

hier gewesen. Hoffen wir auf viele weitere

Jahre, denn neben allem sportlichen

Ehrgeiz ist es doch vor allem ein „Wohlfühlturnier“,

wo man Spaß hat und nette Leute

trifft. Und heute schon vormerken – der

Termin für das Europa-Championat 2022

hat sich verschoben und findet nun vom 1.

bis 4. September 2022 statt!

Gudrun Waiditschka

Die Bronzemedaille in Western Pleasure ging an den ältesten Teilnehmer des Turniers: Enzo

(Saragon / Emina) *1997. - The Bronze medal in Western Pleasure was awarded to the oldest

participating horse: Enzo (Saragon / Emina) *1997

56

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


History

Sport




1 - Rosaleda Qahira (Valeroso Qahira / Shirina

Carisma) mit Barbara Kristen - Silber in

Ladies Sidesaddle, Bronze in Trail.

2 - MM Sandrine (QR Marc / Sayonara El Bri)

mit Mario Matt - Silber in Western Pleasure

3 - TA Aleya (Kordelas / Altea) mit Susanne

Schuh - Bronze in Ranch Riding

4 - Zahims Navii (Zid Ibn El Zahim / India) mit

Martin Pauli - Bronze in der Reining

5 - WAS Tajshan Ibn Taraszena (Zid Ibn El

Zahim / Taraszena) mit Martin Pauli - Silber

in der Reining


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57


European Championships for Sport-Arabians

Many

new

Sport

Faces

For the second time, the European

Championship for

Sports Arabians took place

under Corona conditions,

but since it is an outdoor

event, you hardly noticed

it. And so more participants

came than in the last few

years and, above all, many

new faces!

Elgoriusz unter Oliwia Kowal wurde

Europameister in der Traditional

Arabian Riding.

alle Fotos: G. Waiditschka

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

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You could see that the riders were grateful

for this competition at a time when

so many events were cancelled. And so,

more riders and horses came to Wiener Neustadt

than in recent years, but unfortunately

the show jumpers were missing again. A total

of eight nations were represented: Belgium,

Denmark, Germany, Italy, the Netherlands,

Poland, Sweden and the host country Austria.

The furthest travelled participants came from

Denmark and covered 1450 km (one way) for

which they received an honorary award!

Veni, vidi, vici: Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012 under Tara den Hartog from the Netherlands.

- Veni, vidi, vici: Primeval Kossack unter Tara den Hartog aus den Niederlanden.

The classic disciplines

It was interesting this year that there were

new horse-rider pairs at the start - a generation

change seems to be taking place. Haifi El

Sorrento has said goodbye to active competition

and is now a teacher for a young generation

of riders. Krümel (CH Silverlight) gave

his last performance this year - with two gold

medals as a result.

Primeval Kossack (Stival / Pribaltika) *2012

under Tara den Hartog from the Netherlands

is undoubtedly one of the new faces that

made a big impression. This couple won all

three tests in which they had competed in,

and which they used to slowly get used to the

external conditions, e.g. the half-open arena.

This very typey and expressive stallion needs

that, too, because he is very "electric" and is

constantly under tension. With 62.50% he

won the Prix St. Georges and thus won the

gold medal ahead of Erasmos (Ainhoa St.

Faust / Estylia) *2011 under Daniela Entner

from Austria, who rode their test in a much

more relaxed way, but they also looked much

"paler". Bronze went to FA Moonshadow (Marajj

/ GF Kavadis) *2011 under Helena Jodie

Byrne from Denmark, a "newcomer" among

the horses, as Helena has been riding him

only since January 2021. None of the three

horses had previously participated in dressage

at the European Championships, and it

was the first time that Primeval and Moonshadow

had participated in this event at all.

The classic disciplines also include the Classic

Pleasure and Hunter Pleasure, but the requirements

here are, of course, much lower than

in a Prix St. Georges. But they shouldn't be underestimated

either, because not every horse

remains calm in a group where it is also allowed

to overtake! And so, these pleasure classes

are - in addition to checking the basic gaits

- also a character test: Is it a pleasure to ride

this horse - also and especially in a group? For

Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila) *2004 with

Emma Dorn in the saddle, this question could

be answered clearly with a “yes” and the two

won the gold medal for their performance.

This versatile stallion - in addition to competitions,

also takes part in carnival parades

and has completed his stallion performance

test on endurance rides - is a good teacher

for the now 18-year-old Emma, and the two

continue to grow together. FA Moonshadow

with Helena Byrne achieved second place

and thus the silver medal, while Erasmos with

Daniela Entner won the bronze medal. The

Hunter Pleasure, which is based on the equipment

of the English hunting equestrian, is a

little brisker. This test is ridden in a light seat

and less collection is required. But the "group

suitability" must also be given here! Erasmos

won ahead of FA Moonshadow, and Emaril

(WH Justice / Edelmira) *2016 under Claudia

Kohlhammer won the bronze medal; the two

usually tend to ride in western style.

Another pleasure class is the “Traditional

Arabian Riding” or as it is called in the Ame-

Sport

European Championships for Sport Arabians 2021

Medal

Dressage

Classic

Pleasure

Hunter

Pleasure

M. Native

Costume

Ladies Side

Saddle

Western

Pleasure

Reining

Trail

Ranch

Riding

Classic

Allround

Western

Allround

Gold

PrimeVal

Kossack

Mosri Al

Dahab

Erasmos Elgoriusz Lilian Loggia CH Silverlight Loggia CH Silverlight Erasmos Loggia

NED GER AUT POL AUT AUT GER AUT GER AUT AUT

Silver

Erasmos

FA Moonshadow

Mosri Al

Dahab

Korab

Rosaleda

Qahira

MM Sandrine

WAS Tajshan

Ibn Taraszena

El Trocadero

Baikal's

Shangrila

Mosri Al

Dahab

El Trocadero

AUT DEN GER POL AUT AUT GER AUT AUT GER AUT

Bronze

FA Moonshadow

Erasmos

Emaril

Mosri Al

Dahab

El Trocadero Enzo Zahim's Navii

Rosaleda

Qahira

TA Aleya Elgoriusz Erogant

DEN AUT AUT GER AUT AUT GER AUT AUT POL NED

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59


Sport

rican “Original”: “Mounted Native Costume”.

Well, the costumes have nothing to do with

Arab tradition, nor with "native" costumes.

But they are colourful to look at! Here, too,

the horse's character must be suitable that

it can cope with all the tassels and pompons,

the glittering and tinkling. The test itself is

only ridden at walk and canter, overtaking

is allowed. Here Oliwia Kowal won the gold

medal with Elgoriusz (Medalion / Elgora)

*2017, who - only 4 years old - did his job really

well! Silver went to compatriot Korab (Pegasus

/ Kabala) *2012 with Marta Kulczynska

in the saddle, and third place, and thus the

bronze medal, went to Mosri Al Dahab with

Emma Dorn. Perhaps one more word about

the costumes, which are usually not “off the

shelf”, but rather self-made! Grannies, mothers

and aunts are hired to tailor the costumes

for horse and rider - and the results are

impressive (and are also evaluated), because

the times when a bed sheet could serve as a

“Bedouin cloak” are long gone!

Another "costume class", if you want to call it

that, is the class for the ladies in the side saddle.

Unfortunately this time only three female

riders competed, so that the participants

from the classic and western sections had to

start together. This elegant riding style is a

feast for the eyes and for that alone it deserves

a place at this European championships.

The winner was Sarah Gollowitzer with Lilian

(Chalef Ibn Madour / Elerna) *2002, who rides

in classic style, ahead of Barbara Kristen with

Rosaleda Qahira (Valeroso Qahira / Shirina

Carisma) *2010 and Karin Lenhard with El

Trocadero (Psyrasic / Kashida) *2008 - the last

two started in Western outfits.

The Western Disciplines

Of course, the Western riders also have their

pleasure class, the Western Pleasure, i.e. “the

mother” of all pleasure classes. However, the

judges should be careful not to slip into American

Western Pleasure, where “slow” counts

more than “keeping the correct beat”. The

experienced Loggia (Alert / Laranda) *2011,

who was bought as a two-year-old by Petra

Dries in Poland, advanced this year to the

most successful horse of the championships

with three gold medals, ridden and trained

by Susanne Schuh! With this year's gold medals

in Western Pleasure, Trail and Western

Allround, she has won a total of nine medals

at the European Championships in the last

three years.

Like last year, the silver medal went to MM

Sandrine (QR Marc / Sayonara El Bri) *2010

under Mario Matt, a mare with a lot of

self-carriage, who looks very elegant under

her rider. Bronze then went to Enzo (Saragon

/ Emina) * 1997 under Tina Schatz, who at the

age of 24 also received the prize for the oldest

participant in the tournament.

Reining was a bit of a concern this year. A

few years ago it had around 10 starters, but

has now shrunk to three. In the preliminaries

it didn't look much different either: In the

Advanced Reining, three starters, one with

You can always rely on her: Baikal's Shangrila (Baikal) achieved the Silver Medal in Ranch

Riding. - Auf sie ist immer Verlass: Baikals Shangrila holte sich Silber in der Ranch Riding.

a “Zero Score”, one disqualified. In the "Qualifier"

Susanne Schuh, Silver to El Trocadero with Ka-

there were five starters, one of them rin Lenhard in the saddle, a pair that we know

with a "Zero Score". Finally, there were three from the Ladies Sidesaddle competition, and

starters left at the European Championship, the bronze medal went to Rosaleda Qahira

however, at least they were all really worth under Barbara Kristen. This mare won this test

seeing: CH Silverlight (Azjaa / Silver Riole) last year with David Grandits in the saddle.

*2004 under Verena Böckle, who was best in That leaves the All-round ranking. This includes

the Qualifier, Zahims Navii (Zid Ibn El Zahim

the tests at the level of the Austrian Na-

/ India) *2010 and WAS Tajshan Ibn Taraszena

tional Championships and the horses have

(Zid Ibn El Zahim / Taraszena) *2009, both to participate in the "Type & Conformation"

under Martin Pauli, in second and third place

class. Then the individual results of all All-

in the qualification run. The only question round tests are added up to determine the

now was who gets which medal? Finally, Gold most versatile Arabian - for Classic and Western

went to CH Silverlight for the second time after

separately. Actually, this rating should

2019, Silver went to Tajshan, after Bronze emphasize on exactly the characteristic that

in 2015 this was his first silver medal in this distinguishes the Arab in particular, i.e. his

discipline, and Bronze went to Zahim’s Navii, versatility. Unfortunately, the versatility in

who won the silver medal for the last two the classic category is somewhat watered

years. All three horses and riders came from down because dressage and all the pleasure

Germany, which topped up the German medal

classes test roughly the same criteria. As long

table!

as there are no jumping competitions or even

In Ranch Riding, which has been a discipline cross-country competitions, this is only "half"

of the European Championships since last an all-rounder. It looks different in the western

year, the classes were finally full again, which

category - but that's where the idea co-

also reflects the popularity of this discipline. mes from. Reining, trail, the various pleasure

WAS Tajshan Ibn Taraszena showed a great tests and ranch riding are all part of it, so that

performance in the qualifying run with 223.5 one can truly speak of "versatility" here. Erasmos

points - but in the final he only achieved the

won in the "Classic Allround" ahead of

thankless fourth place. CH Silverlight, in second

Mosri Al Dahab and Elgoriusz. In the Western

place in the qualification, made it to Allround, Loggia was in front of El Trocadero

the top in the final and successfully defended and Erogant under Monica von Duyvenbode,

its gold medal from last year! The silver and Netherlands.

bronze medals went to two horses from the For the 5th time, the European Championship

Fronleitenhof in Austria, to the proven and

has now taken place in Wiener Neustadt,

always reliable Baikal's Shangrila (Baikal / on the WTC Schulz facility, and one almost

Desert Safanad) *2006 under Camilla Haberl, has the feeling that it has always been here.

while Bronze went to the beautiful TA Aleya Let's hope, it will stay here for many more years,

(Kordelas / Altea) *2012, imported from the

because besides all sporting ambition, it

US, and ridden by Susanne Schuh.

is above all a "feel-good tournament" where

After Reining, the Trail is the second “supreme you can have fun and meet nice people. And

discipline” and a discipline in which the Arab make a note of it today - the date for the European

can really score! This test also had over 10 participants

Championship 2022 has been shifted

in the preliminary runs, and the first to later in the year and will now take place

and second places were the same here and from September 1st to 4th, 2022!

there: Gold went to the proven Loggia under

Gudrun Waiditschka

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History

Sport



1 - Mosri Al Dahab (Dahab / Mosila) mit Emma

Dorn - Gold in Classic Pleasure, Silber in

Hunter Pleasure, Bronze in Traditional

Arabian Riding

2 - Erasmos (Ainhoa St. Faust / Estylia) mit Daniela

Entner - Gold in Hunter Pleasure, Silber

in der Dressur, Bronze in Classic Pleasure

3 - FA Moonshadow (Marajj / GF Kavadis) mit

Helena Jody Byrne - Silber in Classic Pleasure,

Bronze in der Dressur

4 - Lilian (Chalef Ibn Madour / Elerna) mit Sarah

Gollowitzer - Gold in Ladies Sidesaddle

5 - Emaril (WH Justice / Edelmira) mit Claudia

Kohlhammer- Bronze in der Hunter

Pleasure.

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Deutsche Meisterschaft im Distanzreiten

Schwere Strecke

Distanzsport

Neue deutsche Meisterin im

Distanzreiten ist Heike Ganster

mit ihrem 11-jährigen

Partbred-Araber Aurières

D’Aurières.

Jugendmeisterin wurde

Nayla Al Samarraie mit der

selbst gezogenen 9-jährigen

Shagya-Araber-Stute

Shadiia al Samarra.

Die neue deutsche Meisterin im Distanzreiten Heike Ganster mit ihrem

Partbred-Araber-Schimmel Aurières d'Aurières (v. Pyrrus des Biolets ox).

Foto: Jan Krischnik / horse-endurance.de

Ausgetragen wurden die Meisterschaften

am 13./14. August im Rahmen

der Alheimer Challenge im hessischen

Rotenburg an der Fulda, gelegen in

einer anmutigen Mittelgebirgslandschaft

mit bewaldeten Gipfeln und weiten Feldern

an Berghängen, die sich sanft geschwungen

der Flussaue zuneigen. Fachwerkhäuser

und mittelalterliche Festungen wie Schloss

Ludwigseck (die Schlossherrin half als Tierarztschreiberin),

welches sich direkt an der

Rittstrecke befindet, sorgen für romantisches

Ambiente. Er habe bewusst keine GPS-Daten

veröffentlicht, sagte Veranstalter Ahmed Al

Samarraie, damit man den Blick durch die

Landschaft schweifen lassen und den Ritt

genießen könne. Das war dank der akribisch

angebrachten Markierungen, die ein Verreiten

nahezu unmöglich machten, nicht zu viel

versprochen.

Alles andere als ein Spazierritt

Dennoch wurde der Wettkampf alles andere

als ein Spazierritt. Die Challenge war, was ihr

Name besagt: eine Herausforderung!

Dass am Ende von zwölf DM-Teilnehmern

nur eine Finisherin übrigblieb, hatte viele

Ursachen. Die Strecke war mit bis zu 1.220

Höhenmetern technisch anspruchsvoll.

Doch wer hier zu einer Meisterschaft angereist

war, wusste das. Jürgen Deneke, der mit

seinem Kabardiner Abu antrat, formulierte

es im Vorfeld so: „Die Strecke ist wohl mit

der anspruchsvollste 160er in ganz Europa.“

Manchem Pferd fehlten vielleicht pandemiebedingt

die Vorbereitungsmöglichkeiten

durch Aufbauwettbewerbe, vor allem auch

im Vorjahr. Andere Teilnehmer hatten einfach

Pech. Auch die unter Mittag sehr heißen Temperaturen

auf Wegstrecken, die im Fuldatal

keinen Schatten boten, machten Pferden und

Reitern zu schaffen.

Start im Morgennebel

Beim Start um 5:00 Uhr war es jedoch noch

kalt und dunkel. Erst als die Reiter bereits

auf der zweiten Runde und beim Aufstieg zu

Schloss Ludwigseck waren, fand die Sonne

ihren Weg durch den sich lichtenden Hochnebel.

Zu diesem Zeitpunkt waren noch alle

Starter im Rennen. Veit Koppe mit Priz hatte

sich gemeinsam mit Nico Helta an die Spitze

gesetzt, gefolgt von Bettina Nonnenmacher

mit JG Narma und Heike Ganster mit Aurières

d’Aurières, die ihren ursprünglichen 20-Minuten-Abstand

aus Gate 1 kontinuierlich

verringerten. In etwa 10-Minuten-Abständen

folgten die anderen Teilnehmer, zunächst

Annekatrin Schmidt mit Sindjar al Khalediah,

dann Nicole Klawitter mit Appolonia

(die leider schon im nächsten Gate ausfiel).

Ihnen folgten Jürgen Deneke mit Abu und

Anja Klein mit Claire de Lune, darauf Tatjana

Stammen mit B Black Vision. Die Nachhut

bildeten Claudia Bretthauer mit FE Sherifa

und Silke Müller mit Karida, für deren Pferde

es der erste Hundertmeiler war (leider kam

für Silke Müller im 3. Gate das Aus). Stefan

Mönninghof auf Prinzess M. war falsch abgebogen

und hatte bereits den Anschluss

verpasst, bevor sich seine Vollblutstute im 2.

Gate nicht weiterqualifizieren konnte. Leider

kam hier aufgrund einer scheuernden Gamasche

auch schon das Aus für Nico Heltas

White Paoblo.

Aufholjagd bei 28 Grad

In Gate 3 lagen Bettina Nonnenmacher und

Heike Ganster nur noch zwei Minuten hinter

Veit Koppe und schlossen auf der vierten

Runde zu ihm auf. Als die Spitzengruppe um

16:28 Uhr bei Kilometer 120 ins 4. Gate kam,

herrschte schwül-heißes Wetter mit Temperaturen

um die 28°C. Bettina Nonnenmacher

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

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musste ihre Stute zweimal vorstellen und

wurde dann leider wegen einer Gangunreinheit

aus dem Wettbewerb genommen. Aus

dem gleichen Grund konnte sich Veit Koppes

Priz in der obligatorischen Re-Inspektion

nicht weiterqualifizieren.

Dabei kam die Frage auf, ob es ihm mit einem

wohlwollenden Hinweis der Tierärzte

gestattet gewesen wäre, den Ritt hier in der

Wertung zu beenden, da er national startete

und diese Möglichkeit in der Ausschreibung

gegeben war. Die Antwort des Veranstalters

lautet Nein.

Hätte der Reiter vorzeitig beenden wollen,

hätte er dies vor der ersten tierärztlichen

Untersuchung im Gate kundtun müssen. So

geschehen bei Claudia Bretthauer und FE

Sherifa, die den LDR national bei 120 km in

der Wertung beendete. Heike Ganster ging

als Erste auf den vorletzten Loop.

Nur zwei Minuten dahinter heftete sich jetzt

Tatjana Stammen mit B Black Vision an die Fersen

der Führenden. Zehn Minuten später folgten

Jürgen Deneke und Anja Klein. Annekatrin

Schmidt lag eine halbe Stunde dahinter.

Taktisch klug setzte Jürgen Deneke auf dieser

Runde zur Aufholjagd an. Während die

Abstände zwischen den übrigen drei Teilnehmern

nahezu unverändert blieben, zog

er an Heike Ganster vorbei und erreichte mit

knapp neun Minuten Vorsprung das letzte

Gate, wobei sein Tempo mit 10,67 km/h

durchaus moderat war.

Bedauerlicherweise entschieden die Tierärzte

in der Re-Inspektion, das Paar nicht weiterreiten

zu lassen. Nach einem umsichtigen Ritt

und der erkämpften Spitzenposition so spät

im Wettbewerb auszuscheiden, ist schmerzhaft.

Ähnlich erging es Annekatrin Schmitt,

deren Sindjar al Kalediah bereits die erste

Tierarztkontrolle nicht passierte. Anja Klein

mit Claire de Lune entschloss sich hier, den

LDR bei 140 km in der Wertung zu beenden.

Knappes Finish im Dunkeln

Für den Start in die letzte Runde entschied

sich Heike Ganster, auf Tatjana Stammen zu

warten, die dreieinhalb Minuten hinter ihr

lag, auch da absehbar war, dass es auf den

letzten Kilometern vollständig dunkel sein

würde.

Um 22:15:54 war es endlich so weit! Heike

Ganster und Aurières d’Aurières überquerten

die Ziellinie und konnten sich fünf Minuten

später nach bestandener Nachuntersuchung

Deutsche Meister im Distanzreiten 2021 und

Sieger im CEI*** nennen!

Drama um B Black Vision

Tatjana Stammen überquerte mit B Black Vision

das Ziel nur einige Pferdelängen dahinter.

Doch die Freude über den Vizemeister-Titel

und den vermeintlichen Sieg im LDR 160

km hielt trotz bestandener Nachuntersuchung

nicht lange an: Als die Tierärzte die bei

FEI-Ritten (auch bei Pferden, die keineswegs

zu schnell geritten worden sind) gängige

Empfehlung gaben, das Pferd an den Tropf

zu hängen, dachte niemand daran, dass dies

3/2021 - www.in-the-focus.com

zwar bei CEIs üblich, laut VDD-Reglement jedoch

verboten ist. Hier darf bis zu zwei Stunden

nach Zieleinlauf nicht behandelt werden.

Als es auffiel, war es bereits zu spät, und seitens

des VDD wurde entschieden, die Reiterin

zu disqualifizieren.

Warum musste ausgerechnet in diesem

Punkt, wo es ausschließlich zum Nachteil der

Reiterin gereichte und dem Pferd eine verdiente,

hart erkämpfte Leistung aberkannt

wurde, das nationale Reglement Anwendung

finden, nachdem seitens des Veranstalters

ansonsten strikt nach internationalem Reglement

verfahren wurde? Wäre eine solche

Paragraphen-Reiterei aufgrund einer unüberlegt

wohlgemeinten Fürsorge für das Pferd

wirklich nötig gewesen? Ich lasse die Frage

offen. Ein Wermutstropfen für den Wettbewerb

war es allemal.

Nayla Al Samarraie mit Shadiia al Samarra

wird wieder deutsche Jugendmeisterin.

Start-Ziel-Sieg bei der Jugend

Solche Dramen blieben bei Deutschen Jugendmeisterschaft

am Vortag, zu der sechs

Starterinnen angetreten waren, zum Glück

aus.

Nayla Al Samarraie mit Shadiia al Samarra und

ihre Trainingsgefährtin Alexandra Weiz mit

Oktavia al Samarra absolvierten den gesamten

Ritt gemeinsam, gingen von Anfang an in

Führung und gaben diese niemals ab. Auch

Daria Rosenthal mit Classic Hope und Lara

Schulze mit Courage hatten sich ursprünglich

gemeinsam auf den Weg gemacht. Im Laufe

des zweiten Loops zog Daria Rosenthal mit

ihrem Traber jedoch davon und rückte näher

an die Spitzengruppe heran, während ihre

Mitreiterin zurückfiel und gemeinsam mit

Liliana Ruml auf Samuraj ibn Samal und Hannah

Gmeiner auf Achill AB ins 2. Gate kam.

Vier Minuten nach dem führenden Duo ging

Daria Rosenthal auf die dritte Runde, eine

Viertelstunde später die drei übrigen Starterinnen.

63

Auf diesem Loop ritt das Führungs-Duo siebzehn

Minuten auf ihre Verfolgerin Daria Rosenthal

heraus. Nur sechs Minuten hinter dieser

kamen Hannah Gmeiner und Lara Schulze

gemeinsam ins 3. Gate, zwanzig Minuten darauf

Liliana Ruml, die sich jedoch nicht weiterqualifizieren

konnte. Leider nahmen die Tierärzte

in diesem Gate auch Lara Schulzes Pferd

aus dem Wettbewerb, sodass noch vier Teilnehmerinnen

auf die letzte Runde gingen.

Nayla verteidigt ihren Titel

Um 17:41 Uhr erreichten die beiden führenden

Reiterinnen das Ziel. Mit zwei Pferdelängen

Vorsprung finishte sich die amtierende

Jugendmeisterin Nayla Al Samarraie mit ihrer

Shaddiia al Samarra erneut aufs Siegertreppchen

und verteidigte ihren Titel aus dem

Jahr 2019 (2020 waren die Meisterschaften

pandemiebedingt ausgefallen). Bei sechs

Deutschen Jugendmeisterschaften in Folge

sicherte sich die junge Reiterin, die in der

kommenden Saison ins Seniorenlager wechseln

wird, somit zweimal Gold, zweimal Silber

und zweimal Bronze!

Vizemeisterin wurde Alexandra Weiz mit der

10-jährigen Oktavia al Samarra, die, wie auch

das Siegerpferd, aus der Zucht des Samarra

Shagya Araber Gestüts stammt und sich im

Besitz von Kristin Lindenbeck befindet. Jugendmeisterin

und Vizemeisterin belegten

damit auch Rang eins und zwei des CEI-J-YR**.

Knapp 25 Minuten später kam die Dritte der

Jugendmeisterschaft und Gewinnerin des

LDR 120 km Daria Rosenthal mit Classic Hope

ins Ziel. Der Traber, der seine Leistungsbereitschaft

sonst meist vor dem Sulky unter

Beweis stellt, war der jungen Reiterin von

Familie Böker zur Verfügung gestellt worden.

Auf Platz vier der DJM und als Zweitplatzierte

des LDR kamen Hannah Gmeiner und Achill

AB ins Ziel.

Den Pferden beider Deutscher Meisterinnen

wurde on top der Konditionspreis zuerkannt.

Grossartige Gastgeber

Wie so oft im Sport lagen bei dieser Veranstaltung

Triumph und Enttäuschung dicht

beieinander. Unbestritten bleibt jedoch,

dass die Familie Al Samarraie ein großartiger

Gastgeber war, dem es gelang, seinen eigenen

hochgesteckten Standards gerecht zu

werden und für eine angenehme, ja familiäre

Atmosphäre zu sorgen. Dazu beigetragen

haben sowohl viele Helfer als auch die

Kommunen, die Waldbesitzer, die Freiwillige

Feuerwehr, das THW, andere (die mir verzeihen

mögen, falls ich sie vergessen habe) und

nicht zuletzt die Anwohner, die den Wettbewerb

nicht allein duldeten, sondern auch

neugierig verfolgten.

Ahmed Al Samarraie sieht sich als Förderer

des Distanzsports. Er möchte Entwicklungsarbeit

leisten. Daher wurden im Rahmen

dieser perfekt organisierten Veranstaltung

weitere Wettbewerbe von der Kinderdistanz

bis zum CEI angeboten, über die jedoch aus

Platzgründen hier nicht berichtet werden ka

nn.

Miriam Lewin

Distanzsport


Senioren-EM und Jugend-WM in Ermelo

Gemeinsam ins Ziel

Distanzsport

Gemeinsam ins Ziel ritten Nayla Al Samarraie mit Warsana und

Alexandra Weitz mit Saiide al Samarra, die den 19. und 20. Platz bei

den Jugend-Weltmeisterschaften belegten.

Foto: privat

Bei den Europameisterschaften im Distanzreiten in Ermelo hat Bernhard Dornsiepen als

bester Deutscher Platz zwölf belegt. Mit seinem erfahrenen Bekele el Djem schaffte er die

160 Kilometer lange Strecke mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 18,01 km/h.

In Ermelo fanden zeitgleich auch die Weltmeisterschaften der Nachwuchs-Distanzreiter

statt. Hier belegten Nayla Al Samarraie mit Warsana und Alexandra Weitz mit

Saiide al Samarra die Plätze 19 und 20.

Bernhard Dornsiepen nahm bereits

mehrfach an Welt- und Eurpameisterschaften

teil. Der gelernte Pferdewirt

und Hufschmied bildet auch immer wieder

junge Pferde aus und bringt sie in den großen

Sport. So auch sein jetziges Spitzenpferde

Bekele El Djem, das er er dreijährig

gekauft und dann ausgebildet hat. 2017 ist

der Wallach seine erste 160-Kilometer-Strecke

gegangen. Bei den Europameisterschaften

2019 in Euston Park in Großbritannien

startete er mit Bekele und gewann dort gemeinsam

mit Jule Klingbeil und Merle Röhm

in der Mannschaft die Bronzemedaille. Über

sein Pferd sagt er: „Bekele ist eine Mischung

aus einem verträumten Minimalisten und

einem hochexplosiven Sprengstoff, aber

unglaublich liebenswert und sehr leistungsbereit.“

Der Sieg bei der EM in Ermelo ging an die

Spanierin Angel Soy Coll mit Warrens Hill

Chayze. Sie ritten die 160 Kilometer mit einer

Jugend-WM in Ermelo

Die Nachwuchs-Distanzreiter starteten in

Ermelo über eine Strecke von 120 Kilometern.

Nayla al Samarraie aus Rotenburg an

der Fulda und ihre Teamkollegin Alexandra

Weitz waren gemeinsam auf der Strecke

unterwegs und kamen auf Platz 19 und 20

knapp hintereinander ins Ziel. Die 20-jährige

Nayla Al Samarraie ist amtierende Deutsche

Jugendmeisterin, Alexandra Weitz Vize-Meisterin.

Mit ihren Pferden Warsana und

Saiide al Samara benötigten sie eine Reitzeit

von 6 Stunden, 52 Minuten und 17 bzw.19

Sekunden. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit

betrug 17,46 Kilometer in der Stunde.

Insgesamt kamen bei der Jugend-WM 38

Nachwuchs-Distanzreiter*innen ins Ziel. Der

Sieg ging in der Einzelwertung an die Vereinigten

Arabischen Emirate. In der Teamwertung

siegte die Mannschaft aus Frankreich

vor Malaysia und Belgien.

fn-press

© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021

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Durchschnittgeschwindigkeit von 20,99 Kilometern

in der Stunde (Reitzeit: 7 Stunden,

31 Minuten, 21 Sekunden). In der Mannschaftswertung

ging der Sieg ebenfalls nach

Spanien, vor Frankreich und Italien.

Bekele El Djem und Bernhard Dornsiepen lagen

nach 160 km auf Platz 19 bei den Europameisterschaften.

Foto: M. Mulder


Termine 2021 / 2022 / Shows & Events 2021 /2022

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8.-10. Oktober

2021

16.-17. Oktober

2021

30.-31.

Oktober2021

neuer Termin!

10.-12. Dez. 2021

HLP des VZAP Mertingen /DE www.vzap.org

Brussels Arabian Masters Brussel / BE www.ecaho.org

Europa-Championat Italien www.ecaho.org

Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org

2022

Mediterranean and Arab

25.-26. Juni 2022

countries show

Menton / FR

www.ecaho.org

27.-28. August

UKIAHS

2022

N.N. / GB www.ecaho.org

1.-4. September

2022

8.-10. September

2022

24.-25. September

2022

29.-30. Oktober

2022

9.-11. Dezember

2022

Europa-Championat der Sport-

Araber

Wiener Neustadt / AT

www.friends-of-arabiansporthorses.at

Middle East Championships Amman / JOR www.ecaho.org

All Nations Cup Aachen / DE www.ecaho.org

Europa-Championat N.N. / BE www.ecaho.org

Welt-Championat Paris / FR www.ecaho.org

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Übersetzungen / Translations:

Gudrun Waiditschka

Mitarbeiter dieser Ausgabe /

Contributors to this issue:

Alexandra Dietl, Betty Finke, Birgitta Frosch,

Bruno Furrer, Miriam Lewin, Solveig Söding,

Yvonne Wernig

65

Fotografen / Photographers:

Gregor Dalibor, Doris Dobetsberger, Betty

Finke, Birgitta Frosch, Elisabeth Furrer, Jan Krischnek,

M. Mulder, Monika Pehr, Nicole Sachs,

Solveig Söding

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© 2021 IN THE FOCUS, G. Waiditschka


Vorschau - Preview

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Ausgabe 4/2021 - erhältlich Ende Dezember 2021

Issue 4/2021 - available at the end of Dezember 2021

Die Hengstleistungsprüfungen der beiden Verbände VZAP und

ZSAA gehen wieder getrennte Wege. Wir berichten von beiden

Veranstaltungen in Luhmühlen und Mertingen.

Die "alten deutschen Linien", die nach dem Zweiten Weltkrieg

den Grundstock der Araberzucht in Deutschland bildeten, sind

durch die Globalisierung und Konzentration auf einen "modernen

Typ" ins Hintertreffen geraten. Deshalb sollen sie in der

nächsten Ausgabe besonders hervorgehoben werden.

The "old German lines", which formed the basis of Arabian horse

breeding in Germany after the Second World War, have fallen behind

due to globalization and the concentration on a "modern type".

That is why they will be highlighted in the next issue.

Elke Wilfart von EM Arabians hat sich besonders der Zucht alter

deutscher Linien gewidmet und hat uns ihre Schätze gezeigt. Diese

Pferde verkörpern den klassischen alten Typ und verdienen eine

Renaissance!

Die Russen kommen! In den letzten Jahren wurden wieder vermehrt

Pferde aus dem russischen Gestüt Tersk nach Westeuropa importiert.

Wir beleuchten, was es damit auf sich hat, und welche Hoffnungen

und Erwartungen damit verknüpft sind.

The Russians are coming! In the last few years horses from the Russian

stud Tersk have returned to Western Europe imported.

We shed light on what this is all about, and what hopes and

expectations are associated with it.

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© ARABISCHE PFERDE - IN THE FOCUS 3/2021


Der Araber -

das vielseitige Sport-Pferd

Fotos + Grafik: G. Waiditschka / IN THE FOCUS

www.araber-sportpferde.de

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