04.10.2021 Aufrufe

SPORTaktiv Oktober 2021

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OKT/NOV 2021

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

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SCHNELLER?

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VOM WANDERN

UND ABHEBEN

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Christoph Strasser

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Gewinner und Rekordhalter

Weltbester Ultraradsportler

Aktueller Weltrekord

In 24 Stunden

1026,215 km

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Der Kia EV6.

Voll elektrisch.

Inspiration ist kein Stillstand. Sie kommt zu uns, wenn wir uns bewegen, unser Umfeld verändern und

frische Eindrücke zulassen. Wenn wir eigene Wege beschreiten und Platz für Neues schaffen. Deshalb

haben wir ein Auto entwickelt, das jeden Tag neue Perspektiven eröffnet: Der Kia EV6. Voll elektrisch.

CO 2 -Emission: 0 g/km, 21,9-16,5 kWh/100km, Reichweite: bis zu 528km 1)

Symbolfoto. Abbildung zeigt Sonderausstattung. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. 1) 0 g/km setzt Nutzung von Strom aus 100% regenerativen Quellen voraus. Angeführte

CO2-Emission und kWh/100km gemessen laut WLTP-Testzyklus. 21,9 kWh/100km gültig für den Kia EV6 mit GT Upgrade. Dieser Wert wird im Jahr 2022 final homologiert. Änderungen vorbehalten.

Reichweite und Energieverbrauch abhängig von Faktoren wie z. B. Fahrstil, Streckenprofil, Temperatur, Heizung/Klimatisierung, Vortemperierung.


EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

STOLPERN

MUSS SEIN

BE REFLACTIVE

Foto: Thomas Polzer

Die Überraschung ist ihm gelungen. Viel war spekuliert worden darüber,

was Marcel Hirscher in Zukunft machen wird, ob er vielleicht doch ein

Comeback auf den Pisten gibt. Ende September hat er in Kaprun die Katze

aus dem Sack gelassen und seine eigene Skimarke vorgestellt. „Vandeer“

– eine niederländisch-englische Namensmischkulanz, die übersetzt „von

Hirsch“ bedeutet. Dabei hätte Hirscher, der achtfache Gesamtweltcupsieger,

zu Hause sitzen bleiben können und seine Kristallkugeln zählen. Er

hat aber wieder was Neues gemacht.

Nicht immer das Gleiche machen, nicht mit dem Strom schwimmen,

nicht bloß „more of the same“ – das ist auch die Aufgabe von uns Journalisten,

die uns von den digitalen Echokammern unterscheidet, in denen

wir nur lesen und hören, was uns eh schon immer interessiert hat. Meinungsbildung

gehört zu unseren Grundaufgaben, also stellen wir datenbasierten

Algorithmen ein Haxl und lassen unsere Leser über etwas Neues,

Unerwartetes stolpern. Wie in dieser Ausgabe gleich zu Beginn einmal

kein Profi-Sportler zu Wort kommt, sondern der Mann, der für uns Usain

Bolt, Kilian Jornet, Felix Gottwald und Co. interviewt hat. Seine spannenden

Erkenntnisse lest ihr ab Seite 12. Und wir haben uns dem Thema

Pumptrack in aller Ausführlichkeit gewidmet, einem urbanen Zweiradtrend,

der Spaß und Sport wunderbar miteinander verbindet. Der kluge

Landwirt baut ja auch nicht auf einem Feld jedes Jahr das Gleiche an, weil

er damit den Boden auslaugen würde. Wir würden mit dem immer Gleichen,

das man überall anders lesen kann, unsere Leser auslaugen.

Auf der anderen Seite wollen wir aber auch unsere Stammleser nicht

überfordern oder vergraulen. Darum gibt es natürlich Tipps, wie ihr euch

sinnvoll und gesund ernährt, wie ihr euren Laufstil verbessert und was

sich auf dem Materialsektor tut. Wir haben ja schließlich keine Kristallkugeln,

die wir zählen könnten ...

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INHALT

TOP-STORY

FIT

12 DER SPORT RETTET UNS

Axel Rabensteins Erkenntnis aus 70 Sportler-Interviews

20 MACHT LOW CARB SCHNELLER?

Was dran ist am größten Food-Trend des Jahrtausends

24 WUNDERWERK IN DER LINKEN BRUST

Nicht nur Ausdauer-, auch Krafttraining stärkt das Herz

30 6 WEGE ZUM AKTIVEN DURCHSCHNAUFEN

Jetzt ist die Zeit um aktiv Kraft für neue Ziele zu tanken

RUN

40 VOLL AUF DER HÖHE

238 Lauf-Kilometer über die Alpen – Transalpine Run hautnah

44 STIL MACHT SPASS

Wie man die Ökonomie beim Laufen verbessert

48 LICHT AN!

Darauf sollte man beim Kauf einer Läufer-Stirnlampe achten

BIKE

56 „DAS IST ERST DER ANFANG“

Wie die Rad-Branche durch Hochs und Tiefs der Krise kurbelt

62 SCHRÄGE ZUKUNFT

Wie entsteht eigentlich ein Pumptrack?

68 KÖNIG STELVIO DIKTIERT DIE MODE

Eine Bekleidungsgeschichte im gemäßigten Renntempo

62

OUTDOOR

82 WANDERN UND WEIN – FEIN!

Mit allen Sinnen auf Erkundungstour in Slowenien

88 DURCHBLICK IM MATERIAL-DSCHUNGEL

Softshell, Hardshell, 3L – welche Jacke für welche Tour passt

96 MILES & MORE

Abheben nach dem Aufstieg? So geht Hike & Fly

PRO

40

106 DIE KRAFT DES WIDERSTANDS

Bettina Plank und ihre unglaubliche Reise zu Olympia-Bronze

110 „JETZT GEHT ES SCHLAG AUF SCHLAG“

Irene Fuhrmann, Frauen-Fußball-Teamchefin im Interview

115 IMPRESSUM

Fotos: www.andifrank.com, Transalpine Run/Gabriel Hauer

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LESERBRIEFE

LESERFORUM

LEGAL BIKEN

Wir kennen und lesen SPORTaktiv

schon seit vielen Jahren. Am

liebsten lesen wir die Berichte

über Ernährung, Gesundheit und

Radfahren. Das Rezept für einen

Energieriegel haben wir uns vor drei

Jahren rauskopiert – er schmeckt

uns wunderbar und begleitet uns

immer auf Wander- und Radtouren.

Als Mountainbiker beobachten wir

die Entwicklungen und Geschichten

zum Thema „legal biken“ mit

großem Interesse.

Eva & Ernst Oswald , Söding

GLÜCKLICHE GEWINNER

Ich möchte mich für den tollen

Gewinn „Ein Aktiv-Wochenende

in St. Anton“ bedanken. Es war ein

unvergessliches Wochenende mit

meiner Frau und vielen Aktivitäten.

Wir sind gewandert und gelaufen

und haben die Berglandschaft auf

fast 3000 Metern Seehöhe genossen.

Ich freue mich schon auf die

nächste Ausgabe mit vielen für

mich interessanten Themen.

Andreas Strommer, Söding-St. Johann

WENIGER IST MEHR

Als Leser eures Magazins seit vielen

Jahren möchte ich zur Entwicklung

der Zeitschrift in den letzten Jahren

gratulieren. Von der Papierwahl bis

DU HAST LOB, KRITIK, FRAGEN ODER TIPPS FÜR UNS

UND ALLE LESER? DANN BIST DU HIER AM WORT!

SCHREIBE UNS AN LESERBRIEF@SPORTAKTIV.COM

ODER ONLINE AUF UNSEREN SOCIAL-MEDIA- KANÄLEN

AUF FACEBOOK UND INSTAGRAM. WIR FREUEN UNS

DICH KENNENZULERNEN UND SCHÄTZEN DEIN

FEEDBACK. DEIN SPORTAKTIV-TEAM.

zum grafischen Layout wirkt alles

sehr ansprechend, professionell

und leserfreundlich. Die Inhalte

sind mittlerweile sehr vielfältig,

was für mich Vor- und Nachteile

bringt. Einerseits öffnet es den

Blick auf andere Sportarten, die

persönlich vielleicht bisher nicht

so im Fokus stehen (es vielleicht

aber in Zukunft tun), andererseits

wird der Platz für das persönliche

Hobby dadurch natürlich etwas

eingeschränkt. Bei sorgfältiger

Auswahl der Beiträge – wie meist

geschehen – aber nicht unbedingt

ein Nachteil, da man sich über wenige

interessante Berichte oft mehr

freut als über eine Vielzahl nicht so

fesselnder Beiträge. Die Vielzahl an

Werbungen ist aus wirtschaftlicher

Sicht vermutlich ein Muss, wobei

eine Zusammenfassung zumindest

der Veranstaltungswerbungen sortiert

nach Datum für mich sinnvoller

und für den Leser praktikabler

erschiene.

Thomas Krejci, Graz

FEEDBACK

Schick auch du uns deine

Meinung oder einen Leserbrief.

Einfach den QR-Code

mit dem Handy scannen.

INSPIRATION

Ich fahre seit 25 Jahren mit dem

Mountainbike. Zuerst mit einem

Carbon-Hardtail, das nun schon

ein alter „Drahtesel“ ist. Euer

Magazin SPORTaktiv hat mich

in den letzten Jahren immer dazu

inspiriert, mir ein neues E-Mountainbike

bei meinem Händler vor

Ort zu besorgen. Es macht mir

großen Spaß, damit die Almhütten

und Radstrecken der Region zu

erkunden.

Hans Steigenberger, St. Lorenzen im

Mürztal

leserbrief@sportaktiv.com

Bitte für eine Veröffentlichung deinen vollen

Namen und den Wohnort angeben. Die Redaktion

behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.

BLEIB FIT.

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN IM ABO

Erhältlich bei Gigasport, Hervis, XXL Sports, ausgewählten freien Sporthändlern, den Top100

Radshops, in gut sortierten Trafiken sowie im Abo. Jahresabo mit 6 Ausgaben pro Jahr um € 19,90.

Abobestellung: 01-51414-800, abo@sportaktiv.com. www.sportaktiv.com

8 SPORTaktiv


DIE SPORTAKTIV

LESERCAMPS

EINE TEILNAHME AN EINEM SPORTAKTIV-CAMP ZAHLT SICH AUS: EUCH ERWARTEN

SPORTLICHE TAGE UNTER PROFI ANLEITUNG IN TOLLEN HOTELS ZU FAIREN PREISEN UND

JEDE MENGE SPASS BZW. LEBENSFREUDE. DER JÄNNER STARTET MIT EINEM LANGLAUF-

CAMP IN SAALFELDEN SOWIE EINEM SCHNEESCHUH-CAMP IN WALCHSEE. WIR FREUEN

UNS DARAUF, WENN WIR DICH DANN BEI DEM EINEN ODER ANDEREN CAMP BEGRÜSSEN

DÜRFEN. MELDET EUCH AN – WIR SEHEN UNS!

Fotos: TVB Saalfelden-Leogang/Sportalpen, Elias Jerusalem

SCHNEESCHUH-WANDERCAMP

13. BIS 16. JÄNNER 2022

findet in Walchsee in Tirol im

DAS WALCHSEE Sportresort statt

Mehr Info auf den Seiten 100/101

LANGLAUFCAMP

14. BIS 16. JÄNNER 2022

findet in Saalfelden im

Hotel Ritzenhof statt

Mehr Info auf den Seiten 86/87

SKITOURENCAMP

27. BIS 30. JÄNNER 2022

24. BIS 27. FEBRUAR 2022

27. FEBRUAR BIS 2. MÄRZ 2022

3. BIS 6. MÄRZ 2022

findet in Villach im

Themenhotel Karawankenhof statt

Mehr Info auf den Seiten 18/19

des Skitourenguides 2021/22

ALLE INFOS UNTER

WWW.SPORTAKTIV.COM

SPORTaktiv

9


10 SPORTaktiv


JUBILÄUM MIT

SIEBEN NEUEN

ABENTEUERN

Das Warten hat sich gelohnt –

Europas renommiertestes Outdoor-Filmfestival

startet nach

einjähriger pandemiebedingter

Pause zur 20. Auflage! Die sieben

Filme der Jubiläums-E.O.F.T.

2021 zeigen allesamt Athleten,

die sich ganz ihrem Entdeckergeist

verschrieben haben. Mit

der Alpinistin Caro North („I

am North“ – Bild) und der

iranischen Profi-Kletterin Kasim

Eshqi stehen zwei Frauen im

Mittelpunkt, die sich für ein

freies Leben und die Berge entschieden

haben. Der Abenteurer

Eliott Schonfeld begibt sich auf

die Suche nach einem Verschollenen

im Dschungel und

Extrem-Athlet Jonas Deichmann

wagt die extremste Challenge

seines Lebens – einen Triathlon

rund um die Welt.

Alle Helden zeigen, wie viel Inspiration

in der Welt da draußen

in jedem von uns steckt.

Premiere ist am 12. Oktober

in München und die Österreich-Premiere

am 13. Oktober

im Gartenbaukino in Wien.

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in Österreich unter:

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SPORTaktiv

11


NACHLESEN

Die Interviews mit Usain

Bolt, Hannes Arch,

Andrea Mayr, Anton

Krupicka und mehr

DER

SPORT

RETTET

Axel, du hast mehr als 70 Interviews für

SPORTaktiv verfasst, wer war der oder

die Beeindruckendste?

Schwer zu sagen, weil es 70 sehr verschiedene waren

und weil wir ja auch immer geschaut haben, dass wir

sehr vielseitig bleiben. Häufig haben mich die weniger

bekannten Namen mehr gefesselt als die Großen, die

extrem häufig interviewt werden und dadurch sehr abgezockt

sind. Der Bekannteste war zweifellos Usain

Bolt. Das war ein tolles Interview, das relativ offen und

ehrlich war. Von denen, die mich wirklich nachhaltig

fasziniert und gefreut haben, fällt mir Andrea Mayr

ein. Es ging über Schmerzen und sie liebt es, wenn es

wehtut. Das war ein sehr erfrischendes Interview. Der

mittlerweile verstorbene Hannes Arch fällt mir auch

ein. Der war sehr kantig und hatte viele gesellschaftliche

Aspekte, das ging weit über den Sport hinaus. Am

meisten am Herzen liegt mir wohl das mit Ultraläufer

Anton Krupicka.

Warum?

Der hat meinem Buch „Heldenstoff“ letztlich den Namen

verpasst. Also, dass jeder zum Helden werden

kann. Der hat auch Philosophie studiert, läuft viel alleine

durch die Gegend. Wie überhaupt Leute, die viel alleine

in den Bergen unterwegs sind, immer sehr reflektiert

sind. Er sagt in einem für mich so elementaren Zitat,

dass Flow für ihn die perfekte Verflechtung von

Leistungsfähigkeit und Geist ist. „Du fühlst dich wie ein

Held und in deinem Universum bist du auch ein Held.“

UNS

NORMALERWEISE ERSCHEINEN

AN DIESER STELLE TEXTE VON

AXEL RABENSTEIN. INTER-

VIEWS MIT SPORTGRÖSSEN

WIE FELIX GOTTWALD, ROB-

BY NAISH, IVICA KOSTELIC

ODER KILIAN JORNET. NUN

HAT ER AUS SEINEN MEHR

ALS 70 INTERVIEWS EIN

BUCH VERFASST. ZEIT, DEM

FRAGENSTELLER EINMAL

SELBST FRAGEN ZU STEL-

LEN. WAS ER VON DEN

STARS GELERNT HAT UND

WIE WICHTIG DER SPORT

FÜR DIE GESELLSCHAFT IST.

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR

12 SPORTaktiv

Foto: Thomas Bönig


Bei einem Superstar wie Bolt – lernt man da den

Menschen kennen oder den Sportler?

Bei Bolt schon den Sportler. Es saßen ja auch Berater

und der Pressesprecher dabei, das schafft automatisch

eine andere Situation. Bei ein, zwei Fragen hat der

Pressesprecher schon die Hand gehoben, Bolt hat noch

geantwortet, die Antwort dann aber gleich abgeschwächt.

Da ging es darum, dass er gerne mal sein Leben

lebt und abends einmal in den Club geht oder

vielleicht weniger als manch anderer trainiert hat, weil

er sagt, wenn ich immer nur diszipliniert bin, flippe

ich irgendwann aus. Wie viele Sportler, die jahrelang

alles geben und plötzlich einen Riesen-Eklat produzieren.

Oder Jan Ullrich, der plötzlich Ecstasy nahm, weil

er dachte, er verpasst irgendwas. Am Ende hab ich zu

„Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway

gefragt, weil ich gelesen hab, dass das sein Lieblingsbuch

ist. Da war er sehr entgegenkommend und

hat sich gefreut, weil es mal was anderes war. Wenn

man sich gut vorbereitet und Gedanken macht, wird

das honoriert. Gerade bei den Sportlern, die viele Interviews

geben.

Gibt es einen roten Faden, der alle Interviewpartner

miteinander verbindet. Eine Eigenschaft, die alle

mitbringen?

Alle haben diese bedingungslose Konsequenz um an

die Spitze zu kommen, weil es sonst gar nicht geht.

Was diese Sportler vereint, ist nicht nur die Disziplin

gegenüber sich selbst. Sondern auch die Konsequenz

gegenüber ihrem Umfeld. Viele Menschen gehen

Kompromisse ein, lassen sich den Willen anderer aufzwingen

und sitzen am Ende in einem Büro, in dem

sie gar nicht sein wollen. Bei diesen Athleten ist es anders:

Sie leben selbstbestimmt und verwirklichen sich.

Dabei ecken sie natürlich an. Aber dafür tun sie, was

sie wirklich tun wollen. Der Extremkletterer Herbert

Ranggetiner hat es wunderbar zusammengefasst. Er

sagte mir: Natürlich hat man eine Verantwortung seiner

Familie gegenüber. Aber man hat auch eine Verantwortung

seinen Träumen gegenüber.

Durchhaltevermögen schlägt also Talent?

Definitiv. Günter Bresnik hat in einem der Interviews

gesagt, es gibt eigentlich kein Talent. Natürlich gibt es

Anlagen, aber er sagt, ein großer Spieler gewinnt nicht

ein Match oder einen wichtigen Punkt, weil er genial

ist, sondern weil er den Schlag 10.000-mal gespielt

hat. Für Bresnik war Ernests Gulbis aus Lettland der

beste Tennisspieler, den er je trainiert hat, aber er hat

die Zusammenarbeit beendet, weil wenn es drauf ankam,

hatte er halt doch keinen Bock drauf. Um ganz

nach vorne zu kommen muss Anlage auf unbedingten

Willen treffen. Das spürt man bei diesen Leuten.

SPORTaktiv

13


Ironman Axel. 2019 finisht der

gebürtige Münchner auf Lanzarote

in 13 Stunden, 42 Minuten

und 25 Sekunden.

Was hast du für dich aus diesen 70

Interviews mitgenommen?

Mit Sicherheit die Entschlossenheit, etwas

unbedingt zu wollen, wenn man

was erreichen will. Zielstrebigkeit. Und

ich muss säen, bis ich ernten kann. Ich

bin als Sportler und als Mensch gereift

durch die Interviews und hab viel lernen

können. Das ging los mit Faris Al-Sultan,

damals Ironman-Weltmeister. Das

war 2007 überhaupt nicht zu fassen,

dass man, bevor man einen Marathon

läuft, irgendwas anderes machen kann.

Und 2019 hab ich auf Lanzarote selbst

einen Ironman gemacht, der als einer

der härtesten gilt. Vor 15 Jahren wäre es

mir körperlich sicher leichter gefallen,

aber ich war überhaupt nicht in der

Lage dazu. Zu verstehen, worum es da

geht, die Grenzen kennenzulernen, sich

zu freuen, wenn man an Grenzen stößt

um die anzunehmen und auch zu verschieben

– da hab ich mir sehr viel erklären

lassen. Ich schreibe mir auch am

1. Jänner immer Ziele in ein kleines

Büchlein und hake ab.

Macht dich das zufriedener?

Ja. Man kann das Leben dann schon in

eine Richtung lenken und gestalten und

es gibt mir Struktur. Man ist aufgeräumter.

Ich hab immer viele Ideen und mach

oft 10 Dinge halb. So mache ich weniger,

aber die dann richtig. Das hab ich

mir definitiv von diesen zielstrebigen

Sportlern abgeschaut. Das Schöne am

Sport ist ja auch, dass man mit sich und

seinem Körper so viel erleben kann und

den ganzen Besitz nicht braucht. Ich

zieh mir Laufschuhe an, renn durch den

Wald oder versuche eine neue Bestzeit

zu laufen und erlebe Emotionen wie

Wut, Zweifel, Euphorie komprimiert in

einer Stunde und lerne viel über mich,

es ist gesund, kostet ein paar Schuhe

und fertig. Dieses Pure, Reine, was man

mit sich anstellen kann, das ist vom

Sport schon sehr lehrreich.

JE MEHR EIN

SPORTLER ZEIT

ALLEINE VERBRINGT,

DESTO MEHR KANN

ER NACHDENKEN UND

DESTO REFLEKTIERTER

IST ER AUCH.

Dieses Reduziertsein auf den Selbsterhaltungstrieb,

wie Tony Krupicka

im Buch sagt, das ist es?

Ja. Wir sind im Endeffekt Trockennasenprimaten

– das kommt, wenn man bei

Wikipedia Mensch eingibt. Wir haben

uns weiterentwickelt, aber im Endeffekt

sind wir Primaten und der Körper ist ein

ganz wichtiger Teil von uns und wir sind

dafür gemacht uns zu bewegen. Felix

Gottwald sagt auch so schön, dass man

sich nicht mehr auf den Geist verlassen

kann, wenn man den Kontakt zum Körper

verloren hat, weil es einfach zusammengehört.

Und ich merk auch, wenn

ich rausgehe, dann kommen die Gedanken

auf mich zu, geradezu meditativ, ich

spüre, was mir wichtig ist. Ich hab einen

kleinen Sohn und denk mir, wie großartig

das ist, oder mir fällt ein, dass ich einem

Kollegen das und das mal sagen sollte.

Es wird alles ein bisschen reingewaschen.

Der Stress und die unwichtigen

Dinge das Tages fallen ab und es bleiben

sehr klare Dinge übrig, die echt sind.

Fotos: FinisherPix, privat

14 SPORTaktiv


Bei so vielen Interviews hast du

bestimmt auch ein paar Anekdoten

erlebt …

Ich war in Brasilien und hab einen Interviewtermin

mit Felix Baumgartner

bekommen. Handy hatte ich keines mit

und es war fünf Uhr morgens. Es war

auch kein Thema, das Gespräch zu verlegen,

weil ich froh war, dass ich das Interview

überhaupt bekomme. Ich stand

in so einer Hörmuschel, gar keine echte

Zelle und der Fernsprecher lief mit

Wertkarten. Eine hat nach Deutschland

für ca. vier Minuten gereicht. Ich hab

mir also einen Stapel gekauft, das Problem

war nur, dass man die während des

Gesprächs nicht wechseln konnte. Ich

musste Baumgartner also zu Beginn sagen,

dass ich alle vier Minuten auflege

und gleich wieder anrufe. Ich hatte

Angst, dass das nicht klappt, aber er hat

sich totgelacht und gesagt ich bin Extremsportler

und dann hab ich endlich

mal ein Interview unter extremen Bedingungen.

Hast du die Feststellung gemacht,

dass je mehr jemand erreicht hat,

desto weniger er oder sie beweisen

muss?

Ich glaube, das ist typenabhängig. Man

merkt schon, dass die, die viel erreicht

haben, abgezockter sind. Aber ich hatte

nicht das Gefühl, dass sich wer beweisen

muss. Ich hab die Gesprächspartner aber

auch immer sehr sorgfältig ausgesucht

und geschaut, dass sie schon ein bisschen

älter sind, weil sie mehr zu erzählen

haben. Ich schau auch, welche Interviews

es schon gibt, was die Leute so erzählen.

Es sollen immer Gesprächspartner

sein, wo du weißt, wenn du sie an

der richtige Stelle anpiekst, dann ist da

viel zu holen. Du merkst generell auch:

Je mehr ein Sportler Zeit alleine verbringt,

desto mehr kann er nachdenken

und desto reflektierter ist er auch. Das

hast du halt gerne bei Bergsteigern oder

vor allem auch Ausdauersportlern.

Bei Ausdauersportlern kommt man

dann aber auch um das Thema

Doping nicht herum.

HELDEN-

STOFF

heißt das Buch

des freien Journalisten

Axel

Rabenstein –

eine faszinierende Reise quer

durch die Welt des Sports mit exklusiven

Zitaten, Geschichten und

Geheimtipps aus 70 Interviews mit

Sport-Legenden.

axelrabenstein.com

Richtig. Ich hab im Buch zum Beispiel

keinen Straßenradfahrer. Angefragt hab

ich einige, aber die hatten einfach keinen

Bock auf Dopingfragen. Und wenn

ich mit so jemandem als Journalist rede,

komme ich um das Thema einfach nicht

herum. Nur der Triathlet Faris Al-Sultan

hat mir da geantwortet, das muss ich

ihm hoch anrechnen. Den hab ich gefragt,

ob er nicht mal Bock hätte sich zu

dopen, um zu sehen, wie schnell er dann

wäre. Und die Antwort war: voll. Und

dann ein bisschen im Scherz: Gegen

Ende meiner Karriere werfe ich mir russisches

Kampfpilotenamphetamin ein,

gehe zur Wettkampfleitung und sage,

Jungs ich bin voll drauf, aber ich mache

heute den Wettkampf mit und dann will

ich mal sehen, wie schnell es geht. Eine

hochbrisante Antwort, weil da könnte es

ja auch gleich heißen, Faris Al-Sultan

will Doping ausprobieren. Das war ihm

aber völlig egal.

Ob Usain Bolt, Noriaki Kasai oder die

„Huberbuam“ Alexander und Thomas:

Axel Rabenstein hat 70 Sport-Größen

auch für SPORTaktiv befragt.

Und welche Frage würdest du dir

stellen?

Hmmm. Vielleicht die, wie ich den

Sport generell sehe. Aus meiner Sicht ist

der Sport für die Gesellschaft ein lebenserhaltender

Mechanismus.

Wie das?

Ich seh immer wieder, dass sich die Leute,

obwohl es uns so gut geht, mit Ellbogen

beackern. Ich denke da immer an einen

Affenfelsen in Gibraltar, wo die Berberäffchen

draufsitzen und sich im weitesten

Sinn vertragen. Es geht aber

immer darum, wer darf höher sitzen

und mit wem. Und wir verhalten uns

teilweise nicht anders. Ich glaube, dass

wir uns als Menschen auch nicht anders

verhalten können, weil dieser Selbsterhaltungstrieb,

der Überlebensinstinkt in

uns drin ist. Darum wollen wir uns gegenseitig

übertreffen, das größere Auto

haben, die cooleren Freunde etc. Das ist

eigentlich der Überlebenstrieb. Wenn

ich nicht schön und stark bin, bin ich

prinzipiell vom Aussterben bedroht. Der

Sport ist nun eine Möglichkeit diese

Energie und diese Aggression zu kanalisieren

und auszuleben. Wir vergleichen

uns, es gibt klare Regeln, es gibt das Gebot

der Fairness und unter diesen Regeln

kann jeder über die Stränge schlagen

und zeigen, wie geil er ist. Manchmal

würde ich mir wünschen Donald Trump

und Wladimir Putin wären in einen

Boxring gestiegen und hätten so geklärt,

wer der Tollere ist, stattdessen reißen sie

Menschen mit ins Unglück. Ich denke,

der Sport rettet uns davor noch mehr so

zu sein, wie es in unserer Natur läge.

SPORTaktiv

15


8. BIS 11. DEZEMBER

PLANAI-SKITEST

Teste die neuesten Skimodelle von

Atomic, Salomon und Original+ bei

der Planai-Bergstation der Schladminger

Vier-Berge-Skischaukel.

Und hol dir ein Goodie-Bag mit

dem SPORTaktiv-Magazin und

Peeroton-Sportnahrung bei Bründl

Sports im Planet Planai ab.

www.bruendl.at

11. BIS 14. NOVEMBER

SPORTAKTIV-SCHWIMMCAMP

Die Kärnten Therme und das

Thermenhotel Karawankenhof sind

wieder Gastgeber des SPORTaktiv-

Schwimmcamps. Zielgruppe sind

Kraul-Einsteiger, die in vier Tagen

die Basis der Kraul-Schwimmtechnik

vermittelt bekommen.

www.sportaktiv.com/camps

TOP

EVENTS

OKTOBER | NOVEMBER | DEZEMBER

3. BIS 5. DEZEMBER

WINTER-BIKECAMP

Komm zum Winter-Bikecamp

nach St. Johann in Tirol

ins Explorer Hotel Kitzbühel.

MTB-Profis rund um Sprint-

Weltmeister Simon Gegenheimer

zeigen dir, was du bei

winterlichen Verhältnissen

beachten sollst, und geben dir

wertvolle Tipps.

www.explorer-hotels.com/

wintercamp

11. DEZEMBER

RISE&FALL IN MAYRHOFEN

„Vier Leute, ein Team, kein

Erbarmen“ heißt es bei diesem

extremen Auf und Ab für Skibergsteiger

und Mountainbiker (Rise),

Paragleiter und Skifahrer (Fall).

Der RISE&FALL in Mayrhofen

im Tiroler Zillertal ist einzigartig.

Neu: Single Race und Kids Race.

www.riseandfall.at

23. BIS 25. OKTOBER

KING OF KANZI

Der „King of Kanzi“ ist das Climbing-Festival

am Kanzianiberg im

Kärntner Finkenstein am Faaker See

– im sonnigen Süden Österreichs.

Im Kletterdorf abhängen, an Bewerben

teilnehmen oder Top-Vorträgen

lauschen: Es ist für alle Kletterbegeisterten

das Passende dabei.

www.kingofkanzi.at

Fotos: Veranstalter

16 SPORTaktiv


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Infektionen nach Impfstatus 12 – 17 Jahre

300

250

285,07

Nicht

(vollständig)

geimpft

200

150

100

50

22,13

Vollständig

geimpft

1.7. 8.7. 15.7. 22.7. 29.7. 6.8. 13.8. 20.8. 27.8. 02.9.

7-Tage-Inzidenzen, Datenstand 03.09.2021,

Datenquellen EMS/AGES-Covid-19 Datenbank und e-Impfpass

Die Zahlen zeigen ein deutliches Bild: Die Corona-Schutzimpfung verhindert einen Großteil der Infektionen,

schützt sehr effektiv gegen schwere Krankheitsverläufe und bremst die Weitergabe des Virus.

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FIT

Training – Gesundheit – Ernährung

Fotos: Getty images (2), Hervis/Helge Kirchberger Photography, Ninja-Warrior-Park

LOCKDOWN-FOLGEN

Ausgefallene Turnstunden und

Vereinssport-Verbote wirken sich

aus. Laut einer Studie von Sportwissenschaftern

der Uni Graz haben

Volksschulkinder in der Coronazeit

deutlich Gewicht zugelegt und Fitness

verloren. 764 Kinder von 7 bis

10 Jahren wurden dafür untersucht.

www.uni-graz.at

SPORTBAROMETER

Mit seinem „Sportbarometer“ nahm

Hervis das Sportverhalten der Österreicherinnen

und Österreicher unter

die Lupe. Während die Jungen (16–29

Jahre) am liebsten Kraft- und Gerätetraining

betreiben, stehen bei den 30

bis 49-Jährigen Wandern und Bergsteigen

ganz oben. Alle Ergebnisse:

www.hervis.at

NINJA-WARRIOR-PARK

„Jumpin Warrior“ heißt Österreichs

größter Ninja-Warrior-Erlebnispark, der

Ende September bei der SCS in Vösendorf

bei Wien eröffnet wurde. Sportliche

und Abenteuerlustige ab 10 Jahren

können dort ihre Fitness erproben – wie

die Vorbilder in den TV-Shows.

www.jumpin-warrior.at

SPORTaktiv

19


K

ohlenhydrate haben’s nicht

leicht. Noch um die Jahrtausendwende

waren sie

die Helden des Ausdauersports. Fett

macht fett, Kohlenhydrate machen

schnell, lautete das Credo. Seit einigen

Jahren aber ist alles anders. Nicht nur

Hollywood schwört auf Low Carb.

Auch prominente Ausdauerathleten wie

der Triathlet Jan van Berkel lassen den

Brennstoff mittlerweile so gut wie weg.

Aber was ist überhaupt dran am Mythos,

dass die Strategie wirklich schneller,

schlanker, gesünder macht?

Die Versprechen der Trend-Propheten

klingen verlockend: Verbesserter

Fettstoffwechsel. Geringere Abhängigkeit

von Kohlenhydraten. Purzelnde

Kilos. Optimierte Körperzusammensetzung.

Mehr Ausdauerleistung. Argumente,

die natürlich auch die Salzburger

Sportwissenschafterin und Diätologin

Judith Haudum kennt. Die

Generalsekretärin der Österreichischen

Gesellschaft für Sporternährung

(ÖGSE) betreut unter anderem Athletinnen

und Athleten im Olympiazentrum

Salzburg-Rif und Rennrad-Profis

auf der World Tour. Und sie hält mit

ihrer Skepsis gegenüber dem Hype

nicht hinterm Berg: „Low-Carb-Ernährung

ist nicht gesünder. Und sie ist

leistungsmindernd. Das wollen viele

noch nicht wahrhaben.“

Ein Apfel ist schon zu viel

Um zu verstehen, warum das so ist,

muss man sich die Low-Carb-Regeln

genauer anschauen. Und vor allem,

wie sie umgesetzt werden. 20 bis 30

Prozent der täglichen Kalorienmenge

dürfen dabei maximal aus Kohlenhyd-

Fotos: iStock

20 SPORTaktiv


aten kommen – der Rest aus Fetten

und Eiweißen. Bei einem 75 Kilo

schweren Ausdauersportler sind das

etwa ein Teller Nudeln und zwei

Scheiben Brot. Klingt machbar. Noch

weiter geht die sogenannte ketogene

Ernährung: „Da bin ich mit einem

Apfel schon fast über der erlaubten

Menge an Kohlenhydraten“, veranschaulicht

Haudum. Zu Beginn kann

diese Strategie durchaus erwünschte

Wirkungen zeitigen, etwa die versprochene

Gewichtsabnahme. Ausdauersportlerinnen

und -sportler graben

sich damit aber letztlich selbst das

Wasser ab. „Mit zu geringer Kohlenhydratzufuhr

habe ich keine schnell verfügbare

Energie. Darunter leidet meine

Trainingsleistung“, sagt Haudum.

Und nicht nur die: Gesundheitliche

Probleme würden sich bald einstellen,

das Immunsystem spielt nicht mehr

mit. Es kommt zu Erkältungen oder

muskulären Problemen, weil der Muskel

über eine lange Zeit nicht ausreichend

mit Energie versorgt wird.

Viele Athletinnen und Athleten

schaffen es nicht, sich auf Dauer ohne

Kohlenhydrate und fast ausschließlich

über Fette die Menge an Kalorien zu

VIELE AUSDAUERSPORTLER HABEN KOHLEN­

HYDRATE LÄNGST ZU IHREN NATÜRLICHEN

FEINDEN ERKLÄRT. ABER WAS IST EIGENTLICH

DRAN AM WAHRSCHEINLICH GRÖSSTEN FOOD-

TREND DES BISHERIGEN JAHRTAUSENDS?

VON MICHAEL WINDISCH

MACHT

LOW CARB

SCHNELLER?

SPORTaktiv

21


5 ERNÄHRUNGSMYTHEN

UND DIE NACKTE

WAHRHEIT DAHINTER

Lebensmitteln werden gerne Wunderwirkungen zugeschrieben. Dahinter

stehen oft wirtschaftliche Interessen von Produzenten. Aber welche

Behauptungen stimmen wirklich und dürfen verwendet werden – etwa

in der Werbung? Das reguliert die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

(EFSA). Hier ein paar ihrer Entscheidungen im Detail:

BEHAUPTUNG „Magnesium verringert Müdigkeit

und Erschöpfung“

Das sagt die EFSA: Stimmt. Zu wenig Magnesium kann sogar zu

Übelkeit und Schwindel führen.

BEHAUPTUNG „Olivenöl ist gut für die Herzgesundheit“

Das sagt die EFSA: Stimmt nicht. Es gibt etwa keinen erkennbaren

Zusammenhang zwischen Olivenöl-Konsum und guten LDL-Cholesterinwerten.

BEHAUPTUNG „Vitamin C ist gut fürs Immun system“

Das sagt die EFSA: Stimmt. Außerdem hilft es bei Müdigkeit und trägt

zu einem normalen Stoffwechsel bei.

BEHAUPTUNG „Glukose und Fruktose im Verhältnis

von 2:1 verbessern die Ausdauerleistung“

Das sagt die EFSA: Stimmt nicht. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen

Belege.

BEHAUPTUNG „Koffein erhöht die Ausdauerleistung“

Das sagt die EFSA: Stimmt. Dazu braucht es 3 mg Koffein pro

Kilogramm Körpergewicht eine Stunde vor der Belastung – das wäre

ein Espresso für eine 70 Kilogramm schwere Person.

besorgen, die sie im Trainingsmodus

wirklich benötigen. In manchen Fällen

führt das zu einem großen Energiedefizit

über Wochen hinweg. Internationale

Fachleute sprechen dann von relativem

Energiemangel (Relative Energy Deficiency

in Sports). In Österreich sei das

Problem noch kaum am Schirm, erklärt

Haudum. Die Folgen können aber gravierend

und nachhaltig sein. Sie reichen

von psychischen Problemen über Stoffwechselveränderungen

bis hin zum Ausbleiben

der Monatsblutung bei Frauen,

wie sie etwa auch bei Magersüchtigen zu

beobachten ist. Negative Auswirkungen

hat die veränderte Ernährung zudem auf

die Knochengesundheit: „Der Knochen

eines gesunden Sportlers wird durch die

Belastung eigentlich stärker. Aber durch

die reduzierte Kohlenhydratzufuhr findet

diese Anpassung nicht mehr statt.“

Ein Problem vor allem für Radsportler,

die ohnehin oft eine geringe Knochendichte

aufweisen.

Sauer in der Regeneration

Wenn nun durch Low-Carb-Ernährung

Kohlenhydrate zunehmend wegfallen,

dann verschiebt sich der Schwerpunkt

der Mahlzeiten fast zwangsläufig auf tierische

Produkte, etwa Milch, Fleisch

und Eier: Die aber sind – wenn auch

nicht geschmacklich, so doch für den

Körper – „sauer“. Das ist gerade in der

Phase der Regeneration kontraproduktiv.

Ihr Fett bekommt auch die Verdauung

ab: „Eine sehr fettreiche Ernährung

führt zu einer veränderten Darmflora.

Wir haben weniger Vielfalt in den

Darmbakterien und die in einer veränderten

Konzentration.“

Im Wettkampf: Zugriff verweigert

Wer sich trotz all der Risiken und möglichen

Nebenwirkungen durch die Wettkampfvorbereitung

gekämpft hat und

nun am Tag X an der Startlinie seines

Saisonhöhepunkts steht, sollte sich noch

nicht in Sicherheit wiegen. Denn spätestens

im Rennen werden Kohlenhydrate

benötigt. Wer allerdings eine lange Low-

22 SPORTaktiv


DER KÖRPER VERLERNT,

MIT KOHLENHYDRATEN

UMZUGEHEN. DAS BRAUCHT

SICHER VIER ODER FÜNF

TAGE ANPASSUNG.

Carb-Phase hinter sich hat, wird

Schwierigkeiten haben, seinen Organismus

schnell wieder für den süßen

Treibstoff empfänglich zu machen:

„Der Körper verlernt, mit Kohlenhydraten

umzugehen. Das braucht sicher

vier oder fünf Tage Anpassung“, warnt

Haudum. Was aber noch schwerer

wiegt: Studien hätten gezeigt, dass bei

Läuferinnen und Läufern, die zu wenig

Kohlenhydrate zu sich nehmen,

die Bewegungsökonomie zurückgeht.

Das führt zu einem erhöhten Energieverbrauch.

Wer dann aber die Gels,

die er im Marathon bei Kilometer 30

noch zu sich nimmt, nicht mehr gut

verwerten kann, dem droht sehr bald

der Mann mit dem Hammer.

Die Industrie freilich ist findig. Vor

einigen Jahren kamen die ersten Ketonpräparate

auf den Markt. Sie sollten

im Wettkampf dafür sorgen, dass

der Körper länger im Fettstoffwechselbereich

bleibt und sich seine kostbaren,

weil stark begrenzten Kohlenhydratreserven

bis zum großen Finale aufspart.

„Das ist aber nicht der Effekt,

der letztlich eintritt. Vielmehr verhindere

ich den Zugriff auf Glykogenspeicher“,

erklärt Haudum, warum sie von

Ketonprodukten nichts hält. Außerdem

gebe es hier große qualitative Unterschiede:

Ketonester, wie sie manche

Profis verwenden, hätten kaum Nebenwirkungen,

seien aber sehr teuer.

Ketonsalze, wie sie viele Amateure, inspiriert

von ihren sportlichen Vorbildern,

kaufen, seien zwar billig, hätten

aber viele Nebenwirkungen und führen

etwa zu Durchfall. „Erst vor Kurzem

habe ich auch ein Produkt gesehen,

in dem zur Hälfte Ketone und

zur Hälfte Salze drin waren. Das ist

wie ein gepanschter Wein.“

Also alles umsonst?

Heißt das, wer seine Kohlenhydratzufuhr

zurückschraubt, macht alles

falsch? Haudum relativiert: Es gibt

Phasen im Training – etwa im Grundlagentraining

oder auch nur einzelne

Tage, solche mit geringer Belastung –

an denen Low Carb positive Effekte

erzielen kann. Für ein Trainingslager,

einen Tag mit harten Intervallen oder

überhaupt auf lange Sicht ist die

Trenddiät aber nichts. Und doch beobachtet

die Diätologin: Wer sich

mehr mit Kohlenhydraten beschäftigt,

achtet bewusster auf sein Essen. Er

schaut etwa, wo wie viel Zucker drinnen

ist, lässt dann vermutlich verarbeitete

Produkte weg und fühlt sich auf

lange Sicht wohler in seiner Haut:

„Das ist ein schöner Nebeneffekt. Aber

dazu muss ich mich nicht gleich Low

Carb oder ketogen ernähren.“ Es reiche,

darauf zu achten, welche Kohlenhydrate

man zu sich nehme. „Wenn

ich da die Qualität verändere, werde

ich auch sehr bald eine positive Wirkung

bemerken.“

FEEDBACK

Wie ernährst du dich?

Low Carb? Ketogen?

Nichts davon? Schick

uns deine Meinung!

Fit im Herbst

mit Vitamin D!

Für ein starkes Immunsystem

benötigt der Körper

unter anderem eine ausreichende

Versorgung mit

Vitamin D.

Wissenschaftliche Studien zeigen

den Zusammenhang zwischen

Vitamin D-Mangel und Erkrankungen

wie z.B.

• Grippale

Infekte

• Müdigkeit

• Entzündungen

• Bluthochdruck

Zu einem Vitamin D-Mangel

kommt es, wenn die mit der

Nahrung aufgenommene oder im

Körper gebildete Menge für die

Versorgung nicht ausreicht. Durch

eine gezielte Vitamin D-Zufuhr

kann der Mangel ausgeglichen

werden.

Denken Sie deshalb an eine optimale

Versorgung mit Vitamin D

– das ganze Jahr über.

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entwickelt und produziert in Wien

Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke

(bilanzierte Diät) zum Diätmanagement bei Vitamin D-

Mangel. Nur unter ärztlicher Aufsicht verwenden.


DAS

VORFÄLLE MIT HERZSTILLSTÄNDEN IM

BREITEN- WIE IM HOCHLEISTUNGS-

SPORT LASSEN NACHDENKEN. WAS

MAN ALS FREIZEITSPORTLER ZUR

HERZGESUNDHEIT BEACHTEN SOLLTE,

HABEN WIR BEIM SPORTKARDIOLO-

GEN MANFRED WONISCH ERFRAGT.

NICHT NUR AUSDAUER-, AUCH KRAFT-

TRAINING STÄRKT DAS HERZ.

VON CHRISTOF DOMENIG

WUNDERWERK

IN DER LINKEN

BRUST

Allein wenn man sich die

Zahlen vor Augen führt:

Im Schnitt schlägt ein

menschliches Herz 100.000 Mal am

Tag, 36,5 Millionen Mal in einem Jahr

und nimmt man eine Lebenserwartung

von 80 Jahren an, insgesamt 2,85 Milliarden

Mal in einem Leben. Im Ruhezustand

von durschschnittlich Trainierten

schlägt es 60 Mal in der Minute,

aber bei Bedarf auch mit der dreifachen

Frequenz.

Der Anlass dieser Ratgebergeschichte

ist nun auch eine Weile her: trotzdem

könnte der (gut ausgegangene) Herzstillstand

eines austrainierten und gut

untersuchten Fußballprofis bei der

„Euro“ auch manche Hobbysportler

zum Nachdenken gebracht haben.

Schließlich hat man auch die Empfehlung

im Hinterkopf, sich als Sportler,

zumindest aber als Sporteinsteiger oder

-wiedereinsteiger ab 35 Jahren internistisch

checken zu lassen und sich vom

Arzt grünes Licht für die sportliche Belastung

zu holen. Aber macht das auch

jeder? In der Praxis wohl eher nur eine

Minderheit.

Und dann war auch noch der tragische

Todesfall eines 40-jährigen Halbmarathon-Teilnehmers

beim Vienna

City Marathon Mitte September, der

dieser (schon vorher fertiggestellten)

Geschichte noch weitere Aktualität

verliehen hat – und auch manche Aussage,

die wir vom Sportkardiologen

Manfred Wonisch zuvor schon eingeholt

haben, unterstreicht.

Jetzt im Herbst ist jedenfalls auch die

Saisonphase, um eine Bestandsaufnahme

zu machen und seinen sportlichen

Neustart zu planen. Gerade die aktuellen

Anlassfälle könnten dazu animieren,

um seinen Tag und Nacht aktiven

inneren „Hochleistungsmotor“ Herz

einem Funktionscheck zu unterziehen.

Den Ist-Stand feststellen

Die erwähnte Empfehlung, sich speziell

ab 35 Jahren internistisch untersuchen

zu lassen, hat einen klaren Hin-

Fotos: iStock

24 SPORTaktiv


tergrund, erklärt der Sportkardiologe

Manfred Wonisch: „Man unterscheidet

statistisch zwischen ‚älteren‘ und ‚jüngeren‘

Athleten mit der Grenze bei 35

Jahren. Bei Jüngeren sind es hauptsächlich

angeborene Herzmuskelerkrankungen,

Herzmuskelverdickungen,

teilweise Herzmuskelentzündungen

oder auch angeborene Herzkanalerkrankungen,

die zu schwerwiegenden

Problemen führen. In Untersuchungen

sind diese allerdings schwer zu finden.“

Mit Mitte 30 ändert sich das: „Hier

sind es dann meistens doch gut erkennbare

Ursachen wie Durchblutungsstörungen

am Herzen oder coronare

Herzerkrankungen. Ab 35 überwiegen

diese – je älter, desto stärker.“

Heißt also: Gerade die über-35-Jährigen

haben gute Chancen, dass Probleme

mit dem Herzen auch frühzeitig er-

SPORTaktiv

25


DDR. MANFRED

WONISCH

ist Facharzt für Innere

Medizin, Kardiologie und

Sportmedizin in Graz.

www.derkardiologe.at

kannt werden können und man gezielt

gegensteuern kann.

Allgemeine Vorsorgeuntersuchungen

sowie spezielle sportmedizinische Untersuchungen

machen daher nicht nur

im Spitzensport, sondern auch im

Freizeit sport unbedingt Sinn. Dass diese

wirken, ist eindeutig nachgewiesen,

sagt Wonisch. Konkret sind Studien in

der italienischen Region Veneto zu

nennen. Dort muss jeder Teilnehmende

an einem Sportevent, egal ob Leistungs-

oder Breitensportler, per sportmedizinischem

Attest nachweisen, dass

man gesund am Start steht. „Durch

dieses Gesetz, das es seit den 1980er-

Jahren gibt, lässt sich sogar nachweisen,

dass der plötzliche Herztod bei

Sportlern seither stark gesunken ist.

Und nun auch deutlich unter der Allgemeinbevölkerung

liegt“, weiß Wonisch.

Nachsatz: Auch bei uns wäre es wünschenswert,

Teilnehmer von Läufen,

Radmarathons und Co. nur mit routinemäßigem

Attest starten zu lassen, findet

der Sportkardiologe. Das Beispiel

Italien zeigt, dass es funktioniert und

von den Sportlern auch akzeptiert wird.

Freizeitsportler gibt es freilich völlig

unterschiedliche: Zwischen reinem Gesundheitssportler

und einem ambitionierten

Hobby-Leistungssportler, der

zum Beispiel Marathon läuft und Radmarathons

mit 200 Kilometern und

Tausenden Höhenmetern bestreitet,

liegt eine riesige Bandbreite. Wonisch

stellt jedoch klar: „Grundsätzlich ist es

für jeden sinnvoll, zumindest eine normale

Vorsorgeuntersuchung zu machen,

bei der einmal das persönliche

Risikoprofil gecheckt wird. Das muss

zunächst gar nicht bei einem Sportmediziner

sein.“

Spezifisch sportmedizinische Checks

machen allerdings in der Folge dann

ebenfalls für die meisten, die regelmäßig

Sport betreiben, Sinn. Wie schon

erwähnt, zunächst bei jedem Neueinsteiger

und Wiedereinsteiger über 35.

„Aber auch bei ambitionierteren Sportlern,

die intensiveres Training machen.“

Und als „ambitioniert“ gilt hier

schon, wer über das von der WHO

empfohlene Mindestmaß an gesundheitsrelevantem

Sport kommt: Das

sind 75 Minuten intensiver oder 150

Minuten moderater Sport pro Woche!

Gibt es beim Sport oder im Alltag

Warnsignale, die auf ein bislang nicht

bekanntes Problem mit dem Herzen

schließen lassen? „Wenn ein Engegefühl

oder ein Druckschmerz auftritt,

der durch Belastung etwa beim Sport

oder auch beim Stiegensteigen ausgelöst

wird. Atemnot, Herzstolpern,

-rumpeln oder -rasen. Oder auch

Schwindelgefühle.“ Das alles können

wichtige Hinweise sein (aber auch andere

Ursachen als das Herz haben). In

Regelmäßige

Checks der

Herzgesundheit

sind

auch für

Freizeitsportler

sinnvoll.

jedem Fall ist auch dann eine kardiologische

Abklärung dringend anzuraten.

Bestehen keine der genannten Symptome,

dann umfasst eine Basisuntersuchung

eine Anamnese mit Abklären

der Risikofaktoren, eine Blutdruckmessung

und ein EKG. Darüber hinaus

können ein Belastungs-EKG oder

ein 24-Stunden-EKG sowie ein Herzultraschall

sinnvoll sein, erklärt Wonisch.

Bei begründetem Verdacht sind

alle genannten Untersuchungen Kassenleistungen.

Training fürs Herz

Auf der anderen Seite gehört regelmäßiger

Sport bekanntlich zu den besten

Mitteln, um die Herzgesundheit zu

verbessern oder zu erhalten. Denn sogar,

wenn Vorschädigungen festgestellt

werden oder wenn man in eine Risikogruppe

fällt, kann und soll das Herz, in

Absprache mit dem Arzt, durchs passende

Training gestärkt werden.

Die positiven Effekte von Sport auf

die Herzgesundheit sind jedenfalls vielfältig

und erstaunlich, „man könnte

stundenlang davon erzählen“, sagt Wonisch.

Wir wollen hier nur die wichtigsten

nennen: „Erstens wirkt Sport

auf die Risikofaktoren: Der Blutdruck

wird reguliert – nach unten wie nach

oben in die passende Mitte. Diese

Akutwirkung hält 24 bis 48 Stunden

an.“ Thema Cholesterin: „Man erkennt

26 SPORTaktiv


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EMPFEHLUNGEN

FÜRS HERZ

Jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt, um

das persönliche Risikoprofil zu kennen

Sporteinsteiger und -wiedereinsteiger ab 35 Jahren

sollten sich zusätzlich internistisch untersuchen lassen,

mit EKG und bei Bedarf Belastungs-EKG und/oder

Herz ultraschall

Auf Warnsignale achten: Engegefühle, Druckschmerzen,

Herzstolpern, Herzrasen, Schwindelgefühle – bei

sportlicher oder Alltagsbelastung wie Stiegensteigen

Eine Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung ermöglicht,

die individuellen Trainingsbereiche zu kennen

und damit gezielt und effizient zu trainieren

Eine Kombination aus gezieltem Ausdauer- und Krafttraining

ist optimal für die Herzgesundheit

Cool

bleiben

Auch bei

Hexenschuss!

Bei Zerrungen, Verstauchungen

oder Prellungen

Kühlend: Angenehmer „Cooling Effect“

Praktisch: Ideal für unterwegs

Rezeptfrei: In Ihrer Apotheke

Sportler schon bei der Laboruntersuchung an den

Werten“, sagt Wonisch. Das Körpergewicht wird

positiv beeinflusst, ebenfalls der Zuckerstoffwechsel,

weshalb Sport auch bei Diabetes ein probates

Mittel ist. „Es gibt zugleich auch direkte Trainingswirkungen

am Herzen: Weniger Arteriosklerose,

die Kapellarisierung ist besser, das heißt, die kleinsten

Haargefäße im Herz, die den Herzmuskel mit

Blut versorgen, sind besser ausgebildet. Sport wirkt

aber auch auf die Muskulatur: Die Mitochondrien,

also die Kraftwerke der Zellen werden vermehrt

und die Muskelfasern besser durchblutet.“

Wie konkret trainiert wird, ob im moderaten

Grundlagenbereich oder in Form eines Intervalltrainings,

ist für die Herzgesundheit zunächst sekundär

(für eine Leistungsentwicklung empfiehlt

sich dagegen, gezielt und mit wechselnden Belastungsbereichen

zu trainieren). Lediglich sehr hohe

Belastungen über der anaeroben Schwelle sind im

Sinne der Herzgesundheit zu vermeiden. Wo sich

diese Schwelle individuell befindet, lässt sich bei einer

Leistungsdiagnostik feststellen. „Wenn man gesund

ist, verträgt man grundsätzlich auch Höchstbelastungen“,

hält Wonisch fest – bestünden aber

Vorschädigungen, könne das ab der anaeroben

Schwelle deutlich verstärkt ausgeschüttete Adrenalin

und Noradrenalin tatsächlich zu Problemen

führen. „Vor allem aber bringt so eine hohe Trainingsbelastung

über der anaeroben Schwelle keinen

Nutzen – ausgenommen vielleicht im Spitzensport“,

klärt Wonisch auf.

Was nicht jeder weiß: Es ist nicht nur das Ausdauertraining,

das sich auf die Herzgesundheit auswirkt.

Auch Krafttraining ist ein sehr gutes „Herztraining“!

Wenn es auch nicht diese kurzfristige positive

Auswirkung hat – aber langfristig und vor allem

mit zunehmendem Alter ist ein regelmäßiges

Krafttraining von enormem Wert. Früher glaubte

man, dass der Blutdruckanstieg während eines

Krafttrainings bei Vorerkrankungen wie etwa einem

schon hohen Blutdruck, zu Problemen führen

kann. Doch das ist widerlegt, sagt Wonisch. „Es

gibt gute Untersuchungen aus der Rehabilitation,

die zeigen, dass der Blutdruckanstieg im Krafttraining

nicht höher ist als bei einer Ausdauerbelastung.

Am Rad sitzt man aber wesentlich länger, als

man Klimmzüge macht“, gibt der Mediziner zu bedenken.

Entscheidend fürs Herz aber ist nicht die

Trainingsbelastung, sondern die Alltagsbelastung.

Auch jeder Krafteinsatz im Alltag (wie das Heben

von Lasten) fällt somit leichter, je besser man dafür

trainiert ist – für die Herzgesundheit im fortgeschrittenen

Alter ein entscheidender Punkt.

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

28 SPORTaktiv

© Alex - stock.adobe.com, 20211007_DicloAkut ® _I_SportAktiv


INFOS &

BUCHUNGEN

QUELLENHOF

LUXURY RESORTS

Südtirol / Gardasee

www.quellenhof-resorts.it

SPA-HIDEAWAYS DER

LUXUSKLASSE

...das sind die „Quellenhof Luxury Resorts“. Eines der

beiden Resorts, das Quellenhof Luxury Resort Lazise,

befindet sich am wundervollen Gardasee – das andere,

der Quellenhof Passeier, in der traumhaften

Südtiroler Bergwelt.

Fotos: Quellenhof Luxury Resorts

Herbstzeit ist Wellness-Zeit –

nicht nur inmitten der Südtiroler

Berge, sondern auch am

„Lago“, wie die Italiener ihren See liebevoll

nennen. Was kann es Schöneres

geben, als nach einer Wanderung oder

Biketour in frischer Berg- oder Seeluft

ins Hotel zurückzukehren und sich im

Spa- und Wellnessbereich verwöhnen

zu lassen?

In Südtirol und in Lazise am Gardasee

trifft man auf 5-Sterne-Luxus-Urlaub

„im Doppelpack“. Die Quellenhof

Luxury Resorts vereinen daher in perfekter

Harmonie Südtiroler Herzlichkeit

und das typische italienische Lebensgefühl

„la dolce vita“.

Das Quellenhof Resort in Südtirol

verfügt auf 10.500 m² Spa-Bereich

über 23 Saunen, darunter die mehrfach

preisgekrönte See-Event-Sauna mit

Show-Aufgüssen. In der einzigartigen

Wasserlandschaft mit zwölf beheizten

Indoor- und Outdoor-Pools kann man

dem Alltag einfach davonschwimmen.

Neu seit April 2021 ist das „Rooftop

Spa“ (adults only) – mit dem spacigen

Glas-Infinity-Pool in Form eines

Champagner-Glases als Highlight.

Auch im großzügigen Spa des Quellenhof

Luxury Resorts Lazise wird den

Gästen auf 2000 m² Wellness & Spa

vom Feinsten geboten. Vom beheizten

Skypool (Adults-only-Bereich) aus hat

man einen wundervollen Blick auf den

Gardasee. Im Sportpool mit Indoor-Einstieg,

im Kinderbecken mit

zwei Rutschen und im Naturbadesee

mit direktem Zugang zur traumhaften

Gartenanlage kann man an heißen Tagen

Abkühlung finden.

Neben dem exklusiven und in beiden

Regionen einzigartigen Wellness-&

Spa-Angebot, bestechen beide

Resorts durch ihre kulinarische Kompetenz.

Neben der klassischen Gourmet-Halbpension

bietet der Quellenhof

in Passeier seinen Gästen in zwei

weiteren Restaurants, der „Gourmetstube

1897“ (3 „Gault & Millau“-

Hauben 2021!) und dem Sky Restaurant

„Teppanyaki“ Kochkunst vom

Feinsten. Im Quellenhof Luxury Resort

Lazise wiederum genießen die

Gäste vom Panorama-Restaurant mit

Cabrio-Dach einen traumhaft romantischen

Ausblick auf den See.

Sowohl die Ferienregion Südtirol wie

auch der Gardasee sind zudem perfekte

Ganzjahres-Aktiv-Destinationen.

Durch das milde Klima sind viele Sommersportarten

(wie Wandern, Biken,

Golfen, Tennis) bis weit in den

Spätherbst hinein bestens möglich.

Und am Gardasee kommen Sportler

das ganze Jahr voll auf ihre Kosten!

SPORTaktiv

29


6

WEGE ZUM

AKTIVEN

DURCH-

SCHNAUFEN

30 SPORTaktiv

BEVOR WIR VOLLER ELAN IN DEN WINTER

STARTEN, IST DER HERBST DIE ZEIT, UM DURCH-

ZUATMEN UND NEUE KRAFT ZU TANKEN. REGENE-

RATION FÜR KÖRPER UND SEELE STEHT AM PLAN.

SECHS WEGE, UM REGENERATION AKTIV, EFFEK-

TIV UND VOLLER LEBENSFREUDE ZU GESTALTEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

1Richtig pausieren

Ein Trainingsreiz fordert den Körper, in

der Pause danach verarbeitet er den Reiz

und wird stärker. Das ist, kurz gefasst,

das Trainingsprinzip und zugleich die

Erklärung, warum Regeneration so

wichtig ist. Im Kleinen – nach jeder

Trainingseinheit. Wie im Großen – mit

Phasen im Jahr, in denen man zurück-

Fotos: Getty Images, istock


steckt. Es braucht Anspannung und

Entspannung im richtigen Verhältnis.

Regenerieren bedeutet aber nicht

zwingend, gar nichts zu tun. Mit einigen

klug gesetzten Maßnahmen lässt sich die

Regenerationszeit verkürzen und die

Qualität verbessern. Aktive Regeneration

etwa beginnt nicht erst nach einer Sporteinheit,

sondern schon mit einer Cool

down-Phase währenddessen. Heißt also:

nicht abrupt stoppen, oder gar noch einen

Zielsprint hinlegen, sondern noch locker

in Bewegung bleiben, sodass sich der

Puls noch in Bewegung langsam absenkt.

Etwa: zehn Minuten ausgehen. Auch eine

Dehnungs- und Mobilisationseinheit ist

perfekt in den regenerierenden Cooldown

integriert.

Speicher füllen2

Ebenfalls gleich ans Ende einer Trainingseinheit

setzt das Auffüllen der

Speicher an. Durch Schwitzen verloren

gegangene Flüssigkeit und verbrauchte

Nährstoffe sollen so bald wie

möglich ersetzt werden. Heißt: trinken

unmittelbar nach dem Sport, ein

Mix aus Kohlenhydraten und Eiweiß

SPORTaktiv

31


soll innerhalb einer halben Stunde zugeführt

werden. Die Kohlenhydrate

füllen die geleerten Glykogen-Speicher

auf, während Eiweiß wichtige Reparaturprozesse

unterstützt. Wobei 30

Gramm hochwertiges Eiweiß reichen –

was darüber hinausgeht, hat keinen zusätzlichen

Nutzen. Wer nicht gleich

nach dem Training einen passenden

Snack zur Hand hat, kann zu speziellen,

auf den Bedarf abgestimmten

Sportriegeln greifen. Andererseits:

Nach nur leichten Trainingseinheiten

und wenn es beim Sport auch um den

Kalorienverbrauch geht (sprich: man

abnehmen will), gilt es auch, die Energiezufuhr

im Auge behalten. Nur Wasser

zu tanken, reicht dann auch.

In Bewegung bleiben

Während der Regenerationsphase finden

im Körper allerlei Reparatur- und

Stoffwechselprozesse statt, kleinste Gewebeverletzungen

heilen, Stoffwechselprodukte

werden abgebaut. Diese „Mikroprozesse“

hält man wiederum am

besten durch – moderate – Bewegung

32 SPORTaktiv

3

am Laufen. Bewegung ist der Motor,

der die Aktivitäten des Organismus in

Schwung hält, der Blutkreislauf und

die Sauerstoffversorgung wird gesteigert,

Heilungs- und Entsorgungsprozesse

laufen schneller ab.

Während Leistungssportler dafür im

niedrigen Pulsbereich laufen oder locker

am Ergometer radeln, um die Regenerationsprozesse

zu beschleunigen,

ist für weniger gut Trainierte auch Spazierengehen

genug. Gefühlsprobe: Ein

regeneratives Training soll sich nicht

nach einer zusätzlichen Belastung, sondern

nach einer Lockerung anfühlen.

Ausrollen

Ein Faszientraining ist eine gute Möglichkeit,

um die Regeneration zu unterstützen.

Als Faszien bezeichnet man

bekanntlich die netzartigen Strukturen

des Bindegewebes. Im Idealfall werden

diese Strukturen von Gewebeflüssigkeit

durchfeuchtet, ähnlich wie ein

Schwamm, der Flüssigkeit aufsaugt

und wieder herausdrückt. So bleibt das

Gewebe weich und flexibel.

4

Durch einseitige Belastungen und

vor allem durch Nichtgebrauch funktioniert

dieser Mechanismus jedoch

nicht mehr richtig, es entstehen Verklebungen

im Gewebe, die Stoffwechselprozesse

verhindern. Mit einer Faszienrolle

lassen sich diese Verklebungen

und Verhärtungen lösen und die Versorgung

durch Gewebeflüssigkeit wieder

herstellen. Am besten lässt man

sich ein Übungsprogramm individuell

von einem Experten zusammenstellen

und sich das richtige Ausrollen einmal

zeigen.

In die Therme

Baden im warmen Wasser gehört zu

den effektivsten Regenerationsmethoden,

und das aus vielerlei Gründen.

Generell tut Wärme in jeder Form gut.

Im wohlig temperierten Wasser lösen

sich verkrampfte Muskelfasern, das

Gewebe lockert sich, der hydrostatische

Druck von Wasser wirkt wie eine

leichte Massage, die das Bindegewebe

sanft durchknetet, die Durchblutung

wird angeregt. Die Atmung wird in so


einer entspannenden Umgebung ruhiger

und tiefer. Ganz generell gilt,

dass alle Regenerations-Maßnahmen

umso wirksamer sind, wenn man

sich dabei auch wohlfühlt.

Im Kleinen kann man sich die Ef-

auch in der Badewanne zunutze 5fekte

machen. Das Relaxen in einer Therme

wirkt aber nicht nur aufgrund

der Atmosphäre umso besser, auch

etliche andere typische Angebote in

den Thermalbädern helfen zusätzlich

beim Regenerieren. Wie die Saunagänge

oder die vielfältigen Behandlungensmethoden,

Massagen und

Anwendungen. Etliche Thermen bieten

auch sportmedizinische Leistungschecks

an – perfekt, um jetzt

den Ist-Stand festzustellen und einen

neuen Aufbau zu planen.

Schlaf gut

Ein guter Schlaf ist für die Regeneration

und generell für die Lebensqualität

enorm wertvoll. Physiologische Regenerationsvorgänge

finden hauptsächlich

in der Nacht statt, auch die Reperaturaktivitäten

des autonomen Nervensystems

passieren im Schlaf, genauer:

in den vier bis fünf

Tief schlaf phasen, die wir pro Nacht

durchlaufen.

Was heißt „gut“ in Bezug auf die

Schlafqualität? Wir Menschen sind

rhythmusbasierte Lebewesen, Regel-

6

mäßigkeit ist daher wichtig. Auf fixe

Schlafzeiten achten, möglichst jeden

Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen

und aufstehen. 7 bis 8 Stunden sind

ein Richtwert für die Erholungszeit.

Um die Schlafqualität zu verbessern,

auf kühle Räume (rund 18 Grad) achten

und den Tag ruhig ausklingen lassen:

Sporteinheiten sollten spätestens

zwei Stunden vorm Zubettgehen abgeschlossen

sein. Und abends nichts

Belastendes essen – dann klappt das

mit den erholsamen Nächten.

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SUPPORT

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Fotos: Hersteller

34 SPORTaktiv


FIT MIT SUMI

Foto: Christoph Sumann

SUMANN

IM KELLER

CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Meine Regeneration in den Profijahren?

Unmittelbar nach dem Bewerb noch auf

Langlaufski auslaufen, ganz easy, 20 bis

30 Minuten, dabei viel trinken. War’s hart und

lang, ein Regenerationsgetränk oder Magnesium.

Dann ab ins Hotel und essen. Später Ruhe im

Zimmer und wenn möglich Massagen. Je nach

Uhrzeit habe ich mir angewöhnt, noch eine Runde

zu joggen oder am Ergometer zu kurbeln. Beim

Thema Stretchen muss ich lachen: Ich hatte Jahre

mit sehr viel Stretchen und Jahre völlig ohne. Unterschied

habe ich keinen bemerkt. Auch Sauna

war ein Thema, wenn am nächsten Tag kein Bewerb

war. So lebt es sich als Profi spitzenmäßig.

Als Freizeitsportler biegst du jetzt nach dem Businesslauf

oder Halbmarathon zur Ziellabestation

ab, schnell Apfel, Banane und ein Kuchen, ehe du

dich umziehst und mit Straßenbahn, U-Bahn oder

eigenem Auto wieder heimfährst. Fertig. Alternativ

steuerst du den ersten Biertisch an und wirfst dich

in die Gesellschaft. Soll ja auch nett sein. Regeneration

schreibe ich nicht mehr so groß. Schmerzen

hast du am nächsten Tag eh sowieso.

Apropos Schmerzen: Meinen ersten Marathon

bin ich gerannt, da war ich noch im Skigymnasium

Stams, ich war 18 oder 19 Jahre alt. Wir sind

mit dem Trainer und zwei Bussen nach Wien. Ich

hatte als einziger der Gruppe schon den Führerschein,

also bin ich auch gefahren. Vorbereitung

am Abend: Kino und Pizza. Den Marathon bin

ich dann gelaufen, ohne Ziel, ohne Uhr, in 2:48

Stunden. Dann umziehen, rein in den Bus, Wien,

Stams, 500 km retour. Ich war so fertig, dass ich

nicht einmal das Gaspedal durchdrücken konnte.

Bei einer Raststation war das Klo im Keller. Runter

musste ich übers Stiegengeländer rutschen.

Und rauf? Hätt’ ich fast nicht geschafft. Sumann

im Keller. Auf ewig.

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35


AUS

PRO

BIERT

FIT

DUSCHEN WIE DAMALS

Nachhaltigkeit und veganer Lebensstil halten jetzt auch unter

der Dusche Einzug. Die Ärztin Dr. Katja Banfai aus Graz etwa

stellt in Handarbeit vegane Seifen her. Ohne Chemie, ohne

Konservierungsstoffe und fast ausschließlich ohne Tierprodukte

zu verwenden. Paraffine, Alkohol, Silikone sind ebenso tabu.

Für sportlich aktive Duscher hat sie auch das Modell „Sporty“

(9,90 Euro, erhältlich auf www.handmadebynature.at) im Programm.

Das im Handrührverfahren hergestellte Stück riecht

frisch nach Zitronenthymian – irgendwie möchte man da schon

fast reinbeißen.

Unter der Dusche umweht mich dann ein Hauch Nostalgie.

Wann hab ich das letzte Mal ein Seifenstück unter der Brause

verwendet. Muss Mitte der 1980er-Jahre gewesen sein, mit einem

Waschlappen samt Bärenaufdruck ...

Ungewohnt ist, dass die Naturseife nicht so stark schäumt wie

herkömmliche Duschgels. Nach einer harten Laufeinheit

kommt mir die Frische der Seife aber sehr entgegen und irgendwie

hat man ein gutes Gefühl dabei, nicht wieder Silikone,

Konservierungsmittel und dergleichen in den Abfluss zu

schwemmen. Das gute Gefühl bleibt auch nach dem Abtrocknen,

selbst meine geschundene Haut fühlt sich angenehm an.

Pfefferminze sorgt für die Frische, rückfettende Bio-Inhaltsstoffe

wirken dem Austrocknen entgegen. Die Sporty kommt

auf alle Fälle in den Dauertest. Vielleicht gemeinsam mit einem

(veganen?) Waschlappen, weil der mit dem Bären dürfte die

Jahrzehnte nicht überdauert haben.

WIR DUSCHEN UNS MIT SEIFE,

PACKEN DEN HULA-HOOP-

REIFEN WIEDER AUS UND

ZIEHEN UNS IN EINE

FLAUSCHIGE JACKE ZURÜCK,

DIE FÜR ALLES PASST.

VON CHRISTOPH HEIGL, KLAUS MOLIDOR

UND CLAUDIA RIEDL

Fotos: Thomas Polzer, Christopher Gangl, Klaus Molidor

36 SPORTaktiv


HULA HUI!

MULTI-TALENT FÜR DRAUSSEN

(UND DRINNEN ...)

Wie luftig die Jacke verarbeitet ist, sieht man am Foto.

Die blauen Elemente aus Polartec Alpha sind so durchlässig

und dünn, dass man durch den Stoff durch noch

Zeitung lesen könnte. Das synthetische Isolationsmaterial

steht für besonders hohe Atmungsaktivität, hohen

Tragekomfort und schnellen Abtransport von Feuchtigkeit

beim Sport. Das macht sich die TOURING MID

JACKET von Haglöfs (UVP € 139,95) zu eigen, denn sie

ist als Mid-Layer zwischen den Schichten für besonders

schweißtreibende Aktivitäten bei niedrigen Temperaturen

konzipiert, vor allem für Skitouren, Winterwandern,

Ski und für jeglichen Wintersport. Die

modische und technisch hochwertige Kombination aus

Polartecs Power-Stretch-Fleece und dem Alpha-Stoff

zielt auf die Balance zwischen Wärme und bester Atmungsaktivität

ab. Treffer!

Wie angenehm die Jacke zu tragen ist, sieht man am

Foto nicht. Das muss man selbst fühlen. Der hohe, weiche

Kragen, die sehr langen Ärmel und der lange

Schnitt sorgen generell für ein wohliges Gefühl in der

Haglöfs-Jacke. So wohlig, dass sie nicht nur bei jeglicher

Outdoor-Aktivität zur ersten Wahl wurde, sondern

– psssttt! – auch bei kühlen Homeoffice-Tagen in den

eigenen vier Wänden zum Lieblingsstück avancierte.

A bissl Outdoor-Feeling darf immer sein.

Seit der Hauptschule habe ich es nicht mehr getan. Aber wie

habe ich es damals geliebt. Das „Hullern“! Hula Hoop ist

heute wieder in aller Munde und wird als effektives

Ganzkörper-Work out gefeiert, bei dem vor allem die Körpermitte,

aber auch Beine, Po, Rückenmuskulatur und Koordination

trainiert werden. Von einem flacheren Bauch träume ich

schon länger, also steige ich für unser „Ausprobiert“ nur zu

gerne in den Ring. Auf Amazon sichere ich mir das passende

Gerät für meinen Kreisel-Test: den grau-pinken „Hoola Hoop

Reifen“ von SHINEZONE (€ 39,98). Ein Edelstahl-Rohr im Inneren

dieses Modells sorgt für Stabilität. Ummantelt ist das

Ganze mit einem angenehm weichen Schaumstoff. Auch die

6 Einzelteile, in denen der Ring geliefert wird, lassen sich

ohne große Mühe verbinden. Und jetzt wird gehullert! Oder

gehoopt. Oder wie auch immer man das jetzt nennt. Jedenfalls

bin ich überrascht, wie schnell sich mein Körper wieder

an das Zusammenspiel mit dem Reifen erinnert. Obwohl das

SHINEZONE-Gerät mit seinen 1,2 kg etwas schwerer ist, als

ich es von den Reifen aus Kindertagen in Erinnerung habe,

fällt mir das Kreisen leicht. Mit kleinen Stahlkugeln oder

Sand könnte man das Gewicht dieses Reifens sogar noch erhöhen.

Der weiche Schaummantel verhindert (bei mir) blaue

Flecken am Bauch und die zusammengesteckten Teile halten

auch nach mehrmaligem Gebrauch felsenfest. Nach zwei

Wochen und täglich 10-minütigem Reifenschwung kommt

auch meine Körpermitte langsam wieder in (Wunsch-)Form.

Ich kann nur sagen: Hula Hoop hat mich wieder!

SPORTaktiv

37


WO DER SPORT DIE NR. 1 IST

20. bis 22. August

KÄRNTEN LÄUFT 2021

ALLE INFOS UND ERGEBNISSE

www.kaerntenlaeuft.at .com

TOLLE „LAUFPARTY“

AM WÖRTHERSEE

SCHÖNER KANN MAN EINEN

GEBURTSTAG NICHT FEIERN:

BEI PERFEKTEN BEDINGUN-

GEN ABSOLVIERTEN ÜBER

4500 EINEN DER BEWERBE IM

RAHMEN DER 20. AUSGABE

VON „KÄRNTEN LÄUFT“.

Wörthersee

Halbmarathon

Sommergenuss und

einzigartige Urlaubsstimmung

im Süden

Österreichs

erwartet unzählige Laufbegeisterte

beim 20-Jahr-Jubiläum von Kärnten

Läuft vom 20. bis 22. August.

Traussnig

Der Höhepunkt des Jubiläumswochenendes,

der Wörthersee

Halbmarathon am Sonntag,

stand im Zeichen der österreichischen

Meisterschaften. Dadurch waren

fast alle heimischen Top-Athleten

am Start und konnten sich mit einem

starken internationalen Feld

vergleichen. Und es wurde ein Rennen

der Überraschungen: Julia Mayer,

Österreichs Titelverteidigerin,

konnte sich im Zielsprint gegenüber

den kenianischen und äthiopischen

Läuferinnen durchsetzen. Ihre Zeit:

1:13,26 Stunden.

Bei den Herren siegte der Kenianer

James Mburugu, der vom österreichischen

„run2gether“-Teamleiter Thomas

Krejci betreut wird, in 1:02,25.

Bis Kilometer 15 führte er eine sieben-

köpfige Spitzengruppe an, dann attackierte

Mburugu und ließ seine Gegner

mit einer Kilometerzeit von 2:44

min am Wörthersee-Südufer stehen ...

Die 20. Ausgabe von Kärnten Läuft

war zugleich ein Anlass, zurückzublicken

und erfolgreich Bilanz zu ziehen.

Das von Beginn an geltende Motto,

„Pack die Laufschuhe und die Badehose

ein“, sowie das mehrtägige Programm,

das Spaß an der Bewegung

mit Unterhaltung kombiniert: Beides

erwies sich über die Jahre als absoluter

Erfolgsfaktor. Der Event gehört heute

zu den beliebtesten Laufveranstaltungen

in Österreich. Internationale Topstars

wie Sub-2-Stunden-Läufer Eliud

Kipchoge, Weltmeister Wilson

Kipsang, Weltmeisterin Lornah Kiplagat

und Olympiasieger Stephen

Bei zehn Bewerben ist für jeden der

richtige Mix aus Laufvergnügen und

Urlaubsflair mit dabei.

Kiprotich nutzten die attraktive

Gleich anmelden!

Strecke und das malerische Ambiente

am Wörthersee schon zur Vorbe-

www.kaerntenlaeuft.at

reitung. Die Wörthersee-Halbmarathonstrecke

ist zugleich auch die

schnellste Halbmarathonstrecke

Österreichs – mit Geoffrey Ronohs

2014 gelaufenen 59:45 Minuten.

Die neue Streckenführung 2021

wurde indes von den Teilnehmern

sehr gelobt. Der bekannte Start vor

dem Schlosshotel in Velden gehört

zu den schönsten in der Szene und

der Zieleinlauf im Wörtherseestadion

konnte alle

Sicherheitsvorkehrungen perfekt

erfüllen. Bis zum nächsten Mal –

die Vorbereitungen für die 21.

Auflage vom 26.–28. August 2022

sind schon gestartet!

Fotos: Kärntenläuft/weichseltraussnig

38 SPORTaktiv


RUN

Training – Menschen – Material

Fotos: Getty images, Graz Marathon, Sie+Er-Lauf, On Running, getty images

GRAZ MARATHON LÄUFT

Der Graz Marathon am 10. Oktober

findet – nach längerer Unsicherheit

statt. „Wir wollen gerade in Zeiten

wie diesen ein unvergleichliches

Erlebnis bieten“, so wie Veranstalter.

Nachmeldungen: Am 8. und 9.

Oktober bei Gigasport Graz.

www.grazmarathon.at

PAAR-LAUF ALS FINALE

Nach einem Jahr Pause findet der

beliebte „Sie+Er Lauf“ im Wiener

Prater wieder statt. Frau und Mann,

die zum Saisonausklang am 7. November

mit anderen Paaren gemeinsam

in netter Atmosphäre 4 Kilometer

laufen möchten, melden sich an.

www.sie-er-lauf.at

ON LÄUFT AN DIE BÖRSE

Seit 15. September ist der Schweizer

Laufschuhhersteller an der New

Yorker Börse. Zum Start liefen die

Gründer Olivier Bernhard, Caspar

Coppetti und David Allemann mit 100

Läufern den Hudson River entlang

um die „Opening Bell“ zu läuten.

www.on-running.com

SPORTaktiv

39


Der eine sagt: „Der Lauf in

dieser Länge und die gemeinsamen

7 Tage machen diese

Alpenüberquerung einzigartig

und absolut sexy.“ Der

Andere sagt: „Nach dem ersten Tag wollte

ich eigentlich nur noch nach Hause.

Und doch sprechen beide vom Gleichen

und werden beide am Ende derselben

Meinung sein. Der eine, das ist Martin

Hafenmair, Streckenchef des schon legendären

Transalpine Runs (TAR). Gelaufen

wird verpflichtend in Zweierteams,

eigentlich acht Tage über die Alpen

von Vorarlberg nach Südtirol. Der

andere ist Christoph Werner, Hobbysportler

aus Graz und mit Partner

Bernhard Wagner zum ersten Mal bei

der laufenden Alpenüberquerung dabei.

Eigentlich waren die beiden auf der

Suche nach einem Ultralauf und sind

dabei auf den TAR gestoßen. „Ein

Mehrtagesrennen hat schon einen besonderen

Reiz“, erinnern sich die beiden

an die Anfänge des Projekts. Eigentlich

wollten sie ja schon 2020 laufen, da

musste der Bewerb aber wegen Corona

abgesagt werden. „Das war hart, weil eigentlich

haben wir uns damit zweimal

vorbereitet“, sagt Christoph Werner. Der

TAR zieht aber auch sportliche Damen

an. Die „Marx-Sisters“ Lisa und Laura

ebenfalls aus Graz zum Beispiel. Die beiden

sind „eigentlich keine großen Läuferinnen“,

sagt Lisa. Ihre Heimat sind aber

die Berge. Klettern, Bergsteigen, Skitourengehen

– das ist die Domäne der beiden.

„Zum 30. Geburtstag meiner

Schwester Laura wollten wir was Besonderes

machen“, sagt Lisa Marx. „Und

wir lieben lange, ausdauernde Tage in

den Bergen.“

Sechs Tage, nachdem sich Christoph

Werner in Lech am Arlberg aus dem

Bett an die Startlinie geschleppt hat,

„weil mich der Bernhard so motiviert

hat weiterzumachen und gemeint hat,

schau dir einmal den heutigen Tag an“,

sind beide derselben Meinung. Nämlich

dass es ein unglaubliches Erlebnis war.

„Dieses hochalpine Panorama war einfach

unbeschreiblich“, sagen Wagner

und Werner, schon beim ersten Getränk

danach im Zielraum in dem kleinen

238 KILOMETER LAUFEN MIT

13.400 HÖHENMETERN BERGAUF

UND 14.000 BERGAB, AUFGE-

TEILT AUF SIEBEN TAGE. DER

TRANSALPINE RUN IST EINE

BELASTUNG FÜR KÖRPER, GEIST

UND FREUNDSCHAFT – WIE UNS

EIN DAMEN- UND EIN HERREN-

TEAM ERZÄHLT HABEN.

VON KLAUS MOLIDOR

VOLL

AUF

DER

HÖHE

Südtiroler Ort Prad am Stilfserjoch. gehen kannst“, erzählt Christoph Werner.

Und man merkt auch bald, dass

Werner knabbert noch an seinen

Pom-Bären, die er neben der Pflichtausrüstung

(siehe Kasten) immer mit im haben kann. „Einmal bin ich versehent-

eine Kleinigkeit große Auswirkungen

Laufrucksack hat. Die Luft ist noch lich in einen Bach gestiegen, dadurch

warm, die Erinnerungen frisch und die hatte ich fünf Stunden nasse Füße. Da

beiden Freunde sind sich einig: „Wir haben

das total unterschätzt.“ Vor allem holt“, sagt Bernhard Wagner.

hab ich mir eine ordentliche Blase ge-

die Höhe. Täglich ging es über 2500 Auch die Marx-Sisters hatten trotz guter

Akklimatisierung im Vorfeld und

Meter Seehöhe stundenlang dahin. „Da

schwillt dir unter Anstrengung der vielen langen Bergtouren mit Problemen

Oberschenkel so an, dass du kaum noch zu kämpfen. Sauna, Infrarotbehandlun-

40 SPORTaktiv


TRANSALPINE

RUN 2021

1. Etappe: 31,7 km, 1900 hm,

Hirschegg – Lech am Arlberg

2. Etappe: 28,7 km, 1640 hm, Lech

am Arlberg – St. Anton am Arlberg

3. Etappe: 34 km, 2450 hm,

St. Anton – Galtür

4. Etappe: 42,3 km, 2030 hm,

Galtür – Klosters (SUI)

5. Etappe: 8,7 km, 940 hm,

Bergsprint in Klosters)

6. Etappe: 47 km, 2300 hm,

Klosters – Scuol (SUI)

7. Etappe: 44 km, 2290 hm,

Scuol – Prad (ITA)

gen, kalte Umschläge, vor allem aber die

Massagen und das Taping der mitreisenden

Physiotherapeuten haben den beiden

geholfen.

Noch schlimmer hat es einen anderen

Läufer gleich auf der ersten Etappe erwischt,

wie die beiden erzählen. „Der

hat an einer unmöglichen Stelle überholt,

völlig sinnlos, ist gestürzt und hat

sich schwer an der Schulter und am Unterarm

verletzt.“ Der Läufer musste

dann mit dem Hubschrauber abtransportiert

werden. Auf den technisch

schwierigen Trails war also stets volle

Konzentration angesagt. „Das war auch

für den Kopf anstrengend“, sagt Christoph

Werner. Vom Körper ganz zu

schweigen, wenn man solches Terrain

nicht gewohnt ist und auch nicht viele

Kilometer darauf trainiert hat. „Vieles

war nicht zu laufen, weil es so technisch

war und vor allem bergab haben wir geschaut,

dass wir heil unten ankommen.“

Herausfordernd, aber machbar. Das

Fotos: Andi Frank, Christoph Werner, Dynafit/Piotr Drozdz

SPORTaktiv

41


ist auch immer das Ziel des Streckenchefs.

„Unser Anspruch ist, dass nichts

doppelt gelaufen wird und sich keine

Wege kreuzen“, sagt Hafenmair. „Und

die Herausforderung ist, dass sie vom

Top-Athleten bis zum gemütlichen Läufer

funktionieren muss. Landschaftlich

und von der Sicherheit her.“

Das unterschreiben auch unsere beiden

Paare, die immer wieder stehen bleiben,

den Ausblick genießen und sich

freuen, in so einer überwältigenden Umgebung

unterwegs zu sein. „Wer da nur

durchhetzt, ist selbst schuld. Uns ging es

um das gemeinsame Erlebnis und darum

ins Ziel zu kommen“, sagt Werner.

Beeindruckt hat die beiden die Einsamkeit

im hochalpinen Gelände. „Es waren

so gut wie keine Wanderer unterwegs

und es gab auf der Strecke auch kaum

Hütten.“ Dafür immer eine ganz besondere

Labestation, an der sowohl die beiden

als auch die Marx-Sisters gerne haltgemacht

haben. Ein Mann in rosa Tütü

und mit rosafarbener Perücke hat Bier,

Schnaps und Leberkässemmeln bereitgehalten.

Meist wenige Kilometer vor

dem Etappenziel. „Ein echtes Highlight“,

erinnert sich Christoph Werner.

Sein Tief nach der ersten Etappe war

schnell überwunden. „Man kommt

dann rein, der Körper gewöhnt sich

PFLICHT­

AUSRÜSTUNG

• 1 lange Hose oder Beinlinge

• Ärmlinge

• Regenjacke

• 1 l Wasser

• Blasenpflaster

• ein Notfallset pro Team

• Handy mit gespeicherter

Nummer der Medical Crew

• 1 Navi-Gerät (Uhr oder Handy)

• Einweghandschuhe

• Maske

• Desinfektionsmittel

• Trailschuhe

• Stöcke optional, wenn, dann von

der ersten bis zur letzten Etappe

die ganze Etappe

dann daran“, sagen beide. Und die Zeit

vergeht schnell. Nach der Zielankunft

haben sich die beiden Männer oft massieren

lassen und einen Eiweißshake für

die Regeneration getrunken. Dann ab in

die Unterkunft, duschen, essen, ins Bett

fallen, früh aufstehen. Sachen packen

und Gepäck für den Transport abgeben.

Für Werner immer eine Challenge.

„Ich hab immer Angst, dass mir zu kalt

wird und viel zu viel mitgehabt. Wenn

man so ein Jahr mit perfektem Wetter

erwischt wie wir, reicht eigentlich eine

Hose, vier Shirts und zwei paar Schuhe

für die ganze Woche.“

Das Um und Auf bleibt bei allen körperlichen

Strapazen der Partner. Für

Wagner und Werner war klar, dass sie

den TAR genießen und einfach ankommen

wollten. Hatte Christoph Werner

am Anfang ein Tief und brauchte Motivation,

so musste er gegen Ende seinen

Partner noch einmal mitreißen. „Ich

denke, dass der TAR unsere Freundschaft

noch weiter gestärkt hat.“ Dass es

auch anders abgeht, haben die beiden

hautnah miterlebt. „Eine Dame hat mit

ihrer Partnerin geschrien wie ein Drill

Christoph Werner (ganz oben

links) und Bernhard Wagner

haben den TAR genossen wie

Lisa und Laura Marx (linkes

Bild).

Sergeant“, erinnert sich Werner. „Ein

Pärchen war eine Zeit lang hinter uns,

das war wie ein Podcast“, sagt Wagner.

„Er hatte den Lauf schon einmal gemacht

und ihr ununterbrochen die Strecke

erklärt.“ Für ein anderes Pärchen aus

Salzburg war der Lauf die Hochzeitsreise.

„Sie ist früh gestürzt, konnte aber

weiterlaufen und sie haben alle Etappen

geschafft“, freut sich Wagner mit.

Für Laura und Lisa Marx wurde es am

Ende noch einmal richtig hart. „Der

Schlaf wurde schlechter und kürzer, bei

mir machte sich eine Erkältung bemerkbar

und Lauras Unterschenkel war geschwollen“,

erzählt Lisa Marx. Beim

Zieleinlauf in Prad war dann alles vergessen.

Und während sich Christoph

Werner sicher ist, dass der TAR ein einmaliges

Erlebnis bleiben wird, kommt

bei den Marx-Sisters „schon der leise

Gedanke auf, vielleicht 2022 mit einem

spezifischeren Training noch einmal an

den Start zu gehen“. Zu lange sollten

alle, die mit dem Gedanken an den TAR

spielen, nicht warten, findet er doch nur

noch viermal statt. Zum Abschluss mit

Ziel am Gardasee …

42 SPORTaktiv


MIT TEAMSPIRIT AUFS PODIUM

BEIM „ON SQUAD RACE“ WIRD LAUFEN ZUM ULTIMATIVEN TEAMSPORT: BEI DEM

WELTWEITEN FORMAT BELEGTE DAS ÖSTERREICHISCHE TEAM „RUNNINGRAZ“ PLATZ 2.

ANZEIGE/Fotos: On, weshootit

Vor drei Jahren hat die Schweizer

Laufschuhmarke ON das Squad

Race unter dem ursprünglichen

Arbeitstitel „Tug-o-Run“ zu entwickeln

begonnen. Ein Rennformat speziell für

Laufgruppen ab sieben Personen und

mindestens 30 Prozent Frauenanteil, bei

dem individuelle Leistungen wie

Team-Leistungen gleichermaßen zählen.

Sowohl Geschwindigkeit, Strategie wie

Ausdauer spielen eine wichtige Rolle. Das

heuer entwickelte neue Punktesystem

bewertet sowohl schnelle 5k-Zeiten als

auch die durchschnittlich zurückgelegten

Kilometer jedes Teammitglieds, die

Leistungen lassen sich dadurch weltweit

vergleichen. So war es auch heuer wieder

in der „Race Phase“ – die von 11. bis 26.

September lief.

In Österreich wurde das ON Squad

Race heuer von zwei Teams an zwei

Orten veranstaltet: das Squad Race in

Innsbruck von der HILLS KREW, jenes

in Graz von runninGraz.

Sandro Schachner,

Obmann von „runninGraz“.

Kontakt: www.runningraz.at

Das steirische Team belegte im internationalen

Vergleich letztlich den hervorragenden

zweiten Platz. Wir haben Sandro

Schachner, den Obmann von „runnin-

Graz“, zum Squad Race und zum Spirit

des erfolgreichen, 2014 gegründeten

Laufvereins mit 150 Mitgliedern befragt.

Was ist das Besondere am ON Squad

Race für euch?

Das Besondere ist zweifellos der Vergleich

mit Laufteams quer über den Globus

verteilt. Die Idee, gegen andere Teams

weltweit in einem freundschaftlichen

Wettkampf anzutreten, ist inspirierend

und motivierend zugleich.

Wie wichtig ist euch die Platzierung?

Natürlich motiviert es, vorne mit dabei

zu sein. Im Vordergrund steht für uns

trotzdem der gemeinsame Spaß an der

Sache. Die Tatsache, dass bei uns Läuferinnen

und Läufer aller Altersstufen – vom

Profi bis zum Hobbyläufer – mitmachen,

ist schon etwas Besonderes.

Das heißt, bei euch ist jeder Läufer -

typus willkommen?

„runninGraz“ bedeutet gemeinsames Laufen

mit Freund:innen und neue Bekanntschaften

zu schließen. Dieser Gründungsidee

sind wir immer treu geblieben. Jeder kann

bei uns mitmachen, den dieser Spirit und

die Gemeinschaft anspricht.

SPORTaktiv

43


STIL

MACHT SPASS

STIL KANN MAN BEKANNTLICH NICHT KAUFEN – ABER IMMERHIN TRAI-

NIEREN. ZUMINDEST BEIM LAUFEN. UND DAMIT DIE ÖKONOMIE VER-

BESSERN, DAMIT MAN MIT WENIGER AUFWAND LÄNGER, SCHNELLER

UND VERLETZUNGSFREIER UNTERWEGS IST.

VON KLAUS MOLIDOR

FOTOS: THOMAS POLZER

Federleicht und superschnell.

So sehen wir Läufer bei

Olympischen Spielen und

Weltmeisterschaften. Wer

möchte nicht kraftsparend

und trotzdem schnell laufen und vielleicht

seine eigene Bestzeit auf einer bestimmten

Strecke unterbieten oder vielleicht

auch einfach nur die Hausrunde

weniger angestrengt absolvieren?

Das Zauberwort dafür heißt Ökonomie.

Drei Schrauben sind es, an denen

wir da drehen können um eine bestimmte

Strecke in einer bestimmten

Zeit bestmöglich absolvieren zu können:

Stoffwechsel, Muskulatur, Bewegung.

Den Stoffwechsel optimiert man am

besten im Bereich der Grundlagenausdauer.

Sprich mit niedriger Herzfrequenz,

dafür länger laufen um den Körper

daran zu gewöhnen, dass er sich

Energie aus dem Fettstoffwechsel holt

und nicht bloß aus den Kohlenhydraten.

Deren Speicherkapazität ist bekanntlich

begrenzt. Das mag auf der kleinen Runde

oder auf kürzerer Wettkampfdistanz

nebensächlich sein, für längere Läufe

und Bewerbe ab der Halbmarathondis-

tanz ist es unerlässlich. Den Pulsbereich

dafür lässt man am besten im Rahmen

einer Leistungsdiagnostik bestimmen.

„Es ist wichtig, dass man dabei unter der

aeroben Schwelle bleibt. Studien mit

Radfahrern haben gezeigt, dass sie knapp

unter der Schwelle das Tempo fast doppelt

so lange halten können wie knapp

darüber“, sagt Sportwissenschafter und

Konditionstrainer Stefan Arvay. Er rät

dabei auch keine Scheu vor dem Gehen

zu haben. „Norwegische Profi-Langläufer

halten sich etwa sklavisch daran und

wenn bergauf der Puls zu hoch steigt,

schnallen sie die Ski ab und gehen.“

Kommen wir also zur Muskulatur.

„Damit sich der Muskel an das Renntempo

gewöhnt und es nicht zu Krämpfen

kommt, muss man immer wieder in

dem Tempo laufen“, sagt Arvay. „Damit

wird man nicht schneller, aber man lernt

seine aerobe Kapazität besser auszuschöpfen.

Also, dass der Muskel das

Tempo möglichst lange durchhält. Tempohärte

nennt das dann der Volksmund.

„Im Training sollte man mit der Intensität

variieren und beispielsweise 3 mal

1000 Meter schneller laufen als normal.“

Ein großer Punkt ist aber auch der

Laufstil und damit die Bewegung an

sich. Den verbessert man zum Beispiel

mit dem Lauf-ABC. „Das macht nur

kaum jemand“, sagt Bernd Marl, der

ebenfalls Sportwissenschafter ist und

Laufstilanalysen durchführt. „Dabei verbessert

sich die Koordination und das

intermuskuläre Zusammenspiel, also

dass mehrere Muskeln mitarbeiten“, sagt

Arvay. Zudem werden durch das intensive

Training mehr Muskelfasern aktiv. Er

empfiehlt neben Rumpfstabilität auch

Krafttraining für Läufer. „Das können

schon 10 saubere Kniebeugen sein, bei

denen die letzte fordernd ist“, erklärt er.

Ein paar Übungen, regelmäßig ins Training

integriert, würden da schon helfen.

Die größten „Fehler“ bei Läufern, vor

allem Einsteigern, sind immer noch zu

lange Schritte und eine Landung auf der

Ferse. Womit wir mittendrin sind in

Punkte drei, dem Laufstil und der Bewegung

an sich. „Viele Läufer heben die

Ferse zu wenig und haben auch einen zu

geringen Kniehub“, berichtet Bernd

Marl aus der Praxis. Das Ergebnis ist der

Schlurfschritt.

44 SPORTaktiv


MAG. STEFAN

ARVAY

ist Sportwissenschafter im

Sportpark Athletik Zentrum in

Graz und Konditionstrainer beim

GAK und beim U21-Team

arvay-sportconsulting.com

MAG. BERND

MARL

ist Athletik- und Personaltrainer

im Sportpark Athletik Zentrum in

Graz und Sportlehrer in Leoben

trainingmitverstand.com

Er schaut sich vor allem einmal an, wo

der Läufer auftritt, und weniger wie. Oft

ist das mit gestrecktem Bein und – weil

der Schritt zu groß ist – vor dem Körper.

„Das kostet Kraft und belastet zudem

die Gelenke, weil die Aufprallstöße ungefedert

durch den Körper wirken.“ Um

Knie- und Fersenhub zu verbessern hat

er einfache Tricks. „Stell dir vor, du

müsstest beim Schritt über etwas drübersteigen,

zum Beispiel eine Faszienrolle.

Automatisch hebst du da das Knie

höher.“ Optimal wäre, wenn der Oberschenkel

beim Kniehub parallel zum

Unterarm ist. Ähnliches bei der Ferse.

„Stell dir vor, du müsstest wie ein Fußballer

einen Ball schießen.“ Damit

bringt man den Unterschenkel schon

einmal parallel zum Boden. Grundsätzlich

gilt: Je höher das Tempo, desto höher

geht auch die Ferse.

SPORTaktiv

45


Die Laufmaus im Testeinsatz in der

SPORTaktiv- Redaktion. Der Kollege

war begeistert.

Eine ebenfalls gute Möglichkeit den

Stil zu verbessern sind schnelle Läufe.

„Damit läuft man tendenziell viel leichter

sauber, einfach,

weil das im Schlurfschritt

kaum mehr

möglich ist“, sagt

Marl. „Es ist leichter

schnell sauber zu laufen

als langsam.“

Völlig vergessen wird

seiner Meinung nach

auf das Armpendel.

„Dabei beeinflusst das

über die Kreuzkoordination

die Schrittfrequenz.

Kurzer

Schwung, kurzer

Schritt. Und damit

bringt man den Fuß

bei der Landung gleich näher zum Körperschwerpunkt,

was wiederum den

‚Stechschritt‘ nach vorne verhindert.“

Um die Arme in den richtigen Winkel

zu bringen, verwendet Bernd Marl einen

einfachen Trick: „Einen Kuli in die Armebeuge

einklemmen und schauen, dass

man ihn nicht verliert.“

Viele Läufer tendieren gerade am Anfang

dazu, die Finger zur Faust zu ballen.

Das kann Verspannungen auslösen

über den Nacken, den Rücken hinunter

bis in die Oberschenkel. Dem kann man

jetzt auch mit einem neuartigen Gadget

namens „Laufmaus“ entgegenwirken.

Das ist ein ergonomisch geformtes und

sehr leichtes Griffelement, das die Stellung

der Arme optimieren soll. Man

packt nicht so fest zu, Elle und Speiche

sind durch die Haltung in paralleler

Stellung, der Armschwung geht leichter.

Sogar die Extremitäten sollen dadurch

besser durchblutet werden. Ein erster

Test dieser Griffschalen in der Redaktion

ist auf viel Gegenliebe gestoßen. Lob

kommt auch aus berufenem Munde,

von Prof. Dr. med. Stefan Sesselmann,

Facharzt für Orthopädie an der Ostbay-

LAUF DEINEN WEG!

RUN HAPPY!

Der Herbst ist ideal für Trail-Running.

Zum richtigen Durchstarten hat der

US-Laufschuhhersteller Brooks den

neuen Cascadia 16 herausgebracht.

Steine, Schlamm, harte Trails?

Für jedes Terrain gemacht.

Explore any trail, heißt es bei Brooks.

Aber was genau ist das Besondere am

neuen Cascadia-Modell?

• Flexibler Schutz: Ein „Ballistic Rock

Shield“ unterm Fuß schützt deine Füße

vor Kieselsteinen und hilft dir dabei,

sogar über das unwegsamste Terrain

laufen zu können.

• Softe Dämpfung: Die DNA-LOFT-

Dämpfung von Brooks macht diesen

Schuh schneller und softer als je zuvor.

Tatsächlich ist die Dämpfung mit der

neuen Technologie um 10 % weicher

und um 20 % leichter.

• Verbesserte Anpassungsfähigkeit: Der

Brooks Cascadia 16 verfügt über

einzigartige Release Grooves in der

Sohle, sodass er sich dem Untergrund

anpasst und dir höchsten Laufkomfort

auf jedem Terrain ermöglicht.

INFO

Alle News rund um Brooks

und „Run Happy“

www.brooksrunning.com

ANZEIGE / Fotos: Brooks

46 SPORTaktiv


erischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.

„Ich würde die Laufmaus

grundsätzlich jedem Anfänger empfehlen.

Gerade weil man nicht unbedingt

einen Personal Trainer zur Hand hat, der

die Haltung korrigiert.“

Neben der richtigen Haltung machen

aber auch viele Läufer den Schwung zu

kurz, meint Bernd Marl. „Der Armschwung

endet

meist auf Rumpfhöhe,

dadurch vergibt

man sich aber

viel Vortrieb.“ Sein

Tipp: „Stell dir

vor, dass du mit

dem Ellbogen eine

Wand, die vor dir

steht, berühren

willst. Der

Schwung geht damit

deutlich weiter

und du schaffst es

leichter ein schnelleres

Tempo zu

laufen.“

Das klingt ein

wenig nach Raketenwissenschaft.

Ist es aber nicht. Allein, man muss der

Umstellung Zeit geben. „Die Muskulatur

braucht 6 bis 8 Wochen, bis man

sich an den neuen Stil gewöhnt hat“,

sagt Marl. Bis sich die Umstellung komplett

manifestiert hat, braucht es mehrere

Hundert, wenn nicht Tausend Kilometer.

„Hilfreich ist da zum Beispiel ein

Laufband“, erklärt Stefan Arvay. „Der

Boden zieht unter dem Fuß durch und

zwingt dich geradezu dazu, dass der Fuß

unter dem Körperschwerpunkt landet.

Gerade im Winter sind also 15, 20 Minuten

auf dem Laufband förderlich um

die Ökonomie zu verbessern.“ Wer noch

das Glück hat, dass in seinem Fitness-Studio

ein Spiegel neben dem Band

steht, profitiert noch mehr. „Damit

kannst du selbst sehen, wie dein Stil aussieht“,

sagt Bernd Marl. „Ob Arm-Winkel

und -Schwung passen, wie der Auftritt

ist und wie der Kniehub.“

Der Experte

korrigiert am

Laufband. Armschwung

okay,

Ferse weiter

nach oben.

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WORAUF MAN BEIM

KAUF EINER LÄUFER-

STIRNLAMPE ACHTEN

SOLL UND WELCHE

MÖGLICHKEITEN ES

GIBT, SICH AUF DER

LAUFRUNDE SICHT-

BAR ZU MACHEN. ES

KOMMT AUCH AUF

DIE OPTIK AN.

VON CHRISTOF DOMENIG

48 SPORTaktiv

LICHT

AN!

Fotos: Getty Images, Brooks


Finstere Gestalten, die sich unterm

fahlen Licht der Straßenlaternen

tummeln, von Kopf bis Fuß in

Schwarz gewandet? Die Rede ist

nicht von Ninjas, sondern von

manchen „Spezialisten“, die jetzt morgens

oder abends in den Städten ihre Laufrunden

drehen. Und offensichtlich davon ausgehen,

dass sie, solange sie selbst noch ausreichend

sehen, von den anderen Verkehrsteilnehmern

auch bemerkt werden. Dabei

erklärt man schon den Kindern, sich durch

helle Kleidung und reflektierende Elemente

im Straßenverkehr sichtbar zu machen.

Die Mehrheit unter den Läufern weiß ja

immerhin, worauf es jetzt ankommt: Aufs

Sehen und Gesehenwerden. Und die Industrie

unterstützt uns Laufbegeisterte

beim Ausüben unseres Ganzjahressports:

durch hochwertige Stirnlampen – aber

auch durch speziell auf Sichtbarkeit ausgelegte

Bekleidungskollektionen, die nicht

nur wirken, sondern auch gut ausschauen.

Starten wir mit dem Blick auf die Stirnlampen:

Um im breiten Sortiment (und in

den unterschiedlichen Preisklassen) die optimale

Lampe für sich und seine Bedürfnisse

zu finden, lohnt es sich, sich vorm Kauf

ein paar Gedanken zu machen.

„Allgemein gesprochen ist der Faktor

Gewicht für Läufer noch wichtiger als in

anderen Sportarten. Es geht auch um die

Balance am Kopf durch die Stöße bei der

Laufbewegung und damit um die Gewichtsverteilung“,

zählt Jonas Resch, Marketing-Project-Manager

bei „Ledlenser“,

auf. Gleich zum Thema Gewicht: Es gibt

zwei Faktoren, die das Gewicht einer Stirnlampe

nach oben treiben. Die Stärke der

Lampe und die Laufzeit des Akkus. Mehr

Leistungsstärke heißt also mehr Gewicht

(und zudem einen höheren Preis) in Kauf

zu nehmen. Es gilt also im Hinblick auf

den gewünschten Einsatzbereich den passenden

Kompromiss herauszufiltern.

Die Lichtstärke einer Stirnlampe wird in

Lumen angegeben. Als grobe Faustregeln

kann man festhalten: In einer Stadt, wo Laternen

für Sicht sorgen und die Lampe in

erster Linie Sicherheitsfaktor ist, reichen

rund um 100 Lumen. Zwischen 200 und

300 Lumen sollten es sein, sobald man eine

Straße aktiv ausleuchten will. Auf Waldwegen

oder beim Trailrunning, wenn es also

darum geht, seine Schritte wirklich mit Bedacht

zu setzen, sollten es auch deutlich

mehr sein – 600 Lumen sind hier ein

Richtwert. Ledlenser-Experte Resch empfiehlt

jedoch, solche Angaben nicht als Absolutwert,

sondern als Orientierungshilfe

zu betrachten, die tatsächlich nutzbare

Lichtausbeute einer Lampe hängt stark von

der Konstruktion ab. Auch gut zu wissen:

Der angegebene Wert bezieht sich manchmal

nur auf einen „Boost-Modus“, der nur

wenige Sekunden erreicht wird.

Ein zweiter Kennwert, der bei Stirnlampen

in der Regel genannt wird, ist die

Leuchtweite. Die hängt wiederum nicht

nur von der Lichtstärke ab, sondern auch

von der Konstruktion der Linsen. Legt

man Wert auf ein scharf gebündeltes Fernlicht

– oder ein breit getreutes Flutlicht,

um einen Weg breit auszuleuchten? Auch

solche Überlegungen sollten in den Kauf

mit einfließen. „Die Leuchtweite wird

wichtiger, je höher die Geschwindigkeit:

Bei Downhillpassagen in Ultraläufen sollte

die Lampe in der Lage sein, die Laufstrecke

30 bis 40 Meter weit perfekt auszuleuchten“,

empfiehlt der Experte.

WÄHREND IN DER STADT

RUND UM 100 LUMEN EIN

PASSENDER RICHTWERT

SIND, SOLLTEN ES AUF

EINEM DUNKLEN TRAIL

BIS ZU 600 LUMEN SEIN.

Umgekehrt gilt natürlich: Je stärker die

Lampe, desto lästiger bis gefährlicher, wenn

man andere blendet. Wie merkt man es,

dass man andere Verkehrsteilnehmer blendet?

„Wenn ich jemandem ins Gesicht

leuchte, Verkehrsschilder über Kopfhöhe

reflektieren oder mein Licht in Autoscheiben

reflektiert wird: Dann kann ich davon

ausgehen, dass meine Lampe andere blendet“,

sagt Resch. Abhilfe schafft ein

schwenkbarer Lampenkopf. Für einige

Lampenmodelle gibt es Gurte, um sie auf

Brusthöhe einzuklippen – eine coole Sache

für Laufgruppen, wenn man beim Plau­

SPORTaktiv

49


Helle, leuchtende

Farben und strategisch

platzierte Reflektorelemente

sind

jetzt gefragt – wie im

Bild mit Ausrüstung

von Brooks „Run

Visible“-Kollektion.

FUNKTIONS-

KLEIDUNG

für ein optimales

Körperklima

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dern dem Laufpartner auch ins Gesicht

schauen will.

Am Datenblatt von Stirnlampen

steht in der Regel auch die Angabe,

wie viele Stunden eine Akkuladung

durchhält. Diese bezieht sich auf die

kleinste einstellbare Leuchtstufe. Wie

schon erwähnt, drückt ein großer

Akku aufs Gewicht: Während gute

Leuchten für die City rund um 100

Gramm wiegen, kann eine Hochleistungsleuchte

für Trailrunner mit dem

doppelten Wert auf die Waage drücken.

Bei schwereren Lampen sind in

der Regel Lampenkopf und Stromversorgung

geteilt. Das ermöglicht eine

bessere Gewichtsverteilung und einen

festen, wackelfreien Sitz – zu dem

auch die hochwertigen Stirnbänder

von guten Geräten beitragen. Es ist

auf Dauer unangenehm fürs Auge

und Gehirn, wenn das Licht beim

Laufen wackelt und sich aufschaukelt.

Was braucht die Wunsch-Stirnlampe

noch? Aus Sicherheitsgründen sind

ein rotes Rücklicht sowie reflekierende

Bänder empfehlenswert. Und wer

im Regen damit laufen will, sollte zur

zumindest spritzwassergeschützten

Variante greifen: Diese wird mit einem

„IP“- (Impact Protection)-Wert

angegeben. Die Angabe „IPX4“ bedeutet

spritzwassergeschützt, was im

Regen reicht. Je höher die Zahl (bis

zum Maximalwert 8), desto dichter.

180 Meter weit sichtbar

Perfekt für die dunklen Laufzeiten

sind auch spezielle Bekleidungs-Kollektionen

für diesen Zweck, wie sie

mehrere große Hersteller bieten – bei

Brooks beispielsweise heißt die Linie

„Run Visible“ oder bei Asics „Lite-

Show.“ Die Oberbekleidung, Hosen

und Schuhe, aber auch weitere Accessoires

bestechen mit hellen, fluoreszierenden

Farben und großen, strategisch

platzierten reflektierenden Elementen.

Von Brooks etwa heißt es,

dass die „Run Visible“-Teile darauf

ausgelegt sind, im Straßenverkehr

schon aus 180 Metern Entfernung

gut gesehen zu werden, sobald eine

Lichtquelle auf sie trifft. Auch bekannte

und beliebte Laufschuhmodelle

sind als Teile der „Sichtbarkeits“-Kolektionen

erhältlich – bei

Brooks etwa der „Ghost 14“ und

„Glycerin 19“, bei Asics der „Gel-Kumulus

23“ oder der „Gel-Kajano 28“.

Dass die Bekleidungsteile auch

sonst alle Ansprüche erfüllen, die

man als Läufer an Bekleidung stellt,

versteht sich. Und sie schauen cool

aus. Die Optik ist übrigens auch bei

Stirnlampen ein Kriterium – schmale

Bänder, kleine Lampenköpfe, ein

„minimalistisches Aussehen“ sind gefragt,

sagt Jonas Resch. Alles Argumente,

die auch die letzten laufenden

Ninjas noch überzeugen sollten.


RUN

NEWS

KRAFTQUELLE

Mit seinem einzigartigen

Magnesium- und

Calciumgehalt ist LONG LIFE

eine wahre Kraftquelle, denn

in diesem Mineralwasser

sind natürliches Magnesium

(201mg/l) und Calcium (270

mg/l) in hoher Konzentration

und idealem Verhältnis

enthalten.

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EXTRASCHUB AUF

DER LAUFSTRECKE

Der neue BROOKS Levitate 5 verleiht

Läufer*innen durch seine reaktive Dämpfung

einen Extraschub. Es gibt ihn als Neutral- und

Support-Variante – und erstmals auch als

„Stealthfit“-Version mit engerer Passform und

Kompression.

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ERSTE HILFE

FÜR SPORTLER

Eine Sportverletzung kann passieren

– DicloAkut ® -Schmerzgel 1 % Gel

hilft. Es findet Anwendung bei

stumpfen Verletzungen wie Zerrungen,

Verstauchungen oder Prellungen. Das

Gel empfiehlt sich auch bei Hexenschuss,

kühlt angenehm, ist ideal für unterwegs

und rezeptfrei in Apotheken erhältlich.

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GRIP IM GELÄNDE

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

Fotos: Hersteller

Der ASICS Fuji Lite 2 gehört

zur neuen Trail-Kollektion der

japanischen Topmarke und

verspricht eine Kombination aus

Tempo und Traktion auf jedem

Terrain. Für eine lang anhaltende

leichte Dämpfung sorgt Asics‘

Flytefoam-Technologie.

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NACHHALTIGKEIT

TRIFFT PERFORMANCE

Leicht, warm und nahtlos sind die

Haupteigenschaften der BUFF Dryflex-Kollektion.

Die Multifunktionstücher, Stirnbänder und

Beanies sorgen dank reflektierender Elemente

für optimale Sichtbarkeit und sind aus

recycelten Plastikflaschen und

natürlichen Stoffen hergestellt.

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SPORTaktiv

51


AUS

PRO

BIERT

RUN

EINFACH GENIAL, GENIAL EINFACH

Noch sind die Sportuhren von COROS aus den USA hierzulande

kaum bekannt. Wer eine hat, ist fast so etwas wie Teil einer

verschworenen Insider-Community. Gut möglich, dass sich

das aber bald ändert, denn vor allem die PACE 2 hat das Zeug

zum absoluten Bestseller. Auch wenn sich das auf den ersten

Blick nicht erschließt, denn die bloße Optik weckt keine Begehrlichkeiten.

Die Ziffernblätter erinnern im Design stark an

die 1980er-Jahre – und auch wenn damals nicht alles schlecht

war: Da hätten sich die Entwickler eine klarere Optik einfallen

lassen können. Das war es dann aber mit den Kritikpunkten.

Die Bedienung erlernt man auch als „Digital Secondo“ ohne

Handbuch in wenigen Minuten. Der Clou mit einer Taste und

der digitalen Krone ist genial und hält das Handling übersichtlich.

Keep it simple, wie der Amerikaner gerne sagt. Die

Trainingsanzeigen kann man via App easy ganz individuell gestalten

und sogar ein automatisches Durchschalten der verschiedenen

Bildschirme während des Trainings ist möglich.

Apropos App: Dort lassen sich auch Trainingspläne gestalten

und auf die Uhr spielen. Zudem ist die Pace 2 extrem leicht

und die Größe passt auf schmale wie stärkere Handgelenke

gleichermaßen. Der Knüller schlechthin ist aber der Akku, der

ewig hält. 4 Stunden volle GPS-Leistung haben im Test gerade

einmal 14 Prozent verbraucht. Das alles gibt es um 200 Euro –

vergleichbare Konkurrenzprodukte kosten schnell das Doppelte.

Ach ja. Ein Härchen in der Suppe gibt es: Die Uhr hat keine

Navi-Funktion. Dieses Feature hab ich auf 7000 Laufkilometern

der letzten 6 Jahre doch ein einziges Mal gebraucht ...

EIN NEUER STERN AM UHREN-

HIMMEL, NEUE SOCKEN AUS

PAPIER UND EIN RUCK-ZUCK-

ZU-SCHUH FÜRS GELÄNDE:

UNSER TEST-DREIER

IM OKTOBER.

VON KLAUS MOLIDOR

52 SPORTaktiv


DREH UND RENN AUF ITALIENISCH

PAPIER FÜR DIE FÜSSE

Japan ist ja bekannt für seinen Umgang mit Papier. Das

beginnt schon bei der Faltkunst Origami. Jetzt kommen

aus dem Land des Lächelns aber auch Socken aus Papier.

Die Marke GOLDWIN hat diese „Paper Fibre Socks“

hergestellt, nach uralter japanischer Handwerkstradition.

Wir haben die kurz geschnittenen Laufsocken getestet.

Das Material fühlt sich in der Hand ein wenig rau an. Am

Fuß spürt man die Struktur der Faser, ohne dass es kratzig

wäre. Wer Handtücher lieber luftgetrocknet mag statt

flauschig aus dem Wäschetrockner, der wird das Papiersockengefühl

lieben.

Im Alltagseinsatz haben sich die Dinger sofort bewährt,

beim Laufen ebenfalls, da der Sitz eng und kompakt ist,

aber nicht zu komprimiert. Mag ja auch nicht jeder. Ein

Vorteil im Sommer: Auch wenn man zu podologischer

Transpiration vulgo Schweißfüßen neigt – das Tragegefühl

bleibt immer trocken. Entwickler Soichi Hirayama ist

damit beim Trailrunning sogar in ein Lacke gestiegen und

wusste wenig später nicht mehr, welcher Fuß sich nun

nass anfühlt.

Bleibt noch das leidige Thema Haltbarkeit bei regelmäßigem

Long-Jog-Einsatz. Nach zwei Monaten sind die

Goldwin-Socken immer noch wie neu – das hab ich von

anderen Produkten auch schon ganz anders erlebt.

Schuhe ausziehen, bevor du ins Wohnzimmer gehst! Die

elterliche Handlungsanweisung hatte und hat durchaus

ihren Sinn. Denn, wer den CYKLON-Trailrunningschuh

von LA SPORTIVA (um 185 Euro, UVP) am Parkett ausprobiert,

läuft Gefahr, picken zu bleiben – so haftet die Sohle.

Also wirklich gleich raus damit ins Gelände, wo Grip

und Traktion im optimalen Verhältnis zueinander stehen.

Der etwas höhere Schnitt des Schuhs vermittelt eine angenehme

Sicherheit am Trail, vor allem im Verbund mit

dem Boa-Verschluss-System. Dieses liegt nicht zentral

auf dem Rist, sondern seitlich versetzt und zieht die Lasche

angenehm kompakt über den Fuß und macht den

Halt zum Highlight.

Im ersten Renneinsatz mit Asphalt-, Alm- und Steinpassagen

bewährt sich der Cyklon sehr. Direktes Laufgefühl,

ohne dass jeder Stein die Fußreflexzonen stimuliert. Besonders

praktisch ist der Boa-Verschluss vor Bergab-

Passagen. Trail-Spezialisten schnüren da den Schuh

noch einmal nach, um den Fuß besser in der Ferse zu

halten, was für Downhills wichtig und angenehmer ist.

Mit dem Drehverschluss ist das in Windeseile geschehen.

Ebenso wie das Öffnen und Rausschlüpfen, wenn

man nach der Gatschrunde heimkommt. Denn, eh scho

wissen: Schuhe aus, bevor du ins Wohnzimmer gehst.

Fotos: Thomas Polzer

SPORTaktiv

53


SANTA CRUZ

EROBERT JETZT SAALBACH

SAALBACHS WINTERSPORT-EXPERTEN MISCHEN JETZT

AUCH IN DER BIKE-SZENE MIT. VORHANG AUF FÜR „SKILL®“

UND DAS LÄSSIGSTE SANTA-CRUZ-CENTER DER ALPEN.

Der Name SkiLL® dürfte Wintergästen

von Saalbach Hinterglemm bereits

bekannt vorkommen, denn SkiLL®

gibt es bereits seit 3 Jahren. Mit exklusiver

Ski- und Snowboard-Experience, Skischule,

Store und Freeride-Angeboten hat man sich

einen Namen gemacht und wurde 2020

vom Skiareatest als Sportshop & Skischule

des Jahres ausgezeichnet.

Diesen Sommer ist SkiLL® gleich mit

einem großen Knall ins Bike-Geschäft

eingestiegen, mit einem Flagshipstore

der kalifornischen Kultmarke Santa Cruz

Bicycles, und ist damit der First-Class-

Sport-Komplettanbieter in der Region. Der

Shop hat das lässige Flair von Santa Cruz

und bietet die gesamte Range der Bikes plus

Services für das abfahrtsorientierte Klientel.

SkiLL® avanciert damit zum größten Santa-

Cruz-Testcenter der Alpen. Das Beste: Der

Verkauf der heiß ersehnten 2022er-Modelle

startet ab sofort! Auf einer Fläche von rund

1000 Quadratmetern findet man zudem

alles rund ums Thema Bike und Lifestyle.

Die Top-Werkstatt bietet Premium-Suspension-Service

für Fox und Rockshox – auch

per Versand, wenn man seine Federelemente

also auch mal auf Urlaub schicken will.

Wie es sich für einen Komplettanbieter

gehört, wartet SkiLL® auch mit einer Bike -

-schule auf. Hier gibt’s Privatunterricht für

Kinder & Erwachsene auf den Trails der

größten Bike-Region Österreichs, mit topausgebildeten

Bikepark-Coaches inklusive

VIP-Shuttle-Service. Die brandneue Lounge

von SkiLL® glänzt mit Speis und Trank,

vor allem das Frozen Joghurt überzeugt auf

ganzer Linie. Noch ein Hit: Wer ein Santa-

Cruz-Bike in Saalbach kauft, bekommt als

Draufgabe einen Kurzurlaub für 2 Personen

in Saalbach Hinterglemm, die Joker-Card-

Vorteilskarte, VIP-Eintritt in die Therme

Tauern Spa und die fachgerechte Bike-Einschulung

im Shop dazu.

ALLE NEWS

ZU SKILL®:

www.SkiLL.at

welcome@skill.at

+43 6541 20403

Instagram & Facebook:

/tuneyourSkiLL

Fotos: Max Schumann, SkiLL

54 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: Ötztal Tourismus, Markus Vollmeier, Bora-Hansgrohe-Bettiniphoto, getty images

TRIUMPH IN SÖLDEN

Johnny Hoogerland (NL) hat Österreichs

größten Rennradmarathon

gewonnen. Der in Kärnten lebende

Ex-Profi siegte beim Ötztaler Radmarathon

über 238 km und 5500 hm

in 7:21:01 Stunden. Damensiegerin:

Christina Rausch (D, 8:15 Stunden).

oetztaler-radmarathon.com

NEUER SPENDENREKORD

Mit Prominenz aus Sport, Wirtschaft

und Politik wurde in Kärnten

die bereits 19. „Tour de Franz“

(90 km) gefahren. Bei diesem

Charity-Event von Franz Klammer

kamen 72.000 Euro für bedürftige

Kärntner Familien und Kinder zusammen.

tour-de-franz.bike

VOM SCHNEE ZUR VUELTA

Überraschung! Nur sechs Monate

nach seinem letzten Rennen als

Skibergsteiger (siehe SPORTaktiv-Interview

Februar) fuhr Anton Palzer

bereits seine erste Grand Tour als

Radprofi und beendete die „Vuelta“

mit Rang 102 und viel Reputation.

www.bora-hansgrohe.com


DIGITALES BIKEN 2031

„DAS IST ERST

DER ANFANG“

WIE DIE RAD-BRANCHE

DURCH DIE HOCHS UND

TIEFS DER KRISE KURBELT

UND SICH DABEI NEU

ERFINDET. EUROBIKE-

GESCHICHTEN ÜBER

LIEFERENGPÄSSE, NEUE

MOBILITÄT, BIKE TO X,

INTERNET OF THINGS UND

DIE „LANDFLUCHT“ DER

WELTWEIT GRÖSSTEN RAD-

MESSE NACH FRANKFURT.

VON CHRISTOPH HEIGL

Mit einem lachenden und

einem weinenden Auge

traf sich die Fahrradbranche

im September

zur weltweit größten

Radfachmesse im deutschen Friedrichshafen.

Lachend, weil es nach zahllosen

Onlinemeetings und -präsentationen

endlich wieder direkten Kontakt zwischen

Handel, Industrie, Medien und

Fans gab. Weinend – oder zumindest

nachdenklich –, weil die Eurobike nach

dieser 29. Auflage die Zelte am gemütlichen

Bodensee, in Reichweite der Alpen,

abbricht und im nächsten Jahr ein neues

Kapitel aufschlägt. Die Eurobike wird

dem Trend zum Urbanen folgen, das

Rad in die Stadt bringen und am neuen

Standort Frankfurt Skyline und Radfahren

verbinden. Mehr dazu später.

56 SPORTaktiv


Lachend und weinend. So zwiespältig

geht es auch der gesamten

Branche. Der Radboom, befeuert

durch Pandemie und Lockdownmaßnahmen,

beschert dem Zweirad große

Aufmerksamkeit und Absatzrekorde.

Die ersten Zahlen für Deutschland

zeigen im ersten Halbjahr 2021

ein weiteres Plus von 9,1 % bei verkauften

Elektrorädern (insgesamt 1,2

Millionen neue E-Bikes). Burkhard

Stork, Geschäftsführer des deutschen

Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV),

Activity Tracking mit der neuen Bosch-

App. Dass Handy und E-Bike miteinander

kommunizieren, ist erst der Anfang.

meinte: „Der Fahrradboom hatte

schon vorher eingesetzt, aber Corona

hat ihn zum Fliegen gebracht.“ Normale

Räder sind allerdings um 26

Prozent zurückgegangen. Wäre eine

höhere Inlandsanlieferung (Produktion

+ Import) möglich gewesen, hätten

noch mehr Fahrräder verkauft

werden können. Nach dem Rekord

stehen jetzt aber die Lagerhallen bei

vielen Firmen leer. Die Pandemie hat

die eingefahrenen Transportwege aus

Fernost durchkreuzt, mehr als doppelt

so lange Liefer- und Wartezeiten,

Engpässe und sogar Totalausfälle

wichtiger Komponenten sind die

Folge. Der Radkäufer muss wegen

stark gestiegener Transportkosten für

Schiffscontainer Preissteigerungen

von 5 bis 10 Prozent schlucken. Eine

Normalisierung des Marktes ist erst

bis Ende 2024 erwartbar. Viele fordern

jetzt eine Abnabelung von Fernost

und mehr Produktion in Europa.

Vergleichbare Zahlen zu Österreich

liegen noch nicht vor, werden aber

ähnlich erwartet.

Lachend und weinend zwischen

satten Umsatz-Plus und Logistik-

Horror bilanzieren auch die Industrievertreter:

Sie haben weiterhin

Elektrifizierung, Motorisierung und

Digitalisierung des Fahrrades im Fokus.

Einer der Vorreiter dabei bleibt

Branchenprimus Bosch E-Bike Systems,

der in der Person von Geschäftsführer

Claus Fleischer, selbst

leidenschaftlicher Radfahrer und Biker,

einen „Rad-Visionär“ an vorderster

Front hat. „Das Rad war in den

Lockdowns eine wichtige Alternative

zu Öffis und Autos. Auch, weil die

Fotos: Bosch ebike Systems

FEEDBACK

Hast du Lust auf

digitales Biken?

Oder brauchst du diese

Vernetzung nicht?

SPORTaktiv

57


Schwere Zeiten für Fahrraddiebe. Auch der Diebstahlschutz

läuft längst digital und wird immer besser.

Straßen so herrlich leer waren. Das

vermissen wir ja fast schon wieder“,

meinte er mit einem Augenzwinkern.

Mit der Bezeichnung „Gewinner in

der Krise“ geht die Radbranche sehr

vorsichtig um, Fleischer bestätigte aber

ein Bosch-Plus von 25 Prozent, in den

Kernmärkten D-A-CH und Holland

schaffte man von 2019 auf 2020 sogar

ein Plus von 35 Prozent. „Dieses Niveau

gilt es vorerst zu halten.“ Die Lieferprobleme

treffen mit voller Härte

auch einen Riesenkonzern wie Bosch

(u.a. ja auch in der Autoindustrie tätig).

Fleischer: „Wir kämpfen um jedes

einzelne Rad, das wir bauen können.“

Industrie und Handel würden diese

herausfordernde Situation ganz gut

bewältigen, meint er. „Wir erledigen

unsere Hausaufgaben. Jetzt muss auch

die Politik ihre Hausaufgaben machen

und für die Zukunft eine radfreundliche

Infrastruktur herstellen.“

Dieses Thema, Stadt und Verkehr,

zieht sich wie ein roter Faden durch

die Eurobike. Fleischer legt nach: „50

Jahre lang wurden die Städte um die

Autos und für die Autos gebaut. Dabei

stehen sie 23 Stunden am Tag bloß herum.

Es braucht mehr Radinfrastruktur.

Wir wollen smarter und sicherer

EUROBIKE

2021

Weltweit führende Fahrradmesse

mit Produktnews, Szenetreff,

Vorträgen, Businesstalk und

zwei Publikumstagen: heuer

„nur“ 630 Aussteller aus 68 Nationen

(18.770 Fachbesucher,

13.424 Konsumenten); Vergleich

zu Vor-Corona 2019: 1400 Aussteller

aus 99 Nationen.

Termin 2022: 13. bis 17. Juli in

Frankfurt (D).

unterwegs sein.“ Mit einer imaginären

Glaskugel blickt Fleischer auf Anfrage

zehn Jahre in die Zukunft, ins Jahr

2031. Er erklärt das Prinzip der Autozukunft

und der Technik „Vehicle to

X“ (V2X), die vorsieht, dass alle Fahrzeuge

nicht nur miteinander, sondern

auch mit jeglicher intelligenter Umgebung

kommunizieren können. Den

neuen Ansatz, auch Fahrräder ,,mitsprechen“

zu lassen, nennt Fleischer

,,Bike to X“. Die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer

wäre die Folge, auch

der dann autonom fahrenden Autos.

Wie würde die Praxis 2031 aussehen?

Das Rad hat einen Reifendefekt mitten

in der Stadt, warnt das dahinter

fahrende Auto, loggt die Route zur

nächsten Werkstatt ins Bike-Navi,

meldet online den Termin dort auch

gleich an, schützt den Radfahrer bis

dahin mit Sicherheitshinweisen am

Display, nimmt Änderungen am Setup

des Bikes vor (Helm, Bremsen, Federung)

und verständigt per Mail den

wartenden Termin in der Firma, dass

es 45 Minuten später wird. Fleischer

winkt ab: „Das kommt alles nicht

morgen.“ Aber es kommt. „Die digitale

Zukunft des Rades beginnt. Das ist

erst der Anfang.“ Es fallen Begriffe wie

„voice assistance“, also

Sprachsteuerung, umfassende

Sicherheitsmaßnahmen

in Form eines

„digital safety shield“,

künstliche Intelligenz,

das IoT („Internet of

Things“) und in Summe

das „digitale Biken“.

Wer weiß, wie umfangreich

und kompliziert

die Software, Vernetzung

und Koppelung aller

Geräte jetzt im Jahr

2021 schon sein kann,

darf befürchten, dass

hier auch viel Überforderung

und möglicherweise

ein „too much“ an

Technik kommen wird.

Bosch stellte auch die neueste Generation

der E-Antriebe vor, die jetzt mit

neuer App („Flow App“), neuen

LED-Kontrollern, größerem Akku

(750 Wh, mit 4,4 kg etwas schwerer

und größer), Wettervorhersagen und

vielen Möglichkeiten zur Vernetzung

(Navi, Fit-Tracking) kommt „bis etwa

Weihnachten“. Diebstahlschutz und

Notruffunktion sind auch möglich.

Mit neuer Verkabelung kommen leider

auch neue Standards und neue Ladegeräte,

die mit den herkömmlichen

nicht kompatibel sind.

Noch einmal zum Standortwechsel

der Messe im nächsten Jahr vom Bodensee

in die Finanzmetropole Frankfurt:

Die „Landflucht“ passt natürlich

zum Cityschwerpunkt der Szene. Der

Fotos: Eurobike/Lix

58 SPORTaktiv


Markenkern der Eurobike bleibt unverändert,

jedoch werden ihre Inhalte

breiter, zeitgemäßer und auch urbaner.

Neue Schwerpunkt-Themen:

Micro Mobility, Technologie, Fitness,

Gesundheit, Lifestyle, Tourismus,

Infrastruktur und Nachhaltigkeit.

Die neuesten Mountainbikes

und Rennräder, Szenenews und Party

soll es trotzdem geben. Eine besondere

Rolle wird zukünftig in der

gesellschaftlich-politischen Komponente

des Radfahrens liegen. Dazu

passen auch die Video-Grußworte

von Angela Merkel zu Beginn der

Eurobike: „Deutschland setzt voll

auf das Thema Rad und den nationalen

Radverkehrsplan 3.0. Der

Bund stellt dafür bis 2023 insgesamt

1,46 Milliarden Euro zur Verfügung.“

Enorme Summen werden

also investiert. Der österreichische

Eurobike-Besucher fährt nach Hause,

mit der leisen Hoffnung, dass

auch die heimische Politik das Rad

erkennt und beginnt, in die Pedale

zu treten.

DIE GOLD-AWARD-

GEWINNER 2021

Cargoline FS 800, Kettler E-Cargobike

Smartgrip D500+, E-Bike-Bedientasten

im Lenkergriff integriert

Veloine Pregnancy Cycling Kit,

Radhose und Trikot für (hoch)schwangere

Frauen.

Tex-Lock Raijn, multifunktionaler Ganzkörper-Regenanzug

(Jacke + Einteiler)

Classified Powershift Hub, Kombination

aus klassischer Schaltung und Zweigang-Planetengetriebe.

Ortlieb Quick-Rack Light, leichter

Gepäckträger für Rad-Taschen

Datum by Digit Bikes, featuring Analog

Suspension: integriertes Federsystem

in Oberrohr und Unterrohr

www.eurobike.com

#RIDESAFE

AURA 80 USB

Akku-Indikator

80 Lux Lichtmenge

90 m Leuchtweite

BLAZE

Auto-Sensor

Micro-USB Ladefunktion

500 m Sichtweite

BREMSLICHT

Flowerpower. Bei aller Technik erfreuen auch verspielte Rad-Designs

das Auge. So werden unsere Städte bunter und sicherer.

www.sigmasport.com


SICHERHEIT ALS

BEGLEITER AUF

ALLEN TRAILS

Die deutschen Sicherheits- und

Helmexperten von ABUS gehen

mit drei neuen Modellen in die

Mountainbike-Offensive.

Die Mountainbike-Offensive startet

ABUS gleich mit mehreren neuen

Helmmodellen. Der Trend zum Fahrradfahren

ist ja ungebrochen und wird

sich auch 2022 weiter fortsetzen. Bei ABUS

steht daher im kommenden Jahr das Thema

MTB-Helme im Fokus. Mit der Offensive

erscheinen gleich mehrere neue Modelle – so

ist für jeden Einsatzzweck der passende Helm

dabei, denn immer anspruchsvollere Trails verlangen

nicht nur besseres fahrerisches Können,

sondern auch mehr Schutz.

Prominente Unterstützung liefern zwei Legenden:

Richie Schley und Cedric Gracia. Die

beiden Ikonen des MTB-Sports sind mit den

ABUS-Offroad-Helmen auf den Trails dieser

Welt unterwegs. Sie verkörpern mit ihren jahrelangen

Erfolgen und dem Pioniergeist eine

ähnliche Historie wie die Marke ABUS. Beide

Athleten sind nicht nur Repräsentanten der

Marke, sie lieferten zudem wertvolle Inputs für

die neuen MTB-Produktentwicklungen.

Ein Profi-MTB-Team wie das „Canyon MTB

Racing Team“ mit Yana Belomoina und Emily

Batty zu unterstützen, heißt für ABUS Erfahrungen

sammeln. Wichtige Erfahrungen, mit

denen die Produkte immer weiter verbessert

werden. So möchte ABUS Profis und ambitio-

ABUS MOTRIP

Der MoTrip mit minimalistischer

Ausstattung orientiert

sich optisch und in puncto Sicherheit

an seinem großen

Bruder MoDrop und ist die

Wahl für preisbewusste Mountainbiker

für Offroad-Abenteuer

oder alternativ zum Pendeln.

PREISE: MoTrip 59,95-.

nierten Hobbysportlern attraktive Offroad-Helme

bieten – ohne Kompromisse einzugehen.

Bei ABUS finden man höchste Qualität zu einem

exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das

ist so und wird auch so bleiben.

Crash-Erkennung mit Notruf

Wer sich in ein Abenteuer stürzt, weiß in der

Regel, was ihn erwartet – aber ein Restrisiko

bleibt. Diesem begegnet ABUS mit der smarten

ANZEIGE / Fotos: ABUS/Staronphoto

60 SPORTaktiv


ABUS MODROP

Der MoDrop ist der beste Begleiter für Big-Mountain-

Tage oder einfach nur gemütliche Familienausflüge. Er

überzeugt mit hochwertiger Ausstattung, bestem Schutz,

geringem Gewicht und ansprechenden Design-Varianten.

Der Zwei-Schalenhelm ist optional mit dem integrierten

Crash-Sensor Quin oder MIPS erhältlich.

PREISE: MoDrop 79,95; MoDrop Mips 109,95

MoDrop Quin 139,95

ABUS MOVENTOR 2.0

Der MTB-Helm ist leicht, gut belüftetet und verfügt über

eine tiefere Passform, die am Hinterkopf mehr Schutz

gibt. Wenn der Trail nach unten zeigt, sorgen die 10

Lufteinlässe und 9 Luftauslässe für gute Ventilation

PREISE: Moventor 2.0 99,95, Moventor 2.0 Quin

159,95, Moventor 2.0 MIPS 129,95

Crash-Erkennung namens QUIN. Egal, ob

allein auf dem Bike inmitten einer faszinierenden

Landschaft oder auf schmalen Singletrails

den Berg hinab, auf Graveltrails oder einsamen

Landstraßen – ein Sturz kann nie gänzlich ausgeschlossen

werden und wenn er passiert, muss

unter Umständen umgehend Hilfe her. Dank

der neuen smarten QUIN-Technologie von

ABUS kann der Fahrradhelm zum rettenden

Partner werden. Im Ernstfall wird ein Sturz

erkannt und die hinterlegten Notfallkontakte

sofort über den Standort informiert.

Somit Vorhang auf für drei neue Bike-Helme!

Mit den zwei neuen All-Mountain-Modellen

MoDrop und MoTrip stellt ABUS zwei

neue Allrounder fürs Gelände vor (Details siehe

rechts), der Moventor 2.0 empfiehlt sich gut

belüftet für starke Anstiege, Hochgeschwindigkeits-Rennattacken

und Ganztagsabenteuer.

Ganz nach dem ABUS-Motto: volle Offensive.

INFOS

Sicherheit unterwegs

mit den Experten

von ABUS.

www.abus.com

SPORTaktiv

61


SCHRÄGE

ZUKUNFT

PUMPEN IST WIEDER IN. FORTSETZUNG UNSERER SERIE „LEGALES BIKEN“ MIT

DEN FRAGEN: WO LERNEN KINDER DERZEIT AM SCHNELLSTEN BALANCE UND

KÖRPERGEFÜHL? UND WIE ENTSTEHT EIGENTLICH SO EIN PUMPTRACK?

VON CHRISTOPH HEIGL

Fotos: Alliance/Gabriel Hauer, Christoph Heigl

62 SPORTaktiv


DIE TECHNIK

Durch die Gewichtsverlagerung sowie Be- und

Entlastung zum richtigen Zeitpunkt entsteht über

Oberkörper, Arme und Beine eine „Pump“-Bewegung

und ein permanenter Schwung. „Wie

auf einer Schaukel, wo man ohne Antauchen in

Schwung bleibt“, sagt Georg Berger-Schauer. Beherrscht

man die Technik am Rad, muss man

nicht treten. Durchs „Pumpen“ hält man den

Speed über die Wellen und durch die Anliegerkurven.

Fortgeschrittene verwenden die Wellen

auch zum Springen. Große Anlagen haben zudem

eigene Jumplines.

Das ideale Rad: alles, was rollt. Vom Laufrad bis

zum Mountainbike, vom Skateboard bis zum

Scooter. Kleine 26-Zoll-Mountainbikes („Dirtbikes“)

haben sich für Sportliche als Wettkampfrad

etabliert, es gibt eigene Rennserien.

Neuester Clou: Inklusionstracks. Auf diesen etwas

einfacheren Layouts können sogar Rollstuhlfahrer

ihre Runden drehen. Im Kurzentrum Bad

Radkersburg (St) wird so einer gerade realisiert.

lingt unlogisch, aber unsere

fünfte Folge von „Legal Biken

in Österreich“ spielt auf

der schwarzen Verbindung

von Gesteinskörnungen

und Bitumen. Ja, auf Asphalt. Denn sie

erfreuen mittlerweile die ganze heimische

Radszene, die neuartigen Asphaltwellenbahnen,

„Pumptracks“ genannt,

die in ganz Österreich wie Schwammerln

aus dem Boden schießen. Gut,

Schwammerln wachsen von selbst, wird

unser Experte und Gesprächspartner

gleich einwerfen. Bei Pumptracks muss

man schon ein bisserl nachhelfen.

Wir sitzen an der Asphaltkante in der

Zielkurve des neuen Pumptracks in Lebring,

unsere Beine baumeln in die

Schrägkurve hinunter und Georg Berger-Schauer

streicht mit der rechten

Hand fast zärtlich über den schwarzen

Belag. „Schön ist er geworden“, meint er

anerkennend, „sehr schön.“ Und von

imposanter Größe. Immerhin zählt die

Anlage südlich von Graz zu den größten

Pumptracks Österreichs, eigentlich ganz

Mitteleuropas. Gebaut hat sie Berger-Schauer

als Projektleiter der aus der

Pumptrack-Hochburg Slowenien stammenden

Firma „Alliance“, Zweigstelle

Kirchdorf (OÖ). Wenn Radfahrer oder

Scooter-Fahrer drauf herumkurven,

schaut es supereasy, spaßig und nach

SPORTaktiv

63


Der Asphalt hat 180 Grad, die Rüttelplatten

100 kg. Georg Berger-Schauer

ist stolz auf die Handarbeit.

Flow in Vollendung aus. Bis dahin sind

Planung und Bau aber schweißtreibende

Knochen- und Handarbeit.

Grundfläche: Etwa 600 Quadratmeter

Grundstücksfläche sollten als Minimum

zur Verfügung stehen, ab 1000 bis 1500

m 2 gelten Anlagen als „groß“. Lebring

hat 3500 m 2 . Als Faustregel gilt: Die

Hälfte der Grundfläche wird später asphaltierte

Fahrfläche, bei 1000 m 2 also

500 m 2 Fahrbahn.

Kosten: Kleine Anlagen lassen sich ab

60.000 Euro realisieren, große kosten bis

300.000 Euro, werden bei guter Projektierung

aber von öffentlicher Hand

(Land, Bund, EU) gefördert. Auch beim

Preis eine Faustregel: Der Quadratmeter

Fahrfläche kostet etwa 200 bis 230 Euro.

Größere Pumptracks kosten in der Relation

nicht viel mehr, weil wichtige Posten

in der Initialplanung unabhängig

von der Größe sind.

Bauphase: Rund 3 Wochen dauert die

Errichtung eines kleineren Pumptracks,

alles ist am Computer zentimetergenau

gezeichnet und wird mit Lasermessung

umgesetzt. Ist er gut gebaut, hält er

ewig, die Erfahrungswerte sind aber

noch nicht ausdifferenziert. „Der älteste

asphaltierte Pumptrack Österreichs steht

in Bad Ischl und wurde 2014 eröffnet,

die ältesten überhaupt sind auch erst

zehn Jahre alt“, weiß Berger-Schauer.

„Ich würde meinen, ein gut gebauter

Track macht sicher 30 Jahre lang keine

Probleme in der Erhaltung.“ Wie spektakulär

eine Baustelle im Timelapse-

Video ausschaut, findest du auf www.

sportaktiv.com/biken.

Entscheidend für die Langlebigkeit ist

zum einen die Entwässerung. Unsichtbar

für den Benutzer sind unter der Anlage

verrohrte Betonschächte vergraben,

sämtliches Oberflächenwasser rinnt über

Sickerpunkte in den tieferliegenden

Grünflächen ab und versickert noch am

Grundstück, was aktuell oft geäußerte

Kritik an der „Versiegelung von Landfläche“

entkräftet. Supermarktparkplätze

brauchen ein Vielfaches an Fläche. Zum

anderen hat der Unterbau („Frostkoffer)

eine tragende Rolle. Er wird mit Schotterschichten

verdichtet, ehe 8 bis 10

Zentimeter dicker Spezial-Asphalt aufgetragen

wird. Weil dann kein schweres

Baugerät in die Anlage kann, wird jedes

Kilo Asphalt mit Scheibtruhen gefahren

und mit Rüttelplatten verdichtet. „Das

sind viele Kilometer, viele Kilo.“ Bei

großen Anlagen wie Lebring werden

280.000 kg Asphalt aufgetragen, das

sind 4000 Scheibtruhenfuhren zu je 70

kg. Und wurde schon erwähnt, dass der

Asphalt dabei 180 Grad heiß ist?

Zielgruppe: Ist alles fertig, ist ein

Pumptrack in Sportplatz-, Siedlungsund

Schulzentrumsnähe ein idealer

Spielplatz „für alle zwischen 2 und 70“,

wie Berger-Schauer meint. Hier lernen

Kleinstkinder mit dem Laufrad, fahren

Schüler mit dem Skateboard oder Scooter,

Jugendliche mit dem BMX, Skateboard,

Hoverboard (und jeder Art von

Fahrrad) und Könner mit ihren Dirtbikes.

Zehntausende Kilometer werden

im Kreis gefahren, manche Pumptracks

regelrecht gestürmt.

Zwei Aspekte sind zu unterstreichen:

Die soziale Komponente ist extrem

wichtig. „Der Große muss immer auf

den Kleinen aufpassen. Der Schnelle auf

den Langsamen. Das funktioniert in der

Regel bestens und absolut stressfrei.“

Nirgends lernt man so schnell Körperbeherrschung

und Balance und legt damit

die Basis fürs spätere Radfahren oder

Mountainbiken. „Die Entwicklung der

Kids ist ein Wahnsinn. Nach wenigen

Wochen springen sie dir um die Ohren.“

Auch wichtig: Bei Pumptracks im öffentlichen

Raum, meistens im Gemeindebesitz,

wird kein Eintritt verlangt, sie

haben von Sonnenauf- bis -untergang

offen und bedürfen keiner Art von Mitgliedschaft

bei einem Klub oder Verein.

„Einstiegshürden sind quasi nicht vorhanden.

Mit einem Helm und irgendeinem

fahrbaren Gefährt ist man schon

dabei. Wo gibt es das noch?“ Der Vollständigkeit

halber sei noch erwähnt, dass

es in Österreich auch bereits überdachte

Anlagen in Hallen gibt und einige nicht

asphaltierte sogenannte modulare Anlagen

mit Einzelelementen von Wellen

und Steilkurven, die flexibel auf- und

abbaubar sind.

Das attraktive Auf und Ab auf der

Wellenbahn zieht auch Sportler aus anderen

Disziplinen an. Es gibt Ideen,

Pumptracks im Winter zu beschneien

und für Skicrosser oder Boarder fahrbar

zu machen, in Oberösterreich sind ein

paar Crashed-Ice-Fahrer mit dem Plan

vorstellig geworden, einen Pumptrack zu

vereisen, um damit auf Eislaufschuhen

im Kreis zu flitzen. Schräge Zukunft.

64 SPORTaktiv


PUMPTRACKS

IN ÖSTERREICH (eine Auswahl)

Klagenfurt/Jumpworld.One.

https://jumpworld.one/funsportarea/pumptrack-one

Weissensee

www.weissensee.com

Drobollach

www.lake.bike

Rust am Neusiedler See

www.balzamico.at/rust-am-neusiedler-see/

Wien/Kaisermühlendamm

www.pumptrack.wien

Böheimkirchen

www.elsbeere-wienerwald.at

Maria Enzersdorf

www.chaseme.at

Neunkirchen

www.pumptrack-neunkirchen.at

Reingers

www.reingers.gv.at

Tulln

www.rc-tulln.at

Wiener Neudorf

www.ufo-neudorf.at

St. Corona

www.wexltrails.at

Gunskirchen/Wels

www.snooop.net/entdecken

Kirchdorf

www.kremstal-trails.at

Linz

www.schachermayer.at

Maria Schmolln

www.kobernausserwald-mtbarena.at

Wartberg ob der Aist

www.wartberg-aist.at

Bad Ischl

www.alpreif.at

Obertraun

www.obertraun.bsfz.at

Mittersill

www.bikeaustria.com

Wals-Siezenheim

www.pumptrack.com

Leogang

https://bikepark-saalfeldenleogang.com

Saalbach

Reiterkogel www.saalbach.com

Lebring (Bild unten)

www.pumptrack-lebring.at

Eibiswald

www.radclub-eibiswald.at

Knittelfeld

www.knittelfeld.gv.at

Ligist

www.ligist.gv.at

Trofaiach

www.lines-mag.at

Leoben/Hinterberg

www.leoben.at

Mellau

www.mellau.at

Innsbruck/Mutters

www.innsbruck.info

Rattenberg

www.alpbachtal.at

Sölden

www.bikerepublic.soelden.com

Weiterführende Links:

www.lines-mag.at, www.enter

alliance.com/det, www.pumptrack.

com, www.velosolutions.com;

Überblick modularer Anlagen:

www.pz-pumptrack.at

Lichtspiele

auf 2 Rädern

schick

kompakt

leuchstark

StrikeDuo | BLS-173

zwei LEDs sorgen für eine

sehr hohe Lichtleistung.

Das Alu-Gehäuse sieht nicht

nur schick aus, sondern führt

auch die Wärme optimal

ab. Wann wird es endlich

dunkel?

Race to bbbcycling.com


BERGE ALS LEINWAND

ALLER TRÄUME

Wie in Grenchen in der Schweiz einige der erfolgreichsten

und schnellsten Räder entstehen. Willkommen

in der Welt von BMC. Ein Blick hinter die Kulissen.

Schweiz, Premium, Performance.

Höchste Schweizer Ingenieurskunst

versteht sich von selbst, wenn es um

Bikes von BMC Switzerland geht. Immerhin

geht dieser kompromisslose Ansatz für Fahrräder

bis auf das Jahr 1994 zurück, als man

in Grenchen in der Schweiz, wo bis heute der

Sitz von BMC ist, den Grundstein gelegt hat.

Mit „nur“ 120 Mitarbeitern und drei Büros

weltweit schaffen die Schweizer permanent

Innovationen in der Radwelt.

Die Geschichte von BMC Switzerland startet

als Fahrradhersteller im Jahr 1986. Die

Marke BMC wurde dann 1994 geboren und

bedeutet als Abkürzung schlichtweg „Bicycle

Manufacturing Company“. Einige Jahre später

begann der dynamische Ansatz für das

Fahrraddesign Gestalt anzunehmen, als Unternehmer

Andy Rihs 1998 seine Vision in

die Tat umsetzte und mit dem Phonak Cycling

Team in das Profi-Peloton wechselte.

Seitdem sind BMC-Räder zu einem festen

Bestandteil der globalen Szene geworden.

Wann immer es möglich war, hat sich BMC

auch in neue Disziplinen gewagt. So untermauern

jetzt Erfolge im Rennradsport und

bei den Mountainbikern den exzellenten Ruf

der Modelle wie Teammachine, Roadmachine,

Timemachine und Mountainbikes wie

dem sehr erfolgreichen Race-Fully Fourstroke.

Auch bei E-Bike-Innovationen ist BMC

vorne dabei.

BMC ist schweizerisch. Sehr schweizerisch.

Aber was bedeutet das? Die Schweizer kennen

ihre Berge. Das kleine Land im Herzen

Europas verdankt vieles seiner Topografie.

Und das ist auch die romantische Erklärung

für ihre Entwicklung: Diese Berge beeinflussten

die Entstehung ihrer Unabhängigkeit

und prägten den Lebensstil ihrer Menschen

und Kulturen und schufen so eine sehr vielfältige

und sehr diplomatische Landschaft.

Gipfel und Täler sind unvermeidlich, aber

für einen Fahrradhersteller wie BMC liefern

sie die Leinwand für alle Träume. Für

Schweizer sind diese felsigen Gipfel nicht unüberwindbar,

sie sind Hindernisse und man

ist auf der ständigen Suche nach den besten

Wegen, sie zu überwinden – mit Stolz, Präzision

und höchster Ingenieurskunst.

ANZEIGE / Fotos: BMC/Jeremie Reuiller, David Schultheiß

66 SPORTaktiv


ALLE INFOS

zu Modellen und Geschichte

www.bmc-switzerland.com

Auch spektakuläre Bikes wie die neue

Roadmachine X (oben) entstehen mit

viel Hand- und Laborarbeit.

Das Herzstück von Forschung und Entwicklung

bei BMC ist das hauseigene Impec Lab, auch dank

einigen der klügsten Köpfe der Branche, die Projekte

und Produktion auf dem neuesten Stand der

Technik halten. Das zahlt sich für Hobby- und

Profisportler aus, denn nach der intensiven Entwicklung

werden die Räder zur ersten Wahl für

Sportler aus aller Welt. Rennen wie die Tour de

France werden auf BMC gewonnen, Team-Zeitfahren,

Weltmeisterschaften und zahlreiche Ironman

Championships. Schweiz, Premium, Performance,

auf höchstem Niveau umgesetzt.

SPORTaktiv

67


KÖNIG

STELVIO

DIKTIERT DIE MODE

DREI TEMPERATURZONEN INNERHALB VON SIEBEN

STUNDEN. DAS BRINGT DER HERBST IM ALLGEMEINEN

UND DER GRANFONDO STELVIO SANTINI IN BORMIO

IM SPEZIELLEN. EINE BEKLEIDUNGSGESCHICHTE

IN GEMÄSSIGTEM RENNTEMPO.

VON CHRISTOPH HEIGL

Maskenpflicht beim Start. Was wird

dieser Tag zwischen Bormio und

Stilfserjoch noch bringen?

Bormio, Nord-Italien, 6.20

Uhr. Es ist stockfinster und

die Wetterapp sagt 11 Grad.

Das ist für die Seehöhe von

1225 Metern mitten in den

Alpen und Mitte September überraschend

warm. Wenn man aber zum

Start des großen Stelvio-Rennradmarathons

rollt und viele Stunden und Höhenmeter

vor sich hat, fragt man sich,

wie warm und wie kalt es noch wird.

Immerhin wartet der Zielbogen erst

hoch oben auf 2757 Metern Seehöhe am

legendären Passo Stelvio.

Beim Racebriefing am Vorabend gibt

es Tipps der Organisatoren. „Alles mitnehmen,

was ihr im Koffer habt“, lautet

ein Ratschlag, „oben am Stelvio weiß

man nie, wie das Wetter umschlägt.“

Der italienische Bekleidungsspezialist

Santini ist Hauptsponsor des Events und

hat eine kleine Gruppe von Journalisten

zum „Granfondo“ eingeladen. Glücklicherweise

gibt es eine Erleichterung: Die

Veranstalter ermöglichen allen Radfahrern

den Gepäcktransport von Wechselgewand

hinauf zum Passo, grazie mille.

Davor stehen wir am Start mitten in

Bormio und frösteln mit 2500 anderen

Teilnehmern dem Startschuss entgegen.

Weil die Vormittagstemperaturen dann

rasch gegen 14,15 Grad steigen werden,

Fotos: GF Stelvio Santini/Tiziano Ballabio, Christoph Heigl, Santini

68 SPORTaktiv


entscheiden wir uns für möglichst flexible

Rennradmode. Das heißt: Baselayer,

kurzes Santini-Renntrikot (bei der Veranstaltung

verpflichtend zu tragen), an

den Unterarmen sogenannte Ärmlinge,

darüber noch eine dünnes, ärmelloses

Windgilet, Kurzfingerhandschuhe, unten

die kurze Radhose. Einige Mitstreiter

haben auch Beinlinge an, auch keine

blöde Idee. Der Start gelingt und es geht

zunächst eine Stunde lang mit 50 km/h

das Valtellina-Tal hinab. Temperatur?

Passt, alles richtig gemacht. Gut, ein

wärmendes Radkäppi unter dem Helm

wäre nützlich gewesen, auch wegen des

stile italiano.

Der Wendepunkt der Strecke ist das

wunderschöne Teglio. Bis auf knapp 400

Meter Seehöhe sind wir schon herunten,

es ist angenehm warm und jetzt wartet

die erste Bergwertung nach Teglio hinauf.

Die Straße durch die Weinberge ist

steil und tendiert mit ihren Werten (bis

18 Prozent) vom Wein eher Richtung

Grappa. Streckenkenner ziehen sich hier

um und als der Schweiß von der Stirn in

die Brille rinnt, merke ich warum. Auf

meinem Sigma kann ich nicht nur die

18 Grad Steigung ablesen, sondern auch

die fast sommerlichen 20 Grad. Also

weg mit der Windweste, weg mit den

Ärmlingen, alles hinten hinein in die

drei Rückentaschen des Kurzarmtrikots.

Dort verstaut sind auch Mini-Pumpe,

Ersatzschlauch, Mini-Tool, Handy, zwei

Gels und die Santini-Stoffmaske, die

beim Start zu tragen war. Immer wieder

lotsen uns Polizeimotorräder mit Blaulicht

durch die Dörfer, das fühlt sich

herrlich profimäßig an. Freundlicher

Applaus von Kirchgängern, Passanten

und Urlaubern. Radfahren hat echt Kultur

hier.

Es geht mittlerweile retour Richtung

Bormio hinauf. Jetzt kommt der Höhenmeterhammer,

denn die folgenden

60 Kilometer gehen bergauf und haben

mehr als 2000 hm. Sicherheitshalber

SPORTaktiv

69


wurde die Medium-Strecke gewählt

(137 km, 3053 hm), so lassen wir den

berüchtigten Mortirolo der Langdistanz

(151 km, 4058 hm) links bzw. rechts

liegen. Die Temperaturen fallen, der

20er am Thermometer verabschiedet

sich genauso schnell wie der 30er im

Temposchnitt. Spätestens ab Bormio

wird es langsam hochalpin, die Temperaturen

sinken auf 18, 16, 14 Grad, es

bleibt aber sonnig, die Ersten ziehen

dennoch die Ärmlinge wieder hoch. Im

für den Verkehr gesperrten Serpentinenkarussell

Richtung Passo Umbrail wird

FREUNDLICHER

APPLAUS VON

KIRCHGÄNGERN,

PASSANTEN UND

URLAUBERN. RADFAHREN

HAT ECHT KULTUR HIER.

es weder fad noch kalt, erst beim Anblick

von „König Stelvio“ (deutsch: Stilfserjoch)

fröstelt es. Erstens, weil die Gebäude

des atemberaubenden Passübergangs

in den Vinschgau noch so atemraubend

weit entfernt sind, und

zweitens, weil auftauchende Wolken in

der hochalpinen Ortler-Umgebung für

mystische Stimmung und sogar ein paar

Tropfen aus dem Nebel sorgen. Am Sigma

lese ich nur noch 8 Grad, als ich

durch den Zielbogen auf 2757 Metern

rolle, und jetzt brauche ich dringend

warmes Gewand. Ein Heer von Freiwilligen

koordiniert den Kleidungsservice

und ich ziehe mich für die 20 km lange

Abfahrt nach Bormio hinunter an. Santini-Käppi

unter den Helm (das gab es

BEKLEIDUNGS-ABC

VON KOPF BIS FUSS

KOPF: Für Herbst/Winter empfehlen

sich weniger gut belüftete, eher geschlossene

Helme. Darunter: Helmkappe,

Buff oder dünne Winterhaube

mit Ohrenschutz. Bei großer Kälte

auch Hals und Mund schützen. Brille

als Wind- und Kälteschutz!

FUNKTIONSUNTERWÄSCHE: Wärmende

Schicht (wie Skiunterwäsche),

darüber Fleece, Merino oder Polartec-Stoffe,

die Feuchtigkeit nach außen

transportieren.

WÄRME- UND ISO-SCHICHT: Langarmtrikots

mit Windschutzlösungen.

Wenn es im Herbst noch wechselhaft

ist: Ärmlinge. Sonst leicht gefütterte

Wintertrikots. Windwesten als Ergänzung

in Trikottasche oder Rucksack.

JACKEN: Je nach Temperatur dünne

oder dicken Winterjacken. Winddicht,

wasserabweisend (Wasserdicht heißt

meistens Schweißbad). Entscheidend

ist, dass sie lang geschnitten sind (auch

die Ärmel) und bis über den Hintern

reichen. Zwiebelprinzip!

HANDSCHUHE: Aufpassen auf den

empfohlenen Temperaturbereich, weil

Finger sehr kälteempfindlich, fürs

Lenken, Bremsen und Schalten aber

essenziell sind. Guter Grip auf der

Innenhand und an den Fingerspitzen

wichtig (Silikonprints).

HOSEN: Wenn es noch herbstelt,

machen Beinlinge einen guten Job.

Unter 10 Grad braucht es die lange

Winterradhose, mit winddichten

Softshell-Einsätzen bei Knie und

Hüfte. Am Rennrad oder Gravelbike

möglichst eng geschnitten, Mountainbiker

können auf weite und robuste

Winterpants zurückgreifen. Kombination

aus langer Hose und (Winter-)

Baggyshort darüber möglich.

SOCKEN: Möglichst dick, möglichst

lang. Unser Tipp: Skisocken.

SCHUHE: Dünne Überzieher oder dicke

Neopren-Überschuhe sind flexibel

einsetzbar. Gegen null Grad braucht es

echte, gefütterte Winterschuhe.

Achtung, Winter!

Italiener und generell Süd-Europäer

verstehen unter Wintertemperaturen

etwas anderes als Österreicher im Zentralalpenraum.

Für Santini und Co.

sind 4 bis 8 Grad plus frostig, da fährt

der Ötztaler noch mit kurzer Hose.

Bitterkalt wird es durch den Windchillfaktor

tatsächlich bei Minusgraden.

Bis etwa minus fünf, zehn Grad

kann man noch ganz gut Rad fahren,

dann aber eher windgeschütztes

Mountainbiken. Spezialthema MTB:

Achtung, Schwitzgefahr! Ähnlich wie

beim Skitourengehen kommt man

bergauf mit erstaunlich wenig aus.

Oben Jacke aus dem Rucksack und

fertig.

Einstellung:

Genauso wichtig wie gute Radbekleidung

ist die richtige Einstellung. Freude

am Radfahren bringt Wärme in den

Körper. Wer mit der Einstellung loskurbelt,

dass es eh viel zu kalt ist, der

friert garantiert schneller.

70 SPORTaktiv


als „Finisher“-Edition am Zielstrich), verschwitztes

Trikot gegen trockenes Langarmtrikot

tauschen, darüber eine wind- und

wasserdichte Winterjacke, Beinlinge, winddichte

Langfinger-Handschuhe. Sollte reichen.

Eine Woche später hat es am selben

Ort -2 Grad und leichten Schneefall. Für

den Giro d’Italia haben sie Jahre zuvor

schon mal den Schneepflug vorausschicken

müssen. Mein Mittelweg im Herbststyle erweist

sich als guter Kompromiss, manche

fahren sommerlich zurück ins Tal, andere

wie Polarforscher. Bormio empfängt mich

wieder mit 20 Grad. Auf zur Pasta-Party.

Santini

Santini hat sich mit Funktionskleidung

(u. a. Weltmeistertrikots der UCI) und als

Hauptsponsor des Granfondo Stelvio einen

Namen gemacht. Das Familienunternehmen

aus Bergamo wird von Monica und Paola

Santini geführt, den Töchtern von Firmengründer

Pietro Santini. Auf „Made in Italia“

ist man stolz, auf die Leidenschaft für Radsport

auch. „Wir machen das für die

Menschen“, sagt Monica Santini. Marketing

Manager Matteo Tolio und Designer

Fergus Niland unterstreichen die hohe Pietro Santini

Qualität der Produkte, die durch die Kooperation

mit Polartec auf dem neuesten

Töchtern

mit seinen

Stand in Sachen High-Performance,

Monica (l.) und

Paola (r.), die

Wetterschutz und Atmungsaktivität sind.

die Firma jetzt

www.santinicycling.com

leiten.

Huerzeler Mehrwert

Buchen Sie Hotel +

Mietrad direkt bei uns.

Wir schenken Ihnen:

• 20 % auf die Radmiete

• Sportbeutel

• Trinkflasche

• Huerzeler-Team-Trikot

• 2 Fit Hit von Romer

• Radsportkarte (auf Wunsch)

• Erinnerungsgeschenk + vieles mehr

Sämtliche Detailinformationen und Preise

finden Sie auf unserer Webseite. Buchen

Sie Ihre Radsportferien* direkt und bequem

auf huerzeler.com oder telefonisch in

unseren Reisebüros.

Schweiz | andere Länder: + 41 44 500 37 37

Deutschland | Österreich: + 49 7033 6928 30

* Selbstverständlich auch gerne mit Flug und Transfer


VON DER

VISION ZUR

REALITÄT

Connected Biking. Wenn auf

Einladung von Bosch eBike

Systems exklusive

Vertriebspartner und digitale

Vordenker wie Florian Gschwandtner

zum Gedankenaustausch aufeinandertreffen,

hat die Zukunft

des eBikes bereits begonnen.

Die Digitalisierung“, sagt Florian

Gschwandtner, „bringt Geschwindigkeit

und große Chancen.“ Wie rasant

die Geschwindigkeit in der digitalen Welt

zulegen kann, weiß der Runtastic-Gründer und

Start-up-Investor nur zu gut. „In den Anfangsjahren

bei Runtastic hat es acht Wochen

gedauert, bis ein neuer Prototyp eines Schrittzählers

mit dem Schiff aus China kam. Später

haben wir ihn selbst im 3D-Drucker entwickelt

und er war nach 30 Minuten da.“ Exponentielles

Wachstum ist die Devise, Schritt für Schritt

war gestern.

Der prominente Oberösterreicher war Keynote-Speaker

beim „Connectivity Camp“ von

Bosch eBike Systems in Altaussee und für ihn

spielt sich die Zukunft ganz klar in der Vernetzung

ab. „Das Internet hat immer offen“, meint

Gschwandtner. Der „smarte Tag“ werde mit

all den Wearables, Augmented Reality und

– vermutlich sehr bald – autonomem Autofahren

unser Leben bestimmen.

Connected Biking

Hier koppelt Bosch an und präsentiert die

neueste Systemgeneration für elektrisch angetriebene

Fahrräder. „The future of biking is

connected“ – die Zukunft des Radfahrens

ist vernetzt, so lautet ein Credo bei Bosch. Das

neue smarte System ist voll auf die digitale Welt

ausgelegt, mit der die Kunden per Flow-App

verbunden sind. Der Clou: Over-the-Air-Updates

halten das Rad immer auf dem neuesten

Stand der Technik und erweitern das individuelle

eBike-Erlebnis als wichtiger Wegbereiter

in eine digitale Zukunft: „Das Produkt bleibt

dadurch nicht nur aktuell, sondern wird immer

besser, denn Kunden können ihr eBike jederzeit

selbst updaten und mit neuen Funktionen ausstatten,

die wir in Zukunft entwickeln werden“,

ANZEIGE / Fotos: Bosch/Markus Frühmann

72 SPORTaktiv


INFO

Übersicht über

alle Modelle und

Devices auf

www.bosch-ebike.at

Florian Gschwandtner (oben links)

sieht die digitale Zukunft ganz klar als

Chance. Im Bosch-Vortrag wurde die

Zukunft der Mobilität und im Speziellen

des eBikes beleuchtet. Fazit: Connectivity

bietet großen Mehrwert für alle.

erklärt ein Vertreter von Bosch eBike Systems.

Damit wird zukünftig das physische Erlebnis

eBike-Fahren mit dem digitalen Erlebnis über

die App verschmelzen. Dazu war ein „harter

Schnitt“ nötig, der die neuen Lösungen nicht

„rückwärtskompatibel“ mit bestehenden Systemen

macht. „Das sind neue Kommunikationsprotokolle,

neue Schnittstellen, alle Komponenten

sprechen eine neue Sprache, die auf

zukünftige Technologien ausgerichtet sind.“

Doch keine Sorge: Mit regelmäßigen Software-Updates

wie zuletzt für Nyon, Kiox und

COBI.Bike sorgt man bei Bosch dafür, dass

auch die bestehende Systemgeneration weiterhin

mit neuen Features versorgt und somit

aktuell gehalten werden kann.

Mit exklusiven Partnern und Händlern

wurde beim „Connectivity-Camp“ in Altaussee

in die Bosch-Welt von heute und morgen

hineingeschnuppert und die Antriebe, Displays

und App-Funktionen bei Ausfahrten eifrig ausprobiert.

SPORTaktiv

73


DIE ABENTEURERIN

Dieses Damen-E-Fully von Liv macht jedes

Abenteuer mit: Mit bis zu 180 km Reichweite des

ultrazuverlässigen EnergyPak-Smart-625Wh-Akkus

und des SyncDrive-Pro-Motors sowie der Vielseitigkeit

der per Flip-Chip einstellbaren Rahmengeometrie

ermöglicht dir das Intrigue X E+, mehr zu erkunden

als je zuvor. www.liv-cycling.com

DAS KRAFTPAKET

AUS DER SCHWEIZ

Das Uproc X von FLYER versetzt Grenzen in den

Bergen und auf den Trails. Die Zutaten: Premium-

Carbonrahmen, 150 mm Federweg, Mixed-Wheel-

Konzept (29/27,5) und kräftiger Panasonic-Antrieb

mit 95 Newtonmetern, 600 Watt Spitzenleistung

und 750-Wh-Akku. So schaut ein Kraftpaket aus.

www.flyer-bikes.com

OUT OF

THE DARK

BBB sorgt mit dem Frontlicht

StrikeDuo für einen blendfreien

Lichtkegel in drei Leistungsklassen (1200, 1600

und 2000 Lumen). Zwei LEDs liefern eine sehr

hohe Lichtleistung. Das Alu-Gehäuse macht die

Lampe langlebig und führt die Wärme optimal

ab. www.bbbcycling.com

BIKE

NEWS

DIESER URS FEDERT

Lust darauf, Neues zu entdecken und

gleichzeitig die Wahrung der für BMC

typischen Perfomance und Integration

– das neue URS LT. Es bedient sich

der besten Technologien und verfügt

über ein völlig neues, minimalistisches

Federungssystem (20 mm) an

der Front, optimiert für

die Bedürfnisse des

Gravel-Riding.

www.bmcswitzerland.com

74 SPORTaktiv

FÜR HOBBYRACER

UND TRANSALP

Der Underdog für sportliche

Fahrer: Mit der RLC-FS-

Serie hat CONWAY das

ideale vollgefederte Bike

für Crosscountry- und

Marathonfahrer im Angebot.

Vollcarbonrahmen, 100

mm Federweg, perfekt

arbeitendes Fahrwerk.

www.conway-bikes.de

Fotos: Hersteller


PREMIUM FÜRS GROBE

Zu Hause, wo für andere Endstation ist. Das bestens

ausgestattete Superiore LTD ist das Premium-Enduro-

E-Bike von MALAGUTI. Mit hochwertigen

Komponenten für steilste Anstiege und

anspruchsvolle Downhills, aber auch für

ausgedehnte Adventure-Trips.

www.malaguti-bicycles.com

INTO THE

LIGHT

Mit dem IXON Rock hat BUSCH

+ MÜLLER einen neuen Akku-

Hochleistungsscheinwerfer mit neuester

Lichttechnologie entwickelt. Das Ergebnis:

100 Lux und die beste Balance zwischen

hoher Lichtausbeute und kompakt

ansprechendem Design. Leuchtet bis

zu 25 Stunden, per USB aufladbar.

www.bumm.de

POWER-GEL FÜR

DIE INTENSIV-

REINIGUNG

Der F100 Fahrradreiniger

von DR. WACK beseitigt mit

seiner Aktiv-Fettlöseformel

selbstständig und

rückstandsfrei auch stärkste

Verschmutzungen. Dabei

ist er hervorragend für

empfindliche Oberflächen

wie Carbon und Mattlack

geeignet, säurefrei und

garantiert materialverträglich.

www.dr-wack.com/fahrrad


DIE RAD-SAISON

2022 STARTET

SPANNENDE NEUIGKEITEN FÜR

RADFANS GIBT ES VON HUERZELER,

DAS RADSPORT-ERLEBNIS.

INFOS &

BUCHUNGEN

HUERZELER

Sämtliche Detailinformationen

und Preise findet

man auf der Website

oder telefonisch in den

Huerzeler-Reisebüros.

www.huerzeler.com

Ab der Saison 2022 setzt Huerzeler

auf ein neues Serviceangebot.

Nach dem Grundsatz „weniger

ist mehr“ bezahlt man nur noch das, was

man wünscht, z.B. Trinkflasche, Trikot,

Karte etc. Unverändert bleibt der

Mehrwert, wenn Hotel und Mietrad

direkt gebucht werden: 20 Prozent

Ermäßigung auf die Radmiete, Sportbeutel,

Trinkflasche, Huerzeler-Teamtrikot

und vieles mehr. Selbstverständlich

findet man weiterhin sorgfältig ausgesuchte

und weltweite Radreisen zu den

schönsten Plätzen, im ersten Halbjahr

zunächst noch innerhalb Europas. Wenn

interkontinentale Reisen wieder

sorgenfrei möglich sind, ist Huerzeler

mit Thailand, USA und Kuba startklar.

Die neue, hauseigene Huerzeler-App

erleichtert die direkte, aktuelle Kommunikation

mit den Gästen und wird sämtliche

Informationen über das Radfahren

vor Ort und jede Menge interessanter

Zusatzfunktionen enthalten.

Neu ist auch das Huerzeler-Magazin.

Es ist mehr als ein Reisekatalog, es ist

Lesestoff mit Information, Inspiration

und Emotion für das nächste Radsporterlebnis.

Mallorca? Lanzarote?

Andalusien? Griechenland? „Wir alle

haben das in den letzten Monaten vermisst

und freuen uns sehr auf ein Wiedersehen“,

heißt es bei den Schweizer

Reiseprofis. Dazu alle Storys rund ums

Radfahren und ein Blick hinter die

Kulissen. Das Magazin gibt es auch

online auf der Website www.huerzeler.

com/de/magazin.

Der Velopark glänzt mit neuen

Modellen, darunter das brandneue

Cube-Modell Attain und das E-Bike

Nuride. Bestes Service für alle Radfans

– das bietet Huerzeler seit 1986. Und

das gilt erst recht für 2022.

ANZEIGE / Fotos: Huerzeler, Schafbauer

76 SPORTaktiv


Ganzer Stolz aus Hard.

Das Aerorennrad

Pride II bricht alle

Rekorde im Windkanal.

SCHNELL,

SCHNELLER,

SIMPLON

DIE VORARLBERGER

HABEN DAS SCHNELLSTE

RENNRAD DER WELT GEBAUT.

UND WEITERE TOP-BIKES.

INFO

Alle Details zu Modellen,

Preisen und sämtliche

Konfigurationsmöglichkeiten

auf

www.simplon.com

Wir wollen das schnellste

Straßenrennrad der Welt

entwickeln!“ So lautete das

klare Ziel, das sich Simplon vor gut zwei

Jahren auf die Fahnen schrieb. Ein zu

hochgestecktes Ziel? Ganz und gar

nicht! Denn das Ergebnis überzeugt: In

der Entwicklung des neuen Aero-Rennrades

Pride II haben die Experten den

optimalen Kompromiss zwischen

Aerodynamik und Gewicht gefunden,

um das Maximum an Watt einzusparen.

Auch wichtig dabei: Alle Regeln der

neuen UCI-Richtlinie werden erfüllt.

Das Pride II bricht aktuell alle Windkanalrekorde,

trumpft mit minimalem

Luftwiderstand auf und nutzt effizient

den Segeleffekt für maximalen Vortrieb.

Davon profitieren nicht nur Profis bei

Höchstgeschwindigkeit, sondern auch

Langstreckenfahrer mit mittlerem

Speed. Erste Tests in Fachmagazinen

bestätigen Simplons Meisterwerk.

Doch Simplon kann mehr als nur

die schnellsten Rennräder der Welt

bauen. Davon zeugen ein paar der weiteren

Neuigkeiten für 2022:

Rapcon: Das Mountainbike Rapcon

(links unten) liebt die härtere Gangart,

braucht anspruchsvolle Trails und mag

es gerne superschnell. Die ausbalancierte

29er-Geometrie, der extratiefe

Schwerpunkt sowie das satte Fahrwerk

mit 150/150 mm Federweg (oder

170/165 mm) halten den Piloten selbst

in Ausnahmesituationen sicher im Sattel.

Bergauf mutiert das Rapcon zum

effizienten Gipfelstürmer.

Stomp Pmax (rechts unten): das Trailbike

für alle Fälle! Mit dem Bosch-Antrieb

und bis zu 1125 Wh an Akkukapazität

sorgt es für endlosen Fahrspaß.

Riemenantrieb, Licht und Gepäckträger

sorgen zusätzlich für einen

erweiterten Einsatzbereich zwischen

Zentralalpen und Innenstadt.

ANZEIGE / Fotos: Simplon

Keine Schonfrist!

Das Enduro-Fully

Rapcon ist für das

Grobe gebaut.

Universell einsetzbar ist das

Stomp Pmax mit seiner vollen

Gelände- und Straßentauglichkeit.

SPORTaktiv

77


AUS

PRO

BIERT

BIKE

DIESMAL IM KURZTEST:

BÄRENTATZEN ZUM DRAUF-

STEIGEN, WINTERGRÜSSE AUS

BERGAMO UND EIN GANZ

SMARTER DATENSAMMLER.

STANDFEST WIE EIN BÄR

Leute, die schon in Kanada waren oder in Gegenden mit ähnlichen

Wildtierpopulationen, erhalten ja vor längeren Outdoor-Abenteuern

Einschulungen, wie man einem Grizzly oder

anderen Bären (man sehe mir zoologische Unschärfen nach)

begegnet. Was ich mir aus diesen Erzählungen gemerkt habe:

Einen Bär, der sich vor dir aufstellt, haust du nicht um. Jetzt,

warum schreibe ich das? Weil mir genau diese Geschichte in

den Sinn gekommen ist, als ich mit dem brandneuen Flatpedal

LINK der österreichischen Firma TATZE unterwegs war. Keine

Wurzel, kein Stein, keine Stufe verrückt da deinen Stand.

Die Pedale, die es ab März 2022 um 145 Euro geben wird, haben

zudem einen flachen Körper, wodurch man auch Baum,

Strauch, Fels und vor allem dem Boden weniger Angriffsfläche

zum Hängenbleiben bieten soll – verspricht der Hersteller. 8,8

mm dünn sind sie an der exponierten Außenkante. Das Wichtigste

sind freilich die kleinen Metallstifte, die im Verbund mit

den richtigen Schuhen für den Halt sorgen. Deren Anordnung

kann man beim Tatze-Pedal persönlich konfigurieren oder einfach

noch 4 zusätzliche Pins reinschrauben, die ebenso wie

ein eigener Werkzeugschlüssel im Lieferumfang enthalten

sind. Aber auch in der Standard-Konfiguration hatte ich auf allen

Trails, die ich fahrtechnisch in der Lage bin zu fahren, einen

bärigen Halt – so muss sich der Grizzly fühlen, wenn ich ihm einen

Schubser gebe.

VON CHRISTOPH HEIGL UND KLAUS MOLIDOR

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl

78

SPORTaktiv


ER KAM, SAH UND SIGMA

FLAUSCHIGER FROSTSCHUTZ

Noch auf der Suche nach der perfekten Winter-Radjacke?

Vielleicht ist es die brandneue VEGA ABSOLUTE von

Santini. Wenn man beim Stelvio-Radmarathon in Bormio

den Santini-Chefdesigner Fergus Niland trifft, erhält man

gleich Produktinfos aus erster Hand. „Bei uns in Bergamo

haben wir den perfekten Trainingsberg für den Winter“,

sagt der gebürtige Ire. „1400 Höhenmeter. Aber noch nie

hatte ich diese eine ideale Jacke für bergauf, in der man

nicht schwitzt, und für bergab, in der man nicht friert.“

Voilà, das soll die Vega Absolute sein. Humoriger Zusatz:

„Beim Design wollten wir wegen der Sichtbarkeit weg vom

Schwarz, ohne gleich in die Optik eines Straßendienstmitarbeiters

oder der Müllabfuhr zu kommen.“ Sehr gelungen,

Mr. Niland. Santini-typisch sitzt die Jacke (€ 239,– aktuell

um € 189 auf der Website) wie eine zweite Haut, italien-typisch

ist sie eng geschnitten. Bei den Materialien

setzt man auf die Weiterentwicklung von Softshell und

den Polartec-Stoff Powershield Pro. Winddicht, mit 5000

mm Wassersäule ausreichend wasserdicht und deshalb

auch atmungsaktiv. Die Jacke ist viel leichter, weicher

und luftiger, als man es von einer Winterjacke erwartet.

Mit der (dickeren) Vega-Extreme-Winterjacke hatten wir

schon beste Anti-Frost-Erfahrungen am Rennrad, die neue

Vega Absolute soll noch besser sein, verspricht Niland.

Bis 4 Grad haben wir uns schon vorgewagt, den wahren

Härtetest wird jetzt der echte Winter liefern.

2,99 Euro pro Funktion, das ist das beachtliche Preis-Leistungs-

Verhältnis des neuen ROX 4.0 von SIGMA. Denn der Radcomputer

kostet € 89,95 im Basis-Set (online auch deutlich darunter)

und bietet satte 30 Funktionen, das Paket mit allen

Sensoren (Puls, Speed und Trittfrequenz) kostet € 189,95. Damit

kann der Sigma ziemlich viele Daten erfassen. Von klassischen

Infos wie Speed, Distanz und Höhenmetern bis hin zu Trittfrequenz,

Puls, Höhengrafik, Kompass, Steigungsprozent und

Temperatur. Und das alles völlig kabellos mit integriertem GPS

sowie barometrischer Höhenmessung und aktualisierter

GPS-Kalibierung. Ganz schön groß, der Kleine!

Der Start verläuft noch nicht so reibungslos, erst nach dem

Software-Update über die Sigma-App syncen alle Sensoren

und auch die Handy-Koppelung klaglos. Das Display lässt sich

bestens ablesen (dank Helligkeitssensor und Beleuchtung

auch nachts), nur die Menü-Führung und die Handhabung mit

den drei Tasten ist am Anfang schwer zu durchschauen. Langjährige

Sigma-User haben aber wohl keine Probleme. Bis zu

sechs Datenseiten lassen sich via App konfigurieren. Bei der

Halterung wählten wir den „Overclamp-Butler“, der den ROX

mittig auf dem Vorbau montiert. Die Position vor dem Vorbau

wäre speziell am Rennrad optisch schnittiger, beim Alltagsradler

kein Kriterium. Wenn wir beim Nörgeln sind: Das GPS ist

sehr sensibel und schreit schon bei kurzen Unterführungen mit

Piepston Alarm („Kein GPS!“), eine Sekunde später Entwarnung

(„GPS OK!“). Uff. Ansonsten spielt der ROX 4.0 in einer eigenen

Liga zwischen den Einsteigermodellen und den großen

Jungs der Garmin-Riege mit Kartenmaterial. Der ROX 4.0 bietet

Komoot-Integration (Pfeilnavigation) und die Koppelung mit

E-Bikes, um Unterstützungsstufe, Akkustand und Co. anzuzeigen.

Apropos Akku: Der ROX selbst soll ca. 25 Stunden halten.

Reicht knapp für den 24-Stunden-Weltrekord. Sonst aufladen

mit USB-C-Buchse.

SPORTaktiv

79


TOP-TRIATHLON

IN KROATIEN

AM 10. OKTOBER FINDET DER

„PLAVA LAGUNA 5150 TRIATHLON“ IN

POREC STATT. EINE TOLLE GELEGEN-

HEIT FÜR EINE HERBSTLICHE AUSZEIT

AN DER KROATISCHEN ADRIA.

INFOS & BUCHUNGEN

PLAVA LAGUNA 5150

POREC TRIATHLON

Termin: 10. Oktober 2021

plavalaguna.com

www.ironman.com

Istrien ist als Reiseziel für Outdoor-Sportler

zu Recht beliebt und

Poreč der touristische Mittelpunkt

der Region. Dort geht am 10. Oktober

der größte Triathlon Kroatiens in Szene

– der Plava Laguna 5150® Triathlon

Poreč, der von Plava Laguna und der

Ironman-Gruppe veranstaltet wird.

Die Bedeutung des Events zeigt sich

auch daran, dass er schnell ausgebucht

war. Doch auch zusehen lohnt sich. Der

Plava Laguna 5150® Triathlon Poreč

findet vor der atemberaubenden Kulisse

der kroatischen Adria statt. Außerhalb

des Bewerbs ist die attraktive Strecke frei

zugänglich und für Sportler aller

Fitnessstufen geeignet, auch für diejenigen,

die sich auf einen Triathlon

vorbereiten. Die Lage ist wunderschön

und bietet neben der erstklassigen

Unterkunft alles, was sich Sportler und

ihre Begleitung wünschen.

Für die Teilnehmer beginnt das

anspruchsvolle Rennen mit einer 1500

m langen Schwimmstrecke mit Start

vor dem Hotel Parentium Plava

Laguna. Es folgt eine 40 km lange

Radstrecke bis Funtana und Dračevac.

Das Rennen endet mit einem 10-km-

Lauf, der am Meer entlang bis in die

Altstadt führt. Bis zum Ziel werden die

Teilnehmer von wunderschönen

Blicken aufs Meer und durch die

Unterstützung der Fans begleitet.

Egal, ob als Teilnehmer, Begleiter

oder Fan des Plava Laguna 5150

Triathlons – oder einfach, um ein

Wochenende am Meer zu verbringen:

Die Hotels oder Apartments der Plava

Laguna sind stets erste Wahl. Vom

erstklassigen Service und den gastfreundlichen

Einheimischen der

geschichtsreichen Region wirst du

begeistert sein.

Fotos: Plava Laguna 5150 Triathlon

80 SPORTaktiv


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: Waltraud Grall, Wanderdörfer/Shutterstock, getty images

FÜR PULVER UND FIRN

Ein neues Buch von Bergführer

Paul Sodamin (und Bruder Peter

Sodamin) kommt im November auf

den Markt. „Skitouren Steiermark“

ist auch für Anfänger gedacht,

inkludiert detaillierte Karten, GPS-

Tracks, Lawinenguide und ein herausnehmbares

Tourenheft.

www.paul-sodamin.at

NEUE BERGSTEIGERDÖRFER

Steinberg am Rofan (Tirol) und

Göriach (Salzburg, Bild) sind seit

September zwei neue „Bergsteigerdörfer“.

In dem Netzwerk sind

insgesamt 35 Orte in fünf Alpenländern

vereint. Gemeinsam ist ihnen

das Bekenntnis zu einem sanften,

nachhaltigen Alpintourismus.

www.bergsteigerdoerfer.org

SPIELEND WANDERN

Beruf, Pandemie, Alltagsstress:

Die Sehnsucht nach Leichtigkeit

ist groß. Österreichs Wanderdörfer

starteten daher die Initiative

„spielend wandern“. Inspiration für

Leichtigkeit auf Tour gibt die kostenlose

#nevertooold-Bucket-List.

www.spielend-wandern.at/

nevertooold


Rebula. So heißt die autochthone

Weißweinrebe in der Region

GoriŠka Brda (kurz: Brda)

auf der slowenischen Seite der

Grenze; im benachbarten, wenige Kilometer

entfernten Friaul-Julisch-Venetien

wird die gleiche Sorte als „Ribolla Gialla“

bezeichnet. Was gleich die geografische

Lage dieses sanften Hügellandes im

südwestlichen Slowenien ganz gut erklärt.

So stehen wir mit geschulterten

Rucksäcken und leicht verschwitzt auf

der mondänen Terrasse des Weinguts

Medot der Familie Simčič und hören,

dass Zvonimir, jener Mann, auf dem die

Tradition des Gutes in der Ortschaft

Dobrovo aufbaut, hier als nichts weniger

denn der „Vater des Rebula“ gilt. Zur

Begrüßung gibt es einen der Schaumweine

zu probieren, die eine Spezialität

des Hauses Medot sind und die ihr feines

Bouquet durch einen speziellen

Gärungsprozess bekommen.

Bitte an dieser Stelle keine önologisch

fundierte Abhandlung erwarten. Eine

Führung durch die Weinkeller des Weinguts

Medot ist jedenfalls ein lehrreiches

Erlebnis – und die anschließende Verkostung,

wieder zurück auf der sonnigen

Terrasse und mit Traumausblicken in die

Weinberge garniert, ein in noch höherem

Ausmaß sinnliches. Dass neben viel südlicher

Sonne auch über Jahrzehnte kultuviertes

Wissen sowie Liebe zum Produkt

in den verkosteten Weinen und Schaumweinen

stecken: Das erkennt und erschmeckt

– zumindest in Ansätzen –

auch der Laie. Zwischendurch werden

feine Happen serviert, die vom Küchen-

Fotos: www.slovenia.info (3), Domenig

82 SPORTaktiv


WANDERN

UND WEIN

FEIN!

Blick auf Šmartno im Hügelland der

slowenischen Goriška Brda-Region.

Der Alpe-Adria-Trail verläuft hier.

SANFTE BEWEGUNG IN DER

NATUR MIT KULINARISCHEM

ERLEBEN ZU KOMBINIEREN,

WIRD IMMER BELIEBTER. AUF

EINLADUNG VON „SLOWENIEN

TOURISMUS“ HABEN WIR

UNSER SÜDLICHES, GRÜNES

NACHBARLAND ERKUNDET. ZU

FUSS UND MIT DEM GAUMEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

chef des Restaurants Gredič kreiert sind,

und das ist immerhin im Michelin-Guide

gelistet.

Ja, so lässt es sich leben. Und so kann

man gestärkt und beschwingt die nächste

Etappe einer Tour durch die Weingärten,

Obstgärten, Hügel und lieblichen

Ortschaften in Angriff nehmen.

Man braucht zum Wandern keine hohen

Berge und Bewegung in der Natur

und Gaumenfreuden lassen sich bestens

kombinieren: Das weiß man längst und

es entdecken immer mehr. Slowenien

passt als Location für diese Kombination

sehr gut. Der Titel „Europäische Gastronomieregion

2021“ wurde heuer an unser

kleines südliches Nachbarland mit

seinen etwas über zwei Millionen Einwohnern

verliehen. Und Slowenien ist

genauso ein ganz ausgezeichnetes Wanderland,

mit 10.000 Kilometern markierten

Wegen, etliche davon im alpinen

Gelände. So bekannte Regionen wie das

Triglav-Gebiet und das Soča-Tal mit

dem türkisgrünen Fluss sind darunter.

59 Prozent des Landes sind bewaldet, 41

Prozent als ein Schutzgebiet ausgewiesen,

auch diese Zahlen beeindrucken.

Aber die Brda-Region, wo man von dem

23 Meter hohen Aussichtsturm Gonjače

bei klarer Sicht schon einen Blick auf die

Bucht von Triest erhascht: Die beeindruckt

dann doch noch einmal nachhaltiger.

Man könnte sich einfach von den Blicken

auf die Landschaft betören lassen.

Die grünen, sanften Hügel, die Weinhänge

und Obstgärten (zu Kaisers Zeiten

waren das hier die Kirschgärten des

SPORTaktiv

83


Weine mit

Seele für

die Seele:

Vater und

Sohn Lo

Duca vom

Weingut

Ducal.

MEHR INFOS

Region Goriška Brda:

www.brda.si

Weingut Medot:

www.medot-wines.com

Region Maribor:

www.visitmaribor.si

Weinwanderungen mit

Hermina Radmilovic:

www.vinotour.si

Weingut Ducal:

www.ducalwines.com

Slowenien Tourismus:

www.slovenia.info

Habsburger-Reiches), die Olivenbäume.

Oder die auf den Hügeln errichteten

weithin sichtbaren Siedlungen wie – herausragend

– Šmartno. Der im 14. Jahrhundert

zum ersten Mal erwähnte Ort

mit seinen gerade einmal 200 Einwohnern

(die gesamte GoriŠka Brda hat lediglich

6000 Bewohner) ist von einer

mittelalterlichen Stadtmauer umgeben

und die kleinen Gässchen können ausschließlich

zu Fuß erkundet werden. Sie

sind es auch unbedingt wert, sich die

Zeit und eine Erkundungsrunde in Angriff

zu nehmen.

Als Wanderer trifft man übrigens in

der Region auf den einen oder anderen

Wegweiser des „Alpe-Adria-Trails“. Der

preisgekrönte Weitwanderweg, der vom

Großglockner in 37 Etappen durch

Kärnten, Slowenien und Italien bis südlich

von Triest ans Meer führt, verläuft

hier mitten durch die Hügel.

Die Weinbauregion Primorska („Küstenland“),

zu der die Region Brda gehört,

ist zugleich nur eine von drei bedeutenden

slowenischen Weinbauregionen.

Eine andere ist die Region Podravje

(„Drautal“) mit Maribor im Zentrum.

Geografisch befindet man sich hier in

der Štajerska, also der (slowenischen)

Steiermark. Dass an der Grenze zur südlichen

und östlichen Steiermark ganz

hervorragende Weine entstehen, überrascht

zwar nicht. Diese Tasache wird jedoch

unter anderem von Hermina Radmilovič

mit ebenso viel Herzblut vermittelt,

wie die Winzer und Kellermeister in

ihre Erzeugnisse stecken. Hermina bietet

„Vinotours“ an, Nordic-Walking- und

Wandertouren durch die Weinberge,

auch besondere sind darunter wie Vollmondtouren

oder eine „Hello-Wein“-

Mitten am

Wanderweg,

im Wald

versteckt: das

Weinmuseum

Kebl.

Wanderung am 31. Oktober, der in Slowenien

ein Feiertag ist.

All ihre angebotenen Touren erfreuen

sich großer Beliebtheit, erzählt Hermina.

Was bestimmt auch daran liegt, dass

man auf Tour mit ihr zu Kleinoden wie

dem „Weinmuseum Kebl“ gelangt, einem

Häuschen, so idyllisch in Alleinlage

zwischen Wald und Weinberg, wie man

es sonst nur im Film „Hinterholz 8“ gesehen

hat.

Und natürlich geht es bei den Vinotours

nicht nur um die Bewegung, sondern

auch ums Verkosten. Am Weingut

Ducal in Svečina, ebenfalls nur ein paar

Meter von der österreichischen Grenze

entfernt, erfährt man, dass nicht nur jeder

gute Wein seine besondere Geschichte

hat, sondern auch viele Winzer.

Mitja Lo Duca war früher einer der besten

Bergsteiger und Kletterer des Landes,

der sich, im alpinen Raum aufgewachsen,

in das sanfte Hügelland verliebte.

Sein Sohn Tim wiederum war bis

vor wenigen Jahren Profifußballer – heute

erzeugen Vater und Sohn Lo Duca

Weine, die nicht unbedingt typisch für

die Region sind, wie Tim erklärt. Sondern

in manchem eher an die Weine aus

Brda erinnern. „Weine mit Seele und für

die Seele“ (so Vater Mitja) sind sie in jedem

Fall. Was wiederum zu einer schönen

Wandertour passt und den Kreis

schließt: Seelenbalsam eben.

84 SPORTaktiv


ERLEBE DEN SPIRIT

DES HOME OF LÄSSIG

MEHR INFOS

SKICIRCUS SAALBACH

HINTERGLEMM LEOGANG

FIEBERBRUNN

www.saalbach.com

KOMM IN DEN SKICIRCUS

SAALBACH HINTERGLEMM

LEOGANG FIEBERBRUNN:

GENAUSO LANG WIE DER

NAME IST DIE VIELFALT RUND

UM DAS LÄSSIGSTE SKIGEBIET

DER ALPEN.

Fotos: Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, Lukas Pilz / Mirja Geh

Wenn man den Skisport in

seiner ursprünglichsten Form

erlebt, seine Schwünge

morgens in den unverspurten Hang

zieht und sanft über den Pulverschnee

gleitet, macht sich ein unvergleichliches

Glücksgefühl breit. Im Skicircus liegt

dieses Gefühl meist nur eine Kabinenbahn

entfernt. Die bundesländerübergreifende

Region verbindet nämlich

nicht nur 270 Abfahrtskilometer, 70

moderne Lifte und 60 gemütlich

stil sichere Hütten, sondern vielmehr

auch ein Gefühl: den Spirit des Home of

Lässig – das individuelle Glücksgefühl!

Und das finden lebenslustige Familien,

sportliche Alpinskifahrer und Freerider

hier gleichermaßen. Und dazu ein

buntes Angebot für Familien und aktive

Winterurlauber. Auch das nordische

Angebot begeistert mit dem perfekt

präparierten Langlauf-Loipennetz. Egal

ob klassisch oder Skatingstil, Anfänger

oder Profi – hier kommt jeder auf seine

Kosten. Auf 140 km präparierten

Winterwanderwegen kann man die

umliegende Berg- und Naturkulisse

entdecken und genießen.

Die Einkehr gehört zu einem gelungenen

Urlaubstag natürlich dazu – die

kommt im Skicircus Saalbach Hinterglemm

Leogang Fieberbrunn keinesfalls

zu kurz. Wer Ruhe und Entspannung

sucht und nach einem herzhaften

Mittagessen noch ein wenig im Liegestuhl

in der Sonne liegen will, wird

gleichermaßen fündig wie ambitionierte

Wintersportler, die sich nur schnell

stärken wollen, um den Tag auf der

Piste voll auszuschöpfen.

ZAHLEN & FAKTEN

LIFTE: 29 21 20

PISTEN: 270 km • 140 • 112 • 18

SPORTaktiv

85


Saalfelden Leogang, Salomon und SPORTaktiv laden zum

LANGLAUF CAMP –

SKATING 2022

14. bis 16. Jänner 2022 (Fr.–So.)

PROGRAMM

Freitag, 14. Jänner

• ab 14.30 Uhr: Anreise und Check-in im Hotel Ritzenhof

• 16 Uhr: Vorstellungsrunde mit Ausgabe Testmaterial

• 16.30 Uhr: Vortrag „Ausrüstung und Technik – worauf

kommt es an?“ von und mit Salomon

• 17 Uhr: Warm-up-Training auf der Flutlichtloipe

Samstag, 15. Jänner

• Vormittag: Langlauf-Techniktraining

in zwei Leistungs-Gruppen

• Mittagessen im Ritzenhof

• Nachmittag: freies Langlaufen mit Fokus auf den

erlernten Skills vom Vormittag

• Wellness im Ritzenhof

• Kamingespräch und Fachsimpeln mit

Markus Rothberger

Sonntag, 16. Jänner

• Vormittag freies Langlaufen mit Markus

Rothberger

•anschließend

individuelle Abreise

Programmänderungen vorbehalten

LEISTUNGEN

• 2 Nächte im Hotel Ritzenhof in Saalfelden

inkl. Halbpension

• Wellnessbereich u. v. m.

• Begrüßungspaket mit SPORTaktiv-

Buff-Headband, Sportnahrungspaket von

Peeroton, LL-Handschuhe von Chiba

• Langlauftraining durch SALOMON-Coach

Markus Rothberger

• NÜRNBERGER-Bergschutzversicherung für

drei Tage

• Package-Preis: € 348,– pro Person/Aufenthalt

im DZ (Einzelzimmerzuschlag € 20,– pro Tag)

ZUM TESTEN

Zum Testen gibt es Skating-Ski sowie Schuhe und

Stöcke von Salomon aus dem Weltcup-Racing

und Endurance-Bereich

wie etwa den S/MAX-Carbon-Skate-Prolink-Schuh

und den S/MAXeSKIN-Ski

mit Prolink-Shift-In

Bindung.

DAS ANGEBOT:

3 TAGE LANGLAUFEN,

COACHING UND ÜBERNACHTUNG

IM HOTEL RITZENHOF****S

UM € 348,–

ZIELGRUPPE & TEILNEHMERZAHL

Langlauf-Skating-Einsteiger/-innen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 limitiert.

DEINE GESCHENKE

Ein Top-Sportnahrungspaket

von Peeroton, das 20-Jahre-

Jubiläums-SPORT aktiv-Headband

von BUFF, ein Paar Langlaufhandschuhe

von Chiba und ein

Wachsset von HWK.

86 SPORTaktiv


LANGLAUF CAMP - SKATING FÜR EINSTEIGER

www.sportaktiv.com

Hier geht‘s zur

Buchung!

Seit Jahren erfreut sich Langlaufen schon

wachsender Beliebtheit. Grund genug

für uns gemeinsam mit Salomon und

dem Ritzenhof****S – Hotel und Spa am

See – ein SPORTaktiv-Camp aus der Taufe

zu heben. Von 14. bis 16. Jänner sind all jene,

die schon immer einmal gern Skating ausprobieren

wollten oder vielleicht ihre ersten

Schlittschuhschritte in der Loipe schon hinter

sich haben, herzlich dazu eingeladen, sich diese

faszinierende Sportart anzuschauen. Auch Markus

Rothberger freut sich schon darauf. Der

Salomon-Athlet hat schon zahlreiche Langlaufcamps

geleitet und wird unseren Teilnehmern

nicht nur die Technik in der Loipe vermitteln,

sondern auch wertvolle Tipps zu Ausrüstung,

Material und – beim Langlaufen essenziell –

Wachs mitbringen.

Los geht es Freitagnachmittag. Wer aber

noch mehr Zeit im Vier-Sterne-Superior-Hotel

Ritzenhof verbringen und die Loipen der

Langlaufregion Saalfelden Leogang oder den

Nordic Park kennenlernen möchte, der kann

gegen einen Aufpreis (160 € p.P. im DZ)

bereits am Donnerstag anreisen. Nach dem

offiziellen Camp-Start am Freitag geht es dann

gleich noch für ein Warm-up auf die Flutlichtloipe.

Damit alle Spaß haben und sich keiner

über- oder unterfordert fühlt, wird in zwei

Leistungsgruppen gelaufen.

Unser Quartiergeber, der schon erwähnte

Ritzenhof: Das Vier-Sterne-Superior-Wellnesshotel

liegt herrlich direkt am Ritzensee in

Saalfelden. Im Exklusivpreis von € 348,– für

diesen Drei-Tage-Event sind zwei Übernachtungen,

Verpflegung, Wellness, Testmaterial

und vieles mehr inkludiert.

Fotos: Sportalpen / Saalfelden Leogang Touristik GmbH

Hotel Ritzenhof/Stefan Gimpl

DIE UNTERKUNFT

Du übernachtest im RITZENHOF ****S – Hotel und Spa

am See, der in Saalfelden direkt am Beginn der Ritzensee-Loipe

liegt. Das Hotel bietet einen außergewöhnlichen

Wellness- und Spa-Bereich mit Ausblick auf den

Ritzensee sowie eine ausgezeichnete Küche.

ANMELDUNG

bis spätestens 07. Jänner 2022 unter dem

Kennwort „SPORTaktiv Langlauf Camp“

per E-Mail an info@ritzenhof.at oder per

T. +43 (0) 65 82 73 8 06

SPORTaktiv

87


DURCHBLICK

IM MATERIAL-DSCHUNGEL

SOFTSHELL, HARDSHELL, 3L – AUF DEM SEKTOR

DER BERGJACKEN TUMMELT SICH EINE VIELZAHL

VON BEGRIFFEN UND MATERIALIEN, BEI DER

MAN SCHNELL DEN ÜBERBLICK UND DAS WE-

SENTLICHE AUS DEN AUGEN VERLIERT. NÄMLICH:

WELCHE JACKE IST DIE RICHTIGE FÜR MEINE VOR-

HABEN? MICHAELA TEMMER (GIGASPORT) UND

BIRGIT RETTEN EGGER (HERVIS) KLÄREN AUF.

VON KLAUS MOLIDOR

Ja, was denn jetzt? So viele Bezeichnungen

und Materialen

und Varianten wie sich da am

Sektor der Outdoorjacken tummeln,

wie soll man sich denn da noch

auskennen? Und vor allem die richtige

Jacke finden, mit der man glücklich wird

ohne zu frieren oder zu schwitzen und

mir der man schon gar nicht nass wird?

Dieser Fragenknäuel liegt vor uns und

gemeinsam mit Expertinnen Michaela

Temmer (Gigasport) und Birgit Rettenegger

(Hervis) wollen wir versuchen ihn

zu entwirren und Klarheit zu schaffen,

damit wir am Ende wissen: Wer braucht

welche Jacke aus welchem Material?

Die erste Unterscheidung betrifft

gleich Soft- und Hardshell: „Softshelljacken

sind wasser- und schmutzabweisend,

aus stretchigem Material und haben

ein angenehmes Tragegefühl“, sagt

Birgit Rettenegger. Wasserdicht sind sie

zwar nicht, „aber leichtem Regen oder

Schneefall halten sie noch stand“, ergänzt

Michaela Temmer. Hardshell-Jacken

dagegen trotzen den Elementen,

haben dafür aber keine Wärmefunktion.

„Je robuster das Außenmaterial ist und

je mehr Features die Jacke hat, desto höher

liegt auch ihr Einsatzbereich“, sagt

Temmer. „Jacken, mit denen ich auf

3000, 4000 Metern unterwegs bin, haben

Taschen, die nach oben versetzt sind,

damit man sie auch mit Klettergurt noch

gut tragen kann. Dazu haben sie meist

Unterarmbelüftungen und ordentliche

Kapuzen, die verstellbar sind und auch

über einen Kletterhelm passen.“

Bei den Hardshell-Jacken unterscheidet

man dann noch einmal weiter und

zwar zwischen 2- und 3-Lagen-Jacken

bzw. auch 2,5-Lagen-Jacken. 2-Lagen-Jacken

haben eine robuste Außenschicht

und darunter eine Membran wie

Gore-Tex oder Dermizax, die einerseits

wasserdicht, andererseits aber auch at-

Fotos: Schöffel/ZOOM.AT, Ortovox/Hansi Heckmair

88 SPORTaktiv


FEEDBACK

Eine für alles oder für

alles eine andere? Wie

hältst du es mit der

Outdoor-Bekleidung?

SPORTaktiv

89


SLOWENIEN.

MEINE ART

DEM ALLTAG

ZU ENTFLIEHEN.

#ifeelsLOVEnia

#myway

#sloveniaoutdoor

mungsaktiv ist. „Diese beiden Schichten

werden miteinander verklebt“, erklärt Birgit

Rettenegger. Diese Jacken haben dann noch

ein Innenfutter, das verhindert, dass die

Membran auf der darunterliegenden Kleidung

reibt.

Bei der 3-Lagen-Jacke ist dann die innerste

Lage aus dicht gewebtem, robustem Stoff

und alle 3 Lagen sind miteinander verschweißt.

„Dadurch sind sie dünn, leicht

und strapazierfähig“, sagt Michaela Temmer.

Bleibt noch das Zwischending, die 2,5-Lagen-Jacke.

Die „halbe“ Schicht ist ein funktioneller

Druck oder eine Beschichtung, damit

die Jacke nicht auf der Haut klebt.

Die Einsatzbereiche

Welche Jacke man aber braucht, hängt vom

Einsatzbereich ab. Wer nicht hochalpin unterwegs

ist, sondern gerne wandert, auf einen

Berg geht und nicht bei jeder Witterung

unterwegs ist, der ist gerade jetzt im

Herbst mit einer Softshelljacke gut bedient.

„Am besten mit einer leicht aufgebrushten

Innenseite. So eine Jacke hält den Wind

und einen leichten Regen auch noch ab“,

sagt Michaela Temmer. Wer höher hinauf

geht, sportlich aktiv unterwegs ist, vielleicht

auch einmal klettert oder im Winter unter

die Freerider geht, der sollte zu einer 3-L-Jacke

greifen. „Bergauf wird man sie nicht

brauchen, aber für den Abstieg, oder wenn

am Gipfel zum Beispiel schlechtes Wetter

aufzieht, ist man damit bestens geschützt“,

sagt Temmer. „Allerdings braucht man darunter

schon eine wärmende Schicht, denn

die 3-L-Jacke wärmt nicht.“

Für alle, die sich gerne im Freien bewegen,

egal ob Wandern, Laufen oder Radfahren,

ist eine 2,5-Lagen-Jacke optimal. „Sie

hat ein kleines Packmaß und ist schnell bei

der Hand, wenn es einmal regnet oder windig

wird. Allerdings ist sie nicht so abriebfest

wie eine 3-L-Jacke, daher sollte man

nicht unbedingt einen schweren Rucksack

tragen.

Sehr beliebt sind auch Softshell-Hybrid-Jacken,

die an den Ärmeln und am Rücken

aus einem weichen atmungsaktiven

Material gefertigt sind (etwa Polartec Alpha)

und auf der Vorderseite eine Windstopper

oder Primaloft-Isolierung haben.

www.slovenia.info

www.slovenia-outdoor.com


GUTER STOFF

Daune: immer noch unübertroffen bei der Wärme.

Schwächen allerdings bei Nässe. Dann verliert sie Volumen

und vor allem den Wärmeeffekt. Bei den Produkten

auf „Kein Lebendrupf“ achten und den „Responsible

Down Standard“, empfiehlt Hervis-Expertin Birgit Rettenegger.

Primaloft: kurze Stücke Polyesterfaser werden zu einem

Vlies verarbeitet. Primaloft Gold besteht aus den

feinsten verfügbaren Fasern, wärmt besser als die anderen

Varianten, ist leichter und kleiner packbar. Für Primaloft

Silver werden zwei verschieden dicke Fasern verarbeitet.

Mechanisch belastbarer bei gleichem Gewicht

und Packmaß, aber nicht so warm wie Gold. Bei Primaloft

Silber Eco werden 70 % recycelte Fasern verarbeitet.

Primaloft Black Eco wiederum besteht zu 70 % aus

recycelten Fasern und ist die preiswerteste Variante.

Polartec Alpha: Ebenfalls eine synthetische Isolationslösung.

Im Gegensatz zu Primaloft oder Daune ist es

aber ein wabenförmiges Polyester-Strick, das in zahlreichen

Luftkammern Körperwärme speichert. Es ist atmungsaktiver

als Primaloft und trocknet auch schneller.

Kommt in vielen Softshell-Jacken zum Einsatz.

Wolle: Vor allem unter der Jacke wird jetzt wieder vermehrt

auf Wolle gesetzt. „Die Leute wollen wieder Naturfasern“,

berichtet Michaela Temmer. „Und Wolle ist

viel geruchsneutraler als Funktionskleidung.“ Sehr oft

wird Wolle aber gemischt, damit sie weniger kratzt auf

der Haut. „Zum Beispiel mit Tencel, einem Material aus

Holzfasern.“

SICHERHEIT & GRIP

im Taschenformat

nur 230 g (pro Paar, Größe M)

… auf Eis, Schnee und rutschigem Untergrund

www.snowlinespikes.com

snowlineSpikes


NEUE „SNOW-

HOW DAYS“ AM

KITZSTEINHORN

Zell am See-Kaprun und das

Kitzsteinhorn starten mit

einem neuen Eventformat

in die Wintersaison. Das

einzige Gletscherskigebiet

im Salzburger Land bietet

bereits im Oktober hundertprozentige

Schneesicherheit

– von 5. bis 7. November

2021 ist in Zell am See-

Kaprun daher ein entspanntes

Winter opening fix.

Bei den „Snow-How Days“

stellen die Top-Wintersportmarken

brandneues

Material zum kostenlosen

Test bereit. Die heißesten Ski

und Boards der Saison kann

man somit bereits Anfang

November am Kitzsteinhorn

ausprobieren. Workshops,

Contests und Vorträge sowie

das Freeride-Filmfestival auf

der Burg Kaprun komplettieren

die Event-Premiere im

neuen Format.

www.zellamsee-kaprun.

com/snowhowdays

Foto: Kitzsteinhorn

92 SPORTaktiv


SPORTaktiv

93


LEICHTGEWICHT

FÜR FRAUEN

STARKES DUO

Von MAIER SPORTS kommt

die Liland-P3-Jacke. Die

3-Lagen- Jacke ist leicht und

absolut wasserdicht, hoch

atmungsaktiv und PFC-frei

imprägniert. Es gibt sie als

Damen- und Herren-Variante.

Kombiniert wird sie am

besten mit der gleichnamigen

Hose Liland P3.

www.maier-sports.com

OUT

DOOR

Der TATONKA Yukon LT 50+10

Women Recco ist ein sehr

leichter Trekkingrucksack mit

leistungsfähigem Tragesystem und

hohem Tragekomfort. Der integrierte

Recco-Reflektor ermöglicht

Rettungsorganisationen im Notfall

die rasche Ortung per Helikopter.

www.tatonka.com

NEWS

AUFBRUCH INS

ABENTEUER

SUNLIGHT hat sein Erfolgsmodell „Cliff“

weiterentwickelt und ihm ein „RT“

(„Rooftop“) verpasst. Das Schlafdach

bietet zwei weiteren Personen Platz.

Die RT-Variante gibt es für alle Cliff-

Modelle 540, 600, 601 und 640 auf

Fiat-Ducato-Basis mit 120 PS.

www.sunlight.de

VIEL GRIP UND

HÖCHSTER KOMFORT

Der SALOMON Predict Hike Mid GTX

kombiniert die Vorzüge der innovativen

Salomon-Technologie mit einem tiefen

Sohlenprofil, um maximalen Komfort

bei gleichzeitiger Trittsicherheit im

Gelände zu garantieren.

www.salomon.com

MERINO-FROTTEE

Die WOOLPOWER-Full-Zip-

Jacke aus Merino-Frottee ist

der Liebling vieler Outdoor-

Fans. Das angenehme

Material wirkt wie eine

natürliche Klimaanlage fürs

Körperklima, der hohe Kragen

ersetzt jeden Schal.

www.woolpower.de

Fotos: Hersteller

94 SPORTaktiv


LEICHT & GRIFFIG

Die SNOWLINE-Chainsen-

Light-Spikes lassen sich

mühelos auf jedem Schuh

anbringen und geben

sicheren Halt auf rutschigem

Boden, Eis und Schnee. Top

fürs Winterwandern und

Trailrunning – oder auch das

Queren von Altschneefeldern.

www.snowlinespikes.com

KLEIN, HANDLICH

UND FALTBAR

WARME FÜSSE AN

KALTEN TAGEN

Das CL Curio 7x21 von SWAROVSKI

OPTIK ist das leichteste, kompakteste

Fernglas seiner Klasse. Es ist intuitiv in der

Anwendung und bietet großen

Sehkomfort gepaart mit einer

einzigartigen optischen Leistung.

Grandios: das Design

von Marc Newson.

www.swarovskioptik.com

Die CEP-Cold-Weather-Mid-Cut-Socks

versprechen trockene, warme Füße

und eine ideale Gelenksstabilisierung,

die Verletzungen vorbeugt. Der

Materialmix aus Merinowolle

und Synthetik bietet ein

herausragendes Tragegefühl.

www.cepsports.com

BIKE TOURING

PACKED FOR

ADVENTURE.

Wenn du mit dem Rad losziehst reduziert sich das Leben auf das Wesentliche: radeln,

essen, schlafen. Mehr ist es nicht, aber auch nicht weniger. Damit du dich ganz auf deine

Reise konzentrieren kannst und dein Equipment sicher verstaut ist, gibt es die Bike-Touring-

Taschen. Das ORTLIEB Versprechen: Unsere nachhaltigen Produkte sind wasserdicht,

in Deutschland hergestellt und haben fünf Jahre Garantie.

SPORTaktiv

95


96 SPORTaktiv


MILES

& MORE

„HIKE & FLY“ VERBINDET DAS BESTE AUS ZWEI WEL-

TEN: DAS NATURERLEBNIS BERGWANDERN MIT DEM

FLUGERLEBNIS PARAGLEITEN. SIMON OBERRAUNER

GEHÖRT IN DIESER DISZIPLIN ZU DEN BESTEN UND

ERKLÄRT, WIE MAN SICH ANS ABHEBEN NACH DEM

AUFSTIEG HERANTASTET.

VON KLAUS HÖFLER

Fotos: Red Bull Content Pool/Felix Woelk, Salewa

Wege entstehen, indem man

sie geht, heißt es. Bei Simon

Oberrauner haben

sie in die Luft geführt.

Der 30-jährige Steirer zählt heute zu den

besten Paragleitern des Landes. Angefangen

hat aber alles zu ebener Erde. Irgendwo

im obersteirischen Paltental.

Der gebürtige Grazer hatte sich zum Abschluss

seines Zivildienstes, den er in

Liezen, der Heimat seiner Großeltern,

absolvierte, ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:

Die 140 Kilometer lange Strecke zwischen

Graz und Liezen ohne motorisierte

Hilfe zurückzulegen. Also zu Fuß, mit

Zelt und Hängematte. „Hiking“, wie

Wandern auf Neuhochdeutsch heißt, in

Reinkultur also. Im Paltental drängte

sich dann unverhofft das „Flying“ ins

Bewusstsein des damals 20-Jährigen. Er

sah am Himmel einen Paragleiter fliegen

… Staunen, eine Spur Neid ob der demonstrativen

Freiheit des Piloten hoch

oben in der Luft und ganz viel Neugier

setzten sich in Simon Oberrauners Kopf

fest. Der Keim der Begeisterung für diesen

Sport war gelegt.

„Ich habe daraufhin das gesamte im

Zivildienst verdiente Geld in einen Paragleit-Grundkurs

investiert“, erinnert

sich Oberrauner. Die Leidenschaft für

das Fliegen entflammte auf höchster

Stufe. In Kombination mit der schon

früh entfachten Begeisterung für das

In-den-Bergen-Unterwegssein, kann

Oberrauner seither seine bevorzugten

Sportreviere in allen Dimensionen genießen.

Hinauf gehen, hinunter fliegen.

Als „Hike & Fly“ etabliert sich dieses

Bewegungsmodell unter Alpinisten zusehends

als Formel für ganzheitliche Genussgarantie

an und in frischer Luft.

Tandemflüge mit erfahrenen Piloten um

reinzuschnuppern, sind möglich.

Während für den Uphill-Part Kondition,

Kraft und Grundkenntnisse über das

SPORTaktiv

97


WENN DAS WETTER PASST,

GEHE ICH AUCH SIEBEN MAL

PRO WOCHE FLIEGEN.

Verhalten in der Natur reichen,

braucht es für die Downhill-Variante

mit einem Paragleitschirm doch eine

einschlägige Ausbildung. Entsprechende

Kurse bietet beispielsweise die

Flugschule Steiermark regelmäßig an,

die von Simon Oberrauners „Buddy“

Thomas Friedrich geleitet wird. Bei

Grundkursen kann man dort an sechs

Tagen mit insgesamt rund 30 Lehreinheiten

die Grundtechniken des

Gleitschirmfliegens erlernen, um sicher

starten und landen zu können.

Neben der Theorie zu Gerätekunde,

Aerodynamik, Wetterkunde, Recht

und Umweltaspekten sind auch die

ersten fünf Höhenflüge inkludiert.

Wer höher hinauf und länger in der

Luft bleiben möchte, muss vor allem

Flugmeilen sammeln.

Das gilt auch für die Profis. „Man

braucht Sicherheit unter dem Schirm

und viele Flugstunden Erfahrung“,

sagt Simon Oberrauner. Er ist eigenen

Angaben zufolge „immer, wenn es

Simon Oberrauner

ist trotz Leidenschaft

vorsichtig: „Es ist gut,

wenn man sich der

Gefahr bewusst ist.“

geht, in der Luft“. Heißt? Rund 350

Stunden pro Jahr. „Wenn das Wetter

passt, gehe ich auch sieben Mal pro

Woche fliegen.“ Anfängern würde er

das nicht immer raten. „Es gibt Situationen,

in denen ich Schüler nicht

fliegen lassen würde“, verweist er auf

thermische Verhältnisse, die selbst auf

seinem Hausberg, dem Schöckl bei

Graz, dem Piloten Können und

Kenntnis abverlangen. Ansonsten

droht Ungemach. Simon Oberrauner

weiß um die Gefahr: „Wenn man sich

ihrer bewusst ist, ist es gut, zum Problem

wird sie, wenn man sich von ihr

überraschen lässt.“ Seine eigenen Fähigkeiten

zu überschätzen und in eine

ausweglose Situation zu geraten, bezeichnet

er demnach auch als seine

„größte Angst“.

Keinen Grund zur Einschränkung

liefern dagegen die Jahreszeiten. Oberrauner

fliegt auch im Winter – dann

eben mit Skiern an den Beinen.

„Wenn die Schneeverhältnisse nicht

gut sind, ist das eine perfekte Alternative,

um wieder ins Tal zu kommen.“

Die Materialentwicklungen der jüngeren

Vergangenheit spielen ihm dabei

in die Hände. Gleitschirm und

Zusatz-Equipment werden immer

leichter. So gibt es mittlerweile bereits

98 SPORTaktiv


MAN MUSS SICH

AUF SEIN KÖNNEN,

SEINEN KÖRPER

UND EIN STABILES

MINDSET VERLAS-

SEN KÖNNEN.

Schirme, die weniger als zwei Kilo

wiegen und damit leicht in einen (Skitouren-)Tagesrucksack

passen. Für

noch extremere Gewichtsoptimierer

sind auch Schirme am Markt, die die

1-Kilo-Marke unterlaufen und deren

Seil-Ausstattung 100 Gramm leicht

ist. Diese Modelle überzeugen dann

aber eher nicht mehr als hoch performende

Fluggeräte, sondern dienen

aufgrund begrenzter Gleiteigenschaften

tatsächlich nur als Abstiegshilfe

für bodennahes Runterschweben. Dafür

passen sie in jeden Laufrucksack

und man spart sich den Downhill.

Die normale Ausrüstung beim

„Hike & Fly“ ist dann aber doch ein

wenig schwerer. Noch eine Gewichtsklasse

darüber liegt sie beim Red-Bull-

X-Alps, einem Etappenrennen in

Lauf- und Bergschuhen und mit Paragleitschirm.

Sowohl Simon Oberrauner

als auch Thomas Friedrich

nahmen heuer im Juni daran teil. Die

Route führt über rund 1200 Kilometer

von Salzburg westwärts über den

gesamten Alpenbogen bis zum Wendepunkt

nahe dem Genfer See. Über

den Mont Blanc geht es wieder zurück

nach Zell am See. Oberstes Ziel: Möglichst

wenig „Hike“, möglichst viel

„Fly“. Es entspricht Oberrauners Faible,

aus allen Bewegungen im Einklang

mit der Natur allein mit dem Gleitschirm

und der Kraft der Sonne aus

dem Gesamtsystem die höchstmögliche

Effizienz herauszukitzeln. Dafür

hatte er vor den X-Alps bis zu zwölf

Stunden pro Woche Trailrunning trainiert,

dazu kamen Flugeinheiten und

Kartenstudium.

Denn einen vorgeschriebenen Weg

durch die Bergwelt gibt es bei diesem

Wettkampf nicht, aber Kontrollpunkte,

die einer nach dem anderen passiert

werden müssen. Die Strecke dazwischen

suchen sich die Starter

selbst. Der Wettkampfalltag für die

Athleten reduziert sich dabei auf gehen,

laufen, fliegen, schlafen und essen.

Begleitet werden sie dabei von

kleinen Teams in Autos, die Ausrüstung

(Schirm, Kleidung, Verpflegung)

– ein rund zehn bis zwölf Kilo schwerer

Rucksack – müssen sie aber immer

selbst tragen. Geschlafen wird selten

mehr als fünf Stunden, getrunken

während der Etappen bis zu neun Liter.

Antwort auf die logische Folgefrage:

Bei langen Flugetappen tragen

manche Piloten Urinalkondome.

„Zwischen den Turnpoints tauchen

viele Faktoren auf, die schnelle und

vor allem richtige Entscheidungen erfordern“,

sagt Thomas Friedrich: „Da

3168

LOBSTER GTX

muss man sich auf sein Können, seinen

Körper und ein stabiles Mindset

verlassen können.“ „Immer Vollgas

funktioniert bei diesem Wettbewerb

nicht, aber du musst es mental schaffen,

lange konzentriert und fokussiert

zu bleiben“, unterstreicht Simon

Oberrauner. Ihm gelang das ausgezeichnet.

Nach einem fünften (2017)

und einem sechsten (2019) Platz,

schafft er heuer erstmals den Sprung

aufs Stockerl. Nach einem atemberaubenden

Finish, bei dem er lange Abschnitte

in 3000 Meter Höhe mit bis

zu 95 km/h über den Alpenhauptkamm

fliegt, landet er schließlich als

Dritter auf der kleinen Zielplattform

mitten im Zeller See. Neun Tage, zwei

Stunden und 18 Minuten ist er unterwegs,

das persönliche Flugmeilenund

Trailkilometer-Konto am Ende

gut aufgefüllt. „Hike & Fly“ in seiner

extremsten Form.

TRY IT, WEAR IT,

(G)LOVE IT.

SK light wool

Eska Gloves @eskagloves www.eskagloves.com


Die Region KAISERWINKL und SPORTaktiv laden ein ins neue

DAS 1. KAISERWINKL-

SCHNEESCHUH-

WANDERCAMP

13. bis 16. Jänner 2022 (Do.–So.)

PROGRAMM

• Do.: Anreise nach Walchsee in Tirol, gemeinsames

Abendessen und Kennenlernen

• Fr. und Sa.: je eine Schneeschuhwanderung mit

herrlichen Ausblicken steht auf dem Programm – die

Almentour (ca. 4–5 Stunden) und die Panoramatour

(ca. 6 Stunden). Gestartet wird wahlweise mit eigener

Ausrüstung oder mit modernen Tubbs-Schneeschuhen

sowie Stöcken direkt vom Hotel aus. Nach

den Touren kann an beiden Tagen das Angebot des

4-Sterne-Sportresorts genutzt werden

• Samstagabend: gemeinsamer Ausklang mit

Fondueabend

• So.: Frühstück und individuelle Abreise bzw. weitere

Nutzungsmöglichkeit des Move- & Relaxbereichs

des Hotels

SPORTaktiv-Preis:

€ 372,– p. P. im Superior-Doppelzimmer (2er-Belegung),

€ 480,– p. P. im Einzelzimmer

IM PREIS ENTHALTEN

• 3 Übernachtungen im „Sportresort Das Walchsee“

inkl. Energy-Halbpension

• 2 geführte Schneeschuh-Wandertouren

• 1 Fitnessworkshop im Hotel (optional)

• Eintritt in den Move- & Relaxbereich des Hotels,

Teilnahme am Move- & Relax-Programm

• 1 Teilkörpermassage

• 1 gemeinsamer Fondueabend

• Teilnehmer-Geschenkpaket

(siehe „die Geschenke“)

• NÜRNBERGER-Bergschutzversicherung

für die Dauer des Camps

ZUM TESTEN

• Tubbs-Schneeschuhe

und -Stöcke

TEILNEHMER

maximal 25 Personen

DAS ANGEBOT:

VIER TAGE/DREI NÄCHTE IM

TOP-SPORTHOTEL UND

ZWEI GEFÜHRTE SCHNEE-

SCHUH-TOUREN AB € 372,–

DIE GESCHENKE

1 Thule-Rail-Hip-Pack *,

1 Peeroton-Sportnahrungspaket,

1 SPORTaktiv-Stirnband von Buff,

1 Wintermütze von Tubbs,

1 gefüllter Flachmann vom

Das Walchsee Sportresort

* Thule Produkt kann abweichen

z.B. auch Rucksack möglich

100 SPORTaktiv


CMYK

SCHNEESCHUH-WANDERCAMP

www.sportaktiv.com

Schneeschuh-Wandern ist ein ebenso sportliches wie

sanftes Naturvergnügen, das unser neuestes Lesercamp

bietet. Beim Schneeschuh-Wandercamp im

„Das Walchsee Sportresort“ begibst du dich, ausgestattet

mit Top-Equipment von Tubbs, gemeinsam mit einem

erfahrenen Guide auf Erkundungstour. Abseits der Pfade

und inmitten herrlicher Landschaft stapfst du mit

Schneeschuhen über die verschneiten Hügel und durch

schneebedeckte Wälder.

Die Region Kaiserwinkl ist dafür absolut ideal. Die

idyllischen Orte Kössen, Walchsee, Rettenschöss und

Schwendt bieten ihren Wintergästen eine schier unerschöpfliche

Auswahl an Aktivitäten. Die Skigebiete sind

besonders familiär, für Langläufer stehen bestens präparierte

Loipen (121 km klassisch und 119,5 km Skating)

zur Verfügung – ein echtes Loipenparadies. Die urigen

Almhütten sind auch im Winter bewirtschaftet und über

eigens geräumte Winterwanderwege erreichbar. Rodeln,

Snowtuben, Schlittschuhlaufen und Schneemannbauen

runden den Winterurlaub ab.

Am Fuße des Wilden und Zahmen Kaisers gelegen,

lädt die Region auch speziell zum „sanften Winterurlaub“

ein. Mit Schneeschuhen spaziert man federnd über die

glitzernde weiße Pracht, um die wunderbare Landschaft

kennenzulernen. Abseits von Hektik und Lärm, auf unberührten

Pfaden, inmitten von verschneiten Wäldern

und quer über – in fluffiges Weiß versunkene – Almwiesen

geht die Entdeckungstour. Aufwärmen und stärken

kann man sich auf den auch im Winter bewirtschafteten

Almhütten, die ihre Gäste mit regionalen Schmankerln

verwöhnen.

Sei dabei – als eine(r) von 25, die beim 1. Schneeschuh-

Wandercamp von SPORTaktiv und der Region Kaiserwinkl

in die weiße Freiheit stapfen ...

ANMELDUNG

Fotos: TVB Kaiserwinkl, Walchsee Sportserort, Hersteller

DIE UNTERKUNFT

Das Walchsee Sportresort ist das 4-Sterne-

Sportresort in der Region Kaiserwinkl. Infos:

www.daswalchsee.at

Kontakt und Buchung unter dem Kennwort

„SPORT aktiv-Schneeschuh-Wandercamp 2022“:

Das Walchsee Sportresort

T. +43 53 74/53 31

BUFF

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® CORPORATE

SPORTaktiv

101


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

MIT-DABEI-HOCKER

Sitzen, wann und wo sie will, war schon immer ihr Traum.

Nicht im herbstlich nassen Gras. Und auch nicht auf

feucht-kaltem Fels. Sondern bequem und trocken. Sitzpolster

waren meist nicht die ideale Lösung. Seit es darum ging diesen

Hocker auszuprobieren, ist klar, wie ihre lang ersehnte Sitzlösung

aussieht: Zusammengelegt so groß wie eingepackte Faltstöcke

(Päckchen mit 42 cm Länge), braucht er nicht mehr

Platz als ein Sitzpolster. Und mit 470 Gramm ist er nicht dramatisch

schwerer. Der SPEED STOLL von HELINOX (UVP € 84,95)

zählt zu der Kategorie Ausrüstung, auf die man, wenn man ihren

Nutzen einmal erkannt hat, nicht mehr verzichten will. Outdoormöbel-Spezialist

Helinox setzt bei dem Hocker auf hochwertiges

Aluminium und eine Sitzfläche aus robustem,

wetterfestem Polyestergarn. Er ist so

konstruiert, dass er auch auf unebenem

Untergrund stabil steht. Der

Hocker ist schnell und einfach aufgestellt

und ebenso unproblematisch

wieder zusammengeklappt. Er ermöglicht

Genuss-Zwischenstopps

und Pausen jederzeit und überall.

EIN KULT-OBJEKT IN DER

BIO-VERSION, EIN SITZPLATZ

FÜR ÜBERALL UND EIN SCHUH

MIT EINER MEGA-FERSE -

DAVON HABEN WIR DIESMAL

ZU ERZÄHLEN.

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Oliver Pichler

102

SPORTaktiv


WANDERSCHUH MIT RIESENFERSE

KULT-RUCKSACK IN BIO-VERSION

Die Skepsis war groß. Die folgende Überraschung umso größer.

Der Reihe nach. Die US-Sportschuhmarke Hoka brachte

im Vorjahr ein erstes Trailrunningmodell mit riesiger Ferse auf

den Markt. Heuer folgte ein Riesen-Fersen-Wanderschuh,

als Damen- und Herrenmodell. Schon als wir das erste Foto

dieses neuen Modells sahen, war besagte Skepsis groß. Sie

steigerte sich, als wir den halbhohen Schuh in Händen gehalten

haben. Dass der wuchtig wirkende Schuh überaus leicht

(500 Gramm) ist, war Überraschung Teil eins. Als es dann

das erste Mal mit ihm in die Berge ging, folgte Überraschung

Teil zwei: Der HOKA TEN NINE HIKE (UVP € 250,–) geht sich

herausragend gut: Eben und beschaulich aufwärts beflügelt

die Ferse die Geh-Dynamik. Man ist leichtfüßig unterwegs.

Sobald es abwärts geht, dämpft die Ferse hervorragend,

gerade auch wenn man schnell unterwegs ist. Und aufwärts

verhält sich die große Ferse neutral. Fazit: Die Abrollbewegung

verläuft angenehm harmonisch, Grip (Vibramsohle),

Dämpfung, nicht nur dank der Ferse, sowie Seitenstabilität

sind top. Und verlässlich wasserdicht (Gore-Tex) ist er auch.

Außer im schwierig felsig und sehr alpinen Gelände sowie

bei Kletter-/Klettersteigtouren ist der TenNine Hike einer der

vielversprechendsten Schuhe, die wir kennen.

Er ist Kult. Lässige Kids genauso wie ältere Damen

und Herren, die nicht von gestern sein wollen, aber

auch alle dazwischen tragen dieses etwas unförmige,

rechteckige Etwas. Sein Name: „Kånken“.

Seit 1978 hat sich dieses Teil im Stadt- genauso wie

im Outdooreinsatz enorm verbreitet. Er wird

manchmal in der Hand, meist auf den Schultern getragen.

Bisher aus Kunstfasern, teils mit Baumwollanteil,

vereinzelt mit Woll-Elementen und manchmal

unter Lederverwendung hergestellt, gibt es

jetzt den ersten Bio-Kånken aus Holzfasern. FJÄLL-

RÄVEN greift für den neuen TREE-KÅNKEN (UVP €

129,95) auf Holz als Rohstoff für das Außen- und Innenmaterial

zurück. Konkret wird Holz zu Zellstoff

verarbeitet, aus dem Lyocell-Fasern hergestellt

werden. Sie werden dann zu dem Garn versponnen,

aus dem das Gewebe des Tree-Kånken besteht.

Es heißt Pine Weave, ist gewachst und wasserabweisend.

Wir haben den „Baum-Rucksack“

als Businesstasche (knapp Platz für einen 15-

Zoll-Laptop) und als kleinen Rucksack (16 Liter Volumen)

beim Waldspaziergang ausprobiert. Gute Figur

macht er dort wie da. Und es fühlte sich gut an,

den Kult mit grünem Anstrich hochzuhalten.

SPORTaktiv

103


Bewegende Momente?

Ski fahren & More in den Tiroler Bergen

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Kommen Sie auf andere Gedanken und genießen

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Das Bayrischzell Familotel Oberbayern

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Am Rettenbachferner

in Sölden startet

der Ski-Weltcup

traditionell in die

neue Saison: Den

Anfang macht der

RTL der Damen am

23. Oktober, einen

Tag später sind die

Herren dran.PRO

Fotos: Getty Images (4)

DIE EISERNEN AUF HAWAII

Am 9. 10. steigt auf Hawaii wieder

die Ironman-Weltmeisterschaft. 3,8

km Schwimmen im Pazifik, 180 Kilometer

Radfahren und 42 Kilometer

Laufen in tropischer Hitze

www.ironman.com

STARS IN DER STADTHALLE

4 Top-Ten-Spieler schlagen bei den

Erste-Bank-Open (25. bis 31. 10.)

in Wien auf: Stefanos Tsitsipas (3),

Sascha Zverev (4), Matteo Berrettini

(7) und Casper Ruud (10).

www.erstebank-open.com

WM-QUALIFIKATION

Mit zwei Auswärtsspielen geht

es für Österreich in der Fußball-WM-Qualifikation

weiter: Am

9. 10. warten die Färöer, drei Tage

später Dänemark.

www.oefb.at


VON NULL AUF HUNDERT: OBWOHL SIE MENTAL AM

BODEN WAR UND MIT OLYMPIA SCHON ABGESCHLOSSEN

HATTE, GEWANN BETTINA PLANK IN TOKIO BRONZE. HIER

BESCHREIBT SIE IHRE REISE INS SCHWARZE, DIE VIELE

TURBULENZEN, ABER AUCH EIN HAPPY END ZU BIETEN HAT.

VON MARKUS GEISLER

DIE KRAFT DES

WIDERSTANDS

lympische Spiele. Viele

Jahre lang war das die

Pfeife, nach der Bettina

Plank tanzte, das Ziel,

dem sie alles unterordnete.

Klar, es war ja auch

eine Once-in-a-Lifetime-Geschichte.

Zum ersten und gleichzeitig letzten Mal

olympisch, konnten auch Karate-Kämpfer

in Tokio erleben, welch immense

Wirkung die fünf Ringe auf eine Sportart

haben. Doch es gab Tücken: Gewichtsklassen

wurden zusammengelegt,

gerade einmal zehn Sportlerinnen durften

pro Klasse an den Start gehen. Das

Auswahlverfahren war brutal und kompliziert,

erst im Mai 2021 sollte endgültig

feststehen, wer wirklich zu den Spielen

nach Japan reisen darf.

„Der Druck war enorm“, sagt Bettina

Plank heute. Und meint damit längst

nicht nur ihre persönliche Befindlichkeit.

Sie wusste, dass es einen ganzen

Stab an Leuten gab, die dafür schufteten,

dass sie es nach Tokio schafft. Und die

sie auf keinen Fall enttäuschen wollte.

Doch genau mit diesem Szenario musste

sie sich anfreunden. Im Mai in Paris, als

sie beim entscheidenden Quali-Turnier

von den Mattenrichtern gnadenlos benachteiligt

wurde und die notwendige

Platzierung unter den Top 3 verpasste.

„Ich saß in meinem Hotelzimmer auf

dem Balkon und habe mein persönliches

Notizbuch herausgekramt. Dort habe ich

das Wort TOKIO ganz bewusst mit einem

fetten Stift durchgestrichen.“ Ein

Abschied vom großen Ziel, aber auch

eine Befreiung von der Last, die monatelang

auf ihren Schultern lag. „Ich habe in

dieser Nacht so gut geschlafen wie lange

nicht mehr.“

Eine nur kurze Ruhepause. Schon am

nächsten Tag haben ihre Trainer ausgerechnet,

dass sie es über den europäischen

Quotenplatz doch noch schaffen

könnte. Erleichterung? Im Gegenteil.

„Ich konnte mich nicht darüber freuen,

hatte Schwierigkeiten, das Ganze anzunehmen.“

Auch weil sie wusste, dass sie

Auf ihrem Weg zu

Olympia-Bronze

musste Bettina

Plank viele Hürden

nehmen und Resilienz

beweisen.

106 SPORTaktiv


Fotos: Martin Pröll Photography, GEPA pictures

Und versucht in der Rückschau zu ergründen,

welche Faktoren entscheidend

waren, dass sie ihn bewältigen konnte.

„Erstens: Ich habe sämtliche Erwartungen

weggeschoben. Zweitens: Ich habe

mich auf einen extrem strukturierten

Prozess eingelassen, bei dem es jeden Tag

darum ging, eine Kleinigkeit zu verbessern.

Drittens: Ich habe den vollen Fokus

nur auf mich gelegt, um wieder ein

Gefühl für mich selbst zu bekommen.“

Plank begab sich in den Tunnel.

Freunde und Verwandte hatten ausgiein

ihrer aktuellen Form bestenfalls als

Kanonenfutter nach Tokio reisen würde.

Schließlich stand das gesamte Jahr 2021

unter keinem günstigen Stern. Nach der

Corona-Pause tat sie sich schwer, wieder

in den Wettkampf-Modus zu kommen.

Sie erkrankte selbst an dem Virus, musste

einen Todesfall in der Familie verdauen,

wurde zunehmend ratloser, wie sie

den Turnaround schaffen könnte. Und

hatte das Gefühl, auf der Zielgeraden

einzugehen wie eine Sonnenblume im

Herbst. „Das hat mich zermürbt.“

Als kurz nach Paris die Bestätigung

des Weltverbandes kam, dass sie wirklich

als eine der zehn Auserwählten in Japan

dabei ist, schrieb sie in ihr Buch: „TO-

KIO – wieder aufgenommen!“ Doch sie

stand vor einer riesigen Challenge: Wie

kann es ihr gelingen, das System wieder

hochzufahren? Wie kann sie es schaffen,

an ihre Form anzuknüpfen, die sie vor

der Corona-Pandemie hatte? Und das in

nur acht Wochen? „Es war ein verdammt

harter, aber eben auch verdammt

kurzer Weg, der vor mir lag“, sagt Plank.

SPORTaktiv

107


ICH WAR IN

EINEM FLOW,

HAB ZU 100

PROZENT IM

MOMENT

GELEBT.

Aus Tokio

kehrte

Bettina Plank

mit einer

Bronze-Medaille

heim.

big Zeit, sich mit ihrer Mobilbox zu unterhalten,

Verabredungen wurden gecancelt,

Termine verschoben. Es zählte nur

noch die Vorbereitung auf Olympia.

Mentaltraining, Kinesiologie, Handlungspläne

mit Worst-Case-Szenarien,

nichts wurde unversucht gelassen. Was

fehlte, war ein Wettkampf, um zu überprüfen,

wie konkurrenzfähig sie wirklich

war. „Es war eine Reise komplett ins

Schwarze, ich hatte keine Ahnung, wo

ich stand.“ Am 5. August stand sie jedenfalls

auf der Matte des Nippon Budokan

in Tokio, wo es zum Olympia-

Auftakt gleich mal eine 2:6-Niederlage

gegen die starke Japanerin Miho

Miyahara im ersten vor vier Vorrunden-Kämpfen

setzte. Entgegen ihrem eigentlichen

Naturell verließ Plank die

Matte allerdings mit einem Lächeln.

Weil sie spürte, dass sie mithalten konnte.

Weil das Gefühl überwog: Ich bin

wieder da!

Es sollte sie nicht täuschen. Es folgten

zwei Siege, ein Remis und die Erkenntnis,

die Chance ihres Lebens genutzt zu

haben. Zum Teil mit Techniken, die sie

vorher nicht einmal im Training probiert

hatte, die nur so aus ihr herausgeflossen

sind. „Ich war in einem Flow, hab zu

100 Prozent im Moment gelebt. Das ist

das Coolste, was dir als Sportlerin passieren

kann.“ Sie hat Karate nicht nur

würdig vertreten und ins Rampenlicht

gestellt, sondern auch Bronze gewonnen.

Als wahrscheinlich unwahrscheinlichste

Medaillengewinnerin Österreichs.

Das letzte Edelmetall in diesem Sport

für viele Jahre.

Vor allem aber die Bestätigung, unglaublich

hohe Hürden übersprungen

und Widerstände besiegt zu haben. Ein

Erlebnis, das ihr keiner mehr nehmen

kann und das sie bei künftigen Bewerben

begleiten wird. Zum Beispiel bei

den Weltmeisterschaften im November

in Dubai. Wer allerdings glaubt, sie würde

dort ganz relaxt mit der Gelassenheit

einer Medaillengewinnerin hinfliegen,

hat das System Plank nicht verstanden.

„Für mich wäre diese Herangehensweise

kontraproduktiv. Würde ich mich zu

sehr entspannen, könnte ich meine Leistung

nicht abrufen.“

Und trotzdem freut sich 29-jährige

Vorarlbergerin, die seit acht Jahren ihren

Lebensmittelpunkt in Linz hat und seit

einem Jahr zur Sportfamilie der oberösterreichischen

Energie AG gehört, auf

die kommende Saison, in der das Thema

Olympia nicht mehr dauernd in ihrem

Kopf herumspukt. Nicht falsch verstehen,

die Degradierung zur nicht-olympischen

Sportart hält sie für eine Katastrophe,

„da liegen Welten dazwischen,

was die Rahmenbedingung für uns

Sportler angeht“. Aber den Druck, den

das Ereignis auf sie und ihre Kolleginnen

ausübte, wird sie nicht vermissen.

Es wird Zeit, dass sie endlich wieder nur

nach ihrer eigenen Pfeife tanzen kann.

108 SPORTaktiv


Entgeltliche Einschaltung

Bettina Plank, Karate

Olympia-Bronzemedaille, Tokyo 2021

Bild: Martin Pröll

SI GESWILLE

Die Energie AG unterstützt seit dem Jahr 2000 Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich, die sich mit Topleistungen

revanchieren. Leistungswille, Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen die Energie AG – Sportfamilie aus. Diese Art

der Sportförderung ist einzigartig, nachhaltig und erfolgreich.

www.sportfamilie.at


Seit 15 Monaten

zeigt

Irene Fuhrmann

an, wo

es für das

Frauen-Nationalteam

langgeht.

„JETZT GEHT ES

SCHLAG AUF

Sie sind mit zwei Kantersiegen gegen

Lettland und Nord-Mazedonien

in die WM-Qualifikation gestartet,

Tordifferenz 14:1. Für Sie als Perfektionistin:

Gab es trotzdem etwas auszusetzen?

Ja, die erste Halbzeit gegen Lettland

war sehr holprig, das Gegentor total ärgerlich.

Da gab es Szenen, die uns gegen

andere Gegnerinnen in die Bredouille

bringen würden. Umso bemerkenswerter

dann die Reaktion gegen

SCHLAG!“

IRENE FUHRMANN, TEAMCHEFIN DES FRAUEN-

NATIONALTEAMS, ÜBER DEN TURBO-START IN DIE

WM-QUALI, EIN NEUES SOMMERMÄRCHEN BEI DER

EURO 2022, YOUNGSTERINNEN UND HAUDEGEN.

UND SIE VERRÄT, WORUM SIE MÄNNER-TEAMCHEF

FRANCO FODA NICHT BENEIDET.

VON MARKUS GEISLER

Fotos: GEPA pictures

110 SPORTaktiv


Nord-Mazedonien, wo es wirklich nichts zu

meckern gab. Die erste Priorität war, beide

Spiele zu gewinnen, das haben wir in souveräner

Manier geschafft.

Im Herbst warten noch vier weitere Quali-

Spiele, zweimal gegen Luxemburg, Nordirland

und England. Gegen die Teams von

der Insel wird es anders zur Sache gehen.

Uns ist bewusst: Jetzt geht es Schlag auf

Schlag. Wir haben bei den Verhandlungen

über die Rahmenplanung darauf geachtet,

nie im gleichen Fenster gegen England und

Nordirland zu spielen. Das sind die entscheidenden

Spiele, da ist es deutlich leichter,

wenn jeweils Luxemburg der andere Gegner

in dem Lehrgang ist. England ist ohnehin

eine andere Geschichte, gegen den klaren

Gruppen-Favoriten schlüpfen wir in die Underdog-Rolle.

Die Engländerinnen sind Weltranglisten-Achte

und waren WM-Vierte 2019. Ein

ähnliches Kaliber wie Frankreich in der

EURO-Quali?

Frankreich liegt uns insofern mehr, da sie gegen

uns in den vergangenen Jahren immer

etwas überheblich agiert haben. Sie sind verspielt,

dadurch kann man sie mit Zweikampfhärte

aus dem Konzept bringen. Das

fällt gegen England weg, die sind robustes

Spiel gewohnt, agieren zielgerichteter. Entscheidend

werden die Partien gegen Nordirland

sein, bei denen es um Platz zwei geht –

diesen Anspruch haben wir einfach.

Platz zwei hieße, dass ein ziemlich steiniger

Play-off-Weg auf euch warten würde …

Niemand hat behauptet, dass es leicht wird,

zur WM zu fahren. Und trotzdem ist es ein

Traum von uns. Nur zum Vergleich: Für eine

EURO qualifizieren sich 16 Mannschaften,

zu einer WM fahren aber nur elf oder zwölf

Europäer. Wir wissen, dass es eine enge Geschichte

wird.

Sie spielen aktuell die WM-Quali, bereiten

sich aber parallel auf die auf 2022 verschobene

EURO in England vor. Herausfordernd?

Eine neue Challenge, wie so vieles in der

Corona-Zeit. Ich bin nicht unglücklich über

die Verschiebung. Wir hatten sehr viele Ausfälle

dieses Jahr, was auch der höheren Belastung

durch die Corona-Verschiebungen geschuldet

ist. Dadurch haben wir wiederum

viele junge Spielerinnen eingesetzt, von denen

sich einige in den Stammkader gespielt

haben: Marie Therese-Höbinger, Laura

Wien roither. Wir sind deutlich breiter aufgestellt

als 2017, als immer dieselben zwölf,

dreizehn Spielerinnen gespielt haben.

Ende Oktober findet in Manchester die

Gruppenauslosung statt. Wunschgegner?

Da werde ich jetzt keinen nennen. Wir werden

in Topf drei sein, da wird es immer eine

große Herausforderung. Sobald wir unsere

Gegnerinnen kennen, werden wir uns parallel

zur WM-Qualifikation auf sie vorbereiten.

ENTSCHEIDEND WERDEN DIE BEIDEN

PARTIEN GEGEN NORDIRLAND SEIN, BEI

DENEN ES UM PLATZ ZWEI GEHT –

DIESEN ANSPRUCH HABEN WIR.

Die Erwartungshaltung rund um das Frauen-Team

hat sich deutlich gesteigert, viele

träumen von einem neuen Sommermärchen.

Lassen Sie das laufen oder grätschen

Sie dazwischen?

Wir müssen schon klar festhalten, dass das

alles nicht selbstverständlich ist. Nehmen wir

das Beispiel Griechenland: Die wurden 2004

Europameister, aber niemand hätte erwartet,

dass sie 2008 wieder den Titel holen. Es ist

nicht state of the art, dass Österreich immer

im Halbfinale stehen kann. Man muss sich

SPORTaktiv

111


Die neue Rekord-Spielerin Sarah

Puntigam (links) absolvierte

gegen Nord-Mazedonien ihr 111.

Länderspiel, Laura Wienroither

zeigte sich zuletzt beeindruckend

treffsicher.

klarmachen, dass allein die Qualifikation

schon ein Erfolg ist. Und nicht vergessen:

Es sind nur 16 Teams dabei.

Die Männer wurden für ihre Performance

bei der EM gefeiert, ein Lehrgang

später wurde Teamchef Franco

Foda von den Kritikern ans Kreuz

gena gelt. Wie verfolgen Sie das?

Am Ende ist es immer leicht, im Trainer

den Schuldigen auszumachen. So ist

nun mal dieses schnelllebige Geschäft.

Worüber ich mir Gedanken mache: Drei

Spiele in so kurzer Zeit mit nur jeweils

einem Training, um die Mannschaft vorzubereiten

– das kann ja keinen Spaß

machen. Da müssen sich FIFA und

UEFA Gedanken machen, die Spieler

laufen am Limit. Wir Frauen spielen mit

Doppel-Terminen, das sind wir auch

nicht unbedingt gewohnt. Umso wichtiger

ist es, die angesprochene Breite zu

haben.

AM ENDE IST ES IMMER

LEICHT, IM TRAINER DEN

SCHULDIGEN AUSZUMACHEN.

SO IST NUN MAL DIESES

SCHNELLLEBIGE GESCHÄFT.

Gibt es einen Austausch zwischen Ihnen

und Franco Foda, von Teamchefin

zu Teamchef?

Jeder ist in seine Aufgaben vertieft,

trotzdem sehen wir uns gelegentlich und

sprechen über unsere diversen Herausforderungen.

Ich weiß, dass ich mich jederzeit

bei ihm melden kann, wenn ich

wissen möchte, wie er manche Dinge

sieht. Das ist ein positives Miteinander.

Sie haben die Youngsterinnen angesprochen,

es gibt aber auch erfahrene

Haudegen wie Sarah Puntigam, die

gegen Nord-Mazedonien ihr 111. Länderspiel

absolviert hat. Dabei wird sie

im Oktober erst 29. Wie viele Spiele

trauen Sie ihr zu?

Wenn sie gesund bleibt, noch viele. Beeindruckend,

wie sie sich gegen Nord-

Mazedonien in die Kopfballduelle geworfen

hat. Sie pusht die Mannschaft,

versucht, sie von innen heraus zu lenken

– einfach top!

Ein Sorgenkind ist dagegen Kapitänin

Viki Schnaderbeck, die seit einem

Jahr wegen ihrer Knieverletzung kein

Spiel für die Nationalmannschaft absolviert

hat. Rechnen Sie noch mit ihr?

Es ist ihr – und auch unser – absolutes

Ziel, dass sie zurückkommt und bei der

EURO in ihrer Wahlheimat dabei ist.

Sie ist auf einem guten Weg, war zuletzt

schon auf der Abrufliste. Sobald sie bei

Arsenal, wo sie fantastisch unterstützt

wird, den Anschluss findet, ist sie auch

bei uns wieder ein Thema.

Der Aufstieg des österreichischen

Frauen-Fußballs fand unter der Regentschaft

des nun scheidenden Präsidenten

Leo Windtner statt. Was waren

seine Verdienste?

Dass er uns immer die Wertschätzung

entgegengebracht hat, die sich die Spielerinnen

erarbeitet und verdient haben.

Der Erfolg 2017 war nur möglich, weil

der ÖFB 2011 die Frauen-Akademie in

St. Pölten eröffnet hat. Da wurde auch

finanziell einiges in die Hand genommen,

das geht nur, wenn der Präsident

voll dahintersteht. Wir haben mit unserer

EM-Qualifikation unseren Teil dazu

beigetragen, dass dieser Stellenwert auch

in Zukunft hoch eingeschätzt wird.

112 SPORTaktiv


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NACHSPIEL

DAS ZIEL

EGYD

GSTÄTTNER

Der Klagenfurter

ist freier

Schriftsteller

und Hobbysportler.

Nachdem es eineinhalb Jahre lang nur ein einziges

Ziel gab, sich nicht mit Covid-19 zu infizieren

und daran zu sterben, gibt es jetzt endlich

wieder Ziele, die man aufblasen kann. Ein solches

Ziel habe ich bei „Wörthersee Swim“ gesehen,

wo die Athleten ca. vier Stunden vom West- zum

Ostufer schwimmen, immer der Sonne entgegen.

Das Ziel beim Wettschwimmen war ein Tor: ein

Tor ohne Tür, ein Tor ohne Netz. Ein Tor ohne

Zaun, ohne Wand, in dem es stecken würde, ohne

Barrikade und Hindernis. Ein Tor ohne Diesseits

und Jenseits. Ein Nadelöhr ohne Nadel, einfach ein

Rahmen in der Landschaft, ohne Weiteres könnte

man links und rechts daran vorbei, wenn man dadurch

nicht aus dem Rahmen fallen würde. Ein Tor,

das in seiner Torheit nur dazu da ist, dass alle durchlaufen

können.

Früher hat man sich Ziele gesteckt. Heute kann

man das Ziel aufblasen und in sich zusammensacken

lassen wie eine Luftmatratze: Das ist philosophisch

und teleologisch höchst interessant und aufschlussreich.

Weht der Wind, dann wackelt das Telos wie ein

Pudding, aber umfallen kann es nicht, weil auch ein

Pudding nicht umfallen kann. Wir brauchen heute

flexible, anpassungsfähige Ziele, die wir immer bei

uns haben und problemlos mitnehmen und jeweils

dort aufstellen können, wo wir sie gerade brauchen.

Wo eben noch nichts und niemand war, bilden

sich rund um das aufgeblasene Ziel im Nu Bierzelte,

Pommesbuden, Tribünen, Kameras, Kräne, ein Zeppelin

des Fernsehens schwebt über dem Geschehen

und ist auch bloß dazu da, dass man ihn sieht; keine

24 Stunden und all das wird wieder vom Erdboden

verschluckt und aus der Luft verschwunden sein, und

als Endresultat bleibt: Aufräumarbeit für das Stadtgartenamt.

Auf dem Luftziel steht in großen Lettern der Name

des Sponsors, der das Luftziel aufstellen lassen hat.

Die Bank ist das Ziel, die Zeitung, der Rundfunksender,

die Versicherung, das Bier, das Mobiltelefon oder

das Fruchtjoghurt. Das Ziel des Ziels ist es also, neue

Wirklichkeiten zu schaffen, die man problemlos als

Werbeflächen rekrutieren kann. Darum geht es! Im

Unterschied zu Athleten unterliegt so ein Ziel keinen

Formschwankungen, Verletzungen, Unpässlichkeiten,

steht über den unberechenbaren Risken des

Wettkampfs und ist dadurch für jedes Unternehmen

der ideale Werbeträger.

Aber es besteht eben bloß aus Plastik und Luft.

Lässt man – als Letzter ins Ziel gekommen – die

Luft aus, sacken auch die Buchstaben des Namens

des Sponsors in sich zusammen und das Ziel hört auf

ein Ziel zu sein.

Ein Lautsprecher forderte die Strandbadegäste auf,

zum „Ziel“ zu kommen und die Schwimmer anzufeuern.

Aber es war so schönes Altweibersommerwetter,

dass sich niemand für einen Rekord interessierte

und alle liegen blieben. Ich selbst schwamm sogar in

die entgegengesetzte Richtung, dorthin wo nirgends

Ziel steht.

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