2021/10 |Unternehmen #79 | Ausgabe Oktober 2021 | !

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 79 | Oktober 2021 | 3,00 €

Dieser Mann

denkt groß

Ob hoch oder schwer. Selbst Apple und Gazprom

klopfen bei Allgaier in Neu-Ulm an. Frank Bolz führt

einen dennoch oft unterschätzten Logistiker.

FINANZIERUNG WIRD DIGITAL

Auf was sich Unternehmen und

deren Hausbanken einstellen

müssen.

Seite 8

KLIMASCHUTZ IN STEIN

Warum der Neubau der

Technischen Hochschule Ulm ein

Vorbild für andere sein sollte.

Seite 38

UMFRAGE

Führungskräfte verraten, welche

Bücher sie lesen und welche

Autoren sie faszinieren.

Seite 80


2

RESSORT unternehmen [!]

Jetzt der

Konkurrenz

eine Investition

voraus sein.

Sichern Sie Ihren Vorsprung:

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Bringen Sie Ihr Unternehmen einen Schritt

nach vorne. Denn Investitionen in digitale

Prozesse, nachhaltige Technologien oder globale

Märkte sind Ihr Wettbewerbsvorteil der Zukunft.

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Weil’s um mehr als Geld geht.


unternehmen [!] EDITORIAL 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Aufschwung nach der Corona-Krise kommt

ins Stocken. Einerseits Umsätze auf Vorkrisen-Niveau,

andrerseits mangelnde Lieferfähigkeit wegen

Materialmangels sind eine eigenartige Mischung.

In der Größenordnung von 2,5 Prozent

soll die Wirtschaft in diesem Jahr aber noch wachsen,

sagen Konjunkturexperten. Doch die Unterschiede

zwischen und selbst in den Branchen sind

riesig. Frank Bolz hat ganz eigene Konjunkturindikatoren:

Der Chef der Allgaier GmbH aus Neu-

Ulm sowie das Logistik-Unternehmen selbst sind

alles außer gewöhnlich.

Wie er erwartet die gesamte Wirtschaft, dass

eine neue Bundesregierung Infrastruktur, Digitalisierung

und Klimaschutz rasch voranbringt. Diese

großen Themen sind auch Teil dieser Ausgabe:

das hochinnovative Unternehmen TZM aus

Göppingen (Seite 28), das die der Vernetzung von

Daten in der Medizin ermöglicht; die Technische

Hochschule Ulm, die zeigt, wie klimagerechtes

Bauen geht (Seite 38); die Analyse, vor welchen

Herausforderungen Firmen durch Hacker-Angriffe

stehen (Seite 22) und vieles mehr. Ich wünsche

Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

FINANZIEREN

08 Einen Schritt voraus

Wie Hausbanken gegen die digitale

Konkurrenz punkten können

TITELTHEMA

12 Alles außer gewöhnlich

Allgaier-Geschäftsführer Frank Bolz im

Gespräch

VERANTWORTEN

22 Die Angreifer aus dem Netz

Wie sich Unternehmen vor pausenlosen

Attacken schützen können

38 Klimaschutz in Stein gemeißelt

Ein Paradebeispiel fürs Bauen der Zukunft:

das neue Gebäude der Technischen Hochschule

Ulm

54 An der kurzen Leine Warum das Thema

Dachsicherung an Bedeutung gewinnt

MACHEN

28 Stille Helfer für Frühchen

Die Göppinger TZM-Spezialsten im Porträt

36 Ein Netz für alle Fälle Wie Edim Heinzler

und seine Mitarbeiter Stadien und Bahnhöfe

sicherer machen

44 Edle Stoffe für Betuchte

Neustart für die Ulmer Textilmanufaktur Ege

SPEZIAL

30 Standort im Porträt: Eislingen

Gestärkt aus der Krise

46 Standort im Porträt: Biberach

Forschung in die Praxis umsetzen

61 Tagungen & Events

Restart mit neuen Formaten

LEBEN

58 Vorliebe für Oldie-Paare

H. Werner Utz und sein ungewöhnlicher

Ansatz, Oldtimer zu sammeln

80 Lesen verleiht Flügel

Umfrage unter Zeitungspaten

NAMEN & NACHRICHTEN

6 Elektro-Lkw made in Ulm

6 Prototypen aus der Fabrik der Zukunft

7 Scanplus: Trotz Insolvenz Jobs nicht in Gefahr

26 Platz fürs Handwerk

82 Aufbruch im Science Park

82 Impressum

22

58

36 54

06


4

RESSORT unternehmen [!]

Gebaut auf

Traditionen.

Angekommen

in der Zukunft.

Mit den Taycan Modellen hat die Marke Porsche bereits bewiesen, dass kompromissloses

Sportwagenfeeling und nachhaltiges Umweltmanagement Hand in Hand gehen.

Im Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm sorgt jetzt auch ein weiteres Mitglied der wachsenden

Taycan Familie für Hochspannung: der Taycan Turbo S Cross Turismo.


unternehmen [!] RESSORT 5

Dieser vollelektrische Ausdauerathlet macht das Porsche Gefühl auf ganz besondere Art erlebbar. Gemeinsam

mit einem stetig wachsenden Ladenetz und hochmodernen Schnellladesäulen bietet Ihnen der

lebenshungrige CUV kompromisslose Flexibilität – und elektrischen Fahrspaß, der unverkennbar Porsche ist.

Hinter dem Steuer dieses außergewöhnlichen Allrounders kann man dem eigenen Drang nach Freiheit

ungezügelt nachgehen. Wie seine vollelektrischen Modellbrüder ist auch er ein faszinierender Sportwagen,

der pure Emotionen verkörpert. Und der seinem Fahrer die volle Ladung Performance garantiert –

ganz ohne CO₂-Emissionen.

Auch beim Exterieur setzt der Taycan Turbo S Cross Turismo auf selbstbewusste Statements: Die charakterstarken

Akzente des Offroad Design-Pakets und das prägnante Heck im Cross Turismo Design ermöglichen

einen vergrößerten Kofferraum und mehr Kopffreiheit im Fond.

Ob zeitlose Designikonen, ausdauernde Elektrosportler oder kraftvolle SUVs: Das Porsche Zentrum

Ulm/Neu-Ulm ist Ihre Adresse, wenn es um die Verwirklichung lang gehegter Sportwagenträume geht.

Das kompetente Verkaufsteam berät Sie gerne zu Ihrem Lieblingsmodell und lässt Sie auf Wunsch auch

dort Platz nehmen, wo der Fahrspaß am größten ist: vorn links. Scannen Sie einfach den nebenstehenden

QR-Code und nehmen Sie Kontakt zu unseren Verkaufsberatern auf.

Taycan Turbo S Cross Turismo · Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km: 29,4 (NEFZ); 26,4–24,4 (WLTP);

CO₂-Emissionen kombiniert in g/km: 0 (NEFZ); 0 (WLTP); elektrische Reichweite in km: 388–419 (WLTP) ·

460–495 (WLTP innerorts); Stand 09/2021

Porsche Zentrum Ulm/Neu-Ulm

Sportwagen GmbH Donautal

Steinbeisstraße 26

89079 Ulm

Tel. +49 731 94694-0

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6

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Elektro-Lkw made in Ulm

Iveco Im Werk des Nutzfahrzeugherstellers laufen künftig batteriebetriebene Lastwagen

vom Band. In Zukunft sollen Modelle mit großer Reichweite folgen.

Mobilität Im Ulmer Donautal

ist das Werk für den Lastwagen

Nikola Tre in Betrieb gegangen.

Das neue Elektro-Modell soll als

Aushängeschild für die Iveco-Fahrzeugflotte

der Zukunft

stehen. Das italienische Unternehmen

setzt bei der Produktion

auf die Expertise von Kooperationspartnern.

So wirkt die

Antriebssparte der Iveco- Muttergesellschaft

CNH Industrial

an der Produktion mit. Als Spezialist

für alternative Antriebskonzepte

ist das US-amerikanische

Start-up Nikola Motors im

Joint Venture an Bord.

Ausschlaggebend für die

Wahl des Standorts Ulm sei die

strategisch gute Lage im Donautal.

Alle Lieferanten befänden

sich in der Nähe, erklärte der

designierte Iveco-CEO Gerrit

Marx. Die Produktion der Elektro-LKW

soll Ende dieses Jahres

beginnen, das Werk wurde

inzwischen eingeweiht.

Die Produktion auf einer Fläche

von 50 000 Quadratmetern

startet pünktlich zum Jahresende.

Anfang 2022 sollen dann die

ersten in Ulm hergestellten Modelle

vom Band rollen und an

ausgewählte Kunden in die USA

geliefert werden. Denn aufgrund

seiner Länge und seines

Wendekreises entspricht das

Modell noch nicht den EU-Vorgaben.

Im Einschichtbetrieb kann

die Produktion 1000 Einheiten

pro Jahr fertigen, die Kapazitäten

sollen später schrittweise

hochgefahren werden. „Es entstehen

mindestens 150 neue Arbeitsplätze“,

sagte Iveco-Pressesprecher

Patrick Wanner.

Ende 2023 soll dann zudem

eine mit Brennstoffzellen betriebene

Variante des Nikola Tre

ebenfalls in Ulm in Produktion

gehen. Die Leistungsdaten dieses

Modells haben es in sich: Zu

645 PS kommt eine Reichweite

von 800 Kilometern. Die Wasserstofftanks

sind binnen 20 Minuten

voll aufgeladen. Marx

sprach von einer „Vorreiterrolle

im klimaneutralen Straßengüterverkehr“.[!]

jkl

Mit Batterie und Wasserstoff betriebene Lkw sollen künftig im

Ulmer Donautal vom Band laufen.

Foto: Lars Schwerdtfeger

Prototypen aus der Fabrik der Zukunft

Vorstandchef Rolf Najork war bei der Eröffnung des neuen Kundenund

Innovationszentrums dabei.

Foto: Volkmar Könneke

Bosch Rexroth Um nichts weniger

als um die Zukunft geht es

Bosch Rexroth im Ulmer Science

Park. Der Spezialist für Antriebs-

und Steuerungstechnik

hat am Oberen Eselsberg seine

„Fabrik der Zukunft“ in Betrieb

genommen. Die Modellfabrik ist

Teil eines Kunden- und Innovationszentrums,

das zeigen soll,

wie Fabriken in 10 oder 20 Jahren

aussehen könnten.

Auf insgesamt knapp 20 000

Quadratmetern bündelt das

weltweit in 80 Ländern agierende

Unternehmen damit seine

technologieübergreifenden Entwicklungsaktivitäten.

Fabrikautomation

und die Elektrifizierung

mobiler Arbeitsmaschinen

sind Schwerpunkte. Vom Ulmer

Zentrum verspricht sich Bosch

Rexroth eine Verdopplung der

Produkteinführungen und eine

schnellere Prototyp-Fertigung.

Die komplette Produktpalette

soll einen Platz haben, von der

Halbleitertechnik bis zu Schubsystemen

von Ölplattformen.

Bislang arbeiten 200 Beschäftigte

am Standort, 2022 sollen es

250 werden – Platz ist für bis zu

400 Menschen.

Mit Projektpartnern wie der

Projektentwicklungsgesellschaft

der Stadt Ulm hat Bosch

Rexroth 20 Millionen Euro in

den Standort investiert. [!] jkl


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 7

Jobs trotz Insolvenz nicht in Gefahr

Scanplus Nicht aufgrund eines

akuten Problems und daher

umso überraschender hat der

Ulmer IT-Dienstleister Scanplus

Insolvenz angemeldet. Vielmehr

sei der Schritt infolge eines

nachlaufenden Liquiditätsproblems

von 2019 notwendig geworden.

Probleme mit einem

externen Partner hätten Investitionen

notwendig gemacht, die

letztlich nach Umsatzrückgängen

in 2021 den Schritt in die Insolvenz

unvermeidbar machten.

Die Voraussetzungen für die Insolvenz

in Eigenregie seien gut,

sagte Sanierer Maximilian Pluta.

Einige kleine Sanierungsschritte

– die er nicht näher ausführte

– seien nötig, aber dank

des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung

bleibe das Knowhow

an Bord. Damit gemeint

sind vor allem die Gründer und

Geschäftsführer Andreas Werther

und Jürgen Hörmann. Zusätzlich

soll ein Investor oder

Partner gesucht werden.

Auch die rund 240 Beschäftigten

und 50 Auszubildenden

traf die Nachricht unvorbereitet.

Sorgen um ihren Arbeitsplatz

müssen sie sich laut Sanierungsberater

Maximilian Pluta

aber nicht machen. „Wir brauchen

die alle an Bord. Das ist

eine tolle Mannschaft.“ Wie es

dagegen mit den neuen Büroflächen

weitergeht, die das Unternehmen

im Science Park am

Oberen Eselsberg beziehen

wollte, ist ungewiss. Scanplus

war als Ankermieter für rund

5000 der insgesamt 7500 Quadratmeter

des Neubaus der städtischen

Wohnungsbaugenossenschaft

UWS vorgesehen. [!]

jkl

Am Neubau prangt bereits das Firmenlogo. Ob Scanplus in die

Räumlichkeiten auch einzieht, ist noch offen. Foto: Volkmar Könneke

Aßfalg geht,

Agostini kommt

Allgaier Inmitten einer schwierigen

Neuausrichtung kommt es

beim Uhinger Autozulieferer

Allgaier zu einem Wechsel an

der Spitze. Helmar Aßfalg (60),

der das Unternehmen seit 2008

geleteit hatte, ist – wie geplant

– Ende September ausgeschieden.

Sein Nachfolger als Vorsitzender

der Geschäftsführung ist

Achim Agostini

(51). Der gebür-

Achim Agostini

führt die

Uhinger Allgaier-Gruppe.

tige Villinger

und promovierte

Diplom-Ingenieur

für Produktionstechnik

(KIT Karlsruhe)

arbeitete bisher

unter anderem

für Porsche und

Thyssen-Krupp

System Enineering.

Zuletzt leitete

er den Automatisierungsspezialisten

Leadec (Stuttgart),

der 18 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Allgaier steckt in einer Umstrukturierung

und sucht neue

Investoren. [!]

amb

Bucher meldet

Insolvenz an

Zulieferer Anhaltende Auftragsrückgänge,

finanzielle Belastungen

in Folge der Corona-Pandemie

und auch der erhebliche

Kostendruck in der

Branche haben dem Automobilzulieferer

Emil Bucher zugesetzt.

Das Familienunternehmen

musste Insolvenz anmelden. Betroffen

sind am Standort in Eislingen

189 Mitarbeiter, deren

Gehälter laut dem vorläufigen

Insolvenzverwalter Michael

Pluta jedoch für drei Monate

über das Insolvenzgeld gesichert

sind. Die anderen Gesellschaften

der Bucher Gruppe

sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Pluta will nun gemeinsam

mit der Geschäftsführung

erste Gespräche mit Kunden

und Lieferanten führen. Ziel ist

es, für den Betrieb eine tragfähige

Zukunftslösung zu erarbeiten.

Geschäftsführer Ralf Bauer

bezeichnet die Situation als

„nicht einfach“. Bereits im Mai

2020 hat die Firma Emil Bucher

89 von 244 Arbeitsplätze abgebaut.

[!]

jkl

Superchip von Trumpf

Pandemie Die Covid-19-Impfkampagne

hat an Fahrt verloren.

Wie Ungeimpfte doch noch aktiviert

werden könnten, zeigt

eine Studie der Zeppelin Universität

(ZU) in Friedrichshafen

in Zusammenarbeit mit der

Stadt Bad Nauheim und den

dort ansässigen Kliniken. In einem

offiziellen Schreiben vom

Bürgermeister und den Ärztlichen

Direktoren wurden rund

27 000 Personen zur Impfung

Investition Der Laserspezialist

Trumpf hat gemeinsam mit dem

Start-up Q.ant ein sogenanntes

Photonik-Chip-Verfahren vorgestellt.

Wenn sich die Hoffnungen

der Unternehmen erfüllen,

sollen mit diesem Verfahren

Quantencomputerchips hergestellt

werden. Das Verfahren befindet

sich jedoch noch in einem

sehr frühen Stadium. „Wir gehen

eine Wette ein, dass die Ansätze

richtig sind, sie können

aber auch falsch sein“, erklärt

Peter Leibinger, der Technologie-Vorstand

und stellvertretende

Vorsitzende der Geschäftsführung.

Trumpf stellt

für die Entwicklung einen zweistelligen

Millionenbetrag zur

Verfügung. Wenn in vier Jahren

mehr Geld nötig sein sollte, werde

man vielleicht Kooperationen

eingehen.[!]

vt

„Ihre Impfung“ wartet

gebeten. Die eine Hälfte erhielt

einen allgemein formulierten

Brief, die andere Hälfte wurde

persönlich zu „Ihrer Impfung“

eingeladen. Das Ergebnis: Gruppe

zwei zeigte ein um 39 Prozent

erhöhtes Impfinteresse.

Umgerechnet auf das gesamte

Bundesgebiet könnte ein solches

Vorgehen laut Studienautoren

dazu führen, dass sich bis

zu 2,8 Millionen Menschen zusätzlich

impfen lassen. [!]riz


8

FINANZIEREN unternehmen [!]

Einen Schritt voraus

Hausbank Um ihre Firmenkunden nicht zu verlieren, müssen regionale Kreditinstitute ihr

Geschäftsmodell überdenken. Die Konkurrenz aus dem Internet hat die Chancen erkannt.

Die Weltwirtschaft

nimmt nach der Vollbremsung

durch die

Corona-Pandemie wieder

Fahrt auf. Damit steigt auch

der Finanzbedarf vieler exportlastiger

Mittelständler in Baden-

Württemberg. Die Hausbanken

sind dafür meist die erste Anlaufstelle.

Doch in vielen Fällen

hat sich das Verhältnis der Geldhäuser

zu ihren Firmenkunden

eingetrübt. Darauf deuten Ergebnisse

der diesjährigen Unternehmensbefragung

von KfW

Research hin, an der im Frühjahr

deutschlandweit über 1350

Unternehmen aus allen Branchen

teilgenommen haben.

Rund ein Viertel der Unternehmen

gab an, schwieriger an

Kredite zu kommen. Gegenüber

dem Vorjahr hat sich dieser Anteil

mehr als verdoppelt. Gründe

dafür sehen die KfW-Experten

im weiter unsicheren konjunkturellen

Umfeld und der angekratzten

Eigenkapitalbasis in

Folge pandemiebedingter Umsatzeinbrüche.

Eine Online-Erhebung

der Unternehmensberatung

Investors Marketing hat

Derzeit stellt die

Filiale immer noch

den wichtigsten

Zugang für

Beratung dar.

Thomas Wollmann

Vorstand von Investors Marketing

bereits im Herbst 2020 die zunehmend

auseinanderklaffende

Lücke zwischen Bedarf und

Wirklichkeit im Firmenkundengeschäft

der Banken dokumen-

© BIZVECTOR/SHUTTERSTOCK.COM

Fintechs machen Tempo: Sie

wachsen mit schnellen Zusagen

und geringem Antragsaufwand.


unternehmen [!] FINANZIEREN 9

Zur Person

Maurits Weigand arbeitete

nach seinem Studium

bei der Commerzbank und

PWC. Nun berät er beim

Unternehmensberater Accenture

Kunden rund um

die digitale Transformation.

tiert. Demzufolge kommt bei

40 Prozent der befragten Mittelständler

die Hausbank aus dem

Sparkassenlager, bei 27 Prozent

ist es eine Volks- oder Raiffeisenbank.

„Kleine Unternehmen

fühlen sich von den Regionalbanken

nicht gut betreut“, sagt

Thomas Wollmann, Vorstand

von Investors Marketing.

Mit 51 Prozent liegt der Customer

Centricity Index (CCI)

von Direktbanken doppelt so

hoch wie bei Sparkassen. Volksund

Raiffeisenbanken sowie Geschäftsbanken

landen mit einem

CCI von 31 Prozent beziehungsweise

38 Prozent im Mittelfeld.

Der CCI misst den Grad der

Kundenzentrierung anhand der

Faktoren Komfort, Beziehung,

Kompetenz, Fairness, Service,

Individualität, Wertschätzung

und Innovation.

Wie ist dieser Widerspruch

zu erklären? „Mit Blick auf die

Region könnte sich das regionale

Geschäftsmodell der Banken

mit dem internationalen Geschäftsmodell

der Firmenkunden

reiben“, sagt Maurits Weigand,

Senior Manager im Bereich

Banking bei der Unternehmensberatung

Accenture.

„Durch eine stärkere, übergreifende

Zusammenarbeit könnten

Regionalbanken hier dauerhaft

wettbewerbsfähig sein und mit

regionalen Kenntnissen Wettbewerbsvorteile

ausspielen.“

Ein zweiter Trumpf, den die

Regionalbanken weiter in der

© BIZVECTOR/SHUTTERSTOCK.COM

Der Wettbewerb um Firmenkunden nimmt zu. Zudem wollen sich

Unternehmen häufig nicht mehr von einer Bank abhängig machen.

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10

FINANZIEREN unternehmen [!]

Kompass für neue Angebote

An Finanzierungsangeboten mangelt es nicht im Netz. Entscheidend ist die Seriosität.

Hand haben, ist die Präsenz vor Ort.

„Im aktuellen Nutzungsverhalten

stellt die Filiale immer noch den

wichtigsten Zugang für Beratung

dar.“ Diese Stärke können Regionalbanken

nutzen und weiter ausbauen,

ist Wollmann überzeugt. Dafür

bleibt jedoch nicht mehr viel Zeit.

Denn die Digitalisierung macht vor

der Unternehmensfinanzierung

nicht Halt.

Das regelmäßig erhobene

KfW-Mittelstandspanel zeigt zwar:

Die Kreditfinanzierung über Online-Kreditplattformen

ist im Mittelstand

noch eine große Ausnahme.

2018 und 2019 nutzten rund 77 000

kleinere und mittlere Unternehmen

diese vergleichsweise neue Finanzierungsalternative.

Allerdings

nutzt eine kleine Gruppe von Unternehmen

diese Möglichkeit bereits

sehr stark – und diese könnte in den

kommenden Jahren rasant wachsen.

Fintechs und Plattformanbieter

Unternehmen haben mittlerweile

viele Möglichkeiten,

klassische Kredite, aber auch

andere Finanzierungsinstrumente

über Kreditplattformen

innovativer Anbieter abseits

des klassischen Finanzsektors

im Internet abzuwickeln. Immer

neue Wettbewerber drängen

dabei mit ihren Online-Geschäftsmodellen

auf den umkämpften

Markt. Oftmals fällt

es den Verantwortlichen in

Unternehmen aber schwer,

deren Seriosität zu beurteilen.

Eine erste Anlaufstelle ist der

Zur Person

Tomas Rederer ist

Partner bei PWC und

verantwortet das

Management Consulting

für Finanzdienstleister

und Digital

Operations für

EMEA. Er ist über 20

Jahre in der Branche

tätig.

© ZENZEN/SHUTTERSTOCK.COM

Verband deutscher Kreditplattformen

(kreditplattformen.de),

der sich für eine professionelle

und transparente

Gestaltung digitaler Finanzierungen

sowie die Einhaltung

bestimmter Qualitätsstandards

einsetzt.

Die echte

Barriere ist die

Bereitschaft zu

struktureller

Veränderung.

Tomas Rederer

Unternehmensberatung PWC

punkten durch schnelle Finanzierungszusagen

und einen geringen

Antragsaufwand. Das wissen Firmen

umso mehr zu schätzen, je mehr sie

eigene Strukturen digitalisieren, was

oft mit der Corona-Pandemie Schub

bekommen hat. Die Akzeptanz für

digitale Finanzdienstleistungen wird

das nach Einschätzung der KfW erhöhen.

„Allerdings ist es für Firmenkunden

oftmals sehr schwer die Qualität

und Zuverlässigkeit von branchenfremden

Anbietern zu bewerten“,

gibt Weigand zu bedenken.

Hier könnten Banken einen Mehrwert

leisten und zum einen die Qualifizierung

der Anbieter übernehmen,

zum anderen deren Services

in die Banklösungen integrieren.

Die Hausbank ist für ihn kein generelles

Auslaufmodell im Firmenkundengeschäft

– gerade dann,

wenn es hohen Beratungsbedarf

etwa im Bereich der Liquiditätsstruktur,

Zins- oder Währungsabsicherung

gibt. „Noch erfolgreicher

kann das Hausbankmodell funktionieren,

wenn es zusammen mit anderen

Partnern in ein Ökosystem

eingebettet wird.“

Teil des Ökosystems könnten

etwa Fintechs sein, die banknahe

Dienstleistungen wie Buchhaltungsservices

oder Forderungsmanagement

anbieten. „Die Fintechs profitieren

von dem vorhandenen Vertrauen

in die Hausbank, während die

Bank ihre Kundenbeziehungen

durch die erweiterte Angebotspalette

stärken kann.“ Weigand sieht die

regionalen Banken in einer möglichen

Vorreiterrolle für das Firmenkunden-Geschäft

der Zukunft.

Wichtig sei, den Firmenkunden ein

vollständiges digitales Angebot zu

machen, welches reibungslos in deren

Alltag eingebunden ist, kombiniert

mit kompetenter Beratung für

komplexe Produkte.

Auch für Tomas Rederer, Partner

bei der Unternehmensberatung

PWC, müssen Regionalbanken im

Firmenkundengeschäft noch konsequent

ihre Hausaufgaben machen.

„Die Digitalisierung ist oftmals bereits

angestoßen bei den Volksbanken

und Sparkassen.“ Viele seien jedoch

abhängig von zentralen

IT-Dienstleistern in ihren Gruppen,

wodurch sie mit teuren, wenig flexiblen

Alt-Systemlandschaften belastet

sind. „Zusätzlich müssen sie

stärker als bisher das Thema Nachhaltigkeit

adressieren, um die Wirtschaft

in der anstehenden Transformation

aktiv zu unterstützen.“

Das Problem vieler Entscheider

bei den Banken verortet er allerdings

im Kopf. „Die echte Barriere

ist die Bereitschaft zu struktureller

Veränderung.“ Auf der Firmenkundenseite

sei das Bild zweigeteilt:

„Kunden wollen nach wie vor eine

Haupt-Hausbank – aber sie machen

sich nicht von einer Bank abhängig.“

[!] Thomas Luther


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

11

Werden Sie mit uns noch effizienter –

sparen Sie Energie und Kosten ein

Die Wintermayr Energiekonzepte Gruppe aus Ulm erweitert Ihre Dienstleistungen im Bereich der

Materialeffizienz/ Ressourceneffizienz

Wir, die Wintermayr Energiekonzepte Gruppe

aus Ulm, sind speziell für unsere Dienstleistung

im Bereich der Beleuchtungsoptimierung

bekannt und haben hier schon über 900

Projekte in der Region und auch bundesweit

umgesetzt.

Zu unseren bestehenden Leistungen gehört

derweil die Energiedatenerfassung, die Spitzenlastoptimierung,

die Energieleittechnik sowie

seit 2020 neu die Elektromobilität und der Bereich

Schaltschrankbau. Nun werden wir unsere

Leistungsbereiche um einen weiteren Punkt,

der Materialeffizienz, ergänzen.

Aber was heißt eigentlich Materialeffizienz

bzw. woher kommt dieser Begriff?

Der Begriff Materialeffizienz kommt aus der

Ökonomie und stellt das Verhältnis der hergestellten

Produkte (Output) zur Menge der eingesetzten

Materialien (Input) dar.

Das hört sich erstmal gut an, aber was hat das

mit unseren Dienstleistungen zu tun bzw. was

kann man hier optimieren?

Wir, die Wintermayr Energiekonzepte Gruppe,

bieten Unternehmen an, Ihren Energie- und Materialaufwand

zu prüfen und zu optimieren. Unser

Ziel ist es, den nicht gewollten Abfall zu reduzieren,

damit Unternehmen bei Ihrer Produktion

die eingesetzten Materialien effizienter und

somit kostensparender einsetzen, ohne dass

dabei die Menge oder Qualität Ihres Endprodukts

beeinflusst wird.

Die Materialkosten von kleinen und mittelständischen

Unternehmen (KMUs) betragen knapp

die Hälfte der Kosten. Dies haben verschiedene

Studien ergeben und somit ist das Potenzial

dieses Vorgehens enorm. Gerade in den produzierenden

Branchen, wie z.B. Maschinenbau,

lebensmittelverarbeitende Industrie, Textilverarbeitung

sowie kunststoffverarbeitende Unternehmen

macht das Material mit über 45%

den jeweils größten Kostenblock in der Herstellung

aus. Allein auf dem deutschen Markt gehen

wir bei KMUs von mindestens einem Potenzial

im dreistelligen Millionenbereich aus.

Werden die Materialkosten nun reduziert, in

Form wie zum Beispiel Nacharbeit, Ausschuss

etc., sinken auch die anderen Kostenarten wie

Personal und Energie proportional.

Neben der beträchtlichen Kosteneinsparung

hat die Optimierung der Materialeffizienz aber

auch einen ökologischen Effekt, nämlich wie der

Name schon sagt, effizient mit Materialien

umzu gehen. Die Minimierung von Abfällen sowie

das Recycling und die Wiederverwendung

von Materialien verringern nicht nur die Kosten

einer Produktion, sondern auch die Umweltbelastungen,

die durch sie entstehen.

Geringere Materialkosten(mengen) stärken

das Unternehmen und Entlasten die Umwelt.

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Frank Bolz führt seit dem

Jahr 2020 das Neu-Ulmer

Familienunternehmen als

alleiniger Geschäftsführer.


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

Alles außer

gewöhnlich

Allgaier Gruppe Wer am Firmensitz in Neu-Ulm vorbeifährt, vermutet nicht, dass hier ein

Partner von Größen wie Apple oder der Bundesbank sitzt. Der Logistiker für spezielle

Lösungen tritt bescheiden auf. Ein Gespräch mit Firmenchef Frank Bolz über Mentalität,

Dienstleistung und warum ihm seine Beschäftigten und deren Feedback so wichtig sind.

Warum ist die Region Ulm so ein starkes Pflaster für

mittelständische Logistikunternehmen?

Wir befinden uns hier in einer enorm wirtschaftsstarken

Region. Die Achse München Stuttgart bietet

mit der riesigen Maschinenbau- und Automobilindustrie,

sowie deren Zulieferer, ein spannendes

Umfeld für die Branche. Auch der Knotenpunkt A7/

A8 ist interessant. Allerdings muss man da unterscheiden.

Wie meinen Sie das?

In Ulm und Neu-Ulm sitzen besonders viele Stückgut-Speditionen.

Das ist eine Sparte, die Allgaier

nicht bespielt. Unser Schwerpunkt

liegt in den Branchen Maschinenbau

und Automotive. Auch sonst

sind wir mit den meisten großen

Logistikern in der Region nur

schwer zu vergleichen.

Warum?

Wir sind nicht im Fernverkehr tätig.

Vor dem Jahr 2018 bestand die

Allgaier Gruppe aus 13 unabhängigen

GmbHs oder GmbH & Co KG. Dann haben wir

uns entschlossen, aus den 13 Einheiten eine zu machen,

die Allgaier GmbH. Und uns neu und logisch

aufzustellen, nämlich nach Kompetenzen und Tätigkeitsfeldern.

Wie sieht das Ergebnis aus?

Heute basiert Allgaier auf fünf Säulen: Transport,

Logistik, Industrieverpackung, Industrieverlagerung

und Wertlogistik. Jede Säule stellt ein Geschäftsfeld

dar und alle Verwaltungsaufgaben wurden

in einem zentralen Bereich zusammengeführt.

Unser CFO und ich bilden, zusammen mit dem Personalleiter

und den Geschäftsfeldverantwortlichen,

die Geschäftsleitung.

Was ist der Vorteil der neuen Struktur?

Wir können Synergien so besser nutzen. Viele

davon sind nach außen nicht offensichtlich, aus interner

Sicht aber sehr wertvoll. Zudem wollen wir

Der Bedarf

an Bargeld in

der Region ist fast

wieder auf dem

Niveau vor Corona

unseren Kunden ein ganzheitliches Konzept anbieten.

Wir sehen uns als das Dienstleistungsunternehmen

für produzierende Unternehmen jeglicher

Branche, egal ob Luftfahrt, Maschinenbau, Automotive

oder Medizintechnik. In jedem Segment wird

der Kunde mit der gesamten Leistung von Allgaier

bedient. Denn die meisten Kunden möchte sich

nicht mit dem Produktionsumfeld beschäftigen.

Diese Kompetenz muss daher beim Dienstleister –

also bei uns – liegen.

Wie sehr ist Ihre Auftragslage ein regionaler Konjunkturindikator?

Für mich persönlich ist vor allem

der Bereich Exportverpackungen

ein starker Indikator. Hier machen

wir normalerweise circa 20 Millionen

Umsatz pro Jahr. In der Corona-Phase

haben wir sehr deutlich

erlebt, wie die Industrie sich

entwickelt. Seit die dritte Welle

abklingt, erleben wir in diesem

Bereich einen enormen Auftragszuwachs

von Bestands- und Neukunden.

Das ist eher auf den Weltmarkt bezogen.

Und wenn Sie auf den Mikrokosmos Ulm/Neu-Ulm

schauen.

Da zeigt sich die wirtschaftliche Entwicklung etwa

an den Bargeldbedarfen. Für Banken im Umkreis

von 150 Kilometern übernehmen wir die Bargeldversorgung,

also Münzen und Noten. Dazu gehört

auch die Geldautomaten-Befüllung und -Revision.

Die Geldmengen variieren dabei sehr. In den vergangenen

Monaten sind die Bedarfe allerdings wieder

um 25 bis 35 Prozent angestiegen. Fast auf

Vor-Corona-Niveau.

Haben Sie etwa einen ausgelagerten Tresor der Bundesbank

bei sich?

Wir haben bei uns einen Hochsicherheitsbereich,

der natürlich den bank- und versicherungsrechtlichen

Auflagen der jeweiligen Revisionen unterliegt.

Der Grundgedanke unserer Wertlogistik ist aber

Zur Person

Realschule, Fachoberschule,

Banklehre,

rein in ein Industrieunternehmen.

So

startete der gebürtige

Ulmer Frank Bolz (55)

seine Karriere. 1991

holte ihn sein Schwiegervater,

Firmengründer

Konrad Allgaier,

ins Unternehmen.

Dort fing er als Sachbearbeiter

an. Nach

dem plötzlichen Tod

von Konrad Allgaier,

übernahm er 1999 die

Geschäftsleitung für

Exportverpackungen.

Seit 2020 ist Bolz alleiniger

Geschäftsführer

der Allgaier GmbH.

Bolz, seit 31 Jahren

verheiratet, zwei Kinder

(22 und 26 Jahre

alt), engagiert sich in

seiner Freizeit in der

Neuapostolischen Kirche

als Dekan in Ulm.

Einer der Grundsätze

des Familien- und Genussmenschen

lautet:

normal bleiben!


14

TITELTHEMA unternehmen [!]

folgender: Wir beschäftigen uns in der Logistik mit

der Versorgung unserer Kunden mit C-Teilen. Ob

das Schrauben und Muttern sind, ob diese just-intime

oder just-in-sequence ans Band gebracht werden

müssen, oder Münzen und Banknoten, die an

verschiedene Filialen geliefert werden, ist eigentlich

egal. Der einzige Unterschied sind die Sicherheitsbestimmungen

bei der Lagerung. Aber die Anforderungen

an die Kommissionierung oder

zeitgerechte Lieferung sind dieselben wie in der

Logistik.

Warum übernimmt die Bundesbank in Ulm die Versorgung

nicht selbst?

Sie hat keinen eigenen Fuhrpark, um die Banken zu

versorgen. Jahrzehntelang haben sich die Banken

selbst darum gekümmert. Irgendwann wurde diese

Aufgabe ausgelagert. Wir sind seit circa 25 Jahren

„im Boot“ und haben unter anderem, auch die

DM-Euro-Umstellung mitgemacht.

Inwiefern hat die Pandemie Ihr Geschäftsmodell auf

den Prüfstand gestellt?

Natürlich sind analog zur Corona-Pandemie auch

bei uns die Bedarfe in der Logistik eingebrochen.

Viele Unternehmen haben ihre Produktionen zeitweise

heruntergefahren. Im Transportbereich hatten

wir kurzzeitig auch Kurzarbeit angemeldet.

Durch die schnelle Erholung der Exportindustrie

konnten wir aber bereits im September 2020 wieder

in den Normalbetrieb übergehen.

Hat Corona die Umsatzverteilung ihrer fünf Säulen

verändert?

Nein, zu unseren Stärken gehört, dass wir nicht

stark von der Konjunktur abhängen. Unser Kundenportfolio

ist breit. Wir können unsere Kapazitäten

flexibel spielen und haben eine große Schnittstellenfreiheit.

Der Kunde merkt in der Regel nicht, von

welchem Bereich er gerade bedient wird.

Wie grenzen Sie die einzelnen Bereiche voneinander

ab? Speziell die Logistik und den Transport?

Das muss ich etwas weiter fassen. Grundsätzlich

haben deutsche Transportunternehmen einen

Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz

aus dem Osten. Einfach weil wir mehr gesetzliche

Vorgaben beachten müssen und höhere Lohnkosten

haben. Der Markt ist extrem umkämpft. Da geht es

um Ebit-Renditen von 2 Prozent. Wir als Allgaier

haben uns deshalb entschieden, nur in den Marktsegmenten

Werksverkehr, Nahverkehr, Baustofflogistik

und Spezialtransporte tätig zu sein. Also

hoch, schwer, breit, tief. Und das möglichst immer

in Synergie mit unseren anderen Bereichen.

Allgaier-Geschäftsführer

Frank Bolz: „Der Transportmarkt

ist extrem umkämpft.

Daher kümmern

wir uns um die Themen

hoch, schwer, breit, tief.“


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

Was heißt das konkret?

Nehmen Sie die Industriemontage. Da geht es um

die De- und Remontage von Fertigungsanlagen an

verschiedenen Orten. Auch in Synergie mit dem Bereich

Exportverpackung, wo wir etwa Transportgüter

in Behältnisse wie Holzkisten, die bis zu 18 Meter

lang sein können und bis zu sieben Tonnen

tragen, verpacken und zum Seehafen bringen.

Wie sieht ihr Transportgeschäft aus?

Wir machen Nahverkehr. Dazu gehören Betriebstransporte

zwischen den Werken unserer Kunden

ebenso wie die Belieferung ihrer Kunden. Für das

reine Speditionsgeschäft haben wir Niederlassungen

in Polen und Nordrhein-Westfalen. Die sind

auch an großen Kunden dran und konzentrieren die

Geschäfte in Richtung Osteuropa und Russland. Ein

weiterer Bereich ist die Baustofflogistik. Hier verbringen

wir die Baustoffe in Silos und Sackware

vom Herstellerwerk zur jeweiligen Baustelle.

Wie funktioniert das Zusammenspiel der Bereiche?

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen in

jedem der Bereiche spezifische Qualifikationen. Da

geht es um Fachkenntnisse etwa zu Zollverfahren,

genauso wie um Sprach- und Kulturkompetenzen.

Die Bereiche dienen sich gegenseitig als Dienstleister.

Diese Dienstleistungsmentalität auch innerhalb

des Unternehmens ist mir besonders wichtig.

Sie haben Ihre Silos komplett abgebaut?

Ja, die einzelnen Satelliten, die um die Gruppe gekreist

sind, gibt es nicht mehr. Das haben wir auch

beim Thema Führung stringent durchgezogen. In

Hochphasen hatten wir bis zu fünf Geschäftsführer.

Jetzt gibt es noch einen. Viel Wert legen wir außerdem

auf die zielgeführte Kommunikation.

Wie sieht die im Alltag aus?

Es gibt keine Besprechung ohne klares Thema, klares

Zeitfenster und einen Beschluss.

Haben Sie ein Beispiel für die Verzahnung Ihrer Bereiche

im Alltag ?

Das liegt schon ein paar Jahre zurück, das war der

Auftrag zu Steve Jobs Campus 2 in Cupertino in Kalifornien.

Ein Großteil der Fassadenteile wurde in

Deutschland gefertigt. Wir haben alle Glasscheiben

nach Ulm geholt, verpackt und zum Seehafen Hamburg

gebracht. In den USA hat unsere Logistik die

bis zu 15 Meter hohen und gewölbten Scheiben entgegengenommen,

eingelagert und sichergestellt,

Ohne klares

Thema und

einen Beschluss

gibt es keine

Besprechung.

making

places

energizing

usm.com


16

TITELTHEMA unternehmen [!]

„Natürlich ist Klimaschutz

für uns ein Thema. Aber als

Transport-Unternehmen

zu sagen, wir sind Vorreiter,

wäre eine Farce“, sagt

Frank Bolz.

dass jede zur richtigen Zeit auf der Baustelle eintrifft.

Die Verantwortlichen bei Apple wollten ein

ganzheitliches Konzept mit klaren Prozessen, das

haben sie bekommen.

Sie haben auch die Gazprom-Zentrale in Moskau mit

Fassadenteilen beliefert.

Für Russlands Staatschef Wladimir Putin war es

wichtig, dass die Fassade bis zur Europameisterschaft

steht und erleuchtet ist. Kunden schätzen,

dass wir deutlich kommunizieren,

was wir leisten können und was

nicht. Aktuell haben wir ein Fassadenbau-Projekt

in London. Gängig

ist dort, dass Sie als Transportunternehmen

nur bis kurz vor London

fahren. Um in die Innenstadt

zu liefern, braucht man ein spezielles

Sicherheitszertifikat. Unsere

Fahrer sind dementsprechend geschult

und unsere Fahrzeuge sind aufgerüstet, sodass

wir direkt bis zur Baustelle fahren können.

Was war ihr schwierigstes Projekt bisher?

Im Exportverpackungsbereich haben wir zum Beispiel

einen Kunden, der sehr sensible Gerätschaften

fertigt. Durch unsere langjährige Beziehung sind

wir schon mit dabei, wenn neue Teile konstruiert

werden. So wissen wir, auf was zu achten ist, dass

das Teil gut weltweit versandt werden kann. Ich

nenne das nicht schwierig, vielmehr ist es eine tolle

Herausforderung, die uns reizt.

Wie baut man solches Know-how auf?

Wir haben

früh in eigene

Konstrukteure und

3D-Planungstools

investiert.

Wir haben früh in Fachkompetenzen in Form von

Konstrukteuren oder 3D-Planungstools investiert.

Das würde man hinter der Fassade Allgaier nicht

unbedingt vermuten. Unser Anspruch ist es, keine

Exportverpackung rauszugeben, die nicht statisch

geplant und geprüft ist.

Wie stark sind Sie in die Fertigung Ihrer Kunden eingebunden?

Der Industriekunde von heute sagt: Meine Mitarbeiter

brauche ich, um mein Produkt

in der angestrebten Qualität

herstellen zu können. Also am

Band. Alles was zum Band hinläuft

zählt für sie zur Logistik, die sie

nicht selten auslagern. Also sagen

wir, wir stellen nicht nur die

Schraube zur Verfügung, sondern

kommissionieren diese und bringen

sie direkt an die Stellen, wo sie

verbaut wird. Manchen Kunden bauen wir ganze

Sets zusammen und liefern sie einsatzfertig ans

Band.

Klimaschutz ist das Mega-Thema der nächsten Jahre:

Wie umweltschonend können Transport und Logistik

sein?

Euro 6 und neue Antriebe beschäftigen uns natürlich.

Unser Haus wird im Winter durch Presslinge

aus der eigenen Holzfertigung geheizt, dafür sammeln

wir Späne und Holzreste. Die meisten unserer

Hallen haben Photovoltaikanlagen auf den Dächern.

Aber als Transport-Unternehmen zu sagen, wir sind

Vorreiter in Sachen Klimaschutz, wäre eine Farce.


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Wie beurteilen Sie den Ausbau der E-Mobilität?

Bezogen auf Deutschland ist die Entwicklung toll.

Elektroantriebe werden uns aber alleine nicht in die

Zukunft tragen. Aktuell ist der Ausbau sehr politisch

motiviert, man will schnelle Erfolge verbuchen.

Wenn wir Umweltschutz aber durchdenken,

stellen sich Fragen nach den Rohstoffen für die Batterien,

nach der Entsorgung und der benötigten

Energie zum Aufladen. Ich denke, dass Klimaschutz

nur in weltweiten Dimensionen funktionieren kann.

Die großen Märkte müssen mitziehen. So oder so

wird E-Mobilität nur ein Teil der Lösung sein. Im

Schwerlastbereich sehe ich eher die Brennstoffzelle

sowie synthetische Kraftstoffe als Lösungen.

Stellen Sie Ihre Flotte um?

Aktuell nicht. Solange es möglich ist, werden wir

Verbrenner nutzen. Grundsätzlich sind eher die

kleineren Fahrzeuge wie Sprinter austauschfähig.

Wie stark nutzen Sie den Gleisanschluss an der Lessingstraße

in Neu-Ulm?

Den haben wir wiederentdeckt. Aus Umweltschutzgründen,

aber auch aus praktischen. Aktuell kommen

vor allem Holztransporte aus Österreich und

der Schweiz per Zug bei uns an. Hier laden wir auf

Lkw um und versorgen Sägewerke oder Holzcenter.

Wir arbeiten beim Aufbau unseres Bahnhöfles übrigens

mit der Deutschen Bahn Cargo zusammen, ein

sehr professioneller Partner. Ich möchte die Nutzung

weiter vorantreiben. Auf dem Gleis können

wir große Massen anliefern lassen, hier kommissionieren

und zuliefern. Es besteht auch von Kundenseite

großes Interesse.

und werben dort. Aber auch auf Parkplätzen und an

typischen Lkw-Treffpunkten verteilen wir Flyer.

Wir annoncieren über Fachzeitschriften oder ganz

regional in den Wochenblättern.

Fahrer sind also heiß begehrt?

Man muss ehrlich sagen, die Fahrer können sich

heute raussuchen, welche Touren und Fahrzeuge

sie für welchen Betrieb fahren wollen. Sie haben eine

starke Marktstellung. Das ist gut, denn lange war

das nicht so. Auch im Gehalt schlägt sich das nieder.

Neben Festgehältern arbeiten wir mit Zuschlägen,

etwa für ökonomische Fahrweisen, niedrige Schadensquoten

oder lange Touren. Gute Leistung muss

honoriert werden. So kann das Gehalt sich letztlich

verdoppeln. Alle Fahrzeuge sind vernetzt und mit

Tablets ausgestattet. Es ist uns wichtig, Kontakt zu

halten gerade auch mit Mitarbeitern, die wenig im

Haus sind. Sie sollen spüren, dass sie ein wichtiger

Teil unseres Unternehmens sind.

Allgaier hat sich stark für Flüchtlinge engagiert: Wie

sind Ihre Erfahrungen?

Weder positiver noch negativer als bei allen anderen

Mitarbeitern. Wir fahren grundsätzlich eine

Null-Toleranz-Politik im Bereich Rassismus, Sexis-

Fahrer

können

sich heute

aussuchen, wo

sie arbeiten.

IN DEN LERCH GENUSSWELTEN FINDEN SIE

DEN IDEALEN AUSGANGSPUNKT FÜRS

WANDERN UND BIKEN IN DEN BERGEN.

NACH EINEM AUSGIEBIGEN FREILUFTWORKOUT

WINKT ENTSPANNUNG IM SPA.

Nicht nur von der holzverarbeitenden Branche?

Nein, wir sind in Gesprächen mit Kunden im Bereich

Metall und eben auch im Schwertransport.

Weg von der Straße, auf die Schiene – meiner Meinung

nach absolut der richtige Gedanke.

Was kostet eigentlich ein neuer Lkw, wenn Sie ihn kaufen?

Wir rechnen mit 120 000 bis 140 000 Euro. Wir haben

als Transportunternehmen natürlich massive

Herausforderungen auf dem Fahrermarkt. Fachkräfte,

aber vor allem Fahrer zu finden, ist heute sehr

schwer.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Die Marke der Fahrzeuge spielt eine nicht zu unterschätzende

Rolle. Wenn ich ihm einen entsprechenden

Fuhrpark biete, neigt ein Fahrer eher dazu, das

Unternehmen zu wechseln. Wir hören dabei auch

sehr stark auf unsere Fahrer. Denn sie verbringen

am meisten Zeit in den Fahrzeugen. Uns ist es wichtig,

dass die Fahrzeuge die Arbeitsplatzanforderungen

der Kollegen so gut wie möglich erfüllen. Wichtig

für die Kaufentscheidung ist aber auch der

Ausbau des Werkstattnetzes oder auch wie schnell

ich im Schadensfall eine Ersatzmaschine bekomme.

Wie finden Sie Nachwuchs und Fachkräfte?

Wir gehen neue Wege, nutzen soziale Netzwerke


18

TITELTHEMA unternehmen [!]

Ein mitunter unterschätzter Logistik-Spezialist

Blick in den Bau von Exportverpackungen und die Industriemontage: Allgaier ist tief in die Prozesse seiner Kunden eingebunden.

FIRMENFOTOS

Mit sechs Fahrzeugen gründete der Speditionskaufmann

Konrad Allgaier im Jahr

1978 das Transportunternehmen: Heute beschäftigt

das Familienunternehmen in seinen

fünf Geschäftsbereichen 500 Mitarbeiter

und 36 Auszubildende (sechs Ausbildungsberufe)

Transport, Logistik, Industrieverpackung,

Industrieverlagerung und

Wertlogistik. Der Umsatz blieb trotz den

Auswirkungen der Corona-Pandemie im vergangenen

Jahr stabil bei 80 Millionen Euro.

Neben dem Stammsitz Neu-Ulm verfügt der

Logistiker über Standorte in Elchingen

(Landkreis Neu-Ulm) und im nordrhein-westfälischen

Velbert. Im Ausland hat

Allgaier einen Standort im polnischen Kąty

Wrocławskie (Niederschlesien). Allgaier ist

ein Familienunternehmen, das sich in der

Hand der Gesellschafterinnen Hildegard Allgaier

sowie ihrer Töchter Sabine Bolz, Karin

Dangel und Ute Held befindet. Es wird mitunter

unterschätzt. Dabei arbeitet Allgaier

für Top-Adressen der deutschen Industrie,

ist teilweise bereits bei der Entwicklung von

Produkten involviert und war auch schon für

den US-Konzern Apple und den russischen

Energieriesen Gazprom tätig.

Frank Bolz’ Büro ähnelt

einem privaten Arbeitszimmer

– mit Holzboden,

rotem Ledersofa, aber

auch kleinen Dingen wie

dieser Bronzeskulptur,

einem Mitbringsel aus

einem Spanien-Urlaub.

mus oder sonstigen Diskriminierungsformen. Ich

sehe Flüchtlinge nicht anders als andere Bewerber

auch. Sie machen ganz normal ihre Arbeit. Woher

sie jeweils kommen, spielt in unserem Haus keine

Rolle.

Aber …?

Was wir spüren, dass aus anderen Ländern stammende

Mitarbeiter oft eine große Leistungsbereitschaft

mitbringen. Sie wollen lernen, vorankommen,

sich hier ein Leben aufbauen. Ich sehe wenige

Sozialschmarotzer. Wir haben optimale Voraussetzungen

in Deutschland, bei aller Kritik. Gerade das

duale Ausbildungssystem ist einmalig und etwas,

das wir dringend stärken müssen. Die Verbindung

aus Schule und Praxis lässt junge Menschen unheimlich

wachsen.

Schaffen Sie es Ihre Ausbildungsstellen zu besetzen?

Ja, das schaffen wir. Aktuell haben wir 36 Auszubildende.

Es gibt aber leider auch ab und zu Leute, die

ihre Lehre abbrechen. Das empfinde ich als persönliche

Niederlage. Ich habe den Anspruch, dass wir

unseren Nachwuchs selbst ziehen. Die Ausbildung

muss durch innerbetrieblichen Unterricht, durch

eine Nähe zum Management und beidseitiges Feedback

angereichert sein.

Beidseitig?

Das Feedback von Mitarbeitern bringt auch uns als

Unternehmen weiter. Die jungen Menschen sollen

sich alles anschauen können, was Allgaier ihnen

bieten kann und dann gezielt in ihren bevorzugten

Bereich gehen und sich dort weiterentwickeln können.

Wir haben dafür auch unsere Personalabteilung

stark umgebaut und einen Fokus auf Aus- und

Weiterbildung gelegt. Die Fachkräfte werden auch


unternehmen [!]

TITELTHEMA

künftig nicht vom Himmel fallen. Jeder Mensch, der

ins Unternehmen kommt, ist wertvoll und bringt

neue Ideen und Gedanken gibt.

Auch kritische?

Ja, bitte. Wie sollen wir uns sonst weiterentwickeln?

Ich möchte nicht als Chef gesehen werden, sondern

als Teil des Ganzen. Dass jemand Verantwortung

übernehmen muss und das Unternehmen Allgaier

auch ein Stück weit nach außen repräsentiert, ist in

Ordnung. Aber ich lebe von meinem Kollegen, der

seit 30 Jahren an seiner Nagelmaschine die Köpfe,

Seitenteile und Deckel für Transportverpackungen

fertigt. Diese Menschen machen unseren Erfolg.

Nur wenn sich Mitarbeiter wohlfühlen und sich entfalten

können, wird das Unternehmen erfolgreich

sein.

Wie konsensorientiert kann so ein Führungsstil sein?

Natürlich sind wir deshalb keine basisdemokratische

Veranstaltung. Sicher muss man an einer bestimmten

Stelle einen Punkt setzen. Aber am liebsten

nach Diskussion und Abwägung. Wenn Sie mich

in die Kistenfabrik stellen und mir sagen, dass ich

eine Kiste nageln soll oder einen Lkw rückwärts

einparken, wird das schwierig. Meine Kollegen machen

das jeden Tag und sorgen damit für unseren

Namen am Markt.

Bei welchen Themen setzen Sie auf Digitalisierung?

Extrem wichtig ist sie für optimale Tourenplanungen.

Im Dispositionsbereich beschäftigen wir uns

auch mit möglichen Einsatzfeldern für KI. Es geht

darum, Wege zu finden, die unseren Disponenten

die Arbeit erleichtern. Sie müssen gut und gerne 30

Kritisches Feedback von

Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern ist Allgaier-Chef

Bolz wichtig: „Nur

so können wir uns als

Unternehmen weiterentwickeln.“

WER‘S ERNST

MEINT,

DER STEHT

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unterschrieben wird, werden die wirklich

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20

RESSORT unternehmen [!]

„Wer einsteigen möchte,

findet einen Platz, muss

sich seinen Weg aber auch

erarbeiten“, sagt Frank

Bolz über die Möglichkeiten

der dritten Generation

der Unternehmerfamilie.

Das Interview führten

Julia Kling und

Alexander Bögelein,

Redaktion

unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos: Marc Hörger

Lkw mit Ladungen und Rückladungen jonglieren.

Im Logistikbereich kann uns die Digitalisierung helfen,

näher am Kunden zu sein, Bedarfe zu erkennen

und möglichst an deren Produktionspläne angeschlossen

zu sein. Es gibt auch andere Projekte, etwa

die Optimierung der Workflows in unseren Zentralbereichen.

Wie kriegen Sie das als Mittelständler hin?

Um das alles zu meistern, halten wir eine für uns

relativ große IT-Abteilung mit sechs Mitarbeitern

vor. Es ist uns wichtig, dass wir alle IT-Systeme unserer

Kunden kennen und lesen können. Deshalb

investieren wir stark in diesen Bereich.

Was war für Sie persönlich der prägendste Moment

als Unternehmer?

Ich könnte jetzt zurück in die Historie gehen, als

unser Gründer plötzlich verstorben ist und die Familie

mit unglaublicher Stärke weitergemacht hat.

Das war eine sehr prägende Zeit.

Und aktuell?

Da ist es die Verschmelzung zur Allgaier GmbH.

Den Gedanken zu entwickeln, wo wir gemeinsam

hinwollen und wie wir die Firma zukunftssicher

weiterentwickeln. Und zu sehen, wie die Vision

Wirklichkeit wird. Das ist eine große Herausforderung,

die mir sehr viel Freude macht. Mit der GmbH

bauen wir das Unternehmen in Strukturen und Abläufen

so auf, dass die junge Generation der Familie

nicht ins Unternehmen einsteigen muss.

Wie sieht es mit der Nachfolge aus?

Meine Schwiegermutter Hildegard Allgaier und ihre

drei Töchter leiten das Unternehmen. Die nächste

Generation besteht aus sieben jungen Menschen

zwischen 17 und 26 Jahren – alle noch in der Ausbildung

oder im Studium. Es war und ist uns ein großes

Anliegen, dass die Kinder sich frei entfalten

können. Gleichzeitig steht die Türe immer offen.

Wir organisieren regelmäßig Veranstaltungen für

die Kinder, in denen wir sie über das Unternehmen

informieren. Sie sollen wissen, was Allgaier ist, was

es uns bedeutet. Aber ohne die Erwartung, dass sie

bei uns einsteigen müssen – jedoch können. Dabei

ist auch wichtig: Nur, weil jemand den Namen Allgaier

trägt, ist er oder sie nicht der Kapitän. Dafür

ist das Unternehmen zu wertvoll. Wer einsteigen

möchte, findet einen Platz, muss sich seinen Weg

aber auch erarbeiten.


unternehmen [!] RESSORT 21

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Der Schutz von Rechenzentren und Firmendaten muss zur Chefaufgabe werden, sagen Experten. Häufig ist es das noch nicht.

Unsichtbar, aber real – die

Angreifer aus dem Netz

Cyberkriminalität Die meisten Betriebe kennen Attacken aus dem Internet. Gut gerüstet

sind jedoch die wenigsten. Dabei kann es schnell um das Überleben der Firma gehen.

Es sind besorgniserregende

Zahlen, die der Digitalverband

Bitkom erhoben und im

Sommer veröffentlicht hat:

Durch Cyber-Diebstahl, -Spionage

und -Sabotage ist der deutschen

Wirtschaft innerhalb der letzten

zwölf Monate ein Gesamtschaden

von 223 Milliarden Euro entstanden.

Das bedeutet eine Verdoppelung innerhalb

der letzten zwei Jahre.

Fast alle Unternehmen waren laut

der Bitkom-Auswertung bereits von

Angriffen aus dem Internet betroffen

– so wie kürzlich das Bauunternehmen

Leonhard Weiss mit Stammsitz

in Göppingen. Oder in Freiburg

– dort konnte der Versandunternehmer

Waschbär drei Monate

nicht richtig arbeiten, weil Daten

verschlüsselt wurden und deren

Freigabe erpresst wurde. Lieferungen

waren nur noch teilweise möglich.

Auch Fertigungshersteller von

Dieselinjektoren waren betroffen

und ebenfalls über Monate nicht in

der Lage, die Produktion ordnungsgemäß

aufrecht zu erhalten.

Den Verbrechern geht es fast immer

um hohe Lösegeldforderungen,

die in Kryptowährung beglichen

werden müssen. Und die Opfer zahlen,

denn sie haben meist keine andere

Wahl. Wenn Produktions- oder

Geschäftsbetrieb lahmgelegt sind,

wird für die betroffenen Betriebe

daraus schnell eine Überlebensfrage.

Zehn Prozent aller deutschen

Zur Person

Sebastian Artz

vom Verband Bitkom

vertrat dieses Jahr

als Sachverständiger

die Perspektive der

Wirtschaft in der öffentlichen

Anhörung

zum IT-Sicherheitsgesetz

2.0 im Ausschuss

des Deutschen

Bundestags.

Firmen fürchten laut Verbandsumfrage

wegen der Online-Attacken inzwischen

um ihre Existenz.

Angriffsflächen vergrößern sich

„Mit voranschreitender Digitalisierung

als solcher vergrößern sich

auch die Angriffsflächen“, resümiert

Sebastian Artz, Bereichsleiter Cyber-

& Informationssicherheit beim

Verband Bitkom. Die Corona-Pandemie,

bei der viele Belegschaften

ins Home-Office migrierten, verursachte

noch einmal einen besonderen

Schub, da sich damit ein weiteres

Öffnungstor für Kriminelle erschloss.

„Die organisierte Kriminalität

hat parallel stark zugenommen,

weil heutzutage Cyberangriffe ohne


unternehmen [!] VERANTWORTEN 23

Foto: © Gorodenkoff/shutterstock.com

Vieler Firmen schulen ihre Mitarbeiter: Sie sind die größte Schwachstelle

– vor allem bei echt anmutenden Phishing-Mails.

FOTO: © GORODENKOFF/SHUTTERSTOCK.COM

Pro Tag

entstehen

300 000 neue

Varianten von

Schadcodes.

Sebastian Artz

Bitkom-Experte

große IT-Kenntnisse von Kriminellen

gefahren werden können

und man Unternehmen damit so

gut erpressen kann“, sagt Artz.

„Und das zwar nicht nur mit der

Verschlüsselung von Daten,

sondern auch mit dem Diebstahl

sensibler Daten und der Drohung

der Veröffentlichung.“

Laut Bitkom-Experten ist das

meistgenutzte Instrument der

Cyber-Gangster die Phishing-Mail,

entweder als Massenversendung

oder individuell

zugeschnitten auf eine bestimmte

Person. Die Schadsoftware

wird meist beim Öffnen von Anhängen

solcher Mails auf das

Endgerät gespielt und kann sich

dann auf das gesamte Unternehmensnetzwerk

verbreiten, wenn

keine oder nicht ausreichende

interne Schutzwälle eingezogen

wurden. Softwareschwachstellen,

etwa wenn Updates nicht

aktualisiert werden, bieten weitere

Möglichkeiten für virtuelle

Eindringlinge.

Schadsoftware per Mail

Auch wenn die Zentralstelle zur

Bekämpfung der Internetkriminalität

(ZIT) in Frankfurt in Zusammenarbeit

mit den Strafverfolgungsbehörden

der Niederlande,

der Ukraine, Litauens,

Frankreichs, Großbritanniens,

Kanadas und den USA die Infrastruktur

der weltweit als am ge-

Sicherheitsbeauftragte/r

Erstschulung

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24

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Erste Hilfe im Notfall

Neben den grundsätzlichen

klassischen Vorsichtsmaßnahmen

wie stets aktualisierte

Firewalls und Softwareupdates

sollten sich die Verantwortlichen

in den Unternehmen

grundsätzlich darüber Klarheit

verschaffen, welche Bereiche,

Daten und Informationen überhaupt

geschützt werden sollten

Ist ein Unternehmen Opfer eines Cyber-Angriffs geworden, ist meist Hilfe von Experten nötig.

FOTO: © DOTSHOCK/SHUTTERSTOCK.COM

Zur Person

Michael Lück Der Kölner

ist seit über 20 Jahren als

Berater für Strategie- und

Personalentwicklung tätig.

Ungewöhnlich ist sein Konzept

„Lichtlos“, mit dem er

Workshops in völliger Dunkelheit

durchführt.

fährlichsten geltenden Schadsoftware

„Emotet“ übernehmen

und zerschlagen konnte, sind

solche Erfolge eher die Ausnahme.

Oberstaatsanwalt Benjamin

Krause, Pressesprecher der ZIT,

bestätigt, dass immer mal wieder

Täter gefasst werden, vor allem

wenn sie aus Deutschland

heraus agieren.

International vernetzt

Durch die internationale Vernetzung

der Kriminellen gelinge

ihre Identifizierung aber nur

selten. „Pro Tag“, ergänzt Artz,

„entstehen 300 000 neue Schadcode-Varianten,

die im Internet

dazu kommen, pausenlos werden

Angriffe auf Infrastrukturen

gefahren.“

Unternehmen

verheimlichen

Cyberattacken,

weil sie um ihr

Ansehen fürchten.

Jens Fröhner

IHK Digital

Von Cyberangriffen betroffene

kleine und mittlere Unternehmen

können sich in einem

ersten Schritt an die Cyberwehr

Baden-Württemberg,

ein Projekt der Digitalisierungsstrategie

des Landes,

wenden. Die Experten dort

leisten bislang ausschließlich

am Telefon kostenlos und vertraulich

erste Hilfe und schalten

zur Vorfalldiagnose weitere

IT-Fachleute dazu, die Sofortmaßnahmen

empfehlen

können. Stellt sich heraus,

dass weitere Maßnahmen

oder ein Einsatz vor Ort erforderlich

sind, werden Experten

zu vorab festgelegten Preisen

vermittelt. Sobald der Schaden

eingetreten beziehungsweise

erkannt ist, raten die

Experten der Cyberwehr dazu,

sofort auffällige Bildschirminhalten

zu fotografieren und

Snapshots von virtuellen Infrastrukturen

zu erstellen.

Notfall-Rufnummer:

0800-CYBERWEHR oder

0800/29 23 79 347.

Daher gilt Prävention als der

einzig wirksame Schutz. Aber

die Aufmerksamkeit für diese

Problematik ist noch nicht so

verbreitet wie es ihrer Bedeutung

entspricht. Das betont Jens

Fröhner, der federführend bei

den baden-württembergischen

IHK für das Thema Digitalisierung

zuständig ist: „Die Geschäftsführungen

müssen dafür

noch mehr sensibilisiert werden.

Brandschutzübungen beispielsweise

sind an der Tagesordnung,

aber Simulationen, um

mit Cyberangriffen umzugehen,

finden kaum statt.“ Zudem verheimlichten

viele Betriebe, dass

sie Opfer einer Cyberattacke geworden

sind, weil sie befürchten

ihr Ansehen zu verlieren.

und wo entsprechend die

Schwachstellen liegen können

rät Steven Arzt, Leiter der Abteilung

Secure Software Engineering,

Fraunhofer Institut für

Sichere Informationstechnologie

SIT in Darmstadt.

Schwachstellen identifizieren

Und Markus Grau von Purestorage

ergänzt, dass das frühe Erkennen

einer möglichen Attacke

wichtig sei. „Da auch im Mittelstand

die IT-Umgebungen und

Datenvolumen immens gewachsen

sind, können IT-Teams und

deren Experten alleine dies

nicht leisten. Der Einsatz künstlicher

Intelligenz entlastet die

IT-Teams und erweitert deren

Möglichkeiten deutlich, Angriffe

schnell zu erkennen und rasch

zu handeln.“

Die meisten Fachleute im Cyberbereich

mahnen aber auch,

den „menschlichen Faktor“

nicht außer Acht zu lassen. So

auch der Kölner Strategieberater

im Bereich IT-Security Michael

Lück. Als Kooperationspartner

der Cyber Alliance des

Bundesamtes für Sicherheit in

der Informationstechnik führt

der Trainer und Coach regelmä-


unternehmen [!] VERANTWORTEN 25

FOTO: © FIRMENFOTO

Um Unregelmäßigkeiten an besonderen Tagen wie Hausmessen oder an Wochenenden zu erkennen,

braucht es nicht nur Technik, sondern auch Fachkräfte.

ßig Workshops und Schulungen

durch, um Mitarbeiter in den

Unternehmen zu sensibilisieren.

„Bei der Unmenge an Daten,

die täglich über den Bildschirm

flimmern, ist das Gespür,

das Bauchgefühl oder die Intuition

entscheidend“, sagt er und

ergänzt: „Das Empfinden ‚Achtung,

hier könnte etwas nicht

stimmen‘ ist von besonderer Bedeutung.“

Denn Menschen, die

schon seit Jahren im Unternehmen

arbeiten und ganz genau

wissen, wie die Datennetze an

besonderen Tagen wie etwa

Messen, Betriebsurlaub, Feiertage,

Wochenende oder bei bestimmten

Prozessen wie Wartungsarbeiten

oder dem Anfahren

neuer Produktionsstraßen

reagieren. „Sie haben oft ein gutes

Gespür für Anomalien.“

Unbekannte Anomalien gelten

als Gefahren-Indikatoren. Es

sei eine wichtige Führungsaufgabe,

dieses Gespür ernst zu

nehmen, die Kollegen und Kolleginnen

dafür zu sensibilisieren

und das Bewusstsein zu

schärfen.

Ganz wichtig, so Lück: Der

Bereich Cybersicherheit muss

direkt bei der Geschäftsführung

angesiedelt sein, am besten mit

einer eigenen Abteilung oder einem

speziellen Team. [!]


Wilfried Urbe

www.swu.de


26

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Gingen geht

eigene Wege

Gewerbegebiet Nach dem Aus

für den Gewerbepark Lautertal

und dem Stillstand beim geplanten

gemeinsamen Gewerbegebiet

mit Süßen will Gingen nun

parallel dazu eigene Flächen im

Gebiet „Unter der Steingrube“

prüfen. In der Gemeinde bestehe

eine sehr große Nachfrage

nach Gewerbeflächen, teilt Bürgermeister

Marius Hick mit.

Deshalb wurden als weitere Entwicklungsflächen

vom Gemeindeverwaltungsverband

Mittlere

Fils-Lautertal der Gewerbepark

Lautertal auf der Gemarkung

Donzdorf und das interkommunale

Gewerbegebiet „Auen“ auf

den Gemarkungen Süßen und

Gingen ausgewiesen.

Kooperation mit

Siemens

Teamviewer Der Göppinger

Software-Anbieter Teamviewer

ist eine Partnerschaft mit Siemens

Healthineers eingegangen.

Der sogenannten Remote-Scanning-Service

sei ein wichtiger

Schritt bei der Bekämpfung des

Fachkräftemangels im medizinisch-technischen

Bereich.

Wescan, wie der neue Service

heißt, versetze Gesundheitsversorger

in die Lage, auch bei

Mangel an medizinisch-technischem

Personal weiterhin Untersuchungen

mittels Magnet re

sonanztomographie (MRT)

durchführen zu können. Derweil

hat das Wachstum bei

Teamviewer einen Dämpfer erhalten.

Im zweiten Quartal verdiente

das Unternehmen wegen

deutlich gestiegener Kosten nur

noch halb so viel wie ein Jahr

zuvor. Der Nettogewinn lag zwischen

April und Ende Juni bei

14,7 Millionen Euro.

Der Tower One entsteht in Frankfurt/Main.

Gutes Raumklima aus Eislingen

191 Meter hoch ist der 55-geschossige Hotel- und

Büroturm „Tower One“ in Frankfurt hoch. Ausgestattet

ist er mit Technologie aus Eislingen. Im Rahmen

einer strategischen Partnerschaft bietet die Elektround

Gebäudetchnikfirma Salvia gemeinsam mit der

Stuttgarter M-WAY Solutions GmbH eine App-Lösung

für digitales Gebäudemanagement an. der auf

die Telefone geladenen „LuCas“-App werden Nutzer

lers Boehringer wurde kernsaniert

und bietet nun unterschiedlichen

Einrichtungen des

Handwerks Platz. Künftig sind

die Kreishandwerkerschaft Göppingen,

die Kfz-Innung Göppingen,

eine neue Außenstelle der

Handwerkskammer Region

Stuttgart, die Innungskrankenkasse

IKK classic mit ihrem Kundencenter

und die private Handwerksversicherung

Signal Iduna

in dem Bürogebäude zu finden.

nehmen will mit dieser Technik

weitere Getränke aus Wiesenobst

herstellen. Auf der neuen

Anlage werden Trauben- und

Apfelweine nach Bio-Standard

produziert, jeweils verfeinert

mit Blüten und Gewürzen

Brotbier aus

Gruibingen

Foto: Marcus Fehse/Isidoo GmbH/CA IMMO

in Räumen erkannt und diese stellen sich individuell

selbst auf die jeweilige Person ein. Darüber hinaus

kann etwa mit Sensoren auch der CO 2

-Gehalt im

Raum gemessen und die Belüftung entsprechend

angepasst werden. Möglich ist das durch das von

M-Way entwickelte Kommunikationsverfahren der

einzelnen Komponenten. Mit einem Präsenzmelder

soll zudem die Flächennutzung optimiert werden.

Brot als Bier bezeichnet werden

darf, ist der Bierverordnung zu

verdanken. Sie sieht eine Ausnahmegenehmigung

für „besondere

Biere“ vor. Der Brotanteil

beträgt den Angaben zufolge

mindestens 30 Prozent.

Andere Pläne

fürs „Agnes“

Platz fürs

Handwerk

Eröffnung Nach zwei Jahren

Umbauzeit ist das Haus des

Handwerks in der Stuttgarter

Straße in Göppingen feierlich eröffnet

worden. Das ehe ma lige

Gebäude des Maschinenherstel-

Alkoholfrei dank

Vakuum

Getränke Die Schlater Manufaktur

Jörg Geiger hat eine Entalkoholisierungsanlage

in Betrieb

genommen. Sie arbeitet auf

Basis der besonders schonenden

Vakuummethode. Das Unter-

Braukunst Die Gruibinger

Lamm-Brauerei Hilsenbeck hat

ein Verfahren entwickelt, mit

dem sie aus Brot Bier braut. Die

Braumeister Hans-Dieter und

Christoph Hilsenbeck möchten

damit das Bewusstsein für

Nachhaltigkeit fördern. Ein Patentierungsverfahren

läuft, während

das Getränk selbst bereits

auf dem Markt ist. Dass das Gebräu

trotz der Verwendung von

Handel Die Investoren des

„Agnes“ haben ihre Pläne geändert.

Statt eines reinen Einkaufszentrum

soll nun in der Göppinger

Bleichstraße ein „multifunktionales

Stadtquartier“ entstehen,

das im Frühjahr 2022

eröffnet wird. Neben einer Kita

zieht auch ein Fitnessstudio ein.

Bisher sind gut 50 Prozent der

18 000 Quadratmeter reinen

Verkaufsfläche vermietet. [!]


DER JÄGERSBERG

Oberstdorf

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Auf 895 Metern erwartet Sie in herrlicher

Alleinlage – mitten in der Natur – ein Kleinod

für einen außergewöhnlichen Urlaub. An einem

Südhang mit freiem Bergblick gelegen,

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Urlaub nur wünschen kann. In traditioneller

und hochwertiger Holzbauweise präsentiert

sich das Chalet gleichzeitig als heimeliges

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Die 4 Wohnungen sind 100 – 150 m² groß

und bieten jeweils Raum für zwei bis sechs

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sorgen am Jägersberg in jeder der 4 Wohnungen

für luxuriöse Gemütlichkeit. Das

Highlight ist jedoch unbestreitbar der traumhafte

Bergblick. Die großen Fensterfronten

gewähren freie Sicht auf den Hauptkamm

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Auf Intensivstationen ist Zeit ein kostbares Gut. Die Firma TZM hat eine Sprache für die Maschinen verschiedener Hersteller entwickelt.

FOTO: © BEERKOFF/SHUTTERSTOCK.COM

Stille Helfer für Frühchen

Medizintechnik Die TZM GmbH macht mit ihrem Gerät UMG den Alltag auf Intensivstationen

leichter und leiser. Zudem bauen die Göppinger mit an einer Infrastruktur, damit

Patienten dank Künstlicher Intelligenz besser versorgt werden können.

Zeit auf Intensivstationen

sollte für die Behandlung

der Patienten zur Verfügung

stehen und nicht beim Abschreiben

von medizinischen Werten

verschwendet werden – das war

eines der Motive des Göppinger

Software-Unternehmens TZM bei

der Entwicklung des „Universal Medical

Gateway“, kurz „UMG“. Das

erste eigene Medizingerät der Göppinger

„übersetzt“ die Protokolle

verschiedener medizinischer Maschinen

unterschiedlicher Hersteller

in eine „Sprache“.

Bislang „verstehen“ sich die Geräte

oft nicht untereinander, wenn

sie von verschiedenen Herstellern

stammen, erklärt Professor Rainer

Würslin, Emeritus der Hochschule

Esslingen am Campus Göppingen

sowie TZM-Gesellschafter. Bis heute

müssen daher kostenintensive

Umprogrammierungen und Neuzulassungen

vorgenommen werden,

oder eben Werte vom Personal per

Hand abgeschrieben werden. Der

„Übersetzer“ muss dagegen einfach

nur angesteckt werden.

Und er hat einen weiteren Vorteil,

weswegen TZM schon mehr als

100 Geräte an Frühchenstationen in

der Schweiz geliefert hat. Der Hintergrund:

Studien haben ergeben,

dass durch beständiges Piepsen diverser

Geräte Hörschäden bei den

kleinen Patienten entstanden waren.

Durch das TZM-Produkt können die

Alarmsignale nun nach außerhalb

des Hörbereichs der Babys geleitet

werden. Denn das Gerät darf auch

Alarmsignale übertragen. Für die

Zulassung von UMG als Medizingerät

mussten 150 verschiedene Doku-

Zur Person

Rainer Würslin ist

seit 2017 Gesellschafter

der TZM

GmbH. Zuvor hatte

er mehr als 23 Jahre

als Professor für

Elektrotechnik und

Elektronik an der

Hochschule Esslingen

gearbeitet.

mente eingereicht werden, die Firma

sei intensiv geprüft, regelrecht

zerlegt worden, erklärt Würslin. Die

Zulassungsvoraussetzungen bei Medizingeräten

sind umfangreich.

Auch eine permanente (24/7)-Erreichbarkeit

beim Hersteller muss

beispielsweise gewährleistet sein.

Bereits seit 20 Jahren entwickelt

TZM für Geräte der Firma Philips

Treiber. Um diese Prozesse zu verkürzen

und mehrere Hersteller ansprechen

zu können, entwickelte

TZM Software und mit UMG nicht

nur sein erstes Medizingerät, sondern

auch das derzeit einzige derartige

herstellerunabhängige Produkt

auf dem Markt.

Gerade über die verschiedenen

Hersteller kommt TZM mit UMG

nun auch in die Kliniken. Denn diese

wollen ihre Produkte dort verkau-


unternehmen [!] MACHEN 29

Vier Gesellschafter, 40 Beschäftigte

fen, auch wenn bereits Geräte

anderer Hersteller vorhanden

sind.

Hohe Entwicklungskosten

Bei TZM sind Überzeugungstäter

am Werk. Denn die Entwicklung

in den Jahren 2010 bis 2014

verschlang hohe Summen. Wie

sehr die Entwickler von ihrem

Produkt überzeugt sind und

wieviel Herzblut darin steckt,

wird nicht zuletzt am Umstand

deutlich, dass TZM keine

Fremdschulden hat und zwei

Millionen aus eigenen Mitteln

investiert wurden. Für Zertifizierungsverfahren,

den Aufbau

eines Vertriebs und bis UMG

auf dem Markt war, vergingen

Jahre, die das 40-Mann-Unternehmen

beinahe an seine Belastungsgrenze

brachten, sagt

Würslin beispielsweise mit

Blick auf die EU-Verordnung

über Medizinprodukte. Diese

habe bereits mehrere kleine Entwicklungsfir-

men zur Aufgabe

gebracht.

Herausfordernd

ist auch

Bei Ersparnis

von ein bis zwei

Arbeitsstunden pro

Tag rechnet sich das

schnell.

der Vertrieb.

Denn, es müssen

sowohl

Ärzte, „ITler“

als auch Einkäufer

über-

TZM-Gesellschafter

Rainer Würslin

zeugt werden.

Zuhilfe kommen die Zahlen.

Eine UMG-Anbindung koste

zwischen 1000 und 2000 Euro,

Leasing im Monat rund 50 Euro,

es gebe verschiedenste individuelle

Preismodelle. Bedenke

man aber die Ersparnis von ein

bis zwei Arbeitsstunden pro

Tag, rechne sich eine solche Anschaffung

schnell, erläutert

Würslin. Nicht nur in finanzieller

Hinsicht, sondern auch unter

dem Gesichtspunkt der Arbeitsplatzattraktivität.

Zum Vergleich:

ein Beatmungsgerät koste

rund 50 000 Euro, sagt der

TZM-Gesellschafter.

Auch die Folgen der Corona-Pandemie

belasten das Geschäft

des Göppinger Unternehmens.

Nun bieten sich aber gerade

hier neue Einsatzmöglichkeiten.

Inzwischen sei klar,

welche unterschiedlichen Gesundheitsdaten

von Patienten

zur Beurteilung von deren Prognose

relevant seien, erzählt

Würslin. Damit könne UMG helfen,

Fortschritte bei der Therapie

zu erzielen.

TZM arbeitet auch an einem

größeren System mit, das von einem

Forschungskonsortium

entwickelt wird. Diesem gehören

fünf Unikliniken in Deutschland

an. Darunter ist die Charité

in Berlin, an der derzeit ein Pilotprojekt

mit einem Anwendungsfall

auf einer Demo-Intensivstation

läuft: Es geht darum,

Patienten bereits auf Intensivstationen

zu mobilisieren, und

damit die Reha zu verkürzen.

Dazu kann beitragen, dass Daten

von bis zu zwölf medizinischen

Geräten nun auf einem

Zielsystem zusammengeführt

werden. Das Coronathema ist

ein weiterer Anwendungsfall innerhalb

des Forschungsvorhabens

„AIQNET“, an dem 16 Unternehmen

beteiligt sind. Ziel ist

eine eigene europäische

Cloudplattform

für den

Austausch klinischer

Daten.

Würslin

sieht gute

Wachstumsperspektiven

für TZM, auch

weil er davon

ausgeht, dass die Kliniken künftig

Künstliche Intelligenz (KI)

intensiver nutzen werden. Je

mehr Kliniken auf diese Weise

Daten zur Verfügung stellten,

umso mehr Anwendungsfälle

und damit Erkenntnisse könnten

für medizinischen Fortschritt

und die Behandlung der

Patienten genutzt werden.

Würslin: „KI lebt von der Anzahl

der Daten“.

Im Jahr 2020 ist das Unternehmen

in das bisherige Team-

Viewer-Gebäude umgezogen.

Das sei nicht nur eine räumliche

Veränderung, sondern auch ein

Bekenntnis zum Standort: TZM

bleibe „voll und ganz in Göppingen“,

betont Rainer Würslin.

Geleitet wird der Medizintechnik-IT-Spezialist

von Geschäftsführer

Markus Uttikal, der seit

einem Vierteljahrhundert für

TZM arbeitet. [!] Axel Raisch

Geschäftsführer Markus Uttikal mit dem „Übersetzer“.

Die TZM GmbH ist

aus einem 1991 gegründeten

Steinbeis-Transferzentrum

hervorgegangen,

das Anwendungen

für

Medizintechnik,

EINFACH

MegaCAD-Zentrum

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Autoindustrie und

Maschinenbau entwickelte.

Gründer

waren vier Professoren

des Campus

Göppingen. Heute

ist TZM eine GmbH

mit vier Gesellschaftern,

20 Prozent

entfallen auf

Steinbeis. 2020 erwirtschaftete

TZM

mit mit 40 Mitarbeitern

einen Umsatz

von circa 4

Millionen Euro.

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FOTO: GIACINTO CARLUCCI


spezial

30

SPEZIAL unternehmen [!]

Standort

im Porträt

Gestärkt

aus der

Krise

Stadtentwicklung Eislingen muss sich in

direkter Nachbarschaft zur großen

Kreisstadt Göppingen behaupten. Trotz der

Konkurrenz verfügt die Stadt im FIlstal über

einen breiten Branchenmix und geht mit

gestiegenen Steuereinnahmen aus der

Corona-Krise.

Eislingen

www.swp-unternehmen.de

Eislingen hat eine Tradition

als Industriestadt. In

den letzten Jahren siedelten

sich in der Großen

Kreisstadt auch vermehrt Unternehmen

der Elektronik- und

IT-Branche an. Um in Konkurrenz

zur Nachbarstadt Göppingen

auch als Einzelhandelsstandort

mit lebendiger Innenstadt bestehen

zu können und attraktiv

zu bleiben, unternimmt die

22 000-Einwohner-Kommune

seit einigen Jahren große Anstrengungen.

Wir haben in die

Verbesserung

der Infrastruktur

sehr viel

investiert.

Klaus Heininger

Oberbürgermeister

Wir sprachen mit Oberbürgermeister

Klaus Heininger über

die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts

Eislingen im

Fils tal.

Beginnen wir mit den harten Fakten

und Zahlen: Wie sieht es in

Eislingen aus mit Unternehmen

und Beschäftigten?

Eislingen hat in den letzten Jahren

eine sehr dynamische Entwicklung

genommen, sowohl

hinsichtlich der Einwohnerzahl

als auch bei den sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten.

Statt eines großen Global Players

haben wir eine breit gefächerte

und vielfältige Gewerbestruktur.

Das macht uns robust und krisenfest,

da wir bei der Gewerbesteuer

nicht von einer Branche

und einem Betrieb abhängig

sind.

Mit der Corona-Pandemie haben

wir einen großen Krisentest hinter

uns. Wie geht Eislingen aus dieser

Zeit hervor?

Während in vielen Kommunen

die Gewerbesteuereinnahmen

eingebrochen sind, sind sie in

Eislingen sogar gestiegen.

Wie sieht der Gewerbemix, der für

diese beeindruckenden Zahlen

sorgt, aus?

Das Besondere ist, dass wir nach

wie vor etliche Zulieferbetriebe

der Automobilindustrie und Firmen

im Maschinenbau haben,

also aus den klassischen Branchen

des Filstals. Gleichzeitig haben

wir leistungsstarke Traditionsbetriebe

wie Zeller + Gmelin,

Hinterkopf, Benecke Kaliko/

Continental, Herrlinger, EMAG,

und Stahlbau Nägele um nur einige

zu nennen. Hinzu kamen in


unternehmen [!] SPEZIAL 31

MERK DEN

UNTERSCHIED!

FOTO: STADT EISLINGEN

Ein kleiner Einblick in unsere Leistungen:

• Gestaltung von Wänden und Decken mit

verschiedenen Materialien: Tapeten, Stoffe, Putze...

• Spritzlackieren von Möbeln, Türen, Gittern...

in unserer Lackierwerkstatt

• Verlegen von hochwertigen Design- und

Kautschukbelägen, Teppichböden...

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Der parteilose Oberbürgermeister Klaus Heininger freut sich über

die Entwicklung seiner Kommune. Ein funktionierendes Stadtmarketing

hat bislang auch den Einzelhandel in der Stadt gehalten.

den letzten zehn Jahren viele

kleine und mittelständische Betriebe

des Elektronik- und Digitalsektors,

wie Pusch Data, Prinzing

Elektrotechnik und Salvia

Gebäudetechnik.

Das heißt, die Stadt Eislingen ist

auch hinsichtlich Digitalisierung

gut aufgestellt?

Über 95 Prozent der Gewerbebetriebe

können heute bereits mit

1000Mbit/s versorgt werden. Die

wenigen, die noch fehlen, werden

derzeit angeschlossen.

Neben der Infrastruktur 2.0 sind

natürlich auch Straßen wichtig,

gerade wenn auch klassische Industriebetriebe

den Gewerbemix

bereichern …

Und genau deshalb haben wir

auch in die Verbesserung dieser

Infrastruktur in den vergangenen

Jahren sehr viel investiert. Für

unsere Gewerbebetriebe waren

der Ausbau der Schloßstraße sowie

der Neubau der Osttangente

sehr wichtig. Damit konnte

dem Wunsch der Betriebe Rechnung

getragen werden, eine

schnelle und zuverlässige Anbindung

an das überörtliche Straßennetz

zu schaffen.

Zur Attraktivität eines Gewerbestandortes

gehören inzwischen

auch sogenannte weichen Faktoren.

Erfolgreiche Betriebe, die gleichzeitig

interessante Arbeitgeber

sind, brauchen auch ein attraktives

Stadtumfeld. Nicht nur deshalb

werden derzeit viele städtebauliche

Projekte umgesetzt und

die Stadt zukunftsfähig gemacht.

Dazu zählt ein großer Umbau der

Innenstadt mit der Schaffung einer

erlebbaren Stadtmitte, die

eine neue Aufenthaltsqualität

bietet. Unseren Bahnhof haben

wir zum Mobilitätspunkt ausgebaut,

um dem veränderten Mobilitätsverhalten

Rechnung zu

tragen.

Es ist uns auch wichtig, Eislingen

als Einzelhandelsstandort zu

stärken und eine qualitätsvolle

Kinderbetreuung zu sichern.

Thema Einzelhandelsstandort:

Auf diesem Feld kämpfen derzeit

viele Kommunen. Ihre Nähe zu

Göppingen dürfte das nicht gerade

erleichtern?

Durch die Nähe zum Mittelzentrum

Göppingen liegt das Augenmerk

für unsere Stadt auf dem

Erhalt der vorhandenen Laden-

Die Experten

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Druckfarben und Chemie

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32

SPEZIAL unternehmen [!]

So geht Stadtmarketing in Eislingen

Einkaufsmöglichkeiten in der Eislinger Innenstadt

FOTOS: GIACINTO CARLUCCI

Im Rahmen eines ge mein schaft li chen Pro jekts des Ver bands Re gi on

Stutt gart entstand am Eislinger Bahnhof ein Mobilitätspunkt.

strukturen und der Dienstleistungsangebote.

Mit der Verbesserung

der Rahmenbedingungen

soll den überwiegend inhabergeführten

Betrieben eine sichere

Zukunft ermöglicht werden.

Denn auch der Dienstleistungssektor

und der Handel stellen einen

nicht unerheblichen Teil unserer

Arbeitsplätze. Für unsere

Stadt ist es deshalb wichtig, auch

den Dienstleistern und dem Einzelhandel

große Aufmerksamkeit

zu schenken.

Angesichts des in Nachbarschaft

zu Göppingen erstaunlichen Handelsanteils

scheinen Sie vieles

richtig zu machen. Verraten Sie

uns wie das geht?

In den vergangenen Jahren wurde

das Stadtmarketing in Zusammenarbeit

mit den Eislinger

Selbständigen zu einem zentralen

Marketinginstrument ausgebaut.

Zusammen haben wir seither

einiges auf die Beine gestellt

und umgesetzt. Gemeinsam abgestimmte

Werbeaktionen, Verkaufsoffene

Sonntage, Eventveranstaltungen,

die tausende Menschen

in die Stadt locken und

städtebauliche Maßnahmen, die

die Aufenthaltsqualität in der

Stadt erhöhen, tragen bereits

Früchte.

Die Nähe zur Kreisstadt ist die eine

Herausforderung, Corona war

für den Einzelhandel bundesweit

ein Nackenschlag. Wie hat man in

Eislingen darauf reagiert?

Wir haben parallel zu den Bundes-

und Landesprogrammen

kommunale Coronahilfen aufgelegt

und unsere Läden, Gastronomen

und Dienstleister beispielsweise

mit Gutscheinen, Ersatzveranstaltungen

zum Weihnachtsmarkt

sowie

Unterstützung

des Einzelhandels

mit Punktesammelaktion

und

Vereinsförderung

Diverse Werbeaktionen

für lokales

Einkaufen und

Nutzung von Click

& Collect

Begleitung der

verkaufsoffenen

Sonntage und Aktionswochen

mit

verschiedenen Aktionen

wie Straßenmalen

oder

Schaufensterwettbewerb

Gemeinsame Aktionen

zum lokalen

Einkaufen in der

Adventszeit, etwa

Aufmerksamkeit erzeugenden

Schaufensteraktionen unterstützt.

Das hört sich gut an. Ist Eislingen

eine Insel der Seligen oder gibt es

auch ungelöste Probleme?

Die Große Kreisstadt Eislingen

hat mit 1641 Hektar nur eine sehr

kleine Gemarkung. Die zukünftige

gewerbliche Entwicklung

wird sich daher auf die Bestandspflege

und Revitalisierung von

Adventskalender,

Auftritte auf dem

Weihnachtsmarkt,

Eislinger Weihnachtszauber

Allgemeine Unterstützung

bei der

Entwicklung von

Ideen und der Findung

von Schwerpunktthemen

Beschilderung der

Ortseingänge und

Gewerbegebiete

Verbesserung des

Geschäftsumfeldes

und der Aufenthaltsqualität

in der Innenstadt

durch Aufwertung

des öffentlichen

Raums, insbesondere

die Aktionen

100 Bänke für

Eislingen“ und

Kampagne für

mehr Sauberkeit

Leerstandsmanagement,

Beratung

und Ansprechpartner

für Gründer

Teilnahme an

Messen, Mitwirkung

an Aktionen

des Landkreises

und der ESA

Belebung der Innenstadt

durch

Events, insbesondere

den Filstalrock

Erreichung des

Titel „Fairtrade

Town“

Gewerbebrachen konzentrieren

müssen. Besonders deutlich wird

unsere räumliche Begrenztheit

anhand eines Vergleichs: Unsere

Fläche ist nur doppelt so groß

wie die der Gemeinde Börtlingen

mit gerade einmal 1700 Einwohnern.

Zukünftige Ansiedlungen

werden sich demnach auf die

wenigen noch freien Baulücken

und mögliche Umnutzungsflächen

konzentrieren müssen. [!]


Axel Raisch


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RESSORT 33

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34

SPEZIAL unternehmen [!]

Zahlen, Daten

& Fakten

Stadtentwicklung Der Gewerbestandort Eislingen verfügt über eine stabile

Wirrtschaftsstruktur. Das zeigt sich auch an der Zusammensetzung des

Gewerbesteueraufkommens: Von rund 500 Betrieben steuern elf Betriebe die Hälfte bei.

Sechs von zehn Beschäftigten arbeiten im produzierenden Gewerbe.

Einwohner (in Tausend)

21,9

19,7

20

15

10

5

Sozialversicherungspflichtig

Beschäftigte

5545

1.100

4.440

Einpendler

in die Gemeinde

2000 2021

SWP GRAFIK QUELLE: SWP, DPA

1.850

7.400

7059

Produzierendes Gewrbe

Dienstleistungssektor

SWP GRAFIK QUELLE: SWP, DPA

Handel

Auspendler

in die Gemeinde

FOTO: STADT EISLINGEN / GRAFIK: MAX MESCHKOWSKI, ALEN PAHIC


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unternehmen [!] RESSORT 35

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Jahren den gesellschaftlichen Diskurs auf

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36

MACHEN unternehmen [!]

Ein Netz für alle Fälle

Sicherheit Edim Heinzlers Mitarbeiter sind Kletterkünstler. In luftiger Höhe montieren sie

Schutzkonstruktionen. Damit stellen sie sicher, dass in Bahnhöfen Züge rollen, in Stadien

Fußball gespielt werden darf und verwirklichen ganz nebenbei die Vision ihres Chefs.

FOTO: © FIRMENFOTO

München im März 2015.

Orkan Niklas fegt

über Bayern. Über

400 000 Menschen

betreten und verlassen jeden

Tag die denkmalgeschützten

Hallen des Hauptbahnhofs

München. Plötzlich löst sich

durch den starken Wind eine

der Tausenden von Scheiben

aus dem Dach und fällt aus rund

20 Metern Höhe in die Tiefe.

Verletzt wird niemand. Zum

Glück. Doch jetzt müssen

schnellstmöglich Schutzmaßnahmen

her. Netze sollen gespannt

werden, die im Notfall

weitere Scheiben auffangen.

Doch der Bahnhofsbetrieb

darf deswegen nicht stillstehen.

Verschiedene Unternehmen

werden angefragt, keine traute

sich das schwierige Unterfangen

zu. Eins war nämlich klar: Auch

die Montage der Netze an einem

maroden Dach würde schwierig

werden. Am Ende blieb Heinzler

Netzmontagen GmbH aus

Weingarten übrig. Und das Vorzeige-Projekt

begann.

Schwindelfrei sollten die Mitarbeiter von Edim

Heinzler sein. Die Netze hängen meist in großen

Höhen wie hier in der BayArena in Leverkusen.

Der größte deutsche Netzer

Wer Visionen hat, der sollte zum

Arzt gehen – so soll es der verstorbene

Altkanzler Helmut

Schmidt einst gesagt haben.

Edim Heinzler hatte auch eine

Vision, aber keine, die krankhaft

gewesen wäre. Im Gegenteil. Sie

hat ihn angetrieben und erfolgreich

gemacht. Sein Ziel: Der

größte Netzer Deutschlands zu

sein. „Ich habe schnell gemerkt,

dass das ein junger und dynamischer

Markt ist, in dem man sehr

viel verändern kann“, sagt der

gebürtige Ravensburger. Mittlerweile

ist aus einer kleinen

Provinz-Firma ein Unternehmen

geworden, das ganz oben

mitspielt. Im wahrsten Sinne des

Wortes.

Münchner Hauptbahnhof,


auswirken können. „Wenn man

mal jemandem aus der Patsche

geholfen hat, vergisst der Kunde

das nicht so schnell“, sagt

Heinzler. Seine Firma führt er

gemeinsam mit Ibrahim Mansur

– und sollte es notwendig sein,

übernimmt dieser auch persönlich

die Montage. Geschäftsführer

hin oder her.

Die Netze des Unternehmens

kommen überall da zum Einsatz,

wo Bauten abgesichert werden

müssen. Das kann Einfamilienhäuser

genauso betreffen wie

Autobahn-Brücken. „Uns geht

es dann gut, wenn die Wirtschaft

in Deutschland funktioniert.

Wir müssen hoffen, dass

gebaut und saniert wird“, sagt

Heinzler. Dann habe sein Unternehmen

viele Aufträge. Die Netze

werden vermietet, in Ausnahmefällen

auch verkauft.

Das Ausgangsmaterial ist im

Großen und Ganzen für alle

Netzmontage-Firmen das gleiche.

Es gibt EU-Normen, die genau

festlegen wie Herstellung

und Montage solcher Polypropylen-Netze

zu sein haben. Wer

sich auf dem Markt durchsetzen

will, muss daher mit Schnelligkeit,

Vertrieb oder Logistik

punkten. Heinzler setzt auf sein

„bundesweites Kompetenzteam“.

So sitzen etwa in Frankfurt,

Hamburg oder München

Mitarbeiter, die schnell vor Ort

sind. Hinzukommen deutschlandweit

Lager, in denen die

Netze aufbewahrt werden.

Ein weiteres Versprechen: Innerhalb

von 48 Stunden liegt das

Angebot beim Kunden. Die flachen

Hierarchien tragen außerunternehmen

[!] MACHEN 37

Wenn man ihm

aus der Patsche

geholfen hat,

vergisst der Kunde

das nicht schnell.

Edim Heinzler

Geschäftsführer

Therme Erding, Fußball-Stadien

– die Heinzler Netzmontagen

GmbH hatte sie alle. Genauer ist

damit gemeint, dass Edim

Heinzler und sein Team diese

großen Gebäude mit Sicherheitsnetzen

und Schutzkonstruktionen

ausgestattet haben.

In der BayArena des Fußballvereins

Bayer 04 Leverkusen

mussten aus Sicherheitsgründen

Platten in der Decke ausgetauscht

werden. Um dabei niemanden

zu gefährden, wurden

zunächst großflächige Netze unterhalb

des Dachs befestigt.

Dann die Platten gefahrlos ausgetauscht.

„Ein Tag vor dem Saison-Auftakt

haben wir das letzte

Netz entfernt“, erzählt Heinzler.

Gefahr im Verzug

Oft wird seine Firma dann

beauftragt, wenn bereits Gefahr

im Verzug ist. Dann ist nur wenig

Zeit für Planung und Umsetzung.

Aber es sind gerade diese

Projekte, die Edim Heinzler große

Freude bereiten und seine

Leidenschaft wecken – und die

sich nachhaltig auf den Erfolg

Seit 2003 beschäftigt

sich der

Diplom-Betriebswirt

Edim Heinzler

beruflich mit Netzmontagen.

2006

machte er sich mit

einer Firma für die

Montage von Sicherheitsnetzen

und Schutzkonstruktionen

selbstständig.

Seit 2009

Pro Quadratmeter bis zu 120 Euro

führt er gemeinsam

mit Ibrahim

Mansur die Heinzler

Netzmontagen

GmbH. „Wir operieren

mit gesunden

70 bis 80 Prozent

Auslastung“, sagt

Heinzler. Mit rund

36 festangestellten

Mitarbeitern erwirtschaften

sie einen

Jahresumsatz

zwischen sechs

und acht Millionen

Euro. Ein Netz kostet

pro Quadratmeter

zwischen 1

Euro und 120 Euro

– je nach Voraussetzungen.

Als zusätzliche

Dienstleistung

bietet die

Firma auch zertifizierte

Netz-Prüfungen

an.

FOTOS: OLIVER BODMER/HEINZLER

dem zu einem gesunden Betriebsklima

bei, so Heinzler.

Zwei bis drei Konkurrenten gibt

es seiner Meinung nach in

Deutschland, die ähnlich qualitativ

arbeiten.

Es geht um Menschenleben

„Für mich war der Qualitätsanspruch

innerhalb der Dienstleistung

immer wichtig. Es gibt leider

viele schwarze Schafe“, sagt

Heinzler. „Wenn wir einen Fehler

machen, verunglückt im

schlimmsten Fall ein Mensch.“

Eine Zertifizierung seiner Monteure

ist ihm daher besonders

wichtig.

Generell seien Sanierungen

schwieriger als Neubauten. „Sie

finden in der Regel statt, wenn

der Betrieb läuft. Die Bänder

dürfen nicht stillstehen.“ Das sei

eine größere Herausforderung

als eine leere Halle. Stolz machen

ihn nicht nur seine Großprojekte.

Er erzählt von einem

Vorarbeiter, der vor zehn Jahren

als Hilfsarbeiter angefangen

habe. Nun arbeiten dessen drei

Söhne mit, einer mit erst 25 Jahren

als Vorarbeiter. „Human Capital

ist wichtiger als alles andere“,

sagt Heinzler. Seit dem Projekt

am Hauptbahnhof München

darf die Firma sich „Premiumlieferant

der Deutschen Bahn“

nennen. Die Netze hängen noch

dort und sind sichtbares Zeichen

einer Wirklichkeit gewordenen

Vision. [!] Julia Rizzolo

Die Montage muss häufig rasch

und in großer Höhe erfolgen.

ZAR Zentren für ambulante Rehabilitation

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89077 Ulm

Tel. 0731. 964 293-100

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Beton und Glas dominieren

den energie-effizienten

Neubau der Technischen

Hochschule Ulm.


Auf dem Dach ist eine rund

2000 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage

mit 420 Kilowatt

peak (kWp) installiert. Eine

Wärmepumpe sorgt für Kühlung

im Sommer und Heizung

im Winter. Der Clou: Das Gebäude

greift auf das bereits auf

dem Campus vorhandene Fernkältenetz

zu, so dass die vorhandene

Infrastruktur optimal genutzt

wird. „Langfristig können

wir so rund 17 000 Kilowattstunden

Überschuss pro Jahr produzieren

und einspeisen“, freut

sich Rektor Volker Reuter.

Leuchtturmprojekte wie dieses

zeigen, wie viel Potenzial

der Gebäudesektor in Sachen

Klimaschutz mitbringt. Aber:

„Auch wer im kleineren Maße

versucht, die Ideen des nachhaltigen

Bauens umzusetzen, beunternehmen

[!] VERANTWORTEN 39

Für Studentinnen und Studenten ist der Neubau ein schöner Campus, zugleich ist er Reallabor, das

etwa Daten über die Qualität der Raumluft und anderes aufzeichnet.

Fotos: Volkmar Könneke

Klimaschutz in

Stein gemeißelt

Bauen Das neue Gebäude der Technische Hochschule Ulm zeigt

wie Zukunft geht. Nachhaltig, kostengünstig, intelligent gesteuerte

Energieströme und zum Wohlfühlen für Menschen.

Eigentlich sieht der Neubau

der Technischen

Hochschule Ulm (THU)

aus wie viele moderne

Gebäude. Klare geometrische

Linien, große Fensterflächen,

viel Beton. Doch in dem frisch

eingeweihten Quader steckt

deutlich mehr. Es ist ein sogenanntes

Energie-Effizienz-Haus

Plus. Das heißt, das Gebäude

kann seinen gesamten Strom

und Wärmebedarf selbst decken.

Und das ist nicht alles:

Überschüssige Wärme, Kälte

oder Energie wird dem jeweiligen

Netz zugeführt. Das vom

Bund geförderte Objekt ist

deutschlandweit einmalig.

Möglich wird der klimapositive

Betrieb durch modernste

Gebäudetechnik und die Nutzung

regenerativer Energien.

Wir können

langfristig

17 000

Kilowattstunden

einspeisen.

Volker Reuter

THU-Rektor


unternehmen [!]

Gebäude

schlagen in der

Gesamtrechnung

nur mit etwa zehn

Prozent zu Buche.

Sabine Djahanschah

DBU-Architektin

Dabei geht es immer um den

aktiven Umgang mit Zielkonflikten.

Denn Klimaneutralität ist

zwar ein wichtiger aber nicht

der einzige Faktor, um den es

beim nachhaltigen Bauen geht.

Neben der Ökologie – also dem

umweltverträglichen Bau – müssen

auch die Ökonomie und der

Mensch betrachtet werden. „Es

ist nur logisch, Gebäude so zu

planen, dass sie wirtschaftlich

sinnvoll über ihren gesamten

Lebenszyklus genutzt werden

können“, sagt Sabine Djahanschah,

Leiterin des Referats Architektur

und Bauwesen bei der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt

(DBU).

Beispielsweise ist es möglich,

in der Konstruktion von Bauteilen

zukünftige Erweiterungen

mitzudenken, sodass diese zurück-

und an anderer Stelle wieder

aufgebaut werden können.

„Gerade auch für eher auf kurze

Zyklen angelegte Produktionsgebäude

kann das Sinn machen“,

führt die Architektin aus.

Die anfänglichen Mehrkosten

rechnen sich meist schon mit

dem ersten Umbau.

Der Blick nach draußen, ein

Fenster zum Öffnen: Egal ob

Wohn-, Büro- oder Produktionsgebäude,

letztendlich müssen

auch nachhaltig konzipierte

Gebäude Menschen ansprechen,

die darin arbeiten oder

leben. Fotos: Volkmar Könneke

wegt etwas“, ist sich Felix Jansen

von der Deutschen Gesellschaft

für Nachhaltiges Bauen

(DGNB) sicher. Seit 2007 setzt

sich die Non-Profit-Organisation

für die Transformation des

Bau- und Immobilienmarktes

ein und zählt inzwischen fast

1500 Mitglieder.

Das A und O sei, sich der

Thematik so früh wie möglich

zu widmen. „Als Unternehmer

muss ich mir überlegen, welche

Anforderungen ich an das Gebäude

habe und in Zukunft haben

werde“, sagt DGNB-Sprecher

Jansen. Diese könne man

dann mit den verschiedenen

Nachhaltigkeitskriterien abgleichen.

Orientierung bietet beispielsweise

der kostenlos abrufbare

DGNB-Kriterienkatalog,

der im Neubau 37 potenzielle

Ansatzpunkte zusammenfasst,

um insgesamt nachhaltiger zu

bauen.

Wichtigster Faktor: Mensch

Der wichtigste Faktor beim

nachhaltigen Bauen – da sind

sich die Experten einig – bleibt

aber der Mensch. Jansen: „Egal

ob Wohn-, Büro- oder Produktionsimmobilien,

wir bauen für

Menschen.“ Was beim Design

beginnt, reicht über wohltemperierte

und beleuchtete Räume,

hohe Luftqualität, den Verzicht

auf Schadstoffe bis hin zur

Schalldämmung.

Das Argument, dass solche

„Annehmlichkeiten“ auch die

Kosten in die Höhe schnellen

lassen, kann so manche Studie

relativieren. Denn Fakt ist: Wer

in einer „gesunden“ Umgebung

Weiter auf Seite 42 »


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

41

Von New Work, Bienen & Community Spirit

Flächenkonzepte im Wandel – wohin geht die Reise?

Exemplarisches Neubauprojekt bloom Offices.

Verändert die Automatisierung der Arbeitsprozesse

an sich die Arbeitswelt, so beschleunigt

der Generationswechsel in den

Chef-Étagen sowie die Corona-Pandemie

diesen Wandel umso mehr. Für Büroflächen

bedeutet dies „Weg von der bisherigen Nutzung

hin zu absolut flexiblen und damit neuartigen

Flächenkonzepten und Nutzungsmodellen“.

So sehr wie sich Unternehmenskulturen, Arbeitsabläufe,

Mitarbeiter und Ziele unterscheiden,

so variabel müssen zukünftig Büroflächen

an diese Anforderungen angepasst

werden können.

Gemeinsamer Nenner ist die Ausrichtung auf

eine Büro-Nutzung an sich. D. h., die nachgefragte

Fläche ist – bis auf statisch erforderliche

Stützen und Wände – nicht durch ein

Layout gegliedert. Das wird erst entwickelt,

wenn der Nutzer und dessen individuelle Anforderungen

an die Fläche bekannt sind. Dass

ggf. ein Nachnutzer wiederum andere Anforderungen

haben kann, ist hierbei ebenfalls zu

berücksichtigen.

Je nach Arbeitskultur, Aktivitäten und internen

Abläufen werden entsprechende Module

hinzugefügt. Ein solches aktivitätsbezogenes

Flächenkonzept spart schnell bis zu 20% der

Fläche pro Mitarbeiter. So erhöht sich neben

der Flächenproduktivität auch Flächenqualität

für jeden Einzelnen. Der so für Unternehmen

wie Mitarbeiter geschaffene Mehrwert

kann im Kampf um qualifizierte Fachkräfte

entscheidend sein.

Bild: bloom Offices/ Ulm Projektentwicklung GmbH & Co. KG

Wie sieht das nun in der Praxis aus?

Ein Softwareunternehmen könnte folgende

Flächenaufteilung wählen: 20% feste Einzelund

Doppelbüros für Management und Backoffice.

50% Großraumbüros für Softwareentwickler

– einen Teil davon als Desk sharing-

Modell ohne feste Arbeitsplatzzuteilung.

10% der Flächen entfallen auf Besprechungsräume

und weitere 10% werden Kommunikationszonen

zur Förderung der Zusammenarbeit

im Team und zwischen einzelnen Abteilungen.

Neben einer höheren Kosteneffizienz bietet

das Desksharing-Modell auch bei Neueinstellungen

einen großen Vorteil: Durch Erhöhung

der Homeoffice-Quote und der Flexibilisierung

der Arbeitszeit, kann auch bei gestiegener

Mitarbeiteranzahl auf derselben

Fläche ge arbeitet werden. Mitunter gibt es gar

keine festen Arbeitsplätze mehr: Der Mitarbeiter

räumt nach Feierabend den Arbeitsplatz

und seine Utensilien in den Container.

Dies alles führt zu einer deutlich höheren

Auslastung der vorhandenen Fläche und somit

zu einer erheblichen Steigerung der Flächeneffizienz.

Bereits heute werden in der Planung neuer

Bürogebäude diese Aspekte berücksichtigt.

Zudem werden Features wie z.B. Rezeptionsoder

Concierge-Dienstleistungen, Co-Working-Arbeitsplätze

oder flexibel anmietbare

Besprechungsräume in das jeweilige Gebäudekonzept

mit eingebunden. Ebenso die

Schaffung von zentralen Kommunikationszonen

wie Dachterrassen, Lounges oder Gastro-

nomie sowie Fitnessräume mit Umkleiden

und Duschen.

Solche „Allgemeinflächen“ hält nicht mehr

der jeweilige Mieter für seine Mitarbeiter vor,

sondern der Vermieter als zusätzliches – und

kostenmäßig nur anteilig zu tragendes – Serviceangebot

für den jeweiligen Mieter. Hierdurch

erhöht sich die Flächeneffizienz für den

Mieter weiter – der Vermieter selbst generiert

einen Wettbewerbsvorteil am Büromarkt.

Immer mehr rückt der „ökologische Fußabdruck“

eines Gebäudes in den Vordergrund.

Ökostrom – ob vom Energieversorger oder

von der eigenen PV-Anlage – E-Lade Stationen

oder das eigene bzw. geleaste Bienenvolk

sind schon länger „en vogue“. Die Aspekte

‚Umwelt‘ (Environment), ‚Soziales‘ (Social)

und ‚verantwortungsvolle Unternehmensführung‘

(Governance) – kurz ESG – werden in

Bezug auf Gebäude extrem an Bedeutung gewinnen,

so dass zukünftig die „Qualität“ eines

Gebäudes auch unter diesen Gesichtspunkten

zu bewerten sein wird.

Zukunftsmusik für internationale

Metropolen oder der neue Standard?

Tatsächlich bildet der Markt schon aktuell exakt

die zuvor beschriebene Entwicklung ab.

Und zwar nicht nur in den großen Metropolen,

sondern überall dort, wo die Wirtschaft

boomt, Fachkräfte knapp sind und es an adäquaten

Büroflächen mangelt. Da diese Punkte

auch für den Standort Ulm zutreffen, wundert

es nicht, dass Büroneubauprojekte wie

beispielsweise die „bloom Offices“ am Safranberg

(bloom-offices.de), das Projekt „Urban

Eight“ in der Innenstadt (urban-eight.de)

sowie „Blue Sight Ulm“ im Science Park III

(bluesight-ulm.de) genau diese Themen aufgreifen.

Für Unternehmen, welche Ihren persönlichen

Weg zum Büro der Zukunft am

Standort Ulm verwirklichen möchten, bieten

sich also vielfältige Möglichkeiten.

www.objekta-realestate.de


42

VERANTWORTEN unternehmen [!]

arbeitet, ist produktiver und weniger

oft krank. „Gebäude schlagen in

der Gesamtkostenrechnung eines

Unternehmens nur mit etwa zehn

Prozent zu Buche. Die Personalkosten

hingegen bilden in der Regel den

Löwenanteil“, gibt DBU-Architektin

Djahanschah zu bedenken. Neben

Konzentration und Produktivität,

steigere ein gesundheitsförderndes

Umfeld die Identifikation mit dem

Unternehmen und die Attraktivität

des Arbeitsplatzes.

Auch in Ulm hat man deshalb ein

besonderes Augenmerk auf den

Wohlfühlfaktor gelegt. Das Lüftungssystem,

das die Raumluft in

den Seminarräumen mehrmals täglich

umwälzt, sorgt für beste Luftqualität.

Es läuft am effizientesten,

wenn die Fenster dauerhaft geschlossen

bleiben. „Allerdings hat

sich gezeigt, dass sich die meisten

Menschen unwohl fühlen, wenn sich

Fenster nicht öffnen lassen. Also haben

wir uns dazu entschlossen, diese

Option beizubehalten und auf die

Eigenverantwortung der Gebäudenutzer

zu setzen“, erklärt Peter Renze,

Leiter des Instituts Energie und

Antriebstechnik an der THU.

Hörsaal und Reallabor in einem

Für optimale Beleuchtung sorgen

Helligkeits- und Bewegungssensoren.

Das System reguliert die Leuchtstärke

der LED-Lichter und passt sie

den aktuellen Lichtverhältnissen an.

Den nutzenden Fakultäten dient das

Energie-Effizienz-Plus-Gebäude

auch als Reallabor. Renze: „Studierende

haben jetzt die Chance, modernste

Energietechnik selbst zu erleben,

Daten auszuwerten und zu

analysieren.“ Das Gebäude kommuniziert

sowohl mit Nutzerinnen und

Nutzern als auch mit der Umgebung

und den Leitzentralen der örtlichen

Energieversorger. Sämtliche Daten

zur Energienutzung und -erzeugung

werden erfasst.

Dass Gewerbeneubauten inzwischen

weitgehend klimaneutral und

teilweise auch biodivers geplant

werden, ist fast schon Standard. Das

zeigt sich auch im Zertifizierungswillen.

Rund 8000 Zertifikate in Platin,

Gold, Silber und Bronze hat die

DGNB bisher vergeben. Zertifiziert

wird weltweit. Je nach Gebäudetyp

fließen bis zu 40 Nachhaltigkeitskriterien

in die Bewertung ein.

Ganz anders sieht es mit Blick auf

die Sanierungsquoten aus. Gerade

Faktor Gebäudemanagement

Das neue THU-Gebäude ist ein Reallabor, das mit seiner Umgebung kommuniziert.

Nach dem Bauen kommt das

Betreiben. Wer klimaneutral

oder -positiv bleiben will, sollte

eine Form des Monitorings

mitdenken. Denn nur das systematische

Beobachten aller

relevanten Gebäudeinformationen

und Verbrauchsdaten

Zur Person

Volker Reuter ist

Professor für Mathematik

und Statistik.

Der Rektor der THU

ist Vorsitzender der

Rektorenkonferenz

der Hoschulen für

angewandte Wissenschaften

im Land.

schafft Transparenz und – falls

notwendig – die Möglichkeit

zum Gegensteuern. Eine Option

ist das

DGNB-Managementsystem

„Gebäude im Betrieb“. Das

System fokussiert auf neun

Kriterien: Klimaschutz und

einmal rund ein Prozent der Bestandsgebäude

in Deutschland sind

im vergangenen Jahr modernisiert

worden. „Hier braucht es dringend

stärkere Anreize und einen leichteren

Zugang zu Förderungen“, sagt

Jansen. Denn ohne den Bau- und Gebäudesektor

sei eine Umsetzung der

Klimaziele nicht erreichbar. Dieser

sorgt immerhin für ein Drittel des

jährlichen CO2-Ausstoßes der Bundesrepublik.

Materialien wiederverwenden

Verbesserungspotenzial gibt es auch

unter Gesichtspunkten der Kreislaufwirtschaft.

Mit jährlich rund 230

Millionen Tonnen ist die Baubranche

für mehr als die Hälfte des gesamten

deutschen Abfallaufkommens

verantwortlich. „Es gehört

auch zur Ressourcenschonung, bestehenden

Materialien wieder einen

Wert beizumessen und diese soweit

FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE

Energie, Wasser, Wertstoffmanagement,

Betriebskosten, Risikomanagement

und Werterhalt,

Beschaffung und Bewirtschaftung,

Innenraumkomfort,

Nutzerfreundlichkeit und Mobilität.

Mehr Informationen

unter www.dgnb.de

wie möglich wiederzuverwenden“,

erklärt Djahanschah. Etwa indem

man Abbruchunternehmen mit Bauherrinnen

und -herren ins Gespräch

bringt und versucht, möglichst viel

von dem, was bereits da ist, in die

Planung mitaufzunehmen.

Damit das möglich wird, müssten

allerdings auch die geltenden Bauverordnungen,

Förder- und Genehmigungsverfahren

modernisiert

werden. Viele Vorteile könnte an

dieser Stelle die digitale Bauplanung

bringen. Mithilfe von Software können

nicht nur Lichteinfall, Energiebedarf

und Luftströmungen an einem

digitalen Abbild des geplanten

Gebäudes simuliert, sondern auch

die Ökodaten aller eingesetzten Materialien

und Bauteile erfasst werden.

Auch wenn das Gebäude länger

steht, weiß die kommende Generation

so, was alles im Gebäude

steckt. [!]

Ronja Gysin


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

43

ENTWURF: SICK + FISCHBACH ARCHITEKTEN,

OCHSENHAUSEN

ENTWURF: BRAUNGER WÖRTZ ARCHITEKTEN,

BLAUSTEIN

ENTWURF: RAPP ARCHITEKTEN, ULM

BILD: CONNÉ VAN D´GRACHTEN

Umdenken für die Zukunft

Fritschle setzt verstärkt auf ressourcenschonende Holzbauelemente

Die Bauwirtschaft ist bei Anwendung herkömmlicher

Bauweisen derzeit für einen erheblichen

Teil des Energie- und Ressourcenverbrauchs,

des Abfallaufkommens und

CO2-Ausstoßes verantwortlich. Es ist notwendig,

umzudenken – wie es das Bauunternehmen

Fritschle aus dem oberschwäbischen

Uttenweiler verstärkt tut. Mit Holzund

Holzhybridbauteilen beschreitet

Fritschle einen guten Weg zur Klimaneutralität

und leistet einen wichtigen Beitrag zur

Reduktion des CO2-Ausstoßes.

„Im Gegensatz zu nicht nachwachsenden

Rohstoffen bleibt Holz über die gesamte Einsatzdauer

hinweg ein nachhaltiges Kreislaufprodukt“

sagt Geschäftsführer Mathias Fritschle.

„Einen weiteren Vorteil in Sachen Klimaschutz

erreicht man durch die zentrale

Vorfertigung einzelner Bauteile. Wenn

Holzwände oder -decken nicht auf der Baustelle

zusammengebaut werden müssen,

spart das Ressourcen, verursacht weniger

Staub und Lärm und verkürzt die Bauzeit.

Diese Vorgehensweise wird die Zukunft prägen

und für uns ist sie eine wichtige Ergänzung

zu unseren bisherigen Bauverfahren.“

Weshalb man bei Fritschle auch größere Investitionen

im Bereich Vorfertigung tätigt.

Das Familienunternehmen Fritschle feiert in

diesem Jahr 75jähriges Jubiläum und hat

sich mit mittlerweile rund 100 Mitarbeitern

zu einem namhaften Anbieter von Komplettlösungen

entwickelt. Mit Wurzeln im Gewerk

Rohbau wurden die Kompetenzen durch

Holzbau, Schlüsselfertigbau und Planung erweitert.

Auch beim eigenen Büro-Neubau in

ENTWURF: BRAUNGER WÖRTZ ARCHITEKTEN, BLAUSTEIN

BILD: CONNÉ VAN D´GRACHTEN

Uttenweiler wurde übrigens viel Wert auf

Nachhaltigkeit und Klimaschutz gelegt. So

wurde eine CO2-neutrale Heizung und Kühlung

über Erdsonden verbaut, ein System,

welches die natürliche geothermische Erdwärme

nutzbar macht. Die jetzige Generation

ist für die Zukunft kommender Generationen

verantwortlich – ein Grundsatz, der bei

Fritschle jetzt noch konsequenter in die Tat

umgesetzt wird.

75 Jahre

Kernbereiche: Gewerbe- & Industriebau,

Wohnbau, Hochbau, Holzbau,

Immobilien, Denkmalschutz

Rund 100 Mitarbeiter

Leistungen: Beratung, Planung,

Bauen, Projektmanagement und

Engineering

Top-Arbeitgeber DtGV 2021/22

Fritschle GmbH

Dieterskircher Straße 25

88524 Uttenweiler

Deutschland

Tel. +49 7374 9200-0

E-Mail: info@fritschle-baut.de

www.fritschle-baut.de


44

MACHEN unternehmen [!]

Vom angestellten Top-Manager großer Unternehmen zum Besitzer

einer kleinen Manufaktur, der ins Risiko geht: Felix Fremerey hat

seine Leidenschaft für schöne Textilien entdeckt .


Fotos: Lars Schwerdtfeger

Edle Stoffe

für die

Betuchten

der Welt

Textilmanufaktur Ege Von Autoreifen zu

feinster Tischwäsche. Der Sprung könnte

kaum größer sein: Felix Fremerey will den

Edelschneider wieder erfolgreich machen.

Felix Fremerey (60) hat

sich in seiner Manager-Karriere

schon mit

vielem beschäftigt: mit

Anlagenbau, Chemie, Inkontinenz-Produkten

und Reifen. An

diesem Morgen streicht er beim

Rundgang durch die lichterfüllten

Ateliers der Textilmanufaktur

Ege sanft über reliefartig

erhabene Stickereien,

lässt edle Stoffe

durch seine Finger

gleiten und lobt die

Fertigkeiten seines

Teams. In

vielen seiner

wohlgesetzten

Formulierungen

ist wahre

Begeisterung

herauszuhören.

„Das alles

ist es wert, dass

es überlebt“, so

fasst Fremerey

seine Motivation

für seinen bankfinanzierten

Einstieg

zusammen.

Bis vor einem Jahr

hatte der promovierte Maschinenbauer

mit Karriere in

international tätigen Großunternehmen,

die Ege Textilmanufaktur

noch nicht gekannt. Damals

war Fremerey auf der Suche

nach einer neuen Herausforderung.

Sein Mandat als

Vorstand beim österreichischen

Kautschukverarbeiter Semperit

AG wollte er nicht verlängern.

Doch für den Ruhestand fühlte

sich der ausgewiesene Industrie-

und Technik-Experte noch

zu jung. Der Reifenhersteller

war bis dato die letzte Station

auf seiner langen Karriereleiter.

Zuvor war er unter anderem

Technikbereichsvorstand beim

Maschinen- und Anlagen-Baukonzern

GEA, Geschäftsführer

der Kajo Neukirchen Group und

Vorstand beim Pflege- und Medizinproduktespezialisten

Paul

Hartmann. Das Engagement bei

dem Heidenheimer Unternehmen

hatte ihn damals zum Umzug

mit seiner Familie von Bochum

nach Ulm bewogen.

30 statt 10 000 Mitarbeiter

Seit Februar 2021 befindet sich

in der Donaustadt auch sein Arbeitsplatz.

Der Quereinsteiger

übernahm 90 Prozent der Manufaktur,

die restlichen zehn

Prozent behielt Christoph Ege,

der als geschäftsführender Gesellschafter

bis dato die alteingesessene

Firma in dritter Generation

geleitet hatte.

Vom Industriekonzern mit

mehr als 10 000 Beschäftigten

zur Edelschneiderei mit damals

gerade einmal 30. Individuelle

und handgefertigte statt standardisierte

Massenprodukte.


unternehmen [!] MACHEN 45

Die Liste mit den Unterschieden

ließe sich noch verlängern: „Es

schlägt hier schon ein anderer

Takt“, sagt Fremerey „Die Mitarbeiterinnen

leben ihre Firma.

Für sie wäre eine Welt zusammengebrochen.“

Bei allen Unterschieden zur

industriellen Sphäre aber gibt es

Die Mitarbeiter

innen leben

ihre Firma. Für sie

wäre eine Welt

eingestürzt.

Felix Fremerey

Gesellschafter

doch Gemeinsamkeiten: die Unerbittlichkeit

von Geschäftszahlen

etwa. Die hatte sich der sanierungserfahrene

Fremerey

vor seiner Unterschrift genau

angeschaut. Zwar war es Christoph

Ege gelungen, nach einer

Insolvenz 2015 die 1930 gegründete

Firma zurückzuerwerben.

Doch lief es auch danach nicht

wirklich gut.

Eges Stärken lagen mehr im

ästhetischen Bereich und in der

Produktentwicklung, weniger in

der Optimierung der Prozesse.

Es floss mehr Geld ab, als erwirtschaftet

wurde. Es fehlte

Personal. Hinzu kamen die Folgen

der Pandemie und des Brexits.

„Dadurch ist bei den Lieferketten

vieles durcheinander

geraten“, sagt Fremerey. Denn

das Unternehmen ist von anderen

Manufakturen abhängig, den

Produzenten der hochwertigen

Stoffe: Brokatdamast, Baumwollsatin,

Giza-Baumwolle,

Cashmere-Wolle, Leinenstoffe

aller Art, die häufig ihren Sitz

im Ausland haben.

Textilien für Schloss Bellevue

Inzwischen geht es bei der Textilmanufaktur

wieder aufwärts.

Einige neue Näherinnen sind

eingestellt, erste Abläufe optimiert.

Die Suche nach neuen

Außendienstmitarbeitern, bei

Ege „Repräsentanten“ genannt,

sei angelaufen. Weiße Flecken

auf der europäischen Landkarte

will Fremerey so tilgen und

neue Märkte für die Produkte

Früher Spezialist für die Aussteuer

Designs für Kunden: Genäht und gefertigt wird ausschließlich

auf Bestellung.

Die Geschichte

von Ege, 1930 gegründet

unter den

Namen „Ege &

Lang“ und zwischenzeitlich

unter

„Ege exquisit“ firmierend,

ist eng

verbunden mit der

Tradition der Leinenweberei

auf der

aus Ulm erschließen. Der Business-Plan

beruht auf Expansion.

Da der Vertrieb ausschließlich

über diese Repräsentanten

laufe und diese direkt zu Kunden

nach Hause kommen, gelten

für sie besondere Anforderungen:

„Sie müssen hochgestellten

Persönlichkeiten auf

Augenhöhe begegnen können,

parkettsicher sein, diskret und

kompetent.“

Zum Kundenkreis lässt sich

Fremerey nichts entlocken. Verschwiegenheit

ist im Geschäft

mit den Betuchten aus Adel, Unternehmertum

und Showbiz

Pflicht. Bekannt ist allerdings,

dass US-Sängerin Tina Turner

Ege-Produkte schätzt und das

Bundespräsidialamt zum Kundenkreis

zählt, beispielsweise

für die textile Ausstattung von

Schloss Bellevue. Neben der direkten

Kundenbetreung setzt

Fremerey aber auch auf eine

moderne und stilvolle Internetpräsenz.

Schwäbischen Alb

und von Artikeln für

die Aussteuer von

Bräuten. Dr. Felix

Fremerey kann seinerseits

auf eine

gewisse Familientradition

in der Textilbranche

zurückblicken.

Aus Frankreich

zugewanderte

Vorfahren von ihm

waren im Raum Aachen

als Textilfabrikanten

tätig. Er

selbst erhielt durch

sein Aufsichtsratsmandat

bei der österreichischen

Lenzing

AG vertiefte

Einblicke in den

textilen Bereich.

Tisch- und Bettwäsche stehen

nach Fremereys Angaben

für rund 60 Prozent der Umsätze,

Frottier- und Badwäsche für

15, der Rest entfalle auf Accessoires

und Maßhemden, die aufgrund

der edlen Stoffe schon

mal 300 Euro und mehr kosten

können.

Produziert wird ausschließlich

auf Bestellung. Die Zahl der

Aufträge liege derzeit um 30

Prozent über Vorjahresniveau,

sagt Fremerey. Ausbaufähig sei

zudem das Geschäft mit der

Ausstattung von Yachten, das

bisher nicht systematisch

bearbeitet worden sei.

Die Kollektion werde

derzeit behutsam modernisiert.

Neue Kombinationen,

neue Textil-Designs,

für die

man sich auch mal

eine Charge an Stoffen

exklusiv sichere.

Eine Gratwanderung.

Die Kunden

liebten nun mal weder zeitgeistige

Sprünge noch verstaubte

Designs, weshalb auch hier eine

besondere Sensibilität gefordert

sei. Dabei nehme Ege auch Impulse

seiner Kunden auf.

Im Kreis der Besten

„Das große Buch der Manufakturen“

hat dem Ulmer Unternehmen

einen Beitrag gewidmet.

Es gilt als das umfangreichste

Nachschlagewerk der

besten Manufakturen im

deutschsprachigen Raum. 300

Betriebe aus dem Bereichen

Möbel, Tischkultur, Körperpflege,

Papeterie und Textilien werden

dort vorgestellt. Rund zwei

Dutzend, darunter wiederum

Ege, sind Mitglied in der „Initiative

Deutsche Manufakturen“,

die sich durch eine hohe Spezialisierung,

Handarbeit und Premium-Produkte

auszeichnen.

Seine Kunden, so Fremerey,

eine das Wissen, dass Werte erhalten

werden müssen. Entsprechend

eng sei ihre Bindung an

ihre „Lieblingsstücke“. Mitunter

so eng sogar, dass sie in ihre

maßgeschneiderten Ege-Hemden

neue Manschetten und Krägen

einsetzen lassen, wenn es

an der Zeit ist.

Außer dem Reparatur- bietet

die Ege Textilmanufaktur einen

Reinigungsservice für Daunen

aus Daunenbetten. Bei einem

Preis von 6000 Euro pro Kilogramm

isländischer Eiderdaunen,

die aus den zurückgelassenen

Nestern gesammelt werden,

ist das für Kunden eine Ausgabe,

die sich lohnt. [!]

Thomas Vogel


spezial

46

SPEZIAL unternehmen [!]

Standort

im Porträt

„Forschung in

die Praxis

umsetzen“

Wirtschaftsstandort Biberach

Bodenständig ist seine Stadt – beste

Voraussetzung für High-Tech von Weltrang.

Der Erste Bürgermeister Ralf Miller erläutert,

wie Stadt sich entwickeln will.

Biberach

www.swp-unternehmen.de

Ist das in Biberach sehr stark

vorhandene produzierende Gewerbe

von Nachteil im Blick auf

die Zukunft, wo jeder von der

Wissensgesellschaft spricht?

Keinesfalls! Produktion setzt

Wissenschaft um! Innovation

und Wissenschaft macht unsere

Region seit jeher stark. Einer

Idee Leben einzuhauchen ist das

Fundament erfolgreichen Unternehmertums.

Die in Biberach

ansässigen Produktionsbetriebe

gehören seit jeher zu den innovativsten

in der Region und zählen

zu den Weltmarktführern.

Auch Abläufe verändern sich.

Um Innovationen bei Herstellungsabläufen

zu unterstützen,

wird aktuell das Innovationsund

Technologiezentrum, kurz

ITZ Plus, gebaut. Dieser Innovationshotspot

ist ein weiterer

Meilenstein, um die Zukunftsfähigkeit

unserer Wirtschaft weit

über Biberach hinaus zu sichern.

Neben Forschungs- und Kooperationsprojekten

für und mit

Unternehmen der Region,

Co-Working-Bereichen und modernster

technischer Ausstattung

bietet des ITZ Plus exzellenten

Nährboden und Mietfläche

für innovative Start-ups und

Forschungsprojekte mit und für

Unternehmen.

Welche Schwerpunkte werden

dort gesetzt?

Die Themen Biotechnologie

und Energie stehen im Vordergrund.

Im nächsten Schritt wollen

wir das Thema Bioökonomie

etablieren, eines der wichtigsten

Zukunftsthemen. Sie umfasst

die Erzeugung, Erschließung

und Nutzung biologischer

Ressourcen, Prozesse und Systeme,

um Produkte, Verfahren

und Dienstleistungen in allen

wirtschaftlichen Sektoren im

Rahmen eines zukunftsfähigen

Wirtschaftssystems bereitzustellen.

Es gibt bereits die Förderzusage

für die Entwicklung

eines Zentrums der Bioökonomie.

Die Stadt Biberach ist hier

Projektträger und zugleich

größter Investor.

Stichwort Infrastruktur, wie

sieht es bezüglich der Vernetzung

mit der Region aus?

Biberach mit seinen 34 000 Einwohnern

bietet 29 000 Arbeitsplätze.

Knapp 21 000 Einpendlern

stehen nur 6200 Auspendler

gegenüber. Die Anbindung

an das Straßen- und Bahnnetz

ist für Unternehmen und Arbeitnehmer

gut und wird weiter

ausgebaut: Mit dem geplanten

Aufstieg zur Bundesstraße B 30,

dem Ausbau der Ost-West-Achse

B 312, einem Haltepunkt der

Regio-S-Bahn und der Elektrifizierung

der Südbahn. Die Flugplätze

Stuttgart, Memmingen

und Friedrichshafen sind nah

und auf dem Verkehrslandeplatz

in Biberach können auch

Businessjets ganzjährig landen.

WAPPEN: FOTO © FOUAD VOLLMER


unternehmen [!]

SPEZIAL

47

Nicht zu vergessen ist unser ehrgeiziges

Radwege- und Fußwegenetzprogramm.

Wie sieht es bei der digitalen Infrastruktur

aus, was hat sich da

in den vergangenen Jahren getan,

was muss noch dringend

gemacht werden?

Die Breitbandversorgung im

Stadtgebiet ist insgesamt gut.

Dennoch gibt es noch Flecken

auf der Karte, insbesondere in

FOTO: ©STADT BIBERACH TOURISMUS

Nachhaltigeres

Wirtschaften

erfordert Spitzentechnologie

und

neue Ansätze.

Ralf Miller

Erster Bürgermeister Biberach

den Außenbereichen, aber auch

stellenweise in den Ortslagen.

Bei Gewerbe oder Schulen fehlt

es teilweise noch an einem bedarfsgerechten

Netzausbau. Um

diese unterversorgten Bereiche

zu schließen, beabsichtigt die

Stadt Biberach unter Nutzung

von öffentlichen Förderungen in

den nächsten Jahren ein Gesamtvolumen

von knapp 18 Millionen

Euro umzusetzen.

Infrastruktur alleine genügt jedoch

nicht. Viele, gerade kleinere

Betriebe und der Mittelstand

benötigen Unterstützung beim

Thema Digitalisierung. Für die

Eine reizvolle historische Altstadt in schöner Landschaft mit starker Wirtschaft: Das ist Biberach.

Stadt Biberach war es daher

selbstverständlich sich an dem

neuen Digitalisierungszentrum

zu beteiligen und das Vorhaben

zu unterstützen. So fand beispielsweise

vor Kurzem gemeinsam

mit dem Digitalisierungszentrum

und unserer Wirtschaftsförderung

ein Unternehmertag

in Biberach statt, bei

dem die vielfältigen Möglichkeiten

der Digitalisierung vorgestellt

und veranschaulicht wurden.

Mit der Hochschule und zahlreichen

weiterführenden Schulen

ist Biberach bei der Ausbildung

sehr breit aufgestellt. Wie sieht

es im Unternehmensbereich

aus?

Auch unsere Unternehmen sind

sehr gut aufgestellt. Die Stadt

und der gesamte Landkreis Biberach

verzeichnen in den letzten

Jahren eine enorme wirtschaftliche

Entwicklung. Für

Unternehmensentwicklungen

sind die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen,

Forschung und

Entwicklung durch das Innovations-

und Technologiezentrum

sowie die Digitalisierung wichtig.

Das ITZ wird mit dem Technologietransfermanager

die Kooperationsprojekte

zwischen

Gemeinsam

ulm.ihk24.de

IHK

Regionale Wirtschaft

Marktdaten- und Standortinformationen


48

SPEZIAL unternehmen [!]

Zur Person

Ralf Miller ist seit Februar

2019 Erster Bürgermeister

der Stadt Biberach. Er leitet

das Dezernat Wirtschaft

und Bildung, zudem ist er

Chef der Stadtwerke Biberach

und der Hospitalverwalter.

Zuvor war der

56-Jährige seit dem Jahr

2000 Finanzdezernent des

Landkreises Biberach.

Und für das Gewerbe?

Unseren Unternehmen – natürlich

sind wir auch offen für Neuansiedlungen

– bieten wir Entwicklungsmöglichkeiten

mit

den Gewerbegebieten am Flugplatz

und in der Mittelbiberacher

Steige. Gewerbeflächen bereitzustellen

ist ein kontinuierlicher

und dynamischer Prozess,

der auch die (Neu-)Strukturierung

älterer Gewerbegebiete

umfasst. Perspektivisch wird es

eine Herausforderung bleiben,

den Gewerbeflächenbedarf auf

Dauer zu decken. Die Zusammenarbeit

mit anderen Kommunen

bietet hier Chancen. Beispielhaft

ist aktuell das Interkommunale

Industriegebiet

Rißtal: Zusammen mit den Gemeinden

Maselheim, Schemmerhofen

und Warthausen bieten

wir neue Entwicklungsmöglichkeiten

und damit auch Arbeitsplätze

in der Region.

Das Innovations- und Technologiezentrum ITZ Plus soll Forschungs- und Kooperationsprojekte,

Co-Working-Bereiche und Startups beherbergen.

Fotos: © Stadt Biberach

Unternehmen, Hochschule und

ITZ koordinieren und die Forschungsergebnisse

in die Praxis

überführen.

Nachhaltigkeit ist ein Zukunftsthema,

das immer wichtiger

wird.

Nachhaltigeres Wirtschaften erfordert

Spitzentechnologie,

neue Ansätze und Geschäftsmodelle,

um Wertschöpfungsketten

wieder räumlich enger zu fassen

und Produktionen nicht zu

verlagern – dabei helfen auch

die Erfahrungen der aktuellen

Pandemie. Der Ansatz der Nachhaltigkeit

und der Kreislaufwirtschaft

bietet Chancen, neue

Wertschöpfung zu generieren.

Der Materialanteil der allermeisten

Produkte bietet hier ein

großes Potenzial, ebenso wie

die bessere Nutzung von Bioressourcen.

Um unsere Unternehmer

in diesem Prozess zu unterstützen

und den Wirtschaftsstandort

Biberach weiter zu

stärken, steht bald das ITZ zur

Verfügung. Ein Transferzentrum

für Industrielle Bioökonomie ist

in den Startpflöcken.

Platz für Wohn- und Gewerbegebiete

ist immer begrenzt. Wie

lässt sich dieser Konflikt lösen?

Durch vorausschauende Grundstückspolitik

werden wir auch

in den nächsten Jahren kontinuierlich

Wohnbauplätze anbieten

können. Mit den Baugebieten

Taubenplätzle II und Hirschberg

entstehen in zentraler Lage

weit über 400 Wohneinheiten.

Mit Baugebieten in den Teilorten

Stafflangen und Ringschnait

stehen überdies bald weitere

Bauplätze in ländlicher Atmosphäre

bereit.

Gleichzeitig ist uns die Innenentwicklung

wichtig. Durch Sanierungsgebiete

und mit privaten

Investoren wurden in Biberach

in den vergangenen Jahren

zahlreiche Projekte umgesetzt,

beispielhaft an der Entwicklung

entlang des Zeppelinrings zu sehen.

In den Baugebieten sehen

wir grundsätzlich einen Wohnungsmix

aus Einfamilienhäusern

und einem Anteil an Geschosswohnungsbau

vor, so dass

im Zusammenwirken mit Baugenossenschaften

und Privatinvestoren

attraktive Angebote für

die unterschiedlichsten Wohnbedarfe

am Markt sind.

In welchen weiteren Bereichen ist

die Stadt tätig, um fit für die Zukunft

zu werden oder zu bleiben?

Viele Betriebe benötigen Fachkräfte,

die im In- und Ausland

rekrutiert werden. Fachkräfte

haben nicht nur Anforderungen

an ihren Arbeitgeber, sondern

auch an das Umfeld, in dem Betriebe

sich befinden. Es muss attraktiv

und zukunftsfähig sein.

Wir sehen es als kommunale

Aufgabe, die Infrastruktur bereitzustellen,

die es Fachkräften

erleichtert, sich für den Standort

Biberach zu entscheiden.

Eine zentrale Rolle spielt die

Vereinbarkeit von Familie und

Beruf. Mit großem Engagement

schaffen wir seit Jahren kontinuierlich

ein attraktives, umfassendes

und ausreichendes Angebot

an Betreuungseinrichtungen:

Kindertagesstätten, Hortund

Ganztagesbetreuung, es

sind alle weiterführenden Schulen

vor Ort.

Aktuell laufen allein bei der

Kleinkindbetreuung mit den

Kindergärten Hauderboschen,

Hirschberg und Sandgrabenstraße

drei Projekte, die ein weiteres

Angebot schaffen. Zeitgleich

werden bereits seit Jahren

umfassend Schulen saniert,

um sie auf einem zeitgemäßen

Level zu halten. [!]


Werner Gallbronner


unternehmen [!] RESSORT 49


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52

SPEZIAL unternehmen [!]

Biberach – da

produziert man gerne

Wirtschaftskraft Ob Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur oder Lebensqualität: Die Stadt

und ihr Umland schneiden in Studien glänzend ab und rangieren im Ranking der deutschen

Regionen ganz weit vorne.

Ein starkes wirtschaftliches

Rückgrat ist ein

Pfund, mit dem die Große

Kreisstadt Biberach

wuchern kann. Aufgrund ihrer

Geschichte – Biberach wurde

1083 erstmals urkundlich erwähnt

und 1281 zur Reichsstadt

erhoben – hat sie mit ihren Teilgemeinden

Mettenberg, Stafflangen,

Ringschnait und Rißegg

auch historisch und kulturell

viel zu bieten. Mit den Biberacher

Filmfestspielen und dem

Schützenfest ist sie über die Region

hinaus bekannt.

Das Mittelzentrum mit etwas

mehr als 34 000 Einwohnern

kann heute dank eines starken

Mittelstandes und einer guten

Branchenstruktur knapp 29 000

sozialversicherungspflichtige

Arbeitsplätze vorweisen – die

Zahlen sind vom Juni 2020 – und

bietet so seinem ländlich geprägten

Umland kurze Wege zur

Arbeit. Die gut 20 700 Einpendler

kommen vorwiegend aus Biberach

selbst oder aus der näheren

Region. Ihnen stehen

6200 Auspendler entgegen.

29 000 Arbeitsplätze

Seit Jahren gehören die Stadt

und der Landkreis zu den Regionen

mit den wenigsten Arbeitslosen

in Deutschland, in

der wirtschaftlichen Entwicklung

kann der Kreis das viertstärkste

Wachstum vorweisen.

9000 sozialversicherungspflichtige

Arbeitsplätze sind in den

vergangenen 20 Jahren in der

Stadt hinzu gekommen. „Eine

Besonderheit ist, dass Landkreis

und Stadt unter den wenigen

Kreisen und Mittelzentren liegen,

bei denen über die Hälfte

der Beschäftigten im produzierenden

Gewerbe tätig sind und

eine hohe Zahl an Arbeitsplätzen

geschaffen wurde“, sagt Simon

Pflüger, Standortbeauftragter

der IHK Ulm. „Es lohnt sich

offensichtlich für die Unternehmen,

vor Ort zu produzieren.“

Aber auch zu forschen: Denn die

weltweit agierende Boehringer

Ingelheim Pharma GmbH hat

ihren größten Forschungsstandort

in Biberach und betreibt dort

einen der europaweit größten

Standorte für die Herstellung

von biopharmazeutischen Wirkstoffen

mit mehr als 6500 Mitarbeitern.

Beruflich qualifizierte

Arbeitskräfte sind daher bei

den Unternehmen in der Stadt

gefragt. 30 Prozent der von der

IHK befragten Betriebe gaben

an, dass sie am Standort expandieren

wollen. Und 85 Prozent,

dass sie den Standort anderen

Unternehmen zur Ansiedlung

empfehlen würden.

Doch die Stadt ist nicht nur

Wirtschaftsstandort, sondern

beherbergt unter anderem zahlreiche

weiterführende und berufliche

Schulen des Landkreises,

die Hochschule Biberach

sowie seit kurzer Zeit ein neues

Zentralkrankenhaus. Mit dem

Handel zieht die Stadt so neben

den Berufspendlern zahlreiche

weitere Menschen aus dem Umkreis

an. Ein gut funktionierender

ÖPNV ist da wesentlich.

Wobei der von den Unternehmen

bei der IHK-Standortumfrage

– die letzte war 2017 – nie

als Problem identifiziert wurde.

Regio-S-Bahn kommt

Mit der Elektrifizierung der

Südbahn von Ulm nach Friedrichshafen

geht im Dezember

dieses Jahres das größte E-Mobilitätsprojekt

im Landkreis in

Betrieb und wird mit der Ausweitung

des Fahrplans das Projekt

Regio-S-Bahn in Schwung

bringen. Aber im ländlichen

Raum wollen die politisch Verantwortlichen

auch die Autofahrer

nicht vergessen – Stichwort

Ausbau des B30-Aufstiegs. [!]


Werner Gallbronner

FOTO: © KLAUS BRAUNER/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

53

Liebherr als starker Partner

Die Firmengruppe Liebherr ist ein familiengeführtes

Technologieunternehmen mit breit diversifiziertem

Produktprogramm. Mit der Erfindung

des ersten mobilen Turmdrehkrans

der Welt im Jahr 1949 legte Firmengründer

Hans Liebherr den Grundstein. Heute zählt die

Liebherr-Werk Biberach GmbH mit anspruchsvollen

Technologien zu einem der weltweit führenden

Herstellern von Turmdrehkranen.

Die Seilbahn Zugspitze oder das höchste Gebäude

Europas, der Lakhta Tower in Russland

– an diesen und vielen weiteren Großprojekten

haben Krane aus Biberach mitgewirkt. Das

Liebherr-Werk Biberach hat mehr als 70 Jahre

Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung

von Kranen.

Das Portfolio umfasst hochwertige Schnelleinsatz-,

Obendreher-, Verstellausleger- und Spezialkrane

sowie Mobilbaukrane. Schnelleinsatz-

und Obendreherkrane bewähren sich im

Wohnungsbau wie auch in der Industrie oder

bei Großprojekten. Ankommen, heben, weiterfahren

– Mobilbaukrane kombinieren die Mobilität

des Fahrzeugkrans mit der Funktionalität

des Turmdrehkrans. Umfangreiche Dienstund

Serviceleistungen rund um das Krangeschäft

vervollständigen das Angebot.

Das Liebherr-Werk Biberach mit seinen rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fertigt hochwertige

Schnelleinsatz-, Obendreher-, Verstellausleger- und Spezialkrane sowie Mobilbaukrane. ©Firmenfoto

Hebetechnik für jeden Einsatz –

von über 1.600 Mitarbeitenden

Am Wirtschaftsstandort Biberach sind mit

der Liebherr-Werk Biberach GmbH und der

Liebherr-Components Biberach GmbH zwei

Produktionsgesellschaften der Firmengruppe

ansässig. Das Liebherr-Werk Biberach beschäftigt

rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Sie sorgen für passende und innovative

Hebetechniken auf jeder Baustelle. Als

unabhängiges Familienunternehmen bietet

Liebherr sichere Arbeitsplätze. Von Ausbildungsberufen

über duale Studiengänge bis hin

zu diversen Angeboten für Berufserfahrene

bietet die Firmengruppe vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten.

Denn der Schlüssel zum

Erfolg sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Den Fortschritt erleben.

Liebherr-Werk Biberach GmbH

Memminger Straße 120

88400 Biberach an der Riß

Tel.: +49 7351 41-0

E-Mail: info.lbc@liebherr.com

www.liebherr.com


54

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Diese Anschlagseinrichtung

sieht wie eine sichere Lösung

aus, ist aber nicht in allen Fällen

erlaubt. Beim Thema Dachsicherung

stecken die Stolperfallen

im Detail.

An der

kurzen Leine

FOTO: © KING ROPES ACCESS/SHUTTERSTOCK.COM

Arbeitssicherheit Photovoltaik-Anlagen, Klimaboxen und Grünstreifen. Firmen könnten

ihre Dächer sicher noch öfter sinnvoll nutzen. Auf diese Punkte sollten sie achten.

Linkerhand reckt sich der

Turm der Schapfenmühle

in die Höhe, geradeaus

blickt man auf ein kleines

Wäldchen vor Jungingen und

wenn man nach rechts schaut,

dann kann man bei gutem Wetter

sogar die Alpen sehen. Wer

der Melotec Kunststoffverarbeitungs-GmbH

aufs Dach steigt,

hat einen herrlichen Ausblick –

mit Sicherheit. Denn das 2000

Quadratmeter große Flachdach

des Junginger Betriebes ist nach

allen Seiten durch ein Geländer

gesichert. Umwehrung heißt das

offiziell in den Bauordnungen

und bezeichnet eine bauliche

Vorrichtung, die das Abstürzen

von Personen auf tiefer liegende

Flächen eines Baugrundstücks

verhindern soll.

Rainer Lochmüller musste

beim Bau seines im Juli in Betrieb

genommenen neuen Verwaltungs-

und Produktionsgebäudes

im Buchbrunnenweg

nicht lange über diese Maßnahme

nachdenken: „Die Umwehrung

war für uns bereits in der

Planungsphase die optimale Lösung,

um die gesetzlich vorgeschriebenen

Maßnahmen zur

Dachflächensicherung umzusetzen“,

so der Bauherr: „Auf diese

Weise können sich die Arbeiter

frei und flexibel auf dem

Dach bewegen und sind in ihrer

Tätigkeit nicht eingeengt.“

Sechs Mal im Jahr

Etwa sechs Mal im Jahr beauftragt

der Melotec-Inhaber externe

Dienstleister, um Wartungsarbeiten

an der Photovoltaik-Anlage

durchzuführen, die

Dachabläufe zu reinigen und die

Lichtkuppeln über der Werkshalle

zu säubern. Grundsätzlich

gilt: Bei der Planung von Dächern

und baulichen Einrichtungen

auf Dächern sowie für

die spätere Instandhaltung sind

aktuell gültige Regelwerke

schon während der Planungsphase

zwingend mit zu berücksichtigen.

Sprich: Wer als Gebäudeeigentümer

Personen

ohne Sicherheitsmaßnahmen

auf seinem Dach herumspazieren

lässt, vernachlässigt die Verkehrssicherungspflicht.

Denn nach der Musterbauordnung

(MBO) sind „sicher benutzbare“

Vorrichtungen anzubringen.

Konkretisiert wird dies

im Paragraph 3 der Landesbauordnung

Baden-Württemberg in


unternehmen [!] VERANTWORTEN 55

Wer etwa eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, muss in regelmäßigen Abständen Wartungsarbeiten auf dem Dach durchführen

lassen. Eine ordentliche Sicherung der Fachkräfte ist dabei Pflicht.

Fotos: Matthias Kessler

dem „Dächer oder Dachteile, die

zum auch nur zeitweiligen Aufenthalt

von Menschen bestimmt

sind“ mit Umwehrungen zu versehen

sind.

Und dies betrifft keinesfalls

nur mehrstöckige Firmengebäude

oder Bürotürme. Denn müssen

Personen hin und wieder ein

Die Arbeiter

können sich

frei und flexibel

auf dem Dach

bewegen.

Rainer Lochmüller

Melotec Kunststoffverarbeitung

Flachdach überqueren und befindet

sich dieser Verkehrsweg

im Gefahrenbereich, muss bereits

ab einer Höhe von einem

Meter eine Absturzsicherung an

der Absturzkante angebracht

werden. Werden im „Gefahrenbereich

Absturz“ längere Arbeiten

verrichtet, also zum Beispiel

eine Begrünung angelegt, gilt

diese gesetzliche Vorgabe ab einer

Höhe von zwei Metern.

Doch auch hier bestimmen Ausnahmen

die Regeln. Misst die

Dachneigung nicht mehr als

22,5 Grad und ist die gesamte

Fläche nicht größer als 50 Quadratmeter

liegt die magische

Zahl hier sogar bei drei Metern.

Fanggerüste bieten Schutz

Doch nicht nur feste Umwehrungen

oder mobile Dachrandgeländer

bieten Schutz. Denn

für Arbeiten auf dem Dach können

auch Gerüste um das Gebäude

herum hochgezogen werden,

die eine abstürzende Person

auffangen. Allerdings ist

solch eine Auffangeinrichtung

nur möglich, wenn eine Umwehrung

aus betriebstechnischen

oder arbeitstechnischen

Gründen nicht umsetzbar ist.

„Dies ist möglicherweise eine

teure, jedoch für längere Bauzeiten

eine sehr gute Variante“, erklärt

Tanja Kopp.

Ihr Arbeitsgebiet bei der

Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

(DGUV) sind persönliche

Schutzausrüstungen

gegen Absturz und Rettungsausrüstungen.

Sie weist darauf hin,

dass Unternehmer grundsätzlich

dazu verpflichtet seien, eine

Gefährdungsbeurteilung zu verfassen,

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56

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Rund 35 000 sogenannte Absturzunfälle pro Jahr

Zur Person

Tanja Kopp leitet

seit 2020 das Sachgebiet

PSAgA und

Rettungsausrüstungen

im Fachbereich

Persönliche Schutzausrüstungen

der

Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung

(DGUV). Ihre

Mission: Abstürze

verhindern.

Geländer schützen: 2020 stürzten bundesweit 760 Menschen von Dächern. Foto: Matthias Kessler

Im Jahr 2020 haben sich bundesweit

760 369 Arbeitsunfälle

ereignet. Das sind rund 110 000

weniger als 2019. Als Absturzunfälle

listet die Deutsche Unfallversicherung

in ihrem Jahresbericht

fürs Jahr 2020 knapp

35 000 Unfälle auf. Dabei starben

60 Menschen. In 31 Prozent

aller meldepflichtigen Absturzunfälle

fielen die Menschen

von Leitern und Tritten (10 988

Fälle), 6973 Frauen und Männer

fielen von Treppen, 5423 von

Lkw- und Ladeflächen und 760

von Dächern, wobei viele der

Todesfälle in Verbindung mit

Dächern stehen.

finieren, was passieren kann,

wenn man ein Dach besteigt.

Nur wenn durch diese Beurteilung

der Einsatz einer Absturzsicherung

und einer Auffangeinrichtung

ausgeschlossen

wurden, kann die dritte Variante,

die Arbeiten mit einer persönlichen

Schutzausrüstung gegen

Absturz, kurz PSAgA, zum

Tragen kommen. Tanja Kopp:

„Aber nur dann. Denn das Arbeitsschutzrecht

erlaubt diese

Möglichkeit allein aus rein finanziellen

Gründen nicht.“

Zwei Meter Abstand

Eine wirkungsvolle Absicherung

hat nicht nur ihren Preis,

sondern muss auch sinnvoll angebracht

werden. Wichtig ist,

dass die installierte Anschlagseinrichtung,

die Ösen, in denen

man die Karabiner der Schutzausrüstung

klicken lässt, für die

PSAgA ungehindert und frei zugänglich

ist. Denn kommt zum

Beispiel später zusätzlich noch

eine PV-Anlage dazu, funktioniert

es nicht mehr wie vorgesehen

und es kann zu Unfällen

kommen.

Wer eine eigene

Ausrüstung

benutzt, darf

niemals alleine auf

dem Dach arbeiten.

Tanja Kopp

DGUV

Denn kommt man näher als

zwei Meter an die Dachkante

heran, befindet man sich automatisch

im gesetzlich definierten

absturzgefährdeten Bereich.

Hier machen auch die Anschlageinrichtungen

keinen Sinn.

Tanja Kopp: „Die Anschlageinrichtungen

müssen außerhalb

dieser Gefahrenzone fest auf

dem Dach befestigt und einmal

im Jahr von einem Sachkundigen

geprüft werden.“

Doch wer darf denn eigentlich

nun mit einer Schutzausrüstung

gegen Absturz aufs Dach?

Tanja Kopp: „Alle Personen, die

eine besondere Unterweisung

bekommen und die sichere Benutzung

der PSAgA in Theorie

und Praxis erlernt haben.“ Bei

Nichteinhaltung der Maßnahmen

drohen mitunter saftige

Geldbußen. Tanja Kopp: „Wer

eine persönliche Schutzausrüstung

gegen Absturz benutzt,

darf niemals allein auf dem

Dach arbeiten, sondern braucht

immer einen Partner, der ihn im

Fall eines Absturzes aus der unglücklichen

Lage befreien

kann.“

Denn spätestens nach etwa

15 Minuten muss eine bewegungslos

im Auffanggurt hängenden

Person gerettet sein, da

sonst nicht selten schwere gesundheitliche

Folgen, mitunter

auch ein Hängetrauma auftreten

können, bei dem das Blut in den

herabhängenden Körperteilen

versackt.

Für Rainer Lochmüller sprachen

auch noch andere Gründe

dafür, sich für ein umlaufendes

Geländer statt für die in das

Dach getriebene Bolzen zu entscheiden:

„Mitunter können diese

Anschlagvorrichtungen den

Boden beschädigen und wasserdurchlässig

sein.“ Die Folge: Das

Dach wird anfällig, die Dämmschicht

feucht und zusätzliche

Reparaturkosten sind letztendlich

nur eine Frage der Zeit. Und

das waren für ihn bereits bei der

Planung keine allzu schönen

Aussichten. [!] Stefan Loeffler


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

57

Bei Meißner, einem der ältesten Hersteller von Schutzausrüstungen gegen Absturz, steht Qualität an erster Stelle.

Fotos: BlendePi Photography

Hans-Peter Jakob + Firma Meißner

Seit 110 Jahren Schutz in luftiger Höhe

Der Familienbetrieb feiert in diesem Jahr

sein 110-jähriges Jubiläum. Die Meißner

Sicherheitstechnik GmbH aus Ulm ist einer

der ältesten Hersteller Deutschlands für

persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

(PSAgA).

Zum Kundenkreis der Firma Meißner gehören

unter anderem führende Windkraftunternehmer,

Anlagen- und Freileitungsbauer,

Photovoltaikanlagenbauer und Mobilfunkanbieter

sowie große Energieversorger.

„Wir stellen in unserer hauseigenen Werkstatt

mit modernsten Produktionsmaschinen und

in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden

praxisorientierte, hochwertige Sicherheitsprodukte,

wie zum Beispiel Vertikale

Steigschutzsysteme (VSS) oder Horizontale

Sicherungssysteme (HSS), Auffanggurte,

Sicherheitsseile, Seilkürzer und Anschlagskonstruktionen

her“, erklärt Caroline Liebler,

die mit ihrem Ehemann Stefan Liebler in vierter

Generation die Geschäfte der Meißner

Sicherheitstechnik GmbH führt.

Die Sicherungssysteme werden nach Vorgaben

und Anforderungen der Kunden geplant

und entwickelt, produziert und dann vor Ort

montiert. Die Qualität und jahrzehntelange

Kompetenz sind Gründe dafür, dass Weltunternehmen

zu den Kunden zählen.

Im Jahr 2016 trat Meißner mit dem Aufbau

der Niederlassungen in Cottbus, Neubrandenburg

und Pirmasens in das Geschäft der

Windkraftanlagen ein. Durch die breite Aufstellung

ist der Familienbetrieb weniger

krisenanfällig. Das Unternehmen rüstet die

Arbeiter an Windmühlen, Strommasten oder

Antennen nicht nur mit modernster, zum Teil

patentierter Sicherheitstechnik aus, sondern

zeigt diesen auch, wie man damit umgeht.

So bietet die Firma Meißner Sicherheitstechnik

GmbH praxisorientierte und sachkundige

Schulungen nach BGG 906 / DGUV

Regel 112-198 / DGUV Regel 112-199 an.

Ebenso führt das Unternehmen die gesetzlich

vorgeschriebene jährliche Überprüfung

von Absturzsicherung, PSA, Befahranlagen,

Steigschutz, Leitern und Lastenwinden

durch.

Unter das Kapitel Innovation fällt auch die Entwicklung

einer eigenen Meißner Service-App.

Diese ermöglicht dem User per Smartphone

direkt mit dem Kunden zu kommunizieren und

damit papierlos und ohne Zeitverlust den Zustand

der Sicherheitseinrichtungen von geprüften

Anlagen mitzuteilen.

Meißner Sicherheitstechnik GmbH

August-Nagel-Straße 21

89079 Ulm-Einsingen

Tel.: 07305 9635-0

E-Mail: info@meissner-ulm.de

www.meissner-ulm.de

Familienunternehmen

in vierter

Generation

Das Unternehmen

wurde 1910 in

Potsdam-Babelsberg

von Arthur Meißner als Sattlerei gegründet.

1927 brachte er „Meißners Sicherheits-Riemen“

auf den Markt, gedacht zum Einsatz auf

Telegrafenmasten. Das war der erste

Meilenstein auf dem Weg zum Hersteller von

persönlicher Sicherheitsausrüstung gegen

Absturz. Sohn Diethard Meißner siedelte die

Firma noch vor dem Mauerbau nach Ulm um.

Regina Meißner, Enkelin des Gründers, und ihr

Ehemann, der Metallfachmann und Oldtimer

Liebhaber Hermann Glöckler bauten das

Produktsortiment aus und firmierten fortan

unter Meißner Sicherheitstechnik GmbH.

Mehrere Umzüge der Produktionsstätte

wurden aus Expansionsgründen notwendig,

zuletzt im Jahr 2002 an den heutigen Standort

in der August-Nagel-Straße 21 in

Ulm-Einsingen.

Tochter Caroline Liebler, mittlerweile

geschäftsführende Gesellschafterin, führt mit

ihrem Mann Stefan Liebler das Unternehmen

in vierter Generation.

Foto: BlendePi Photography Hans-Peter Jakob


unternehmen [!] LEBEN 59

Vorliebe für Oldie-Paare

Die private Seite Der Ulmer Unternehmer H. Werner Utz ist seit Kindesbeinen Autofan,

ehemaliger Rennsportler und seit Jahrzehnten leidenschaftlicher Sammler – mit einem

ungewöhnlichen Ansatz an einem ungewöhnlichen Ort: in einem umgebauten Kuhstall.

Coupé oder Cabrio, das

ist nicht die Frage. Jedenfalls

nicht für den

Ulmer Unternehmer H.

Werner Utz, der in seiner Oldtimersammlung

von jedem Modell

beide Versionen hat. Diese

klare Zielsetzung gab es zunächst

nicht. Stattdessen Liebe

auf den ersten Blick für einen

Jaguar Baujahr 1968, den er im

Sommer 1994 bei einem Autohändler

in Locarno entdeckte.

Zu dieser Zeit hatte Utz bereits

ein Faible für diese Marke.

Er fährt auch als Geschäftswagen

einen Jaguar. Die Uzin Utz

AG wird inzwischen von seinen

Die Passion

für Oldtimer

kam später hinzu.

H. Werner Utz

Autofan und Sammler

Söhnen Philipp und Julian sowie

einem weiteren Vorstand geführt,

aber als Vorsitzender des

Aufsichtsrats ist er noch zweibis

drei Mal pro Woche in seinem

Büro. Mehr als dreißig Jahre

führte der promovierte Betriebswirt

die Geschäfte, formte

aus einem kleinen

Klebstoffhersteller einen Komplettanbieter

fürs bodenverlegende

Handwerk, brachte das

Familienunternehmen an die

Börse und entwickelte es zu einem

Vorreiter in der Branche in

Sachen ökologischer und sozialer

Nachhaltigkeit.

Leidenschaft für Autos entdeckte

er früh, als junger Mann

fuhr er Rundrennen. „Die Passion

für Oldtimer kam erst später

Werner Utz in einem umgebauten Kuhstall inmitten seiner Kostbarkeiten. In seiner Sammlung stehen

überwiegend englische Modelle, wie der Jaguar E-Type (Bild unten).

Fotos: Volkmar Könnecke

hinzu – ähnlich wie es oft mit

klassischer Musik und gutem

Wein ist“. Nach dem Spontankauf

seines ersten Oldtimers erwarb

er dasselbe Modell, um ein

Ersatzteillager zu haben. Innerhalb

von zwei Jahren wuchs die

Sammlung auf zwölf Fahrzeuge.

Da entstand aus der Idee „Ersatzteillager“

das außergewöhnliche

Ziel der Sammlung: Pärchen

zu sammeln und von jedem

Modell sowohl das Coupé, als

auch das Cabrio zu besitzen.

Das ist ihm bis auf eine Ausnahme

gelungen: von einem Aston

Martin, BJ 1958, ein Auto, das

nur 111 Mal vom Band lief, fehlt

Werner Utz an einem Jaguar XK 120. Von dieser Ausführung des Aston-Martin-Modells (links unten) gibt es weltweit nur drei Stück.


60

LEBEN unternehmen [!]

Von Bohnerwachs zu Bau-Chemie

Mit so einem Glas 1300 GT fuhr Utz früher Rundrennen.

FOTOS VOLKMAR KÖNNECKE

Schöne Details: die Rückleuchten des Glas 1300 GT und die

Einfüllöffnung für Kühlwasser eines Jaguar.

1978 trat Dr. H. Werner Utz

in den väterlichen Betrieb ein.

Zwei Jahre arbeitete er mit seinem

Vater zusammen. Doch

die beiden waren sehr unterschiedlich.

H.Werner Utz’Umgang

mit den Mitarbeitern, seine

offene Kommunikation und

seine Personalentscheidungen

waren geprägt von seiner Persönlichkeit

und seinem Studium

an der Uni München mit

dem Schwerpunkt Arbeits-und

Organisationspsychologie.

Nach dem Ausscheiden seines

Vaters stellte er frühzeitig auf

lösungsmittelfreie Produkte

und eine nachhaltige, ökologische

Produktion um. 1997

brachte er das Familienunternehmen

an die Börse und stellte

sich mit ergänzenden Übernahmen

breiter auf. 2016

wechselte er in den Aufsichtsrat

der Uzin Utz AG, dessen

Vorsitzender er ist.

Angefangen hatte sein Großvater

1911 mit der Herstellung

chemischer Produkte in Wien.

Nach der Übersiedlung nach

Ulm 1919, produzierte er Bohnerwachs,

Schuhcreme und

Seifenpulver, bis sein Vater im

Jahr 1948 mit der Anmeldung

der Marke Uzin den Grundstein

der Klebstoffära legte. Heute

ist das Unternehmen (Jahresumsatz

384 Millionen Euro,

1335 Mitarbeiter) Marktführer

im Bereich bauchemischer Systemprodukte

für den Boden.

ihm bis heute das Cabrio.

Die Sammlung ist englisch

geprägt mit Klassikern von Jaguar

und Aston Martin. Aber es

finden sich auch andere Schätzchen

wie zwei Glas 1300 GT,

zwei Saab-Modelle, ein Lotus

Elan und zwei neuere Jaguar

XK. „Die Form dieser beiden

Modelle ist einfach gelungen,

die beiden werden absehbar

Oldtimer“, sagt Utz. Der Glas

weckt Erinnerungen. „Genauso

ein Glas war mein erstes eigenes

Auto mit dem ich in den

60er und 70er Jahren Rundstreckenrennen

gefahren bin. Und

das Saab-Pärchen ist etwas ganz

Besonderes. Von Kennern werde

ich auf diese Marke am meisten

angesprochen“.

Für seine Sammlung wird

selbst der ehemalige Kuhstall

mit Werkstatt und Hebebühne,

der zu seinem Herrenhaus aus

dem 18.Jahrhundert gehört, langsam

zu klein. Utz und seine Frau

Sabine Gum erwarben das restaurierungsbedürftige

Anwesen

2002. Heute ist es ein

Schmuckstück.

Mitarbeiter

dürfen Jaguar

MK V fahren.

H. Werner Utz arbeitet selbst in

der Werkstatt und schraubt. Das

überrascht, entspricht aber seinem

unprätentiösen Umgang

mit den Oldtimern. „Den ersten

Oldtimer habe ich mit professioneller

Unterstützung in eineinhalb

Jahren restauriert. Es sind

Alltagsautos – in jeder Hinsicht.

Ich kaufe keine exklusiven Fahrzeuge

und es sind für mich keine

Ausstellungsstücke“. Einladungen

wie beispielsweise zum

Concours d’Elegance lehnt er

daher ab. „Die Autos aus der

Sammlung waren von 1998 bis

2005 bei Oldtimerausfahrten im

Einsatz und mit Roadbook und

Programm das Highlight für

Kunden und Partner des Unternehmens.

Die beiden Jaguar MK

V stehen noch heute allen Mitarbeitern

zur Verfügung die

„sich trauen“, sagt Utz. Zwei

wunderschöne Hochzeitsautos.

Ein Lancia Coupé, Baujahr 1948,

das für den Turiner Autosalon

nur drei Mal gebaut wurde, ist

das älteste Fahrzeug seiner

Sammlung, zu der nur Nachkriegsklassiker

gehören.

Die jährliche Wertsteigerung

seiner Sammlung ist höher als

die Kosten für Unterhalt und

Pflege, aber das ist für den Oldtimerliebhaber

Utz kein Kriterium.

Er genießt Ausfahrten im

Freundeskreis, die mittlerweile

die Teilnahme an Oldtimer Rallyes

abgelöst haben, das Sammeln

und Restaurieren. Von fast

allen seinen Oldtimern kennt er

die Namen der Erstbesitzer und

den Ort der Erstzulassung. Beide

sind international, erzählen

Geschichte und Geschichten

und die sind so interessant wie

die Sammlung und sein Besitzer.


Sigrid Balke


spezial

Tagungen &

Events

Professionell geführte und

außergewöhnliche Locations

und Dienstleister aus Ulm und

Umgebung stellen sich vor.

+19

EXTRA-

SEITEN


62

SPEZIAL unternehmen [!]

Restart mit

neuen Formaten

Tagungen und Kongresse Innovative Formen wie hybride und dezentrale Veranstaltungen

sind angesichts des vielschichtigen Wandels immer mehr gefragt.

FOTO: © ENGEL.AC/SHUTTERSTOCK.COM

Formate für Kongresse und Messen im realen Raum verlangen nach kreaitiven Lösungen. Forscher gehen davon aus, dass das analoge

Die Corona-Pandemie

mit den einhergehenden

Kontaktbeschränkungen

hat der Branche

für Tagungen, Kongresse und

Messen einen herben Schlag

versetzt. Aber sie hat auch eine

Entwicklung beschleunigt, die

sowieso in Gang gekommen ist.

Geschäftsmodelle, für die Kreativität

und Neuerungen schon

bisher ständige Begleiter waren,

werden Themen wie dem demografischen

Wandel und den damit

einhergehenden Bedürfnissen

älterer Menschen, der Nachhaltigkeit,

sich ändernder Mobilität

und weiterer

Internationalisierung Rechnung

tragen müssen.

Rückkehr der Kongresse

Die Ulm/Neu-Ulm Touristik

GmbH (UNT), die Tagungs- und

Kongressveranstalter in der

Doppelstadt und der Region unter

anderem bei der Vermittlung

von Tagungsstätten, Zimmern,

Organisation und Begleitprogramm

unterstützt, hat festgestellt,

dass trotz der Lockerungen

bis zum Spätsommer 2021

noch keine neuen größeren Veranstaltungen

gebucht wurden.

Was vor allem ab Frühjahr 2022

in den Donaustädten und Umgebung

wieder stattfindet, seien

„Tagungen, Kongresse und Messen,

die aufgeschoben worden

sind“, sagt Susanne Baumann

von der UNT.

Weniger Besucher als früher

hätten aber schon vor der Pandemie

große Messen wie die

„Leben – Wohnen – Freizeit“ angelockt.

Nachfragen für kleinere

Tagungen und Treffen gibt es

jedoch schon. Was in Ulm und

Umgebung alles möglich ist, finden

Ausrichter von Messen,

Kongressen und Events beispielsweise

auf der UNT-Internetseite

tagen.ulm.de auf einen

Klick.

Wie kann es weiter gehen,

wie kann die Branche wieder

Boden unter die Füße bekommen?

Gemeinsam mit dem

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft

und Organisation

IAO untersucht derzeit das German

Convention Bureau (GCB)

e.V. mit Sitz in Frankurt am

Main, das sich in Deutschland

Teilnehmer

sollen wählen

können, wie sie

eine Veranstaltung

besuchen können.

als Impulsgeber der Veranstaltungsbranche

sieht, die Herausforderungen

der Post-Corona-Epoche

im Forschungsprojekt

„Future Meeting Space

2021“ unter der Annahme, dass

das Ökosystem von Veranstaltungen

sich massiv und nachhaltig

verändern wird. Der Forschungsverbund

Future Meeting

Space identifiziert Einflussfaktoren

und

Wirkungszusammenhänge sowie

die aus dieser Veränderung

entstehenden Möglichkeiten

und Chancen. Die Ergebnisse

der Studie sollen bis Ende des

Jahres vorliegen.

Eines der zehn untersuchten

Handlungsfelder sind die Veranstaltungsformate.

Denn nach

wie vor stehen bei Teilnehmern

einer Veranstaltung laut Studie

vor allem das Netzwerken, der

Wissenstransfer sowie das Erlebnis

im Vordergrund. Um diese

drei Faktoren sowohl im virtuellen

als auch im physischen

und hybriden Kontext zu unterstützen,

werden zukünftig neue

Veranstaltungsformate entwickelt.

Die Teilnehmer sollen

wählen können, ob sie eine Veranstaltung

vor Ort oder virtuell

besuchen.

Vor allem Formate im realen

Raum verlangen daher nach

Kreativität und Innovation. Die

Forscher gehen davon aus, dass

das analoge Erlebnis trotz oder

gerade durch die Digitalisierung

aller gesellschaftlichen Bereiche

eine Renaissance erleben werde.

Aber auch davon, dass auch

nach der Pandemie virtuelle

Kommunikationsplattformen

dauerhaft integriert werden.

„VR/AR-Technologien werden

sich flächendeckend etablieren

und weiterentwickeln, um das

Erlebnis durch die Erweiterung

des realen Raumes zu stärken“,


63

FOTO: © ANDREY_POPOV/SHUTTERSTOCK.COM

Erlebnis trotz oder gerade durch die Digitalisierung eine Renaissance erleben werde.

heißt es. Dazu kommt: Das Sicherheits-

und Gesundheitsbewusstsein

ist in jüngster Zeit

stark gewachsen.

Die zunehmend international

geprägten Sektoren von Wissenschaft

und Wirtschaft haben

also einen wachsenden Bedarf

an Vernetzung und damit an diversen

Kooperationstechnologien

wie Audio- und Videokonferenzen

auch bei Tagungen und

Kongressen zur Folge. Interaktive

Technologien werden noch

mehr als bisher die Teilnehmer

digital und in Echtzeit in den Tagungsablauf

einbinden.

Besserer CO2-Fußabdruck

Bei dezentralen und hybriden

Events handelt es sich zum Beispiel

um Tagungen, die gleichzeitig

an mehreren Orten stattfinden.

So kann beispielsweise

in jedem Tagungsort abwechselnd

ein Livepart stattfinden,

der in die anderen gestreamt

wird. All dies ist auch über die

Region hinaus und länderübergreifend

möglich.

Im Sinne der Nachhaltigkeit

kann so auch die Anreisemobilität

verringert werden. Schließlich

entfallen bei Veranstaltungen

wie Tagungen oder Seminaren

nicht weniger als 80 Prozent

der CO 2

-Emissionen auf die Anund

Abreise. Aber auch technologische

Entwicklungen beeinflussen

die An- und Abreise zu

den Veranstaltungsorten sowie

die Mobilität vor Ort.

Die Verbindung unterschiedlicher

Verkehrsmittel zu einer

Mobilitätskette, buchbar über

digitale Plattformen, sehen die

Forscher da im Vordergrund.

Teilnehmer sollen in Zukunft

„noch schneller, sicherer und

ökologisch verantwortbarer jeden

Ort der Erde erreichen können“,

heißt es in der GBC-Studie.

Im Tagungs- und Kongressort

Ulm und Umgebung setzt

man da unter anderem auch auf

die Fertigstellung von „Stuttgart

21“ und der damit schnelleren

Anbindung an die Landesmesse.

Denn eines ist klar: Die Veranstaltungsstätten

wollen wieder

mehr Kongresse und Messen

vor Ort haben und Kunden

zurück gewinnen.

Veränderungen in der Arbeitswelt

werden auch die Veranstaltungslandschaft

nachhaltig

prägen, meinen die Forscher:

„Durch die hohe Flexibilisierung

lassen sich beispielsweise

neue Zeitfenster für Events etablieren“

– Early-Bird-Formate

statt Abendveranstaltungen.

Angesichts der wachsenden

Zahl von Senioren, die in Zukunft

Tagungen, Kongresse und

Messen besuchen werden, werde

sich die Branche – so die

GBC-Zukunftsstudie – auf diesen

Wandel einstellen müssen,

etwa hinsichtlich der Zusammensetzung

der Belegschaften

und Teams in Tagungsgebäuden

sowie deren spezifischen kulturellen

Fähigkeiten.

Kreative Lösungen

Blick Donau-abwärts nach Bayern:

Auf die Herausforderung

der Corona-Pandemie hat beispielsweise

die Regensburg

Tourismus GmbH bereits im

April 2020 mit einer Destination-Management-Organisation

als erste dieser Art in Bayern reagiert,

und zwar in Form eines

dezentralen, digitalen

Streaming events. Dieses mit

Partnern in kürzester Zeit umgesetzte

Projekt wurde für den

Tagungspool

Ulm/Neu-Ulm Touristik

GmbH Das städtische

Tochterunternehmen UNT

bietet über seinen Tagungspool

– im Internet

unter tagen.ulm.de – Unterstützung

bei der Planung

von Kongressen, Messen

und Events. Dort gibt es

eine Übersicht zu Locations,

Rahmenprogramm,

Beratungsmöglichkeit und

sonstigen Service.

Bayerischen ADAC-Tourismuspreis

nominiert. Aber das rein

digitale Onlineevent für Meeting,

Incentives, Congresses und

Events, davon waren auch die

Regensburger von Anfang überzeugt,

konnte nur ein erster

Schritt sein. Ziel müsse sein, so

schnell wie möglich wieder

Liveveranstaltungen zu gestalten.

Aus dieser Überlegung heraus

entstand auch bei ihnen früh

die Idee der dezentralen, hybriden

Veranstaltungen. [!]

Werner Gallbronner


64 RESSORT unternehmen [!]

Bootshaus | Settele Catering

Ulm

Fotos: Barfüßer, Shutterstock, Adobe Stock, Fotolia

EVENT CATERING

Catering | Messen | Exklusive Locations

Diese 3 Kernbereiche stehen für Settele

Event & Catering aus Neu-Ulm.

Als familiengeführtes Unternehmen und

Gastgeber aus Leidenschaft verwöhnen wir

Sie und Ihre Gäste mit immer neuen kulinarischen

Highlights.

Gerade für Business- und Messecatering

haben wir Einiges zu bieten – ein breites &

langjähriges Erfahrungsspektrum in diesem

Bereich lassen uns zu Ihrem professionellen

Partner werden – fragen Sie unverbindlich

an! Wir richten Veranstaltungen

bis zu 10.000 Personen aus, natürlich mit

jeweiligem Corona-Sicherheitskonzept.

Kurze Entscheidungswege, perfekte Planung,

reibungslose Abläufe und ein professionelles

Team mit Herz und Liebe zum Detail

zeichnen uns aus.

Private Feiern & Hochzeiten zählen

ebenfalls zu unseren Spezialitäten. Wir betreuen

„unsere“ Brautpaare & Jubilare

ganzheitlich und sorgen sprichwörtlich für

einen der schönsten Tage im Leben!

BOOTSHAUS ULM

für Veranstaltungen buchbar!

Settele Event & Catering betreut exklusiv

das Bootshaus Ulm!

Verbringen Sie hier in einem unvergleichlichen

Ambiente auf der Donau unvergessliche

Stunden! Bezaubern Sie auf dem

Bootshaus Ihre Gäste oder Kunden mit

auserlesenen Köstlichkeiten aus unserer

Küche. Gepaart mit unserem engangierten

Service-Personal wird Ihre Veranstaltung

zu etwas Besonderem, das sicher in bester

Erinnerung bleibt.


unternehmen [!] RESSORT 65

regadi | Settele Catering

Neu-Ulm

Fotos: Barfüßer, Shutterstock, Adobe Stock, Fotolia

Tipp: Fragen Sie bereits jetzt Ihre Weihnachtsfeier

auf dem Bootshaus Ulm an!

BETRIEBSCATERING

regadi Betriebs- und Messegastronomie

regadi kümmert sich um das Wohlsein Ihrer

Mitarbeiter, und zwar direkt in Ihrem

Betriebsrestaurant.

Frische, regionale & saisonale Zutaten, ohne

Zugabe von künstlichen Geschmacksund

Konservierungsstoffen und frische

Zubereitung der täglichen Gerichte für Sie

und Ihre Mitarbeiter sind für uns eine

Selbstverständlichkeit. Zugeschnitten auf

Ihre Bedürfnisse und Wünsche verköstigt

die für Sie zuständige Küchen-Crew Ihre

Mitarbeiter auf Restaurant-Niveau – jeden

Tag! Flexible Abrechnungsmodalitäten,

bargeldlose Bezahlsysteme, eine eigene

App zur Bestellung der täglichen Menüs,

sowie Automaten-Services vervollständigen

unser Angebot. Auch hier laden wir

Sie herzlich ein, eine unverbindliche Anfrage

an uns zu stellen!

Wir freuen uns auf Sie und Ihre Gäste, egal

ob Business-, Messe-, Betriebs- oder Privatcatering!

KONTAKT

Eder Catering Company GmbH

Dornierstraße 11 · 89231 Neu-Ulm

T +49 731 834-56

@ info@settele-catering.com

I www.settele-catering.com

I www.regadi-bertriebscatering.com

I www.bootshaus-ulm.events


66 RESSORT unternehmen [!]

Bantleon Forum

Ulm

DAS BANTLEON FORUM

IST FÜR SIE DA!

Wir haben für unser Bantleon Forum ein

Bestuhlungskonzept erstellt, welches den

Anforderungen der aktuellen Corona-VO

entspricht. Die Räume können ab sofort

wie folgt ausgelastet werden:

Großes Forum: 22 Sitzplätze

Kleines Forum: 10 Sitzplätze

Berblinger Räume: 6 Sitzplätze

In allen Räumen ist nur die Anzahl an

Stühlen laut Vorgabe vorhanden.

Der Schulungsbereich ist von den Räumlichkeiten

der Hermann Bantleon GmbH

getrennt und kann über den separaten

Eingang des Forums genutzt werden.

Zudem sind vor den Schulungsräumen

sowie im Treppenhaus Handdesinfektionsmittelspender

vorhanden.

Unser Cateringbereich bietet Platz für

28 Personen. Das Cateringkonzept

entspricht den aktuellen Hygienestandards.

Bitte senden Sie Ihre Anfrage an

forum@bantleon.de oder telefonisch an

0731 / 3990 – 130.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Mehr Infos finden Sie unter:

www.bantleon-forum.de

Unsere hauseigenen Veranstaltungen finden

Sie ebenfalls auf unserer Hompage!

Besuchen Sie uns im Bantleon Forum!

KONTAKT

Bantleon Forum für Wissen & Dialog

Blaubeurer Straße 32 · 89077 Ulm

T +49 (0)731 39 90-130

@ forum@bantleon.de

I www.bantleon-forum.de


unternehmen [!] RESSORT 67

Bodensee-Hotel Sonnenhof

Kressbronn

HERZLICH WILLKOMMEN

IM SONNENHOF!

Sehen, Sprechen, Treffen – Sicheres Tagen

im Sonnenhof. Normalität im wunderschönen

Ambiente mit einem bestmöglichen

Hygienekonzept. Besondere Zeiten

erfordern besonderes Engagement. Der

Wunsch nach wieder etwas mehr Normalität

ist groß. Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis

bleibt.

Deshalb stellen wir uns – das gesamte Sonnenhof­Team

– der großen Herausforderung,

unseren Gästen einen sicheren und

unvergesslichen Aufenthalt zu ermöglichen.

Mit Charme, Wertschätzung, Freundlichkeit,

Qualität und Zuverlässigkeit.

Kombinieren Sie Ihre Präsenz­Veranstaltung

im kleinen, sicheren Kreis im Sonnenhof mit

der virtuellen Teilnahme weiterer Personen

per Live­Stream. Mit bester (Tagungs­)

Technik und unserem Know­How, machen

wir aus Ihrer Veranstaltung zwei großartige

Erlebnisse. Bringen Sie mit uns zusammen

was zusammengehört und fühlen Sie sich

bei uns wohl – mit Sicherheit.

Weitere, detaillierte Informationen unter:

sonnenhof-bodensee.de/tagung

KONTAKT

Bodensee­Hotel Sonnenhof

Sonnenhof 8

88079 Kressbronn

T +49 7543 500 220

@ info@sonnenhof­bodensee.de

I www.sonnenhof­bodensee.de

Ihre Ansprechpartnerin: Romy Lemke


68 RESSORT unternehmen [!]

BellaVista

Ulm

LOCATIONS – EVENTS – CATERING

Der Anlass ist da, die Gäste sind geladen, da kompetente Unterstützung gibt. In unseren

Locations wie dem BellaVista, dem

doch wie wird daraus jetzt ein unvergessliches

Event? Viele Locations, gutes Essen LAGO, dem WILEY CLUB mit unserem neuen

BarrelHouse, wie auch bei individuellen

und kreative Ideen bieten die Veranstaltungs-Profis

von gastroevents, die ihre Caterings, steht Ihnen unser professionelles

Team von der Anfrage bis zur Durch-

Kunden bei der Planung und Durchführung

gerne unterstützen – professionell führung zur Seite. Alle Mitarbeiter sind im

und individuell.

eigenen Schulungszentrum ausgebildet

worden und somit optimal vorbereitet, die

Einen Event zu planen ist eine ziemlich unterschiedlichsten Veranstaltungen und

große Herausforderung. Wie gut, dass es Feierlichkeiten professionell zu begleiten.

Das breite und stets frisch zubereitete kulinarische

Angebot soll Gäste nicht nur

satt machen, sondern Ihnen das Essen als

genussvolles Geschmackserlebnis anbieten.

Neben hausgemachter Pasta stehen

dabei deswegen auch selbstgebrautes

Bier und Apfelsaft von eigenen Streuobstwiesen

auf der Speisekarte.

Gerne gestalten wir Ihnen ein stimmungsvolles

Ambiente mit individueller Deko,

hochwertiges Ambiente & effektvolle Beleuchtung.

Dies geschieht in Kooperation

mit von uns ausgewählten Partnern.


unternehmen [!] RESSORT 69

WILEY CLUB

Neu-Ulm

Auch für einen stilvollen Ausklang ist gesorgt:

Dank des Kooperationspartners

LAGO hotel & restaurant am see können

auf Wunsch auch Hotelzimmer angeboten

werden. Das mehrfach ausgezeichnete

Haus liegt direkt an einem Natursee im

Naherholungsgebiet Friedrichsau in Ulm,

nur fünf Minuten von der Innenstadt entfernt.

Kapazität bis zu 15.000 Personen

Angebot

Eigene Locations

Individuelles Catering

Geschultes Serviceteam

Professionelle Partner für Dekoration,

Licht- und Soundtechnik, etc.

Kompetenter Ansprechpartner vor Ort von

der Begrüßung bis zur Verabschiedung

Eventplanung/-management

Unsere Locations

BellaVista, LAGO, WILEY CLUB &

BarrelHouse und viele mehr!

KONTAKT

gastroevents GmbH & Co. KG

Steinbeisstraße 7

89079 Ulm

T +49 (0)731 71 57 90 81

@ j.nassall@gastroevents-ulm.de

I www.gastroevents-ulm.de

„Sie haben einen Anlass –

wir machen daraus einen

besonderen Event.“

Julia Nassall,

Leitung Verkauf


70 RESSORT unternehmen [!]

Seeberger Genusswelt

Ulm

TAGEN UND FEIERN MIT

GENUSS!

Kleines Meeting, große Tagung oder individuelles

Event – in der Seeberger Genusswelt

wird jeder Anlass zum Genuss!

Durch flexible Bestuhlungs- und Ge staltungs

möglichkeiten lassen sich die modernen

Tagungsräume auf Ihre Bedürfnisse anpassen.

Besprechungen im kleinen Kreis bis

hin zur großen Firmenfeierlichkeit – kommen

Sie gerne mit Ihren Wünschen auf uns zu. Alle

Räume verfügen über Tageslicht, eine Belüftungsanlage

sowie modernste Technik für

Tagungen, Vorträge und Events. Der Multimediaraum

ist technisch speziell für Gruppen-

Videokonferenzen ausgelegt. Eine gute Verkehrsanbindung

und kostenfreie Parkplätze

sorgen für eine entspannte An- und Abreise.

Ob Kochschule, Barista-Schulungszentrum

oder Restaurant mit Außenbereich: Die Seeberger

Genusswelt bietet neben den

Tagungs räumen zahlreiche weitere Möglichkeiten

für unvergessliche Veranstaltungen

und ein außergewöhnliches genussvolles

Rahmenprogramm.

Das Genusswelt-Team macht Ihr Event auch

zum kulinarischen Erlebnis: Von der Konferenzraumverpflegung

bis hin zum Galadinner

– wir sorgen zu jedem Anlass für Hochgenuss.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

KONTAKT

Seeberger Genusswelt GmbH

Hans-Lorenser-Straße 20

89079 Ulm/Donautal

T +49 731 4093 6000

info@seeberger-genusswelt.de

www.seeberger-genusswelt.de


unternehmen [!] RESSORT 71

Hotel-Wirtshaus-Brauerei Klingenstein

Blaustein

Das Hotel-Wirtshaus-Brauerei Klingenstein

in Blaustein ist Ihr ideales Tagungs- und

Veranstaltungsdomizil für bis zu 100 Personen.

Sechs verschiedene, variabel miteinander

kombinierbare Räumlichkeiten von

26 m² bis 104 m² bieten Flexibilität für kleine

und große Tagungen, Workshops und

Veranstaltungen. Moderne Tagungstechnik

wie LCD-Fernseher mit Click-Share-Anschluss,

Beamer, Magnetwände, kostenloses

High-Speed-WLAN, Tageslicht und direkter

Zugang ins Freie ist genau das, was

Sie suchen. Attraktive Tagungspauschalen,

professionelle Betreuung, schwäbische

Küche im historischen Wirtshaus und ein

Holzhotel mit 63 Zimmern der gehobenen

Kategorie sorgen für die perfekte Veranstaltung.

Kostenfreie Parkplätze sind direkt

am Haus vorhanden. Das besondere Highlight:

Passend zum nahegelegenen Ursprung

der Bäche Blau und Lauter brauen

wir hier unser Bier. Das Klingenstein Quellfrisch

ist eine Eigenkreation angelehnt an

ein altes, wiederentdecktes Rezept. Insgesamt

brauen wir acht verschiedene Biere –

drei handwerksfrische Sorten und fünf

Craftbiere. So wird Ihre Tagung zu einem

unvergesslichen Erlebnis.

KONTAKT

Hotel Wirtshaus Brauerei Klingenstein

Klingensteiner Gastronomie

GmbH & Co. KG

Ulmer Straße 30

Ansprechpartner: unser Rezeptionsteam

T +49 (0)7304 43699-0

F +49 (0)7304 43699-25

@ info@klingenstein.online

I www.klingenstein.online


72

RESSORT unternehmen [!]

OrangeCampus Conference Center

Neu-Ulm

„WEITERENTWICKLUNG

BRAUCHT RAUM“ – WIR

BIETEN IHNEN RÄUME.

Das Conference Center im OrangeCampus

ist Ihr Raum für Meetings und Konferenzen

auf einem neuen Level. Das Zusammenspiel

modernster Kommunikationstechnik,

interaktiver Medien, variabler Ausstattung

und kreativer Raumkonzepte ist bereits

einzigartig. Dazu finden Sie uns an der

Schnittstelle zwischen Profi-Sport, High-

End-Workout und lässiger Gastronomie –

alles barrierefrei direkt an der Donau und

im Herzen der Zweilandstadt gelegen. Wir

bieten Ihnen hier alle Möglichkeiten, Ihr

Projekt effizient umzusetzen.

Wenn Sie Schulungen, Klausurtagungen

oder kreative Kick-Offs in einem innovativen

Umfeld abhalten möchten, dann fühlen

Sie sich im OrangeCampus wohl. Und

wenn trotz all der modernen Meeting-Möglichkeiten

der Gesprächsstoff ausgeht,

dann gehen Sie einfach zwei Türen weiter

und stehen auf der Galerie des Main

Courts. Mit etwas Glück können Sie hier

den Basketball-Profis von ratiopharm ulm

beim Training zusehen.

Schon im OrangeCampus selbst bieten wir

Ihnen mit direktem Zugang zum Fitnessstudio

OrangeGym eine abwechslungsreiche

Ergänzung für Ihre Veranstaltung. Die

ganze Vielfalt entdecken Sie mit dem ersten

Schritt nach draußen. Starten Sie eine

Besichtigungstour entlang der Donau: Entweder

zur sehenswerten „Illerspitze“ oder

zum malerischen Fischerviertel mit urigen


unternehmen [!] RESSORT 73

OrangeCampus Conference Center

Neu-Ulm

Gasthäusern und kleinen Cafés. Der perfekte

Ausgleich nach einem erfolgreichen

Meeting.

Lässige Gastronomie für Ihre geplante Bewirtung:

Unser Uuulmer’s besteht aus einem

Indoor-Bereich für Frühstück, Lunch

oder Abendessen, sowie einen Biergarten

mit bis zu 120 Plätzen. Zusätzlich betreibt

das Uuulmer’s eine Café-Lounge mit

Snacks und kleinen Getränken. Der neue

kulinarische Treffpunkt in der Zweilandstadt

begeistert alle mit einer einzigartigen Atmosphäre.

Vom Apfelkompott bis Zanderfilet

legt das Uuulmer’s größten Wert auf hochwertige

und frische Zutaten. Unser Partner,

das Uuulmer’s, weiß aus Erfahrung, worauf

es bei Kongressen und Tagungen ankommt

und kreiert passende kulinarische Akzente

für qualitatives Kongress- und Tagungs-Catering.

Gerne stellen wir Ihnen für eine optimale

Planung Ihrer Veranstaltung das

Uuulmer’s Catering-Team zur Seite.

Sie kommen zu uns –

den Rest übernehmen wir.

KONTAKT

OrangeCampus Conference Center

Am OrangeCampus

Wiblinger Straße 37

89231 Neu-Ulm

Tel. +49(0)731 72558799

conference@orangeservice.one

www.orangecampus.one


74

RESSORT unternehmen [!]

ratiopharm arena

Neu-Ulm

ANGEBOT & SERVICE

Die ratiopharm arena bietet Ihnen viel

Raum für Ihre Veranstaltung.

Wir unterstützen Sie bei einem Hygienekonzept

und stellen Ihnen kompetente

Ansprechpartner für Ihre Veranstaltungsdurchführung

zur Seite.

NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN

Unsere Räume sind variabel und parallel

nutzbar. Auch eine teilweise Nutzung des

Halleninnenraums ist möglich. Ideal für

Vorträge und Tagungen.

BESONDERE MERKMALE

Großflächige Veranstaltungsräume

(Hallen innenraum, Foyer, Umlauf und

Business Club), Platzierung & Catering

mit der Einhaltung von Abstands- &

Hygiene regeln möglich, über 1.000

kosten freie Parkplätze, barrierefreie

Zugänge, groß zügige Anlieferungszonen,

modernste Lichttechnik, freie WLAN-

Nutzung, beste Voraussetzungen zur

Anbring ung von Eventtechnik, ständige

Betreuung durch ein erfahrenes Event-

Team.

KONTAKT

ratiopharm arena

Europastr. 25

89231 Neu-Ulm

T +49 (0)7 31 2 06 41-0

@ richard.king@ratiopharmarena.de

I www.ratiopharmarena.de

Ihr Ansprechpartner

Richard King,

Vermarktung

ratiopharm arena


unternehmen [!] RESSORT 75

Bildungsforum Kloster Untermarchtal

Untermarchtal

Rendering: LanzSchwagerArchitekten

Rendering: LanzSchwagerArchitekten

Foto: Achim Mende

BILDUNGSFORUM KLOSTER

UNTERMARCHTAL

Das neue Gäste- und Tagungshaus

St. Maria, welches im Frühjahr 2022 eröffnet,

setzt zukunftsweisende Akzente

für modernes Tagen von Gruppen aus Wirtschaft,

Politik, Kirche, Vereinen und Verbänden.

In ruhiger Lage entstehen auf dem

Oberen Klosterhof 30 neue Gästezimmer

und 4 flexibel nutzbare Tagungsräume mit

herrlichem Blick auf die Donau. Die Infrastruktur

des Bildungsforums mit über 100

kostenfreien Parkplätzen, gebührenfreiem

schnellen Internet (WLAN und LAN), zwei

neuen Zapfstellen für E-Autos, einem Elektro-Mietfahrzeug

wird durch das neue Haus

qualitativ aufgewertet. Kulinarisch versorgt

werden die Gäste mit täglich frisch gekochten

Buffets aus der Klosterküche mit hochwertigen

Produkten aus der eigenen Landwirtschaft,

Bäckerei und Metzgerei.

2019 wurde das Bildungsforum mit dem

Qualitätssiegel „BDVT-Empfohlenes Seminar-Hotel“

ausgezeichnet. Herzlich willkommen

– wir freuen uns über Ihre Anfrage.

KONTAKT

Bildungsforum Kloster Untermarchtal

Margarita-Linder-Str. 8

89617 Untermarchtal

T +49 7393 30-250

F +49 7393 30-564

@ bildungsforum@untermarchtal.de

www.bildungsforum-kloster-untermarchtal.de


76

Ulm

RESSORT unternehmen [!]

Hapag-Lloyd Ulm

ANGEBOT MIT FULL-SERVICE

Weltweit hat das Hapag-Lloyd-Team Kongresse,

Symposien und Incentives für bis

zu 1000 Personen erfolgreich durchgeführt.

Auf diese Erfahrungen setzt das

Team natürlich auch hier in Ulm und garantiert

Ihnen Veranstaltungen der Spitzenklasse.

Mit viel Routine werden alle Standardleistungen

umgesetzt. Beispielweise:

• Registrierung, Anmeldung, Controlling

durch professionelle Buchungssoftware

• Steuerung der Zimmerreservierungen

inkl. Abwicklung der Zahlungen

• Buchung von Seminarräumen, Konferenztechnik

und Catering

• An- und Abreise (Flug, Bahn, Bus)

• Budgetierung und Finanzcontrolling

MIT DEM GEWISSEN ETWAS

Mit außergewöhnlichen Ideen und professioneller

Umsetzung, Buffets der Extraklasse,

Künstlern und Dekorationen sorgen

wir dafür, dass das Event erfolgreich

wird – denn nur Ihr Erfolg zählt!

HYBRIDE EVENTS

Mit unserem Full-Service Dienstleistungspaket

unterstützen wir Sie professionell

und kompetent bei der Planung und Umsetzung

Ihres nächsten hybriden Events.

Hybridveranstaltungen sind die Lösung,


unternehmen [!] RESSORT 77

Hapag-Lloyd Ulm

Ulm

wenn Sie Ihre Veranstaltung sowohl vor Ort

als auch virtuell durchführen wollen. Die

Digitalisierung bietet Ihnen und Ihren Kunden

Flexibilität im Wirkungsspektrum und

vergrößert Ihre Reichweite nachhaltig. Dadurch

können Sie immer und überall an

Online-Events teilnehmen. Wir von Hapag-

Lloyd Kongresse und Tagungen haben eine

virtuelle Veranstaltungswelt geschaffen,

die „HapagWorld“. Erleben Sie unsere HapagWorld

mit all den zahlreichen Möglichkeiten

Online-Events professionell zu gestalten.

Die Plattform kann individuell an

Ihre Wünsche und Ihr Corporate Design

angepasst werden. Zudem können Sie Ihren

Teilnehmern einfachen Zugriff auf

wichtige Eventinformationen, beispielsweise

mit einer interaktiven Lobby und vielem

mehr, bieten. Eine speziell für Ihr Event gestaltete

Handyapp rundet das Erlebnis ab.

#virtuellkannsoechtsein

Benutzen Sie folgenden Event-Code, um

sich auf unserer HapagWorld umzuschauen:

https://meetingbox.tv/login

Eventcode: XXGQUO

KONTAKT

Hapag-Lloyd Ulm

Hafenbad 4 · 89073 Ulm

T +49 (0)731 14 45-43

F +49 (0)731 14 45-11

@ kongress@swp-hapag-lloyd.de

I www.kongress-reisen.com

„Ich berate Sie gerne.“

Frank Wesserlingk,

Geschäftsführer


78

Ulm

RESSORT unternehmen [!]

NEUE PRESSEGESELLSCHAFT messe & veranstaltungen

ANGEBOT & SERVICE

KONTAKT

Als Full-Service Eventagentur sind wir darauf

spezialisiert Ihr Event zu organisieren.

Egal, ob es sich hierbei um ein Seminar,

eine Jubiläumsfeier, ein stimmungsvolles

Mitarbeiterfest, einen Messeauftritt oder

einen Galaabend handelt. Wir kreieren die

für Sie perfekt maßgeschneiderte Veranstaltung,

zielgenau zugeschnitten auf Ihre

Bedürfnisse, ganz individuell, ganz nach

Ihren Wünschen!

Wir begleiten Sie ab der ersten Minute,

finden für Sie die perfekte Location und

den richtigen Künstler, helfen Ihnen sowohl

bei der kulinarischen Auswahl als

auch bei allen anfallenden organisatorischen

und logistischen Aufgaben.

Als Full-Service Eventagentur realisieren

wir alles aus einer Hand. Wir sorgen dafür,

dass Ihre Veranstaltung einmalig und unvergesslich

wird.

NEUE PRESSEGESELLSCHAFT

Messe und Veranstaltungs-GmbH

Frauenstraße 77

89073 Ulm

T +49 (0)731 156-109

T +49 (0)731 156-674

kontakt@npg-messeundevent.de


unternehmen [!] RESSORT 79

Zeughaus Ulm

Ulm

ANGEBOT & SERVICE

Das Zeughaus liegt am Rande der Ulmer

Altstadt. Es diente der freien Reichsstadt

über Jahrhunderte hinweg als Waffenlager.

Durch mehrfache Erweiterungen entstand

bis ins 17. Jahrhundert hinein ein weitläufi g­

er Gebäudekomplex.

Die heute davon erhaltenen Bauten veranschaulichen

die wirt schaftliche Blüte, die

Ulm im Mittelalter durch seine günstige

Lage erlangt hatte.

NUTZUNGSMÖGLICHKEITEN

Die 2 schönen Säulenhallen mit Gewölbe

eignen sich für Tagungen, Vorträge, Präsen

ta tionen, Lesungen, Ausstellungen,

Empfänge, Weinproben, Filmvorführungen

und Märkte.

BESONDERE MERKMALE

2 Tagungsräume mit 380 m² + 150 m²,

kostenfreies WLAN, freie Cateringwahl,

barrierefreie Veranstaltungsfläche

KONTAKT

Zeughaus Ulm

Zeughausgasse 16 + 17

89073 Ulm

T +49 (0)731 5 02 59 34

F +49 (0)731 5 02 58 12

@ susanne.bohnet@ssg.bwl.de

I www.schloesser­und­gaerten.de


80

LEBEN unternehmen [!]

Lesen verleiht

Flügel

Umfrage Es ist wie Fernsehen im Kopf: Für Stefan Loeffler haben sechs Zeitungs-Paten der

Südwest Presse und der Neuen Württembergischen Zeitung in ihren Bücherregalen

geschmökert und verraten, in welche Welten sie nach Feierabend am liebsten eintauchen.

1) Mit welchen Autoren wären oder würden

Sie gerne ins Gespräch gekommen?

2) Warum ist das Lesen so wichtig für Sie?

3) Sind Sie der Hardcover oder E-Book-Typ?

4) Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

5) Über was würden Sie selbst gerne einmal

ein Buch schreiben?

6) Was ist Ihr Lieblingsbuch und weshalb?

Paten für Schulen täglich

Mit dem Projekt

„Wir lesen!“ bieten

Südwest Presse

und Neue Württembergische

Zeitung

(NWZ) Schülerinnen

und Schülern

einen niederschwelligen

Zugang

zu hochwertiger

Berichterstattung.

Firmen und Privatleute

übernehmen

eine Zeitungspatenschaft

und

schenken einer

Schule ihrer Wahl

ein Jahres-Abo. Sie

fördern damit auch

deren Lese- und

Schreibkompetenz.

Nähere Infos unter

abo.swp.de/swp/

wirlesen

Sonja Elser, Geschäftsführerin

des AWO Kreisverbandes

Göppingen e.V., hat durch

„Sofies Welt“ die Philosophie für

sich entdeckt.

Dr. Wolfgang Seel, Vorstandsvorsitzender

der VR-Bank

Neu-Ulm, würde gerne einmal

über Genossenschaften in der

digitalen Wirtschaftswelt

schreiben.

HINTERGRUNDBILD: © FRAN_KIE/SHUTTERSTOCK.COM

1Virginia Woolf! Sie hat die Benachteiligung

der eigenen

Person zum Anlass genommen

um sich mit Schreiben zu befreien.

2Weil es bildet, beruhigt, aufregt,

anregt, zum Weinen

und Lachen verführt, einen in

Fantasieländer entführt und zu

großen Persönlichkeiten werden

lässt. Oder einfacher ausgedrückt:

Lesen verleiht Gedanken

und Gefühlen Flügel.

3Nach einer Probephase bin

ich wieder zum Hardcover

umgestiegen. Das Aufschlagen

und Zuklappen hat etwas Magisches.

4

„Das Haus der Frauen“ von

Laetitia Colombani.

5Ein Aufruf für eine neue feministische

Frauenbewegung.

Einmischen und kämpfen

gegen den aktuellen Rollback in

der Gleichstellungspolitik.

6Da sich das Leseverhalten

im Laufe der Jahre ändert,

so sind es auch unterschiedliche

Bücher, die Spuren hinterlassen.

Durch „Sofies Welt“ von Jostein

Gaardner habe ich die Philosophie

für mich entdeckt.

1Gerne wäre ich mit dem österreichischen

Autor, Philosoph

und Kommunikationswissenschaftler

Paul Watzlawick

ins Gespräch gekommen.

2Das Lesen eröffnet mir die

Möglichkeit, in neue Welten

einzutauchen und meinen Horizont

zu erweitern.

3Beides, wobei ich sehr gerne

mit dem Lesen auch die

Haptik eines Hardcover-Buches

verbinde.

4Ganz aktuell ein Reiseführer:

Der Band „100 Alpenpässe

mit dem Rennrad“ von Rudolf

Geser, der selbst ein passionierter

Radsportler ist.

5Da habe ich ein Thema im

Kopf: „Über die Bedeutung

von Genossenschaften in einer

digitalen Wirtschaft.“

6Das Buch „Wie wirklich ist

die Wirklichkeit?“. Der Autor

Paul Watzlawick stellt auf

sehr amüsante Weise dar, wie

sich unser Bild der Wirklichkeit

aus dem Ergebnis subjektiver

Wahrnehmungen und aus der

Kommunikation ergibt.


unternehmen [!] LEBEN 81

Heike Kallfass, Geschäftsführerin

der AOK Neckar-Fils,

interessiert sich für das Leben

von Michelle Obama.

1In meiner Funktion habe ich

die Möglichkeit mit verschiedensten

Autoren Lesungen zu

veranstalten. Das ist interessant

und macht Spaß.

2Weil es den Sprachschatz erweitert

und die Fantasie anregt.

Für mich ist Lesen eine absolute

Bereicherung, Entspannung

und ganz einfach beste

Unterhaltung.

3Beides, aber auf Reisen ist

mein E-Book einfach unschlagbar.

Brigitte Schilling, Teamleiterin

Generationenmanagement/

Networking bei der Sparkasse

Neu-Ulm-Illertissen verschlang

„Die Kinder von Bullerbü“.

4

„Berlin in hundert Kapiteln,

von denen nur dreizehn fertig

wurden“ von Harald Martenstein

und Lorenz Maroldt.

5Das wäre dann eine Sammlung

von Geschichten über

die Menschen, die mir in langer

Freundschaft verbunden sind.

Oder vielleicht eins mit dem Titel:

„Die kleine Schwester – mit

vier älteren Brüdern aufwachsen

und du brauchst im Leben

kein Selbstbehauptungs-Seminar“.

6In meiner Kindheit war es

„Die Kinder von Bullerbü“.

1Mit Astrid Lindgren, um mehr

über ihr bewegtes Leben zu

erfahren.

2Durch Lesen kann ich in eine

andere Welt abtauchen und

so vom Arbeitsalltag abschalten.

Außerdem ist mir wichtig,

durch Lesen meinen Horizont

zu erweitern und stetig dazuzulernen.

3Ich nutze seit ein paar Jahren

ausschließlich E-Books,

da ein E-Book-Reader für mich

viel handlicher ist als oft schwere

Bücher.

4Aktuell lese ich „Becoming

– Meine Geschichte“. Mich

interessiert, wer hinter dem

Menschen Michelle Obama

steckt und was sie ausmacht.

5Ich würde gerne ein Buch

über Verbrechen und deren

Aufklärung schreiben.

6Der Roman „Der Wal und

das Ende der Welt“. Dieser

ist aktueller denn je, nicht nur,

weil er eine Epidemie beschreibt,

sondern die Themen

Menschlichkeit und Gemeinschaft

in den Mittelpunkt stellt.

1Mit Yuvel Noah Harari, dem

Autor von „Eine kurze Geschichte

der Menschheit“.

2Es ist für mich „Fernsehen

im Kopf“ – gleichermaßen

entspannend und gedanklich bereichernd.

Gerade der Perspektivwechsel

in die Sicht der Autorin

oder des Autors eröffnen

mir neue Sichtweisen.

3Früher E-Book, jetzt wieder

Hardcover.

4Haruki Murakami:

„1Q84“.

Für Dr. Stefan Bill, Vorstandsvorsitzender

der Sparkasse Ulm,

ist Lesen wie Fernsehen im

Kopf.

5Das wäre wohl eher ein

Fachbuch/Ratgeber: „Das

1x1 der privaten Finanzen“

6Es gibt mehrere Bücher, die

meine Sicht verändert haben,

auch wenn Sie zum Teil nur

gut recherchierte Romane sind.

Dazu gehören „Das Kartell“ von

Don Winslow und „Blackout“

von Marc Elsberg. Andere Bücher

waren einfach nur schöne

Geschichten, die bereichernd zu

lesen waren. Dazu gehört beispielsweise

„Löwen wecken“

von Ayelet Gundar-Goshen.

1Eine bestimmte Autorin oder

einen bestimmten Autor gibt

es da nicht.

2Beim Lesen kann ich entspannen,

andere Welten kennenlernen

und immer wieder

aufs Neue entscheiden, in welche

Welt ich als Nächstes eintauchen

möchte.

3Solange im Bücherregal

noch Platz ist, lese ich

Hardcover-Bücher.

4

„Die Liebe in den Zeiten der

Cholera“ von Gabriel García

Márquez.

Die Geschäftsführerin der

Honest GmbH & Co. KG

(Neu-Ulm), Ann-Kathrin

Brauchle, lernt mit Büchern

gerne neue Welten kennen.

5Ich würde wahrscheinlich

ein Fachbuch schreiben oder

einen Roman, der in einem eindrucksvollen

Reiseziel spielt.

6

„Tausend strahlende Sonnen“

von Khaled Hosseini.

Ein Buch, das mich nicht nur

sehr berührt, sondern auch die

herzzerreißenden Schicksale einer

mir völlig fremden Welt verdeutlicht

– gerade jetzt denke

ich oft an das Buch.


82

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Burkhardt folgt

auf Stoller

Teva Der weltweit tätige Pharmakonzern

Teva hat einen neuen

General Manager für

Deutschland und Österreich:

Andreas Burkhardt löst Christoph

Stoller ab, der Teva verlässt.

Burkhardt übernimmt die

Position interimsmäßig. Zum

Zeithorizont gibt es keine weiteren

Angaben. Andreas Burkhardt

war bisher Geschäftsführer

Generika bei Teva Deutschland.

Das Land sei der größte

europäische Markt und ein strategisch

wichtiger aus globaler

Sicht für den israelischen Arzneimittelkonzern,

der 2010 Ratiopharm

gekauft hat.

Unterstützung

für Einstein

Rentschler Das in Laupheim

ansässige Pharma-Unternehmen

Rentschler fördert den Bau

des des Albert Einstein Discovery

Centers in Ulm mit 50 000

Euro. Das Entdeckungs- und Erlebniszentrum

soll das Vermächtnis

des Physikers für die

Allgemeinheit nicht nur begreifbar,

sondern erlebbar machen.

„Als führendes biopharmazeutisches

Unternehmen verstehen

wir die Förderung der Wissenschaften

als eine unserer Kernverantwortungen“,

fasst CEO

Frank Mathias die Beweggründe

des Familienunternehmens

zusammen, das 1100 Angestellte

am Hauptsitz in Laupheim beschäftigt.

Immopact investiert in den Bau von drei achtgeschossigen Bürogebäuden am Oberen Eselsberg 100

Millionen Euro.

Foto: Volkmar Könneke

Aufbruchstimmung im Science Park

Neuer alter

Prorektor

Hochschule Andreas Mahr

bleibt Prorektor der Dualen

Hochschule Baden-Württemberg

Heidenheim. Der Hochschulrat

bestätigte den Wissenschaftler

für weitere sechs Jahre

im Amt. Mahr begann seine

Tätigkeit 2001 an der damaligen

Berufsakademie und heutigen

DHBW Heidenheim als Studiengangsleiter

im Studiengang

Informatik. 2005 wurde er erstmalig

zum Dekan der Fakultät

Technik und Prorektor gewählt.

Liebherr schafft

Platz

Erweiterung Der Kranbauer

Liebherr plant eine Erweiterung

seines Werksgeländes. Diese

„Universelle Ulm“ heißt das 100 Millionen Euro

schwere Vorhaben der Merckle-Gruppe, zu der unter

anderem Heidelberg-Cement, Pistenbully und der

Pharmahändler Phoenix gehören. Drei architektonisch

auffällige, achtgeschossige Bürotürme, dazu

Labore und Werkstattflächen plant die Immobilien-Tochter

Immopact im Science Park 3 am Oberen

Eselsberg. Auf dem Grundstück zwischen Max-Born-

Straße, Marie-Goeppert-Mayer-Straße und Hans-Albrecht-Bethe-Straße

sollen bis 2024 allein 25 000

Quadratmeter Bürofläche entstehen. Ein Drittel der

Flächen ist schon vermietet.

soll im Industriegebiet Berg, wo

derzeit das Servicezentrum namens

„Reparaturniederlassung

Süd“ gebaut wird. Das Unternehmen

mit einem Jahresumsatz

von zwei Millarden Euro

begründet die Investition mit einer

steigenden Nachfrage an

Mobil- und Raupenkranen. Wie

viel das Unternehmen, das in

Ehingen 3600 Mitarbeiter beschäftigt,

am Standort investieren

möchte, ist bislang nicht bekannt.

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

Julia Kling

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout & Illustration)

Astrid Müllerleile (Bild)

Fotos Marc Hörger (Titel + Titelinterview),

Volkmar Könneke, Lars

Schwerdtfeger, Matthias Kessler,

Werkfotos, PR, Archiv

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe: 08.12.2021

Die Themen

Family Office: Wenn die nächste

Generation anders investieren

will

Burnoutprävention: Offen mit

eigenen Krisen umgehen

Intralogistik: Wie smarte Lösungen

den Alltag revolutionieren

Energieeffizienz: mit moderner

Gebäudetechnik Geld sparen

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Anzeigenschluss: 10.11.2021

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FCH – FC ST. PAULI

Sa.: 16.10.21 I 13:30 Uhr I Voith-Arena

FCH – HOLSTEIN KIEL

So.: 21.11.21 I 13:30 Uhr I Voith-Arena

FCH – FC SCHALKE 04

Fr.: 29.10.21 I 18:30 Uhr I Voith-Arena

AUCH HIER ERHÄLTLICH:

FCH Fan- und Ticketshop Voith-Arena (Schloßhaustr. 162, Heidenheim) I FCH Fan- und Ticketshop Fußgängerzone (Hauptstraße 22, Heidenheim)


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09/2021. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. 1 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Str. 57, 38112 Braunschweig. Für gewerbliche Einzelabnehmer

mit Ausnahme von Sonderkunden. Inkl. Selbstabholung in der Autostadt Wolfsburg oder Dresden. Zzgl. MwSt. Bonität vorausgesetzt. 2 Ein Angebot der Volkswagen Leasing

GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für gewerbliche Einzelabnehmer (ohne Sonderabnehmer), nur in Verbindung mit GeschäftsfahrzeugLeasing der

Volkswagen Leasing. 3 Über die Auszahlung des Bundesanteils entscheidet ausschließlich das BAFA nach Ihrem Antrag anhand der Förderbedingungen. Anträge auf

Förderung mit einem verdoppelten Bundesanteil („Innovationsprämie“) können beim BAFA bis zum 31.12.2021 gestellt werden. Die Gewährung des Umweltbonus mit

gleichen Bundes- und Herstelleranteilen endet spätestens am 31.12.2025.

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