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architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 6 2021

In dieser Ausgabe widmen wir uns einem Aspekt der Architektur, der besonders mit unseren Sinnen verbunden ist. Die Wirkung von Materialien und Oberflächen auf unsere Wahrnehmung von Gebäuden und Räumen. Denn Optik, Haptik, Akustik und Geruch haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Der Klimawandel und schwindende Ressourcen machen die Materialwahl jedoch immer mehr zu einem Thema, das auch aus ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden muss. Die Beweggründe zur Auswahl von Werkstoffen können also genauso differenziert sein wie die Materialien selbst. Das zeigen auch die vielfältigen Projekte, die wir für diese Ausgabe ausgewählt haben.

In dieser Ausgabe widmen wir uns einem Aspekt der Architektur, der besonders mit unseren Sinnen verbunden ist. Die Wirkung von Materialien und Oberflächen auf unsere Wahrnehmung von Gebäuden und Räumen. Denn Optik, Haptik, Akustik und Geruch haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Der Klimawandel und schwindende Ressourcen machen die Materialwahl jedoch immer mehr zu einem Thema, das auch aus ethischen Gesichtspunkten betrachtet werden muss. Die Beweggründe zur Auswahl von Werkstoffen können also genauso differenziert sein wie die Materialien selbst. Das zeigen auch die vielfältigen Projekte, die wir für diese Ausgabe ausgewählt haben.

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FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

06

www.architektur-online.com

Sept./Okt. 2021

Material &

Oberfläche

© Damian Poffet


GRENZENLOSE

ABENTEUER

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Der neue ŠKODA KODIAQ zeichnet sich durch ein perfektes Zusammenspiel von eleganten Linien, dynamischer Formgebung

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Material & Oberfläche

3

Editorial

In dieser Ausgabe widmen wir uns einem Aspekt der Architektur, der besonders

mit unseren Sinnen verbunden ist. Die Wirkung von Materialien und Oberflächen

auf unsere Wahrnehmung von Gebäuden und Räumen. Denn Optik, Haptik, Akustik

und Geruch haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Der Klimawandel und schwindende Ressourcen machen die Materialwahl

jedoch immer mehr zu einem Thema, das auch aus ethischen Gesichtspunkten

betrachtet werden muss. Die Beweggründe zur Auswahl von Werkstoffen können

also genauso differenziert sein wie die Materialien selbst. Das zeigen auch die

vielfältigen Projekte, die wir für diese Ausgabe ausgewählt haben.

Architekt Tiago Sousa sanierte die Überbleibsel

eines Hauses im Norden Portugals

mit viel Bedacht und ergänzte die traditionellen

Steinmauern um ein neues Ziegelvolumen.

Das so entstandene „Box House“

sticht ins Auge und integriert sich dennoch

harmonisch in seine Umgebung.

Das private Wohnhaus „LAZY“ von petrjanda/brainwork

verschmilzt mittels Spiegelung,

Moiré-Fassaden und vorkorrodierten

Corten-Stahlblechen mit der es umgebenden

Landschaft. Im Innenraum prägen glatte

Verkleidungen, Türen und Einbaumöbel

mit Ulmenfurnier sowie edle Böden aus

massivem Iroko das Erscheinungsbild.

Ein unkonventioneller Weg wird vom Lehmbauexperten

Andi Breuss eingeschlagen.

Bei seinem Wohnhausprojekt in Breitenfurt

bei Wien greift er fast vollständig auf die

natürlichen Baustoffe Holz und Lehm zurück.

Das Haus ist zudem vollständig rückbaubar

und könnte genauso gut an anderer

Stelle wieder aufgebaut werden.

Das Wohnhaus mit dem markanten Namen

„fux05“ von opu architekten fügt sich, trotz

seines markanten Aussehens, nahtlos in die

kleinteilige Bebauung einer Kleingartenund

Einfamilienhaussiedlung in Wien ein.

Das Verwaltungszentrum des Bundes in Ittigen

von Berrel Kräutler Architekten zeigt

die gelungene Kombination von Beton und

Holz. Um einen zentralen Betonkern mit

eindrucksvollen Stiegenhäusern gliedern

sich die umlaufenden Geschosse aus einer

Holz-Beton-Verbundkonstruktion.

Schlicht, zurückhaltend und materialfokussiert

präsentiert sich eine Wohnung in einem

alten Plattenbau in Prag. Diese wurde

von der Innenraumgestalterin Iva Hájkova

für eine theaterbegeisterte Auftraggeberin

in eine moderne Alltagsbühne verwandelt.

Auch im Schwerpunkt RETAILarchitektur

dreht sich diesmal alles um Ladenlokale,

bei denen Materialien und Oberflächen eine

große gestalterische Rolle spielen. In unserer

EDV-Fachkolumne nehmen wir die Planung

von Schlitzen und Durchbrüchen mit

BIM unter die Lupe. Ein Schwerpunkt zum

Thema Büro und eine Vielzahl an weiteren

Produktinformationen runden den Inhalt

dieser Ausgabe von architektur ab.

Andreas Laser

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architektur FACHMAGAZIN

4

Inhalt

Editorial 03

Architekturszene 08

Historische Gebäude

mit Neuanstrich

Magazin 14

Arbeitswelten 38

Bau & Recht 48

Zur (Un-)Zulässigkeit der kurzfristigen

Vermietung von Wohnungen in Wohnzonen

Haus im Haus 50

Box House / Romarigães, Portugal /

Tiago Sousa

Gut getarnt 56

Lazy House / Zlín, Tschechische Republik /

petrjanda/brainwork

Haus mit Haltung 62

Haus ohne Beton / Breitenfurt bei Wien /

Andi Breuss

Wie ein Fels in der Brandung 66

„fux05“ / Wien / opu architekten

Himmelsschnecke 72

Verwaltungsgebäude des UVEK-Campus /

lttigen, Schweiz / Berrel Kräutler Architekten

Was für ein Theater! 78

Wohnung im Plattenbau /

Prag, Tschechische Republik / Iva Hájková

50

56

62 66

RETAILarchitektur 84

Licht 96

Produkt News 98

edv 128

Besser aussparen mit BIM

72

78

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at)

REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Alexandra Ullmann, Dolores Stuttner, DI Marian Behaneck, Alexander Magyar, Mag. Theresa Stachowitz, Mag. Matthias Nödl

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 94,- / Ausland: € 115,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 64,- / Ausland: € 91,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 14,- / Ausland € 18,-

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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von Originalität.“

(Bettina F., Unternehmerin)


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architektur FACHMAGAZIN

8

Architekturszene

Sanierter Gemeindebau am Friedrich-Engels-Platz

© Peter Gugerell

Historische Gebäude

mit Neuanstrich

Einen fixen Platz in der Stadt Wien hat zweifelsohne der soziale Wohnbau. Seit

Beginn der 1920er-Jahre fanden die charakteristischen Bauten langsam, aber stetig

in allen Bezirken Einzug. Heute dominiert der Gemeindebau ganze Bezirksteile und

stellt den Bewohnern dort leistbaren Wohnraum zur Verfügung. Viele der mittlerweile

historischen Bauten sind aber durchaus in die Jahre gekommen. Bemerkbar macht

sich das nicht etwa nur an deren betagtem Äußeren, sondern gleichermaßen an der

mangelnden Wohnqualität in den Bauten selbst. Um die Attraktivität des Gemeindebaus

aufrecht zu erhalten, investiert die Stadt seit 2013 verstärkt in die Sanierung

der Objekte. Es handelt sich hierbei um ein Unterfangen, das mit einem erheblichen

Zeitaufwand verbunden ist und Fingerspitzengefühl voraussetzt.

Text: Dolores Stuttner

Ein Erbe erhalten

Die Stadt Wien ist Besitzerin von über 2.000 Sozialen

Wohnbauten und stellt damit die größte Hausverwaltung

der Welt dar. Insgesamt 12,9 Millionen Quadratmeter

Wohnfläche vermietet sie in Gemeindebauten.

Es handelt sich hierbei zum Teil um großflächig

angelegte Siedlungen mit zahlreichen Grünräumen

und einem entsprechend großen Baumbestand – jeder

vierte Wiener bewohnt hier eine Wohnung. Mit

der Sanierung soll also die Lebensqualität in und um

die Gemeindebauten gesichert werden. Bereits seit

einigen Jahren widmet sich die Bundeshauptstadt

diesem Vorhaben intensiv. Das Ziel Wiens besteht

darin, zwischen 2013 und 2023 bis zu 7.300 Wohnungen

zu sanieren.

Vor allem bei den Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit

– also bei Wohnanlagen wie dem Ottakringer

Sandleitenhof und dem Brigittenauer Engelsplatzhof

– handelt es sich um geschichtsträchtige

Architektur, die sozial und baukulturell ein wichtiger

Bestandteil der Stadt ist. Es ist daher ein Anliegen der

Stadtverwaltung, dass die Bausubstanz bei der Erneuerung

der Wohnbauten weitgehend unversehrt bleibt.

Die Herausforderung für die zuständigen Architekten

besteht also darin, in einem bestehenden, historischen

Bau neuen Wohnraum zu schaffen, der obendrein den

heutigen Anforderungen und Wünschen entspricht.

Nur so ist es möglich, das Prinzip des Gemeindebaus

auch für zukünftige Generationen zu erhalten – gleichzeitig

wird die soziale Durchmischung gefördert. u


9

WiFi-Lichtbauelement mit symmetrischer oder asymmetrischbandförmiger

Lichtstärkeverteilung. Licht und WiFi in einem

Installationselement zusammengeführt – ideal für Fußgängerzonen

und öffentliche Plätze. Schutzart IP 65. Optional mit integriertem

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Architekturszene

Das gute Licht.

Für besseren Empfang.


architektur FACHMAGAZIN

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Architekturszene

Sanierung Goethehof

© Wiener Wohnen

Dabei ist es nicht nur für die Lebensqualität, sondern

auch zum Erreichen der Klimaziele wichtig, die

Wohnanlagen auf den neuesten Stand zu bringen.

Wohneinheiten sind zu dämmen und bei der Energieversorgung

ist auf nachhaltige und zugleich effizientere

Systeme zu setzen – so wurde der Hugo-Breitner-Hof

im 14. Wiener Gemeindebezirk im Zuge der

Generalsanierung mit einer Solaranlage ausgestattet.

Die Wahl der richtigen Materialien spielt beim Umbau

eine wichtige Rolle.

Mit innovativen Baustoffen

zu mehr Wohnqualität

Es bestimmt nicht nur die Anlage der Räume, sondern

auch die Wahl der Materialien, ob ein Gebäude

„wohnbar“ ist. In diesem Kontext ist anzumerken,

dass die Wohnungen in den Gemeindebauten oftmals

sehr lange am Stück bewohnt werden. Daher

ist es keine Seltenheit, dass sich die zu sanierenden

Wohneinheiten noch auf dem Stand der 1930er-Jahre

befinden. Laut einem Rechnungshofbericht erfolgt

die Sanierung einer Wohnung im Durchschnitt sogar

nur alle 67 Jahre. Aus diesem Grund fehlt es heute

in einigen Wohnbereichen immer noch an einem Bad

oder einer richtigen Küche. Die Herausforderungen

für Architekten besteht bei der Sanierung darin, in

oftmals sehr kleinen Wohnungen zeitgemäße Standards

zu implementieren.

Bei der Erneuerung der Gemeindebauten handelt

es sich um ein aufwändiges Verfahren. Der Prozess

kann – von der Bestandsaufnahme bis zum Projektabschluss

– bis hin zu zwölf Jahre in Anspruch nehmen.

Doch die meisten Sanierungsphasen sind weder für

Mieter noch für außenstehende Personen sichtbar.

Viele Maßnahmen finden immerhin hinter den Kulissen

statt. Der technische Zustand des Bauwerks

entscheidet, ob und wann eine Sanierung durchzuführen

ist. Wiener Wohnen erfasst die Beschaffenheit

der Bauten alle drei Jahre und bewertet diese.

Dabei kommen bei einem 50 Jahre alten Bau andere

Kriterien, als bei einem frisch sanierten Gebäude zur

Anwendung. Heute erfolgen – gemeinsam mit den erforderlichen

Sanierungsmaßnahmen – Ausbauten des

Dachgeschosses. Auf diese Weise werden mit der Erneuerung

neue Dachgeschosswohnungen errichtet,

wodurch der Stadt Wien mehr Wohnraum zur Verfügung

steht. Allein im Goethehof wurden so im Jahr

2018, 121 neue Dachgeschosswohnungen realisiert.

Auch auf die Gestaltung barrierefreier Zugänge zum

Gemeindebau wird Wert gelegt.

u

Sanierung Goethehof

© Wiener Wohnen


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11

Magazin

AXOR ONE — THE ESSENCE OF SIMPLICITY

DESIGNED BY BARBER OSGERBY


architektur FACHMAGAZIN

12

Architekturszene

Sandleitenhof Bücherei

© Walter Anton

Gemeindebau in der Wiedner Petzvalgasse vor der Sanierung

© Dolores Stuttner

Lighting Design Austria

Geht es um die Baustoffe für die Erneuerung der Gebäude,

so hat Wiener Wohnen eine klare Anforderung

an diese. Die verbauten Materialien müssen neben

Nachhaltigkeit auch Widerstandsfähigkeit beweisen.

Immerhin sollen die sanierten Wohnungen für lange

Zeit Bestand haben. Zur thermischen Dämmung der

historischen Putzfassaden eignen sich in erster Linie

Wärmedämm-Verbundsysteme. Deren thermische

Wirkung ist auch nach 45 Jahren noch gegeben, wobei

der ursprüngliche Charakter des Baus weitgehend

erhalten bleibt.

Sanierung als Priorität

Zur Eile treibt der Rechnungshof derzeit die Stadt

Wien an – ihm geht die Sanierung zu langsam vonstatten.

Als Grund nennt dieser die Leerstandsquote

von vier Prozent. Ein Wert, der laut den Prüfern viel

zu hoch und auf die große Anzahl der sanierungsbedürftigen

Wohneinheiten zurückzuführen ist. Alleine

zwischen 2013 und 2017 stieg die Zahl der leerstehenden

Gemeindewohnungen von 4.892 auf 8.908 an – es

handelt sich hierbei um einen Anstieg von 82 Prozent.

Ein ungenutzter Wohnbereich kommt die Stadt letzten

Endes auch teuer zu stehen. Denn pro Wohnung

bedeutet dies einen Mietentgang von rund 4.500

Euro im Jahr.

Erratum

Leider hatte sich in der letzten Ausgabe,

beim Interview mit Lichtplaner

Helmut Regvart, ein Fehler eingeschlichen.

Wie natürlich allen aufmerksamen

Lesern aufgefallen ist, handelt es sich

beim besprochenen Objekt um die Österreichische

Nationalbibliothek und

nicht, wie im ersten Absatz fälschlicherweise

behauptet, um die Österreichische

Nationalbank.

Die Empfehlung des Rechnungshofes an die Stadt

Wien besteht darin, die Leerstände auf 4.000 – also

auf zwei Prozent – abzusenken. Und dies sei nur

durch eine umfassende Erneuerung der Gemeindebauten

möglich. Gemäß Branchenexperten handelt es

sich bei diesem Richtwert nicht um eine strenge Vorgabe:

Denn theoretisch ist im gemeinnützigen Wohnbau

eine Leerstandsquote von nur einem Prozent

möglich, ohne dass es zu Vergabe-Engpässen kommt.

Eine Investition in den Städtebau

Nicht alleine aus finanzieller Sicht ist eine Sanierung

der Wiener Gemeindebauten für die Stadt erstrebenswert.

Die Maßnahme stellt gleichermaßen eine Investition

in das Ortsbild dar. Insbesondere Siedlungen

großen Ausmaßes haben einen großen Einfluss auf

die Stadtgestalt. Wahrgenommen werden die Bauwerke

schließlich sowohl von den Bewohnern selbst als

auch von Außenstehenden. Und kennzeichnen einen

großen Wohnbau eine veraltete bis heruntergekommene

Baustruktur samt einer brüchigen Fassade, hat

dies auf das gesamte Umfeld negative Auswirkungen.

Laut der Broken Windows Theorie nach James Wilson

und George Kelling, besteht nämlich ein direkter

Zusammenhang zwischen einem verfallenen Stadtteil

und kriminellen Aktivitäten. Ihre These illustrierten

die US-amerikanischen Sozialforscher mit der Aussage,

dass ein zerbrochenes Fenster sofort zu reparieren

sei – so ließen sich weitere Zerstörungen in der

Umgebung und letzten Endes das Auftreten von Kriminalität

verhindern.

Ebendiese Theorie lässt sich auch auf den Wiener

Gemeindebau anwenden. Bröckelnde Fassaden und

beschmierte Wände können auf eine mangelnde soziale

Kontrolle hinweisen. Aus städtebaulicher Sicht ist

eine kontinuierliche Erneuerung des gemeinnützigen

Wohnbaus, der zum Teil große bauliche Dimensionen

hat, also unerlässlich. Letzten Endes empfiehlt auch

der Wiener Rechnungshof, sich diesbezüglich an einen

Sanierungszyklus von 30 Jahren zu halten. •


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13

Magazin

we

ove

livefor

light

Wir lieben das Licht in all seinen Facetten. Innovative Beleuchtungslösungen

und moderne technische Anwendungen lassen unseren Puls schneller

schlagen, denn wir verstehen das Licht als eine perfekte Kombination aus

Technik und Design auf der einen Seite sowie Stimmung und Wirkung auf

der anderen Seite. Unsere Lösungen und planerischen Inputs bedeuten für

jeden Raum spürbar mehr Komfort, Atmosphäre und Stil.

Object Campus | Fotos: Markus Guhl

PERFEKTE LICHTPLANUNG MACHT DEN UNTERSCHIED. // Im visionären Projekt Object Campus City of Visions

in Denkendorf/Deutschland realisierte Molto Luce hochfunktionale Beleuchtungslösungen für die Büros, Kommunikations-

und Workshopzonen, Allgemeinflächen sowie den beeindruckenden Showroom. Auf die individuellen Anforderungen ausgelegt

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14

Magazin

Alles unter

einem Dach

Die Marktgemeinde Großweikersdorf in Niederösterreich stand unlängst vor einer

Herausforderung: Das bestehende Gemeindeamt war in die Jahre gekommen,

stark sanierungsbedürftig, nicht barrierefrei zugänglich, zu klein geworden und

nicht erweiterbar.

Fotos: Andreas Hafenscher

Aus diesen Gründen wurden vier Architekturbüros

um Entwürfe für einen Neubau gebeten. Gewünscht

war ein Begegnungszentrum, das weit über die Funktion

eines reinen Verwaltungsbaus hinausgeht, um

die Bewohner zur aktiven Teilnahme am Gemeindegeschehen

und zur Nutzung anzuregen. Da ein Neubau

am Ortsrand dafür nicht in Frage kam, entschied

man sich, als Baufläche eine ehemalige Fleischerei im

Herzen des Ortskerns zu nutzen. Nach dem Motto

„Alles unter einem Dach“ sollten hier ein Vereinshaus,

eine Gemeinschaftspraxis und die Gemeindeverwaltung

Platz finden. „Üblicherweise sind die Räumlichkeiten

in solchen Einrichtungen sehr eng, mit vielen

Trennwänden und Türen versehen und kaum einladend.

Wir wollten Flächen entwickeln, die flexibel,

vielfach nutzbar und offen sind“, berichtet der ausführende

Architekt Christian Kircher von smartvoll

Architekten, der die Gemeinde mit seinem Entwurf

überzeugen konnte.

Seinem Konzept entsprechend gliedert sich das neue

Bürgerhaus nun funktional und baulich in drei Teile:

Zum Hauptplatz orientiert und allen voran ist das

Rathaus untergebracht. Der zweite Baukörper beherbergt

ein Vereinshaus, das verschiedenen Traditionen

und Aktivitäten Platz bietet. Im östlichen Teil

des Gebäudes befindet sich das Ärztezentrum. u


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15

Magazin

KALDEWEI DUSCHBODEN SUPERPLAN ZERO

Choreografien aus Präzision und Eleganz

SUPERPLAN ZERO aus Stahl-Emaille verbindet die Kraft des Stahls mit

der Schönheit der Glasoberfläche in einem Duschboden. Edel und voller

Anmut fügt er sich in die Gesamtkomposition des Raumes ein.

PHOTOGRAPHER Bryan Adams

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16

Magazin

Um das Gebäude möglichst einladend zu gestalten,

wurde es um 90 Grad gedreht, die Seitengassen geöffnet

und mittels vieler Freibereiche und offener

Zonen für die Bevölkerung nutz- und begehbar gemacht.

„Die Drehung und die damit verbundene Öffnung

des Grundstückes samt der Orientierung des

Haupteinganges auf den Hauptplatz, drücken eine

ultimative Willkommensgeste aus und regen den Besucher

zum Erkunden an“, erklärt Architekt Kircher.

Büros, Besprechungszimmer und Teeküche sind

im Erdgeschoss angeordnet, alle leicht auffindbar,

barrierefrei zugänglich und mit Fenstertüren nach

außen ausgestattet – auch das trägt zur offenen Gestaltung

bei.

Durchwegs authentische und natürliche Materialen

zu nutzen, war allen Beteiligten ein grundlegendes

Anliegen, mit dem Ziel, auch damit eine einladende

Atmosphäre zu schaffen. So wurden etwa auf einem

Großteil des Daches und der Fassade, als auffallender

Blickfang auf rund 800 m 2 Fläche, Altstadttasche-Ziegel

von Wienerberger angebracht, die

dem Gebäude haptische und optische Qualität sowie

Charakter verleihen. Für ein rustikales, zugleich

modernes Erscheinungsbild wurden die Oberflächen

der Ziegel speziell aufgeraut. Bei der Farbwahl entschied

man sich bewusst für drei unterschiedliche

Engobe Grautöne. Rund ein halbes Jahr wurde in

Abstimmung mit dem Architekten experimentiert,

bis die passende Farbgestaltung beschlossen wurde.

Das Material ist nicht nur schick, sondern hält

auch unterschiedlichen Witterungseinflüssen wie

Regen, Schnee und Wind problemlos stand. Es ist

zudem unempfindlich gegen Schmutz, pflegeleicht

und farbecht.


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17

Magazin

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finden Sie hier!

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Perfekte Oberflächen bei schwierigen Lichtverhältnissen – das erfordert nicht nur die Hand eines

Profis, sondern vor allem besonders hochwertige Beschichtungsmaterialien. Das gilt speziell auf

glatten Untergründen – durch den hervorragenden Verlauf entstehen auch auf größten Flächen

mit direktem Seitenlicht weder Ansätze, Überlappungen noch sonstige Markierungen. Und das

alles im edlen, stumpfmatten Glanzgrad.

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Magazin

© Zooey Braun Fotografie

2. Preis: OVESCO Endoscopy AG, Tübingen

METARAUM Architekten BDA, Stuttgart

1. Preis: Laborgebäude der Technischen Universität Graz

Ernst Giselbrecht+Partner architektur zt gmbh

© Paul Ott

3. Preis: Wasserturm Pirach

brüderl Architektur GmbH

© Manuel Hollenbach, brüderl.

Architekturpreis DOMIGIUS

Unter dem Motto „Metall in der Architektur“ wurde der mit 20.000 Euro dotierte

internationale Architekturpreis DOMIGIUS zum 11. Mal verliehen. DOMICO als Hersteller

von Dach-, Wand- und Fassadensystemen vergibt diesen Architekturpreis

bereits seit 1994 – Ziel des Preises ist es, herausragender Architektur mit Metall

eine Bühne zu geben.

Zukunftsorientiertes Bauen bedeutet, Ressourcenschonung

und Energieeffizienz mitzuplanen. Aber

herausragende Architektur kann mehr, sie verbindet

Nachhaltigkeit und technische Perfektion mit ästhetischen

Ansprüchen und kreativer Gestaltung. Genau

solche Bauwerke zeichnet der DOMIGIUS aus.

Diesmal wurden 50 Projekte aus Österreich, Ungarn,

Deutschland und Slowenien von den Architekten

und Planern zum Architekturpreis eingereicht. Die

unabhängige Fachjury, unter dem Juryvorsitzenden

DI Karl Cerenko, stellte sich im September 2021 der

schwierigen Aufgabe, aus den qualitativ hochwertigen

Einreichungen die Objekte herauszufinden, die

den Beurteilungskriterien im besonderen Maße entsprechen

und beispielgebend sind.

Anerkennungspreis: MTU Aero Engines, München

RKW Architektur+, Düsseldorf

Anerkennungspreis: Das Haus am Hang, Theisseil

REICHL architektur, Parkstein

© Achim Birnbaum

© WORONA Photography


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20

Magazin


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21

Magazin

Fotos: Hopferwieser + Steinmayr

Ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen

Da der Platz für die Mitarbeiter des Haustechnik-Spezialisten Hopferwieser +

Steinmayr in Amstetten zunehmend zu knapp wurde und ein Umbau des Bestandes

sehr umfangreich gewesen wäre, entschied man sich für einen Neubau auf der

benachbarten grünen Wiese.

Massive, gefaltete und mit weißen Alucobond-Platten

verkleidete Wandscheiben kennzeichnen den Baukörper.

Die Geschossebenen mit raumhoher 3-fach

Verglasung bilden einen farblichen Kontrast und verleihen

dem Gebäude Leichtigkeit und Transparenz.

Unterschiedliche Rücksprünge in der Fassade lösen

dabei die Kompaktheit des Volumens auf und dienen

gleichzeitig der Verschattung.

Dass ein Spezialist für innovative Haustechnik im eigenen

Unternehmen die perfekte Gesamtlösung umsetzt,

liegt auf der Hand. „Es ist kein Schauraum, aber

selbstverständlich haben wir alles eingebaut, was moderne

Haustechnik und alternative Energiegewinnung

zu bieten haben“, erläutert der Geschäftsführer Peter

Steinmayr. Zum Heizen und Kühlen hat man sich die

enorme Speichermasse der konstruktiv ohnehin not-

wendigen Betonbauteile zunutze gemacht. Decken

und Fußboden sind thermisch aktiviert und kommen

in einem Verhältnis 20:80 zum Einsatz. Im Winter erfolgt

das Heizen zu 80 Prozent über den Fußboden

und zu 20 Prozent über die Decke. Die Kühlung im

Sommer erfolgt exakt im umgekehrten Verhältnis.

„Geheizt wird energiesparend mit einer 65 kW Grundwasserwärmepumpe,

gekühlt wird passiv mittels

Brunnenwasser, welches mit einer einfachen 2,5 kW

Pumpe über einen Wärmetauscher geführt wird und

die Betondecken und Fußböden aktiviert. Den Strom

liefert eine 40 kWp Photovoltaikanlage am Dach der

Lagerhalle“, so der Spezialist. „Es gibt also im ganzen

Haus keine lästige Zugluft durch Klimaanlagen und

ein entsprechend angenehmes Raumklima. Das ist

moderne Lebensqualität“, freut sich Peter Steinmayr.

Beton Dialog

Österreich

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architektur FACHMAGAZIN

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Magazin

Begrenzte

Lebensdauer

Städtische Gebiete rund um Häfen besitzen immer eine besondere Atmosphäre.

In der dänischen Stadt Koege ist dort eine lokale Craft Beer Brauerei angesiedelt,

die nun um ein vom dänischen Architekturbüro ADEPT gestaltetes

Besucherzentrum erweitert worden ist. Immer wird das sogenannte Braunstein

Taphouse dort aber nicht stehen, denn es gehört zu seinem Konzept, dass es in

Zukunft wieder verschwindet.

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Rasmus Hjortshøj Coast Studio

Die gesellige Bierstube in unmittelbarer Nähe zum

Wasser repräsentiert nicht nur die Brauerei selbst,

denn die lokale Bevölkerung hat mit ihr zugleich auch

ein Gemeindezentrum erhalten. Sie verleiht dem Hafenareal

einen Mittelpunkt und ein neues Gesicht. Im

Taphouse ist an einem Ende ein Café untergebracht,

zur anderen Seite hin ein Restaurant. Dazwischen

liegen neben den versorgenden Räumen auch eine

Treppe, die ins obere Geschoss führt. Dort sind die

Räume des Gemeindezentrums und weitere für Veranstaltungen

untergebracht. Die Größe des Gebäu-

des ist durch das bereits vorhanden gewesene Fundament

der alten Lagerhalle vorgegeben. Darüber

fügen sich elf Stahlrahmen zusammen und verleihen

dem Taphouse seinen charakteristischen Querschnitt

in Form eines Trapezes. Bis auf die geneigten Dachflächen

und die breite Firstfläche, mit seinen darauf

positionierten Sonnenkollektoren, ist es rundherum

durch eine gläserne Hülle ummantelt. Die prägnante

Dachhaut wird durch großflächige Polycarbonatplatten

gebildet, die durch ein Stecksystem miteinander

verbunden sind.


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Die Freiheit,

wirklich

gestalten

zu können.

Magazin

Der zwischen Café und Restaurant liegende Bauteil

entzieht sich der Glasumhüllung und hebt sich

durch seine Fassade aus acetyliertem Accoya-Holz

von ihr ab. Dahinter befindet sich eine Konstruktion

aus Holzrahmen. Alle verwendeten Materialien sind

weitestgehend nicht mit anderen vermischt und nur

rein mechanisch miteinander verbunden. Diese Besinnung

auf Einfachheit und Reduktion hat zum Ziel,

dass das Gebäude in Zukunft problemlos abgebaut,

an anderer Stelle wieder aufgestellt oder seine Bestandteile

wo anders verbaut werden können. Dies

war auch dadurch begründet, dass sich die Stadt die

Möglichkeit offen lässt, die Fläche des Hafenareals

im Zuge ihrer Klimaanpassungsstrategie in Zukunft

anderweitig zu nutzen.

So wurde die begrenzte Lebensdauer des Gebäudes

an diesem Standort von Anfang an berücksichtigt

und ist Teil des Konzepts. Die Planung hat für ADEPT

somit nicht mit dem fertig gebauten Haus geendet,

sondern auch sein Rückbau und Recycling ist miteingeplant.

„Design for Disassembly“ nennt sich diese

Art der Gestaltung, die den Rückbau inkludiert.

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Systemsicherheit und

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einer vorgehängten, hinterlüfteten Fassade oder eines

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sicher und erprobt.

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Boutique Hotel Briig, Split, HR | Architekt: Studio 180 d.o.o., Zagreb; Porticus d.o.o., Split, HR | Produkt: StoVentec R | Foto: Robert Leš, Zagreb, HR


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24

Magazin

Materialschauspiel

der Andacht

Einem der wohl emotionalsten Eckpunkte des Daseins widmeten sich die Planer

von Moser und Hager mit der Konzeptionierung der Aufbahrungshalle in Kematen

an der Krems. Mit dem sensiblen Entwurf des Baus wollen die Architekten der

Bedeutung des Ablebens gerecht werden – Details im Innenraum zeigen zusätzlich

den Stellenwert des Lebens auf und begleiten die Hinterbliebenen bei ihrer Trauer.

Text: Dolores Stuttner Fotos: Gregor Graf

Der Raum des Totengedenkens ist durch eine minimalistische,

respektvolle und stille Gestaltung gekennzeichnet.

Durch die bauliche Abtrennung von

allem Unstetigen, bietet er Trauernden die benötigte

Intimität. Viel Aufmerksamkeit ließen die Architekten

bei ihrer Planung insbesondere dem Tor der

Halle zukommen. Sie stellt als sogenannte „Schwelle

zwischen Außen- und Innenraum“ den bedeutungsvollsten

und damit verletzlichsten Bestandteil des

Objekts dar – mit ihrem dezenten Oberflächendesign

aus massivem, rötlichem Holz, unterstreicht die

Türe die Gewichtigkeit des Ortes. Überhaupt lebt

das intime Bauwerk vom gekonnten Zusammenspiel

seiner Materialien. Während Holz an den Türen und

dem Sitzmobiliar dominiert, gewährleisten gläserne

Strukturen unter dem Dach eine natürliche Erhellung

des Raumes, wobei ein helles, steinernes Mauerwerk

den stimmigen Abschluss bildet.


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25

Magazin

Rahmen und letzten Endes formgebend ist die Friedhofsmauer,

welche mit der Umsetzung des Projekts

einfach fortgeführt und verlängert wurde. Beim

Entwurf des Bauwerks wurde zudem der Hauptweg

durch den Friedhof mitberücksichtigt. Er stellt die

zentrale Achse dar, wodurch eine klare Blickbeziehung

zur Kirche gegeben ist.

Ein Versatz definiert den Eingangsbereich, wobei die

Halle selbst als geschlossene Vollendung der Umgebung

dient. Um diesen Effekt zu verstärken, ist

der Innenraum des Gebäudes bewusst zweischalig

gestaltet. Ein absichtlich theatralischer Lichteinfall

steht symbolisch für die Jahres- und Tageszeiten

und macht den Betrachter so auf den Lauf des Lebens

– und dadurch ebenfalls auf dessen Vergänglichkeit

– aufmerksam. Auch das Dach selbst ist eine

Analogie. Es schwebt scheinbar über dem Steinsockel

der Halle und stellt, in Anlehnung an die christliche

Zahlenmystik, den Triumph des Lebens über

den Tod dar. Bis weit über die Halle selbst ragt die

Überdachung hinaus und bildet so einen geschützten

Eingangsbereich, der die Besucher sanft in das

Gebäude leitet.


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26

Magazin

Holz statt Marmor

Straßburg im Gurktal ist durch seine baulich definierten Stadteinfahrten sowie

durch eine Abfolge von Plätzen geprägt. Bei der Durchquerung des kompakten

Ortes wird immer wieder der Blick auf die Bischofsburg, die dem Ort seinen Namen

gibt, freigegeben. Der Bereich um die Pfarrkirche bildet das Ortszentrum.

Fotos: Ferdinand Neumüller

Die beiden langgestreckten Holzbaukörper der neuen

KSPK Bankgeschäftsstelle sind so aneinander verschoben,

dass am Kopfteil ein neuer Platz für die Ortsgemeinschaft

in Anlehnung an das historische Vorbild

angeboten wird. Gemeinsam mit der auf Regionalität

ausgerichteten Gastronomie und mit dem öffentlich

zugänglichen Kinderspielplatz gelingt eine Quartiersentwicklung

im ländlichen Raum, die vor allem der Bevölkerung

vor Ort dient und den Ortskern stärkt.

Der Holzbaukörper ruht auf einer Stahlbetonplatte,

die auf einer Seite auf dem Gelände aufliegt und auf

der anderen aus dem angrenzenden Niveau herausragt.

Damit wird auf den natürlichen Geländeverlauf

reagiert. Der eingeschossige Pavillon mit einem Atrium

für die interne Nutzung und einer eingeschnittenen

Terrasse für die Gäste ermöglichen Ein-, Aus- und

Durchblicke und beziehen die Bischofsburg mit ein.


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27

Magazin

Den Kriterien einer nachhaltigen Gebäudetechnik

folgend, wurde einerseits der Energiebedarf minimiert

– hochwärmedämmende Bauteile, Beschattung,

natürliche Belüftung und optimale Tageslichtnutzung

– und andererseits die Energieversorgung

möglichst optimiert. Photovoltaikelemente am Dach

sorgen für die hausinterne Gebäudegrundlast, Erdwärmesonden

beheizen und kühlen das Gebäude.

Bei der Auswahl der Baustoffe wurde besonderes

Augenmerk auf die Ökobilanz, die Kreislaufwirtschaft

und die Recyclingfähigkeit sowie auf den Einsatz von

nachwachsenden Baumaterialien gelegt. Um ein ausgewogenes

Raumklima zu schaffen, wurden zusätzliche

Speichermassen mit Sichtlehmputzwänden, Betonestriche

und Massivwände realisiert.

Für die Mitarbeiter der Bank wird ein innenliegendes

Atrium zum Verweilen und Obstbäume zur Ernte angeboten.

Den Kunden der neuen Geschäftsstelle und

den Gästen des Cafés steht der Vorplatz, die überdeckte

Holzterrasse und der künftig schattige Grünraum

mit Kinderspielplatz zur Verfügung.

Design & Funktion

in Balance.

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28

Magazin

Geschuppte

Kupferhaut

Die vom finnischen Architekturbüro JKMM erweiterte Bibliothek der kleinen finnischen

Gemeinde Kirkkonummi ist das eindrucksvollste zeitgenössische Gebäude im

Ort. Die rötliche Kupferfassade prägt nun, genauso wie die Naturstein-Fassade der

mittelalterlichen Kirche, das Ortsbild der Gemeinde und macht sie um eine materielle

Facette reicher.

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Tuomas Uusheimo


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29

Magazin

Das Glänzen der Rhombus-förmigen Schindeln in der

Sonne erinnert an die schuppige Haut eines Fisches.

Sie verweist damit auf das maritime Erbe des Ortes

und erlaubt es so den Bewohnerinnen und Bewohnern,

sich mit dem neuen Bibliotheksgebäude zu

identifizieren. Mit der Zeit wird sich die Kupferfassade

verändern. Anfangs besitzt sie einen warmroten

Farbton mit einer glatten, glänzenden Oberfläche.

Das Kupfer reagiert bereits nach kurzer Zeit auf den

Sauerstoff in der Luft und verändert seine Farbe zu

einem dunklen Kastanienbraun. So verliert sie nach

und nach auch ihren Glanz. Im weiteren Verlauf bildet

sich eine Patina, die meist grünlich ist und in Küstenregionen

– wie auch diese hier eine ist – eine bläuliche

Farbe annehmen kann. Das Erscheinungsbild der

Bibliothek wird sich somit fortlaufend und unaufhaltsam

verändern. Diese natürliche Patina schützt vor

Korrosion und macht Kupfer zu einem sehr lebendigen

sowie langlebigen Fassadenmaterial.

Dass die Bewohnerinnen und Bewohner von Kirkkonummi

diese Veränderung miterleben, verbindet

sie auf besondere Weise mit ihrer neuen Bibliothek.

Genauso wie das, was unter der Kupferhaut zu finden

ist: Für sie ist der Bau ein sozialer Treffpunkt, ein

Ort des Wissens und des Lernens. Ein großes öffentliches

Wohnzimmer mit Aktivitäten für Kleinkinder

und Jugendliche, mit einem Ausstellungsbereich, einem

Veranstaltungsraum und einem Café. Dem ehemaligen

Bibliotheksgebäude aus den 1980er Jahren

wurde, im Rahmen dessen Revitalisierung und Erweiterung,

diese neue Hülle praktisch übergestülpt und

seine Größe dadurch mehr als verdoppelt.


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Magazin

Auf Entdeckungsreise

Mit ihrem Projekt laden die Architekten Reiulf Ramstad zum Erkunden einer vergessenen

Region im Elsässer Rosheim ein. Auf einer Strecke von elf Kilometern entführt

Chemin de Carrieres Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit. Fünf Abschnitte

untergliedern die stillgelegte Bahntrasse der Region in visuelle Kapitel, die einerseits

zum Entdecken und andererseits zum Verweilen animieren. Rostrote Elemente

strukturieren den Weg, wobei sie gleichzeitig Ausblicke in die Umgebung zulassen.

Auch Wasser ist ein Thema, das die Architekten aufgegriffen und in ihr Konzept

integriert haben.

Text: Dolores Stuttner Fotos: Florent Michel 11h45

Zweifelsohne ist das Herzstück der Nostalgiestrecke

der Pavillon „Rosheim“. Durch das Spiel mit konvexen

und konkaven Formen hat er den Charakter eines Labyrinths,

das die Besucher spielerisch durch die Baustruktur

führt. In dieses Konstrukt wurden auch die

noch erhaltenen Bahngleise als historisches Zeugnis

integriert. Sitzgelegenheiten in Form von Holzbänken

sind ebenfalls Teil des Bauwerks, wobei gezielt

gesetzte Öffnungen spannende Ausblicke in die Umgebung

gewährleisten.

Der Abschnitt „Boersch“ widmet sich dem Thema Wasser.

In Form eines Amphitheaters mit Elementen aus

Holz und Metall wurde das Flussbett am Rosenmeer

vergrößert, wobei die Planer auch einen direkten Zugang

zum Fluss schufen. Das Gewässer fungiert in diesem

Fall als dynamisches Element in der Landschaft.

Als Skulptur huldigt „Leonardsau“ der Landschaft.

Der lange, grüne Korridor des Waldes mündet in

ein künstlich geschaffenes Portal aus zwei Cortenstahl-Platten.

Ebendiese leiten zu einem quadratischen

Gebilde, das die Perspektive zum Mont St.

Odile freigibt, über. Im Inneren der Konstruktion mit

der stählernen Außenhaut, befindet sich eine Verkleidung

aus Holzbrettern, die gleichzeitig als Sitzgelegenheit

fungiert.

Mit „Ottrott“ wird die ehemalige Eisenbahnstation

beschritten. Dieser Abschnitt widmet sich damit der

Geschichte des Reisens. Er unterstreicht sowohl das

Erbe als auch die bauliche und symbolische Verbindung

zu diesem. Die vorhandene Behausung tritt dadurch

mit der Geschichte und der historischen Landschaft

in einen Dialog.


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31

Magazin

Schließlich erzählt „Saint-Nabor“ die Geschichte

des Glücks. Das ehemals industriell genutzte Areal

durchläuft seit der Stilllegung der örtlichen Anlage

einen stetigen Prozess der Renaturalisierung. Die

noch vorhandenen Spuren des Steinbruchs symbolisieren

den Sieg der Natur über die Industrie. Auf dem

ehemaligen Schotterwerk realisierten die Architekten

eine Plattform, die Passanten über Stufen erreichen

können. Sie gibt den Blick auf das Tal Rosheims

und damit eine große Ebene von Elsass frei. Bewusst

wurde die Form des Bauwerks einem vierblättrigen

Kleeblatt nachempfunden – Betrachter können sich

auf ihm nämlich glücklich schätzen, einen solch malerischen

Ausblick auf die Landschaft zu genießen.

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32

Magazin

95 cm Vergangenheit

Kein Standard, keine Kompromisse, dafür jede Menge Nachhaltigkeit und Maßarbeit

– das waren die Vorgaben, rund um die das niederländische Architekturbüro Firm

Architects eine Wohnung in Amsterdam komplett neu gestaltete. Für das Projekt

entwickelten die Planer ein unkonventionelles Konzept: Sie „schnitten“ den Raum

quer durch. An der horizontalen Schnittkante treffen nun Alt und Neu in Form von

unterschiedlichen Materialien aufeinander.

Text: Edina Obermoser Fotos: Studio de Nooyer

Mitten im multikulturellen Viertel De Pijp gelegen,

entstand das urbane Loft in einem bis dahin ungenutzten

Dachboden. Nachdem das Dach einige Jahre

zuvor um 50 cm angehoben wurde, stand dem Ausbau

durch den neuen Eigentümer nichts mehr im

Wege. Für die Neugestaltung setzten die Architekten

auf 95 cm Höhe einen optischen Horizontalschnitt:

Während unten die rauen Ziegelwände freiliegen,

sind sämtliche Oberflächen darüber glatt verputzt

und verkleidet. Die neuen Elemente scheinen auf einem

Sockel aus alten Materialien zu sitzen. Auch die

Einbauten führen die imaginäre Schnittlinie fort. Wo

im oberen Teil helles Zinkblech das Licht angenehm

reflektiert, wird es im unteren Abschnitt von dunklen

Spiegeloberflächen absorbiert.

Wohnküche und Schlafraum nehmen zwei Drittel der

Grundfläche ein. Sie werden von einem raumhohen

Schrank unterteilt und sind ansonsten offen gestaltet.

In einem seitlichen, boxartigen Einbau verbergen

sich mit Bad, Stauraum und Gästezimmer alle übrigen

Funktionen. Eine Treppe führt auf die Dachterrasse.

Sie ist – wie alle übrigen Bereiche – materiell

zweigeteilt. Über einem dunklen Treppenkörper unten

schwebt eine luftig-perforierte Blechstiege.


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33

Magazin

Die Zahl 95 wurde nicht willkürlich, sondern aus

praktischen und poetischen Gründen gewählt: Sie

orientiert sich an der perfekten Position für Arbeitsflächen

und Handläufe und entspricht dem Zentrum

des menschlichen Körpers. Wie seine Bewohner, soll

ihre geschichtsträchtige Basis die Wohnung mit der

Vergangenheit verbinden. Gleichzeitig soll ihr der

obere Teil einen frischen, zukunftsgewandten Touch

verleihen. Daher auch der Name des Projekts: „Reflektionen

der Vergangenheit“. Mit der dualen Materialpalette

vereinen Firm Architects zwei völlig unterschiedliche

Welten optisch zu einem harmonischen

Ganzen: Raue Ziegel und roher Putz kontrastieren

mit glatten Blechen, warmem Holz und schlicht-weißen

Oberflächen und schaffen in dem 94 m 2 großen

Apartment ein einzigartiges Ambiente. Dadurch gelang

es, den Raum nicht nur maximal auszunutzen,

sondern auch die Geschichte des Lofts sicht- und

spürbar zu machen.


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34

Magazin

Privater Tempel

In der niederösterreichischen Gemeinde Hinterbrühl haben smartvoll architekten

eine private Rückzugsoase erbaut, die Assoziationen an einen modernen Tempel

weckt. Dass dieser ganz dem Wellness-Kult geweiht ist, sieht man ihm auf den

ersten Blick gar nicht an, und doch finden hier alle Funktionen – vom Jacuzzi bis hin

zum Dampfbad – ihren Platz.

Fotos: Dimitar Gamizov

Der Spa-Pavillon steht einer Jahrhundertwende-Villa,

an einem leicht ansteigenden Hang, gegenüber.

Die gesamte Anlage besteht aus Rauriser Quarzit,

einem Naturstein der Dampf, Chlor, Saunahitze und

Winterfrost unbeschadet übersteht. „Die absolut

konsequente Verwendung eines einzigen Materials

gibt den Outdoor-Bereichen ein Indoor-Feeling und

vice versa“, sagt Olya Sendetska von smartvoll.

Die Wände durchstoßen und überragen die Deckenplatten

und scheinen so jedes Tragen von sich zu

weisen. Die Folge dieser Gestaltung ist, dass die

massiven Dachelemente zu schweben scheinen. Der

rechtwinkelige Raster bildet eine Vielzahl an unterschiedlichsten

Räumen und Nischen für die diversen

Funktionen des Pavillons. Der labyrinthisch verschachtelte

Grundriss kommt ohne Symmetrien und

Wiederholungen aus und überrascht stattdessen mit

seinem Gefüge. Die einzelnen Zonen verbinden sich

zu einer großen, offenen Spa-Architektur.


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35

Magazin

Ohne klare Grenze zwischen außen und innen, öffnet

sich der Pavillon nach allen Seiten zum ihm umgebenden

Grün. Im Winter schieben sich, in den Wand- und Deckenplatten

verborgene, Glasflächen vor und über den

Pavillon. Durch die gezielte Ausrichtung der Steinplatten

schaffen es die Architekten, trotz der offenen Anmutung,

absolute Privatsphäre zu gewährleisten. Zu jeder Jahreszeit

lustwandelt man unbekleidet zwischen Jacuzzi,

Dampfbad, Sauna, Dusche, Pool, Liegezone und Bar.

Hinter der Bar führt eine Treppe hinab in einen ehemaligen

unterirdischen Verbindungsgang zwischen Villa und

Pavillon welcher nun als Fitnessbereich dient. Glaselemente

geben dem langgezogenen Schlauch nun Struktur

und markieren einzelne Trainingsbereiche. Der Rauriser

Quarzit fügt im Rhythmus mit den vertikalen Moosbepflanzungen

den unterirdischen Fitnessbereich mit dem

oberirdischen Pavillon architektonisch zusammen.

Mit reduzierter Formensprache macht der Spa-Pavillon

seine Funktionen anschaulich und räumlich erlebbar.

Ein moderner Zweckbau für einen kultischen Zweck,

der dem Bad ein Stück jenes Heiligen zurückgibt, das

man ihm in der Antike zuschrieb.

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36

Magazin

Emotion für den Alltag

Ein Fahrbericht hier im architektur Fachmagazin? Das ist schon etwas „Out of the

Box“, ist aber auch ein bisschen Tradition. Immer wieder haben wir in der Vergangenheit

einen kleinen Ausflug in die Automobilwelt gewagt. Diesmal wurde uns

der neue Škoda Octavia RS iV mit Plug-in-Hybridantrieb in auffälliger Velvet-Rot

Metallic Lackierung zur Verfügung gestellt. Und um das Fahrzeug dem Alltagstest

zu unterziehen, habe ich meine Frau und Tochter eingepackt und bin mit ihnen gute

1.500 Kilometer durch Österreich, Slowenien und Kroatien getourt.

Text & Fotos: Andreas Laser

Die RS-Modelle präsentieren sich traditionell

deutlich dynamischer als die übrigen

Octavia-Varianten. Neben spezifischen

Front- und Heckschürzen verfügen sie über

zahlreiche Akzente in Schwarz. Unser Fahrzeug

hat optionale Leichtmetallräder in 19

Zoll. Spezifische RS-Plaketten am Grill und

an der Heckklappe kennzeichnen die sportlichen

Top-Versionen. Die Bremssättel sind

als besonderer Blickfang in Rot lackiert.

Das Interieur unseres Testwagens zeigt

sich, RS-typisch, überwiegend in Schwarz:

ergonomische Sportsitze mit integrierter

Kopfstütze, Sitztiefenverstellung und

Massagefunktion tragen das RS-Logo und

farbige Ziernähte in Rot, die sich auch am

Lederlenkrad, an den Armlehnen und an der

mit Alcantara bezogenen Instrumententafel

finden, werden abgerundet durch Dekorleisten

in Karbon-Optik und Pedale im Aluminium-Design.

Am 10-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole

lassen sich Navigation und Fahrzeugmenüs

intuitiv steuern. Die Lautstärkeregelung

ist mittels großem Slider unter

dem Bildschirm immer gut erreichbar. Ein

hochauflösendes digitales Kombiinstrument

gibt Auskunft über alle wichtigen

Fahrzeugparameter und lässt sich individuell

konfigurieren. Das Head-up-Display

wird für den Fahrer gut sichtbar auf die

Frontscheibe projiziert und liefert alle notwendigen

Informationen, ohne dass man

den Blick von der Straße nehmen muss.

Das fördert nicht nur die Fahrsicherheit,

sondern ist auch sehr komfortabel.

Zum Thema Sicherheit: Hier glänzt der Octavia

RS mit der neuesten Generation von

Fahrassistenzsystemen wie Geschwindigkeitsregelanlage

mit Abstandsensor und

automatischem Spurhalteassistent. Das

alles geht schon einen großen Schritt in

Richtung autonomes Fahren und die Funktionen

machen vor allem Autobahnfahrten

bei höherem Verkehrsaufkommen deutlich

entspannter. Dem einen oder anderen mögen

diese Eingriffe vielleicht zu viel sein, für

mich persönlich ist der Komfortgewinn aber

unbezahlbar. Am Ende des Tages kommt

man einfach gelassener und entspannter

durch den Verkehr und hat am Zielort nicht

nur mehr Energie, sondern auch deutlich

bessere Laune.


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37

Magazin

Der Ladeboden ist, im Vergleich zum Model

ohne Hybridantrieb, etwas hochgezogen,

da sich darunter der Akku mit einem Energiegehalt

von 13 kWh befindet. Das Kofferraumvolumen

sinkt dadurch von 640 auf

490 Liter. In einem recht tiefen Fach unter

dem Kofferraumboden findet neben dem

Ladekabel für die Haushaltssteckdose auch

problemlos ein Typ 2 Ladekabel für Wallboxen

oder Ladestationen Platz. Viel Praxisnutzen

büßt der Octavia durch den etwas

kleineren Kofferraum nicht ein. Mit Frau,

Kind und reichlich Gepäck für zwei Wochen

ließ es sich in ihm immer noch komfortabel

Reisen. Ein zweites Kind wäre sich auch

noch leicht ausgegangen.

Der Octavia bleibt also auch als RS iV ein

ausgezeichnetes Familienfahrzeug. Der

Kindersitz meiner siebenjährigen Tochter

war dank Isofix Halterung sofort einsatzbereit.

Besonders toll fand sie den Tablet-Halter

in der Mittelkonsole und die beiden

USB-Anschlüsse zum Laden desselben. So

waren auch die Stunden im Stau und die

Wartezeiten an den Grenzübergängen für

sie kein großes Problem. Die 3-Zonen-Klimaautomatik

hat uns auch in der kroatischen

Mittagshitze kühl gehalten.

Der Ladeanschluss für die Batterie befindet

sich am Kotflügel vor der Fahrertüre. An

der Haushaltssteckdose lässt sie sich in ca.

fünf Stunden komplett laden, an der Wallbox

geht es mit bis zu 3,6 kW Ladeleistung

in etwa dreieinhalb Stunden noch etwas

schneller. Öffentliche Ladestationen sind

für teils deutlich höhere Ladeleistungen

ausgelegt und werden meist nach Minutentarif

abgerechnet. Der Škoda wird also am

besten daheim oder am Arbeitsplatz geladen.

Mit vollem Akku ergibt sich immerhin

eine rein elektrische Reichweite von bis zu

60 Kilometern. Für mein persönliches Nutzungsverhalten

wäre das in 90% der Fälle

mehr als ausreichend.

Die Kombination aus 1.4 Liter tsi und

Elektro motor liefert beim Octavia RS iV eine

Systemleistung von beachtlichen 245 PS

und ein Drehmoment von 400 Nm. So motorisiert

geht es in allen Lebenslagen souverän

voran. Das Fahrwerk ist, der sportlichen

Auslegung entsprechend, direkt und straff

abgestimmt. Ich mag es normalerweise

eher etwas entspannter, muss aber gestehen,

auf kurvigen Freilandstraßen macht es

schon richtig Laune mit dem RS durch die

Kurven zu gleiten. Bei Autobahngeschwindigkeiten

wird es sogar wieder erstaunlich

komfortabel. Souverän und sicher wirkt das

Fahrverhalten dabei immer.

Im Sportmodus macht zuallererst die plötzlich

anschwellende Soundkulisse auf sich

aufmerksam. Ein synthetisch erzeugter Motorensound

legt sich über den ansonsten

eher ruhigen Vierzylinder und lässt Sportwagenfeeling

aufkommen. Die Außenwelt

bleibt von der angehoben Klangkulisse

im Innenraum verschont. Wenn einem das

nicht zusagt, lässt sich das Feature jederzeit

deaktivieren. Der Sportmodus dient

aber nicht nur zum Heizen über die Landstraße,

sondern auch der erweiterten Rekuperation

- also der Energierückgewinnung

der Bremsenergie durch den Elektromotor.

Hier wird sofort rekuperiert, sobald der Fuß

etwas vom Gaspedal genommen wird, und

der Wagen verlangsamt sich gleichmäßig.

Das funktioniert ausgesprochen gut. Nachdem

es beispielsweise über eine Passstraße

mehrere Kilometer im Sportmodus bergab

ging, war wieder Strom für etliche Kilometer

im Akku. Auch die mechanischen Bremsen

wurden so kaum beansprucht.

Und ebenso interessant ist auch der Eingriff

der vorausschauenden Rekuperation.

Kommt beispielsweise ein Ortsschild oder

eine Tempobeschränkung in Sicht, werde

ich sanft ermahnt, den Fuß vom Gas zu

nehmen. Dann verlangsamt sich der Wagen

mittels der Bremswirkung des Elektromotors

selbstständig auf das richtige Tempo

und regeneriert dabei Energie.

Der Übergang von reiner Rekuperation

zum Einsetzen der mechanischen Bremsen

ist nicht spürbar und das Bremsverhalten

stets vorhersehbar. Ähnliches gilt auch zum

Einsetzen des Verbrennungsmotors und

der Arbeit des 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebes.

Hier merkt man es zwar sofort,

sobald der Verbrenner mit anpackt, die

Kraftentfaltung beider Aggregate geht aber

völlig nahtlos ineinander über.

Auch beim rein elektrischen Fahren enttäuscht

der Octavia RS iV nicht. Ruhig und

souverän bietet er auch ohne Verbrennungsmotor

ausreichend Leistung, um sich

zügig und entspannt fortzubewegen. Genau

in dieser Fahrweise zieht unser roter

Testwagen alle Blicke auf sich: ein sportlich

designter Wagen, der fast lautlos durch die

Stadt gleitet.


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Arbeitswelten

Raum für Visionen

Über der freien Landschaft schwebend erstreckt sich der weiße, imposante Baukörper

des OBJECT CAMPUS in Denkendorf, Deutschland. Geplant als städtebauliches

Gesamtkonzept von drei raumbildenden Gebäuden mit einem innenliegenden

kommunikativ nutzbaren Campushof, beeindruckt das erste von OBJECT

CARPET realisierte fünfstöckige Gebäude mit seiner spannungsvollen wie

großzügigen Architektur, der Licht absorbierenden Aluminium-Glasfassade und

der auskragenden Zugangssituation. Das Projekt ist ein exemplarisches Beispiel

für neue Office- und Showroomgestaltung.

Fotos: Markus Guhl

Dieses Projekt, geplant und realisiert vom Architektur-Büro

Hank+Hirth Freie Architekten, bietet Platz

für Ideen, Interaktion und das Arbeiten der Zukunft

und stellt mit seinen vielfältigen Projekt- und Arbeitsbereichen

ideale Voraussetzungen für eine interdisziplinäre

Plattform zur Verfügung. Die Vision

dahinter ist eine große Gemeinschaft, ein ganzheitlicher

Gedanke, ausgerichtet auf eine gesunde und

nachhaltige Lebens- und Arbeitsweise.

Im Bereich der Innenarchitektur agieren überwiegend

weiße und auch schwarze Flächen als individuell bespielbare

„Bühne“ — eine zeitlose und werthaltige

Basis, die viel Raum für nutzerspezifische Farb- und

Formgebung lässt. Ausgelegt auf hohe Variabilität

und Flexibilität berücksichtigt die Gebäudekonstruktion

viel Fläche für Interaktionen. Auch die lichtdurchfluteten

Flure und Treppen spiegeln die Offenheit

und Großzügigkeit wieder.

Das für die verschiedenen Bereiche und Nutzungen

ideal angepasste Beleuchtungskonzept wurde von

Molto Luce entwickelt und mit unterschiedlichen

Produkten des Beleuchtungsspezialisten realisiert.

So wird etwa der Bürobereich entlang der Fassade

mit den Stehleuchten Lens beleuchtet, die eine

Lichtverteilung von 40% direkt strahlend und 60%

indirekt strahlend über die Decke bieten. Ausgestattet

mit Tageslicht- und Präsenzmelder regelt sich die

Leuchte von selbst und bietet eine horizontale mittlere

Beleuchtungsstärke von 500lx auf der Arbeitsfläche.

Über einen Funkbaustein im Leuchtenkopf

kommunizieren die Stehleuchten zudem miteinander

und sind so programmiert, dass, wenn etwa ein Mitarbeiter

am Abend allein im Büro am Schreibtisch sitzt,

die Stehleuchten in unmittelbarer Nähe auf jeweils

20% hochfahren, um eine angenehme Raumatmosphäre

zu schaffen.


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Arbeitswelten

Und auch der Showroom, der nicht nur als Ausstellung

fungiert, sondern auch sehr flexibel auf Events

und Veranstaltungen angepasst werden kann, erhielt

sein spezielles Beleuchtungskonzept. Präsentiert

werden dort auf einer Musterwand von etwa 35 Meter

Länge rund 1.400 Produkte, die über die Stromschienen-Strahler

Mova mit asymmetrischem Reflektor

beleuchtet werden. Das Medienpult im Zentrum der

Musterfläche – wo sich Besucher ihre Teppiche zusammenstellen

und über einen Beamer an die Musterwand

projizieren können – wird durch die darüber

positionierte Ringleuchte „Liquid Line“ hervorgehoben,

die als Sonderkonstruktion in Form eines nur zu

drei Viertel geschlossenen Kreis ausgeführt ist.

www.moltoluce.com

www.object-campus.de


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Arbeitswelten

Raum für Kreativität

Die Arbeitswelt 4.0 ist smart, digitalisiert, modern und mobil: Ziel ist die möglichst

große Freiheit und Selbstentfaltung der Mitarbeitenden. Dabei spielt die Raumgestaltung

eine wichtige Rolle für Leistungsvermögen, Wohlbefinden und Motivation.

Dies war auch der zentrale Leitgedanke beim Neubau des HPP Hauptsitzes im

Düsseldorfer Medienhafen. Die 2020 bezogenen Büroflächen des weltweit tätigen

Architekturbüros wurden nach dem New-Work-Prinzip als kommunikative Arbeitswelten

mit Open Space Areas, Think Tanks, flexiblen Arbeitsplätzen, interaktiven

Räumen und Silent Areas konzipiert.

Fotos: Ralph Richter Photodesign

Im Erdgeschoss bietet eine Lounge Platz für Events

und Veranstaltungen, im begrünten Innenhof können

sich die Mitarbeitenden in ihren Pausen entspannen.

Während der fünfgeschossige Neubau, der, neben

Wohn-, Gastronomie- und Eventflächen, Büroräume

für insgesamt rund 200 Arbeitsplätze bietet, von

außen durch die dunkelgraue Fassade eher monolithisch

wirkt, ist die Innenraumgestaltung geprägt

von viel Licht, Luft und hellen Materialien. „Das Designkonzept

stellt den Werkstattcharakter in den

Vordergrund“, erläutert Anika Hülser, Leiterin Innenarchitektur

und Associate Partner bei HPP. Die offenen

Deckenkonstruktionen und die unverkleideten

Sichtbetonstützen geben den Blick auf die Technik

frei und fördern eine kreative, informelle Atmosphäre.


www.architektur-online.com

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Arbeitswelten

Systeme in Metall

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fural.com

Teil des Innenraumkonzepts ist der einfärbige Kautschuk-Bodenbelag

„noraplan uni“, der in Hellgrau im ganzen

Gebäude auf rund 3.300 Quadratmetern verlegt wurde. Mit

seiner matten Oberfläche fügt sich der Belag nahtlos in den

modernen Industrie-Look ein. „Wir setzen schon seit vielen

Jahren in den unterschiedlichsten Projekten diese Böden

ein – vom Deutschen Fußballmuseum über Universitäten

bis hin zu Laborbauten – in der jüngsten Zeit aber auch

verstärkt im Office-Bereich,“ berichtet die Innenarchitektin.

Auf den dauerelastischen Kautschuk-Belägen läuft es sich

angenehm, zudem mindern sie die Gehgeräusche. Darüber

hinaus sind sie einfach zu reinigen und bieten sehr gute hygienische

Eigenschaften, was sich gerade in Zeiten eines

erhöhten Infektionsgeschehens als Vorteil erweist.

www.nora.com


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Arbeitswelten

Akustikplanung im Großraumbüro

Der Lärmpegel in Großraumbüros belastet die Arbeitsbedingungen: Die Folgen sind

erschwerte Kommunikation mit schlechter Sprachverständlichkeit, nachlassende

Konzentrationsfähigkeit und negative gesundheitliche Auswirkungen, wie ein

grundlegend erhöhter Stresslevel.

Der deutsche Bürostuhlhersteller Interstuhl beschäftigt

sich intensiv mit diesem Themenbereich

und entwickelt Lösungen, die die ungebremste

Schallausbreitung eindämmen bzw. verhindern. Das

Möbel- und Raumgliederungssystem HUB ist dabei

zentrales Vehikel. Die Produktfamilie besteht unter

anderem aus flexiblen Trennwänden, Telefonzellen

und Besprechungs-Pods, mit denen es möglich ist,

getrennte Ruhebereiche für konzentriertes Arbeiten

zu schaffen. Damit Zusammenarbeiten im Open Space

auch individuell und flexibel möglich wird, gibt es

zudem Sitzlösungen wie HUB Sessel, womit sich verschiedenste

Zonierungen innerhalb großer, offener

Räume kreieren lassen. Zusätzlich können Teile der

HUB Produktfamilie mit einem Acoustic Performance

Material der zweithöchsten Absorberklasse B ausgestattet

werden.

Um den Lärmpegel so gering wie möglich zu halten,

sollte die Akustikplanung jedoch nicht erst bei der

Möbelauswahl beginnen. Bereits die Decken, Wände

und Böden können mit schallabsorbierenden Eigenschaften

versehen werden. In Kombination mit

akustisch wirksamen Möbeln, gibt es vielfältigste

Optionen, die Lärmentwicklung von Räumen einzudämmen

und den Mitarbeitenden ein gesundheitsschonendes,

produktives Umfeld zu bieten.

Interstuhl Büromöbel GmbH & Co. KG

T +43 (0)1 61 64 113

oesterreich@interstuhl.com

www.interstuhl.at


www.architektur-online.com

architekturszene

© Walter Luttenberger

Value One Headquarter

am Grünen Prater, Wien

Hier steckt ganz viel Lindner drin

Die Lindner GmbH ist Komplettanbieter für den Innenausbau

und überzeugt mit Projektlösungen in ganz Österreich. Das

Leistungsspektrum ist dabei sehr breit gefächert; von Wänden

über Decken mit Heiz- und Kühltechnologie bis hin zu Hohlund

Doppelböden.

austria@Lindner-Group.com

www.Lindner-Group.com


architektur FACHMAGAZIN

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Arbeitswelten

Begegnungszone und Arbeitsplatz

Gemeinsam mit seinen Fachberatern hat sich der Objekteinrichter Selmer GmbH

zur Aufgabe gemacht, den Arbeitsplatz der Zukunft so zu gestalten, dass auch bei

offenen Räumen ruhige Nischen zum Arbeiten und Abschalten entstehen. Innovative

Büromöbel und spezielle Raum-in-Raum Lösungen erzeugen auch bei wenig Platz

ein angenehmes Arbeiten. Erfolgreiche Teams benötigen individuelle Lösungen und

maßgeschneiderte Bürokonzepte.

pads: Wohlfühloase

Begegnungszonen sind in Büros immer häufiger zu

finden und dienen dem sozialen Austausch, aber auch

als Rückzugsort. Mit der Sitzlandschaft pads kann der

Raum kreativ gestaltet werden. Neben einem Bausatz

aus mehreren Polsterelementen können auch zusätzliche

Trennwände ergänzt werden, um in offenen Räumen

Ruhezonen zu schaffen.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at

cellular: Flexibilität auf engem Raum

Die Konstruktion cellular ist vielseitig einsetzbar und

schafft neue Working Spaces. Auch in Großraumbüros

entsteht so der Komfort eines Einzelbüros. Dank dem

60° Winkel der Zellen können die einzelnen Gruppen

unterschiedlich angeordnet werden, egal ob im Kreis

oder linear in wechselnder Aufstellung. Zusätzlich

können die Bereiche auch mit Accessoires, wie Kleiderhaken

oder einem Whiteboard, abgerundet werden.

Notebook: Außergewöhnlicher Komfort

Ob im Büro oder Zuhause – der aufklappbare Tisch

notebook ist eine moderne Lösung für verschiedenste

Raumgestaltungen und ermöglicht eine optimale

Flächennutzung. Eine hochwertige MDF-Tischplatte

wird schnell und einfach mit einem Gummigurt an

der Rückwand befestigt. Zusätzlich lassen sich magnetische

Lampen, Aufbewahrungstaschen oder

andere Halterungen ganz einfach an der Metallrückwand

befestigen.


www.architektur-online.com

Neuer Showroom

Pünktlich zum 50-Jahre-Firmen-Jubiläum von Sedus

Österreich ist der neue Showroom in Wien fertiggestellt

worden. Die alte Ausstellung hatte ihren eigenen

Charme und war bestens geeignet, Stühle und

Konferenzmodule zu zeigen. Der Komplettanbieter

wollte aber verstärkt Büromöbel in ihrer Anwendung

zeigen, weswegen neue Räumlichkeiten mit offener

Aufteilung gesucht wurden. Fündig ist man bei der

Suche dann im 15. Bezirk geworden - im Hinterhof eines

Wohnhauses konnte ein 280 m² kleines Haus mit

zugehörigem Innenhof bezogen werden. Hier finden

nun nicht nur die Mitarbeiter moderne und helle Arbeitsplätze,

auch die Ausstellung konnte am neuen

Standort den Wünschen entsprechend in verschiedene

Themenbereiche aufgeteilt werden. Zudem bietet

der Innenhof – besonders in der warmen Jahreszeit

– Platz für Veranstaltungen.

Sedus entwickelte sich von einem reinen Stuhl-Produzenten

und -Lieferanten zu einem anerkannten

Vollsortimenter für Büroeinrichtungen. Das aktuell

schönste Beispiel dafür ist die Unicredit/Bank Austria

Campus Wien, das größte Bürogebäude Österreichs,

das Sedus mit über 4.000 Arbeitsplätzen ausstatten

durfte.

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Sedus Stoll GmbH

Showroom Wien

Herklotzgasse 26/H1

1150 Wien

T +43 (0)1 982 94 17 12

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com

Arbeitswelten

Produktdesign: Volker Eysing, Kiel

HUB –

FÜR DIE OPTIMALE

AKUSTIK IM BÜRO

Das vielseitige Möbel- und Raumgliederungssystem

HUB bietet

viele akustisch wirksame Einsatzmöglichkeiten.

Mit den flexiblen

Trennwänden, den Telefonzellen

oder den Besprechungs-Pods

können getrennte Ruhebereiche

für konzentriertes Arbeiten geschaffen

werden.

interstuhl.com/hub


architektur FACHMAGAZIN

46

Arbeitswelten

Unsichtbar integriert

Eine gelungene Antwort auf die immer wohnlicher werdenden Bürowelten einerseits

und die Anforderungen an den Arbeitsplatz zu Hause andererseits, bieten die

neuen Funktionsdrehstühle „Marva“ von Girsberger. Mathias Seiler stellte sich als

Designer der Aufgabe, einen Drehstuhl mit unsichtbar integrierten ergonomischen

Funktionen und einer weichen Formensprache zu entwerfen. Das Ergebnis ist ein

perfektes Design und eine neue, sehr flache Synchronmechanik, die unsichtbar

vollständig im Sitz integriert ist.

Das mit allen ergonomischen Eigenschaften ausgestattete

Modell „Marva“ verfügt über eine Synchronmechanik

mit automatischer Federkrafteinstellung

für bewegtes Sitzen, punktgenaue Einstellung des

Sitzes, der Rückenlehne und des Lumbalbereichs,

sowie vielfach verstellbare Armlehnen. Optional erhältlich

ist eine zweite Mechanik-Variante mit zusätzlicher

Federkraft-Feinverstellung und zuschaltbarer

negativer Sitzneigung. Die Rückenlehne ist konkav

und körperumschließend geformt sowie vollständig

mit Stoff bezogen. Neben den runden, weichen Formen,

welche für eine ausgesprochene Wohnlichkeit

sorgen, verdankt das Modell seine textile Anmutung

dem Reißverschluss auf der Rückseite der Lehne.

Besonderen Komfort bietet der weich und voluminös

gepolsterte Sitz, ergänzt durch Armauflagen aus weichem

PUR mit großen, ovalen Auflageflächen.

Mit „Marva Net“ steht eine Modell-Variante zur Verfügung,

deren netzbespannte Rückenlehne den Arbeitsstuhl

transparent und leicht erscheinen lässt.

Darüber hinaus ist sie sehr komfortabel, da sie sich

dem Rücken großflächig anpasst. Die Sitztechnik ist

fast vollständig in den runden, voluminösen Sitz integriert

und damit weitestgehend unsichtbar.

Girsberger in Österreich

Girsberger GmbH

Classic Depot Wien

Stachegasse 18, Objekt 4, Top 7

1120 Wien

T +43 1 799 97 97

mail_wien@girsberger.com

Marva Net


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Arbeitswelten

Lösungen zwischen

Tür und Zarge

Trennwandsysteme im Büro

Aktuell kehrt immer mehr Leben und Normalität in die Büros zurück und plötzlich teilen

sich wieder viele Menschen zusammen einen Arbeitsplatz. Jede Firma und ihre Mitarbeiter

arbeiten anders und oft bringt jeder Tag neue Anforderungen und Bedürfnisse an

die Arbeitsräumlichkeiten mit sich, wie zum Beispiel Meetings, Mitarbeiterversammlungen,

Events und Fokuszeiten.

Mit den Trennwandsystemen von DORMA Hüppe gelingt es, stets flexibel zu sein und

die Räumlichkeiten ganz individuell an Arbeitstag und Arbeitsweise anzupassen. Das

Variflex Trennwandsystem bietet vielfältige Möglichkeiten für eine flexible Raumnutzung,

eine einfache und schnelle Bedienung sowie eine große Auswahl an modernen

Designmöglichkeiten für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Besonders in Kombination

mit Variflex Glas Elementen können helle und freundliche Räume geschaffen werden.

Die Mischung aus blickdichten und durchsichtigen Elementen sorgt dabei sowohl für

Lichtdurchlässigkeit als auch für die nötige Diskretion.

DORMA Hüppe Austria GmbH

T +43 (0)732 600-451

office@dorma-hueppe.at

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Ihr Kontakt

Alexander Moser

+43 664 / 167 2514

www.simonswerk.com


architektur FACHMAGAZIN

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Bau & Recht

Zur (Un-)Zulässigkeit

der kurzfristigen Vermietung

von Wohnungen in Wohnzonen

Derzeit muss der Städtetourismus aufgrund der COVID-19 Pandemie herbe Verluste

hinnehmen. Doch auch unabhängig von den derzeitigen besonderen Umständen,

zeigte sich in den letzten Jahren ein Wandel im Städtetourismus. Der Trend

geht weg vom Hotelaufenthalt, hin zum Urlaub im gut ausgerüsteten Ferienapartment.

Für Eigentümer und Mieter einer Wohnung kann die kurzfristige Vermietung

ihrer Wohnung an Touristen durchaus lukrativ erscheinen. Dieser Artikel zeigt,

welche rechtlichen Fallstricke hierbei zu beachten sind und nimmt im Zuge dessen

die Wohnzonenregelung der Bauordnung für Wien unter die Lupe.

Text: Mag. Theresa Stachowitz und Mag. Matthias Nödl

Die Bauordnung für Wien (BO für Wien)

sieht vor, dass im Bebauungsplan sogenannte

Wohnzonen für Wohngebiete und

gemischte Baugebiete – hauptsächlich in

Bezirken innerhalb des Gürtels – ausgewiesen

werden können (§ 5 Abs 4 iVm § 7a Abs

1 BO für Wien). Dieser Regelung liegt die Intention

des Gesetzgebers zu Grunde, dass

sich bestimmte Bezirke nicht zu ausgesprochenen

Geschäfts- oder Bürovierteln entwickeln

sollen, die in den Abendstunden und

an Wochenenden kaum frequentiert werden.

Wohnungen sollen der Bevölkerung

auch weiterhin für Wohnzwecke zur Verfügung

stehen. Die Erhaltung dieser Nutzung

und deren weiterer Ausbau waren neben

der Erhaltung des Wohnungsbestandes das

Regelungsziel, welches mit der Etablierung

der Wohnzonen verfolgt wurde.

Die Gründe für das Errichten derartiger

Wohnzonen sind etwa in der Stadtstruktur,

Stadtentwicklung und Vielfalt der städtischen

Nutzung des Baulandes gelegen.

Wohnzonen sollen zur Ordnung des städtischen

Lebensraumes und zur Erhaltung

des Wohnungsbestandes beitragen. Die

Einschränkung auf die oben genannten

Bezirke erscheint im Lichte dieser Regelungsziele

unverständlich, zumal diese Bedürfnisse

wohl auch in anderen Bezirken

gegeben sind.

Für Wohnzonen gilt, dass als Wohnung

verwendete Räume auch weiterhin nur zu

Wohnzwecken verwendet werden dürfen.

Zu beachten ist, dass Räume auch dann

als Wohnung verwendet gelten, wenn und

soweit in diesen bestimmte andere Tätigkeiten

ausgeübt werden. Zu denken ist

etwa an die Tätigkeit eines Freischaffenden,

eines Arztes oder wohl auch eines Rechtsanwalts.

Voraussetzung hierfür ist jedoch,

dass neben der Ausübung dieser Tätigkeiten

in der Wohnung auch gewohnt werden

muss. Ein freischaffender Autor etwa, der

in seiner Wohnung wohnt und dort nebenbei

auch Bücher schreibt, verwendet seine

Wohnung deshalb nicht widmungswidrig.

Möchte der Autor seine Wohnung jedoch

zur kurzfristigen Vermietung an Touristen

anbieten, so ist Vorsicht geboten. Mit der

Bauordnungs-Novelle 2018 fand nämlich

in § 7a Abs 3 BO für Wien die Regelung

Einzug, wonach „die gewerbliche Nutzung

für kurzfristige Beherbergungszwecke keine

Tätigkeit darstellt, die üblicherweise in

Wohnungen ausgeübt wird“ .

Bei einer ersten Betrachtung dieses Halbsatzes,

sticht das Wort „gewerblich“ ins

Auge. Es stellt sich die Frage, ob bei der

Auslegung dieses Begriffes auf das gewerberechtliche

Verständnis abgestellt werden

kann. Ein Blick in die Materialien verrät,

dass „gewerblich“ im Sinne einer regelmäßigen

Zurverfügungstellung von Wohnräumen

für Beherbergungszwecke gegen Entgelt

zu verstehen ist. Mehr Klarheit schaffte

das Landesverwaltungsgericht Wien, indem

es in einer Entscheidung ausführte, dass

der Begriff „gewerblich“ in baurechtlicher

Hinsicht auszulegen sei und somit keines-

falls mit „gewerblich“ im Sinne des Gewerberechtes

gleichzusetzen ist.

„Gewerblichkeit“ im Sinne des Gewerberechtes

würde unter anderem voraussetzen,

dass zur bloßen Vermietung noch

Dienstleistungen während der Dauer der

Vermietung hinzutreten. Diese können etwa

im regelmäßigen Reinigen der Wohnungen,

oder im Waschen von Wäsche gelegen sein.

Darüber hinaus setzt „Gewerblichkeit“ im

Sinne des Gewerberechtes voraus, dass die

Tätigkeit nicht im Rahmen einer – als solche

vom Gewerberecht ausgenommenen

– „häuslichen Nebenbeschäftigung“ erfolgt.

Diese Kriterien der „Gewerblichkeit“ sollen

jedoch für das baurechtliche Verständnis

dieses Begriffes nicht von Relevanz sein.

Gewerblichkeit im baurechtlichen Kontext

liege daher nach Ansicht des Verwaltungsgerichts

auch dann vor, wenn die Bestandsobjekte

regelmäßig für kurzfristige Beherbergungszwecke

vermietet werden, auch

wenn während der Vermietungsdauer keine

Dienstleistungen an den Gast erbracht werden.

Die Frage der Gewinnerzielungsabsicht

sei für das Vorliegen von „Gewerblichkeit“

im Sinne des Baurechtes – im Unterschied

zum gewerberechtlichen Verständnis dieses

Begriffs – ohne rechtliche Relevanz.

Fraglich ist freilich auch, was unter „Kurzfristigkeit“

zu verstehen ist. Eine Vermietungsdauer

von bis zu 30 Tagen kann wohl

noch als kurzfristig klassifiziert werden,

wobei einzelfallbezogene Überschreitungen

dem wohl nicht schaden. Für den zu-


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| BA12-20G |

Einfach konfigurierbar:

TwinCAT 3 Lighting

Solution für DALI-2

Magazin

vor erwähnten Autor, der seine Wohnung

zur kurzfristigen Vermietung an Touristen

anbieten möchte, bedeutet dies, dass mit

der Zielgruppe „Touristen“ wohl jedenfalls

eine kurzfristige Vermietung im Sinne dieser

Bestimmung vorliegt. Touristen mieten

Ferienwohnungen typischerweise für den

Zeitraum unter 30 Tagen an; längere Mietdauern

sind wohl die Ausnahme.

In einem ersten Zwischenergebnis bedeutet

dies, dass eine kurzfristige Vermietung von

Wohnungen in Wohnzonen somit grundsätzlich

nicht zulässig ist. § 7a Abs 5 BO für

Wien sieht von diesem Verbot jedoch – relativ

kasuistisch anmutende – Ausnahmen

vor. Derartige Ausnahmen sind etwa möglich,

wenn und soweit durch die kurzfristige

Vermietung in Wohngebieten die im gesamten

Gebäude für Wohnungen verwendeten

Flächen nicht weniger als 80 % der Summe

der Nutzflächen der Hauptgeschosse – jedoch

unter Ausschluss des Erdgeschosses

– betragen.

Eine weitere Möglichkeit einer Ausnahme

wird eröffnet, wenn und soweit die Wohnqualität

in den betroffenen Aufenthaltsräumen

gemindert ist. Eine derartige Minderung

der Wohnqualität kann etwa äußeren

Umstände wie Immissionen, Belichtung,

Belüftung, fehlende sonstige Wohnnutzungen

im selben Haus oder der besonders

schlechten Lage im Erdgeschoss geschuldet

sein.

Werden Einrichtungen, die der lokalen Versorgung

der Bevölkerung dienen, geschaffen

oder erweitert oder zugleich anderer

Wohnraum in räumlicher Nähe in zumindest

gleichem Ausmaß geschaffen, so kann eine

kurzfristige Vermietung zu Beherbergungszwecken

auch zulässig sein.

Zu beachten ist jedenfalls, dass ein Antrag

auf gewerbliche Nutzung der Wohnung

für kurzfristige Beherbergungszwecke

notwendig ist, um die beabsichtigte Nutzung

auf eine ausreichende baurechtliche

Grundlage zu stellen. Da der Gesetzgeber

teilweise vage Formulierungen gewählt hat

und es für die Zulässigkeit der kurzfristigen

Vermietung auch stets auf die Umstände

des Einzelfalls ankommt, empfiehlt sich

bei Plänen zur kurzfristigen Vermietung in

Wohnzonen sowohl die Vorsprache bei der

Behörde, als auch den Rechtsfreund des

Vertrauens zu Rate zu ziehen.

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine Lichtlösung

vor, die vom Engineering bis zur Wartung auf die Vereinfachung

aller Arbeitsschritte setzt. Alle typischen Lichtregelungen sind integriert,

die Anzahl der DALI-Linien ist unbegrenzt. TwinCAT 3 Lighting

Solution ist auch für Betreiber leicht über Excel konfigurierbar und

zugleich voll HTML- und webfähig, dezentral skalierbar sowie direkt

über Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen, Adressierungen

und Erweiterungen sind direkt im Betrieb möglich, ebenso wie

von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen.

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Vorteile der

Lighting Solution

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Direkt vom Panel aus bedienbar: TwinCAT 3

Lighting Solution vereinfacht die Umsetzung

individueller Lichtlösungen.


architektur FACHMAGAZIN

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Material & Oberfläche

Haus im Haus

Box House / Romarigães, Portugal / Tiago Sousa

Text: Edina Obermoser Fotos: Ivo Tavares Studio

Die Rahmenbedingung für das Projekt bildete ein

verfallenes, historisches Häuschen. Seine groben

Feldsteinmauern sind typisch für die traditionelle

Bauweise der ehemaligen Minho Region in Nordportugal.

An einer Durchfahrtsstraße im malerischen

Dorf Romarigães gelegen, galt es im Zuge der Sanierung,

der Ruine neues Leben einzuhauchen. Tiago

Sousa, ein junger portugiesischer Architekt, nahm

sich dieser Aufgabe an. Für ihn bedeutet Bauen im

Bestand immer auch einen Konflikt zwischen Vergangenheit

und Gegenwart. Als besonders wichtig

erachtet er die Persönlichkeit und die individuellen

Eigenschaften eines jeden Bauplatzes. Diese versucht

er stets zu verstehen, um in sich schlüssige

Projekte zu schaffen.

Basierend auf seinen Überlegungen entschied er sich

dazu, die vorhandenen Strukturen behutsam wiederherzustellen

und damit den historischen Kontext zu

bewahren. Die verbleibenden Mauern nutzte er dabei

als Rahmen für das neue Einfamilienhaus und konzipierte

innerhalb dieser Grenzen sämtliche Revitalisierungsarbeiten.

Mit einem dualen Entwurf versuchte

Sousa, Alt und Neu behutsam zusammenzufassen

und beide Teile doch klar voneinander abzuheben.

Dafür ergänzte er die rauen Steinwände um einen

kantigen Baukörper, der dem Box House seinen Namen

verleiht. Dieser hebt sich nicht nur in seiner Kubatur,

sondern auch in seiner Textur vom Bestand ab.

Er wirkt glatt, greift aber mit den einzelnen Klinkersteinen

den lebendigen Charakter des organischen

Mauerwerks wieder auf.

u

Wie man Erinnerungen

an Vergangenes und

zukünftige Anforderungen

geschickt vereinen

kann, zeigt der Architekt

Tiago Sousa mit seinem

neuesten Revitalisierungsprojekt,

dem Box

House. Er sanierte die

Überbleibsel eines Hauses

im Norden Portugals mit

Bedacht und ergänzte die

traditionellen Steinmauern

um ein neues Ziegelvolumen.

Das Ergebnis

ist ein Wohnhaus, das mit

seiner dualen Materialität

sofort ins Auge sticht und

sich gleichzeitig harmonisch

in seine Umgebung

integriert.


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Tiago Sousa


architektur FACHMAGAZIN

52

Material & Oberfläche

Das Erdgeschoss organisiert

sich rund um die

zentrale Treppe und

einem Einbau, hinter dem

sich das Lager versteckt.

Weiße Oberflächen, Sichtbeton

und dunkles Holz

bestimmen hier das Bild.

Die umhüllende Steinfassade des Einfamilienhauses

besteht lediglich aus den vier Grundmauern. Sie

laufen an den Querseiten nach oben spitz zu. Auch

zentral an der Hauptansicht ragt eine dreieckige

Giebelfläche in die Höhe. Was fehlt, ist ein Dach, das

sich schützend darüberlegt. An dessen Stelle rückt

das neue, quaderförmige Volumen. Dieses scheint,

als hätte es Sousa einfach in den Bestand eingesetzt.

Es überragt die Dachlinie der Originalstruktur und

schließt das Box House nach oben hin ab. Die historischen

Mauern durchbrechen neue Öffnungen, die

genügend Tageslicht nach drinnen lassen. Fenster

und Türen sitzen tief im Stein und runden die äußere

Hülle stimmig ab.

Im Süden öffnet sich das Box House mit raumhohen

Verglasungen zu einer kleinen, urbanen Plaza

hin. Diese Transparenz lässt Innen- und Außenraum

sanft ineinander übergehen. Ein Podest und ein auskragendes

Betonvordach spannen einen Bereich auf,

der als geschützte Terrasse oder Eingangssituation

dient. Ohne die ursprüngliche Grundfläche zu vergrößern,

gelang es, die nutzbare Wohnfläche auf 150 m 2

zu erweitern. Die Funktionen des Einfamilienhauses

verteilen sich über zwei Stockwerke: unten die

Gemeinschaftsbereiche, oben die privaten Räume.

Sie organisieren sich rund um einen mittigen Kern

mit Stauraum, Nasszelle und Erschließung. Im Erdgeschoss

teilt dieser den offenen Grundriss in zwei

gleich große Teile. In südlicher Richtung befindet

sich das Wohnzimmer mit Blick nach draußen, wohingegen

an der Nordseite des Hauses der großzügige

Ess-Kochbereich untergebracht ist.

Über die zentrale, gewendelte Treppe gelangt man

ins obere Stockwerk. Sie mutet aufgrund ihres fließenden

Designs in Holz und Beton fast skulptural

an. Im oberen Level schließen links und rechts neben

dem Badezimmer zwei symmetrische Schlafzimmer

an. Sie fungieren als private Rückzugsbereiche

und bieten mit großen Einbauschränken jede Menge

Platz für persönliche Dinge. Die Schlafräume verfügen

jeweils über loggienartige Balkone, die sich an

den Außenecken zwischen die zweiteilige Außenhülle

des Baus schieben. Zu allen Seiten von rotem Klinker

eingefasst, bilden die Freisitze den einzigen Ort

im Inneren, an dem die Dualität des Designs deutlich

sichtbar wird.

u


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Tiago Sousa


architektur FACHMAGAZIN

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Material & Oberfläche

Während die Außenansichten von Kleinteiligkeit und

Naturtönen geprägt sind, erwartet Besucher und Bewohner

im Inneren des Einfamilienhauses ein moderner,

fast nüchterner Materialmix. Vom historischen

Gemäuer ist hier nichts zu sehen, stattdessen gibt

es schlichte Oberflächen in Weiß, dunkle Holzböden

und die prominente Sichtbetontreppe. Akzente in

rot-bräunlichem Holz bringen eine gewisse Wärme in

die Innenräume des Hauses. Das Naturmaterial kleidet

die abgeschlossenen Bereiche – hinter denen sich

unten ein Lager und oben das Bad verstecken – in

Form von raumhohen, vertikalen Lamellen. Außerdem

findet es sich in Einbauten und den Stufen wieder.

In den Schlafbereichen wartet schlichte Funktionalität.

Über großflächige Schiebetüren öffnen sich die

beiden Zimmer zu kleinen, geschützten Balkonen

hin, die als private Außenräume fungieren.

Mit der bunt gemischten Materialpalette treffen diverse

Eindrücke aufeinander: Das Box House ist zugleich

hart und weich, kleinteilig und großflächig, organisch

und geradlinig, aber auch warm und kühl. Es

will rundum erlebt werden und spricht alle Sinne an.

Während die unterschiedlichen Farben den Augen

ein optisch vielfältiges Bild bieten, zeigen sich die

einzelnen Oberflächen in verschiedenen Texturen.

Dadurch entsteht ein haptisches, taktiles Erlebnis,

das sich mit Händen und sogar Ohren erfahren lässt.

Mit dem Projekt demonstriert Tiago Sousa eindrucksvoll,

wie Material und Oberfläche gleichzeitig zwischen

Altem und Neuem differenzieren und beides in Einklang

bringen können. Er beweist einmal mehr, dass Innovation

durchaus auch im Einfachen liegen kann. Seinen

Charme erhält das portugiesische Einfamilienhaus

nicht durch smarte Hightech-Materialien, sondern

durch die neue Blickweise auf traditionelle Materialien

und die Art und Weise, sie zu verwenden, zu kombinieren

und zu kontextualisieren. Spannende Kontraste

machen das Box House zu einem modernen Wohnerlebnis

und werden zum wahren Fest für die Sinne. •


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Tiago Sousa

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PLANTA PISO 1

CORTE CT1

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CORTE CT2

EG

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PLANTA PISO 0

CORTE CL1

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ALÇADO NASCENTE

Box House

Romarigães, Portugal

Bauherr:

Planung:

Statik:

João Castro e Maria Amelia Fernandes

Tiago Sousa

Eng. João (Minhabita)

Nutzfläche: 150 m 2

Planungsbeginn: 2019

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 2021

Baukosten: 160.000 €

„Ein Sanierungsprojekt steht immer für den Konflikt

zwischen der Erinnerung an vergangene Erfahrungen

und den Anforderungen des heutigen Lebens.“

Tiago Sousa


architektur FACHMAGAZIN

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Material & Oberfläche

Gut getarnt

Lazy House / Zlín, Tschechische Republik / petrjanda/brainwork

Text: Linda Pezzei Fotos: BoysPlayNice

Scheinbar losgelöst vom

urbanen Kontext der

tschechischen Industriestadt

Zlín, liegt das private

Wohnhaus LAZY von

petrjanda/brainwork. Der

Name bezieht sich auf den

Ort und den Passivhausstandard.

Um mit der umgebenden

Landschaft zu

verschmelzen, nutzte der

Architekt das Prinzip der

Tarnung von Flugzeugen,

um mittels Spiegelung

und Moiré-Fassaden eine

Art Entmaterialisierung

zu erreichen.

Das LAZY HOUSE macht mehr aus als nur die rein

physische Form. Das Konzept basiert auf dem Prinzip

der räumlichen Interaktion mit der Umgebung

und wurde entsprechend von innen nach außen gedacht.

Architekt Petr Jandas Wunsch war es, ein Objekt

aus der Naturlandschaft heraus wachsen zu lassen,

von und aus dem deren Schönheit erlebbar wird.

Die Kommunikationsebenen sind daher mehrschichtig,

aber dennoch ineinander verwoben aufgebaut:

Haus – Stadt, Stadt – Garten, Garten – Haus. Dieses

Beziehungsschema wiederholt sich im Inneren des

Hauses. Sowohl die Gemeinschafts- wie auch privaten

Bereiche gehen nahezu fließend in den Außenraum

über. Dass die Privatsphäre dennoch gewahrt

bleibt, liegt an den speziellen Fassadenmembranen,

die von innen nach außen ein Maximum an Einblicken

zulassen, selbige in umgekehrter Richtung hingegen

einschränken.

Angebunden an das Quartier Lazy und auf dem

Grundstück einer ehemaligen Kleingartenkolonie

situiert, bietet die ruhig gelegene Privatvilla in Richtung

Norden Ausblicke auf das sonnige Tal von Zlín,

während das Gelände im Süden durch einen bewaldeten

Hang begrenzt wird. Durch die visuelle Anbindung

an die urbane Industriestadt (Heimat des Konzerns

Bat’a) mit ihren grünen Wohnvierteln wird der

Ereignishorizont des gesamten architektonischen

Konzepts letztlich definiert. Die typologischen Referenzbauten,

auf deren Gefühl sich LAZY HOUSE

stützt, sind charakteristische Solitärvillen an Orten,

die eine einzigartige Aussicht bieten. Es ist der wesentliche

Archetyp eines Hauses, das von der Einzigartigkeit

seiner Lage profitiert.

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petrjanda/brainwork


architektur FACHMAGAZIN

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Material & Oberfläche

Die Kubatur fügt sich in

ihrer Orientierung und

Gestaltung harmonisch in

die bestehende Landschaft

ein, wozu auch das

begrünte Dach entscheidend

beiträgt.

Der kompakte Körper orientiert sich an der Konturlogik

der umliegenden Häuser, wodurch der quadratische

Grundriss leicht gedreht ausgerichtet ist. Das

Haus besteht aus einem in den Hang versenkten Sockelgeschoss

und dem als Prisma darauf aufgesetzten

Wohngeschoss, was dem Objekt aus südlicher Sicht

einen äußerst zurückhaltenden Charakter verleiht. Im

Sinne des in die Natur eingebetteten Bauens, soll das

begrünte Dach den fehlenden Teil des Gartens ersetzen,

welcher der Grundfläche des Hauses weichen

musste. Das Konzept ermöglicht zudem die (spätere)

Nutzung als Mehrgenerationenhaus mit zwei separaten

Gästetrakten sowie eigenen Zugängen.

Das auf den ersten Blick bestechendste Stilmittel,

auf das Petr Janda bei der Gestaltung seines LAZY

HOUSE setzt, ist das Prinzip der Tarnung: das Wohngeschoss

wirkt aufgrund von Spiegelungen und

Moiré-Fassaden regelrecht entmaterialisiert und visuell

mit dem Himmel verbunden. Der in den Hang

versenkte Sockel aus Cortenstahl verstärkt diese

Wirkung auf eindrucksvolle Weise und lässt die Villa

beinahe vom Erdboden abgehoben – schwebend wie

ein Flugobjekt – erscheinen. Aus der Vogelperspektive

bilden das begrünte Dach mit dem Atelier und

die mit Häusern getupfte Gartenstadt eine natürliche

Einheit. Der Weinkeller, das Schwimmbad mit Grotte,

der Zugangsbereich, die Einfriedung mit Eingangstor

und das Müllhäuschen wachsen in den Hang

hinein und verschmelzen mit der Gartenlandschaft,

die sich fließend um das Haus herum erstreckt und

versteckte Rückzugsorte bietet. Dank der die Grundstücksgrenzen

schützenden Bepflanzung bietet das

Ensemble bei maximaler Offenheit dennoch ein natürliches

Maß an Privatsphäre.

Möchte man das LAZY HOUSE als lebendigen Körper

verstehen, so nutzt dieser seine tragende Struktur

als Skelett, die Dämmung steht für die Muskeln, die

Heizung für den Blutkreislauf, die Klimatisierung sind

Lunge und Luftröhre, die Wasserversorgung und die

Kanalisation bilden den Verdauungstrakt, die Technik

das Nervensystem und die Fassaden die Haut, welche

den gesamten Körper schützt und seine Oberfläche

atmen lässt. Aus architektonischer Sicht handelt es

sich um einen Monolith aus Stahlbeton, isoliert mit

einer Hochleistungs-Wärmedämmung, die dem Niedrigenergie-

oder Passivhausstandard entspricht. Das

Volumen des Wohngeschosses verfügt über eine voll

verglaste Nord- und Südfassade mit großformatiger,

metallisierter Dreifachverglasung mit Tarneffekt. Die

Fassaden zu den Nachbarn hin sind mit einem seidig

glänzenden Edelstahlgewebe versehen, das dem

Moiré-Effekt entsprechend auch die Fenster abdeckt.


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petrjanda/brainwork

Die mit vorkorrodierten Corten-Stahlblechen ummantelte

untere Etage verbindet das Haus aus sinnlicher

Sicht mit dem Naturraum und auf materieller

Ebene mit dem Eingangstor sowie den Gartenelementen.

Die verwendeten Farben und Materialien

basieren auf der semantischen Trennung von Außen

und Innen, wobei das metallische Äußere mit dem

holzlastigen Inneren kontrastiert. Wände, Türen und

Einbaumöbel sind in Ulmenholzfurnier, die Böden in

massivem Iroko ausgeführt. So entsteht der Eindruck

eines kontinuierlichen Raumflusses, der schließlich

mit den einzelnen Grundriss-Epizentren kulminiert.

Verglaste Elemente rhythmisieren die Oberflächen

der Wände durch die Reflexion des Lichts und ziehen

den Blick über die großen Fenster in die tieferen

Bereiche des Wohnraums, der in seiner Gesamtheit

gerade von der Abstinenz an Details lebt. u


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Material & Oberfläche

Die Innenräume sind schlicht, offen und

sehr puristisch gestaltet, wobei das Augenmerk

auf Blickwinkel und hochwertige

Oberflächen gelegt wurde.

Die Atmosphäre der Villa lebt von der Variabilität,

die im Spannungsfeld zwischen natürlicher und modulierter

Beleuchtung und ihrer intensiven Veränderlichkeit

im Laufe des Tages entsteht. Die künstliche

Beleuchtung ist als integrale (und dennoch

autonome) Schicht des Innenraums konzipiert und

basiert auf einer Kombination aus direktem und indirektem

Licht in Verbindung mit den charakteristischen

Materialien des Interieurs. Die Decken sind mit

einem subtilen, reflektierenden Effekt in Form eines

Perlmuttlacks versehen, dessen Intensität von der

Grundrissmitte zu den Rändern hin abnimmt.


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61

petrjanda/brainwork

Petr Jandas LAZY HOUSE weiß auf mehreren Ebenen

zu überzeugen, denn auch die technischen Finessen

machen diese Villa zu einem von vorn bis

hinten zu Ende gedachten Gesamtwerk. Die kontrollierte

Be- und Entlüftung ist kombiniert mit einer

Fußbodenheizung, die an eine Wärmepumpe mit zwei

Erdbohrungen unter der Bodenplatte des Hauses angeschlossen

ist und im Sommer im Umkehrbetrieb

zur Kühlung genutzt wird. Heizung und Kühlung erfolgen

mit Niedertemperatur und sind auf den Böden

nicht wahrnehmbar. Die Lüftungskanäle werden vom

Maschinenraum unter der Garagendecke und in den

Bodenkonstruktionen zu den Auslässen geführt, wobei

die Verteilung durch fast unsichtbare Schlitze an

der Stelle erfolgt, wo Böden und raumhohe Fenster

aufeinandertreffen.

Das LAZY HOUSE besticht neben einer einmaligen

Optik allen voran durch seine narrative Stärke. Die

Außenhaut, welche auf einer mehrschichtigen, allmählichen

Trennung des Innenraums vom Außenbereich

basiert, spielt dabei eine tragende Rolle. Im Inneren

funktioniert dies mit Hilfe von Membranen aus Vorhängen,

Gardinen und Paravents aus Stoffen, die dem

Charakter der Wände entsprechen und eine unterschiedliche

Lichtdurchlässigkeit aufweisen. Von feiner

Transluzenz bis zur völligen Verdunkelung ist alles

möglich. Von außen betrachtet lassen Spiegelungen

und Reflexionen die Grenzen zwischen Natur und Bauwerk

verschwimmen. Die Stärke der Materialsprache

liegt in diesem beispielhaften Projekt auf seiner leisen

Zurückhaltung anstelle eines lauten Ausrufs. •

Lazy House

Zlín, Tschechische Republik

Bauherr:

privat

Planung:

petrjanda/brainwork

Mitarbeiter:

Petr Janda, lead architect

Grundstücksfläche: 1.400 m 2

Bebaute Fläche: 225 m 2

Nutzfläche: 345 m 2

Planungsbeginn: 2006

Bauzeit: 2007 - 2020

Fertigstellung: 2020

www.petrjanda.com

“Das Haus ist ein Manifest des Widerstands gegen die „tschechische

Strenge“, eine falsche Doktrin, die der zeitgenössischen

tschechischen Architektur zugeschrieben wird. Die architektonische

Sprache des Hauses ist universell, sie ist nicht

auf die formalen Dogmen des pseudo-regionalen Neofunktionalismus

beschränkt, sie arbeitet mit dem breitesten Kontext

und mit der Überzeugung, dass Schönheit und Individualität

integrale Funktionalität des Hauses sind.“

Petr Janda


architektur FACHMAGAZIN

62

Material & Oberfläche

Haus mit

Haltung

Haus ohne Beton / Breitenfurt bei Wien / Andi Breuss

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Romana Fürnkranz

Ein Haus ohne Beton zu

bauen klingt sehr unkonventionell,

eigenwillig

und auch fast unmöglich.

Was sich im ersten Moment

wie ein Experiment

anhört, ist im niederösterreichischen

Breitenfurt

bei Wien Gestalt geworden.

Architekturschaffender

und Lehmbauexperte

Andi Breuss baute

dort ein wegweisendes

Wohnhaus ohne Beton,

ohne Chemie und ohne

Emissionen. Mit Holz und

Lehm findet stattdessen

etwas zusammen, das für

Behaglichkeit und Anpassungsfähigkeit

plädiert.

Ein Haus ohne Beton zu bauen und es auch noch

danach zu benennen zeugt von einer nachhaltigen

Grundhaltung. Ein unkonventioneller Weg wird bei

diesem Wohnhaus eingeschlagen, indem es fast vollständig

auf die natürlichen Baustoffe Holz und Lehm

zurückgreift. Als Holzleichtbau ist es aus unverleimtem

Brettstapelholz mit einer hinterlüfteten Fassade

konstruiert. Die Innenwände sind mittels Holzständerkonstruktion

aus Tannenholz aufgebaut. Bemerkenswert

ist, dass das verwendete Holz und der Lehm

in ihrem natürlichen Zustand belassen und mit keiner

Oberflächenbehandlung versehen werden. Es lebt

sich hier naturnah ohne Öle, ohne Lacke, ohne Lasuren.

Selbst das Holz des Fußbodens ist nur gelaugt,

geseift und anschließend gebürstet. Zur Behaglichkeit

der Innenräume mit ihrer warmen Atmosphäre

trägt vor allem der Lehmputz mit seiner Eigenschaft

bei, die das Raumklima reguliert. Seine strukturierte

Oberfläche wirkt sich positiv auf die Raumakustik

aus und er bindet obendrein unangenehme Gerüche.

Der Lehm ist als dicke Schicht auf der Innenseite der

Außenwände aufgetragen und integriert eine Wandheizung.

Durch ihre Strahlungswärme schafft sie

zusätzlichen Komfort zu der ebenfalls vorhandenen

Fußbodenheizung. Letztere wird vom Lehmestrich

aufgenommen, der hier anstatt des üblicherweise

ausgeführten Zementestrichs zur Anwendung

kommt. Das Haus ohne Beton verzichtet auf Chemie

und synthetische Baustoffe – wie Gipskartonplatten,

Mineralwolle oder Klebebänder. Sie sind allesamt

durch Lehm ersetzt. Das Gebäude ist nicht luftdicht

verpackt, sondern setzt auf Diffusionsoffenheit, lässt

also das Zirkulieren von Feuchtigkeit zu. Mehr noch

arbeiten das Holz und der Lehm wie selbstverständlich

damit zusammen. So ist es möglich, mit der hinterlüfteten

Fassade mitunter auch eine Holzdusche

zu verwirklichen. CO 2 -Emissionen werden mit diesem

Wohnbau nicht nur vermieden, sie werden durch beide

Materialien sogar gebunden.


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So weit, so gut und naturnah. Der Clou des Hauses

liegt im Weiteren darin, dass offensichtlich auch das

Fundament ohne Beton auskommt. Die Bauherren

haben für das Haus einen Keller als nicht notwendig

befunden. Das hat die Möglichkeit eröffnet, auf

unterirdische Bauteile zu verzichten. Anstatt das

Haus auf einer Fundamentplatte aufzusetzen, ist es

angehoben und mit dem Boden verschraubt. Die Verbindung

zwischen Haus und Erdboden erfolgt durch

Stahlschrauben, die in Löchern mit einem Durchmesser

von 15 cm zwischen zwei bis fünf Meter tief hinein

geschraubt sind. Bei einer Grundfläche von 108 m²

sind es so nur etwa 0,4 m² an denen das Haus durch

seine Schraubfundamente tatsächlich mit der Erde in

Berührung kommt. Am Grundstück ist für das Haus

somit keine Fläche versiegelt worden, das Regenwasser

kann nach wie vor uneingeschränkt im Boden

versickern. Das Weglassen des Kellers sorgt auch

dafür, dass es kein Erdmaterial gibt, das man hätte

ausheben und abtransportieren müssen. u

63

Andi Breuss


architektur FACHMAGAZIN

64

Material & Oberfläche

Das zweigeschossige Haus erhebt sich schließlich

über einer 16 cm dicken Bodenplatte aus unbehandeltem

Industrie-Sperrholz. Durch ihre dreifache Abtreppung

passt sie sich an die leichte Hanglage des

Grundstücks an. Ein kleines Podest bildet den Übergang

vom Hang nach drinnen und schafft eine ebene

Fläche. Im Inneren des Hauses sind im unteren Geschoss

die Niveausprünge in der Grundplatte durch

eine etwa sechs Meter lange Rampe ausgeglichen.

Ein hölzernes Regalsystem fügt sich entlang dieser

an. Es ist ein wichtiges räumliches Element, das den

Bereich der Rampe in den Wohnbereich integriert.

Hinter dem Regal eröffnet sich zur einen Seite die

offene Wohnküche mit Zugang zur Terrasse, zur anderen

ein Vorbereich, der in ein barrierefrei zugängliches

Schlafzimmer führt. Dieses besitzt ein eigenes

Bad und auch einen Zugang ins Freie. Drei Stufen führen

nach draußen hinab auf den geschotterten Weg

des Gartens. Das obere Geschoss des Hauses ist über

eine hölzerne Treppe erreichbar, an die hier wiederum

ein Regal anschließt. Diesmal funktioniert es auch als

Brüstung zu den Stufen hin. Drei Schlafzimmer, ein

Arbeitsraum und Sanitärräume schließen an den offenen

Aufenthaltsbereich rund um die Stiege an.

Die unbehandelten Oberflächen des Holzes und

des Lehms prägen das Erscheinungsbild der

Innenräume. Sie sind diffusionsoffen und wirken

sich positiv auf das Raumklima aus.


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65

Andi Breuss

Zurzeit ist das Haus als eine 151 m² große zusammenhängende

Wohneinheit für eine Familie gestaltet.

Das muss aber nicht immer so bleiben, denn aus eins

kann hier mit wenig Aufwand zwei werden. So können

aus dem derzeitigen Einfamilienhaus auch zwei getrennte

Wohneinheiten entstehen. Jedes Geschoss

separiert sich dabei zu einer eigenen Wohneinheit,

für die jeweils eine eigene Eingangsmöglichkeit miteingeplant

ist. Auch die Anzahl der Zimmer ist variabel

und kann an die entsprechende Situation angepasst

werden. Die hauptsächlich nicht-tragenden

Innenwände ermöglichen diese Flexibilität. Mehrere

Generationen einer Familie, Geschwister, Freunde

oder Wohngemeinschaften können hier ein Zuhause

finden. Kurz gesagt: Das Zusammenleben mehrerer

diverser Wohnformen ist berücksichtigt. So orientiert

sich das Haus an den Bedürfnissen seiner Bewohnerinnen

und Bewohner und verändert sich mit ihrer

jeweiligen Lebenssituation. Die Architektur verfolgt

einen vorausschauenden Ansatz und ist wandlungsfreudig.

Sie beschäftigt sich mit Herausforderungen

unserer Zeit und fragt sich: Wie möchten wir wohnen?

Wieviel Platz brauchen wir? Wie kann sich das

Haus an unsere zukünftigen Bedürfnisse anpassen?

Was bleibt einmal von unserem Haus übrig?

Das Haus ist vollständig rückbaubar und könnte genauso

gut an anderer Stelle – mit ähnlicher Hanglage

– wieder aufgebaut werden. Was schließlich später

vom Haus zurück bleibt ist ganz einfach abgezählt:

es sind die gut zwanzig Löcher der Stahlschrauben

des Fundaments im Erdboden. Die vom Gebäude in

Anspruch genommene Fläche kann auf diese Weise

wieder vollständig der Natur zurückgegeben werden.

Bis sprichwörtlich Gras über die Sache gewachsen

ist, dauert es dann noch wenige Wochen. Letztendlich

ist es dann so, als wäre nie etwas da gewesen.

Die Lust am Experimentieren mit dieser noch unüblichen

und gleichzeitig sehr zeitgemäßen Bauweise ist

bei dem Wohnhaus nicht zu übersehen. Um ein Haus

ohne Beton zu verwirklichen, braucht es natürlich gewisse

Möglichmacher: Offenheit und Unterstützung

der Bauherrn, die Abtretung eines Kellers, sowie das

Interesse und Engagement des Architekten oder der

Architektin. All das eint das Haus ohne Beton glücklicherweise.

So ist am Holzbau äußerlich und innerlich

die Leidenschaft und Freude an der Beschäftigung mit

den Materialien und Oberflächen spürbar. Architekturschaffender

Andi Breuss hat so in Breitenfurt bei Wien

ein wahrhaftiges Haus mit Haltung umgesetzt. •

Haus ohne Beton

Breitenfurt bei Wien

Bauherr:

Planer:

Mitarbeiter:

Statik:

privat

Andi Breuss

DDI Edith Schroll, Florian Kolar BSc

Zehetgruber+Laister ZT GmbH

Grundstücksfläche: 812 m²

Bebaute Fläche: 108 m²

Nutzfläche: 151,4 m²

Planungsbeginn: 2018

Bauzeit:

1 Jahr

Fertigstellung: 2020

www.andibreuss.at

„Mit dem Bauherren haben wir darüber gesprochen,

dass Holz- und Lehmhäuser immer ein Betonfundament

haben. Wir haben dann angefangen

über Alternativen zu diskutieren. Vorab hat

er sich tatsächlich schon mit einem Fundament

aus Stahlschrauben beschäftigt, genauso wie ich

auch. Das hat dann sehr gut zusammengepasst

und wir haben beschlossen das Haus ohne Beton

zu realisieren. Die Stahlschrauben waren dabei

auch für mich eine neue Erfahrung.“

Andi Breuss


architektur FACHMAGAZIN

66

Material & Oberfläche

Wie ein Fels

in der Brandung

„fux05“ / Wien / opu architekten

Text: Dolores Stuttner Fotos: tschinkersten fotografie


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67

opu architekten

Eine besondere Kubatur zeichnet das Projekt von

opu architekten aus. Gelegen ist das Wohnhaus mit

dem markanten Aussehen am Rande der Stadt Wien, im

16. Bezirk, wobei dessen Standort – der Fuchsenlochweg

– als Namensgeber fungiert. Trotz des einzigartigen

Designs fügt sich das Objekt „fux05“ nahtlos in die

kleinteilige Bebauung der Kleingarten- und Einfamilienhaussiedlung

ein.

Die Planung und Realisierung von „fux05“ dauerte

fünf Jahre. In diesem Zeitraum gestalteten die

Planer Innen einen außergewöhnlichen Bau, der das

Wohnen in der Stadt auf ein neues Level heben soll.

Ein Spiel mit der Topografie und der begrenzten Fläche

sorgt für eine stimmige Architektur, welche die

Umgebung bereichert und die vermeintlichen Nachteile

der Hanglage zu ihren Gunsten nutzt.

Markante Staffelungen verleihen dem Gebäude, in

Kombination mit einer gläsernen Fuge, seinen prägenden

Charakter. Letztere fungiert im Bau als zentrales

Stiegenhaus und stellt so eine Verbindung zwischen

den Baukörpern dar. Die einladende Glasfront schafft

eine Blickachse zum Garten und heißt Bewohner ebenso

wie deren Besucher willkommen. Alle Wohnungen

sind über dieses Stiegenhaus und einen gemeinsamen

Lift erschlossen. Mit diesem Kniff reduzierten die ArchitektInnenen

das Raumgefüge auf sein Minimum

und verliehen ihm trotzdem Weiträumigkeit.

u


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68

Material & Oberfläche

Doch nicht nur durch die architektonische Gestaltung

überzeugt das Bauwerk. Bemerkenswert ist

außerdem der sensible Umgang mit der begrenzten

Fläche. Die ArchitektInnen standen nämlich vor der

Herausforderung, den adäquaten Maßstab für die

komplexe Hanglage am Rande des Wienerwalds zu

finden. Das Ergebnis sind zwei wohlproportionierte

Baukörper auf einem beidseitig abfallenden Grundstück.

Beide Bauteile wurden um ein Halbgeschoss

verschoben zueinander positioniert, sodass sie sich

nahtlos an den Hang anschmiegen. Mit der Zweiteilung

wird zudem ein allzu massives Erscheinungsbild

vermieden – so steht der Bau nicht im Kontrast zur

umliegenden Baustruktur und gliedert sich in diese

ein. Trotzdem achteten die PlanerInnen darauf, dem

Gebäude Prägnanz samt Wiedererkennungswert zu

verleihen. Und das schafften sie mit gekonnt gesetzten

Auskragungen und der gezielten Staffelung.

Bei der Innenraumgestaltung

setzten opu

architekten auf natürliche

Materialien. So fungieren

unter anderem Türen

und Böden aus Holz als

verbindende Elemente.


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69

opu architekten

Zehn Wohneinheiten beinhaltet das markant gestaltete

Wohnhaus. Diese zeichnen sich durch optimierte

Grundrisse aus und verfügen über große

Wohn- und Essbereiche. Das positive Raumgefühl

unterstreichen eingeplante Einbauten, wie Schränke,

Küchen und Badmobiliar. Mit geschickt positionierten

Vor- und Rücksprüngen der Fassade schufen

opu architekten zudem großzügige Flächen für

Balkone und Dachterrassen.

In jeder Wohnung sind die Zimmeraufteilungen unterschiedlich,

und kein Raum wiederholt sich. Den

PlanerInnen und dem Bauherren, der in unzähligen

Planungsstunden am Feinschliff der Wohnungen

mitgewirkt hat, war es ein Anliegen, mit ihrem Projekt

einzigartige Innenarchitektur zum Leben zu

erwecken. Dabei ist das Design der Wohnräume puristisch,

klar und elegant. Natürliche Materialien und

eine gerade Linienführung prägen die Zimmer von

„fux05“. Gezieltes Understatement gewährleistet die

Entfaltung der Einfachheit.

Die Volumina der einzelnen Apartments erstrecken

sich durch den Baukörper und liegen quer zueinander

versetzt. Das Konglomerat aus Wohnungen zwischen

80 und 120 m 2 wurde im Rahmen einer akribischen

Detailplanung realisiert. Es war den ArchitektInnen

möglich, zahlreiche individuelle Situationen zu schaffen,

wobei diese bei der Gestaltung und Anlage der

Innenräume beginnen und sich bis zum Spiel mit den

Niveauunterschieden hin ausweiten. Das Ziel von

opu architekten bestand darin, ihre „Ode an das gute

Wohnen“ mit verspielter Eleganz zu kombinieren. u

Im Projekt Fux05 gleicht kein Raum dem

anderen. Die Zimmeraufteilung ist in

jeder Wohneinheit unterschiedlich.


architektur FACHMAGAZIN

70

Material & Oberfläche

Fein durchdachte und ausgearbeitete Details verleihen

jeder Wohnung einen individuellen Charakter.

Verbindende Elemente sind die Türen aus Eichenholz

sowie die Parkettböden aus dunkler Mooreiche.

Sie sorgen mit ihrer dezenten, natürlichen Farbgebung

für eine entspannte Atmosphäre in den Räumen

und legen so den Grundstein für eine harmonische

Inneneinrichtung.

Kennzeichnend für das Konstrukt ist die feingliedrige

Fassadengestaltung mit der vertikalen Holzschalung.

Aufgelockert wird diese durch hohe Fensteröffnungen,

die für einen großzügigen Tageslichteinfall sorgen.

Das silbergraue Lärchenholz punktet mit einer

Mischung aus Schlichtheit und Eleganz. Dadurch

sticht das Wohnhaus aus der Masse heraus, ohne

jedoch penetrant zu wirken. Diese Anpassungsfähigkeit

wurde durch die bewusst reduzierte, homogene

Oberflächengestaltung ermöglicht.

Zum Straßenraum hin prägen große Fenster das Gebäude,

wobei diese auf den Betrachter einladend wirken

und den einfarbigen Bau optisch auflockern. Sowohl

bei den Bewohnern als auch bei den Passanten

und Nachbarn kommt der zeitgemäße Entwurf gut an.

Er ist ein positives Beispiel für eine integrative Bauweise,

von der nicht nur der Anrainer, sondern auch

das Umfeld profitiert. Das Projekt von opu architekten

zeigt auf, wie sich selbst auf einem Grundstück mit

anspruchsvoller Topografie lebenswerter Wohnraum

mit stimmiger Architektur realisieren lässt. Eleganz

samt Schlichtheit treffen bei „fux05“ aufeinander und

vereinen sich zu einem stimmigen Ganzen. Dieser Aspekt

macht das Wohnhaus zu einem Musterbeispiel

für integratives Wohnen am Stadtrand.


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opu architekten

1 2 5

1 2 5

1 2 5

1 2 5

1 2 5

1

0

OG 1 OG 2

EG

v.l.n.r. Joachim Pyka, Klaus Olbrich

und Gerhard Ungersböck

Wohnhaus „fux05“

Wien

Bauherr: Fuchsenlochweg 5 Immobilienentwicklungs GmbH

Planung: opu architekten

Team: Klaus Olbrich, Joachim Pyka, Gerhard Ungersböck, Dagmar Wyka

Statik: Alexander Litschauer – Solution: Possible

Planungsbeginn: 2015

Bauzeit:

18 Monate

Grundstücksfläche: 1.536 m²

Bebaute Fläche: 461 m²

Wohnnutzfläche:

971 m 2 (ohne Balkone und Terrassen)

www.opu-architekten.com

„Die besonderen Merkmale des Hauses sind in meinen

Augen die spezielle Kubatur und die Anordnung

der Baukörper in Bezug auf eine möglichst maßstäbliche

Einbindung in die Umgebung. Die prägende

Materialität von „fux05“ erfüllt für uns vor allem den

Anspruch auf Sinnlichkeit in einem Lebensraum.“

Klaus Olbrich, Partner von opu architekten


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72

Material & Oberfläche

Himmelsschnecke

Verwaltungsgebäude des UVEK-Campus / lttigen, Schweiz / Berrel Kräutler Architekten

Text: Linda Pezzei Fotos: Damian Poffet

Das Verwaltungszentrum

des Bundes in Ittigen

wurde von Berrel Kräutler

Architekten mittels

zweier gleichgerichteter,

langgezogener und

kompakter Baukörper

weitergestrickt. Das

Ergebnis: eine Campusanlage

mit rhythmisch

versetzten Platz- und

Gassenräumen. Um einen

zentralen Betonkern gliedern

sich sieben umlaufende

Geschosse aus einer

Holz-Beton-Verbundkonstruktion,

die ein Atrium

mit vielfältigen Begegnungszonen

einschließen.

Das Verwaltungszentrum des Bundes in Ittigen beherbergt

seit 2006 verschiedene Ämter des Eidgenössischen

Departements für Umwelt, Verkehr,

Energie und Kommunikation. Im offenen und anonymen

Wettbewerb zur Erweiterung des Standortes im

Kanton Bern um 900 Arbeitsplätze in zwei Etappen,

konnten Berrel Kräutler Architekten die Jury von ihrem

Konzept überzeugen. Neben dem ausgeprägten

Gespür für Formen und Funktionen, konnte das Büro

mit Sitz in Zürich für den Entwurf auf eine langjährige

Erfahrung mit organisatorisch komplexen, großmaßstäblichen

Bauten zurückgreifen.

Im Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr,

Energie und Kommunikation (UVEK) engagieren

sich insgesamt über 2.500 Menschen für eine nachhaltige

Entwicklung und den Service public. Dazu zählen

moderne Verkehrswege, Kommunikations- und Stromnetze,

aber auch Belange von Umwelt, Gesundheit und

Sicherheit. Der Standort in Ittigen soll nun etappenweise

erweitert werden. Im ersten Schritt ergänzten die

Architekten das vorgefundene Bebauungsmuster um

zwei gleichgerichtete, langgezogene und kompakte

Baukörper. Als Resultat ist ein belebter Campus entstanden,

der sich durch rhythmisch versetzte Platzund

Gassenräume definiert. Das erste Gebäude wurde

im Sommer 2020 fertiggestellt und bereits bezogen.

Das Volumen des siebengeschossigen Neubaus folgt

auf horizontaler wie vertikaler Ebene klaren Strukturen.

Kern des Bauwerks ist ein Atrium, das sich

als Raumskulptur für den Betrachter überraschend

zwischen den beiden kunstvoll geformten Treppenhäusern

aus Ortbeton – einer handwerklichen Meisterleistung

– aufspannt. Diese wiederum winden sich

schneckenhausgleich in Richtung Himmel und öffnen

wie durch ein Fernrohr den Blick nach oben. Um

den zentralen Betonkern gliedern sich umlaufende

Geschosse, die aus einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion

bestehen.

u


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73

Berrel Kräutler Architekten


architektur FACHMAGAZIN

74

Material & Oberfläche

Obgleich das Atrium von mehreren massiven Körpern

durchdrungen wird, gelangt das Sonnenlicht

dennoch bis ins Erdgeschoss. Auf diese Weise ergibt

sich – fast wie im Streiflicht – eine Art eigener kleiner

Kosmos fernab der Außenwelt, einzig begrenzt

vom blauen Himmel. Das Thema der Durchblicke

und Einblicke spiegelt die wichtigen Werte der Institution

wider: Kommunikation und Gemeinschaft.

Dementsprechend befinden sich in diesem Bereich

die Sitzungszimmer und Aufenthaltsräume. Das Zentrum

des Gebäudes dient aber auch der Ankunft,

Begegnung und Verteilung von Mitarbeitern und

Besuchern. Im zweiten Obergeschoss beherbergt

das Atrium eine mit Sitzinseln bunt getupfte Lounge

– gleichsam Blickfang von allen Ebenen wie Liegewiese

mit Panoramablick. Sozusagen das “begrünte”

Dach des darunter liegenden Mehrzwecksaals.


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75

Berrel Kräutler Architekten

Die Innenräume sind

transparent, schlicht und

lichtdurchflutet gestaltet

und bieten ein hohes Maß

an Flexibilität.

Die einzelnen Ebenen sind vom Atrium aus als dicke

Betonbänder kenntlich gemacht. Vollflächige Glasfassadenelemente

schließen die Geschosse flächenbündig

zum Atrium hin ab, sodass insgesamt auf subtile

und leise Weise ein sehr wertiger und ästhetisch ansprechender

Eindruck entsteht. Entlang der Fassade

sind die Einzel- und Großraumbüros aufgereiht, die

sich durch eine wunderbare Aussicht und optimale

Belichtung wie Belüftung auszeichnen. Dazu kommt

die sehr angenehme und warme Atmosphäre aufgrund

der gewählten Materialgebung: Helle Hölzer

und ein dämpfender Teppichboden sorgen in Kombination

mit viel Tageslicht für einen frischen und

entspannten Raumeindruck. Gerade der Kontrast aus

hartem Betonkern und daran angrenzender weich

und leicht wirkender Holzstruktur macht den Reiz der

Innenraumgestaltung aus. Dabei ist es das harmonische

Miteinander in Ausgewogenheit und Farbgebung,

welches so anziehend auf das Auge wirkt.

Die ausgeprägte Präsenz der Materialität in ihrer

gleichzeitigen Schlichtheit begleitet den Besucher

durch das gesamte Haus. An kaum einer anderen

Stelle aber wird diese so greifbar, wie im Treppenauge

selbst. Die Skulptur aus Ortbeton scheint weniger der

Erschließung zu dienen, als vielmehr einem bewussten

Zurücktreten und Durchatmen. Ein Stockwerk hinauf,

zwei hinab und schon hat man den Kopf wieder

frei. Ohne viel Aufhebens darum zu machen, sind diese

beiden Himmelsschnecken doch die eigentlichen

Stars des neuen Verwaltungsgebäudes.

u


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76

Material & Oberfläche

Tritt man von dem Gebäude ein paar Schritte weg,

zeigt sich schnell, dass sich die Ebenen von außen

betrachtet ebenso exakt ablesen lassen wie vom Atrium

aus. Rhythmus und Wiederholung verleihen der

Fassade einen ruhigen und zurückhaltenden Charakter,

vertikal ausgerichtete Holzelemente lassen das

Gesamtbild sehr natürlich erscheinen. Auskragende

Vordächer wiederum strukturieren als umlaufende

Brüstungsbänder den Baukörper und gliedern ihn in

die bestehende Landschaftsstruktur ein. Entlang des

Ufers der angrenzenden Worble ist ein großzügiger

Grünraum mit einer auentypischen Vegetation entstanden.

Hangseitig wurden die Spazierwege durch

den vorhandenen Wald ausgebaut und schattige

Rastplätze als Erholungszonen eingerichtet. Während

die Landschaft eher offen und fließend gestaltet

wurde, wirken die Plätze zwischen den Gebäuden

klar gefasst. Baumgruppen und Outdoormöbel laden

zum Flanieren und Verweilen ein. Auf dem benachbarten

Baugrund der Etappe 2 wurde, sozusagen als

Lückenfüller und Platzhalter, zwischenzeitlich eine

provisorische Parkanlage mit dichten Sträuchern

und Sitzbänken geschaffen.

Das Verwaltungsgebäude des UVEK-Ittigen besticht

durch eine clevere Kombination von Holz und Beton,

welche gleichzeitig ästhetisch ansprechend ist und

wegweisend für eine zukunftsträchtige Bauweise.

Ganz im Sinne des selbst auferlegten Nachhaltigkeitsgedankens

verbessert die Verwendung von einheimischem

Holz nicht nur die ökologische Bilanz,

sie sorgt außerdem für ein angenehmes Raumklima

mit Wohnzimmerfeeling im besten Sinne. Die geringe

Masse reduziert zudem die Wirkung von Erdbebenkräften.

Die in Beton ausgeführten Elemente sorgen

für horizontale wie vertikale Steifigkeit und gewährleisten

eine hohe Speicherkapazität aus energetischer

Sicht. Das Gebäude erhielt dementsprechend

die Gold Zertifizierung des Standard Nachhaltiges

Bauen Schweiz SNBS.

Vielleicht braucht es bei all der Struktur, der Bürokratie,

der Zahlen und Vorschriften ein wenig Leichtigkeit

im Leben – eben so etwas, wie die wunderbaren

Himmelsschnecken, die Sinn und Zweck vergessen

machen und eben nur die Schönheit des Materials

Beton in seiner Form, Farbe und Phantasie feiern. •


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Berrel Kräutler Architekten

Berrel Kräutler Architekten

Verwaltungsgebäude Pulverstrasse UVEKCampus Ittigen

Längsschnitt

1:200 / 297 594 mm

0

1

2 5

OG 2

Berrel Kräutler Architekten

Verwaltungsgebäude Pulverstrasse UVEK Ittigen

Grundriss 2. Obergeschoss

1:200 / A3

0

1

2 5

10m

Berrel Kräutler Architekten

Verwaltungsgebäude Pulverstrasse UVEK Ittigen

Grundriss 2. Obergeschoss

Verwaltungsgebäude Pulverstraße UVEK-Campus lttigen

lttigen, Schweiz

1:200 / A3

0

1

2 5

10m

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Bundesamt für Bauten und Logistik BBL

Berrel Kräutler Architekten

Johannes Maier, Jennifer Caviezel, Silvia Ackermann,

Simon Kempf, Frauke Ries, Christian Schmitt, Mirco Juon,

Samuel Häusermann, Jaime Rodriguez, Bianca Böckle,

Ulrike Köpke, Sophie Wuest, Jan Thüring, Simon Weber

Statik:

Landschaftsarchitektur:

Dr. Schwartz Consulting

ORT AG für Landschaftsarchitektur

Grundstücksfläche: 13.700 m 2 (2 Etappen)

Bebaute Fläche:

1.920 m 2 (1. Etappe)

Nutzfläche:

9.170 m 2 (1. Etappe)

Planungsbeginn: 2013

Bauzeit:

3 Jahre

Fertigstellung: 2020

Baukosten:

81 Mio. CHF (1. Etappe)

www.bkar.ch

“Das Verwaltungsgebäude in Ittigen illus triert

einige der wichtigsten Motive von Berrel

Kräutler Architekten: Integration und Fortschritt,

Transparenz und Authentizität, Präzision

und Handwerk, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit,

Licht und Leichtigkeit.“

Berrel Kräutler Architekten

© Mirjam Kluka


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Material & Oberfläche

Die Innenraumgestalterin Iva Hájková hat für eine

theaterbegeisterte Auftraggeberin und ihre vierköpfige

Familie eine Wohnung in einem alten Plattenbau

in Prag in ein modernes Theater verwandelt. Schlicht,

zurückhaltend und materialfokussiert präsentiert sich

diese Alltagsbühne als gelungene Interpretation traditioneller

Häuser. Bekannte Elemente werden dabei mit

einem Augenzwinkern ungezwungen neu interpretiert.


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Iva Hájková

Was für

ein Theater!

Wohnung im Plattenbau / Prag, Tschechische Republik / Iva Hájková

Text: Linda Pezzei Fotos: Filip Šlapal

Vorhang auf und Bühne frei im Prager Stadtteil Suchdol

für die von der ortsansässigen Architektin und

Innenraumgestalterin Iva Hájková realisierte “Wohnung

im Plattenbau”. Nackter Beton trifft auf glänzendes

Messing, ein schwerer, samtener Vorhang

teilt die Szenerie und an jeder Ecke überraschen

kleine Details. Die Anmutung retro, die Umsetzung

modern – was für ein schönes Theater!

Als die Besitzerin der Wohnung in einem für diesen

Bezirk Prags typischen, vierstöckigen Wohnhauses

mit dem Auftrag, diese komplett zu renovieren, an die

Innenarchitektin herantrat, war Hájková sofort begeistert.

Das Konzept: die Wohnung für die Theaterschauspielerin

und ihre Familie in Form eines Theaters

zu inszenieren. Zeitlos und einzigartig wünschte

sich die Bauherrin die Gestaltung des Bühnenbilds

für ihr Privatleben.

Da die Wohnung in dem alten Plattenbau keineswegs

mehr den heutigen Anforderungen entsprach,

war neben einer stilistischen Auffrischung auch eine

grundlegende Sanierung der 5-Zimmer-Wohnung

notwendig. Die einzige Vorgabe der Bauherren lautete

dabei, natürliche Materialien zu verwenden, die

Wohnung optisch zu vergrößern und ausreichend zu

belüften. „Die Eigentümer waren meiner Konzeption

gegenüber sehr aufgeschlossen und glücklicherweise

auch mit meiner Vorstellung der Atmosphäre

einverstanden, die ich kreieren wollte. Sozusagen

das Ideal einer Zusammenarbeit: Die Familie ließ mir

freie Hand bei der Gestaltung und wir diskutierten

gemeinsam die einzelnen Elemente, um die perfekte

Balance aus Design und Praktikabilität zu finden“,

zeigt sich Hájková begeistert.

Zuerst einmal musste der klassisch konzipierte Wohnungsgrundriss

vergangener Jahre an die Bedürfnisse

der vierköpfigen Familie angepasst werden. Dabei

offenbarte sich schnell, dass in einem Haushalt mit

zwei Teenagern getrennte Räume und Privatsphäre

hinter geschlossenen Türen nicht schaden kann. „Wir

haben das Wohnzimmer mit dem Essbereich und der

Küche als einen separaten Teil der Wohnung geöffnet,

der Flur mit den Zugängen zu den Schlafzimmern,

dem Bad und der Toilette wird durch eine Tür mit

seitlichen Oberlichtern abgetrennt“, erklärt Hájková

ihr Konzept. Jedes Schlafzimmer verfügt zudem über

einen großen Einbauschrank. Da es in der Wohnung

keine Abstellkammer gibt, ermöglicht diese Lösung

ein Reduzieren der freistehenden Möbel zugunsten

mehr räumlicher Qualität und Großzügigkeit.

Damit war der Bühnenraum zwar konzipiert, jedoch

bis auf seine Zuschauer sozusagen noch nackt und

leer. Bei der Gestaltung des Bühnenbildes setzte Hájková,

für das Metier eher untypisch, auf Reduktion

und Ruhe. Schreiende Farben, jede Menge Requisiten

und bunte Lichteffekte sucht man vergeblich, das

Wesentliche der Szenerie liegt in einer gelungenen

Wohnungseinrichtung sowie der Qualität der Grundrissgestaltung.

Die Bühnen-Atmosphäre ist bewusst

harmonisch inszeniert und völlig frei von Zwängen.

So konnten die vorhandenen Möglichkeiten von

Raum, Lage und Bausubstanz aus den 1970er Jahren

optimal ausgeschöpft und kombiniert werden. u


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80

Material & Oberfläche

Die Oberflächen sind bewusst schlicht und

ruhig gehalten, um den Raum zu öffnen und

ihn großzügiger wirken zu lassen.

Bei der Wahl der Oberflächen dominiert Beton, der

als grundlegendes Baumaterial des Hauses gekonnt

in Szene gesetzt und durch Holz- und Messingelemente

ergänzt wird. Der Fokus liegt dabei auf der

Rohheit aller verwendeten Materialien. Die Wohnung

wird dementsprechend ganz natürlich dem eigenen

Ziel gerecht, Authentizität zu verkörpern, indem eben

nicht kaschiert wird, dass dieses schmucke Theater

sich in einem so profanen Plattenbau befindet.

Um diese besondere Stimmung zu schaffen, wurden

die Betonplatten an einem Teil der Wände und

Decken vom Putz befreit und mit staubfreier Farbe

behandelt. Der Boden besteht, einer Theaterbühne

gleich, aus massiven Eichendielen: Hier soll sich das

wahre Leben abspielen. Kein traditionelles Theater

ohne glänzende Schmuckstücke und Accessoires

aus Messing. Hájková setzte diese entsprechend

stilsicher im Bereich der Küchentür sowie für Details

wie Beschläge und Leuchten ein. Eigens für dieses

Projekt entworfen, wurde das Messing in diesem Fall

geschnitten und gewachst, um so eine moderne, zeitlose

Anmutung zu erzielen.

Auch die Hauptbeleuchtung im Wohnzimmer greift

das Thema Messing auf und erinnert auf spielerische

Art an die markanten Kronleuchter, die in den großen

Häusern schon beim Betreten alle Blicke auf sich ziehen.

In diesem Fall nimmt sich der Luster allerdings

fast schüchtern zurück und tritt zugunsten des Gesamteindrucks

bescheiden in den Hintergrund. Wer

aber ein Auge für Details hat, eine Weile in diesem

Ensemble verweilt und die Umgebung auf sich wirken

lässt, der wird allerhand entdecken können.

„Zum praktischen Verschließen der Garderobe im

Flur haben wir einen Vorhang verwendet. Er fühlt

sich weich an und setzt mit einem satten Farbton

einen zusätzlichen Akzent“, erklärt Hájková die Bedeutung

dieses Elements. Die Tür reicht jetzt bis

zur Decke, was den Raum visuell vergrößert. Bei der

Farbgebung setzte die Gestalterin zugunsten eines

frischen Eindrucks anstelle der typisch cremefarbenen

Theatertünche auf ein modernes, zeitgemäßes

Grau. Die Wohnung sollte trotz der Akzeptanz der

Substanz keinesfalls historisch wirken, daher kamen

zwar traditionelle Materialien, diese dafür ausnahmslos

modern interpretiert, zum Einsatz.

u


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Iva Hájková


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Material & Oberfläche


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Iva Hájková

Die Böden der Nassräume sind mit großformatigen

Fliesen in Terrazzo-Optik und die Wände mit ziegelförmigen

Fliesen belegt. Ergänzt wird das Ambiente

durch die moderne Interpretation einer Laterne,

die nach Maß angefertigt wurde. Auch bei der Gestaltung

der Küche lautete das Motto: weniger ist mehr.

”Der Raum ist relativ schmal, deshalb haben wir versucht,

die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bereiche

zu lenken. Wir haben den unteren Teil der Küchenfront

beispielsweise mit einem Messingblech verkleidet:

Das bringt eine sich mit der Zeit verändernde

und reifende Schönheit mit sich.”

Mit ihrer Interpretation einer Wohnung im Plattenbau

ist Regisseurin Iva Hájková ein Glanzstück gelungen.

Die Bewohner werden zu den Akteuren oder

Zuschauern, wie es eben beliebt. Das Bühnenbild

bietet viel Raum für eigene Interpretationen, Adaptionen

und Veränderungen. Schlicht, klassisch und

zurückhaltend, dabei warm und dennoch mit einem

Augenzwinkern: Bühne, Backstage und Zuschauerraum

für eine theaterbegeisterte Familie im Herzen

von Prag.


Wohnung im Plattenbau

Prag, Tschechische Republik

Bauherr: Privat

Planung: Iva Hájková

Brutto Fläche: 90 m 2

Planungsbeginn: 2019

Bauzeit: 2019 - 2020

Fertigstellung: 2020

www.ivahajkova.cz

“Die Besitzerin der Wohnung ist eine Theaterschauspielerin

und ein großer Theaterfan. Dies diente uns

als Inspiration und wurde zum Leitmotiv meines Konzepts:

Das Leben ist ein schönes Theater.“

Iva Hájková


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RETAILarchitektur

Farbe, Formen

und Fantasie

Mit Espai Mietis entstand in Barcelona der erste Flagship-Store der jungen

Luxusmarke Mietis. Die auf Retail-Projekte spezialisierten Planer von Evvo

Retail entwickelten einen Laden, der perfekt zu den Produkten des Labels

passt, die Fantasie anregt und ein ganz besonderes Einkaufserlebnis bietet.

Auf knapp 250 m 2 verpackten sie dafür Shop, Atelier und Galerie in einem

magischen Raum voller Farben und Formen.

Text: Edina Obermoser Fotos: Nerea Garro


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85

RETAILarchitektur

Espai Mietis befindet sich in Poblenou, einem kreativen,

dynamischen Viertel in Barcelona. Der Laden mit

L-förmigem Grundriss ist als ein großer, durchgehender

Store konzipiert. Am Ende des langen Verkaufsraums

schließt links ums Eck ein zweigeschossiger

Bereich mit einer offenen Galerie an. Anstelle von

Zwischenwänden gibt es schwere Vorhänge, mit denen

sich bei Bedarf einzelne Bereiche visuell abtrennen

lassen. Kleine, geschlossene Zellen bieten Platz

für Lager, Umkleiden und eine Teeküche. Beim Betreten

des Flagship-Stores können Kunden zuerst die

edlen Produkte bewundern. Im hinteren Teil werden

die Stücke dann auf Wunsch personalisiert. Außerdem

gibt es hier eine Art Designstudio und Galerie,

in dem zukünftige Kollektionen entstehen und neue

Designer ihre Kreationen präsentieren dürfen.

Die Originalstruktur der Räumlichkeiten blieb weitestgehend

erhalten. Mit rohen Wandziegeln und

drei arkadenartigen Bögen verleihen sie dem Laden

seinen einzigartigen Charakter und bildeten den

Ausgangspunkt für das neue Design. Sämtliche Veränderungen

legten die Architekten von Evvo Retail

in einzelnen Layern darüber. Bei den Materialien entschieden

sie sich für Beton und Aluminium, die dem

Espai Mietis einen rohen Touch verleihen. Zu diesen

kühlen Oberflächen kombinierten sie warme Textilien

wie Vorhänge und Teppiche. Dieser Materialmix

sorgt für spannende Kontraste. Abgerundet wird der

Store von einem auffälligen Farbkonzept. Nicht nur

Wände, Decken und Böden, sondern auch strukturelle

Elemente, Einbauten und das Interieur sind in

eine bunte Palette von Pastelltönen getunkt: zartrote

Ziegel, blassrosa Bögen, türkise Präsentationstische

und Wellblechverkleidungen. Komplettiert wird der

Flagship-Store von kräftigen Akzenten in Gelb und

Rot. Die unterschiedlichen Texturen, Oberflächen

und Farben zonieren den Raum und lassen ihn abwechselnd

alt und neu, leer und voll oder intim und

extravagant wirken. Sie verbinden sich zu einer magischen

Fantasiewelt zwischen Realität und Illusion,

die die Exponate ideal ergänzt und Kunden ein ganz

besonderes Shoppingerlebnis garantiert.


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RETAILarchitektur

Dufterlebnis

im Keller

In Barcelona geht man seit Neuestem nicht zum Lachen, sondern für

Duft erlebnisse in den Keller. Die katalanischen Architekten Jofre Roca

Arquitectes gestalteten hier im Souterrain eines Jugendstilgebäudes den

Flag ship-Store des Parfümlabels Carner. Das Ergebnis ist ein minimalistisches

Trio aus Verkaufsfläche, Showroom und Büro, das Kunden und Angestellte

mit seinem historischen Charme empfängt.

Text: Edina Obermoser Fotos: Adrià Goula Sardà

Carner und Jofre Roca haben eines gemeinsam: ihr

Engagement für Nachhaltigkeit. Kein Wunder, dass

diese auch im neuen Sitz und Laden der Parfümmarke

zum zentralen Element wird. In Eixample, einem lebendigen

Viertel Barcelonas, bildeten die Räumlichkeiten

eines alten Gebäudes mit ihrer typisch katalanischen

Architektur die perfekten Voraussetzungen für das

Projekt. Der langgezogene Grundriss führt von einer

Einkaufsstraße her über eine Stahltreppe hinunter

in den Hauptverkaufsraum mit Theke, Ausstellungs-

und Beratungsflächen. Entlang der Wand reihen sich

die Düfte in edlen Glasflakons anein ander. Ein schmalerer

Bereich mit abgeschlossenen Bereichen für WC

und Kaffeeküche sowie Besprechungstischen führt

weiter in den hinteren Teil des Flagship-Stores, in

dem sich die Büros befinden. Sie sind zum Hinterhof

orientiert und werden natürlich belichtet. Das offene

Layout ermöglicht Querlüftung und sorgt für ein angenehmes

Raumklima, in dem nebeneinander gearbeitet

und eingekauft werden kann.


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87

RETAILarchitektur

Das Planerteam höhlte den Bestand bis auf seine

Grundstruktur komplett aus. Was blieb waren die

Stein- und Ziegelmauern sowie die hohen Gewölbedecken

mit all ihren Unregelmäßigkeiten. Diese

wurden mit Kalk frisch verputzt, neu gestrichen und

erstrahlen nun in hellem Weiß. Beim Design ließ man

sich in Anlehnung an die Philosophie von Carner von

mediterranen Elementen und lokalem Handwerk inspirieren.

Sämtliche verwendeten Materialien mussten

nicht nur umweltfreundlich und lokal sein, sondern

außerdem mit ihrer Haptik und ihrem Zusammenspiel

mit Licht überzeugen. Zum Einsatz kamen neben

mineralischen Farben, die die Feuchtigkeit regulieren

und Böden bzw. Möbeln aus Holz, auch weiße

Stahleinbauten und Glas. Das Interieur dient gleichzeitig

als Stauraum und Expositionsfläche. Mit seiner

schlicht-weißen Farbgebung wird es zum dezenten

Hintergrund für die hochwertigen Produkte. Ein Beleuchtungskonzept

mit punktuellen und indirekten

LEDs rundet den minimalistischen Store harmonisch

ab. Sie setzen die Parfümflakons gezielt in Szene und

lenken sämtliche Aufmerksamkeit auf die wahren

Stars der Parfümerie: die Düfte.


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RETAILarchitektur

Ein eleganter

Treffpunkt

Mitten im Wiener Servitenviertel ist der Showroom von Fiandre Architectural

Surfaces gelegen. Der italienische Hersteller für Feinsteinzeugtafeln

widmete sich 2021 dem Umbau des Ladenlokals, sodass dieses seit Juni

diesen Jahres in einem neuen Glanz erstrahlt. Der FAB dient fortan als

Treffpunkt für Liebhaber eleganter Einrichtung und für Architekten.

Text: Dolores Stuttner Fotos: Paul Ott

Mit seiner Präsentationsfläche von 400 m 2 erhielt der

Innenbereich einen komplett neuen Anstrich. Dabei

wurde dieser so ausgestattet, dass die verwendeten

Designelemente sowohl als Inneneinrichtung als

auch als Musterbeispiel für innovative Gestaltungselemente

fungieren.

Besucher beschreiten den Raum durch ein bewusst

schlicht gehaltenes Eingangsportal. Beim Betreten

der Einrichtung umgeben sie dann Tafeln in grüner

Textur – ebendiese Platten empfand der Hersteller

dem Naturstein Verde Fantastico nach. Installiert

wurden die Tafeln nicht nur als Boden- sondern auch

als Wandverkleidung. Ein weiteres Anliegen der Planer

war es, die Nutzung dieses Baustoffs in Möbeln

zu präsentieren. Um die Vielseitigkeit des Materials

zu demonstrieren, sind unter anderem ein Keramik-Sideboard,

ein Tisch und eine Küche aus ihm

gemacht. Letztere ist voll funktionsfähig, wobei Gestaltungselemente

wie Nischen, Esstisch und Stühle

aus Feinsteinzeugtafeln in Steinoptik bestehen. Diese

Designelemente schaffen im funktionalen Bereich

ein harmonisches Gesamtbild.


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89

RETAILarchitektur

Überhaupt demonstriert der Präsentationsraum die

vielfältigen Einsatzbereiche der Fiandre-Platten in

verschiedenen Größen und Formen. Das Großformat

von 300 x 150 Zentimetern und dessen Unterformate

kommen dort als Fassaden-, Wand- und Bodenverkleidung

zur Anwendung. Neben der hohen Widerstandsfähigkeit

und dem ansprechenden Design, ist

die Nachhaltigkeit ein großer Vorteil des Baustoffs.

Er erweist sich als chemisch und mechanisch beständig

und lässt sich einfach reinigen. Damit wird er den

Anforderungen der modernen Architektur gerecht.

Kunstliebhaber können auf den Keramikoberflächen

Bilder verwirklichen. Das Designservice „Design your

slabs“ ermöglicht die Realisierung von Gemälden und

Illustrationen in unterschiedlichen Größen.

In diesem Kontext ist der Besprechungsraum – das

Herzstück des Showrooms – zu erwähnen. Dessen

Ausstattung besteht zur Gänze aus ökoaktiven Keramiken,

den sogenannten „Active Surfaces“. Gemäß

dem Hersteller, sind diese die Antwort Italiens auf die

Bedürfnisse der Gegenwart. Nicht nur vermitteln sie

Komfort und Sicherheit, sondern sie sind gleichzeitig

selbstreinigend, antiviral und bauen Luftschadstoffe

ab. All diese Eigenschaften wurden im Zuge einer

Studie der Universität Mailand wissenschaftlich bestätigt

– sie brachte außerdem die Wirksamkeit der

Oberflächen gegen das Virus SARS-CoV 2 zutage.

Der Showroom des Keramikherstellers liefert mit seiner

kreativen Herangehensweise an die Materialwahl

Inspirationen und Lösungsansätze für die Herausforderungen

zukunftsfähiger Bauplanung.


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90

RETAILarchitektur

Pure Inszenierung

Im Zentrum des Columbus Circle in Shanghai stellen Neri&Hu bei einer

Shopgestaltung die Materialität und die Besinnung darauf in den Vordergrund.

Sie schaffen dabei ein räumliches Erlebnis, das auf pure Inszenierung

ausgelegt ist.

Fotos: Pedro Pegenaute

Auf geschichtsträchtigem Boden, im Zentrum der

chinesischen Metropole Shanghai, ist nach den Vorstellungen

von Rem Koolhaas/OMA ein lebendiger

Stadtteil namens Columbia Circle entstanden. Im

autofreien Stadtraum lässt es sich gut flanieren und

auch architektonisch gibt es einiges zu entdecken –

und das nicht nur von außen, sondern auch im Inneren

der Gebäude.

In einem von OMA entworfenen Gebäude, im besagten

Stadtviertel, erschuf das lokale Designstudio

Neri&Hu ein Interieurkonzept für eine exklusive Modeboutique

in dessen Erdgeschoss. Es bildet das Pendant

zur strengen Fassade mit ihrer klaren Struktur

und penibel positionierten Fensteröffnungen. Geometrie

dominiert von außen und innen. Allerdings wird

die Affinität des Außenraumes zum rechten Winkel

gebrochen, denn im Geschäft selbst sind dann Kreisformen

das vorherrschende Gestaltungsmerkmal. Der

Bogen wird so der Linie entgegengesetzt.

Die rechteckigen Glasflächen der Außenhülle mit ihren

zierlichen schwarzen Rahmen funktionieren nicht

– wie normalerweise bei Geschäften – als Schaufenster.

Keine zum Verkauf stehenden Produkte werden

dort gezeigt. Eher eröffnet sich der Blick auf eine

Komposition aus Stofflichkeit, Haptik und Leichtigkeit.

Neugierde und Sehnsucht nach der räumlichen

Erfahrung im Inneren des Ladens wird auf diese Weise

schon beim Annähern an den Bau geweckt.

Der Schwere des feinstrukturierten Sichtbeton sind

leichte Textilien und haptische Oberflächentexturen

gegenübergesetzt. Die dominierende Stofflichkeit

der innenarchitektonischen Gestaltung wird eins

mit der präsentierten Bekleidung. Von dieser kommt

wohl auch die Inspiration, sich auf das Sinnliche zu

fokussieren, denn sie bestehen aus feinen Materialien,

wie Seide, hochwertiger Baumwolle und Leinen.

Von der Decke bis zum Boden gespannte weiße

Stoffbahnen formen Parzellen in der Figuration von

Zylindern, in denen die Bekleidungsstücke zur Schau

gestellt werden. Raue Pflastersteine bilden ihr optisches

Pendant. Sie bedecken große Teile des Bodens

und formen auch einen Sockel sowie einen markanten,

zentralen Tisch. Das Geometrische ist auch hier

wieder formgebend – alles ist zum Zentrum des Kreises

hin orientiert.

Die kleinen Räume im Raum definieren einen dazwischenliegenden

Negativraum, der sich durch seine

Zurückhaltung auszeichnet. Die sanfte Beleuchtung

dringt von den zylinderförmigen Räumen durch ihre

textile Hülle in dieses Dazwischen ein und versetzt

es in einen zarten Schein. Schatten, die auf die Stoffe

geworfen werden, zeugen von neugierigen Besuchern,

die den Raum erkunden. Mit dieser szenischen

Atmosphäre wartet jeder Winkel der Boutique darauf

entdeckt zu werden.


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RETAILarchitektur


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92

RETAILarchitektur

Hölzerne Höhle

Das National Museum of Qatar ist nicht nur äußerlich ein architektonisches

Highlight. In seinem Inneren bezieht sich die Gestaltung des Museumsshops

von Koichi Takada Architects eindrucksvoll auf eine Besonderheit,

die die Natur des Landes zu bieten hat.

Text: Alexandra Ullmann Fotos: Tom Ferguson


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| BA12-22G |

RETAILarchitektur

Die Natur als Inspiration zu nutzen ist immer eine gute

Idee. In Doha passiert das beim National Museum of

Qatar auf zweifache Weise. Für den Museumsbau

übersetzt der französische Stararchitekt Jean Nouvel

die Erscheinung einer Sandrose in eine architektonische

Form. Längst ist diese mit ihrer einprägsamen

Erscheinung zu einer Ikone der Stadt geworden. Ein

ähnlich imposantes Bild zeichnet sich auch im Museumsshop

im Gebäudeinneren ab, der auf die für den

Wüstenstaat charakteristischen Karsthöhlen Bezug

nimmt. Anders als bei den natürlichen Hohlräumen

im Gestein wird deren Atmosphäre hier in Holz übersetzt.

Die Besucherinnen und Besucher des Museums

tauchen in eine hölzerne Höhle ein, die wie eine

Schlucht inszeniert ist. Sie scheinen sich am tiefsten

Punkt der Höhle zu befinden, von wo aus sie ihre Erkundungstour

durch das Höhleninnere als Geschäft

mit seinen zahlreichen Souvenieren starten können.

Links und rechts erheben sich Schicht für Schicht die

massiven Interpretationen der Höhlenwände auf bis

zu neun Meter Höhe. Auf organische Weise wölben

sich diese mal vor und mal zurück. Zusammengesetzt

sind sie aus etwa 40.000 hölzernen Einzelteilen, deren

Form mittels CNC-Fräse erstellt wurde. Kein Teil

gleicht dabei dem anderen, dementsprechend hat jedes

seinen eigenen spezifischen Platz.

Die Vor- und Rücksprünge der Wand nehmen Regale

auf und auch die Tische sind aus den geschichteten

Holzteilen gebildet. Der Museumsshop wirkt so als

ein zusammengehörendes Ganzes, das dem einheitlichen

Höhlenkonzept unterliegt. Die Beleuchtung ist

in ebenso in diesen integriert. Das Licht scheint von

oben herab und unterstreicht so die organische Form.

Ergänzend sind an den höchsten Punkten des hölzernen

Höhlengebildes großflächige Oberlichter angebracht,

die den Zugang von der Oberfläche in die beeindruckenden

unterirdischen Hohlräume imitieren.

Eine Entdeckungstour durch den von Koichi Takada

Architects gestalteten Museumsshop macht Lust auf

mehr und lädt dazu ein, die Karsthöhlen auch in natura

zu besuchen. Die größte des Landes befindet sich

dabei nur etwa eine Autostunde vom National Museum

of Qatar entfernt und ist definitiv eine Reise wert.

Licht unlimited:

TwinCAT 3 Lighting Solution

für DALI-2

Mit TwinCAT 3 Lighting Solution stellt Beckhoff eine über

Excel konfigurierbare Lichtlösung vor, die vom Engineering bis

zur Wartung auf die Vereinfachung aller Arbeitsschritte setzt.

Alle typischen Lichtregelungen sind integriert, die Anzahl der

DALI-Linien ist unbegrenzt. TwinCAT 3 Lighting Solution ist voll

HTML- und webfähig, dezentral skalierbar sowie direkt über

Panel bedienbar. Schnelle Funktionsänderungen, Adressierungen

und Erweiterungen sind direkt im Betrieb möglich, ebenso wie

von DALI-Linien unabhängige Gruppierungen. Auch tagesverlaufsbezogene

Human-Centric-Lighting-Konzepte können

umgesetzt werden.

Scannen und

alles über die

Vorteile der

Lighting Solution

erfahren


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94

RETAILarchitektur

Hybrider Einkaufsservice

BETTENRID in München steht für den traditionell persönlichen Service und die

Beratung – und muss mit der Zeit und den Wünschen der Kunden gehen. Seit

2017 können Kunden ihre Artikel auch online aussuchen, reservieren und in einem

BETTENRID Haus abholen. Passend zu den hohen eigenen Ansprüchen an den

Service und die Produktqualität wird auch die Verkaufsumgebung umgestaltet, um

das entsprechende Ambiente zu bieten.

Der Store wird seit 2018 bis 2022 im Rahmen eines

Masterkonzeptes komplett renoviert. Die Neugestaltung

der Bettenabteilung im Untergeschoss ist

bereits abgeschlossen. Hier wurde das Konzept einer

eleganten Münchner „Altbauwohnung“ verfolgt.

Entsprechend wurden hochwertige Elemente wie

Stuck, Messing, Marmor oder auch eine Wandvertäfelung

eingesetzt. Am Boden rundet ein hochwertiger

Design boden aus dem Hause PROJECT FLOORS

in Fisch grätverlegung das Konzept ab. Diese Verlegeart

ist ursprünglich in herrschaftlichen Altbauwohnungen

zu Hause und bringt viel natürliche Eleganz

in den Raum. Dass es sich hierbei aber nicht

um Echtholz handelt, sondern um eine authentische

Holznachbildung, tut der Wirkung keinen Abbruch.

Optisch und auch haptisch ist der Unterschied nicht

zu spüren, nur in punkto Belastbarkeit und Pflegeleichtigkeit

ist der Kunststoffboden dann überlegen.

Das Dekor PW 3055 bringt mit dem warmen Holzton

neben viel Stil auch Behaglichkeit in die verschiedenen

Verkaufs- und Beratungsbereiche.

PROJECT FLOORS GmbH

T +49 (0)2233 9687-0

info@project-floors.com

www.project-floors.com


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95

RETAILarchitektur

Fotos: Kenta Hasegawa

Abgehobene Mode

In mehreren Shops für die Modekette Descente Blanc sind die Kleidungsstücke

von der Decke abgehängt. Jo Nagasaka und Schemata Architects bieten mit ihrem

Gestaltungskonzept so eine neue und ungewöhnliche Perspektive auf die Ware. Zu

sehen ist das unter anderen in der Filiale im Bezirk Roppongi in Tokio.

Am Anfang stand der Wunsch, möglichst viel Fläche

zur Präsentation der Sportbekleidungen zur Verfügung

zu haben. Die beschränkte Größe der Läden

hat allerdings nach einem einfallsreichen Ansatz zur

Verwirklichung dieser Vorstellung verlangt. Klassische

Warenträger wie Wandregale oder Tische gibt es

praktisch nicht. Nur ein kompakter Würfel im Zentrum

des Raumes dient als alleiniger Stellvertreter einer

sonst gängigen Retail-Gestaltungspraxis.

Zur Warenpräsentation dienen Garderobenstangen,

die parallel in zwei Reihen über die gesamte Breite

des Verkaufsraumes angebracht sind. Um den kompletten

Raum auszufüllen, gibt es im hinteren Bereich,

neben dem Kassatresen, noch ergänzend eine weitere

halbe Reihe. Die gesamte Fläche des Ladens ist

so vollkommen mit den Kleiderstangen bedeckt. Der

Kniff: Mittels Lift lassen sich die Stangen nach oben

bewegen. Mit knapp über zwei Meter so hoch, dass

sich Kunden bequem darunter aufhalten können. Die

komplette Ladenfläche bleibt auf diese Weise begehbar

und es eröffnet sich eine neuartige Perspektive

auf die Ware. Ungewohnt blickt man von unten auf

die Sportbekleidung, die über einem zu schweben

scheint. Bei Bedarf können die einzelnen Stangen mit

einer automatisierten Hebeanlage nach unten bewegt

werden. Die auffällig orange gefärbten Steuerungselemente

dafür befinden sich an der Seitenwand neben

dem Kassatresen. Mit dem Hinunterbewegen der

Konstruktion eröffnet sich dann wieder die altbekannte

Perspektive auf Bekleidung in Geschäften.

Die etwas asymmetrische und recht unruhige Grundfläche

des Geschäfts wird durch weiße Wände eingefasst.

Diese Wände und der helle Boden lassen den

Raum zurückhaltend wirken, sodass die Konstruktion

und daran aufgehängte Bekleidungen in den Vordergrund

treten. Alle Stangen können allerdings nicht

gleichzeitig heruntergelassen sein, denn der Shop

wäre dann vollkommen mit den Kleiderstangen ausgefüllt

und nicht mehr begehbar. Die beschränkte

Grundfläche des Ladens ist so aber maximal nutzbar.

Auch entsteht durch das Herunterlassen immer anderer

Stangen ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild

des Ladens. Das Konzept von Jo Nagasaka und

Schemata Architects sticht mit seiner Prägnanz und

Einfachheit hervor. Kein Wunder, dass es dabei nicht

beim Konzept für nur einen einzelnen Shop geblieben

ist. Mit seinem Wiedererkennungswert prägt es heute

mehrere Stores von Descente Blanc und ist ein Teil

von dessen Identität geworden.


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96

Licht

Wohlbefinden und

Produktivität

Für das neue Büroprojekt der Sperer Group in Wels arbeiteten M3-Lichtdesign

eng mit Nopp Innenarchitektur zusammen und schufen so ein außergewöhnliches

Arbeitsumfeld. Die vorwiegend dunklen Möbel und Oberflächen werden durch eine

Kombination aus natürlichem und künstlichem Licht imposant in Szene gesetzt.

Text: Alexander Magyar Fotos: Lukas Jahn

Gemeinsam mit dem Eigentümer der Sperer Group,

Alexander Ober, und dem Innenarchitekten Eduard

Nopp wurde hier der Fokus darauf gelegt, diese

besondere Büroimmobilie sehr emotional – gleich

einem Wohnraumumfeld – zu beleuchten. Nicht nur

aus diesem Grund wurde bei der Farbtemperatur

eine Mischung aus 2700 Kelvin und 3000 Kelvin gewählt.

Der Fokus lag darauf, für die Mitarbeiter ein

„Wohlfühlumfeld“ zu schaffen und eine damit eng

verbundene Steigerung der Produktivität und Wirtschaftlichkeit

zu erreichen.


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97

Licht

Spezielles Zonenlicht verstärkt Bereiche wie Empfang,

Besprechungsräume und Sozialbereiche. Diese

Zonen sind auch am dunkelgrauen Bodenbelag

durch unterschiedliche Schattierungen ablesbar. Die

großzügige Verwendung von Glaswänden sorgt für

Offenheit und lässt die einzelnen Bereiche miteinander

interagieren. Nicht zuletzt wird so auch das

Beleuchtungskonzept als Ganzes erlebbar und das

Büro wirkt trotz der vielen dunklen Gestaltungselemente

lichtdurchflutet. Auf das Büro der Geschäftsführung

wurde besonderes Augenmerk gelegt. Hier

kamen zusätzlich handgefertigte italienische Leuchten

aus Messing zum Einsatz, welche diesen Bereich

um ein zusätzliches Materialerlebnis reicher machen.

Innovative und hochflexible Aluminiumprofilsysteme

mit unendlichen Möglichkeiten.

Sie haben schon etwas ganz spezielles im Kopf? Wir freuen uns

mehr über ihr Vorhaben zu erfahren und stehen Ihnen gerne

beratend zur Seite. Sprechen Sie uns an!

Dome

Besuchen Sie uns in

Halle 3,1 Stand E71

FLAKE ist eine trapezförmige, zierliche direkt-/indirektstrahlende Büroleuchte. Die Formsprache des Leuchtengehäuse

verbindet sich nicht direkt mit der rechtwinkligen Prismenwanne. Der dadurch entstehende Lichtraum verleiht FLAKE eine

FORM FOLGT ARCHITEKTUR - LICHT FOLGT FORM

schwebende Leichtigkeit. Auch als HUMAN CENTRIC LIGHTING / TUNEABLE-WHITE - Ausführung erhältlich.

RIDI Leuchten GmbH, Industriepark Nord, Rudolf-Hausner-Gasse 16, 1220 Wien

Tel.: 01/73 44 210, Fax: 01/73 44 210 5; E-Mail: office@ridi.at, www.ridi.at


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98

Produkt News

Licht im Softwarepark

Grundlage bei der Planung des neuen Bürokomplexes der IT-Unternehmen COUNT

IT Group und ventopay im Softwarepark Hagenberg in Oberösterreich, war die

Schaffung von neuen Arbeitswelten, in denen sich der Mensch wohlfühlt, gerne

arbeitet und in den Pausen auch Raum zur Erholung findet.

Dementsprechend verschmelzen in dem von Architekt

Jürgen Hager geplanten 3.000 m 2 Komplex

Arbeit und Freizeit: Office Space trifft auf Outdoor-Lounges,

Ideen-Kuben auf Räume mit Billard,

Dart und Fitnessgeräten. Multimedial vollausgestattete

Meetingräume lassen sich dank Faltwänden in

einen großen Eventbereich umfunktionieren. Und:

Der Freizeitbereich ist über eine Rutsche erreichbar.

Coole Lichtinszenierungen, aber auch perfektes Arbeitslicht

waren von Anfang an wesentliche Faktoren

in der Konzeption. Erreicht wurden diese Vorgaben

mit Leuchten von SITECO. So sorgen außen Floodlight

FL 20 Strahler für eine homogene Ausleuchtung

von Wegen und Parkplätzen. In den Büros betonen

elegante Silica®-Leuchten die offene Architektur.

Mit ihrem schlanken, schwarzen Gehäuse entsprechen

sie zeitgemäßem Interior Design und sorgen

gleichzeitig für blendfreies Licht. Der ausgewogene

Mix aus direktem und indirektem Licht schafft eine

freundliche Arbeitsatmosphäre. In den Fluren wurden

hocheffiziente Licross®-Lichtbänder installiert.

Sie bieten nicht nur maximale Flexibilität bei Anordnung

und Konfiguration, sondern erlauben auch die

Integration vieler Zusatzfunktionalitäten wie Sensorik,

WiFi oder UVC-Luftdesinfektion. Energiesparende

Ledvalux-Downlights in den Sanitärbereichen

runden das implementierte Lichtkonzept ab.

Siteco Österreich GmbH

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99

Produkt News

Smart-Home-Office

Das Motel Schlafraum im oberösterreichischen

Schlüßlberg bietet nicht nur klassische Übernachtungsmöglichkeiten,

sondern auch Tageszimmer an,

die als Home-Office genutzt werden können. Die Zimmer

überzeugen mit viel Ruhe, schnellem Glasfaser-Internet

und der Einbindung von KNX-Technologie und

den entsprechenden Smart-Home-Funktionen.

Gesteuert werden derzeit Beleuchtung, Beschattung,

die Steuerung der Lüftung in den Bädern, Bewegungsmelder

in den Gängen sowie gängige Zentralfunktionen.

Für Schalter und Steckdosen wurde die

Serie S.1 von Berker verbaut. In Zukunft könnte das

System noch um eine Visualisierung der Zimmerbelegung

erweitert werden. So wäre auf einen Blick

ersichtlich, welche Zimmer frei und welche aktuell

belegt sind.

Siblik SmartHome

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BUILD

BEYOND

TOMORROW

Den CO 2

-Fußabdruck eines Gebäudes zu reduzieren, bedeutet für uns,

alle Emissionen zu berücksichtigen, die während des Lebenszyklus

eines Gebäudes entstehen. Um die Emissionen im Vorfeld als auch in

der Nutzungsphase zu reduzieren, bieten wir leistungsstarke, zirkuläre

Lösungen für Fenster, Türen und Fassaden für Gebäude in Städten und

urbanen Gebieten. Wir übernehmen Verantwortung für eine nachhaltigere

Zukunft.

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100

Produkt News

Axor Starck V

Axor Massaud

Eine Armatur, viele

Ausdrucksmöglichkeiten

Seit 1993 arbeitet AXOR mit weltberühmten Designern zusammen, um Bad- und

Küchenobjekte zu entwerfen, die so unverwechselbar, exzellent und zukunftsorientiert

sind, dass sie wechselnde Zeiten und sich verändernde Welten überdauern.

Dadurch werden sie zu AXOR Ikonen.

Aus makellosem Kristallglas geformt, fängt AXOR

Starck V die Energie des Wassers in einem wirbelnden

Strudel ein. Transparent und doch sichtbar, konstant

und doch in ständiger Veränderung, zieht der

Strudel den Träumer in seinen Bann, der Magie als

eine fantastische Welt interpretiert, in die er eintauchen

kann.

Der sinnlich-organische Sockel ähnelt einem Grashalm.

Der besonders dünne Auslauf dient gleichzeitig

als Ablage. Der formvollendete Strahl hat die Form eines

seidigen Wasserfalls. Reduziert auf das Wesentliche,

spricht AXOR Massaud den Minimalisten an, der

die Natur in ihrer reinsten Form interpretiert.

AXOR Starck Organic beschwört die Sinnlichkeit der

Natur herauf und deutet gleichzeitig eine neue Welt

der ergonomischen Funktion und wassersparenden

Effizienz an. Die sanft fließende Form der Armatur,

die Auge und Hand gleichermaßen einlädt, inspiriert

den Naturalisten, der Sinnlichkeit in Form von behaglichen

Farben und Materialien interpretiert.

Unaufdringlich und doch unverkennbar luxuriös verkörpert

AXOR Citterio den Geist des italienischen

Neoklassizismus. Seine ausgewogenen Proportionen

und eleganten Geometrien faszinieren den Klassizisten,

der die klassische Architektur als einen Raum

des Pathos und der Raffinesse interpretiert. Seine

handpolierten Oberflächen, die unverwechselbar

flach und glänzend reflektierend sind, blenden den

Modernisten, der die klassische Architektur als einen

Ort des Lichts und des Raums interpretiert.

Hansgrohe Handelsges.m.b.H.

info@hansgrohe.at

www.hansgrohe.at

www.axor-design.com

Axor Starck Organic

Axor Citterio


www.architektur-online.com

101

Produkt News

+

Neuer Standard des Wassertrinkens

Die Ansprüche an Einrichtung und Komfort werden heutzutage immer höher. Eine

Armatur soll jetzt nicht nur herkömmliches Leitungswasser, sondern auch ein

Trinkerlebnis bieten. Die innovativen Soda Armaturen von aqua alpina machen‘s

möglich. Sie liefern auf Knopfdruck oder berührungslos prickelndes, gekühltes

oder kochend heißes Wasser.

Wassertrinksysteme der Zukunft

Soda Armaturen mit direktem Wasseranschluss liegen

voll im Trend und werden von immer mehr Küchen-

und Einrichtungsplanern empfohlen. Als eine

zeitlose und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen

Systemen finden sie sich sowohl in Unternehmen

als auch in Privathaushalten, die nicht auf

diesen Komfort verzichten möchten. Lästiges Kistenschleppen,

Plastikmüll und herumstehende Flaschen

gehören damit endgültig der Vergangenheit an.

Trinkgenuss aus der edlen Wasser-/Teebar

Das kompakte, platzsparende System integriert sich

stilvoll in den Küchen-, Bar- oder Buffetbereich und

sorgt für sichtbaren Trinkgenuss. Auf Knopfdruck

(alternativ berührungslos) gibt es gekühltes, sprudelndes

oder kochend heißes Wasser – beispielsweise

für Tee. Das Arbeitsleben wird dadurch wesentlich

erleichtert.

Leistungsstärker als andere Armaturen

Die Armaturen von aqua alpina stehen als Hauptoder

Zusatzarmatur zur Auswahl. Sie bestechen

nicht nur durch intuitive Bedienung, hohe Qualität

und integrierbare Filtersysteme, sondern auch durch

eine überragende Leistung. Bis zu 6 Liter pro Stunde

direkt gesprudeltes und gekühltes Sodawasser sprechen

für sich.

Die passende Lösung für jeden Anspruch

aqua alpina ist seit mehr als 22 Jahren Österreichs

Nr. 1, wenn es um Wassertrinksysteme geht. Service

und Kundenorientiertheit zeichnen das Unternehmen

mit acht Standorten in ganz Österreich aus. Die Expertinnen

und Experten von aqua alpina finden für

jeden Anspruch die passende Lösung und beraten

kompetent in allen Fragen rund ums Wasser trinken.

aqua alpina - Triple A Aqua Service GmbH

Hr. Günter Ackerl

T +43 (0)676 83607-131

T 0800 800 735

kontakt@aquaalpina.at

www.aquaalpina.at


architektur FACHMAGAZIN

Accessoires für

das Badezimmer

KEUCO produziert seit den frühen 50er Jahren Accessoires

für das Bad. Dabei wird bei der Produktentwicklung

nicht nur auf das Design, sondern auch auf smarte

Funktionen fokussiert. Dass ein Accessoire für das Bad

nicht nur schön, sondern auch smart sein kann, beweist

beispielsweise der EDITION 11 Duschkorb. Ein schlanker

Duschabzieher ist so im Design integriert, dass

dieser mit einem Griff hervorgeholt werden kann. Eine

innovative Lösung ist es auch, die Handtücher hintereinander

aufzuhängen. Wie beim Haken der EDITION

90 und EDITION 90 SQUARE. Mit runder oder eckiger

Rosette findet er in vielen unterschiedlichen Badwelten

seinen Platz. Oder eine integrierte Ablage am Toilettenpapierhalter,

die in unterschiedlichen Designlinien

und verschiedenen Materialien angeboten werden.

Accessoires sind bei KEUCO keine Nebensache, sondern

Teile des Gesamtkonzepts. Individuelle Lebensstile

prägen immer stärker den Variantenreichtum der

Wohnästhetik bis ins letzte Detail.

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com

102

Produkt News

Edelstahl im Herzen

des Designs

Das Edelstahl-Urinal FINO von DELABIE vereint Design

und Funktionalität und ist ein unverzichtbares Produkt

im Sanitärbereich. Sein verdeckter Siphon ist ideal für

den Einsatz in öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants,

Schulen oder Büros. Spülrandlos und aus bakteriostatischem

Edelstahl Werkstoff 1.4301 ermöglicht es

eine effiziente und hygienische Spülung.

Edelstahl ist ein robustes und bruchfestes Material. Zu

100 % recycelbar ist es ein hochwertiges Material, das

Widerstandsfähigkeit, Hygiene und Design vereint.

Das Urinal FINO ist mit verdecktem oder sichtbarem

Spülwasseranschluss erhältlich. Dieses leichte Urinal,

ebenso designorientiert wie funktional, ist einfach zu

montieren.

DELABIE GMBH

T +49 (0)231 496634-0

www.delabie.de


www.architektur-online.com

103

Produkt News

Duschboden aus Stahl-Emaille

Das neueste Produkt von Kaldewei, die emaillierte Duschfläche

SUPERPLAN ZERO, wurde vom Berliner Designer Werner

Aisslinger entworfen und ist konsequent am Kundenwunsch

ausgerichtet: Bodeneben eingebaut wird die Duschfläche

zum Badezimmerboden und erlaubt, aufgrund der sehr

schmalen Kanten, ein direktes Anfliesen mit fast unsichtbaren

Fugen. Der Ablauf ist so nah an die Wand platziert, dass

bequemes Stehen und sicheres Bewegen auf der Superplan

Zero garantiert sind.

Die Basis bildet nachhaltige, besonders langlebige und zu 100

Prozent kreislauffähige Stahl-Emaille. Die edle Glasoberfläche,

die durch ein Spezialverfahren auf den Stahl aufgebracht

wird, sorgt optisch für eine luxuriöse Note. Über 50 verschiedene

Abmessungen von 70 bis zu 180 Zentimeter, vielfältige

Oberflächenvariationen, ein breites Farbspektrum und die

100-prozentige Kompatibilität mit den bewährten Dichtsets,

Montagesystemen und Ablaufgarnituren von Kaldewei machen

die Superplan Zero zusätzlich attraktiv.

Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

T +49 (0)2382 785-0

info@kaldewei.de

www.kaldewei.de

DOPPELT

HÄLT

EINFACH

BESSER.

Setzen Sie auf die CLARIN von ASCHL. Punkt.


architektur FACHMAGAZIN

104

Produkt News

Vernetzt mit der Welt von morgen

Stellen Sie sich eine Mobilitätslösung vor, die Sie einfach mit Ihrem Smartphone

rufen können, die über ein Display mit Wetterinformationen versorgt, ein einzigartiges

Sound-Erlebnis bietet und durch Eleganz und klare Linien besticht. Dank

Vernetzung ist es zudem möglich, Störungen im Vorfeld zu erkennen und zu beheben

und bei Bedarf aus der Ferne einzugreifen. Diese Merkmale bietet die neueste

Generation von Aufzügen von Otis.

Der neue Gen360 verwandelt die Kabine eines Aufzugs

in einen Raum der Interaktion für ein vernetztes,

angenehmes und unterhaltsames Fahrerlebnis.

Mithilfe der eCall App können Fahrgäste den Aufzug

einfach und kontaktlos per Smartphone rufen, sodass

der Aufzug bereitsteht, sobald er benötigt wird.

Dies ist ein weiteres Beispiel, wie smarte Technologien

Fahrgästen im Alltag Erleichterung und Komfort

bringen und zugleich einen spürbaren Mehrwert für

Gebäude schaffen.

Javier Martinez de la Riva, Direktor für Sales & Marketing

von Otis EMEA, betont: „Der Gen360 steht

für ein neues Performance-Level im Bereich der vertikalen

Mobilität. Dank der IoT-Plattform Otis ONE

können Störungen im Vorfeld erkannt und behoben

werden.“ Die Überwachung und Analyse während

des Betriebs ermöglicht die Erfassung von Echtzeitinformationen

zum Status der Aufzugsanlage. Die

Daten werden in der Cloud verarbeitet, ausgewertet

und dienen anschließend als Grundlage für konkrete

Maßnahmen. Im Falle einer Störung können Aufzugsexperten

mithilfe der Kameras am Fahrkorb

sowie im Schacht aus der Ferne auf die Anlage zugreifen,

um eine schnelle Diagnose zu erstellen. In

bestimmten Fällen sind sie in der Lage, Störungen zu

beseitigen, bevor es zu einer Betriebsunterbrechung

kommt. „Auf diese Weise lässt sich die Verfügbarkeit

der Anlage erhöhen. Sollte dennoch ein Besuch vor

Ort durch einen Servicetechniker notwendig sein, ist

dieser bereits bestens informiert und ausgerüstet.

Das ist nicht nur praktisch, sondern erhöht auch die

Sicherheit“, erklärt Roman Teichert, Direktor EHS &

Field Operations von Otis EMEA.

Der gesamte Lebenszyklus des Aufzugs ist nun digital

festgehalten. Die Unterstützung und Vereinfachung

von Wartungs- und Servicetätigkeiten macht

in Kombination mit einem herausragenden und unvergleichlichen

Fahrerlebnis den Aufzug für jedes

Gebäude zu etwas Besonderem. Für Eigentümer und

Verwalter von Immobilien öffnen sich neue Möglichkeiten,

den Wert ihrer Gebäude zu steigern und Menschen

ein einzigartiges und neues Erlebnis zu bieten.

OTIS GesmbH

T +43 (0)1 61005-0

austria@otis.com

www.otis.com/de/at

+


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Trenddesign im Fokus

Warema hat eine neue Kollektion entwickelt, die sich durch

stärkere Konzentration auf die gefragtesten Farben und hohe

Übersichtlichkeit auszeichnet. Das Ziel war dabei, nur eine

Kollektion für alle Einsatzgebiete zu gestalten. Diese ist sehr

kompakt und lässt sich nach Raffstoren und Rollladen trennen.

Aus der bisherigen Farbauswahl hat Warema die acht Hauptläufer

in Weiß und Grautönen, die nahezu 90 Prozent des

Marktbedarfs abdecken, in der Kategorie Selection zusammengefasst.

Mit vier matten Farben für Raffstore-Lamellenwird

der aktuelle Designtrend „Matt“ an der Fassade aufgegriffen

und ermöglicht so eine noch harmonischere Kombination

mit matten Rollladen-Profilen.

In den Koffern finden sich hochwertig präsentiert und übersichtlich

nach Preisgruppen sortiert die aktuellen Raffstore-Lamellen,

Rollladen-Profile und Farbmuster.

WAREMA Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at

Im Objekt und im privaten Wohnbereich die

perfekte Lösung: Designboden vom Experten.

Alle Informationen auf einen Blick:

www.project-floors.com


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Mit Transparenz und Durchblick

Das neue Headquarter der Durst Phototechnik AG im italienischen Brixen, entwickelt

von den Architekten von monovolume architecture + design aus Bozen, ist

die neue Visitenkarte des Herstellers von zukunftsweisender, digitaler Druck- und

Produktionstechnologien.

Auf fast 6.000 Quadratmetern und sechs Geschossen

haben dort die Architekten Platz für den

Showroom, Labore, den Kundendienst, Büro-, Konferenz-

und Schulungsräume geschaffen – überwiegend

in Schwarz gehalten, als Kontrast zur weißen

Gebäudehülle.

Bei der Bandtechnik aller Türen setzten die Architekten

auf die Produkte von SIMONSWERK. Durch die

Wahl des flächenbündigen Beschlagsystems TEC-

TUS Glas für die Ganzglastüren der Besprechungsräume,

entsteht in allen unterschiedlichen Zonen

ein fließendes, planes Erscheinungsbild mit hohem

Bedienkomfort. Das Beschlagsystem umfasst das

Bandsystem TECTUS TEG 310 2D, die kontakt- und

geräuschlose magnetische Schließung KEEP CLO-

SED – bestehend aus dem Schließmagnet KCM 50

und der türseitigen Magnetplatte KCM 50/G – sowie

den Griffvarianten KCH 1700 und KCH 1200.

Mit dem Beschlagsystems TECTUS Glas wurden die

Ganzglastüren filigran und minimalistisch eingebaut.

Ganzglastür, Zarge, Band- und Schließsystem liegen

ohne den bisher üblichen Flächenversatz auf einer

Ebene und sorgen für eine noch nie erreichte Leichtigkeit

und Transparenz. Der Belastungswert von

zwei Türbändern des Bandsystems TECTUS TEG 310

2D liegt bei 80 kg, was einem Türmaß von ca. 10 x

1.300 x 2.500 mm entspricht. Damit sind nahezu alle

Glastürdimensionen auch im Objektbau abgedeckt.

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com


www.architektur-online.com

107

Produkt News

Fotos: Constantin Meyer für Solarlux

Urbanes Wohnen 2.0

Eine kombinierte Unterbringung von Bildung, Forschung, Studierenden, Newcomern

und Existenzgründern – das war die Idee von OZ architects für ihr Campusprojekt

in Amsterdam. Daraus entstanden ist ein Mischquartier in beeindruckender

Größe mit variantenreicher Architektur. „De Werf“, das größte Mischquartier in

Amsterdam, umfasst sieben Gebäude mit fast tausend Wohnungen auf insgesamt

74.000 m 2 . Die Grundidee war attraktive, moderne Studentenwohnungen zu schaffen.

Das Endergebnis geht weit darüber hinaus und bietet eine breite Mischung an

Wohn- und Freizeitmöglichkeiten. Die vielfältige Nutzung der Gebäude spiegelt

sich auch in der Architektur wider.

Damit die Bewohner die einzigartige Atmosphäre

des Quartiers erleben können und Ausblick auf das

umgebende Wasser haben, wurden sechs der sieben

Gebäude mit großzügigen Glasflächen ummantelt.

Herausragende Balkone und innenliegende Loggien

bieten zusätzlich die Möglichkeit die Umgebung zu

genießen. Da es in den oberen Geschossen sehr windig

werden kann und die Zimmer in Richtung des Hafenbeckens

lärmbelasteter sind, wurden die Gebäude

C und E mit wetter- und schallschützenden Balkonverglasungen

ausgestattet.

Die auf eine Glasbrüstung aufgesetzten, beweglichen

Ganzglaselemente ermöglichen den Bewohnern

maximale Flexibilität. Ganz nach Bedarf können

diese geöffnet werden – der Freiluftcharakter bleibt

erhalten. Im geschlossenen Zustand sind die Loggien

windgeschützt und ruhig. Bei den beweglichen Ganzglaselementen

handelt es sich um das System SL 25

von Solarlux, dem Spezialisten für bewegliche Fenster-

und Fassadenlösungen. Die rahmenlose Balkonverglasung

bietet maximale Transparenz und erhält

die Sicht auf den anliegenden Hafen. Zusätzlich hält

sie Regen, Wind und Schall bis 22 dB ab.

Jeweils sechs Glaselemente wurden je Loggia

verbaut. Diese lassen sich nach rechts oder links

schieben, gleiten über Eck und werden durch eine

Drehung platzsparend geparkt, sodass sie auch bei

starken Windstößen sicher sind.

SOLARLUX AUSTRIA GmbH

T +43 (0)512 209 023

info@solarlux.at

www.solarlux.at


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Neue Oberflächendesigns in 3D-Optik

Die Lindner Group, mit der Lindner GmbH als Niederlassung in Österreich, hat das

Angebot für individuelle Deckengestaltung um neue Designoberflächen erweitert:

Die Metalldeckensegel sind jetzt in drei weiteren Ausführungen, mit unterschiedlichen

Strukturen und 3D-Prägungen erhältlich:

TOUCHdesign Crystal mit 3D-Kristallprägung

Die 3D-Prägungen in Kristalloptik mit einer fixen

Ausrichtung – oder alternativ in konfuser Anordnung

– lassen die Metalldeckensegel in einem interessanten

Schattenspiel erscheinen.

TOUCHdesign Pixel mit 3D-Quadratprägung

Für geordnete Formen und ein doch abwechslungsreiches

Erscheinungsbild sorgt die geprägte Rasteroptik.

Das gezielte Weglassen von Quadraten ermöglicht

die Integration von LED-Spots.

TOUCHdesign Paper mit 3D-Knitterprägung

Im Gegensatz zu Crystal und Pixel entsteht hier

durch eine besondere Prägetechnik der Metalldeckensegel

eine stark unstrukturierte Oberfläche.

Die tiefmatte Pulverbeschichtung MOODline in

den Farbtönen Naturweiß 9016 oder Lavagrau 7016

verstärkt die dreidimensionalen Effekte der neuen

3D-Designs zusätzlich und unterstreicht den eleganten

Look. Unterschiedliche Perforationen und die

Akustikstoffeinlage Acustica mit hohem Recyclinganteil

sorgen darüber hinaus für hohe Schallabsorptionswerte.

Basierend auf dem Lindner Deckensystem

LMD-DS 320 sind die Elemente mit TOUCHdesign

Oberfläche in verschiedenen Plattenlängen (600 -

3.000 mm) und -breiten (600 - 1.250 mm) erhältlich

und nach den Baustoffklassen A2 – s1, d0 (DIN EN

13501-1) bzw. Class A (ASTM E 84) geprüft. Selbstverständlich

ist das System nachhaltig: Das Lindner Deckensystem

verfügt über eine Umweltproduktdeklaration

und ist unter anderem DGNB-, BREEAM- und

LEED-konform. Ebenso wurde das System als Cradle

to Cradle Certified® in Silber zertifiziert.

So verbinden Deckensysteme von Lindner individuelle

Designansprüche mit funktionalen Anforderungen

und machen Metalldecken zum repräsentativen,

nachhaltigen Blickfang.

Lindner GmbH

T +43 2252 86160-0

austria@lindner-group.com

www.lindner-group.com


www.architektur-online.com

Vier Quadratmeter

Tageslichteinfall

109

Produkt News

Besonders in Großstädten erfreuen sich Dachterrassen großer Beliebtheit.

Aus diesem Grund entwickelte LAMILUX nun einen vierten

Flachdach Ausstieg in seiner Komfortreihe: Der LAMILUX Flachdach

Ausstieg Komfort Quadrat vereint puristisches Design und Funktion

in neuartiger Form.

Seine Glasscheibe schafft eine vier Quadratmeter große Fläche für

Tageslichteinfall sowie Frischluftnutzung und ermöglicht es erstmals

auch Wendel- und Podesttreppen darunter zu nutzen und die

Räume so besonders puristisch zu gestalten.

Nur 45 Sekunden dauert es bis die verdeckt liegenden Hydraulikantriebe

das Glaselement des Oberlichts geräuscharm um 70 Grad

aufklappen. Energetisch knüpft das neue Produkt an die Tradition

der anderen LAMILUX Tageslichtsysteme an: Das wärmebrückenfreie

Gesamtsystem, optimierte Isothermenverläufe sowie die Möglichkeit

zu besonderen Verglasungen erfüllen den modernen Anspruch

an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Klimaschutz.

LAMILUX Heinrich Strunz

Holding GmbH & Co. KG

T +49 (0) 9283 / 595 0

information@lamilux.de

www.lamilux.de

360˚

„RÖFIX Insights“ Projekt

High Resolution 360°-

Panorama-Tour starten!

Details zu unserem

aktuellen Referenzprojekt:

Haus am Winzersteig

gibt’s unter:

roefix.at/referenzen

Putz: Ausdruck von Kreativität!

Mit Putzbeschichtungen zu mehr Ästhetik am Gebäude

Es gibt kaum eine bessere Oberfläche, welche den individuellen Wünschen von Bauherren

so gerecht wird, wie eine Putz-Fassade. Von dezent bis extravagant ist mit dem

bewährten Putz-Sortiment von RÖFIX alles möglich. Aber nicht nur das. Putz-Fassaden

bieten zudem den bestmöglichen Schutz gegen unerwünschte Algen und Pilze.

roefix.at


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

Nachhaltige Fassadengestaltung

Als überaus flexible und ästhetisch anspruchsvolle Lösung eignet sich das innovative

Aluminium-Fenstersystem WICLINE 75 MAX von WICONA ideal für die

Gestaltung zukunftsgerechter Gebäudehüllen. Durch den verdeckten Flügel sind

Fest- und Öffnungsfelder von außen nicht zu erkennen und verdeckte Bänder und

Beschläge sorgen auch von innen für klare, ununterbrochene Linien. Der Fenstergriff

liegt im Flügel verborgen und trägt so zum homogenen Erscheinungsbild

bei. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Möglichkeit, den Fenstergriff in der

Rahmen farbe beschichten zu lassen.

Die reduzierten und gleichmäßigen Ansichtsbreiten

der Aluminiumprofile des WICLINE 75 MAX ermöglichen

die Gestaltung schlanker und filigraner Fassadenansichten.

So lassen sich großzügige transparente

Glasflächen planen – für ein Plus an natürlichem

Tageslicht im Raum. Der höhere Verglasungsanteil

zeigt sich auch bei den im Trend liegenden schmalen und hohen

Fenster-Varianten: Bei vorgegebenem Uw-Wert von 1,0 W/m²K

und identischem Glas verfügt ein WICLINE 75 MAX Element der

Größe 0,55 m x 1,8 m über einen bis zu 56 % höheren Anteil an

transparenter Fläche gegenüber einer konventionellen Fensterserie

mit sehr gutem Uf-Wert.

Für den Herstellprozess der WICLINE 75 MAX Fensterprofile

wird zum Großteil Hydro CIRCAL eingesetzt – eine nachhaltige

Aluminiumlegierung mit einem marktweit einzigartigen

End-of-Life-Recyclinganteil (EoL) von mindestens 75 %. Ebenfalls

zur Nachhaltigkeit trägt die hohe Energieeffizienz des Systems

bei. Hier setzt WICLINE 75 MAX mit einem Uw-Wert bis zu

0,81 W/(m²K) (bei einer Normfenstergröße von 1230 mm x 1480

mm und einem Glas mit einem Ug-Wert von 0,50 W/(m²K)) hohe

Maßstäbe und trägt so zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz

bei. WICLINE 75 MAX ist zudem mit dem Cradle-to-Cradle

(C2C) Zertifikat in Bronze ausgezeichnet worden.

Hydro Building Systems Austria GmbH

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


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111

Produkt News

Für Zeit- und

Kraftsparer.

Absolut matt – apart und glatt

Matte Oberflächen liegen im Trend der

Zeit – auch wenn es um die Deckengestaltung

von Räumen und Gebäuden

geht. Fural geht mit Pazifal® diesem Trend

nach und bringt eine matte Oberflächenbeschichtung

für Metalldecken auf den

Markt. Die homogene Oberfläche ist äußerst

unempfindlich gegen einfallendes

Streiflicht und zeigt insbesondere bei

ausgedehnten Räumen und Foyers sowie

in Bereichen mit großen, raumhohen

Fensterflächen seine besonderen Eigenschaften.

Die Farbpigmente, der auf einem

Hydro-Einbrennverfahren basierenden

Beschichtung, streuen das auftreffende

Licht. Zudem wird etwaigen Reflexionen

oder Spiegelungseffekten maßgeblich

entgegengewirkt, wodurch das Deckenbild

besonders glatt und elegant wirkt.

Auch für die Erweiterung der Shoppingmall

Eli3 des Elisenhof Münchens entschied

man sich für eine ganz besondere

Deckengestaltung mit Parzifal. Die matte

Oberfläche, die farblich ideal mit dem Gesamtkonzept

des Innendesigns harmonisiert,

passt perfekt zum modernen Bau

des Elisenhofs. Doch nicht nur Parzifal an

sich macht die Decke zu einem Highlight.

Die gesamte Konstruktion aus rund 4500

Stück einzelnen rautenförmigen Deckenelementen

zeigt die Vielfältigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten

von Metalldecken.

Fural Systeme in Metall GmbH

T +43 (0)7612 74 851-0

fural@fural.at

www.fural.com

Patrick Strasser

Dachdecker/Spengler,

bei Dachstrasser Sipbachzell

BEST4YOU

Die Produktlinie für Profis

Innen und außen. Senkrecht und

waagrecht. Saugend und nichtsaugend.

Egal welches Bauwerk ich abdichten

will, diese innovative Spezialabdichtung

ist einfach ein Gedicht: Komfortabel,

zeit- und kraftsparend in der Verarbeitung

ist die Spezialabdichtung WD-1K

gebrauchsfertig und leichtgängig mit

Pinsel, Bürste, Roller oder mit einem

Airless-Spritzgerät aufzutragen. Und

härtet auch noch ziemlich schnell aus.

Mehr erfahren über die BEST4YOU

Produkt-Reihe unter murexin.at/best4you


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Futurium in Berlin

Laufend wechselnd lädt das im September 2019 eröffnete Futurium in Berlin zu lebhaften

Diskussionen, zum neugierigen Blick hinter Kulissen, zu Veranstaltungen und

zu neuen Ausstellungen ein. Bereits im ersten Monat nach der Eröffnung haben sich

100.000 Besucher für die spannenden Blicke ins Morgen interessiert.

Denn im Futurium dreht sich alles um Wege in eine

lebenswerte Zukunft. Für dieses ambitionierte Vorhaben

der Initiatoren – wissenschaftliche Einrichtungen

und Netzwerke, verschiedene Wirtschaftsunternehmen

und Stiftungen sowie die Bundesregierung – benötigte

das Futurium auch einen baulichen Zugang.

Geschaffen haben ihn die Gewinner des 2012 ausgeschriebenen

Wettbewerbs für das Neubauprojekt,

Richter Musikowski Architekten aus Berlin.

Schon die Außenansicht erzeugt Transparenz, nimmt

Bezug und schafft Prägnanz. Der fünfeckige skulpturale

Baukörper mit seiner außergewöhnlichen Glasfassade

faltet sich schmetterlingsförmig auf. Im Gebäude

gliederten die Architekten die drei wesentlichen inhaltlichen

Programmpunkte des Futuriums – Ausstellung,

Veranstaltung und Workshop – auf über 3.000 m 2

Fläche in drei große Raumschichten: Das „Forum“ mit

dem zentralen Foyer liegt im Erdgeschoss, die „Cloud“

beinhaltet die Dauerausstellung im Obergeschoss und

das „Futurium Lab“, das Labor mit Workshop-Angeboten,

befindet sich im Untergeschoss.

Eine kontrastierende Farb- und Materialsprache differenziert

diese drei Raumsphären zusätzlich. Das

Forum mit Foyer, Veranstaltungsflächen und Gastronomie

im Erdgeschoss ist als offener, lichtdurchfluteter

Ort der Zusammenkunft konzipiert. Ein heller

Terrazzoboden, seidenglänzend beschichtete Wände

in Reinweiß und eine hinterleuchtete Lichtdecke erzeugen

eine helle, einladende Atmosphäre.

Wer sich nach oben in die Ausstellung oder nach

unten ins Laboratorium begibt, wird von maximalem

Hell-Dunkel-Kontrast empfangen. Die Räume mit Höhen

von sechs bis elf Metern umfangen mit Dunkelgrau

auf Sichtbeton, schwarzem Gussasphaltboden

und ebenfalls schwarzen Metalldecken.


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113

kunstdesdämmens#2

Produkt News

Neben den großen in Schwarz und Weiß gestalteten

Räumen integriert das Konzept auch gezielt Farbeinschlüsse

im Gebäude. Die Treppenhäuser sind als unterschiedlich

farbige Transiträume ausgebildet und

kodiert – auch, um die Orientierung zu erleichtern.

Vollflächig finden sich hier strahlende Farbakzente in

Zitronengelb, Hellblau, Lichtmagenta oder Lichtgrün,

vornehm kontrastiert durch schwarze Treppengeländer

und dunkel gestrichene Treppenläufe.

Die Realisierung des Farbkonzepts erfolgte durch das

Malerunternehmen Bernhard Goldkuhle GmbH & Co.

KG aus Essen, das dafür Produkte aus dem Programm

vom Farbenspezialist Brillux verwendete.

Brillux Farben GmbH

T +43 732 370740-0

info@brillux.at

www.brillux.at

DIE

KUNST

DES

GUTEN ..

DAMMENS

Unsere Rohstoffe in

einem künstlerischen

Licht. Polystyrol-

Granulat und viel

Luft: daraus machen

wir den effizientesten

Dämmstoff und einen

Hidden Champion für

jeden Bau und seine

Menschen. Mehr unter:

kunstdesdämmens.at


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Foto: Koy+Winkel

Abgerundete Ecken

Das neue Gebäudeensemble NeuHouse in der südlichen Friedrichstadt in Berlin-

Kreuzberg vereint eines der letzten baulichen Zeugnisse des Klassizismus, einen

denkmalgeschützten Altbau von 1847/48 mit einem modernen Neubau. In drei

Jahren Bauzeit entstand dort das von Gewers & Pudewill Architekten geplante

neue Büro, Wohn- und Kreativquartier.

Für die Gebäudehülle des Neubaus wählten die Architekten

den sandsteinfarbenen Fassadenklinker

Edolo FKS von GIMA in einer Sondergröße von 490

mm Länge x 115 mm Breite x 52 mm Höhe. Die Farbe

korrespondiert dabei mit der rekonstruierten, verputzten

Stuckfassade des Altbaus, dessen einzelne

Farbschichten und Verzierungen von einem Denkmalpfleger

dokumentiert wurden. Wie hoch der Anteil des

Kohlegemischs und wie stark der Salzbrand am Ende

sein soll, entschieden die Planer in Zusammenarbeit

mit den Bauherren mithilfe von individuell angefertigten

Musterflächen auf der Baustelle.

Um einen Wassereintrag durch Schlagregen zu verhindern,

wurde das extreme Langformat mit Mörteltaschen

an den Köpfen ohne Mörtelfuge gestoßen und

mit einer nur ca. 10 mm breiten Lagerfuge ausgeführt.

Die Sonderformsteine für die elegant gerundeten

Ecken konnten ebenso wie diverse Klinkerfertigteile

im Werk in Marklkofen produziert werden. Sie verleihen

der monolithischen Kubatur einen dynamischen

und gleichzeitig verbindenden Charakter zur Umgebung.

Für eine mechanische Verbindung zwischen

Klinker und Beton wurden spezielle Fertigteil-Klinker

mit rückseitiger Schwalbenschwanzprofilierung produziert

und radial, linear sowie für Stürze ausgeführt.

Eine weitere Besonderheit der Fassadengestaltung

stellen darüber hinaus auch die sich wiederholenden

Öffnungen an den versetzten Fenstern und Loggien

dar. An der schmalen Südfassade dienen sie vor allem

als angenehmer Sonnenlichtfilter für den dahinterliegenden

Wohnraum.

GIMA Girnghuber GmbH

T +49 (0)8732 24-0

info@gima-ziegel.de

www.gima-ziegel.de


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115

Produkt News

Details am Dach

sicher abdichten

Die Ansprüche an die Abdichtung von Flachdächern

sind hoch und sehr komplex. Zum einen gilt es, eine

Lösung einzusetzen, die die häufig geometrisch

komplizierte Konstruktion mit all ihren Details nachhaltig

vor Feuchteeintrag schützt und Einflüssen wie

Wind, Regen, Schnee, Sonne sowie mechanischen

und thermischen Belastungen dauerhaft trotzt. Zum

anderen muss die Abdichtung so beschaffen sein,

dass sie selbst bei Materialübergängen nicht an ihre

Grenzen stößt. Flüssigkunststoff-Hersteller Triflex

hat sich genau diesen Herausforderungen verschrieben:

Der Experte verfügt über mehr als vierzig Jahre

Erfahrung in der Abdichtung von Flachdächern und

deren Details. Zahlreiche Beispiele aus der Baupraxis

belegen den Erfolg der Systeme auf Polymethylmethacrylat-Basis

(PMMA). Dazu tragen die Qualität der

Produkte, der umfassende Service sowie die Maßgabe,

die Verarbeitung ausschließlich geschulten und

zertifizierten Fachverarbeitern zu gewähren, entscheidend

bei.

Triflex GesmbH

T +43 (0)7667 21505

info@triflex.at

www.triflex.at

Andreas Jäger

Klimaexperte

Für den Klimaschutz

in Österreich:

CO 2

-Emissionen lassen

sich eindämmen.

Dank der hervorragenden

Dämmwirkung der Austrotherm

Dämmstoffe lassen sich nicht

nur die CO 2

- Emissionen deutlich

reduzieren, sondern auch die Heizund

Kühlenergiekosten. Nur einer

von vielen Beiträgen, den wir bei

Austrotherm für den Klimaschutz in

Österreich leisten. Heute und

auch morgen.

austrotherm.com

Gutes Klima. Gutes Leben.


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

Geriatriezentrum Donaustadt

Fotos: Christian Schellander, artboxx

Bauen für Gesundheit

Sto bietet für den Bereich Gesundheit und Pflege ein umfassendes Portfolio an

maßgeschneiderten Lösungen für Fassaden, Innenräume und spezielle Oberflächen,

die alle Anforderungen moderner Medizin und Pflegedienstleistung erfüllen.

Funktionelle Fassadenfarben – etwa die rasch rücktrocknende,

bionische Farbe StoColor Dryonic® –

bieten vielfältige Möglichkeiten bei der farblichen

Gestaltung und dauerhafte Farbbrillanz. Die Acrylatfarben

aus der StoColor Opticryl Familie sind nicht

nur einfach zu reinigen, durch ihre hohe Widerstandsund

Strapazierfähigkeit halten sie auch Flächendesinfektionsmitteln

stand und sind dekontaminierbar.

Oder die leitfähigen, fugenlosen Bodenbeschichtungen,

die oftmals in Labors erforderlich sind.

Aber auch die Arbeitsplatzgestaltung außerhalb der

medizinischen Räume muss im Gesundheitsbereich

hohe Anforderungen erfüllen, etwa an die Raumakustik.

Hier bietet Sto mit den fugenfreien StoSilent

Akustiksystemen und den nachträglich montierbaren

StoSilent Modular Deckensegeln eine breite Palette

an Möglichkeiten.

Die Wände und Böden in Tiefgaragen und Treppenhäuser

in den Gesundheitseinrichtungen erfordern

besondere Beachtung: Hochwertige Bodenbeschichtungen

von Sto beugen Rissbildung vor, halten den

Schub- und Abrieblasten von Kraftfahrzeugen stand

und sorgen für einen sicheren Grip durch rutschhemmende

Eigenschaften. Ähnliche Anforderungen gibt

es in Treppenhäusern: Starker Publikumsverkehr bedeutet,

dass Nässe und Salze über das Schuhwerk ins

Treppenhaus gelangen. Sto-Bodenbeschichtungen

für Verkehrsflächen halten der chemischen Reinigung

stand und sind sehr widerstandsfähig. Betonflächen

müssen außerdem farbig gekennzeichnet sein, um die

Besucherströme zu lenken – die große Farbtonvielfalt

ist dabei ein weiteres Plus.

Geriatriezentrum Donaustadt

Sto Ges.m.b.H.

T +43 4242 33 133-0

info.at@sto.com

www.sto.at


www.architektur-online.com

117

Produkt News

FUNKTIONSFÄHIGE

DACHABDICH-

TUNGEN:

SCHNELL, SICHER,

FACHGERECHT.

Neuer Rahmen,

neues Design

Deceuninck baut sein erfolgreiches Fensterprofilsystem Elegant

weiter aus und präsentiert sowohl einen neuen Rahmen

mit 84 mm Bautiefe sowie mit Elegant Grando ein neues Flügel-Design.

Entwickelt wurden die beiden jüngsten Innovationen

als Erweiterungen der iCOR-Plattform: Sowohl der neue

84 mm Rahmen als auch das neue Flügeldesign entstanden

aufgrund der Marktnachfrage nach einem bautiefen System

und traditionellen Anwendungsdesigns.

Elegant Grando präsentiert sich im traditionellen Look eines

PVC-Fensters. Mit dem ausgeprägten Überschlag fügt es sich

harmonisch in alle denkbaren Baustile ein und positioniert

sich so als Allrounder innerhalb der breiten Palette der Elegant

Designs.

In den neuen Rahmen mit 84 Bautiefe ist auch die thermische

Armierung Forthex integrierbar, wodurch auf eine Stahlarmierung

verzichtet werden kann. Ebenso lässt sich gemäß dem

iCOR-Prinzip der Rahmen mit dem Glasfaser-verstärkten Flügel

„Infinity“ kombinieren.

Inoutic/Deceuninck GmbH

T +49 (0)9422-8210-0

info@inoutic.com

www.deceuninck-elegant.de

Unsere Abdichtungssysteme aus Flüssigkunststoff

bieten nachhaltige Lösungen.

Sie haben ein geringes Flächengewicht, haften auf fast allen

Untergründen und sind auf Wurzel- und Rhizomfestigkeit

zertifiziert (FLL-Verfahren und DIN EN 13948). Selbst

komplizierte Details und Geometrien werden nahtlos

abgedichtet. Durch Einhaltung der anerkannten Regeln der

Technik bilden wir die beste Abdichtungsgrundlage für ein

dauerhaft sicheres Gründach. Projekte realisieren wir dabei

immer im erfolgreichen Zusammenspiel aus Planern, geschulten

Verarbeitungsbetrieben und unseren hochwertigen Produkten.

Das heißt für uns: Gemeinsam gelöst.


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Neue Linie für klimafittes Bauen

Lafarge Österreich setzt einen weiteren Meilenstein beim nachhaltigen Bauen mit

Beton und präsentiert die ECOPact Produktfamilie, die ein breites Angebot an

CO 2 -reduzierten Betonen umfasst.

Das Unternehmen hat diese in die Kategorien ECO-

Pact, ECOPact +, ECOPact Prime, ECOPact MAX

eingeteilt. Während ECOPact dank CO 2 -reduzierten

Zementen und optimierten Bindemittelgehalten

niedrigere CO 2 -Emissionswerte im Vergleich zu

Standardbetonen erreicht, punktet ECOPact + noch

zusätzlich mit der maximal zulässigen Zugabemenge

an rezyklierter Gesteinskörnung.

Mit einer CO 2 -Reduktion von 50-70 Prozent im Vergleich

zu einem Standardmix mit CEM I-Zement ist

ECOPact Prime ein technisch anspruchsvolleres Produkt,

das eine deutlich höhere CO 2 -Reduktion als die

marktüblichen Standardprodukte bietet. Mit ECO-

Pact MAX werden die technischen Möglichkeiten bis

zum Maximum ausgeschöpft und eine CO 2 -Reduktion

von mehr als 70 Prozent im Vergleich zu einem

Standardmix mit CEM I-Zement erreicht.

ECOPact wurde von HOLCIM entwickelt und wird

weltweit ausgerollt. Es ist das größte Angebot an

klimafreundlichen Betonen für eine hochleistungsfähige,

nachhaltige und zirkuläre Bauwirtschaft. Aufbauend

auf dem Erfolg in der Schweiz, Deutschland,

Frankreich sowie Nord- und Südamerika führen wir

ECOPact nun auch in Österreich ein,“ erläutert CEO

DI Berthold Kren. Für den kurzfristigen Launch von

ECOPact hat Lafarge in der österreichischen Organisation

mit der Perlmooser Beton GmbH, einem

100%-Unternehmen von HOLCIM, einen kongenialen

Partner. ECOPact und ECOPact + werden vorerst am

Wiener Markt angeboten. Das Angebot soll sukzessive

in Ost- und Südösterreich – auch mit anderen

Partnern – erweitert werden.

Gerald Gruber, Geschäftsführer der Perlmooser Beton

erwartet eine gute Resonanz bei Architekten,

Planern und Bauträgern. Schließlich ist ECOPact für

alle Bauteile im Hochbau geeignet: vom Fundament

über Außen- und Innenwände bis hin zu Treppenläufen

und Decken. Aber auch weitere Applikationen

sind technisch möglich. „Mit unserer neuen ECO-

Pact-Linie für Betone unterstützen wir die Pflicht

des klimafreundlichen Bauens und möchten unseren

Teil dazu beitragen, den CO 2 -Fußabdruck von Bauwerken

zu reduzieren.“

CEO DI Berthold Kren

Gerald Gruber, Geschäftsführer der Perlmooser Beton

Perlmooser Beton GmbH

T +43 1 760360

www.perlmooser.at

www.ecopact.at


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119

Produkt News

FASSADENPUTZE VON CAPATECT

für anspruchsvolle und kreative Oberflächen.

Fotos: Ing. Peter Meisner GmbH

Industrieboden für Werkstätte

Eine Werkstatt wie aus dem Lehrbuch präsentiert sich im

Autohaus Meisner GmbH im niederösterreichischen Ottenschlag.

Rund 300 Quadratmeter Boden im Herzstück des Unternehmens

wurden mit Produkten von Murexin saniert.

Die neue Bodenbeschichtung ist hoch mechanisch und chemisch

belastbar und eignet sich damit hervorragend für einen

begeh- und befahrbaren Werkstattboden. Zudem weist die

Beschichtung eine geschlossene Oberfläche auf, die leicht zu

reinigen und trittsicher ist. Bei der optischen Gestaltung entschied

sich der Bauherr für ein freundlich wirkendes Kieselgrau

im RAL-Farbton 7032 mit Einstreuchips in Schwarz und Weiß.

Verwendet wurden bei diesem Projekt die Produkte Epoxy

Imprägnierung Repol EP 1, Epoxy Grundierharz GH 50, Hoco

Estrichklammern, Quarzsand QS 98 und die Epoxy Beschichtung

EP 3 aus dem Murexin-Programm.

Murexin GmbH

T +43 (0)2622 27401-0

info@murexin.com

www.murexin.com

Bewährte österreichische Putzqualitäten von

Capatect:

Þ

Þ

Þ

Þ

Þ

CarboPor

Carbon-Technologie

SH-Strukturputze

silikonharzgebunden

SI-Strukturputze

silikatgebunden

KD-Strukturputze

kunstharzgebunden

MK-Strukturputze

mineralisch gebunden

u. v. m.

Capatect: Alles andere ist nur Fassade.

www.capatect.at


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Produkt News

Liv 90 x 90 cm quarzit

Versus Plus 60 x 60 cm taupe kombiniert

mit Mauerstein Gutshof bossiert

Liv29 60 x 40 cm nebel

© liv.at/nunofoto.com

Anspruchsvolle Terrassengestaltung

Sie heißen Dots29, Liv29, Dots, Liv, Versus, Versus Plus, Novum sowie Parello29

und sind Terrassenplatten, die vom burgenländischen Familienunternehmen Friedl

Steinwerke im Wetcast-Verfahren aus Hochleistungsbeton hergestellt werden.

Sie vereinen die Vorzüge des innovativen Werkstoffs

Beton, wie Frost- und Farbbeständigkeit, lang gleichbleibendes

Erscheinungsbild, ansprechende Farbgebung

und geringe Maßabweichungen mit einem modernen

bzw. naturnahen Erscheinungsbild.

Das Wetcast-Gussverfahren ermöglicht die Herstellung

besonderer Oberflächenstrukturen, zudem sind

diese Platten auch als Poolumrandung oder zur Stufenverkleidung

einsetzbar. Die Seitenflächen können

zusätzlich mit Viertelrundstab, Halbrundstab oder mit

gerader & gefaster Kante veredelt werden.

Platten mit „29“ im Produktnamen haben eine Plattenstärke

von nur 2,9 cm und eignen sich insbesondere für

die Balkon- und Dachterrassengestaltung im exklusiven

Wohnbau. Ein großzügiges Format von 80 x 40 cm

ist bei diesen schlanken Platten dennoch möglich.

Friedl Steinwerke GmbH

T +43 (0)2618 3208-0

weppersdorf@steinwerke.at

www.steinwerke.at

Liv29 80 x 40 cm nebel kombiniert

mit Mauerstein Gutshof bossiert


www.architektur-online.com

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Produkt News

Die Welle für Städteplaner

Dank ihrer Vielfältigkeit sorgen die innovativen SINUS Liegen

seit etlichen Jahren in vielen österreichischen Standorten für

Aufmerksamkeit und Wohlbefinden.

Die aus acht unterschiedlichen Elementen entstehenden Wellenlandschaften

fügen sich je nach Auflagen- und Unterkonstruktion

entweder gefällig in das Umfeld ein oder stechen

bewusst hervor, um optische Akzente zu setzen. Denn SINUS

kann nicht nur sehr ungewöhnliche Formen annehmen, auch

farblich ist das Sitz- und Liegesystem sehr flexibel: Die Auflagen

gibt es dafür in Acryl-Ausführung in verschiedenen Farben

– aber auch FSC® zertifiziertes Hartholz ist eine Option.

Für SINUS haben sich die Stadtmöbelentwickler von

STAUSBERG für eine Verbindung eines schlagfesten Kunststoffkerns

mit einer sehr harten Acryl-Oberfläche entschieden.

Schnee, Eis, Wasser, Streusalz – selbst Alkohol, Säuren oder

Laugen hinterlassen auf den Acrylauflagen von STAUSBERG

keine dauerhaften Spuren und der alltägliche Schmutz trocknet

einfach ab. Wer als Stadtplaner nicht unbedingt den klassisch-natürlichen

Look von Hartholz anstrebt, erzielt mit farbigen

Kunststoffvarianten ganz neue Effekte im Stadtbild. Die

Auswahl ist dabei außerordentlich groß und reicht von Weiß,

Moosgrün oder Rot bis hin zu Sonderfarben wie Titan, Onyx,

Saphir, Magnetit und Black Pearl.

Stausberg Stadtmöbel GmbH

T +43 (0)7258 5711

info@stausberg.at

www.stausberg.at

Jetzt klimafit

bauen mit Beton!

Unsere klimafreundliche

Betonlösung für eine

hochleistungsfähige,

nachhaltige und zirkuläre

Bauwirtschaft.

www.ecopact.at

www.perlmooser.at


architektur FACHMAGAZIN

122

Produkt News

Tradition, Landschaft,

Licht und See

Das elegante Wohndomizil eines Bauherrn am Ufer des Attersees,

entworfen von Architekt Erich Klinger aus Seewalchen, nimmt

gestalterisch Anleihen bei regionaltypischen Bootshäusern.


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Produkt News

Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war

die Grundstücksform und -größe. „Das Wohnhaus wurde

auf einer sehr kleinen T-förmigen Parzelle errichtet, welche

größtenteils nur sechs Meter breit ist. Erschwerend war

auch der Umstand, dass die hangseitige Gemeindestraße

das Erdgeschoss-Niveau sowie seeseitig die Hochwasserlinie

das Untergeschoss-Niveau fixierten. Trotz der beengten

Situation konnte der Grundrisswunsch des Bauherrn nach

einem vollwertigen Wohnhaus inklusive einer Garage und

einer Sauna umgesetzt werden“, erläutert Architekt Klinger

seinen Entwurf.

Das Untergeschoss inklusive der Decke wurde aus Beton errichtet,

der auch innen sichtbar bleibt. Das Obergeschoss besteht

aus einem Holzmassivbau mit senkrechter Lärchenschalung.

Die drei unterschiedlich geneigten Satteldächer erinnern

dabei an die aneinandergebauten Bootshäuser in Hallstatt.

Die Seeseite des Hauses wurde absolut offen gestaltet, während

sich der Rest des Hauses verschlossen zeigt. Die Fassaden

sind zur Straße und an die eng anliegenden Nachbarn

bis auf wenige blickdichte, aber lichtdurchlässige Glasflächen

geschlossen. Dafür öffnet sich der Bau großzügig zum See

hin und beiden Geschossen ist eine Terrasse vorgelagert.

Zeitlose Eleganz erfährt das exklusive Gebäude durch den

Einsatz einer modernen Holzlasur vom Perger Lasuren-Produzenten

Synthesa: Die gesamte Holzschalung ist mit

DANSKE Greywood beschichtet, einem umweltschonenden

Produkt, das für eine sanfte Grau-Optik und hohen UV-Schutz

sorgt. Es nimmt durch eine hochwertige Pigmentkombination

den Prozess der natürlichen Vergrauung gleichmäßig vorweg

und verleiht der Holzoberfläche damit eine langwährende Ursprünglichkeit.

Der Farbton „Island 02“ sorgt am Baukörper

für eine avantgardistische und zugleich organische Textur.

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H

T +43 (0)7262 560-0

office@synthesa.at

www.synthesa.at

Jahrzehntelange Erfahrung, Top-Qualität und leichte Anwendbarkeit

machen aus jeder Wand- und Deckenfläche

eine wandervoll glatte Sache. Weitere Infos zur Blauen

Linie finden Sie auf www.ardex.at

Einfach. EinfachER.

www.ardex.at


architektur FACHMAGAZIN

124

Produkt News

Fotos: Rieder Group / Ditz Fejer

Kommunikative Fassaden

Im modernen Stadtteil Wankdorf City in Bern befindet sich das visionäre Projekt

TRIO. Entstanden ist dort ein dreiteiliger Gebäudekomplex für neu gedachtes Wohnen,

Einkaufen, Arbeiten und Übernachten. Ein Teil des Komplexes ist das trendige

Moxy Hotel, bei dessen Fassade formparts von Rieder zum Einsatz gekommen sind.

Die vorgesetzte Fassade aus Glasfaserbeton dient als

verbindendes Element zu den Gebäuden I und II mit

tragenden Betonstrukturen als Außenhülle. Besonders

beeindruckend ist die Länge der formparts. Das

längste jemals bei Rieder hergestellte Formteil mit

annähernd fünf Metern wurde hier verbaut. Für die

kontrastierende Gitterstruktur als Hotelfassade kamen

1.963 Stück formparts in silvergrey zum Einsatz.

Rieder Sales GmbH

T +43 (0)6542 690-844

office@rieder.cc

www.rieder.cc

Die gebogenen Elemente kommen durch ihr geringes

Gewicht sowie ihre hohen Spannweiten mit weniger

Unterkonstruktion als vergleichbare Produkte aus

Beton aus. Das für Beton charakteristische Oberflächenbild

kann bei den Fassadenprodukten von Rieder

maßgeschneidert hinsichtlich Farbe, Oberflächenausprägung

und Textur ausgearbeitet werden. So entstehen

nicht nur technische Vorteile, sondern auch gestalterische

Vorzüge. Eine breite Auswahl an Formen

und Farben sowie die Flexibilität bei der Realisierung

von konkreten Architektur-Konzepten machen Rieder

zum beliebten Partner bei der Umsetzung unterschiedlichster

Design-Ansätze für moderne Gebäude

mit Fassaden aus Beton.


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Produkt News

360° Dämmkompetenz

Der barrierefreie Neubau Annahof in

Kirchdorf bietet mit derzeit drei mehrgeschossigen

Wohnhäusern mit insgesamt

33 Wohnungen neuen Lebensraum nach

modernsten Maßstäben. Bei der Wärmedämmung

setzte man dort auf das

Komplett-Know-how von Dämmstoff-Profi

Steinbacher. So sorgen 1.650 m² der

grauen und geschlitzten EPS-F plus

Dämmplatte für eine perfekt gedämmte

Fassade. Im Keller-Sockel-Bereich kam

die bewährte steinodur® PSN zum Einsatz

und als Fußbodendämmung wurden

trittschall- und wärmedämmende Tackerfaltplatten

verwendet. Im Haustechnik-Segment

überzeugte der Abfluss-Isolierschlauch

steinoflex® 405 R mit neuer

innenliegender Riffelstruktur, die das Aufziehen

auf Rohre extrem erleichtert.

Das Flachdach des Annahofs wurde als

Duodach umgesetzt, eine Kombination

aus Warmdach und Umkehrdach.

Als Grund- und Gefälleplatten für den

Warmdach-Aufbau lieferte Steinbacher

1.400 m² graue Dämmplatten mit Infrarotreflektoren,

deren Dämmwirkung um

25 % stärker ist als die von herkömmlichem,

weißem Styropor. Darüber hinaus

brillieren im Terrassenbereich mehr als

500 m² steinothan® Grund- und Gefälledämmplatten

aus Polyurethan (PU).

Dieses Hochleistungsprodukt verfügt

über die beste Dämmwirkung unter den

gebräuchlichen Dämmstoffen und macht

so extrem dünne Bauteil-Ausführungen

und konkurrenzlos schlanke Aufbauten

möglich.

Steinbacher Dämmstoff GmbH

T +43 (0)5352 700-0

office@steinbacher.at

www.steinbacher.at


architektur FACHMAGAZIN

126

Produkt News

Fotos: Weissengruber Fotografie

Urbanes Wohngefühl

Mit der Anforderung ein Gebäude mit der Anmutung eines bürgerlichen Stadthauses

zu entwerfen, entstand in einer zweijährigen Bauphase ein Neubauprojekt in Sulz

in Vorarlberg. Das „Haus am Winzersteig“ wurde von der Inside96 GmbH in Auftrag

gegeben und vom architektur.terminal hackl und klammer aus Röthis geplant.

Neben einer Unterkellerung und einer Tiefgarage

sollte auf Wunsch der Bauherren ein Aufbau in

Massivbauweise erfolgen. Die Wahl fiel auf ein Einstein-Poroton-Mauerwerk.

Durch diese sogenannte

monolithische Bauweise wurde die Fassade mit einem

natürlichen und ökologischen Aspekt ausgeführt. Das

fehlende Vordach und die unterschiedlichen Witterungsverhältnisse

erforderten auch bei den Außenanschlüssen

und Fensterbänken spezielle Lösungen.

Bei den Mauerarbeiten kam der hochporosierte Ziegel

„Wienerberger Porotherm“ mit einer Stärke von 50

cm zum Einsatz. Er übernimmt die Wärmedämmungswirkung

für das Gebäude. Beim Aufbau der Fassade

wurde zuerst der Unterputz RÖFIX 866 in einer Stärke

von 20 mm aufgetragen. Dieser reguliert den Wasserhaushalt,

speichert Wärme und sorgt für Schutz vor

Schall, Feuchtigkeit oder Hitze.

Die zweite Schicht, eine vollflächige Gewebespachtelung

mit dem RÖFIX 58, komplettiert ein funktionsfähiges

System und beugt unter anderem der

Rissbildung vor. Aus einer Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten

für den Oberputz wurde der RÖFIX

Designputz ausgewählt. Dieser wurde als Besenstrich

und einer Dicke zwischen zwei bis vier Millimeter

ausgeführt. Der abschließende Fassaden-Anstrich

erfolgte mit einer PE 229 SOL-Silikatfarbe

– einer mineralischen dampfdiffusionsoffenen Farbe.

Für den einfachen Einbau der Fensterbänke kam das

SOL-PAD System mit Fensterbankdämmelement und

Anputzleistensystem zum Einsatz. Zum Schutz vor

äußeren Witterungseinflüssen wurden die Bereiche

des Fensters und des Sockels mit der Dichtspachtelmasse

RÖFIX OPTIFLEX® 1K abgedichtet.

Tipp: Eine beeindruckende 360 Grad Tour von Gebäude

ist unter https://insights.roefix.at abrufbar.

RÖFIX AG

T +43 (0) 5522 41646-0

office.roethis@roefix.com

www.roefix.com


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127

Produkt News

Großartig Planen

– bis ins Detail

BIM-Planungssoftware von GRAPHISOFT legt ihren Fokus auf Optimierungen für

noch präziseres Arbeiten, Kollaboration und Integrale Zusammenarbeit. Mit Archicad

25, verfügbar seit dem 8. Juli 2021, setzt GRAPHISOFT auf eine stetige Evolution

durch Optimierung und die zielgerichtete Erweiterung wichtiger Funktionen.

Die neue Version vereinfacht vor allem die

integrale Zusammenarbeit mit den eingebundenen

Fachplanenden und wird durch

eine Vielzahl von Kundenwünschen ergänzt,

die in die aktuelle Edition eingeflossen sind.

Dabei steht nicht die Revolution des Planens

im Fokus, sondern die kontinuierliche

Anpassung auf sich verändernde Anforderungen

der Anwender.

So unterstützt Archicad 25 nun etwa stärker

im Entwurf und bei der Ausführungsplanung

normgerechter Treppenkonstruktionen.

Im Bereich der Schlitz- und Durchbruchsplanung

ermöglicht das ergänzte Öffnungs-Werkzeug

neben den Grundformen

Rechteck und Kreis nun zusätzlich jede freie

polygonale Form.

Für eine noch präzisere Mengenermittlung

berechnet die Software für die mehrschichtigen

Bauteile Wände, Decken und Dächer

nun jede Schicht im Bauteil separat und mit

drei Werten.

Planungsmodelle lassen sich nun bidirektional

zwischen Archicad und der Modellprüfsoftware

Solibri austauschen. Änderungen

werden per Aktualisierung direkt

in Solibri übernommen; die spezifische Modellansicht

in Solibri wird wiederum direkt

in Archicad und inklusive aller gewählter

Elemente eingespielt.

Und auch der Workflow zwischen der

BIM-Software Revit und Archicad ist jetzt

nochmals einfacher sowie konsistenter

möglich. Über eine fest in Archicad 25 integrierte

Schnittstelle können RFA-Familien

(Revit-Objektdateien) eingelesen und in

GDL-Objekte (Archicad-Objektdateien) umgewandelt

werden.

Über das offene SAF-Austauschformat

(Structural Analysis Format) arbeiten die

Architektur- und Tragwerksplanung in

Archicad 25 eng zusammen. In den Tragwerksplanungsbüros

etablierte Statik-Lösungen,

z.B. FRILO, SCIA Engineer, AxisVM

oder Dlubal, erleichtern die integralen Arbeitsprozesse

der Fachplanungen über das

SAF-Dateiformat. Archicad unterstützt als

BIM-Planungssoftware SAF vollumfänglich

und kann jede SAF-Version importieren sowie

exportieren.

Und auch bei Plandarstellungen und Visualisierungen

wartet Archicad 25 mit einer

Fülle von Neuerungen auf: Auf Ansichten

und Schnitten sorgen neue Texturen und

Schatten für eine maximal plastische Darstellung

und ein attraktives Schattenspiel

im Plan. Weiteres Feature: Oberflächen sind

mit dem integrierten Schraffur-Werkzeug

schnell eingefügt. Grafische Überschreibungen

in Archicad 25 bieten bei Bauteilen

gleicher Eigenschaften alle Freiheiten: Die

Hintergrundfarbe von 2D-Schraffuren und

3D-Oberflächen ist komplett variabel mit

jeder erdenklichen Farbe möglich. Hinzu

kommt der integrierte BIMx-Viewer, der das

Betrachten des Modells in Echtzeit erlaubt

und sich in der mobilen App-Version bereits

großer Beliebtheit erfreut. Er ist in Archicad

25 als leistungsstarke Desktop-App schon

vorinstalliert und ermöglicht beeindruckende

Rundgänge durch das Architekturmodell

– ebenfalls in Echtzeit und absolut flüssig in

den Abläufen.

GRAPHISOFT Deutschland GmbH

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at


architektur FACHMAGAZIN

128

edv

Besser aussparen mit BIM

Die Planung von Schlitzen und Durchbrüchen setzt eine intensive Kommunikation

zwischen Architekt, Tragwerks- und TGA-Planer voraus. Welche

Werkzeuge bieten CAD- und BIM-Programme?

Text: Marian Behaneck

Obwohl sie eher unscheinbar und keine

Bauteile im eigentlichen Sinn sind, haben

sie es in sich: Aussparungen wie Schlitze,

Durchbrüche, Kanäle oder Nischen in Wänden,

Böden oder Decken, die der Aufnahme

oder Durchführung haustechnischer Leitungen

dienen. Weil sie Architekten, Tragwerksund

TGA-Planer gleichermaßen betreffen,

häufig mit deren Interessen kollidieren und

zusätzlich schall-, wärme- und brandschutztechnische

Auswirkungen haben, gehören

Aussparungen zu den anspruchsvollsten

und fehleranfälligsten Planungsobjekten.

Eine möglichst kollisionsfreie Planung, Änderung

und Ausführung von Aussparungen

stellen daher große Anforderungen an Planer

und deren Werkzeuge.

Aussparungsplanung in 2D

„Dumme“ Schlitze und Durchbrüche sind in

der herkömmlichen 2D-CAD-Planung einfache,

aus Linien, Schraffuren, einer Beschriftung

und Bemaßung bestehende Symbole,

ohne Bezug zum zugehörigen Bauteil. Wird

die Position oder Dimension einer Wand

oder Decke geändert, muss auch das Aussparungssymbol

manuell angepasst werden.

Bei „smarten“ Aussparungssymbolen

ist die Position einer Aussparung an die ihres

zugeordneten Elements gekoppelt und

verschiebt sich bei einer Positionsänderung

automatisch mit. Beschriftungen und

Bemaßungen, wie die Art der Aussparung,

Breite, Tiefe, Höhe, der Durchmesser, UK/

OK-Position, Eckabstand etc. müssen bei

Änderungen allerdings meist manuell angepasst

werden. Einige CAD-Programme

ermöglichen auch eine tabellarische Auflistung

aller Aussparungen, wahlweise sortiert

nach Geschossen/Räumen, der Position,

Aussparungsart oder den Abmessungen.

Trotz einheitlicher Vorgaben zur Darstellung

von Aussparungen gemäß ÖNORM A

6240-2 bzw. DIN 1356-1 kommt es immer

wieder zu Fehlern und Missverständnissen

Eine komplexe Architektur- und Installationsplanung erfordert eine intensive Abstimmung

aller Beteiligten bei der Aussparungsplanung. © Autodesk

in Bezug auf die Art, Position und Abmessung.

Das hat verschiedene Gründe: Aussparungen

werden in den Fachplänen meist

manuell übernommen (nachgezeichnet).

Die Norm-Aussparungssymbolik wird außerdem

entweder nicht berücksichtigt oder

individuell angepasst, sodass es zu Fehlinterpretationen

kommt. Ferner werden Aussparungen

meist nur im 2D-Grundrissplan

eingetragen, ohne Kontrolle in der dritten

Dimension, Höhenangaben werden nicht

geometrisch überprüft etc.

Abstimmung per „Plan-Pingpong“

Aussparungen werden meist vom TGA-Planer

definiert und müssen vom Architekt und

Tragwerksplaner genehmigt werden. Das

führt unter Umständen zu einem mehrmaligen

Austausch von Papierplänen, PDF- oder

DXF-Dateien, in denen die Aussparungen

idealerweise farblich markiert sind. Anhand

dieser Vorlagen prüfen der Architekt und

Tragwerksplaner die Aussparungen, geben

sie frei oder lehnen sie mit einem Kommentar

ab und senden die Pläne zurück an den

TGA-Planer. Pläne oder Dateien werden so

lange zwischen den Planungsbeteiligten

hin- und hergesandt, bis alle mit der Aussparungsplanung

einverstanden sind. Rückfragen

werden telefonisch oder per E-Mail

geklärt. Das setzt aber ein gutes räumliches

Vorstellungsvermögen und eine präzise

verbale Problembeschreibung des Besprechungsgegenstandes

voraus, sonst entstehen

Missverständnisse. Besonders herausfordernd

sind Planungsänderungen: Werden

Architekturbauteile oder das Tragwerk modifiziert,

die Trassierung, Anzahl oder Dimension

von Leitungen geändert, entstehen

häufig Probleme, weil Aussparungen nicht

korrekt und nicht von allen Planungspartnern

an die neuen Gegebenheiten angepasst

und alle Folgeänderungen berücksichtigt

werden. Das führt zu Planungsfehlern und

auf der Baustelle zu nachträglichen Stemmoder

Fräsarbeiten oder zu aufwendigen Neutrassierungen,

wenn die Architektur oder

Statik keine anderen Möglichkeiten zulässt.


www.architektur-online.com

129

edv

Ein wesentlicher Vorteil der 3D Schlitz- und Durchbruchplanung

ist die sofortige visuelle Kontrolle. © Graphisoft

Für die rationelle 2D- und 3D-Planung von Schlitzen und polygonalen Durchbrüchen

bieten CAD- und BIM-Planungswerkzeuge zahlreiche Funktionen und Automatismen.

© MagiCAD Group

Besser aussparen mit BIM

Die Aussparungsplanung am BIM-Modell

ist etwas aufwendiger als im 2D-Plan, bietet

aber viele Vorteile: Schlitze oder Durchbrüche

in Wand, Boden oder Decke werden

dreidimensional dargestellt, so dass viele

räumliche Missverständnisse erst gar nicht

entstehen und Fehler eher erkannt werden.

Eingefügt werden Aussparungen manuell

oder automatisch. Nach der Definition der

Parameter (Art, Form, Abmessungen, UK/

OK, Abstände etc.) werden sie manuell

platziert oder durch Anklicken der Leitung

und des betroffenen Bauteils automatisch

erzeugt. Alternativ können Aussparungen

auch für ausgewählte oder alle Leitungen

und Bauteile im aktuellen Grundriss quasi

per Mausklick generiert werden. Die dafür

notwendigen Informationen entnimmt das

Programm der Gebäude- und Leitungsgeometrie,

den Bauteil- und Leitungsattributen

sowie den zuvor definierten Aussparungs-Parametern.

Damit kann man

beispielsweise den notwendigen Freiraum

für eine Leitung mit oder ohne Dämmung

definieren oder ab wann zwei neben- oder

übereinander liegende Aussparungen zu

einer zusammengefasst werden. Sind die

Aussparungsparameter korrekt eingestellt,

funktioniert das sehr zuverlässig, sollte

aber für jede Aussparung überprüft und gegebenenfalls

manuell korrigiert werden. Die

Aussparungen werden BIM- und IFC-konform

als dreidimensionale Abzugskörper

(Provision for Void) generiert und in der

2D-Planausgabe als normgerechte Aussparungssymbole

dargestellt.

u

Stimmen alle Voreinstellungen, werden

Schlitze und Durchbrüche für eine Leitung,

einen Bereich oder den gesamten Grundriss

automatisch und korrekt generiert.

© Data Design System


architektur FACHMAGAZIN

130

edv

Öffnungen lassen sich für jede Bauteilschicht separat

ermitteln, so dass diese je nach Gewerk regelkonform

abgezogen werden können. © Graphisoft

Schlitze und Durchbrüche können innerhalb von closed oder openBIM-Prozessen vor

der Übergabe an Planungsbeteiligte gewerkspezifisch visualisiert und auf Kollisionen

überprüft werden. © Formitas

Vorteile bei Änderungen

Aussparungen kennen ihre Eigenschaften

und sind mit den zugehörigen BIM-Bauteilen

verknüpft. Dadurch können sie sich bei Änderungen

– etwa der Wand- oder Deckendicke,

der Verschiebung von Wänden oder bei

Änderungen der Leitungsdimension – automatisch

anpassen. Auch wenn zusätzliche

Leitungen, Rohre oder Kanäle hinzugefügt

oder vorhandene entfernt werden, passen

sich die Aussparungen selbstständig an. Darüber

hinaus werden Konflikte, Bauteil- oder

Leitungskollisionen gemeldet und können

individuell beseitigt werden. Insbesondere

bei großen Projekten mit mehreren hundert

Aussparungen sparen diese Automatismen

viel Zeit. Allerdings sollten die Ergebnisse

stets verifiziert werden. Die integrierte Berechnung

des Brutto- und Nettovolumens

der Aussparung ermöglicht einen schnellen

Überblick über die zu verfüllenden Volumina

der einzelnen Durchbrüche. Dadurch erhält

der Planer mehr Sicherheit bei der Abschätzung

des Aufwands brandschutztechnischer

Maßnahmen und der Kosten. Auch für die

Mengenermittlung bei mehrschichtigen Bauteilen

bietet BIM Vorteile: Öffnungen lassen

sich für jede Bauteilschicht separat ermitteln,

so dass diese je nach Gewerk regelkonform

(Werkvertragsnorm, VOB etc.) abgezogen

werden können. Außerdem können

Aussparungspläne für jedes Gewerk separat

ausgegeben werden. Anhand des Wandtyps

und der Feuerschutzklasse ist eine Auswertung

in Form von Stücklisten und Reporten

möglich, beispielsweise nach STLB Bau, Gewerken

oder Brandschutzklassen.

Digitale Aussparungs-Manager

Für die Übergabe und Abstimmung der

Aussparungsplanung werden von einigen

Anbietern von Architektur- und TGA-CAD

inzwischen spezielle Lösungen offeriert,

beispielsweise der Auxalia Revit Openings

Transfer, der liNear Void Manager, der MagiCAD

Durchbruchsmanager oder der Stabiplan

Openings Manager. Installiert der

Architekt oder Tragwerksplaner diese in

der Regel kostenlosen Plugins in seine jeweilige

BIM-Autorensoftware (beispielsweise

Allplan, ArchiCAD, Revit etc.) kann er die

Aussparungsvorschläge des TGA-Fachplaners

anzeigen lassen und prüfen, einzelne

oder mehrere freigeben oder ablehnen und

mit entsprechenden Kommentaren oder Alternativvorschlägen

versehen. Bauteile, die

keine Aussparungen erhalten dürfen, lassen

sich schützen. Mit den Projektpartnern

zu besprechende Aussparungen können

per Screenshot „fotografiert“, mit Hinweispfeilen

ergänzt und an die Kommentare angehängt

werden. Die Aussparungs-Reports

werden anschließend untereinander so lange

ausgetauscht, bis alle mit der Planung

Aussparungs-Manager vereinfachen die Übergabe

und Abstimmung mit den Planungspartnern. © liNear

Sind die Aussparungen von allen Partnern akzeptiert, werden sie

per IFC-Schnittstelle exportiert und übergeben. © liNear


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edv

einverstanden sind. Danach werden die

Aussparungen als Abzugskörper ausgegeben,

die anschließend über das IFC-Austauschformat

in das CAD/BIM-Programm

des Architekten oder Tragwerksplaners importiert

und übernommen werden können.

Eventuelle Unstimmigkeiten – etwa wenn

die Größe oder Position einer Aussparung

oder des entsprechenden Architekturbauteils

geändert oder entfernt wurden – werden

dem Anwender angezeigt.

Nachrichtenaustausch per BCF

Ausgetauscht werden die Aussparungs-Reports

über das Nachrichten-Austauschformat

BIM Collaboration Format (BCF,

siehe auch architektur 3/21: Gelbe Zettel

für BIM-Modelle). BCF basiert auf dem textbasierten,

für die Darstellung hierarchisch

strukturierter Daten konzipierten XML-Datenformat.

BCF ist ein offener, herstellerneutraler

openBIM-Datenstandard für Kommentare,

Anfragen, Kollisionsberichte oder

allgemeine Informationen zu BIM-Modellen.

In einer BCF-Datei sind alle Nachrichten

gespeichert, die eine BIM-Software über

Problembereiche informieren, die in einer

anderen BIM-Software gefunden wurden.

Dadurch lassen sich bei der Planung von

Aussparungen erkannte Probleme und Kollisionen

schneller und effizienter gemeinsam

besprechen und lösen sowie Korrekturund

Koordinationsabläufe vereinfachen.

BCF erkennt, welche Bearbeiter, Programme,

Bauteile oder Elemente an einem Problem

beteiligt sind. Erstellt der Bearbeiter

einen Screenshot eines Kollisionspunktes

und versendet er ihn als BCF-Datei an einen

beteiligten Projektpartner, erhält dieser

in seinem Programm die BCF-Nachricht mit

exakt der gleichen Ansicht des Problems.

Anhand einer Identifikationsnummer kann

Aussparungen (roter Platzhalter) können akzeptiert oder abgelehnt, Problembereiche kommentiert

und grafisch oder anhand von Screenshots erläutert werden. © liNear

man nachverfolgen, wer, welches Problem,

wann gemeldet hat, welche Probleme noch

ungelöst sind und welche bereits behoben

wurden. Die Aussparungsplanung ist sowohl

im Rahmen von closed BIM- als auch

open BIM-Projekten möglich. Bei open

BIM-Workflows wird eine IFC-Datei mit allen

Aussparungsplatzhaltern erzeugt, die in die

Projektplanung des Architekten und Tragwerksplaners

eingefügt werden können.

Fazit: Vertrauen ist gut,

Kontrolle ist besser

Die Aussparungsplanung ist ein wichtiger

Aspekt der kollaborativen Projektplanung

und spielt im Planungsalltag eine bedeutende

Rolle. Die BIM-Planungsmethode

bietet gegenüber der herkömmlichen Ar-

beitsweise viele Vorteile: Aussparungen

werden am BIM-Modell dreidimensional

geplant, was visuelle Kontrollen ermöglicht.

Aussparungen werden aus den Modell- und

Leitungsdaten automatisch generiert, was

Zeit spart. Die Höhenlage der Aussparung

wird berechnet, Aussparungen werden

automatisch beschriftet und bemaßt etc.

Wesentlich einfacher und weniger fehlerbehaftet

sind auch Planungsänderungen

und Abstimmungsabläufe. Digitale Aussparungs-Manager

vereinfachen zudem die

Übergabe und Abstimmung mit Planungspartnern.

All dies trägt zu einer Vereinfachung

und Qualitätsverbesserung bei der

Aussparungsplanung bei, entbindet die Planungsbeteiligten

aber nicht von Kontrollen

und Plausibilitäts-Checks.


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132

edv

Digital in eine erfolgreiche Zukunft

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macht? Und das man von überall auf der

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Neues Jahresrelease

In der neuesten Version von Abis AVA stehen die

Schwerpunkte ÖNorm A2063:2021 und BIM im Fokus.

So wird das neueste Schema der aktuellen

ÖNorm A2063 bereits vollständig unterstützt und

auch die komplette Umsetzung des neuen, zweiten

Teils dieser Norm, welcher BIM in der AVA erstmals

regelt, erfolgt im Laufe der nächsten Monate. Die

Möglichkeiten der mit IFC verknüpfbaren Elemente

wurden stetig erweitert, so steht nun etwa auch eine

grafische Definition der Einlese-Konfiguration zur

Verfügung. Das neu entwickelte Modul Mengenberechnung

ersetzt das bewährte Bestandsmodul desselben

Namens und enthält bereits einige neue Möglichkeiten,

die das Arbeiten mit BIM vereinfachen.

Auf vielfachen Kundenwunsch wurde auch der Datenaustausch

nach GAEB 90 und GAEB 2000 zusätzlich

zu dem bereits vorher vorhandenen GAEB XML

in das Programm eingebaut. Im Zuge dieser Entwicklung

konnten auch viele Flexibilisierungen für die

Ausdruckmöglichkeiten realisiert werden.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurde auch eine

runderneuerte Version des Programms SiGe-Plan/

Baukoordination veröffentlicht. Das Interface ist

gemäß dem neuen Standard des AVA Programms

überarbeitet und modernisiert, es wurden zahlreiche

neue Funktionen integriert und auch alle Vorlagen

überarbeitet. So finden sich neben Vorlagen zu

Deckblättern, Baustellenordnungen und anderen relevanten

Dokumenten etwa auch die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen

und aktualisierte Referenzen

auf die Baumappe der AUVA.

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