Liebe Schwestern! - Föderation

barmherzige.schwestern.foederation.org

Liebe Schwestern! - Föderation

Zeitschrift der Föderation

Vinzentinischer Frauengemeinschaften

Nr. 1

Januar | Februar | März 2012


Inhalt

Inhalt

3 Vorwort

4 Geistliches Wort: „Immer weiter!“

6 Aus der Föderation:

Gäste aus dem Pariser Mutterhaus kamen

zur Tagung in Straßburg

7 Junge Schwestern gemeinsam in Paris

8 Noviziatsschulung: „Er führt mich hinaus ins Weite“

10 „heute“:

Ein Instrument des Austauschs

10 Steckbrief: Schwester Lindalvo Justo de Oliviera

11 Statement:

Barmherzige Schwestern geben Antwort

12 Bildbetrachtung:

„Die Liebe Christi, des Gekreuzigten, drängt uns.“

14 Innsbruck – Region Tansania:

Neue Regionalleitung

16 Bildmeditation:

Begegnungszeichen mit Gott

18 Innsbruck – Meran / TdCL Graz:

Neue Provinzleitung

18 Neue Provinz der Töchter der Christlichen Liebe

19 Freiburg:

Bleibende Eindrücke vom Besuch des Papstes

22 Ein Gebetsweg – gemeinsam mit anderen

Gemeinschaften

24 Fulda: Heimatgefühle wurden wach: Jährliches

Treffen der indischen Schwestern

27 „Weil DU in unseren Herzen wohnst“

29 Untermarchtal:

Weltjugendtag mit vinzentinischem Jugendtreffen

31 Literaturtipp: Das Ruhegebet einüben

31 Impressum

32 Die letzte Seite: Brücke

2

Unser Titelbild:

Die hl. Luise teilt das Brot

für den Leib und die Seele

aus (Darstellung aus dem

Mutterhaus Untermarchtal;

Foto: Superior Briemle).


Liebe Leserinnen und Leser!

„Für das Vergangene

Dank. Für das kommende

Ja.“ Dieses Wort von Dag

Hammarskjöld werden nicht

wenige von uns um die

Jahreswende herum gehört

oder vielleicht selbst auf eine

Karte mit guten Wünschen

geschrieben haben.

„Für das Vergangene

Dank. Für das kommende

Ja.“ Das gilt in besonderer

Weise für unsere Zeitschrift

– das heute. Nach 16 Jahren

wertvoller Arbeit mit

Herzblut und Engagement

hat Herr Superior Kurzschenkel

die Verantwortung

für die Zeitschrift abgegeben.

Im Rahmen der Föderationstagung

in Straßburg

sprach ihm Sr. M. Cäcilie

im Rahmen der Föderation

dafür einen herzlichen Dank

aus und auch an dieser Stelle

sprechen wir, stellvertretend

für alle Leser/innen, ein

herzliches „Vergelt’s Gott!“

aus.

Der Föderationsrat

hat auch über das weitere

Vorgehen entschieden: Ab

dieser Ausgabe werden

wir, Schwester M. Veronika

Häusler, Föderationsreferentin

und aus dem Mutterhaus

Augsburg, sowie Wolfgang

Dausch, Öffentlichkeitsreferent

im Mutterhaus München

und Diakon, gemein-

sam die Redaktion betreuen.

Dabei können wir, wie es

auch in den vergangenen

Jahren der Fall war, auf ein

engagiertes und kreatives

Team von Korrespondentinnen

zählen. Durch die

Repräsentanz der einzelnen

Gemeinschaften wird sichergestellt,

dass das Leben der

Föderation in seiner ganzen

Buntheit Niederschlag im

heute findet. Die Namen der

Korrespondentinnen finden

Sie im Impressum aufgelistet.

Das äußere Kleid unserer

Zeitschrift verändert sich ein

wenig, da die Layoutgestaltung

künftig von Don Bosco

Medien übernommen wird.

Was für das Äußere gilt, gilt

gleichermaßen auch für den

Inhalt: Wir haben bei der

Redaktionskonferenz versucht,

möglichst Vieles vom

Bewährten zu bewahren und

uns doch für ein paar neue

Akzente entschieden: Es

wird ein Jahresthema geben.

Für das Jahr 2012 lautet dies:

„Einen neuen Aufbruch

wagen.“

In den kommenden Ausgaben

sind folgende Themenbereiche

vorgesehen:

Unsere Spiritualität

Das Geistliche Wort und

die Bildmeditationen wird

3

Sr. M. Veronika Häusler

Wolfgang Dausch

Vorwort

es weiter geben; neu dazukommen

werden Steckbriefe

der neueren vinzentinischen

Heiligen/Seligen.

Unser Leben

Hier finden Lebensgeschichten

und Schwesternportraits


Vorwort

ihren Platz. Ebenso in diesen

Bereich fallen Berichte über

Professablegungen/ Noviziatsschulung/

Sabbatzeit

u.ä. Geplant sind Statements

einzelner Schwestern: „Was

ist vinzentinisch in meinem

Leben?“

Unsere Sendung

In diesem Bereich sollen Berichte

über Projekte in den

Kongregationen und ihren

Einrichtungen Raum finden.

Unsere Geschichte

Beiträge zur Geschichte der

Kongregationen/ Provinzen

werden auch weiterhin eine

wertvolle Bereicherung sein.

Literaturtipps

Neu werden wir Hinweise

zu lesenswerten Büchern zu

spirituellen Themen sowie

aktuelle Informationen zur

vinzentinischen Forschung

im heute aufnehmen.

Inzwischen hat das heute

in puncto Informationsvermittlung

ja auf Ebene der

Föderation Unterstützung

bekommen: Die technischen

Möglichkeiten, die uns über

das Internet zur Verfügung

stehen, erlauben uns, manches

Interessante unmittelbar

zu veröffentlichen. Wer

also die Möglichkeit hat,

ist herzlich eingeladen, die

Föderation auf der Homepagewww.barmherzigeschwestern-foederation.org

zu besuchen.

Zudem wird ca. zweimonatlich

ein Newsletter mit

aktuellen Informationen und

Terminen der Föderation

herausgegeben, der an alle

Gemeinschaften per E-Mail

versandt wird. Dieser Newsletter

erscheint in den Sprachen

Deutsch und Englisch,

damit auch die Schwestern

in Asien, Afrika und Lateinamerika

besser Zugang zu

den Inhalten haben. Diese

Frage ist für das heute noch

nicht geklärt – auch da wird

es sicher noch weitere Entwicklungen

geben.

Wer über einen E-Mail-

Zugang verfügt und Interesse

am Newsletter hat, kann

das gern mitteilen

(srveronika@gmx.de).

Trotz all dieser neuen

Kommunikationskanäle

bleibt das heute doch für

viele von uns das wichtigste

Kontaktmedium. Deshalb

werden wir uns nach

Kräften bemühen, es auch

weiterhin so informativ und

interessant wie möglich zu

gestalten. Für Anregungen

und Ideen von Ihrer Seite

sind wir immer dankbar und

freuen uns auf Rückmeldungen

zum neuen heute!

In diesem Sinn: „Für das

Vergangene Dank. Für das

kommende Ja.“

Sr. M. Veronika Häusler,

Wolfgang Dausch

4

Sr. M. Theodolinde Mehltretter,

Generaloberin in München

Liebe

Schwestern!

„ ,Immer weiter!‘ sagst du

zu uns in allen Kurven des

Evangeliums. Um die Richtung

auf dich zu behalten,

müssen wir immer weiter

gehen. Du hast dir für uns

ein seltsames Gleichgewicht

ausgedacht, ein Gleichgewicht,

in das man nicht

hineinkommt und das man

nicht halten kann, es sei

denn in der Bewegung, im

schwungvollen Voran.

Wir können uns nur aufrecht

halten, wenn wir weiter

gehen, wenn wir uns hinein

geben in den Schwung der

Liebe. Für uns spielt das

Abenteuer deiner Gnade.“

Mit diesen Worten von

Madeleine Delbrêl lenken

wir unseren Blick in die Zukunft,

mit dem Programm:

Der Mensch – die Mitte der


Welt; Gott – die Mitte des

Menschen.

Mit Gott zu leben und

den entscheidenden Augenblick

der Neuaufbrüche, des

Neuanfangs zu erwarten,

prägt unsere Lebenszeit.

Darum ist genutzte Zeit eine

erfüllte Zeit. Die Liebe zu

üben, ist unsere einzige Aufgabe

und sie spiegelt sich in

den kleinen Liebesgebärden

im Alltag wider.

Am Beginn eines neuen

Jahres zeigt uns die Liturgie

im Galaterbrief 4,4 eine neue

Weise, wie wir unser Herz

für Gott und den Mitmen-

5

Geistliches Wort

»Mit Gott zu leben und den entscheidenden

Augenblick der Neuaufbrüche, des Neuanfangs

zu erwarten, prägt unsere Lebenszeit«

schen, die Mitschwester

öffnen:

„Als die Zeit erfüllt war,

sandte Gott seinen Sohn für

uns.“

Die Zeit wird nicht erfüllt

dadurch, wie wir sie nutzen.

Nicht unser Handeln füllt

die fließende Zeit, sondern

das Handeln Gottes an uns.

Mit Gott leben wir in der

Freiheit den entscheidenden

Augenblick in die Zukunft.

Betrachten wir uns als

Gemeinschaft in einem

Schiff. Wir alle sitzen im

Schiff und befinden uns auf

hoher See, auf dem Meer der

Geschichte. Da gibt es ruhi-

ge Zeiten, aber auch Wogen

und Stürme. Wir durchfahren

auch in diesem Jahr das

Meer mit seinen ungewissen

Strecken. Wir prüfen

unseren Kurs in die Zukunft,

denken an die Tage der Vergangenheit

(Dt 32,7), vergewissern

uns unserer Wurzeln,

die in der jeweiligen

Geschichte gewachsen und

kraftvoller geworden sind,

und schenken dem Heute,

dem Jetzt und Hier, unsere

Aufmerksamkeit. Warum?

Weil es herrlich ist, mit

Gott an der Erfüllung seiner

Pläne mitwirken zu dürfen!

So lautete das Thema der

letzten Föderationstagung.

Auf welches Ziel steuern wir

zu? Ein Weg miteinander, 40

Jahre lang, eine Gabe Gottes,

eine heilige Geschichte,

ein Zusammenrücken von

14 Kongregationen, so die

Begrüßung der geistlichen

Beirätin Soeur Denise.

Dankbar schauen wir

darauf zurück und richten

den Blick in die Zukunft.

Soll der Kurs unseres Lebens

stimmen, müssen wir

Gott, den Kapitän des Schiffes,

als Lebensziel anstreben.

Ihn im Herzen zu tragen, in

ihm zu leben und mit ihm

unterwegs zu sein, bedeutet

vollendetes Glück. Die

Aufgaben, die vor uns allen

stehen, fordern uns heraus.

Denn wer herausgefordert

ist, wird gebraucht. Und wir

alle werden gebraucht, ob

jung oder alt, krank oder

gesund, groß oder klein, mit

viel oder weniger Talenten.

Wir alle sind imstande, alles

zu verbessern.

Ergreifen wir die Hand

des Herrn und besteigen

wir mit großer Zuversicht

das Schiff ins Jahr 2012.

Er ist bei uns im Schiff,

in unserem persönlichen

Lebensschifflein, im Schiff

der Gemeinschaft, im Schiff

der Föderation, im Schiff der

ganzen Menschheit.

Weil er bei uns ist, werfen

wir alle Zukunftsangst und

Verzagtheit über Bord.

Stellen wir die Segel unseres

Lebensschiffes voll in den

unendlichen Wind des Hl.

Geistes. Dann werden wir

spüren, zu welcher Fahrt wir

fähig sind, zur Fahrt, in die

Fülle des Lebens mit Gott.

Diese Zuversicht wünsche

ich Ihnen allen zum

Jahr des Heiles 2012.


Aus der Föderation

Gäste aus dem Pariser Mutterhaus

kamen zur Tagung in Straßburg

Sr. Evelyne Franc mit Sr. Christa Bauer (l.) und Sr. Theodolinde Mehltretter (r.)

Ist es nicht herrlich, mit

Gott an der Verwirklichung

seiner Pläne wirken

zu dürfen?“ Unter dem

Motto dieses Wortes der hl.

Louise von Marillac versammelten

sich im Oktober

des vergangenen Jahres die

Delegierten aus allen 14

Mitgliedsgemeinschaften

zur jährlichen Tagung des

Föderationsrates im Centre

Culturel St. Thomas, einem

kirchlichen Bildungshaus

nahe den Europäischen

Institutionen in Straßburg.

Gäste kamen aus der Provinz

Köln-Niederlande, aus

Zagreb und aus Paris: Zum

ersten Mal besuchte die

Generaloberin der Töchter

der Christlichen Liebe die

Delegierten bei ihrer Tagung.

Begleitet wurde sie

von Generalrätin Sr. Christa

Bauer, zudem war Pater

Bernard Schoepfer, Superior

im Pariser Mutterhaus, als

Vertreter der Lazaristen eingeladen.

Im Arbeitsteil der

Versammlung entstanden

vier konkrete Projektaufträge,

die an verschiedenen

aktuellen Themen der Föderation

ansetzen:

• Förderung und gegenseitige

Unterstützung im

geistlichen Angebot in den

Gemeinschaften durch Austausch

von Referentinnen

6

• Erarbeitung von gemeinsamen

Elementen in der

Formationsphase (Postulat,

Noviziat, Juniorat)

• Ermittlung möglicher weiterer

Schritte auf dem Feld

der Internationalität

• Haus der Quelle in Zabern.

Ein Besuch im Mutterhaus

zählte ebenso zu den Glanzlichtern

dieser Tage wie

die Arbeit mit Sr. Evelyne

Franc, die aus ihrer weltweiten

Perspektive wichtige

Aspekte erörterte, die das

Leben in einer international

agierenden geistlichen

Gemeinschaft prägen, und

Impulse formulierte, wie

diese Communio gestaltet

werden kann, indem Verschiedenheit

als Reichtum

gesehen wird, der den Raum

einer vertrauensvollen Freiheit

braucht und zudem von

einer tiefen Zugehörigkeit

gehalten wird.

Am Freitag feierte der

Ständige Beobachter des

Heiligen Stuhls beim Europarat,

Monsignore Aldo

Giordano, die Heilige Messe

mit der Versammlung und

berichtete von seiner Aufgabe

im Kontext von Europa.

Diese Ausführungen bereiteten

die Delegierten gut auf

ihren Besuch im Europaparlament

und im Europarat

vor, der sich nach Abschluss

des Arbeitsteils anschloss.

Sr. M. Veronika Häusler,

Föderationsreferentin


Junge Schwestern

gemeinsam in Paris

Am 21. Juni 2011 machte

sich eine Gruppe von

jungen Schwestern (Postulat,

Noviziat, Juniorat) aus den

Mutterhäusern Augsburg,

Fulda, Hildesheim, Untermarchtal

und Wien unter

der Leitung von Sr. Elisabeth

Halbmann (Untermarchtal)

und Herrn Superior Edgar

Briemle (Untermarchtal)

auf den Weg nach Paris.

Schon früh am Morgen ging

Aus der Föderation

die Reise in Untermarchtal

los, so dass wir bereits mittags

in Paris ankamen. Bei den

Lazaristen in der Rue de Sèvres,

direkt beim hl. Vinzenz,

wohnten wir für die kommenden

fünf Tage.

An diesem ersten Tag

stand eine Stadtrundfahrt

auf dem Programm. Ganz

bequem aus dem Busfenster

schauend, machten wir

Bekanntschaft mit Paris

»Am Abend feierten wir in St.

Lazare, direkt unter dem Schrein

des hl. Vinzenz, die Hl. Messe.«

Junge Schwestern aus mehreren Mutterhäusern auf gemeinsamer Parisfahrt.

7

und bekamen einen kleinen

Überblick über die Stadt: die

Vielzahl der Kirchen, das

bunte Leben und die vielen

Menschen sowie solch

beeindruckende Bauten wie

den Louvre, den Triumphbogen

und den Eiffelturm. Am

Abend feierten wir in St. Lazare,

direkt unter dem Schrein

des hl. Vinzenz, die Hl. Messe.

Der nächste Tag begann

bei der hl. Luise und der hl.

Katharina in der Rue de Bac

mit der Feier der Hl. Messe.

Anschließend gingen wir

ins Archiv. Dort zeigte und

erklärte uns eine Pariser

Vinzentinerin Schriftstücke,

Bücher und Bilder aus dem

Leben unserer Ordensheiligen.

Ganz nah kamen wir

so dem hl. Vinzenz und der

hl. Luise und auf manche

Eigenarten unserer Heiligen

wies uns die Schwester hin.

So schrieb z.B. die hl. Luise

ihre Briefe so voll, dass kein

weiteres Wort mehr darauf

Platz fand, wohingegen

der hl. Vinzenz viel Platz

ließ und schwungvoll seine

Unterschrift setzte. Auch

den Nachsatz, den die hl.

Luise unter einen Brief an die

Schwestern schrieb, in dem

sie bat, den Brief wirklich zu

lesen und aufzuheben, brachte

uns zum schmunzeln.

Am Nachmittag fuhren

wir dann zur Kirche Notre

Dame. Immer auf den Spuren

unserer Stifter, begegneten

sie uns auch hier. In


Aus der Föderation

all den Kirchen, die wir an

diesem und den folgenden

Tagen anschauten, zeigt

sich die Verehrung unserer

großen Heiligen in wunderschönen

Kirchenfenstern,

Bildern und Skulpturen.

Aber auch die Straßen

und Häuser erzählen von

unseren Stiftern. So gingen

wir anschließend am Hotel

Dieu vorbei am Maison de

la Couche und der Conciergerie.

Mit dem Besuch

der Kirchen St. Nicolas de

Chardonnet, St. Etienne du

Mont und St. Severin füllte

sich der Nachmittag.

Mit der Hl. Messe in St.

Lazare begann der nächste

Tag. Anschließend besichtigten

wir dort den Reliquiensaal

und hatten Zeit, alles

anzuschauen, sowie Zeit

zum persönlichen Gebet

in der Rue de Bac oder St.

Lazare. Am Nachmittag

fuhren wir nach Reuilly, in

das Altenheim, in dem die

hl. Katharina so viele Jahre

treu ihren Dienst getan hat.

Eine Schwester zeigte uns

die Kapelle und das kleine

Museum, anschließend

beteten wir dort die Vesper.

Nachdem wir auf dem Rückweg

die Kirchen St. Nicolas

des Champs, St. Laurent und

St. Vincent de Paul sowie

das ehemalige St. Lazare

angesehen hatten, kamen

wir reich an Eindrücken und

sehr müde wieder in unserer

Unterkunft an.

Unser letzter ganzer

Tag in Paris führte uns

nach Clichy. An diesem

Ort, an dem Vinzenz so

glücklich als Landpfarrer

gewesen war, feierten wir

die Hl. Messe und fuhren

anschließend zum Montmartre.

Dort in der Kirche

Sacre Coeur, in der ewige

Anbetung ist, hatten wir

dann Zeit, alles Erlebte vor

den Herrn zu bringen, die

Kirche zu betrachten, zu

beten und auszuruhen. Den

Spätnachmittag und Abend

verbrachten wir dann wieder

in unserer Unterkunft

und jede hatte für sich die

Möglichkeit, noch mal in

die Rue de Bac zu gehen

oder den hl. Vinzenz zu

besuchen und sich von all

unseren Ordensheiligen „zu

verabschieden“.

Bevor wir am nächsten

Tag die Rückreise antraten,

feierten wir in St. Lazare die

Hl. Messe. Dort wurde es

dann deutlich, was Missionspriester

und Weltkirche

heißt; denn am Altar standen

über zwanzig Lazaristen

und nach ihrem Aussehen

zu schließen kamen sie aus

vielen Ländern der Welt.

Gestärkt und froh durch

diese Erfahrung, zur großen

vinzentinischen Familie zu

gehören, machten wir uns

auf den Rückweg nach Untermarchtal.

Sr. M. Jeanne Golla, Hildesheim

8

Noviziatsschulung:

„Er führt

mich hinaus

ins Weite…“

Direkt an die Pariswallfahrt

des Juniorrats,

Noviziats und Postulats der

Föderation schloss sich die

diesjährige Noviziatsschulung

an. So kam unsere kleine

Gruppe, eine Postulantin

(Untermarchtal) und zwei

Novizinnen (Augsburg und

Hildesheim), gemeinsam in

Untermarchtal an. Zusammen

mit unseren Leiterinnen

durften wir die kommenden

elf Tage gemeinsam

leben, lernen und beten.

Zu Beginn machte uns

Herr Superior Edgar Briemle

mit der Vinzenzkirche vertraut.

In einer visuellen Kirchenführung

erklärte er uns

Bild für Bild die Architektur

und die darin zum Ausdruck

gebrachte Spiritualität. Damit

wir uns die kommende Zeit

in Untermarchtal gut zu

Recht finden konnten, zeigte

uns Janina Greifzu (Postulantin

Untermarchtal) anschließend

noch das Kloster

und die Umgebung.

Am nächsten Tag kam als

Referentin Sr. Nicola Maria

Schmitt (Untermarchtal). Die

Vinzenzkonferenzen waren

das Thema und wir began-


nen mit der Konferenz über

die Erlaubnisse, von der der

hl. Vinzenz selber sagt, sie

sei die Wichtigste. Spannend

und tiefgehend war die Auseinandersetzung

mit dieser,

ebenso wie die Konferenz

über die Betrachtung, die wir

im Anschluss lasen. Über die

schwesterliche Liebe hielten

wir selber eine Vinzenzkonferenz

ab. So füllten sich

zwei Tage, die sehr reich an

Gebet, Gemeinschaft und

Gespräch waren. Und mit

Gemeinschaft ging es dann

gleich weiter. Pater Matthias

Wetzel (St. Ottilien) kam, um

mit uns über „Gemeinschaft

– Leben ist Beziehung“ zu

sprechen. Die Selbstliebe,

die Nächstenliebe und die

Gottesliebe waren es, die er

uns in seiner sehr frohen und

freien Art die nächsten zwei

Tage näher brachte. Nach

vier so reich gefüllten Tagen

tat es dann gut, dass der

„Bibel und Rucksack Tag“

anstand. Sr. Veronika Hinderhofer

und Sr. Emanuela

Koch (Untermarchtal) hatten

diesen Tag vorbereitet. Unter

dem Leitsatz der Noviziatsschulung

führten sie uns in

die Weite. Landschaftlich

wurde es weit und schön

um uns, aber auch innerlich

halfen sie uns, weit und froh

zu werden. Durch Lieder

und Impulse unterbrachen

sie die Wanderung und selbst

eine Vinzenzkonferenz fand

draußen in der Natur statt.

In die Weite ging es am

folgenden Tag dann gleich

noch einmal. Der Ausflug

stand an und führte uns zu-

»Gemeinschaft – ist Beziehung.«

Pater Matthias Wetzel

Aus der Föderation

erst nach Meersburg, wo wir

die Hl. Messe feierten und

anschließend das Bibelmuseum

besuchten. Mit der Fähre

ging es über den Bodensee

nach Konstanz und von dort

mit dem Bus weiter auf die

Insel Reichenau. Dort schauten

wir uns die Kirchen an.

Im Marienmünster standen

wir am Grab des Abtes Berno

und am Abend beteten wir

mit den Benediktinern in der

St. Peter und Paul Kirche die

Vesper. Die Blumenpracht

auf der Insel, die Fülle an

Obst und Gemüse, die dort

angebaut werden, und der

Bodensee ließen ein wenig

Urlaubsstimmung aufkommen.

Doch auch dieser schöne

Tag ging zu Ende und so

machten wir uns wieder auf

den Rückweg nach Untermarchtal.

Sr. Gabriele Maria Sorg

(Untermarchtal) lud uns am

folgenden Tag ein, kreativ zu

werden. Steine waren es, um

die es ging. Erst hörten wir

9

Geschichten, in denen Steine

vorkamen, dann überlegten

wir, was wir mit Steinen

verbinden und dann wurden

wir aktiv. Eine Vielzahl

unterschiedlichster Specksteine

lag bereit, um von uns

in Form gebracht zu werden

bzw. uns zu zeigen, welche

Form in ihnen verborgen

war. Lauter Kunstwerke sind

an diesem Tag entstanden.

Den letzten Tag der Schulung

kam Sr. M. Veronika

Häusler (Augsburg) zu uns.

Das Gelübde des Gehorsams

bearbeiteten wir mit ihr.

Anhand von verschiedensten

Texten über den Gehorsam

kamen wir zu Beginn gleich

in eine sehr intensive Diskussion.

Auch die Texte der

Lebensordnung sorgten für

regen Austausch. So war

dieser Tag schnell zu Ende

und fand auf der Dachterrasse

noch einen gemütlichen

Ausklang.

Am nächsten Morgen

war dann schon Abschied

nehmen angesagt. Nach einer

Reflexions- und Dankesrunde

machten sich alle wieder

auf den Weg in den Alltag.

Ein herzlicher Dank an

dieser Stelle an Sr. Karin Maria

Stehle (Untermarchtal),

die diese Schulung vorbereitet

und geleitet hat, und an

alle, die die Schulung ermöglicht,

gestaltet und durch ihr

Gebet begleitet haben.

Sr. M. Jeanne Golla, Hildesheim


„heute“ / Steckbrief

Ein Instrument des Austauschs

Bei der Redaktionssitzung

im November 2011

ging es unter anderem auch

darum, dass das heute eine

Plattform sein soll für verschiedene

Veranstaltungen

innerhalb der Föderation.

Lange Zeit war es ja so, dass

wir beim Wort „Föderation

nur an die jährlichen Föderationstagungen,

an die Tagungen

der Generaloberinnen,

an die Noviziatsschulungen,

die Vorbereitung für die

Profess auf Lebenszeit und in

der Folge dann auch an die

angebotenen Sabbatzeiten

dachten. Inzwischen hat es

sich doch „herumgesprochen“,

dass die Föderation

etwas ist, was alle Schwestern

betrifft. Und so lohnt es sich,

einmal zu schauen, was von

dem, was in den einzelnen

Gemeinschaften (z.B. Exerzitien)

angeboten wird, auch

im Rahmen der Föderation

bekannt gemacht werden

könnte/sollte.

Sinnvoll wäre es, als Hintergrundinformation

über

die Entstehung, Entwicklung

und das Anliegen der

Föderation einmal Sr. Denise

Baumann von Straßburg

einzuladen. Sie versteht es

sehr gut, das Interesse der

Schwestern in dieser Sache

zu wecken. Mindestens ein

halber Tag müsste dabei

vorgesehen werden.

Bezüglich gemeinsamer

Exerzitien: Alle, die Exerzitien

für die eigenen Schwestern

organisieren, wissen,

dass es nicht immer leicht

ist, Exerzitienleiter/nnen und

-begleiter/innen zu finden.

Und ein Austausch wäre sowohl

für die Gemeinschaften

als auch für Schwestern, die

aus anderen Gemeinschaften

dazu kommen, eine Bereicherung.

Zum Teil geschieht

die Bekanntgabe ja schon.

Eine diesbezügliche

Übersicht der Kurse, die in

den einzelnen Gemeinschaften

angeboten werden, wäre

eine gute Hilfe dazu. Ob es

möglich ist, dies jeweils im

4. Quartal des heute-Heftes

zu veröffentlichen? Dazu

müsste eine rechtzeitige

Meldung von den einzelnen

Gemeinschaften an Sr. Veronika

erfolgen.

Und sicher gibt es auch

andere Veranstaltungen in

den verschiedenen Gemeinschaften,

die hilfreich sein

können für Schwestern aus

anderen Gemeinschaften.

Bitte ebenfalls für das Heft

zum 4. Quartal zu melden.

Redaktionsschluss dazu ist

Anfang Oktober.

Sr. Pauline Thorer, Innsbruck

10

Schwester

Lindalva Justo

de Oliveira

(1953–1993)

D ie selige Schwester

Lindalva wurde am

20.10.1953 als sechstes Mädchen

(insgesamt 14 Kinder)

in einem kleinen Dorf nahe

der Stadt Acu im Staat Rio

Grande do Norte in Brasilien

geboren. Sie besuchte

die Grundschule auf dem

Land, anschließend erhielt

sie ihre Berufsausbildung

in Natal. Dort fand sie nach

abgeschlossener Ausbildung

eine Anstellung in einer

Rechnungskanzlei und half

bei der Erziehung ihrer drei

Neffen. In ihrer freien Zeit

ging sie zu den Töchtern

der christlichen Liebe und

besuchte alte Menschen. Daraus

erwuchs ihr eine tiefe

innere Freude und es reifte

ihre Berufung zum Armendienst

in ihr.

1987 wurde sie gefirmt

und im gleichen Jahr bat sie

um Aufnahme ins Postulat

der Provinz Recife. In ihrem

Aufnahmegesuch schrieb sie:

„Ich möchte alle Freude des

Himmels haben, ich möchte

überströmen vor Freude und

dem Nächsten helfen, ich

möchte unermüdlich Gutes

tun.“ Die Postulatsaufnah-


Sr. Lindalva (Porträt: Hieronym

Olejniczak)

me erfolgte am 11. Februar

1988, der Beginn des Noviziates

am 16. Juli 1989.

Nach Beendigung des

Noviziats wurde sie 1991

nach Salvador, Bahia, in

ein Altenheim ausgesendet.

Dort arbeitete sie auf der

Krankenabteilung mit 40

alten Menschen. Neben dieser

Aufgabe besuchte sie mit

Caritasfrauen Arme in ihren

Wohnungen und sammelte

Spenden.

Am Karfreitag des Jahres

1993 (9. April) wurde sie

nach dem Besuch der Kreuzwegandacht

während ihres

Dienstes von einem ihrer

Kranken erstochen.

Im Beisein ihrer Mutter

wurde sie am 2. Dezember

2007 in Salvador selig gesprochen.

Ihr Gedenktag ist

der 7. Januar, ihr Tauftag.

Literatur: Vinzentinische Nachrichten

33. Jahrgang, Nr. 103: „Selige

Schwester Lindalva – Ein Leben für

Christus“

Barmherzige Schwestern geben

Antwort (1)

Was hat Sie als junge Frau

am vinzentinischen Erbe

fasziniert?

Ich wollte eigentlich nicht

ins Kloster. Mit 17 bin ich

ins Vincentinum als Haushaltshilfe

gekommen, dann

war ich Ausgeherin. Mir

wurde klar: ich will zu den

Kranken, da bin ich bei den

Schwestern im Vincentinum

richtig. Da hat es mich hingezogen.

Welcher „vinzentinische

Wert“ war Ihnen damals

besonders wichtig? Wie

sieht es heute aus – ist es

dabei geblieben oder hat

sich etwas verändert?

Ich möchte den Menschen in

Liebe und Freundlichkeit begegnen,

das habe ich immer

versucht. Wie das aussieht,

hat sich mit meiner Aufgabe

immer wieder verändert.

Aber grundsätzlich soll das

auch so bleiben!

Wichtig ist, dass Liebe Tat

wird, dass man spürt, was

der Kranke, der Andere

braucht. Ehrlich und aufrichtig

miteinander umgehen!

11

Statement

Sr. M. Framhild Rieder, Augsburg

Wenn Sie dem heiligen Vinzenz

heute ein Wort in den

Mund legen dürften – was

würde er sagen?

Versucht, auch wenn es

hektisch zugeht, die Ruhe zu

bewahren und freundlich zu

bleiben.

Nehmt auch das Schwierige

im Glauben an, weil ihr

wisst, dass ihr auf den Segen

Jesu bauen dürft.

Geht euren Weg in Freude

weiter!


Bildbetrachtung

„Die Liebe Christi,

des Gekreuzigten, drängt uns.“

Dieser Wahlspruch der

hl. Luise von Marillac

kam mir in den Sinn, als ich

dieses Bild gesehen habe.

Das Original dieses Bildes

hängt im Mutterhaus der

Barmherzigen Schwestern

in Warschau. Die Bildunterschrift

lautet: „Originalbild

von Fräulein Le Gras, Gründerin

und erste Superiorin

der Töchter der christlichen

Liebe, Dienerinnen der

armen Kranken, die im März

1660 in Paris gestorben ist

im Alter von 68 Jahren“.

In diesem Bild wurde

eingefangen, was das Leben

und Wirken der hl. Luise

geprägt hat: Schauen und

ausgerichtet sein auf den Gekreuzigten,

leben aus seinem

Wort und die Verehrung

seiner Mutter Maria. Dies

waren die Grundfesten ihres

Glaubens und ihres Lebens.

Ihre Hingabe an Gott war

für sie im Sterben Jesu am

Kreuz begründet; von dort

her deutete sie ihr Leben.

Auch den Schwestern hat

Luise von Marillac immer

wieder das Beispiel Jesu, des

Gekreuzigten, vor Augen

gestellt. Unermüdlich hat

sie die Schwestern ermahnt

und motiviert, in Erfolg und

Misserfolg, bei Unverständnis,

Spannungen und Verleumdungen

ihren inneren

Frieden und ihre Ausgeglichenheit

in der Betrachtung

des Kreuzes Jesu Christi zu

suchen und zu finden. So

»Luise von Marillac hat immer

wieder das Beispiel Jesu, des Gekreuzigten,

vor Augen gestellt.«

schreibt sie einmal an eine

Schwester: „Im Namen Gottes,

meine liebe Schwester,

ich bitte Sie, dass Sie bei dem

Applaus für den Erfolg, den

Sie diesem Ort verschaffen,

die Treue nicht vergessen,

die Sie Gott schulden, und

die Treue, mit der Sie an Ihrer

Vervollkommnung arbeiten

müssen. Tun Sie alle Ihre

Handlungen in der Reinheit

der Meinung und mit dem

Wunsch, dem Beispiel Jesu,

des Gekreuzigten, zu folgen.“

(03.09.1649, dt. S. 215) Einer

12

anderen Schwester schreibt

sie: „Ich versichere Ihnen,

dass ich sehr mitgelitten

habe mit Ihrem Kummer,

um den ich ja wusste. Das

mag Ihnen, liebe Schwester,

ein Zeichen der Liebe

unseres Herrn zu Ihnen sein,

der Sie erwählt hat, um ihn

in seinem Leiden zu ehren.“

(05.07.1657, dt. S. 547)

In einem anderen Brief

der hl. Luise an die Schwestern

lesen wir: „Ich bitte

Sie zu bedenken, dass es,

um Gott zu gefallen, nicht

notwendig ist, immer Freude

und Trost zu empfinden;

denn der Sohn Gottes hat

das Werk des Heiles der

ganzen Welt durch Traurigkeit

und Schmerz vollbracht.

Es ist sehr vernünftig, wenn

wir an seinem Verdienst

teilhaben wollen, dass wir

uns selbst überwinden und

in das Leiden einwilligen.“

(04.01.1659, dt. S. 616)

Gott zu gefallen, heißt für

Luise von Marillac nichts anderes

als IHM in den Armen

zu dienen. In diesen Dienst

soll die Schwester sich mit all

ihren Fähigkeiten des Glaubens

und der Liebe einbringen.

Das bedeutet, die Logik

des Evangeliums zu übernehmen

und in den Kleinen,

Demütigen, Verachteten und

Ausgegrenzten das Antlitz

Christi zu sehen. Dazu will

Luise ihre Schwestern immer

wieder ermuntern: „Wir

müssen fortwährend unser


Vorbild vor Augen haben,

nämlich das beispielhafte

Leben Jesu Christi, zu dessen

Nachahmung wir berufen

sind, nicht nur als Christen,

sondern weil wir von Gott

auserwählt sind, ihm in der

Person der Armen zu dienen.“

(29.08.1648, dt. S. 256)

Dazu drängt uns die Liebe

Christi, des Gekreuzigten.

Sr. M. Karin Weber

13

Bildbetrachtung

Quellen: Bild der hl. Luise aus dem

Bildarchiv des Mutterhauses in Paris

Zitate: Vortrag von Sr. Alfonsa

Richartz, Stärken und Schwierigkeiten

des Anfangs – wie Louise von

Marillac die Schwestern inspirierte


Innsbruck – Region Tansania

Neue Regionalleitung

Es gab ein langes Suchen

nach dem Willen Gottes,

bis Sr. Maria Carmen Saxl,

Sr. Maria Alexia Erlacher, Sr.

Celine und Sr. M. Relinde

Kleber im Jänner 1982 im

Buschdorf Mitundu mit dem

Aufbau der ersten Missionsstation

des Innsbrucker

Mutterhauses beginnen

konnten. Am Anfang gab es

ein Stück Land im Busch,

kein Trinkwasser, keine

Wohnung - aber viel guten

Willen.

Wir freuen uns, heute,

nach über 30 Jahren, bekannt

zu geben, dass vom

14.08. bis 21.08.2011 unter

der Leitung von Generaloberin

Sr. Pia Regina Auer und

der Moderation von Herrn

Dr. Gottfried Ugolini erstmals

ein Regionalkapitel in

Die Delegierten mit Sr. Pia Regina Auer und Herrn Dr. Gottfried Ugolini

14

Mitundu stattgefunden hat.

Am 15.08. haben die Delegierten

ihre neue Regionalleitung

gewählt.

Die neue Regionaloberin

heißt Sr. Verediana Herman

und löst Sr. M. Carmen

Saxl ab. Regionalvikarin: Sr.

Luise Beda Dahaa, Regionalrätinnen:

Sr. Gabriela

Simon Myanji, Sr. Katharina

Mkenda Michael und Sr.


Felista Paschali Mwanga.

Sr. Verediana war zuletzt als

Ärztin im Gesundheitszentrum

Vikindu tätig.

Es gibt mittlerweile sechs

Schwesterngemeinschaften

Innsbruck – Region Tansania

in Tansania. Der Sitz der

Regionalleitung befindet

sich in Mitundu, einem kleinen

Dorf ca. 70 km südlich

der Stadt Itigi. Es leben 120

Schwestern in den afrikani-

Sr. Verediana Herman (r.) löst Sr. M. Carmen Saxl als Regionaloberin ab.

Die neue Regionalleitung (v.l.n.r.): Vikarin Sr. Luise, Regionalrätinnen

Sr. Katharina, Sr. Felista, Sr. Gabriela, Regionaloberin Sr. Verediana und

Dr. Gottfried Ugolini

15

schen Niederlassungen, 61

davon mit ewiger und 59 mit

zeitlicher Profess, zudem 18

Novizinnen und 8 Postulantinnen.

Stationen und

Einrichtungen:

Mitundu: Gesundheitszentrum,Geburtenstation,

Mutter-Kind-

Klinik, Kindergarten,

Volksschule, Schülerheime,

Lehrerhaus, Nähschule,

Tischlerei,

Mechaniker-Werkstätte,

Maismühle

Itigi: Im Hospital von

Itigi arbeitet eine unserer

Schwestern als Hilfsärztin

Lupa-Tinga-Tinga:

Gesundheitszentrum,

Geburtenstation, Kindergarten,

Ölpresse

Vikindu: Gesundheitszentrum,Geburtenstation,

Mutter-Kind-

Klinik, Kindergarten

Mbeya: Keine eigenen

Einrichtungen, aber

Unterricht an der Volksschule,

Mithilfe in der

Pfarre, Katechese

Kiyombo: Kindergarten


Bildmeditation

Begegnungszeichen

mit Gott

Am Ende des Kreuzweges

auf dem Stillenberg bei

Suttrop/Sauerland erwarten

die Beter Kapelle und Kreuz.

Sie sind Erinnerungszeichen,

die wir Christen kennen.

Es lohnt sich, trotz aller

Selbstverständlichkeit einige

Gedanken zuzulassen wie

diese...

Kirchen, Kapellen und

Dome

sind Häuser für alle Menschen,

die sich zu Gebet

und Gottesdienst versammeln

wollen. Mauern und

Dächer schützen vor dem

Wetter und bieten einladende

Räume zum Stehen und

Sitzen. Sie schaffen damit die

Voraussetzung, dass Christen

sich treffen können, um

sich um den Altar zu versammeln,

um miteinander

zu beten und zu singen, zu

schweigen und auf das Wort

Gottes zu hören. Durch

die Feier der Sakramente

wird dieser Raum zu einem

heiligen Raum, der die

Menschen herausnimmt aus

ihrem alltäglichen Leben.

Beim Eintritt in diese

Räume sollten wir uns

immer wieder der Ehrfurcht

vor Gott bewusst werden.

Vielleicht sollten wir uns ab

und zu an Mose erinnern,

der die Stimme im Dornbusch

hörte, die sagte: „Leg

deine Schuhe ab, denn der

Ort, wo du stehst, ist heiliger

Boden!“ (Ex 3,5)

Kreuze jeder Art

begegnen uns überall:

in und vor Kirchen und

Häusern, auf Gräbern und

Berggipfeln, an Wegen und

16

Goldkettchen und auch auf

unserem Föderationszeichen.

Das Kreuz, als weltweit

bekanntes Symbol, verbindet

mit seinem Längsbalken

Himmel und Erde und mit

dem Querbalken weltumspannend

alle Menschen.

Wenn wir uns mit oder ohne

Weihwasser segnen oder uns

vom Priester segnen lassen,

so ist immer die Verbindung

zu Gott und allen Menschen

mitgedacht.

Gott umgibt uns unter diesem

Zeichen mit seiner liebenden

Gegenwart. So ist es gut,

sich mit der Bedeutung des

Kreuzzeichens immer wieder

bewusst auseinander zu setzen

und es nicht als selbstverständliche

Geste zu nehmen.

Text: Sr. Ursula Bittner //

Foto: Heidi Bittner


Innsbruck – Meran / TdCL Graz

Neue Provinzleitung

Unter dem Vorsitz der

Generaloberin, Sr. Pia

Regina Auer, Innsbruck,

wurde auf dem Provinz-

Wahlkapitel (11. bis 14.

Oktober 2011) eine neue

Leitung der Provinz Meran

gewählt. Die Wahl ergab

folgendes Ergebnis:

Provinzoberin: Sr. Dr. Elisabeth

Pfattner; Rätinnen:

Sr. Siglinde Mair, Sr. Klara

Rabensteiner, Sr. Brunhilde

Seeber und Sr. M. Frieda Eller.

Dem Wahlkapitel ging

ein Einkehrtag voraus, den

Neue Provinz der Töchter der Christlichen Liebe

Am 2. Oktober 2011

wurden die Provinzen

Österreich, Ungarn und

Rumänien der Töchter der

Christlichen Liebe zur neuen

Provinz „Graz-Mitteleuropa“

zusammengelegt.

Das Provinzhaus der

neuen Provinz ist in Graz.

Die Leitung der Provinz

obliegt der Visitatorin mit

ihrem Provinzrat, wobei der

bisherige Provinzrat um jeweils

eine Rätin aus Ungarn

und Rumänien erweitert

wurde. Der neu ernannte

Provinzdirektor hat für die

Länder Ungarn und Rumä-

Prälat Dr. Steidl aus Innsbruck

hielt. Das Thema

lautete: „Von Gott gerufen,

nien einen Subdirektor aus

der ungarischen Lazaristenprovinz

zur Seite.

Am Tag der Zusammenlegung

umfasste die neue

Provinz 331 Schwestern

(Österreich 241 Schwestern,

davon 10 Schwestern

in Istanbul, Ungarn 73

Schwestern, Rumänien 17

Schwestern) in 16 Lokalgemeinschaften.

Die Zusammenlegung

erfolgte im Auftrag der

Generaloberin mit ihrem

Rat. Die beiden Provinzen

des ehemaligen Ostblocks

erlebten über 40 Jahre lang

18

von Gott gehalten, von Gott

gesandt – als Barmherzige

Schwester im Heute und

Morgen“. Das ist auch das

Thema für das Sachkapitel,

das vom 6. bis 11. Februar

dieses Jahres stattfand.

Sr. Brunhilde Seeber

Die neue

Provinzleitung

(v.r.n.l.): Sr. Klara

Rabensteiner,

Provinzoberin Sr.

Dr. Elisabeth Pfattner,

Sr. Siglinde

Mair, Sr. M. Frieda

Eller, Sr. Brunhilde

Seeber

die Auswirkungen des Kommunismus.

Die Schwestern

durften nicht in Gemeinschaft

leben, waren enteignet

worden, unterlagen Repressalien...

Nach der Wende

kehrten im Laufe der Jahre

die meisten Schwestern wieder

zum gemeinschaftlichen

Leben zurück.

Im Vertrauen auf Gottes

Führung und Begleitung

haben wir den gemeinsamen

Weg begonnen.

Sr. Magdalena Pomwenger,

Visitatorin


Bleibende Eindrücke vom Besuch des Papstes

Einige Zeit vor dem

Besuch des Papstes in

Freiburg machte ich mich

mit dem Rad auf den Weg

zum Flugplatz, um mich

zu erkundigen, wo und wie

die Lage ist. Der Altar war

zum Teil aufgebaut und die

Bühne für den Chor. Auch

standen schon einige Blöcke

mit den „Papstbänken“ und

den Orientierungsschildern.

Um das ganze Waldgebiet,

kilometerweit rund um das

Gelände, waren große Zäune

zur Absperrung aufgebaut.

Hier spürte ich ein wehmütiges

Gefühl, dass so etwas

sein muss?!

Als wir unsere Eintrittskarten

erhielten, konnte ich

mir schon ein Bild machen,

wo unsere Plätze sind.

Kurz vor dem großen

Tag machte ich mich mit

Sr. Ancilla zu Fuß auf den

Weg, um die Zeit, die wir

brauchen, abzuschätzen. Die

Beschilderung war jedoch

noch nicht ganz fertig und

so liefen wir auf großem

Umweg um das Gelände, um

dort endlich anzukommen.

Die Vorbereitungen mit

vielen Sicherheitsbeamten

waren voll in Gang.

Am Samstag, spätnachmittags

nach unserem

Besuch im Münster, mach-

ten wir noch einmal einen

Probelauf. Viele Menschen,

vor allem Jugendliche und

Familien, waren unterwegs

zur „Gebetsvigil mit Jugendlichen“.

Es waren richtige

Prozessionen zu Fuß und

per Rad. Dieses Mal hatten

wir Glück und wir kamen

auf dem direkten Weg dort

hin. Wir brauchten 35 Minuten.

Es war eine wunderbare

Atmosphäre zu spüren.

Für den Sonntagsgottesdienst

wurde ich zum Empfang

der Heiligen Kommunion

bei Papst Benedikt XVI.

auserwählt. Weihbischof

Klug hatte bei Sr. Gerlanda

angefragt, sie gab diese Frage

an mich weiter. Ich war ganz

berührt von dem Gedanken

und sagte zu.

Da wir aus der Erfahrung

des Münsterbesuches

sahen, wie groß der Andrang

ist und wie lange es geht,

bis man kontrolliert und

durchgelassen wird, machten

wir uns am Sonntag morgen

19

Freiburg

um 5.30 Uhr auf den Weg.

Wir gingen in den Morgen

hinein, alles war noch sehr

still und dunkel. Auf dem

Weg begegneten wir vielen

Helfer/innen und Polizisten,

überall waren sie präsent.

Auch kamen von allen Seiten

Papstpilger, die ebenfalls

auf dem Weg zum Flugplatz

waren. Das Flugplatzgelände

war in Bodennebel eingehüllt.

An kleinen Hütten

wurde warmer Tee verteilt,

der uns aufwärmte, denn

mit der Zeit wurde es uns

ziemlich kalt.

»Jeder bekam eine Papsttasche

mit Programm, Regenschutz und

einem Konradsblatt über den

Papstbesuch.«

Der Einlass ging schnell.

Es wurden nur unsere

Taschen kontrolliert. Jeder

bekam eine Papsttasche mit

Programm, Regenschutz

und einem Konradsblatt

über den Papstbesuch.

Langsam ging die

Sonne hinter dem Schlossberg

auf. Dies war wunderschön

zu betrachten. Nun

wurde es auch wärmer, bis

zum Beginn der Eucharis-


Freiburg

tiefeier wurde es uns schon

heiß.

Auf den Beginn der

Eucharistiefeier wurden wir

vom Chor und der Dommusik

mit dem Vorprogramm

eingestimmt. Um 8.45 Uhr

sangen wir die Laudes. Diese

verlief jedoch etwas unkonzentriert.

Die Menschen

liefen vor uns hin und her,

blieben stehen und unterhielten

sich. So auch die

Politiker, die rechts von uns

saßen, Ministerpräsident

Kretschmann, Ministerin

Schavan, Oberbürgermeister

Salomon und noch mehr.

Für die Papstkommunionempfänger,

ca. 30 Personen,

waren vorne Plätze reserviert.

Auf einmal wurden

wir ganz schnell zur intensiven

Kontrolle abgeholt. Wir

selber und unsere Taschen

wurden durchleuchtet. Nach

der Kontrolle bekamen wir

als Zeichen ein weißes Band

mit Karte um den Hals. Wir

hatten noch die Gelegenheit,

auf die Toilette zu gehen,

denn von nun an durften

wir unseren Platz nicht mehr

unkontrolliert verlassen,

nur noch mit einem Sicherheitsbeamten.

Dies habe ich

vermieden.

Nun wurde noch geübt.

Wir mussten in einer Reihe

langsam die lange Treppe

hoch. Oben stand ein Gebetsstuhl,

um darauf kniend

die Mundkommunion zu

empfangen. Beim Aufste-

hen machte ich eine kleine

Verneigung. Das war nicht

erlaubt. Wir müssen aufstehen

und gleich links wieder

zurückgehen.

Bei der Eucharistiefeier

sollen wir beim „Vater unser“

durch die Absperrung

und beim „Agnus Dei“ die

Treppe langsam hochgehen.

Ich sei die Erste. Da wurde

ich schon aufgeregt und

hoffte, dass ich den richtigen

Zeitpunkt nicht verpasse.

Die Kameras beunruhigten

mich auch etwas. Diese

waren sehr weit weg und

man sah nicht, wo sie gerade

ihre Aufnahmen machten.

Einerseits war das ganz gut

und erleichternd, man merkt

nicht, wenn gefilmt wird,

doch andererseits konnte es

sein, dass gefilmt wird und

ich mich gerade unvorteilhaft

bewege.

Vom Vatikan bekamen

wir eine gelbe Karte. Die

Verteiler sagten, dass sie

nicht wissen, ob wir sie

brauchen. Zuerst machte

ich sie an meinen Rucksack,

doch dann steckte ich sie

doch lieber in meine Kleidtasche.

Das weiße Band mit

der Karte sollten wir auch

verstecken, wenn wir durch

die Absperrung durch sind,

da dies nicht gut aussieht.

Das war für mich, wegen

meines Schleiers, etwas

schwierig. So machte ich

diesen an meinem Gürtel

fest und konnte die Karte

20

ebenfalls in meine Kleidtasche

stecken.

Als es langsam 10.00

Uhr wurde, waren wir

alle in Erwartung. An den

Bildschirmen konnten wir

verfolgen, wann der Papst

kommt. Endlich sahen wir

das Papamobil mit unserem

Papst Benedikt XVI. Die

Menschen jubelten. Beim

Fahren durch die Menschenmassen

gaben immer

wieder Eltern ihre Babys

und Kleinkinder zu Papst

Benedikt ins Papamobil, die

er dann segnete. Das waren

sehr schöne, beeindruckende

Situationen.

Nachdem er die Runde

gedreht hatte und hinter

dem Altar verschwand,

kamen nach einer Weile

die Kardinäle, Bischöfe und

Priester in den Altarraum.

Wir sangen das Eingangslied.

Doch der Papst war

immer noch nicht da. Als er

dann langsam kam, wurde

das Lied noch einmal gesungen.

Es war ein festlicher

Gottesdienst.

Als wir dem „Vater

unser“ näher kamen, wurde

ich etwas nervös. Doch dann

kam ein Helfer in Ministrantenkleidung.

Er sagte, dass

er uns begleitet. Da war ich

beruhigt. Die Zeit war schon

gekommen, dass wir durch

die Absperrung sollten, doch

die Sicherheitsbeamten gaben

sie noch nicht frei. Erst

beim „Agnus Dei“ machten


21

Freiburg

Papst Benedikt beim

Angelusgebet im

Freiburger Münster


Freiburg

sie die Sperre auf. Wir zeigten

unsere weißen Bänder,

doch sie wollten auf einmal

die gelbe Vatikankarte sehen.

Darauf waren wir nicht

gefasst und jeder musste

sie erst noch hervorsuchen.

Nun schritten wir langsam

die hohe Altartreppe hoch.

Unterwegs wurde ich etwas

unsicher (auch wegen der

Kameras) und fragte unseren

Begleiter vorsichtig, ob

er auch zur Kommunion

geht. Er verneinte es, er

musste oben gleich wieder

abtreten, Ich bin die Erste.

Nun konzentrierte ich mich

ganz darauf. Oben sah ich,

wie Papst Benedikt bei den

Priestern die Hl. Kommunion

austeilte. Ich war oben

und er kam dann auch schon

zu mir. Ich kniete mich hin,

Papst Benedikt schaute mir

Ein Gebetsweg –

gemeinsam mit anderen Gemeinschaften

In Freiburg besteht eine

kleine Gruppe aus einzelnen

Brüdern und Schwestern

der Freiburger und

umliegenden Ordensgemeinschaften.

Wir nennen

uns „Kernteam Orden“ und

beschäftigen uns mit dem

Thema Berufungspastoral.

in die Augen, zeigte mir die

Hostie und sagte, „Corpus

Christi“. Ich antwortete

langsam mit „Amen“. Als ich

den Leib Christie empfing,

blieb ich noch kurz knien.

Dann schoss es mir in den

Kopf „Du musst gleich aufstehen

und weitergehen“. So

stand ich auf und ging links

ab. Wie ich so von oben die

lange Treppe hinunterschaute

und das riesige Volk sah,

wurde es mir etwas mulmig,

ich sah nicht mehr, wo unsere

Plätze sind. Ich dachte nur

noch, einfach gerade runtergehen

und dann nach rechts.

Als ich ziemlich unten war,

sah ich auch wieder meinen

Platz. Die Absperrung war

wieder zu und die Sicherheitsbeamten

ließen uns

durchgehen.

Diese Gruppe „Kernteam

Orden“ ist eine Untergruppe

der AGO – Arbeitsgemeinschaft

der Orden der Erzdiözese

Freiburg.

Es sind folgende Gemeinschaften

beteiligt: Diözesanstelle

Berufe der Kirche,

Barmherzige Schwestern

22

So ging der Gottesdienst

dann doch ganz schnell dem

Ende entgegen. Papst Benedikt

betete mit uns noch

den Angelus, den Engeln

des Herrn. Zum Abschluss

sangen wir alle mit lauter

Stimme „Großer Gott wir

loben dich“. Wir waren sehr

erfüllt durch diese heilige

Messe. Mit diesem Lob

Gottes möchte ich mich vereinen.

Ich bin sehr dankbar

für dieses große Ereignis.

Es war für mich ein großes

Geschenk. Ich hätte nicht

gedacht, dass ich von diesem

Besuch unseres Papstes Benedikt

XVI. so beeindruckt

sein werde.

Erfüllt von dieser Freude

machten wir Schwestern uns

auf den Heimweg.

Sr. Ursula Maria Klein

vom hl. Kreuz (Hegne),

Barmherzige Schwestern

vom hl. Vinzenz von Paul

(Freiburg), Benediktinerinnen

St. Lioba (Günterstal),

Dominikaner (Freiburg),

Franziskanerinnen vom

Göttlichen Herzen Jesu

(Gengenbach), Herz


Jesu-Priester (Freiburg),

Schwestern vom hl. Josef,

St. Trudpert (Münstertal),

Sießener Franziskanerinnen

(Freiburg) und Steyler Missionarinnen

(Bötzingen).

Von unserer Gemeinschaft

sind Sr. Helene und ich, Sr.

Ursula Maria, vertreten.

Es gab die Überlegung,

was wir gemeinsam anbieten

können für Menschen,

die auf der Suche nach Gott

sind oder die ihren Glauben

auffrischen und vertiefen

möchten. P. Thomas,

Dominikaner, brachte die

Erfahrung einer Gebetsschule

in Wien mit. So reifte in

uns der Entschluss, einen

Gebetsweg in Freiburg, in

St. Martin, durchzuführen.

Wir setzten den Mittwochabend

fest, immer von 20.00

Uhr bis ca. 21.00 Uhr. Jeden

Abend bereitete jemand

anders vor.

Dieser Gebetsweg war

eine Einladung, verschiedene

Gebetsformen (besser)

kennen zu lernen. Bei jedem

Treffen gab es eine Einführung

und eine Gebetseinheit.

Die einzelnen Mittwochabende

waren voneinander

unabhängig. Der Einstieg

war ohne Voranmeldung

jederzeit möglich.

Gebetsformen und Themen

der einzelnen Abende

waren: Gebet der liebenden

Aufmerksamkeit, Psalmen/

Dankgebet, Psalmen/Bittgebet,

Rosenkranzgebet,

Rituale/Engel des Herrn,

Stundengebet, Kreuzweg,

Liturgischer Tanz, Schwierigkeiten

im Gebet, Schriftbetrachtung,

Inneres Gebet/

Eucharistische Anbetung,

Eucharistiefeier/Eucharisti-

sche Anbetung, Abschlussabend

– Rückblick – Vater

unser.

Die Abende waren gut

besucht, ca. 35 – 45 Personen

allen Alters und Geschlechter.

Es waren zum

Teil immer wieder neue Gesichter

da, doch zum großen

Teil waren es Stammgäste.

Die meisten Besucher/innen

pflegten das Gebetsleben.

Für sie und auch für die, denen

es noch fremd war, oder

die am Anfang ihres Glaubensweges

standen, waren

diese Abende sehr fruchtbar.

Es ist ein Interesse geweckt

worden, solch einen Gebetsweg,

auch mit anderen

Themen, zu wiederholen,

auch an anderen Orten.

Zum Abschluss konnten

die Teilnehmer auf Plakaten

noch ihre Gedanken, Ideen

23

Freiburg

und was sie sonst noch sagen

wollten, schreiben.

Für die, die Interesse an

anderen geistlichen Angeboten

haben, wurde eine

Adressliste ausgelegt, wo sie

sich eintragen konnten. So

kann nun jede Gemeinschaft

ihre Angebote diesen Menschen

zukommen lassen.

Für uns, die wir diesen

Gebetsweg gestalteten,

war es auch eine fruchtba-

»Dieser Gebetsweg war eine Einladung, verschiedene

Gebetsformen (besser) kennen zu lernen.«

re Zeit. Es war schön, mit

den Menschen in Kontakt

zu kommen und uns über

unseren Glauben auszutauschen.

Auch erfuhren wir

von denen, die den Abend

vorbereiteten, Neues. Ganz

gut war, dass wir dieses

Angebot gemeinsam mit

allen Ordensgemeinschaften

erarbeiten konnten, so war

niemand überfordert. Wir

kamen uns dadurch näher

und jede Gemeinschaft

konnte sich einbringen.

So wird unsere Zukunft

sein, dass wir näher zusammenrücken

und gemeinsam

den Glauben an Gott in

unserer Welt lebendig erhalten.

Sr. Ursula Maria Klein


Fulda

Heimatgefühle wurden wach:

Jährliches Treffen der indischen Schwestern

In den Tagen zwischen dem

Fest der Erzengel und dem

Schutzengel-Fest ging für

uns eine lange Vorfreude in

Erfüllung. Wir 19 indischen

Schwestern, die wir aus

den verschiedenen Mutterhäusern

– Fulda, Freiburg,

Heppenheim, Paderborn

– angereist waren, durften

im Mutterhaus Fulda zusammenkommen

und auch

unsere Generaloberin Sr.

Primosa wieder sehen.

Als wir im Mutterhaus

ankamen, wurden wir von

Generaloberin Sr. M. Rosalia

und von der Mutterhausoberin

Sr. M. Philea und von

allen Schwestern herzlich

empfangen. Die Schwestern

haben sich um unser Wohlergehen

viel bemüht und

haben besondere Räume im

Mutterhaus für uns bereitgehalten.

Zum Beginn unseres

Treffens war Sr. Rosalia auch

in unserer Gruppe anwesend.

Ihre Gegenwart hat

uns alle erfreut. Sie äußerte

ein großes Interesse für

die indische Gemeinschaft

und freute sich mit ihren

Mitschwestern, dass das

diesjährige Treffen in Fulda

stattfand. Sie sagte, dass diese

Tage für uns sowohl eine

Zeit der Begegnung als auch

eine Zeit der Besinnung sein

soll. Sie betonte, dass durch

das Gebet und die innerliche

Verbindung mit Jesus unser

Alltag und unsere Aufgaben

leichter werden können. Sie

wünschte uns eine gesegnete

und erfüllte Zeit.

Die Tage, die um 5.30

Uhr mit geistlichen Übungen

begannen, waren auch

gefüllt mit geistlichem Austausch,

mit Informationen,

Diskussionen und Vorträgen.

Sr. Primosa informierte

uns über den aktuellen Stand

unserer indischen Filialen.

Die täglichen Vorträge, die

wir von Sr. Primosa erhalten

haben, waren besinnlicher

Art und sehr hilfreich für

uns. Sie sprach einfach und

schlicht aus dem alltäglichen

Leben. Sie erläuterte die

Richtlinien für das Leben

der Barmherzigen Schwestern

in der Genossenschaft.

Sie sprach sehr eindringlich

über das Gebet in der Genossenschaft.

Jede Schwester

konnte den Ausführungen

über das Gebet gut folgen.

Sie veranschaulichte das

Thema „Arbeit und Gebet“

mit einer Münze, die 2 Seiten

hat. In unseren Gesprächen

und Diskussionen

nahm die Spiritualität des hl.

24

Vinzenz einen großen Raum

ein. Das Leben unseres Ordenspatrons

und sein Dienst

an den Armen waren getragen

von einem unbegrenzten

Gottvertrauen. St. Vinzenz

sagte: „Überlassen wir uns

der göttlichen Vorsehung. In

unserem Leben und Tagesablauf

wechseln Gebet und

Arbeit. Jesus war gesandt,

den Armen eine gute Nachricht

zu bringen. An dieser

Sendung nehmen wir Anteil

durch die Ausübung der

christlichen Barmherzigkeit.

Das Gebet ist auch ein

wichtiges Heilmittel, das uns

in unseren Schwierigkeiten

des Alltags am meisten hilft.

Ohne Gebet wäre ein Leben

im vinzentinischen Dienst

wie ein Garten ohne Blumen.“

Das Leben in schwesterlicher

Gemeinschaft war

ein weiteres Thema. Wir

sprachen darüber, dass wir

uns als Schwestern bemühen

sollen, für einander da zu

sein und einander anzunehmen

mit allem, womit

die Einzelnen die Gemeinschaft

bereichern oder auch

belasten. Offenheit, Wahrhaftigkeit

und Diskretion im

Umgang schaffen Vertrauen

miteinander. Auf Fehler und


Schwächen unserer Mitschwestern

sollen wir taktvoll

aufmerksam machen.

Eine besondere Überraschung

war für uns die Gestaltung

des Gottesdienstes

in unserer Muttersprache.

Herr Superior Kurzschenkel

hatte die Lieder geheftet und

unseren bekannten Melodi-

en unterlegt. Alle Schwestern

des Mutterhauses

sangen die Lieder heftig mit.

Wir waren tief im Herzen

gerührt und danken für

diese Schwesterlichkeit.

Der Film „Kraft aus der

Stille“, der über das Klosterleben

in Kerala berichtete,

ließ in uns Erinnerungen

19 indische Schwestern leben und arbeiten in Deutschland.

25

Fulda

wach werden über den

Beginn unseres eigenen

Ordenslebens.

An einem Nachmittag

besuchten wir in Geisa das

Point-Alpha-Denkmal.

Uns wurde ein Eindruck

vermittelt über die Zeit des

kalten Krieges (vor 1989),

die dunkelste Zeit der


Fulda

deutschen Vergangenheit,

von der wir in Indien nur in

der Schule gelernt haben. In

einem Museum, das auf dem

Gelände lag, war ein Teil der

Berliner Mauer aufgestellt

und rekonstruierte Grenzanlagen

aus der DDR. Der

Name Point Alpha steht

für einen Brennpunkt des

kalten Krieges im ehemaligen

Sperrgebiet. An dieser

Stelle wurde ein Einmarsch

der Truppen des Warschau-

er Paktes erwartet. Gott sei

es gedankt, dass es nicht

passiert ist. Wir besuchten

auch die naheliegende

katholische Stadtpfarrkirche

„St. Philippus und Jakobus“,

die im heutigen Mittelpunkt

der Stadt Geisa liegt. Das

Glockenspiel, das der Pastor

dieser Kirche durch ein Spiel

an der Hebelklaviatur zum

Klingen brachte, war für uns

etwas Neues. Die wechselnden

Melodien, die täglich

zu verschiedenen Zeiten

erklingen, laden die Menschen

auf dem historischen

Kirchenplatz zum Verweilen

ein. Danach gingen wir ins

Altersheim, wo die Fuldaer

Srs. M. Gabriele und M.

Ildefonsa tätig sind. Dort beteten

wir die Vesper. Danach

haben die Schwestern uns

zum Abendessen eingeladen,

das sie mit viel Mühe und

Liebe vorbereitet hatten.

Zum Abschluss unseres

Treffens dankten wir Sr.

Rosalia und allen Schwestern

des Fuldaer Mutterhauses,

die uns schöne Tage

ermöglicht haben. Es war

eine bereichernde Zeit für

uns. Ein herzliches DAN-

KE sagen wir allen, die uns

ihre Zeit geschenkt haben.

Diese Tage bleiben uns in

»Voll Dank blicken wir auf unsere Anfänge in

Deutschland zurück.«

guter Erinnerung. Durch die

jährlichen Treffen werden

die Beziehungen zueinander

vertieft und das Heimatgefühl

lebendig gehalten. Wir

richten unseren Dank auch

an Sr. Primosa und Sr. Salvia

und an alle Oberinnen in Indien,

die seit 20 Jahren diese

Treffen arrangiert haben.

Voll Dank blicken wir auf

unsere Anfänge in Deutschland

zurück. Nach anfänglichen

Schwierigkeiten und

Fremdheiten fühlten wir uns

bald zu Hause. Das Mitleben

und Mitarbeiten in den

deutschen Gemeinschaften

und Einrichtungen hat

unseren Blick geweitet. Wir

sehen, wie weit das Werk

des hl. Vinzenz verzweigt

ist. Die deutschen Schwestern

haben uns durch ihr

26

Beispiel im vinzentinischen

Dienst gestärkt und ihre

Lebenserfahrung hat uns

bereichert. Dafür sind wir

ihnen sehr dankbar. Durch

unsere jährlichen Treffen

haben wir Gelegenheit, alle

4 Mutterhäuser kennenzulernen,

die den Wurzelgrund

für unsere Gemeinschaft in

Indien bilden. So danken wir

jeder einzelnen Schwester in

den Mutterhäusern Freiburg,

Fulda, Heppenheim und Pa-

derborn, die stets um unser

Wohlergehen bemüht waren.

Wir schenken ihnen dankbaren

Herzens unser Gebet.

Gott führt uns zusammen

trotz aller Verschiedenheit.

So wollen wir, gedrängt von

der Liebe Christi, gemeinsam

versuchen, den leidenden

Menschen zu helfen.

Sr. Ansa


„Weil DU in unseren Herzen wohnst“

Nach monatelanger

Vorbereitung wurde das

Kindermusical über das Leben

der hl. Luise „Weil DU

in unseren Herzen wohnst“

von den fast 80 Kindergartenkindern

des Kinderhauses

St. Luise mit einer

phantasievollen Umsetzung

auf der Bühne uraufgeführt.

Die Namenspatronin des

Kinderhauses St. Luise ist die

heilige Luise von Marillac,

deren Leben nun von den

Kindern mit großer Begeisterung

vor 380 Zuschauern

im Kolpinghauses Fulda

vorgespielt wurde.

Die Leiterin des Kinderhauses

St. Luise, Sabine Anderka,

hatte die vielen Gäste

und Angehörigen der Kinder

zu Beginn begrüßt und war

kurz auf die Entstehungsgeschichte

des Musicals

eingegangen. Nahezu jedes

der 80 Kinder im Alter von 3

bis 6 Jahren sei bei der Aufführung

eingebunden. Die

Durchführung eines solchen

Projektes sei aber nur mit

einem starken Team möglich

und so dankte sie schon

vorab allen Kolleginnen und

Kollegen herzlich für die gute

Arbeit, die sie in den vergangenen

Monaten mit den

Kindern geleistet hatten.

Anschließend führten

die Kinder dann in eindrucksvollen

Kostümen,

mit passenden Requisiten

27

Fulda

und vor einer ansprechend

gestalteten Kulisse das Leben

der hl. Luise vor, deren Rolle

gleich dreifach von den

Kindern besetzt worden war.

Es wurden Dialoge gesprochen,

gesungen und getanzt.

Beeindruckende Bühnenszenen

wie der Heiratsantrag

ihres Mannes Antoine an

Luise, der kecke Auftritt

der „reichen Damen“ oder

die Gründung der Ordensgemeinschaft,

dargestellt

durch die Einkleidung von

zehn Mädchen, wechselten

sich mit den schwungvollen

Gesangsstücken des Kinderchores

ab.

Das vollends begeisterte

Publikum belohnte

In eindrucksvollen Kostümen und vor einer ansprechend gestalteten Kulisse beteiligten sich fast 80 Kindergartenkinder

am Musical.


Fulda

die Kinder am Ende der

einstündigen Aufführung

mit viel Applaus und Bravo-

Rufen. Einige der Zuschauer

konnten nicht vermeiden,

sogar die eine oder andere

Träne zu verdrücken, so

herzergreifend hatten die

Kinder das Leben der Heiligen

nachgespielt. In einer

kurzen Ansprache dankte

Fuldas Oberbürgermeister

Gerhard Möller den Kindern

und den Erzieherinnen und

sprach ein großes Kompliment

„für einen großartigen

Nachmittag“ aus. Es sei

ein ambitioniertes Projekt

gewesen, das aber in ein

wunderbares Gesamtkunstwerk

gemündet sei, so der

OB weiter. Dankesworte

sprach auch die Vorsitzende

des Elternbeirates, Carolin

Farnung, die gemeinsam

mit der Vorsitzenden des

Fördervereins Annette Licht

einen Blumengruß an Sabine

Anderka überreichte.

Überhaupt erst möglich

gemacht hatte diese Aufführung

eine Zusatzförderung

der Stadt Fulda im Rahmen

der speziellen Sprachförderung

für Kinder mit schwierigem

Sozialindex. Das Kinderhaus

St. Luise hatte sich

mit einem Theaterprojekt

beworben und nach einem

Auswahlverfahren von der

Stadt Fulda 10.000 Euro zur

Durchführung des Projektes

erhalten. Der Höhepunkt

dieses Projektes war das

selbst inszenierte Musical

„Weil DU in unseren Herzen

wohnst – Das Leben der

heiligen Luise“.

Bereits einige Wochen

vor der Aufführung waren

von zwei kostümierten

Hauptdarstellern des Musicals

Bischof Heinz Josef

Einkleidungsszene

28

Algermissen, OB Möller,

Bürgermeister Dr. Wolfgang

Dippel und Stadtpfarrer

Winfried Reith bei einer

kurzen Stippvisite persönlich

eingeladen worden.

Harald Hochgreef, Fulda

Die Hauptdarsteller des Stückes „Weil Du in unseren Herzen wohnst“


29

Untermarchtal

Weltjugendtag mit vinzentinischem Jugendtreffen

Die Liebe ist unendlich

erfinderisch – und

verbindet über Sprachgrenzen

hinweg. Das durften 21

junge Erwachsene und vier

Untermarchtaler Schwestern

im August letzten Jahres

erleben. Auf einer Reise zum

Weltjugendtag sowie einem

internationalen vinzentinischen

Jugendtreffen in

Madrid waren Erfindungsgeist

und Kreativität gefragt,

um sich mit den anderen

Teilnehmern verständigen

zu können.

Während der Tage in

Madrid war die Schule „Inmaculada

Marillac“ unser

Zuhause. Sie gehört den

spanischen Vinzentinerinnen

und befindet sich direkt

neben dem Provinzhaus.

Bei der Ankunft wurden

wir freudig begrüßt und

bekamen unsere Klassenzimmer

zugewiesen, die als

Schlafräume benutzt wurden.

Am Abend gab es eine

Willkommensveranstaltung,

bei der alle englischsprachigen

Gruppen des vinzentinischen

Treffens vorgestellt

wurden. In anderen Schulen

waren außerdem spanische,

portugiesische, französische

und italienische Sprachgruppen

untergebracht. Aber

auch bei uns ging es sehr

international zu. Außer uns

waren die Österreicher die

einzige deutschsprachige

Gruppe. Die anderen kamen

aus Polen, USA, Slowenien,

Thailand, Griechenland und

den Philippinen, um nur

einige zu nennen.

In den nächsten Tagen

hatten wir ein volles Programm.

Morgens gab es

verschiedene Katechesen

(natürlich auf Englisch!)

sowie die Feier der Eucharistie.

Am Nachmittag waren

Workshops angesagt, wo man

verschiedene vinzentinische

Themen bearbeitete, z. B. ein

Austausch über die drängendsten

Probleme unserer

Zeit oder die Besichtigung eines

vinzentinischen Projekts.

Den krönenden Abschluss

des vinzentinischen

Treffens bildete ein Fest am

Montag abend, zu dem alle

Sprachgruppen zusammen

kamen. Die Spanier hatten

im Garten des Provinzhauses

verschiedene Stände aufgebaut,

welche die verschiedenen

Regionen Spaniens

repräsentierten, und zwar

mit Tracht und kulinarischen

Köstlichkeiten. Daneben

gab es auf einer Bühne

auch immer wieder Vorführungen

regionaler Bräuche

wie z.B. Tänze. Gelegenheit

zur Begegnung war auch.

Am Dienstag begann

dann der eigentliche Weltjugendtag.

Wir bekamen

unsere Pilgerausweise und

Gemeinsame Teilnahme an einer der vielen Veranstaltungen


Untermarchtal

den Pilgerrucksack. Abends

wollten wir zum Eröffnungsgottesdienst

auf die Plaza de

Cibeles, wo wir zum ersten

Mal einen Eindruck von den

Menschenmassen bekamen,

die uns von jetzt an begegnen

würden.

Ab Mittwoch fanden die

Katechesen statt, die ein

zentraler Punkt im Pilgerprogramm

waren. Da unsere

Diözese keine eigenen

Katechese-Angebote hatte,

suchten wir die nächstgelegene

Kirche, wo eine deutsche

Katechese stattfand und

landeten in der Iglesia San

Agostino, wo das Bistum

Limburg seine Katechsen

mit anschließender Eucharistiefeier

organisierte. An

jedem Tag war ein anderer

Bischof dran: Mittwoch

Bischof Felix Genn von

Die Untermarchtaler Pilgergruppe

Münster, Donnerstag Bischof

Franz-Josef Overbeck

von Essen und am Freitag

Bischof Franz-Peter Tebartz

van Elst von Limburg. Dabei

ging es um das Feststehen

im Glauben und darum, in

Christus verwurzelt und auf

ihn gegründet zu sein. Denn

das war das Thema dieses

Weltjugendtags.

Den Höhepunkt bildeten

natürlich der Samstag und

Sonntag mit den Gottesdiensten

mit dem Papst auf

dem ehemaligen Flughafengelände

„Cuatro Vientos“

(= Vier Winde). Nach zwei

Stunden Fußweg bei über

40° C waren wir endlich

dort – und kein bisschen

Schatten (außer hinter den

Dixi-Klos, wie eine unserer

Teilnehmerinnen entdeckte).

Vier Liter Wasser waren bei

30

dieser Hitze schnell getrunken

und immer wieder kam

die Feuerwehr mit ihren

Löschschläuchen vorbei, um

uns etwas Abkühlung von

oben zu verschaffen.

Trotz der Hitze war die

Stimmung gut und alle

freuten sich auf die Vigil

mit dem Papst. Auch das

Gewitter mit dem Sturm tat

der guten Stimmung eigentlich

keinen Abbruch. Am

Morgen wurde es schnell

wieder warm und während

des Gottesdienstes waren wir

über unsere Pilgerhüte froh.

Ein gemeinsames Abendessen

mit unserem letzten

Essensgutschein bildete den

Abschluss des Tages.

Am Montag reisten

wir wieder zurück. Müde,

aber glücklich landeten wir

um kurz nach halb elf Uhr

abends in Stuttgart und freuten

uns über die Durchsage

der Stewardess: „Herzlich

willkommen im Ländle. Und

a guat’s Nächtle!“

Ein herzliches Vergelt’s

Gott allen, die diese Reise

unterstützt haben – sei

es durch tatkräftige oder

finanzielle Hilfe oder auch

die Begleitung im Gebet!

Es war für uns eine geistliche

Erfahrung, die viel Mut

gemacht und auch unseren

eigenen Glauben gestärkt

hat. Danke!

Sr. Luise Ziegler


Das Ruhegebet einüben

Der bekannte Buchautor

Dr. Peter Dyckhoff hat

ein neues Buch über das

„Ruhegebet“ herausgegeben.

Diese Gebetsform geht bis

ins 4. Jahrhundert zurück

und ist trotzdem für betende

Menschen von heute eine

stützende Gebetshilfe. Bei

aller Schnelllebigkeit gibt es

heute eine große Sehnsucht

nach Stille, Schweigen und

Ruhe, um den alltäglichen

Aufgaben gelassener nachgehen

zu können.

Das „Ruhegebet“ erinnert

uns an unser Grundbedürfnis,

eine ausgewogene Span-

herausgegeben im Auftrag der Föderation Vinzentinischer

Frauengemeinschaften vertreten durch

Schwester M. Veronika Häusler, Klosterhof 20,

86911 Dießen, Tel.: 08807/92409-43,

E-Mail: srveronika@gmx.de, und

Diakon Wolfgang Dausch, Tel. 089/514105-165,

E-Mail: wolfgang.dausch@barmherzige.net.

Erscheinungsweise vierteljährlich.

Die Zeitschrift kann bezogen werden über obige

Adresse. Das Jahresabonnement kostet einschließlich

Versand 8,– € und wird im 1. Quartal erbeten:

Mutterhaus Fulda, Sparkasse Fulda 41 026 414

(BLZ 530 501 80).

Abbestellung nur zum 31.Dezember mit einmonatiger

Kündigungsfrist.

Korrespondentinnen in den Mutterhäusern/

Provinzhäusern:

Augsburg: Sr. M. Margarete Bail

nung zwischen aktivem und

ruhigem Leben zu suchen.

Die vor und mit Gott gelebte

Ruhezeit, täglich zweimal

und nie länger als ca. 20 Minuten

lang, hilft durch den

Alltag und schenkt eine neue

Geborgenheit in Gott.

Wer das Inhaltsverzeichnis

des Buches liest, wird

sicher neugierig werden

auf diese einfache Gebetsmethode.

Die einzelnen

Kapitel schenken Hilfe für

den Übungsweg und geben

Verständnishilfen in schwierigen

Gebetsphasen, um auf

dem Weg zu bleiben. Das

31

Literaturtipp

Wissen um Gottes Gegenwart

schenkt Frieden und

breitet sich aus auf Leib und

Seele.

Der Autor übt diese

Gebetsweise schon jahrelang

und ermutigt aufgrund

seiner Erfahrungen, einfach

damit anzufangen.

Sr. Ursula Bittner

Peter Dyckhoff:

Das Ruhegebet

einüben

2011 Verlag Herder, Freiburg

ISBN 978-3-451-32397-3.

Freiburg: Sr. Helene Frank

Fulda: Sr. Felizitas Renkel

Heppenheim: Sr. Christine Lorey

Hildesheim mit Region Peru: Sr. Regina Maria

Lührsen

Innsbruck mit Region Tansania: Sr. Pauline Thorer

Provinz Meran: Sr. Klara Rabensteiner

München: Wolfgang Dausch

Paderborn: Sr. Ursula Bittner

Straßburg: Sr. Marguerite Schwein

Suwon: Sr. Katharina Cha

Treviso: M. Lorenza Sponton

Untermarchtal mit Region Tansania: Sr. M. Karin

Weber

Wien: Sr. Sigharda Leitner

Zams: Sr. M. Gerlinde Kätzler

Provinz Graz-Mitteleuropa (TdCL): Sr. Magdalena

Pomwenger

Grafik und Produktion: Don Bosco Medien GmbH


Brücke

Text: Sr. Ursula Bittner // Foto: Heidi Bittner

32

Von Bogen zu Bogen

entsteht diese Brücke.

Von Stunde zu Stunde

vergehen die Jahre.

Von Woche zu Woche

spielt sich Alltag ab.

Von Monat zu Monat

ziehen Jahreszeiten vorbei.

Von Jahr zu Jahr

schenkt Gott Lebenszeit.

Zwischen Geburt und Tod

ist Gott immer bei mir.

Von jetzt auf gleich

sage ich ihm mein Danke.

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