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möbel kultur 10/21

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ZKZ 4937

10 I 2021

MAGAZIN FÜR DAS MÖBEL-BUSINESS

Prozesse im

Klimablick

Nachhaltige Lösungen

rücken immer mehr

in den Fokus

&

Highlights

Challenges

Foto: Schüller

Das hat die Branche auf den

Herbstmessen bewegt

OUTDOOR-TRENDS

DIE NEWS ZUR

SAISON 2022

Miele: „Green Performances“

Supersalone: Molto bene!

Jysk: Mehr als ein Rebranding

imm cologne: Offensiv in den Januar

BSH: Mit Alexa ans Küchen-Cockpit

Calligaris: Die Story zum Fatboy-Deal


TOP-THEMA/MESSEHERBST

Einrichten statt Reisen heißt

in Corona-Zeiten vielfach

die Devise. Urlaubsfeeling

zauberte deshalb Femira mit

Hilfe von Digitaldruck auf

das Boxspringbett.

Margen

unter Druck

Raus aus dem Homeoffice, rein in die Messen: Trotz aller Herausforderungen,

denen sich die Branche gegenüber sieht, war die

Freude groß, endlich wieder Ware live zu sehen, anzufassen und

auszuprobieren. Business as usual? Ganz klar nein. Die M.O.W. und

die Hausmessen haben gezeigt, dass die Pandemie und deren Begleitumstände

das Gleichgewicht der Märkte empfindlich gestört haben.

Die „möbel kultur“ zeigt Highlights, aber auch Knackpunkte auf.

Die M.O.W. 2021 fand als die

erste Branchenveranstaltung

in Deutschland nach den

Lockdowns wieder real statt. Nahezu

die gesamte Fläche der 85.000 qm

großen Ausstellung im Messezentrum

Bad Salzuflen war belegt. Alle

17 Hallen wurden geöffnet. Circa

die Hälfte der 405 Aussteller aus

30 Nationen kamen aus Deutschland,

gut die andere Hälfte aus

dem Ausland (Vergleich 2020: 159

Unternehmen aus Deutschland, 170

Unternehmen aus dem Ausland).

Wobei Polen, die Niederlande, Dänemark,

Italien und die Türkei aktuell

am stärksten Flagge zeigten. Wegen

der anhaltenden Pandemie war

Europa in diesem Jahr zahlreicher

präsent, Asien vergleichsweise wenig.

Persönliche Begegnungen, der

Austausch, Netzwerken und das

haptische Möbelerlebnis hat gefehlt,

was sich positiv auf die Stimmung

auswirkte, so lautet das Fazit der

M.O.W.-Veranstalter, die den Messestandort

Ostwestfalen als internationale

Plattform für Möbel gestärkt

sehen.

Dennoch gibt es branchenseitig

durchaus Knackpunkte, an denen

weiter gearbeitet werden muss.

24 möbel kultur 10/2021


1Fehlendes Fundament

Nach anderthalb Jahren Pandemie

hat die Branche ihre Bezugsgrößen

verloren. Weder der V-Verlauf im

vergangenen Jahr noch die vom

langen Winter-Lockdown geprägte

diesjährige Konjunktur lassen sich

miteinander vergleichen. Also

schauen die Zahlen-Experten auf

das „normale“ Jahr 2019, was wohl

die sinnvollste Maßnahme ist. Das

hilft aber immer noch kein bisschen

weiter, um zu prognostizieren,

wie und auf welcher Basis sich das

Jahr 2022 entwickeln wird. Da gibt

es fast so viele Meinungen, wie es

Aussteller auf den Herbstmessen gab.

Der größte Konsens lässt sich wohl

so zusammenfassen: Die Nachfrage

hält an, die Unwägbarkeiten entlang

der Wertschöpfungskette aber

auch. Unter allen Preissegmenten

leidet der Discount am meisten,

weil die Renditen schon dramatisch

abgeschmolzen sind. Dieter

Hilpert hat das für die Bega-Gruppe

mit zuletzt 525 Mio. Euro Umsatz

als Problem erkannt und zu einer

Ertrags-Trendumkehr im kommenden

Jahr aufgerufen.

2

Decke.“ „Das sind Hiobsbotschaften

mit gewaltiger Spontaneität.“ Um

nur einige der Stimmen aus der

Industrie zu nennen, die die „möbel

kultur“-Redaktion während ihres

Messebesuches aufgeschnappt hat.

Auf der M.O.W.-Pressekonferenz,

zu der auch Jan Kurth geladen war,

Handel und Industrie

betonte der VDM-Geschäftsführer

liegen im Clinch

abermals, dass die Beschaffung

Die Totenstille, die sich in einige und die Preisgestaltung derzeit die

Händler-Lieferanten-Beziehungen herausfordernden Themen in der

eingeschlichen hat, ist eigentlich Möbelindustrie sind. „Alles ist knapper

und teurer geworden, um Möbel

eher aus der Lebensmittelbranche

bekannt. Wenn Edeka und Uni- herzustellen.“ Sicher sei, dass die

lever miteinander streiten, herrscht Preissteigerungen am Markt weitergegeben

werden. In Gesprächen mit

drei Monate Schweigen, bevor eine

Partei zuerst zuckt. In der Möbelbranche

ist das in diesem Umfang Erhöhungen von 10 bis 15 Prozent

den Herstellern wurden durchaus

neu und wäre ohne das „Bamberger genannt. Ob damit die gestiegenen

Kosten aber auf den Vorstufen

Urteil“ kaum möglich gewesen. Laut

VDM sei damit eindeutig festgestellt kompensiert werden können, bleibt

worden, dass der unter dem Begriff abzuwarten, weil die weitere Entwicklung

bis ins nächste Jahr völlig

„Konventionalstrafen“ eingeforderte

Schadensersatz unzulässig ist. Dieses unwägbar ist. Nicht ohne Grund

Urteil hatte das Selbstbewusstsein spricht Bega-Boss Dieter Hilpert von

der Industrie gestärkt – bei Rauch, einer Renditedelle, denn die Rohstoffpreiserhöhungen

kann auch die

Forte und anderen in ganz besonderem

Maße, was teilweise Vertragskündigungen

nach sich gezogen und die gestiegenen Preise habe man

große Bega-Gruppe nicht abfedern

hatte, wenn der Handel das Urteil in vielen Fällen für die polnischen

anders interpretierte. Das wiederum

führte dazu, dass die Händler

Produktionspartner 4geschultert.

ihre Einkaufszettel neu schreiben

mussten, weil einige Kernlieferanten

zur Herbstmesse nun mit einem

roten X markiert waren. Das Ergebnis:

Seit Jahren haben Erstaussteller

keine so gute Chance mehr gehabt

in Deutschland ins Geschäft zu kommen.

Denn der Handel ist mehr

oder weniger gezwungen, offen für

Alternativen zu sein.

Für oben

ohne gab es

keinen Eintritt:

Humorvoll

inszenierte die

3 C-Gruppe die

Maskenpflicht

während der

Möbelmeile.

3Materialversorgung problematisch,

Preise steigen

Die schwierige Beschaffung von

Vormaterialien, damit verbundene

Preiserhöhungen und auch Lieferzeiten

waren das beherrschende

Thema auf der Messe. Die Problematik

ist zwar nicht neu, hat

sich allerdings im Laufe des Jahres

immer mehr zugespitzt. Und betrifft

inzwischen sämtliche Materialien.

Aktuell besonders im Fokus: Metallteile.

„Verfügbarkeiten und Materialpreise

– es bleibt nervenaufreibend“.

„Die Preise gehen durch die

Logistikkosten explodieren

In brisante Höhen katapultieren sich

im Übrigen auch die Container-

Preise. Die Frachtkosten aus Asien

sind in den letzten 18 Monaten

gigantisch gestiegen und liegen aktuell

im fünfstelligen Bereich. Damit

einher gehen könnte ein Umdenken

in puncto Sourcing Richtung Europa.

Polstermöbel im Einstiegsbereich

beispielsweise aus China zu importieren,

dürfte sich kaum noch rechnen.

Ganz abgesehen davon, dass es

inzwischen fast nicht mehr möglich

ist, Lieferzeiten für Möbel aus Asien

präzise zu benennen. „Wir finden

eine Marktsituation vor, in der der

Handel auf verlässliche Lieferungen

angewiesen ist“, sagte Jan Kurth. Verfügbarkeit

schlägt also Preis – Europa

schlägt Asien?

10/2021 möbel kultur 25


TOP-THEMA/SUPERSALONE

Der „Supersalone“:

Endlich wieder Messe in

Mailand, wenn auch anders

und kleiner als sonst.

Molto bene!

Ein Signal an die Branche, ja an ganz Italien, war der „Supersalone“, der Anfang

September stattfand. Nachdem die Mailänder Möbelmesse im April 2020 und

2021 pandemiebedingt abgesagt werden musste, hatten sich die Veranstalter

entschieden, lieber eine kleinere, als gar keine Ausgabe auf die Beine zu stellen.

Immerhin 60.000 Besucher:innen, darunter auch der italienische Präsident

Sergio Mattarella, machten sich ein Bild.

Auch die City in Mailand

lockte Interessierte wieder

mit einigen Design-Events.

Respekt! In diesen Zeiten ein

internationales Messe-Event

auf die Beine zu stellen, war

eine echte Leistung. Der Mailänder

„Supersalone“ hat gezündet. Auch

wenn alles anders war als sonst.

Statt XXL-Ständen lockten kleinere,

kreative Präsentationen zum Vorbei-

Flanieren. 425 Marken präsentierten

ihre Produkte, davon 16 Prozent aus

dem Ausland. Und erstmals waren

nicht nur Fachbesucher:innen, sondern

auch die Öffentlichkeit geladen.

Wobei rund die Hälfte dann

doch Händler bzw. Einkäufer waren.

Insgesamt 60.000 Besucher:innen

zählten die Veranstalter bis Messeschluss,

davon 30 Prozent aus 113

Ländern. Und immerhin 1.800

Journalist:innen hatten sich für das

Event akkreditiert. So waren die

Gänge gut gefüllt, doch weit entfernt

vom üblichen Gedränge. Die

wichtigsten Trends: Nachhaltigkeit,

Naturmateria lien und warme, erdige

Farben.

Weitere Pluspunkte: Man konnte

sich schnell einen Überblick verschaffen.

Und in Sachen Nachhaltigkeit

setzte der „Supersalone“ Maßstäbe,

denn alle Messestände waren

rückbaubar und wiederverwertbar

konzipiert. Und das Beste waren

natürlich endlich wieder die echten

Begegnungen und die persönlichen

Gespräche. Alles bei feinstem Son-

nenschein, der die Besucher:innen

auch zu den Events in der Mailänder

City lockte. Entsprechend zufrieden

und emotional zeigte sich Messepräsidentin

Maria Porro nach Abschluss

der Veranstaltung. „Es war wichtig,

diesen ersten, entscheidenden

Schritt zu tun – um unsere Präsenz

spürbar zu machen und ein Signal

an das ganze Land zu senden. Wir

haben es geschafft!“

Der nächste reguläre Salone del

Mobile soll vom 5. bis 10. April

2022 über die Bühne gehen. Dann

wird die 60. Ausgabe groß gefeiert.

HEIKE GESSULAT, EVELYNE BECKMANN

www.salonemilano.it

Fotos: möbel kultur; Salone del Mobile.Milano, Diego Ravier, Hans Lucas

28 möbel kultur 10/2021


Der kleine „Lithyalin Table“,

designt by Dechem Studio,

besteht aus gebürstetem

Messing und einer marmorähnlichen

Lithyalin-Glasplatte.

Links: Entworfen von Patricia

Urquiola für Kartell: die charmante

Polster-Kollektion „Lunam“. Unten:

Der Lounge-Sessel „119“ von

Sebastian Herkner für Thonet.

Der isländische Künstler

Olafur Eliasson entwarf

für Moroso das raffiniert

konstruierte Regal

„Secret Cubic Shelves“

Ein Sitz-Feeling wie auf einem

kleinen Thron – mit den Sesselchen

„Flair O“ von B&B Italia.

Die perfekte Ergänzung zum Tisch

„Allure O“ (Design: Monica Armani).

Links: Die „Pacific“-Kollektion,

entworfen von Patricia Urquiola für

Moroso, bietet ein intimes Sitzerlebnis

und erinnert an einen

schützenden Kokon.

Rechts: Zu den Top-Neuheiten

gehörte der charakterstarke

Rocking Chair „Sitali“-

(Fratelli Boffi). Links: Wie ein

Experiment mit materialisiertem

Wasser wirkt die Outdoor-

Kollektion „A‘mare“ von Edra.

10/2021 möbel kultur 29


IMM COLOGNE

„imm cologne“: „Die Messe findet definitiv statt“

Offensiv in den Januar

Ein starkes Zeichen, dass internationale Messen jetzt wieder möglich sind, setzt die Koelnmesse mit ihrer Ansage, dass die

„imm cologne 2022“ definitiv stattfinden wird. Für die kommende Veranstaltung – 17. bis 23. Januar 2022 – erwarten Oliver

Frese und sein Team rund 800 Aussteller aus 47 Ländern. Zusätzlich präsentieren die Macher mit der „imm cologne 365“

ein Konzept, das die Leitmesse auf ein neues Level hebt und eine Plattform für Business, Networking und Inspiration bietet.

Nicht nur Oliver Frese,

Geschäftsführer, und Matthias

Pollmann, Geschäftsbereichsleiter

Messemanagement der Koelnmesse

sowie Claire Steinbrück,

Director „imm cologne“ fiebern

der Veranstaltung, die vom 17. bis

23. Januar 2022 über die Bühne

gehen wird, bereits entgegen. Das

gesamte Team um die Führungsmannschaft

freut sich auf die „imm

cologne 2022“. Endlich geht zum

Jahresstart wieder die Leitmesse

der deutschen Möbelindustrie

über die Bühne. „Ich glaube, ich

brauche Ihnen nicht zu sagen, wie

sehr ich mich freue, Sie heute hier

im Congress-Centrum Nord, also

mitten in unserem Messegelände,

begrüßen zu können“, betonte Oliver

Frese auf der Pressekonferenz

Ende September. Er setzt jetzt auf

den erfolgreichen Restart der Messe.

Die „imm cologne“ schöpfe dabei

ihre Stärke aus einer einzigartigen

Mischung aus großen nationalen

und internationalen Marken, der

leistungsstarken deutschen Industrie

und einer unvergleichlichen Angebotsbreite.

Und sei wieder gleich zu

Beginn des Jahres das relevanteste

Forum der Interior-Design-Branche

weltweit – auch wenn die Ausgabe

2022 kleiner ausfallen wird, als die

letzte Veranstaltung noch vor der

Pandemie im Januar 2020.

Mit rund 800 erwarteten Ausstellern

wird im Vergleich rund 75

Prozent der Fläche belegt sein. Über

70 Prozent der Unternehmen kommen

dabei aus dem Ausland, aus 47

Nationen (2020: 53), was die Internationalität

deutlich macht.

Der Grund für die geringere Teilnehmerzahl

ist vor allem das Fehlen

von Unternehmen aus Fernost, die

2020 noch mit rund 250 Herstellern

dabei waren, insbesondere aus

China. „Mit der ,imm cologne‘ 2022

setzen wir ein starkes Zeichen, dass

internationale Messeveranstaltungen

in Deutschland wieder möglich sind

und das ist vor dem Hintergrund des

internationalen Wettbewerbes auch

gut so!“, so Oliver Frese.

Mit dabei sind definitiv, u. a. Cor,

Kettnaker, Bielefelder Werkstätten,

Wittmann, Team 7 und Edra im

„Pure“-Bereich, die Polipol-Gruppe,

Venjakob, Hartmann, Decker, Schlaraffia

und Gautier im Segment

„Home“ sowie unter dem Stichwort

„Connect“ z. B. Kesseböhmer.

Der konzeptionelle Leitgedanke

der „imm cologne“ ist das Bekenntnis

zur Veränderung, weshalb die

Messe 2022 unter dem Motto „It‘s

Time for Exchange“ steht. „Messen

dürfen niemals stillstehen, müssen

sich verändern, immer“, erläutert

Oliver Frese. Er nennt drei Thesen,

um darzulegen, welche Funktionen

eine internationale Leitmesse wie

die „imm cologne“ jetzt und in der

Zukunft wahrnehmen muss: „Eine

Messe muss Business generieren!

Eine Messe muss digitaler werden!

Eine Messe muss Emotionen

verkaufen!“

Die digitale Transformation der

Messewirtschaft hatte sich schon

vor Corona abgezeichnet. Mit der

„imm cologne 365“ wurde nun ein

Konzept entwickelt, das die internationale

Leitmesse auf ein neues

Level hebt und der Industrie eine

Plattform für Business (vor Ort auf

der Messe), Networking (mit dem

Business-Netzwerk „ambista“) und

Inspiration (mit „the magazine by

imm cologne“, der Content-Plattform

für die neusten Trends und

Innovationen der Interior-Szene)

Eine Messe muss

Emotionen verkaufen.


„Die ,imm cologne‘

ist wieder gleich zu

Beginn des Jahres

das relevanteste

Forum der Interior-

Design-Branche

weltweit“, macht

Oliver Frese,

Geschäftsführer

der Koelnmesse,

deutlich.

Oliver Frese

bietet. Damit sei die „imm cologne

365“ nicht nur Messe an sieben

Tagen im Jahr, sondern lässt neues

Business jeden Tag entstehen und

bringt so die Branche auf internationalem

Top-Niveau zusammen (siehe

Interview rechts).

Für Emotionen sorgt zudem u. a.

„Das Haus“, welches 2022 bereits

zum zehnten Mal gezeigt wird. Dieses

Mal wird ein Apartment-Haus

im Mittelpunkt stehen, mit neuen

Formen des urbanen Wohnens. Die

Designer, die die Koelnmesse für das

Projekt gewinnen konnte, sind Luca

Nichetto, Sebastian Herkner und

das Studio Truly Truly. Ein weiteres

zentrales Thema ist Nachhaltigkeit

u.a. unter dem Stichwort Matratzenrecycling

(Halle 9).

Auch der Verband der Deutschen

Möbelindustrie setzt auf die kommende

„imm cologne“. „Nicht nur

im politischen Umfeld wird intensiv

auf Deutschland geschaut. Auch die

deutsche Möbelindustrie steht stark

im Fokus – sowohl auf europäischer

Ebene als auch interna tional“,

betont VDM-Geschäftsführer Jan

Kurth.

„Deutschland ist nach China und

den USA der drittgrößte Möbelproduzent

in der Welt und der größte

in Europa. Auch nachfrageseitig ist

Deutschland von besonderer Bedeutung:

Wir sind der umsatzstärkste

Möbelmarkt in Europa.“ 2020 wurden

hierzulande pro Haushalt 760

Euro für Wohnen und Einrichten

ausgegeben, ein Plus von 40 Euro

im Vergleich zu 2019. Dazu kommt,

dass die deutschen Hersteller immer

mehr Möbel im Ausland absetzen

und parallel dazu der Anteil der

importierten Möbel in Deutschland

steigt – auf 54 Prozent im ersten

Halbjahr 2021.

Alles Gründe, warum der VDM

sich für die Messe stark macht. Die

Fotos:Koelnmesse

30 möbel kultur 10/2021


„imm cologne 365“: Kölner Dreiklang

„imm cologne“ sei als Leitmesse

von ganz besonderer Bedeutung

und eine wichtige Triebfeder für

Innovationen. „Unsere Hersteller

finden eine breite, attraktive Plattform,

um dem deutschen Möbelhandel

ihre Neuheiten zu präsentieren

und – angesichts von hoher

Sparquote und weiterhin hohem

Einrichtungsbedarf – Wachstumspotenziale

im Inland zu heben. Zudem

bieten sich über Kontakte zu ausländischen

Einkäufern zusätzliche

Absatzchancen für „Möbel Made

in Germany“, sagt Jan Kurth. Die

Messe bietet deshalb das neue Konzept

„German Hub“. Hier sollen

gezielte Sortimente auf begrenzter

Fläche in einem einheitlichen und

hochwertigen Umfeld unter der

gemeinsamen Flagge „Möbel Made

in Germany“ präsentiert werden.

„Das Erleben der Ware, Trendscouting

sowie Networking und das

Ordern auf der Messe vor Ort sind

essenziell für den Handel und bilden

die Basis für ein nachhaltiges Kundenerlebnis

im Fachhandel“, betont

zudem auch BVDM-Geschäftsführer

Christian Haeser. Der Restart der

,imm cologne‘ ist hierfür das richtige

Zeichen.“

FACTS

❯❯

„imm cologne“ 2022: 17. -23. Januar

❯❯

Anzahl der Aussteller: ca. 800

❯❯

Internationalität: 47 Nationen

❯❯

Hallenbelegung: 2 bis 11

❯❯

Bereiche. „Pure“, „Home“ und

„Connect“

❯❯

Neu: „German Hub“ in Halle 8

www.immcologne.de

möbel kultur: Die „imm cologne“ 2022 stellt sich neu

auf. Wie kam es dazu?

Matthias Pollmann: Wir haben uns gefragt: Was

bedeutet Corona für uns als Messever an stalter?

Die Antwort war schnell klar. Die Messe muss sich

mit dem Markt weiterentwickeln, aber das Live-

Event soll unser Herzstück bleiben. Damit wir

auch in der Zukunft erfolgreich am Markt operieren

können, müssen wir unsere Digitalaktivitäten

ausbauen. Wichtig bei all unseren Überlegungen

war es aber auch, die „imm cologne“ nicht bloß

im Internet zu verlän gern, sondern neue Konzepte

zu entwickeln, um unseren Kunden eine

dynamische Business-Plattform

bieten zu können, die

sich agil an ein sich schnell

veränderndes Umfeld anpasst.

Ich bin mir sicher, dass wir mit

der „imm cologne 365“ ein

Konzept entwickelt haben, das

die internationale Leitmesse

auf ein neues Level hebt, um

der Industrie die beste Plattform

für Business, Netzwerken

und Inspiration zu bieten. Die

Marke „imm cologne“ entfacht

so ihre volle Kraft – und das

365 Tage im Jahr.

möbel kultur: Was bedeutet das

konkret?

Claire Steinbrück: Ganz im

Sinne unseres Leitgedankens

„Time for exchange“ wollen

wir zusammen mit der

Branche Lebenswelten neu

gestalten. Die „imm cologne

365“ ist ein Pro dukt, das

aus der Erkenntnis entstanden

ist, dass es auch nach der

Corona-Pandemie eine neue

Präsenz kultur geben wird,

dass Trends keinem Zeitplan

folgen und wir der Branche

365 Tage im Jahr die Möglichkeit

geben wollen, Business zu

generieren. Deshalb besteht

die „imm cologne 365“ aus

drei Bausteinen, die perfekt

aufeinander abgestimmt sind: dem Live-Event

„imm cologne“ als Branchen-High light gleich

zum Jahresauftakt, „the magazine by imm cologne“

und „ambista“, unserem Business-Network.

In dem neuen Online-Maga zin „the magazine

by imm cologne“ dreht es sich um alles, was

die Welt der Einrichtungsbranche bewegt und

bewegen wird – eingeteilt in vier spannende

Themenbereiche. Bei der digitalen Branchenplattform

„ambista“ stehen Produkte, Produktneuheiten

und Business-Matching im Fokus.

Damit bietet „ambista“ beste Voraussetzungen

für ein branchenübergreifendes Networking und

eine qualifizierte Leadgenerierung an 365 Tagen

im Jahr. Zusammenfas send bedeutet dies, dass

unser Fokus in Zukunft darauf liegt, Wissen,

Content und Business auch ins Netz ganzjährig

zu übertragen.

möbel kultur: Worin liegen die Chancen in diesem Modell?

Claire Steinbrück: Die Frage ist, wo die Chancen

der Digitalisierung – über

Corona hinaus – für Messen

liegen. Fast alle haben

ein digitales Angebot.

Unsere Antwort geht aber

weit über einen Hybrid

hinaus. Es geht vielmehr

darum, wie wir es erreichen

können, dass wir

eine ganzjährige Relevanz

bekommen, einen

365-Tage-Ansatz. Das ist

die Zukunft der Messe,

von der auch unsere Kunden

enorm profitieren

„It‘s Time for Exchange“: Matthias Pollmann,

Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der

Koelnmesse und Claire Steinbrück, Director „imm

cologne“, erläutern das neue Konzept der „imm

cologne 365“.

können. Und mit unserem

Konzept führen wir aus

unserer Sicht die Messe

auf ein neues Level. Und

zwar nicht als Selbstzweck,

sondern weil wir glauben,

dass unsere Kunden so

mehr Erfolg haben werden

und wir die Branche

als Ganzes voranbringen.

möbel kultur: Und wie profitieren

die Kunden von diesem

Dreiklang?

Matthias Pollmann: Mit

der „imm cologne 365“

haben wir ein Konzept für

eine zukunftsfähige Business-Plattform

entwickelt,

die die richtigen Menschen

zur richtigen Zeit am richtigen

Ort zusammenführt. Unsere Kunden können

neben der Präsenzmesse jetzt von digitalen Tools

profitieren, die neue Reichweiten schaffen und

so vielfältige Möglichkeiten bietet, Business zu

entfachen. Damit wird die imm cologne nicht

nur Business-Messe, sondern lässt neues Business

entstehen und bringt so die Branche auf internationalem

Top-Niveau zusammen.

10/2021 möbel kultur 31


KÜCHE

Große Bühne für Quatsch(en) & Comedy: Die Moderation zur Verleihung

des Goldenen Dreiecks gelang Thomas Hermanns mit Bravour.

Im Gespräch: Laura Karasek (u.a. Autorin, Moderatorin), Eloy de

Jong (Ex-Sänger „Caught in the Act“), Sarah Engels (ehemals Lombardi)

und Box-Champion Henry Maske. Am Samstagabend startete

zudem Ralf Schmitz den Angriff auf die Lachmuskeln.

MHK Kongress: „Endlich wieder Begegnung“

Digital in die Pole Position

Zwei Mal musste die MHK Group das Jahrestreffen pandemiebedingt verschieben, am ersten

Oktober-Wochenende war es endlich soweit: Reduzierter im Programm, aber voller Höhepunkte

fand das Berliner Event mit rund 1.600 Mitgliedern und Partnerlieferanten statt. Neben dem

bekannten Glamour wurde dabei auch Zukunftsthemen wie agilen Prozessen eine Bühne gegeben.

GEWINNER

...für die „schönste Küche 2021“:

❯❯

1. Platz: Christiane und Markus

Köbert/Jörg Adrian, Adrian Küchen

Aschaffenburg

❯❯

2. Platz: Silke Murschel und Oliver

Freihofer/Hass Küche & Raumdesign

Team Besigheim

❯❯

3. Platz: Lena Hartmann und Fabian

Hörtz/Dierk Dickmann, Dickmann

Küchen Kirchheim-Teck

❯❯

Sonderpreis für die perfekte

Raumausnutzung: Jörg Liebig,

Venschott, Greven

www.mhk.de

Noch nicht das große Europa-Treffen

(dies folgt im

April 2022) und ohne die

übliche Gala: Doch auch der „kleine

Gipfel“ bot für die Gäste im Berliner

„Estrel“-Hotel den vollen Genuss.

Schon durch das ebenso sympathische

wie unterhaltsame Promi-Aufgebot,

das die Verleihung des Goldenen

Dreiecks für die schönsten

Küchen und Bäder wiederum zum

besonderen Erlebnis machte. Ebenso

nutzten rund hundert Aussteller aus

der Industrie die Chance, sich auf

der Verbandsmesse „Living & Style“

zu präsentieren. Hochkarätig vertreten

waren nicht nur die wichtigsten

Unternehmen der Branche, sondern

fast durchgängig auch die oberste

Chefetage.

Die rund 1.600 Teilnehmer aus

der deutschen Küchen-, Möbel-,

Sanitär- und Maler-Branche – sogar

einige hundert mehr als erwartet –

unterstrichen so einmal mehr das

Bedürfnis und das dazu passend

formulierte Kongress-Motto „Kom-

munikation. Begegnung. Mensch“.

Seit zweieinhalb Jahren habe die

MHK Group auf diese Gelegenheit

gewartet, erklärte Werner Heilos als

Vorstandsvorsitzender die Bedeutung,

sich wieder persönlich begegnen

zu können. Die groß geplante

Jubiläumsfeier musste durch den

Shutdown ausfallen, dann starb Verbandsgründer

Hans Strothoff.

Eine bewegte, wenngleich auch

erfolgreiche Zeit hat der Verband

hinter sich. Ganz in diesem Zeichen

stand auch der Berliner Kongress,

der noch einmal auf großer Leinwand

die vergangenen Events Revue

passieren ließ. Und mit Bildern des

verstorbenen Verbandschefs, zusammen

mit Helmut Kohl, Udo Jürgens

oder Helene Fischer emotionale

Reminiszenzen wachrief. Bis hin

zum traditionellen Begrüßungslied

„Guten Morgen, Freunde“ am

Samstagmorgen, das diesmal vom

deutschen Country-Sänger Tom

Astor (78) angestimmt wurde, der

mit seinem Originaltitel („Hallo,

guten Morgen Deutschland“) den

Schlagerfan Strothoff seit den 70ern

in Stimmung gebracht hatte. Ein

gelungener Clou für den Übergang

ins „New Normal“ der Verbandsära.

Ein weiterer Höhepunkt war zudem

der Auftritt von Jean-Claude Juncker,

Präsident a. D. der Europäischen

Kommission, der sein Statement

„Die Stärke Europas liegt in der

Gemeinschaft“ ebenso kurzweilig

mit viel Ironie, aber auch ernsthaften

Appellen für den gemeinsamen

demokratischen Wertekodex würzte.

Was die MHK Group im Business

antreibt, wurde am Freitag schon in

einem Pressegespräch zum Thema.

Der aktuelle Nachfrageboom hat

sich natürlich auch bei der MHK

Group gezeigt: Die Umsätze liegen

sogar um rund fünf bis zehn Prozent

über dem Durchschnitt, berichtete

Dr. Olaf Hoppelshäuser, u. a. verantwortlich

für den Vertrieb. Wobei

sich seit 2020 160 neue Gesellschafter

(davon ein Drittel aus dem

Küchen, die übrigen aus dem Hand-

38 möbel kultur 10/2021


Die MHK setzt ihren

Erfolgsweg fort,

Das war die wichtigste

Botschaft

von Vorstandschef

Werner

Heilos als Nachfolger

von Hans

Strothoff.

werksbereich) angeschlossen haben.

Gleichzeitig werde jedoch der Fachkräftemangel

bei der Abwicklung

der Aufträge zur immer größeren

Herausforderung. Um als Arbeitgeber

attraktiver zu werden (z. B. bei

Alters- oder Gesundheitsvorsorge),

gibt es nun die „Vorteilswelten“ als

Paket. Zugleich komme es stärker

auf schnellere, effizienter Abläufe

an: Um Küchenspezialisten von der

Bestellung bis zur Auslieferung und

beim Reklamationsmanagement

digital zu entlasten, hat die Verbundgruppe

das Agile Prozesstool (APT)

entwickelt. „Das APT wird ein neuer

Standard in der Branche werden,“

ist Hoppelshäuser überzeugt.

Digitalisierung war auch ein

Stichwort für Kirk Mangels, Vorstand

für Marketing, Kommunikation

und IT: „Ich würde nicht von

einem New Normal reden. Corona

hat vielmehr wie ein Beschleuniger

gewirkt.“ Mit Blick auf den allgemeinen

Change-Prozess, sei es im

Headquarter Dreieich oder auch

der Kundenbedürfnisse, sieht er die

MHK auf einem sehr guten Weg:

„Wir gehen klare Schritte

der Modernisierung und stellen

uns heute optimal für die nahe

Zukunft auf, ohne aber unsere Wurzeln

und Werte zu vergessen. Mit

dem Agilen Prozesstool, aber auch

einem durchgängigen Prozess von

der Aufmaß-App über den Onlineplaner

mit Planungsassistenten bis

hin zur fertigen Profiplanung in

Carat, setzen wir hier Maßstäbe. Und

das sind nur zwei kleine Beispiele

einer gesamten Produktpalette.“

Vorstand Wolfgang Becker,

zuständig für die Zentralregulierung,

hob dazu die Vorteile der

Umstellung auf die elektronische

Rechnungsabwicklung durch die

IHT hervor – aus dem papierlosen

Procedere resultiert zugleich ein

Langzeitarchiv mit entsprechend

optimiertem Datenzugriff. Gesichert

wird dies durch die Zertifizierung

der KPMG-Wirtschaftsprüfung.

Von Unsicherheiten der Händler

zu Beginn der Corona-Krise

wusste Frank Bermbach, Vorstand

der MHK Group und der Cronbank

zu berichten. Als Dienstleister für

Politprofi mit Herz und Verstand: Jean-Claude

Juncker über die Rolle der EU als Werte-

Gemeinschaft, die sich trotz global

sinkender demografischer und wirtschaftlicher

Bedeutung gegen die

Weltmächte durchsetzen muss.

Bankprodukte

und Versicherungen

in mehr als 40

Branchen aktiv, habe sich die Bank

gerade im Lockdown als wichtiger

Anker erwiesen. „Hier kam es

vor allem auf Schnelligkeit an. Wir

konnten unsere Kunden beruhigen

und im Fall der Fälle auch kurzfristig

mit Vorleistungen unterstützen.“

Helfen konnte die Cronbank

u. a. dabei, für die Mitglieder Mittel

der KfW freizumachen. Gegenüber

den gewohnten Beträgen von 200

bis 220 Mio. Euro waren es in der

Corona-Zeit jetzt über 400 Mio.

Euro Kreditvolumen.

Mit Blick auf die Zukunft sieht

Werner Heilos durchaus positive

Signale, aber auch die Fortsetzung

der Unsicherheiten. „Die Situation

auf den Zuliefermärkten ist prekär.

Wir leiden unter einer Holz-,

Stahl- und Halbleiterknappheit.

Damit sind alle Produktgruppen

einer Küche – Holz, Geräte und

Zubehör – voll betroffen. Und auch

im Sanitärbereich sieht es nicht viel

anders aus.“ In den gerade zurückliegenden

Ordergesprächen sah sich

die Verbundgruppe durch die Lieferengpässe

mit Preiserhöhungen

zwischen zwei und zehn Prozent

konfrontiert (im Schnitt 5-7%).

Teilweise seien die Lieferzeiten

jetzt schon äußerst lang. So werde

beispielsweise bei Küchen vermehrt

nicht vollständig geliefert und oft

werden dieses Jahr gar keine Aufträge

mehr ausgeführt. Grundsätzlich

gelte es aber für den Handel

die Preiserhöhungen an die Klientel

weiterzugeben, um die eigene Marge

nicht zu gefährden.

Lob sprach der Aufsichtsratsvorsitzende

der MHK Group und Cronbank,

Prof. Rainer Kirchdörfer, dem

Vorstand für das in den letzten 14

Monaten Geleistete aus. Er habe die

MHK nicht nur die zurückliegenden

Herausforderungen gemeistert, sondern

eben auch die wichtige Brücke

zur Digitalisierung geschlagen. Mit

der Aufgabenverteilung auf nunmehr

sechs Köpfe und der schon

vor Jahren gegründeten Hans Strothoff

MHK Group Unternehmensstiftung

sei zugleich der Fortbestand als

Familienunternehmen sichergestellt.

Digital hat die MHK diesmal

ebenso den Kongress begleitet: Wer

wissen wollte, was als Highlight auf

dem Tagesprogramm stand, musste

nur auf die Handy-App tippen.


HEIKE LORENZ

Auf 7.000 qm wurde die Ausstellung

„Living & Style“ von rund Küchenund

Bad-Lieferanten zum zentralen

„Touchpoint“.

10/2021 möbel kultur 39


KÜCHE

BSH: Noch mehr intelligente News für die „Smart Kitchen“

Mit Alexa ans

Küchen-Cockpit

Ob am Tablet, über Alexa oder Gestensteuerung: Beim Thema Connectivity

und „Smart Kitchen“ sieht sich die BSH in der Pole Position. Immerhin wurde

die „HomeConnect“-App bereits in 49 Ländern und 27 Sprachen über zwei

Millionen Mal heruntergeladen. Und die Suche nach intelligenten Lösungen

geht unvermittelt weiter, wie die News-Parade für 2022 zeigt.

„Smart & Sustainable“:

Unter dieser Headline

präsentierten die vier

BSH-Kernmarken die

News für 2022.

Von links: Volker

Klodwig (Leiter Vertrieb

Zentral-/Osteuropa),

PR-Managerin Eva

Bauerschmidt, Roland

Hagenbucher (GF

Siemens) und Marco

Tümmler (GF Neff und

Gaggenau).

Unser Anspruch bei der BSH

ist es, integrierte IoT-Lösungen

bestehend aus vernetzten

Hausgeräten, digitalen Features und

Dienstleistungen anzubieten, die

Konsumenten bei der Hausarbeit

und einer gesunden Ernährung

wertvolle Unterstützung liefern

können.“ Mit diesen Worten be -

kräftigte Volker Klodwig, Leiter Vertrieb

Zentral- und Osteuropa, bei

der Online-Pressekonferenz am

1. September nochmals den Kurs,

das eigene und global vernetzte Ökosystem

weiter auszubauen. Anlass

40 möbel kultur 10/2021


Wein lagern ist ein neues

Thema für die Neff-Genussküche.

Zwei Modelle für

den Unterbau kommen ins

Sortiment 2022.

für die Presseveranstaltung war die

Neuheitenpräsentation, die durch

den Ausfall der IFA virtuell stattfand.

Wobei neben smarten Funktionen

ebenso Nachhaltigkeit als Topthema

rangiert.

Nicht mehr so viel Lebensmittel

wegwerfen, heißt jetzt überall die

Devise, der mit XL-Kühlvolumen

und optimierter Frischetechnik be -

gegnet wird. Ein Beispiel ist der

neue Frenchdoor Bottom Freezer,

der für Bosch ein ganz neues Genre

darstellt und in den Serien 4, 6 und

8 verfügbar wird. Das Topmodell in

Edelstahl bietet dabei neben 573

Liter Volumen einen Trinkwasserspender,

Eiswürfelbereiter und

NoFrost bei nur 39 dB. Bereits die

strengeren Kriterien der Energieeffizienzklasse

A erfüllt der „Perfect

Dry“-Geschirrspüler der Serie 6 von

Bosch. Hier ermöglicht Zeolith die

effiziente Trocknung. Außer den

Flexkörben und der HomeConnect-Steuerung

bietet zudem die

„Silence on demand“-Funktion

mehr Komfort.

Auch bei der Wäschepflege

konnte durch verbessertes Wassermanagement

(Active Water Plus)

noch mehr Effizienz herausgeholt

werden. Sogar bis zu 68 Prozent

weniger Strom verbrauchen Bosch-

Wäschetrockner gegenüber ihren

Vorgängern und besitzen zudem

einen selbstreinigenden Kondensator.

Zuerst nur über den eigenen

Bosch-Onlineshop verfügbar ist der

handliche „Fresher“, der mit Hilfe

von Plasmatechnologie Wäsche auffrischt

und damit Ressourcen für

einen Maschinengang einspart.

Langfristig verspricht sich die BSH

ebenso durch die in den Niederlanden

gestartete Option Mieten- statt-

Kaufen (‚BlueMovement‘) Ressourcenschonung.

Hierzulande wird dies

mit Waschmaschinen, Trocknern,

Geschirrspülern und Kühlschränken

der Marke Bosch getestet. Auch recycelte

Materialien will der Konzern

verstärkt einbauen: Bis 2025 zu etwa

25 Prozent, und bis 2030 soll sich

dieser Anteil nochmals verdoppeln.

Kund:innen sind heute hyperindividuell

orientiert, so besagt

die Forschung. Darauf ausgerichtet

ist deshalb ebenso der intelligente

NEWS IM ÜBERBLICK

Bosch

• der „lernende“, vernetzte PerfectDry-Geschirrspüler SMV8YCX03E (Serie 8)

• Backöfen der Serie 4 mit Dampfunterstützung

• Geschirrspüler der Energieeffizienzklasse A mit Kombination aus

Zeolith- und Eco-Trocknung

• Handlicher „FreshUp“ für die Wäschepflege

• NoFrost-Frenchdoor-Modelle und NoFrost-Bottom-Freezer

• Wärmepumpen-Wäschetrockner der EEK A+++ und Waschmaschinen

der Serie 6 in EEK A

Siemens

• Smart Kitchen Dock

• iQ700 Geschirrspüler mit intelligentProgram, VarioSpeed Plus,

GlassZone in EEK A

• iQ500 coolFlex-Kühl-Gefrier-Kombination mit freezerLight, noFrost,

inox-antifingerprint, 35 dB

• iQ700 Frenchdoor-Kühlgeräte mit Getränkefach

• EQ 700 Kaffeevollautomat mit TFT-Display für 21 Spezialitäten

Neff

• Graphite Grey für die Premiumlinie Neff Collection

• FlexCooling System ist ab November 2021 in allen Kühlschränken

der Neff Collection

• Weinlagerschränke für den Unterbau in 30 und 60 cm Breite

Gaggenau

• 90 cm Flex-Induktionskochfeld mit integrierter Lüftung

aus der Serie 400 mit schwarzen Knebeln

• Downdraft-Muldenlüftung für Vario-Kochfelder der Serie 400

10/2021 möbel kultur 41


KÜCHE

Miele: Vom Strommanager bis zum App-Shop

Benchmarks

für „Green

Performance“

Die Topthemen bei den Geräteinnovationen – intelligent vernetzte Technik und Nachhaltigkeit

auf allen Ebenen – sind gesetzt. So liefert auch Miele neuen Input für den Handel, der Bestwerte

im Verbrauch mit smarten Features verbindet. Dazu zählen „Smart Food ID“ oder die

erweiterte Sprachsteuerung mit „Google Assistent“ ebenso wie neue digitale Shop-Ideen.

Bei Miele ist Nachhaltigkeit

schon seit Gründung vor 122

Jahren gelebtes Unternehmensprinzip“,

stellte Miele-Chef Dr.

Reinhard Zinkann auf der virtuellen

Pressekonferenz am 3. September

fest. Denn am besten für die Umwelt

sei nun mal die Langlebigkeit der

Geräte. Schließlich teste Miele als

einziges Unternehmen Produkte

wie Waschmaschinen, Trockner,

Geschirrspüler, Herde oder Bodenstaubsauger

auf 20 Jahre Lebensdauer.

„Qualität, die ihrer Zeit

voraus ist“ lautet entsprechend der

Claim der aktuellen Markenkampagne,

mit der Miele auch ein positives

Kaufklima für die Marke schaffen

will. Nachhaltigkeit als Markenwert

setzt das Unternehmen zum

einen dadurch um, dass alle Standorte

schon dieses Jahr CO2-neutral

arbeiten, bezogen auf Emissionen

aus eigenen Verbrennungsprozessen

(„Scope 1“) sowie auf die Emissionen

der Energielieferanten („Scope

2“). Auf der Pressekonferenz verkündete

Miele nun auch für die Nutzungsphase

seiner Geräte, die den

größten Teil des sogenannten „Scope

3“ ausmachen, ein konkretes Ziel:

Bis 2030 sollen diese Emissionen

im Vergleich zu 2019 nochmals um

15 Prozent gesenkt werden. Was Dr.

Markus Miele als „äußerst ambitioniert“

bezeichnete, da ja ohnehin

schon Bestwerte erreicht würden.

So auch bei der neuen Geschirrspüler-Generation

G 7000, bei der

fast alle Modelle die Bedingungen

der jetzt besten Energieeffizienzklasse

A erfüllen und damit „eine

Benchmark für die Branche“ darstellen.

„GreenPerformance“ heißt

zudem das neue Aktionsmodell eines

Trockners, der die (noch gültigen)

Grenzwerte der besten Energieeffizienzklasse

A+++ um 10 Prozent

unterschreitet – und dies zum

Einstiegspreis von nur 1.119 Euro

(UVP). Dass Lebensmittel länger

halten, dafür sorgen seit Juni die

Einbaukühlschränke der Generation

K 7000 mit ihrem „PerfectFresh

Active“-Sprühnebel in der Obst- und

Gemüseschublade. Praktisches Accessoire

in den neuen Kühlschränken ist

das um 180 Grad drehbare, runde

Tablar. Seit Ende 2019 als Tochterunternehmen

integriert, steht nicht

zuletzt beim ehemaligen Start-up

Agrilution Frische auf dem Speise-

Plan, indem aus den innovativen

„Plantcubes“ Kräuter und Salate in

der eigenen Küche geerntet werden

können. Die Rezepte zur Verarbei-

Elegant, kompakt und

leistungsstark – die neue

Downdraft-Haube „Black

Levantar“.

44 möbel kultur 10/2021


Ein Musterbeispiel für

Nachhaltigkeit sind die

Geschirrspüler der Reihe

G 7000. Sie wurden hinsichtlich

der Sprüharme,

Dämmung sowie Filter

noch effizienter und

erreichen somit die neuen

Grenzwerte der EEK A bei

8,4 Liter Wasserverbrauch

im Eco-Programm. Für die

auf das AutoDos-System

abgestimmten Tabs

und PowerDisks gibt es

nun auch eine eigene

„Eco“-Linie.

tung liefert die ebenfalls übernommene

erfolgreiche App KptnCook.

Digitalisierung steht in vielen

Bereichen im Vordergrund. Beispiel

Sprachsteuerung, die mit Amazon

Alexa schon seit einigen Jahren

besteht und deren Anwendungen

stetig ausgebaut wurden. In Kürze

kommt als zweiter Partner Google

Assistent dazu. Vor allem den „Routinen“,

also den selbst programmierten

Abläufen im definierten Kontext,

kommt immer mehr Bedeutung zu.

Darüber hinaus lassen sich Zubehörteile

oder Geschirrspüler-Tabs

und „PowerDisk“ demnächst über

die Miele App aus dem eigenen

Webshop mit über tausend Artikeln

ordern. Benachrichtigungen,

wenn der Vorrat zur Neige geht, sind

ebenso in Planung. Zukünftig werden

weitere „Smart Features“ direkt

aus der App zukaufbar sein. Erste

Beispiele dafür sind „Smart Food

ID“, wobei die Kamera im Backofen

Speisen erkennt und das passende

Programm vorschlägt, oder „Smart

Browning Control“. Für Dr. Markus

Miele sind dies nicht nur Komfortfeatures,

sondern auch Beiträge

zur Nachhaltigkeit, weil durch die

Möglichkeit von App-Updates auch

die Geräte jeweils dem neuesten

technischen Stand angepasst werden

können und die Lebensverlängerung

den Neukauf herauszögert.

Umweltfreundlicher ist jetzt

auch die eigene „Eco“-Produktlinie

für Wasch- und Spülmittel

im Hinblick auf die Inhaltsstoffe

und die Verpackung in recycelten

PCR-Behältern. Noch interessanter

für die Ökobilanz dürfte künftig

die Vernetzung der Miele-Waschgeräte,

Trockner und Geschirrspüler

mit einem intelligenten Energiemanagement

werden. Wonach die

Geräte automatisch starten, wenn

die hauseigene Photovoltaikanlage

genügend grünen Strom liefert

und somit auch kostensparend den

Eigenstromverbrauch optimiert.

Die Idee: Mit einer Endzeit-Vorgabe

werden Waschmaschine, Trockner

oder Geschirrspüler eingestellt,

die Miele-Geräte übermitteln daraufhin

das gewählte Programm,

die voraussichtliche Laufzeit und

den geschätzten Strombedarf an

den Energiemanager, der in Abwägung

mit anderen Stromverbrauchern

den Start selbst „entscheidet“.

Die Miele-Cloud-Schnittstelle

(3rd Party API) harmoniere

dabei mit diversen Anbietern von

Energiemanagement-Systemen.

Das Klima in der Küche verbessert

indes sofort spürbar der neue

Downdraft-Dunstabzug „Black

Levantar“ von Miele, ein schlankes

und dezentes Update für die bestehende

Reihe, das mehr Flexibilität

in der Planung und Bedienkomfort

gewährleistet, über Con@ctivity mit

dem Kochfeld verbunden ist und

im Oktober auf den Markt kommt.

Einzig die Lieferengpässe bei

bestimmten Elektronikbauteilen

sorgen eher „für dicke Luft“, wie

in der gesamten Branche. Eine

klare Perspektive für die Dauer des

Problems wagte auch Dr. Reinhard

Zinkann nicht. Die sehr instabile

Situation bei der Halbleiter-Lieferung

hat sogar vorübergehend

zur Kurzarbeit im Gütersloher

Werk geführt. Trotz aller Probleme

liege jedoch der Umsatz der Miele

Gruppe zur Jahresmitte „deutlich“

über dem Vorjahreswert, so

hieß es auf der Pressekonferenz,

wobei allerdings auch die Corona-Delle

im ersten Halbjahr 2020

zu berücksichtigen sei.

Im Ausbau ist weiterhin das

Strategiekonzept, mit dem Miele

Experience Center selbst am POS

aktiv zu werden. Nach über 100

Markenstores weltweit soll in

Deutschland, nach Gütersloh und

Berlin, im Dezember der dritte

Store in Düsseldorf an der „Kö“

eröffnen. Hier wird voraussichtlich

erstmals auch der Premiumgrill

„G 32“ von Otto Wilde gezeigt,

wobei das Partnerunternehmen

sein Gerät ebenfalls mit Rezepten

der KptnCook-App vernetzt. Digitalisierung

ist weiterhin ein großes

Thema, wie ausführlich darstellt

wurde. Miele wird dies sowohl

im Vertrieb und bei Produkten als

auch bei neuen Geschäftsmodellen

umsetzen.

HEIKE LORENZ

www.miele.de

NEWS FÜR 2022

• „Boost CX1“ – kleinster beutelloser Bodenstaubsauger von Miele, noch

smarter: Saugroboter Miele „Scout RX3“

• Geschirrspüler mit der jetzt besten Energieeffizienzklasse A

• Einbaukühlschränke sorgen mit aktiver Befeuchtung für längere Frische

• Down draft-Haube „Black Levantar“ in zwei Breiten, in Schwarz mit

kompakter 17 cm Gebläse-Einheit und Con@ctivity bei Einschalten des

Kochfeldes („Hood in Motion“)

• Reinigungs- und Pflegemittel von Miele – umweltfreundlicher bei

Inhalten und Verpackung

• Wäschetrockner mit gedämmter Silence-Grum, Powerfresh-Funktion

und Duftflakon

10/2021 möbel kultur 45


KÜCHENMESSE OWL

News und Trends von der ostwestfälischen Küchenmeile

Die Würze

fürs Menü 2022

Zurück zur Normalität: Diesem Bedürfnis folgten viele tausend Besucher:innen

nach Ostwestfalen. Trotz aller Sicherheitsbarrieren. Denn mehr denn je ging es

um das Gespräch und die persönlichen „Touchpoints“. Wobei dem Handel auch

genügend Themen in den Hausmessen und Zentren serviert wurden, um das Menü

für 2022 mit neuen Ideen zu würzen.

50 möbel kultur 10/2021


Höhepunkt am Messemontag in der

Area30: die Preisverleihung von

Der Kreis Anja Schaible Stiftung an

den Designernachwuchs.

Von links: Anfassen ausdrücklich erwünscht!

Smarte Vernetzung (z. B. bei V-Zug) und neue

Haptik (wie die der vertikalen Holzlamellen bei

Rotpunkt) machten deutlich, wie viel mehr das

echte Live-Erlebnis bietet.

Mit viel Aufwand sorgten vor allem die großen

Aussteller für Hygienesicherheit im Zeichen

der Pandemie. Durch das House4Kitchen

wurden die Besuchergruppen im Takt von

Zeitzonen geführt.

„Qualität vor Quantität“ lautet auch das

Fazit der Area30 nach der Messewoche.

Dass sich trotz Corona rund um

die ostwestfälische Küchenmeile

bereits wieder eine

echte Normalität wie zu „alten Zeiten“

einstellt, war wohl nicht zu

erwarten. Manch ein Händler mag

auch wegen übervoller Auftragsbücher

zu Hause geblieben sein. Aber,

selbst wenn die Besuchsfrequenz

bei nur etwa 60 bis 80 Prozent im

Vergleich zu 2019 lag: Überall in

den Hausausstellungen und Messezentren

stieß man auf zufriedene

Mienen. Vor allem die Möglichkeit,

dass Industrie und Handel wieder

im persönlichen Austausch zueinanderkamen,

um auch mal über Dinge

zu sprechen, die sich nicht über

virtuelle Kanäle mal eben schnell

erledigen lassen, wurde sichtlich

genossen. Ganz abgesehen davon,

dass sich die News rund um Küchenmöbel,

Geräte und sonstige Ausstattung

mit eigenen Augen individuell

betrachten und vor allem auch mit

eigenen Händen besser begreifen

lassen. Und handfeste Neuvorstellungen

gab es genug – zu den schon

etablierten Themen wie ganzheitliches

Einrichten einschließlich Bad

und Co. ebenso wie zu progressiven

Konzepten in Sachen Nachhaltigkeit

oder Connectivity.

Einmal mehr lieferten die kreativ

gestalteten Ausstellungen auch zahlreiche

Anregungen für den POS, bis

hin zum vernetzten Apartment. Bei

den Oberflächen dominieren weiterhin

Grautöne bzw. Anthrazit, die nun

für Regale, Geräte, Spülen und Armaturen

ein „Must-have“ sind. Alles im

eleganten Matt und ggf. mit Antifingerprint-Effekt.

Aber auch neue

Mattlacktöne wie Rost, Grün und

Blau (mit hohem Grauanteil) stehen

im Angebot – einschließlich Tipps,

wie sich die Harmonie der Farben

lösen lässt, sei es im Mix oder durchgängig

als Korpus- und Frontkonzept.

Weiterhin stark im Kommen ist Keramik.

Und bei Holz(-Dekoren) setzt

die vertikale Linienführung, gefräst

oder gepresst, interessante Akzente.

Smart auf die Zukunft ausgerichtet

sind ebenso Produkte aus Recyclingmaterial,

ob Kunststoff, Holz oder

Glas sowie natürliche Rohstoffe wie

Hanf. Auch Linoleum ist als Frontenmaterial

gefragt. Und gut möglich,

dass biobasierter Kunststoff aus Mais

oder Soja in Zukunft eine wichtige

Rolle spielen wird.

Viel Neues aus dem Bereich

Geräte und Zubehör gab es – nach

einem Jahr Pause – auf Gut Böckel,

im House4Kitchen, KCL und in der

Area30 zu sehen. Hier fiel vor allem

das Ausbleiben der ausländischen

Besucher:innen auf, wodurch der

Anteil der Deutschen auf 79 Prozent

stieg. Aus den Benelux-Ländern

kamen 13 Prozent. Weiterhin zeigt

die Statistik: Das Gros (48 %) der

Messegäste sind Inhaber:innen von

Küchenstudios, mit Vertretern der

Küchenfachmärkte erhöht sich der

Anteil der Spezialisten auf 58 Prozent.

Möbel-, Küchenmöbel- und

Elektrogeräteindustrie waren mit

elf Prozent sowie der Möbelhandel

mit zehn Prozent vertreten. Unter

die kleineren Gruppierungen fallen

Angehörige aus der Tischlerund

Schreinerbranche (3 %), dem

(Innen-)Architekturbereich, dem

Projekt-, Objekt- und Contract-

Geschäftszweig (5 %) sowie Netzwerker:innen

(1 %).

Für Süddeutsche und Österreicher

bot sich zudem bereits eineinhalb

Wochen nach Ostwestfalen

in Salzburg die Alternative, viele

der bekannten Protagonisten auf

der Küchenwohntrends zu erleben.

HEIKE LORENZ, SUSANNE KRAFT

Maske und Boxerfaust zur Begrüßung:

So versuchten sich Aussteller und Besucher:innen

bei aller Sicherheit wieder näher

zu kommen (o.: Johannes Artmayr/Strasser

mit Foodtrend-Expertin Hanni Rützler).

Nachfolgend lesen Sie den ersten Teil des

Messreports OWL, der zweite Teil mit dem

Schwerpunkt Geräte und Zubehör folgt in der

Ausgabe „möbel kultur“ 11/2021.

10/2021 möbel kultur 51


KÜCHENMESSE OWL

Drei Schnitte, acht strahlende

Gesichter und dann durfte am 17.

September im neuen, 7.000 qm

großen Nolte Forum gefeiert werden!

Auf diesen Moment hatte nicht nur

Geschäftsführer Eckhard Wefing (r.)

sondern das ganze Nolte-Team sehnsüchtig

gewartet.

TALKING

Heads

Links: Zwei, die sich verstehen

– Andrea Lechner-Meidel, Lechner-

Vorstandsvorsitzende, und Geschäftsführer

Daniel Griehl. Obwohl sein

Wechsel zu SieMatic feststand, war er

engagiert wie immer im Einsatz.

Oranier-Testimonial Sebastian Lege (o.),

der durch die TV-Sendung „Die Tricks der

Lebensmittelindustrie“ Kultstatus hat,

bringt sich ebenso als Technik-Tüftler

aktiv ein.

Marketingleiter Jürgen Heilen (r.) zeigte

bei Naber, wie das „TwisterTec“-System

beim Mauerkasten „Compair Bixo“

Abluftlösungen auch in Passivhäusern

möglich macht.

Nobilia-GF Dr. Lars Bopf fühlt sich bei

Youtuberin Sally sichtlich in den besten

Händen. Die bekannte Backfee („Sallys

Welt“, „Pimp my kitchen“) soll auf diversen

Kanälen, u. a. mit einem exklusiven

Bosch-Backofen, auch für das Verler

Küchenlabel Reichweiten aufbauen.

52 möbel kultur 10/2021


Das neue Werk in Herrieden läuft gut

an. Wenn die Materialbeschaffung

mitspielt, verspricht sich Markus

Schüller (u.) für die Prozessabläufe

bei Schüller noch mehr Effizienz und

wieder kürzere Lieferzeiten.

Sieger-Ehrung für Akua Adu-Gyamfi: Ihr sinnliches,

aus Ghana inspiriertes Küchenkonzept „Von der Hand

in den Mund“ hat beim Gestaltungswettbewerb von

Der Kreis Anja Schaible Stiftung überzeugt.

Hat gut lachen, denn die Lebensstilkonzepte

und der neue Farbbaukasten

kamen bestens an:

Elko Beeg, GF Sachsenküchen.

Dass Deutschland ein Schlüsselland für

Elica ist, untermauerte CEO Giulio Cocci (o.)

mit GfK-Zahlen. 2020 erreichte das Unternehmen

bei Abzugshauben einen Marktanteil

von 9,7 Prozent und 6,9 Prozent mit der

Marke Elica.

Feierte in Hiddenhausen

den „historisch

höchsten

Auftragsstand“:

Eggersmann-GF

Michael Wunram.

Erste bauliche Veränderungen des 2020 gestarteten

Investitionsprogramms erläuterte Ulrich Spleth,

Verkaufs- und Marketingleiter bei Impuls: „Wir

werden uns mehr auf Losgröße 1 fokussieren und

Individualisierung noch stärker zulassen.“

Parallel zur Imagekampagne im

Sinne von „AEG Reloaded“ macht

Sternekoch Christian Mittermeier (o.)

weiter für die Marke Dampf – zum

Beispiel am neuen „FlexiBridge

XT“-Kochfeld.

Wie der Workflow

papierlos via Cloud und

App besser funktioniert,

erklärten Carat-GF Andreas

Günther und „Altmeister“

Gerhard Essig (v.r.).

Wenn Messe ist, sind auch die

Senioren von Systemceram gern

dabei. V.l.: Felix und Manfred

Engel, Gerhard und Kevin Göbel.

Charlotte Farber-Hemeling (M.),

Presseverantwortliche und

langjährige Wegbegleiterin,

geht zum Jahresende in den

Ruhestand.

„Rational ist Premium“, betonte

Managing Director Janusz Palarczyk

(l.), auch wenn jetzt eine

Preis-Abrundung nach unten

den Einstieg erleichtert.

10/2021 möbel kultur 53


KÜCHENMESSE OWL

TRENDS

Als Nobilia vor drei Jahren einen

eigenen Katalog für Badmöbel

auflegte, haben sich viele

noch die Augen gerieben. Doch der

Funke des „One-Stop-Shopping“,

bei dem der Handel alles aus einer

Hand ordern kann, scheint in der

Branche zu zünden. Getrieben von

Expansionschancen, zuallererst im

Objektbereich, erweitern nahezu

alle Möbelhersteller ihre Sortimente.

Gespannt bleibt abzuwarten, wie die

Synergien auch die eingefahrenen

Strukturen im Möbelhandel durchbrechen.

Immerhin: Sogar Wohnmöbel-Einkäufer

für die Großfläche

wurden jetzt in Verl gesehen.

Zur Nobilia-Hausmesse waren

die 52 Küchen bei insgesamt 111

Kojen-Planungen sogar erstmals in

der Minderzahl. Nachdem kürzlich

die Partnerschaft mit Samsung

bekannt wurde, machten nun programmierte

Szenarien deutlich, wie

Connectivity den Alltag erleichtern

kann. Parallel hatte auch Schüller mit

Kimocon als Universal-Anbieter für

das Smart Home einen entsprechenden

Gastaussteller. Zum Wohn-Equipment

gehören jetzt Flurschrank, Eckvitrine

und Medienboard.

Ballerina launchte eine „Multiroom“-Serie

mit drei Modulen, oft

auch mit integrierten Homeoffice-

Plätzen. Mit ganzheitlichen Wohnlösungen

wartete u. a. auch Nolte

auf. Und ohnehin versiert als „Architekturmarke“

bis hin zum Innenausbau,

setzte Leicht den nahtlosen

Übergang zum Bad und Ankleidezimmer

mit der 2020 eingeführten

„Bossa“-Front um. Der wohnliche

Touch reicht bis zum neuen Auszugssystem

M8 (Grass) mit schmaler

Zarge und Unterflurführung.

In verschiedenen Lifestyle-Welten

für die Familie, den männlichen Single

und das ältere Ehepaar löst Sachsenküchen

Emotionen aus. Als Vorbild

für den Handel, solch stimmige

Inszenierungen zu präsentieren.

Zu Ideen für den urbanen Lebensstil

der Großstädter, die mit knappem

Wohnraum zurechtkommen müssen,

hatte Impuls seine Händler aufgerufen.

Als beispielhafte Lösung auf dem

Stand im KCL wurde ein Apartment

gezeigt, das durch ein Etagenbett

über der offenen Küche auf wenigen

Quadratmetern ein Maximum

an Komfort und Stauraum bietet.

Living

Hochbett über der Küche: Mini-Apartment bei Impuls.

Kreative Planungen über

die Küche hinaus zeigte

Nolte Küchen – hier im

Landhausbereich.

Wohnlich mit oder ohne Pockettüren: kompakte

Zeile bei Schüller im neuen Nussbaumdekor.

Immer stärker zeigt die

Küchenindustrie, dass sie

mehr als nur Möbel für die

Küche kann. Fast alle

Hersteller präsentieren

sich mittlerweile mit

Wohnlösungen, erweitern

dafür ihr Sortiment bis in

den Flur- und Badbereich.

Groß dargestellt wurden

Apartmentkonzepte

insbesondere bei den

Marktleadern – teils als

Smart Home vernetzt.

Die „Architekturmarke“ Leicht öffnete

sich erstmals dem Thema Ankleideraum

und Bad (o.). Den wohnlichen Übergang

schaffen Nussbaum oder Eiche.

54 möbel kultur 10/2021


Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird überall zum

Kaufargument. Seit der Klimawandel

Top-Thema ist, werden

Produkte immer mehr stärker hinterfragt.

Können sie mit natürlichen

oder recycelten Materialien sowie

heimischer Fertigung punkten, wird

fürs eigene gute Gewissen bereitwillig

auch etwas mehr Geld ausgegeben.

Und jeder Beitrag zählt, der Griff

„205 OceanIX Plastic“ aus verlorenen

Fischernetzen von Schüller ebenso

wie duftende Schrankrückwände aus

dem Naturmaterial Organoid Lavendel

von Rational. Wobei hier nach wie

vor eine Spanplatte als Trägermaterial

notwendig ist. Mit Eierbehältern, die

aus Eierschalen sowie Bio-Kunststoff

aus Zuckerrohr und Maisstärke gefertigt

werden, punktet jetzt eine Kühl-/

Gefrierkombination von Grundig

dop pelt. Bauteile wie Lüfterabdeckung

und Türdichtung bestehen

ebenfalls bereits aus Bio-Kunststoff.

Recyceltes Glas nutzt Nobilia als

Basis für eine Keramikarbeitsplatte.

Auch Poggenpohl verschmilzt recycelte

Scherben zu Arbeitsplatten mit

kristallin wirkender Struktur, die im

nächsten Leben erneut der Glasproduktion

zugeführt werden können.

Eine Komplett-Rückführung in den

Kreislauf gelingt Schock mit seinen

jetzt drei „Cristadur Green Line“-Modellen,

die zu über 99 Prozent aus

natürlichen, nachwachsenden oder

recycelten Rohstoffen bestehen.

Linoleum als Front-Material rückte

Walden ebenso wie Beeck in den

Fokus. Letztere setzten u.a. mit Hanf

und Bambus weitere nachwachsende

Rohstoffe ein.

90 Prozent Altmaterial steckt im

„BioBoard“ der zweiten Generation,

das Rotpunkt für seine „Greenline“-

Spanplatten verwendet. Ihr Clou ist

eine besondere Mittelschicht: Bei

gleicher Stabilität und Belastbarkeit

sind sie bis zu 30 Prozent leichter

und verbessern so die CO2-Bilanz.

Nicht nur das Unternehmen, sondern

auch die Produkte sind jetzt

FSC-zertifiziert.

Bereits seit 2020 produziert die

Baumann Group nicht nur klimaneutral,

sondern sogar klimapositiv. Und

seit diesem Jahr trägt das gesamte

Sortiment den Blauen Engel.

Bis zur Marktreife nachhaltiger

Produkte ist es ein weiter, mit

hohen Investitionen verbundener

Weg. Um so bemerkenswerter,

dass bereits zahlreiche Produkte

deutlich ressourcenschonender

sind als ihre Vorgänger – sei es

durch den Einsatz nachwachsender

Rohstoffe oder recyceltem sowie

biobasiertem Kunststoff. Auch

Linoleum für Fronten ist gefragt.

Die Vermeidung von

Kunststoff zeichnet

diese Beeck Küche mit

Linoleum-Front aus (o.).

Doppelt gut: Eierbehälter

aus Eierschalenresten

und „Kunststoff“

aus Zuckerrohr oder

Maisstärke für die

„Edition 75“-Kühl-Gefrierkombination

von

Grundig (l.).

Dufte: Wer die

Kleiderschranktür von

Rational öffnet, riecht

und sieht Lavendel auf

der Rückwand (u.).

10/2021 möbel kultur 55


POLSTER

Das Planungstool „Dein Konfigurator“

ist bei der Polipol-Gruppe inzwischen

ein fester Bestandteil.

Polipol-Gruppe: Erfolgreicher Messeauftritt

Fit für die Zukunft

In ihrem rund 7.500 qm großen Showroom in Diepenau präsentierte

die Polipol-Gruppe auch in diesem Herbst jede Menge neue Modelle,

Funktionen und Konzepte. Zusätzlich stand dieses Mal aber auch

die Zukunft unter dem Motto „Polipol 2025“ stärker im Fokus. Dabei

geht es insbesondere um die weitere Digitalisierung sowie um den

umfassenden Blick auf das Thema Nachhaltigkeit.

Erfolgreich auf der Hausmesse gelauncht: die App „PoliSales“, die

sämtliche Informationen zu allen Vertriebsschienen enthält. Die App

fungiert quasi als Lexikon, um den Verkauf am Point of Sale zu unterstützen

und in der Beratung mehr Sicherheit zu geben.

Wir sind sehr froh, dass wir

mit unserem gesamten

Team in diesem Herbst

endlich wieder persönliche Gespräche

mit unseren Kunden führen

konnten“, freut sich Polipol-

Geschäftsführer Marc Greve. „Als

Resümee können wir sagen, dass

wir insgesamt eine positive Grundstimmung

spüren konnten, die sich

durch die gesamten Messetage zog.“

Nach einem, aufgrund des erneuten

Lockdowns, schwierigen Jahresstart

konnten jetzt alle wieder aufatmen.

Denn die Möbelkonjunktur hält an,

insbesondere Polstermöbel bleiben

gefragt. Greve zeigt sich zuversichtlich,

dass 2021 abermals ein gutes

Möbeljahr wird. Darüber hinaus

betonte der Branchenkenner, dass

die Weichen Richtung „Polipol

2025“ gestellt wurden.

Die Digitalisierung bleibt auf

der Agenda ganz vorn. Das von

dem Unternehmen bereits seit Jahren

vorangetriebene Planungstool

„Dein Konfigurator“ wurde jetzt

um IDM-Daten von Oschmann

72 möbel kultur 10/2021


Ein Schwerpunkt,

auch in der

Kommunikation,

wird künftig dem

Thema Nachhaltigkeit

gewidmet.

Unter dem neuen

Label „SOFA liebt“

werden die Werte des

Unternehmens gebündelt:

Menschen, Möbel

und Umwelt.

Comfortbetten ergänzt, die ersten

3D-Planungen konnten vorgestellt

werden. „Hier sind wir einen

großen Schritt weitergekommen“,

betont Marc Greve. Die Handelspartner

können mit immer mehr

und besseren Daten versorgt werden.

Erfolgreich gelauncht wurde

zudem die eigens entwickelte

App „PoliSales“. Die App enthält

sämtliche Informationen zu den

Produkten von Polipol, über alle

Modelle, Bezüge und Funktionen,

aufbereitet u.a. auch mit Bewegtbildern.

Diese fungiert so als ein Lexikon

und bietet quasi das gesamte

Wissen in einer Hand. „PoliSales“

wird künftig dazu beitragen, dass

die Verkäufer:innen am Point of Sale

in der Beratung den Kund:innen

Links: Polipol zeigte sich

deutlich moderner als in der

Vergangenheit, auch durch

neue, samtige Bezüge wie hier

in der Kollektion „Landart“.

gegenüber viel sicherer auftreten

können. Dabei wird die App stetig

aktualisiert, kommende Versionen

werden weitere praktische Features

enthalten. „Wir sind uns ganz sicher,

dass wir damit einen großen Schritt

gehen, um die Digitalisierung im

Handel voranzutreiben“, so Greve.

Unter dem neuen Label „SOFAliebt

– Möbel mit Herz“ bündelt

Polipol die Werte der Gruppe –

Menschen, Möbel und Umwelt –

in einem Symbol. Und in Zukunft

soll das Thema auch breiter kommuniziert

werden, denn im Unternehmen

werden diese Werte und

Prozesse bereits vielfältig gelebt. Auf

der Hausmesse gab es erste Einblicke

in die drei genannten Säulen. Diese

stehen für die Verantwortung und

Fürsorge für die Menschen und die

Umwelt. Dazu zählen transparente

Herstellungs- und Vertriebsprozesse.

Stichworte sind hier ressourcenschonende

und schadstoffarme

Produktionsprozesse, effiziente

Transportverpackungen, die zu 100

Prozent recycelt werden können,

sowie langlebige und reparierbare

Möbel. Authentizität steht dabei an

erster Stelle. In Zukunft werden die

Themenfelder, die hier eine Rolle

spielen, weiter ausgebaut.

Bereits zur „imm cologne“ im

Januar 2022, auf der Polipol sich in

gewohnter Größe präsentieren wird,

wird das Unternehmen eine eigene

Website dazu online schalten. Eine

emotionale Ansprache soll dazu führen,

das Thema Nachhaltigkeit, so

wie dieses hier verstanden und ausgeführt

wird, an den Handel und die

Endkund:innen zu transportieren.

Doch auch bei seinen Polstermöbeln

hat die Gruppe in allen

Sparten, wie gewohnt, nachgelegt

und optimiert. In der gesamten

Ausstellung wurden die Themenwelten

ergänzt oder sogar komplett

überarbeitet. Stets im Blick: Stimmige

Wohnwelten, die deutlich

die unterschiedlichen Segmente

herausstellen. Möglich wurde das

auch in diesem Herbst durch ein

eingespieltes Team aus den Bereichen

Vertrieb, Produktmanagement

und -entwicklung, Marketing sowie

externen Dienstleistern.

Bereits seit gut einem Jahr, seit

der Übernahme von Oschmann,

hat die Polipol-Gruppe auch Betten

in ihrem Portfolio. Diese wurden

aktuell weiterentwickelt. Neben

sehr modernen, schwebenden Boxspring-Optiken

konnten so auch die

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GO GREEN

Hartmann stellt seine

Nachhaltigkeits-

Strategie auf

5 Säulen:

1. Baumpflanzaktion,

2. Holzreste zum

Heizen, 3. Wasserkreislauf

in der

Fertigung, 4. Einsatz

von Photovoltaik,

5. Zeitloses, langlebiges

Design.

Schon Ende 2021 will

der Hersteller klimaneutral

fertigen.

Die Klimakrise ist nicht erst seit der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr in aller Munde. Doch

anscheinend steigt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit auch in der Industrie. Ebenso steht das Thema

bei den Möbelherstellern zunehmend auf der Agenda – und das auf allen Ebenen. Das Engagement

reicht dabei von Bezugsstoffen aus recycelten Kleidern, geht über Photovoltaikanlagen auf den

Produktions hallen bis hin dazu, dass alle Prozesse im Unternehmen unter die Lupe genommen werden

und Klimaneutralität angestrebt wird. Die „möbel kultur“ hat sich während der Hausmessen umgehört.

Branche denkt um: Nachhaltigkeit mehr im Fokus

Alle Prozesse

im Klimablick

Maja listete an

seinem Stand gute

Gründe auf, Möbel

zu ordern. Germania-Geschäftsführer

Christian Pauly

stellte das Konzept

„Eins sein“ vor:

Einfach nachhaltig

schön bedeutet in

Schlangen auch,

dass alle Mitarbeiter

aufgefordert sind,

Verbesserungsvorschläge

einzureichen,

die an

den Baum gehängt

werden. Grün =

erledigt.

80 möbel kultur 10/2021


Mäusbacher stellte

auf kreative Art sein

Hauptargument für

Nachhaltigkeit in den

Vordergrund: Kurze

Wege da „Made in

Germany“.

Cotta präsentierte im neuen, 7.000 qm großen

Showroom in Herford u. a. eine Fläche zu

seinem „Greenclub“ mit den drei wichtigen

Säulen: sozial, ökologisch und ökonomisch.

Die Polpiol-Gruppe zeigte

u. a. recycelte Stoffe z.B. aus

Altkleidern, weiß aber, dass

das Thema viel umfassender

angegangen werden

muss. Unter „SOFAliebt

– Möbel mit Herz“ wird

definiert was Nachhaltigkeit

für die Gruppe

bedeutet: Menschen,

Möbel und Umwelt.

Oben: Die 3C-Gruppe

präsentierte mit

Candy Sleep nicht

nur eine neue

Sparte. Auch in

puncto Nachhaltigkeit

macht sich das

Unternehmen auf

den Weg. Dazu gehören

entsprechende

Rohstoffe und

Bezüge genauso wie

Produktions- und

Transportmethoden.

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OUTDOOR

Gardiente: Mehr Besucher und hohes Fachhandelsniveau

„Definitiv eine

tolle Messe“

Sonnenschein und gute Stimmung sowohl bei den rund

60 Ausstellern als auch bei den Fachbesuchern: Die Gardiente

bot Anfang September im Messecenter Rhein-Main Messefeeling,

wie es sein soll. Zu entdecken gab‘s viel Wohnlichkeit

bei den Möbeln, eine sehenswerte „Concept Area“, gute Ideen

für mehr Nachhaltigkeit und eine erweiterte „BBQ-Outdoor-

World“, die das Thema Grillen facettenreich abbildete.

Vollgas hat W.Schillig bei der

Entwicklung der modularen, einfach

umbaubaren Outdoormöbel

gegeben, die auf der Gardiente

in lebensfrohen Farben Premiere

feierten. Die Vielfalt zeigte

Andrea Stammberger, Leiterin

Produktentwicklung, anhand

des Prospekts.

Oben: Verena Westphal,

Projektleiterin der Gardiente,

und Jens Frey, Geschäftsführer

des Messeveranstalters Muveo,

ist die Freude über eine rundum

gelungene Gardiente anzusehen.

Fotos: Gardiente/Stefan Höning, möbel kultutr

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Rechts: Premiere

feierte das Outdoor-

Sortiment der

„Schöner Wohnen“-

Kollektion.

Entwickelt wurde

es zusammen mit

Lizenzpartner Hartman,

der auch den

Vertrieb übernimmt.

Heimisches unter

Dampf gebogenes

Eschenholz und viel

Handarbeit sind die

Zutaten für den in

Sonderfarbe lackierten

Stuhl den Martin

Schaffner, CEO und

Mitinhaber des gleichnamigen

Schweizer

Familienunternehmens,

vorstellte.

Links: Ein Eyecatcher – zum

75-jährigen Jubiläum 2022 launcht

Stern die besonders farbenfrohe

„Taavi Flower“-Kollektion.

Wir können auch Grau“, versicherte

Andrea Stammberger,

Leiterin Produktmanagement

bei W. Schillig. Für

seinen Pre mierenauftritt auf der

Gardiente hatte der oberfränkische

Polstermöbelhersteller seine Outdoor-Polsterelemente

aber bewusst

in lebensfrohe Farben gehüllt. Sogar

noch knalliger waren die Bezüge

der „Taavi Flower“- Kollektion zum

75-jährigen Jubiläum von Stern

2022. Ausdruck von Lebensfreude

und typisch für die durchweg gute

Messestimmung.

Blomus imponierte mit komprimierten

Schaumstoffresten, die als

Pakete gut verschickbar sind und sich

entvakuumiert als voluminöse Inlays für

Polsterelemente entpuppen.

„Da die Gardiente pandemiebedingt

leider im letzten Jahr ausfallen

musste, ist es umso schöner, dass

die Branche die Messe nach dieser

langen Pause so gut annimmt. Wir

merken auch, dass sich Besucher

wie Aussteller wirklich freuen, sich

endlich wiederzusehen und die Produktneuheiten

live vor Ort erleben zu

können“, freute sich Verena Westphal,

Projektleiterin der Gardiente, über

den erfolgreichen Messeverlauf.

„Hier ist das richtige Publikum

vor Ort und die Resonanz ist super –

deutlich besser, als wir gedacht

haben. Wir hatten gehofft, dass wir

die richtigen Entscheider treffen und

bestehende Kunden von unseren Produkten

überzeugen können. Das hat

super funktioniert“, so Thomas Werner,

Gebietsleiter bei Blomus. Ganz

offensichtlich macht es Sinn, zerkleinerte

Schaumstoffreste maxi mal

zu komprimieren, um sie als kleine

Pakete verschicken zu können. Aufgeschnitten,

entfalten sie sich zu vielfach

voluminöseren Inlays für die Sitzelemente,

die Blomus neu im Portfolio

hat. Fehlt nur noch den abnehmbaren

Bezug drüber zu ziehen.

Oben: Zebra stellte „Oryx Edge“

vor, zu den Besonderheiten

gehören in die Tischplatte

eingearbeitete Streben aus

Aluminium, die das Design der

Tischbeine aufgreifen.

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lifestyle

Seit über 165 Jahren steht

WMF für Design, Qualität

und Handwerkskunst. Diese

Kernkompetenzen rückt die

Marke nun im Rahmen einer

breit angelegten, digitalen

Re-Branding Kampagne in

den Fokus und präsentiert

sich mit einem gestrafften

Sortiment, das sich vor allem

auf Premium-Produkte

konzentriert. Unter stützt wird

der Re-Branding Prozess von

der bisher größten digitalen

Kampagne in der WMF-

Unternehmensgeschichte.

Der neue Markenauftritt

fokussiert den

Moment zwischen

Person und Produkt

und stellt dabei

immer das Produkt

in den Mittelpunkt.

Fotos: WMF

WMF: Große Re-Branding Kampagne

Modern Luxury

im Fokus

Als Testimonial für die

Serie „ Fusiontec

Aromatic“ konnte

WMF die jüngste

Michelin-Sterneköchin

Julia Komp

gewinnen.

Die Bildsprache gibt

sich reduziert und

folgt konsequent

dem Motto „weniger

ist mehr“.

Urbanes Flair:

Alle Bilder sind in

ein kosmopolitisches

Umfeld eingebettet.

98 möbel kultur 10/2021


Feel Perfection“ lautet der Slogan, mit dem

der neue Markenauftritt die Verbindung aus

Premium-Produkten, außergewöhnlicher

Handwerkskunst und innovativem Design

– made in Germany – in den Fokus stellt. Dabei

konzentriert sich die reduzierte Bildsprache auf

den perfekten Moment zwischen Person und

Produkt und das damit verbundene sinnliche

Erlebnis, wobei das Produkt stets ikonischer Mittelpunkt

bleibt. Optisch sind die Bilder in ein

kosmopolitisches Umfeld mit dem Flair einer

internationalen Metropole eingebettet.

Kilian Manninger, President Consumer BU

WMF GmbH, erklärt dazu: „Unser neuer kommunikativer

Ansatz ist Teil einer ganzheitlichen

Markenstrategie, welche die Rolle von WMF als

Premiummarke besonders auch in der internationalen

Wahrnehmung schärfen und stärken

soll. Seit fast 170 Jahren steht unsere Marke für

Premiumprodukte, die sich durch Innovation,

Einzigartigkeit, Ästhetik und Funktionalität auszeichnen

– dies spiegelt sich nun auch in unserem

Markenauftritt wider.“

Das neue WMF-Markenerlebnis wird u. a. auf

allen digitalen WMF-Kanälen, am PoS sowie in

der aktuellen Herbstkampagne, die am 27. September

online und auf Social Media gestartet

ist, inszeniert. Unterstützt wird der Re-Branding-Prozess

von der größten digitalen Kampagne,

die das Unternehmen jemals umgesetzt

hat. Allein im Zeitraum zwischen 27. September

und 30. Oktober sollen rund 170 Mio. Kontakte

generiert werden. WMF präsentiert sich hier

mit aufmerksamkeitsstarken Werbemitteln auf

reichweitenstarken Kanälen und mit einer ganzheitlichen

Zielgruppenansprache entlang der

gesamten Customer-Journey. Das Markenvideo

soll breite Aufmerksamkeit generieren und dem

Auftritt einen zusätzlichen Push geben.

Design, Ästhetik

und Qualität stehen

im Vordergrund der

neuen Bildsprache.

Die Produktinszenierung für alle Sinne am

PoS hebt das Premium-Markenkonzept hervor

und begleitet die Kunden über den gesamten

Entscheidungsprozess hinweg. Attraktive Maßnahmen,

die den neuen Look mit emotio nalen

Produkterlebnissen verbinden, sollen die Begehrlichkeit

der Marke WMF steigern und für eine

erhöhte Frequenz in Handel, Ladengeschäften

und Online-Shops sorgen.

Im Herbst präsentiert WMF darüber hinaus

verschiedene Produktneuheiten, unter anderem

die 30-teilige Besteck-Serie „Sentic“, die bereits

mit dem Red Dot Award 2021 in der Kategorie

„Product Design“ ausgezeichnet wurde. Durch

die außergewöhnliche Form und die angenehme

Haptik ist „Sentic“ ein echter Eyecatcher auf dem

Tisch. Und dank der patentierten Oberflächenveredelung

Cromargan protect ist das Besteck

auch noch extrem widerstandsfähig gegen

Kratzer und Gebrauchsspuren. Die Messer aus

rostfreiem Klingenstahl werden aus einem Stück

geschmiedet und im Ganzen gehärtet, der speziell

entwickelte Wellenschliff sorgt zudem für langanhaltende

Schärfe.

Außerdem erweitert WMF das „Fusiontec“-

Sortiment. Zum einen mit „Fusiontec Aromatic“.

Das Besondere an der Kollektion ist der Deckel,

der für außergewöhnlich zarte Kochergebnisse

sorgt. Deshalb eignet sich die Serie sehr gut für

Brat- und Schmorgerichte. Zum andern mit

„Fusion tec Compact“, die Platz in der Küche

spart. Denn der Name ist Programm: Die Fleischund

Bratentöpfe lassen sich bei gleichem Durchmesser

– zur Auswahl stehen je 18 und 24 cm –

mühelos ineinander stapeln. Doch nicht nur das

Design überzeugt: Das in Deutschland hergestellte

Material bietet sehr gute Kocheigenschaften, ist

robust, optimal wärmeleitend und verfügt über

eine glatte, schneid- und abriebfeste Oberfläche.

Das Sortiment ist zudem

mit Hohlgriffen

ausgestattet, die auch

bei längerer Kochdauer

nicht heiß werden.

Geeignet sind die

Töpfe für den Einsatz

auf allen Herdarten,

inklusive Induktion.

Kilian Manninger,

President Consumer

BU WMF GmbH, ist

vom neuen Markenauftritt

überzeugt.

Hier geht´s zum aktuellen

Markenfilm, der vom

renommierten australischen

Regieduo The

Apiari umgesetzt wurde.

Platzsparend: Die Töpfe

der Serie „Fusiontec

Compact“, die in Black

und Energy Red angeboten

werden, lassen sich

problemlos ineinander

stapeln (l.). Ausgezeichnetes

Design: die Besteck-Serie

„Sentic“ (o.).

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Morgen

beginnt heute.

Als leidenschaftliche Möbelspezialisten haben wir mit den Designern Stefan Bartel, Michael Holzer,

Oliver Conrad und Michael Schneider den einprägsamen Stil der nachhaltigen Lifestyle-Marke aamu ®

kreiert: ‚Morgen‘ lautet die Übersetzung dieses malerischen finnischen Wortes. Die Philosophie

dahinter ist leicht zu verstehen. Wir fertigen skandinavisch inspirierte, modern designte, handwerklich

hochwertige Kollektionsstücke mit einem entschiedenen Anspruch an deren Nachhaltigkeit. Wir sind

inspiriert von dem, was die Natur uns zur Verfügung stellt, und unserem Auftrag, diese zu schonen.

Lernen Sie aamu ® kennen: www.aamu.de

aamu ® ist eine von sechs starken Kollektionen von GARANT. Begehrliche Marken mit

erfolgreichen Vermarktungskonzepten – vom Endkunden gedacht, für den Handel gemacht.

Interesse? Kontaktieren Sie Michael Busch: +49 170 8559614 | m.busch@garant-gruppe.de

garant-gruppe.de

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