und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

filderstadt.de

und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Aus der Jungsteinzeit – Bandkeramik

Etwa um 5.000 vor Chr. endet bei uns die Mittelsteinzeit und wird durch die

Bandkeramik abgelöst. Nach und nach verschwinden die nomadisierenden

Jäger und Sammler, es entsteht die Landwirtschaft. Die ersten Ackerbauern

rodeten die Wälder und siedelten auf dem fruchtbaren Boden der Filder. Sie

bewohnten bis zu 10 x 40 m² große Langhäuser, deren Dächer auf mächtigen

Eichenpfosten ruhten, die Wände waren aus Weiden geflochten und mit

Lehm verputzt.

Wir fanden häufig Silex (Feuerstein). Fachleute haben festgestellt, dass der

Silex von der Schwäbischen Alb stammt, z. B. aus der Gegend von Wittlingen.

Silexknollen und Silexsplitter beweisen, dass hier Silex bearbeitet wurde.

Oft waren es auch Fertigprodukte: Schaber und Pfeilspitzen.

Typisch für die Bandkeramik sind dickwandige Töpfe aus grob gemagertem

Ton. Wir konnten aus zahlreichen Scherben etwa 70 % eines großen, an die

30 Liter fassenden Vorratsgefäßes zusammenkleben. Kleinere Töpfe, unten

verrußt, dienten zum Kochen. Stammen die Krusten im Innern von Speiseresten?

Benannt ist die Kultur aber nach fein gearbeiteter, dünnwandiger Keramik

mit charakteristischen Mustern: Zierbänder laufen in Schleifen oder als

Zickzackmuster rund um das Gefäß.

Bandkeramik:

Scherben mit Verzierung

Heute sind von den mächtigen Pfosten der Häuser

nur dunkle Flecken („Pfostenlöcher“) im Lehm

übrig. Leider fanden wir keinen Grundriss eines

bandkeramischen Hauses. Die zahlreichen Funde

aus dieser Kultur zeigen aber, dass sich hier eine

bandkeramische Siedlung befand.

Die Bandkeramiker haben u. a. Getreide (Einkorn,

Emmer) und Hülsenfrüchte angebaut. In

einer Grube gab es neben bandkeramischen

Scherben schwarze Getreidekörner. Diese dürften

also 6.000 bis 7.000 Jahre alt sein.

Zum Getreide gehören auch Mühlen. Gemahlen

wurde auf einem Reibstein mit Läufer. Wir fanden einen Läufer aus Granit.

Am Fundort gab es leider keine datierbare Keramik. Der Fund lässt sich also

nicht eindeutig der Bandkeramik zuordnen.

Das wichtigste Nutztier der Bandkeramiker war das Rind, es gab aber auch

Schafe, Ziegen, Schweine und Hunde: Aus den Gruben kamen zahlreiche

Knochen, die Knochenfunde sind aber noch nicht bearbeitet.

Im Umkreis von einigen Kilometern um eine Siedlung lagen die Felder. In

fruchtbaren Gegenden waren die Siedlungen so um die 5 Kilometer

voneinander entfernt. So auch hier: Der neue Hof in Plattenhardt (Stein-

21

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine