und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

filderstadt.de

und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

ein, und dadurch entstand eine kleine Unordnung, so dass man beim

Graben und Wegführen [der Erde] nicht sorgfältig genug sein konnte.“

Dennoch fanden sich beim ersten Hügel Brandspuren und Reste von

irdenen Gefäßen sowie eine ganze Reihe von Bronzefibeln und Ringen aus

der Laténezeit, sie stammten wohl aus einer Nachbestattung im Hügelgrab.

„Um bei den ferneren Untersuchungen genauer beobachten zu können,

entschloß man sich, solche durch besonders dazu aufgestellte Taglöhner

vornehmen zu lassen,“ so der Bericht von 1830.

Im zweiten Hügel fanden sich ebenfalls Spuren von Feuerbestattungen

sowie die Reste eines von den damaligen Ausgräbern noch nicht erkannten

späthallstattzeitlichen Wagengrabes, wie es sich auch beim Fürstengrab in

Hochdorf erhalten hat.

Im Hügel Nr. 3 wurden zwar ebenfalls Urnenreste sowie Reste eines

Bronzerings gefunden, diese Funde haben sich jedoch leider nicht erhalten.

Im vierten Hügel führten die Grabungen zu keinerlei Erfolg, möglicherweise

war dieses Grab schon in antiker Zeit ausgeraubt worden.

Paulus gilt als der Begründer der archäologischen Geländeforschung in

Württemberg. Er hat im Laufe der folgenden Jahrzehnte noch eine große

Zahl von Grabungen in allen Landesteilen durchgeführt, ja die Ausgrabung

von Grabhügeln wurde zu seinem besonderen Schwerpunkt. 1877 hat

Paulus seine archäologischen, siedlungskundlichen und topographischen

Forschungen in seinem Standardwerk „Die Altertümer in Württemberg“

zusammenfassend veröffentlicht.

Gewiss gingen durch die damaligen Grabungsmethoden, die weit mehr an

den einzelnen Funden als an den so wichtigen Fundzusammenhängen

interessiert waren, viele wichtige Informationen unwiederbringlich

verloren.

Laut einer aktuellen Aufstellung befinden sich heute 27 Hügel aus der

Hallstattzeit (8. bis 5. Jahrhundert v. Chr.) und der Latènezeit (5. bis 1.

Jahrhundert v. Chr.) auf dem Weilerhau. Drei weitere Grabhügel liegen im

Gewann „Birken“, davon zwei auf Markung Bernhausen, der größte (mit

einem Durchmesser von 20 m und einer Höhe von 1 m) auf Markung

Plattenhardt.

1973 fand eine Grabung an zwei Grabhügeln auf dem Weilerhau statt, da die

Fläche in den Sportplatz mit dazu gehörenden Übungsplätzen mit einbezogen

werde sollte. Die beiden Grabhügel enthielten jedoch keine Reste

von Gräbern mehr, lediglich in den Hügelschüttungen wurden einige

kleinere Wandscherben gefunden. Zwei weitere Grabhügel unmittelbar

östlich davon wurden schon in den Jahren 1970 bis 1972 abplaniert, ohne

dass Untersuchungen durchgeführt werden konnten.

Da es über die Kelten nur wenige schriftliche Zeugnisse gibt, kommt der

28

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine