und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

filderstadt.de

und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Fossilien sind in „unserem“ Stubensandstein (im Gegensatz zu anderen

württembergischen Stubensandsteinvorkommen) recht selten. Dies ist eine

Folge der Entstehung in einem heißen Extremklima und als schubweise

Sedimentation außerhalb (!) des Meeres.

Eine Ausnahme bildet der bekannte Fund einer 60 cm großen versteinerten

Landschildkröte bei Aichtal-Neuenhaus. Sie ist heute im geologischen

Institut der Uni Tübingen zu bestaunen.

Technische Eigenschaften:

Trägersubstanz des Stubensandsteines sind Körner aus Quarz, selten auch

aus Feldspat. Die Korngröße bewegt sich im Bereich zwischen 0,05 und 5

mm.

Der Quarzsand aus dem Stubensandstein wurde über Jahrhunderte zur

Glasgewinnung genutzt. Diese Glashütten befanden sich auch im

Schönbuch, wo beide Rohstoffe (Quarzsand und Holz für Holzkohle)

reichlich vorhanden waren. Die Glasindustrie hat bis heute ihre Spuren in

Ortsnamen (z. B. Waldenbuch-Glashütte) oder als Bodendenkmal (z. B.

Ausgrabungen bei Bebenhausen) hinterlassen.

In den Zwischenlagen des Stubensandsteines finden sich vereinzelt

Tonlinsen. Eine solche Linse war Grundlage des Töpferhandwerkes im

Aichtal („ Häfner Neuenhaus“)

Je nach Bindemittel hat der Stubensandstein verschiedene Eigenschaften:

a) Ist der Stein quarzgebunden,

so ist er hart und beständig.

b) Dolomitisch gebundener Stubensandstein ist ebenfalls hart, aber

sehr anfällig gegen Verwitterung, insbesondere durch „sauren

Regen“.

c) Tritt als Bindemittel Tonmineral auf, so zerfällt der Stein schnell zu

Stubensand. Dieser Stubensand wurde früher als Fegesand zum

Reinigen und Ausstreuen der Stuben vor allem von Rohrau aus in

ganz Württemberg vermarktet. Die Verwendung gab dem ganzen

geologischen Abschnitt seinen bis heute gültigen Namen.

Historische Verwendung:

Bereits in den zahlreichen bandkeramischen Ausgrabungen auf den Fildern

ist der Stubensandstein zu finden. Er wurde somit schon vor fast 5.000

Jahren in unserer Gegend gewonnen und zum Reiben und Mahlen

verwendet.

Bei den Römern lässt sich bereits eine professionelle Gewinnung von

Stubensandstein nachweisen. Die bekannten römischen Grabungsfunde

der Gegend (z. B. Altar der Diana aus Plattenhardt) sind häufig aus diesem

Material.

35

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine