und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Neuhausen oder des Baumbachs unterhalb der Gutenhalde bei Bonlanden

liegen dann die Auenböden,

die aus abgeschwemmtem Bodenmaterial der

höher gelegen Böden entstanden und zeitweise auch überflutet werden. An

diesen Orten, die durch Überflutungen auch schnell wieder Bodenmaterial

verlieren, sind deshalb kaum Äcker zu finden, sondern stärker bodenschützende

Wiesen.

Nicht alles abgeschwemmte Bodenmaterial erreicht jedoch die Bäche und

Flüsse, sondern es hat sich im Laufe nacheiszeitlichen Ackerbaus auch in

kleineren Geländemulden und -senken zur Ruhe gesetzt. Dieser Vorgang

nennt sich Erosion und ließ in den Geländesenken den Bodentyp namens

Kolluvisol entstehen. Bei weniger starker Bodenansammlung liegt der

Grundwasserspiegel auch weniger tief und es bildeten sich moorähnliche

Böden,

wie z. B. im Gebiet des heutigen Flughafens oder im Gewann

Scherlach zwischen Stetten und Plattenhardt. Im Gegenzug war an höher

gelegenen Geländekanten der Bodenverlust besonders hoch und hat die

Parabraunerden in einen weniger stark entwickelten und sensibleren Boden

namens Pararendzina verwandelt, beispielsweise zwischen Sielmingen

und Neuhausen am Fleinsbach und Rohrbach.

Einige Stärken der Bodentypen auf den Fildern

Vor rund 7.500 Jahren erkannten die Menschen der Jungsteinzeit die

Fruchtbarkeit als eine der besonderen Stärken der Filderböden und

begannen mit dem Ackerbau. So ist auch der Name Filder erklärbar, der die

Mehrzahl von „Fild“ ist, was dem heutigen Wort „Feld“ entspricht. Auch

gegenwärtig noch erreichen rund 50 Prozent der Filderböden Bodenzahlen

von 75 und mehr auf der Werteskala der amtlichen Bodenschätzung, die für

Premiumböden 100 Punkte vergibt. In den Gewannen Köller bis Lache

nördlich von Sielmingen und westlich von Bernhausen werden sogar

Bodenzahlen von über 90 Punkten erreicht. Somit zählen die Parabraunerden

der Filder zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands. Der jährliche

Weizenertrag von 8 Tonnen und mehr je Hektar, das ist das 1,5-fache eines

Fußballfeldes, ergibt das Brotmehl für rund 50 Menschen.

Ein Blick bis zu 1,3 m Tiefe der Parabraunerde aus Filderlehm zeigt die

Gründe für deren verborgene Stärken: Wie ein Schwamm nehmen unzählige

Bodenporen bis zu 400 Liter Regenwasser je Quadratmeter Bodenoberfläche

auf, speichern es und geben mindestens die Hälfte davon für die

Pflanzen wieder ab. Gröbere Bodenporen leiten – ähnlich einem Leitungsnetz

– überschüssiges Regenwasser an das Grundwasser weiter. Auf diese

Weise leistet der Boden auch einen kostenlosen Beitrag zum Hochwasserschutz.

Außerdem liefern die gröberen Poren – ähnlich einer Lunge – dem

Boden genügend Luft zum Atmen für Tiere und Pflanzen. Wird eine Parabraunerde

auf einer Fläche von einem Hektar abgegraben oder zubetoniert,

geht die Speicherkapazität für rund 4 Millionen Liter Wasser verloren. Soviel

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