und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Wasser brauchen im Land rund 25.000 Menschen täglich.

Die kleinsten Teilchen der Filderböden bilden die Tonfraktion und stehen in

einem günstigen Gleichgewicht zu den nächst größeren Bodenteilchen, der

Schlufffraktion. Durch die ausgeglichene Fraktionsstärken der Bodenteilchen

und die große Tiefe stellt die Parabraunerde den Pflanzen viele

Nährstoffe zur Verfügung, hält aber auch viele Schadstoffe fest und schützt

auf diese Weise das Grundwasser. So kann überschüssiges Regenwasser, das

eine Parabraunerde unter einem Acker in Richtung Grundwasser verlässt,

um 3/4 geringer mit dem schädlichen Nitrat belastet sein als das Wasser bei

gleichem Ackerbau unter einer weniger tiefen Pelosol-Braunerde.

Einige Risiken der Bodentypen auf den Fildern

Die erste Wirkung menschlichen Handelns auf die Filderböden geht bereits

auf etwa sieben Jahrtausende zurück. Sie ist die Bodenerosion durch

Ackerbau. Eine Ursache hierfür ist der schlechte Zusammenhalt der mittelgroßen

Bodenteilchen namens Schluff und das Fehlen verklebend wirkender

Tonteilchen in der Ackerkrume, der auf den Fildern weit verbreiteten

Parabraunerde. Einige Böden veränderten ihren Charakter aber auch durch

die langandauernde Bodennutzung als Haus- und Schrebergärten. Sie zeichnen

sich durch hohe Humusgehalte aus und befinden sich im Kern oder am

Rand der Fildergemeinden.

Das aktuelle Schicksal der Filderböden aus Löß ist jedoch ihre einfache

Grabbarkeit. Täglich trauern Filderböden um den Verlust ihresgleichen, weil

stärkste Umformung durch Abgraben und Aufschüttungen beim Bau von

Straßen, Wohnhäusern und Großprojekten wie Flughafen oder Messe ihren

Tribut zollen. Diese Veränderungen sind häufig noch kombiniert mit dem

Versiegeln der Bodenoberfläche. So gingen in Filderstadt von 1988 bis 2004

rund 230 Hektar leistungsstarke Böden durch die Siedlungsentwicklung

verloren. Das entspricht knapp zwei Fußballplätzen pro Monat. Derweil

ertragen schweigsam die verbleibenden Filderböden ihre zunehmende

Belastung durch Schadstoffe, z. B. von dem Verkehr oder durch Maschinen,

z. B. von der Bau- und Landwirtschaft.

Während die Lebewelt zumindest in überschaubaren Zeitrahmen häufig auf

eine veränderte Umwelt reagieren kann, haben die Filderböden aus Löß

mindestens 2.000 Jahre gebraucht, um ihre heutige Größe von 1 bis 1,5 m

und ihren Charakter zu erreichen. Das würde einem jährlichen Wachstum

von 0,5 mm entsprechen. Die Kontinentalverschiebung ist hundertmal so

schnell.

Die Bodentypen erleben

Um den verborgenen Böden ein besseres Gehör zu verschaffen, gibt es

inzwischen neben dem Vogel, dem Baum und dem Insekt des Jahres auch

einen Boden des Jahres. Die Auszeichnung ging im Jahre 2006 an die

Fahlerde, einer nahen Verwandten der Parabraunerde, dem Filderboden

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