und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Zusatzkosten vorprogrammiert. Durch seine extreme Wasseraufnahme, die

bis zum regelrechten Abfließen des Bodens geht, sind umfangreiche

technische Maßnahmen nötig, um die Stabilität des Bauvorhabens zu

gewährleisten. Im Wald liegt der Boden häufig wellenförmig an der

Oberfläche, die auf ihm wachsenden Bäume stehen oft schief und verraten

dem kundigen Betrachter auch ohne Hilfsmittel, was hier vor sich geht:

Erdrutsche kommen in dieser Zone häufig vor.

Stubensandstein

Die regelmäßige Abfolge der Schichten ist vielfach

gestört. Bedingt durch natürliche Erosionsprozesse

wie Frostaufbrüche, Bodenfließen und

Rutschungen an Hanglagen in jüngerer, als auch

älterer Zeit wurde das Ganze tüchtig durchmischt

und mit Lösanwehungen überlagert. Die Filderrandverwerfung,

eine Erdschollenabsenkung,

kommt hinzu.

Die oberste Schicht der Verebnungen um Uhlbergturm

und Weilerhau sind noch von der untersten

Schicht des Jura, das auf den Keuper folgende

Erdzeitalter, überlagert.

Diese Schicht des Unterjura wird Lias α genannt und birgt den Angulatensandstein.

Durch die relative Härte, die eine rasche Erosion verhindert, bilden sich die

ebenen Hochlagen unserer Markung.

In den weichen Mergelgesteinen finden wir tief eingeschnittene Klingen.

Hier konnten kleine Waldbäche durch die weichen Tongesteine relativ rasch

tiefe Einschnitte erodieren.

Diese Gesteinsschichten wurden, wie oben erwähnt, oft mit Löslehm überlagert.

Der Lös besteht aus am Gletscherboden zerriebenem Gesteinsmehl.

Gletscher sind gigantische Gesteinsmehlfabriken, die an ihrer Unterseite

durch ihr hohes Gewicht und Wanderbewegungen ganze Landschaften

formen und abhobeln. Dieses Gesteinsmehl wurde aus nicht vergletscherten

Gebieten, nach Rückzug der Gletscher, durch Winde als Staub oft mehrfach

verweht und in unsere Region verblasen und abgelagert.

Der Boden prägt aber nicht nur das Gesicht des Waldes. Die Gesteine im

Wald waren früher neben dem dort wachsenden Holz der wichtigste

Baustoff.

Heute kann man den Stubensandstein noch an vielen historischen

Gebäuden sehen.

Das Ulmer Münster wurde teilweise mit Stubensandstein aus dem

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