und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

enthalten immer einen Tonanteil von mehr als 40 Prozent.

Das Klima ist für die Bodenbildung der entscheidende Faktor: Die

Kombination eines bestimmten Klimas mit einem bestimmten Ausgangsgestein

ergibt immer den gleichen Bodentyp.

Das ganze Mosaik der verschiedenen Böden ist in der forstlichen Standortkarte

für den jeweiligen Waldort festgehalten. Diese Karte ist entscheidend

für die Durchforstung der Waldbestände und, falls gepflanzt werden soll, für

die richtige Baumartenwahl.

Sie gibt Hinweis, welche Bäume bei der Durchforstung den zukünftigen

Waldbestand bilden sollen. Denn nur dem Bodenstandort angepasste

Waldbestände versprechen neben Stabilität gegen Stürme und Widerstandskraft

gegen Insekten auch ein befriedigendes Baumwachstum bei

wirtschaftlichem Erfolg. Nur solche Bestände werden auch die Chance

haben, sich dem ständig wärmer werdenden Klima anzupassen.

In Filderstadt sind wir durch die Natur begünstigt. Verursachen die Ton- und

Lehmböden bei der Bewirtschaftung mit Maschinen Schwierigkeiten, haben

sie dennoch einen entscheidenden Vorteil: Sie schlucken ordentlich was

weg und können es auch noch bei sich halten.

Gemeint ist natürlich Regenwasser. Sie nehmen aufgrund ihrer Porenstruktur

Wasser wie ein Schwamm auf und weisen deshalb eine sehr hohe

Wasserspeicherfähigkeit auf. Das heißt, sie können über einen langen

Trockenzeitraum den Baumwurzeln immer noch genügend Wasser für die

Assimilation zur Verfügung stellen.

Die Waldbäche fallen auch im Sommer in der Regel nicht trocken.

Deshalb leidet unser Wald auch längst nicht so stark unter Trockenperioden

wie Wälder auf reinen Sandstandorten. Unsere Böden sind durch ihr

Ausgangssubstrat auch gut nährstoffversorgt. Damit steht einem guten

Waldwachstum, mit einem hohen Laubholzanteil, eigentlich nichts mehr im

Wege.

Wäre da nicht noch der andauernde Eintrag eines ganzen Cocktails von

Luftschadstoffen, die gerade in unserem Ballungsraum wirksam sind.

Hier kommt es auf die Fähigkeit der Böden an, Säuren zu neutralisieren und

damit für die Baumwurzeln unschädlich zu machen. Der Chemiker nennt

den Vorgang „Puffern“. Jede Versauerung bedeutet eine Abnahme der

bodenbiologischen Aktivität. Fortgeschrittene Versauerung wäre für

Pflanzen und Tiere tödlich.

Auch in dieser Hinsicht haben wir in Filderstadt Glück. Unsere Böden haben

eine eher große Pufferkapazität gegen Säuren. Allerdings kann niemand

vorhersehen, wie lange diese Fähigkeit der Böden erhalten bleibt. Durch

ständigen Säureeintrag wird der Kalkgehalt, der im Wesentlichen für den

Puffervorgang verantwortlich ist, verringert.

Die Versauerung ist ein schleichender Prozess. Künstliche Kalkung kann nur

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