und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Das fachgerechte Behandeln und Ableiten bzw.

Versickern von Regenwasser zum Hochwasserund

Grundwasserschutz ist für die Filderböden

von besonderer Bedeutung

René Schiemann, Dipl. Geologe TÜV SÜD

In Siedlungsräumen kommt der Gütemäßigen Regenwasserbehandlung

zum Schutz der Böden, des Grundwassers und der oberirdischen

Gewässer generell eine immer größere Bedeutung zu. Für die

Filderböden gilt dies in besonderem Maße.

Die mehrere Meter mächtige Filderlehm-Decke und die im tieferen

Untergrund folgenden Tone und Tonsteine des Schwarzen Jura sind schon

von den natürlichen Voraussetzungen nicht in der Lage, das Regenwasser

rasch zu versickern. Das feinkörnige, überwiegend aus Schluff- und

Tonpartikeln aufgebaute, Bodenmaterial der Filder reagiert besonders

empfindlich auf intensive Regenfälle, da das Wasser wegen der

vergleichsweise kleinen Porenräume nur langsam in den Boden einsickern

kann. Feinkörnige Böden sind besonders erosionsempfindlich – Abschwemmungen

von Bodenmaterial und ein vermehrter Oberflächenabfluss des

Regenwassers mit Abfluss-Spitzen in die Gewässer sind die Folge.

Für die gleichmäßige Versorgung der Bäche und Gräben mit Wasser ist

jedoch eine ausreichende Niederschlagsversickerung und Grundwasserneubildung

besonders wichtig.

Das Regenwasser von Dachflächen oder versiegelten Bodenflächen läuft

nahezu verzögerungsfrei und vollständig ab. Zudem nimmt mit der

Umwandlung von Wald-, Wiesen und Feldflächen in befestigte Flächen auch

die Verdunstung der Niederschläge deutlich ab.

Mit der fortschreitenden Bebauung von natürlichen Bodenflächen geht die

Versickerung von Regenwasser in den Boden somit ganz oder teilweise

verloren. Durch Flächenversiegelung wird einerseits die Bildung von neuem

Grundwasser verhindert, anderseits steigt die hydraulische Belastung

unserer Oberflächengewässer und Kanäle. Auch das Risiko für Bodenerosionen

in Hanglagen steigt. Diese Entwicklungen sind im Filderraum

deutlich zu spüren. Die bindigen Lößlehmböden und der Schwarze Jura, der

die meisten Böden im Filderraum kennzeichnet, sind für das Wasser nur

schwach durchlässig und lassen deshalb schon von den natürlichen

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