und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

sind haargenau die Verläufe der wichtigsten Autobahnen.

Interessant ist noch, dass in Baden-Württemberg bestimmte Melden- und

Gänsefußarten, die ehemals häufige und typische Unkräuter der Dörfer und

Kleinstädte waren, selten geworden und teilweise sogar vom Aussterben

bedroht sind. Sie sind Opfer einer anderen Auswirkung anthropogener

Bodenbildung, nämlich dem Verlust bäuerlicher, ammoniakreicher Sonderstandorte,

wie z. B. Dunglegen, Hühnerhöfe oder alte, vergipste Mauern.

Ein besonders eindrückliches Beispiel der Wechselwirkung von Boden und

Pflanze liefert der Salzschwaden (Puccinellia distans) . Der Salzschwaden

ist eine Pflanze der Küstengebiete, wo er im

Übergangsbereich von Watt und Marschland eine

eigene Grünlandgesellschaft bildet. Im Binnenland

kommt er nur ganz selten im Bereich von

Salinen oder Solequellen vor.

Er gehört zu den Gräsern und ähnelt sehr dem

Einjährigen Rispengras, das bei uns praktisch

überall vorkommt und beispielsweise auch das

Grün der Sportplätze bildet. Aufgrund seines

zierlichen Wuchses und seiner Ähnlichkeit mit

dem Rispengras wird es leicht übersehen.

Seit den 70er-Jahren, in Folge des starken Ausbaus

des Straßennetzes und des verstärkten Einsatzes

von Streusalz, breitete sich der Salzschwaden von

Norden her entlang der Straßen rasch aus. Auch

auf den Fildern wurde dieses Gras heimisch.

Direkt vor der eigenen Haustür, im Bereich eines

Kanalschachts, wo das Regen- und Schmelzwasser

abfließt und sich etwas Schlamm gesammelt hat,

entdeckte ich vor Jahren dieses eigenartige Gras.

Noch interessanter als sein Auftauchen ist die

Beobachtung, dass der Salzschwaden seit den

90er-Jahren wieder seltener wird. Zum einen, weil

er von neuen, konkurrenzstärkeren Arten (Melde,

Gänsefuß) verdrängt wird und zum anderen aber,

weil weniger Salz ausgebracht wird! In den reinen

Der Salzschwaden

Wohnbereichen der Filderorte kommt er deshalb

kaum noch vor, auch nicht mehr vor meiner Haustür.

Der lustige Name Puccinellia wurde übrigens zu Ehren des italienischen

Botanikers PUCCINELLI (1808 – 1850) vergeben.

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