und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

leisten die Hauptarbeit der Zersetzungsprozesse im Boden. Organische

Substanzen werden zu mineralischen Nährstoffen umgewandelt, die die

Pflanzen zur Wachstumsgrundlage benötigen. Pflanzenreste, Kot und

Körpermasse der abgestorbenen Organismen werden so in ihre

Grundbausteine zerlegt: Kohlendioxid, Wasser, Ammoniak und die

sonstigen in der Pflanze enthaltenen Mineralstoffe (Mineralisierung). Sie

sind daher von besonderer Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit. Durch

die „Vor“-Bearbeitung der organischen Materialien durch einige Bodentiere

kann die Mikroflora leichter an die Inhaltsstoffe der Zellen gelangen und

diese zersetzen.

Bodenfauna oder Bodentiere (benannt nach der römischen Göttin

„Fauna“: die Göttin des Waldes und der Tiere)

Bodentiere spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der

Bodenstruktur, für die Beschleunigung des Abbaus von organischen

Substanzen und sind auch so genannte Indikatoren für die Bodenqualität

und verschiedener Bodentypen.

Bedingt durch die entsprechend vorgegebenen Standortfaktoren des

Bodens (Ausgangsgestein, Relief, vorhandene Vegetation, klimatische

Bedingungen und natürlich die Einflüsse des Menschen) wird im

Umkehrschluss natürlich die Leistungsfähigkeit der vorhandenen

Bodentiere beeinflusst.

Bodentiere zerkleinern und setzen organische Masse (Pflanzenteile, aber

auch verstorbene Tiere) im Boden um und produzieren daraus Humus als

Grundlage für dauerhaft fruchtbare Böden. Sie schließen Nährstoffe auf und

bilden Schleime (Regenwürmer und Schnecken), die für die Krümelstruktur

des Bodens wichtig sind. Organische und mineralische Bodenbestandteile

werden durch ihre Fraß- und Verdauungstätigkeit vermischt. Viele Krümel

und Krümelbestandteile sind nichts anderes als Kothäufchen. Diese sind

sehr strukturstabil, enthalten Nährstoffe in gut pflanzenverfügbarer Form

und sorgen so für die ideale Bodenbelüftung. Dadurch wird auch die

Wasserspeicherfähigkeit oder „Wasserkapazität“ im Boden erhöht.

Diese Durchmischung, Durchlüftung, Lockerung und Umlagerung von

Bodenbestandteilen durch die Bodentiere wird auch als Bioturbation

(griechisch „bios“ = Leben und lateinisch „turbare“ = verwirren) bezeichnet.

Betrachten wir uns die Bodentiere nun genauer, können wir eine einfache

Unterteilung nach ihrer Größe durchführen:

Am häufigsten vertreten ist die Mikrofauna (< 0,2 mm) mit den Amöben

und Fadenwürmern. Die Mesofauna (< 2 mm) besteht aus Milben und

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