und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

anfasst. Denn das Risiko, die zu diesem Zeitpunkt nur schwach gepanzerten

Tiere dabei zu zerquetschen, ist recht hoch.

Sind die Tiere allerdings voll ausgefärbt und ausgehärtet, so spricht kaum

etwas dagegen, Laufkäfer auch einmal in die Hand zu nehmen und näher

anzusehen. Über Stachel verfügen sie nicht und es gibt nur wenige große

Arten, die mittels ihrer Oberkiefer die Haut unserer Finger „beißend“

durchdringen können. Etwas unangenehmer kann es da schon werden,

wenn eines der Tiere Verdauungssaft spuckt oder – aus dem Hinterleib –

stark riechende und teilweise ätzende Abwehrstoffe versprüht. Besonders

bei den großen Arten also etwas Vorsicht walten lassen, insbesondere sich

nicht in die Augen sprühen lassen!

Es ist an dieser Stelle vielleicht noch angebracht darauf hinzuweisen, dass

bestimmte Laufkäferarten – vor allem die großen Vertreter der bereits

genannten Gattung Carabus – in Deutschland unter direktem Schutz stehen

und demnach nicht ohne Ausnahmegenehmigung gefangen und z. B.

verletzt oder getötet werden dürfen. Genehmigungen werden vor allem für

wissenschaftliche Zwecke erteilt.

Was verbindet Laufkäfer mit dem Boden?

Ihre Füße, könnte man vielleicht scherzhaft antworten, das wäre irgendwie

nicht falsch, allerdings auch zu kurz gegriffen.

Tatsächlich sind Laufkäfer in der Mehrzahl der Tierwelt der Bodenoberfläche

und der obersten Bodenschichten zuzurechnen. Sie laufen allerdings nicht

nur auf dem Boden herum, sondern nutzen und verändern ihn in vielfältiger

Weise. Wie wir bereits am Beispiel der Entwicklung von Laufkäfern gesehen

haben, legen viele Arten ihre Eier im Boden ab, die Entwicklung der Laven

und die Verpuppung vollziehen sich zu einem größeren Teil im Boden. Aber

auch die „erwachsenen“ Käfer kommen um den Boden nicht herum. Sie

laufen nicht nur auf seiner Oberfläche, sondern viele graben bei der

Nahrungssuche, dringen in Spalten in den Boden ein und müssen sich dort

auch in ihren inaktiven Zeiten verstecken. Tagsüber sind viele Arten ohnehin

nicht zu beobachten, da sich ihre Aktivität zu einem großen Anteil auf die

Abend- und Nachtstunden erstreckt. Einige Laufkäferarten haben eine

vollkommen grabende Lebensweise entwickelt und ihre Beine auch –

entfernt vergleichbar mit dem Maulwurf – im Laufe ihrer Stammesgeschichte

in „Grabschaufeln“ umgewandelt.

Andere Bodentiere stellen einen wesentlichen Anteil der Laufkäfernahrung

dar. Daneben gibt es allerdings auch Laufkäferarten, die sich vegetarisch

ernähren. Beispiel sind Haarschnellläufer der Gattungen Ophonus und

Diachromus . Auffallend ist der Bunte Haarschnellläufer (Diachromus

germanus, Abb.3), der seit den 1980er Jahren [8] offensichtlich im Zuge der

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