und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

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und Umweltschutz in Filderstadt 2009 - Stadt Filderstadt

Kann der Waschbär in Filderstadt zu einem Problembär werden?

Es steht kaum zu befürchten, dass der Waschbär in Filderstadt andere

Tierarten nachhaltig verdrängt. Zwar ist bekannt, dass er auch Eier und

Jungvögel frisst, aber die für ihn vergleichsweise aufwändige Jagd auf

Altvögel lohnt sich für ihn nicht; er bevorzugt stattdessen die bequemer zu

erbeutenden Amphibien und Fische sowie pflanzliche Nahrung. Er kann

insofern nicht als typischer „Schädling“ bezeichnet werden und hat nach

Meinung von Experten „bislang keine ökologischen Schäden von nennenswertem

Ausmaß verursacht“.

Problematischer wird es, wenn Waschbären dauerhaft in waldnahe oder

parkähnliche Ortsränder und Siedlungsbereiche eindringen. Solche

verstädterten Tiere ernähren sich vor allem von herumliegendem

Hausmüll, von hochwertigen Speiseresten auf dem Kompost, von Gartenfrüchten

und von ausgelegtem Katzen- und Igelfutter. Keinesfalls sollten die

possierlichen Tiere aber gezielt gefüttert werden, denn sonst verlieren sie

ihre Scheu vor dem Menschen und werden immer aufdringlicher! Materielle

Schäden können dann entstehen, wenn Waschbären in Gebäude

einsteigen, um Dachböden und Abstellräume als Schlaf- und Wurfplätze zu

nutzen. Solche Aufstiege sollten deshalb unbedingt vergittert oder verschlossen

werden, auch um eventuell einsickerndes Regenwasser zu

verhindern.

Die Gefahr der Übertragung von Krankheiten vom Waschbären auf den

Menschen ist in Amerika, wo die Waschbär-Tollwut auftritt, deutlich höher

als in Europa. Bei uns sind Erkrankungen, beispielsweise durch Übertragung

des Waschbärspulwurms, sehr selten.

Fazit

Als wenig anspruchsvoller Allesfresser kann der Waschbär – gepaart mit

seiner hohen Anpassungsfähigkeit – neue Lebensräume erfolgreich besiedeln.

Er besitzt zwar kaum natürliche Feinde, weist aber demgegenüber eine

hohe Sterblichkeit auf (nur etwa die Hälfte der Jungtiere überstehen das 1.

Lebensjahr!). Verluste entstehen vor allem durch Bejagung und Krankheitsepidemien

sowie durch Verkehrsopfer.

Es ist nicht auszuschließen, dass der Waschbär auch in Filderstadt zu

einer dauerhaften, „einheimischen“ Tierart wird. Allerdings fehlen auf

den Fildern die von ihm geschätzten, gewässerreichen Landschaftsstrukturen.

Verhindert werden sollte ein Vordringen in Siedlungsränder am

Waldrand und in unsere Gartenhausgebiete. Dazu dienen folgende

Maßnahmen:

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