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Umwelt Journal 2021-3

UMWELT JOURNAL Nr. 3/2021 mit den Themen: Kreislaufwirtschaft, Aufforstung, Grüne Logistik, ÖSTERREICHISCHE POST, Kunststoffalternative, Energie, Recycling, E-Mobilität, Wasserstoffspeicherung, Photovoltaik, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

UMWELT JOURNAL Nr. 3/2021 mit den Themen:
Kreislaufwirtschaft, Aufforstung, Grüne Logistik, ÖSTERREICHISCHE POST, Kunststoffalternative, Energie, Recycling, E-Mobilität, Wasserstoffspeicherung, Photovoltaik, Green Finance, Ausbildungen, Seminare, Sonderausgaben

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ABS.: UMWELT JOURNAL | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA

Gelber Riese

mit grünem Herz

Heft 3/2021

Zukunftspaket für Österreichr

Klimaneutraler Paketversandr

Dosenaufsätze aus Kartonr

E-Mobilität in Chinar

Wasserstoffeinspeicherungr


UMWELTjournal 3/2021 | S2

INHALT

3/2021

02 Inhalte

03 Editorial, Stories

04 Aktuelles

06 Recycling Ein Zukunftspaket für Österreich

10 Naturschutz Helvetia Schutzwald-Initiative

12 COVER Gelber Riese mit grünem Herz

16 Green Logistics klimaneutraler Paketversand

18 Umwelttechnik Dosenaufsätze aus Karton

20 Mobilität e-mobile Kooperation in Tirol

22 Mobilität Elektromobilität in China

25 Energie Wasserstoffeinspeicherung mit Verdichtern

28 Green Logistics Logistiker setzen auf Solarstrom

30 Green Finance Wasserstoff für die Energiewende

32 Ausbildungen, Seminare, Partner

33 Karriere Qualitäts-Champions und -Talente 2021

34 Ausblick UMWELT JOURNAL 2021

35 UMWELT+MOBILITÄT Sonderausgaben für 2021

1

G

D

06

Recycling

Die Altstoff Recycling

Austria AG (ARA) hat

ein Zukunftspaket zur

Kreislaufwirtschaft mit

umfangreichen Maßnahmen

vorgestellt.

Nur so könnten die

Recycling-Ziele der

EU hierzulande erreicht

und hohe Strafzahlungen

vermieden

werden.

© ARA, Werner Streitfelder


2

elber Riese mit grünem Herz

ie Österreichische Post kümmert sich um nachhaltige Logistik.

18

Umwelttechnik

Mit der Innopack Kisters CNP

(Carton Nature Packer) bietet

KHS eine leistungsstarke Maschine

zur Verarbeitung von

Kartonaufsätzen für Dosen. Die

Verpackungsmaschine fügt Getränkedosen

mithilfe eines Kartonaufsatzes

zu einem stabilen

Pack zusammen.

25

Energie

Die Umstellung einer bestehenden

Erdgasanlage hinsichtlich

eines zunehmenden Wasserstoffanteils

sollte deshalb möglichst

frühzeitig schwingungstechnisch

analysiert werden. Die technischen

Grundlagen lesen Sie hier.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Werte Kunden!

Knapp vor der Jahresmitte ist es Zeit Bilanz zu ziehen:

Wo stehen wir in diesem schwierigen Jahr 2021?

Nun, die Agenda hat sich zumindest wieder mit den

wirklich wichtigen Dingen angereichert: Klimaschutz,

Energiewende, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. All

diese Themen sind wieder stärker in den Vordergrund

gerückt - und das zurecht!

Die Klimakrise braucht intensivere Anstrengungen von

allen Seiten, um ihr adäquat begegnen zu können.

Dazu zählt die Politik, die rascher reagieren muss und

Rahmenbedingungen genauer definieren muss. Dazu

gehört die Wirtschaft, die von selbst zu mehr Nachhaltigkeit

und zu den Facetten der Kreislaufwirtschaft finden sollte.

Dazu zählt aber auch jeder einzelne Mensch - unser

Konsum und unsere Gewohnheiten sind es, die ein

Verhalten der Wirtschaft und der Politik auslösen und

weiterhin begünstigen.

„Rückkehr zur Normalität“ - das wurde in der laufenden

Pandemie immer wieder als Wunsch geäußert. Ich sehe

das sehr kritisch, denn die bisherige „Normalität“ hat

uns in die Klimakrise geführt und wird uns immer weiter

hineinführen. Stattdessen wäre Reflexion angebracht,

Nachdenken, Lernen, Handeln. Und ich würde mir

wünschen, dass wir alle mehr über den Tellerrand blicken

und auch Länder außerhalb Europas zum Mitarbeiten an

den Themen Klimaschutz, Energiewende, Nachhaltigkeit

und Kreislaufwirtschaft bewegen.

Das UMWELT JOURNAL ist seit vielen Jahren Wegbegleiter

der Nachhaltigkeit – wir zeigen regelmäßig auf, wer

nachhaltig arbeitet, welche Modelle angewendet werden

und welche Arbeitsweisen sinnvoll sind.

Weiterhin viel Lesevergnügen,

Ihr Peter R. Nestler

Herausgeber


UMWELTjournal 3/2021 | S4

20 Jahre Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich

Der österreichische Bausektor

ist im Vergleich zu anderen

Branchen gut durch die Pandemie

gekommen. Die Auftragsbücher

sind aktuell gut

gefüllt und diese Entwicklung

wird sich nach Einschätzung

der Wirtschaftsforscher auch in

den kommenden Monaten fortsetzen

– auch Dank fortschreitender

Digitalisierung im Bau.

Ein Treiber dieser Entwicklung

ist der ecoplus Bau.Energie.

Umwelt Cluster Niederösterreich,

der seit 20 Jahren für

innovatives und nachhaltiges

Bauen in Niederösterreich

steht.

In 20 Jahren wurden 381 Kooperationsprojekte

mit über

2.100 Projektpartnern erfolgreich

begleitet.

„Die Investitionsprämien des

Bundes und die Investitionsvorhaben

des Landes werden

in den kommenden Monaten

noch einiges an Dynamik in der

heimischen Baubranche auslösen.

Das ist angesichts der

großen Herausforderungen,

vor denen auch die Bauwirtschaft

durch die Pandemie gestellt

wird, besonders wichtig.

Mit rund 6.800 Unternehmen,

45.000 Beschäftigten und einer

Bruttowertschöpfung von

rund 3,1 Milliarden Euro zählt

der Bausektor zu den Schlüsselbranchen

der heimischen

Wirtschaftslandschaft. Wir

unterstützen daher auch seit

genau 20 Jahren im Rahmen

des ecoplus BEUC die gesamte

Branche auf ihrem Weg in

die Zukunft. Seitdem wurden

381 Kooperationsprojekte mit

über 2.100 Projektpartnern erfolgreich

begleitet. Aktuell sind

220 Clusterpartnern (davon

205 KMU) mit mehr als 35.400

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

und einem Gesamtumsatz

v.l.n.r.: Stefan Schrenk, Robert Jägersberger, Jochen Danninger, Michaela Smertnig, Helmut Miernicki

von rund 7,9 Milliarden Euro

in diesem Branchennetzwerk

verbunden“, so Wirtschaftsund

Digitalisierungslandesrat

Jochen Danninger.

Diese Einschätzung teilt auch

Robert Jägersberger, Innungsmeister

der Bundesinnung Bau

und der Landesinnung Bau

Niederösterreich: „Dank der

Handlungsanleitung der Bau-

Sozialpartner zu Beginn der

Krise war innerhalb kürzester

Zeit ein sicheres Weiterarbeiten

auf den Baustellen möglich.

Der Bau war und ist damit

einmal mehr ein wesentlicher

Stützpfeiler der heimischen

Konjunktur. Im Namen der

niederösterreichischen Bauwirtschaft

gratulieren wir dem

Bau.Energie.Umwelt Cluster

Niederösterreich ganz herzlich

zum ‚Runden‘, wüschen alles

Gute für die nächsten Jahrzehnte

und freuen uns auf viele

weitere gemeinsame, erfolgreiche

Projekte.“

In Kooperationsprojekten können

kreative Potentiale voll

ausgeschöpft werden.

„Im Fokus der Clusterarbeit

steht immer die Frage, was die

Unternehmen für ihre Weiterentwicklung

brauchen, wie das

Innovationspotenzial der Branche

gehoben und die Wettbewerbsfähigkeit

der Unternehmen

gesteigert werden kann

– alles im Rahmen überbetrieblicher

Kooperationsprojekte,

denn wir haben die Erfahrung

gemacht, dass die großen Herausforderungen

gemeinsam

leichter und erfolgreicher zu

bewältigen sind“, erläutert ecoplus

Geschäftsführer Helmut

Miernicki die grundsätzliche

Ausrichtung.

Gesucht wird Österreichs

Klimaschutz-Preisträger 2021

© NLK, Burchhart

Effzienter Klimaschutz funktioniert nach dem Prinzip “Reden ist Silber,

Handeln ist Gold”. Der HERMES Wirtschaftspreis, die bedeutendste

Auszeichnung und das Gütesiegel in der österreichischen Wirtschaft,

wird 2021 mit dem “HERMES Klimaschutz.Preis” erweitert.

Mit dem HERMES.Klimaschutz.Preis werden jene österreichischen

Unternehmen ausgezeichnet, die sich mit innovativen Projekten aktiv

für eine klimafreundliche Zukunft einsetzen. Mit den eingereichten

Klimaprojekten aus allen Wirtschaftsbereichen – Handel, Industrie,

Logistik, Tourismus, etc. – zeigt die österreichische Wirtschaft, dass

Klimaschutz und erfolgreiches Wirtschaften Hand in Hand gehen und

Arbeitsplätze in ganz Österreich sichert.

HERMES Gala 2021

Die Verleihung des HERMES.Klimaschutz-Preis findet am 21. Oktober

2021 im Großen Festsaal der Wiener Hofburg im Rahmen

des glanzvollen “Gala-Abend der österreichi-schen Wirtschaft” mit

rund 600 hochrangigen nationalen und internationalen Gästen

aus Politik und Wirtschaft statt.

Egal, wie groß oder klein Ihr Unternehmen ist, egal wie viele Mitarbeiter

Sie beschäftigen, jedes Unternehmen in Österreich hat

die Chance ein HERMES Klimaschutz-Preisträger 2021 zu werden.

Im Fokus stehen praxisorientierte Projekte zur Verbesserung des

ökologischen Fußabdruckes und zur Erreichung der geplanten

Klimaziele.

Download: Einreichunterlagen


Der Circular Globe ist da

Österreichs führende Trainings-,

Zertifizierungs- und Begutachtungsorganisation

Quality Austria

entwickelte gemeinsam mit

ihrem Schweizer Pendant SQS

ein objektives Assessment-Modell

zur Bewertung der Kreislauffähigkeit.

Bei Circular Globe werden erstmals

nicht einzelne Produkte

auf ihre Kreislauffähigkeit untersucht,

sondern das gesamte

System eines Unternehmens.

Die Zirkulär-Wirtschaft ist derzeit

auch Fixpunkt im „Comeback-

Plan“ der Bundesregierung und

wird auf EU-Ebene laufend mit

Nachdruck forciert.

„Circular Globe dient dazu den

zirkulären Reifegrad von Organisationen

nach objektiven

Kriterien zu messen und ist für

Unternehmen jeder Art und

Größe geeignet“, erklärt Konrad

Scheiber, CEO der Quality

Austria. Die Grundidee für das

Label stammt von der Schweizerischen

Vereinigung für Qualitäts-

und Management-Systeme

(SQS). In einer länderübergreifenden

Kooperation mit den

Fachexpert*innen der Quality

Austria wurde der Kriterienkatalog

für die Bewertung der Unternehmen

ausgearbeitet. Das nun

erstmals in beiden Ländern der

Öffentlichkeit präsentierte Circular

Globe Modell soll später auch

auf gesamteuropäischer Ebene

ausgerollt werden und verfolgt

einen gänzlich neuen Ansatz:

Nicht einzelne Produkte werden

auf ihre Kreislauftauglichkeit hin

überprüft, sondern das gesamte

Unternehmen anhand eines systemischen

Ansatzes.

„Mit der Entwicklung von Circular

Globe möchten wir einen positiven

Beitrag dazu leisten, um alle

couragierten Unternehmen bei

der Abkehr von der Wegwerfgesellschaft

zu unterstützen“,

präzisiert Felix Müller, CEO der

SQS. Die beiden Partnerorganisationen

aus Österreich und der

Schweiz fühlen sich als akkreditierte

Zertifizierungsstellen den

Werten der Unabhängigkeit und

Objektivität in besonderem Maß

verpflichtet. Die SQS ist die führende

Schweizer Organisation

für Zertifizierungs- und Bewertungsdienstleistungen

und wurde

bereits 1983 gegründet. Die

Quality Austria wurde im Jahr

2004 durch vier Vereine aus

dem Bereich Qualitätsmanagement

(ÖQS, ÖVQ, ÖQA, AFQM)

ins Leben gerufen und leistet in

Österreich ebenfalls laufend Pionierarbeit.

Kreislaufwirtschaft verfolgt einen

weitreichenden Ansatz. Zum

einen sollen bereits vorhandene

Produkte durch Reparatur,

Refurbishing, Wiederverkauf etc.

möglichst lange in Verwendung

bleiben. Zum anderen sollen

die verwendeten Materialien

bereits beim Produktdesign so

gestaltet werden, dass sie durch

Recycling immer wieder in den

Produktkreislauf zurückgeführt

werden können. Um das Circular

Globe Label zu bekommen,

müssen Unternehmen in Österreich

ein zweistufiges Assessment

durch die Expert*innen

der Quality Austria durchlaufen.

Weiters werden den Betrieben je

nach Reifegrad und Umfang des

Konzepts Labels ausgestellt. Die

Fortschritte werden in jährlichen

Zwischen-Assessments erhoben

und nach Ablauf der Gültigkeit

von drei Jahren neuerlich detailliert

begutachtet und geprüft.

Unternehmen, die sich für das

Circular Globe Label interessieren,

können ihre Mitarbeiter*innen

in der Lehrgangsreihe Circular

Globe Transformation Coach

– Certification Course mit dem

Thema vertraut machen.

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UMWELTjournal 3/2021 | S6

Ein Zukunftspaket für die

Kreislaufwirtschaft in Österreich

Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) hat ein Zukunftspaket zur Kreislaufwirtschaft

mit umfangreichen Maßnahmen vorgestellt. Nur mit gemeinsamen Anstrengungen entlang

der gesamten Wertschöpfungskette werde es Österreich gelingen, die EU-Ziele

für Sammlung und Recycling zu erreichen.

Der heimische Marktführer der Sammelund

Verwertungssysteme versteht sich

nicht nur als Treiber für die Kreislaufwirtschaft

in Österreich, sondern vor allem als unentbehrlicher

Partner für Wirtschaft, Politik und

KonsumentInnen. Mit rund 1,08 Millionen Tonnen

an gesammelten Verpackungen und Altpapier

schließt man 2020 trotz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie

nahezu nahtlos an das Rekordergebnis

2019 an (-0,6 % im Vergleich zu 2019).

2021 – Jahr der Kreislaufwirtschaft

„Die ARA hat bereits seit Jahren die heimische

Wirtschaft auf eine grundlegende Transformation

unseres ökonomischen Handelns im Sinne von Klimaschutz

und Ressourcenschonung vorbereitet.

Der New Green Deal der EU schreibt diesen Wandel

fest, und diesen gibt es nicht ohne Kreislaufwirtschaft

und nur mit dem starken Partner ARA.

Österreich agiert hier im internationalen Vergleich

als Vorreiter und Vorbild. Die ARA hat sich für

2021, das Jahr der Kreislaufwirtschaft, mit einem

Zukunftsmodell und einer neuen Vorstandskonstellation

gut aufgestellt, um gemeinsam mit Politik

und Wirtschaft die großen Herausforderungen zu

meistern“, erläutert Alfred Berger, Aufsichtsratsvorsitzender

der ARA AG.

Stabil durch die Krise

Trotz der durch Covid-19 bedingten Ausnahmesituation

war die Entsorgungs- und Versorgungssicherheit

für Haushalte und Betriebe in Österreich

stets gewährleistet, erläutert ARA Vorstand Christoph

Scharff. Ungeachtet der international angespannten

Marktlage ist es der ARA gelungen, die

heimische Wirtschaft weiterhin mit hochwertigen

Sekundärrohstoffen zu versorgen. „Wir sind Partner

der Wirtschaft. Daher haben wir unsere Tarife

trotz angespannter Marktsituation nicht erhöht

und arbeiten an weiteren Optimierungen in diesem

Bereich“, hält Scharff fest. Das ARA Verpackungsrecycling

liefert unverändert jährlich rund

700.000 Tonnen Recyclingrohstoffe und entlastet

das Klima jedes Jahr um rund 500.000 Tonnen


© ARA, Mario Pernkopf

v.l.n.r.: Christoph

Scharff (ARA Vorstandsvorsitzender),

Harald Hauke (ARA

Vorstand) und Alfred

Berger (Aufsichtsratsvorsitzender

der

ARA AG)

CO2- Äquivalente. Und der Zuspruch zur Mülltrennung

ist auch in Krisenzeiten hoch: Mehr als 1

Million Tonnen Verpackungen und Altpapier wurden

von den österreichischen Haushalten 2020

getrennt gesammelt – ein Ergebnis nur knapp

unter dem Rekordresultat des Vorjahres und „angesichts

der besonderen Umstände keine Selbstverständlichkeit“,

so Scharff.

Österreich sieht die Kreislaufwirtschaft nach wie

vor als Chance – sowohl Unternehmen als auch

KonsumentInnen. Bei der Bevölkerung sind 83 %

der Befragten bereit, sich beim richtigen Trennen

und Sammeln noch mehr anzustrengen.[1] Der Anteil,

der in Circular Economy investierenden Unternehmen,

wiederum hat sich im „Circular Economy

Barometer“[2] seit 2019 deutlich von 50 % auf 69 %

erhöht, bei großen Unternehmen sind es sogar 77

%. Im Vergleich dazu investieren allerdings nur 57

% der kleinen Betriebe aktuell in die Kreislaufwirtschaft.

„Hier haben wir großen Nachholbedarf“,

räumt ARA Vorstand Harald Hauke ein, „allerdings

ist das Interesse groß: Bei unseren Grundlagen-

Webinaren melden sich jeweils bis zu 1.000 TeilnehmerInnen

an.“

Zukunftspaket:

Gemeinsam für die Kreislaufwirtschaft

So wie der New Green Deal der EU an der gesamten

Wertschöpfungskette ansetzt, berücksichtigt

auch das ARA Zukunftspaket zur Kreislaufwirtschaft

alle Bereiche – von Produktgestaltung und

Produktion über Konsum zu Sammlung und Verwertung,

verbunden mit ambitionierten Digitalisierungsmaßnahmen.

„Dabei geht es nicht nur um

die Erreichung von Sammel- oder Recyclingquoten.

Es geht um neues, tragfähiges Zukunftsmodell

für den Klimaschutz, in dem Ressourcenschonung

und Rohstoffsicherheit selbstverständlich

sind, in dem die Industrie Investitionssicherheit

genießt und in dem es einen funktionierenden

Markt für Rezyklate und deren Einsatz in allen

möglichen Produkten gibt – von Baustoffen über

die Elektroindustrie bis hin zur Autoproduktion.

Dazu wollen wir jede Verpackung zurück fürs Recycling“,

erklärt Hauke.

Zentrales Ziel ist die Steigerung im Kunststoffrecycling

– „hier müssen wir das Recycling bis

2025 verdoppeln“, so der Scharff. „Wir werden

die Haushaltssammlung ausbauen und sukzessive

von Bring- auf Holsysteme umstellen. Derzeit laufen

dazu vielversprechende Pilotversuche, etwa

in Kärnten. Zudem müssen wir die Sammlung im

Event-, Freizeit- und Außer-Haus-Bereich wesentlich

steigern – hier sind wir mit dem Pilotprojekt Big

Belly Solar, einem energieautarken, intelligenten

Sammelbehälter, in verschiedenen Städten stationiert.“

Die Sammlung von Leicht- und Metallverpackungen

sollen zudem bundesweit vereinheitlicht

werden – Kunststoffverpackungen, Getränkekartons

und Metallverpackungen gemeinsam in der

Gelben Tonne und im Gelben Sack zu sammeln

macht Sinn. Als Erfolgsbeispiel nennt Scharff die

Bundeshauptstadt Wien: Seit der Systemumstellung

2019 hat sich die Sammelmenge um rund 11 %


UMWELTjournal 3/2021 | S8

erhöht. Bei den PET-Flaschen gibt es ein Plus von

26 %, bei den Getränkedosen beträgt es 24 % und

bei Getränkekartons 30 %.

Im Gewerbeabfall wiederum, so Scharff weiter,

steckt ein ungenutztes Potenzial von rund 50.000

t Kunststoffverpackungen in teils sehr guter Qualität

– allerdings enthalten in einer Menge von 1 Million

Tonnen Abfall. Daher braucht es aus Sicht der

ARA eine gesetzlich definierte Trennpflicht und ein

Verwertungsgebot für gewerbliche Verpackungen,

damit die Sammelmenge in diesem Bereich

um 40 % gesteigert werden kann. „Wir begrüßen

und unterstützen die Initiative des Klimaschutzministeriums,

in den Novellen von Abfallwirtschaftsgesetz

und Verpackungsverordnung das große

Potenzial an Verpackungen aus Handel, Gewerbe

und Industrie gezielt zu nutzen.“

Gamechanger Circular Design und Digitalisierung

Bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen

in der EU recyclingfähig sein – ein aufwändiger

technischer Prozess, der sich allerdings durch

günstigere Tarife für entsprechend optimierte Verpackungen

bezahlt macht. „Circular Design ist der

Gamechanger für die Industrie“, betont Hauke. Bereits

jetzt nutzen mehr als 500 Kunden aus allen

Branchen den ARA Recycling Compass zur Bewertung

der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen.

Umweltfreundliche Verpackungsgestaltung ist

ein Hightech-Prozess. Die Wirtschaft arbeitet mit

Hochdruck daran, die Anfragen mehren sich von

Tag zu Tag. Was bislang noch fehlt, sind rechtliche

Kriterien: Was ist eine umweltfreundliche Verpackung

aus Sicht des Gesetzgebers?“

Um die Recyclingziele zu schaffen, setzt die ARA

darüber hinaus auf eine vollständige Digitalisierung

entlang der Wertschöpfungskette: Entpflichtung

mit einer digital gestützten Klassifizierung,

Online-Dashboards für das Abfallmanagement,

digitale Notifizierung, QR-Codes für das Reporting,

smarte und sensorbasierte Container und Hightech-Sortieranlagen.

„Entsprechende Modellversuche

und Forschungskooperationen sind in ganz

Österreich bereits angelaufen und entwickeln sich

hervorragend. Digitales Stoffstrommanagement

stellt einen wesentlichen Schlüssel für eine erfolgreiche

Kreislaufwirtschaft dar“, betont Hauke. „Wir

freuen uns, dass die neue FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft

des Klimaschutzministeriums das Thema

Recycling als einen von vier Schwerpunkten

gewählt hat, damit auch die Forschung den notwendigen

Rückenwind erhält.“

„Österreich hat eine gute Startposition im europäischen

Kontext, es gibt aber noch viel zu tun.

Wir sehen uns mit unserem Zukunftspaket als Experte

und Treiber der Kreislaufwirtschaft. Nur mit

gemeinsamen umfassenden Maßnahmen können

wir die EU-Ziele erreichen und das Klima entlasten

– ohne die Wirtschaft zu gefährden oder die KonsumentInnen

zusätzlich zu belasten“, betonen die

ARA Vorstände abschließend.


DAS WAR DAS UMWELT JOURNAL 2020

KLIMA

ENERGIE

MOBILITÄT

ABWASSER

UMWELTTECHNIK

ABFALLWIRTSCHAFT

UMWELTRECHT

GREEN FINANCE

Bleiben Sie mit uns auch 2021 gut informiert!


UMWELTjournal 3/2021 | S10

100.000 Jungbäume von Helvetia Österreich

Seit 2013 setzt sich Helvetia in Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten aktiv für

die Aufforstung der österreichischen Schutzwälder ein. Heuer wurde ein neuer Meilenstein

erreicht. Bereits mehr als 100.000 Bäume konnten mit Hilfe der Schutzwald-Initiative gepflanzt

und all jene Gebiete aufgeforstet und unterstützt werden, die aufgrund von diversen Naturkatastrophen

stark beschädigt wurden.

Thomas Neusiedler, CEO der Helvetia Österreich,

spricht über das langjährige

Schutzwald-Engagement der Helvetia und

über die Bedeutung eines klimafitten Schutzwaldes

im Alpenraum.

Mit der Schutzwald-Initiative setzt sich Helvetia

bereits seit Jahren für die Aufforstung heimischer

Schutzwälder ein. Welche Bedeutung hat dieses

Engagement für Helvetia?

Thomas Neusiedler: Das Thema Schutzwald ist

ein großes Anliegen der gesamten Helvetia Gruppe

und spiegelt unser Engagement im Bereich

Umweltschutz wider. Als engagierte Standortpartnerin

sind wir bei den Menschen vor Ort tätig

und bieten nicht nur mit unseren Versicherungsund

Vorsorgelösungen optimale Unterstützung,

sondern sorgen auch mit unserem Schutzwald-

Projekt in alpinen Regionen Schutz vor Wetterextremen.

Gegen Naturkatastrophen wie Lawinenabgänge,

Muren und Steinschläge kann das

»nachhaltige Schutzschild Wald« uns absichern.

Daher haben wir als Versicherung beschlossen

dort zu unterstützen, wo es den meisten Effekt für

uns Menschen hat und langfristig Wirkung zeigt.

Der Schutzwald als »grüne Lebensversicherung«

ist wie eine Versicherungspolizze und fängt auf,

wenn Unterstützung und Hilfe benötigt wird.

Was macht das Schutzwald-Engagement gerade

im Jahr 2021 so besonders?

Thomas Neusiedler: Wir konnten im Zuge unseres

langjährigen Schutzwald-Engagements dieses

Jahr einen großen Meilenstein erreichen.

Insgesamt wurden bereits mehr als 100.000 Bäume

in den verschiedensten Regionen in Österreich

gepflanzt, vom Wiener Wald bis ins Zillertal.

Heuer wurden rund 30.000 Jungpflanzen im Rahmen

der Schutzwald-Initiative an das Forstgebiet

Unterinntal in Tirol übergeben, da unter anderem

an den Berghängen in der Region Waidring nach

einem Lawinenabgang mit rund 18.000 Tonnen

Schneelast, der Schutzwald stark beschädigt

wurde. Ohne die Wirkung des Schutzwaldes wäre

Beschädigter Schutzwald oberhalb von Waidring nach einem Lawinenabgang


die Lawine bis ins Wohngebiet vorgedrungen.

Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung

eines klimafitten Waldes in den alpinen Regionen

unseres Landes.

Welchen umweltbewussten und zukunftsorientierten

Schwerpunkt setzt Helvetia zusätzlich

zum Schutzwald-Engagement?

Thomas Neusiedler: Neben unserer jährlichen

Schutzwald-Aufforstung setzten wir auch im Bereich

des Gebäudemanagements auf einen klimaneutralen

Umgang. Bereits seit 2014 dürfen wir

uns als klimaneutrales Unternehmen bezeichnen

und unterstreichen diese Definition auch durch

unsere Solaranlage bei der Generaldirektion in

Wien am Hohen Markt. Zudem liegt auch der Fokus

in der Produktgestaltung auf Langfristigkeit

und Nachhaltigkeit. Neben Versicherungslösungen

für beispielsweise Photovoltaikanlagen oder

E-Bikes, bieten wir auch im Vorsorgebereich die

Möglichkeit für zukunftsorientiertes Investieren.

Mit der »FairFuture Lane« können Anlegerinnen

und Anleger in Fonds ihr Geld mit gutem Gewissen

anlegen und dazu noch einen wichtigen Beitrag

für eine verantwortungsvolle Zukunft leisten,

da ausschließlich Fonds mit hohen ökologischen

und sozialen Ansprüchen und einer soliden Unternehmensführung

berücksichtigt werden.

Schutzwaldaufforstung in Waidring/Tirol - Frühjahr 2021

Fotos (3): © HELVETIA

Welche Schwerpunkte setzt Helvetia im Bereich

Corporate Responsibility?

Thomas Neusiedler: Corporate Responsibility

(CR) ist fest in der Unternehmenskultur der

Helvetia verankert. Wir sehen in CR unsere gesellschaftliche

Verantwortung und gleichzeitig

auch einen Weg für nachhaltigen Erfolg. Als attraktive

Arbeitgeberin legen wir großen Wert auf

das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern. Das beginnt bei den Arbeitsbedingungen,

geht über das Thema Weiterbildung und

Karriere bis hin zur Vielfalt am Arbeitsplatz. Corporate

Responsibilty ist für Helvetia ein ganzheitlicher

Auftrag und eine Chance als Unternehmen

einen zukunftsorientierten Weg zu beschreiten. Schutzwaldaufforstung in Waidring/Tirol - Frühjahr 2021


UMWELTjournal 3/2021 | | S12

Gelber Riese

mit grünem Herz

Die Pandemie hat den Umbau in der Paketlogistik beschleunigt: Der deutliche Zuwachs

beim Onlinehandel sorgte für mehr Arbeit bei der Österreichischen Post AG. Diese

begegnet den Anforderungen mit Investitionen und einem grüneren Weltbild.

Post-Vorstand Peter Umundum beantwortet unsere Fragen. Text: Peter R. Nestler

D

er

Weg war vorgezeichnet: Zusätzlich

zum allgemeinen Anstieg im E-Commerce

hat der Onlinehandel nach Ausbruch der

Pandemie mit ihren beschränkenden Maßnahmen

weltweit im Jahr 2020 stark zugenommen. Die

Ausgaben der heimischen Konsumenten im so

genannten Distanzhandel wurden auch im Vorjahr

überwiegend vom E-Commerce getragen und

erreichten 2020 mit 8,7 Mrd. Euro einen neuen

Rekordwert. Von insgesamt 8 Mrd. Euro Online-

Umsatz fallen bereits 1,2 Mrd. Euro auf den Mobile

Commerce. Das bedeutete im Vorjahr einen massiven

Zuwachs von plus 50 Prozent.

Diese Warenströme wollen auch an die Konsumenten

gebracht werden. Branchenprimus Österreichische

Post AG zeigt sich durchwegs vorbereitet.

Als österreichischer Marktführer in der

Paketlogistik hat das Unternehmen im Jahr 2020

insgesamt 166 Mio. Pakete transportiert – über 30

Prozent mehr als im Jahr zuvor (127 Mio. Pakete).

Auch heuer für 2021 wird mit einem Mengenzuwachs

im zweistelligen Prozentbereich gerechnet.

Vorbereitung ist dabei alles. Und die Post ist

gut vorbereitet auf das Mengenwachstum. Dafür

sorgen Erweiterungen in der Logistik und strategische

Partnerschaften beziehungsweise Kooperationen.

Seit August 2019 stellt die Post unter

anderem auch DHL-Pakete in Österreich zu. Allein

das hat der Post noch einmal rund 20 Mio. Pakete

mehr gebracht.

Das Briefgeschäft sei dagegen im Zuge der Digitalisierung

weiter rückläufig, berichtet Peter Umundum,

Vorstand Paket & Logistik bei der Österreichischen

Post. Dennoch gebe es auch hier Bereiche,

die sogar ein gewisses Wachstum aufweisen. So

habe das Volumen an größeren Briefen im Zuge

der steigenden E-Commerce-Aktivitäten in Österreich

ebenfalls zulegen können.

Der österreichische Handel gehört bei diesen

Wachstumstrends im Pakethandel nicht zu den Gewinnern.

„Jedes zweite Paket kommt aus dem Ausland

und die großen Internethändler haben auch

pandemiebedingt ordentlich zugelegt“, weiß Peter

Umundum. Mit einer Österreichbrille betrachtet,

habe der heimische Handel da durchwegs einigen

Aufholbedarf, fügt er an. Die Post leistet mit

dem Onlineportal shöpping ihren eigenen Anteil

dazu. „Wir haben im vergangenen Jahr deutlich

über 1000 Anbieter auf shöpping dazugewonnen.

Somit sind dort nun insgesamt 1800 Händler und

über 3 Millionen Produkte vertreten“, so Umundum.

Das über das Portal generierte Umsatzvolumen

habe sich 2020 verdreifacht. Noch ist das

2017 gestartete Projekt der Post im Aufbau: „Wir

verdienen derzeit noch nichts damit“ sagt Umundum.

Es handle sich um ein klassisches skaliertes

Geschäft, das weiteres Wachstum brauche, um

für den Betreiber auch wirtschaftlich erfolgreich

zu sein. Somit müssen weitere Anbieter und auch

Abnehmer dazukommen. Ein erfolgreicher Schritt

sei die Kooperation mit der 7Ventures, dem Investment-Arm

von Österreichs führender Privat-TV-

Gruppe ProSieben Sat.1PULS4.

Für den Konzern insgesamt ist Umundum operativ

sehr zuversichtlich, ein wirtschaftlich erfolgreiches

Geschäftsjahr 2021 abliefern zu können. „Da hilft

uns natürlich das Wachstum im Pakethandel im

Zuge der Pandemie schon“, sagt Umundum. Gleiches

gelte für die Auslandsbeteiligungen der Post,

lässt er durchblicken. Eine Erweiterung der Geschäftsfelder

sei für die Post derzeit nicht geplant,

etwa komme ein Ausbau in den Bereich Supply

Chains für die Post aktuell nicht infrage.

Dafür entwickelt die Post neue Modelle gemeinsam

mit dem Handel in Österreich. 2020 wurde

mit dm drogerie markt eine kombinierte Kommis-


© Peter Neslter

sionierung gestartet. Wenn Kunden beim dm drogerie

markt online Produkte bestellen, bietet der

Drogeriehändler die Abwicklung der Bestellung

seinen Filialen an. Wurde das Paket in der Filiale

kommissioniert, so erteilt die Filiale dann der Post

einen Abholauftrag, diese holt das Paket in der

Früh ab, bringt es in ein nahegelegenes Verteilzentrum

und stellt es am nächsten Tag bereits zu.

Alles, was nicht in der Fililale kommissioniert wird,

geht in die zentrale Kommissionierung, die die

Post Systemlogistik für dm drogerie markt übernimmt.

Der Vorteil für die Handelskette ist, dass

durch dieses flexible Konzept Online-Bestellungen

noch schneller abgewickelt werden und Leerläufe

in den Filialen sinnvoll genutzt werden.

Ein weiteres spannendes Projekt habe man gemeinsam

mit dem Onlinehändler zalando entwickelt.

Wenn dort online bestellt wird, gibt zalando

die Kommissionierung der Ware teilweise an

Handelspartner, die in Österreich sitzen, weiter. Im

Grunde laufen diese Prozesse ähnlich ab wie mit

dm drogerie markt, „aber sie sind etwas breiter gedacht,

weil es ein größeres Produktspektrum und

unterschiedliche Handelspartner gibt“, so Umundum.

Das klinge einfach, habe aber durchaus seine

Herausforderungen in der Mengensteuerung,

weil man ja nie wisse, kommen da 10 Pakete daher,

100 oder 500“, beschreibt Umundum die Anforderungen

an die Post als Logistikpartner. „Das

sind schon Handelskonzepte, die auch für den

österreichischen Handel Chancen für die Zukunft

eröffnen. Es muss allerdings auch die IT im Zusammenspiel

der Lagersysteme gut integriert und

entwickelt sein, um mit den Systemen der Post zu

harmonieren“, weiß Umundum.

Amazon wird zum Mitbewerber

Internethandelsriese Amazon knabbert der Post

allerdings in Österreich Teile dieses Kuchens

wieder weg. Besonders in den Ballungszentren

haben die Amerikaner begonnen, die Zustellung

mittels eigener Logistik zu erledigen. Zuletzt wurden

in Wien gleich zwei Verteilzentren in Betrieb

genommen. „Amazon ist nach wie vor einer unserer

größten Kunden und wird das auch bleiben,

davon gehe ich aus. Das Unternehmen wird aber

zugleich auch Mitbewerber, nachdem er gerade

seine Netze aufbaut“, sagt Umundum. Strategische

Überlegungen? Betriebswirtschaftliches

Kalkül? Was treibt Amazon bei diesen Überlegungen

an? „Ich bin mir gar nicht sicher, ob Amazon

da immer ganz genau rechnet“, meint Umundum.

Vielmehr gehe er davon aus, dass dies ein eher

strategischer Zugang sei, der in der Konzernzentrale

entschieden wurde. Die Eigenzustellung sei


UMWELTjournal 3/2021 3/2021 | S14 | S14

ganz einfach ein Trend, der vor einigen Jahren in

den USA begonnen habe, dann in Großbritannien

nachgezogen wurde und nun schön langsam

auch auf andere Länder ausgerollt werde.

Insgesamt hat die Post die zunehmenden Paketmengen

(+30% zum Vorjahr) nach eigenen Angaben

gut abgewickelt. „Wir sind im Jahr 2020

auf eine Erstzustellungsquote von 94 Prozent

gekommen“, ist Umundum stolz. Das heißt, dass

94 Prozent der gelieferten Pakete beim ersten

Zustellversuch tatsächlich an der Zieladresse abgegeben

werden konnten. Immerhin konnte diese

Quote damit gegenüber dem Vorjahr nochmals

um 2,5 Prozentpunkte gesteigert werden.

Logistikzentren massiv ausgebaut

„Im Zuge unseres mehrjährigen Ausbauprogramms

investieren wir rund eine halbe Milliarde

Euro in den Ausbau unserer Logistikkapazitäten“,

so der Post-Vorstand. „Allein bis 2022 schaffen wir

damit zusätzliche 30 Prozent an Sortierleistung.“

2020 hat die Post insgesamt 143 Mio. Euro (CA-

PEX) investiert. Damit will das Unternehmen mit

den zunehmenden Mengen Schritt halten und die

eigene Leaderposition in Österreich absichern. Die

Post als Konzern ist in acht Ländern tätig und das

genannte Wachstum findet auch in den anderen

Ländern in ähnlichem Ausmaß statt. „In der Türkei

hat es sogar ein überdurchschnittliches Wachstum

gegeben. Dort ist das Volumen der beförderten

Pakete von ebenfalls rund 127 Mio. Paketen auf

188 Mio. angesprungen“, sagt Umundum.

die Nutzung von Fahrrädern sowie Stellplätze

mit Ladestationen für E Autos und E Bikes beherbergt.

Die Grünflächen rund um das Logistikzentrum

werden mit Fokus auf Biodiversität angelegt

und umweltfreundlich bewirtschaftet. Am

neuen Areal wird darüber hinaus ein Biotop angelegt,

Nistkästen aufgehängt sowie Wildbienen

angesiedelt. Zudem kommt die Post in Österreich

bereits auf mehr als 20 Prozent des gesamten

Fuhrparks mit E-Fahrzeugen. Man sieht: Die Post

denkt und agiert durchaus nachhaltig. Die Post

bleibt zwar weiterhin gelb, sie wird aber innerlich

dennoch grüner. Neben dem Ausbau der Photovoltaikanlangen

setze man auf einzelnen Standorten

auf Biodiversität. In Wien beherbergt die

Post sogar Bienenstöcke und unterstützt deren

Lebensraum. Gelb wird also grün.

Bereits seit 2011 stellt die Österreichische Post

alle Sendungen innerhalb Österreichs CO2-neutral

zu und war damit Vorreiter unter den Postgesellschaften.

Das nächste Ziel ist eine CO2-freie

Zustellung bis zum Jahr 2030, was bedeutet,

dass bis dahin auf der letzten Meile ausschließlich

E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit alternativen

Antrieben im Einsatz sind. Dieses Ziel wird in der

steirischen Landeshauptstadt schon deutlich früher

erreicht – bereits ab September 2021 wird

die gesamte Postzustellung in Graz emissionsfrei

erfolgen. Dann werden auch Pakete im Stadtbereich

Graz CO2-frei zugestellt. Gesamt werden

dann in Graz rund 160 E-Fahrzeuge für die Post

im Einsatz sein.

Gelb wird grün

Der zunehmenden Bodenversiegelung durch

große, horizontal angelegte Produktionsanlagen

begegnet die Post mit durchwegs ökologischem

Antrieb: „Wir haben zum Beispiel gerade für den

Standort in Allhaming zwar ein großes Grundstück

verwertet, kommen aber dennoch auf eine Aufforstungsquote

von 1,3“, ist Umundum stolz.

„Das Logistikzentrum in Allhaming soll auch in

puncto Nachhaltigkeit ein Vorzeigeprojekt sein“,

so Umundum. Dort setzt die Post insbesondere

auf Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. So

wird am Dach des Logistikzentrums eine Photovoltaikanlage

mit einer Leistung von rund 500

kWp installiert, die nicht nur das Zentrum, sondern

auch die am Standort betriebene E-Flotte

der Post versorgt. Für eine möglichst effziente

und nachhaltige An- und Abreise der Mitarbeiter

wird ein betriebliches Mobilitätsmanagement umgesetzt,

das Werksbusse, Fahrgemeinschaften,

Post ist ein Jobmotor

Durch die Ausweitungen der Kapazitäten gilt

die Österreichische Post als der größte Jobmotor

im Lande in der Logistikbranche. Der Mitarbeiter-Stand

betrug am Ende des 1. Quartals im

Geschäftsjahr 2021 insgesamt 17.917. Bei der Post

läuft eine Joboffensive. Denn der Boom beim E-

Commerce sowie die sich verändernden Ansprüche

der Konsumenten bringen einen richtigen

Job-Aufschwung in der KEP-Branche. Als einer

der renommiertesten Dienstleister in der Zustellbranche

sucht die Österreichische Post laufend

Mitarbeiter, ob in der Zustellung, den Logistikzentren,

den Filialen, aber auch in der IT und im

Management.

Ziel der wirtschaftlichen Anstrengungen der Post

mit dem Ausbau von Logistikzentren und Zustellbasen,

sei es, „immer stärker integriert zu operieren

und zuzustellen“, verrät Umundum.


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UMWELTjournal 3/2021 | S16

Schritt für Schritt zum

klimaneutralen Paketversand

Er setzt sich vor allem für die Entwicklung und Verbreitung von nachhaltigen Zustellkonzepten

ein: Christian Schöninger, seit einigen Monaten neuer Geschäftsführer von GLS Austria,

spricht im Interview über Green Logistics bei GLS in Österreich.

Herr Schöninger, welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit

für GLS Austria?

Chistian Schöninger: Nachhaltig Denken und

Handeln gehört zu unseren wichtigsten Grundsätzen,

denn als großes und europaweit tätiges

Unternehmen fühlen wir uns in der Verantwortung

gegenüber der Umwelt und den Menschen

– und diese Verantwortung nehmen wir ernst.

Deshalb ist der nachhaltige Aspekt fester Teil

unserer strategischen Ausrichtung. Wir wollen in

allen Unternehmensbereichen möglichst umweltbewusst

und zukunftsorientiert agieren. Mir persönlich

liegt das Thema zudem sehr am Herzen.

Als Geschäftsführer von GLS Austria will ich deshalb

in den nächsten Jahren verstärkt nachhaltige

Zustellkonzepte vorantreiben. Wir hoffen, den

Markt und unsere Kunden mit nachhaltigen und

innovativen Lösungen begeistern zu können.

Legen die Kunden denn heute mehr Wert auf

grünen Paketversand als früher?

Definitiv. Das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung

ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Natürlich

steht seit Pandemieausbruch Covid-19 im

Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit und auch

bei uns hat die Gesundheit aller Beteiligten selbstverständlich

die höchste Priorität. Dennoch ist das

Thema Nachhaltigkeit in der Bevölkerung nicht in

Vergessenheit geraten. Gerade durch die Corona-

Pandemie sind die Zustellungen an Privathaushalte

stark gestiegen und die Menschen achten vermehrt

darauf, wie die Ware bei ihnen ankommt.

Ich gehe davon aus, dass Nachhaltigkeit bei der Zustellung

in Zukunft noch stärker in den Fokus geraten

wird. Dabei denke ich aber auch an unsere Geschäftskunden.

Wie GLS Austria machen sich viele

Unternehmen mittlerweile für den Umweltschutz

stark. Und zu einer ganzheitlich nachhaltigen Unternehmensstrategie

gehört natürlich auch eine möglichst

„grüne“ Logistik.

GLS Austria eScooter sorgt für garantiert CO2-neutrale Zustellung


Fotos (2): © GLS Austria

Was unternimmt GLS Austria in diesem Bereich?

Wir machen hier schon einiges und entwickeln stetig

neue Lösungskonzepte für die letzte Meile. Der

Schwerpunkt liegt vor allem auf dem Einsatz von

eFahrzeugen. Aktuell beliefern wir Teile der Stadtzentren

von Graz, Innsbruck und Linz per eScooter

und per eBike. Erst im April haben wir unsere

eScooter-Flotte um sieben Fahrzeuge erweitert.

Außerdem schaffen wir nach einer erfolgreich abgeschlossenen

Testphase in Wien gerade 20 eVans

an, die vor allem in den innerstädtischen Bereichen

unterwegs sein werden. Eine weitere Maßnahme ist

die stetige Optimierung der Routenplanung.

Aber auch in eine nachhaltige Ausstattung unserer

Depots investieren wir. Dazu gehören zum Beispiel

Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach. Unser grünes

Flagship-Depot in Kalsdorf statten wir Ende Mai mit

Solarpanelen aus, weitere Depots wie die in Rankweil,

Zirl, Leobendorf und Steinabrückl folgen. Seit

kurzem haben wir außerdem all unsere Standorte in

Österreich auf Ökostrom umgestellt.

Im Mittelpunkt steht für Sie ja aber nicht nur die

Nachhaltigkeit, sondern auch der Komfort für die

Kunden. Wie geht sich das aus?

Das eine schließt das andere nicht aus, ganz im

Gegenteil. Allgemein gestalten wir unsere Zustelloptionen

immer flexibler und das hat häufig positive

Effekte auf die Umwelt und den Stadtverkehr. Beispielsweise

stehen unseren Kunden und Empfängern

seit Kurzem in einigen Städten Paket Stationen

für die kontaktlose Paketabholung oder -aufgabe

zur Verfügung. Durch die gebündelte Lieferung an

eine Station lassen sich die Zustellfahrten und somit

der CO2-Ausstoß reduzieren. Ein weiteres Beispiel:

Wenn ein Empfänger weiß, dass er am Tag der geplanten

Paketzustellung nicht zuhause ist, kann er

die Sendung im Rahmen des FlexDeliveryService

an eine Paket Station oder einen PaketShop umleiten

lassen oder aber einen alternativen Zustelltermin

wählen. Auch so vermeiden wir wiederum

unnötige Fahrten.

Welche konkreten Ziele hat sich GLS Austria in Sachen

Nachhaltigkeit für die Zukunft gesetzt?

Unser wichtigstes nachhaltiges Ziel ist der 100 Prozent

klimaneutrale Paketdienst ab dem 01.01.2022.

Dafür werden wir Emissionen kompensieren und

gleichzeitig noch stärker vermeiden und reduzieren.

Vor allem in den letzten Jahren und Monaten

haben wir dahingehend schon viele gute Fortschritte

gemacht und kommen unserem Ziel Schritt für

Schritt näher.

In Zukunft wollen wir unsere Flotte mit Fahrzeugen

mit alternativen Antrieben noch weiter ausbauen,

um unser Ziel zu erreichen. Allerdings gibt es bislang

keine Lösung, die überall hinpasst. Außerdem

sind wir hier auch auf die Kooperationsbereitschaft

der Städte angewiesen. Zum einen muss es uns

noch stärker ermöglicht werden, die Fußgängerzonen

mit kleinen Elektrofahrzeugen zu befahren.

Zum anderen benötigen wir reservierte Plätze oder

intelligent geplante City-Depot Lösungen in den

Innenstädten, um von dort aus Pakete zustellen

zu können. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir auf

lange Sicht gemeinsam mit der Politik Konzepte für

eine Smart City Logistik ausarbeiten können.

Christian Schöninger, Geschäftsführer GLS Austria


UMWELTjournal 3/2021 | S18

Umweltschonende Alternative zu

Plastik: Dosenaufsätze aus Karton

Eine Neuentwicklung auf Basis bewährter Technologie stellt eine österreichische Firma

vor: Eine neue Maschine beim Kufsteiner Unternehmen KHS verarbeitet Dosenaufsätze

aus Karton. Der modulalare Aufbau bietet Kunden hohe Flexibilität.

Die Verpackung ist verbraucherfreundlich,

das Material umweltschonend, die Maschine

leistungsstark: Die Innopack Kisters

CNP (Carton Nature Packer) der KHS Gruppe

verarbeitet Dosenaufsätze aus Karton mit einer

Leistung von bis zu 108.000 Behälter pro Stunde.

Der Komplettanbieter etabliert mithilfe der neuentwickelten

CNP-Maschine eine weitere nachhaltige

Lösung im Bereich Sekundärverpackung.

Die Innopack Kisters CNP ist als modulares System

konzipiert, das individuell nach Bedarf ergänzt

werden kann. So ist es unter anderem

möglich, auf anderes Pappmaterial umzusteigen

oder die Packgröße variabel zu verändern. Damit

bietet KHS seinen Kunden eine flexible und smarte

Lösung, um optimal auf die sich schnell verändernden

Konsumentenwünsche zu reagieren.

Wie bedeutsam diese Flexibilität für den Bereich

Sekundärverpackung ist, weiß Sören Storbeck,

Global Product Account Manager Packaging bei

KHS: „Im Markt lässt sich beobachten, dass sich

besonders in den Segmenten Bier und kohlensäurehaltige

Erfrischungsgetränke Verpackungsvarianten

etablieren, die eine Alternative zu Einwegplastik

darstellen.“ KHS hat deshalb in den

vergangenen Jahren ein umfassendes Portfolio

an umweltschonenden und recyclingfähigen Lösungen

aufgebaut.

Umweltfreundliche Verpackung ohne Kunststoff

Auch die neue Innopack Kisters CNP zahlt auf

diese strategische Ausrichtung ein. Für die nachhaltige

Verpackungslösung hat sich KHS einen

starken Partner gesucht: Die Kartonaufsätze für

Dosen, die es sowohl in einer geschlossenen

(„TopClip“) als auch offenen („GreenClip“) Variante

gibt, stammen aus dem Hause Smurfit Kappa,

einem der größten Kartonagenhersteller der Welt.

„Dank der langjährigen Expertise von Smurfit

Kappa, gepaart mit unserer vielschichtigen Kompetenz

im Maschinenbau, können wir unseren

Kunden ein zukunftsfähiges Verpackungssystem

bieten, das nachhaltig, ressourcenschonend und

verbraucherfreundlich ist“, erklärt Storbeck.

Während der sehr engen Zusammenarbeit mit

Smurfit Kappa war es KHS bezüglich der offenen

Clip-Variante wichtig, auch eine Lösung unabhängig

vom Zuschnitthersteller zu finden, um seinen

Kunden maximale Flexibilität und Freiheit bei der

Wahl ihrer Lieferanten für das Verpackungsmaterial

zu bieten. Auch bei der Verarbeitung bestehen

vielfältige frei wählbare Optionen. So kann die

neue Kartonlösung sowohl für Standard- als auch

Sleek-Formate in den Volumina 250 bis 580 Milliliter

eingesetzt werden. Die Alternative zu klassischen

Kunststofffolien oder Plastikringen bietet

zudem bei der Packgröße verschiedene Varianten

mit vier, sechs oder acht Dosen.

Vorteile am Point of Sale

Klebstoff wird bei der Verarbeitung nicht eingesetzt,

das Pack erhält seine Stabilität durch Stanzung

und Falzung. „So genügt der Karton höchsten

Anforderungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Er besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und

ist vollständig recycelbar sowie biologisch abbaubar“,

sagt Storbeck. Damit fördere die KHS Grup-


Fotos (2) © KHS

pe erneut ihr Ziel, Materialkreisläufe im Sinne der

Circular Economy zu schließen. Darüber hinaus

überzeugt der Packer durch einen sehr geringen

Energieverbrauch.

Die CNP-Maschine kann optional mit einem kamerageführten

Orientierungsmodul ausgestattet

werden. Der große Vorteil: Dosen können mithilfe

des Moduls individuell und zielgenau innerhalb

des Packs positioniert werden. Daraus ergeben

sich für Getränkeproduzenten und Handel deutliche

Vorzüge, insbesondere im Produktmarketing.

Dank der individuellen Ausrichtbarkeit der Dosen

ist die Marke für Konsumenten sichtbarer, ihre

Präsenz am Point of Sale wird verstärkt. Zudem

bietet der Karton eine zusätzliche Fläche für Werbebotschaften.

Bewährte Technologie als Grundlage

Obwohl die Innopack Kisters CNP eine Neuentwicklung

von KHS ist, baut sie auf bewährter Technologie

auf. So sind die ersten sechs Meter der

Maschine beispielsweise identisch zur im Markt

etablierten Innopack-Nature-MultiPack-Technologie.

Zudem lässt sich der modular aufgebaute

Carton Nature Packer problemlos in bestehende

Linien integrieren. Um die Maschine optimal auf

die individuellen Bedürfnisse abzustimmen, bietet

KHS Kunden und Interessenten einen umfassenden

Beratungsservice von der Planung und Konfigurierung

bis hin zur Realisierung des Systems.

Sören Storbeck, Global Product Account Manager Packaging bei KHS

Mit der neuen Entwicklung verfolgt der Systemanbieter

seine Philosophie konsequent weiter,

seinen Kunden flexibel einsetzbare Maschinen

anzubieten, die ein möglichst umfassendes

Spektrum an sekundären Verpackungen verarbeiten

– ganz den jeweiligen Wünschen und

Bedürfnissen der Abfüller entsprechend. „Die

Optimierung von Anlagen und damit einhergehend

die Einsparung von Material und Energie

zählen seit jeher zu unseren Kernaktivitäten“,

betont Storbeck. „Mit dem Carton Nature Packer

können wir der Getränkeindustrie eine weitere

zukunftsfähige Lösung anbieten.“

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UMWELTjournal 3/2021 | S20

Neue Kooperation bringt guten

Service für E-Autofahrer

Eine starke Partnerschaft gehen der E-Mobilitätsdienstleister SMATRICS und die TIWAG-Tiroler

Wasserkraft AG ein. Die Unternehmen vernetzen ihre Ladesysteme und ermöglichen damit ihren

LadekundInnen eine Erweiterung des verfügbaren Ladenetzes.

Die TIWAG, die seit 2014 rund 2,5 Millionen

Euro in den Ausbau des Tiroler Ladenetzes

investiert hat und damit der

größte Ladeinfrastrukturbetreiber in Tirol ist, bietet

an rund 90 Standorten mehr als 400 öffentlich

zugängliche Ladepunkte an. SMATRICS EnBW

bringt ein österreichweites Netz mit mehr als 500

Ladepunkten – davon 300 mit 50 – 300 kW (Kilowatt)

– in die Kooperation ein. Dazu kommen

noch weitere 2.500 Ladepunkte, die das Mutterunternehmen

SMATRICS für Unternehmenskunden

wie beispielsweise die ÖBB managt.

„Unser Anspruch ist es, für Tirol eine bedarfsgerechte,

flächendeckende und zuverlässige E-Ladeinfrastruktur

zur Verfügung zu stellen. Die Kooperation

mit SMATRICS komplettiert nun dieses

Angebot und ermöglicht unseren E-Mobilitäts-

KundInnen, an nahezu allen öffentlich zugänglichen

Ladesystemen in Tirol zu laden. Der Einstieg

in die E-Mobilität wird somit noch einfacher

gemacht. In den nächsten Jahren werden wir den

Ausbau unserer Ladestationen in Tirol weiter vorantreiben“,

betont TIWAG-Vorstandsvorsitzender

Erich Entstrasser.

„Die starke Partnerschaft mit der TIWAG garantiert

E-Autofahrern noch mehr Service. SMATRICS

EnBW besitzt Österreichs größtes High-Power-Ladenetz,

welches wir 2021 weiter ausbauen

werden. Zu den aktuell 500 Schnellladepunkten

kommen bis Ende des Jahres 100 Ultra-Schnellladepunkte

mit 300 kW (Kilowatt) entlang von Autobahnen

und im innerstädtischen Bereich hinzu.

Das ermöglicht E-AutofahrerInnen, in fünf Minuten

100 km Reichweite zu laden“, erklärt SMA-

TRICS Geschäftsführer Hauke Hinrichs.

Mit der SMATRICS Ladekarte haben KundInnen

Zugriff auf das gesamte SMATRICS EnBW Ladenetz,

auf über 5.000 Ladepunkte von Partnern

in Österreich sowie auf über 40.000 internationale

Ladepunkte. TIWAG-E-Mobilitäts-KundInnen

laden mit dem Tarif „TIWAG mobil plus“ im SMA-

TRICS EnBW-Ladenetz1 – SMATRICS KundInnen

zum einheitlichen Roamingtarif im TIWAG-Netz.

Flächendeckende Infrastruktur

Als größtes Energieversorgungsunternehmen Tirols

forciert die TIWAG seit Jahren den landeswei-


den Themen Infrastruktur, Service

und IT. Aufbauend auf dem

Know-how aus dem Betrieb

des österreichweit flächendeckenden

Hochleistungs-

Ladenetzes bietet SMATRICS

Unternehmen, Energieversorgern

und Ladenetzbetreibern

modulare Dienstleistungen

entlang der gesamten e-mobilen

Wertschöpfungskette an:

Von der Planung, über den

Rollout und die Betriebsführung

eines Ladenetzes bis hin

zum Kundenmanagement und

der Abrechnung. Ergänzend

hat SMATRICS weiters eigene

Software Tools entwickelt, die

als standardisierte IT-Produkte

funktionieren, ebenso wie

als Systemlösungen, die sich

darüber hinaus auch in andere

Fremdsysteme integrieren

lassen.

ViaGard -

Gewässerschutzfilter

+ Technischer Filter geprüft nach

Ö-Norm B2506-3

+ Entfernung bzw. Reduzierung

von AFS, Schwermetallen,

Pestiziden, PAK und MKW

+ Einfacher Filtertausch und

Filteraufbau

So sehen die SMATRICS EnBW Ladestationen aus.

ten, flächendeckenden Ausbau

von Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge,

insbesondere an öffentlich

zugänglichen Orten mit

hoher Besucherfrequenz. Wie

die Ladepunkte von SMATRICS

beziehungsweise SMATRICS

EnBW werden auch die TIWAG-

Ladesysteme zu 100 Prozent mit

sauberem und nachhaltigem

Ökostrom versorgt.

Ergänzend zum Ausbau der Infrastruktur

bietet die TIWAG bereits

seit 2017 mit der E-Mobility

App auch eine spezielle Software-Lösung

für E-MobilistInnen

an: Diese ermöglicht mit dem

Tarif „TIWAG mobil plus“ an über

30.000 Ladepunkten in Österreich,

Deutschland, Italien, der

Schweiz und Liechtenstein ein

anbieterübergreifendes Laden

sowie attraktive Tarife an TIWAG

-Ladestationen – inklusive Kartenübersicht

(via GPS-Standort),

welche Station in der Nähe liegt,

tatsächlich frei/in Betrieb ist und

mit welchen (Roaming-)Tarifen

zu rechnen ist.

Die SMATRICS App sowie die

TIWAG E-Mobility App stehen

nach dem Relaunch letzterer

als iOS- und Android-Version

in den App-Stores kostenfrei

zum Download bereit. Weitere

Informationen finden Sie unter

www.tiwag.at sowie unter

www.smatrics.com.

SMATRICS / SMATRICS EnBW

SMATRICS ist ein internationaler

E-Mobilitäts-Dienstleister

mit Geschäftsschwerpunkt bei

SMATRICS EnBW, ein gemeinsames

Tochterunternehmen

von EnBW Energie Baden-

Württemberg AG und SMA-

TRICS GmbH & Co. KG, besitzt

das größte österreichweite

Ladenetz mit 500 Ladepunkten

an 250 Ladestandorten

– davon rund 250 Schnellladepunkte

an etwa 100 Schnellladestandorten

– entlang von

Autobahnen sowie in und um

Ballungszentren. Dieses Naetz

an bestehenden Ladestationen

wird das gemeinsame

Joint Venture mit weiteren

Ultraschnellladestandorten

mit Ladeleistungen von bis

zu 300 kW ausbauen. Das erlaubt

je nach E-Fahrzeug Ladezeiten

von weniger als fünf

Minuten für 100 km Reichweite

und wird das SMATRICS EnBW

Ladenetz zu einem der führenden

in Europa machen. Der

Strom an SMATRICS EnBW Ladepunkten

kommt übrigens zu

100 Prozent aus erneuerbaren

Energien.

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UMWELTjournal 3/2021 | S22

Aufholjagd deutscher Hersteller

im Land der Mitte hat begonnen

China gilt als Leitmarkt für Elektroautos. Das Land fördert auch wegen der Coronakrise

die Elektromobilität noch bis Ende 2022. Um ihre Marktanteile auszuweiten, investieren

nun auch Hersteller wie VW, Daimler und BMW verstärkt in China. Text: Dirk Ruppig

Die chinesische Regierung will die schlechte

Luft in den großen Städten des Landes bekämpfen

und weltweit Technologieführer

bei der Elektromobilität werden. Daher gilt China

als Leitmarkt für Elektroautos. Das Land der Mitte ist

mit etwa der Hälfte des globalen Absatzes weltweit

der größte Markt für New Energy Vehicles (NEV).

In den letzten zehn Jahren hat die Regierung den

Aufbau des Marktes für Elektromobilität und der

Ladeinfrastruktur in allen Marktsegmenten mit

großem Aufwand vorangetrieben. Auf politischer

Ebene sind für die Phase des Marktaufbaus der

13. Fünfjahresplan, die Technologie-Roadmap

des Ministry of Industry and Information Technology

(MIIT) sowie der NEV-Entwicklungsplan

bestimmend. Bis Ende 2020 sollte dadurch der

Anteil der NEV-Neuzulassungen sieben Prozent

der gesamten Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge

betragen. Fünf Millionen NEV sollten bis Ende

2020 die Straßen des Landes befahren. Gleichzeitig

waren 50000 öffentliche Ladepunkte geplant.

Laut des International Council on Clean

Transportation (ICCT) wurde mit 4,92 Millionen

NEV auf Chinas Straßen Ende 2020 die Vorgabe

fast erreicht.

Auswirkungen der Pandemie auf den NEV-Markt

Wie vieles andere hat die Coronakrise zu Beginn

auch den Absatz von NEV im Land der Mitte einbrechen

lassen. Aber schon ab März 2020 nahmen

die Absatzzahlen gemäß Statista wieder zu,

um im Dezember mit 199400 (162000 in 2019)

einen neuen Höhepunkt zu erreichen. Davon waren

167000 batteriebetriebene Elektrofahrzeuge

(BEV) und 32400 Plug-in-Hybride Elektrofahrzeuge

(PHEV). Die chinesische Regierung fördert laut

Germany Trade & Invest (Gtai) weiterhin die Elektromobilität

und verlängert die Subventionszahlungen

auch wegen der Coronakrise bis 2022. Zudem

wurde die Kaufsteuer in Höhe von zehn Prozent

des Nettoverkaufspreises für NEV bis Ende 2022

ausgesetzt. Dies gilt für alle in China hergestellten

Automobile und Importe mit Elektroantrieb, Plugin-Hybride

und Automobile mit Brennstoffzellen

(Fuel Cell Electric Vehicle, FCEV).

Laut eines Entwurfs

des MIIT zufolge sollen

NEV in 2025 ein

Viertel aller Neuwagenverkäufe

stellen.

In 2030 sollen 38 Millionen

NEV pro Jahr

hergestellt werden,

wobei der Anteil der

Neuzulassungen dann

40 Prozent betragen

wird. Bisher konzentrieren

sich die Verkäufe

allerdings auf

wenige Großstädte mit

Zulassungs-beschränkungen

für Pkw mit

Verbrennungsmotoren

sowie zusätzlichen lo-


kalen Anreizen für NEV. In 2018 lagen gemäß einer Studie

des ICCT sechs der neun größten städtischen NEV-

Märkte weltweit im Reich der Mitte: Shanghai, Beijing,

Shenzhen, Hangzhou, Tianjin und Guangzhou. Bisher

sind NEV deutlich teurer als Verbrenner und die Nachfrage

ohne zusätzliche Anreize und Vergünstigungen

ist nicht nachhaltig. Mitte 2020 startete die Regierung

aufgrund der Pandemie eine neue NEV-Kampagne für

die ländlichen Regionen Chinas. Dadurch wurden insbesondere

kleinere und erschwinglichere NEV und die

Verkäufe in ruralen Gebieten gefördert.

Erfolgreiche chinesische Produzenten und

massenhaft Patente

Unter den weltweit zehn erfolgreichsten E-Auto-Herstellern

sind vier chinesische Autokonzerne - namentlich

SGMV, BYD, SAIC, Great Wall –, die durch Massenproduktion

eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht haben. Im Mai

2021 rollte mit einem Han EV bei BYD in Shenzhen das

einmillionste Electric Vehicle (EV) des Herstellers vom

Band. Das Unternehmen, an dem auch Warren Buffets

Berkshire Hathaway beteiligt ist, liegt weltweit auf Platz 5

(fünf Prozent Marktanteil) und in China auf Platz 2 (zwölf

Prozent Marktanteil) der größten Hersteller. Die Liste der

global größten EV-Hersteller führt Elon Musks Tesla an.

Darauf folgen SGMV (SAIC-GM-Wuling Automobile), VW,

BMW und BYD. Weitere chinesische Hersteller liegen auf

folgenden Plätzen: SAIC (Platz 8), Great Wall (Platz 11), NIO

(Platz 15), GAC (Platz 18), Chery (Platz 20).

Weiterhin wollen laut ADAC auch chinesische Hersteller

auf dem europäischen Markt für E-Nutzfahrzeuge Fuß fassen.

Elektrisch angetriebe Lkw, auch für den Fernverkehr,

sind die nächste Revolution in der Nutzfahrzeugbranche.

Ein Beispiel ist die junge Marke Maxus aus dem SAIC-Konzern,

die seit Kurzem das Modell EV80 als Kastenwagen,

Neunsitzer oder reines Fahrgestell anbietet. Der chinesische

Hersteller Geely ist seit Ende 2017 größter Anteilseigner

am Lkw-Hersteller Volvo Trucks AB. Mit dem

kommenden Elektro-Lkw zielt Geely gemäß dem Magazin

Auto Motor und Sport stark auf den Tesla Semi-Truck ab.

China reichte die meisten Technologie-Patente in 2019

bis 2020 im Bereich Schnelllade- und kabellose (Wifi)

Ladetechnologie ein. Von über 5000 angemeldeten Patenten

im gleichen Zeitraum im Bereich Wireless Electric

Vehicle Charging (WEVC)-Technologie hält China 40 Prozent,

gefolgt von Japan (20 Prozent), USA (14 Prozent)

und Deutschland (14 Prozent). In 2020 befinden sich zudem

14 chinesische Großstädte unter den E-Auto-Hauptstädten

der Welt.

Erfolg des NEV-Programms und Zukunft

China setzte gemäß ICCT schon sehr früh auf die Entwicklung

eines Marktes für E-Autos. Die Hauptgründe

und Herausforderungen lagen in der bedrohten Versorgungssicherheit

mit Öl, der stockenden Entwicklung der

Autoindustrie, großer Luftverschmutzung und dem zunehmenden

Klimawandel. Der Aufbau eines NEV-Marktes

adressierte alle Probleme und führte zur Zusammenarbeit

verschiedenster Ministerien, was wiederum entspre-

Tesla erreicht mit rund zwölf Prozent Marktanteil im wichtigen

chinesischen Inlandsmarkt Platz 1. Danach folgen

laut der amerikanischen China-Info-Plattform SupChina

BYD, SAIC Motor, SAIC Volkswagen, SGMV, NIO, Xpeng,

Li Auto, WM Motor, Geely, Byton, Enovate, Zhiji, Xiaomi,

Dongfeng Motor, Chang’an Automobile, GAC, Chery

Automobile, FAW Group, FAW-Volkswagen Automobile,

Evergrande und BAIC. Mittlerweile tummeln sich im chinesischen

EV-Markt auch Immobilien-Unternehmen wie

Evergrande und chinesische Technologiekonzerne wie

Tencent, Huawei, Baidu und Didi Chuxing. Gemäß Sup-

China wird der chinesische Markt in 2030 18 Millionen E-

Autos und ein Marktvolumen von rund 380 Milliarden US-

Dollar (durchschnittliche Kosten pro EV 20000 US-Dollar)

umfassen.

Grün statt Blau: Paketversand ohne

schlechtes Gewissen!

Flexibler Paketversand an Geschäfts- und

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UMWELTjournal 3/2021 | S24

chend NEV-förderliche Richtlinien und Gesetze

in verschiedensten Bereichen hervorbrachte.

Der Erfolg beim Aufbau des NEV-Marktes gründet

auf einer klaren Vision, konsistenter Planung,

koordinierten Maßnahmen, Innovationen auf

Städteebene, der Einführung von Richtlinien und

Gesetzen sowie der Anpassung dieser an einen

sich wandelnden Markt. Meilensteine waren hier

der „Zehn Städte, 1000 Automobile“-Pilotplan in

2009, durch den Kaufanreize, Steuervergünstigungen

für E-Autos, staatliche Beschaffungsmaßnahmen

und Infrastruktursubventionen eingeführt

wurden.

Weiterhin sind hier beispielhaft der Auto Industry

Ajustment and Revitalization Plan 2012–2020,

der Energy Saving and NEV Development Plan,

Made in China 2025 und der NEV Industrial Plan

2021-2035 zu nennen. Im 14. Fünfjahresplan (von

2021-2025) wird die chinesische NEV-Vision in

Richtung eines vollständig elektrifizierten Straßentransportsektors

im Rahmen der langfristigen

Verpflichtung zur CO2-Neutralität und zur Verschönerung

Chinas angepasst werden.

Deutsche Hersteller nehmen den Kampf um

den E-Automarkt in China auf

Der Volkswagen Konzern will laut Handelsblatt

zusammen mit seinen chinesischen Joint-Venture-Partnern

trotz der Corona-Pandemie bis 2024

15 Milliarden Euro in Elektromobilität investieren

– zusätzlich zu den 33 Milliarden Euro weltweit.

Im Mai 2020 hatte VW bereits eine Erhöhung

seines Anteils um zwei Milliarden Euro im chinesischen

Joint Venture JAC Volkswagen bekannt

gegeben. Weiterhin will der Konzern für rund

eine Milliarde Euro 26 Prozent der Anteile am

chinesischen Batteriehersteller Gotion High-Tech

erwerben. Daraufhin gab Gotion High-Tech Mittte

Juli den Bau einer Fabrik für Kathodenmaterialien

mit hohem Nickelgehalt in der chinesischen Stadt

Hefei bekannt.

VW plant 15 NEV-Modelle bis 2025 in China zu

bauen, um im stark umkämpften chinesischen

Markt mithalten zu können. Das gesamte Produktportfolio

soll im Land der Mitte dann zu 35

Prozent aus rein elektrischen Modellen bestehen.

Daimler hatte Anfang Juli 2020 ebenso eine Beteiligung

an dem chinesischen Batteriezellenhersteller

Farasis Energy (Ganzhou) verkündet. Auch

BMW gab Mitte September eine Ausweitung seiner

Batterieproduktion in Tiexi (China) bekannt.

Bisher haben die deutschen Autohersteller laut

dem deutschen Automobilverband VDA in China

gerade einmal einen Marktanteil von zwölf Prozent.

McKinsey schätzt, dass der Anteil an vollelektrischen

Fahrzeugen in China bis 2025 auf

14 bis 20 Prozent ansteigen wird. Dies entspricht

rund vier bis fünf Millionen verkauften Autos.


Wasserstoffeinspeicherung

mit Erdgasverdichtern

Wasserstoff wird als vielfältig einsetzbarer Energieträger eine Schlüsselrolle für den langfristigen

Erfolg der Energiewende einnehmen. Doch bei einem steigenden Anteil von Wasserstoff in Erdgasnetzen

und GDRM-Anlagen verändert sich durch die unterschiedlichen Schallgeschwindigkeiten das

Pulsations- und Schwingungsverhalten in den Rohrleitungen. Die Umstellung einer bestehenden

Erdgasanlage hinsichtlich eines zunehmenden Wasserstoffanteils sollte deshalb möglichst frühzeitig

schwingungstechnisch analysiert werden. Hierzu bieten sich sogenannte Pulsationsstudien an, die

bereits im Vorfeld mögliche Probleme aufdecken. Parallel kann eine kontinuierliche Überwachung der

Anlage die schwingungstechnische Sicherheit signifikant erhöhen. Zur Speicherung und Verdichtung

von Wasserstoff entwickelt sich damit eine neue Ära der Kolbenverdichter: Während Turboverdichter

starken technischen Einschränkungen unterliegen, weisen Kolbenverdichter klare Vorteile auf.

Im Zuge der Umstellung auf nachhaltige Energieträger

wird die Verwendung von Wasserstoff

zunehmend als Lösung favorisiert.

Wasserstoff ist das chemische Element mit der

geringsten Atommasse. Unter Bedingungen, die

normalerweise auf der Erde herrschen, kommt

nicht der atomare Wasserstoff H vor, sondern der

molekulare Wasserstoff H2 als geruchloses Gas.

Mit der nationalen Wasserstoffstrategie bekennt

sich die Bundesregierung zu einer vielfältigeren

Anwendung von Wasserstoff [1]. Der Einsatz eröffnet

ein hohes Potenzial zur Minderung von Treibhausgasemissionen

und soll in Zukunft einen wesentlichen

Beitrag zur Erreichung der Klimaziele

leisten. Das über 500.000 Kilometer lange Erdgasnetz

und die existierenden Erdgasspeicher

bieten hierbei günstige Transport- und gewaltige

Speichermöglichkeiten [2].

Doch zur Umsetzung dieses Ansatzes müssen zuvor

zahlreiche technische Fragen geklärt werden.

Im nachfolgenden Beitrag geht es im speziellen

um die Verdichtung des Wasserstoffes mit bestehenden

Verdichterstationen.

Verdichtung von Wasserstoff mit Turboverdichtern

Grundsätzlich wird im Bereich bestehender Erdgasverdichter

zwischen Turbo- (Strömungsmaschinen)

und Kolbenverdichtern (Verdrängermaschinen)

unterschieden. Allerdings ist der

Einsatz von Turboverdichtern für Wasserstoff aus

strömungstechnischer Sicht nicht ohne weiteres

möglich. Vergleicht man die Grundeigenschaften

von Erdgas und Wasserstoff (siehe Tabelle 1,

siehe unten), fallen neben der unterschiedlichen

Dichte insbesondere die Unterschiede bei den

Schallgeschwindigkeiten auf.

Eine Verdichtung von Wasserstoff mit einem

Turboverdichter ist nur dann möglich, wenn die

Schallgeschwindigkeitsdreiecke am Laufradeinund

-austritt gleichbleiben (Mach’sche Ähnlichkeit).

Für reinen Wasserstoff wäre demnach ein

viermal größerer Durchsatz sowie eine viermal

höhere Drehzahl (Umfangsgeschwindigkeit) erforderlich.

Dieses ist für bestehende Turboverdichter-Anlagen

kaum zu realisieren. Aus diesem

Grund werden bei einer Druckerhöhung von Wasserstoff

Kolbenverdichter favorisiert.

Verdichtung von Wasserstoff

mit Kolbenverdichtern

Im Vergleich zu Turboverdichtern

ermöglicht das Verdichtungsprinzip

von Kolbenverdichtern

eine vom

Fördermedium näherungsweise

unabhängige Einsatzmöglichkeit

(Bild 2). Dennoch

werden beim Umstieg auf ein

anderes Fördermedium der

Verdichter, die Pulsationsdämpfer

sowie das Rohrleitungs-

beziehungsweise

Speichersystem mit gänzlich

anderen Stoffeigenschaften

konfrontiert. Diese haben

einen wesentlichen Einfluss

auf das Pulsationsverhalten

der gesamten Anlage und

können dadurch zu einem

veränderten Schwingungsverhalten

führen. Es stellt

sich die Frage, inwiefern ein


UMWELTjournal 3/2021 | S26

Erdgasverdichter aus dynamischer Sicht für Wasserstoff

genutzt werden kann. Im nachfolgenden

wird ein empfohlener Weg skizziert.

Pulsationstechnische Aspekte an Kolbenverdichteranlagen

Der Kolbenverdichter (Bild 3) kann aufgrund seiner

oszillierenden Arbeitsweise in verschiedenen

Betriebsbereichen bei nahezu beliebigen Druckverhältnissen

eingesetzt werden. Er überzeugt

dabei insbesondere durch seine Robustheit und

den ausgezeichneten Wirkungsgrad. Nachteilig

zeigt sich hingegen der hohe Instandhaltungsaufwand

sowie die dynamischen Kräfte, die zu

erhöhten Schwingungen führen können.

Die Veränderung der Akustik des Pulsationsdämpfers

sowie der Einfluss auf die Rohrleitungsakustik

beschreiben die resultierende Interaktion des Verdichters

mit der Anlage.

Verdichtungsvorgang

Die wesentliche Änderung während der Verdichtung

in der Arbeitskammer eines jeden Kompressors

ist der deutlich steilere Druckanstieg in Abhängigkeit

vom Kammervolumen (Bild 4). Dieser

resultiert aus dem stoffspezifischen Isentropenexponenten.

Aufgrund der sehr schnellen Verdichtung

in der Arbeitskammer kann hier von einem

isentropen Vorgang ausgegangen werden. Bei

gleichem Kammervolumen zu Beginn der Verdichtung

wird der Enddruck deutlich schneller erreicht,

welches formal über die Isentropenbeziehung Gl.

(5) betrachtet werden kann.

Um Schwingungen bereits in der Planungsphase

zu vermeiden, werden im Vorfeld Berechnungen

in Form von Pulsationsstudien durchgeführt, die

unter anderem Aufschluss über die Auslegung

und Dimensionierung von Pulsationsdämpfern geben.

Diese werden möglichst nahe an die Zylinderflansche

installiert und ermöglichen eine erste

signifikante Reduktion der Druckpulsationen.

Einflüsse von Wasserstoff auf das Pulsationsverhalten

von Kolbenverdichtern

Die Nutzung von

Wasserstoff hat zahlreiche

physikalische

Einflüsse auf das Pulsationsverhalten

von

Kolbenverdichtern

(Bild 4). Der Verdichtungsvorgang

sowie

das Ansaugen in und

Ausschieben aus der

Arbeitskammer lassen

sich dem eigentlichen

Arbeitsprinzip des

Verdichters zuordnen.

Anhand der Gleichung wird deutlich, dass bei größeren

Isentropenexponenten und gleichem Druckverhältnis

bereits zu einem früheren Zeitpunkt

der Enddruck im Kammervolumen erreicht wird.

Dieser Effekt tritt gleichermaßen auch bei der Expansion

nach Beendigung des Ausschiebens auf.

Der Umstieg auf Wasserstoff führt somit zu einem

größeren Volumenstrom gegenüber dem Betrieb

mit Erdgas. Dieser Effekt ist jedoch nebensächlich,

wenn man die Relation der beiden Stoffdichten berücksichtigt,

die sich je nach Zustand etwa um den

Faktor 9 unterscheiden. Daraus resultiert ein deutlich

niedrigerer Fördermassenstrom.

Ansaugen / Ausschieben

Die Änderungen während der eigentlichen Verdichtung

in der Arbeitskammer haben auch Auswirkungen

auf den Ansaug- und Ausschiebevorgang.

In Bild 4 (oben rechts) ist der druckseitige

Ausschiebevorgang anhand der Strömungsgeschwindigkeit

in Abhängigkeit des Kurbelwinkels

dargestellt. Dabei wird deutlich, dass die Verdichterventile

bei dem Betrieb mit Wasserstoff etwas

früher öffnen, da der Enddruck eher erreicht wird.

Auf der Saugseite gelten dieselben Zusammenhänge,

wodurch sich die akustische Anregung

durch den Ansaug- oder Ausschiebeprozess verändert.

Diese wiederum beeinflussen einzelne höherharmonische

Komponenten deutlich.


Dieser Effekt hat einen positiven Einfluss auf das

Pulsationsniveau. Die deutlich niedrigere Schallimpedanz

(Produkt aus Schallgeschwindigkeit und

Dichte des Mediums) führt zu niedrigeren Druckschwankungen

bei gleichbleibenden Geschwindigkeitsschwankungen.

Während die induzierten

Geschwindigkeitsschwankungen also aufgrund

des ähnlichen Volumenstroms auf einem gleichartigen

Niveau bleiben, sind die induzierten Druckschwankungen

hier niedriger.

Pulsationsdämpfer

Die Auslegung der Pulsationsdämpfer entscheidet

maßgeblich über das schwingungstechnische Betriebsverhalten

einer Kolbenverdichteranlage. Daher

werden diese in der Regel individuell für den

jeweiligen Prozess ausgelegt und gefertigt. Eine

entscheidende Einflussgröße ist dabei die Schallgeschwindigkeit

des Fördermediums. Daher ist es

unabdingbar zu prüfen, welches Pulsationsverhalten

sich beim Betrieb mit Wasserstoff einstellt.

In Bild 4 (unten links) ist exemplarisch die Dämpferwirkung

für einen hochwertigen Pulsationsdämpfer

in Zwei-Kammer-Bauweise mit dazwischen

liegendem „Choke-Tube“ dargestellt.

Diese Bauform wird häufig für Erdgasverdichter

gewählt. Wird derselbe Verdichter nun jedoch

mit Wasserstoff betrieben, verschiebt sich die

akustische Einfügungsdämpfung aufgrund der

höheren Schallgeschwindigkeit. Infolgedessen

wird die Ausstoßfrequenz nun deutlich weniger

stark gedämpft, was unmittelbar zu erhöhten

Schwingungen führt.

Rohrleitungsakustik

Die aus dem Pulsationsdämpfer austretenden

Pulsationen treffen anschließend auf das Rohrleitungssystem,

in dem sogenannte „akustische Resonanzen“

auftreten können. Eine akustische Resonanz

tritt immer dann ein, wenn die Länge eines

akustischen Rohrleitungsabschnitts und die Anregungsfrequenz

einer Erregerquelle unter Berücksichtigung

der Schallgeschwindigkeit in einem

konkreten Verhältnis zueinanderstehen. Ein geschlossener

Rohrleitungsabzweig wird in diesem

Kontext als „akustisch geschlossen“ bezeichnet,

während ein Rohrleitungsanschluss an einem Behälter

einem „akustisch offenen“ Ende entspricht.

In Bild 4 wird deutlich, dass in Rohrleitungsabschnitten

üblicherweise eine Vielzahl von akustischen

Resonanzen auftreten können. Der wesentliche

Unterschied zwischen der Lage der

Resonanzfrequenz bei Erdgas und Wasserstoff

resultiert erneut aus den stark unterschiedlichen

Schallgeschwindigkeiten. Zusätzlich zeigt sich,

dass die bei der Planung von Bestandsanlagen zur

Dämpfung akustischer Resonanzen installierten

Drosselelemente (in der Regel einfache Blenden

oder Pulsations-Dämpferplatten) einen deutlich

niedrigeren Dämpfungseinfluss besitzen. Dadurch

treten Resonanzeffekte beim Förderfluid Wasserstoff

stärker hervor als bei dem Betrieb mit Erdgas.


UMWELTjournal 3/2021 | S28

Gebrüder Weiss nimmt weitere

Photovoltaikanlage in Betrieb

Der Logistikkonzern setzt bereits an vier Standorten in Deutschland und Österreich auf

Solarenergie und kommt damit auf eine jährliche Stromerzeugung von rund 1.540 Megawattstunden.

Man wolle einen Schritt in Richtung Klimaneutralität gehen.

Foto: © Gebrüder Weiss / Sams

Das internationale Logistikunternehmen

Gebrüder Weiss hat in Süddeutschland

und in Vorarlberg vier

neue Photovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung

in Betrieb genommen: Diese sind

auf den Logistikterminals in Nürnberg, Esslingen,

Aldingen und Lauterach (Vorarlberg) installiert

und erzeugen zusammen rund 1.540 Megawattstunden

(MWh) Solarstrom im Jahr. Das entspricht

dem durchschnittlichen Verbrauch von 385 Drei-

Personen-Haushalten in Österreich im gleichen

Zeitraum.

CO2-neutral bis zum Jahr 2030

Gebrüder Weiss hat es sich zum Ziel gesetzt, bis

2030 CO2-neutral zu sein. Die Ausstattung unserer

Standorte mit Photovoltaikanlagen zur Erzeugung

von Solarstrom ist ein wichtiger Schritt

in diese Richtung“, sagt Wolfram Senger-Weiss,

Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gebrüder

Weiss. In der zweiten Jahreshälfte werden

in Österreich noch fünf weitere Gebrüder Weiss-

Niederlassungen mit Solaranlagen ausgerüstet.

Damit wird das Logistikunternehmen bis Ende

2021 an insgesamt 13 Standorten eine Gesamtenergie

von 8,4 Gigawattstunden Strom (GWh)

produzieren und jährlich rund 1.050 Tonnen CO 2

einsparen.

Der Bau von Photovoltaikanlagen ist nur ein Pfeiler

in der Nachhaltigkeitsstrategie von Gebrüder

Weiss. Der Logistiker unterhält zudem einen

eigenen Windpark und treibt die Erprobung alternativer

Antriebstechnologien für seinen Fuhrpark

voran. Seit Anfang des Jahres ergänzt der

erste Wasserstoff-Lkw die Fahrzeugflotte von

Gebrüder Weiss, zu der bereits mehrere Gas-

Lkw sowie vollelektrisch angetriebene Motorwagen

gehören.

Über Gebrüder Weiss

Mit über 7.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

170 firmeneigenen Standorten und einem vorläufigen

Jahresumsatz von 1,77 Milliarden Euro

(2020) zählt Gebrüder Weiss zu den führenden

Transport- und Logistikunternehmen Europas.

Unter dem Dach der Gebrüder Weiss Holding AG

mit Sitz in Lauterach (Österreich) fasst das Unternehmen

neben seinen Hauptgeschäftsbereichen

Landtransporte, Luft- und Seefracht sowie Logistik

auch eine Reihe von hoch spezialisierten Branchenlösungen

und Tochterunternehmen zusammen

– darunter u.a. die Logistikberatung x|vise,

tectraxx (Branchenspezialist für High-Tech-Unternehmen),

dicall (Kommunikationslösungen, Marktforschung,

Training), Rail Cargo (Bahntransporte)

und der Gebrüder Weiss Paketdienst, Mitgesellschafter

des österreichischen DPD. Diese Bündelung

ermöglicht es dem Konzern, schnell und

flexibel auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Mit

einer Vielzahl an ökologischen, ökonomischen

und sozialen Maßnahmen gilt das Familienunternehmen,

dessen Geschichte im Transportwesen

mehr als 500 Jahre zurückreicht, heute auch als

Vorreiter in puncto nachhaltigem Wirtschaften.


6.eCommerce

Logistik-Day

09. September 2021, Wien

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UMWELTjournal 3/2021 | S30

Wasserstoff könnte ein großer

Fortschritt für die Energiewende sein

Um bis zum Jahr 2050 ihre Netto-Null-Verpflichtungen einzuhalten, müssen EU-Länder Investitionen

in Höhe von zehn Billionen Euro tätigen. Die Internationale Energieagentur prognostiziert

für dieses Jahrzehnt jährliche Investitionen von 38 Milliarden USD allein in Wasserstoff.

Randeep Somel, Manager des M&G (Lux) Climate

Solutions Fund, erläutert, warum Wasserstoff

einer der größten Wachstumsmärkte

und ein sehr entscheidender Faktor für die Energiewende

ist: „Der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen

zur Stromerzeugung und zum Antrieb von

Pkws wird die globalen Emissionen deutlich senken.

Dies allein genügt aber nicht, denn nicht in allen Bereichen

macht der Umstieg auf Elektro Sinn. Beispielsweise

im Transportsektor: Hier sind schwere

Nutzfahrzeuge, Flugreisen und die Schifffahrt für

19 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Derzeit gibt es keine praktikable Möglichkeit,

diese Aktivitäten auf Elektroantrieb umzustellen,

weil die Kosten und das Gewicht der Batterien

ihren Nutzen überschreiten würden – selbst bei anhaltendem

technologischem Fortschritt.“

In der Industrie verursacht die Stahl- und Zement-

Produktion von 16 Prozent der weltweiten Emissionen.

Und auch dort gibt es keine praktikablen

Wege zur Elektrifizierung. Wir brauchen daher

einen hochdichten, nicht-fossilen Brennstoff, der Öl

und Kohle ablöst. Dafür bietet sich Wasserstoff an.

Prozesse ohne Kohlenstoffreste möglich

Es gibt viele Arten von Wasserstoff, etwa blauen,

braunen oder grünen. Bei einige Methoden wird

bei der Herstellung von Wasserstoff Kohlenstoff

freigesetzt, bei anderen nicht. Mit den neuesten

Technologien kann Wasserstoff aus kohlenstofffreien

erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und

Sonnenenergie erzeugt werden.

Elektrolyseure, die erneuerbare Energie in Wasserstoff

umwandeln, sind mittlerweile so weit entwickelt,

dass sie schnell hoch- und runterfahren können.

Damit passen sie sich an die Unterbrechungen

der Einspeisung durch Wind- oder Sonnenenergie

an. Das britische Unternehmen ITM Power ist führend

bei der Entwicklung von Elektrolyseuren auf

Basis von Protonenaustauschmembranen (PEM).

Diese wandeln die erneuerbare Energie in kohlenstofffreien

grünen Wasserstoff um. Aktuell baut das

Unternehmen seine Produktionskapazität im Werk

in Sheffeld, Großbritannien, aus. Die andere Seite

der Technologie findet sich bei der Brennstoffzelle.

Hier wird der Wasserstoff wieder in eine nutzbare

Energieform wie Strom umgewandelt.

Noch ist die Umstellung von herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen

auf Wasserstofffahrzeuge

teurer. Aber die Kosten sinken durch Innovationen,

wie zum Beispiel der von Ceres Power. Die Briten

haben den Bedarf an teuren Rohstoffen wie Platin

reduziert, indem sie Wege gefunden haben, brauchbare

Brennstoffzellen zu 90 Prozent aus Stahl und

den Rest größtenteils aus Keramik herzustellen.

„Wir erwarten, dass wasserstoffbetriebene Lkws

innerhalb der nächsten fünf Jahre billiger in Besitz

und Betrieb sein könnten als die derzeitigen Modelle

mit Verbrennungsantrieben“, sagt Somel.

Stabile Lieferkette als Voraussetzung

Elektrolyseur und Brennstoff sind kritische Komponenten

bei der Produktion und Umwandlung von

Wasserstoff. Aber damit der Prozess funktioniert,

muss die gesamte Lieferkette tragfähig sein. Angefangen

bei den Erzeugern erneuerbarer Energien,

den industriellen Gaspipelines und dem Transport

bis hin zu den Herstellern von Produkten, die Wasserstoff

als Brennstoff verwenden werden.

Investitionen in Infrastruktur und Lieferketten haben

bereits begonnen. ITM Power hat sich mit Orsted,

dem weltweit größten Offshore-Windproduzenten,

zusammengetan, um die Funktion von Elektrolyseuren

an deren Windparks zu testen. Unternehmen,

wie der italienische Pipeline-Versorger SNAM oder

Linde (globale Industriegase), haben sich direkt an

ITM Power beteiligt. Der Ölmulti Shell ist mittlerweile

der größte Kunde von ITM Power. Shell investiert

in erheblichem Umfang in den Ausbau seiner Wasserstofftankstellen,

um sich auf eine Zukunft ohne

Verbrennungsfahrzeuge vorzubereiten.


Foto © M&G Investments

Randeep Somel Fondsmanager bei M&G sagt das Wasserstoff-Zeitalter voraus.

Das chinesische Industriekonglomerat Weichai

und die deutsche Robert Bosch AG haben sich

direkt an Ceres Power beteiligt. Globale Fahrzeug-

und Schwermaschinenhersteller wie Honda,

Toyota und Doosan unterzeichneten Vereinbarungen

mit Ceres Power, um ihr geistiges Eigentum zu

schützen und ihre innovativen Brennstoffzellen in

die eigenen Fahrzeuge einzubauen.

Das Wasserstoff-Jahrzehnt bricht an

Die britische Kohlenstoffstrategie könnte Anfang

2022 bekannt gegeben werden. Die USA und

China zählen nun ebenfalls zu den Unterzeichnern

der Pariser Klimaziele. Somit sollten sich die globalen

Kohlenstoffstrategien schnell weiter entwickeln,

meint Somel. Ebenso wahrscheinlich ist es,

dass bis zur 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow

im November dieses Jahres viele weitere Länder

Wasserstoff in ihre Nachhaltigkeitsziele einbeziehen

werden.

„Dem grünen Wasserstoff könnte eine vergleichbare

Entwicklung bevorstehen, insbesondere weil er

nun als beste Alternative für Anwendungsgebiete

gilt, die nicht elektrifiziert werden können“, sagt der

Fondsmanager voraus.

„In Bezug auf die Infrastruktur haben Unternehmen,

die durch den Trend weg vom Kohlenstoff gefährdet

sind, bereits die Führung bei der Zukunftssicherung

ihrer Geschäftsmodelle übernommen. Das

ist einer der größten Vertrauensbeweise, den eine

neue Technologie erhalten kann, so Somel.“

Die größten Hindernisse für die Einführung von

grünem Wasserstoff sind nach wie vor die Entwicklung

der Infrastruktur und das derzeitige Kostenniveau.

Am Beispiel der Windkraft wird allerdings

deutlich, wie positiv sich Investitionen auswirken:

Der Preis für Offshore-Windkraftanlagen fiel in

den letzten zehn Jahren um 89 Prozent, weil mehr

in sie investiert wurde, als sie zum größten Hoffnungsträger

für den Ersatz der Stromerzeugung

aus fossilen Brennstoffen wurden.


UMWELTjournal 3/2021 | S32

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen

2021 TITEL ORT* ANBIETER

Anmeldungen

möglich

Anmeldung

möglich

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Energie- und Umweltmanagement

Fachhochschul-Bachelorstudiengang

Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Pinkafeld

Pinkafeld

FH Burgenland

FH Burgenland

18.10. – 12.11. Lehrgang zum Abfallbeauftragten Linz WIFI Oberösterreich

26.01. – 28.01.2022

20.09. – 21.09.

18.10. – 19.10.

04.10. – 06.10.

08.11. – 10.11.

Umweltmanagementbeauftragte/-r (UMB) - Modul 1:

Management der Führungsprozesse

Lehrgangsreihe Energiemanagement UMEM

Energiemanagement

Lehrgangsreihe Energiemanagement UMEM

Energietechnik

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Integriertes Managementsystem – Organisationsentwicklung

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Umweltmanagement in der Praxis

Wien

Linz

Linz

Wien

Linz

WIFI Wien

Quality Austria

Quality Austria

Quality Austria

Quality Austria

25.11.

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Umweltmanagement Case Study und Prüfungsvorbereitung

Linz

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14.12. – 15.12.

Lehrgangsreihe Umweltmanagement UM

Prüfung Systemmanager Umwelt

Linz

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– auf Initiative der Österreichischen Vereinigung für Qualitätssicherung (ÖVQ) – die besten Champions

und Talente im Qualitätsmanagement.

Eine Teilnahme ebnet den persönlichen

Karriereweg: Sei es durch die Auseinandersetzung

mit bzw. Ausarbeitung von

einem spannenden Projekt im Gebiet des Qualitätsmanagements,

durch den „Pitch“ der jeweiligen

Idee oder durch den Austausch mit Fachexpert*innen

im Rahmen des qualityaustria Forums.

Turbo für die Karriere

Sowohl die Teilnahme am „Qualitäts-Champion“

als auch am „Qualitäts-Talent“ versprechen

zahlreiche Karrierebooster: Während „Qualitäts-

Champions“ automatisch für die internationale

Personenauszeichnung zum „European Quality

Leader Award“ nominiert werden und somit von

Bekanntheit weit über die eigenen Landesgrenzen

hinaus profitieren, wartet auf die „Qualitäts-

Talente“ des Landes ein Sachgewinn von 1.500

Euro in bar und ein qualityaustria Bildungsscheck

im Wert von 1.500 Euro, um Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

im jeweiligen Interessensgebiet

nutzen zu können.

So oder so: beide Auszeichnungen stellen einen

wichtigen Meilenstein im Lebenslauf der Teilnehmer*innen

dar und verhelfen den Talenten und

Champions im Qualitätsmanagement zu Bestleistungen.

Wichtige Learnings für das Berufsleben

„Das gesamte Prozedere war für mich ein herausfordernder

Anreiz. Das eigene Projekt einer

Jury vorzustellen, Rede

und Antwort zu stehen,

Inhalte zu verteidigen

und zu rechtfertigen,

gemessen zu werden

an anderen herausragenden

Vorträgen und

Projektarbeiten – das

sind sehr wertvolle Erfahrungen

im Arbeitsleben“,

so Daniela Müller,

„Qualitäts-Champion

2017“.

Der Weinviertlerin ist es mit ihrem damaligen Projekt

erfolgreich gelungen, deutlich messbare Effizienzsteigerungen

innerhalb ihrer Organisation

zu erreichen, indem sie einen im Produktionsumfeld

entwickelten Lean Management Ansatz implementierte.

Nächster Halt: Internationale Karriere

Müller wurde zudem als Gewinnerin für den European

Quality Leader Award, der internationalen

Personenauszeichnung der EOQ (European

Organization for Quality), nominiert und konnte

nach ihrem Sieg im Unternehmen die Karriereleiter

erklimmen und eine neue Aufgabe mit globaler

Verantwortung übernehmen.

Türöffner: Qualitäts-Talent

Marlies Hart konnte den Titel „Qualitäts-Talent

2016“ erreichen, indem sie sich im Zuge

ihres Studiums der Gesundheits- und Pflegewissenschaften

intensiv mit der Durchführungsqualität

von interdisziplinären

Sitzungen zu Therapiemöglichkeiten von

Krebspatient*innen beschäftigte.

Peter Neumann (Präsident ÖVQ), Daniela Müller (Qualitäts-

Champion 2017), Alexander Woidich (Jurysprecher), Konrad

Scheiber (CEO Quality Austria) - © Anna Rauchenberger

Alexander Woidich (Sprecher der Jury), Marlies Hart (Qualitäts-Talent

2016), Peter Neumann (Präsident ÖVQ), Konrad

Scheiber (CEO Quality Austria) © Anna Rauchenberger

„Auch aufgrund dieser Auszeichnung konnte

ich im Bereich Qualitätsmanagement im

LKH Feldbach zu arbeiten beginnen und ich

kann nur jeder Person raten, sich auf diese

Ausschreibung zu bewerben (…). Das war alles

sehr aufregend für mich und ich werde

heute noch auf diese Auszeichnung angesprochen“,

betont Hart stolz.

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Austria finden Sie auf der

Website des Unternehmens.


UMWELTjournal 3/2021 | S34

THEMEN FÜR IHREN ERFOLG

Ausblick: UMWELT JOURNAL 2021

Ausgabe 4/2021 erscheint im November, davor das UMWELT JOURNAL Special im September

1

2

3

4

Unterlagenschluss

Erscheinungstermin

• Aus-, Weiterbildung Freitag Montag

• Abfallbehandlung, -verwertung 15. Jänner 25. Jänner

• Erneuerbare Energie

• Special: E-World energy&water

• Special: Energiesparmesse

• Special: Bauen und Wohnen

• Special: Tiroler Hausbau & Energie Messe

• Wasser-, Abwasserbehandlung Freitag Montag

• Messtechnik 2. April 12. April

• Energietechnik und -netze

• Bau-, Gebäudetechnik

• Special: Light + Building

• Special: IFAT

• Special: RENEXPO

• Green Logistics Freitag Montag

• Kommunale Infrastruktur 21. Mai 31. Mai

• Abluftreinigung | Filtertechnik

• Grüne Industrietechnologie

• Special: OÖ Umwelttage

• Special: BatteryExperts Forum

• Special: Smart Automation Austria

• Recycling, Entsorgung Freitag Montag

• Nachhaltiges Bauen, Sanieren 5. November 15. November

• Kanal-, Rohrleitungstechnik

• Deponietechnik, Rohstoffrückgewinnung

• Special: Recy & DepoTech

• Special: Ecomondo

• Special: Pollutec

In jedem Heft:

Spezialthema • Branchennews • Internationale Entwicklungen • Technische Innovationen •

Best Practices und Anwenderberichte • Serviceteil • Umweltrechtliche Fragen • Förderungen •

Karriere und Ausbildung • Veranstaltungen • Pressestimmen • Rezensionen

Hinweis: Themen- und Terminänderungen vorbehalten.


UMWELT JOURNAL Sonderausgaben 2021

Das UMWELT JOURNAL erscheint seit Jahren mit jeweils sechs gedruckten

THEMEN FÜR IHREN ERFOLG

Ausgaben pro Jahr. Sie vereinen insbesondere Best-Practice-Beispiele, Anwenderberichte,

Kommentare und Meinungen sowie Hintergrundberichte und

Serviceinhalte. Den ganzen Newsflow aus den Themenwelten Klima, Umwelttechnik,

Abfallwirtschaft, Energie, Green Finance und Mobilität gibt es laufend

auf unserer Website umwelt-journal.at sowie begleitend in den Newslettern und

auf unseren Social-Media-Kanälen.

Unterlagenschluss Erscheinungstermin

Im Freitag

Montag

Special

Jahr 2021

1

trennen

• MOBILITÄT

wir zwei Ausgaben vom Erscheinungszyklus ab und veröffentlichen

diese als Sonderausgaben:

11. Juni 21. Juni

Special Nr. 1 wird sich ausschließlich dem Thema Mobilität widmen - von Alternativen

Antrieben bis hin zu Mobilitäts- und Verkehrskonzepten -> erscheint im Herbst.

Special Nr. 2 wird sich zur Gänze dem Thema Ausbildung widmen.

Special 2 • UMWELT

Freitag

10. September

Montag

20. September

Wir wollen mit dieser Aufteilung für unsere Leser aber auch für unsere Kunden

den Fokus noch weiter verschärfen und die Ausgaben des Fachmagazins stärker

themenorientiert orientieren. Schon jetzt freuen wir uns auf das Jahr 2021,

denn Umweltthemen haben definitiv einen längeren Atem als jede Pandemie

und werden uns alle daher weiterhin begleiten!

Wir produzieren und vermarkten weitere SPECIALS und Sonderpublikationen zu anderen

Themen gerne jederzeit und auf Ihren Wunsch! Wenden Sie sich dazu an unseren Vertrieb:

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IMPRESSUM

Medieninhaber: Markus Jaklitsch, Peter Nestler

Das Herausgeber: UmweltJournal Peter Nestlerist Mitglied der European Environmental Press (EEP), einer Vereinigung der

führenden Redaktion: Peter Umwelttechnikmagazine Nestler

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