Unternehmen Österreich 03/2021
Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband
Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
UNTERNEHMEN<br />
||<br />
OSTERREICH<br />
Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong><br />
Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong><br />
www.wirtschaftsverband.at<br />
3 | <strong>2021</strong><br />
UNSERE WIRTSCHAFT<br />
AUFSCHWUNG<br />
mit<br />
HINDERNISSEN<br />
Boom & Engpässe.<br />
Die Wirtschaft liegt im<br />
steilen Aufwärtstrend.<br />
Dennoch gibt es in vielen<br />
Branchen große Eng pässe.<br />
Warum?<br />
Neustart & Absagen.<br />
Auch heuer werden viele<br />
Märkte, Straßenfeste und<br />
Kirtage kurzfristig abgesagt.<br />
Ein neuerliches Desaster<br />
für die Händler droht.<br />
<strong>Österreich</strong>ische Post AG / Sponsoring.Post 04Z<strong>03</strong>5977<br />
„Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1070 Wien“
Arbeitsplätze<br />
schaffen.<br />
<strong>Österreich</strong>s Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche<br />
und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung<br />
und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt!<br />
Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss<br />
www.iv-net.at
06<br />
iStock by Getty Images, Die Genusskrämerei<br />
Aufschwung mit<br />
Hindernissen<br />
!<br />
WAS WIR WOLLEN<br />
Die Auftragslage im Baugewerbe<br />
ist gut – um nicht zu sagen ausgezeichnet.<br />
Gastronomen und<br />
Touristiker freuen sich über regen<br />
Gästezustrom. Auf den ersten<br />
Blick scheint es, die Pandemie<br />
wäre überwunden und die<br />
Wirtschaft ist im Aufschwung.<br />
Doch der Schein trügt: Trotz<br />
gestiegener Nachfrage stehen<br />
UnternehmerInnen in zahlreichen<br />
Branchen vor neuen Herausforderungen:<br />
Um die Nachfrage<br />
zu befriedigen und Aufträge zu<br />
erfüllen, braucht es Material und<br />
MitarbeiterInnen! Beides ist derzeit<br />
schwer zu bekommen, denn<br />
Rohstoffe und Ausgangsprodukte<br />
sind knapp und teuer geworden,<br />
Fachkräfte sind ein wertvolles und<br />
seltenes Gut! Keine leichte Zeit<br />
für Gewerbetreibende – wenn<br />
die Nachfrage stimmt, aber das<br />
Angebot nicht nachkommt, wenn<br />
Kunden- und Gästewünsche nicht<br />
erfüllt werden können, weil es an<br />
MitarbeiterInnen fehlt. Nach langen<br />
Monaten ohne Umsatz schlittern<br />
wir direkt in den nächsten<br />
Mangel, erfolgreich wirtschaften<br />
bleibt unter diesen Voraussetzungen<br />
schwierig, die Corona-Langzeitfolgen<br />
haben uns eingeholt!<br />
Wo bleiben hier die Lösungen?<br />
> INHALT<br />
Aktuell. Viele EPU und KMU sehen sich mit<br />
Kreditrückzahlungen konfrontiert, die sie noch<br />
nicht stemmen können .......................................04<br />
Aufschwung. Unsere Wirtschaft liegt nach<br />
jüngsten Prognosen im steilen Aufwärtstrend.<br />
Bedingt durch den Boom gibt es in diversen Branchen<br />
große Engpässe. Bauunternehmen warten<br />
auf Rohstoffe, der Tourismus auf Fachkräfte .....06<br />
Abgesagt. Schon im letzten Jahr wurden viele<br />
regionale Auswärtsmärkte kurzfristig abgesagt.<br />
Nun fürchten Markt- und Straßenhändler erneut<br />
um ihre Existenz ...................................................14<br />
Aufgeschoben. Gerald Schwentenwein weiß<br />
in seiner Bauberatungsfirma von den Problemen,<br />
Bauvorhaben fristgerecht abzuschließen .........18<br />
Übersiedelt. Der SWV <strong>Österreich</strong> ist umgezogen!<br />
Das Schöne: Das Team musste nicht weit<br />
siedeln. Es bleibt auf der Mariahilfer Straße und<br />
freut sich sehr, die neuen Räumlichkeiten präsentieren<br />
zu können ...................................................20<br />
> 16<br />
Porträt<br />
Flexibilität gefragt<br />
Alexandra Priewasser,<br />
Besitzerin der weithin<br />
geschätzten „Genusskrämerei“<br />
in Hallein, erzählt von den<br />
Schwierigkeiten, Fachpersonal<br />
für ihren gastronomischen<br />
Betrieb zu finden.<br />
Impressum | Herausgeber: Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1060 Wien, Gerichtsstand: Wien, ZVR-Zahl: 42108716 |<br />
Medien inhaber: echo medienhaus ges. m. b. h., FN 73819h, HG Wien, Windmühlgasse 26, 2. Stock, 1060 Wien, www.echo.at. Eigentümerin der echo medienhaus ges. m. b. h.<br />
ist die FFPG Beteiligungs GmbH. Gesellschafter der FFPG Beteiligungs GmbH sind KR Anton Feistl (25 %), Anton Feistl jr. (25 %) und Christian Pöttler (50 %) | Geschäftsführung:<br />
Mag. Thomas Strachota, Christian Pöttler | <strong>Unternehmen</strong>sgegenstand: Herausgabe diverser Publikationen und Periodika sowie allgemeine Verlags aktivitäten |<br />
Hersteller: echo medienhaus ges. m. b. h. | Redaktion: echo medienhaus ges. m. b. h., Dr. in Helga Häupl-Seitz (Chefredaktion), Windmühlgasse 26, 2. Stock, 1060 Wien | Grafik: Karim<br />
Hashem | Fotoredaktion: Mag. a Claudia Knöpfl er (Ltg.) | Lektorat: Nikolaus Horak (Ltg.), Agnes Unterbrunner, MA, Gilbert Waltl, BA | Coverfoto: iStock by Getty Images | Druckerei:<br />
Leykam Druck GmbH, Bickfordstraße 2, A-7201 Neudörfl | Verlags- & Herstellungs ort: Wien | Blattlinie: Informationen des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong>.<br />
Namentlich gekennzeichnete Beiträge und Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Entgeltliche Einschaltungen werden mit „entgeltliche<br />
Einschaltung“ oder „bezahlte Anzeige“ gekennzeichnet.<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> <strong>03</strong>
aktuell<br />
Ablaufdatum<br />
Viele EPU und KMU<br />
sehen sich mit<br />
Kreditrückzahlungen<br />
konfrontiert, die sie<br />
noch nicht stemmen<br />
können.<br />
VERLÄNGERUNG. Viele <strong>Unternehmen</strong> haben am Beginn<br />
der Corona-Pandemie von dem Angebot der Überbrückungsfinanzierungen<br />
Gebrauch gemacht.<br />
Sie haben sich in dem Glauben,<br />
dass sie bald wieder Einnahmen<br />
erzielen können, Kredite<br />
genommen, die durch staatliche<br />
Garantien gesichert sind. Viele<br />
dieser <strong>Unternehmen</strong>, vor allem in der<br />
Tourismus- und Freizeitbranche, können<br />
jedoch noch immer keine oder nur<br />
geringe Einnahmen erzielen, müssen<br />
nun aber teilweise mit den Kreditrückzahlungen<br />
beginnen“, erklärt Christoph<br />
Matznetter ein weiteres Problem in<br />
Zusammenhang mit den Corona-Unterstützungsmaßnahmen.<br />
Garantien<br />
für Kredite<br />
verlängern<br />
„Die maximale Laufzeit der Garan tien<br />
beträgt fünf Jahre. Die Banken sind nun<br />
nicht bereit, die Laufzeit der Kredite<br />
über die Laufzeit der Garantien hinaus<br />
zu verlängern. Daher sehen sich viele<br />
EPU und KMU nun mit Kreditrückzahlungen<br />
konfrontiert, die sie noch<br />
nicht stemmen können. Wir fordern<br />
daher, dass die Garantien verlängert<br />
werden, damit Überbrückungsfinanzierungen<br />
nicht zu Schuldenfallen werden“,<br />
fordert Matznetter.<br />
■<br />
Die Regierung lässt sich immer neue Dinge<br />
einfallen, um Unternehmerinnen und<br />
Unternehmern bei der Beantragung der<br />
Wirtschaftshilfen Steine in den Weg zu<br />
legen. Diesmal haben sich Blümel und Co etwas für<br />
den Härtefall-Fonds einfallen lassen“, ärgert sich<br />
Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen<br />
Wirtschaftsverbandes (SWV). Er bezieht sich<br />
dabei darauf, dass man sich für die Beantragung des<br />
Härte fall-Fonds in Phase 3 nun verpflichtend mit<br />
Handy- Signatur identifizieren muss. Diese Verpflichtung<br />
war zuvor nicht vorhanden.<br />
„Man schließt hier wieder einmal eine Gruppe an<br />
UnternehmerInnen aus. Man sollte alle Anstrengungen<br />
unternehmen, um wirklich allen EPU und KMU,<br />
die unter den Folgen der Coronakrise leiden, zu helfen,<br />
egal ob sie die Handy-Signatur verwenden oder<br />
nicht“, stellt Matznetter klar. Der SWV fordert, dass<br />
die Antragseinbringung zum Härtefall-Fonds alternativ<br />
auch über alle Finanzamtaußenstellen, Gemeindeämter<br />
und WKO-Bezirksstellen erfolgen kann. ■<br />
Handysignatur hält<br />
von Härtefall-Fonds ab<br />
04 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 |<strong>2021</strong>
aktuell<br />
Erleichterung<br />
Die NoVA-<br />
Reform schadet<br />
der Wirtschaft,<br />
vor allem<br />
kleinen und<br />
mittleren <strong>Unternehmen</strong>,<br />
ohne<br />
dabei der Umelt<br />
zu helfen.<br />
Wirtschaftsparlament<br />
iStock by Getty Images (3), Kurt Prinz/SPÖ/Parlamentsklub<br />
Antrag gegen NoVA-<br />
Reform angenommen<br />
Erfolg. Nach einer längeren, pandemiebedingten<br />
Pause Ende Juni konnten in der ersten Sitzung<br />
des Wirtschaftsparlaments die SWV-Anträge<br />
weitgehend punkten.<br />
Der SWV brachte dabei fünf<br />
reguläre und einen dringlichen<br />
Antrag ein. Vier dieser<br />
Anträge wurden angenommen.<br />
„Ich freue mich<br />
ganz besonders, dass der Antrag gegen<br />
die NoVA-Reform der Bundesregierung<br />
angenommen wurde. Damit spricht sich<br />
das Wirtschaftsparlament klar gegen die<br />
aktuelle Politik der Bundesregierung in<br />
diesem Bereich aus. Die NoVA-Reform<br />
schadet nämlich der Wirtschaft, vor<br />
allem kleinen und mittleren <strong>Unternehmen</strong>,<br />
ohne dabei der Umwelt zu helfen.<br />
Es wurde also eine Lose-lose-Situation<br />
geschaffen“, berichtet Christoph Matznetter.<br />
Der entsprechende SWV-Antrag<br />
hat gefordert, dass vor einer Ausweitung<br />
der NoVA auf alle Fahrzeugklassen die<br />
notwendigen Rahmenbedingungen gegeben<br />
sein müssen.<br />
Ebenfalls angenommen wurden SWV-<br />
Anträge zur Anhebung der Angemessenheitsgrenze<br />
und zu Änderungen bei<br />
der Belegerteilungspflicht. „Die Angemessenheitsgrenze,<br />
bis zu welcher Anschaffungskosten<br />
von Pkws und Kombis<br />
als Betriebskosten steuerlich anerkannt<br />
werden, wurde seit 2005 nicht angepasst.<br />
Nun wird es höchste Zeit“, erklärt Matznetter.<br />
Auch bei der Belegerteilungspflicht<br />
forderte der SWV Änderungen:<br />
Bei Umsätzen von weniger als 20 Euro<br />
brutto soll diese nämlich entfallen.<br />
Nicht angenommen wurden ein Antrag<br />
zu Maßnahmen im Zuge der erwarteten<br />
Pleitewelle und ein Antrag zur Halbierung<br />
der Versicherungssteuer in der<br />
Lebens versicherung. „Es ist sehr schade,<br />
dass die MandatarInnen des Wirtschaftsbundes<br />
hier offensichtlich nicht vorausschauend<br />
denken. Sonst hätten sie unserem<br />
Antrag zur Verhinderung einer<br />
Pleitewelle nämlich zustimmen müssen.<br />
Unser Antrag enthält wichtige und bereits<br />
überfällige Maßnahmen, damit zahlungsunfähige<br />
<strong>Unternehmen</strong> nicht all ihre<br />
Gläubiger-<strong>Unternehmen</strong> mit in die Insolvenz<br />
reißen“, berichtet Matznetter. •<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong><br />
05
cover<br />
Aufschwung<br />
mit Hindernissen<br />
iStock by Getty Images<br />
06 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
Erholung. Unsere Wirtschaft<br />
liegt im Aufwärtstrend. Allerdings:<br />
Bedingt durch den Boom gibt es<br />
auch Mangel an speziellen Materialien<br />
und Rohstoffen. Besonders<br />
betroffen sind Bauunternehmen und<br />
ihre regionalen Zulieferbetriebe.<br />
Nach dem coronabedingten Einbruch erholt sich unsere<br />
Wirtschaft schneller und kräftiger, wie es selbst Wirtschaftsprognosen<br />
nicht vorgesehen haben: In <strong>Österreich</strong><br />
war das Wirtschaftswachstum laut WIFO im<br />
zweiten Quartal <strong>2021</strong> mit plus 3,6 Prozent gegenüber<br />
dem Vorquartal deutlich höher als im Durchschnitt des<br />
Euro-Raumes (plus 2,2 Prozent). In <strong>Österreich</strong> wird der Aufschwung<br />
vor allem vom Bau- und Gastgewerbe getragen, im Laufe des Sommers<br />
hat das BIP bereits das Vorkrisenniveau überschritten. Sowohl<br />
die Arbeitslosigkeit als auch die Langzeitbeschäftigungslosigkeit tendierten<br />
zuletzt abwärts.<br />
Aufschwung<br />
Die Wirtschaft erholt sich so schnell und kräftig, dass die Produktion<br />
nicht nachkommt, die Lagerbestände aufgebraucht werden und<br />
Lieferengpässe entstehen. Das führt zu Preissteigerungen, die den<br />
Aufschwung bremsen, analysiert das Wirtschaftsforschungsinstitut<br />
(WIFO). Doch zunächst die positiven Zahlen: Sowohl die Arbeitslosigkeit<br />
als auch die Langzeitbeschäftigungslosigkeit tendierten zuletzt<br />
abwärts.<br />
›<br />
›<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong><br />
07
cover<br />
NEUANFANG.<br />
Während die Wirtschaft<br />
boomt und Aufschwung<br />
verspricht,<br />
gibt es Rückschläge<br />
in verschiedenen<br />
Branchen. Denoch:<br />
Durch Impfungen und<br />
engmaschige Tests<br />
kann auch wieder ein<br />
fröhliches Miteinander<br />
stattfinden.<br />
Zahlen bestätigen Aufschwung<br />
Die Zahlen der Statistik Austria bestätigen den Aufschwung<br />
auf dem Arbeitsmarkt nach der Corona krise:<br />
Im zweiten Quartal <strong>2021</strong> waren um 57.000 Menschen<br />
mehr in Beschäftigung als im ersten Quartal <strong>2021</strong>. Die<br />
Zahl jener, die auf Arbeitssuche waren, sank um 64.000.<br />
„Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt hat<br />
sich deutlich entspannt. Neben der abklingenden<br />
Corona krise trug auch der übliche Frühjahrsaufschwung<br />
dazu bei“, erläuterte Statistik Austria-Generaldirektor<br />
Tobias Thomas gegenüber dem ORF. Der Löwenanteil<br />
beim Anstieg der Erwerbstätigen entfiel auf die Baubranche<br />
mit 43.500 neuen Stellen und die Gastro nomie<br />
und Hotellerie mit 39.800. Diese Branchen stellten<br />
heuer im Frühjahr viele neue Beschäftigte ein. Der<br />
Arbeitsmarkt hat sich auch über den Sommer weiter<br />
belebt.<br />
Laut der aktuellen Arbeitslosenstatistik des AMS<br />
waren im August weniger als 350.000 <strong>Österreich</strong>erinnen<br />
und <strong>Österreich</strong>er ohne Job. Die Arbeitslosenquote war<br />
damit nur noch etwas höher als vor Beginn der Coronakrise<br />
2019.<br />
Die Rückkehr zur „Normalität“ zeigt sich auch in den<br />
Zahlen beim Arbeitsort: Nur noch jeder fünfte Erwerbstätige<br />
hat im zweiten Quartal <strong>2021</strong> von zu Hause aus<br />
gearbeitet, ein Rückgang um 6,7 Prozentpunkte. Am<br />
Höhepunkt der Pandemie war es fast jeder Dritte.<br />
Materialmangel in Industrie und Gewerbe<br />
„Als Folge der unerwartet frühen und kräftigen Konjunkturerholung<br />
kommt es zu starkem Lagerabbau und<br />
beträchtlichen Materialengpässen“, sagt der Autor des<br />
aktuellen WIFO-Konjunkturberichts Stefan Schiman:<br />
„Dies wirkt preistreibend und bremst die Wucht des<br />
GEWERBE LEIDET UNTER BAUSTOFFVERKNAPPUNG<br />
Für Baumeister Dipl.-Ing. Alexander Safferthal,<br />
Bundesspartenobfrau-Stellvertreter in der WKO, zeigt<br />
sich die Baustoffverknappung bei Holz vor allem in ökologischer<br />
Hinsicht: „An die 40 Hektar Wald sind allein<br />
im Waldviertel durch Borkenkäfer vernichtet worden.<br />
Die Aufforstung wird Jahre dauern. Das ist der Grund,<br />
warum sich die Holzverarbeiter andere Vertriebskanäle<br />
gesucht haben, z. B. nach Übersee. Seitdem wird Holz<br />
eingekauft, um der Nachfrage gerecht zu werden.<br />
Längerfristige Lieferschwierigkeiten inkludiert“, so<br />
Safferthal.<br />
Das Gleiche gilt für eines der wesentlichsten Materialien<br />
im Baugewerbe, die Ziegeln. War es<br />
früher gang und gäbe, mit einem Fixpreis<br />
Bestellungen bei Firmen aufzugeben,<br />
so ist diese Produktion in den Firmen<br />
durch Kurzarbeit und Jobwechsel von<br />
Mitarbeitern zumindest stark gedrosselt.<br />
Ausgelöst durch den Bauboom konnten<br />
sie nach ihrem Lagerabbau die benötigten<br />
Mengen nicht mehr auftragsgemäß<br />
liefern. Manche haben deshalb Bestellungen erst gar<br />
nicht angenommen. „Früher hat man sich von mehreren<br />
Ziegelerzeugern Anbote machen lassen und dann<br />
einen Fixpreis für die Baustellendauer ausgehandelt.<br />
Heute kauft man, was man kriegen kann“, so Alexander<br />
Safferthal. Auch Gipskartonplatten, Mineralwolle und<br />
Bewehrungsstahl aus Deutschland stehen auf der<br />
Einkaufsliste. Aber: „Auch die Ziegeln aus der Slowakei<br />
kommen manchmal aus den bereits genannten Gründen<br />
nicht fristgerecht an.“<br />
Öffentliche Aufträge seien nicht mehr lukrativ. Sie<br />
machen nur 6 Prozent für kleine <strong>Unternehmen</strong> aus.<br />
„Es fehlt die Liebe zur Maß- und<br />
Handarbeit, die natürlich teurer<br />
ist als Massenproduktionen“, ist<br />
Safferthal überzeugt. Dazu kommt<br />
eine für jeden Betrieb überbordende<br />
Bürokratie, die allein nicht mehr<br />
bewältigbar ist. Sein Resümee:<br />
„Weltweite Krisen treffen kleine<br />
Volkswirtschaften besonders.“<br />
08<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
iStock by Getty Images (4), SWV Ö<br />
Aufschwungs. 32 Prozent der österreichischen<br />
Industriebetriebe leiden nach<br />
eigenen Angaben unter Materialmangel.<br />
Die Preise für Industrierohstoffe haben<br />
sich von April 2020 bis Mai <strong>2021</strong> mehr<br />
als verdoppelt, obwohl sie in den Krisenmonaten<br />
davor nur um 14 Prozent<br />
gesunken waren. Fast jeder zweite heimische Industriebetrieb<br />
will seine Verkaufspreise demnächst erhöhen.<br />
Wegen des Halbleitermangels steigen in der Kfz-Branche<br />
trotz eines Nachfragebooms die Anmeldungen zur<br />
Kurzarbeit.“<br />
Lieferengpässe und steigende Preise<br />
Teils drastische Preissteigerungen gibt es auch bei Baumaterialien.<br />
Ursache dafür sei nach den Angaben des<br />
deutschen Statistischen Bundesamtes wieder die gesteigerte<br />
Nachfrage während Corona durch Lieferengpässe<br />
bei vielen Rohstoffen. Im Mai <strong>2021</strong> lagen die Erzeugerpreise<br />
bei vielen Baustoffen deutlich über den Preisen im<br />
Vorjahresmonat.<br />
„Früher hat man sich<br />
von mehreren Ziegelerzeugern<br />
Anbote<br />
machen lassen und dann<br />
einen Fixpreis für die<br />
Baustellendauer ausgehandelt.<br />
Heute kauft man,<br />
Wie dramatisch sich Baumaterialien<br />
insgesamt verteuert haben,<br />
zeigt der durchschnittliche Anstieg<br />
der Erzeugerpreise. Im Mai <strong>2021</strong> lag<br />
das Plus im Vergleich zum Mai 2020<br />
bei 7,2 Prozent. Dies war der höchste<br />
Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat<br />
seit Oktober 2008 (+ 7,3 Prozent). Damals zogen<br />
die Preise aufgrund der drohenden Finanz- und Wirtschaftskrise<br />
drastisch an.<br />
was man kriegen kann.“<br />
Alexander Safferthal<br />
Verknappung bei Holz<br />
Vor allem bei Holz, Bitumen und Stahl müssen Bauherren<br />
bzw. Bauunternehmer mittlerweile sehr tief in<br />
die Tasche greifen. Preistreibend wirken sich auch die<br />
gestiegenen Erdölpreise aus: Bitumen auf Erdölbasis, das<br />
unter anderem zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden<br />
und Fundamenten gegen das Eindringen von Wasser verwendet<br />
wird, verteuerte sich demnach um 63,9 Prozent.<br />
Die aktuelle drastische Energiepreiserhöhung bei Erdgas<br />
und Strom für <strong>Unternehmen</strong> (und private Haushalte) tut<br />
›<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong><br />
09
cover<br />
ein Übriges. Der Grund: ein gesteigerter weltweiter Bedarf,<br />
um den ebenso weltweit gerungen wird und der dementsprechende<br />
Verknappungen an Ressourcen zur Folge hat.<br />
Umdenken „Die Zeiten, von<br />
jemandem zu verlangen, jeden Tag<br />
bis zu zehn Stunden in der Küche<br />
zu stehen oder im Service zu arbeiten,<br />
sind vorbei. Wir brauchen neue<br />
Lösungen“, so Günter Löffler.<br />
Einbruch beim Außenhandel<br />
Die Coronapandemie hatte auch <strong>Österreich</strong>s Außenwirtschaft<br />
schwer getroffen. Der Import- und Exporthandel brach<br />
2020 um 15 Prozent ein. Einzelne Bereiche waren durch<br />
die Pandemie wesentlich stärker betroffen als während der<br />
Wirtschafts- und Finanzkrise 2009. „Globale Wirtschaftskrisen<br />
treffen kleine, hochvernetzte Volkswirtschaften wie<br />
arbeitsmarkt und lieferketten „Globale Wirtschaftskrisen<br />
treffen kleine, hochvernetzte Volkswirtschaften wie <strong>Österreich</strong>,<br />
die von internationalen Lieferketten und überwiegend von ausländischen<br />
Absatzmärkten abhängig sind, besonders schmerzlich.“<br />
Lieferungen aus dem Ausland verzögern sich über<br />
viele Monate – sehr zum Schaden für die wartenden<br />
Kunden, aber auch für die Einnahmen des Betriebes.<br />
Besonders der Holzengpass macht vielen<br />
zu schaffen. Das betrifft die kleinen Unternehmer<br />
wie Tischlereien, Küchenhersteller<br />
und Zulieferbetriebe genauso<br />
wie <strong>Unternehmen</strong>, die sich dem<br />
„großen Ganzen“, den Fertigteilhäusern<br />
auf der grünen Wiese,<br />
verschrieben haben. Einem Wirtschaftszweig,<br />
der gerade durch die<br />
Coronakrise enorm boomt.<br />
<strong>Österreich</strong>, die von internationalen Lieferketten und überwiegend<br />
von ausländischen Absatzmärkten abhängig sind,<br />
besonders schmerzlich“, konstatiert Gottfried Haber, Vize-<br />
Gouverneur der <strong>Österreich</strong>ischen Nationalbank. Das sehen<br />
heimische Unternehmer genauso. Sie kämpfen mit den Engpässen<br />
und beispiellosen Preiserhöhungen ihrer wichtigsten<br />
Rohstoffe genauso wie mit den gestiegenen Energiepreisen<br />
für die Erzeugung. Davon betroffen sind beispielsweise<br />
Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen.<br />
Fertigteilhäuser werden teurer<br />
Bei 88,1 % der Baugenehmigungen im Fertighausbau<br />
in Deutschland setzten die Bauherren im Jahr<br />
2020 auf Holz als Baustoff. Aber auch im herkömmlichen<br />
Wohnungsbau macht Holz einen großen<br />
Posten bei den Baumaterialien aus. Laut deutschem<br />
Statistischem Bundesamt verwendeten im Jahr 2020<br />
fast ein Viertel (23,1 Prozent) der Bauherren von<br />
Ein- und Zweifamilienhäusern Holz für tragende<br />
iStock by Getty Images (3)<br />
10<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
cover<br />
Mangel<br />
Die Preise für Industrierohstoffe<br />
haben sich<br />
von April 2020 bis<br />
Mai <strong>2021</strong> mehr als<br />
verdoppelt, obwohl sie<br />
in den Krisen monaten<br />
davor nur um 14 Prozent<br />
gesunken waren.<br />
Fast jeder zweite heimische<br />
Industrie betrieb<br />
will seine Verkaufspreise<br />
demnächst<br />
erhöhen.<br />
Konstruktionen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag<br />
der Anteil der Holzbauweise unter den Ein- und Zweifamilienhäusern<br />
noch bei 16,7 Prozent. Bis jetzt konnten<br />
Fertigteilhaus-Unternehmer die steigende Nachfrage<br />
decken. Nun stehen sie vor Lieferschwierigkeiten<br />
und horrenden Preiserhöhungen. Glücklich sind die<br />
Bauherren, die zu Baubeginn schon einen Fixpreis ausgehandelt<br />
haben. Das ist beispiels weise beim Bau eines<br />
Fertighauses der Fall, wo – abhängig von der Ausstattung<br />
– ein Fixpreis vertraglich garantiert wird. Die<br />
Mehrkosten können die Baufirmen dann nicht einfach<br />
eins zu eins an sie übertragen. Anders sieht das aus,<br />
wenn Firmen eine Preiszeitklausel in ihre Angebote<br />
eingebaut haben.<br />
Nur: Wie sollen Bauunternehmer sonst die gestiegenen<br />
Einkaufspreise unterbringen?<br />
Auf jeden Fall gibt es derzeit lange Verzögerungen,<br />
vor allem beim Dachbodenausbau kann das zur Geduldsprobe<br />
werden.<br />
Arbeitskräftemangel großes Problem<br />
Ein weiteres großes Hindernis am Aufschwung ist der<br />
Personalmangel. Sei es im Baugewerbe, in den kleinen<br />
Handwerksbetrieben oder der Gastronomie und<br />
Hotellerie: Händeringend suchen UnternehmerInnen<br />
Fachkräfte. Viele ehemalige hochqualifizierte Gastround<br />
HotelmitarbeiterInnen sind durch die Pandemie<br />
in einen anderen Berufssektor abgewandert und werden<br />
nicht mehr zurückkommen.<br />
Hier sind dringend neue Anreize gefragt, um den<br />
Beruf wieder attraktiv zu machen. Aber auch die<br />
GastronomInnen haben sich schon einiges einfallen<br />
lassen. „Eine zeitgemäße, geregelte Arbeitszeit ist<br />
der jungen Generation zu Recht wichtig“, sagt auch<br />
Alexandra Priewasser, Chefin der Halleiner „Genusskrämerei“.<br />
Seit sie die 4-Tage-Woche eingeführt hat,<br />
ist ihr Team komplett.<br />
•<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> 11
cover<br />
INNOVATIV.<br />
Günter Löffler,<br />
neuer Bundesspartenobmann<br />
QUEREINSTEIGER.<br />
Um das Wirtshaussterben<br />
im mittleren<br />
Bereich zu stoppen, kann<br />
sich Günter Löffler unter<br />
anderem vorstellen, den<br />
Einstieg für die jungen<br />
„Querdenker“ und ihre<br />
kreativen Küchenkonzepte<br />
einfacher und<br />
attraktiver zu gestalten.<br />
Wir brauchen neue, clevere<br />
Lösungen für unsere Betriebe<br />
FACHKRÄFTEMANGEL Statt zu jammern, setzt sich Bundesspartenobmann<br />
Günter Löffler für attraktivere Angebote im Tourismusund<br />
Freizeitgewerbe ein.<br />
Der bereits vor der Coronakrise bestehende Fachkräftemangel<br />
in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft<br />
hat vielfache Gründe, die durch die<br />
Pandemie noch getoppt wurden: „Wir haben<br />
heute die geburtsschwachen Jahrgänge. Die<br />
Jugend, selbst wenn sie scharenweise in die breit gefächerte<br />
Tourismusschule Modul der Wirtschaftskammer Wien strebt,<br />
die eine hoch qualifizierte Ausbildung samt Matura abschluss<br />
anbietet, kann nicht mehr wie früher motiviert werden: Nur<br />
geschätzte 25 Prozent der AbsolventInnen beginnen danach<br />
tatsächlich einen Berufsweg im Tourismus und der Hotellerie“,<br />
so Günter Löffler, neuer Bundesspartenvorsitzender für<br />
Tourismus und Freizeitwirtschaft.<br />
Der Lockdown tat ein Übriges<br />
Vor dem ersten Lockdown gab es für die fehlenden österreichischen<br />
Arbeitskräfte noch einen breiten Personalersatz aus Ungarn<br />
und der Slowakei. Mit den Quarantänebedingungen in den Heimatländern<br />
blieben sie aus – bis heute. Die heimischen Lehrlinge<br />
wurden in der Pandemie motiviert, ihr Berufsfeld zu wechseln.<br />
Auch sie kommen nicht mehr zurück. „Die junge Generation<br />
wünscht sich zu Recht mehr Freizeit und mehr Sicherheit:<br />
geregelte Arbeitszeiten und Anerkennung. Dem müssen wir in<br />
Hinkunft Rechnung tragen“, ist Günter Löffler überzeugt.<br />
„Dazu gehören neben planbaren Arbeitszeiten auch z. B.<br />
abendliche Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Zeiten, von<br />
jemandem zu verlangen, jeden Tag bis zu zehn Stunden in<br />
der Küche zu stehen oder im Service zu arbeiten, sind vorbei.“<br />
Wobei die Spitzengastronomie und -hotellerie nach wie vor<br />
von ihrem exzellenten Ruf profitieren würde: „Wer will nicht<br />
gerne im Sacher, Imperial oder dem Steirereck arbeiten? Die<br />
großen Verlierer sind die wunderbaren „g’standenen Wirtshäuser“<br />
im mittleren Bereich, die kein Personal mehr bekommen“,<br />
so Löffler.<br />
Clevere Ideen gefragt<br />
„Jetzt ist es 5 vor 12“, diagnostiziert Löffler. Vor allem das Fehlen<br />
von KöchInnen ist eklatant. „Genau wie es Intensivkrankenschwestern<br />
nicht von heute auf morgen gibt, muss auch ein<br />
Koch ausgebildet werden.“ Er fordert, den Beruf des Kochs auf<br />
die Mangelliste zu setzen und wieder in die Rot-Weiß-Rot-<br />
Karte einzugliedern. Und: „Wir vom SWV freuen uns über<br />
jede clevere Idee seitens der GastwirtInnen, die wir gerne aufnehmen<br />
und weitertragen werden“, so Günter Löffler.<br />
•<br />
iStock by Getty Images (2), SWV Ö<br />
12<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
cover<br />
die fakten zum aufschwung<br />
Die WIFO-Prognose für <strong>2021</strong> und 2022 sagt einen<br />
kräftigen Konjunkturaufschwung in <strong>Österreich</strong> voraus:<br />
Weltweit haben sich die wirtschaftlichen Aussichten<br />
seit der letzten Prognose deutlich verbessert. Dies<br />
hat auch Folgen für die erwartete Erholung in <strong>Österreich</strong>.<br />
Vorlauf indikatoren deuten auf den Beginn einer Hochkonjunkturphase,<br />
die <strong>2021</strong> vorwiegend von der günstigen<br />
Industrie konjunktur getragen wird. 2022 wird der Tourismus<br />
über proportional zum heimischen Wirtschaftswachstum<br />
beitragen. Nach dem Rückgang im Vorjahr (- 6,3 %) erwartet<br />
das WIFO für <strong>2021</strong> und 2022 ein reales BIP-Wachstum von<br />
4 % bzw. 5 %.<br />
<br />
„Die schwungvolle Industriekonjunktur<br />
prägt insbesondere im laufenden Jahr die gesamtwirtschaftliche<br />
Expansion. 2022 werden hingegen die<br />
marktbezogenen Dienstleistungen überproportional zum<br />
Wachstum beitragen, vor allem aufgrund der Erholung im<br />
Tourismus“, so der Autor der aktuellen WIFO-Prognose<br />
Christian Glocker.<br />
Die österreichische Volkswirtschaft überwindet<br />
die Coronakrise deutlich schneller als bisher<br />
erwartet und steht am Beginn einer Aufschwungphase.<br />
Hierbei prägt vor allem der rasche Fortschritt der Impfkampagne<br />
die wirtschaftlichen Perspektiven, da die damit<br />
einher gehende Aufhebung der behördlichen Einschränkungen<br />
die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität<br />
ermöglicht. Neben dem Erstarken des privaten Konsums<br />
tragen eine hohe Investitionsdynamik, die durch öffentliche<br />
Investitionsanreize sowie zunehmende Kapazitätsengpässe<br />
getrieben wird, und die kräftige Ausweitung der Exporte<br />
zum Konjunkturaufschwung bei. Die heimischen Ausfuhren<br />
profitieren hierbei von der Erholung der Weltwirtschaft.<br />
Vor diesem Hintergrund wird das reale Bruttoinlandsprodukt<br />
der österreichischen Volkswirtschaft<br />
<strong>2021</strong> um 4 % und 2022 um rund 5 % expandieren. Dabei<br />
wird das Vorkrisenniveau schon im Laufe des Sommers<br />
<strong>2021</strong> erreicht. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung<br />
(Outputlücke) dürfte bereits 2022 wieder überdurchschnittlich<br />
sein. Aus heutiger Sicht sollte die österreichische<br />
Volkswirtschaft Ende 2022 auf jenen Wachstumspfad<br />
zurückgefunden haben, den das WIFO vor Ausbruch der<br />
Coronapandemie prognostiziert hatte.<br />
Die günstige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt<br />
dürfte auch 2022 anhalten. Da die Beschäftigung bereits<br />
im Frühjahr <strong>2021</strong> wieder das Vorkrisenniveau erreichte,<br />
wird jedoch eine Abschwächung des Wachstums erwartet:<br />
Die unselbstständige Aktivbeschäftigung dürfte <strong>2021</strong> um<br />
2,1 % und 2022 um 1,6 % ausgeweitet werden. Parallel<br />
dazu dürfte die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgehen,<br />
wodurch die Arbeitslosenquote <strong>2021</strong> auf 8,5 % und 2022<br />
auf 8,0 % sinken sollte.<br />
Auch die Stadthotellerie erholt sich. So<br />
wurden z. B. Wiener Hotels und Pensionen heuer im<br />
August von spürbar mehr Gästen besucht als noch im ersten<br />
Pandemiesommer 2020. Im Vergleich: Vor der Pandemie<br />
lag die Auslastung aber erst bei rund 56 Prozent. Die Zahl<br />
der gebuchten Nächte legte im Vergleich zum Vorjahr um<br />
66 % auf 895.000 zu, wie der WienTourismus bekannt gab.<br />
Die Zimmer waren in dem Monat im Schnitt zu 56 Prozent<br />
ausgelastet, im Vorjahresmonat nur zu gut einem Viertel.<br />
Ein Lichtblick, der aber nicht über die triste Gesamtlage der<br />
Stadthotellerie in der Pandemie hinwegtäuschen kann. Denn<br />
im bisherigen Kalenderjahr (Jänner bis August) liegt Wien mit<br />
insgesamt 2,3 Millionen Nächtigungen noch um 39 Prozent<br />
unter dem Wert im Vergleichszeitraum 2020.<br />
<br />
Mit der Öffnung der Wirtschaft<br />
soll laut Sommerprognose <strong>2021</strong> auch<br />
die Wirtschaft in der EU und im Euro-Raum in<br />
diesem Jahr um 4,8 % und im Jahr 2022 um<br />
4,5 % wachsen. Im Vergleich zur Frühjahrsprognose<br />
wurde die Wachstumsrate für das<br />
Jahr <strong>2021</strong> deutlich (+ 0,6 Prozentpunkte in der<br />
EU und + 0,5 Prozentpunkte im Euro-Raum) und<br />
für das Jahr 2022 leicht (+ 0,1 Prozentpunkte<br />
für beide Gebiete) nach oben korrigiert. Das<br />
reale BIP dürfte sowohl in der EU als auch im<br />
Euro-Raum im Schlussquartal <strong>2021</strong> wieder zum<br />
Vorkrisenniveau zurückfinden. Im Euro-Raum ist<br />
dies somit ein Quartal früher der Fall als in der<br />
Frühjahrsprognose erwartet.<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> 13
aktuell<br />
Viele Bezirkshauptmannschaften<br />
trauen sich nicht<br />
Regionale Märkte<br />
abhalten!<br />
Bereits 2020 wurden viele Wochenmärkte, Kirtage und Straßenfeste kurzfristig<br />
abgesagt. Die Verunsicherung seitens vieler Bezirksbehörden<br />
war zu groß. Nun fürchten die Marktfahrer erneut um ihre Existenz.<br />
Schon letztes Jahr wurden viele sogenannte<br />
Auswärtsmärkte nicht abgehalten, obwohl<br />
in den Sommermonaten die Erlaubnis<br />
dazu bestanden hätte. Einer der Gründe:<br />
Die Verunsicherung in den Gemeinden<br />
und Bezirken war zu groß. „Sie haben sich nicht darüber<br />
getraut“, erzählten damals Wilfried Stöger und<br />
Agron Bekirovski, fahrende Marktfahrer im Gespräch<br />
mit dem UÖ (Ausgabe 4/2020). „Bei uns gab es einen<br />
fast 100-prozentigen Ausfall.“ In diesem Herbst fürchten<br />
sie erneut, durch die ständig wechselnden Pandemie-<br />
Richtlinien seitens der türkis-grünen Bundes regierung<br />
erhebliche Einbußen. Denn auch heuer werden Bezirkshauptmannschaften<br />
und Bürgermeister anstatt mit<br />
klaren Ansagen maßgeblich verunsichert.<br />
Enormer Druck auf Landesebene<br />
„Das Grundproblem liegt darin, dass Bundeskanzler<br />
Kurz und die Bundesregierung nichts gelernt haben. Sie<br />
sagen auch heuer keine Veranstaltungen ab und müssen<br />
dafür keine Entschädigungen zahlen. Dafür sind die<br />
Bezirkshauptmannschaften und Bürgermeister gefragt.<br />
iStock by Getty Images (2),SWV Ö/ CMYK, Schedl, Raimund<br />
14 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
aktuell<br />
Markus Hanzl<br />
Der Obmann Markthandel<br />
Wien setzt<br />
sich mit ganzer<br />
Kraft für die Vielfalt<br />
der Märkte und ihrer<br />
Nahversorgung<br />
für die BewohnerInnen<br />
ein.<br />
„ Wir wollen keine Zuschüsse, sondern<br />
nur arbeiten. Es geht dabei ums<br />
Miteinander: Unsere Kunden freuen<br />
sich, uns anzutreffen und wir, sie<br />
wiederzusehen. Wenn wir das nicht<br />
können, sterben die Märkte.“<br />
Akan Keskin<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong><br />
Sie stehen unter dem enormen Druck, die 3-G-<br />
Regeln mit all ihren Sicherheitsvorkehrungen und<br />
Einschränkungen zu gewährleisten und mögliche<br />
Clusterbildungen zu verantworten“, so Akan Keskin,<br />
Bundesspartenvorsitzender Handel. „Wenn die<br />
Bezirkshauptmannschaft dem Bürgermeister empfiehlt,<br />
den Markt nicht abzuhalten, dann wird er auch<br />
kurzfristig abgesagt. Wir wollen keine Zuschüsse,<br />
sondern nur arbeiten. Es geht dabei um das Miteinander:<br />
Unsere Kunden freuen sich, uns anzutreffen<br />
und wir, sie wiederzusehen. Das ist Kommunikation<br />
auf vielen Ebenen. Wenn wir das nicht können, sterben<br />
die Märkte.“<br />
Straßenfeste und Kirtage abgesagt<br />
Die kurzfristige Absage des traditionellen Loretto-<br />
Markts am 15. August im Burgenland habe beispielsweise<br />
viele Händler, die bereits im Vorfeld geplant<br />
und eingekauft haben, zurückgeworfen. „Was machst<br />
du mit der Ware, die du nicht anbieten kannst?“,<br />
fragt sich Markus Hanzl, Obmann Markthandel<br />
Wien. Dass Straßenfeste wie in der Simmeringer<br />
Hauptstraße oder der traditionelle Ottakringer Kirtag<br />
in Wien auch heuer abgesagt wurden, versteht<br />
er unter den gegebenen Bedingungen: „Wie hätten<br />
wir die 3-G-Regelungen einhalten<br />
sollen? Straßenfeste heißen, dass es<br />
AnrainerInnen gibt und Geschäfte,<br />
die besucht werden können. Wir<br />
können sie nicht in die 3-G-Pflicht<br />
nehmen, wenn sie aus ihrem Wohnhaus<br />
kommen und absperren lässt<br />
sich die Straße auch nicht“, so Markus<br />
Hanzl. „Nach wie vor gilt in der Bundesregierung:<br />
Die Grundversorgung<br />
ist durch Supermärkte gewährleistet,<br />
Alexander Raimund<br />
Fahrender Markthändler<br />
zusätzliche Märkte sind Luxus und Markthändler<br />
machen das quasi hobbymäßig – zu ihrer Freude.“<br />
Dass dem nicht so ist, erzählt Alexander Raimund.<br />
Ums Überleben ringen<br />
„Ich bin zwar gelassen und halte psychischen Druck<br />
durchaus Stand, aber derzeit kämpfe ich ums Überleben.<br />
Ich kann nichts planen und hetze den wenigen<br />
Veranstaltungen hinterher, die es derzeit noch gibt“,<br />
so Alexander Raimund auf dem Weg von Linz zum<br />
St. Veiter Wiesenfest nach Kärnten. Dank exponierter<br />
Lage kann es auch 3-G-mäßig überprüft werden.<br />
„Gerade von Herbst bis Weihnachten schafft man<br />
sich den Polster für das kommende Frühjahr. Früher<br />
war es kein Problem, sich die passenden Märkte<br />
auszusuchen. Heuer nehme ich jeden angekündigten<br />
Event wahr. Die Reserven sind aufgebraucht und ich<br />
weiß nicht, wie es künftig weitergehen soll.“ Sein Vater<br />
gründete 1999 den Direktvertrieb mit Kräutern,<br />
Gewürzen und Hausrezepten, „er hat das Wissen<br />
von unserer Uroma genützt“, so Raimund. Danach<br />
folgten Kosmetikprodukte aus der heimischen Region.<br />
Er war ständig auf den Kirtagen in Leopoldsdorf,<br />
Bad Ischl und Salzburg vertreten. „Da wurden<br />
Hochzeiten ausgerichtet und vorbereitet, es waren<br />
gesellschaftliche Zusammentreffen.“<br />
Manchen Kollegen, die auch ein zweites<br />
„Standbein-Geschäft“ haben, geht<br />
es derzeit vielleicht besser, mutmaßt<br />
Raimund. Entschieden schlechter<br />
ginge es den Spielzeughändlern, deren<br />
Einsatz nur auf Kirtagen und Anlassmärkten<br />
Sinn mache. „Insgesamt geht<br />
es um viele, die jetzt ihr Hab und Gut<br />
verloren haben – alles das, was sie sich<br />
aufgebaut haben“, so Raimund. •<br />
15
porträt<br />
Genießen mit allen Sinnen<br />
in der Krämerei<br />
mit verantwortung. Chefin Alexandra Priewasser legt in<br />
ihrem Restaurant mit Feinkostladen in Hallein besonderen<br />
Wert darauf, dass es ihren MitarbeiterInnen gut geht.<br />
Die 2011 gegründete „Genusskrämerei“<br />
– zunächst nur als Feinkostladen, wenig<br />
später erweitert um ein Restaurant, übersiedelte<br />
2019 in die Räumlichkeiten des<br />
ältesten Wirthauses der Stadt Hallein,<br />
dem ehemaligen „Gasthaus zur Goldenen<br />
Kugel“. Das Haupt augenmerk der „Genusskrämerei“<br />
liegt auf regionalen Bio-Produkten, die angeboten<br />
bzw. verkocht werden. Chefin Alexandra Priewasser<br />
leitet mit ihrem Sohn Aaron, der für die Küche verantwortlich<br />
ist, den Betrieb. Was ihnen besonders<br />
wichtig ist: „Seit September 2020 verpflichten wir uns<br />
auch freiwillig, alle Zutaten aus regionaler und lokaler<br />
Herkunft zu beziehen und wurden dafür mit dem<br />
Salzburger Herkunfts-Zertifikat ausgezeichnet. Wir<br />
verarbeiten Tiere im Ganzen, züchten gemeinsam mit<br />
ansässigen Bauern unser eigenes Wiesenkräuterhuhn,<br />
Weidegansl & Duroc-Schweine, verarbeiten Fische aus<br />
heimischen Gewässern und beziehen unser Gemüse<br />
und Obst von den Walser Bauern.“<br />
Hochgeschätzte Küche<br />
Ihre lokal verwurzelte, kreative Küche ist weit über<br />
die Grenzen Salzburgs hinaus beliebt und geschätzt.<br />
Im Sommer 2020 sorgten Heimaturlauber trotz fehlender<br />
Gäste aus dem Ausland für ein volles Haus –<br />
mittags wie abends. „Aus Angst vor Corona haben<br />
viele Familien Urlaub in <strong>Österreich</strong> gemacht“, so<br />
Alexandra Priewasser. In diesem Sommer war die<br />
Situation eine andere: „Die österreichischen Gäste<br />
sind ausgeblieben, weil sie wieder am Meer geurlaubt<br />
haben; die ausländischen Gäste haben nach wie<br />
vor auf sich warten lassen.“<br />
Highlight Festspiele<br />
Ein wahrer Lichtblick waren heuer die Salzburger<br />
Festspiele, die auch eine hochkarätige Bühne in<br />
Hallein bespielen: „Wir waren an den Spieltagen<br />
bestens besucht und haben auch ein Festspielmenü<br />
auf unsere Karte gesetzt. Was mich besonders gefreut<br />
hat: Nicht nur für unser Essen, sondern auch<br />
für unser gesamtes Team erhielten wir Spitzenbewertungen“,<br />
freut sich Alexandra Priewasser. Denn<br />
das zu erreichen, war die wirkliche Herausforderung.<br />
Hochseilakt pur<br />
„Mittags mussten wir schließen. Wir hatten zu wenig<br />
Personal: Bei 38 Grad im Schatten – wer soll<br />
das im Service und in der Küche ohne Schichtwechsel<br />
aushalten? Aber wir hatten Praktikantinnen aus<br />
den Fachhochschulen der Umgebung. Die Mädeln<br />
haben uns durch den Sommer getragen, ich bin ih-<br />
Halleiner Fusion. Die<br />
kreative Küche besticht durch<br />
Fleisch und Fische, das von<br />
ansässigen Bauern gemeinsam<br />
gezüchtet wird. Die kreative<br />
Note bringt ihr Sohn Aaron,<br />
Küchenchef des Restaurants,<br />
ein. Die Genusspalette reicht<br />
vom Lunch bis zum<br />
abendlichen Dinner,<br />
private Feiern inklusive.<br />
16<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
Alexandra & Aaron Priewasser<br />
Die Genusskrämerei<br />
Gollingertorgasse 1, 5400 Hallein<br />
Tel.: +43/(0)664/75 <strong>03</strong> 22 36<br />
office@genusskraemerei.at<br />
www.genusskraemerei.at<br />
Die Genusskrämerei<br />
nen heute noch sehr dankbar<br />
dafür. Und hoffe, dass sie sich<br />
bei mir auch gut aufgehoben<br />
gefühlt haben und vielleicht<br />
das eine oder andere<br />
für ihre weitere Ausbildung<br />
mitnehmen konnten“, so<br />
Alexandra Priewasser.<br />
Personalmangel oft<br />
selbst verschuldet<br />
„Ich habe selbst in meiner Jugend in Saison gearbeitet<br />
– am Arlberg. Von 1. November bis zum 1. Mai,<br />
zusammengepfercht mit zwei, drei Kolleginnen in<br />
einem winzigen Zimmer und hatte in all diesen Monaten<br />
drei Tage frei. Das war damals geübte Praxis,<br />
aber zu Recht wollen das die Jungen heute nicht<br />
mehr. Der Fachkräfte mangel in unserer Branche,<br />
vor allem im saisonalen Bereich ist auch viel selbst<br />
verschuldet“, so Alexandra Priewasser. „Während<br />
vor allem der Winter tourismus aus Gier nach Geld<br />
immer größer und immer mehr geworden ist, sollte<br />
das Personal möglichst preiswert arbeiten. Der Fachkräftemangel<br />
war schon vor der Corona-Krise spürbar,<br />
da haben sich viele mit billigeren Arbeitskräften<br />
aus Ungarn und Tschechien geholfen. Nachdem<br />
sie durch die Krise bedingt auch langfristig wegbleiben,<br />
wird das Problem offensichtlich und damit<br />
auch diskutiert“, so die Chefin. Sie wird jedenfalls<br />
nicht müde, ihre Mitarbeite rInnen – vor allem im<br />
Service – vor respekt losen Gästen zu schützen: „Wir<br />
sind ein Team, und ich möchte, dass meine MitarbeiterInnen<br />
von den Gästen wertschätzend behandelt<br />
werden.“<br />
„<br />
Der Fachkräftemangel in unserer<br />
Branche, vor allem im saisonalen<br />
Bereich, ist oft selbst verschuldet.<br />
Während der Wintertourismus<br />
immer größer und immer mehr<br />
geworden ist, sollte das Personal<br />
möglichst preiswert arbeiten.“<br />
Alexandra Priewasser<br />
Neue Modelle gefragt<br />
Betriebe, die wissen, was sie können, werden überleben,<br />
ist Alexandra Priewasser überzeugt. Dazu gehöre eine<br />
geregelte Arbeitszeit und eine gerechte Entlohnung –<br />
über dem Kollektivvertrag, wie sie es in ihrem Betrieb<br />
festgelegt hat. Aber auch neue Modelle hat sie initiiert:<br />
„Mein ,Projekt Partnerbetriebe‘, das allerdings noch in<br />
den Kinderschuhen steckt, richtet sich an diejenigen<br />
in der Umgebung, die Lehrlinge ausbilden oder einen<br />
stundenweisen Bedarf an zusätzlichen Köchen haben.<br />
Es ist wie ein gegenseitiges Geben und Nehmen: Bei<br />
uns könnten Lehrlinge das À-la-carte-Geschäft lernen,<br />
ihre und unsere Köche könnten, natürlich nur, wenn<br />
sie wollen, für ein paar Stunden den Arbeitsplatz wechseln<br />
und so auch neue Erfahrungen<br />
sammeln.“ Aber auch<br />
für andere Ideen ist sie offen:<br />
„Man muss flexibel bleiben,<br />
nur so geht es in die Zukunft.“<br />
Apropos: Ihr Team ist<br />
mittlerweile komplett. Der<br />
Grund: „Die Genusskrämerei“<br />
hat bereits die 4 Tage-<br />
Woche eingeführt …<br />
•<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> 17
Baubranche<br />
Engpässe<br />
„<br />
Durch meine langjährige<br />
Baubetreuung kann ich nur<br />
sagen: Engpässe für heimische<br />
Materialien wie Sand,<br />
Schotter und Holz verstehe<br />
ich nicht. Davon haben wir<br />
in <strong>Österreich</strong> genug.“<br />
Gerald Schwentenwein<br />
noch im Modus der<br />
18<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
porträt<br />
Baubetreuung<br />
„Wir sind immer vor Ort, wenn es um die Planung von Projekten<br />
geht und unterstützen Sie dabei“, so Gerald Schwentenwein.<br />
nachfrage. Baubetreuer Gerald Schwentenwein weiß um die<br />
Baustoffverknappung. Er ist überzeugt, dass es einen Mangel<br />
an heimischen Materialien nicht geben müsste.<br />
SWV Ö / CMYK, Schwentenwein Baubetreuungs GmbH<br />
Sein <strong>Unternehmen</strong> bietet seit mittler weile<br />
20 Jahren das nötige Know-how für die<br />
Planung und Durchführung im Hoch- und<br />
Tiefbau – für private Bauherren und die<br />
öffent liche Hand. Besonderer Schwerpunkt<br />
liegt seit einigen Jahren auf der erneuerbaren<br />
Energie. So war die Schwentenwein Betreuungs<br />
GmbH bereits mit der Generalplanung und Baubetreuung<br />
von 385 umgesetzten Windenergie anlagen<br />
mit einer Gesamtleistung von 908,45 MW in <strong>Österreich</strong><br />
beauftragt. Auch international wie z. B. in Lettland,<br />
Polen, Armenien und Italien wurden diverse<br />
Projekte von Generalplanung, Projektentwicklung,<br />
technischem Controlling bis zu Basisunter suchungen<br />
entwickelt und betreut.<br />
Hoch- und Tiefbau<br />
Ebenso ist die Planung und Abwicklung von Gewerbebauten,<br />
die Um- und Neubauten von öffentlichen<br />
Gebäuden, die Bestandsaufnahme<br />
und Digitalisierung<br />
von Kanalisationsanlagen,<br />
Straßenbauten und Wohnstraßen<br />
ihr Metier. „Selbstverständlich<br />
können private<br />
Bauherren unsere Dienstleistungen<br />
in Anspruch nehmen“,<br />
so Dipl.-HTL-Ing. Gerald<br />
Schwentenwein. „Wir begleiten<br />
die Bauherren von der<br />
Projektentwicklung ihrer Einfamilienhäuser<br />
bis zur schlüsselfertigen<br />
Übergabe unter<br />
Berücksichtigung der Eckpfeiler:<br />
Termine, Kosten und<br />
Qualität.“<br />
Das <strong>Unternehmen</strong> bietet<br />
Dienstleistungen von A bis Z<br />
• Ausschreibungen<br />
• Baubetreuung<br />
• Baustellenkoordination<br />
• Begutachtungen<br />
• Controlling (technisch)<br />
• Due-Diligence-Prüfung<br />
• Förderungsverwaltung<br />
• Machbarkeitsstudien<br />
• Örtliche Bauaufsicht<br />
• Planung (Entwurfs-/Einreichungs-/Polier-/<br />
Detailplanung)<br />
• Planungskoordination – SiGE-Planung<br />
• Projektmanagement<br />
• Umweltverträglichkeitsstudien<br />
Engpässe bekannt<br />
Seine Firma besteht mehr als 20 Jahre, seit der Pandemie<br />
beschäftigen Gerald Schwentenwein die Klagen der Baumeister<br />
über Rohpreissteigerungen und verzögerte Lieferfristen.<br />
Dringend benötigtes Baumaterial<br />
sei einfach momentan<br />
nicht lieferbar. Ein Desaster für<br />
alle. Für die Bauunternehmer und<br />
Hersteller, die mit Fixpreisverträgen<br />
gearbeitet haben, aber auch<br />
für die Kunden, die zeit gerecht<br />
mit der Ausführung gerechnet<br />
hatten. „Ich bin in der Landesinnung<br />
Bau Burgenland vertreten. Die Landesinnung<br />
hat sogar ein Rechtsgutachten bei Herrn Univ.-Prof. Dr.<br />
A. Kletečka beauftragt, inwieweit sich Fixpreisverträge in<br />
terminbezogene umwandeln lassen können. Aber das ist<br />
rechtlich nicht möglich“, so Gerald Schwentenwein.<br />
Schwentenwein<br />
Baubetreuungs GmbH<br />
Sankt-Antoni-Straße 29, 7000 Eisenstadt<br />
Tel.: +43/(0)2682/220 88<br />
E-Mail: office@baubetreuung.at<br />
www.baubetreuung.at<br />
Mangel produziert<br />
Für ihn sind manche Engpässe<br />
nicht wirklich nachvollziehbar:<br />
„Ich lasse mir<br />
noch eine Rohstoffverknappung<br />
durch den Stau im<br />
Suezkanal, gestiegene Stahlpreise<br />
in China und gestiegene<br />
Erdöl- und Erdgaspreise<br />
einreden. Aber wir haben<br />
Sand, Schotter, Kies und<br />
Holz in ausreichender Menge<br />
in unserem Land, dass wir es<br />
wirklich nicht teuer importieren<br />
müssen. Da wird ein<br />
Mangel künstlich geschaffen“,<br />
ist er überzeugt. •<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> 19
aus den bundesländern<br />
GÜNTER LÖFFLER: NEUER VORSITZENDER<br />
der Bundessparte<br />
Tourismus und Freizeitwirtschaft<br />
Engagiert. Neuer Vorsitzender für<br />
Tourismus und Freizeitwirtschaft,<br />
Günter Löffler, setzt sich für kleine<br />
Fachgruppen ein.<br />
Neue Herausforderungen. Am<br />
29. 6. <strong>2021</strong> wurde Ing. Günter Löffler<br />
zum neuen Vorsitzenden der Bundessparte<br />
Tourismus- und Freizeitwirtschaft<br />
gewählt. Seit 2013 ist der<br />
Quereinsteiger in der Gastronomie tätig<br />
und möchte neue und andere Sichtweisen<br />
auf manche Herausforderungen<br />
in der Tourismusbranche einbringen.<br />
Der tägliche Kontakt mit den KollegInnen<br />
ist für ihn ebenso wichtig wie<br />
ständige Weiterbildung.<br />
Zahlreiche Themen beschäftigen<br />
derzeit sparten- und bundesländerübergreifend<br />
die UnternehmerInnen<br />
des Landes. Besonders brisant für die<br />
Gastronomie ist das Thema Fachkräftemangel.<br />
„Der Fokus meiner Arbeit liegt<br />
nicht nur auf den großen Fachgruppen<br />
wie Gastronomie, sondern auch auf<br />
den kleineren Fachgruppen wie z. B.<br />
den Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetrieben.<br />
Gerade die Schausteller<br />
haben es mit den zahlreichen Absagen<br />
von Veranstaltungen besonders<br />
schwer“, so Günter Löffler über die<br />
Herausforderungen in seiner neuen<br />
Position und abschließend:<br />
„Nur gemeinsam können wir alle Herausforderungen<br />
in unserer Branche<br />
bewältigen.“<br />
SEITENWECHSEL: Der SWV <strong>Österreich</strong><br />
ist umgezogen!<br />
Nach vielen Jahren, in denen wir als SWV <strong>Österreich</strong><br />
unsere Büroadresse in der Mariahilfer Straße 32<br />
mit dem SWV Wien geteilt haben, sind wir nun umgezogen.<br />
Doch der Umzug hat uns nicht weit von unserem<br />
früheren Büro entfernt. Unsere neuen Räumlichkeiten<br />
liegen direkt auf der gegenüberliegenden Seite, auf der<br />
Mariahilfer Straße Nummer 47.<br />
Obwohl der Umzug viel Kraft gekostet hat und mit<br />
großem organisatorischen sowie technischem Aufwand<br />
verbunden war, ist das Team des SWV <strong>Österreich</strong> bereits<br />
gut im neuen Büro angekommen. Der Ausblick<br />
auf eine der vielfältigsten Einkaufsstraßen <strong>Österreich</strong>s<br />
begleitet uns weiterhin bei unserer Arbeit für die Ein-<br />
Personen-UnternehmerInnen (EPU) und InhaberInnen<br />
von kleineren und mittleren Betrieben<br />
(KMU). Einkaufsstraßen<br />
wie die Mariahilfer Straße bieten<br />
vor allem in den kleineren Seitenstraßen<br />
Platz für die besonderen<br />
Familienbetriebe, für kleine<br />
Fachgeschäfte und Start-ups.<br />
Gleichzeitig wird uns hier täglich<br />
vor Augen geführt, wie viel<br />
leichter es die großen Ketten im<br />
Wettbewerb haben. Sie konnten<br />
Das Team. Bundes-GF Katharina Weninger,<br />
Edith Hofer, Lucia Grabetz, Silvia Auer und<br />
Julia Lessacher (v. l.) laden ein.<br />
auch in der Corona-Pandemie auf große Reserven zurückgreifen,<br />
ohne um ihre Existenz zu bangen. Umso<br />
wichtiger, dass wir als starke Stimme der Selbstständigen,<br />
als VertreterInnen der EPU und KMU mit unserem<br />
Büro eine neue Homebase gefunden haben.<br />
In Zukunft findet ihr uns<br />
in der Mariahilfer Straße<br />
47/5/5, 1060 Wien.<br />
Ab SOFORT sind wir<br />
unter obiger neuer<br />
Telefonnummer<br />
erreichbar !!!!<br />
+43/1/391 90 19<br />
20<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
SWV Ö, Stadt St. Veit, Diesner, Morbesser, iStock by Getty Images<br />
KTN: SWV auf Bezirkstour<br />
Der Herbst hält Einzug. Die Sommersaison endet<br />
mit durchwegs positiven Rückmeldungen, auch wenn der<br />
Unmut aufgrund unterschiedlichster Corona-Regel-Ideen<br />
in den Betrieben größtenteils für Kopfschütteln sorgt.<br />
Grund genug mit unseren Mitgliedern und Bürgermeistern<br />
eine enge Abstimmung zu suchen und neue Ideen und Pläne<br />
unserer Betriebe aufzunehmen.<br />
Mit diesem Ansinnen hat der SWV Kärnten, allen voran<br />
Präsident Fredy Trey (l.) eine Tour durch alle Bezirke<br />
gestartet. Der erste Besuch in St. Veit war bereits sehr<br />
informativ, nebst freundlichem Empfang bei Bgm. Martin<br />
Kulmer (r.) erhielten wir hier vor allem in den Branchen<br />
Fitnesscenter und Gesundheitsbetriebe beinahe schon geniale<br />
Anregungen, wohin sich diese <strong>Unternehmen</strong> mittelfristig<br />
entwickeln könnten.<br />
Im Bereich Gastronomie wurde uns von dem erhöhten<br />
Zuspruch regionaler<br />
Produkte und Produktionen<br />
erzählt.<br />
Unser Gastro-Fachgruppenmandatar<br />
berichtete, wie wichtig<br />
es ihm und seinen<br />
Kunden sei, dass seine<br />
verarbeiteten Zutaten<br />
(in Küche und<br />
Brauerei) keine lange<br />
Anreise hinter sich<br />
haben.<br />
In Friesach berichtete<br />
Bgm. Josef<br />
Kronlechner von<br />
mehreren EU-Projekten,<br />
die für die<br />
Region und vor allem<br />
auch für die Beschäftigung<br />
in seiner Gemeinde, nebst der Erhaltung des<br />
kulturellen Erbes, sorgt. Aktuell wird der letzte wasserführende<br />
Stadtgraben – einzigartig in Europa – durch eine<br />
Fachfirma saniert.<br />
Speziell in der Baubranche und metallverarbeitenden<br />
Betrieben erschweren gestiegene Rohstoffpreise den Arbeitsalltag.<br />
Zugesagte Gewerke kommen ins ruinöse Rutschen,<br />
hier muss mittlerweile mittels Vertragsklauseln auf<br />
diese Entwicklung reagiert werden, Pauschalen sind kaum<br />
noch haltbar. Ein zusätzlicher negativer Aspekt ist der<br />
Facharbeitermangel. Fehlende Lehrlinge und grundsätzlich<br />
fehlende MitarbeiterInnen sorgen für Kopfzerbrechen. Aufträge<br />
können nicht angenommen bzw. Betriebe nicht im<br />
gewohnten Ausmaß offengehalten werden, wenn engagiertes,<br />
motiviertes und fachkundiges Personal fehlt.<br />
Besuch im Rahmen der Tour anfordern? 0463/51 28 26<br />
NÖ: Härtefallfonds<br />
verlängern<br />
TIROL: Saubere Energie<br />
für alle!<br />
Thomas<br />
Schaden<br />
Der SWV<br />
NÖ-Präsident<br />
setzt sich<br />
für weitergehende<br />
Hilfsmaßnahmen<br />
ein.<br />
Worauf wartet die Bundesregierung? „Der<br />
Härtefallfonds muss zumindest bis Ende des Jahres<br />
verlängert werden. Schon vor dem Sommer hat<br />
NAbg. Dr. Christoph Matznetter, der Präsident des<br />
SWV <strong>Österreich</strong>, das gefordert“, erklärt unser Präsident<br />
Thomas Schaden. „Und jetzt fordern wir es noch<br />
einmal. Eine Unterstützung aus dem Härtefallfonds<br />
gibt es nur noch bis September. Die Regierung muss<br />
endlich handeln, denn es gibt immer noch Branchen,<br />
die stark von der Corona-Krise betroffen sind. Diese<br />
brauchen Hilfe und Sicherheit!<br />
Was den Anteil erneuerbarer Energie betrifft,<br />
schneidet Tirol prinzipiell gut ab. Was fehlt: Gerade<br />
für Klein- und Kleinstunternehmen sind andere Themen<br />
vorrangiger als der Energieverbrauch im eigenen<br />
Betrieb. Die meisten Betroffenen können sich kleinere<br />
energieeffiziente Sanierungs- oder Reparaturarbeiten<br />
kaum bis gar nicht leisten. Sie benötigen Betreuung<br />
und Begleitung, um ihre Situation zu verbessern.<br />
Um die Bereitschaft zu umweltschonendem Verhalten<br />
zu erhöshen, ist es notwendig, individuelle und<br />
zielgruppenorientierte Beratungs- und Förderangebote<br />
zu entwickeln.<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong><br />
21
aus den bundesländern<br />
Gastgeber.<br />
Peter Mörwald,<br />
SWV Salzburg-<br />
Präsident.<br />
SZBG: WIRTSCHAFT<br />
IM WANDEL<br />
Von der Überwindung der Pandemie zu einer klimafreundlichen<br />
Wirtschaft. Auf Einladung des Salzburger Wirtschaftsverbands<br />
(SWV) unter Präsident Peter Mörwald diskutierten die<br />
ehem. Siemens-Chefin und EU-Staatssekretärin Brigitte Ederer<br />
und SPÖ-Landesvorsitzender David Egger über aktuelle wirtschaftliche<br />
Herausforderungen und Chancen in der Villa Trapp.<br />
Schwerpunkte waren Pandemie, Digitalisierung, Fachkräftemangel<br />
und der Klimawandel. „Wir stehen vor großen Herausforderungen.<br />
Diese können wir nur dann erfolgreich bewältigen,<br />
wenn wir einen klaren Plan haben und wertschätzend miteinander<br />
umgehen“, so Peter Mörwald.<br />
Verdient. Mit großer Freude überreichte<br />
Gerald Schwentenwein, SWV-<br />
Präsident Burgenland (l.), die höchste<br />
Auszeichnung, die das Land zu vergeben<br />
hat, an Jubilar Ludwig Pall.<br />
BGLD: Goldene<br />
Ehrenmedaille für<br />
Ludwig Pall<br />
Geehrt. KommR Ludwig Pall, langjähriger<br />
SWV- und WK-Funktionär aus Oberwart, wurde<br />
für seine Leistungen für die burgenländische<br />
Wirtschaft mit der Goldenen Ehrenmedaille der<br />
Wirtschaftskammer Burgenland ausgezeichnet,<br />
die höchstmögliche Ehrung, die im Burgenland<br />
von der Wirtschaftskammer vergeben werden<br />
kann. SWV Burgenland-Präsident Gerald<br />
Schwentenwein freute sich, Ludwig Pall die Medaille<br />
persönlich überreichen zu dürfen und für<br />
sein Engagement auf Landes- und Bundesebene<br />
zu danken. Das gesamte SWV-Team gratuliert<br />
ihm sehr herzlich zu dieser Auszeichnung!<br />
Zusammenhalt hilft, die Pandemie zu besiegen. Einig waren<br />
sich die DiskutantInnen auch über den Weg, wie die Pandemie<br />
beendet werden kann. „Dänemark zeigt es vor. Wir brauchen<br />
mehr Zusammenhalt und Vertrauen, dann wird es uns gelingen,<br />
die Impfquote zu steigern und die Pandemie zu beenden. Jeder<br />
Versuch, die Bevölkerung zu spalten, oder falsche Informationen<br />
zu streuen, führt nur zu einer Verlängerung der Pandemie und<br />
Wohlstandsverlusten“, gibt sich David Egger überzeugt.<br />
Die Produktion könnte von Asien nach Europa zurückkehren<br />
„Probleme bei Lieferketten, Handelskriege und neue Technologien<br />
könnten dazu führen, dass Teile der Produktion von Asien<br />
nach Europa zurückwandern. Infineon Technologies investiert<br />
beispielsweise in ein neues Chipwerk und Forschungsgebäude in<br />
Kärnten. Dieses Beispiel sollte uns Mut und Zuversicht geben“,<br />
ist Brigitte Ederer, die bis Mai <strong>2021</strong> Aufsichtsratsmitglied bei<br />
Infineon war, überzeugt. In Europa und <strong>Österreich</strong> werden in den<br />
nächsten Jahren gigantische Investitionen in die Transformation<br />
zu einer klimafreundlichen Wirtschaft sowie in den Ausbau von<br />
nachhaltigen Energiequellen fließen. „Es ist gut möglich, dass wir<br />
am Beginn eines Superzyklus (Anm.: sehr starkes, lang andauerndes<br />
Wirtschaftswachstum) stehen“, gibt sich Ederer optimistisch.<br />
Der Fachkräftemangel ist Resultat einer verfehlten Arbeitsmarktpolitik.<br />
Das starke Wachstum der Wirtschaft, fehlende<br />
ausländische Fachkräfte und eine verfehlte Arbeitsmarktpolitik<br />
führten in vielen Branchen zu einem Fachkräftemangel. „Die Tourismusbranche<br />
warnte die Regierung vergeblich davor, während<br />
des Lockdowns Fachkräfte in andere Branchen zu vermitteln. Nun<br />
bremsen zigtausende fehlende Arbeitskräfte die Erholung der<br />
heimischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft“, kritisiert SWV-<br />
GF Hermann Wielandner die verfehlte Arbeitsmarktpolitik der<br />
Bundesregierung.<br />
22<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong>
Vor Ort. IC-Spartenobmann-Stv.<br />
Robert Rothschädl, SWV-Präsident<br />
Karlheinz Winkler, Szenewirt<br />
Arsim Gjergji, Bezirksvorsteherin<br />
Nina Wolf, SPÖ Graz-Vorsitzender<br />
Michael Ehmann, Steuerberater<br />
Mag. Friedrich Möstl, Gabriel<br />
Platzer (v. l.).<br />
STMK: Grazer Wirtschaft<br />
für Ehmann<br />
Bei einem Business-Info-Event des SWV präsentierte<br />
die SPÖ Graz ihre wirtschaftspolitischen Ziele. Am<br />
Beginn der Veranstaltung stand ein Vortrag des steirischen<br />
Landespräsidenten der Kammer der Steuerberater<br />
und Wirtschaftsprüfer, Mag. Friedrich Möstl: „Fokus<br />
Zahlungs(un)fähigkeit – Möglichkeiten der Finanzierung<br />
von Einzelunternehmen“. Er erläuterte vor allem das in<br />
der Corona-Krise brandaktuelle Thema der rechtlichen<br />
Rahmenbedingungen im Falle des Eintritts von Zahlungsunfähigkeit.<br />
Anschließend richtet SPÖ Graz-Vorsitzender<br />
Michael Ehmann über viele wirtschaftspolitische<br />
Anträge, die die SPÖ im Gemeinderat eingebracht hat,<br />
wie z. B. den „Wirtegutschein“, die aber allesamt von der<br />
schwarz-blauen Mehrheit blockiert wurden. Szenewirt<br />
Arsim Gjergji betonte, dass der Arbeitskräftemangel in der<br />
Gastronomie und Hotellerie zu einem guten Teil hausgemacht<br />
sei, da die Förderung von Ausbildungen in diesem<br />
Gewerbe jahrelang vernachlässigt wurde.<br />
NÖ: Breitband in allen<br />
Regionen entlastet Umwelt<br />
SWV Burgenland, Haubner, Rauch, Boehm<br />
Kürzere Weg sind gut fürs Klima,<br />
dessen Schutz vorangetrieben werden<br />
muss“, fordern Thomas Schaden,<br />
der Präsident des Sozialdemokratischen<br />
Wirtschaftsverbands (SWV)<br />
NÖ, EU-Abgeordneter Dr. Günther<br />
Sidl und die Umweltsprecherin der<br />
SPÖ NÖ, LAbg. Mag. a Kerstin<br />
Suchan-Mayr. „Und dazu gehört<br />
auch leistungsfähiges Internet aus<br />
öffentlicher Hand. Im Sinne unserer<br />
Umwelt und unseres Klimas.“<br />
Das Um und Auf für EPU und<br />
KMU muss in öffentlicher Hand<br />
bleiben, da es zur Grundversorgung<br />
gehört wie Wasser und Strom. Ein<br />
rascher Glasfaserausbau verkürzt<br />
und verringert Arbeitswege und<br />
stärkt die Verbindungen zwischen<br />
den Betrieben.<br />
Einig. KommR Thomas Schaden, der Präsident<br />
des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands<br />
(SWV) NÖ, SPÖ NÖ-Umweltsprecherin LAbg.<br />
Bgmin Mag. a Kerstin Suchan-Mayr und<br />
EU-Abgeordneter Dr. Günther Sidl.<br />
Schnellere Faser notwendig<br />
„Während der Corona-Krise hat<br />
sich gezeigt, dass sich <strong>Unternehmen</strong><br />
vermehrt online mittels Videokonferenzen<br />
und gemeinsamen<br />
Software-Systemen vernetzen und<br />
ihren MitarbeiterInnen Seminare<br />
und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />
online anbieten. Aber auch viele<br />
KleinunternehmerInnen, die von zu<br />
Hause aus arbeiten, brauchen unbedingt<br />
ein schnelles Internet“, erklärt<br />
Thomas Schaden. Niederösterreich<br />
muss Vorreiter sein. „Ein Breitbandanschluss<br />
ist eine Investition in<br />
die Zukunft für jede Region.“<br />
<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 3 | <strong>2021</strong> 23
Der günstige<br />
Onlineshop<br />
so individuell wie du.<br />
Gemeinsam erstellen wir deinen Onlineshop.<br />
Du benötigst keine Vorkenntnisse.<br />
Schließ dich hunderten zufriedenen Kunden an<br />
und beginne jetzt online zu verkaufen.<br />
Teste Shop n Roll kostenlos, für 7 Tage, in 5 Minuten online!<br />
Shop n Roll: Der neue Onlineshop für kleine <strong>Unternehmen</strong><br />
Gemeinsam mit seinem Team vom Wiener <strong>Unternehmen</strong><br />
FoxxBase hat Stefan Krajczar einen Onlineshop speziell für<br />
kleine <strong>Unternehmen</strong> entwickelt. Dieser Shop ist in verschiedenen<br />
Ausführungen verfügbar und kann von jedem selbst<br />
erstellt werden.<br />
UÖ: Wie bist du darauf gekommen, ein Tool für Onlineshops<br />
zu machen?<br />
Stefan Krajczar: Ich war selbst vor vielen Jahren in der Situation,<br />
dass ich einen Onlineshop gebraucht habe. Damals habe ich so<br />
lange gebastelt, bis ich eine eigene Lösung gebaut habe. Nach<br />
acht Jahren Agenturerfahrung hat mich die Idee, einen Onlineshop<br />
für kleine <strong>Unternehmen</strong> aufzubauen und ein Service dazu<br />
anzubieten, sehr motiviert, etwas Neues anzugehen. So etwas<br />
in dieser Form gibt es noch nicht, und ich mag die Idee, eine<br />
Community um Shop n Roll aufzubauen.<br />
UÖ: Was ist deine Vision?<br />
Stefan Krajczar: In einer perfekten Welt kann jede/r Händler/<br />
in leistbar und unabhängig vom technischen Vorwissen online<br />
verkaufen. KundInnen profitieren von uneingeschränktem Wissenstransfer<br />
aus unserer jahrelangen E-Commerce-Erfahrung,<br />
der Community und natürlich einem fertigen Onlineshop, mit<br />
dem die HändlerInnen sofort loslegen können.<br />
Wir möchten jedes Jahr 1.000 deutschsprachige Offline-HändlerInnen<br />
zu erfolgreichen Online-HändlerInnen machen. Wir<br />
wollen, dass unsere KundInnen happy sind und Erfolg haben.<br />
Das Potenzial ist groß. Dazu bieten wir Live-Workshops über<br />
Zoom an, wo offene KundInnenfragen beantwortet werden.<br />
UÖ: Mein eigener Onlineshop - wie funktioniert das?<br />
Stefan Krajczar: Unser Weg ist ein kompletter Onlineshop, der<br />
Stefan Krajczar, MSc, CDC, CEO FoxxBase GmbH<br />
individuell selbst von KundInnen befüllt wird. Eigene Produkte<br />
zu präsentieren, geht in wenigen Minuten. Alle Rechtstexte,<br />
Demobilder und alles, was dazu gehört, sind sofort inkludiert.<br />
Dieser Onlineshop wird anfangs in fünf verschiedenen anpassbaren<br />
Designs angeboten und deckt die Bedürfnisse von<br />
Händ-lerInnen ab. Er ist technisch Suchmaschinen optimiert<br />
und in fünf Minuten online. Dank der schnellen<br />
Übermittlung eines fertigen Shops ist unsere Vision einfach<br />
umzusetzen. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Menschen<br />
diesen Weg mitgehen.<br />
UÖ: Welche Vorteile hat Shop n Roll noch?<br />
Stefan Krajczar: Die UnternehmerInnen werden nicht<br />
allein gelassen. Neben der laufenden Betreuung unserer<br />
KundInnen wollen wir eine betreute Community aufbauen und<br />
regel mäßig Workshops anbieten. Man unterstützt sich<br />
gegenseitig und tauscht sich freundschaftlich aus.<br />
Sofort mit deinem eigenen Shop<br />
loslegen:<br />
• auf www.shopnroll.org einsteigen<br />
• Vorlage auswählen<br />
• in 5 Minuten deinen Onlineshop erstellen<br />
7 Tage gratis testen möglich<br />
50% Ermäßigung für SWV Mitglieder<br />
Noch Fragen?<br />
Kontaktiere uns!<br />
noe@wirtschaftsverband.at<br />
oder<br />
02742 2255-444